The Spiritual Background of World War I
GA 174b
14 February 1915, Stuttgart
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Die geistigen Hinter des Ersten Weltkrieges
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Ich kann mir leicht vorstellen, daß jemand aus den Betrachtungen, die gestern hier angestellt worden sind, die Schlußfolgerung zieht, daß diejenigen Persönlichkeiten, welche den Menschengruppen, den Völkern angehören, die erst in der sechsten Kulturperiode ihre besondere Mission empfangen sollen, weil sie — wie der gestrige Ausdruck lautete — der Zeit angehören, in der die Entwickelung bereits in absteigender Linie erfolge, geringer bewertet seien als diejenigen, die Angehörige sind von Menschengruppen der aufsteigenden Entwickelung. Ich sage, ich kann mir leicht vorstellen, daß jemand diese Schlußfolgerung zieht. Mit anderen Worten: Ich kann mir leicht vorstellen, daß gerade aus all dem, was gestern gesagt worden ist im Anschluß an andere Bemerkungen, jemand erst recht ein Werturteil fällt unter dem Eindruck von allerlei Emotionen und Gefühlen. Und so kann es sich erfüllen, worauf ich ja aufmerksam machte, daß dasjenige, was insbesondere in bezug auf diese Dinge an einem Orte gesprochen wird, an anderen Orten mißverstanden werden muß. Nicht etwa deshalb, weil es gefärbt ist nach den Bedürfnissen eines Ortes oder bestimmter Menschen, sondern weil es nicht aufgefaßt wird mit der nötigen Objektivität, sondern mit Leidenschaft und allerlei nationalen Aspirationen. Es könnte dann jemand sagen: Also hast du ja doch nur Worte gebraucht, um gewissermaßen der mitteleuropäischen Kultur zu schmeicheln, und wir fühlen uns, die wir der osteuropäischen Kultur angehören, tief beleidigt von dem, was da gesagt worden ist. — Ja, wenn ein solches Urteil gefällt wird, so beweist es nur, daß dasjenige dann eintritt, was ich gestern gerade versuchte so darzustellen, daß es eben vom geisteswissenschaftlichen Empfinden abgelöst werden muß, so abgelöst werden muß, daß sich rein theoretisches, rein abstraktes Denken umwandelt in unmittelbares Erleben, daß uns dasjenige, was sonst bloß unserem Wissen angehört hat, empfindungsgemäß und erlebensgemäß nahetritt.
[ 1 ] Ich kann mir leicht vorstellen, daß jemand aus den Betrachtungen, die gestern hier angestellt worden sind, die Schlußfolgerung zieht, daß diejenigen Persönlichkeiten, welche den Menschengruppen, den Völkern angehören, die erst in der sechsten Kulturperiode ihre besondere Mission empfangen sollen, weil sie — wie der gestrige Ausdruck lautete — der Zeit angehören, in der die Entwickelung bereits in absteigender Linie erfolge, geringer bewertet seien als diejenigen, die Angehörige sind von Menschengruppen der aufsteigenden Entwickelung. Ich sage, ich kann mir leicht vorstellen, daß jemand diese Schlußfolgerung zieht. Mit anderen Worten: Ich kann mir leicht vorstellen, daß gerade aus all dem, was gestern gesagt worden ist im Anschluß an andere Bemerkungen, jemand erst recht ein Werturteil fällt unter dem Eindruck von allerlei Emotionen und Gefühlen. Und so kann es sich erfüllen, worauf ich ja aufmerksam machte, daß dasjenige, was insbesondere in bezug auf diese Dinge an einem Orte gesprochen wird, an anderen Orten mißverstanden werden muß. Nicht etwa deshalb, weil es gefärbt ist nach den Bedürfnissen eines Ortes oder bestimmter Menschen, sondern weil es nicht aufgefaßt wird mit der nötigen Objektivität, sondern mit Leidenschaft und allerlei nationalen Aspirationen. Es könnte dann jemand sagen: Also hast du ja doch nur Worte gebraucht, um gewissermaßen der mitteleuropäischen Kultur zu schmeicheln, und wir fühlen uns, die wir der osteuropäischen Kultur angehören, tief beleidigt von dem, was da gesagt worden ist. — Ja, wenn ein solches Urteil gefällt wird, so beweist es nur, daß dasjenige dann eintritt, was ich gestern gerade versuchte so darzustellen, daß es eben vom geisteswissenschaftlichen Empfinden abgelöst werden muß, so abgelöst werden muß, daß sich rein theoretisches, rein abstraktes Denken umwandelt in unmittelbares Erleben, daß uns dasjenige, was sonst bloß unserem Wissen angehört hat, empfindungsgemäß und erlebensgemäß nahetritt.
