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Central Europe between East and West
GA 174a

18 March 1916, Munich

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Central Europe between East and West, tr. SOL
  1. Mitteleuropa zwischen Ost und West

Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Wir wollen den heutigen Abend mehr zu einer okkult-geschichtlichen Betrachtung verwenden und uns übermorgen zu einer rein menschlichen okkulten Betrachtung wenden. Wenn ich nun heute von einer Frage ausgehen will, gewissermaßen herausgefordert durch verschiedene Notwendigkeiten, die schon vorliegen und die angesichts der Ereignisse der Gegenwart besprochen werden müssen, so soll dies wirklich nicht dazu führen, daß ich Altes aufwärmen möchte, daß ich auf alte Streitigkeiten zurückkommen möchte, sondern es soll dazu dienen, einiges zu sagen, was eben gesagt werden muß. Und deshalb möchte ich von einer Frage ausgehen, die ich nicht unmittelbar beantworten will, sondern die durch verschiedene Betrachtungen, die ich nachher anstellen will, beantwortet werden soll. Ich will von der Frage ausgehen: Warum verleumdet seit dem Kriegsbeginn Mrs. Besant in ihren englischen Journalen unsere deutsche Bewegung in einer so unerhörten Weise Warum hat sie mit diesem ihrem Verleumdungsfeldzug bald nach dem Ausbruch des Krieges begonnen, und warum setzt sie das auch in der Gegenwart wiederum in einer geradezu unglaublichen Weise fort? — Nun, einige Anhaltspunkte zur Beantwortung dieser Fragen werden eben gerade die nachfolgenden Betrachtungen geben können.

[ 1 ] We would like to devote this evening more to a historical-occult perspective and turn to a purely human-occult perspective the day after tomorrow. If I now wish to begin with a question today—prompted, so to speak, by various necessities that already exist and that must be discussed in light of current events—this is certainly not intended to mean that I wish to rehash old issues or revisit old disputes, but rather to say a few things that simply must be said. And that is why I would like to begin with a question that I do not intend to answer directly, but which is to be answered through various considerations that I will present later. I want to begin with the question: Why has Mrs. Besant, since the outbreak of the war, been slandering our German movement in such an outrageous manner in her English journals? Why did she begin this smear campaign of hers shortly after the outbreak of the war, and why is she continuing it even now in a truly unbelievable manner? — Well, the following observations will provide some clues to answering these questions.

[ 2 ] Die Vorträge, die ich jetzt in der Öffentlichkeit im Zusammenhange mit unserer geistigen Bewegung zu halten habe, müssen ja selbstverständlich so gehalten werden, wie sie für die Öffentlichkeit verständlich sind. Aber im Grunde liegt jedem Satze, der so gesprochen wird, viel, viel Tieferes noch zugrunde: Es ist jeder Satz aus der Notwendigkeit eines gewissen Tatsachenzusammenhanges heraus gesprochen. Und einiges aus diesem Tatsachenzusammenhang will ich eben heute sagen.

[ 2 ] The lectures I am now required to give in public in connection with our spiritual movement must, of course, be presented in a way that is understandable to the general public. But fundamentally, every sentence spoken in this way is based on something much, much deeper: every sentence is spoken out of the necessity of a certain factual context. And today I would like to speak about some aspects of this factual context.

[ 3 ] Oftmals habe ich ja darauf aufmerksam gemacht, wie wir in einem Zeitalter leben, in dem unbedingt etwas von okkult-geistiger Erkenntnis in die ganze Kulturbewegung einfließen muß. Nun ist die okkulte Strömung, die geisteswissenschaftliche Strömung für die Entwickelung der Menschheit im Grunde genommen eigentlich niemals ganz abgerissen. Aber man muß schon mit einem, nicht gerade Vorurteil, aber mit einer Art Vorempfindung, die sehr verbreitet ist auch in unseren Reihen, brechen, wenn man gewisse Dinge, die man schon wissen soll, in der richtigen Art beurteilen will. Brechen muß man nämlich — es kann schon nicht anders gesagt werden — mit einer gewissen Traumessucht, mit einer gewissen Verschlafenheit, die so leicht sich demjenigen ergibt, der an unsere geisteswissenschaftliche Bewegung herantritt und etwas so recht Molliges haben will für seine Seele, etwas, das ihn so warm durchs Leben trägt, bei dem man zuhört, das man auf sich so wirken läßt, daß es einem dabei warm wird, daß man glauben kann an die höhere Bestimmung der Menschenseele, was ja alles ganz richtig ist, was aber auch durchaus verbunden sein kann mit einem gewissen Einlullen des Gemütes. Das beobachtet man ja nur zu häufig gerade bei denen, die Geisteswissenschaft auf ihre Seele wirken lassen und die nicht zu gleicher Zeit anstreben, gerade durch das, was Geisteswissenschaft sein kann, ein klares, sicheres Urteil über die Begebenheiten des Lebens, über die Verschlingungen der Tatsachen, innerhalb welcher ja jeder einzelne Mensch steht, zu finden.

[ 3 ] I have often pointed out that we live in an age in which an element of occult-spiritual insight must absolutely flow into the entire cultural movement. Now, the occult current—the spiritual-scientific current—has, in essence, never truly ceased to exist for the development of humanity. But one must break away from—not exactly a prejudice, but a kind of preconception that is very widespread even within our own ranks—if one wishes to judge certain things, which one ought already to know, in the proper way. For one must—there is simply no other way to put it—break with a certain addiction to daydreaming, with a certain drowsiness that so easily befalls those who approach our spiritual science movement seeking something truly soothing for their soul, something that carries them so warmly through life, something one listens to and allows to take effect in such a way that one feels warmed by it, that one can believe in the higher destiny of the human soul—all of which is quite true, but which can also be quite closely linked to a certain lulling of the mind. One observes this all too frequently, especially among those who allow spiritual science to influence their souls and who do not at the same time strive, precisely through what spiritual science can be, to arrive at a clear, certain judgment regarding the events of life and the interweaving of facts within which every single human being is situated.

[ 4 ] Nun ist oftmals, wenn die Menschheitsentwickelung erörtert worden ist, darauf aufmerksam gemacht worden, wie unser fünfter nachatlantischer Kulturzeitraum, in dem wir leben, die Aufgabe hat, die Bewußtseinsseele herauszubilden aus den allgemeinen Anlagen der Menschenseele, und wie dann im sechsten nachatlantischen Zeitraum das Geistselbst wird herausgearbeitet werden müssen. Und es ist darauf aufmerksam gemacht worden, wie wesentlich mitwirken müssen gewisse menschheitliche Anlagen, die gerade im Osten Europas, heute noch schlummernd und schlafend, bei dem russischen Volke zu finden sind, wenn in einer entsprechenden Weise gerade in richtiger Art der sechste nachatlantische Kulturzeitraum wirksam werden soll. Und da ist es nötig, daß gewisse Eigenschaften, die in der russischen Volksseele so tief begründet sind, daß wirklich der russische Mensch, wenn er nicht irregeführt werden wird durch seine «Intelligenzija», in seiner Seele tief durchstrahlt ist von diesen Eigenschaften. Auf solche Eigenschaften ist da aufmerksam zu machen. Diese russische Volksseele hat in ihrer ganzen Art etwas, man könnte es fast nennen Weibliches, etwas Anschmiegungsfähiges, etwas, was sich leicht eignet, dasjenige aufzunehmen, was die Kulturentwickelung gebracht hat.

[ 4 ] Now, whenever the development of humanity has been discussed, attention has often been drawn to how our fifth post-Atlantean cultural epoch, in which we live, has the task of developing the consciousness soul from the general capacities of the human soul, and how the spirit self will then have to be developed in the sixth post-Atlantean epoch. And attention has been drawn to how essential it is that certain human predispositions—which are to be found among the Russian people, particularly in Eastern Europe, and which are still dormant and asleep today—play a role if the sixth post-Atlantean cultural epoch is to become effective in an appropriate and proper manner. And it is necessary that certain qualities, which are so deeply rooted in the Russian national soul that the Russian people—provided they are not misled by their “intelligentsia”—are truly and deeply imbued with these qualities in their souls. Attention must be drawn to such qualities. This Russian national soul has, in its very nature, something—one might almost call it feminine—something affectionate, something that is readily suited to absorbing what cultural development has brought forth.

[ 5 ] Damit steht ja im Zusammenhang, daß der russische Mensch aufnimmt und im Verlaufe der Entwickelung, die er durchgemacht hat, immer aufgenommen hat das, was aus alten Zeiten als die mehr orientalisch gefärbten, byzantinischen Religionsformen die russische Kultur durchströmt. Wenig innerlich produktiv, wenig innerlich schöpferisch ist die russische Volksseele bisher, aber im eminentesten Sinne aufnahmefähig. Daher kann auch so wenig von einer Fortentwickelung der russisch-orthodoxen Religion in den Jahrhunderten gesprochen werden, in denen diese russisch-byzantinisch orientierte Religion unter den Russen gewirkt hat. Wer eine Zeremonie in der russischen Kirche mitmacht, und wäre es auch nur vorübergehend, der kann empfinden, wie unendlich viel von orientalisch-Aurahaftem diese Zeremonien durchströmt, wie gewissermaßen Aurenhaftes fühlbar hereingetragen wird in die unmittelbare Gegenwart. Das ist das eine.

[ 5 ] This is connected to the fact that the Russian people have absorbed—and, in the course of the development they have undergone, have always absorbed—those elements from ancient times, in the form of the more Eastern-influenced, Byzantine religious traditions, that have permeated Russian culture. The Russian national soul has so far been not very internally productive or creative, but it is receptive in the most eminent sense. This is why there has been so little further development of the Russian Orthodox religion over the centuries during which this Russian-Byzantine-oriented religion has been active among the Russians. Anyone who participates in a ceremony in the Russian Church—even if only briefly—can sense how infinitely much of an Eastern, aura-like quality permeates these ceremonies, how something aura-like, so to speak, is tangibly brought into the immediate present. That is one aspect.

[ 6 ] Ein Zweites: In dieser russischen Volksseele liegt enthalten, daß der einzelne russische Mensch wenig Sinn hat für dasjenige, was in Westund Mitteleuropa für die Durchgliederung des sozialen Lebens und dessen Weiterentwickelung schon einmal notwendig ist an Gedankenformen. Eine Notwendigkeit, die damit angedeutet ist, besteht ja, lag vor zum Beispiel mit der Übernahme des streng juristischen Denkens in die europäische soziale Ordnung. Aber für dieses Durchzogensein des sozialen Lebens mit Gedankenformen hat der russische Mensch wenig Verständnis. Das beirrt ihn in dem, was er das freie gefühlsmäßige Ausleben seines Schicksals nennen möchte. Er möchte nicht durch irgendwelche in die äußere soziale Struktur eingeflochtenen Gedankenformen beirrt sein.

[ 6 ] A second point: It is inherent in this Russian national character that the individual Russian has little appreciation for the kinds of thought patterns that are essential in Western and Central Europe for the structuring of social life and its further development. One such necessity, as implied here, certainly existed—for example, with the incorporation of strictly legal thinking into the European social order. But the Russian has little understanding for this permeation of social life with forms of thought. This distracts him from what he would like to call the free, emotional living out of his destiny. He does not wish to be distracted by any forms of thought woven into the external social structure.

[ 7 ] Und ein dritter Zug ist der, welcher Herder so angezogen hat und der schon einmal wirklich innig verbunden ist mit dem, was man russische Volksseele nennen kann. Denn entdeckt wurde dieser Zug nicht in Rußland selber, das heißt, betont begrifflich herausgehoben wurde er nicht in Rußland, sondern ursprünglich von Herder, wie der Slawismus und der Panslawismus überhaupt von Herder außerordentlich viel entlehnt hat; wiederum ein Beweis für die Anschmiegefähigkeit des Russentums. Der dritte Zug ist also der einer gewissen Friedfertigkeit, eines nichtaggressiven Wesens in bezug auf das Geistesleben, eines mehr passiv sich hingebenden Wesens. Das aggressive Eintreten für irgendwelche Dogmen oder dergleichen liegt dem russischen Volkstum fern. Das ist eine dritte Eigenschaft.

[ 7 ] And a third trend is the one that so captivated Herder and that is already deeply connected to what might be called the Russian national soul. For this trait was not discovered in Russia itself—that is to say, it was not explicitly identified as a concept in Russia—but was originally identified by Herder, just as Slavism and Pan-Slavism in general have borrowed an extraordinary amount from Herder; yet another proof of the adaptability of Russian culture. The third trait, then, is a certain peacefulness, a non-aggressive nature with regard to intellectual life, a more passively devoted disposition. Aggressive advocacy of any dogmas or the like is foreign to the Russian national character. This is a third characteristic.

[ 8 ] Natürlich können solche Eigenschaften durch verschiedene Umstände — gerade das bringt ja die Kompliziertheit des Menschenlebens mit sich — in ihr Gegenteil verkehrt werden, und durch jene Volksverführer, mit denen man es jetzt zu tun hat, sind fast alle diese drei Züge unmittelbar in ihr Gegenteil verkehrt. Dem, der in der Geisteswissenschaft darinsteht, sollte das nicht irgendwie wunderbar erscheinen.

