The Karma of a Person's Profession
in Relation to Goethe's Life
GA 172
26 November 1916, Dornach
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Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben
Neunter Vortrag
Neunter Vortrag
[ 1 ] Einer der Vorwürfe, welcher unserer Geisteswissenschaft von seiten mancher Theologen und solcher gemacht wird, welche glauben, auf dem Boden des Christentums zu stehen, aber es nicht richtig verstehen, ist, daß durch diese unsere Geisteswissenschaft Wahrheiten über eine größere Anzahl von Hierarchien geltend gemacht werden, von Hierarchien, welche Wesenheiten umfassen, die über dem Menschen stehen und die in der geistigen Welt vorhanden sind. Wir sprechen ja, wie Sie wissen, von geistigen Hierarchien, welche umfassen die Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai und so weiter; geradeso sprechen wir von diesen Reichen der höheren, übersinnlichen Welten, wie wir von dem Tierreich, dem Pflanzenreich, dem mineralischen Reich, dem Elementarreich und so weiter, innerhalb der irdischen Welt sprechen. Wir sind uns auch klar darüber, daß des Menschen Leben in zwei Abschnitte zerfällt. Der eine verfließt zwischen der Geburt und dem Tod. Während dieses Lebens oder durch dieses Leben steigt der Mensch aus der übersinnlichen Welt herunter zu den Reichen, die dann in seiner physischen Umgebung sind: Menschenreich, Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich und so weiter. Wenn der Mensch durch die Todespforte geht, so beginnt nun der andere Abschnitt seines Lebens. Er steigt hinauf zu den höheren Reichen, zu den Reichen, die ebenso von unten nach oben getürmt sind, wie die anderen Reiche von oben nach unten, er steigt hinauf in die Reiche der Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter. Derjenige, der heute glaubt, aber eben nicht versteht, auf dem Boden des Christentums zu stehen, der ficht ganz besonders diese Anschauung von den Wesenheiten an, welche hineingestellt sind zwischen den Menschen und der eigentlichen, weit, weit über den Menschen, auch weit über den Engeln, Erzengeln und so weiter liegenden Gottheit, welche hineingestellt werden in diesen übersinnlichen Raum. Insbesondere wird derjenige, der da glaubt, besonders fortgeschritten zu sein in seiner christlichen Anschauung, leicht davon sprechen, daß diese Erkenntnis von den geistigen Hierarchien und ihren Wesenheiten ein Rückfall sei in einen alten Polytheismus, oder, wie man sagt, in eine Art Heidentum. Denn, so sagt man, es sei gerade das die Aufgabe des heutigen Menschen, zwischen sich und die Gottheit nichts zu setzen, sondern in der Welt zu leben, die Augen zu richten auf dasjenige, was sich sinnlich darbietet, und dann den Weg unmittelbar zu der Gottheit zu finden, ohne eine Vermittelung durch Engel, Erzengel und so weiter. Und das glaubt mancher als das besonders Erhabene, so ohne Vermittelung, wie er sagt, seinem eigenen Gotte gegenüberzustehen.
[ 1 ] Einer der Vorwürfe, welcher unserer Geisteswissenschaft von seiten mancher Theologen und solcher gemacht wird, welche glauben, auf dem Boden des Christentums zu stehen, aber es nicht richtig verstehen, ist, daß durch diese unsere Geisteswissenschaft Wahrheiten über eine größere Anzahl von Hierarchien geltend gemacht werden, von Hierarchien, welche Wesenheiten umfassen, die über dem Menschen stehen und die in der geistigen Welt vorhanden sind. Wir sprechen ja, wie Sie wissen, von geistigen Hierarchien, welche umfassen die Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai und so weiter; geradeso sprechen wir von diesen Reichen der höheren, übersinnlichen Welten, wie wir von dem Tierreich, dem Pflanzenreich, dem mineralischen Reich, dem Elementarreich und so weiter, innerhalb der irdischen Welt sprechen. Wir sind uns auch klar darüber, daß des Menschen Leben in zwei Abschnitte zerfällt. Der eine verfließt zwischen der Geburt und dem Tod. Während dieses Lebens oder durch dieses Leben steigt der Mensch aus der übersinnlichen Welt herunter zu den Reichen, die dann in seiner physischen Umgebung sind: Menschenreich, Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich und so weiter. Wenn der Mensch durch die Todespforte geht, so beginnt nun der andere Abschnitt seines Lebens. Er steigt hinauf zu den höheren Reichen, zu den Reichen, die ebenso von unten nach oben getürmt sind, wie die anderen Reiche von oben nach unten, er steigt hinauf in die Reiche der Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter. Derjenige, der heute glaubt, aber eben nicht versteht, auf dem Boden des Christentums zu stehen, der ficht ganz besonders diese Anschauung von den Wesenheiten an, welche hineingestellt sind zwischen den Menschen und der eigentlichen, weit, weit über den Menschen, auch weit über den Engeln, Erzengeln und so weiter liegenden Gottheit, welche hineingestellt werden in diesen übersinnlichen Raum. Insbesondere wird derjenige, der da glaubt, besonders fortgeschritten zu sein in seiner christlichen Anschauung, leicht davon sprechen, daß diese Erkenntnis von den geistigen Hierarchien und ihren Wesenheiten ein Rückfall sei in einen alten Polytheismus, oder, wie man sagt, in eine Art Heidentum. Denn, so sagt man, es sei gerade das die Aufgabe des heutigen Menschen, zwischen sich und die Gottheit nichts zu setzen, sondern in der Welt zu leben, die Augen zu richten auf dasjenige, was sich sinnlich darbietet, und dann den Weg unmittelbar zu der Gottheit zu finden, ohne eine Vermittelung durch Engel, Erzengel und so weiter. Und das glaubt mancher als das besonders Erhabene, so ohne Vermittelung, wie er sagt, seinem eigenen Gotte gegenüberzustehen.
[ 2 ] Man kann diesen Einwand heute von vielen Seiten gegen die Geisteswissenschaft gerichtet hören. Dieser Einwand bezeugt, wie gerade in solchen Kreisen, wo er gemacht wird, ganz und gar keine Erkenntnis davon vorhanden ist, welches die geistigen Bedürfnisse unserer Zeit gerade sind. Denn es hängt wahrhaftig nicht davon ab, ob der Mensch sich einbildet, er könne den Weg finden von sich zu seinem Gotte, sondern ob er das wirklich kann. Es kommt wirklich nicht darauf an, ob der Mensch sich einbildet, er stelle sich seinen Gott vor, sondern es kommt darauf an, ob er ihn wirklich vorstellt. Und von unserem Gesichtspunkte müssen wir fragen: Was stellen sich denn eigentlich diejenigen vor, welche sich ihren Gott vorstellen, indem sie sagen: Wir wollen keine Vermittelung durch andere Geister haben, sondern unmittelbar von unserer Seele zu unserem Gotte aufsteigen, — was stellen sich solche Menschen vor? Stellen sie sich wirklich, wenn sie von Gott denken oder sprechen, Gott vor? Stellen sie dasjenige vor, was unter dem Gott gemeint sein muß, wenn der Mensch berechtigterweise von seinem Gotte spricht?
[ 2 ] Man kann diesen Einwand heute von vielen Seiten gegen die Geisteswissenschaft gerichtet hören. Dieser Einwand bezeugt, wie gerade in solchen Kreisen, wo er gemacht wird, ganz und gar keine Erkenntnis davon vorhanden ist, welches die geistigen Bedürfnisse unserer Zeit gerade sind. Denn es hängt wahrhaftig nicht davon ab, ob der Mensch sich einbildet, er könne den Weg finden von sich zu seinem Gotte, sondern ob er das wirklich kann. Es kommt wirklich nicht darauf an, ob der Mensch sich einbildet, er stelle sich seinen Gott vor, sondern es kommt darauf an, ob er ihn wirklich vorstellt. Und von unserem Gesichtspunkte müssen wir fragen: Was stellen sich denn eigentlich diejenigen vor, welche sich ihren Gott vorstellen, indem sie sagen: Wir wollen keine Vermittelung durch andere Geister haben, sondern unmittelbar von unserer Seele zu unserem Gotte aufsteigen, — was stellen sich solche Menschen vor? Stellen sie sich wirklich, wenn sie von Gott denken oder sprechen, Gott vor? Stellen sie dasjenige vor, was unter dem Gott gemeint sein muß, wenn der Mensch berechtigterweise von seinem Gotte spricht?
[ 3 ] Das stellen sie nicht vor, sondern sie stellen etwas ganz anderes vor. Wenn man für die Vorstellung all die Begriffe durchgeht, welche sich solche Menschen von ihrem Gotte machen — was ist denn in solchen Begriffen ausgeführt? Nichts anderes als das Wesen eines Engels, eines Angelos, und all diejenigen Menschen, welche davon sprechen, daß sie unmittelbar von ihrer Seele zu Gott aufschauen, schauen nur zu einem Engel auf. Und suchen Sie sich alle Beschreibungen — wenn sie noch so erhaben klingen — solcher Menschen auf, so werden Sie finden: sie beschreiben nichts anderes als einen Engel, und dasjenige, was diese Menschen sagen, ist nichts anderes als die Forderung, man solle sich unter Gott nichts Höheres vorstellen als einen Engel. Das zum Beispiel, was man heute den modernen protestantischen Gott nennt und über den gerade von protestantischer Seite so viel geredet wird, ist ein Angelos, ist nichts anderes. Denn nicht darauf kommt es an, ob man sich einbildet, man finde den Weg zu dem höchsten Gotte, sondern darauf kommt es an, wozu man wirklich den Weg findet. Und man findet auf diese Weise nur den Weg zu seinem Angelos. Ich sage: zu seinem Angelos, denn das ist wichtig. Wenn wir nämlich nur zunächst ins Auge fassen die Wesenheiten der niedrigsten Hierarchien: Archai — Geister der Persönlichkeit, wie wir sie auch genannt haben —, Archangeloi, Erzengel, Angeloi, Engel, so kommt dann der Mensch, dann kommt das Tierreich, dann das Pflanzenreich, dann das Mineralreich.
[ 3 ] Das stellen sie nicht vor, sondern sie stellen etwas ganz anderes vor. Wenn man für die Vorstellung all die Begriffe durchgeht, welche sich solche Menschen von ihrem Gotte machen — was ist denn in solchen Begriffen ausgeführt? Nichts anderes als das Wesen eines Engels, eines Angelos, und all diejenigen Menschen, welche davon sprechen, daß sie unmittelbar von ihrer Seele zu Gott aufschauen, schauen nur zu einem Engel auf. Und suchen Sie sich alle Beschreibungen — wenn sie noch so erhaben klingen — solcher Menschen auf, so werden Sie finden: sie beschreiben nichts anderes als einen Engel, und dasjenige, was diese Menschen sagen, ist nichts anderes als die Forderung, man solle sich unter Gott nichts Höheres vorstellen als einen Engel. Das zum Beispiel, was man heute den modernen protestantischen Gott nennt und über den gerade von protestantischer Seite so viel geredet wird, ist ein Angelos, ist nichts anderes. Denn nicht darauf kommt es an, ob man sich einbildet, man finde den Weg zu dem höchsten Gotte, sondern darauf kommt es an, wozu man wirklich den Weg findet. Und man findet auf diese Weise nur den Weg zu seinem Angelos. Ich sage: zu seinem Angelos, denn das ist wichtig. Wenn wir nämlich nur zunächst ins Auge fassen die Wesenheiten der niedrigsten Hierarchien: Archai — Geister der Persönlichkeit, wie wir sie auch genannt haben —, Archangeloi, Erzengel, Angeloi, Engel, so kommt dann der Mensch, dann kommt das Tierreich, dann das Pflanzenreich, dann das Mineralreich.
Archai = Geister der Persönlichkeit
Archangeloi = Erzengel
Angeloi = Engel
Mensch
Tier
Pflanze
Mineral
Archai = Geister der Persönlichkeit
Archangeloi = Erzengel
Angeloi = Engel
Mensch
Tier
Pflanze
Mineral
[ 4 ] Wenn wir diese relativ niedersten Wesen ins Auge fassen, so brauchen wir uns ja nur an manches zu erinnern, das wir schon früher auseinandergesetzt haben, um zu wissen, daß die Archai, die Geister der Persönlichkeit, auch Zeitgeister sind. Sie sind die regierenden Mächte für die ganze Zeitperiode, dasjenige, was als Geist in der ganzen Zeitperiode lebt. Wir leben heute in einem anderen geistigen Zusammenhange als die alten Griechen oder die alten Römer, weil wir von einem anderen Zeitgeiste regiert werden. Ein solcher Zeitgeist ist schon eine sehr erhabene Wesenheit. Dann wiederum haben wir diejenigen Wesen, die wir Archangeloi nennen. Sie sind dazu berufen, die Harmonie herzustellen unter den Menschen auf Erden. Daher sind sie auch die Lenker und Leiter der Volksstämme in gewisser Beziehung. Die Angeloi, die unmittelbar über dem Menschen stehenden Wesenheiten, sie führen den Menschen durch die Pforte des Todes hindurch, so daß er gewissermaßen seinen Angelos an seiner Seite hat, vom Tod zu neuer Geburt, und sie führen ihn wiederum ins neue Leben ein. Die Angeloi sind dazu berufen, die einzelne menschliche Individualität hindurchzuführen durch die wiederholten Erdenleben.