[ 2 ] Wer so urteilen würde, wie eben angedeutet, der würde nur theoretisch abstrakt urteilen. Denn wie würde das konkrete, das ins Erleben übertretende Urteil in einem solchen Falle lauten? So würde es lauten, daß wir eben — wenn das, was auseinandergesetzt wurde, wahr ist — einer Zeit entgegengehen, wo diejenigen, die da folgen wollen dem Fortschritt der Kulturmission, nicht mehr aufgehen dürfen in dem bloß nationalen Erleben. Die fünfte Kulturepoche war gerade durch ihre Eigentümlichkeit dazu geeignet, daß die ihr angehörigen Persönlichkeiten in einer gewissen Weise aufgingen in dem nationalen Empfinden und sich wiederum persönlich aus ihm hinausrangen. Die sechste und siebente Kulturepoche werden so sein, daß diejenigen, die bloß national sein wollen, zurückbleiben hinter den Aufgaben der Menschheit. Aber dies ist ja der Grund, warum wir geisteswissenschaftliche Weltanschauung treiben: daß die Menschheit sich herausringe aus dem bloß nationalen Empfinden, aus demjenigen Empfinden, das nicht allgemein menschliches Empfinden ist. Also, was geschlossen werden muß aus dem gestern Gesagten, es ist etwas ganz, ganz anderes. Es ist: daß die mitteleuropäischen Nationalkulturen diejenigen sind, die als Nationalkulturen Impulse in sich haben, welche zusammenfallen mit der großen Sendung der nachatlantischen Kultur, daß aber dann Kulturen kommen, die ein Herauswachsen der Menschen aus den nationalen Impulsen notwendig machen, und daß es nicht geht, wenn diejenigen, die heute die Vorzügler sind — man sagt ja «Nachzügler», warum sollte man nicht sagen «Vorzügler» — der späteren Kulturen, ganz in ihrem nationalen Erleben, und zwar mit Prononcierung, aufgehen, wie es von der Bevölkerung Osteuropas geschieht. Mit anderen Worten: Da sie in diesem nationalen Empfinden noch nicht ihre Sendung empfangen haben, sind sie darauf angewiesen, das, was als Geisteswissenschaft erzeugt wird, in sich aufzunehmen, um über das Nationale hinauszuwachsen. Lebendiges Verstehen ist auch da notwendig.
[ 2 ] Wer so urteilen würde, wie eben angedeutet, der würde nur theoretisch abstrakt urteilen. Denn wie würde das konkrete, das ins Erleben übertretende Urteil in einem solchen Falle lauten? So würde es lauten, daß wir eben — wenn das, was auseinandergesetzt wurde, wahr ist — einer Zeit entgegengehen, wo diejenigen, die da folgen wollen dem Fortschritt der Kulturmission, nicht mehr aufgehen dürfen in dem bloß nationalen Erleben. Die fünfte Kulturepoche war gerade durch ihre Eigentümlichkeit dazu geeignet, daß die ihr angehörigen Persönlichkeiten in einer gewissen Weise aufgingen in dem nationalen Empfinden und sich wiederum persönlich aus ihm hinausrangen. Die sechste und siebente Kulturepoche werden so sein, daß diejenigen, die bloß national sein wollen, zurückbleiben hinter den Aufgaben der Menschheit. Aber dies ist ja der Grund, warum wir geisteswissenschaftliche Weltanschauung treiben: daß die Menschheit sich herausringe aus dem bloß nationalen Empfinden, aus demjenigen Empfinden, das nicht allgemein menschliches Empfinden ist. Also, was geschlossen werden muß aus dem gestern Gesagten, es ist etwas ganz, ganz anderes. Es ist: daß die mitteleuropäischen Nationalkulturen diejenigen sind, die als Nationalkulturen Impulse in sich haben, welche zusammenfallen mit der großen Sendung der nachatlantischen Kultur, daß aber dann Kulturen kommen, die ein Herauswachsen der Menschen aus den nationalen Impulsen notwendig machen, und daß es nicht geht, wenn diejenigen, die heute die Vorzügler sind — man sagt ja «Nachzügler», warum sollte man nicht sagen «Vorzügler» — der späteren Kulturen, ganz in ihrem nationalen Erleben, und zwar mit Prononcierung, aufgehen, wie es von der Bevölkerung Osteuropas geschieht. Mit anderen Worten: Da sie in diesem nationalen Empfinden noch nicht ihre Sendung empfangen haben, sind sie darauf angewiesen, das, was als Geisteswissenschaft erzeugt wird, in sich aufzunehmen, um über das Nationale hinauszuwachsen. Lebendiges Verstehen ist auch da notwendig.