[ 8 ] Of course, such qualities can be turned into their opposites by various circumstances—which is precisely what makes human life so complex—and through those demagogues we are now dealing with, almost all three of these traits have been directly turned into their opposites. To anyone versed in spiritual science, this should not seem at all surprising.

[ 9 ] So sieht man aber — und wir würden es noch viel mehr sehen, wenn wir das jetzt nur in ein paar Strichen Angedeutete ausführlicher studieren könnten —, daß da im Osten Europas ein Material vorhanden ist, das gewissermaßen zusammenfließen muß mit dem, was im Westen Europas aus einer viel aktiveren Entwickelung herauskommt. In dem Westen Europas sind geradezu die entgegengesetzten Charakterzüge zu ergreifen. Es wurde darauf hingewiesen, was da aus einer gewissen aktiven Entwickelung heraus der Menschheit bis in unseren fünften nachatlantischen Zeitraum herein hat gebracht werden können und was ihr weiter gebracht werden muß, wenn solche Dinge nicht verschlafen werden, wie sie zum Beispiel auch gestern wiederum in meinem Vortrag über einen verklungenen Ton des deutschen Geisteslebens gekennzeichnet worden sind.

[ 9 ] Thus, however—and we would see this even more clearly if we could study in greater detail what has here been outlined in just a few strokes—it is evident that there exists in Eastern Europe a substance that must, so to speak, converge with what emerges in Western Europe from a much more active process of development. In Western Europe, one finds virtually the opposite characteristics. It has been pointed out what, as a result of a certain active development, has been brought to humanity right up into our fifth post-Atlantean epoch, and what must still be brought to it, provided such things are not overlooked—as was, for example, once again highlighted yesterday in my lecture on a faded tone in German spiritual life.

[ 10 ] Für denjenigen, der nun wirklich unbefangen die Entwickelung des geistigen Lebens betrachten kann — unbefangen auch dann, wenn es sich ihm ja zunächst in der äußeren physischen Wirklichkeit, gerade in der Gegenwart, in den furchtbarsten Zerrbildern, in Karikaturen darbietet —, der die inneren Triebkräfte dieses Geisteslebens betrachten kann, ist es aber doch klar, daß durch eine gewisse Tatsache gerade dasjenige, was im mitteleuropäischen Geistesleben vorhanden ist, eine Art Ehe eingehen muß mit dem, was aus den russischen natürlichen Anlagen herausfließt. Eine Art Zusammenwirken muß stattfinden zwischen dem, was in Mitteleuropa, ich möchte sagen, durch die Eigenart dieses mitteleuropäischen Geisteslebens gezeugt werden kann, und dem, was aufgenommen werden kann durch gewisse rein natürliche Eigenschaften des europäischen Ostens.

[ 10 ] For anyone who can truly view the development of spiritual life with an open mind—even when it initially presents itself in the outer physical reality, precisely in the present, in the most horrific distortions, in caricatures —who can observe the inner driving forces of this spiritual life—it is nevertheless clear that, due to a certain fact, precisely that which is present in Central European spiritual life must enter into a kind of union with that which flows from Russia’s natural dispositions. A kind of interaction must take place between what can be brought forth in Central Europe—I would say, through the distinctive character of this Central European spiritual life—and what can be absorbed through certain purely natural characteristics of Eastern Europe.

[ 11 ] Wenn Sie das mitteleuropäische Geistesleben noch genauer studieren würden, namentlich jenen Zug, auf den ich jetzt im öffentlichen Vortrag aufmerksam machte, so würden Sie sehen: Gewiß, in diesem Zug liegt noch nicht Geisteswissenschaft als solche, aber es liegt wirklich etwas darin, das der Keim zur Geisteswissenschaft ist. Fichte spricht, wie ich es oftmals angeführt habe, von einem «höheren Sinn». Goethe spricht von «anschauender Urteilskraft». Schelling spricht davon, daß sich die Seele erheben müsse, wenn sie wirklich in die Geheimnisse des Daseins hineinblicken will, zu dem, was er «intellektuelle Anschauung» nennt. Um die Dinge genauer zu verstehen, muß man auch aufmerksam machen auf etwas, was Schelling im Alter noch geleistet hat in den ungeheuer tiefsinnigen Werken «Philosophie der Mythologie» und «Philosophie der Offenbarung». Ein tiefes Erfassen des Christentums lebt in diesen Werken, die heute noch nicht verstanden werden. Eine geistige Auffassung der Welt lebt in einer Schrift wie zum Beispiel «Die Gottheiten von Samothrake», wo Schelling versucht, in die Mysterien der samothrakischen Kabiren einzudringen. Eigentlich tritt nirgends im neueren Geistesleben so stark das Bewußtsein auf, daß man es im Christentum nicht zu tun habe mit einer Summe von Dogmen, daß das eigentlich Nebensache ist, was als christliche Dogmen gepflegt wird, sondern daß die Hauptsache ist, daß das Christus-Ereignis, das Mysterium von Golgatha stattgefunden hat, nirgends tritt einem das so stark entgegen wie in Schellings «Philosophie der Offenbarung». Das alles ist entwickelungsfähig, das alles muß zu jener Entwickelung führen, die wir so oft vorgezeichnet haben, wenn wir auf das, was im fünften nachatlantischen Zeitraum gerade durch Mitteleuropa geleistet werden muß, denkend hinblicken.

[ 11 ] If you were to study Central European intellectual life even more closely—particularly that aspect to which I have just drawn attention in this public lecture—you would see: certainly, this aspect does not yet constitute spiritual science as such, but there is indeed something in it that is the seed of spiritual science. Fichte speaks, as I have often pointed out, of a “higher sense.” Goethe speaks of “contemplative judgment.” Schelling speaks of the soul’s need to elevate itself if it truly wishes to gaze into the mysteries of existence—into what he calls “intellectual contemplation.” To understand these matters more precisely, one must also draw attention to what Schelling accomplished in his later years in the immensely profound works *Philosophy of Mythology* and *Philosophy of Revelation*. A profound understanding of Christianity lives in these works, which are still not fully understood today. A spiritual conception of the world is found in a text such as “The Deities of Samothrace,” in which Schelling attempts to penetrate the mysteries of the Samothracian Cabiri. In fact, nowhere in modern intellectual life does the awareness emerge so strongly that Christianity is not merely a collection of dogmas, that what is cultivated as Christian dogma is actually secondary, but that the main point is that the Christ event—the Mystery of Golgotha—took place; nowhere does this confront us as powerfully as in Schelling’s *Philosophy of Revelation*. All of this is capable of further development; all of this must lead to the development we have so often outlined when we look thoughtfully toward what must be accomplished in Central Europe during the fifth post-Atlantean epoch.

[ 12 ] Nun aber Westeuropa! Wenn man Westeuropa betrachtet, muß man vor allen Dingen sich klar darüber sein, daß dieser Westen Europas überall durchsetzt ist von einem historisch, traditionell überlieferten Okkultismus, der sich nirgends in so organischer, in so lebensvoller Weise aus dem ergibt, was auch draußen im exoterischen Leben lebt, wie sich ein wahrer neuzeitlicher Okkultismus ergeben kann aus der Geistesströmung, die durch Goethe, Schelling, Hegel und so weiter fließt. Was im Westen als Okkultismus besteht, das knüpft nur wenig an dasjenige an, was äußere Wissenschaft ist. Es wäre unmöglich, zum Beispiel für England einen ähnlichen Zusammenhang zwischen okkulter Wissenschaft und dem eigentlichen Erkenntnisstreben herauszufinden, wie es bei dem Weltbilde des deutschen Idealismus wirklich der Fall ist. Man kann sich nicht denken, daß dasjenige, was äußerlich echt englisch ist, etwa die Philosophie des Baco von Verulam, des Spencer, der englisch gefärbte Darwinismus oder jetzt wiederum der neuere Pragmatismus, einen ebensolchen Weg hinüber finde zu dem, was da in den verschiedenen okkulten Orden des Westens lebt, wie das bei dem deutschen Idealismus der Fall ist. Was durch diese verschiedenen okkulten Orden durchgeht, das muß sich abschließen, das kann keine rechte Brücke schaffen zu einer äußeren weltlichen Wissenschaft.

[ 12 ] But now, Western Europe! When considering Western Europe, one must above all be clear that this part of Europe is permeated everywhere by a historically and traditionally handed-down occultism, which nowhere emerges in such an organic, such a vibrant way from what also exists in exoteric life as a true modern occultism can emerge from the spiritual current flowing through Goethe, Schelling, Hegel, and so on. What exists in the West as occultism has very little connection to what constitutes external science. It would be impossible, for example, to find in England a similar connection between occult science and the actual pursuit of knowledge as is truly the case in the worldview of German idealism. One cannot imagine that what is outwardly authentically English—such as the philosophy of Bacon of Verulam, Spencer, Darwinism with its English flavor, or, more recently, pragmatism—could find a path to what lives within the various occult orders of the West in the same way that German idealism does. What pervades these various occult orders must remain a closed system; it cannot form a proper bridge to an external, secular science.

[ 13 ] Dafür aber besteht in diesen westlichen Ordenszusammenhängen, namentlich in gewissen Hochgradorden, eine Erkenntnis, die historisch überliefert ist, die jeder in sich aufnimmt, es besteht eine gewisse Erkenntnis, ich möchte sagen, jener europäischen Weltenlage, die wirklich ihr Hauptgeheimnis in der eben geschilderten Tatsache hat: daß auf der einen Seite wie aus dem Blut heraus der Osten Europas zur Aufnahme bestimmt ist, daß dasjenige aber, was westlich von diesem Osten Europas liegt, dazu bestimmt ist, etwas zu entwickeln, was von dem Osten aufgenommen werden soll. Diese Erkenntnis liegt ganz bestimmt vor bei den leitenden Persönlichkeiten der westlichen Orden. Da, wo diese leitenden Persönlichkeiten die Grundidee ihres okkulten Wirkens entwickeln, sprechen sie durchaus von diesem Zusammenhange.

[ 13 ] However, within these Western orders—particularly in certain high-degree orders—there is a realization that has been historically handed down, one that everyone internalizes; there is a certain realization, I would say, of that European world situation, whose true main secret lies in the fact just described: that on the one hand, as if by its very nature, Eastern Europe is destined to receive, while that which lies west of this Eastern Europe is destined to develop something that is to be received by the East. This insight is most certainly present among the leading figures of the Western orders. When these leading figures develop the fundamental idea of their occult work, they speak quite explicitly of this connection.

[ 14 ] Aber es ist mit der Entwickelung solcher Grundideen im Westen etwas ganz Bestimmtes verknüpft. Was damit verknüpft ist, sieht man am besten, wenn man die Dinge verfolgt, wo sie am starrsten und am eingebildetsten geworden sind: innerhalb des britischen Ordenslebens. Es lebt in jedem, der in diesem britischen Ordensleben in gewisse höhere Grade eingeführt wird — gewisse höhere Grade der Einweihung, die er historisch kennt, in die er natürlich nicht wirklich lebendig eingeweiht ist —, eine gewisse Vorstellung, nämlich, daß das Angelsachsentum aus seinem Volkswesen heraus das bringen müsse, was sich mit dem russischen Volkstum verbinden kann zu einer Art von geistiger Kulturehe. Denn ein jeder, der so, wie ich es eben charakterisiert habe, in dem angelsächsischen Okkultismus darinsteht, betrachtet ihn als dasjenige, was ablösen muß die tiefsten okkulten treibenden Kräfte des griechisch-lateinischen Wesens. So denkt man. Da war für die vierte nachatlantische Kulturperiode, die, wie wir ja wissen, im 15. Jahrhundert etwa zu Ende gegangen ist, eben maßgebend dasjenige, was das Griechen- und Römertum, was die griechisch-lateinische Kultur auch an Okkultismus aus sich hervorkommen ließ. Abgelöst aber muß werden in der fünften nachatlantischen Kultur dieses GriechischLateinische durch das Angelsachsentum. Das ist geradezu etwas, was gefordert wird, was also bewirkt werden muß, was sich realisieren muß. Und jeder, der so darinsteht in diesem Dogma, das ja zugleich ein Willensdogma ist: Die fünfte nachatlantische Kultur muß angelsächsische Physiognomie, angelsächsisches Gepräge tragen —, der hat zugleich ein gewisses Bild von der zukünftigen Gestaltung Europas. Er hat das Bild von der zukünftigen Gestaltung Europas, daß dasjenige, was in Mitteleuropa an Geistesleben existiert, vor allen Dingen unterdrückt werden müsse als etwas, was nicht in die Zukunft der Menschheit hinüberfließen darf. Darüber müsse man so hinweggehen als über eine unbedeutende Tatsache.

[ 14 ] But there is something very specific linked to the development of such fundamental ideas in the West. One can best see what this is by tracing these ideas to where they have become most rigid and most conceited: within British monastic life. Everyone who is initiated into certain higher degrees of this British monastic life—certain higher degrees of initiation that they know historically, but into which they are, of course, not truly and vitally initiated—harbors a certain notion, namely, that Anglo-Saxon culture, out of its own national character, must produce that which can unite with Russian national character to form a kind of spiritual cultural marriage. For everyone who stands within Anglo-Saxon occultism as I have just characterized it regards it as that which must replace the deepest occult driving forces of the Greco-Latin essence. That is how people think. For the fourth post-Atlantean cultural epoch—which, as we know, came to an end around the 15th century—what was decisive was precisely what Greek and Roman civilization, and Greek-Latin culture, brought forth from within itself, including its occultism. But in the fifth post-Atlantean cultural epoch, this Greek-Latin element must be superseded by Anglo-Saxon culture. This is precisely something that is demanded, something that must therefore be brought about, something that must be realized. And anyone who adheres to this dogma—which is, after all, also a dogma of the will: that the fifth post-Atlantean culture must bear an Anglo-Saxon physiognomy, an Anglo-Saxon character—also has a certain vision of the future shape of Europe. They envision the future shape of Europe in such a way that the spiritual life existing in Central Europe must, above all, be suppressed as something that must not flow into the future of humanity. One must simply brush this aside as an insignificant fact.