[ 4 ] Wenn wir diese relativ niedersten Wesen ins Auge fassen, so brauchen wir uns ja nur an manches zu erinnern, das wir schon früher auseinandergesetzt haben, um zu wissen, daß die Archai, die Geister der Persönlichkeit, auch Zeitgeister sind. Sie sind die regierenden Mächte für die ganze Zeitperiode, dasjenige, was als Geist in der ganzen Zeitperiode lebt. Wir leben heute in einem anderen geistigen Zusammenhange als die alten Griechen oder die alten Römer, weil wir von einem anderen Zeitgeiste regiert werden. Ein solcher Zeitgeist ist schon eine sehr erhabene Wesenheit. Dann wiederum haben wir diejenigen Wesen, die wir Archangeloi nennen. Sie sind dazu berufen, die Harmonie herzustellen unter den Menschen auf Erden. Daher sind sie auch die Lenker und Leiter der Volksstämme in gewisser Beziehung. Die Angeloi, die unmittelbar über dem Menschen stehenden Wesenheiten, sie führen den Menschen durch die Pforte des Todes hindurch, so daß er gewissermaßen seinen Angelos an seiner Seite hat, vom Tod zu neuer Geburt, und sie führen ihn wiederum ins neue Leben ein. Die Angeloi sind dazu berufen, die einzelne menschliche Individualität hindurchzuführen durch die wiederholten Erdenleben.
[ 5 ] Dann kommen wir herunter bis zum Menschen selber. Der Mensch, so wie er heute auf der Erde ist, erinnert sich nur an sein Erdenleben hier im physischen Leib. Das Gedächtnis der Engel geht viel weiter, denn nur dadurch, daß es viel weiter geht, können sie die wiederholten Erdenleben der Menschen lenken und leiten. Nicht einmal richtig aber stellt sich der moderne Theologe den Engel vor, weil der moderne Theologe schon diese Eigenschaft wegläßt von dem Engel, daß er die menschliche Individualität durch die wiederholten Erdenleben durchleitet. Wenn wir ins Auge fassen, daß wir, indem wir den Erzengeln gegenüberstehen, es erst bei den Erzengeln zu tun haben mit Wesenheiten, die menschliche Zusammenhänge regieren, und bei den Zeitgeistern mit Wesenheiten, die menschliche Zusammenhänge über lange Zeiträume hindurch regieren, daß wir es bei den Engeln zu tun haben mit Wesenheiten, die wesentlich das Leben des einzelnen Menschen regieren, dann werden wir nicht verkennen, wenn wir das im Auge behalten, daß es ein verborgener Egoismus ist von den Menschen, unmittelbar zu dem Gotte sich erheben zu wollen, denn sie wollen sich in Wahrheit — obwohl sie das nicht zugeben — nur zu ihrem Gotte, zu ihrem eigenen Engel erheben.
[ 5 ] Dann kommen wir herunter bis zum Menschen selber. Der Mensch, so wie er heute auf der Erde ist, erinnert sich nur an sein Erdenleben hier im physischen Leib. Das Gedächtnis der Engel geht viel weiter, denn nur dadurch, daß es viel weiter geht, können sie die wiederholten Erdenleben der Menschen lenken und leiten. Nicht einmal richtig aber stellt sich der moderne Theologe den Engel vor, weil der moderne Theologe schon diese Eigenschaft wegläßt von dem Engel, daß er die menschliche Individualität durch die wiederholten Erdenleben durchleitet. Wenn wir ins Auge fassen, daß wir, indem wir den Erzengeln gegenüberstehen, es erst bei den Erzengeln zu tun haben mit Wesenheiten, die menschliche Zusammenhänge regieren, und bei den Zeitgeistern mit Wesenheiten, die menschliche Zusammenhänge über lange Zeiträume hindurch regieren, daß wir es bei den Engeln zu tun haben mit Wesenheiten, die wesentlich das Leben des einzelnen Menschen regieren, dann werden wir nicht verkennen, wenn wir das im Auge behalten, daß es ein verborgener Egoismus ist von den Menschen, unmittelbar zu dem Gotte sich erheben zu wollen, denn sie wollen sich in Wahrheit — obwohl sie das nicht zugeben — nur zu ihrem Gotte, zu ihrem eigenen Engel erheben.
[ 6 ] Das hat eine große praktische Bedeutung, das ist von einer großen Wichtigkeit, denn es trägt einen gewissen Keim in sich. Es trägt den Keim in sich, daß die Menschen von dem einen Gotte sprechen, aber daß es nur eine Phantasterei ist, daß sie von dem einen Gotte sprechen. Denn in Wahrheit, indem die Menschen sich dieser Phantasterei hingeben, spricht jeder von seinem eigenen Gotte, nämlich von seinem Engel. Und die Folge davon muß sein, daß im Laufe der Zeit jeder Mensch seinen eigenen Gott, nämlich seinen eigenen Engel verehrt. Und wir sehen schon, wie stark der Drang der Menschen ist, daß jeder seinen eigenen Gott verehrt. Das Zusammenfinden der Menschen in denjenigen Göttern, die allen gemeinsam sind, ist ein sehr geringes geworden in der neueren Zeit. Das Pochen eines jeden auf seinen eigenen Gott hat sich als etwas ganz besonders Hervorstechendes herausgestellt. Das Menschengeschlecht wird atomisiert. Es bleibt gewissermaßen nur das Wort «Gott» noch übrig, das für die Menschen einer Sprache gemeinsam lautet, aber unter diesem einen Worte stellt sich jeder etwas anderes vor, nämlich seinen eigenen Engel. Und er kommt nicht einmal hinauf bis zu dem Erzengel, welcher menschliche Gemeinschaften leitet.
[ 6 ] Das hat eine große praktische Bedeutung, das ist von einer großen Wichtigkeit, denn es trägt einen gewissen Keim in sich. Es trägt den Keim in sich, daß die Menschen von dem einen Gotte sprechen, aber daß es nur eine Phantasterei ist, daß sie von dem einen Gotte sprechen. Denn in Wahrheit, indem die Menschen sich dieser Phantasterei hingeben, spricht jeder von seinem eigenen Gotte, nämlich von seinem Engel. Und die Folge davon muß sein, daß im Laufe der Zeit jeder Mensch seinen eigenen Gott, nämlich seinen eigenen Engel verehrt. Und wir sehen schon, wie stark der Drang der Menschen ist, daß jeder seinen eigenen Gott verehrt. Das Zusammenfinden der Menschen in denjenigen Göttern, die allen gemeinsam sind, ist ein sehr geringes geworden in der neueren Zeit. Das Pochen eines jeden auf seinen eigenen Gott hat sich als etwas ganz besonders Hervorstechendes herausgestellt. Das Menschengeschlecht wird atomisiert. Es bleibt gewissermaßen nur das Wort «Gott» noch übrig, das für die Menschen einer Sprache gemeinsam lautet, aber unter diesem einen Worte stellt sich jeder etwas anderes vor, nämlich seinen eigenen Engel. Und er kommt nicht einmal hinauf bis zu dem Erzengel, welcher menschliche Gemeinschaften leitet.
[ 7 ] Dem liegt ein gewisser verborgener Egoismus zugrunde, den die Menschen nicht zugeben wollen. Aber es ist etwas Gewichtiges gesagt, wenn wir uns dies vor Augen halten, denn der Mensch lebt eigentlich in einer Unwahrheit, wenn er sich nicht gesteht: ich blicke auf zu meinem Engel — sondern wenn er sich sagt: ich blicke auf zu dem alleinheitlichen Gotte. — Er lebt in einer nebulosen Vorstellung, das heißt, in einer innerlichen Täuschung, in einer innerlichen Maja. Und dies hat wichtige Folgen, denn indem sich der Mensch also dieser innerlichen Täuschung hingibt, tritt etwas ganz Bestimmtes ein. Denn dadurch, daß wir uns phantastischen Vorstellungen hingeben, ändern wir nicht die geistigen Wirklichkeiten, die infolge desjenigen, was wir richtig oder unrichtig vorstellen, wirklich auch eintreffen. Indem der Mensch eigentlich nur zu seinem Engel aufblickt, das sich aber nicht gesteht, sondern glaubt, er blicke zu dem Gotte auf — während er nicht einmal zu einem Erzengel aufblickt —, betäubt er durch diese unwahre Vorstellung in einem gewissen Sinne seine Seele. Und diese Betäubung der Seele ist ja heute allgemein vorhanden. Aber wenn man die Seele betäubt, dann ist das für unsere heutige Menschheitsentwickelung außerordentlich verhängnisvoll. Denn durch die Betäubung der Seele wird das Ich heruntergedrückt, heruntergetrübt, und dann schleichen sich die anderen Mächte, die nicht in der Seele wirken sollen, in diese Seele ein. Das heißt, es schleicht sich an die Stelle des Engels, den man zunächst verehren wollte, den man aber umtauft zu «Gott», der luziferische Angelos ein, und man kommt allmählich dazu, nicht den Engel zu verehren, sondern den luziferischen Angelos. Dann aber ist die schiefe Ebene, die den Menschen hinunterführt, sehr nahe; dann ist es sehr nahe, daß er den Gott überhaupt verleugnet, das heißt, seinen Engel verleugnet — was immer zusammenhängt mit der Verleugnung des wahren menschlichen Ich, wie ich Ihnen gezeigt habe an dem Buche «Matérialisme et Spiritualisme» von Leblais, wo behauptet wird, daß die Katze ebenso ein Ich hat wie ein Mensch, und wo von dem «grand-prêtre du chien» gesprochen wird.
[ 7 ] Dem liegt ein gewisser verborgener Egoismus zugrunde, den die Menschen nicht zugeben wollen. Aber es ist etwas Gewichtiges gesagt, wenn wir uns dies vor Augen halten, denn der Mensch lebt eigentlich in einer Unwahrheit, wenn er sich nicht gesteht: ich blicke auf zu meinem Engel — sondern wenn er sich sagt: ich blicke auf zu dem alleinheitlichen Gotte. — Er lebt in einer nebulosen Vorstellung, das heißt, in einer innerlichen Täuschung, in einer innerlichen Maja. Und dies hat wichtige Folgen, denn indem sich der Mensch also dieser innerlichen Täuschung hingibt, tritt etwas ganz Bestimmtes ein. Denn dadurch, daß wir uns phantastischen Vorstellungen hingeben, ändern wir nicht die geistigen Wirklichkeiten, die infolge desjenigen, was wir richtig oder unrichtig vorstellen, wirklich auch eintreffen. Indem der Mensch eigentlich nur zu seinem Engel aufblickt, das sich aber nicht gesteht, sondern glaubt, er blicke zu dem Gotte auf — während er nicht einmal zu einem Erzengel aufblickt —, betäubt er durch diese unwahre Vorstellung in einem gewissen Sinne seine Seele. Und diese Betäubung der Seele ist ja heute allgemein vorhanden. Aber wenn man die Seele betäubt, dann ist das für unsere heutige Menschheitsentwickelung außerordentlich verhängnisvoll. Denn durch die Betäubung der Seele wird das Ich heruntergedrückt, heruntergetrübt, und dann schleichen sich die anderen Mächte, die nicht in der Seele wirken sollen, in diese Seele ein. Das heißt, es schleicht sich an die Stelle des Engels, den man zunächst verehren wollte, den man aber umtauft zu «Gott», der luziferische Angelos ein, und man kommt allmählich dazu, nicht den Engel zu verehren, sondern den luziferischen Angelos. Dann aber ist die schiefe Ebene, die den Menschen hinunterführt, sehr nahe; dann ist es sehr nahe, daß er den Gott überhaupt verleugnet, das heißt, seinen Engel verleugnet — was immer zusammenhängt mit der Verleugnung des wahren menschlichen Ich, wie ich Ihnen gezeigt habe an dem Buche «Matérialisme et Spiritualisme» von Leblais, wo behauptet wird, daß die Katze ebenso ein Ich hat wie ein Mensch, und wo von dem «grand-prêtre du chien» gesprochen wird.