[ 3 ] Allerdings, man wird schwerlich in unserer heutigen Zeit, in der sich die Leidenschaften und Vorurteile so gegenüberstehen, dasjenige finden können, was notwendig ist, damit die Menschen auf den Boden der ja wahrhaftig Objektivität erstrebenden Geisteswissenschaft sich voll stellen können, sich voll stellen können auf den Boden des rein Menschlichen. Geisteswissenschaft, wir treiben sie, damit gerade etwas sich ausbreite über die ganze Erde, was über alle Differenzierungen hinausgeht, und deshalb sollten diejenigen, die sich der Geisteswissenschaft zuwenden aus allen Nationen heraus, objektives Verständnis gewinnen können für so etwas, wie es ja auseinandergesetzt worden ist in jenem Vortragszyklus, der den Titel trägt «Die Mission einzelner Volksseelen», der überall, wo es Anthroposophen gibt, studiert werden sollte. Seine Bedeutung hat er ja auch gerade dadurch, daß er Jahre vor diesem Krieg gehalten worden ist, so daß ihm niemand vorwerfen kann, er sei aus der Stimmung dieses Krieges heraus erzeugt worden. Nicht darauf kommt es eben an, daß, was da oder dort gesprochen wird, nicht allgemeingültige Wahrheiten enthielte, sondern darauf kommt es an, daß man einsehen muß, wie man diese Wahrheiten nicht überall verträgt. Als ich vor Monaten hier gesprochen habe, da habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß wir in Mitteleuropa es gewissermaßen leicht haben, objektiv zu sein, leichter als die anderen. Warum wir es leichter haben, das geht gerade aus jenem Vortragszyklus auch hervor. Alles, was die tieferen Lehren unserer ernsten Ereignisse sind, weist uns darauf hin, daß aus den verschiedensten Untergründen unserer gegenwärtigen Weltenkultur etwas sich herausentwickeln muß, das zusammenfällt mit unserem geisteswissenschaftlichen Streben. In gewisser Beziehung kann man sagen: Diese ernsten Ereignisse sind etwas wie eine mächtige Hindeutung auf die Notwendigkeit geisteswissenschaftlichen Erlebens in der Welt. Sie beweisen, daß dieses geisteswissenschaftliche Erleben kommen muß. Daher kann selbstverständlich das doch nur etwas Sekundäres für uns sein, was zu den unmittelbaren Empfindungen eines Ortes gehört; unsere eigentliche Aufgabe ist, dasjenige in unser seelisches Erleben überzuführen, was jetzt schon überall verstanden werden kann ohne innere Anstößigkeit, trotzdem auf so vielen Gebieten eben Vorurteile über Vorurteile vorhanden sind.
[ 3 ] Allerdings, man wird schwerlich in unserer heutigen Zeit, in der sich die Leidenschaften und Vorurteile so gegenüberstehen, dasjenige finden können, was notwendig ist, damit die Menschen auf den Boden der ja wahrhaftig Objektivität erstrebenden Geisteswissenschaft sich voll stellen können, sich voll stellen können auf den Boden des rein Menschlichen. Geisteswissenschaft, wir treiben sie, damit gerade etwas sich ausbreite über die ganze Erde, was über alle Differenzierungen hinausgeht, und deshalb sollten diejenigen, die sich der Geisteswissenschaft zuwenden aus allen Nationen heraus, objektives Verständnis gewinnen können für so etwas, wie es ja auseinandergesetzt worden ist in jenem Vortragszyklus, der den Titel trägt «Die Mission einzelner Volksseelen», der überall, wo es Anthroposophen gibt, studiert werden sollte. Seine Bedeutung hat er ja auch gerade dadurch, daß er Jahre vor diesem Krieg gehalten worden ist, so daß ihm niemand vorwerfen kann, er sei aus der Stimmung dieses Krieges heraus erzeugt worden. Nicht darauf kommt es eben an, daß, was da oder dort gesprochen wird, nicht allgemeingültige Wahrheiten enthielte, sondern darauf kommt es an, daß man einsehen muß, wie man diese Wahrheiten nicht überall verträgt. Als ich vor Monaten hier gesprochen habe, da habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß wir in Mitteleuropa es gewissermaßen leicht haben, objektiv zu sein, leichter als die anderen. Warum wir es leichter haben, das geht gerade aus jenem Vortragszyklus auch hervor. Alles, was die tieferen Lehren unserer ernsten Ereignisse sind, weist uns darauf hin, daß aus den verschiedensten Untergründen unserer gegenwärtigen Weltenkultur etwas sich herausentwickeln muß, das zusammenfällt mit unserem geisteswissenschaftlichen Streben. In gewisser Beziehung kann man sagen: Diese ernsten Ereignisse sind etwas wie eine mächtige Hindeutung auf die Notwendigkeit geisteswissenschaftlichen Erlebens in der Welt. Sie beweisen, daß dieses geisteswissenschaftliche Erleben kommen muß. Daher kann selbstverständlich das doch nur etwas Sekundäres für uns sein, was zu den unmittelbaren Empfindungen eines Ortes gehört; unsere eigentliche Aufgabe ist, dasjenige in unser seelisches Erleben überzuführen, was jetzt schon überall verstanden werden kann ohne innere Anstößigkeit, trotzdem auf so vielen Gebieten eben Vorurteile über Vorurteile vorhanden sind.