[ 15 ] Ein mehr oder weniger unbewußtes Dogma ist das in allen angelsächsischen, und von da ausgehend auch in allen Orden, die zum Beispiel irgendwie einen Zusammenhang haben mit dem «Grand Orient de France», und in allen westeuropäischen Geheimgesellschaften. Ein Grunddogma, das so mehr oder weniger unbewußt wirkt, ist eben: Dieses mitteleuropäische Wissen kommt nicht in Betracht für die fünfte nachatlantische Kultur, darf nicht in Betracht kommen. Es muß alles so eingerichtet werden, daß die fünfte nachatlantische Kultur angelsächsische Physiognomie trägt. Daher muß eine Art von Ehe zwischen Westeuropa und Osteuropa eben mit Vernachlässigung des mitteleuropäischen Lebens herbeigeführt werden. — In solchen okkulten Orden sprach man seit vielen, vielen Jahren immer von jenem Kriege, in dem wir jetzt leben. Man malte diesen Krieg nicht etwa weniger schrecklich aus, als er sich jetzt vollzogen hat. Es ist nur ein naiver Glaube, daß dieser Krieg so hereingebrochen wäre, ohne daß ihn viele Menschen vorausgesehen hätten, als ob nicht viel geredet worden wäre über diesen Krieg. Es ist viel darüber geredet worden! Und den Satz von dem kommenden großen europäischen Kriege finden Sie überall, auch immer wieder und wiederum gerade in den angelsächsischen Orden, angeführt und besprochen. Immer wieder und wiederum findet sich da der Hinweis, daß ein solcher großer europäischer Konflikt kommen müsse. Und man malt sich die künftige Lage Europas aus. Man weiß, daß mit der sechsten nachatlantischen Kulturperiode, die man, etwas materialistisch gefärbt, im angelsächsischen Sinne die sechste Unterrasse nennt, die genannten Eigenschaften, die Blutseigenschaften, möchte ich sagen, des russischen Volkes etwas zu tun haben und daß daher herbeigeführt werden muß eine Art Zusammenfließen des westeuropäischen Wesens mit dem russischen Wesen. Über diese Dinge muß man durchaus klar denken, man muß sie sich klar vor Augen halten, sonst lebt man schlafend in dem, was okkulte Bewegung der Gegenwart ist.

[ 15 ] A more or less unconscious dogma exists in all Anglo-Saxon orders—and, by extension, in all orders that are in some way connected to the “Grand Orient de France,” for example—as well as in all Western European secret societies. A fundamental dogma that operates more or less unconsciously is precisely this: This Central European knowledge is not to be considered for the fifth post-Atlantic culture; it must not be considered. Everything must be arranged so that the fifth post-Atlantic culture bears an Anglo-Saxon character. Therefore, a kind of union between Western Europe and Eastern Europe must be brought about, precisely by neglecting Central European life. — In such occult orders, people have been speaking for many, many years of the very war in which we now find ourselves. They did not depict this war as any less terrible than it has now unfolded. It is merely a naïve belief that this war would have broken out without many people having foreseen it, as if there had not been much talk about this war. There has been much talk about it! And you will find the statement about the coming great European war cited and discussed everywhere, time and again, especially within the Anglo-Saxon orders. Time and again, there is the indication that such a great European conflict must come. And people envision the future situation in Europe. It is known that the sixth post-Atlantean cultural period—which, with a somewhat materialistic slant in the Anglo-Saxon sense, is called the sixth subrace—has something to do with the aforementioned characteristics, the blood characteristics, I would say, of the Russian people; and that therefore a kind of convergence of the Western European essence with the Russian essence must be brought about. One must think about these things with absolute clarity; one must keep them clearly before one’s eyes, otherwise one lives in a state of slumber within what is the occult movement of the present.

[ 16 ] Im Zusammenhange damit möchte ich Sie auf eine Tatsache aufmerksam machen. Ich habe sie nicht vergessen, kann sie auch nicht vergessen. Als Mrs. Besant ihre erste Reise zu uns nach Mitteleuropa machte, da wurde zuerst in Hamburg mit ihr eine Versammlung veranstaltet, wo sie einen Vortrag hielt. Ich stellte damals eine bestimmte Frage an Mrs. Besant: Wenn wir jetzt beginnen wollen mit einer mitteleuropäisch-okkulten Bewegung, wie verhält es sich damit, daß am Ausgangspunkte des 19. Jahrhunderts, an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert, bedeutungsvolle Keime eines besonderen Geisteslebens gerade in Mitteleuropa zu bemerken sind? — Da antwortete Mrs. Besant — selbstverständlich wurde wenig verstanden von dem Zusammenhang, der der Sache zugrunde liegt —: Damals ist eben innerhalb des deutschen Lebens in abstrakter, begrifflicher Form etwas von Geisteserkennen hervorgetreten; aber weil das eben die Menschheit nicht brauchen konnte, mußte es in einer reineren, höheren, in einer wahren Form innerhalb des englischen Geisteslebens später erst richtig entfaltet werden. — Es mag für manche Leute unangenehm sein, daß gerade solche charakteristische Äußerungen von mir nicht vergessen werden. Sie werden schon nicht vergessen werden.

[ 16 ] In this connection, I would like to draw your attention to a fact. I have not forgotten it, nor can I forget it. When Mrs. Besant made her first trip to visit us in Central Europe, a meeting was first held with her in Hamburg, where she gave a lecture. At that time, I asked Mrs. Besant a specific question: If we now wish to begin a Central European occult movement, how do we account for the fact that at the dawn of the 19th century—at the turn of the 18th to the 19th century—significant seeds of a particular spiritual life were precisely evident in Central Europe? — Mrs. Besant replied—of course, little was understood of the underlying context of the matter—: “At that time, something of spiritual insight did indeed emerge within German life in an abstract, conceptual form; but because humanity simply had no use for it, it had to be properly unfolded later on in a purer, higher, and truer form within English spiritual life.” — It may be unpleasant for some people that precisely such characteristic statements of mine are not forgotten. They certainly will not be forgotten.

[ 17 ] Nun bot sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ein besonderes, außerordentlich bedeutsames Phänomen mit Bezug auf die okkulte Entwickelung Europas dar, und sogar hinübergreifend bis nach Amerika. Und dieses Phänomen, das allerdings äußerlich nur als eine Persönlichkeit aufzutreten scheint, hat eine viel größere Bedeutung, als man gewöhnlich anzunehmen geneigt ist. Dieses Phänomen tritt uns nämlich in der Persönlichkeit von Helena Petrowna Blavatsky entgegen. Außerlich liegt ja schon die Tatsache vor — aber diese außerordentliche Tatsache ist nur der Ausdruck für tiefe innere geistige Zusammenhänge —, daß Helena Petrowna Blavatsky hervorgegangen ist aus dem russischen Volkstum, mit allen Eigenschaften dieses russischen Volkstums, aber aus diesem große, medial gestaltete spirituelle Eigenschaften entwickelnd, vor allen Dingen im höchsten Maße psychische Eigenschaften.

[ 17 ] Now, in the last third of the 19th century, a unique and extraordinarily significant phenomenon emerged in connection with the occult development of Europe, extending even as far as America. And this phenomenon—which, outwardly, appears to manifest only as a single individual—has a much greater significance than one is usually inclined to assume. This phenomenon, in fact, presents itself to us in the person of Helena Petrovna Blavatsky. Outwardly, there is indeed the fact—though this extraordinary fact is merely an expression of deep inner spiritual connections—that Helena Petrovna Blavatsky emerged from the Russian people, possessing all the characteristics of that Russian culture, yet developing from it great, mediumistic spiritual qualities, above all psychic abilities of the highest order.

[ 18 ] Man muß einen Begriff davon haben, was das Auftreten eines solchen Phänomens im okkulten Entwickelungsgang der Menschheit bedeutet, wenn man ein solches Phänomen eben ganz würdigen, wenn man mit Verständnis folgen will dem, was ich jetzt zum Beispiel zu sagen habe. In den angelsächsischen, westlichen Orden, Geheimbünden und so weiter, die sich mit den okkulten Ideen so befaßten, wie ich es jetzt eben charakterisiert habe, entstand ein reges Leben, als bekannt wurde, daß solch eine einzigartige Persönlichkeit da ist, die gerade aus dem charakteristischsten russischen Volkstum heraus Zukunftseigenschaften der Menschheitsentwickelung, in hervorstechenden psychischen Eigenschaften konzentriert, in einer ganz einzigartigen Mediumnität zeigt. Es rührte sich überall. Nach Fragen drängendes Leben entstand in diesen angelsächsisch-westlichen Orden. Was da als ein drängendes Leben entstand, kann man folgendermaßen ausdrücken, wenn man auch natürlich die Dinge dabei etwas in Konturen schieben muß. Die Leute, die da die eigentlichen Wächter dieser angelsächsisch-westlichen Bewegung sind, sagten sich: Das bedeutet etwas, daß gerade aus der östlichen Menschheit heraus ein solches Individuum erwacht in der Gegenwart, das muß berücksichtigt werden, dazu muß man entsprechend Stellung nehmen. — Und es entstand jetzt wirklich die Frage: Wie bringt man dasjenige, was durch starke psychische Eigenschaften gewisse tiefe Geheimnisse der Welt weiterverraten kann, in ein Fahrwasser, so daß sich russisches Zukunftselement verbindet mit angelsächsischem Wesen? — Die Eigenschaften der Blavatsky geradezu in angelsächsisches Wesen hineinzuziehen, das wurde jetzt das Bestreben. Wenigstens wollte man es dahin bringen, daß durch die psychischen Eigenschaften der Blavatsky vor allen Dingen diejenigen okkulten Dogmen der Welt präsentiert würden, welche die westlichen Orden eben der Welt präsentieren wollten. Es sollte gezeigt werden, wie eine gewisse, von Okkultismus durchdrungene Zukunftswissenschaft kommen müsse; das strebte man an. Hinlenken wollte man das Denken der Menschen, das ja so leicht geleitet werden kann, nach dem, was hinführt von der fünften in die sechste Periode hinüber, aber so, daß es zunächst durchsetzt wird von den Trieben, die im angelsächsischen Okkultismus und in seinen Dogmen wurzeln. So sollte diese psychische Persönlichkeit der Blavatsky benützt werden, um in sie hineinzudrängen dasjenige, was historisch überliefert und als Glaubensartikel im westlichen Okkultismus lag.

[ 18 ] One must have some understanding of what the emergence of such a phenomenon signifies in the occult development of humanity if one is to fully appreciate it, if one wishes to follow with understanding what I am about to say, for example. In the Anglo-Saxon, Western orders, secret societies, and so on—which engaged with occult ideas in the manner I have just described—a lively activity arose when it became known that such a unique personality existed, one who, emerging directly from the most characteristic Russian folk tradition, manifested future qualities of human development—concentrated in striking psychic qualities—through a wholly unique form of mediumship. There was a stir everywhere. A life of urgent inquiry arose within these Anglo-Saxon-Western orders. What emerged there as a life of urgent inquiry can be expressed as follows, although one must, of course, generalize somewhat in doing so. The people who are the true guardians of this Anglo-Saxon-Western movement said to themselves: “It means something that such an individual is awakening in the present precisely from within Eastern humanity; this must be taken into account, and a corresponding stance must be taken.” — And now the question truly arose: How can one steer that which, through strong psychic qualities, can reveal certain deep mysteries of the world, into a course where the Russian element of the future unites with the Anglo-Saxon essence? — The aim now became to draw Blavatsky’s qualities directly into the Anglo-Saxon essence. At the very least, the intention was to ensure that, through Blavatsky’s psychic qualities, the occult dogmas of the world—precisely those that the Western orders sought to present to the world—would be brought to the fore. The goal was to demonstrate how a certain science of the future, permeated by occultism, must come to be; that was the goal. The aim was to steer people’s thinking—which, after all, can be so easily guided—toward what leads from the fifth to the sixth period, but in such a way that it would initially be permeated by the impulses rooted in Anglo-Saxon occultism and its dogmas. Thus, Blavatsky’s psychic personality was to be used to instill within her what had been historically handed down and served as articles of faith in Western occultism.

