Central Europe between East and West
GA 174a
13 September 1914, Munich
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Central Europe between East and West, tr. SOL
Erster Vortrag
First Lecture
[ 1 ] Es ist zu meiner tiefen Befriedigung, daß es das Karma so gebracht hat, daß wir an diesem Abend zusammensein und einige Worte sprechen können in dieser ernsten Zeit. Vor allem aber wollen wir in diesem Augenblick gedenken derer, die draußen stehen, ihren Mut, ihr Leben, ihr Blut zum Opfer bringen für die Aufgaben, die diese ganz außerordentliche Zeit an den Menschen stellt. Unsere liebenden, um Hilfe bittenden Gedanken wollen wir richten an diejenigen in erster Linie, die mit uns oftmals zusammengesessen haben in unseren gemeinsamen Betrachtungen und die jetzt draußen stehen und in unmittelbarer Weise teilzunehmen haben an den großen Ereignissen, die jetzt da sind, Völker- und Menschenkarma zur Entwickelung bringend. An diese zunächst, die mit uns verbunden sind, und dann im weiteren Sinn an all die anderen. Dann wollen wir Ausblick hegen in einer gewissen Weise auf die engeren Bande und die weitesten Bande, die wir auch sonst auf dem Felde unserer geistigen Strömung suchen und die sich knüpfen von jeder Seele zu jeder Seele, die da aufgerufen ist von den großen Ereignissen. So richten wir unsere liebenden, bittenden Gedanken auch auf die, die draußen im Felde stehen und zum Zeichen, daß wir mit ihnen verbunden sind, wollen wir uns von unseren Sitzen erheben und ihrer in folgenden Worten gedenken:
[ 1 ] It gives me deep satisfaction that karma has brought us together this evening so that we may share a few words during these serious times. Above all, however, let us take this moment to remember those who are out there, sacrificing their courage, their lives, and their blood for the challenges that these extraordinary times present to humanity. Let us direct our loving, imploring thoughts first and foremost to those who have often sat with us in our shared reflections and who now stand outside, directly participating in the great events that are unfolding, bringing the karma of peoples and individuals to fruition. First and foremost to these who are connected to us, and then, in a broader sense, to all the others. Let us then, in a certain way, look ahead to the closer bonds and the farthest bonds that we otherwise seek within the realm of our spiritual current—bonds that are forged from every soul to every soul called upon by these great events. Thus, let us also direct our loving, imploring thoughts toward those who stand out in the field, and as a sign that we are connected to them, let us rise from our seats and commemorate them with the following words:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings carry
The imploring love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks!
[ 2 ] Und hinaussenden zu euch wollen wir unsere liebenden Gedanken, daß Er mit euch sei, der Helfer, der Christus, den wir suchen, der Christus, der die Seelen in unserer Zeit aufrufen muß, um in Disharmonie die Harmonie zu suchen, daß Er die Seelen, denen Er Schmerz zufügen muß, sicher auch führen wird zu jener Erlösung, die ihnen nötig ist, damit der Sinn erfüllt wird, der da vorgezeichnet ist dem Menschen- und Volkskarma: Mit euch, ihr Seelen, wollen wir geeint sein in dem Zeichen, das uns verbindet mit dem alleinenden Erdengeist, dem Christus.
[ 2 ] And we send out our loving thoughts to you, that He may be with you, the Helper, the Christ whom we seek, the Christ who must call upon the souls of our time to seek harmony amid disharmony, so that He may surely lead those souls whom He must cause to suffer to the redemption they need, that the purpose laid out for human and national karma may be fulfilled: With you, O souls, we wish to be united in the sign that connects us to the solitary Earth Spirit, the Christ.
[ 3 ] Lange voraussehen konnte man dasjenige, was jetzt scheinbar so überraschend hereingebrochen ist über die, man muß ja wohl sagen, Erdenmenschheit. So überraschend ist es hereingebrochen, weil mitgewirkt haben bei diesem Ereignis auch, man darf schon sagen, okkulte Ursachen, die sich eigentlich erst seit dem 28. Juni allmählich nach und nach gezeigt haben. Wirklich konnte man gerade in unserer Zeit so recht sehen, wie man auch den geistigen Welten gegenüber immer Neues erkennen kann. Ich kann dasjenige, was ich hier meine, eigentlich nur mit ein paar Worten andeuten. Als ich zurückkehrte im Juli aus Schweden von dem Norrköpinger Vortragszyklus, da mußte ich jemanden, der in einem gewissen Sinn verbunden ist mit den gegenwärtigen Ereignissen, aufmerksam machen darauf, wie das Ereignis von Sarajewo für den Okkultisten ganz merkwürdige Folgen gezeigt hat, wie es ein äußerliches Symptom war, und wie merkwürdig anders sich dieser Tote verhalten hat als alle anderen Toten, die man beobachten konnte auf dem okkulten Felde früher. Und so hat sich denn eigentlich auch im okkulten Hintergrunde der irdischen Ereignisse recht schnell das abgespielt, was ja dann auch auf dem äußeren physischen Plan mit so furchtbar schnellen Schritten in den letzten Julitagen und ersten Augusttagen hereingebrochen ist. Es hat aber auch ganz gewiß in den Seelen derer, die dem geistigen Leben in der letzten Zeit fern gestanden haben, manche Ahnungen, manche bestimmte Empfindungen für eine geistige Welt, für das Vorhandensein einer geistigen Welt gezeitigt. Ungeheuer, darf man sagen, und unvergleichlich sind die Erlebnisse, die die Erdenmenschheit jetzt durchmacht.
[ 3 ] One could have foreseen long ago what has now seemingly come upon—one must surely say—humanity on Earth so unexpectedly. It has come about so unexpectedly because, one might well say, occult causes have also played a part in this event—causes that have actually only been gradually revealing themselves since June 28. Indeed, it is precisely in our time that one can truly see how there is always something new to discover in relation to the spiritual worlds. I can really only hint at what I mean here in a few words. When I returned from Sweden in July after the Norrköping lecture series, I had to draw the attention of someone who is, in a certain sense, connected to current events to how the Sarajevo incident had revealed quite remarkable consequences for the occultist, how it was an external symptom, and how strangely different this deceased person’s behavior was compared to that of all other deceased individuals previously observed in the occult realm. And so, in fact, what then broke out on the outer physical plane with such terrifyingly rapid steps in the last days of July and the first days of August actually unfolded quite quickly in the occult background of earthly events. But it has certainly also given rise, in the souls of those who have been distant from spiritual life in recent times, to many premonitions and certain feelings regarding a spiritual world—regarding the existence of a spiritual world. The experiences that humanity is now going through are, one might say, immense and incomparable.
[ 4 ] Wenn ich, meine lieben Freunde, als erstes ein Wort an Sie richten möchte, so sei es dieses, daß ich es anknüpfen möchte an manche Bemerkung, die oft und oft in den letzten Jahren innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Betrachtung gemacht worden ist. Was soll uns denn der Zusammenhang mit dem geistigen Leben in tiefster Seele sein, den wir suchen? Sicherheit und innere Kraft soll er uns geben, Sicherheit darüber, daß es in allem Wandel der Zeiten, Wandel der Ereignisse Festes gibt, an das man sich halten kann. Und in solchen Zeiten wie diesen soll in unsere Seelen etwas anderes einziehen können von dem Glauben an die Unbesieglichkeit des geistigen Lebens und seiner Aufgabe, und wir sollen verbinden lernen mit den äußeren Ereignissen des Tages diesen Glauben an den Sieg und die Sieghaftigkeit des Geistes.
[ 4 ] If, my dear friends, I may first address a few words to you, let it be this: I would like to build upon certain remarks that have been made time and again in recent years within our spiritual scientific reflections. What, then, is the significance of the connection with the spiritual life in the depths of the soul that we seek? It is meant to give us certainty and inner strength—certainty that, amid all the changes of the times and the vicissitudes of events, there is something firm to which we can hold fast. And in times such as these, something else should be able to enter our souls—the belief in the invincibility of the spiritual life and its mission—and we should learn to connect this belief in the victory and triumph of the spirit with the outward events of the day.
[ 5 ] In den ersten Augusttagen, als so nach und nach von den verschiedensten, man möchte sagen, Weltrichtungen her die Stürme der Kriegserklärungen kamen, mußte ich mich an Worte erinnern, die gesprochen worden sind in der letzten Zeit, Worte, die sich einem gerade jetzt tief eingraben können, und die das, was ich eben jetzt gesagt habe, im Grunde genommen uns doch recht, recht nahelegen. Eine wichtige Persönlichkeit hat wenige Wochen vor Kriegsausbruch etwa das Folgende an einer bedeutungsvollen Stelle gesagt: Mit allen Mächten stehen wir in dem freundschaftlichsten Einvernehmen. Wir haben uns auseinandergesetzt, nachdem im Frühling dieses Jahres die Pressetreibereien in Rußland losgegangen waren und auch in den deutschen und in den Wiener Zeitungen Widerhall gefunden haben; auf Pressetreibereien ist nicht zu achten und an dem altfreundschaftlichen, nachbarlichen Verhältnis ist festzuhalten. — Ein Wort, das auch zu denken gibt, ist gesprochen worden im Juni: Die allgemeine Entspannung hat Fortschritte gemacht —, und ein anderes Wort derselben Rede: Die Verhandlungen mit England sind noch nicht abgeschlossen, werden aber in dem freundschaftlichen Geist geführt, der sonst in unseren Beziehungen zu Großbritannien herrscht. — Man denke: jetzt! Man denke daran, wie wandelbar in der physischen Welt dasjenige ist, was der Mensch heute glaubt, und was er genötigt ist durch den Gang der Ereignisse, schon in den nächsten Wochen mitanzusehen. Man vergegenwärtige sich das Wogen, Treiben, Wanken, Stürmen der Ereignisse auf dem physischen Plan, man vergegenwärtige sich, wie notwendig es ist, dieses Wogen, Stürmen. Man möchte sagen: Was heute geglaubt werden kann, erweist sich morgen schon nicht mehr wahr. Wie notwendig ist es, in diesen Stürmen ein Sicheres, Festes zu haben, das heute, morgen und übermorgen und durch alle Ewigkeiten wahr ist! Was in dieser Weise wahr ist, das ist die Wahrheit vom Geist, von der Mission des Geistes, die die Menschheitsentwickelung durchzieht.