[ 4 ] Dasjenige, was Anschauungen sind aus der Geisteswissenschaft heraus über das allgemein Menschliche im Menschen, das bereitet uns ja auch vor, objektiv all das übersehen zu können, in das wir durch die Erdenentwickelung, die Weltenentwickelung hineinversetzt sind. Denn dieses, wohinein wir versetzt sind, ist gewissermaßen der Boden, aus dem wir herauswachsen, und dasjenige, wodurch wir herauswachsen sollen, sind die Impulse, die wir durch die Geisteswissenschaft aufnehmen. Im Grunde genommen sind wir ja doch nur mit der einen Hälfte unseres Wesens in all den Differenzierungen drinnen, die über die Erde hin verbreitet sind, mit unserem physischen Leibe und unserem Ätherleibe, die wir gewissermaßen der Erde auch zurücklassen, wenn wir in den anderen Bewußtseinszustand eintreten, den wir als Schlaf bezeichnen können. Mit dem Ich und dem Astralleib aber gehen wir dann heraus aus unserem physischen Leib und Ätherleib und sind dann mit unserem Ich und Astralleib in der Welt, die der Mensch sonst betritt, wenn er durch die Pforte des Todes geht, in der Welt, wo alle irdischen Differenzierungen aufhören, in der Welt, in welche uns die Erkenntnisse der Geisteswissenschaft eben einführen sollen. Wer Initiationserkenntnisse zu seinen eigenen Erkenntnissen machen kann, der ist durch diese Initiationserkenntnisse wahrhaftig schon geschützt davor, in einseitiger Weise irgendeinem der Volksgeister einen besonderen Vorzug zu geben. Denn, wie kommen wir denn mit dem besonderen Volksgeist in Berührung, dem wir angehören?
[ 4 ] Dasjenige, was Anschauungen sind aus der Geisteswissenschaft heraus über das allgemein Menschliche im Menschen, das bereitet uns ja auch vor, objektiv all das übersehen zu können, in das wir durch die Erdenentwickelung, die Weltenentwickelung hineinversetzt sind. Denn dieses, wohinein wir versetzt sind, ist gewissermaßen der Boden, aus dem wir herauswachsen, und dasjenige, wodurch wir herauswachsen sollen, sind die Impulse, die wir durch die Geisteswissenschaft aufnehmen. Im Grunde genommen sind wir ja doch nur mit der einen Hälfte unseres Wesens in all den Differenzierungen drinnen, die über die Erde hin verbreitet sind, mit unserem physischen Leibe und unserem Ätherleibe, die wir gewissermaßen der Erde auch zurücklassen, wenn wir in den anderen Bewußtseinszustand eintreten, den wir als Schlaf bezeichnen können. Mit dem Ich und dem Astralleib aber gehen wir dann heraus aus unserem physischen Leib und Ätherleib und sind dann mit unserem Ich und Astralleib in der Welt, die der Mensch sonst betritt, wenn er durch die Pforte des Todes geht, in der Welt, wo alle irdischen Differenzierungen aufhören, in der Welt, in welche uns die Erkenntnisse der Geisteswissenschaft eben einführen sollen. Wer Initiationserkenntnisse zu seinen eigenen Erkenntnissen machen kann, der ist durch diese Initiationserkenntnisse wahrhaftig schon geschützt davor, in einseitiger Weise irgendeinem der Volksgeister einen besonderen Vorzug zu geben. Denn, wie kommen wir denn mit dem besonderen Volksgeist in Berührung, dem wir angehören?