[ 8 ] So müssen wir durchaus einsehen, daß in vieler Beziehung die Antwort[, die] gegeben werden muß auf die Frage «Wer hat Schuld an dem Materialismus unserer Zeit?» — [lautet:] Die Religionen haben Schuld, die religiösen Bekenntnisse, indem sie das Bewußtsein der Menschen trüben und an die Stelle Gottes einen Engel setzen, für den sich dann substituiert der luziferische Engel, der ihm entspricht. Und dieser luziferische Engel wird den Menschen alsbald in den Materialismus hineinführen. Das ist der geheimnisvolle Zusammenhang zwischen den hochmütigen, egoistischen Religionsbekenntnissen, welche nichts hören wollen von dem, was über einem Engel steht, sondern in maßlosem Hochmut sagen, daß sie von «Gott» sprechen, während sie nur von einem Engel sprechen, und von dem noch nicht einmal vollständig. Dieser maßlose Hochmut, der noch oftmals als Demut angesprochen wird, er ist es, welcher letzten Endes den Materialismus hat hervorbringen müssen. Wenn wir dies bedenken, dann sehen wir einen bedeutungsvollen Zusammenhang: Durch die fälschliche Umdeutung eines Engels zu Gott entsteht in der Menschenseele der Hang zum Materialismus. Und es liegt ein unbewußter Egoismus zugrunde, der sich darinnen äußert, daß der Mensch es verschmäht, aufzusteigen zu der Erkenntnis der geistigen Welt, der sich auch darinnen äußert, daß der Mensch sozusagen nur aus sich heraus den Zusammenhang mit seinem Gotte unmittelbar zu finden meint. Sie sehen in vieles hinein, was in der Gegenwart spielt, wenn Sie dies ins Auge fassen, was ich Ihnen hiermit angedeutet habe. Es gibt nur ein einziges Mittel gegen dieMißdeutung Gottes, und das ist die Anerkenntnis der geistigen Hierarchien. Denn dann weiß man auch, daß die gegenwärtigen Religionsbekenntnisse nicht höher hinaufsteigen als bis zu der Hierarchie der Angeloi.
[ 8 ] So müssen wir durchaus einsehen, daß in vieler Beziehung die Antwort[, die] gegeben werden muß auf die Frage «Wer hat Schuld an dem Materialismus unserer Zeit?» — [lautet:] Die Religionen haben Schuld, die religiösen Bekenntnisse, indem sie das Bewußtsein der Menschen trüben und an die Stelle Gottes einen Engel setzen, für den sich dann substituiert der luziferische Engel, der ihm entspricht. Und dieser luziferische Engel wird den Menschen alsbald in den Materialismus hineinführen. Das ist der geheimnisvolle Zusammenhang zwischen den hochmütigen, egoistischen Religionsbekenntnissen, welche nichts hören wollen von dem, was über einem Engel steht, sondern in maßlosem Hochmut sagen, daß sie von «Gott» sprechen, während sie nur von einem Engel sprechen, und von dem noch nicht einmal vollständig. Dieser maßlose Hochmut, der noch oftmals als Demut angesprochen wird, er ist es, welcher letzten Endes den Materialismus hat hervorbringen müssen. Wenn wir dies bedenken, dann sehen wir einen bedeutungsvollen Zusammenhang: Durch die fälschliche Umdeutung eines Engels zu Gott entsteht in der Menschenseele der Hang zum Materialismus. Und es liegt ein unbewußter Egoismus zugrunde, der sich darinnen äußert, daß der Mensch es verschmäht, aufzusteigen zu der Erkenntnis der geistigen Welt, der sich auch darinnen äußert, daß der Mensch sozusagen nur aus sich heraus den Zusammenhang mit seinem Gotte unmittelbar zu finden meint. Sie sehen in vieles hinein, was in der Gegenwart spielt, wenn Sie dies ins Auge fassen, was ich Ihnen hiermit angedeutet habe. Es gibt nur ein einziges Mittel gegen dieMißdeutung Gottes, und das ist die Anerkenntnis der geistigen Hierarchien. Denn dann weiß man auch, daß die gegenwärtigen Religionsbekenntnisse nicht höher hinaufsteigen als bis zu der Hierarchie der Angeloi.
[ 9 ] Wenn wir dieses betrachten, dann stehen wir mehr oder weniger in dem, was der Mensch entwickelt als sein Bewußtseinsleben; aber vieles lebt im Menschen auch unbewußt, oder unklar bewußt. Und wir könnten uns jetzt sagen: Der Zusammenhang des Menschen mit seinem Engel ist ja ein realer, aber auch der Zusammenhang eines Menschen mit der Erzengel-Hierarchie, mit der Archai-Hierarchie ist ein realer. — Die Mißdeutung des Engels, die mehr oder weniger bewußt vollzogen wird, führt auch mehr oder weniger bewußt zur Weltanschauung des Materialismus; nicht bei dem einzelnen Menschen, aber sie führt so im Zeitalter allmählich dahin. Da stehen wir eben durchaus noch sozusagen in dem, was sich bewußt in der Seele abspielt. Aber in dem Verhältnis des Menschen zu der Erzengel-Hierarchie, da stehen wir schon gar nicht mehr da, wovon der Mensch viel weiß; wovon er zwar zuweilen jetzt viel spricht, aber wovon er wenig weiß. Wir haben ja heute allerdings die Bekenntnisse, nicht zu der Hierarchie der Erzengel, aber sehr häufig zu einem Erzengel, nicht die deutlich ausgesprochenen Bekenntnisse, aber das Hinneigen, das gefühlsmäßige Hinneigen zu dem einen oder zu dem andern Erzengel. Im 19. Jahrhundert hat das ganz besonders stark Früchte getragen auf einem Gebiete wenigstens: in dem Heraufkommen der Nationalitätsideen, denen unbewußt zugrunde liegt das Übersehen des Zusammenwirkens der Erzengel und das Hinneigen nur immer zu einem Erzengel. Dem liegt etwas ähnlich Egoistisches, nur etwas Sozial-Egoistisches zugrunde, wie das Hinneigen zu dem einen Engel.
[ 9 ] Wenn wir dieses betrachten, dann stehen wir mehr oder weniger in dem, was der Mensch entwickelt als sein Bewußtseinsleben; aber vieles lebt im Menschen auch unbewußt, oder unklar bewußt. Und wir könnten uns jetzt sagen: Der Zusammenhang des Menschen mit seinem Engel ist ja ein realer, aber auch der Zusammenhang eines Menschen mit der Erzengel-Hierarchie, mit der Archai-Hierarchie ist ein realer. — Die Mißdeutung des Engels, die mehr oder weniger bewußt vollzogen wird, führt auch mehr oder weniger bewußt zur Weltanschauung des Materialismus; nicht bei dem einzelnen Menschen, aber sie führt so im Zeitalter allmählich dahin. Da stehen wir eben durchaus noch sozusagen in dem, was sich bewußt in der Seele abspielt. Aber in dem Verhältnis des Menschen zu der Erzengel-Hierarchie, da stehen wir schon gar nicht mehr da, wovon der Mensch viel weiß; wovon er zwar zuweilen jetzt viel spricht, aber wovon er wenig weiß. Wir haben ja heute allerdings die Bekenntnisse, nicht zu der Hierarchie der Erzengel, aber sehr häufig zu einem Erzengel, nicht die deutlich ausgesprochenen Bekenntnisse, aber das Hinneigen, das gefühlsmäßige Hinneigen zu dem einen oder zu dem andern Erzengel. Im 19. Jahrhundert hat das ganz besonders stark Früchte getragen auf einem Gebiete wenigstens: in dem Heraufkommen der Nationalitätsideen, denen unbewußt zugrunde liegt das Übersehen des Zusammenwirkens der Erzengel und das Hinneigen nur immer zu einem Erzengel. Dem liegt etwas ähnlich Egoistisches, nur etwas Sozial-Egoistisches zugrunde, wie das Hinneigen zu dem einen Engel.
[ 10 ] Nun könnte man ja auch schildern wollen, was sich hinzugesellt zu diesem Hinneigen, zu diesem sozial-egoistischen Hinneigen zum Erzengel in ähnlicher Weise, wie sich der Materialismus bewußt hinzugesellt zum Mißdeuten des Engels. Aber damit betritt man heute schon Glatteis, und das ist nicht gerade etwas, was in unserer Zeit möglich ist zu besprechen.
[ 10 ] Nun könnte man ja auch schildern wollen, was sich hinzugesellt zu diesem Hinneigen, zu diesem sozial-egoistischen Hinneigen zum Erzengel in ähnlicher Weise, wie sich der Materialismus bewußt hinzugesellt zum Mißdeuten des Engels. Aber damit betritt man heute schon Glatteis, und das ist nicht gerade etwas, was in unserer Zeit möglich ist zu besprechen.
[ 11 ] Noch dunkler sind die Beziehungen des Menschen zu den Archai, zu den Zeitgeistern. Die liegen gewissermaßen schon sehr, sehr in den Untergründen. Zu den Engeln stehen die Menschen wenigstens, wenn sie es auch nicht zugeben, in einem gewissen Zusammenhange, denn indem sie sagen: Ich glaube an Gott, — geben sie es in der angedeuteten Weise fälschlich zu. Zu den Engeln wollen sich die Menschen wenigstens in ein Verhältnis setzen. Zu den Erzengeln stehen sie mit ihrem Fühlen und Empfinden, indem sie sich diesem oder jenem Zusammenhange durch ihr Blut oder dergleichen bekennen, in einem heute fälschlichen Zusammenhange. Das führt auf Abwege, die ich, wie gesagt, heute nicht schildern will, nicht schildern kann. Zu ähnlichen Abwegen kommt es mit Bezug auf die Zeitgeister. Aber auch da hängen die Menschen dem einen Zeitgeiste in der Regel an, der sich ihnen gerade als der Geist ihres Zeitalters repräsentiert. Bedenken Sie nur, wie wir versuchen durch die Geisteswissenschaft, diesen egoistischen, diesen zeitegoistischen Darstellungen entgegenzuwirken, indem wir die aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit ihren Eigentümlichkeiten schildern und auf uns wirken lassen, um gewissermaßen unser Herz und unsere Seele auszudehnen über die ganze Erdenentwickelung, ja über die ganze kosmische Entwickelung, um dadurch wenigstens zunächst in den Gedanken eine Beziehung zu bekommen zu den verschiedenen Zeitgeistern. Aber das wollen die Menschen ja heute nicht. Und man müßte vieles schildern von demjenigen, was gestern angedeutet worden ist, wenn man die Abwege schildern würde, auf welche die Menschen durch diesen Egoismus zum Zeitgeiste kommen. Aus einem Dichterwerke habe ich Ihnen ein trübes Bild der unmittelbaren Gegenwart vorführen können, das ganz vortrefflich geschildert ist. Solche Abwege, wie sie da geschildert werden, hängen mit diesem fälschlichen Verhältnis zum Zeitgeiste zusammen. Aber da kommen wir schon, indem wir zu den Abwegen gegenüber dem Zeitgeistekommen, in sehr bedeutsame Gebiete hinein. Wenn der Mensch von seinem Engel, indem er ihn zu «Gott» umtauft, zu dem luziferischen Engel kommt, so ist das eine Verirrung des Glaubens, des Bekenntnisses, der Weltanschauung, eine Verirrung, die gewissermaßen individuell ist. Das Nächste kann eine Verirrung ganzer Völker sein; aber es bleibt immer eine Verirrung gewissermaßen unter den Menschen, und die Folgen, die auftreten, sind eben die Folgen der Verirrungen unter den Menschen. Aber wenn wir zum Zeitgeiste vordringen und dem gegenüber uns verirren, da stoßen wir schon mit unseren Verirrungen an den Kosmos. Und es gibt einen geheimnisvollen Zusammenhang zwischen den Verirrungen gegenüber dem Zeitgeiste und den Anfängen von dem, was der Mensch kosmisch gewissermaßen auf sich lädt. Diesen Zusammenhang sieht man nicht, wenn man überhaupt jeden Aufblick über den Angelos hinauf ablehnt. Dasjenige, was ich jetzt sage, möge jeder so nehmen, wie er es eben nehmen kann. Es wird aus der Geisteswissenschaft heraus gesagt aus tiefgehenden Untersuchungen, aber ich müßte monatelang reden, wenn ich diese Untersuchungen alle in ihren Einzelheiten anführen wollte.