[ 5 ] In the first days of August, as the storms of declarations of war gradually swept in from what one might call all corners of the world, I was reminded of words that had been spoken recently—words that can take deep root in one’s mind at a time like this, and which, in essence, really do bring home what I have just said. A few weeks before the outbreak of war, an important figure said the following at a significant event: “We are on the friendliest of terms with all the powers. We had a falling out after the press hysteria broke out in Russia this spring and found an echo in the German and Viennese newspapers; press hype should be disregarded, and we must hold fast to our long-standing friendly, neighborly relations.” — A remark that also gives pause was made in June: “The general easing of tensions has made progress”—and another remark from the same speech: “Negotiations with England have not yet been concluded, but are being conducted in the friendly spirit that otherwise prevails in our relations with Great Britain.” — Just think: now! Let us consider how changeable, in the physical world, is what people believe today, and what they will be compelled to witness in the coming weeks as events unfold. Let us bring to mind the surging, the turmoil, the wavering, and the storms of events on the physical plane; let us bring to mind how necessary this surging and storming is. One might say: What can be believed today may no longer prove true tomorrow. How necessary it is, in the midst of these storms, to have something certain and steadfast that is true today, tomorrow, the day after tomorrow, and throughout all eternity! What is true in this way is the truth of the Spirit, of the Spirit’s mission, which permeates the development of humanity.
[ 6 ] Recht symptomatisch, nicht weil es etwas Persönliches ist, sondern weil es wirklich symptomatisch und symbolisch zur Seele gesprochen hat, möchte ich folgendes erwähnen: Sie wissen ja, im Juli ist erschienen der erste Band meiner Schrift «Die Rätsel der Philosophie». Der zweite war gedruckt bis Seite 206, als der Krieg ausbrach. Es war die Überleitung der Gedanken von den französischen Philosophen Boutroux, Bergson zu dem deutschen Philosophen Preuß, der Hinweis darauf, wie Bergson einen Gedanken ausführt, etwas leichtsinnig oben darüber hinweg, der früher mit wuchtiger Gründlichkeit von dem unbekannten, einsamen Denker, von Preuß, unsere theosophische Weltanschauung vorverkündend, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gefaßt ist. Ich suche da auch diesem einsamen Denker gerecht zu werden. Nun ergab es sich dazumal, daß der Druck abgebrochen werden mußte, es mußte später weitergeschrieben werden, es brach ab mit dem Übergang von Frankreich zu Deutschland. Der Krieg brach aus. Ich mußte die leeren Blätter auf den zu zwei Dritteln gedruckten Bogen wirklich wie ein Symbolum ansehen desjenigen, was sich abgespielt hat zwischen dem Westen Europas und der Mitte Europas, über die herüberging gerade der Weg meiner Darstellung.
[ 6 ] I would like to mention the following—not because it is something personal, but because it truly spoke to the soul in a symptomatic and symbolic way: As you know, the first volume of my work *The Riddles of Philosophy* was published in July. The second volume had been printed up to page 206 when the war broke out. It was the transition of thought from the French philosophers Boutroux and Bergson to the German philosopher Preuß—a reference to how Bergson develops an idea, somewhat carelessly glossing over it—which had previously been articulated with powerful thoroughness by the unknown, solitary thinker Preuß, who foreshadowed our theosophical worldview in the last third of the 19th century. I, too, seek to do justice to this solitary thinker. Now it so happened at that time that the printing had to be interrupted; it had to be continued later; it came to a halt with the transition from France to Germany. War broke out. I really had to regard the blank pages on the sheets that were two-thirds printed as a symbol of what had been unfolding between Western Europe and Central Europe—the very path my account was taking.
[ 7 ] Und auch sonst manches könnte einem symbolisch entgegentreten. Ich darf da auch an unseren Bau in Dornach erinnern, der ja bis zu einem gewissen Grad gediehen war, allerdings nicht so weit, wie wir ihn gern haben wollten. Vielleicht wissen einige unserer Freunde, wie sehr betont worden ist, solange es einen Sinn hatte gegenüber den sprechenden Tatsachen, wie sehr es betont worden ist, nicht nur als ein Herzenswunsch von mir, sondern als Notwendigkeit, die vor Augen stand, daß der Bau mit dem ersten August dieses Jahres abgeschlossen sein sollte. Vielleicht versuche man jetzt nachzudenken, ob es nicht einen Sinn gehabt hätte gegenüber dem, was jetzt eingetreten ist, wenn der Bau abgeschlossen gewesen wäre gerade am ersten August. Gegenüber den Tatsachen war natürlich mit so etwas, das wie ein Wunsch ausschaute, nicht anzukämpfen, und unter mancherlei Dingen, über die ich heute nicht sprechen will, die mit dem Bau gelöst werden sollen, war ja dies, daß das Problem der Akustik für einen größeren Raum gelöst werden sollte durch eine größere Resonanz. Es war in den Julitagen, als der Bau schon eingeschalt war, da konnte man, wenn man an einem bestimmten Orte ein paar Worte sprach, zum ersten Mal eine Ahnung haben, daß es gelungen sein würde, dieses akustische Problem wirklich zu lösen, wenn der Bau einmal fertig ist. An bestimmten Stellen konnte man hören, da stellte sich die Resonanz in einer Weise heraus, wie es nach den okkulten Berechnungen für den Ort erwartet werden mußte, und so darf erwartet werden, daß das Wort und Musikalisches wirklich so erklingen werden, wie sie erklingen sollten. Es war so eine Art Ideal, schon in den Augusttagen drinnen zu hören das Wort, das vom Geist sprechen sollte. — Dasjenige, was unsere Freunde zuerst in unserem Bau hörten, war der Widerhall der Kanonen, die in unmittelbarer Nähe auf den Elsäßer Schlachtfeldern donnerten. So war der Raum, für den wir in einer gewissen Weise den Widerhall der dem Geist gewidmeten Worte erbeten hatten, zuerst Zeuge des Kanonendonners, der in gar nicht weiter Entfernung ertönte. Andere unserer Freunde hatten, auch in gewisser Weise symbolisch, etwas gesehen, was wir erwartet hatten als unser großes Ideal. Erwartet hatten wir, daß ertönen durfte die Kunde von dem Licht des Geistes, der geistigen Welten, daß dieses Licht der geistigen Welten zur Geltung kommen werde — gesehen wurde in einigen Nächten der Schein vom Isteiner Fort, der weithin sich erstreckte und vier Minuten lang auch sein Licht durchdrängte und durchdrückte durch unseren Bau: Ton und Licht der gegenwärtigen Ereignisse!
[ 7 ] And there are other things as well that might strike one as symbolic. I would also like to recall our building project in Dornach, which had indeed progressed to a certain extent, though not as far as we would have liked. Perhaps some of our friends know how strongly it was emphasized—as long as it made sense in light of the facts at hand—how strongly it was emphasized, not only as a heartfelt wish of mine but as an obvious necessity, that the building should be completed by August 1 of this year. Perhaps we might now try to consider whether it would not have made sense, in light of what has now come to pass, if the construction had been completed precisely on August 1. In light of the facts, of course, there was no fighting against something that looked like a mere wish, and among the various issues—which I do not wish to discuss today—that were to be resolved with the construction, there was indeed the matter of solving the acoustic problem for a larger space through greater resonance. It was during the days of July, when the building was already encased in formwork, that one could, upon speaking a few words at a certain spot, get a first sense that this acoustic problem would indeed be successfully resolved once the building was finished. At certain spots, one could hear the resonance manifesting exactly as the occult calculations for that location had predicted, and so we may expect that the spoken word and music will truly sound as they are meant to. It was a kind of ideal—even back in August—to hear within the building the word that was to be spoken by the Spirit. — The first thing our friends heard in our building was the echo of the cannons thundering in the immediate vicinity on the battlefields of Alsace. Thus, the space for which we had, in a certain sense, prayed for the echo of words dedicated to the Spirit, was first a witness to the thunder of cannon fire resounding not far away. Other friends of ours had, also in a certain sense symbolically, seen something we had anticipated as our great ideal. We had expected that the news of the light of the Spirit, of the spiritual worlds, might resound—that this light of the spiritual worlds would come to the fore. On several nights, the glow from the Istein Fort was seen, stretching far and wide, and for four minutes its light penetrated and permeated our building: the sound and light of the events of the present!
[ 8 ] Aber auch andere Gedanken und Empfindungen konnten durch die Seele gehen. Am 26. Juli hatte ich zu unseren Freunden gesprochen über einiges, das unseren Bau betraf, und hatte mit wenigen Worten hingewiesen auf die ernsten Zeiten, die uns zu unseren Fenstern hereinsehen. Und ich muß sagen: Ich konnte nur unter Tränen den Brief lesen, den einer unserer jüngeren Freunde bald darauf an seine Mutter schrieb, die dabeigewesen war am 26. Juli. Unmittelbar danach wurde er einberufen, ist nach seiner österreichischen Heimat gezogen, und gerade aus der Kraft des geistigen Lebens heraus, die er — er ist ein noch recht junges Mitglied — aus unseren Bestrebungen gezogen hat, hat er auch die Kraft gewonnen, im schönsten, ich möchte sagen, im heiligsten, reinsten Sinn seinen Platz auszufüllen, auf den ihn das Karma gestellt hat.
[ 8 ] But other thoughts and feelings could also pass through the soul. On July 26, I had spoken to our friends about a few matters concerning our project, and had briefly alluded to the serious times that are peering in through our windows. And I must say: I could only read with tears in my eyes the letter that one of our younger friends wrote shortly thereafter to his mother, who had been present on July 26. Immediately afterward, he was drafted, moved to his Austrian homeland, and precisely through the strength of the spiritual life that he—he is still a fairly young member—drew from our endeavors, he also gained the strength to fulfill, in the most beautiful, I would say, the holiest and purest sense, the role to which karma has placed him.