[ 19 ] Zunächst gingen die Dinge so, wie sie, ich möchte sagen, gehen sollten. Blavatsky hub durchaus damit an, sich auch in die okkulten Seiten des mitteleuropäischen Geisteslebens einzuleben. Was das bedeutet, wird uns ganz klar werden, wenn wir dieses mitteleuropäische Geistesleben auch in bezug auf seine Okkultismen noch etwas näher betrachten. Dieses mitteleuropäische Geistesleben hat nämlich immer auch Okkultes an seine Oberfläche gebracht. Dieses Okkulte ist ja sogar in einer gewissen, wenn auch äußerlichen Literatur noch zu erkennen. Es lebte im 15., 16., 17., ja noch im 18. Jahrhundert, bis dann der Jesuitismus gekommen ist und äußerlich — aber auch nur äußerlich — alles verdorben hat. Aber es lebte damals. Und wenn wir heute davon sprechen, wie in einer gewissen rein ideellen Form in der Goethe-, Schelling- und Fichte-Zeit ein tieferes Streben zum Vorschein kam, so muß man sich auch darüber klar sein, daß dieses tiefere Streben wurzelt in mitteleuropäischen Okkultismen, in einer mitteleuropäischen okkulten Entwickelung. In diese Strömung der mitteleuropäisch-okkulten Entwickelung kam zunächst auch wirklich durch einen guten Vorgang Helena Petrowna Blavatsky hinein, so daß zunächst dasjenige, was, ich möchte sagen, durch die unterirdischen Kanäle der menschlichen Persönlichkeit heraufkam in das psychische Leben der Blavatsky, durchtränkt wurde von dem, was da lebte durch das spätere Mittelalter hindurch an Okkultismus innerhalb Mitteleuropas.

[ 19 ] At first, things went, I might say, as they were supposed to. Blavatsky certainly began by familiarizing herself with the occult aspects of Central European intellectual life. What this means will become quite clear to us if we examine this Central European intellectual life a little more closely, particularly with regard to its occult elements. For this Central European intellectual life has always brought the occult to the surface. This occult aspect can even be recognized in certain—albeit superficial—literature. It thrived in the 15th, 16th, 17th, and even into the 18th century, until Jesuitism arrived and corrupted everything outwardly—but only outwardly. Yet it was alive back then. And when we speak today of how, in a certain purely ideal form during the time of Goethe, Schelling, and Fichte, a deeper striving came to the fore, we must also be clear that this deeper striving is rooted in Central European occultism, in a Central European occult development. Helena Petrovna Blavatsky initially entered this current of Central European occult development through a truly positive process, so that at first what, I would say, rose up through the subterranean channels of the human personality into Blavatsky’s psychic life, was imbued with what had been alive throughout the later Middle Ages in the form of occultism within Central Europe.

[ 20 ] Aber es war ja mit diesem mitteleuropäischen Okkultismus früher schon etwas anderes geschehen. Bloß töricht, bloß dumm sind natürlich die westlichen Okkultisten nicht; sie sind sogar mit Bezug auf das, was man so manchmal als äußere Klugheit erkennt, außerordentlich gescheit. Grey und Asquith rechne ich allerdings nicht zu diesen Gescheiten; ich will nicht etwa in das Ansehen kommen, daß ich die jetzigen englischen Staatsmänner zu diesen Klugen rechne. Aber es haben schon, namentlich innerhalb der okkulten Orden, außerordentlich bedeutende Leute gelebt, die vor allen Dingen mit großer Klugheit ausgestattet waren, und mit Hilfe dieser Klugheit ist es dahin gekommen, daß man eigentlich so ziemlich alles, was man äußerlich übernehmen konnte von dem mitteleuropäischen Okkultismus, hinübergenommen hat nach England, so daß das wieder auflebt in England in einer allerdings äußerlichen, exoterischen, aber doch umfangreichen Literatur.

[ 20 ] But something else had already happened with this Central European occultism in the past. Of course, Western occultists are not merely foolish or stupid; they are, in fact, extraordinarily clever, even in terms of what is sometimes recognized as outward cleverness. I do not, however, count Grey and Asquith among these clever people; I do not wish to give the impression that I consider the current English statesmen to be among the wise. But there have certainly been, particularly within the occult orders, who were endowed above all with great shrewdness, and with the help of this shrewdness, it has come to pass that virtually everything that could be adopted outwardly from Central European occultism has been brought over to England, so that it is now reviving there in a body of literature that is admittedly external and exoteric, yet nonetheless extensive.

[ 21 ] Für denjenigen, der die Dinge kennt, wie sie sind, ist es ganz klar, wenn er irgend etwas nimmt von Wynn-Westcott, oder von denjenigen englischen Okkultisten, die etwas wissen, sogar wenn er intimer verfolgt die Schriften von Laurence Oliphant, worum es sich beim Produzieren dieser englischen okkulten Literatur handelt: daß man sich anschickt, demjenigen, was in Mitteleuropa erzeugt worden ist und was zunächst zurücktreten mußte in Mitteleuropa, weil eine mehr materielle Entwickelung Platz griff, ein englisches, ein westeuropäisches Gewand zu geben. Es ist ja deshalb, ich möchte sagen, so hoffnungslos betrübend, wenn man immer wieder und wiederum sah, wie gewisse Deutsche sich gar nicht genugtun konnten, darauf hinzuweisen, wie «englisch» eigentlich alles wirkliche okkultistische Streben sein müsse, und daß man da soviel wie möglich herübernehmen müsse. Die Leute wissen eben nicht, daß das, was aus mittelalterlichem Deutschtum gekommen ist, nach dort hinübergetragen worden ist und daß sie es jetzt wiederum im englischen Gewande zurücktragen. Man könnte sogar niedliche Forschungen anstellen: Sehr niedliche Forschungen würden sich zum Beispiel ergeben, wenn man englische okkulte Werke übersetzen und dann neben die Übersetzung dasjenige legen würde, was in einer viel gründlicheren, ernsteren Weise als mittelalterliche deutsche okkultistische Literatur vorhanden ist. Wenn man die zwei Dinge zusammenlegen würde, da würden sich groteske Dinge ergeben! Es würde sich nämlich ergeben, daß sehr spirituelle Dinge innerhalb der mitteleuropäischen Entwickelung nur mit einer Art von Schutt zugedeckt sind, und daß die wiederum zurückgetragen werden, von britischem Materialismus durchtränkt, ohne daß man weiß, daß sie zuerst von Mitteleuropa dort hinübergetragen worden sind.

[ 21 ] For anyone who understands things as they really are, it becomes perfectly clear—whether they draw on the works of Wynn-Westcott or those English occultists who possess genuine knowledge, or even if they study the writings of Laurence Oliphant more closely—what the purpose is behind the production of this English occult literature: that the aim is to clothe in an English, a Western European guise that which was produced in Central Europe and which initially had to take a back seat there because a more materialistic development took hold. That is why—I would say—it is so hopelessly distressing to see, time and again, how certain Germans could not get enough of pointing out just how “English” all genuine occult endeavor must actually be, and that as much of it as possible must be adopted. People simply do not realize that what originated in medieval German culture was carried over there, and that they are now bringing it back in an English guise. One could even conduct some interesting research: For example, very interesting findings would emerge if one were to translate English occult works and then place alongside the translation the much more thorough and serious medieval German occult literature. If one were to compare the two, some grotesque results would emerge! It would become apparent, in fact, that very spiritual elements within Central European development are merely covered by a kind of debris, and that these are being carried back, steeped in British materialism, without anyone realizing that they were originally brought over there from Central Europe.

[ 22 ] Aber Helena Petrowna Blavatsky hat sich schon zuerst durchdrungen mit dem, was auch in mittelalterlichem Okkultismus gelebt hat. Bei ihr war ja das alles nicht voll im Bewußtsein, was sich mit ihr vollzogen hat, sie war eben in hohem Grade auch eine unterbewußt psychische Natur. Nun aber lebte das Bestreben fort, alles, was zukunftsmächtig ist, in die Unterordnung von westeuropäisch-angelsächsischem Wesen hineinzubringen. Dieser Drang lebte mächtig. Und im Zusammenhange mit diesem Drang — gewiß, ich könnte Ihnen alle einzelnen Vorgänge schildern, aber ich muß skizzieren, weil wir ja nicht so viel Zeit haben — steht, daß in einer bestimmten Zeit zum Beispiel Blavatsky veranlaßt wurde, in einen bestimmten okkulten Orden in Paris einzutreten.

[ 22 ] But Helena Petrovna Blavatsky had already been deeply imbued with what was also alive in medieval occultism. She was not fully conscious of everything that was taking place within her; she was, after all, to a high degree a subconsciously psychic being. But the striving to bring everything that holds promise for the future under the sway of the Western European-Anglo-Saxon mindset continued. This urge was very powerful. And in connection with this urge—certainly, I could describe all the individual events to you, but I must outline them because we do not have that much time—it is the case that at a certain time, for example, Blavatsky was prompted to join a certain occult order in Paris.

[ 23 ] Nun trat also Blavatsky, auf der einen Seite mit den okkultistisch vertieften russischen Eigenschaften, andererseits durchtränkt mit einer ganzen Summe von wirklichem Wissen, das aus Mitteleuropa stammte — sei es nun rosenkreuzerisch, oder wie Sie es nennen wollen —, in eine Pariser Geheimgesellschaft ein. Da war sie nun darin. Vermöge desjenigen, was in ihrer Seele lebte, war sie eine ungeheuer starke Seele, eine Seele, die dasjenige, was in ihr lebte, stark zur Geltung brachte, die nicht etwa so ohne weiteres darauf einging — was man natürlich in jenen okkulten Orden in Paris gerne gemocht hätte —, daß man sie nur so als ein höheres Medium betrachtete. Denn, was den Leuten besonders zu schaffen machte, das war dieses Vermögen, alle ihre okkulten Erlebnisse, wenn sie es für gut fand, der Welt mitzuteilen, da sie dieselben hineingenommen hatte in eine Art höhere Psyche. Man hätte sonst der Welt sagen können: Seht ihr, dasjenige, was wir euch zu sagen haben, das sagen wir euch nicht aus Theorien heraus, sondern das erscheint auf einem übermediumistischen Wege; da drängt es sich aus einer kernhaften, aus einer russischen Natur, aus der Psyche einer Persönlichkeit, die im höchsten Grade eine psychische Persönlichkeit ist, herein. — Hätte man das ausführen wollen, dann hätte natürlich die Blavatsky eine viel weniger eigensinnige Persönlichkeit sein müssen. Das ließ sie sich schon nicht gefallen. Daher auch die Tatsache, daß sie nun in jenem geheimen Orden in Paris Bedingungen stellte, die ich nicht nennen will — es wird auch die Zeit kommen, über diese Dinge zu sprechen —, die aber wiederum hervorgingen aus dem Blavatsky-Drang. Sie fühlte nämlich: Die da drüben im Westen wollen die westliche Herrschaft gefördert haben, soweit sie vom Okkultismus gefördert werden kann — darauf lasse ich mich nicht ein! — Denn gerade dazumal, bei all den merkwürdigen Dingen, die sich in jenem Pariser geheimen Orden abgespielt haben, fühlte sie sich stark als Russin und stellte Bedingungen, die ich, wie gesagt, nicht nennen will, für ihr Verbleiben im Orden, Bedingungen, die auch nicht im entferntesten berücksichtigt werden konnten, wenn dieser Orden noch weiter mit der Außenwelt rechnen wollte. Sie stellte Bedingungen, die gewissermaßen geeignet gewesen wären, die ganze Geschichte von Frankreich rundherum zu kugeln. Daher schloß man sie aus. Man hatte so das Gefühl, man habe sie gerade noch zur rechten Zeit ausgeschlossen, bevor sie zuviel erfahren hat von den Geheimnissen des Ordens.

[ 23 ] And so Blavatsky—on the one hand possessing the deeply occult-oriented Russian traits, and on the other hand imbued with a wealth of genuine knowledge originating from Central Europe—be it Rosicrucian or whatever you care to call it—joined a secret society in Paris. There she was, then. By virtue of what lived within her soul, she was an immensely powerful soul—a soul that strongly asserted what lived within her, one who did not simply go along with it—as those occult orders in Paris would naturally have liked—and allow herself to be regarded merely as a higher medium. For what particularly troubled these people was her ability to share all her occult experiences with the world—if she saw fit to do so—since she had incorporated them into a kind of higher psyche. Otherwise, one could have said to the world: “Look, what we have to tell you, we do not tell you based on theories, but it appears through a super-mediumistic channel; it emerges from a core, from a Russian nature, from the psyche of a personality who is, to the highest degree, a psychic personality.” — If one had wanted to carry that out, then Blavatsky would, of course, have had to be a much less headstrong personality. She simply would not put up with that. Hence also the fact that she then imposed conditions on that secret order in Paris—conditions I do not wish to name here (the time will come to speak of these things)—which, in turn, stemmed from Blavatsky’s own drive. For she felt: “Those over there in the West want to promote Western dominance, to the extent that it can be promoted through occultism—I will not go along with that!” — For precisely at that time, amid all the strange events that were unfolding in that secret order in Paris, she felt strongly Russian and set conditions—which, as I said, I do not wish to name—for her continued membership in the order; conditions that could not even remotely be taken into account if this order wished to maintain any connection with the outside world. She set conditions that, in a sense, would have been capable of turning the entire history of France upside down. That is why she was expelled. There was a feeling that she had been expelled just in time, before she learned too much about the order’s secrets.