[ 11 ] Noch dunkler sind die Beziehungen des Menschen zu den Archai, zu den Zeitgeistern. Die liegen gewissermaßen schon sehr, sehr in den Untergründen. Zu den Engeln stehen die Menschen wenigstens, wenn sie es auch nicht zugeben, in einem gewissen Zusammenhange, denn indem sie sagen: Ich glaube an Gott, — geben sie es in der angedeuteten Weise fälschlich zu. Zu den Engeln wollen sich die Menschen wenigstens in ein Verhältnis setzen. Zu den Erzengeln stehen sie mit ihrem Fühlen und Empfinden, indem sie sich diesem oder jenem Zusammenhange durch ihr Blut oder dergleichen bekennen, in einem heute fälschlichen Zusammenhange. Das führt auf Abwege, die ich, wie gesagt, heute nicht schildern will, nicht schildern kann. Zu ähnlichen Abwegen kommt es mit Bezug auf die Zeitgeister. Aber auch da hängen die Menschen dem einen Zeitgeiste in der Regel an, der sich ihnen gerade als der Geist ihres Zeitalters repräsentiert. Bedenken Sie nur, wie wir versuchen durch die Geisteswissenschaft, diesen egoistischen, diesen zeitegoistischen Darstellungen entgegenzuwirken, indem wir die aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit ihren Eigentümlichkeiten schildern und auf uns wirken lassen, um gewissermaßen unser Herz und unsere Seele auszudehnen über die ganze Erdenentwickelung, ja über die ganze kosmische Entwickelung, um dadurch wenigstens zunächst in den Gedanken eine Beziehung zu bekommen zu den verschiedenen Zeitgeistern. Aber das wollen die Menschen ja heute nicht. Und man müßte vieles schildern von demjenigen, was gestern angedeutet worden ist, wenn man die Abwege schildern würde, auf welche die Menschen durch diesen Egoismus zum Zeitgeiste kommen. Aus einem Dichterwerke habe ich Ihnen ein trübes Bild der unmittelbaren Gegenwart vorführen können, das ganz vortrefflich geschildert ist. Solche Abwege, wie sie da geschildert werden, hängen mit diesem fälschlichen Verhältnis zum Zeitgeiste zusammen. Aber da kommen wir schon, indem wir zu den Abwegen gegenüber dem Zeitgeistekommen, in sehr bedeutsame Gebiete hinein. Wenn der Mensch von seinem Engel, indem er ihn zu «Gott» umtauft, zu dem luziferischen Engel kommt, so ist das eine Verirrung des Glaubens, des Bekenntnisses, der Weltanschauung, eine Verirrung, die gewissermaßen individuell ist. Das Nächste kann eine Verirrung ganzer Völker sein; aber es bleibt immer eine Verirrung gewissermaßen unter den Menschen, und die Folgen, die auftreten, sind eben die Folgen der Verirrungen unter den Menschen. Aber wenn wir zum Zeitgeiste vordringen und dem gegenüber uns verirren, da stoßen wir schon mit unseren Verirrungen an den Kosmos. Und es gibt einen geheimnisvollen Zusammenhang zwischen den Verirrungen gegenüber dem Zeitgeiste und den Anfängen von dem, was der Mensch kosmisch gewissermaßen auf sich lädt. Diesen Zusammenhang sieht man nicht, wenn man überhaupt jeden Aufblick über den Angelos hinauf ablehnt. Dasjenige, was ich jetzt sage, möge jeder so nehmen, wie er es eben nehmen kann. Es wird aus der Geisteswissenschaft heraus gesagt aus tiefgehenden Untersuchungen, aber ich müßte monatelang reden, wenn ich diese Untersuchungen alle in ihren Einzelheiten anführen wollte.
[ 12 ] Die Verirrungen, die der Mensch dem Zeitgeiste gegenüber begeht, stoßen an die kosmischen Ereignisse, und die kosmischen Ereignisse stoßen zurück. Und die Folge davon, daß ins Menschenleben nun kosmische Ereignisse hereingetragen werden, die Anfänge zunächst von kosmischen Ereignissen, ist Dekadenz, die bis zur Dekadenz des physischen Leibes greift, mit anderen Worten: Krankheiten und Sterblichkeit und alles, was damit zusammenhängt. Und es wird sich vielleicht einmal die Menschheit in gar nicht ferner Zeit überzeugen, daß sie allerdings durch manches, was sie auf dem physischen Plane verrichtet, wenn dieses geeignet ist bis zum Zeitgeist hinauf vorzustoßen, hereinbeschwört in die Erdenentwickelung zerstörende Kräfte, die in ihren Wirkungen bis zu Krankheit und Tod gehen. Wenn Sie sich dann fragen, ob nach den Einsichten, die Sie gewonnen haben, vielleicht manches, was gerade in der neuesten Zeit geschieht, eine Verirrung gegenüber dem Zeitgeiste sein kann, so werden Sie sich selbst die Antwort geben können über tiefgehende Zusammenhänge, die bis in Krankheit und Tod hineingehen, durch die dann ein Ausgleich herbeigeführt werden wird gegenüber mancherlei, was der Mensch an Sünden begeht gegenüber dem Zeitgeiste.
[ 12 ] Die Verirrungen, die der Mensch dem Zeitgeiste gegenüber begeht, stoßen an die kosmischen Ereignisse, und die kosmischen Ereignisse stoßen zurück. Und die Folge davon, daß ins Menschenleben nun kosmische Ereignisse hereingetragen werden, die Anfänge zunächst von kosmischen Ereignissen, ist Dekadenz, die bis zur Dekadenz des physischen Leibes greift, mit anderen Worten: Krankheiten und Sterblichkeit und alles, was damit zusammenhängt. Und es wird sich vielleicht einmal die Menschheit in gar nicht ferner Zeit überzeugen, daß sie allerdings durch manches, was sie auf dem physischen Plane verrichtet, wenn dieses geeignet ist bis zum Zeitgeist hinauf vorzustoßen, hereinbeschwört in die Erdenentwickelung zerstörende Kräfte, die in ihren Wirkungen bis zu Krankheit und Tod gehen. Wenn Sie sich dann fragen, ob nach den Einsichten, die Sie gewonnen haben, vielleicht manches, was gerade in der neuesten Zeit geschieht, eine Verirrung gegenüber dem Zeitgeiste sein kann, so werden Sie sich selbst die Antwort geben können über tiefgehende Zusammenhänge, die bis in Krankheit und Tod hineingehen, durch die dann ein Ausgleich herbeigeführt werden wird gegenüber mancherlei, was der Mensch an Sünden begeht gegenüber dem Zeitgeiste.
[ 13 ] Man kann sehr gut wissen, daß die sehr gescheiten Menschen von heute selbstverständlich nur lachen, wenn man so etwas sagt, wie ich es eben vorgebracht habe. Denn sie wissen aus ihrer naturwissenschaftlichen Weltanschauung heraus, daß es doch, wie sie sagen, ein Unsinn ist zu glauben, das, was ein Mensch tut, was Menschen in ihren Zusammenhängen tun, könnte elementare Ereignisse herbeiführen. Aber die Zeit ist nicht fern, wo die Menschen dies glauben werden, aus dem einfachen Grunde, weil sie es dann sehen werden.
[ 13 ] Man kann sehr gut wissen, daß die sehr gescheiten Menschen von heute selbstverständlich nur lachen, wenn man so etwas sagt, wie ich es eben vorgebracht habe. Denn sie wissen aus ihrer naturwissenschaftlichen Weltanschauung heraus, daß es doch, wie sie sagen, ein Unsinn ist zu glauben, das, was ein Mensch tut, was Menschen in ihren Zusammenhängen tun, könnte elementare Ereignisse herbeiführen. Aber die Zeit ist nicht fern, wo die Menschen dies glauben werden, aus dem einfachen Grunde, weil sie es dann sehen werden.
[ 14 ] Es fehlt unserer Gegenwart zu einer wirklichen Weltanschauung, welche geeignet ist, das Menschenleben zu tragen, der Ernst. Daher ist es eine der ersten Anforderungen an denjenigen, der sich in die Geisteswissenschaft hereinfindet, diesen Ernst der Weltanschauung zu entwickeln und sich wirklich ein wenig zu vertiefen in den Gang der menschlichen Entwickelung. Wir haben es oftmals betont, daß die Erdenentwickelung eigentlich erst Sinn hat durch das Mysterium von Golgatha, und wir haben bis jetzt auch schon mancherlei angeführt, was das Mysterium von Golgatha in einem bedeutungsvollen Lichte zeigt. Aber man muß immer genauer und genauer charakterisieren, wenn man die ganze Bedeutung dieses Mysteriums von Golgatha einsehen will. Es kann heute ein Mensch fragen: Ja, wie kommt denn eigentlich die Menschenseele zu dem Christus? — Und man kann sagen, da Christus selbstverständlich ein höheres Wesen ist als alle Archai, daß der Weg zu Christus gefunden werden muß. Denn auf demjenigen Wege, den die gewöhnlichen Religionsbekenntnisse heute gehen, wird nicht der Christus gefunden, sondern höchstens ein Angelos, wie wir gesehen haben. Im Namen der verschiedenen Angeloi, auch sogar noch mancher Archangeloi, wenn sich statt der fortschreitenden die luziferischen an ihre Stelle gesetzt haben, kann man sich so verhalten, wie sich die Menschen heute verhalten, aber im Namen des Christus kann man das nicht. Denn es ist eine absolute Unmöglichkeit, eine tatsächliche Unmöglichkeit, daß zwei Menschen, die sich feindlich gegenüberstehen, jeder sich zu dem Christus bekenne. Ich meine: Dies einzusehen, ist keine Schwierigkeit, denn es ist sozusagen eine Selbstverständlichkeit. Man kann es unter der Voraussetzung, daß man den Namen spricht: «Christus, Christus» oder «Herr, Herr» — was ja der Christus selbst schon angedeutet hat —, daß man aber nur seinen eigenen Engel meint; aber man kann es nicht, wenn man wirklich von dem Christus spricht. Es kann also die Frage entstehen: Ja, wie kommt denn die Seele überhaupt zu einem Wege zu Christus? — Um über diese Frage sich zu unterrichten, kann man verschiedene Wege einschlagen. Wir wollen heute einen Weg einschlagen, der sich uns auf naturgemäße Weise aus mancherlei Betrachtungen ergibt.
[ 14 ] Es fehlt unserer Gegenwart zu einer wirklichen Weltanschauung, welche geeignet ist, das Menschenleben zu tragen, der Ernst. Daher ist es eine der ersten Anforderungen an denjenigen, der sich in die Geisteswissenschaft hereinfindet, diesen Ernst der Weltanschauung zu entwickeln und sich wirklich ein wenig zu vertiefen in den Gang der menschlichen Entwickelung. Wir haben es oftmals betont, daß die Erdenentwickelung eigentlich erst Sinn hat durch das Mysterium von Golgatha, und wir haben bis jetzt auch schon mancherlei angeführt, was das Mysterium von Golgatha in einem bedeutungsvollen Lichte zeigt. Aber man muß immer genauer und genauer charakterisieren, wenn man die ganze Bedeutung dieses Mysteriums von Golgatha einsehen will. Es kann heute ein Mensch fragen: Ja, wie kommt denn eigentlich die Menschenseele zu dem Christus? — Und man kann sagen, da Christus selbstverständlich ein höheres Wesen ist als alle Archai, daß der Weg zu Christus gefunden werden muß. Denn auf demjenigen Wege, den die gewöhnlichen Religionsbekenntnisse heute gehen, wird nicht der Christus gefunden, sondern höchstens ein Angelos, wie wir gesehen haben. Im Namen der verschiedenen Angeloi, auch sogar noch mancher Archangeloi, wenn sich statt der fortschreitenden die luziferischen an ihre Stelle gesetzt haben, kann man sich so verhalten, wie sich die Menschen heute verhalten, aber im Namen des Christus kann man das nicht. Denn es ist eine absolute Unmöglichkeit, eine tatsächliche Unmöglichkeit, daß zwei Menschen, die sich feindlich gegenüberstehen, jeder sich zu dem Christus bekenne. Ich meine: Dies einzusehen, ist keine Schwierigkeit, denn es ist sozusagen eine Selbstverständlichkeit. Man kann es unter der Voraussetzung, daß man den Namen spricht: «Christus, Christus» oder «Herr, Herr» — was ja der Christus selbst schon angedeutet hat —, daß man aber nur seinen eigenen Engel meint; aber man kann es nicht, wenn man wirklich von dem Christus spricht. Es kann also die Frage entstehen: Ja, wie kommt denn die Seele überhaupt zu einem Wege zu Christus? — Um über diese Frage sich zu unterrichten, kann man verschiedene Wege einschlagen. Wir wollen heute einen Weg einschlagen, der sich uns auf naturgemäße Weise aus mancherlei Betrachtungen ergibt.
[ 15 ] Die Menschen wissen heute ja recht wenig von der Vergangenheit. Vor allen Dingen wissen die Menschen nicht, warum gewisse Dinge überliefert sind. Sie wissen allenfalls noch, daß sie überliefert sind, aber warum sie überliefert sind, das wissen die Menschen heute kaum. Überliefert zum Beispiel — und das kann man ja heute in allen möglichen exoterischen Büchern, namentlich auch in freimaurerischen Büchern lesen —, überliefert ist, daß es Mysterien gegeben hat in alten Zeiten, daß die Mysterien sozusagen eine geheime Einrichtung waren, und daß es in den Mysterien, es hängt das schon mit dem Worte zusammen, Geheimnisse gegeben hat, die wirklich auch im äußeren Sinne Geheimnisse waren. Das heißt: Demjenigen, der den Zugang gefunden hatte zu den Mysterien, dem wurden gewisse Dinge überliefert, welche er verpflichtet war, nur denjenigen Menschen mitzuteilen, welche wiederum mit ihm gemeinschaftlich in diesen Mysterien waren, und es war in diesen alten Zeiten eine strenge Regel, diese Mysterienmitteilungen nicht zu verraten. Diese Regel ist so ausgesprochen, daß es zum Sträflichsten gehört, sagte man, wenn jemand ein Mysteriengeheimnis ausspricht vor einem uneingeweihten Ohr; aber ebenso gehört es zum Sträflichsten, wenn ein Unberufener sich ein Mysteriengeheimnis anhört. Und diese Anschauung, die man gepflogen hatte in den Mysterien, wurde, als die Mysterien im alten Sinne da waren, in strengstem Sinne gehandhabt. Warum war denn das? Warum geschah dieses so?