[ 9 ] Und wieder war es ein anderer, der dazumal am 26. Juli dabeigewesen war, der mir selbst schrieb, als er den Weg antrat zu dem serbischen Kriegsschauplatz, voll der Empfindungen, die auf der einen Seite genährt waren von der Sicherheit, die da fließt aus dem Glauben an den Sieg und die Sieghaftigkeit des Geistes, auf der anderen Seite genährt waren von den vol! begeisterten Empfindungen für die unmittelbare Teilnahme an den Ereignissen unserer Zeit von dem Platze aus, auf den er gestellt war.
[ 9 ] And once again, it was someone else—who had been there on July 26—who wrote to me himself as he set out for the Serbian theater of war, filled with feelings that were nourished, on the one hand, by the confidence flowing from faith in victory and the triumphant spirit, and, on the other hand, by the vol! enthusiastic feelings about directly participating in the events of our time from the vantage point where he was stationed.
[ 10 ] Wahrhaftig, meine lieben Freunde, man fühlte in diesen Zeiten die Seelen wachsen, die Seelen reifen und es war schön, es war groß, zu unseren Herzen sprechend, wenn man sehen durfte, daß all die Empfindungen, Gefühle, die durch die Jahre in die Seelen unserer Freunde gezogen sind, auch sich als geeignet erweisen, in der heutigen schweren Situation die Menschen an den richtigen Platz in der richtigen Weise zu führen.
[ 10 ] Truly, my dear friends, in those days one could feel souls growing, souls maturing, and it was beautiful, it was magnificent, speaking to our hearts, when we were allowed to see that all the sensations and feelings that had found their way into the souls of our friends over the years were also proving capable of guiding people to the right place in the right way in today’s difficult situation.
[ 11 ] Wenn man spricht von der Sicherheit, die man gewinnen soll durch die Betrachtung des Geistes und des geistigen Wesens, so hängt die Empfindung von dieser Sicherheit innig zusammen mit dem, was unser Wahlspruch ist, der einem Goetheschen Wort nachgebildet ist, es wiedergibt: «Die Weisheit liegt nur in der Wahrheit.» Unter den großen Hoffnungen, die man hegen darf aus den gegenwärtigen Ereignissen heraus, ist auch diese eine, daß alles dasjenige, was zusammenhängt mit diesem: «Die Weisheit liegt nur in der Wahrheit», daß alles das gerade durch die großen, schmerzlichen und tief ergreifenden Prüfungen der Menschheit eingeprägt wird. Alles, was zusammenhängt mit dem Worte: «Die Weisheit liegt nur in der Wahrheit», muß tiefer und immer tiefer in die Menschen eingreifen, und jetzt ist schon vieles durch den großen Lehrmeister, der durch seine Geschosse spricht, bewirkt worden in der Überwindung des Materialismus. |
[ 11 ] When we speak of the certainty one is to gain through contemplation of the spirit and the spiritual being, the sense of this certainty is intimately connected with our motto, which is modeled after and echoes a saying by Goethe: “Wisdom lies only in truth.” Among the great hopes one may harbor in light of current events is this: that everything connected with the statement “Wisdom lies only in truth”—that everything—will be imprinted upon humanity precisely through these great, painful, and deeply moving trials. Everything connected with the words “Wisdom lies only in truth” must take root deeper and ever deeper within people, and much has already been accomplished by the great Teacher—who speaks through His bullets—in overcoming materialism. |
[ 12 ] Kurz vor dem Ausbruch des Krieges konnte ich das Wort lesen, das ein angesehener Journalist geschrieben hat: Trotz der Rüge des Herrn Liebknecht bleibe ich bei der Meinung, daß verantwortungsvoll Regierende nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet sind, Wahres zu leugnen und Unrechtes zu behaupten. Dieses Recht, diese Pflicht des von Kollektivsittlichkeit Geleiteten schränken zwei Bedingungen ein: Die Unwahrheit darf weder erweislich noch dem Staatsinteresse zuwider sein. — Man halte diesen Ausspruch zusammen mit dem, was wir als Devise gewählt haben, als wir die Anthroposophische Gesellschaft gegründet haben: «Die Weisheit ist nur in der Wahrheit»! Es wird vieles zusammenfallen, denn es sind schon ganz andere Empfindungen eingezogen in die Seelen derer, die den Ernst der Situation in der Gegenwart verspüren.
[ 12 ] Shortly before the outbreak of the war, I read the following words written by a respected journalist: “Despite Mr. Liebknecht’s rebuke, I stand by my opinion that those who govern responsibly are not only entitled but also obligated to deny the truth and assert falsehoods.” This right, this duty of those guided by collective morality, is limited by two conditions: The untruth must not be demonstrably false, nor must it be contrary to the interests of the state. — Let us keep this statement in mind alongside the motto we chose when we founded the Anthroposophical Society: “Wisdom is found only in truth”! Much will fall into place, for quite different sentiments have already taken root in the souls of those who sense the gravity of the present situation.
[ 13 ] Wie oft, meine lieben Freunde, ist durch das, was auf unserem Boden gesprochen worden ist, das Wort gezogen, das so gelautet hat: Nicht nur das, was auf dem äußeren physischen Plan geschieht, ist Wirklichkeit, sondern die Gedanken der Menschen sind größere Wirklichkeit, eine Kraft, eine Macht des Wirkens. Aber gestehen wir es uns doch, denn es ist die Wahrheit: Solche Dinge sind nur auf dem Boden gesprochen worden, der eine spirituelle Strömung trug. Jetzt, auf der recht komplizierten Reise, die ich zu machen hatte, fiel mir eine Zeitschrift in die Hände, die das Datum des 1. September 1914 trägt. Ein sehr schöner Aufsatz ist darin von einem Soldaten, Robert Michel, der im Felde Gedanken niedergeschrieben hat. Der Aufsatz gibt schön wieder, wie die Mobilisierung verlautbart war, wie er mit seinen Kameraden gleichsam in das Unbekannte gezogen ist. Für uns sind von Bedeutung die letzten Worte: «Aber jeder einzelne Zurückgebliebene in der Monarchie hat die Pflicht, nach besten Kräften unterstützend zu wirken, bis die siegreiche Entscheidung gefallen ist. Alle die guten Worte, herzhaften Zurufe und Segenswünsche, die beim Auszug uns zuteil geworden sind, vermehrten die Zuversicht. Sie waren Splitter, die nicht verloren gegangen sind. Dieser Zuschuß an seelischer Kraft muß auch weiterhin der Armee zuteil werden, und der Wille zum Sieg muß von jedem einzelnen herüberzittern zu den Kämpfern in der Front. Drum raste niemand vor der Entscheidung, die sich im Norden vorbereitet. Wer der ungeheuren Kräfteleistung von Heer und Reich untätig zuschauen muß, der trachte auf dem Wege, den seelische Kräfte gehen, sein Scherflein beizutragen. Wen Gott erhört, der bete — wer nicht beten kann, der sammle alle seine Gedanken und Willenskräfte zu dem inbrünstigen Wunsch nach dem Siege — und wer nichts anderes vermag, der drücke die Daumen in die Handflächen und spreche: «Wir müssen siegen, wir müssen siegen» So wird auch der Schwächste beigetragen haben zum Sieg.»
[ 13 ] How often, my dear friends, have we heard the following words spoken on our soil: “It is not only what happens on the outer, physical plane that is reality; rather, people’s thoughts are a greater reality—a force, a power that acts.” But let us admit it, for it is the truth: such things have only been spoken in a setting imbued with a spiritual current. Now, during the rather complicated journey I had to undertake, a magazine dated September 1, 1914, fell into my hands. It contains a very beautiful essay by a soldier, Robert Michel, who wrote down his thoughts while in the field. The essay beautifully describes how the mobilization was announced and how he and his comrades set out, as it were, into the unknown. Of particular significance to us are the final words: “But every single person left behind in the Monarchy has a duty to offer support to the best of their ability until the victorious outcome is decided. All the kind words, heartfelt cheers, and blessings we received as we set out bolstered our confidence. They were sparks that were not lost. This boost of spiritual strength must continue to be bestowed upon the army, and the will to victory must radiate from each and every one of us to the fighters on the front lines. Therefore, let no one rush ahead of the decisive battle that is brewing in the north. Those who must watch idly as the army and the Reich exert their immense strength should strive to contribute their small part through the path of spiritual strength. Those whom God hears, let them pray—those who cannot pray, let them gather all their thoughts and willpower into a fervent desire for victory—and those who can do nothing else, let them clench their fists and say: “We must win, we must win.” In this way, even the weakest will have contributed to the victory.”
[ 14 ] Der Soldat, der fortzieht ins Feld, schreibt aus dem Felde Worte zurück, die wie ein Widerklang sind dessen, was oftmals auf dem Boden spirituellen Lebens gesprochen worden ist: Wer nicht beten kann, sammle Gedanken und Willenskräfte zum inbrünstigen Wunsch nach dem Siege. — Der Glaube an den Geist, wir sehen ihn jetzt am Anfang des ungeheuren Ereignisses stehen.
[ 14 ] The soldier who marches off to the battlefield sends back words from the field that echo what has often been said in the realm of spiritual life: Those who cannot pray should gather their thoughts and willpower into a fervent desire for victory. — Faith in the Spirit—we now see it standing at the beginning of this immense event.