[ 5 ] Wenn wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen in der geistigen Welt weilen mit unserem Ich und Astralleib, da sind wir mit unserem Volksgeist, mit dem Volksgeist, der unserer Nationalität gewissermaßen vorsteht, nicht in Berührung, sondern wir sind nur in Berührung mit diesem Volksgeist während unseres wachen Tageslebens, vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Unter den Kräften, in die wir untertauchen, wenn wir in den physischen Leib und den Ätherleib untertauchen, sind auch die Kräfte, in die hineinarbeitet der Volksgeist des Volkes, dem wir angehören. Wir betreten sozusagen das Feld dieses Volksgeistes, indem wir aufwachen; wir verlassen es wieder, wenn wir einschlafen. Derjenige aber, welcher Initiationserkenntnisse sich erwirbt, der muß ja gerade während dieser Erwerbung in der Welt weilen, in der sein Volksgeist gerade nicht ist, denn er muß eintreten in die Welt, in der wir leben zwischen Einschlafen und Aufwachen. Und da stellt sich denn etwas Besonderes heraus. Nehmen wir an, ein Mensch gehört also einem ganz bestimmten Volke an. Jeder gehört ja einem solchen an, indem er sich zu einer bestimmten Nationalität rechnen muß. Wenn der Mensch nun mit dem Einschlafen die Sphäre seines Volksgeistes verläßt, dann steht er eben mit diesem Volksgeist nicht mehr in Berührung, bis er wieder aufwacht. Da hinein begibt sich auch derjenige, der sich Initiationserkenntnisse erwirbt, und er kommt zusammen während der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit den anderen Geistern der Völker, die sonst auf der Erde leben, nur nicht mit seinem eigenen Volksgeist. Also man durchlebt ein Zusammensein mit den anderen Volksgeistern in der Zeit zwischen Einschlafen und Aufwachen, und mit seinem Volksgeiste in der Zeit zwischen Aufwachen und Einschlafen. Nur ist das Zusammenleben mit den anderen Volksgeistern nicht so, daß man mit jedem einzelnen lebt, sondern man lebt mit ihrer Verbindung, gleichsam mit ihrer Genossenschaft, mit dem, was sie im Verhältnis zueinander vollbringen, mit der Gesamtheit der übrigen Volksgeister.
[ 5 ] Wenn wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen in der geistigen Welt weilen mit unserem Ich und Astralleib, da sind wir mit unserem Volksgeist, mit dem Volksgeist, der unserer Nationalität gewissermaßen vorsteht, nicht in Berührung, sondern wir sind nur in Berührung mit diesem Volksgeist während unseres wachen Tageslebens, vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Unter den Kräften, in die wir untertauchen, wenn wir in den physischen Leib und den Ätherleib untertauchen, sind auch die Kräfte, in die hineinarbeitet der Volksgeist des Volkes, dem wir angehören. Wir betreten sozusagen das Feld dieses Volksgeistes, indem wir aufwachen; wir verlassen es wieder, wenn wir einschlafen. Derjenige aber, welcher Initiationserkenntnisse sich erwirbt, der muß ja gerade während dieser Erwerbung in der Welt weilen, in der sein Volksgeist gerade nicht ist, denn er muß eintreten in die Welt, in der wir leben zwischen Einschlafen und Aufwachen. Und da stellt sich denn etwas Besonderes heraus. Nehmen wir an, ein Mensch gehört also einem ganz bestimmten Volke an. Jeder gehört ja einem solchen an, indem er sich zu einer bestimmten Nationalität rechnen muß. Wenn der Mensch nun mit dem Einschlafen die Sphäre seines Volksgeistes verläßt, dann steht er eben mit diesem Volksgeist nicht mehr in Berührung, bis er wieder aufwacht. Da hinein begibt sich auch derjenige, der sich Initiationserkenntnisse erwirbt, und er kommt zusammen während der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit den anderen Geistern der Völker, die sonst auf der Erde leben, nur nicht mit seinem eigenen Volksgeist. Also man durchlebt ein Zusammensein mit den anderen Volksgeistern in der Zeit zwischen Einschlafen und Aufwachen, und mit seinem Volksgeiste in der Zeit zwischen Aufwachen und Einschlafen. Nur ist das Zusammenleben mit den anderen Volksgeistern nicht so, daß man mit jedem einzelnen lebt, sondern man lebt mit ihrer Verbindung, gleichsam mit ihrer Genossenschaft, mit dem, was sie im Verhältnis zueinander vollbringen, mit der Gesamtheit der übrigen Volksgeister.
