Central Europe between East and West
GA 174a
17 February 1918, Munich
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Mitteleuropa zwischen Ost und West
Zehnter Vortrag
Zehnter Vortrag
[ 1 ] Es wird heute meine Aufgabe sein, von den Grundlagen geistiger Betrachtungsweise, die wir neulich hier gepflogen haben, überzugehen zu solchen geistigen Vorgängen, welche in einer gewissen Beziehung unmittelbar hinter unserem, uns so schwer in die Seele hereinsprechenden Zeitleben liegen.
[ 1 ] Es wird heute meine Aufgabe sein, von den Grundlagen geistiger Betrachtungsweise, die wir neulich hier gepflogen haben, überzugehen zu solchen geistigen Vorgängen, welche in einer gewissen Beziehung unmittelbar hinter unserem, uns so schwer in die Seele hereinsprechenden Zeitleben liegen.
[ 2 ] Es ist ja, wie Sie sich denken können, in demjenigen, was wir im Sinne unserer Geisteswissenschaft das Zusammenleben mit den Kräften nennen, die von den sogenannten Toten hereinströmen in das Reich, in dem wir selber sind während unserer Inkarnation, es ist in diesem Zusammenleben zu gleicher Zeit mit aller Lebendigkeit zu beobachten, was gerade geistig einer so schweren Zeit zugrunde liegen kann. Nun suchen allerdings die Menschen der Gegenwart wenig nach den geistigen Hintergründen des Daseins. Dieses Nichtsuchen nach den geistigen Hintergründen des Daseins hängt viel enger, als man eigentlich denkt, damit zusammen, daß diese schwere Katastrophe über die Menschheit in der Gegenwart hereingebrochen ist. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in der Zeit, die als das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden kann, gegenüber früheren Zeitläufen für das Ganze der menschlichen Entwickelung große, umfassende Veränderungen sich vollzogen haben. Ich habe wiederholt hingewiesen auf das Ende der siebziger Jahre, habe darauf hingewiesen, daß das Ende der siebziger Jahre einen bedeutsamen Einschnitt in der Entwickelung der Menschheit bedeutet. Man muß zugeben, daß die wenigsten Menschen in der Gegenwart sehen, wie grundverschieden das geistige Leben seit dem Ende der siebziger Jahre von dem ist, was vorangegangen ist. Ich möchte sagen: Die Menschen haben, um dies zu sehen, viel zu wenig Distanz gewonnen. — Man kann ja so etwas nur dann sehen, wenn man es in seinen Unterschieden, in seiner Differenzierung beobachten kann, wenn man nicht unmittelbar in der Sache drinnensteht, sondern einen gewissen Abstand davon gewonnen hat. Dieser Abstand muß allerdings, wenn die Menschheit nicht einem noch größeren Elend entgegensehen soll, von dieser Menschheit möglichst bald gewonnen werden. Denn es herrscht in unserer Gegenwart, geistig betrachtet, ein ganz merkwürdiger, wirklich lebendiger Widerspruch. Und indem ich diesen Widerspruch so bezeichne, werden Sie eigentlich ihn außerordentlich grotesk finden: Es war keine Zeit in der Menschheitsentwickelung, die geschichtlich verfolgt werden kann, so spirituell wie die Zeit, in der wir leben, die Zeit seit dem Ende der siebziger Jahre. Wir leben, geschichtlich betrachtet, in der allerspirituellsten Zeit. Und wir leben doch — was unleugbar ist — so, daß sehr viele Menschen, die gerade vermeinen, recht spirituell zu sein, glauben können, die Zeit wäre ganz materialistisch. Sehen Sie, materialistisch dem Leben nach ist unsere Zeit nicht; dem Glauben vieler Menschen nach, und dem nach, was aus diesem Glauben vieler Menschen fließt, ist unsere Zeit ja gewiß materialistisch. Was meint man eigentlich damit, wenn man sagt, unsere Zeit sei spirituell?
[ 2 ] Es ist ja, wie Sie sich denken können, in demjenigen, was wir im Sinne unserer Geisteswissenschaft das Zusammenleben mit den Kräften nennen, die von den sogenannten Toten hereinströmen in das Reich, in dem wir selber sind während unserer Inkarnation, es ist in diesem Zusammenleben zu gleicher Zeit mit aller Lebendigkeit zu beobachten, was gerade geistig einer so schweren Zeit zugrunde liegen kann. Nun suchen allerdings die Menschen der Gegenwart wenig nach den geistigen Hintergründen des Daseins. Dieses Nichtsuchen nach den geistigen Hintergründen des Daseins hängt viel enger, als man eigentlich denkt, damit zusammen, daß diese schwere Katastrophe über die Menschheit in der Gegenwart hereingebrochen ist. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in der Zeit, die als das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden kann, gegenüber früheren Zeitläufen für das Ganze der menschlichen Entwickelung große, umfassende Veränderungen sich vollzogen haben. Ich habe wiederholt hingewiesen auf das Ende der siebziger Jahre, habe darauf hingewiesen, daß das Ende der siebziger Jahre einen bedeutsamen Einschnitt in der Entwickelung der Menschheit bedeutet. Man muß zugeben, daß die wenigsten Menschen in der Gegenwart sehen, wie grundverschieden das geistige Leben seit dem Ende der siebziger Jahre von dem ist, was vorangegangen ist. Ich möchte sagen: Die Menschen haben, um dies zu sehen, viel zu wenig Distanz gewonnen. — Man kann ja so etwas nur dann sehen, wenn man es in seinen Unterschieden, in seiner Differenzierung beobachten kann, wenn man nicht unmittelbar in der Sache drinnensteht, sondern einen gewissen Abstand davon gewonnen hat. Dieser Abstand muß allerdings, wenn die Menschheit nicht einem noch größeren Elend entgegensehen soll, von dieser Menschheit möglichst bald gewonnen werden. Denn es herrscht in unserer Gegenwart, geistig betrachtet, ein ganz merkwürdiger, wirklich lebendiger Widerspruch. Und indem ich diesen Widerspruch so bezeichne, werden Sie eigentlich ihn außerordentlich grotesk finden: Es war keine Zeit in der Menschheitsentwickelung, die geschichtlich verfolgt werden kann, so spirituell wie die Zeit, in der wir leben, die Zeit seit dem Ende der siebziger Jahre. Wir leben, geschichtlich betrachtet, in der allerspirituellsten Zeit. Und wir leben doch — was unleugbar ist — so, daß sehr viele Menschen, die gerade vermeinen, recht spirituell zu sein, glauben können, die Zeit wäre ganz materialistisch. Sehen Sie, materialistisch dem Leben nach ist unsere Zeit nicht; dem Glauben vieler Menschen nach, und dem nach, was aus diesem Glauben vieler Menschen fließt, ist unsere Zeit ja gewiß materialistisch. Was meint man eigentlich damit, wenn man sagt, unsere Zeit sei spirituell?
[ 3 ] Ja, wir haben zunächst eine naturwissenschaftliche Weltbetrachtung: gegenüber dieser naturwissenschaftlichen Weltbetrachtung ist alles frühere an naturwissenschaftlicher Weltbetrachtung matertalistisch! Wir haben nämlich eine solche naturwissenschaftliche Weltbetrachtung, welche zu den feinsten, durchgeistigtsten Begriffen sich aufschwingt. Das merkt am besten derjenige, welcher das Dasein über die unmittelbare physische Gegenwart hinaus sieht.
[ 3 ] Ja, wir haben zunächst eine naturwissenschaftliche Weltbetrachtung: gegenüber dieser naturwissenschaftlichen Weltbetrachtung ist alles frühere an naturwissenschaftlicher Weltbetrachtung matertalistisch! Wir haben nämlich eine solche naturwissenschaftliche Weltbetrachtung, welche zu den feinsten, durchgeistigtsten Begriffen sich aufschwingt. Das merkt am besten derjenige, welcher das Dasein über die unmittelbare physische Gegenwart hinaus sieht.
[ 4 ] Von den meisten Vorstellungen, die heute im spirituellen Sinne gut gemeint sind, haben die sogenannten Toten außerordentlich wenig, die sogenannten Toten. Von den naturwissenschaftlichen Vorstellungen in der Gegenwart, wenn sie unbefangen nachgedacht werden, haben sie außerordentlich viel. Und interessant ist es, daß der sogenannte materialistische Darwinismus gerade im Reiche der Toten ganz spirituell aufgefaßt und auch angewandt wird. Die Dinge nehmen sich im Leben eben ganz anders aus, als sie sich oftmals ausnehmen in dem Glauben, in dem oft sehr irrtümlichen Glauben, der herbeigeführt wird durch das, was die Menschen hier im Leibe erleben. Was meine ich eigentlich, wenn ich zunächst auf das naturwissenschaftlich Spirituelle hinweise? Ja, sehen Sie, um diese Begriffe auszubilden, um sich aufzuschwingen zu solchen Gedanken, wie man sie heute über die Entwickelung und so weiter hat, dazu gehört eine Geistigkeit, die nicht vorhanden war in früheren Zeiten. Es ist viel leichter, Gespenster zu sehen und sie für Geistiges zu halten, als fein ausziselierte Begriffe über dasjenige auszubilden, was scheinbar materiell nur ist. Dies hat bewirkt, daß die Menschen in ihrem Seelenleben die durchgeistigtsten Begriffe ausbilden und diese durchgeistigten Begriffe verleugnen. Sie dichten diesen durchgeistigten Begriffen an, daß sie nur über Materielles etwas aussagen dürften. Die materialistische Interpretation unserer naturwissenschaftlichen Weltanschauung ist nichts anderes als eine Verleumdung des eigentlichen Charakters der naturwissenschaftlichen Weltanschauung. Sie ist hervorgegangen aus einem Hang, der im Grunde genommen Feigheit ist! Man bringt es nicht dazu, mit seinem lebendigen Empfinden bei den fein durchgeistigten Begriffen zu leben, die Geistigkeit in solcher — wenn ich mich so ausdrücken darf — Verdünnung zu erfassen, wie sie erfaßt werden muß, wenn man reinliche Begriffe über die Natur sich ausbildet. Man getraut sich nicht zu gestehen, daß man im Geistigen lebt, im Geiste lebt, wenn man solche verdünnten, vergeistigten Begriffe hat, und deshalb lügt man sich an, indem man sagt: Diese Begriffe bedeuten nur Materielles —, was nicht wahr ist, was nur ein Selbstbelügen ist. Und so ist es auch auf anderen Gebieten des Lebens. Man kann darauf hinweisen — ich habe es auch vorgestern getan —, daß zum Beispiel für manches künstlerische‘ Schaffen in der Gegenwart nur durch das spiritualisierte, verfeinerte Empfinden Werte zutage getreten sind, die frühere Kunstentwickelungs-Epochen gar nicht gehabt haben. Es ist ganz zweifellos, daß heute manches zutage tritt auf dem Gebiete des künstlerischen Schaffens, das man vergebens bei Raffael oder Michelangelo suchen würde. Dieser Umschwung im geistigen Leben ist herbeigeführt worden durch ein ganz bestimmtes geistiges Ereignis. Und dieses geistige Ereignis möchte ich heute von gewissen Gesichtspunkten aus wiederum vor — Ihnen charakterisieren.
[ 4 ] Von den meisten Vorstellungen, die heute im spirituellen Sinne gut gemeint sind, haben die sogenannten Toten außerordentlich wenig, die sogenannten Toten. Von den naturwissenschaftlichen Vorstellungen in der Gegenwart, wenn sie unbefangen nachgedacht werden, haben sie außerordentlich viel. Und interessant ist es, daß der sogenannte materialistische Darwinismus gerade im Reiche der Toten ganz spirituell aufgefaßt und auch angewandt wird. Die Dinge nehmen sich im Leben eben ganz anders aus, als sie sich oftmals ausnehmen in dem Glauben, in dem oft sehr irrtümlichen Glauben, der herbeigeführt wird durch das, was die Menschen hier im Leibe erleben. Was meine ich eigentlich, wenn ich zunächst auf das naturwissenschaftlich Spirituelle hinweise? Ja, sehen Sie, um diese Begriffe auszubilden, um sich aufzuschwingen zu solchen Gedanken, wie man sie heute über die Entwickelung und so weiter hat, dazu gehört eine Geistigkeit, die nicht vorhanden war in früheren Zeiten. Es ist viel leichter, Gespenster zu sehen und sie für Geistiges zu halten, als fein ausziselierte Begriffe über dasjenige auszubilden, was scheinbar materiell nur ist. Dies hat bewirkt, daß die Menschen in ihrem Seelenleben die durchgeistigtsten Begriffe ausbilden und diese durchgeistigten Begriffe verleugnen. Sie dichten diesen durchgeistigten Begriffen an, daß sie nur über Materielles etwas aussagen dürften. Die materialistische Interpretation unserer naturwissenschaftlichen Weltanschauung ist nichts anderes als eine Verleumdung des eigentlichen Charakters der naturwissenschaftlichen Weltanschauung. Sie ist hervorgegangen aus einem Hang, der im Grunde genommen Feigheit ist! Man bringt es nicht dazu, mit seinem lebendigen Empfinden bei den fein durchgeistigten Begriffen zu leben, die Geistigkeit in solcher — wenn ich mich so ausdrücken darf — Verdünnung zu erfassen, wie sie erfaßt werden muß, wenn man reinliche Begriffe über die Natur sich ausbildet. Man getraut sich nicht zu gestehen, daß man im Geistigen lebt, im Geiste lebt, wenn man solche verdünnten, vergeistigten Begriffe hat, und deshalb lügt man sich an, indem man sagt: Diese Begriffe bedeuten nur Materielles —, was nicht wahr ist, was nur ein Selbstbelügen ist. Und so ist es auch auf anderen Gebieten des Lebens. Man kann darauf hinweisen — ich habe es auch vorgestern getan —, daß zum Beispiel für manches künstlerische‘ Schaffen in der Gegenwart nur durch das spiritualisierte, verfeinerte Empfinden Werte zutage getreten sind, die frühere Kunstentwickelungs-Epochen gar nicht gehabt haben. Es ist ganz zweifellos, daß heute manches zutage tritt auf dem Gebiete des künstlerischen Schaffens, das man vergebens bei Raffael oder Michelangelo suchen würde. Dieser Umschwung im geistigen Leben ist herbeigeführt worden durch ein ganz bestimmtes geistiges Ereignis. Und dieses geistige Ereignis möchte ich heute von gewissen Gesichtspunkten aus wiederum vor — Ihnen charakterisieren.