[ 15 ] Wir brauchen uns keinen Illusionen hinzugeben. Manches kann in den nächsten Zeiten ganz anders aussehen, aber es werden auch Zeiten kommen, die das wahr machen werden, was mit einigen Worten angedeutet werden soll. Der Weltenfortgang muß geschehen, dasjenige, was geschehen soll, geschieht; es geschieht manchmal auf eine sehr merkwürdige Weise, indem etappenweise geleitet werden die Willen der Menschen, so daß man sieht, wie von Stufe zu Stufe, wahrhaftig nicht in anderer Weise, als ein Erzieher es tun würde, in die Seelen hineingegossen werden die Richtungen, in die sie später kommen werden. Man braucht wahrhaftig nur auf eine kurze Spanne Zeit zu blicken und man sieht die über die Menschheitskraft hinausreichenden Geistesmächte, die pädagogisch wirken für den großen Menschheitsfortschritt.
[ 15 ] We need not harbor any illusions. Some things may look quite different in the near future, but there will also come times that will bring to fruition what is to be hinted at in a few words. The course of world events must unfold; what is meant to happen will happen. It sometimes happens in a very remarkable way, as the wills of human beings are guided step by step, so that one can see how, stage by stage—truly in no other way than an educator would do—the directions toward which they will later proceed are instilled into their souls. One truly need only look at a brief span of time to see the spiritual powers that extend beyond human strength, working pedagogically for the great progress of humanity.
[ 16 ] Es ist nun an der Zeit, einen Gedanken zu hegen, der naheliegen kann, der aber nicht immer erwogen wird. 1866: deutsche Brüder standen gegen deutsche Brüder, Deutsche gegen Deutsche. Noch nicht ein Jahrzehnt ist verflossen — 1870/71: ein Teil der Deutschen mußte einem großen Ereignisse folgen, an dem der andere Teil nicht mitwirken konnte. Einer meiner Lehrer an der Wiener Hochschule hat oft und oft das Wort, das mir damals tief ins Herz ging, gesprochen: Wir Deutsche in Österreich müssen uns bewußt sein, daß dasjenige, was geschehen ist, unser Schicksal ist, nicht unsere Schuld, daß wir an einem hervorragenden Ereignis nicht teilnehmen durften. — Jetzt ist die Zeit, wo zusammengeschmiedet sind, wie durch eine eiserne Macht zusammengeschmiedet dastehen die beiden Teile, die erst gegnerisch, dann einer ohne den anderen dastanden.
[ 16 ] It is now time to consider an idea that may seem obvious but is not always taken into account. 1866: German brothers stood against German brothers, Germans against Germans. Not even a decade had passed—1870/71: one part of the German people had to follow a major event in which the other part could not participate. One of my professors at the University of Vienna often repeated the words that touched my heart deeply at the time: We Germans in Austria must be aware that what has happened is our fate, not our fault—that we were not allowed to take part in a momentous event. — Now is the time when the two parts—which first stood as adversaries, then apart from one another—stand united, as if forged together by an iron power.
[ 17 ] Es ist nicht Zufall, es ist bedeutsam, wichtig — es hat keines Jahrhunderts bedurft, diese große Lehre in alle folgenden Zeiten hineinzuschicken: Die Menschheitsfortschritte, das, was die geistigen Hierarchien wollen für die Menschheit, das muß geschehen; aber es kann auf mannigfaltigste Art geschehen. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt muß etwas ganz Bestimmtes erreicht sein. Nehmen wir an — nicht, weil dieses gerade stimmt, was ich da sagen will —, bis 1950 müßte ausgegossen sein über die Menschheit eine bestimmte Summe von Opferwilligkeit, von Liebefähigkeit und Selbstlosigkeit, von Bekämpfung des Egoismus. Nehmen wir an, es muß bis 1950 erreicht sein, was geschehen muß, was also die Zeichen der Zeit fordern. Es geschieht auf der einen Seite dadurch, daß zu den Herzen der Menschen gesprochen wird, daß man vertraut der Kraft des Wortes, daß dasjenige, was die Menschengeschicke in Händen hat, auf geistige Weise herankommen willan die Menschenindividualitäten, und sie so weit zu bringen sucht, daß der Geist auf sie wirken kann. Aber der andere Lehrmeister muß oft hinzutreten, der zweite Lehrmeister, der durch lebendige Beweise spricht. Und wie haben wir gesehen seine Erfolge! Welche Unsumme von Opfern, von Menschenliebe und Selbstlosigkeit sind erzeugt worden in erstaunlich kurzer Zeit in unserem Zeitalter des Materialismus, als der große Lehrmeister auftrat, der Krieg, der nach der einen Seite hin so Furchtbares hat, auf der anderen Seite das hat, was zu dem hinführt, was man im Okkultismus die eisernen Notwendigkeiten nennt, die eintreten müssen, um etwas Bestimmtes in einem bestimmten Zeitalter der Menschheitsentwickelung zu erreichen. Ströme von Blut werden vergossen, teure Leben welken dahin, andere werden im Augenblick entrissen dem physischen Leben, wenn die feindliche Kugel sie trifft. Das alles vollzieht sich in so ungeheurem Maße in unserer Zeit. Was ist das alles? Ein großes Opfer ist es, meine lieben Freunde, ein ungeheures Opfer, das gebracht wird am Altar der gesamten Menschheitsentwickelung. Auf der einen Seite steht das, was eindringen soll in die Menschheitsentwickelung, was der Menschheit übergeben werden muß, damit die Menschheit vorwärtskommt, und auf der anderen Seite steht die Notwendigkeit des Opfers.
[ 17 ] It is no coincidence; it is significant, important—it did not take a century to pass this great teaching down to all subsequent generations: Humanity’s progress, what the spiritual hierarchies desire for humanity, must come to pass; but it can happen in the most diverse ways. By a certain point in time, something very specific must be achieved. Let us assume—not because what I am about to say is necessarily true—that by 1950 a certain measure of willingness to sacrifice, capacity for love, selflessness, and the fight against selfishness must have been bestowed upon humanity. Let us assume that what must happen—what the signs of the times demand—must be achieved by 1950. On the one hand, this happens by speaking to people’s hearts, by trusting in the power of the word, by the force that holds human destinies in its hands seeking to approach human individualities in a spiritual way, and striving to bring them to a point where the Spirit can work upon them. But the other Teacher must often step in—the second Teacher, who speaks through living proofs. And how we have seen its successes! What a vast amount of sacrifice, love for humanity, and selflessness has been generated in an astonishingly short time in our age of materialism, when the great Teacher appeared— war—which, on the one hand, is so terrible, yet on the other hand embodies what leads to what is called in occultism the “iron necessities” that must occur in order to achieve a specific goal in a particular age of human development. Rivers of blood are shed, precious lives wither away, and others are snatched from physical life in an instant when struck by an enemy bullet. All of this is taking place on such a vast scale in our time. What is all this? It is a great sacrifice, my dear friends, an immense sacrifice offered on the altar of the entire development of humanity. On the one hand is that which is to penetrate human development—that which must be given to humanity so that humanity may progress—and on the other hand is the necessity of the sacrifice.
[ 18 ] Unendlich bedeutungsvoll war es für mich, mit anzusehen, wie innig verbunden über den Tod hinaus die Seelen derjenigen sind, die jetzt an den großen Ereignissen unmittelbar teilnehmen. Da konnte man es oftmals sehen, wie diejenigen, die von der feindlichen Kugel dahingestreckt waren, hinaufgenommen waren in die geistigen Welten, noch nicht erwacht mit ihren großen Individualitäten, verbunden waren auch noch mit demjenigen, was da unten vorging. Ich weiß nicht, ob Sie es mir nachfühlen können, was es bedeutet, mit anzusehen, wie hinter dem Krieger auf dem Schlachtfeld, der noch kämpft, die psychische Persönlichkeit desjenigen schützend waltet, der schon den Tod gefunden hat, und der mit dem ist, der noch gebunden auf dem physischen Plan ist. Es gehört dies zu meinen okkulten Erlebnissen, die ich mit nichts anderem recht vergleichen könnte. Unerwachte Krieger, die unten gekämpft haben, die durch den Tod gegangen sind, sie bleiben mit dem Ereignis verbunden und sind gleichsam wie eine zweite Persönlichkeit hinter demjenigen, der unten auf dem physischen Plan noch kämpft. Auch in den geistigen Welten gibt es Dinge, die Zuversicht in unsere Herzen gießen können, wenn diese Zuversicht auch nicht leicht wird.
[ 18 ] It was infinitely meaningful for me to witness how deeply connected, even beyond death, are the souls of those who are now directly participating in these great events. One could often see how those who had been struck down by enemy bullets, having been taken up into the spiritual worlds but not yet fully awakened to their great individualities, were still connected to what was happening down below. I do not know if you can empathize with what it means to witness how, behind the warrior on the battlefield who is still fighting, the psychic personality of the one who has already met his death watches over him protectively, remaining with the one who is still bound to the physical plane. This is one of my occult experiences that I cannot really compare to anything else. Unawakened warriors who fought down there, who have passed through death, remain connected to the event and are, as it were, like a second personality behind the one who is still fighting down on the physical plane. Even in the spiritual worlds, there are things that can instill confidence in our hearts, even if that confidence does not come easily.