[ 6 ] Also denken Sie sich, das menschliche Leben wechselt ab — so sagt uns die Initiationserkenntnis — zwischen einem Erleben mit dem Volksgeiste im Wachzustand und einem Erleben mit der Gesamtheit der anderen Volksgeister im Schlafzustand. Nur gibt es ein Mittel gleichsam, wodurch wir ein abnormes Zusammenleben haben mit den anderen Volksgeistern, wodurch wir nicht mit ihrer Gesamtheit zusammenkommen im Schlafe, sondern mit einem besonderen Volksgeiste zusammenkommen. Das ist, wenn wir ein Volk besonders leidenschaftlich hassen. Das ist das Abnorme: Wir können dem nicht entgehen, wenn wir ein Volk besonders hassen, daß wir während des Schlafes in die Sphäre seines Volksgeistes kommen. Und derjenige, der sich Initiationserkenntnisse erwirbt, der würde, wenn er ein Volk aus rein persönlichen nationalen Gründen besonders haßt, in die Sphäre seines Volksgeistes sich begeben, gerade wenn er in das Feld der Initiation eintritt, und es würde sich für ihn sehr bald die Unmöglichkeit ergeben; da drinnen ordentlich zu weilen. Trivial ausgedrückt, könnte ich sagen: Wer aus nationalen persönlichen Leidenschaften heraus ein anderes Volk besonders haßt, ist dazu verurteilt, mit dessen Volksgeist zu schlafen. Das ist trivial ausgesprochen, aber ganz wörtlich zu nehmen.
[ 6 ] Also denken Sie sich, das menschliche Leben wechselt ab — so sagt uns die Initiationserkenntnis — zwischen einem Erleben mit dem Volksgeiste im Wachzustand und einem Erleben mit der Gesamtheit der anderen Volksgeister im Schlafzustand. Nur gibt es ein Mittel gleichsam, wodurch wir ein abnormes Zusammenleben haben mit den anderen Volksgeistern, wodurch wir nicht mit ihrer Gesamtheit zusammenkommen im Schlafe, sondern mit einem besonderen Volksgeiste zusammenkommen. Das ist, wenn wir ein Volk besonders leidenschaftlich hassen. Das ist das Abnorme: Wir können dem nicht entgehen, wenn wir ein Volk besonders hassen, daß wir während des Schlafes in die Sphäre seines Volksgeistes kommen. Und derjenige, der sich Initiationserkenntnisse erwirbt, der würde, wenn er ein Volk aus rein persönlichen nationalen Gründen besonders haßt, in die Sphäre seines Volksgeistes sich begeben, gerade wenn er in das Feld der Initiation eintritt, und es würde sich für ihn sehr bald die Unmöglichkeit ergeben; da drinnen ordentlich zu weilen. Trivial ausgedrückt, könnte ich sagen: Wer aus nationalen persönlichen Leidenschaften heraus ein anderes Volk besonders haßt, ist dazu verurteilt, mit dessen Volksgeist zu schlafen. Das ist trivial ausgesprochen, aber ganz wörtlich zu nehmen.