[ 5 ] Als die Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht ganz herangekommen war, so im Beginn der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts, da schickte sich eine gewisse geistige Wesenheit an — die Namen tun nichts zur Sache, um aber einen Namen zu haben, kann man den der christlichen Theologie entlehnten Namen des Erzengels Michael wählen —, es schickte sich also der Erzengel Michael an, nach und nach aus einem bloßen Erzengel ein Zeitgeist zu werden, eine solche Entwickelung zu erlangen, daß er eingreifen könne in das Leben der Menschen nicht nur vom Standpunkte des Überirdischen, sondern unmittelbar vom Standpunkte des Irdischen aus. Vorzubereiten hatte sich der Erzengel Michael, auf die Erde selbst herabzusteigen, gewissermaßen nachzuleben den großen Vorgang des Christus Jesus selber, nachzuleben diesen großen Vorgang: hier auf der Erde seinen Ausgangspunkt zu nehmen und weiter zu wirken vom Gesichtspunkte der Erde aus. Dazu war notwendig, daß von den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der siebziger Jahre eine Vorbereitung gepflogen wurde von seiten dieses geistigen Wesens aus. Und so kann man denn beobachten, daß die Jahre, von den vierzigern bis zum Jahre 1879 etwa, einen bedeutungsvollen Kampf im Überirdischen darstellen, aber in demjenigen überirdischen Gebiet, das unmittelbar an das irdische Gebiet angrenzt. Einen schweren, harten Kampf hatte also diese geistige Wesenheit, die man als Erzengel Michael bezeichnen kann, auszufechten gegen gewisse widerstrebende Geister. Man muß sich diese widerstrebenden Geister ein wenig ansehen, wenn man verstehen will, was da eigentlich geschehen ist.
[ 5 ] Als die Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht ganz herangekommen war, so im Beginn der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts, da schickte sich eine gewisse geistige Wesenheit an — die Namen tun nichts zur Sache, um aber einen Namen zu haben, kann man den der christlichen Theologie entlehnten Namen des Erzengels Michael wählen —, es schickte sich also der Erzengel Michael an, nach und nach aus einem bloßen Erzengel ein Zeitgeist zu werden, eine solche Entwickelung zu erlangen, daß er eingreifen könne in das Leben der Menschen nicht nur vom Standpunkte des Überirdischen, sondern unmittelbar vom Standpunkte des Irdischen aus. Vorzubereiten hatte sich der Erzengel Michael, auf die Erde selbst herabzusteigen, gewissermaßen nachzuleben den großen Vorgang des Christus Jesus selber, nachzuleben diesen großen Vorgang: hier auf der Erde seinen Ausgangspunkt zu nehmen und weiter zu wirken vom Gesichtspunkte der Erde aus. Dazu war notwendig, daß von den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der siebziger Jahre eine Vorbereitung gepflogen wurde von seiten dieses geistigen Wesens aus. Und so kann man denn beobachten, daß die Jahre, von den vierzigern bis zum Jahre 1879 etwa, einen bedeutungsvollen Kampf im Überirdischen darstellen, aber in demjenigen überirdischen Gebiet, das unmittelbar an das irdische Gebiet angrenzt. Einen schweren, harten Kampf hatte also diese geistige Wesenheit, die man als Erzengel Michael bezeichnen kann, auszufechten gegen gewisse widerstrebende Geister. Man muß sich diese widerstrebenden Geister ein wenig ansehen, wenn man verstehen will, was da eigentlich geschehen ist.
[ 6 ] Diese geistigen Wesenheiten, die von diesem, zum Zeitgeist werdenden Erzengel Michael bekämpft werden mußten, sie haben immer eingegriffen in das Leben, in die Evolution der Menschheit. Sie haben nämlich in den letzten Jahrtausenden vor der Mitte des 19. Jahrhunderts die Aufgabe gehabt, die Menschen von der geistigen Welt aus zu differenzieren. Diejenigen geistigen Wesenheiten, welche unmittelbar Anhänger der Erzengel sind, haben das Bestreben, die Menschen in einem gewissen Sinne zur Gruppenseele der Menschheit zurückzuführen, Einheit auszugießen über die ganze Menschheit. Dies würde nicht gegangen sein, wenn sie allein gewirkt hätten auf die Menschheit. Die Menschheit würde gewissermaßen in einem Ununterscheidbaren verschwommen sein, würde nur eine Art vorstellen, wie im Grunde die tierische Art nur eine ist, nur auf einer etwas höheren Stufe. Diese geistigen Wesenheiten, die das michaelische Prinzip zu bekämpfen hatte, sind die, welche die Aufgabe hatten, Differenzierung in die Menschheit hineinzubringen, das einheitliche Menschengeschlecht zu spalten in Rassen, in Völker, in alle diejenigen Unterschiede, welche mit dem Blute, mit den Nerven, dem Temperament zusammenhängen. Das mußte geschehen. Man mag diese geistigen Wesenheiten, die solche Differenzierung in die Menschheit hineinzubringen hatten, ahrimanische Wesenheiten nennen; man mag sie so nennen, aber man muß sich darüber klar sein, daß im gesamten Gang der Menschheitsentwickelung dieses ahrimanische Prinzip notwendig war.
[ 6 ] Diese geistigen Wesenheiten, die von diesem, zum Zeitgeist werdenden Erzengel Michael bekämpft werden mußten, sie haben immer eingegriffen in das Leben, in die Evolution der Menschheit. Sie haben nämlich in den letzten Jahrtausenden vor der Mitte des 19. Jahrhunderts die Aufgabe gehabt, die Menschen von der geistigen Welt aus zu differenzieren. Diejenigen geistigen Wesenheiten, welche unmittelbar Anhänger der Erzengel sind, haben das Bestreben, die Menschen in einem gewissen Sinne zur Gruppenseele der Menschheit zurückzuführen, Einheit auszugießen über die ganze Menschheit. Dies würde nicht gegangen sein, wenn sie allein gewirkt hätten auf die Menschheit. Die Menschheit würde gewissermaßen in einem Ununterscheidbaren verschwommen sein, würde nur eine Art vorstellen, wie im Grunde die tierische Art nur eine ist, nur auf einer etwas höheren Stufe. Diese geistigen Wesenheiten, die das michaelische Prinzip zu bekämpfen hatte, sind die, welche die Aufgabe hatten, Differenzierung in die Menschheit hineinzubringen, das einheitliche Menschengeschlecht zu spalten in Rassen, in Völker, in alle diejenigen Unterschiede, welche mit dem Blute, mit den Nerven, dem Temperament zusammenhängen. Das mußte geschehen. Man mag diese geistigen Wesenheiten, die solche Differenzierung in die Menschheit hineinzubringen hatten, ahrimanische Wesenheiten nennen; man mag sie so nennen, aber man muß sich darüber klar sein, daß im gesamten Gang der Menschheitsentwickelung dieses ahrimanische Prinzip notwendig war.
[ 7 ] Nun kam die Zeit heran, die eine wichtige Zeit in der Menschheits- entwickelung war mit Bezug auf das, was ich jetzt erörtert habe. Es kam die Zeit heran, von den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts angefangen, in welcher die alten Differenzierungen verschwinden sollten, die Zeit, in welcher zusammengefaßt werden sollte das differenzierte Menschengeschlecht in eine Menschheitseinheit.
[ 7 ] Nun kam die Zeit heran, die eine wichtige Zeit in der Menschheits- entwickelung war mit Bezug auf das, was ich jetzt erörtert habe. Es kam die Zeit heran, von den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts angefangen, in welcher die alten Differenzierungen verschwinden sollten, die Zeit, in welcher zusammengefaßt werden sollte das differenzierte Menschengeschlecht in eine Menschheitseinheit.
[ 8 ] Die kosmopolitischen Anschauungen, die manchmal ja auch gewiß zur kosmopolitischen Phrase ausgeartet sind im 18. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 19., die sind nur eine Widerspiegelung desjenigen, was in der geistigen Welt sich zugetragen hat. Es tendiert schon die Menschheit dahin, auszulöschen die verschiedenen Unterschiede, welche das Blut, das Nerventemperament beförderte. Es ist tatsächlich nicht eine Tendenz der geistigen Welten, die Menschheit weiter zu differenzieren, sondern es ist eine Tendenz in den geistigen Welten, Kosmopolitisches über die Menschheit auszugießen. So wenig Verständnis auch heute dafür da ist unter dem Eindruck unserer katastrophalen Zeit, so ist es eben doch so, daß man der Wahrheit gemäß dies gestehen muß. Und diese in den irdischen Ereignissen sich spiegelnde Tatsache, die führt dazu, wenn man sie in ihren geistigen Hintergründen beobachtet, zu schauen, wie die Rassengeister, jene die Menschheit differenzierenden Volksgeister, von den vierziger Jahren ab bekämpft worden sind gerade von dem Geiste, der Zeitgeist werden sollte in der neueren Zeit. Es hat sich da vollzogen, wenn auch auf einer anderen Stufe, dasjenige, was immer durch ein bedeutungsvolles Symbolum dargestellt wird. Das Symbolum bezieht sich ja auch auf andere Stufen der Entwickelung, denn die Dinge wiederholen sich auf den verschiedenen Stufen immer wieder, und was ich jetzt erzähle, ist nur eine Wiederholung auf einer bestimmten Stufe von einem geistigen Ereignisse, das auf anderen Stufen stattgefunden hat. Es ist das, was dargestellt wird durch das Symbolum der Besiegung des Drachen durch den Erzengel Michael. Diese Besiegung des Drachen durch den Erzengel Michael, die da bedeutet, daß aus dem Reiche, in dem der Erzengel Michael gebietet, die entgegenstrebenden Mächte ausgestoßen worden sind, die hat sich in einem gewissen Gebiete vom Anfang der vierziger Jahre ab vollzogen. Gewisse geistige Wesenheiten, die bis dahin ihre Aufgabe gehabt hatten in der geistigen Welt zur Differenzierung der Menschheit in Rassen und Völker, die sind — wenn ich es mit diesem Ausdruck bezeichnen darf — vom Himmel auf die Erde gestoßen worden. Diese selben geistigen Wesenheiten, die bis in die vierziger Jahre hinein in einer solchen Art die Menschheit differenziert haben, sie haben in dem an die irdische Welt angrenzenden Gebiete heute keine Macht mehr. Sie sind unter die Menschen gestoßen, sind mit alledem, was sie haben mitbringen können, unter die Menschen auf die Erde gestoßen. Das ist dasjenige, was man in der Geisteswissenschaft bezeichnet als den Sieg des Erzengels Michael über die widerstrebenden Geister, der Ende der siebziger Jahre eintrat: das Hinunterstoßen gewisser ihm widerstrebender Geister auf die Erde.
[ 8 ] Die kosmopolitischen Anschauungen, die manchmal ja auch gewiß zur kosmopolitischen Phrase ausgeartet sind im 18. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 19., die sind nur eine Widerspiegelung desjenigen, was in der geistigen Welt sich zugetragen hat. Es tendiert schon die Menschheit dahin, auszulöschen die verschiedenen Unterschiede, welche das Blut, das Nerventemperament beförderte. Es ist tatsächlich nicht eine Tendenz der geistigen Welten, die Menschheit weiter zu differenzieren, sondern es ist eine Tendenz in den geistigen Welten, Kosmopolitisches über die Menschheit auszugießen. So wenig Verständnis auch heute dafür da ist unter dem Eindruck unserer katastrophalen Zeit, so ist es eben doch so, daß man der Wahrheit gemäß dies gestehen muß. Und diese in den irdischen Ereignissen sich spiegelnde Tatsache, die führt dazu, wenn man sie in ihren geistigen Hintergründen beobachtet, zu schauen, wie die Rassengeister, jene die Menschheit differenzierenden Volksgeister, von den vierziger Jahren ab bekämpft worden sind gerade von dem Geiste, der Zeitgeist werden sollte in der neueren Zeit. Es hat sich da vollzogen, wenn auch auf einer anderen Stufe, dasjenige, was immer durch ein bedeutungsvolles Symbolum dargestellt wird. Das Symbolum bezieht sich ja auch auf andere Stufen der Entwickelung, denn die Dinge wiederholen sich auf den verschiedenen Stufen immer wieder, und was ich jetzt erzähle, ist nur eine Wiederholung auf einer bestimmten Stufe von einem geistigen Ereignisse, das auf anderen Stufen stattgefunden hat. Es ist das, was dargestellt wird durch das Symbolum der Besiegung des Drachen durch den Erzengel Michael. Diese Besiegung des Drachen durch den Erzengel Michael, die da bedeutet, daß aus dem Reiche, in dem der Erzengel Michael gebietet, die entgegenstrebenden Mächte ausgestoßen worden sind, die hat sich in einem gewissen Gebiete vom Anfang der vierziger Jahre ab vollzogen. Gewisse geistige Wesenheiten, die bis dahin ihre Aufgabe gehabt hatten in der geistigen Welt zur Differenzierung der Menschheit in Rassen und Völker, die sind — wenn ich es mit diesem Ausdruck bezeichnen darf — vom Himmel auf die Erde gestoßen worden. Diese selben geistigen Wesenheiten, die bis in die vierziger Jahre hinein in einer solchen Art die Menschheit differenziert haben, sie haben in dem an die irdische Welt angrenzenden Gebiete heute keine Macht mehr. Sie sind unter die Menschen gestoßen, sind mit alledem, was sie haben mitbringen können, unter die Menschen auf die Erde gestoßen. Das ist dasjenige, was man in der Geisteswissenschaft bezeichnet als den Sieg des Erzengels Michael über die widerstrebenden Geister, der Ende der siebziger Jahre eintrat: das Hinunterstoßen gewisser ihm widerstrebender Geister auf die Erde.