[ 19 ] Wer bedenkt, welcher Prozentsatz der Menschheit heute miteinander kämpft, wer bedenkt, wie wir am Anfang stehen — wenige Wochen währt dieses Ereignis erst —, welche ungeheuren Verluste an Menschenleben diese wenigen Wochen gekostet haben, der könnte wankend werden, könnte meinen: Was soll denn werden, wenn das lange andauern muß? — Und wenn mich das oftmals bestürzte — es kann einen bestürzen —, dann richtete der Gedanke mich auf: Das Rechte wird geschehen, dasjenige, was vorgezeichnet ist von den geistigen Welten, das wird geschehen. Und wenn man die Gewißheit hat, daß nicht nur die Lebenden kämpfen, sondern auch die Toten verbunden bleiben mit ihren Geschicken, dann werden noch immer Kräfte da sein. Anderes kam mir in diesen Zeiten. Unsere Gesellschaft vereint in einer gemeinsamen geistigen Strömung die Angehörigen der verschiedensten Rassen, Völker, die heute feindlich gegeneinander sind. Da braucht es auch manchen Trost! Wir blicken zurück auf eine Zeit, die der unsrigen recht unähnlich ist, nicht viel mit ihr gleich hat, auf die Zeit, welche die Bhagavad Gita uns schildert, auf eine Zeit, wo noch die alten, oft geschilderten Menschheitsverhältnisse waren, wo die Menschen noch in kleinen blutsverwandten Kreisen lebten. Der Übergang von dieser Zeit der Blutsverwandtschaft in die Zeit, wo die Blutsverwandten im Kampfe stehen, wird von der Bhagavad Gita geschildert, wo der große Geist hinweist den Arjuna: Drüben stehen wahrhaft die Brüder und hier stehst du, ihr werdet miteinander kämpfen, in deren Adern dasselbe Blut fließt; aber es gibt eine Möglichkeit, im Geist den Ausgleich zu führen. — Aus dem, was sich nicht bekämpfen sollte, entwickelt sich das heraus, was sich bekämpft: auch eine der eisernen Notwendigkeiten, die für die Menschheitsentwickelung notwendig sind! Der Geist überbrückt, daß der Bruder dem Bruder als Feind gegenübersteht, daß das andere sich entwickelt, was in Disharmonien einander gegenübersteht. Unähnlich der unseren ist diese Zeit. Wir machen den umgekehrten Weg durch innerhalb unserer geistigen Strömung. Wir suchen das, was zerstreut war in der Welt, wiederum zu sammeln, und die Angehörigen der verschiedensten Nationen umfassen sich wieder brüderlich, werden Brüder innerhalb unserer Reihen. Jetzt sehen wir, wie der eine herüberkommt aus Frankreich und drüben den anderen gelassen hat, wie er in das deutsche Heer eintritt und erwarten muß, dem anderen, den er als anthroposophischen Freund zurückgelassen hat, kämpfend gegenüberzustehen. Es ist die entgegengesetzte Situation: Die zerstreuten Menschheitsglieder suchen sich im Geist wieder zusammen, und wir finden uns zurecht, wenn wir den Geist der Wahrheit wirklich ernsthaft verstehen und ihn ernsthaft ergreifen. Nur müssen wir die Wege suchen.
[ 19 ] Anyone who considers what percentage of humanity is fighting one another today, anyone who considers that we are only at the beginning—this event has lasted only a few weeks—and what immense loss of human life these few weeks have cost, might begin to waver and think: What will become of us if this has to go on for a long time? — And while this often distressed me—it can be distressing—the thought that “What is right will come to pass, that which is predestined by the spiritual worlds, will come to pass” lifted my spirits. And when one has the certainty that not only the living are fighting, but also the dead remain connected to their destinies, then there will always be forces at work. Other thoughts came to me during these times. Our society unites, in a common spiritual current, members of the most diverse races and peoples who are today hostile toward one another. That, too, calls for much comfort! We look back on a time quite unlike our own, a time that has little in common with it—the time described to us in the Bhagavad Gita, a time when the old, often-described social conditions of humanity still prevailed, when people still lived in small circles bound by blood ties. The transition from this era of kinship to the era in which kinsmen are at war is described in the Bhagavad Gita, where the Great Spirit points out to Arjuna: “There indeed stand your brothers, and here you stand; you will fight one another, though the same blood flows in your veins; but there is a way to achieve balance in the spirit.” — From that which should not fight one another arises that which does fight: this, too, is one of the iron necessities essential to human development! The spirit bridges the gap when brother stands against brother as an enemy, when that which stands in disharmony with one another develops. This era is unlike our own. We are taking the opposite path within our spiritual current. We seek to gather together once more what was scattered throughout the world, and members of the most diverse nations embrace one another again in brotherhood, becoming brothers within our ranks. Now we see how one comes over from France, having left another behind, how he joins the German army and must expect to face in battle the other whom he left behind as an anthroposophical friend. It is the opposite situation: the scattered members of humanity are finding their way back to one another in the spirit, and we will find our way if we truly and earnestly understand the spirit of truth and take it to heart. We simply must seek the paths.
[ 20 ] Ich möchte sagen, wir Deutsche haben es schwer, uns zurechtzufinden, vielleicht am allerschwersten! Es kann Ihnen sonderbar erklingen, daß ich das sage, aber wir haben es wirklich schwer, wir haben es aus dem Grunde schwer — ohne daß wir damit renommieren wollen —, weil es uns immer schwer fällt, uns selbst recht zu geben, weil es uns leichter ist, dem anderen gerecht zu werden als uns selbst. Es wird uns aus dem Grunde schwer, weil es wirklich der gegenwärtigen Menschheit noch nicht sehr leicht werden wird, besonders nicht in der Gegenwart, alles dasjenige, ich möchte sagen, mit dem richtigen objektiven, unbefangenen, gelassenen Blick zu überschauen, was oft in unserer Geisteswissenschaft angedeutet worden ist, was auch in den Vorträgen über die Volksseelen sich findet. Es wird notwendig sein, daß alle, die im echten, wahren Sinn unserer Zeit das geistige Leben ergreifen, verstehen lernen, wie diese Volksseelen, die echten, wahren Volksseelen, eine Art von Chor bilden, indem sie schon harmonisch zusammen leben. Aber man muß sich zu ihrem Wesen finden, und das kann man nur im Geist.
[ 20 ] I’d like to say that we Germans have a hard time finding our bearings—perhaps the hardest of all! It may sound strange to you that I say this, but we really do have a hard time; we have a hard time for this reason—without wanting to boast about it—because we always find it difficult to justify ourselves, because it is easier for us to do justice to others than to ourselves. It is difficult for us for this reason: because it will not yet be very easy for present-day humanity—especially not at the present time—to survey, as it were, with the right objective, unbiased, and serene gaze, all that has often been alluded to in our spiritual science, and which is also found in the lectures on national souls. It will be necessary for all who embrace spiritual life in the genuine, true sense of our time to learn to understand how these national souls—the genuine, true national souls—form a kind of chorus by already living together in harmony. But one must find one’s way to their essence, and that can only be done in the spirit.
[ 21 ] Es ist wirklich in der Gegenwart nicht die rechte Zeit, auf das aufmerksam zu machen, was da an Gefühlen, Empfindungen in den Hintergründen der Seele spricht, aber auf etwas anderes möchte ich Sie aufmerksam machen, darauf, daß wir einen Weg haben können, um in geheimer Zwiesprache, intimer, innerer Zwiesprache mit dem Geist des Volkes, dem wir angehören, den Weg zu finden, den unsere Seelen in der rechten Weise gehen sollen. Raten nur kann ich, wenn Sie einige Minuten finden, gerade in der jetzigen Zeit, die folgende Formel zu gebrauchen, um sich zurechtzufinden in der gegenwärtigen Weltensituation:
[ 21 ] It is truly not the right time, in the present, to draw attention to the feelings and and sensations that speak from the depths of the soul, but I would like to draw your attention to something else: namely, that we may have a way to find, through a secret dialogue—an intimate, inner dialogue—with the spirit of the people to whom we belong, the path that our souls should follow in the right way. I can only advise that, if you can find a few minutes—especially at this time—you use the following formula to find your bearings in the current global situation:
Du, meines Erdenraumes Geist!
Enthülle Deines Alters Licht
O Spirit of my earthly realm!
Reveal the light of your age
[ 22 ] Warum Alter? «Alter» sagt man bei geistigen Wesenheiten, wo man bei irdischen «Deines Wesens Licht» sagen würde. Alter ist für den Geist, was Wesen für das Irdische ist.
[ 22 ] Why “age”? We use the term “age” when referring to spiritual beings, whereas for earthly beings we would say “the light of your being.” Age is to the spirit what beings are to the earthly realm.
Du, meines Erdenraumes Geist!
Enthülle Deines Alters Licht
Der Christ-begabten Seele,
Daß strebend sie finden kann
Im Chor der Friedenssphären
Dich, tönend von Lob und Macht
Des Christ-ergebenen Menschensinns!
O Spirit of my earthly realm!
Reveal the light of your age
To the soul endowed with Christ,
So that, striving, it may find
In the choir of the spheres of peace
You, resounding with praise and power
Of the human spirit devoted to Christ!
[ 23 ] Da finden wir den Weg zum Volksgeist, dem wir zugehören, und den Weg von diesem Volksgeist zur Zwiesprache des Volksgeistes mit dem Christus, der der Lehrer aller Volksgeister ist. Und wenn sie sich in diesem Christus zusammenfinden, werden sich die Volksgeister in der richtigen Art zusammenfinden, da all diese Volksgeister, die die Völker richtig führen — man kann das entnehmen aus dem Buch «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» —, den Christus als den Lehrmeister betrachten.
[ 23 ] There we find the path to the national spirit to which we belong, and the path from this national spirit to the dialogue between the national spirit and Christ, who is the teacher of all national spirits. And when they come together in this Christ, the national spirits will come together in the right way, since all these national spirits, which guide the peoples correctly—as can be gleaned from the book *The Spiritual Guidance of Man and Humanity*—regard Christ as their Teacher.
[ 24 ] Oftmals mußte ich hoffen, daß es gar nicht wahr sei, was mitgeteilt worden ist, daß in einer Volksvertretung des Ostens, in der Duma, am Ende einer Rede, in welcher der Herrscher sein Volk aufgefordert hat, teilzunehmen an dem Kriege, als letztes Wort gesprochen worden ist: Der Gott Rußlands ist groß! — Schrecklich wäre es, wenn das Wort so gesprochen worden wäre: eine unbewußte Anrufung des Geistes, dessen Charakter man sich vorstellen kann, wenn der Anruf geschieht in bezug auf ein begrenztes Gebiet, wenn er nicht geschieht zum Geist, der mit dem Schicksal der Menschheit so verknüpft ist, daß auch die, welche sich als Feinde gegenüberstehen, sich in seinen Dienst stellen, indem sie mit ihrem Heil zugleich das Heil der Menschheit suchen. Der Christus, wenn er ein Volk führt, führt dieses Volk so, daß es mit seinem Heil das Heil der Menschheit sucht. Mit Recht rufen wir den Volksgeist an, dem wir innig verbunden sind, so daß wir hinaufblicken, wie er seinerseits mit dem Christus spricht; durch den Volksgeist sprechen wir mit dem Christus. Dadurch werden viele Gedanken vorbereitet werden, die bleiben sollen in der geistigen Atmosphäre der Menschheit bis in die Zeiten, wo einem bedeutungsvollen Krieg ein bedeutungsvoller Friede folgt.