[ 7 ] Die Tatsachen der geistigen Welt, die sorgen schon dafür, daß das ganze Menschengeschlecht eine Einheit ist, und daß ein Sich-Heraussondern nicht möglich ist. Aber wenn wir solche Tatsachen ins Auge fassen, dann können wir daraus so manches lernen. Wir sprechen ja davon, daß die Welt, in der wir äußerlich mit unseren Sinnen und mit unserem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, leben, eine große Täuschung, eine Maja ist; aber auch diese Wahrheit, daß die Welt eine Maja ist, wir nehmen sie allzu abstrakt, wir nehmen sie bloß theoretisch. Ich möchte sagen, wir lassen uns noch herbei, diese Wahrheit verstandesmäßig zu fassen. Sielebensvoll zu erfassen, dem widerstrebt nicht nur unser Verstand, sondern oftmals sogar unser Wille. Denn dasjenige, was hinter der Welt der Täuschung ist, es sieht so aus, daß wir nicht wollen, daß es so ausschaue. Wir scheuen uns davor, wir fürchten uns davor, weil uns die Wahrheit unbequem ist. Zu wissen, daß die ganze Menschheit im konkreten Sinne eine Einheit ist, das ist ja nicht bequem, denn es gestattet nicht, daß man in einseitiger Weise Gefühle und Enthusiasmen so betrachtet, wie sie heute vielfach betrachtet werden, sondern es belehrt uns darüber, was das in der Welt der Wirklichkeit bedeutet. Das aber ist unbequem. Der Wille scheut oftmals noch mehr vor der Wahrheit zurück als die Einsicht, als der Verstand. Darum braucht man sich nicht zu wundern, wenn in unserer Zeit die Wahrheiten der Geisteswissenschaft noch vielfach als Narretei gelten, denn die Narretei der Zeit fürchtet sich vor der Weisheit der Welt. Hinter die Erscheinungen zu blicken, das gibt aber erst die Möglichkeit, zu verstehen, was eigentlich geschieht. Ich habe gestern bereits darauf hingewiesen und will nun in einem speziellen Falle es noch ausführen.
[ 7 ] Die Tatsachen der geistigen Welt, die sorgen schon dafür, daß das ganze Menschengeschlecht eine Einheit ist, und daß ein Sich-Heraussondern nicht möglich ist. Aber wenn wir solche Tatsachen ins Auge fassen, dann können wir daraus so manches lernen. Wir sprechen ja davon, daß die Welt, in der wir äußerlich mit unseren Sinnen und mit unserem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, leben, eine große Täuschung, eine Maja ist; aber auch diese Wahrheit, daß die Welt eine Maja ist, wir nehmen sie allzu abstrakt, wir nehmen sie bloß theoretisch. Ich möchte sagen, wir lassen uns noch herbei, diese Wahrheit verstandesmäßig zu fassen. Sielebensvoll zu erfassen, dem widerstrebt nicht nur unser Verstand, sondern oftmals sogar unser Wille. Denn dasjenige, was hinter der Welt der Täuschung ist, es sieht so aus, daß wir nicht wollen, daß es so ausschaue. Wir scheuen uns davor, wir fürchten uns davor, weil uns die Wahrheit unbequem ist. Zu wissen, daß die ganze Menschheit im konkreten Sinne eine Einheit ist, das ist ja nicht bequem, denn es gestattet nicht, daß man in einseitiger Weise Gefühle und Enthusiasmen so betrachtet, wie sie heute vielfach betrachtet werden, sondern es belehrt uns darüber, was das in der Welt der Wirklichkeit bedeutet. Das aber ist unbequem. Der Wille scheut oftmals noch mehr vor der Wahrheit zurück als die Einsicht, als der Verstand. Darum braucht man sich nicht zu wundern, wenn in unserer Zeit die Wahrheiten der Geisteswissenschaft noch vielfach als Narretei gelten, denn die Narretei der Zeit fürchtet sich vor der Weisheit der Welt. Hinter die Erscheinungen zu blicken, das gibt aber erst die Möglichkeit, zu verstehen, was eigentlich geschieht. Ich habe gestern bereits darauf hingewiesen und will nun in einem speziellen Falle es noch ausführen.