[ 9 ] Und so haben wir seit dem Ende der siebziger Jahre ein Zwiefaches. Wir haben auf der einen Seite für diejenigen, von denen man sagen könnte, daß sie guten Willens sind — wenn man den Ausdruck im bedingten Sinne versteht —, wir haben seit dem Jahre 1879 auf der Erde die Herrschaft des Zeitgeistes Michael, der einen befähigt, spiritualisierte Begriffe, ein spiritualisiertes Geistesleben zu bekommen. Und wir haben auf der Erde die widerstrebenden Geister, die einen dazu verführen, die Geistigkeit der Gegenwart abzuleugnen. Wenn man gegen den Materialismus der Gegenwart kämpft, so sollte man sich immer bewußt sein, daß man nicht kämpfen soll gegen das Gute unseres Zeitalters, sondern daß man kämpft gegen die Lüge unseres Zeitalters. Denn es sind im wesentlichen Lügengeister, welche vom Himmel auf die Erde gestoßen worden sind, jene Geister, welche vorläufig auch als Geister der Hindernisse verhindern, daß gerade in dem Erfassen des naturgemäßen Daseins das Spirituelle gesucht werde. Wenn man die Menschen kenneniernt, welche in der Zeit nach dem Jahre 1841 von der geistigen Welt zur irdischen Inkarnation heruntergestiegen und seither wiederum verstorben sind, so sieht man in der Tat, wie, ich möchte sagen, von der anderen Seite der Welt diese Dinge aufgefaßt werden. Und man kann dann vieles korrigieren von dem, was ja hier in der physischen Welt sehr schwer zu durchschauen ist.
[ 9 ] Und so haben wir seit dem Ende der siebziger Jahre ein Zwiefaches. Wir haben auf der einen Seite für diejenigen, von denen man sagen könnte, daß sie guten Willens sind — wenn man den Ausdruck im bedingten Sinne versteht —, wir haben seit dem Jahre 1879 auf der Erde die Herrschaft des Zeitgeistes Michael, der einen befähigt, spiritualisierte Begriffe, ein spiritualisiertes Geistesleben zu bekommen. Und wir haben auf der Erde die widerstrebenden Geister, die einen dazu verführen, die Geistigkeit der Gegenwart abzuleugnen. Wenn man gegen den Materialismus der Gegenwart kämpft, so sollte man sich immer bewußt sein, daß man nicht kämpfen soll gegen das Gute unseres Zeitalters, sondern daß man kämpft gegen die Lüge unseres Zeitalters. Denn es sind im wesentlichen Lügengeister, welche vom Himmel auf die Erde gestoßen worden sind, jene Geister, welche vorläufig auch als Geister der Hindernisse verhindern, daß gerade in dem Erfassen des naturgemäßen Daseins das Spirituelle gesucht werde. Wenn man die Menschen kenneniernt, welche in der Zeit nach dem Jahre 1841 von der geistigen Welt zur irdischen Inkarnation heruntergestiegen und seither wiederum verstorben sind, so sieht man in der Tat, wie, ich möchte sagen, von der anderen Seite der Welt diese Dinge aufgefaßt werden. Und man kann dann vieles korrigieren von dem, was ja hier in der physischen Welt sehr schwer zu durchschauen ist.
[ 10 ] Als im Beginn des 20. Jahrhunderts sich allmählich gezeigt hat, wie es notwendig ist, wiederum auf die verschiedensten Gebiete des Geistes im Leben hinzuweisen, da waren diejenigen, die so hingewiesen haben, wesentlich solche Menschen, die nach dem Jahre 1848, nach 1840 eigentlich schon, mitgemacht hatten den harten Kampf, der vom Erzengel Michael geführt worden ist in der geistigen Welt, und der 1879 geendet hat mit dem Herunterstoßen der widerstrebenden Geister in das Leben auf der Erde, wo sie mit den Menschen zusammen sind. Und im wesentlichen ist es ein Mitkämpfen mit dem Erzengel Michael, wenn man sich gegen diese Geister auflehnt, wenn man sucht, sie aus dem Felde zu schlagen.
[ 10 ] Als im Beginn des 20. Jahrhunderts sich allmählich gezeigt hat, wie es notwendig ist, wiederum auf die verschiedensten Gebiete des Geistes im Leben hinzuweisen, da waren diejenigen, die so hingewiesen haben, wesentlich solche Menschen, die nach dem Jahre 1848, nach 1840 eigentlich schon, mitgemacht hatten den harten Kampf, der vom Erzengel Michael geführt worden ist in der geistigen Welt, und der 1879 geendet hat mit dem Herunterstoßen der widerstrebenden Geister in das Leben auf der Erde, wo sie mit den Menschen zusammen sind. Und im wesentlichen ist es ein Mitkämpfen mit dem Erzengel Michael, wenn man sich gegen diese Geister auflehnt, wenn man sucht, sie aus dem Felde zu schlagen.
[ 11 ] Nun gibt es ein gewisses Gesetz, meine lieben Freunde. Dieses Gesetz besagt, daß man von jedem Punkte aus die Entwickelung ebenso wie vorwärts auch zurück verfolgen kann. Man kann, wenn man irgendeinen Zeitpunkt des geschichtlichen Werdens der Menschheit ins Auge faßt, sagen: Da steht dieser Zeitpunkt, da geschieht in diesem Zeitpunkte das eine oder das andere. — Nun verfließt die Zeit weiter, und man kann die Ereignisse beobachten; man kann auch die Zeit rückläufig beobachten. Man kann von 1879 zu 1878, 1877, zu 1860, 1850 und so weiter zurückgehen, und man kann dann betrachten, wie sich das ausnimmt, was in der geistigen Welt rückwärts zu verfolgen ist. Dann wird man folgendes sehen. Man wird sehen, daß in der tieferen Struktur der Ereignisse auch im Fortlaufenden sich dasjenige wiederholt, was man in der Anschauung als zurückliegend findet. Wenn man irgend etwas Großes einfach sagt, klingt es leicht trivial. Doch will ich einfach sprechen. Wenn man den Zeitpunkt 1879 ins Auge faßt, kann man bis 1880 weiter vor- oder bis 1878 zurückgehen. Geht man bis 1880 weiter vor, so wird man in der tieferen geistigen Struktur bemerken, daß das, was 1878 sich vollzogen hat, in einer gewissen Weise mitwirkt, so mitwirkt, daß hinter dem Ereignisse von 1880 das Ereignis von 1878 wie eine Kraft steht, die mitwirkt. Und hinter dem Ereignisse vom Jahre 1881 wirkt wiederum das Ereignis von 1877 wie eine dahinterstehende Kraft mit. Es ist so, wie wenn sich, je weiter man zurückgeht, die Zeitlinie umkehrt, und die Ereignisse, die weiter zurückliegen, sich gegenüber denen, die von einem gewissen Zeitpunkte an weiter vorwärts gehen, dahinterstellen würden. Man versteht viel, wenn man diese Dinge versteht.
[ 11 ] Nun gibt es ein gewisses Gesetz, meine lieben Freunde. Dieses Gesetz besagt, daß man von jedem Punkte aus die Entwickelung ebenso wie vorwärts auch zurück verfolgen kann. Man kann, wenn man irgendeinen Zeitpunkt des geschichtlichen Werdens der Menschheit ins Auge faßt, sagen: Da steht dieser Zeitpunkt, da geschieht in diesem Zeitpunkte das eine oder das andere. — Nun verfließt die Zeit weiter, und man kann die Ereignisse beobachten; man kann auch die Zeit rückläufig beobachten. Man kann von 1879 zu 1878, 1877, zu 1860, 1850 und so weiter zurückgehen, und man kann dann betrachten, wie sich das ausnimmt, was in der geistigen Welt rückwärts zu verfolgen ist. Dann wird man folgendes sehen. Man wird sehen, daß in der tieferen Struktur der Ereignisse auch im Fortlaufenden sich dasjenige wiederholt, was man in der Anschauung als zurückliegend findet. Wenn man irgend etwas Großes einfach sagt, klingt es leicht trivial. Doch will ich einfach sprechen. Wenn man den Zeitpunkt 1879 ins Auge faßt, kann man bis 1880 weiter vor- oder bis 1878 zurückgehen. Geht man bis 1880 weiter vor, so wird man in der tieferen geistigen Struktur bemerken, daß das, was 1878 sich vollzogen hat, in einer gewissen Weise mitwirkt, so mitwirkt, daß hinter dem Ereignisse von 1880 das Ereignis von 1878 wie eine Kraft steht, die mitwirkt. Und hinter dem Ereignisse vom Jahre 1881 wirkt wiederum das Ereignis von 1877 wie eine dahinterstehende Kraft mit. Es ist so, wie wenn sich, je weiter man zurückgeht, die Zeitlinie umkehrt, und die Ereignisse, die weiter zurückliegen, sich gegenüber denen, die von einem gewissen Zeitpunkte an weiter vorwärts gehen, dahinterstellen würden. Man versteht viel, wenn man diese Dinge versteht.
[ 12 ] Nun bitte ich Sie, sich zu erinnern, daß ich von dem Jahre 1879 schon seit vielen Jahren spreche, nicht etwa erst seit 1914, wo es billig geworden ist. Das ist wichtig, meine lieben Freunde. Und ich bitte Sie, einmal eine einfache Rechnung mit mir auszuführen. Rechnen Sie von 1879 zurück bis zu diesem Jahr, das ich oftmals als die andere Grenze bezeichnet habe. Ich habe immer gesagt: Der Kampf, von dem ich jetzt rede, hat begonnen anfangs der vierziger Jahre, etwa 1841, 1840. — Rechnen Sie zurück: 1879, 1869, 1859, 1849 und etwa acht oder neun Jahre dazu, gibt also achtunddreißig oder neununddreißig Jahre. Rechnen Sie vorwärts: 1879, 1889, 1899, 1909, 1914, bis in unsere Tage hinein, gibt genau ebensoviel: gibt achtunddreißig oder neununddreißig Jahre. Würden Sie gar das Jahr 1917 ins Auge fassen, so würden Sie ein überraschendes Resultat erzielen. Sie würden begreifen, welche tiefe Bedeutung es hat, wenn der Okkultist sagt: Geht man von einem einschneidenden historischen Ereignis weiter, so wiederholt sich das vorhergehende geistige Ereignis in dem folgenden.
[ 12 ] Nun bitte ich Sie, sich zu erinnern, daß ich von dem Jahre 1879 schon seit vielen Jahren spreche, nicht etwa erst seit 1914, wo es billig geworden ist. Das ist wichtig, meine lieben Freunde. Und ich bitte Sie, einmal eine einfache Rechnung mit mir auszuführen. Rechnen Sie von 1879 zurück bis zu diesem Jahr, das ich oftmals als die andere Grenze bezeichnet habe. Ich habe immer gesagt: Der Kampf, von dem ich jetzt rede, hat begonnen anfangs der vierziger Jahre, etwa 1841, 1840. — Rechnen Sie zurück: 1879, 1869, 1859, 1849 und etwa acht oder neun Jahre dazu, gibt also achtunddreißig oder neununddreißig Jahre. Rechnen Sie vorwärts: 1879, 1889, 1899, 1909, 1914, bis in unsere Tage hinein, gibt genau ebensoviel: gibt achtunddreißig oder neununddreißig Jahre. Würden Sie gar das Jahr 1917 ins Auge fassen, so würden Sie ein überraschendes Resultat erzielen. Sie würden begreifen, welche tiefe Bedeutung es hat, wenn der Okkultist sagt: Geht man von einem einschneidenden historischen Ereignis weiter, so wiederholt sich das vorhergehende geistige Ereignis in dem folgenden.
[ 13 ] Hinter den Ereignissen unserer Tage hier auf dem physischen Plan stehen die geistigen Ereignisse, die begonnen haben in den vierziger Jahren, und die zu bezeichnen sind als Bekämpfung widerstrebender Geister von seiten des Erzengels Michael. Sie stehen dahinter. Wir haben eine Wiederholung desjenigen, was im Anfang der vierziger Jahre stattfand. Und Sie können sich denken, wie anders man die Ereignisse in der Gegenwart anschaut, wenn man auf diese Gesetzmäßigkeit zurückgeht. Man wird vielleicht dann etwas tiefer verstehen, was heute sonst nur eigentlich tonlos an der Menschen Ohr vorbeigeht, was nicht in die Seelen geht. Man wird sich sagen, daß ja der Kampf des Erzengels Michael gegen die widerstrebenden Mächte bis zu einem gewissen Grade an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt ist.