[ 24 ] Many times I had to hope that what had been reported was not true at all—that in a representative assembly of the East, the Duma, at the end of a speech in which the ruler had called on his people to take part in the war, the final words spoken were: “The God of Russia is great!” — It would be terrible if the words had been spoken in this way: an unconscious invocation of the Spirit, whose character one can imagine when the invocation refers to a limited territory, rather than to the Spirit who is so closely linked to the destiny of humanity that even those who stand as enemies against one another place themselves in His service, seeking their own salvation along with the salvation of humanity. When Christ leads a people, he leads them in such a way that, through their own salvation, they seek the salvation of humanity. We are right to invoke the national spirit to which we are intimately connected, so that we look up to see how it, in turn, speaks with Christ; through the national spirit, we speak with Christ. Through this, many thoughts will be prepared that are to remain in the spiritual atmosphere of humanity until the times when a significant war is followed by a significant peace.
[ 25 ] Ein Opfer, sagte ich, ist es, das dargebracht wird auf dem Altar der Menschheit, und heiliges Blut ist es, das fließt auf unsere Erde nieder, ein Blut, das Zeuge wird davon, daß die, die jetzt, in diesem Kampf der Völker, mit ihren Seelen hinaufsteigen aus der physischen Welt in die geistigen Welten, wiederum zurückkommen werden in künftigen Inkarnationen, um wichtige Glieder zu sein für den Geistesfortschritt der Menschheit — ein Opfer, ein großes Opfer! Dasjenige, was jetzt geschieht, es muß so geschehen; und wer zurückblicken will in vergangene Zeiten, um gleichsam nach den allerersten Ursachen zu suchen, er muß zurückblicken bis in die Zeit der punischen Kriege im 3. vorchristlichen Jahrhundert, damals, als der römische Feldherr man kann das in der Geschichte nachlesen — die Enterbrücken benützt hat, um einen ersten bedeutsamen Erfolg zu haben. Heute stellt sich einem daneben, was als erstes Ereignis sich abgespielt hat in diesem Kriege. Eine künftige Geschichtsschreibung wird das erweisen; es ist schwierig, auf diese Dinge einzugehen.
[ 25 ] It is a sacrifice, I said, that is offered on the altar of humanity, and it is holy blood that flows down upon our Earth, blood that bears witness to the fact that those who now, in this struggle of nations, ascend with their souls from the physical world into the spiritual worlds, will return again in future incarnations to be vital links in the spiritual progress of humanity—a sacrifice, a great sacrifice! What is happening now must happen this way; and anyone who wishes to look back to past times, as it were, to search for the very first causes, must look back to the time of the Punic Wars in the 3rd century B.C., when the Roman general—as can be read in history—used the boarding bridges to achieve his first significant success. Today, we are also confronted with what was the first event to take place in this war. Future historiography will prove this; it is difficult to go into these matters in detail.
[ 26 ] Anderes führt uns zurück in die Zeiten, wo die Römer gerungen haben mit den Germanen, wo sich Menschengeschicke für viele Jahrtausende entschieden haben. Und dann kommt eben das dritte große Ereignis, das ist unseres, das wirklich eine Bedeutung haben wird wie damals die punischen Kriege, die natürlich in ihrer Ausdehnung klein sind gegenüber dem heutigen Weltereignis, die aber in bezug auf das Qualitative in ihrer Bedeutung noch hereinragen in unsere Zeit. Wie die großen, die Menschen bestimmenden Ereignisse, die sich an die Völkerwanderung anknüpften, sich wiederholen in einer gewissen Weise — ein ganzer Menschheitszyklus ist umspannt mit dieser Zeitangabe —, und wie dazumal in Rom sich das entschied, was dazumal geschehen mußte, daß die Form des Menschen-Ich, wie sie war im 3. Jahrhundert vor dem Ereignis von Golgatha, überging in die spätere, damit diese Form des Ich durch die Römer den Weg finde, den sie finden mußte für all das, was seither geschehen ist, so muß heute die Form des Ich, die eben im nächsten Menschheitszyklus die maßgebende ist, in einer ähnlichen Weise hineingestellt sein in einen Kampf der Völker. In die tiefsten Impulse der Menschheit geht das.
[ 26 ] Other events take us back to the times when the Romans battled the Germanic tribes, when the fate of humanity was decided for many millennia. And then comes the third great event—our own—which will truly have the same significance as the Punic Wars did back then; though naturally small in scope compared to today’s global events, their qualitative significance still resonates into our time. Just as the great, destiny-shaping events that followed the Migration Period repeat themselves in a certain way—an entire cycle of human history is encompassed by this timeframe—and just as what had to happen back then in Rome came to pass, so that the form of the human —as it was in the 3rd century before the event at Golgotha—transitioned into the later form, so that this form of the “I” might, through the Romans, find the path it had to find for all that has happened since then—so today the form of the “I,” which will be the defining one in the next cycle of human history, must be placed in a similar way within a struggle of nations. This goes to the very depths of humanity’s impulses.
[ 27 ] Dann aber, wenn wir verbunden sind mit dem, was wir seit Jahren im Geist miteinander verfolgen, können wir in uns tragen den Glauben an den Sieg und die Sieghaftigkeit des Geistes. Dann werden wir allem, was kommt, entgegenschauen mit diesem Glauben, und wissen, daß dasjenige, was geschieht, unter der Führung der hohen Hierarchien steht und seinen Weg gehen wird. Nur liegt es an uns, in der richtigen Weise diesen Weg mitzugehen. Das aber tun wir, wenn wir in der richtigen Weise den Weg finden zur Beobachtung unseres Karma, wenn wir uns nicht entziehen den Aufgaben, die uns die große Zeit stellt. Und wenn wir mancherlei verdanken können dem, was uns die geistige Wissenschaft gibt, eines soll am ersten Platz stehen: daß die Geisteswissenschaft unseren Geist und Blick schärft, darauf zu schauen, daß wir gerade mit unserer Persönlichkeit am besten an unserem Platz stehen und das Richtige tun. Je mehr wir es sachlich, unpersönlich tun, ohne irgend etwas anderes im Auge zu haben, desto mehr hat Geisteswissenschaft unseren Blick geschärft, unsere Herzen empfänglich gemacht, desto mehr werden wir verstehen die Sprache, die jetzt in diesen ernsten Zeiten zu uns gesprochen wird.
[ 27 ] But then, when we are connected to what we have been pursuing together in spirit for years, we can carry within us the faith in the victory and the triumphant nature of the Spirit. Then we will face whatever comes with this faith, knowing that what happens is guided by the higher hierarchies and will follow its course. It is up to us, however, to walk this path in the right way. We do this, however, when we find the right way to observe our karma, when we do not shy away from the tasks that this momentous time presents to us. And while we have much to thank spiritual science for, one thing should take precedence: that spiritual science sharpens our spirit and our vision, enabling us to ensure that we are in the right place and doing the right thing precisely through our own personality. The more we do this objectively and impersonally, without having anything else in mind, the more spiritual science has sharpened our vision and made our hearts receptive; the more we will understand the language that is now being spoken to us in these serious times.
[ 28 ] Eine der Formeln, die aus dem Geist gegeben sind in dieser Zeit, die auch schon hier vor unseren Freunden gegeben werden kann, ist diese, die uns den Sinn vergegenwärtigt, den der Anblick des Schmerzes hat, den wir jetzt so reichlich, reichlich sehen können. Ungeheuer ist der Schmerz in den Seelen, der in unseren Zeiten erzeugt wird, ungeheuer groß die Opfer, die gefordert werden, ungeheuer muß die Opferwilligkeit und Empfänglichkeit für einen fremden Schmerz auch sein. Der Christus ist erstanden erst für viele, wenn wir ihn so verstehen, daß wir wissen: für den anderen kann es keinen Schmerz geben, der nicht auch unser Schmerz ist; denn überall, wo er eingetreten ist, ist es eigener Schmerz. Solange es für uns die Möglichkeit gibt, einen Schmerz bei einem anderen zu sehen, den wir nicht mitfühlen als unseren eigenen Schmerz, so lange ist der Christus noch nicht völlig in die Welt eingezogen. Der Schmerz im anderen soll nicht uns meiden! Schwer und groß und weit ist dieses Ideal, schwer und groß und weit ist aber auch das Christus-Ideal. Dann ist es erfüllt, wenn die Wunde, die wir an uns haben, nicht stärker brennt als die, die der andere an sich trägt. Darum ist es gut, uns geeignet zu machen, helfend einzugreifen durch die folgenden Worte, die wir an eine Gemeinschaft oder an den anderen, der Schmerz leidet, richten: |
[ 28 ] One of the insights given by the Spirit in this time—which can already be shared here with our friends—is this one, which brings to mind the significance of witnessing the suffering that we can now see in such abundance, such abundance. The pain in people’s souls that is being generated in our times is immense; the sacrifices demanded are immense; and our willingness to sacrifice and our receptivity to the pain of others must also be immense. Christ has risen for many only when we understand him in such a way that we know: for another, there can be no pain that is not also our own pain; for wherever it has occurred, it is our own pain. As long as we are capable of seeing pain in another that we do not feel as our own, Christ has not yet fully entered the world. The pain in another must not elude us! This ideal is heavy, great, and vast; but the ideal of Christ is also heavy, great, and vast. It is fulfilled when the wound we bear does not burn more intensely than the one the other person bears. That is why it is good to prepare ourselves to intervene helpfully with the following words, which we direct to a community or to another person who is suffering: |
So lang du den Schmerz erfühlest,
Der mich meidet,
Ist Christus unerkannt
Im Weltenwesen wirkend.