[ 15 ] Die Menschen wissen heute ja recht wenig von der Vergangenheit. Vor allen Dingen wissen die Menschen nicht, warum gewisse Dinge überliefert sind. Sie wissen allenfalls noch, daß sie überliefert sind, aber warum sie überliefert sind, das wissen die Menschen heute kaum. Überliefert zum Beispiel — und das kann man ja heute in allen möglichen exoterischen Büchern, namentlich auch in freimaurerischen Büchern lesen —, überliefert ist, daß es Mysterien gegeben hat in alten Zeiten, daß die Mysterien sozusagen eine geheime Einrichtung waren, und daß es in den Mysterien, es hängt das schon mit dem Worte zusammen, Geheimnisse gegeben hat, die wirklich auch im äußeren Sinne Geheimnisse waren. Das heißt: Demjenigen, der den Zugang gefunden hatte zu den Mysterien, dem wurden gewisse Dinge überliefert, welche er verpflichtet war, nur denjenigen Menschen mitzuteilen, welche wiederum mit ihm gemeinschaftlich in diesen Mysterien waren, und es war in diesen alten Zeiten eine strenge Regel, diese Mysterienmitteilungen nicht zu verraten. Diese Regel ist so ausgesprochen, daß es zum Sträflichsten gehört, sagte man, wenn jemand ein Mysteriengeheimnis ausspricht vor einem uneingeweihten Ohr; aber ebenso gehört es zum Sträflichsten, wenn ein Unberufener sich ein Mysteriengeheimnis anhört. Und diese Anschauung, die man gepflogen hatte in den Mysterien, wurde, als die Mysterien im alten Sinne da waren, in strengstem Sinne gehandhabt. Warum war denn das? Warum geschah dieses so?
[ 16 ] Sehen Sie, heute wird viel über die Mysterien gesprochen, insbesondere bei denjenigen Leuten, die ein klein wenig glitzern wollen mit dem, was sie über die Mysterien sagen, die allerlei schöne Worte machen wollen. Insbesondere da, wo man, wie es bei der heutigen Freimaurerei vielfach der Fall ist, von diesen Dingen redet mit Worten, ohne auch nur den Willen zu haben, viel zu verstehen, wird recht viel Unfug getrieben, indem man in äußerlicher Weise über diese Dinge, ohne viel zu wissen, herumredet. Man merkt gar nicht, ob über diese Dinge richtig aus der Sache heraus gesprochen wird, oder ob nur mit Worten gesprochen wird. Bei diesen Dingen kann man ja die merkwürdigsten Erfahrungen machen, die ich gar nicht kritisieren, gar nicht abkanzeln will; aber die Sache ist doch zu ernst, als daß sie nicht wenigstens angedeutet werden sollte. Sehen Sie, man kann heute zum Beispiel dieses erfahren: Irgendein Mensch ist Mitglied einer Gemeinschaft, die sich heute mit allerlei Namen «Brüderschaften» nennen, Mysterienbewahrer nennen; ein solcher Mensch — ich erzähle Tatsachen — kommt zu einem, erkundigt.sich gerade über dasjenige, was ihn scheinbar interessiert, das heißt, den Worten nach interessiert; aber er kann nicht viel verstehen davon. Nach einiger Zeit hört man dann, daß er da und dort über die Dinge geredet hat und daß er ziemlich wertloses Zeug geredet hat. Gerade zu ‚denen, die heute verzogen werden, verdorben werden durch gewisse okkulte Brüderschaften, ist es in gewisser Weise fast am allervergeblichsten zu reden; denn auf dasjenige, um was es sich wirklich handelt, gehen sie doch nicht ein. So nur konnte es kommen, daß in der letzten Zeit zum Beispiel ein Buch erschienen ist von einem vielgenannten freigeistigen Redner und Schriftsteller über die Geheimnisse der Freimaurerei, ein Buch, das selbstverständlich nichts anderes enthält als flaches Zeug, und daß dieses flache Zeug von den Leuten, die sogar in okkulten Brüderschaften stehen, ernst genommen wird.
[ 16 ] Sehen Sie, heute wird viel über die Mysterien gesprochen, insbesondere bei denjenigen Leuten, die ein klein wenig glitzern wollen mit dem, was sie über die Mysterien sagen, die allerlei schöne Worte machen wollen. Insbesondere da, wo man, wie es bei der heutigen Freimaurerei vielfach der Fall ist, von diesen Dingen redet mit Worten, ohne auch nur den Willen zu haben, viel zu verstehen, wird recht viel Unfug getrieben, indem man in äußerlicher Weise über diese Dinge, ohne viel zu wissen, herumredet. Man merkt gar nicht, ob über diese Dinge richtig aus der Sache heraus gesprochen wird, oder ob nur mit Worten gesprochen wird. Bei diesen Dingen kann man ja die merkwürdigsten Erfahrungen machen, die ich gar nicht kritisieren, gar nicht abkanzeln will; aber die Sache ist doch zu ernst, als daß sie nicht wenigstens angedeutet werden sollte. Sehen Sie, man kann heute zum Beispiel dieses erfahren: Irgendein Mensch ist Mitglied einer Gemeinschaft, die sich heute mit allerlei Namen «Brüderschaften» nennen, Mysterienbewahrer nennen; ein solcher Mensch — ich erzähle Tatsachen — kommt zu einem, erkundigt.sich gerade über dasjenige, was ihn scheinbar interessiert, das heißt, den Worten nach interessiert; aber er kann nicht viel verstehen davon. Nach einiger Zeit hört man dann, daß er da und dort über die Dinge geredet hat und daß er ziemlich wertloses Zeug geredet hat. Gerade zu ‚denen, die heute verzogen werden, verdorben werden durch gewisse okkulte Brüderschaften, ist es in gewisser Weise fast am allervergeblichsten zu reden; denn auf dasjenige, um was es sich wirklich handelt, gehen sie doch nicht ein. So nur konnte es kommen, daß in der letzten Zeit zum Beispiel ein Buch erschienen ist von einem vielgenannten freigeistigen Redner und Schriftsteller über die Geheimnisse der Freimaurerei, ein Buch, das selbstverständlich nichts anderes enthält als flaches Zeug, und daß dieses flache Zeug von den Leuten, die sogar in okkulten Brüderschaften stehen, ernst genommen wird.
[ 17 ] Nun wollen wir uns heute eine wirkliche Eigenschaft, die aus der Evolution der Menschheit sich ergab für die Mysteriengepflogenheiten, einmal vor die Seele führen. Ich habe es Ihnen ja öfter betont: Die Menschheit hat sich geändert im Laufe der Erdenentwickelung, und ein wichtiger Einschnitt war in der Entwickelung zur Zeit, da der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Will man ein wesentlichstes Merkmal dieser Evolution neben anderen, die wir schon angeführt haben, anführen, so muß man sagen: Wenn wir zurückgehen würden über die griechisch-lateinische Zeit, namentlich wenn wir über das 4. Jahrhundert vor Christus hinauskommen zum 5., 6., 7. Jahrhundert — wir können also sogar schon bleiben in der griechisch-lateinischen Zeit, aber wir würden noch mehr finden, wenn wir in die ägyptisch-chaldäische hinübergingen oder gar in die persische —, so finden wir überall, daß dasjenige, was vom Menschen gesprochen wurde, für die übrigen Menschen eine ganz andere Bedeutung hatte als nachher, zum Beispiel schon im 7.,8. Jahrhundert nach dem Mysterium von Golgatha. Das Wort, das einer zum andern sprach, hatte eine ganz andere Bedeutung in der Zeit, in der noch die alten atavistischen Eigenschaften der Seele vorhanden waren, die sogar zum atavistischen Hellsehen noch führten, als später, als heute. Da hatte das Wort, wenn ich so sagen darf, durch seine eigene innere Kraft eine Art suggestiven Wert, denn es lag in dem Worte viel von ererbter göttlich-geistiger Kraft. Wenn der Mensch sprach, sprach gewissermaßen in seinem Wort immer der Engel mit aus den höheren Hierarchien heraus.
[ 17 ] Nun wollen wir uns heute eine wirkliche Eigenschaft, die aus der Evolution der Menschheit sich ergab für die Mysteriengepflogenheiten, einmal vor die Seele führen. Ich habe es Ihnen ja öfter betont: Die Menschheit hat sich geändert im Laufe der Erdenentwickelung, und ein wichtiger Einschnitt war in der Entwickelung zur Zeit, da der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Will man ein wesentlichstes Merkmal dieser Evolution neben anderen, die wir schon angeführt haben, anführen, so muß man sagen: Wenn wir zurückgehen würden über die griechisch-lateinische Zeit, namentlich wenn wir über das 4. Jahrhundert vor Christus hinauskommen zum 5., 6., 7. Jahrhundert — wir können also sogar schon bleiben in der griechisch-lateinischen Zeit, aber wir würden noch mehr finden, wenn wir in die ägyptisch-chaldäische hinübergingen oder gar in die persische —, so finden wir überall, daß dasjenige, was vom Menschen gesprochen wurde, für die übrigen Menschen eine ganz andere Bedeutung hatte als nachher, zum Beispiel schon im 7.,8. Jahrhundert nach dem Mysterium von Golgatha. Das Wort, das einer zum andern sprach, hatte eine ganz andere Bedeutung in der Zeit, in der noch die alten atavistischen Eigenschaften der Seele vorhanden waren, die sogar zum atavistischen Hellsehen noch führten, als später, als heute. Da hatte das Wort, wenn ich so sagen darf, durch seine eigene innere Kraft eine Art suggestiven Wert, denn es lag in dem Worte viel von ererbter göttlich-geistiger Kraft. Wenn der Mensch sprach, sprach gewissermaßen in seinem Wort immer der Engel mit aus den höheren Hierarchien heraus.
[ 18 ] Sie können sich daraus vorstellen, daß die Mitteilungen in jenen alten Zeiten, die durch Worte erfolgten, etwas ganz anderes waren als heute. Wir haben ja keine Möglichkeit, mit Worten so zu sprechen, auch wenn wir alle diese Geheimnisse kennen, wie in den alten Zeiten gesprochen worden ist, weil wir mit den Worten sprechen müssen durch dasjenige, was durch die Sprache aus den Worten geworden ist. Wir haben ja in den Worten konventionelle Zeichen. Wir können heute nicht mehr zu einem Menschen gehen und mit derselben Kraft, mit der man noch im 3., 4., 5. Jahrhundert vor Christus sprechen konnte, mit den Worten «Dein Engel hat dich lieb», einen leisen Schauer durch die Seele leiten, der Heilkraft war. Man kann das heute nicht mehr, den Worten ist ihr alter suggestiver Wert, ihre Kraft genommen. Es floß menschliche Gemeinsamkeitskraft von Seele zu Seele in alten Zeiten, indem die Menschen miteinander sprachen. So wie wir, wenn wir in einem Saale beisammen sind, die gemeinsame Luft einatmen, so lebte in dem, was die Menschen miteinander sprachen, eine geistige, eine spirituelle Kraft des Gemeinsamen in alten Zeiten. In der fortschreitenden Evolution der Menschheit ist das verlorengegangen. Das Wort ist immer entgöttlichter geworden.
[ 18 ] Sie können sich daraus vorstellen, daß die Mitteilungen in jenen alten Zeiten, die durch Worte erfolgten, etwas ganz anderes waren als heute. Wir haben ja keine Möglichkeit, mit Worten so zu sprechen, auch wenn wir alle diese Geheimnisse kennen, wie in den alten Zeiten gesprochen worden ist, weil wir mit den Worten sprechen müssen durch dasjenige, was durch die Sprache aus den Worten geworden ist. Wir haben ja in den Worten konventionelle Zeichen. Wir können heute nicht mehr zu einem Menschen gehen und mit derselben Kraft, mit der man noch im 3., 4., 5. Jahrhundert vor Christus sprechen konnte, mit den Worten «Dein Engel hat dich lieb», einen leisen Schauer durch die Seele leiten, der Heilkraft war. Man kann das heute nicht mehr, den Worten ist ihr alter suggestiver Wert, ihre Kraft genommen. Es floß menschliche Gemeinsamkeitskraft von Seele zu Seele in alten Zeiten, indem die Menschen miteinander sprachen. So wie wir, wenn wir in einem Saale beisammen sind, die gemeinsame Luft einatmen, so lebte in dem, was die Menschen miteinander sprachen, eine geistige, eine spirituelle Kraft des Gemeinsamen in alten Zeiten. In der fortschreitenden Evolution der Menschheit ist das verlorengegangen. Das Wort ist immer entgöttlichter geworden.
[ 19 ] Wenn Sie sich das vor Augen, vor das geistige Auge führen, dann werden Sie sich auch sagen können, daß es ja nun ganz bestimmte Worte und Wortzusammensetzungen, Wortformeln geben konnte, die eine größere Wirkung hatten als andere Worte, die im allgemeinen gesprochen werden. Und solche Wortformeln, die eine über das Gewöhnliche weit hinausgehende Wirkung hatten, wurden in den Mysterien überliefert. Jetzt können Sie begreifen, daß sie nicht verraten werden durften, weil dadurch, daß der Mensch diese Formeln kannte, ihm eine hohe Macht gegeben war über die anderen Menschen, die nicht mißbraucht werden durfte. Es ist eine absolut reale Wahrheit, daß, wenn der alte hebräische Tempelpriester dasjenige ausgesprochen hat, was man im gewöhnlichen Leben nur «das Wort» nannte, was aber eben eine gewisse Lautzusammensetzung hatte, dann, wenn er es aussprach in der richtigen Weise — weil es in jenen alten Zeiten so war, daß in jener Lautzusammensetzung die Kraft lag —, bei den Menschen, zu denen er sprach, tatsächlich das eintrat, daß um sie eine andere Welt war, geistig, aber diese Geistigkeit war wirklich.