[ 13 ] Hinter den Ereignissen unserer Tage hier auf dem physischen Plan stehen die geistigen Ereignisse, die begonnen haben in den vierziger Jahren, und die zu bezeichnen sind als Bekämpfung widerstrebender Geister von seiten des Erzengels Michael. Sie stehen dahinter. Wir haben eine Wiederholung desjenigen, was im Anfang der vierziger Jahre stattfand. Und Sie können sich denken, wie anders man die Ereignisse in der Gegenwart anschaut, wenn man auf diese Gesetzmäßigkeit zurückgeht. Man wird vielleicht dann etwas tiefer verstehen, was heute sonst nur eigentlich tonlos an der Menschen Ohr vorbeigeht, was nicht in die Seelen geht. Man wird sich sagen, daß ja der Kampf des Erzengels Michael gegen die widerstrebenden Mächte bis zu einem gewissen Grade an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt ist.
[ 14 ] Es ist im allgemeinen immer schwierig, zu den Menschen der Gegenwart von diesen tieferen Zusammenhängen zu sprechen, weil diese so energisch abweisen dasjenige, was gerade helfen würde, diese Gegenwart in der richtigen Weise zu verstehen und in der richtigen Weise handelnd in sie einzugreifen. Unsere Zeit macht wirklich notwendig, sich von alten Vorurteilen loszusagen, macht notwendig, dasjenige, was ist, auch zum Verständnis zu bringen, auch ins Bewußtsein heraufzurufen. Und es geschehen einmal Dinge unmittelbar hier auf dem physischen Plan, die in ihrer Art viel geistiger sind als sonst Geschehnisse. Das aber hängt zusammen mit dem Herabsteigen des Erzengels Michael in unsere Erdenregion. Es sprechen ja viele von diesem Herabsteigen des Erzengels Michael in unsere Erdenregion. Aber wenn es im Ernste darauf ankommen sollte, diese Sache mit ihrem wahrhaftigen Hintergrunde zu nehmen, dann gehen die Leute nicht mit, dann wollen sie nicht mitgehen! Das aber ist gerade notwendig, daß in immer breiteren und breiteren Kreisen unserer Zeit spirituelles Verständnis der wichtigsten Impulse unseres Zeitenlebens Platz greife. Deshalb war es schon durchaus notwendig, was ja die ganzen Jahre her in unseren Zweigversammlungen geschehen ist, darauf aufmerksam zu machen, daß der Strom der Ereignisse, der vom Geiste her so stark beeinflußt wird in unserer Zeit, nicht verschlafen werde. Und das Verschlafen der Ereignisse, das ist geradezu ein Grundzug unserer Zeit. DieMenschen gehen wie schlafend an den Ereignissen vorbei, und man konnte die Beobachtung machen, daß ein Ereignis, je einschneidender, je tiefbedeutsamer es hereintritt auf den physischen Plan, desto mehr von den Menschen verschlafen wird.
[ 14 ] Es ist im allgemeinen immer schwierig, zu den Menschen der Gegenwart von diesen tieferen Zusammenhängen zu sprechen, weil diese so energisch abweisen dasjenige, was gerade helfen würde, diese Gegenwart in der richtigen Weise zu verstehen und in der richtigen Weise handelnd in sie einzugreifen. Unsere Zeit macht wirklich notwendig, sich von alten Vorurteilen loszusagen, macht notwendig, dasjenige, was ist, auch zum Verständnis zu bringen, auch ins Bewußtsein heraufzurufen. Und es geschehen einmal Dinge unmittelbar hier auf dem physischen Plan, die in ihrer Art viel geistiger sind als sonst Geschehnisse. Das aber hängt zusammen mit dem Herabsteigen des Erzengels Michael in unsere Erdenregion. Es sprechen ja viele von diesem Herabsteigen des Erzengels Michael in unsere Erdenregion. Aber wenn es im Ernste darauf ankommen sollte, diese Sache mit ihrem wahrhaftigen Hintergrunde zu nehmen, dann gehen die Leute nicht mit, dann wollen sie nicht mitgehen! Das aber ist gerade notwendig, daß in immer breiteren und breiteren Kreisen unserer Zeit spirituelles Verständnis der wichtigsten Impulse unseres Zeitenlebens Platz greife. Deshalb war es schon durchaus notwendig, was ja die ganzen Jahre her in unseren Zweigversammlungen geschehen ist, darauf aufmerksam zu machen, daß der Strom der Ereignisse, der vom Geiste her so stark beeinflußt wird in unserer Zeit, nicht verschlafen werde. Und das Verschlafen der Ereignisse, das ist geradezu ein Grundzug unserer Zeit. DieMenschen gehen wie schlafend an den Ereignissen vorbei, und man konnte die Beobachtung machen, daß ein Ereignis, je einschneidender, je tiefbedeutsamer es hereintritt auf den physischen Plan, desto mehr von den Menschen verschlafen wird.
[ 15 ] Der März 1917 — wenn ich auf Konkretes nur andeutungsweise hinweisen darf — war etwas so Gewaltiges in seiner Anlage, wird so bedeutende Dinge nach sich ziehen, von denen sich heute die Menschheit noch nichts träumen läßt, daß es geradezu grotesk ist, wie wenig die Menschen verstehen, daß es heute notwendig ist, fast alle Urteile zu revidieren, fast alles dasjenige, was je vor 1914 von den Menschen geglaubt worden ist, einer Revision zu unterziehen.
[ 15 ] Der März 1917 — wenn ich auf Konkretes nur andeutungsweise hinweisen darf — war etwas so Gewaltiges in seiner Anlage, wird so bedeutende Dinge nach sich ziehen, von denen sich heute die Menschheit noch nichts träumen läßt, daß es geradezu grotesk ist, wie wenig die Menschen verstehen, daß es heute notwendig ist, fast alle Urteile zu revidieren, fast alles dasjenige, was je vor 1914 von den Menschen geglaubt worden ist, einer Revision zu unterziehen.
[ 16 ] Es darf vielleicht bei dieser Gelegenheit hingewiesen werden darauf, daß ich 1910 in Kristiania eine Anzahl von Vorträgen gehalten habe über die europäischen Volksseelen. Im ersten dieser Vorträge können Sie den Satz lesen, daß sehr bald die Menschheit aufgerufen werden wird, etwas zu verstehen von den Verhältnissen der europäischen Volksseelen. Immer wieder und wiederum ist betont worden in unseren Vorträgen: Der Blick soll nach dem unmittelbaren Osten hin gerichtet werden; das ist wichtig, was von da aus für die Menschheitsentwickelung geschieht. — Wie oft ist das gesagt worden. Jeder, der zugehört hat, weiß das. Und noch im Frühling 1914 im Vortragszyklus zu Wien über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt habe ich einen eindringlichen Satz gewagt, den Satz, daß das soziale Leben unserer Zeit in einem wahrhaftigen Sinne verglichen werden kann mit einer besonderen Krankheitsform, mit einem Karzinom, daß eine schleichende Krebskrankheit durch das soziale Leben geht. — Natürlich, diese Dinge können unter unseren gegenwärtigen Verhältnissen nicht anders als so gesagt werden, aber sie müssen verstanden werden.
[ 16 ] Es darf vielleicht bei dieser Gelegenheit hingewiesen werden darauf, daß ich 1910 in Kristiania eine Anzahl von Vorträgen gehalten habe über die europäischen Volksseelen. Im ersten dieser Vorträge können Sie den Satz lesen, daß sehr bald die Menschheit aufgerufen werden wird, etwas zu verstehen von den Verhältnissen der europäischen Volksseelen. Immer wieder und wiederum ist betont worden in unseren Vorträgen: Der Blick soll nach dem unmittelbaren Osten hin gerichtet werden; das ist wichtig, was von da aus für die Menschheitsentwickelung geschieht. — Wie oft ist das gesagt worden. Jeder, der zugehört hat, weiß das. Und noch im Frühling 1914 im Vortragszyklus zu Wien über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt habe ich einen eindringlichen Satz gewagt, den Satz, daß das soziale Leben unserer Zeit in einem wahrhaftigen Sinne verglichen werden kann mit einer besonderen Krankheitsform, mit einem Karzinom, daß eine schleichende Krebskrankheit durch das soziale Leben geht. — Natürlich, diese Dinge können unter unseren gegenwärtigen Verhältnissen nicht anders als so gesagt werden, aber sie müssen verstanden werden.
[ 17 ] Die Weltereignisse spielen sich keineswegs so ab, daß dieser schöne Fortgang herrscht, der eine Fabel der Historiker ist: daß immer das Spätere so aus dem Vorhergehenden sich entwickelt, dies wieder aus dem Vorhergehenden und so weiter. Das Vorurteil, daß sich das Spätere immer so möglichst ruhig aus dem Vorhergehenden entwickelt oder entwickeln müsse, dieses Vorurteil kann man ja Menschen überlassen, welche weniger Wirklichkeitssinn haben, als der anthroposophisch Denkende entwickeln soll. Man kann dieses Vorurteil — wenn ich konkret auf etwas hinweisen soll — den Politikern der alten Schule, auch der heutigen Gegenwart, noch vielfach überlassen, solange die Menschheit will. In Wirklichkeit handelt es sich aber um etwas ganz anderes. Es handelt sich darum, daß der Gang der Ereignisse wie eine in voller Tätigkeit, in voller Bewegung begriffene Waage ist, wo bald der eine Waagebalken, bald der andere Waagebalken heruntersinkt. Und deshalb kann man die Zeit seit dem Beginn der vierziger Jahre etwa so charakterisieren: Es wäre eine Möglichkeit gewesen, wenn von dem Jahre 1840 ab bis 1914 — welche Zeit durch 1879 in zwei geteilt wird — versucht worden wäre, in einer sachgemäßen Weise vorzubereiten jene Spiritualisierung der Menschheit, welche durch den Erzengel Michael angestrebt wird; wenn versucht worden wäre in größerem Maße, spirituelle Begriffe, spirituelle Vorstellungen in die Menschheit hineinzubringen. Wenn so etwas — da die Menschheit in der neueren Zeit auf Freiheit gestellt werden muß — aus dem freien Menschenwillen heraus unterlassen wird, so sinkt die Waagschale auf die andere Seite hinunter. Dann entlädt sich das, was auf spirituellem Wege hätte erreicht werden können, durch das Blut. Dann entlädt sich das auf eine, ich möchte sagen, überphysische Weise. Es ist nur das Gleichstellen der Waage, was wir in unserer katastrophalen Zeit erleben. Die Menschheit, die zurückgewiesen hat die Spiritualisierung, muß in die Spiritualisierung hineingezwungen werden. Das kann durch eine physische Katastrophe geschehen.
[ 17 ] Die Weltereignisse spielen sich keineswegs so ab, daß dieser schöne Fortgang herrscht, der eine Fabel der Historiker ist: daß immer das Spätere so aus dem Vorhergehenden sich entwickelt, dies wieder aus dem Vorhergehenden und so weiter. Das Vorurteil, daß sich das Spätere immer so möglichst ruhig aus dem Vorhergehenden entwickelt oder entwickeln müsse, dieses Vorurteil kann man ja Menschen überlassen, welche weniger Wirklichkeitssinn haben, als der anthroposophisch Denkende entwickeln soll. Man kann dieses Vorurteil — wenn ich konkret auf etwas hinweisen soll — den Politikern der alten Schule, auch der heutigen Gegenwart, noch vielfach überlassen, solange die Menschheit will. In Wirklichkeit handelt es sich aber um etwas ganz anderes. Es handelt sich darum, daß der Gang der Ereignisse wie eine in voller Tätigkeit, in voller Bewegung begriffene Waage ist, wo bald der eine Waagebalken, bald der andere Waagebalken heruntersinkt. Und deshalb kann man die Zeit seit dem Beginn der vierziger Jahre etwa so charakterisieren: Es wäre eine Möglichkeit gewesen, wenn von dem Jahre 1840 ab bis 1914 — welche Zeit durch 1879 in zwei geteilt wird — versucht worden wäre, in einer sachgemäßen Weise vorzubereiten jene Spiritualisierung der Menschheit, welche durch den Erzengel Michael angestrebt wird; wenn versucht worden wäre in größerem Maße, spirituelle Begriffe, spirituelle Vorstellungen in die Menschheit hineinzubringen. Wenn so etwas — da die Menschheit in der neueren Zeit auf Freiheit gestellt werden muß — aus dem freien Menschenwillen heraus unterlassen wird, so sinkt die Waagschale auf die andere Seite hinunter. Dann entlädt sich das, was auf spirituellem Wege hätte erreicht werden können, durch das Blut. Dann entlädt sich das auf eine, ich möchte sagen, überphysische Weise. Es ist nur das Gleichstellen der Waage, was wir in unserer katastrophalen Zeit erleben. Die Menschheit, die zurückgewiesen hat die Spiritualisierung, muß in die Spiritualisierung hineingezwungen werden. Das kann durch eine physische Katastrophe geschehen.