[ 24 ] Dann kamen verschiedene andere Ereignisse, unter anderem auch dieses, daß sie jetzt, ich möchte sagen, Geschmack bekommen hatte an der Teilnahme an den großen Weltereignissen. Und da ließ sie sich denn in einen anderen, jetzt in einen amerikanischen Orden aufnehmen. Da stellte sie nun nicht die Bedingungen wie in dem Pariser Orden, aber sie benahm sich so, daß das eben auf dem amerikanischen Wege hätte erreicht werden können, was sie in Paris durch die offenen Bedingungen hat erreichen wollen. Und in Verbindung mit einem Manne, dem ohnedies die amerikanischen Verhältnisse der damaligen Zeit außerordentlich wenig gefallen haben, in Verbindung mit Olcott, hatte sie große Dinge vor mit Bezug auf das amerikanische Leben, Dinge, welche die westlichen Okkultisten, sofern sie angelsächsisch sind, in eine Seelenstimmung gebracht haben, von der man sagen kann: Den Leuten wurde siedendheiß zumute! — Siedend heiß, so heiß war es nicht Dr. Faust zumute, nicht Richard III., wie Goethe einmal aus einer gewissen Stimmung heraus sagte. Und nun war außerdem noch das eingetreten, was ja in Paris noch nicht eingetreten war — nun, die Blavatsky hat schon zuviel gewußt, zu genau hineingeschaut in dasjenige, was eigentlich da als Absichten bestand! —, es war etwas entstanden, was ganz gewiß, wenn man es mißt an uraltheiligen okkulten Regeln, nicht so ganz zu rechtfertigen ist, was aber geschehen mußte, um großes Unglück, das hätte kommen können, zu verhüten. Die Dinge, die man sich vornahm, wurden gerade damals erwogen in einer Versammlung amerikanischer und europäischer Okkultisten, und nach mancherlei Umwegen ging aus den Maßnahmen, die man ergriffen hatte, das hervor, was man im Okkultismus nennt das Versetzen von jemandem in okkulte Gefangenschaft. Diese okkulte Gefangenschaft besteht darin, daß man durch gewisse Vorgänge bewirkt, daß das Streben eines Menschen, namentlich das okkulte Streben, wie eingeschlossen ist in einer Sphäre, so daß der Betreffende immer nur das eigene Streben zurückgeworfen sieht und aus der Sphäre nicht hinaussieht. In eine solche okkulte Sphäre hinein wurde nun Blavatsky versetzt. ÄAußerlich richtete man die Sache so ein, daß sie während dieser okkulten Gefangenschaft in Asien war.

[ 24 ] Then various other events occurred, including the fact that she had, I would say, developed a taste for participating in major world events. And so she joined another order—this time an American one. She did not set the same conditions as she had with the Parisian order, but she behaved in such a way that what she had sought to achieve in Paris through those open conditions could have been achieved through the American approach. And in association with a man who, in any case, had been extremely dissatisfied with American conditions at the time—in association with Olcott—she had grand plans regarding American life, plans that put the Western occultists, insofar as they were Anglo-Saxon, into a state of mind about which one might say: These people were boiling with excitement! — “Boiling hot”—it wasn’t quite that hot for Dr. Faust, nor for Richard III, as Goethe once said in a certain mood. And now, moreover, what had not yet happened in Paris had now come to pass—well, Blavatsky already knew too much, had looked too closely into what actually existed there as intentions! —, something had come into being that, quite certainly, when measured against ancient and sacred occult rules, cannot be fully justified, but which had to happen in order to avert a great misfortune that might otherwise have befallen us. The measures that were undertaken were being discussed at that very time in a gathering of American and European occultists, and after various detours, the actions that had been taken resulted in what is known in occultism as placing someone in occult captivity. This occult confinement consists of using certain processes to ensure that a person’s aspirations—specifically their occult aspirations—are enclosed within a sphere, so that the individual in question sees only their own aspirations reflected back to them and cannot look beyond that sphere. Blavatsky was now placed within such an occult sphere. Outwardly, the situation was arranged so that she was in Asia during this occult captivity.

[ 25 ] Aber nun brachte die Entwickelung der Menschheit gewisse Dinge mit sich. Wie gesagt, es ist natürlich immer nicht ganz genau, was man erzählt, das heißt, es sind schon die Einzelheiten genau, aber man muß, weil man nicht Zeit hat, Dinge überspringen, die vielleicht ein anderes Mal erzählt werden können, und die zu erwähnen ein anderes Mal gewünscht werden kann. Es trat das ein, daß dann führende indische Okkultisten versuchten, dasjenige, was nun wiederum politisch für ihr indisches Volkstum von besonderem Vorteil war, dadurch auf okkulte Weise zu fördern, daß sie die Blavatsky herauszogen aus ihrer okkulten Gefangenschaft. Und alles dasjenige, was sich zunächst mitteleuropäisch gefärbt hatte, was dann überzogen war von all dem, was man in Westeuropa in sie hat hineinbringen wollen, das war jetzt indisch gefärbt, und ein kompliziertes okkultes Erleben spielte sich jetzt sozusagen um die arme Blavatsky ab. Sie war von der okkulten Gefangenschaft eines Tages frei; aber alles dasjenige, was in ihrer Seele saß an Okkultismen, das hatte eine indische Färbung bekommen. Und dazu kam der mehr unbewußte Einfluß Olcotts, der nun doch darauf hinauslief, dem Angelsachsentum diese Okkultismen, die indisch gefärbt waren, auch wiederum dienstbar zu machen. Und so konnte denn das herauskommen, daß an die Stelle der. früheren Führerschaft der Blavatsky ein anderer Führer trat, den sie nun, entsprechend dem früheren, auch weiter mit dem Namen Koot-Hoomi bezeichnete; aber der spätere, zweite Führer der Blavatsky, war im Grunde genommen — wie diejenigen, die in diese Dinge eingeweiht sind, wissen — nichts anderes als ein in russischen Diensten stehender Wicht, eine Persönlichkeit, die ganz andere Ziele verfolgte mit all den Dingen, die sie der Blavatsky und ihren Anhängern überlieferte, als in ehrlicher Weise okkulte Kenntnisse unter den Menschen zu verbreiten; eine Persönlichkeit, die vor allen Dingen große politische Ziele, eine Art von russischer Spionenschaft verfolgte, und die jetzt die Sache so leiten und lenken wollte, daß von der anderen Seite her diese geistige Ehe zwischen dem Russentum und dem Angelsachsentum zustande kommen sollte.

[ 25 ] But now, the development of humanity brought certain things with it. As I said, what one recounts is, of course, never entirely precise; that is to say, the details are accurate, but because one does not have time, one must skip over things that might be recounted another time, and which one might wish to mention on another occasion. What happened was that leading Indian occultists then attempted to promote, through occult means, that which was now, in turn, of particular political benefit to their Indian people—by freeing Blavatsky from her occult captivity. And everything that had initially taken on a Central European character—which had then been overlaid with all that Western Europe had sought to instill in her—now took on an Indian character, and a complex occult experience was now, so to speak, unfolding around poor Blavatsky. One day she was freed from her occult captivity; but everything related to the occult that resided in her soul had taken on an Indian character. Added to this was Olcott’s more unconscious influence, which ultimately amounted to making these occult elements—which were imbued with an Indian character—serve Anglo-Saxon interests once again. And so it came to pass that Blavatsky’s former guide was replaced by another guide, whom she continued to refer to—in keeping with the previous one—by the name Koot-Hoomi; but Blavatsky’s later, second leader was, in essence—as those initiated into these matters know—nothing more than a petty figure in the service of Russia, a personality who pursued entirely different goals with all the teachings he imparted to Blavatsky and her followers than the honest dissemination of occult knowledge among humanity; a figure who, above all, pursued grand political goals—a form of Russian espionage—and who now sought to direct and steer the matter in such a way that, from the other side, this spiritual marriage between the Russian and Anglo-Saxon peoples might come about.

[ 26 ] Alles dasjenige, was als so grauenvoll Verderbliches manche außerordentlich großen Wahrheiten, die auch in der «Secret Doctrine» enthalten sind, durchsetzt, das ist auf diese Gründe zurückzuführen, die damit angedeutet werden. Man kann auch bemerken, daß die eminent russische Färbung, die durch diesen späteren Koot-Hoomi in die ganze Blavatsky-Richtung hineingekommen ist, gewissen englischen Hochgrad-Okkultisten doch nicht paßte, und wie namentlich gewisse okkulte Kreise, die in England der Hochkirche außerordentlich nahestehen, alles daran setzten, jene Färbung, die ich eben charakterisiert habe, zu bekämpfen. Das ist eine ausführliche, eine große Geschichte, die sich da abgespielt hat.

[ 26 ] Everything that, as something so horribly corrupting, permeates some of the extraordinarily great truths contained in *The Secret Doctrine* can be traced back to the reasons implied here. One may also note that the distinctly Russian influence, which entered the entire Blavatsky movement through this later Koot-Hoomi, did not sit well with certain high-ranking English occultists, and how, in particular, certain occult circles in England that are exceptionally close to the High Church did everything in their power to combat that influence I have just described. This is a detailed, extensive story that unfolded there.

[ 27 ] Klar muß man sich nur vor allem darüber sein, daß Helena PetrownaBlavatsky eine außerordentlich bedeutungsvolle psychische Persönlichkeit war, in der durch ihre Psyche hindurch die mannigfaltigsten Strebungen und Strömungen gewirkt haben. Man hatte dazumal, namentlich im Anfang des äußeren Auftretens der Blavatsky, nach vielen Richtungen hin die Tendenz, gewisse politische Dinge der Zukunft auf dem Wege vorzubereiten, daß man die Leute gewissermaßen übertäubte mit gewissen Okkultismen. Es wissen ja Okkultisten einer gewissen Sorte nur allzugut, daß man — verzeihen Sie den harten Ausdruck — durch nichts die Welt besser dumm machen kann, als wenn man zunächst in einer gewissen Weise einen Okkultismus lehrt. Wenn dann nicht hinter diesen Lehren des Okkultismus die absolute Tendenz zu ehrlichem Wahrheitssinn steht, kann man die durch den Okkultismus dumm gemachten Leute überallhin führen, wohin man sie bringen will. Das ist eine Tendenz derjenigen Okkultisten, die der mehr oder weniger schwarzen, grauen Sorte angehören. Und solche verfolgen sehr häufig ferne politische Ziele, lange Zeit im voraus sorgsam alles vorbereitend. Nicht umsonst wird — oder wurde wenigstens — in gewissen Geheimgesellschaften, namentlich Britanniens, aber auch Frankreichs, immer wieder gelehrt, welches das zukünftige Schicksal Polens sein wird und wie man sich zu verhalten habe gegenüber den verschiedenen Bestrebungen und Strömungen im polnischen Volk. Nicht umsonst wurde immer gelehrt, wie der Zusammenhang entstehen müsse zwischen Rumänien, Bulgarien, Serbien und den sich angliedernden Territorien der Balkanhalbinsel, und wie man vorbereiten müsse gewisse politische Unterströmungen, damit dasjenige, was man wollte, eben gefördert werden könne. Ungeheuer viel Politik wird gerade in den westeuropäischen Geheimorden gemacht. Ich möchte sagen, große Politik wird da gemacht.

[ 27 ] It must be clear, above all, that Helena Petrovna Blavatsky was an extraordinarily significant psychic personality, through whose psyche the most diverse aspirations and currents were at work. At that time, particularly at the beginning of Blavatsky’s public appearances, there was a tendency in many quarters to lay the groundwork for certain political developments of the future by, so to speak, numbing people’s minds with certain occult teachings. After all, occultists of a certain sort know only too well that—forgive the harsh expression—nothing is better at making the world stupid than first teaching occultism in a certain way. If, then, these occult teachings are not underpinned by an absolute commitment to an honest pursuit of truth, one can lead the people—who have been made foolish by the occult—anywhere one wishes to take them. This is a tendency among those occultists who belong to the more or less dark, gray variety. And such individuals very often pursue distant political goals, carefully preparing everything well in advance. It is not for nothing that—or at least it used to be—in certain secret societies, notably in Britain but also in France, it has repeatedly been taught what Poland’s future fate will be and how one should behave toward the various aspirations and currents within the Polish people. It is not for nothing that it has always been taught how the connection must be established between Romania, Bulgaria, Serbia, and the annexed territories of the Balkan Peninsula, and how certain political undercurrents must be prepared so that what one desires can indeed be promoted. An enormous amount of politics is conducted precisely within the secret orders of Western Europe. I would say that high politics is conducted there.

[ 28 ] Da Blavatsky sich eigentlich doch nie hat bewegen lassen dazu, nur reines Angelsachsentum okkultistisch zu fördern, so wurde sie, weil sie eine psychische Persönlichkeit war, als gefährlich betrachtet, sagen wir zum Beispiel bei den hohen Okkultisten, die der Hochkirche besonders nahestanden und die ja einzig und allein dasjenige wollten, was ich schon angedeutet habe. Besonders dachte man da zuerst, wirken zu können durch solche Leute, die durch ihre geringen Talente, durch ihr unausgebildetes Denken eigentlich ahnungslos in einer solchen Bewegung darinstehen. Besonders viel glaubte man zu erreichen dadurch, daß man die Wege des Herrn Sinnett in einer gewissen Weise lenkte. Unter den angedeuteten Verhältnissen lassen sich ja die Wege eines Menschen, wie gesagt, leiten und lenken, wenn man nicht auf dem Boden steht, dasjenige als Höchstes anzuerkennen, was der echte Okkultismus als Höchstes anerkennen muß: die unbedingte Wahrung der menschlichen Freiheit und der menschlichen Würde. Aber es muß auch immer wieder dazu ermahnt werden, daß der Okkultist oder derjenige, der sich mit dem Okkultismus bekannt macht, gerade in bezug auf diesen Punkt Wache hält über seine Seele. Und Mrs. Besant ist ja auch ziemlich ahnungslos in die Dinge hineingewachsen, aber bei ihr ist außerdem ein starker angelsächsischer Trieb vorhanden, und so konnten all die Dinge dann auch durch Mrs. Besant wirken, die eben durch sie gewirkt haben. Wenn Sie bedenken, wie kompliziert alles ist in der Strömung, in die sie da hineingestellt worden ist, dann werden Sie manches begreifen gerade an dieser Mrs. Besant. Aber man muß sich schon darauf einlassen, ein wenig Verständnis zu gewinnen für solche Dinge.