[ 19 ] Wenn Sie sich das vor Augen, vor das geistige Auge führen, dann werden Sie sich auch sagen können, daß es ja nun ganz bestimmte Worte und Wortzusammensetzungen, Wortformeln geben konnte, die eine größere Wirkung hatten als andere Worte, die im allgemeinen gesprochen werden. Und solche Wortformeln, die eine über das Gewöhnliche weit hinausgehende Wirkung hatten, wurden in den Mysterien überliefert. Jetzt können Sie begreifen, daß sie nicht verraten werden durften, weil dadurch, daß der Mensch diese Formeln kannte, ihm eine hohe Macht gegeben war über die anderen Menschen, die nicht mißbraucht werden durfte. Es ist eine absolut reale Wahrheit, daß, wenn der alte hebräische Tempelpriester dasjenige ausgesprochen hat, was man im gewöhnlichen Leben nur «das Wort» nannte, was aber eben eine gewisse Lautzusammensetzung hatte, dann, wenn er es aussprach in der richtigen Weise — weil es in jenen alten Zeiten so war, daß in jener Lautzusammensetzung die Kraft lag —, bei den Menschen, zu denen er sprach, tatsächlich das eintrat, daß um sie eine andere Welt war, geistig, aber diese Geistigkeit war wirklich.
[ 20 ] Und so können Sie es verstehen, daß es nicht nur verbrecherisch war, zu demjenigen, zu dem es nicht sein durfte, die Mysterienformeln zu sprechen, da man dadurch eine Gewalt auf ihn ausübte, die unberechtigt war, sondern daß es auch verpönt war, hinzuhorchen, denn man setzte sich ja der Gefahr aus, sich ganz in die Gewalt des andern zu begeben. Die Dinge sind nicht so abstrakt, wie es heute gewisse Menschen darstellen wollen, sondern die Dinge sind konkret und real, und die Zeiten haben sich geändert, und auf diese Änderung der Zeiten muß man hinhorchen. Seit dem Mysterium von Golgatha haben die Worte diese Bedeutung nicht mehr, denn Sie sehen ja ein: wirkliche Freiheit hätte unter den Menschen nicht entstehen können, wenn die Worte diese Bedeutung beibehalten hätten; denn die Menschen wären immer nur das Ergebnis gewissermaßen der Sprache gewesen in seelischer Beziehung. Die Worte mußten diese innere Kraft verlieren. Aber eine andere Kraft kam herein in die Erdenentwickelung, welche, wenn sie ein richtiges Verhältnis zur Menschheit fand, den Menschen nach und nach wiederum ersetzen konnte das, was früher aus den Worten kam. Die alten Menschen lernten aus ihren Worten denken, und es gab in alten Zeiten keine anderen Gedanken als die, die aus den Worten kamen. Aber nur dann konnte aus den Worten die Kraft der Gedanken kommen, wenn die Worte so waren, wie ich sie geschildert habe. Diese Kraft war in der Folgezeit nicht mehr vorhanden. Aber da kam dasjenige Wesen, welches den Gedanken, wenn sich diese Gedanken erfüllen mit ihm, wiederum diese Kraft geben konnte, dasjenige Wesen, welches sagen konnte: «Ich bin das Wort», — und das ist der Christus. Nur müssen die Menschen erst den Weg finden, den Christus in ihrer Seele lebendig zu machen. Der Christus ist da. Wir wissen, daß er seit dem Mysterium von Golgatha eine reale Kraft ist. Und jetzt, wo wir über das Karma sprechen, wollen wir auch zeigen, wie er sein Verhältnis zum Karma hat, wie der Angelos nur zu dem einen Menschen in Beziehung kommt, der Christus aber eine viel höhere Bedeutung haben kann als die Erzengel, weil er nicht nur die Menschen hier auf der Erde verbindet dem Zeitgeiste nach, sondern weil er verbindet die Lebenden und die Toten, diejenigen Seelen, die hier im Leibe organisiert sind, und die, welche durch die Pforte des Todes gegangen sind. Aber dazu müssen wir noch ein wenig besser verstehen lernen, wie aus dem Geiste unserer Zeit heraus der Christus gefunden werden kann, beziehungsweise wie ein Weg zu dem Christus gefunden werden kann. Denn von dieser Frage sind wir ja gerade ausgegangen: Wie kann der heutige Mensch einen Weg zu dem Christus finden?
[ 20 ] Und so können Sie es verstehen, daß es nicht nur verbrecherisch war, zu demjenigen, zu dem es nicht sein durfte, die Mysterienformeln zu sprechen, da man dadurch eine Gewalt auf ihn ausübte, die unberechtigt war, sondern daß es auch verpönt war, hinzuhorchen, denn man setzte sich ja der Gefahr aus, sich ganz in die Gewalt des andern zu begeben. Die Dinge sind nicht so abstrakt, wie es heute gewisse Menschen darstellen wollen, sondern die Dinge sind konkret und real, und die Zeiten haben sich geändert, und auf diese Änderung der Zeiten muß man hinhorchen. Seit dem Mysterium von Golgatha haben die Worte diese Bedeutung nicht mehr, denn Sie sehen ja ein: wirkliche Freiheit hätte unter den Menschen nicht entstehen können, wenn die Worte diese Bedeutung beibehalten hätten; denn die Menschen wären immer nur das Ergebnis gewissermaßen der Sprache gewesen in seelischer Beziehung. Die Worte mußten diese innere Kraft verlieren. Aber eine andere Kraft kam herein in die Erdenentwickelung, welche, wenn sie ein richtiges Verhältnis zur Menschheit fand, den Menschen nach und nach wiederum ersetzen konnte das, was früher aus den Worten kam. Die alten Menschen lernten aus ihren Worten denken, und es gab in alten Zeiten keine anderen Gedanken als die, die aus den Worten kamen. Aber nur dann konnte aus den Worten die Kraft der Gedanken kommen, wenn die Worte so waren, wie ich sie geschildert habe. Diese Kraft war in der Folgezeit nicht mehr vorhanden. Aber da kam dasjenige Wesen, welches den Gedanken, wenn sich diese Gedanken erfüllen mit ihm, wiederum diese Kraft geben konnte, dasjenige Wesen, welches sagen konnte: «Ich bin das Wort», — und das ist der Christus. Nur müssen die Menschen erst den Weg finden, den Christus in ihrer Seele lebendig zu machen. Der Christus ist da. Wir wissen, daß er seit dem Mysterium von Golgatha eine reale Kraft ist. Und jetzt, wo wir über das Karma sprechen, wollen wir auch zeigen, wie er sein Verhältnis zum Karma hat, wie der Angelos nur zu dem einen Menschen in Beziehung kommt, der Christus aber eine viel höhere Bedeutung haben kann als die Erzengel, weil er nicht nur die Menschen hier auf der Erde verbindet dem Zeitgeiste nach, sondern weil er verbindet die Lebenden und die Toten, diejenigen Seelen, die hier im Leibe organisiert sind, und die, welche durch die Pforte des Todes gegangen sind. Aber dazu müssen wir noch ein wenig besser verstehen lernen, wie aus dem Geiste unserer Zeit heraus der Christus gefunden werden kann, beziehungsweise wie ein Weg zu dem Christus gefunden werden kann. Denn von dieser Frage sind wir ja gerade ausgegangen: Wie kann der heutige Mensch einen Weg zu dem Christus finden?
[ 21 ] Vor allen Dingen ist notwendig, daß der Mensch wiederum hinauskommt über das egoistische Nur-in-seiner-Seele-Leben. Denn ein wahres Wort — oh, es werden so viele Worte, die in den Evangelien stehen, nicht ihrer Wahrheit nach genommen, weil sie den Menschen nicht passen! —, ein wahres Wort der Evangelien ist: «Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» — Der Geist der eitlen Mystik, der da sagt: Ich werde in meiner Seele den Christus gebären, — der ist nicht der Geist des Christentums, sondern der Geist, der da spricht: «Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» — Aber um den ganzen Geist dieses Spruches Ihnen auch im Zusammenhange mit den wiederholten Erdenleben, wie wir das bei den jetzigen Betrachtungen wollen, auseinanderzusetzen und für unsere Zeit ihn zu charakterisieren im Zusammenhange mit dem ganzen Leben, in das der Mensch heute durch seinen Beruf hineingestellt ist, dazu muß ich auf einiges Charakteristische gerade in unserer Zeit eingehen; denn es ist notwendig, daß man kennen lerne das Hinauskommen über das egoistische Beschränktsein im Menschen. Hinauskommen muß man im Sinne unserer Zeit schon durchaus dadurch, daß man auch wiederum den Kosmos kennenlernt, mit dem der Mensch ja in Beziehung steht und aus dem der Mensch geboren ist, daß man lernt, den Kosmos im Verhältnis zum Menschen denken zu können.
[ 21 ] Vor allen Dingen ist notwendig, daß der Mensch wiederum hinauskommt über das egoistische Nur-in-seiner-Seele-Leben. Denn ein wahres Wort — oh, es werden so viele Worte, die in den Evangelien stehen, nicht ihrer Wahrheit nach genommen, weil sie den Menschen nicht passen! —, ein wahres Wort der Evangelien ist: «Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» — Der Geist der eitlen Mystik, der da sagt: Ich werde in meiner Seele den Christus gebären, — der ist nicht der Geist des Christentums, sondern der Geist, der da spricht: «Wo zwei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» — Aber um den ganzen Geist dieses Spruches Ihnen auch im Zusammenhange mit den wiederholten Erdenleben, wie wir das bei den jetzigen Betrachtungen wollen, auseinanderzusetzen und für unsere Zeit ihn zu charakterisieren im Zusammenhange mit dem ganzen Leben, in das der Mensch heute durch seinen Beruf hineingestellt ist, dazu muß ich auf einiges Charakteristische gerade in unserer Zeit eingehen; denn es ist notwendig, daß man kennen lerne das Hinauskommen über das egoistische Beschränktsein im Menschen. Hinauskommen muß man im Sinne unserer Zeit schon durchaus dadurch, daß man auch wiederum den Kosmos kennenlernt, mit dem der Mensch ja in Beziehung steht und aus dem der Mensch geboren ist, daß man lernt, den Kosmos im Verhältnis zum Menschen denken zu können.
[ 22 ] Glauben Sie denn, daß die Naturwissenschaft heute den Kosmos im Verhältnis zum Menschen denken kann? Erinnern Sie sich an den Ausspruch, den ich auch in öffentlichen Vorträgen zitiert habe, von Herman Grimm: Die Naturwissenschaft denkt eine Art Mechanismus, in dem der Mensch gar nicht drinnen sein kann. — Den Menschen im Verhältnis zum Kosmos kann heute die naturwissenschaftliche Weltanschauung nicht denken, denn um das zu können, muß man die Dinge erst konkret anschauen. Heute konstruiert einer eine Maschine; das tut er eben und glaubt, indem er diese Maschine konstruiert, da geschieht in der Tat nichts, als daß er diese Maschine konstruiert, beziehungsweise noch das, was durch diese Maschine geschieht. Aber einem solchen Glauben sich hinzugeben, hieße begründen das, was heute so allgemein verbreitet ist, was man nennen kann: negativen Aberglauben. Aberglaube ist der Glaube an Geister, wo keine sind; aber man kann auch nicht an Geister glauben, wo welche sind: das ist der negative Aberglaube. Diesem negativen Aberglauben, dem gibt sich heute die Menschheit in Hülle und Fülle hin, ohne daß sie es zunächst noch weiß, weil man sich noch nicht gewöhnt hat, die Dinge, welche in der Menschheitsentwickelung auftreten und die man heute nur unter dem Gesichtspunkte des Mechanismus denkt, diese Dinge auch im ganzen Weltenzusammenhange drinnen unter einem moralischen Gesichtswinkel zu denken.
[ 22 ] Glauben Sie denn, daß die Naturwissenschaft heute den Kosmos im Verhältnis zum Menschen denken kann? Erinnern Sie sich an den Ausspruch, den ich auch in öffentlichen Vorträgen zitiert habe, von Herman Grimm: Die Naturwissenschaft denkt eine Art Mechanismus, in dem der Mensch gar nicht drinnen sein kann. — Den Menschen im Verhältnis zum Kosmos kann heute die naturwissenschaftliche Weltanschauung nicht denken, denn um das zu können, muß man die Dinge erst konkret anschauen. Heute konstruiert einer eine Maschine; das tut er eben und glaubt, indem er diese Maschine konstruiert, da geschieht in der Tat nichts, als daß er diese Maschine konstruiert, beziehungsweise noch das, was durch diese Maschine geschieht. Aber einem solchen Glauben sich hinzugeben, hieße begründen das, was heute so allgemein verbreitet ist, was man nennen kann: negativen Aberglauben. Aberglaube ist der Glaube an Geister, wo keine sind; aber man kann auch nicht an Geister glauben, wo welche sind: das ist der negative Aberglaube. Diesem negativen Aberglauben, dem gibt sich heute die Menschheit in Hülle und Fülle hin, ohne daß sie es zunächst noch weiß, weil man sich noch nicht gewöhnt hat, die Dinge, welche in der Menschheitsentwickelung auftreten und die man heute nur unter dem Gesichtspunkte des Mechanismus denkt, diese Dinge auch im ganzen Weltenzusammenhange drinnen unter einem moralischen Gesichtswinkel zu denken.