[ 18 ] Man kann wiederum sich diese Vorstellung bestätigen, wenn man fest auf dem folgenden Boden steht: Hier leben wir in dieser physischen Welt, aber eigentlich wachen tun wir in dieser physischen Welt nur durch unsere Wahrnehmungen und unsere Vorstellungen, wie ich es neulich ausgeführt habe. Mit unseren Gefühlen träumen wir hier, mit den Willensimpulsen schlafen wir. Das ist selbstverständlich für den Menschen. Wenn man sich aber einlebt durch Imagination, Inspiration, Intuition in jene Welt, die als die spirituelle Welt wie die Luft immer um uns ist, und in der die sogenannten Toten mit uns gemeinsam sind, mit ihren Impulsen wirken, dann nimmt man wahr, wie das Leben hier in der physischen Welt zusammenhängt mit dem Leben der sogenannten Toten. Aufnehmen aus den Herzen der Menschen heraus können die Toten nur die spirituellen Vorstellungen.
[ 18 ] Man kann wiederum sich diese Vorstellung bestätigen, wenn man fest auf dem folgenden Boden steht: Hier leben wir in dieser physischen Welt, aber eigentlich wachen tun wir in dieser physischen Welt nur durch unsere Wahrnehmungen und unsere Vorstellungen, wie ich es neulich ausgeführt habe. Mit unseren Gefühlen träumen wir hier, mit den Willensimpulsen schlafen wir. Das ist selbstverständlich für den Menschen. Wenn man sich aber einlebt durch Imagination, Inspiration, Intuition in jene Welt, die als die spirituelle Welt wie die Luft immer um uns ist, und in der die sogenannten Toten mit uns gemeinsam sind, mit ihren Impulsen wirken, dann nimmt man wahr, wie das Leben hier in der physischen Welt zusammenhängt mit dem Leben der sogenannten Toten. Aufnehmen aus den Herzen der Menschen heraus können die Toten nur die spirituellen Vorstellungen.
[ 19 ] Erinnern Sie sich an dasjenige, was ich vor drei Tagen gesagt habe: Wenn ein Mensch in jüngeren Jahren dahinstirbt, dann ist er eigentlich, geistig genommen, nicht von seinen Angehörigen weggegangen; er ist dageblieben, er ist in Wirklichkeit da. Aber für den Toten handelt es sich noch um etwas ganz anderes, als da zu sein — ich bitte Sie, das recht ernst zu nehmen —, darum handelt es sich für den Toten, dieses Dasein zu ertragen, es erfassen zu können. Wenn der Tote da ist in einer Familie, die materialistisch gesinnt ist und die nicht sich hingibt spirituellen Vorstellungen, so ist der Tote zwar da in dieser Familie, aber er ist in dieser Familie so da, daß sie ihn fortwährend bedrängt und beklemmt. Die Familie ist für ihn etwas wie ein Alp, wie die Luft, die wir in zu starkem Maße einatmen, unter der wir den Alpdruck empfinden. Nur die spirituellen Vorstellungen schaffen dieses Alpdrücken weg und machen das Zusammenleben mit denen, unter denen man geblieben ist, erträglich, möglich.
[ 19 ] Erinnern Sie sich an dasjenige, was ich vor drei Tagen gesagt habe: Wenn ein Mensch in jüngeren Jahren dahinstirbt, dann ist er eigentlich, geistig genommen, nicht von seinen Angehörigen weggegangen; er ist dageblieben, er ist in Wirklichkeit da. Aber für den Toten handelt es sich noch um etwas ganz anderes, als da zu sein — ich bitte Sie, das recht ernst zu nehmen —, darum handelt es sich für den Toten, dieses Dasein zu ertragen, es erfassen zu können. Wenn der Tote da ist in einer Familie, die materialistisch gesinnt ist und die nicht sich hingibt spirituellen Vorstellungen, so ist der Tote zwar da in dieser Familie, aber er ist in dieser Familie so da, daß sie ihn fortwährend bedrängt und beklemmt. Die Familie ist für ihn etwas wie ein Alp, wie die Luft, die wir in zu starkem Maße einatmen, unter der wir den Alpdruck empfinden. Nur die spirituellen Vorstellungen schaffen dieses Alpdrücken weg und machen das Zusammenleben mit denen, unter denen man geblieben ist, erträglich, möglich.
[ 20 ] Wiederum habe ich Ihnen gesagt: Wenn ein älterer Mensch seinen Angehörigen entrissen ist, nimmt er ihre Seelen in einer gewissen Beziehung mit. Er nimmt sie mit, er zieht sie nach sich. Aber wiederum, wenn sie nicht mit spirituellen Vorstellungen sich durchsetzen, sind sie für ihn wie ein Alp.
[ 20 ] Wiederum habe ich Ihnen gesagt: Wenn ein älterer Mensch seinen Angehörigen entrissen ist, nimmt er ihre Seelen in einer gewissen Beziehung mit. Er nimmt sie mit, er zieht sie nach sich. Aber wiederum, wenn sie nicht mit spirituellen Vorstellungen sich durchsetzen, sind sie für ihn wie ein Alp.
[ 21 ] Nun bedenken wir etwas anderes. Man kann ungeheuer viel lernen, wenn man, unter irgendwelchen Voraussetzungen, das durch äußere oder auch durch abnorme innere Verhältnisse herbeigeführte plötzliche Ableben eines Menschen beobachtet. Nehmen wir an, ein Mensch wird erschlagen oder erschossen. Da wird der Tod in einer anderen Weise herbeigeführt, als wenn er allmählich durch Krankheit, auf naturgemäße Weise herbeigeführt wird. Nun denken Sie sich, ein Mensch wird im fünfunddreißigsten Jahr seines Lebens erschossen; also von außen her wird sein Leben vernichtet. Wenn der Schuß nicht gekommen wäre — gewiß hängt die Sache mit dem Karma zusammen, aber trotzdem gilt das Folgende, das ich jetzt auseinandersetzen werde —, wenn der Mensch nicht erschossen worden wäre, so würde er durch seine Konstitution vielleicht noch weitere fünfunddreißig Jahre haben leben können. Nicht wahr, er trägt in sich die Konstitution zu noch weiteren fünfunddreißig Jahren. Das bewirkt etwas ganz Bestimmtes.
[ 21 ] Nun bedenken wir etwas anderes. Man kann ungeheuer viel lernen, wenn man, unter irgendwelchen Voraussetzungen, das durch äußere oder auch durch abnorme innere Verhältnisse herbeigeführte plötzliche Ableben eines Menschen beobachtet. Nehmen wir an, ein Mensch wird erschlagen oder erschossen. Da wird der Tod in einer anderen Weise herbeigeführt, als wenn er allmählich durch Krankheit, auf naturgemäße Weise herbeigeführt wird. Nun denken Sie sich, ein Mensch wird im fünfunddreißigsten Jahr seines Lebens erschossen; also von außen her wird sein Leben vernichtet. Wenn der Schuß nicht gekommen wäre — gewiß hängt die Sache mit dem Karma zusammen, aber trotzdem gilt das Folgende, das ich jetzt auseinandersetzen werde —, wenn der Mensch nicht erschossen worden wäre, so würde er durch seine Konstitution vielleicht noch weitere fünfunddreißig Jahre haben leben können. Nicht wahr, er trägt in sich die Konstitution zu noch weiteren fünfunddreißig Jahren. Das bewirkt etwas ganz Bestimmtes.
[ 22 ] Wenn ein Mensch in der Zeit, in der die Lebenskräfte noch besonders rege sind, auf gewaltsame Weise den Tod findet, dann erlebt er in diesem Augenblick ungeheuer viel. Zusammengedrängt in einen Augenblick erlebt er gewisse Dinge, die sich sonst über einen langen Zeitraum ausdehnen. Was er noch hätte erleben können in den fünfunddreißig Jahren, die auf die anderen fünfunddreißig Jahre gefolgt wären, was verteilt gewesen wäre über viele Jahre, das wird zusammengedrängt in einen einzigen Augenblick. Denn das Wichtigste, was man in der Stunde des Todes erlebt, das ist, daß man in dieser Stunde des Todes dazu kommt, in Wahrheit seine Leiblichkeit von außen zu sehen, wie sie den Übergang durchmacht von der Beherrschung der Kräfte, die sie früher gehabt hat, als die Seele drinnen war im Leibe, zu dem, daß sie jetzt ein Naturwesen wird, an die Naturkräfte abgegeben wird, an die äußeren physischen Kräfte. Das ist das ungeheuer Bedeutungsvolle im Todesmoment, daß der Mensch zurückschaut, wie sein Organismus den physischen Naturkräften ausgeliefert wird. Wenn ein Mensch gewaltsam den Tod erleidet, wird er plötzlich nicht nur denjenigen Naturkräften ausgeliefert, welche die normalen sind, sondern er wird als Organismus durch den Kugeldurchschuß so behandelt wie ein unorganischer, unlebendiger Körper, er wird ganz ins Unorganische versetzt. Es ist ein großer Unterschied, ob man dahinsiecht, oder ob man plötzlich den Tod erleidet dadurch, daß von außen das Universum, sei es in Form einer Kugel oder in anderer Form, in den menschlichen Organismus eingreift. Da geschieht ein plötzliches Aufleuchten, ein Auffeuern von unendlich viel Geistigkeit. Es ist ein Überflammen einer geistigen Aura, welches sich da vollzieht. Und derjenige, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, schaut auf dieses Aufflam men zurück. Dieses Aufflammen, das ist sehr ähnlich dem, was nur _ dann zustande kommt, wenn die Menschen sich spirituellen Begriffen hingeben. Es sind geradezu Werte, die austauschbar sind. Es ist unglaublich interessant zu sehen, wie ähnlich, von der anderen Seite, von der Seite der Toten geschaut, der Gedanke, der empfindende Gedanke ist, den einer hat, wenn er ein Bildwerk, eine Malerei, welche aus spirituellem Leben herausgeboren ist, genießt oder schafft, jener Empfindung, die einer dadurch hat — ohne daß es durch das Bewußtsein des Menschen geht —, daß von außen, sagen wir, ein Arm verletzt, verwundet wird, und Schmerz beim Menschen entsteht. Es ist eine ungeheure Verwandtschaft zwischen den beiden Ereignissen, so daß das eine für das andere eintreten kann.
[ 22 ] Wenn ein Mensch in der Zeit, in der die Lebenskräfte noch besonders rege sind, auf gewaltsame Weise den Tod findet, dann erlebt er in diesem Augenblick ungeheuer viel. Zusammengedrängt in einen Augenblick erlebt er gewisse Dinge, die sich sonst über einen langen Zeitraum ausdehnen. Was er noch hätte erleben können in den fünfunddreißig Jahren, die auf die anderen fünfunddreißig Jahre gefolgt wären, was verteilt gewesen wäre über viele Jahre, das wird zusammengedrängt in einen einzigen Augenblick. Denn das Wichtigste, was man in der Stunde des Todes erlebt, das ist, daß man in dieser Stunde des Todes dazu kommt, in Wahrheit seine Leiblichkeit von außen zu sehen, wie sie den Übergang durchmacht von der Beherrschung der Kräfte, die sie früher gehabt hat, als die Seele drinnen war im Leibe, zu dem, daß sie jetzt ein Naturwesen wird, an die Naturkräfte abgegeben wird, an die äußeren physischen Kräfte. Das ist das ungeheuer Bedeutungsvolle im Todesmoment, daß der Mensch zurückschaut, wie sein Organismus den physischen Naturkräften ausgeliefert wird. Wenn ein Mensch gewaltsam den Tod erleidet, wird er plötzlich nicht nur denjenigen Naturkräften ausgeliefert, welche die normalen sind, sondern er wird als Organismus durch den Kugeldurchschuß so behandelt wie ein unorganischer, unlebendiger Körper, er wird ganz ins Unorganische versetzt. Es ist ein großer Unterschied, ob man dahinsiecht, oder ob man plötzlich den Tod erleidet dadurch, daß von außen das Universum, sei es in Form einer Kugel oder in anderer Form, in den menschlichen Organismus eingreift. Da geschieht ein plötzliches Aufleuchten, ein Auffeuern von unendlich viel Geistigkeit. Es ist ein Überflammen einer geistigen Aura, welches sich da vollzieht. Und derjenige, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, schaut auf dieses Aufflam men zurück. Dieses Aufflammen, das ist sehr ähnlich dem, was nur _ dann zustande kommt, wenn die Menschen sich spirituellen Begriffen hingeben. Es sind geradezu Werte, die austauschbar sind. Es ist unglaublich interessant zu sehen, wie ähnlich, von der anderen Seite, von der Seite der Toten geschaut, der Gedanke, der empfindende Gedanke ist, den einer hat, wenn er ein Bildwerk, eine Malerei, welche aus spirituellem Leben herausgeboren ist, genießt oder schafft, jener Empfindung, die einer dadurch hat — ohne daß es durch das Bewußtsein des Menschen geht —, daß von außen, sagen wir, ein Arm verletzt, verwundet wird, und Schmerz beim Menschen entsteht. Es ist eine ungeheure Verwandtschaft zwischen den beiden Ereignissen, so daß das eine für das andere eintreten kann.