Denn schwach nur bleibet der Geist,
Wenn er allein im eignen Leibe
Des Leidesfühlens mächtig ist.
As long as you feel the pain,
Which shuns me,
Christ remains unrecognized
Working within the fabric of the world.
For the spirit remains weak,
When, alone within its own body,
It is capable only of feeling suffering.
[ 29 ] Man versuche einmal, diese Worte ganz durchzufühlen. Wird man durch die erste Formel insbesondere den Zusammenhang mit dem Volksgeist gewinnen können, durch diese Zeilen wird man sich durchdringen mit der Gesinnung, die den Schmerz der Menschheit, den Schmerz einer Menschengemeinschaft in dem eigenen Sein nacherleben und alles, was wir tun dürfen, im wahren christlichen Sinn tun läßt. Mögen wir es in dieser Zeit tun, insbesondere durchdrungen mit der Gesinnung des Geistes!
[ 29 ] Let us try to truly feel the meaning of these words. While the first passage will help us grasp the connection with the spirit of the people, these lines will imbue us with the attitude that allows us to relive the suffering of humanity—the suffering of a human community—within our own being, and to do everything we are permitted to do in the true Christian spirit. May we do so in this time, imbued above all with the attitude of the Spirit!
[ 30 ] Die Wunde, welche die Kugel schlägt, meine lieben anthroposophischen Freunde, sie würde nicht heilen, wären nicht in dem wunderbaren Mikrokosmos, der der menschliche Organismus ist, die heilenden Kräfte. Es ist gut, daß in unseren Zweigen praktiziert wird, wie ja auch hier durch unseren lieben Freund Dr. Peipers das jetzt geschieht, eine Anleitung zum Verbinden von Wunden. Es ist gut, denn wir können leicht in den Fall kommen, das anwenden zu müssen. Aber wissen müssen wir auch, wenn wir an solche Aufgabe herantreten, daß der Geist Wirklichkeit ist, und daß dasjenige, was wir während des Verbindens helfen, sei es bei dieser oder jener Verletzung, diesem oder jenem Erleiden, mehr tut, wenn wir mit dem Geist in der richtigen Weise dabei sind, als wenn wir es nicht sind. Auf daß wir, wenn wir an das herantreten, was eine Wunde am menschlichen Organismus ist, die richtigen Gedanken damit verbinden, denken wir:
[ 30 ] The wound inflicted by the bullet, my dear anthroposophical friends, would not heal were it not for the healing powers present in the wondrous microcosm that is the human organism. It is good that our branches practice wound dressing, as is currently being done here by our dear friend Dr. Peipers. It is good because we may easily find ourselves in a situation where we need to apply these skills. But we must also know, when we approach such a task, that the spirit is a reality, and that what we do to help while dressing a wound—whether for this or that injury, this or that affliction—has a greater effect when we are present with the spirit in the right way than when we are not. So that, when we approach what constitutes a wound to the human organism, we may associate the right thoughts with it, let us reflect:
Quelle Blut,
Im Quellen wirke,
Regsamer Muskel
Rege die Keime
Liebende Pflege
Wärmenden Herzens,
Sei heilender Hauch.
Source of blood,
Work within the source,
Vigorous muscle
Stimulate the seeds
Loving care
Of a warming heart,
Be a healing breath.
[ 31 ] Denn in diesem Blute, das aus der Wunde quillt, liegt das Zeichen, daß hinter ihm Kräfte liegen, welche die heilenden Kräfte der Wunde sind.
[ 31 ] For in this blood, which flows from the wound, lies the sign that behind it are forces that are the healing powers of the wound.
Quelle Blut,
Im Quellen wirke,
Regsamer Muskel
Rege die Keime,
Source of blood,
Work within the source,
Active muscle
Stimulate the germs,
[ 32 ] die Keime, die absterben, wenn die Kugel durchgeschlagen hat. Richtige Empfindungen senden Sie für denjenigen, der einen Verband anlegt, um dem Nebenmenschen zu helfen:
[ 32 ] the cells that die once the bullet has passed through. Send positive thoughts to the person applying a bandage to help their fellow human being:
Quelle Blut,
Im Quellen wirke,
Regsamer Muskel
Rege die Keime,
Liebende Pflege
Wärmenden Herzens,
Sei heilender Hauch.
Source of blood,
Work within the source,
Vigorous muscle
Stimulate the seeds,
Loving care
From a warming heart,
Be a healing breath.
[ 33 ] Lassen wir diese Gesinnung durch unsere Seele ziehen, lassen wir von ihr unser ganzes Wesen erfüllt sein, wenn wir den Nebenmenschen helfen, dann, meine lieben Freunde, wird der Geist mithelfen bei demjenigen, was wir als physischer Mensch als physische Hilfe bringen können. Und denken wir oft als einzelner an den einzelnen, der draußen steht an einem exponierten Platz, denken wir, wenn wir unsere Versammlungen beginnen, an die, die außerhalb unseres Kreises stehen, draußen im Felde wirken. Die Formel, die dafür ist, und die ich am Anfange selbst gerichtet habe an die im Felde Stehenden — der einzelne kann sie an den einzelnen richten:
[ 33 ] Let this attitude flow through our souls; let it fill our entire being. When we help our fellow human beings, then, my dear friends, the Spirit will assist us in providing the physical help that we, as physical human beings, are able to offer. And let us, as individuals, often think of the individual who stands outside in an exposed place; let us, when we begin our gatherings, think of those who stand outside our circle, working out in the field. The formula for this—which I myself addressed at the beginning to those standing in the field—can be directed by the individual toward the individual:
Geist Deiner Seele, wirkender Wächter,
Deine Schwingen mögen bringen
Meiner Seele bittende Liebe
Deiner Hut vertrautem Erdenmenschen,
Daß, mit Deiner Macht geeint,
Meine Bitte helfend strahle
er Seele, die sie liebend sucht!
Spirit of your soul, active guardian,
May your wings bring
My soul’s imploring love
To the earthly human entrusted to your care,
So that, united with your power,
My plea may shine with help
Upon the soul that lovingly seeks it!
[ 34 ] Wenn einer die Gedanken richten will an mehrere oder viele, die draußen stehen, dann sagt er:
[ 34 ] If someone wants to direct their thoughts to several or many people who are standing outside, they say:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Meiner Seele bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Meine Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings bring
My soul’s imploring love
To earthly beings entrusted to your care,
So that, united with your power,
My plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks!
[ 35 ] Ein Lehrmeister der Liebe, der Selbstlosigkeit, das werden die großen Ereignisse sein, die sich jetzt abspielen. Und ein Lehrmeister für die geistigen Welten, hoffen wir, daß sie es werden! Dann werden die großen Opfer, die ungeheuren Opfer, die die Menschen bringen durch ihr Blut, dargebracht sein an dem Altar der geistigen Wesenheiten, und dasjenige, was so schmerzvoll sein kann dem unmittelbaren Anblick, es wird dazu dienen, daß die großen Ziele der Menschheit erreicht werden. Je mehr wir uns mit diesen Gesinnungen durchdringen, desto mehr werden Gedanken da sein, wenn nach dem Kriege ein großer Friede geschlossen ist.
[ 35 ] The great events now unfolding will be a lesson in love and selflessness. And we hope they will also serve as a lesson for the spiritual worlds! Then the great sacrifices—the immense sacrifices—that people make with their blood will have been offered on the altar of the spiritual beings, and that which can be so painful to witness directly will serve to ensure that humanity’s great goals are achieved. The more we imbue ourselves with these sentiments, the more thoughts will be present when, after the war, a great peace is established.
[ 36 ] Das 20. Jahrhundert ist dazu berufen, vieles umzugestalten in den Geschicken, in der Anordnungsweise der Menschheitsangelegenheiten. Und dasjenige, was schon erreicht wird nach diesem ersten großen Ereignisse, es wird der Menschheit ersparen, daß dieses Ereignis etwa wiederholt werden müßte in der Fortsetzung. Sieg und Sieghaftigkeit des geistigen Lebens ist ein Wort, das sich oftmals in unsere Herzen hineinfand in diesen Zeiten. Versuchet zu verstehen, wie wir Zeuge geworden sind des Ereignisses, das nicht für kurze Zeit entscheidend sein soll für die Entwickelung des ganzen Menschengeistes, sondern für lange, lange Zeiten! Und versuchen wir, daß aus diesem Ernst heraus wir die Liebe, die Selbstlosigkeit aufbringen, die uns die Wege führen, um nach unseren Kräften, nach unserem Vermögen, uns hinzustellen an den richtigen Ort. Unser Karma wird uns das schon weisen. Und der, welcher jetzt nicht helfend eingreifen kann, sei nicht trostlos. Darauf kommt es an, daß wir auch Kräfte aufsparen für dasjenige, was später noch für viele wird zu geschehen haben, daß wir erkennen im rechten Augenblick, daß unser Karma uns ruft. Dann möchte das eintreten, was man gerade als Bekenner der Geisteswissenschaft in diesem Zeitpunkt sich sagen möchte, daß immer ersichtlicher und ersichtlicher werde durch dasjenige, was in der äußeren Welt geschieht, wie in die Menschengeister, in die Menschenseelen, in die Menschenherzen hinein von allem Weltgeschehen die Wesenheiten, Kräfte, Willensimpulse der geistigen Welt gehen. Der Bund, der sich ergeben möge aus allem, was wir an Gram, auch an Schmerz erleben, der Bund knüpfe sich zwischen der Menschenseele und den göttlichen Geistern, welche die Geschicke der Menschenseele bewirken, regieren und leiten. Und finden werden die Menschenseelen diesen Punkt. Finden möge die Menschenseele das, was gemeint ist, wenn gesagt wird in unserer Formel: Die christbegabte Menschenseele möge strebend finden:
[ 36 ] The 20th century is destined to transform many aspects of the course of events and the order of human affairs. And what has already been achieved in the wake of this first great event will spare humanity from having to repeat it in the future. “Victory and the triumph of spiritual life” is a phrase that has often found its way into our hearts during these times. Let us try to understand how we have become witnesses to an event that is destined to be decisive not just for a short time but for the development of the entire human spirit—for a long, long time! And let us strive, out of this sense of gravity, to muster the love and selflessness that will guide us to take our place in the right place, to the best of our strength and ability. Our karma will surely guide us in this. And let those who cannot intervene to help at this moment not lose heart. What matters is that we also conserve our strength for what will still have to happen for many in the future, so that we may recognize at the right moment that our karma is calling us. Then what one, as a follower of spiritual science at this very moment, would like to say to oneself may come to pass: that through what is happening in the outer world, it will become ever more and more evident how the beings, forces, and impulses of will from the spiritual world flow into human minds, human souls, and human hearts from all world events. May the bond that arises from all we experience—whether sorrow or pain—be forged between the human soul and the divine spirits who bring about, govern, and guide the destiny of the human soul. And may human souls find this point. May the human soul find what is meant when our formula states: “May the human soul, endowed with the Christ, find through striving:
Im Chor der Friedenssphären
Dich, tönend von Lob und Macht
Des Christ — ergebenen Menschensinns!