[ 23 ] Greifen wir eines heraus, aber eines, das zunächst charakteristisch ist für unsere Zeit, ähnlich ist vielem anderen, das heute in vieler Beziehung unser äußeres Leben beherrscht: die Dampfmaschine. Was spielt heute die Dampfmaschine für eine Rolle! Was ist alles in unserem Leben von der Dampfmaschine beherrscht! Denken Sie nur einmal nach, was alles nicht da wäre, wenn die Dampfmaschine nicht da wäre. Ich will nicht sagen, daß alles das, was der Mensch heute hat, durch die Dampfmaschine hervorgebracht sein müsse, aber es wird eben heute im Sinne des richtigen Zeitgeistes viel von der Dampfmaschine hervorgebracht.
[ 23 ] Greifen wir eines heraus, aber eines, das zunächst charakteristisch ist für unsere Zeit, ähnlich ist vielem anderen, das heute in vieler Beziehung unser äußeres Leben beherrscht: die Dampfmaschine. Was spielt heute die Dampfmaschine für eine Rolle! Was ist alles in unserem Leben von der Dampfmaschine beherrscht! Denken Sie nur einmal nach, was alles nicht da wäre, wenn die Dampfmaschine nicht da wäre. Ich will nicht sagen, daß alles das, was der Mensch heute hat, durch die Dampfmaschine hervorgebracht sein müsse, aber es wird eben heute im Sinne des richtigen Zeitgeistes viel von der Dampfmaschine hervorgebracht.
[ 24 ] So richtig ist die Dampfmaschine doch eigentlich erst im 18. Jahrhundert erfunden worden, denn was vorher vorhanden war, waren im Grunde genommen nur noch nicht verwertbare Versuche. Dasjenige also, was heute ganz allgemein ist, was heute eine ungeheure Bedeutung hat, das ist die Dampfmaschine, die, man kann sagen, zuerst brauchbar geworden ist — die früheren Versuche sind erst brauchbar gemacht worden — 1719 von Newcomen, und dann später, 1762, von Watt. Eigentlich kann man erst von den beiden sprechen als von Urhebern der Dampfmaschine, wenigstens in dem Umfange, in dem man heute von Dampfmaschinen spricht und allem, was damit zusammenhängt.
[ 24 ] So richtig ist die Dampfmaschine doch eigentlich erst im 18. Jahrhundert erfunden worden, denn was vorher vorhanden war, waren im Grunde genommen nur noch nicht verwertbare Versuche. Dasjenige also, was heute ganz allgemein ist, was heute eine ungeheure Bedeutung hat, das ist die Dampfmaschine, die, man kann sagen, zuerst brauchbar geworden ist — die früheren Versuche sind erst brauchbar gemacht worden — 1719 von Newcomen, und dann später, 1762, von Watt. Eigentlich kann man erst von den beiden sprechen als von Urhebern der Dampfmaschine, wenigstens in dem Umfange, in dem man heute von Dampfmaschinen spricht und allem, was damit zusammenhängt.
[ 25 ] Nun, worauf beruht denn überhaupt diese Möglichkeit, Dampfmaschinen zu haben, die gar noch nicht so sehr alt ist? Worauf beruht denn diese eigentlich? Sehen Sie, 1769 — ich werde jetzt für jeden naturwissenschaftlich Denkenden etwas furchtbar Kurioses sagen —, da Watt die Dampfmaschine sozusagen erst auf die richtige Höhe gebracht hat, das ist das Jahr, das gar nicht fern liegt der Konzeption von Goethes «Faust». Vielleicht können sich für unsere Betrachtungen noch sonderbare Zusammenhänge ergeben zwischen dieser Dampfmaschine und der Konzeption von Goethes «Faust», obwohl diese Dinge sehr weit auseinanderliegen. Dazu müssen wir aber erst einmal uns mancherlei, was mit dem Eintreten der Dampfmaschine in die menschliche Evolution zusammenhängt, vor die Seele führen. Worauf beruht denn die Dampfmaschine eigentlich? Die Dampfmaschine beruht eigentlich darauf, daß man luftleeren oder luftverdünnten Raum herstellen kann. Alle Möglichkeit, Dampfmaschinen zu machen, beruht darin, luftleeren Raum herzustellen und nutzbringend zu verwenden. In alten Zeiten, die jetzt schon sehr lang vergangen sind, sprach man vom Horror vacui, von der Furcht vor dem Leeren. Man meinte damit etwas Objektives. Man meinte damit, daß der Raum immer mit etwas erfüllt sein will, daß etwas Leeres eigentlich nicht hergestellt werden könne, daß die Natur eine Art Horror habe vor dem Leeren. Es mußte in der Menschheit erst der Glaube an den Horror vacui verschwinden, und es mußte erst die Möglichkeit hergestellt werden, luftverdünnten, annähernd luftleeren Raum zu erzeugen, bevor man an Dampfmaschinen ging. Die Luft mußte fortgeschafft werden aus gewissen Räumen. Durch mechanische Betrachtung wird man nicht dazu kommen, gewissermaßen eine neue kosmische, moralische Vorstellung zu gewinnen gegenüber der alten kosmischen, moralischen Vorstellung von dem Horror vacui. Aber was geschieht denn da eigentlich, wenn wir einen luftleeren oder luftverdünnten Raum herstellen mit der Absicht, dasjenige, was dadurch geschieht, in den Dienst der menschlichen Erdenentwickelung zu stellen?
[ 25 ] Nun, worauf beruht denn überhaupt diese Möglichkeit, Dampfmaschinen zu haben, die gar noch nicht so sehr alt ist? Worauf beruht denn diese eigentlich? Sehen Sie, 1769 — ich werde jetzt für jeden naturwissenschaftlich Denkenden etwas furchtbar Kurioses sagen —, da Watt die Dampfmaschine sozusagen erst auf die richtige Höhe gebracht hat, das ist das Jahr, das gar nicht fern liegt der Konzeption von Goethes «Faust». Vielleicht können sich für unsere Betrachtungen noch sonderbare Zusammenhänge ergeben zwischen dieser Dampfmaschine und der Konzeption von Goethes «Faust», obwohl diese Dinge sehr weit auseinanderliegen. Dazu müssen wir aber erst einmal uns mancherlei, was mit dem Eintreten der Dampfmaschine in die menschliche Evolution zusammenhängt, vor die Seele führen. Worauf beruht denn die Dampfmaschine eigentlich? Die Dampfmaschine beruht eigentlich darauf, daß man luftleeren oder luftverdünnten Raum herstellen kann. Alle Möglichkeit, Dampfmaschinen zu machen, beruht darin, luftleeren Raum herzustellen und nutzbringend zu verwenden. In alten Zeiten, die jetzt schon sehr lang vergangen sind, sprach man vom Horror vacui, von der Furcht vor dem Leeren. Man meinte damit etwas Objektives. Man meinte damit, daß der Raum immer mit etwas erfüllt sein will, daß etwas Leeres eigentlich nicht hergestellt werden könne, daß die Natur eine Art Horror habe vor dem Leeren. Es mußte in der Menschheit erst der Glaube an den Horror vacui verschwinden, und es mußte erst die Möglichkeit hergestellt werden, luftverdünnten, annähernd luftleeren Raum zu erzeugen, bevor man an Dampfmaschinen ging. Die Luft mußte fortgeschafft werden aus gewissen Räumen. Durch mechanische Betrachtung wird man nicht dazu kommen, gewissermaßen eine neue kosmische, moralische Vorstellung zu gewinnen gegenüber der alten kosmischen, moralischen Vorstellung von dem Horror vacui. Aber was geschieht denn da eigentlich, wenn wir einen luftleeren oder luftverdünnten Raum herstellen mit der Absicht, dasjenige, was dadurch geschieht, in den Dienst der menschlichen Erdenentwickelung zu stellen?
[ 26 ] Die biblische Urkunde sagt, daß Jahve dem Menschen den lebendigen Odem eingeblasen hat, die Luft, und dadurch wurde er eine lebendige Seele. Die Luft mußte in den Menschen hereingeschaffen werden, damit der Mensch dasjenige werden konnte, was er als Erdenmensch werden soll. Durch viele Jahrhunderte, ja durch Jahrtausende hat der Mensch nur dasjenige an Luftverdünnung und -verdichtung benützt, was sich von selber ergab im kosmischen Zusammenhange. Dann kam die neuere Zeit. Da ging der Mensch daran, die Luft selber zu verdünnen, wegzuschaffen das, was Jahve hereingeschaffen hat, im Gegensinn zu dem zu wirken, wie Jahve wirken kann, indem er den Menschen in die Erde hereingestellt hat. Was geschieht denn also eigentlich, indem der Mensch den luftverdünnten Raum benützt, das heißt, die Luft fortjagt von dem Raume? Es geschieht Opposition gegen Jahve. Sie können sich jetzt leicht denken: Während Jahve in den Menschen hereinströmt durch die Luft, verjagt der Mensch den Jahve, wenn er den luftverdünnten Raum herstellt! Ahriman gewinnt die Möglichkeit, bis in die Physis herein sich als Dämon festzusetzen, indem auf diese Weise die Dampfmaschine konstruiert wird. Wenn man die Dampfmaschine konstruiert, gibt man Gelegenheit zur Verkörperung der Dämonen, Man braucht ja nicht an sie zu glauben, wenn man nicht will: das ist negativer Aberglaube, Positiver Aberglaube ist, Geister zu sehen dort, wo keine sind; negativer Aberglaube aber ist, Geister zu leugnen da, wo sie sind. In den Dampfmaschinen aber sind ahrimanische Dämonen wirklich sogar bis zum physischen Körper gebracht. Das heißt: Während der Kosmos mit seinem Geistigen heruntergestiegen ist durch das, was der menschlichen Evolution eingegossen worden ist, wird verjagt der Geist des Kosmos mit demjenigen, was da an Dämonen geschaffen wird. Das heißt: Der neuere große, bewundernswerte Fortschritt hat nicht nur eine Dämonologie gebracht, sondern eine Dämonomagie, und die moderne Technik ist vielfach Dämonomagie.
[ 26 ] Die biblische Urkunde sagt, daß Jahve dem Menschen den lebendigen Odem eingeblasen hat, die Luft, und dadurch wurde er eine lebendige Seele. Die Luft mußte in den Menschen hereingeschaffen werden, damit der Mensch dasjenige werden konnte, was er als Erdenmensch werden soll. Durch viele Jahrhunderte, ja durch Jahrtausende hat der Mensch nur dasjenige an Luftverdünnung und -verdichtung benützt, was sich von selber ergab im kosmischen Zusammenhange. Dann kam die neuere Zeit. Da ging der Mensch daran, die Luft selber zu verdünnen, wegzuschaffen das, was Jahve hereingeschaffen hat, im Gegensinn zu dem zu wirken, wie Jahve wirken kann, indem er den Menschen in die Erde hereingestellt hat. Was geschieht denn also eigentlich, indem der Mensch den luftverdünnten Raum benützt, das heißt, die Luft fortjagt von dem Raume? Es geschieht Opposition gegen Jahve. Sie können sich jetzt leicht denken: Während Jahve in den Menschen hereinströmt durch die Luft, verjagt der Mensch den Jahve, wenn er den luftverdünnten Raum herstellt! Ahriman gewinnt die Möglichkeit, bis in die Physis herein sich als Dämon festzusetzen, indem auf diese Weise die Dampfmaschine konstruiert wird. Wenn man die Dampfmaschine konstruiert, gibt man Gelegenheit zur Verkörperung der Dämonen, Man braucht ja nicht an sie zu glauben, wenn man nicht will: das ist negativer Aberglaube, Positiver Aberglaube ist, Geister zu sehen dort, wo keine sind; negativer Aberglaube aber ist, Geister zu leugnen da, wo sie sind. In den Dampfmaschinen aber sind ahrimanische Dämonen wirklich sogar bis zum physischen Körper gebracht. Das heißt: Während der Kosmos mit seinem Geistigen heruntergestiegen ist durch das, was der menschlichen Evolution eingegossen worden ist, wird verjagt der Geist des Kosmos mit demjenigen, was da an Dämonen geschaffen wird. Das heißt: Der neuere große, bewundernswerte Fortschritt hat nicht nur eine Dämonologie gebracht, sondern eine Dämonomagie, und die moderne Technik ist vielfach Dämonomagie.