[ 23 ] Jetzt werden Sie den karmischen Zusammenhang begreifen, der da besteht zwischen zwei Ereignissen. Natürlich haben eine ganze Anzahl . von Menschen, als die vierziger Jahre herangenaht sind, gewußt, wie, ich möchte sagen, der «Stand der Sterne» ist. Dies ist nur ein technischer Ausdruck bei den Okkultisten, daß sie, wenn sie ein solches Ereignis wie den Kampf des Erzengels Michael mit dem Drachen bezeichnen wollen, sagen: Das ist der Stand der Sterne. — Es gab natürlich eine ganze Anzahl von Menschen, welche damals gewußt haben, daß ein so wichtiges Ereignis vorging. Es gab auch Menschen, die Vorsorge haben treffen wollen; nur war, ich möchte sagen, die andere Waagschale zu stark beladen: der materialistische Sinn der Menschen war zu stark. So hat man zu dem falschesten gegriffen, zu dem man greifen konnte dazumal. Man sah ein: Spirituelles Leben muß in die Menschheit hineinkommen. Das zeigte sich ganz klar. Denn in den vierziger Jahren waren viele, welche die Zeichen der Zeit verstanden, davon überzeugt, spirituelles Leben müsse in die Menschheit hineinkommen. Wäre dieses spirituelle Leben vom Anfang der vierziger Jahre an in die Menschheit hineingekommen, viele Katastrophen wären dieser Menschheit erspart geblieben. Denn das, was sich vollzogen hat, hätte sich trotzdem vollzogen, aber in anderer Form. Was karmisch notwendig ist, das geschieht, aber es kann sich in verschiedenen Formen abspielen. Das muß man immer festhalten.
[ 23 ] Jetzt werden Sie den karmischen Zusammenhang begreifen, der da besteht zwischen zwei Ereignissen. Natürlich haben eine ganze Anzahl . von Menschen, als die vierziger Jahre herangenaht sind, gewußt, wie, ich möchte sagen, der «Stand der Sterne» ist. Dies ist nur ein technischer Ausdruck bei den Okkultisten, daß sie, wenn sie ein solches Ereignis wie den Kampf des Erzengels Michael mit dem Drachen bezeichnen wollen, sagen: Das ist der Stand der Sterne. — Es gab natürlich eine ganze Anzahl von Menschen, welche damals gewußt haben, daß ein so wichtiges Ereignis vorging. Es gab auch Menschen, die Vorsorge haben treffen wollen; nur war, ich möchte sagen, die andere Waagschale zu stark beladen: der materialistische Sinn der Menschen war zu stark. So hat man zu dem falschesten gegriffen, zu dem man greifen konnte dazumal. Man sah ein: Spirituelles Leben muß in die Menschheit hineinkommen. Das zeigte sich ganz klar. Denn in den vierziger Jahren waren viele, welche die Zeichen der Zeit verstanden, davon überzeugt, spirituelles Leben müsse in die Menschheit hineinkommen. Wäre dieses spirituelle Leben vom Anfang der vierziger Jahre an in die Menschheit hineingekommen, viele Katastrophen wären dieser Menschheit erspart geblieben. Denn das, was sich vollzogen hat, hätte sich trotzdem vollzogen, aber in anderer Form. Was karmisch notwendig ist, das geschieht, aber es kann sich in verschiedenen Formen abspielen. Das muß man immer festhalten.
[ 24 ] Ich will mich deutlicher aussprechen: Wenn der Mensch heute nachdenkt über dasjenige, was geschehen soll auf sozialem Felde oder auf anderen Feldern, ja, dann kann er das in zweifacher Weise machen. Er kann ein Programm aufstellen, kann Begriffe sich bilden, die programmatisch sind, kann sich ausdenken, wie die Welt werden soll auf einem gewissen Gebiete. Das kann in schön klingende Worte gebracht werden. Man kann auf diese Worte so schwören wie auf Dogmen, aber herauskommen tut dabei nichts, gar nichts! Man kann die schönsten Ideen haben über das, was werden soll: Herauskommen kann dabei gar nichts. Von Ideen, die noch so schön sind, braucht gar nichts herauszukommen. Programme, die ausgedacht sind, sind überhaupt das Allerallerwertloseste im Leben. Dagegen kann man etwas anderes tun: Man kann — und manche Menschen erreichen das ohne besonderes Hellsehen — einfach durch ein naives, intuitives Erkennen der Zeitverhältnisse sich fragen: Was geschieht auf jeden Fall in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren? Was liegt in der Zeit, das sich verwirklichen will? — Dann kann man sagen, wenn man das herausbekommen hat, was auf jeden Fall geschieht: Man hat jetzt die Wahl, entweder nimmt man Vernunft an und lenkt die Entwickelung in der Richtung, die sich unter allen Umständen vollzieht; dann geht die Sache gut. Oder aber man unterläßt dieses, man läßt die Dinge auf sich beruhen, man schläft, man wacht nicht; dann vollzieht sich die Sache durch Katastrophen, dann kommen Revolutionen, Kataklysmen und so weiter. — Keine Statistik, kein Programm, das noch so schön ausgedacht ist, hat einen Wert. Einen Wert hat allein die Beobachtung desjenigen, was im Schoße der Zeit liegt. Das muß aufgenommen, das muß durchdrungen werden, von dem müssen die Intentionen der Gegenwart beherrscht werden.
[ 24 ] Ich will mich deutlicher aussprechen: Wenn der Mensch heute nachdenkt über dasjenige, was geschehen soll auf sozialem Felde oder auf anderen Feldern, ja, dann kann er das in zweifacher Weise machen. Er kann ein Programm aufstellen, kann Begriffe sich bilden, die programmatisch sind, kann sich ausdenken, wie die Welt werden soll auf einem gewissen Gebiete. Das kann in schön klingende Worte gebracht werden. Man kann auf diese Worte so schwören wie auf Dogmen, aber herauskommen tut dabei nichts, gar nichts! Man kann die schönsten Ideen haben über das, was werden soll: Herauskommen kann dabei gar nichts. Von Ideen, die noch so schön sind, braucht gar nichts herauszukommen. Programme, die ausgedacht sind, sind überhaupt das Allerallerwertloseste im Leben. Dagegen kann man etwas anderes tun: Man kann — und manche Menschen erreichen das ohne besonderes Hellsehen — einfach durch ein naives, intuitives Erkennen der Zeitverhältnisse sich fragen: Was geschieht auf jeden Fall in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren? Was liegt in der Zeit, das sich verwirklichen will? — Dann kann man sagen, wenn man das herausbekommen hat, was auf jeden Fall geschieht: Man hat jetzt die Wahl, entweder nimmt man Vernunft an und lenkt die Entwickelung in der Richtung, die sich unter allen Umständen vollzieht; dann geht die Sache gut. Oder aber man unterläßt dieses, man läßt die Dinge auf sich beruhen, man schläft, man wacht nicht; dann vollzieht sich die Sache durch Katastrophen, dann kommen Revolutionen, Kataklysmen und so weiter. — Keine Statistik, kein Programm, das noch so schön ausgedacht ist, hat einen Wert. Einen Wert hat allein die Beobachtung desjenigen, was im Schoße der Zeit liegt. Das muß aufgenommen, das muß durchdrungen werden, von dem müssen die Intentionen der Gegenwart beherrscht werden.
[ 25 ] In den vierziger Jahren haben die mannigfaltigsten Leute, die Programm-Menschen waren, über die geringe Anzahl derjenigen, die das einsahen, was ich eben gesagt habe, gesiegt. Dadurch ist alles mögliche gekommen zur Spiritualisierung der Menschheit: Spiritismus zum Beispiel, der nur ein Versuch ist, die Menschheit mit untauglichen Mitteln zu spiritualisieren, der in materialistischer Weise reformieren, die geistige Welt darleben, offenbaren will. Man kann auch im Gedanken recht materialistisch sein. Man ist zum Beispiel dann materialistisch, wenn man sagt: Ja, aber dieser oder jener Teil der Menschheit hat doch recht, warum greifen die geistigen Mächte nicht ein und verhelfen dem zum Recht? — Wie oft hört man das sagen in der Gegenwart: Warum greifen die geistigen Mächte nicht ein? — Ich antwortete in mehr abstrakter Form neulich: Die Menschheit ist gegenwärtig auf Freiheit gestellt. — Diejenigen, die fragen: Warum greifen die geistigen Mächte nicht ein? — die gehen ja von dem Glauben aus, daß Gespenster Politik machen sollten statt der Menschen. Das wäre freilich ein leichtes Vorwärtskommen, wenn Gespenster statt der Menschen die Reformen einführen würden, auf die es ankommt. Das tun sie natürlich nicht, weil die Menschen auf Freiheit gestellt sind. Das Warten auf Gespenster, das ist dasjenige, was die Menschen am konfusesten macht, das lenkt sie von dem ab, was eigentlich geschehen soll. Und so ist denn gerade die Zeit, in der die Menschheit, ihrem Leben nach, in verfeinerte spirituelle Begriffe sich hineinarbeitete, die bei manchen deutlich leben, so ist diese Zeit auf der anderen Seite den stärksten materialistischen Versuchungen ausgesetzt gewesen. Die Menschen können nur nicht unterscheiden zwischen den verfeinerten spiritualisierten Begriffen und Empfindungen und zwischen dem, was versuchend an sie herantritt, und was entgegenarbeitet der Auffassung von dem, was man spiritualisiert in sich hat, und was wirklich auch etwas Spirituelles ist. Deshalb weil zur rechten Zeit nicht begriffen worden ist, wie die Entwickelung geschehen muß — ist das katastrophale Zeitalter, ist unsere schwere Gegenwart notwendig geworden. Ohne diese schwere Gegenwart wäre die Menschheit noch tiefer hineingesunken in den Unglauben an sich selbst. Noch mehr wäre sie dazu gekommen, zwar Spirituelles zu entwickeln, aber dieses Spirituelle abzulehnen.
[ 25 ] In den vierziger Jahren haben die mannigfaltigsten Leute, die Programm-Menschen waren, über die geringe Anzahl derjenigen, die das einsahen, was ich eben gesagt habe, gesiegt. Dadurch ist alles mögliche gekommen zur Spiritualisierung der Menschheit: Spiritismus zum Beispiel, der nur ein Versuch ist, die Menschheit mit untauglichen Mitteln zu spiritualisieren, der in materialistischer Weise reformieren, die geistige Welt darleben, offenbaren will. Man kann auch im Gedanken recht materialistisch sein. Man ist zum Beispiel dann materialistisch, wenn man sagt: Ja, aber dieser oder jener Teil der Menschheit hat doch recht, warum greifen die geistigen Mächte nicht ein und verhelfen dem zum Recht? — Wie oft hört man das sagen in der Gegenwart: Warum greifen die geistigen Mächte nicht ein? — Ich antwortete in mehr abstrakter Form neulich: Die Menschheit ist gegenwärtig auf Freiheit gestellt. — Diejenigen, die fragen: Warum greifen die geistigen Mächte nicht ein? — die gehen ja von dem Glauben aus, daß Gespenster Politik machen sollten statt der Menschen. Das wäre freilich ein leichtes Vorwärtskommen, wenn Gespenster statt der Menschen die Reformen einführen würden, auf die es ankommt. Das tun sie natürlich nicht, weil die Menschen auf Freiheit gestellt sind. Das Warten auf Gespenster, das ist dasjenige, was die Menschen am konfusesten macht, das lenkt sie von dem ab, was eigentlich geschehen soll. Und so ist denn gerade die Zeit, in der die Menschheit, ihrem Leben nach, in verfeinerte spirituelle Begriffe sich hineinarbeitete, die bei manchen deutlich leben, so ist diese Zeit auf der anderen Seite den stärksten materialistischen Versuchungen ausgesetzt gewesen. Die Menschen können nur nicht unterscheiden zwischen den verfeinerten spiritualisierten Begriffen und Empfindungen und zwischen dem, was versuchend an sie herantritt, und was entgegenarbeitet der Auffassung von dem, was man spiritualisiert in sich hat, und was wirklich auch etwas Spirituelles ist. Deshalb weil zur rechten Zeit nicht begriffen worden ist, wie die Entwickelung geschehen muß — ist das katastrophale Zeitalter, ist unsere schwere Gegenwart notwendig geworden. Ohne diese schwere Gegenwart wäre die Menschheit noch tiefer hineingesunken in den Unglauben an sich selbst. Noch mehr wäre sie dazu gekommen, zwar Spirituelles zu entwickeln, aber dieses Spirituelle abzulehnen.
[ 26 ] Das sind solche Hintergründe des geschichtlichen Werdens. Ich würde ja so gerne von diesen Hintergründen aus manches, was im Vordergrunde liegt, beleuchten wollen, allein aus leicht begreiflichen Gründen geht das, insbesondere in der Gegenwart, nicht. Es muß jedem einzelnen überlassen sein, mit solchen Hintergründen sich nun dasjenige, was in seiner unmittelbaren Gegenwart lebt, wirklich zu beleuchten.
[ 26 ] Das sind solche Hintergründe des geschichtlichen Werdens. Ich würde ja so gerne von diesen Hintergründen aus manches, was im Vordergrunde liegt, beleuchten wollen, allein aus leicht begreiflichen Gründen geht das, insbesondere in der Gegenwart, nicht. Es muß jedem einzelnen überlassen sein, mit solchen Hintergründen sich nun dasjenige, was in seiner unmittelbaren Gegenwart lebt, wirklich zu beleuchten.