[ 28 ] Since Blavatsky never actually allowed herself to be swayed into promoting purely Anglo-Saxon occultism, she was—because she was a psychic personality—regarded as dangerous, for example, by the high-ranking occultists who were particularly close to the High Church and who, after all, wanted nothing other than what I have already indicated. In particular, they initially thought they could exert influence through those people who, due to their limited talents and untrained thinking, were actually oblivious to their role in such a movement. In particular, they believed they could achieve a great deal by steering Mr. Sinnett’s path in a certain way. Under the circumstances I have described, a person’s path can indeed be guided and steered—as I said—if one does not stand on the ground of recognizing as supreme that which genuine occultism must recognize as supreme: the unconditional preservation of human freedom and human dignity. But it must also be repeatedly emphasized that the occultist—or anyone familiarizing themselves with occultism—must remain vigilant over their soul, particularly with regard to this point. And Mrs. Besant, too, has grown into these matters quite unwittingly, but she also possesses a strong Anglo-Saxon impulse, and so all those things were then able to work through Mrs. Besant—things that have indeed worked through her. If you consider how complicated everything is within the current into which she has been placed, you will come to understand many things precisely in the case of this Mrs. Besant. But one must be willing to engage with these matters in order to gain a little understanding of such things.

[ 29 ] Es ist sehr nötig, meine lieben Freunde, daß unser echtes, klares Urteilsvermögen, unser Vermögen, die äußeren Verhältnisse zu überschauen, nicht darunter leidet, daß wir uns auf Okkultismen einlassen, daß wir sozusagen gesunden Menschensinn bewahren in der Beurteilung der äußeren Verhältnisse, uns nicht benebeln lassen durch allerlei Okkultismen. Wir brauchen ein klares Urteil über die Vorgänge des Lebens, das uns befähigt, nicht hereinzufallen auf alle möglichen trüben okkultistischen Scharlatanerien, namentlich auf solche Dinge, bei denen, von gewissen Zentren ausgehend, ganz anderes angestrebt wird als die reine Wahrheit und wo verbreitet werden gewisse Okkultismen, um im Trüben fischen zu können für gewisse Ziele und Zwecke. Und wirklich dringend nötig ist es auch für unsere Bewegung, daß sie eine reine Scheidewand ziehe zwischen ihrem ehrlichen Wahrheitsstreben, das hervorgeht nur aus der Erkenntnis dessen, was in unserer Zeit der allgemeinen Geistesbewegung der Menschheit sich einverleiben muß, und alldem, was sich in vielfach unlauterer Weise gerade jetzt in der Welt geltend macht als Okkultismus, demgegenüber man gar nicht sagen darf, es stehe einem nicht an, sich für die entsprechenden Tatsachen zu interessieren. Man muß schon zwischen dem bloßen Aberglauben, der hereinfällt auf die «Wissenden» — aber im schrecklichsten Sinne «Wissenden» —, und der Geistesbewegung, die innerhalb unserer Strömung hell bleiben soll, eine Scheidewand ziehen, und man muß immer mehr keinen Zweifel darüber lassen, auf welcher Seite man nicht steht! Das ist durchaus notwendig. Sonst kommt man in einen gewissen Dusel hinein, der die allerschlimmsten Verheerungen anrichten kann. Weil diese Dinge gerade von mehr materialistischer Seite besprochen und bekanntgemacht und ganz gewiß von übelgesinnter Seite mißbraucht werden in der Zukunft, um allem Okkultismus etwas anzuhaben, möchte ich Sie schon hier heute — ich werde es vielleicht morgen sogar öffentlich tun müssen — auf gewisse Dinge aufmerksam machen, die schon geeignet sind, den Leuten über manches die Augen zu öffnen, und die notwendig machen zu betonen, mit was für Dingen, die oftmals als Okkultismus angesehen werden, wir nichts zu tun haben wollen, damit wir gerüstet und gewappnet sind, wenn der Augenblick kommen sollte, wo man mit diesen trüben Dingen dasjenige zusammenwerfen wird, was ehrliches geisteswissenschaftliches Streben ist.

[ 29 ] It is very important, my dear friends, that our genuine, clear judgment—our ability to assess external circumstances—not be compromised by our involvement in occultism; that we, so to speak, maintain sound common sense in evaluating external circumstances and not allow ourselves to be clouded by all manner of occultism. We need clear judgment regarding the events of life, which enables us not to fall prey to all manner of murky occult charlatanism—particularly those things that, originating from certain centers, pursue something entirely different from the pure truth, and where certain forms of occultism are propagated in order to fish in troubled waters for specific goals and purposes. And it is also truly urgently necessary for our movement to draw a clear line of demarcation between its honest pursuit of truth—which arises solely from the recognition of what must be incorporated into the general spiritual movement of humanity in our time—and everything that is currently asserting itself in the world in many dishonest ways as occultism, in the face of which one must by no means say that one is not obliged to take an interest in the relevant facts. One must draw a clear line between mere superstition, which has taken hold of the “knowers”—but “knowers” in the most dreadful sense—and the spiritual movement that is to remain pure within our current, and one must leave no doubt whatsoever as to which side one does not stand on! This is absolutely necessary. Otherwise, one falls into a certain state of delusion that can wreak the very worst havoc. Because these matters are being discussed and publicized from a more materialistic perspective—and will certainly be misused in the future by ill-intentioned parties to discredit all forms of occultism—I would like to draw your attention here today—and I may even have to do so publicly tomorrow—to certain things that are already capable of opening people’s eyes to many matters, and which make it necessary to emphasize that we want nothing to do with certain practices—often regarded as occultism—so that we may be prepared and equipped should the moment come when these dark practices are conflated with what is genuine spiritual scientific endeavor.

[ 30 ] Nehmen Sie eine solche Tatsache — wie gesagt, ich erwähne diese Dinge aus dem Grunde, weil sie heute eben bekannt werden, und weil wir nötig haben, dazu zu sagen, wie wir darüber denken —: In Paris lebt, ganz klar im Zusammenhange mit den Bestrebungen gewisser geheimer Orden, eine Persönlichkeit, die mediale Eigenschaften hat, deren mediale Eigenschaften auf die Menschen wirken, die bewundert wird als ein bedeutungsvolles Medium, die aber eben im Zusammenhange mit okkulten Strömungen der charakterisierten Art steht und, zum Teil bewußt, zum Teil unbewußt, solche okkulten Strömungen durch sich wirken läßt. Diese okkulte Persönlichkeit gibt ein Jahrbuch heraus: In dem Jahrbuch für 1913, das schon 1912 erschienen ist, lesen wir mit Bezug auf Österreich: Derjenige, welcher glaubt zu regieren in der Zukunft, wird nicht regieren, aber ein anderer, junger, wird regieren, von dem man noch nicht glaubt, daß er regieren werde. — Und in dem Jahrbuch, das 1913 für 1914 erscheint, wird diese Behauptung in noch deutlicherer Weise wiederholt.

[ 30 ] Take a fact like this—as I said, I mention these things because they are just now coming to light, and because we need to state our views on them—: In Paris, clearly in connection with the activities of certain secret orders, there lives a person who possesses mediumistic abilities—abilities that have an effect on people—and who is admired as a significant medium; yet this person is associated with occult currents of the kind described and, partly consciously and partly unconsciously, allows such occult currents to work through them. This occult figure publishes a yearbook: In the 1913 yearbook, which was already published in 1912, we read the following regarding Austria: “The one who believes he will rule in the future will not rule, but another, a young man, will rule—one whom people do not yet believe will rule.” — And in the yearbook published in 1913 for the year 1914, this assertion is repeated even more clearly.

[ 31 ] Diejenigen, die sich gerne beduseln lassen wollen, können ja, wenn sie wollen, die große Prophetengabe dieses Pariser Mediums bewundern, Aber derjenige, der mehr hell ist in seinem Geistesleben, der möchte doch auch solche Fäden ziehen, wie diese, die da sichtbar werden. Wenn man nun ein gewisses Blatt nimmt, das in Paris erscheint und das sich ja vielleicht vergleichen läßt mit der «B. Z. am Mittag» — «Paris Midi» heißt das Blatt —, da ist nun, nicht weit entfernt in der Zeit von jener Behauptung des Almanachs, schon im Jahre 1913 der entschiedene Wunsch ausgedrückt worden, der österreichische Erzherzog Ferdinand möge ermordet werden. — Und in demselben Blatt ist ausgesprochen — in der Zeit, als die dreijährige Dienstzeit in Frankreich verhandelt wurde —, daß, wenn es zu einer Mobilisierung kommen würde, in den ersten Tagen der Mobilisierung Jaures ermordet werden würde! Halten Sie das zusammen mit allen jenen Firlefanzereien, die jetzt gemacht werden, um möglichst einen Schleier zu breiten über die Geheimnisse, die hinter der Ermordung Jaure&s’ stehen, und damit, daß die Persönlichkeit, die jenen Almanach herausgegeben hat, in den ersten Tagen der Mobilisierung, im August 1914, nach Rom gefahren ist, um dort gewisse Kreise zu beeinflussen im antimitteleuropäischen Sinne. Halten Sie alle diese Tatsachen zusammen und versuchen Sie dann ein Urteil zu bilden, ob Sie es hier mit einer Prophetie zu tun haben oder mit etwas wesentlich anderem, was ich Ihnen wohl nicht weiter zu charakterisieren brauche. Aber studieren Sie daran, in wessen Dienst manchmal derjenige steht, der sich beduseln läßt und wenn da oder dort so etwas auftritt, wie in jenem Almanach, das sich später erfüllt, dann einfach von Prophetie spricht! Helles, klares Urteil ist schon notwendig, wenn man bedenkt, was an Unlauterkeit sich an die Rockschöße des Okkultismus hängt.

[ 31 ] Those who like to be led astray can, if they wish, admire the great prophetic gift of this Parisian medium. But anyone whose spiritual life is more enlightened would surely want to pull threads like the ones that are becoming visible here. If we now take a certain newspaper published in Paris—one that might perhaps be compared to the *B. Z. am Mittag*—the paper is called *Paris Midi*—we find that not long after the *Almanach*’s assertion, as early as 1913, a decisive desire was expressed that the Austrian Archduke Ferdinand be assassinated. — And in that same newspaper—at the time when the three-year military service term was being negotiated in France—it was stated that, should mobilization occur, Jaurès would be assassinated in the first days of mobilization! Consider this alongside all the nonsense that is now being peddled in an attempt to cast as much of a veil as possible over the secrets behind Jaurès’s assassination, and the fact that the person who published that almanac traveled to Rome in the first days of mobilization, in August 1914, traveled to Rome to influence certain circles there in an anti-Central European spirit. Consider all these facts together and then try to form a judgment as to whether you are dealing here with a prophecy or with something entirely different, which I need not further characterize for you. But consider this: in whose service does the person sometimes stand who allows himself to be beguiled? And when something like what appears in that almanac occurs here or there—and later comes to pass—people simply speak of prophecy! A clear and discerning judgment is indeed necessary when one considers the degree of dishonesty that clings to the coattails of occultism.

[ 32 ] Und wir können weiter zurückblicken. Diese westeuropäischen Orden haben ihre Abgesandten vom Beginn des 19. Jahrhunderts an in Rußland drüben gehabt. Die Leute werden sagen, in Rußland hat man die maurerischen Orden oder dergleichen nicht geduldet. — Um so mehr haben sie im Geheimen geblüht und um so stärkere Früchte haben sie getragen, und derjenige, der einmal die Geschichte der Slawophilen und des Panslawismus studieren wird, der wird die Quellen in jenen russischen Geheimbünden zu suchen haben. Wenn man einen erwischt hat, hat man ihn ja da- oder dorthin geschickt oder füsiliert; aber stattgefunden hat es, daß der Ihnen charakterisierte westeuropäische Okkultismus verbunden wurde mit dem russischen Geistesleben.

[ 32 ] And we can look back even further. These Western European orders have had their emissaries in Russia since the beginning of the 19th century. People will say that Masonic orders or the like were not tolerated in Russia. — All the more did they flourish in secret and bear all the more abundant fruit, and anyone who ever studies the history of the Slavophiles and Pan-Slavism will have to look for the sources in those Russian secret societies. When someone was caught, they were sent here or there or shot; but what actually happened was that the Western European occultism I have described to you was combined with Russian intellectual life.