[ 27 ] Manche Dinge — ich sage jetzt wieder etwas Paradoxes — zeigen sich an, wenn man das, was die Menschen zumeist für etwas höchst Unbedeutendes halten, richtig lesen kann. Schließlich, sehen Sie (es wird ein i an die Tafel gezeichnet), ist das (i ohne Punkt) ja auch der Materie nach die Hauptsache, aber das Pünktchen macht es doch erst zum i. Und vergleichen Sie, wie viel weniger das — man nennt es ein Tüpfelchen — enthält als der übrige Teil, und doch erst macht es jenes Pünktchen zum i. Derjenige, der in der Menschheitsevolution nur an dem Materiellen hängt, wird auch im Materiellen manchmal nur dasjenige, was natürlich hundertmal mehr enthält als das Tüpfelchen, sehen und das Tüpfelchen gar nicht. Aber ein intimer Beobachter, der nicht nur die Erscheinungen anglotzt, sondern sie lesen kann, der wird manches, wo sich zuweilen etwas intim andeutet, eben in der richtigen Weise zu deuten lernen. Eine merkwürdige Tatsache: Lesen Sie einmal eine Biographie von James Watt nach, so werden Sie diese Tatsache, auf die ich jetzt in einer. für jeden modernen, gescheiten Menschen geradezu verrückten Weise hindeuten werde, angedeutet finden, aber die Deutung müssen Sie selbstverständlich erst selber verstehen. Watt konnte nicht gleich ausführen, was er beabsichtigte mit seiner Erfindung, mit seiner Dampfmaschine. Sie sehen ja: die Sache spielt von 1712 bis 1769. Wenn einer einmal eine Erfindung macht, so machen sie ihm viele nach, immer wieder und wiederum, nicht wahr. Da ist vieles konstruiert worden zwischen diesen Jahren. Und als Watt durch andere Eigenschaften seine Maschine brauchbar konstruiert hatte, da hatte er eine Einrichtung darauf, für die schon ein anderer ein Patent hatte, und da konnte er sie nicht ausführen, weil ein anderer schon ein Patent hatte, und er mußte auf etwas anderes sinnen. Und da fand er denn auf eine merkwürdige Weise das, auf was er nun zu sinnen hatte. Er lebte ja in dem Zeitalter, in dem man schon längst die Kopernikanische Weltanschauung hatte, die ich Ihnen charakterisiert habe als etwas, was ja auch nur unserem Zeitgeiste entspricht; er lebte in der Zeit, in der man die Kopernikanische Weltanschauung schon lange hatte. Und wirklich, er kam darauf, sich seinen ganzen Zusammenhang, den Bewegungsapparat so zu konstruieren, daß er diesen Zusammenhang nennen konnte: Sonnen- und Planetenbewegung. Sonnen- und Planetenbewegung nannte er es deshalb, weil er wirklich dadurch geführt wurde, wie man sich vorstellt im Kopernikanischen System die Planetenumschwünge um die Sonne. Er hat wirklich heruntergeholt und in die Dampfmaschine hineingeheimnißt das, was man erkannt hatte in neuerer Zeit als Himmelsbewegung!
[ 27 ] Manche Dinge — ich sage jetzt wieder etwas Paradoxes — zeigen sich an, wenn man das, was die Menschen zumeist für etwas höchst Unbedeutendes halten, richtig lesen kann. Schließlich, sehen Sie (es wird ein i an die Tafel gezeichnet), ist das (i ohne Punkt) ja auch der Materie nach die Hauptsache, aber das Pünktchen macht es doch erst zum i. Und vergleichen Sie, wie viel weniger das — man nennt es ein Tüpfelchen — enthält als der übrige Teil, und doch erst macht es jenes Pünktchen zum i. Derjenige, der in der Menschheitsevolution nur an dem Materiellen hängt, wird auch im Materiellen manchmal nur dasjenige, was natürlich hundertmal mehr enthält als das Tüpfelchen, sehen und das Tüpfelchen gar nicht. Aber ein intimer Beobachter, der nicht nur die Erscheinungen anglotzt, sondern sie lesen kann, der wird manches, wo sich zuweilen etwas intim andeutet, eben in der richtigen Weise zu deuten lernen. Eine merkwürdige Tatsache: Lesen Sie einmal eine Biographie von James Watt nach, so werden Sie diese Tatsache, auf die ich jetzt in einer. für jeden modernen, gescheiten Menschen geradezu verrückten Weise hindeuten werde, angedeutet finden, aber die Deutung müssen Sie selbstverständlich erst selber verstehen. Watt konnte nicht gleich ausführen, was er beabsichtigte mit seiner Erfindung, mit seiner Dampfmaschine. Sie sehen ja: die Sache spielt von 1712 bis 1769. Wenn einer einmal eine Erfindung macht, so machen sie ihm viele nach, immer wieder und wiederum, nicht wahr. Da ist vieles konstruiert worden zwischen diesen Jahren. Und als Watt durch andere Eigenschaften seine Maschine brauchbar konstruiert hatte, da hatte er eine Einrichtung darauf, für die schon ein anderer ein Patent hatte, und da konnte er sie nicht ausführen, weil ein anderer schon ein Patent hatte, und er mußte auf etwas anderes sinnen. Und da fand er denn auf eine merkwürdige Weise das, auf was er nun zu sinnen hatte. Er lebte ja in dem Zeitalter, in dem man schon längst die Kopernikanische Weltanschauung hatte, die ich Ihnen charakterisiert habe als etwas, was ja auch nur unserem Zeitgeiste entspricht; er lebte in der Zeit, in der man die Kopernikanische Weltanschauung schon lange hatte. Und wirklich, er kam darauf, sich seinen ganzen Zusammenhang, den Bewegungsapparat so zu konstruieren, daß er diesen Zusammenhang nennen konnte: Sonnen- und Planetenbewegung. Sonnen- und Planetenbewegung nannte er es deshalb, weil er wirklich dadurch geführt wurde, wie man sich vorstellt im Kopernikanischen System die Planetenumschwünge um die Sonne. Er hat wirklich heruntergeholt und in die Dampfmaschine hineingeheimnißt das, was man erkannt hatte in neuerer Zeit als Himmelsbewegung!
[ 28 ] Nun denken Sie an dasjenige, was ich Ihnen neulich ausgeführt habe, das geschehen wird, aber erst im Anfange ist: daß feine Vibrationen, sich summieren und große Wirkungen erzielen werden. Auf der Erde ist es noch nicht erreicht, Gott sei Dank! Aber ein Anfang liegt da drinnen: die Sonnen- und Planetenbewegung ist nachgeahmt. Glauben Sie, daß nun, nachdem die Sonnen- und Planetenbewegung die große Bedeutung für unsere Erde hat, wenn sie hereinstrahlt, es keine Bedeutung hat, wenn wir sie hier im Kleinen nachmachen und wiederum hinausstrahlen lassen in den Weltenraum? Dasjenige, was da geschieht, hat eine große Bedeutung für den Kosmos. Da sehen Sie direkt, wie dem Dämon auch noch die Schwingungen hinzugefügt werden, durch die er seine Tätigkeit in den kosmischen Raum hinaus entfalten kann. Natürlich darf nun niemand glauben, daß so etwas, wie ich es jetzt gesagt habe, bedeuten solle, man solle die Dampfmaschine abschaffen. Man müßte vieles abschaffen, denn die Dampfmaschinen sind nicht einmal das Dämonischste. Überall da, wo Elektrizität angewendet wird und manches andere noch, da ist viel mehr Dämonomagie, weil es noch mit ganz anderen Kräften wirtschaftet, die eine noch andere Bedeutung haben für den Kosmos. Selbstverständlich wird derjenige, der Geisteswissenschaft versteht, sich klar sein darüber, daß diese Dinge nicht abgeschafft werden sollen, daß wir nicht reaktionär oder konservativ sein können in dem Sinne, daß wir uns auflehnen gegen den Fortschritt. Oh, die Dämonomagie bedeutet den Fortschritt, und die Erde wird immer mehr und mehr solche Fortschritte machen! Man wird es noch dazu bringen, daß man große, große Wirkungen hinaus in das Weltenall entwickeln wird. Nicht ums Abschaffen handelt es sich, auch nicht ums Abkritisieren, denn selbstverständlich sind die Dinge berechtigt. Aber darum handelt es sich, daß, nachdem auf der einen Seite diese Dinge auftreten müssen im Menschheitsfortschritt, auf der anderen Seite Gegenkräfte geschaffen werden müssen, die den Ausgleich wiederum herbeiführen. Gegenkräfte müssen geschaffen werden. Diese Gegenkräfte, die den Ausgleich herbeiführen, können nur geschaffen werden, wenn die Menschheit wiederum das Christus-Prinzip verstehen wird, wenn die Menschheit den Weg finden wird zu dem Christus. Eine Weile ist die Menschheit abgeführt worden von dem Christus. Selbst diejenigen, die sich offiziell Vertreter des Christus nennen, suchen nur statt des Christus einen Angelos. Aber es wird der Weg gefunden werden müssen, den die Seele machen muß zu Christus. Denn geradeso, wie wir durch die Dämonen der Maschinen zu den physischen Sternen wirken in den Kosmos hinaus, so müssen wir den Weg finden geistig in die Welten hinein, in denen der Mensch ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in denen die Wesen der höheren Hierarchien sind. Und das, was ich jetzt andeute, das hängt zusammen mit dem, was ich schon ausgeführt habe: wie die Menschen hineinkommen immer mehr und mehr in ein Berufskarma auf der einen Seite, so wie ich es geschildert habe, und wie auf der anderen Seite diesem Berufskarma entgegenwirken muß das Verständnis für die geistige Welt, welches auch wiederum anbahnen kann das Finden eines Weges zu dem Christus.
[ 28 ] Nun denken Sie an dasjenige, was ich Ihnen neulich ausgeführt habe, das geschehen wird, aber erst im Anfange ist: daß feine Vibrationen, sich summieren und große Wirkungen erzielen werden. Auf der Erde ist es noch nicht erreicht, Gott sei Dank! Aber ein Anfang liegt da drinnen: die Sonnen- und Planetenbewegung ist nachgeahmt. Glauben Sie, daß nun, nachdem die Sonnen- und Planetenbewegung die große Bedeutung für unsere Erde hat, wenn sie hereinstrahlt, es keine Bedeutung hat, wenn wir sie hier im Kleinen nachmachen und wiederum hinausstrahlen lassen in den Weltenraum? Dasjenige, was da geschieht, hat eine große Bedeutung für den Kosmos. Da sehen Sie direkt, wie dem Dämon auch noch die Schwingungen hinzugefügt werden, durch die er seine Tätigkeit in den kosmischen Raum hinaus entfalten kann. Natürlich darf nun niemand glauben, daß so etwas, wie ich es jetzt gesagt habe, bedeuten solle, man solle die Dampfmaschine abschaffen. Man müßte vieles abschaffen, denn die Dampfmaschinen sind nicht einmal das Dämonischste. Überall da, wo Elektrizität angewendet wird und manches andere noch, da ist viel mehr Dämonomagie, weil es noch mit ganz anderen Kräften wirtschaftet, die eine noch andere Bedeutung haben für den Kosmos. Selbstverständlich wird derjenige, der Geisteswissenschaft versteht, sich klar sein darüber, daß diese Dinge nicht abgeschafft werden sollen, daß wir nicht reaktionär oder konservativ sein können in dem Sinne, daß wir uns auflehnen gegen den Fortschritt. Oh, die Dämonomagie bedeutet den Fortschritt, und die Erde wird immer mehr und mehr solche Fortschritte machen! Man wird es noch dazu bringen, daß man große, große Wirkungen hinaus in das Weltenall entwickeln wird. Nicht ums Abschaffen handelt es sich, auch nicht ums Abkritisieren, denn selbstverständlich sind die Dinge berechtigt. Aber darum handelt es sich, daß, nachdem auf der einen Seite diese Dinge auftreten müssen im Menschheitsfortschritt, auf der anderen Seite Gegenkräfte geschaffen werden müssen, die den Ausgleich wiederum herbeiführen. Gegenkräfte müssen geschaffen werden. Diese Gegenkräfte, die den Ausgleich herbeiführen, können nur geschaffen werden, wenn die Menschheit wiederum das Christus-Prinzip verstehen wird, wenn die Menschheit den Weg finden wird zu dem Christus. Eine Weile ist die Menschheit abgeführt worden von dem Christus. Selbst diejenigen, die sich offiziell Vertreter des Christus nennen, suchen nur statt des Christus einen Angelos. Aber es wird der Weg gefunden werden müssen, den die Seele machen muß zu Christus. Denn geradeso, wie wir durch die Dämonen der Maschinen zu den physischen Sternen wirken in den Kosmos hinaus, so müssen wir den Weg finden geistig in die Welten hinein, in denen der Mensch ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in denen die Wesen der höheren Hierarchien sind. Und das, was ich jetzt andeute, das hängt zusammen mit dem, was ich schon ausgeführt habe: wie die Menschen hineinkommen immer mehr und mehr in ein Berufskarma auf der einen Seite, so wie ich es geschildert habe, und wie auf der anderen Seite diesem Berufskarma entgegenwirken muß das Verständnis für die geistige Welt, welches auch wiederum anbahnen kann das Finden eines Weges zu dem Christus.
[ 29 ] Über diese Dinge wollen wir dann morgen weiter sprechen.
[ 29 ] Über diese Dinge wollen wir dann morgen weiter sprechen.