[ 27 ] Das Verschlafen, welches ich vorhin charakterisiert habe, das bedingt, daß man auch innerlich so gerne über die Ecken und Kanten des Lebens hinwegsieht. Wenn man aber über die Ecken und Kanten des Lebens hinwegsieht, dann entstehen Kompromisse. Nun kann es Zeiten geben, die für Kompromisse sehr geeignet sind. Dasjenige, was vorangegangen ist den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, das war eine Zeit, die für Kompromisse recht geeignet war; aber unsere Zeit ist es nicht. Sie stellt an uns die Aufgabe, die Dinge zu sehen, wie sie sind, mit allen ihren Kanten und Ecken. Aber sie stellt auch in die Menschengemüter den Drang hinein, gerade weil diese Kanten und Ecken da sind, die Augen schläfrig zu verschließen vor diesen Kanten und Ecken. Selbst den allergrößten und bedeutsamsten Ereignissen der Menschheitsentwickelung gegenüber kann man das wahrnehmen, was ich jetzt eben gesagt habe.
[ 27 ] Das Verschlafen, welches ich vorhin charakterisiert habe, das bedingt, daß man auch innerlich so gerne über die Ecken und Kanten des Lebens hinwegsieht. Wenn man aber über die Ecken und Kanten des Lebens hinwegsieht, dann entstehen Kompromisse. Nun kann es Zeiten geben, die für Kompromisse sehr geeignet sind. Dasjenige, was vorangegangen ist den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, das war eine Zeit, die für Kompromisse recht geeignet war; aber unsere Zeit ist es nicht. Sie stellt an uns die Aufgabe, die Dinge zu sehen, wie sie sind, mit allen ihren Kanten und Ecken. Aber sie stellt auch in die Menschengemüter den Drang hinein, gerade weil diese Kanten und Ecken da sind, die Augen schläfrig zu verschließen vor diesen Kanten und Ecken. Selbst den allergrößten und bedeutsamsten Ereignissen der Menschheitsentwickelung gegenüber kann man das wahrnehmen, was ich jetzt eben gesagt habe.
[ 28 ] Gegenüber dem größten Ereignis der Weltgeschichte hat es die Menschheitsentwickelung zu diesen Ecken und Kanten gebracht, selbst dem größten Ereignis der Weltgeschichte gegenüber: dem Mysterium von Golgatha. Wir wissen, was alles an Betrachtungen über das Mysterium von Golgatha im Laufe der theologischen Entwickelung des 19. Jahrhunderts geleistet wurde. Von der Zeit, da Lessing gesprochen hat über das Mysterium von Golgatha bis zu dem Philosophen Drews, ist ja alles mögliche geredet worden. Und man kann sagen: Diese ganze theologische Entwickelung des 19. Jahrhunderts liefert den vollsten Beweis dafür, daß man völlig verlernt hat, überhaupt noch etwas zu verstehen von dem Mysterium von Golgatha. Aber es gibt einige sehr interessante Publikationen über den Christus Jesus. Zum Beispiel eine dänische, die stellt sich ganz auf den Standpunkt des heutigen naturwissenschaftlich Denkenden. Der Mann sagt von seinem Standpunkte aus: Ich bin Psychologe, Physiologe, Psychiater, ich beobachte von meinem Standpunkte aus die Evangelien. — Zu welchem Schluß ist er gekommen? Sachgemäß im Sinne der heutigen Psychiatrie, so wie sie urteilen kann, ist der Mann zu dem Schluß gekommen: Das Bild, das die Evangelien von dem Christus Jesus entwerfen, ist ein Krankheitsbild. Man kann eigentlich den Christus Jesus nur auffassen als ein Wesen, welches zusammengesetzt ist aus Wahnsinn, Epilepsie, krankhaften Visionen und dergleichen. Alle die Symptome einer schweren Geisteskrankheit sind eigentlich da. — Wenn man, wie ich es kürzlich einmal gemacht habe, die wichtigsten Stellen dieses Buches vorliest, entsetzen sich die Menschen. Man kann das begreifen. Wenn das, was sie für heilig halten, ihnen als Krankheitssymptome entgegentritt, entsetzen sich die Menschen. Aber was liegt da eigentlich vor? Ja, es liegt vor, daß da einmal unter einer großen Anzahl von unehrlichen Kompromißlern einer aufgetreten ist, der sich nun vollständig auf den naturwissenschaftlichen Standpunkt stellt, der nicht mehr mit irgend etwas Kompromisse schließt, sondern sagt: Ich bin ganz Naturwissenschafter; und wenn ich das bin, dann muß ich es so sagen, wie ich es sage, denn das ist eine Tatsache.
[ 28 ] Gegenüber dem größten Ereignis der Weltgeschichte hat es die Menschheitsentwickelung zu diesen Ecken und Kanten gebracht, selbst dem größten Ereignis der Weltgeschichte gegenüber: dem Mysterium von Golgatha. Wir wissen, was alles an Betrachtungen über das Mysterium von Golgatha im Laufe der theologischen Entwickelung des 19. Jahrhunderts geleistet wurde. Von der Zeit, da Lessing gesprochen hat über das Mysterium von Golgatha bis zu dem Philosophen Drews, ist ja alles mögliche geredet worden. Und man kann sagen: Diese ganze theologische Entwickelung des 19. Jahrhunderts liefert den vollsten Beweis dafür, daß man völlig verlernt hat, überhaupt noch etwas zu verstehen von dem Mysterium von Golgatha. Aber es gibt einige sehr interessante Publikationen über den Christus Jesus. Zum Beispiel eine dänische, die stellt sich ganz auf den Standpunkt des heutigen naturwissenschaftlich Denkenden. Der Mann sagt von seinem Standpunkte aus: Ich bin Psychologe, Physiologe, Psychiater, ich beobachte von meinem Standpunkte aus die Evangelien. — Zu welchem Schluß ist er gekommen? Sachgemäß im Sinne der heutigen Psychiatrie, so wie sie urteilen kann, ist der Mann zu dem Schluß gekommen: Das Bild, das die Evangelien von dem Christus Jesus entwerfen, ist ein Krankheitsbild. Man kann eigentlich den Christus Jesus nur auffassen als ein Wesen, welches zusammengesetzt ist aus Wahnsinn, Epilepsie, krankhaften Visionen und dergleichen. Alle die Symptome einer schweren Geisteskrankheit sind eigentlich da. — Wenn man, wie ich es kürzlich einmal gemacht habe, die wichtigsten Stellen dieses Buches vorliest, entsetzen sich die Menschen. Man kann das begreifen. Wenn das, was sie für heilig halten, ihnen als Krankheitssymptome entgegentritt, entsetzen sich die Menschen. Aber was liegt da eigentlich vor? Ja, es liegt vor, daß da einmal unter einer großen Anzahl von unehrlichen Kompromißlern einer aufgetreten ist, der sich nun vollständig auf den naturwissenschaftlichen Standpunkt stellt, der nicht mehr mit irgend etwas Kompromisse schließt, sondern sagt: Ich bin ganz Naturwissenschafter; und wenn ich das bin, dann muß ich es so sagen, wie ich es sage, denn das ist eine Tatsache.
[ 29 ] Würden die Menschen ehrlich sich auf den Standpunkt stellen, auf den die Naturwissenschaft sich gestellt hat, dann würden sie solche Ansichten gewinnen müssen. Da gibt es diese Ecken und Kanten, da kann man nicht anders. Und man kann nicht anders, als entweder den naturwissenschaftlichen Standpunkt verlassen und zum geisteswissenschaftlichen Standpunkte übergehen — dann bleibt man auch ehrlich —, oder man kann ehrlich bleiben auf dem naturwissenschaftlichen Standpunkte, dann muß man die Dinge, ohne Kompromisse zu machen, so betrachten, wie sie solch ein ganz bornierter Naturforscher, aber auf seinem Gebiete ehrlicher Mann betrachtet, der nur ganz borniert ist und nicht seine Borniertheit irgendwie übertüncht, borniert, aber konsequent. Man muß sich auf diesen Standpunkt stellen. Würden die Menschen sehen, was heute manche Nuance notwendig macht, wenn es beleuchtend auftritt, dann würden sie erst kompromißlos das Leben sehen.
[ 29 ] Würden die Menschen ehrlich sich auf den Standpunkt stellen, auf den die Naturwissenschaft sich gestellt hat, dann würden sie solche Ansichten gewinnen müssen. Da gibt es diese Ecken und Kanten, da kann man nicht anders. Und man kann nicht anders, als entweder den naturwissenschaftlichen Standpunkt verlassen und zum geisteswissenschaftlichen Standpunkte übergehen — dann bleibt man auch ehrlich —, oder man kann ehrlich bleiben auf dem naturwissenschaftlichen Standpunkte, dann muß man die Dinge, ohne Kompromisse zu machen, so betrachten, wie sie solch ein ganz bornierter Naturforscher, aber auf seinem Gebiete ehrlicher Mann betrachtet, der nur ganz borniert ist und nicht seine Borniertheit irgendwie übertüncht, borniert, aber konsequent. Man muß sich auf diesen Standpunkt stellen. Würden die Menschen sehen, was heute manche Nuance notwendig macht, wenn es beleuchtend auftritt, dann würden sie erst kompromißlos das Leben sehen.
[ 30 ] Es wurde in diesen Tagen ein interessantes Zettelchen in meine Hand gedrückt. Ich wußte schon von dem Buche, das da erwähnt wurde, aber ich habe es nicht hier, deshalb kann ich Ihnen nur das Zettelchen vorlesen. Es wurde mir also in die Hand gedrückt, um zu bezeugen, was heute alles möglich ist.
[ 30 ] Es wurde in diesen Tagen ein interessantes Zettelchen in meine Hand gedrückt. Ich wußte schon von dem Buche, das da erwähnt wurde, aber ich habe es nicht hier, deshalb kann ich Ihnen nur das Zettelchen vorlesen. Es wurde mir also in die Hand gedrückt, um zu bezeugen, was heute alles möglich ist.
[ 31 ] «Wer jemals die Bank eines Gymnasiums gedrückt hat, dem werden die Stunden unvergeßlich sein, da er im Plato das Gespräch zwischen Sokrates und seinen Freunden «genoß». Unvergeßlich wegen der fabelhaften Langeweile, die diesen Gesprächen entströmte. Und man erinnert sich vielleicht, daß man die Gespräche des Sokrates eigentlich herzhaft dumm fand; aber man wagte natürlich nicht, diese Ansicht zu äußern, denn schließlich war der Mann, um den es sich handelte, ja Sokrates, «der größte Philosoph». — Mit dieser ganz ungerechtfertigten Überschätzung des braven Atheners räumt das Buch «Sokrates der Idiot» von Alexander Moszkowski gehörig auf. Der Polyhistoriker Moszkowski unternimmt in dem kleinen, unterhaltend geschriebenen Werke nichts Geringeres, als Sokrates seiner Philosophenwürde so ziemlich vollständig zu entkleiden. Der Titel «Sokrates der Idiot» ist wortwörtlich gemeint. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß sich an das Buch noch wissenschaftliche Auseinandersetzungen knüpfen werden.»
[ 31 ] «Wer jemals die Bank eines Gymnasiums gedrückt hat, dem werden die Stunden unvergeßlich sein, da er im Plato das Gespräch zwischen Sokrates und seinen Freunden «genoß». Unvergeßlich wegen der fabelhaften Langeweile, die diesen Gesprächen entströmte. Und man erinnert sich vielleicht, daß man die Gespräche des Sokrates eigentlich herzhaft dumm fand; aber man wagte natürlich nicht, diese Ansicht zu äußern, denn schließlich war der Mann, um den es sich handelte, ja Sokrates, «der größte Philosoph». — Mit dieser ganz ungerechtfertigten Überschätzung des braven Atheners räumt das Buch «Sokrates der Idiot» von Alexander Moszkowski gehörig auf. Der Polyhistoriker Moszkowski unternimmt in dem kleinen, unterhaltend geschriebenen Werke nichts Geringeres, als Sokrates seiner Philosophenwürde so ziemlich vollständig zu entkleiden. Der Titel «Sokrates der Idiot» ist wortwörtlich gemeint. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß sich an das Buch noch wissenschaftliche Auseinandersetzungen knüpfen werden.»
[ 32 ] Nun kann man es schrecklich finden, daß so etwas geschrieben wird, nicht wahr? Aber ich finde es gar nicht schrecklich. Ich finde es selbstverständlich und ehrlich von Moszkowski. Denn nach den Begriffen und Empfindungen, die Moszkowski hat, kann er, wenn er konsequent bleibt, den Sokrates nur einen Idioten nennen; das ist selbstverständlich. Und wenn er es tut, so ist er ehrlicher als so und so viele andere, die eigentlich nach den Ansichten, die sie haben, Sokrates auch einen Idioten nennen müßten, aber aus Kompromißlerei es nicht tun. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß nicht irgend jemand durch die durchlässigen Wände des Münchener Zweiges jetzt hier verbreiten soll, daß ich mich einverstanden erklärt habe, wenn Moszkowski Sokrates als Idioten erklärt. Ich hoffe, daß man versteht, was ich eigentlich meine.
[ 32 ] Nun kann man es schrecklich finden, daß so etwas geschrieben wird, nicht wahr? Aber ich finde es gar nicht schrecklich. Ich finde es selbstverständlich und ehrlich von Moszkowski. Denn nach den Begriffen und Empfindungen, die Moszkowski hat, kann er, wenn er konsequent bleibt, den Sokrates nur einen Idioten nennen; das ist selbstverständlich. Und wenn er es tut, so ist er ehrlicher als so und so viele andere, die eigentlich nach den Ansichten, die sie haben, Sokrates auch einen Idioten nennen müßten, aber aus Kompromißlerei es nicht tun. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß nicht irgend jemand durch die durchlässigen Wände des Münchener Zweiges jetzt hier verbreiten soll, daß ich mich einverstanden erklärt habe, wenn Moszkowski Sokrates als Idioten erklärt. Ich hoffe, daß man versteht, was ich eigentlich meine.