In the choir of the spheres of peace
You, resounding with praise and power
Of the Christian—devoted human spirit!
[ 37 ] Nun, meine lieben Freunde, vielleicht können wir nicht überall kämpfend dabei sein, vielleicht können wir nicht überall dasjenige tun, woran wir gerne nach unseren Idealen teilnehmen möchten, aber in dem Sinn an dem großen Ereignis teilzunehmen, wie das gemeint war in den eben gesprochenen Worten, das wird uns allen möglich sein. An vielen Orten, an den mannigfaltigsten Orten mögen wir an unserem Platze sein, der eine da, der andere dort; wo wir aber immer am Platze sind, weil jeder Mensch da am Platze ist, welchem Menschheitszusammenhang er auch angehört, das ist der Platz, wo die Liebe wirken soll, die Kraft, die uns aus der Liebe kommt, das ist der Platz, wo der Schmerz, das Leid, das Elend den Menschen auffordert zu tun, zu denken, mitzuwirken, der Platz, wo wir so recht fühlen, wie wir verbunden sein sollen im Tiefsten unseres Herzens mit dem anderen Menschen, zu dem wir hinblicken sollen, weil er seine und unsere gemeinsamen heiligsten Güter mit seinem Mut, Lebensblut, opfernd schützt. Daher seien nochmals, wie am Beginn, so am Schluß, unsere Gedanken gerichtet an diejenigen, die also, wie eben ausgesprochen, hineingestellt sind in die Ereignisse unserer Zeit:
[ 37 ] Well, my dear friends, perhaps we cannot be present everywhere to fight, perhaps we cannot do everywhere what we would like to do in accordance with our ideals, but to participate in this great event in the spirit intended by the words just spoken—that will be possible for all of us. In many places, in the most diverse of places, we may be in our own places—one here, another there; but wherever we happen to be—because every person is in their own place, no matter to which human community they belong—that is the place where love is to take effect, where the power that comes to us from love is to be felt; that is the place where pain, suffering, and misery call upon people to act, to think, and to participate—the place where we truly feel how we should be connected in the depths of our hearts with the other person toward whom we should look, because he protects his own and our shared most sacred treasures by sacrificing his courage and his very life. Therefore, once again—as at the beginning, so at the end—let our thoughts be directed toward those who, as just stated, are at the center of the events of our time:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings carry
The imploring love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks!
[ 38 ] Möge der Geist, den wir suchen, suchen durch unsere Wissenschaft, suchen mit unseren Herzen, dem unsere geistige Bewegung dienen will, unser Führer sein. Möge er aber auch sein der ganzen Menschheit Führer, denn diejenigen unter den Menschen, die er führt, die werden nicht allein ihrem Ziel folgen, sondern das der ganzen Menschheit ins Auge fassen und ihm folgen.
[ 38 ] May the Spirit whom we seek—whom we seek through our science, whom we seek with our hearts, and whom our spiritual movement seeks to serve—be our guide. But may He also be the guide of all humanity, for those among humankind whom He guides will not merely pursue their own goal, but will set their sights on the goal of all humanity and follow it.
[ 39 ] Das Volk wird den rechten Weg finden, das dem Christus zu vertrauen weiß. So, meine lieben Freunde, denken zu dürfen, haben wir uns bestrebt die Jahre hindurch, die wir hinstreben zu diesem Christus. Möge die Zeit, die jetzt angebrochen ist, für uns eine Zeit der Prüfung sein, die wir bestehen, und mögen wir die Lehre vom Geiste so mit unserer Seele verketten, daß sie uns in den Zeiten der Prüfung Helfer sei, daß sie uns geworden ist die Kraft, die sich nicht auf uns beschränkt, sondern der allgemeinen Menschheit zugegangen ist! Der Geist, der uns zu Christus hinaufführt, möge uns diesen lebendigen, kosmisch-irdischen Christus durchdringen helfen, so daß wir unsere Gedanken immer in der richtigen Weise hinübersenden können zu denen, die draußen stehen, wo Völker- und Menschheitsgeschicke entschieden werden, damit ihnen der richtige Geist helfe, der die Entwickelung der Menschheit so weisheitsvoll leitet, daß diese Entwickelung der Menschheit zuletzt Heil und Segen in die Erdenmenschheit hineinbringt! Mögen wir dasjenige, was wir tun können, dazu tun, daß diejenigen, deren heiligstes Opferblut jetzt die Erde tränkt, wenn sie einmal berufen sind, als wichtige Glieder einzugreifen in den weiteren Gang der Erdenentwickelung, so herunterkommen, daß ihnen aus dem, was auf der Erde selbst geschehen ist, im geistigen Fortschritt der physischen Erdenentwickelung etwas entgegenkommt, aus dem sie entnehmen: Wahrhaft, es war es wert, das Blut zu vergießen für diese Erde, die solches hervorbringt!
[ 39 ] The people who know how to trust in Christ will find the right path. With this hope in our hearts, my dear friends, we have strived throughout the years as we journey toward this Christ. May the time that has now dawned be a time of trial for us—one that we will pass—and may we bind the teaching of the Spirit so closely to our souls that it may be our helper in times of trial, that it may become for us a strength that is not limited to ourselves but has extended to all of humanity! May the Spirit that leads us upward to Christ may help us to penetrate this living, cosmic-earthly Christ, so that we may always direct our thoughts in the right way toward those who stand outside, where the destinies of nations and humanity are decided, so that the right Spirit may help them—the Spirit that so wisely guides the development of humanity that this development may ultimately bring salvation and blessing to all of humanity on earth! May we do whatever we can to ensure that those whose most sacred sacrificial blood now saturates the earth—once they are called to intervene as vital links in the further course of Earth’s development—may descend in such a way that, from what has happened on Earth itself, something meets them in the spiritual progress of physical Earth’s development, from which they may discern: Truly, it was worth shedding blood for this Earth, which brings forth such things!
[ 40 ] Alle, die nicht unmittelbar hinausziehen können, um ihr Blut zu vergießen, sie sollten eingedenk sein, daß sie so arbeiten sollten, daß Geist die Erdenentwickelung durchdringe, daß sie alles tun, damit solcher Geist die Erdenentwickelung durchdringen könne, daß die, die ihr heiligstes Opferblut vergossen haben, etwas finden, das wert war, daß sie ihr Blut vergossen haben. Dann, wenn wir so mitarbeiten an dieser Erdenentwickelung, dann werden wir auch als diejenigen, die nicht unmittelbar an die Front hinausziehen, uns so verhalten, daß wir freien Auges aufblicken können in die Verhältnisse und uns nicht zu schämen brauchen. Würden wir das nicht tun, wahrhaft unsere Augenlider würden uns vielleicht unseren freien Blick doch nicht recht gestatten, wenn wir uns auf der einen Seite fühlen als unserer Zeit angehörig, und nicht die Kraft in uns finden, würdig dieser Zeit anzugehören. Geisteswissenschaft wird ein gewisses Siegel enthalten, wenn sie mitwirken könnte, den Menschen diese Kraft gerade zu geben, Kraft auf der einen Seite, die aufrecht erhält den, der sein Blut vergossen hat, Kraft muß sie aber auch demjenigen geben, der in anderer Weise wirkend mithelfen muß — jeder an seinem Platze.
[ 40 ] All those who cannot immediately go out to shed their blood should bear in mind that they must work in such a way that the Spirit permeates the development of the Earth; that they must do everything so that such a Spirit may permeate the development of the Earth; so that those who have shed their most sacred sacrificial blood may find something worthy of the blood they have shed. Then, if we cooperate in this way with the development of the Earth, even those of us who do not go directly to the front will conduct ourselves in such a way that we can look at the situation with a clear conscience and need not be ashamed. If we were not to do this, truly our eyelids might not quite allow us to see clearly, if on the one hand we feel that we belong to our time, yet do not find the strength within us to be worthy of belonging to this time. Spiritual science will bear a certain hallmark if it can help to give people precisely this strength—strength, on the one hand, that sustains those who have shed their blood, but strength that it must also give to those who must help in other ways—each in their own place.
[ 41 ] Und so wird Geisteswissenschaft sagen können: Ich war ein Mittel, um in einer großen Prüfung der Menschheit die Möglichkeit zu geben, diese Prüfung zu bestehen. Dann wird Geisteswissenschaft ihr göttliches Ziel erreicht haben.
[ 41 ] And so spiritual science will be able to say: I was a means of giving humanity the opportunity to pass a great test. Then spiritual science will have achieved its divine goal.
[ 42 ] Mit diesem einfachen Worte möchte ich den heutigen Abend abschließen, meine lieben Freunde, an dem es mir so lieb war, daß ich ihn mit Ihnen zusammen habe erleben können.
[ 42 ] With these simple words, I would like to conclude this evening, my dear friends, which I was so happy to be able to share with you.