[ 33 ] Man muß schon hineinsehen in die tieferen Zusammenhänge, die bestehen, wenn man ein Urteil über die Vorgänge der Welt haben will. Und wenn auch jetzt, solange wir gewissermaßen blockiert sind, über die Sache wenig gesprochen werden kann, auch deshalb, weil einige Daten fehlen würden: es wird schon die Zeit kommen, wo man sehen wird, welche Rolle bei der ganzen westeuropäischen Kriegsentfesselung gerade jene westeuropäischen Orden spielen, deren Fäden — und mehr als Fäden! — hineingehen in die englischen Ministerien, in die Pariser Ministerien und so weiter, und wie diese maurerischen Orden eine große Rolle gespielt haben namentlich in Westeuropa, als es sich darum handelte, den Anschluß Italiens an die sogenannte Entente zu bewirken. Die waren sehr, sehr eifrig, und waren wiederum mit gewissen Verbindungen Osteuropas in gutem Zusammenhang. Von den deutschen Maurern der niederen und höheren Grade, die ja in einem internationalen Weltenbunde selbstverständlich mit den anderen immer verbunden waren, «brüderliche Grüße» ausgetauscht haben, brüderliche Zusammenarbeit betont haben, von ihnen kann allerdings zur Entlastung gesagt werden, daß sie zu dumm waren, von der ganzen Geschichte nichts geahnt haben, in die sie eingefügt waren. Das muß man auch zu ihrer Entlastung ganz entschieden hervorheben. Und das ist die bedeutungsvollste Eigenschaft dieses mitteleuropäischen Maurertums, daß es düpiert worden ist bis zum letzten Moment, wie ja manche andere auch, die nicht gerade im Maurertum darin gestanden haben und von denen auch die Möglichkeit vorhanden gewesen wäre, daß sie sich vielleicht nicht hätten düpieren lassen.

[ 33 ] One must look into the deeper connections that exist if one wants to form a judgment about the events of the world. And even if, for the time being—while we are, so to speak, blocked—little can be said about the matter, partly because certain facts are missing, the time will come when it will become clear what role those very Western European orders played in the outbreak of war across Western Europe—orders whose threads—and more than just threads! — extend into the British ministries, the Parisian ministries, and so on—and how these Masonic orders played a major role, particularly in Western Europe, when it came to bringing about Italy’s accession to the so-called Entente. They were very, very zealous, and were, in turn, well connected to certain circles in Eastern Europe. As for the German Freemasons of the lower and higher degrees, who—as part of an international world federation—were of course always connected with the others, exchanging “fraternal greetings” and emphasizing fraternal cooperation, it can certainly be said in their defense that they were too naive to have any inkling of the entire affair in which they were embroiled. This must also be emphatically emphasized in their defense. And this is the most significant characteristic of this Central European Freemasonry: that it was duped right up to the very last moment—as were, indeed, many others who were not actually members of Freemasonry and for whom there might have been a possibility that they might not have allowed themselves to be duped.

[ 34 ] Wie oft mußte im Laufe der Zeit hervorgehoben werden, daß man sich einlassen soll auf die Betrachtung solcher Zusammenhänge und daß man namentlich gerade dann, wenn man sich in den Okkultismus einläßt, klares Urteil wird bewahren müssen. Jetzt liegt schon einmal die Notwendigkeit vor, in unserem Kreise auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Vieles, was gesagt worden ist, was im Laufe der Jahre so eingeflossen ist, ist nur allzuwenig berücksichtigt worden, man hat allzuwenig auf die Dinge hingehört. Daher gibt es schon manches in unserer Bewegung, was einen gerade in unserer gegenwärtigen Zeit mit Betrübnis erfüllen kann. Unsere mitteleuropäische Bewegung ist wirklich auf einer anderen Basis begründet als andere ähnliche Bewegungen. Denken Sie nur einmal an das eine, daß wir unsere mitteleuropäische Bewegung ja schon vergleichen können mit einem lebendigen Wesen. Sie hat die Eigenschaft eines lebendigen Wesens. Wenn man einen Verein gründet, an den die Leute sich anschließen und aus dem sie wieder austreten, so ist dieser Verein nicht zu vergleichen mit einem lebendigen Wesen. Es ist gewiß vieles falsch von dem, was Weismann gesagt hat über ein lebendiges Wesen, aber das eine ist richtig: daß ein lebendiges Wesen einen Leichnam zurückläßt, wenn es seine Seele zurückzieht. Das trifft genau auf unsere Gesellschaft zu, in anderer Weise als auf andere Gesellschaften. Unsere Gesellschaft hat das Lebendige in sich, daß sie unsere Zyklen an die Mitglieder abgibt, die nun bei den Mitgliedern sind. Wenn eine andere Vereinigung sich auflöst, so gehen die Mitglieder auseinander, da bleibt kein Leichnam zurück. Man kann die schönsten Ideale haben und kann ruhig wieder auseinandergehen. Denken Sie aber, wenn wir auseinandergehen: die ganze Summe der Zyklen bleibt zurück. Das ist der Leichnam! Das ist das Zeugnis dafür, daß wir nicht auf strohernen Prinzipien, auf Programmen, sondern auf etwas Lebendigem begründet sind. Dieses andere wird derjenige, der die Sache betrachten will, schon finden. Und außerdem mußte unsere ganze Bewegung die Form annehmen, die sie angenommen hat. Wie schwer, wie unendlich schwer war es, ich möchte sagen, unser Schiffchen hindurchzusteuern durch all die Klippen, die Sie jetzt ein bißchen erkennen werden, wenn Sie auf all das schauen, was notwendig war, um das, was in Mitteleuropa sich geltend machen mußte, aus Westeuropas Umgarnung, die von Anfang an da war, herauszureißen und zu befreien. Und solchem gegenüber kann es einen schon etwas betrüben, wenn gerade in der heutigen ernsten, schicksaltragenden Zeit vielfach innerhalb unserer Bewegung die Tatsache hervorgetreten ist, daß die persönlichen Streitigkeiten seit dem Kriegsbeginne nicht nur nicht abgenommen haben, sondern in vermehrter Weise wuchern, in furchtbarer Weise eigentlich wuchern. Dieses Hingelenktsein der Seele auf die persönlichen Angelegenheiten gegenüber dem Großen der Bewegung, das ist ja so stark aufgetreten gerade in dieser Zeit. Es hat etwas Betrübliches, meine lieben Freunde, daß in dieser Zeit sich so wenig das Bewußtsein zeigt, daß man doch wahrhaftig nicht wie bei einem gewöhnlichen Verein innerhalb dieser Bewegung darinsteht und daß man nicht wie aus einem gewöhnlichen Verein austritt, wenn einem dies oder jenes nicht paßt! Wir können nicht dagegen geltend machen, so und so viele seien unschuldig an dem, was so geschieht; sondern gerade wenn man auf okkultem Boden steht, müssen die Tatsachen berücksichtigt werden.

[ 34 ] How often, over the years, has it been necessary to emphasize that one should engage in the consideration of such connections and that, especially when one delves into occultism, one must maintain clear judgment. Now, at any rate, there is a need to draw attention to such matters within our circle. Much of what has been said—what has been incorporated over the years—has been given far too little consideration; people have paid far too little attention to these matters. Consequently, there are already many things within our movement that can fill one with sorrow, especially in our present time. Our Central European movement is truly founded on a different basis than other similar movements. Just consider this one point: we can indeed compare our Central European movement to a living being. It possesses the qualities of a living being. When one founds an association that people join and later leave, that association cannot be compared to a living being. Much of what Weismann said about a living being is certainly wrong, but one thing is true: that a living being leaves behind a corpse when it withdraws its soul. This applies precisely to our society, though in a different way than to other societies. Our society possesses the quality of life in that it passes on our cycles to the members, who now carry them within themselves. When another association dissolves, the members go their separate ways; no corpse remains behind. One can hold the most beautiful ideals and still part ways peacefully. But consider this: when we go our separate ways, the entire sum of our cycles remains behind. That is the corpse! That is the testimony that we are founded not on rigid principles or programs, but on something living. Anyone who wishes to examine the matter will surely discover this other aspect. And besides, our entire movement had to take the form that it has taken. How difficult, how infinitely difficult it was—I would say—to steer our little ship through all the reefs, which you will now begin to recognize a little when you look at everything that was necessary to wrest and liberate what had to assert itself in Central Europe from Western Europe’s entanglement, which had been there from the very beginning. And in light of this, it can indeed be somewhat disheartening that, especially in today’s grave, fateful times, the fact has become apparent in many quarters within our movement that personal disputes have not only failed to diminish since the outbreak of the war but are proliferating—in fact, proliferating in a truly terrible way. This fixation of the soul on personal matters rather than on the greater purpose of the movement has become particularly pronounced during this very time. There is something sad, my dear friends, about the fact that so little awareness is evident at this time that we are truly not part of this movement as one would be in an ordinary association, and that one does not simply leave it as one would an ordinary association if this or that does not suit one! We cannot argue that so-and-so many are innocent of what is happening; rather, precisely when one stands on occult ground, the facts must be taken into account.

[ 35 ] Demgegenüber muß schon gesagt werden: Wenn diese Dinge möglich sind und geschehen sind, dann läßt sich in der Form, wie die Gesellschaft besteht, nicht weiterarbeiten in der Gesellschaft! — Es läßt sich nicht weiterarbeiten, wenn nicht das Bewußtsein Platz greift, daß diese Gesellschaft etwas Lebendiges, etwas Wahrhaftiges und kein Verein ist, aus dem man austreten kann, wenn einem etwas nicht paßt. Selbstverständlich kann niemand zurückgehalten werden. Darauf kommt es aber nicht an bei dem, was ich jetzt sage. Wenn das Bewußtsein davon nicht existiert, dann kann man nur sagen, müssen die Dinge, die erreicht werden sollen in unserer Geisteskultur, eben auf andere Weise erreicht werden als durch die Gesellschaft, die dann nur ein Hindernis ist. Dasjenige, was durch unsere Bewegung gehen muß und was alles andere richtig machen wird, das ist das reinste, ehrliche Wahrheitsstreben, aber bloß dieses, bloß das reinste Wahrheitsstreben. Denn zunächst haben wir die Aufgabe, durch dieses reine Wahrheitsstreben ein neues Element in die Geistesentwickelung der Menschheit hineinzubringen. Daher ist es schon notwendig, daß gewisse Dinge zunächst eingesehen werden.

[ 35 ] In contrast, it must be said: If these things are possible and have happened, then we cannot continue to work within society as it currently exists! — We cannot continue working unless the awareness takes hold that this society is something living, something genuine, and not merely an association that one can leave if something does not suit one. Of course, no one can be held back. But that is not the point of what I am saying now. If that awareness does not exist, then one can only say that the goals we seek to achieve in our spiritual culture must be achieved by means other than through this society, which is then merely an obstacle. What must flow through our movement and what will set everything else right is the purest, most sincere pursuit of truth—and nothing but that, nothing but the purest pursuit of truth. For our immediate task is to introduce a new element into the spiritual development of humanity through this pure pursuit of truth. Therefore, it is essential that certain things be understood first.

[ 36 ] Es ist keine untergeordnete Sache, wenn ich auf so etwas, wie das Folgende, aufmerksam mache. Immer wieder kommt es vor — aber man betrachtet das auch so wie eine untergeordnete Tatsache —, daß der oder jener zu mir kommt und nicht um irgend etwas frägt, was sich auf das seelische Leben oder dergleichen bezieht, sondern etwas, was man den Arzt frägt. Da muß ich immer darauf aufmerksam machen: Man soll sich vertrauensvoll an diejenigen ärztlichen Persönlichkeiten wenden, die innerhalb unserer Gesellschaft da sind. — Das ist notwendig. Selbstverständlich ist es richtig, daß die reinste Arzneikunst und die richtigste Medizin im Zusammenhang mit unserer Bewegung stehen. Aber wenn mir selbst dasjenige Feld ordentlich verbleiben soll, durch das ich wirken soll, dann muß von meiner Person freigehalten werden alles dasjenige, was mit ärztlichen Ratschlägen zusammenhängt. Und schon deshalb ist das notwendig, weil klar werden muß, daß das auch eine Art von Einlullen ist, wenn man sagt: Die offizielle Medizin da draußen, die ist ja nichts, also wendet man etwas anderes an. — Vielmehr kommt es uns darauf an oder soll es uns wenigstens darauf ankommen, daß wir dasjenige, was wir versuchen wollen, nicht unter der Hand, sondern in ehrlicher, offener Weise machen, und daß nicht die Tendenz bei uns herrscht, Gesetze oder äußere Usancen zu umgehen. Vielmehr handelt es sich darum, solche äußeren Zustände herbeizuführen, die es erst möglich machen, daß vernünftiges Gehaben und Gebaren in der Menschheitsentwickelung Platz greift. Es muß jeder wissen, daß er, wenn er nicht durch die offizielle Medizin kuriert werden will, vor allen Dingen das Seine beizutragen hat, daß die Tyrannis der offiziellen Medizin aufhört, und er soll nicht vorher auf allerlei Schleichwegen eine Kuriererei aufsuchen. Selbstverständlich trifft das nicht den einen oder anderen, der gerade seine Tätigkeit auf diesen Zweig wendet; es trifft ihn sogar so, daß das gerade das Richtige ist. Aber es ist notwendig, daß man auch ganz ernst nehme, was ich immer wieder und wieder betone: Man wende sich an unsere ärztlichen Persönlichkeiten, wenn es sich um Arzneikunde handelt. Selbstverständlich findet jeder bei mir einen freundschaftlichen Rat, wenn er den haben will; aber die Richtung, in der prinzipiell dasjenige liegen muß, was uns vonnöten ist, die muß doch heute verstanden werden.