[ 33 ] Aber ebenso muß ich anerkennen, daß in unserer Zeit gewisse Urteile nur dadurch in den Gemütern der Menschen zusammenkommen, weil man unehrliche Kompromisse schließt. Man kann nicht gleichzeitig so denken über Seelenkrankheiten, wie die heutige Psychiatrie denkt, und nicht ein solches Buch schreiben, wie der Däne geschrieben hat über den Christus Jesus. Man kann das nicht. Man ist nicht ehrlich, wenn man nicht entweder diese Begriffe ablehnt und durch geistige Begriffe ersetzt, oder eben auf den Standpunkt sich stellt, daß der Christus Jesus ein Geisteskranker war. Und man kann nicht, wenn man jene eigentümliche Ansicht von Alexander Moszkowski kennt, über die Strahlungstheorie, über die Quantentheorie — man muß solche Leute nur kennen, muß nur kennen die Ansichten über die Grenzbegriffe, über das ganze Gefüge des Weltenbaues, die Moszkowski hat —, man kann dann nicht anders, als Sokrates und auch Plato für Idioten halten, wenn man ehrlich und konsequent ist.
[ 33 ] Aber ebenso muß ich anerkennen, daß in unserer Zeit gewisse Urteile nur dadurch in den Gemütern der Menschen zusammenkommen, weil man unehrliche Kompromisse schließt. Man kann nicht gleichzeitig so denken über Seelenkrankheiten, wie die heutige Psychiatrie denkt, und nicht ein solches Buch schreiben, wie der Däne geschrieben hat über den Christus Jesus. Man kann das nicht. Man ist nicht ehrlich, wenn man nicht entweder diese Begriffe ablehnt und durch geistige Begriffe ersetzt, oder eben auf den Standpunkt sich stellt, daß der Christus Jesus ein Geisteskranker war. Und man kann nicht, wenn man jene eigentümliche Ansicht von Alexander Moszkowski kennt, über die Strahlungstheorie, über die Quantentheorie — man muß solche Leute nur kennen, muß nur kennen die Ansichten über die Grenzbegriffe, über das ganze Gefüge des Weltenbaues, die Moszkowski hat —, man kann dann nicht anders, als Sokrates und auch Plato für Idioten halten, wenn man ehrlich und konsequent ist.
[ 34 ] Zu denjenigen Impulsen, die der Menschheit besonders notwendig sind, gehört vor allen Dingen dieser: Kompromisse abzulehnen, Kompromisse nicht zu schließen, wenigstens im Gemüte zunächst. Das ist wichtig, außerordentlich wichtig, daß man dies als eine Forderung unserer Zeit ansieht. Denn gerade das gehört zu den wichtigsten Impulsen des Zeitgeistes Michael, Klarheit hineinzugießen, unbedingte Klarheit hineinzugießen in die menschlichen Seelen. Will man dem Erzengel Michael folgen, dann ist es notwendig, Klarheit hineinzugießen in die menschliche Seele, die Schläfrigkeit zu überwinden. Sie tritt auf anderen Gebieten auch auf, aber es ist ein unbedingtes Erfordernis vor allen Dingen, sich überall heute die Konsequenzen einer Sache klarzumachen. In früheren Zeiten war das anders. In früheren Zeiten, durch die Jahrhunderte, in denen vor dem Erzengel Michael im wesentlichen die europäische Menschheit durch Gabriel regiert worden ist, war es so, daß dasjenige, was der Mensch hier als Kompromiß gedacht hat, von der geistigen Welt her abgeschwächt worden ist. Michael ist der Geist, der mit der Freiheit der Menschen im eminentesten Sinne arbeitet. Daher macht Michael schon das Richtige. Sie dürfen nicht glauben, daß Michael nicht das Richtige macht, er macht schon das Richtige. In den unbewußten Regionen der Seele ist heute bei jedem Menschen scharf hingestellt jede Kante und Ecke des geistigen Lebens. Es ist schon da. Wer nur die geringste Anlage — sei es eine noch so geringe — dafür hat, das heraufzubringen, was im Untergrunde des Seelenlebens ist an latenten Visionen, der weiß, was heute alles auf dem Grunde der Seele an Diskrepanz, an Unzusammengehörigem lebt. Er weiß, wie in den Seelen nebeneinander wohnen die heutige materialistische Psychiatrie, die sich nicht scheut, in ihm einen Epileptiker zu sehen, und sogar die Anerkennung des Christus Jesus. Er weiß das. Wenn sich die Dinge nur ein wenig ins Bewußtsein heraufheben, wenn jemand nur ein wenig die Anlage dazu hat, die Dinge ins Bewußtsein hinaufzuheben, ja, dann wird er schon gewahr, wie die Dinge sind. Es wäre interessant, wenn mit einem wirklichen Sinne für die Gegenwart einmal ein guter Maler malen würde «Christus, gesehen von einem Psychiater der Gegenwart», und würde das, was sich abspielt, expressionistisch zum Ausdruck bringen, Es wäre sehr interessant, was da herauskommen würde, wenn der Maler wirklich Verständnis hätte für dasjenige, was sich in der Gegenwart in den Untergründen des seelischen Lebens abspielt.
[ 34 ] Zu denjenigen Impulsen, die der Menschheit besonders notwendig sind, gehört vor allen Dingen dieser: Kompromisse abzulehnen, Kompromisse nicht zu schließen, wenigstens im Gemüte zunächst. Das ist wichtig, außerordentlich wichtig, daß man dies als eine Forderung unserer Zeit ansieht. Denn gerade das gehört zu den wichtigsten Impulsen des Zeitgeistes Michael, Klarheit hineinzugießen, unbedingte Klarheit hineinzugießen in die menschlichen Seelen. Will man dem Erzengel Michael folgen, dann ist es notwendig, Klarheit hineinzugießen in die menschliche Seele, die Schläfrigkeit zu überwinden. Sie tritt auf anderen Gebieten auch auf, aber es ist ein unbedingtes Erfordernis vor allen Dingen, sich überall heute die Konsequenzen einer Sache klarzumachen. In früheren Zeiten war das anders. In früheren Zeiten, durch die Jahrhunderte, in denen vor dem Erzengel Michael im wesentlichen die europäische Menschheit durch Gabriel regiert worden ist, war es so, daß dasjenige, was der Mensch hier als Kompromiß gedacht hat, von der geistigen Welt her abgeschwächt worden ist. Michael ist der Geist, der mit der Freiheit der Menschen im eminentesten Sinne arbeitet. Daher macht Michael schon das Richtige. Sie dürfen nicht glauben, daß Michael nicht das Richtige macht, er macht schon das Richtige. In den unbewußten Regionen der Seele ist heute bei jedem Menschen scharf hingestellt jede Kante und Ecke des geistigen Lebens. Es ist schon da. Wer nur die geringste Anlage — sei es eine noch so geringe — dafür hat, das heraufzubringen, was im Untergrunde des Seelenlebens ist an latenten Visionen, der weiß, was heute alles auf dem Grunde der Seele an Diskrepanz, an Unzusammengehörigem lebt. Er weiß, wie in den Seelen nebeneinander wohnen die heutige materialistische Psychiatrie, die sich nicht scheut, in ihm einen Epileptiker zu sehen, und sogar die Anerkennung des Christus Jesus. Er weiß das. Wenn sich die Dinge nur ein wenig ins Bewußtsein heraufheben, wenn jemand nur ein wenig die Anlage dazu hat, die Dinge ins Bewußtsein hinaufzuheben, ja, dann wird er schon gewahr, wie die Dinge sind. Es wäre interessant, wenn mit einem wirklichen Sinne für die Gegenwart einmal ein guter Maler malen würde «Christus, gesehen von einem Psychiater der Gegenwart», und würde das, was sich abspielt, expressionistisch zum Ausdruck bringen, Es wäre sehr interessant, was da herauskommen würde, wenn der Maler wirklich Verständnis hätte für dasjenige, was sich in der Gegenwart in den Untergründen des seelischen Lebens abspielt.
[ 35 ] Sie sehen, man muß schon gerade für unsere Zeit tief schürfen, wenn man verstehen will, was sich an der Oberfläche des Daseins abspielt. Aber man begreift auf der anderen Seite auch, daß die Menschen von einer gewissen Feigheit und Mutlosigkeit befallen werden, wenn sie an die angedeutete Sache herankommen sollen. Und das ist das andere, was eben in der Gegenwart notwendig ist: Mut, sogar eine gewisse Kühnheit der Anschauungsweise, der Denkweise, eine solche Kühnheit, welche die Begriffe nicht abstumpft, sondern sie vielleicht möglichst spitzig werden läßt. Ich habe diese Dinge alle gesagt, damit sie, soweit sie jedem geistig zugänglich sind, von jedem selbst beobachtet werden. Man kann sie selbst beobachten, wenn man das geistige Leben in der Gegenwart wirklich beobachten will. Man kann schon alles das, was heute gerade gesagt werden muß, aus den äußeren Ereignissen heraus finden; der Geistesforscher wird es nur präziser beschreiben, weil er den Hintergrund dazu sieht. Und wenn man dann vom Geistesforscher diesen Hintergrund geschildert bekommt, dann wird man um so mehr in den Ereignissen bewahrheitet finden, worauf zum Beispiel heute hingedeutet worden ist.
[ 35 ] Sie sehen, man muß schon gerade für unsere Zeit tief schürfen, wenn man verstehen will, was sich an der Oberfläche des Daseins abspielt. Aber man begreift auf der anderen Seite auch, daß die Menschen von einer gewissen Feigheit und Mutlosigkeit befallen werden, wenn sie an die angedeutete Sache herankommen sollen. Und das ist das andere, was eben in der Gegenwart notwendig ist: Mut, sogar eine gewisse Kühnheit der Anschauungsweise, der Denkweise, eine solche Kühnheit, welche die Begriffe nicht abstumpft, sondern sie vielleicht möglichst spitzig werden läßt. Ich habe diese Dinge alle gesagt, damit sie, soweit sie jedem geistig zugänglich sind, von jedem selbst beobachtet werden. Man kann sie selbst beobachten, wenn man das geistige Leben in der Gegenwart wirklich beobachten will. Man kann schon alles das, was heute gerade gesagt werden muß, aus den äußeren Ereignissen heraus finden; der Geistesforscher wird es nur präziser beschreiben, weil er den Hintergrund dazu sieht. Und wenn man dann vom Geistesforscher diesen Hintergrund geschildert bekommt, dann wird man um so mehr in den Ereignissen bewahrheitet finden, worauf zum Beispiel heute hingedeutet worden ist.
[ 36 ] Es frägt heute mancher, was er eigentlich tun solle. — Es liegt so nahe, was man tun soll. Man möchte sagen: Die Augen aufmachen soll man, allerdings die geistigen Augen! — Der Wille kommt dann schon, wenn man die Augen aufmacht. Der Wille hängt ja vielfach ab von dem Platze, wo man hingestellt ist. Man kann nicht immer gerade an seinem Platze seinem Karma gemäß das Richtige machen, aber man muß versuchen, die Augen geistig aufzumachen. Heute ist es ja allerdings vielfach so, daß wenn man versucht, in Worten vor die Menschen irgend etwas hinzustellen, was notwendig ist für die Gegenwart, sie dann schnell die Augen zumachen; dann wenden sie schnell den Sinn davon ab. Das ist nur das andere Ausschlagen der Waagschale.
[ 36 ] Es frägt heute mancher, was er eigentlich tun solle. — Es liegt so nahe, was man tun soll. Man möchte sagen: Die Augen aufmachen soll man, allerdings die geistigen Augen! — Der Wille kommt dann schon, wenn man die Augen aufmacht. Der Wille hängt ja vielfach ab von dem Platze, wo man hingestellt ist. Man kann nicht immer gerade an seinem Platze seinem Karma gemäß das Richtige machen, aber man muß versuchen, die Augen geistig aufzumachen. Heute ist es ja allerdings vielfach so, daß wenn man versucht, in Worten vor die Menschen irgend etwas hinzustellen, was notwendig ist für die Gegenwart, sie dann schnell die Augen zumachen; dann wenden sie schnell den Sinn davon ab. Das ist nur das andere Ausschlagen der Waagschale.
[ 37 ] Wenn man so spricht, könnte das sehr leicht aufgefaßt werden, als wenn man eigentlich eine Kritik der Zeit geben wollte. Das meine ich nie. Was ich meine, ist: aufmerksam zu machen auf das, was als Impulse aus der spirituellen Welt in die menschlichen Seelen, in die menschlichen Gemüter hinein muß, wenn wir aus der katastrophalen Zeit, in die wir hereingekommen sind, hinaus wollen. Wie gesagt, auf konkrete Einzelheiten einzugehen, ist leider nicht möglich. Das kann jeder für sich selbst tun.
[ 37 ] Wenn man so spricht, könnte das sehr leicht aufgefaßt werden, als wenn man eigentlich eine Kritik der Zeit geben wollte. Das meine ich nie. Was ich meine, ist: aufmerksam zu machen auf das, was als Impulse aus der spirituellen Welt in die menschlichen Seelen, in die menschlichen Gemüter hinein muß, wenn wir aus der katastrophalen Zeit, in die wir hereingekommen sind, hinaus wollen. Wie gesagt, auf konkrete Einzelheiten einzugehen, ist leider nicht möglich. Das kann jeder für sich selbst tun.