[ 36 ] It is no trivial matter when I draw attention to something like what follows. It happens time and again—though people tend to regard it as a minor matter—that this or that person comes to me and asks not about anything related to spiritual life or the like, but about something one would ask a doctor. In such cases, I must always point out: One should turn with confidence to the medical professionals who are present within our society. — That is necessary. Of course, it is true that the purest art of healing and the most effective medicine are connected to our movement. But if I am to retain the proper scope of the field through which I am meant to work, then everything related to medical advice must be kept separate from my person. And this is necessary precisely because it must be made clear that it is also a kind of lull when people say: “Official medicine out there is worthless, so we’ll use something else.” — Rather, what matters to us—or at least should matter to us—is that we carry out what we intend to do not covertly, but in an honest and open manner, and that we do not succumb to the tendency to circumvent laws or external customs. Rather, the point is to bring about external conditions that make it possible in the first place for sensible behavior and conduct to take root in human development. Everyone must know that if they do not wish to be treated by conventional medicine, they must first and foremost do their part to bring an end to the tyranny of conventional medicine, and they should not first seek treatment through all sorts of underhanded means. Of course, this does not apply to those who are currently devoting their work to this field; in fact, for them, this is precisely the right course of action. But it is necessary to take very seriously what I emphasize time and again: Turn to our medical experts when it comes to pharmacology. Of course, everyone will find friendly advice from me if they want it; but the direction in which, in principle, what we need must lie—that must be understood today.

[ 37 ] Ich habe versucht, Ihnen einiges wenigstens skizzenhaft zu geben, was Ihnen wichtig sein kann und was auch den Blick schärfen kann für verschiedene Dinge, die notwendigerweise geschehen mußten. Es könnte schon auch gut sein, wenn man ein bißchen darüber nachdenken würde, daß doch ein tieferer Zusammenhang war in jenem rechtzeitigen Loslösen unserer mitteleuropäischen Geistesbewegung von all dem Blech, das sich zuletzt in die Besant-Richtung hineingeschoben hat und das sich jetzt in einer so sonderbaren Weise bis zu den schlimmsten Verleumdungen entlädt. Denn das darf doch noch gesagt werden, obwohl ich, wie gesagt, durchaus nicht alte Streitigkeiten aufwärmen will: Unter den Dingen, die jetzt Mrs. Besant in ihrer englischen Zeitschrift abdruckt, befindet sich zum Beispiel die Lächerlichkeit, daß sie sagt, das Bestreben von mir wäre gewesen, möglichst zum Präsidenten der ganzen Theosophical Society gewählt zu werden, um nach Indien zu kommen und sie, Mrs. Besant, dort zu verdrängen von ihrem Wirkungskreise, und der eigentliche Grund, warum das angestrebt worden wäre von mir, der wäre gewesen, daß ich und die anderen, die zu mir gehören, eigentlich Agenten der deutschen Regierung wären, die nichts geringeres angestrebt hätten, als durch allerlei okkulte Machinationen eine Art Pangermanismus an die Stelle des Angelsachsentums zu setzen und von Indien aus namentlich die englische Regierung aus dem Sattel zu heben! Diese Dinge sind in viel schärferer Form jetzt in Artikeln von Mrs. Besant zu finden. Sie weiß auch auf anderen Gebieten noch solches Blech zu reden, das sich würdig dem Alcyone-Blech an die Seite setzen kann. Allerdings hört man jetzt, daß Alcyone abgesetzt worden sein soll von der Würde, der Christus-Träger zu werden. Na, um Alcyone einzusetzen, hat man andere abgesetzt, nicht wahr! Es war ja immer nach Bedürfnis der eine oder andere eingesetzt worden. Sogar der russische Thronfolger war ja schon in gewissen esoterischen Kreisen mit der Würde bedacht worden, der Christus-Träger zu werden, der junge Alexej! Der vorherige mußte natürlich abgesetzt werden. Aber es waren vorher schon andere, es gab sogar gleichzeitig verschiedene! Nun ja, wenn der eine das dem anderen nicht sagen darf — so immer angedeutet, geheimnisvoll, nicht wahr —, so kann man ja manches auch gleichzeitig haben!

[ 37 ] I have tried to give you at least a rough outline of what might be important to you and what might also sharpen your perspective on various things that were bound to happen. It might also be good to reflect a little on the fact that there was, after all, a deeper connection in that timely separation of our Central European spiritual movement from all the drivel that had recently crept into the Besant camp and that is now, in such a strange way, erupting into the worst kinds of slander. For that much can still be said, although, as I have said, I have absolutely no desire to rehash old disputes: Among the things Mrs. Besant is now publishing in her English journal is, for example, the absurd claim that my aim was to be elected president of the entire Theosophical Society, if possible, in order to go to India and oust her, Mrs. Besant, from her sphere of influence there, and that the real reason I would have sought this would have been that I and the others who belong to me are actually agents of the German government, who would have sought nothing less than to replace Anglo-Saxon dominance with a kind of Pan-Germanism through all sorts of occult machinations, and, from India, to unseat the English government in particular! These things can now be found in much harsher form in articles by Mrs. Besant. She also knows how to spout such nonsense in other areas that can stand side by side with the Alcyone nonsense. However, one now hears that Alcyone is said to have been removed from the position of becoming the Christ-Bearer. Well, to install Alcyone, others had to be deposed, didn’t they! After all, one or the other had always been installed as needed. Even the Russian heir to the throne had already been bestowed with the honor of becoming the Christ-Bearer in certain esoteric circles—young Alexei! The previous one, of course, had to be deposed. But there had been others before that—there were even several at the same time! Well, if one isn’t allowed to tell the other—always hinted at, mysteriously, isn’t it—then one can certainly have several things at once!

[ 38 ] Aber sehen Sie, wenn man diese Dinge allzu leichtfertig hinnimmt, so beachtet man nicht so etwas wie dieses, das ich doch auch erwähnen will: Es war im Jahre 1909, da bildete sich, als der schlimmste Leadbeater-Besant-Rummel losging — also «das erste Schlimmste» —, eine Gesellschaft, die international sein sollte. Ein langjähriger Freund Mrs. Besants, der ihr früher immer die Bücher korrigiert hat auf die wissenschaftlichen Fehler hin, Mr. Keightley, war dazumal namentlich verbunden mit jener internationalen Gesellschaft, die gegen Besant von Indien aus begründet werden sollte. Dazumal wurde mir geschrieben, ob ich nicht die Präsidentschaft dieser internationalen Gesellschaft annehmen wollte. Sie wurde mir angeboten von Indien aus. 1909 war der Kongreß in Budapest. Vor Zeugen sagte ich damals Mrs. Besant, daß mir diese Präsidentschaft angeboten worden war. Ich habe das allerdings nur einigen Menschen gesagt dann auf dem Schiffe, um ihr gleich darauf zu sagen: Aber ich habe im Verhältnis zu der okkulten Bewegung nichts anderes als einer zu sein, der innerhalb des deutschen Volkstums dasjenige zu vertreten hat, was er zu vertreten hat, und außerhalb von diesem Deutschtum werde ich nicht eine okkulte Stellung irgendwie einnehmen. — Und jetzt wagt sie es, in einer Zeitung zu sagen, es wäre von mir angestrebt worden, von Indien aus zur Präsidentschaft zu gelangen! Ich habe immer von objektiven Unwahrheiten gesprochen in bezug auf zahlreiche Dinge, die Mrs. Besant ausgesprochen hat. Aber wenn man so etwas erlebt, daß ich ihr ausdrücklich gesagt habe, ich wolle innerhalb der Theosophischen Gesellschaft niemals etwas anderes sein als höchstens der Generalsekretär der deutschen Sektion oder etwas, was diese umfaßt, dann braucht man nicht mehr von objektiver Unwahrheit zu reden, sondern dann kann man ruhig sagen: Da liegt von seiten Mrs. Besants nicht eine objektive Unwahrheit, sondern ebenso, wie bei der Jesuiten-Beschuldigung, eine bewußte Lüge vor. Und wer heute Mrs. Besant verteidigen will, muß dasjenige mit nehmen, daß einer, der die Verhältnisse kennt, ihm sagt, er verteidige also eine bewußte Lügnerin. Und wenn man zusammennimmt den Jesuiten-Vorwurf und diese Sache und den ganzen Feldzug jetzt, der aus dem englischen Chauvinismus heraus unternommen wird gegen dasjenige, was hier gewollt wird, dann kann man auch reden von systematischem Lügenfeldzug, der durchaus vorhanden ist.

[ 38 ] But you see, if one accepts these things too lightly, one overlooks something like this, which I would also like to mention: It was in 1909, when the worst of the Leadbeater-Besant hype was in full swing—that is, “the first worst”—that a society was formed that was intended to be international. A longtime friend of Mrs. Besant’s, Mr. Keightley—who had previously always corrected her books for scientific errors—was at that time specifically associated with that international society that was to be founded from India against Besant. At that time, I was written to asking if I would accept the presidency of this international society. It was offered to me from India. In 1909, the congress was held in Budapest. In the presence of witnesses, I told Mrs. Besant at that time that this presidency had been offered to me. I did, however, mention this only to a few people on the ship, in order to tell her immediately afterward: But as far as the occult movement is concerned, my role is nothing other than to be someone who, within German culture, represents what he is called upon to represent, and outside of that German context, I will not assume any occult position whatsoever. — And now she dares to say in a newspaper that I had sought to attain the presidency from India! I have always spoken of objective untruths regarding numerous things Mrs. Besant has stated. But when one experiences something like this—that I explicitly told her I never wanted to be anything within the Theosophical Society other than, at most, the General Secretary of the German Section or something encompassing it—then one no longer needs to speak of objective untruths, but can calmly say: In this case, on Mrs. Besant’s part, there is not an “objective untruth,” but—just as with the Jesuit accusation—a deliberate lie. And anyone who wants to defend Mrs. Besant today must accept that someone who knows the facts is telling them that they are, in effect, defending a deliberate liar. And if one considers the Jesuit accusation, this matter, and the entire campaign now being waged out of English chauvinism against what is being sought here, then one can also speak of a systematic campaign of lies, which is certainly taking place.

[ 39 ] Wer die Worte zu stark findet, der muß bedenken, daß von mir nie etwas gesagt wird, was Angriffe bedeutet, sondern immer erst gesprochen wird, wenn es Abwehr ist. Das sollten namentlich alle diejenigen berücksichtigen, die immer davon sprechen, man müsse gleiches Recht nach beiden Seiten walten lassen. Bei uns hat man gleiches Recht walten lassen, indem man einfach sich die Augen verschlossen hat — wenigstens hernach — gegen dasjenige, was wahr ist, auch auf unserem Gebiete! Es muß schon einmal diese gegenwärtige, schicksaltragende Zeit dazu führen, die Dinge der Wahrheit gemäß in ihrem vollen, wahren, ehrlichen Ernst anzuschauen und danach zu handeln. Denn das ist doch wahr, daß alle diese Opfer, die jetzt gebracht werden in Hunderten und aber Hunderten von Toden, dann zum Heil der Menschheit vollbracht worden sind, wenn sie hier auf der Erde Seelen finden, die über die Zeit in der richtigen Weise zu denken und zu fühlen verstehen! Das, was sich da oben vorbereitet in der geistigen Welt, wenn es richtig angesehen wird von den Verstehenden, wird dann zu Kräften werden in der Zukunft, welche gerade von verständigen, okkultistisch empfindenden Seelen umgewandelt werden zu vorwärtsbewegenden Kräften in der Menschheit. Wenn es nicht verstanden wird, dann wird in geistiger Beziehung das Ereignis der Gegenwart so vorübergehen, daß gerade diejenigen Kräfte, die da oben sind in der geistigen Welt als Ergebnisse der Hunderte und aber Hunderte von Opfertoden, in die Hände des Ahriman geführt werden. In diesem Zusammenhang sagte ich immer:

[ 39 ] Anyone who finds these words too strong must bear in mind that I never say anything intended as an attack, but only speak when it is a matter of self-defense. This should be taken into account, in particular, by all those who are always saying that equal rights must be granted to both sides. In our case, “equal rights” have been upheld simply by turning a blind eye—at least in hindsight—to what is true, even in our own sphere! This present, fateful time must finally lead us to view things in accordance with the truth, in all their full, genuine, and honest gravity, and to act accordingly. For it is indeed true that all these sacrifices, now being made in the form of hundreds upon hundreds of deaths, will have been accomplished for the salvation of humanity if they find souls here on earth who, in due time, understand how to think and feel in the right way! What is being prepared up there in the spiritual world—if viewed correctly by those who understand—will then become forces in the future that will be transformed by discerning, spiritually sensitive souls into forces that propel humanity forward. If it is not understood, then, in a spiritual sense, the events of the present will pass in such a way that precisely those forces which exist up there in the spiritual world—as the results of hundreds upon hundreds of sacrificial deaths—will fall into the hands of Ahriman. In this connection, I have always said:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geist-bewußt<

Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls, spiritually aware<

Their minds toward the spirit realm.