[ 8 ] Wenn wir den Menschen verfolgen, wie er durch die Pforte des Todes in die geistige Welt hineingeht, in der er die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt, um sich vorzubereiten für ein neues Erdenleben, dann müssen wir uns klar werden, inwiefern er in seinem Leben zwischen Tod und neuer Geburt beeinflußt wird von seinem letzten Erdenleben, inwiefern er gleichsam mitbringt durch die Pforte des Todes in das geistige Leben hinein die Nachklänge, das Nachtönen des letzten Erdenlebens. Wir wissen ja, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet, hindurchträgt durch diese Pforte des Todes zunächst, nachdem er seinen physischen Leib den Erdenelementen übergeben hat, seinen Ätherleib, den Astralleib und
[ 8 ] Wenn wir den Menschen verfolgen, wie er durch die Pforte des Todes in die geistige Welt hineingeht, in der er die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt, um sich vorzubereiten für ein neues Erdenleben, dann müssen wir uns klar werden, inwiefern er in seinem Leben zwischen Tod und neuer Geburt beeinflußt wird von seinem letzten Erdenleben, inwiefern er gleichsam mitbringt durch die Pforte des Todes in das geistige Leben hinein die Nachklänge, das Nachtönen des letzten Erdenlebens. Wir wissen ja, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet, hindurchträgt durch diese Pforte des Todes zunächst, nachdem er seinen physischen Leib den Erdenelementen übergeben hat, seinen Ätherleib, den Astralleib und
[ 9 ] das Ich. Wir wissen auch, daß dieser ÄÄtherleib sich bald, sehr bald trennt von Ich und Astralleib, mit Ausnahme eines Extraktes, der davon zurückbleibt, und daß der Ätherleib sich mit dem allgemeinen Wirken des Kosmos ätherisch verbindet. Das alles haben wir ja öfters ins Auge gefaßt. Nun aber ist es so, daß der Mensch nach dem Tode durch seine Erkenntnisse, seine nach dem Tod ihm bleibenden Erkenntnisse dennoch zurückschaut auf die Schicksale des Ätherleibes, und daß diese Schicksale für ihn etwas bedeuten. Es bedeutet für den Menschen nach dem Tode etwas, wenn er anschaut die Schicksale seines Ätherleibes, die so verlaufen, daß dieser Verlauf eine Art Resultat des Erdenlebens ist. Und dieses Resultat, dieses Ergebnis des Erdenlebens stellt sich verschieden heraus für die verschiedensten Verhältnisse der Erde, unter anderem auch für das verschiedene Erleben im Nationalen darinnen. Ganz anders stellen sich die Erdenreste, die für den Menschen eine Bedeutung haben nach dem Tode, sagen wir, bei einer Seele, die aus einem französischen Körper herausgeht und übergeht in die geistige Welt, und ganz anders bei einer solchen Seele, die heute aus einem russischen Leibe in die geistige Welt übergeht. Seelen, die aus einem französischen Leibe heute herausgehen, gehören einer Kultur an, die gewissermaßen reif und überreif geworden ist, die vieles diesen Ätherleib erleben läßt auf der Erde. Das Eigentümliche der französischen Volkskultur — nicht die Kultur des einzelnen — besteht darin, daß der Ätherleib selber durcharbeitet wird, durchtränkt wird mit Kräften und Kraftwirkungen, und in einer sehr scharf geprägten Weise daher durch die Pforte des Todes tritt, und dann drinnen ist in der geistigen Welt. Solche Ätherleiber lösen sich lange nicht auf, sie bleiben lange als Spektren vorhanden. In seiner Vorstellung hat der Angehörige des französischen Volkstums, insofern er ihm angehört, eine ganz bestimmte Meinung von sich, von dem, was er gilt in der Welt. Das ist aber nichts anderes als die Spiegelung von den fest arbeitenden Kräften im Ätherleibe. Der Ätherleib ist plastisch fest gebildet und tritt so über in die geistige Welt.
[ 9 ] das Ich. Wir wissen auch, daß dieser ÄÄtherleib sich bald, sehr bald trennt von Ich und Astralleib, mit Ausnahme eines Extraktes, der davon zurückbleibt, und daß der Ätherleib sich mit dem allgemeinen Wirken des Kosmos ätherisch verbindet. Das alles haben wir ja öfters ins Auge gefaßt. Nun aber ist es so, daß der Mensch nach dem Tode durch seine Erkenntnisse, seine nach dem Tod ihm bleibenden Erkenntnisse dennoch zurückschaut auf die Schicksale des Ätherleibes, und daß diese Schicksale für ihn etwas bedeuten. Es bedeutet für den Menschen nach dem Tode etwas, wenn er anschaut die Schicksale seines Ätherleibes, die so verlaufen, daß dieser Verlauf eine Art Resultat des Erdenlebens ist. Und dieses Resultat, dieses Ergebnis des Erdenlebens stellt sich verschieden heraus für die verschiedensten Verhältnisse der Erde, unter anderem auch für das verschiedene Erleben im Nationalen darinnen. Ganz anders stellen sich die Erdenreste, die für den Menschen eine Bedeutung haben nach dem Tode, sagen wir, bei einer Seele, die aus einem französischen Körper herausgeht und übergeht in die geistige Welt, und ganz anders bei einer solchen Seele, die heute aus einem russischen Leibe in die geistige Welt übergeht. Seelen, die aus einem französischen Leibe heute herausgehen, gehören einer Kultur an, die gewissermaßen reif und überreif geworden ist, die vieles diesen Ätherleib erleben läßt auf der Erde. Das Eigentümliche der französischen Volkskultur — nicht die Kultur des einzelnen — besteht darin, daß der Ätherleib selber durcharbeitet wird, durchtränkt wird mit Kräften und Kraftwirkungen, und in einer sehr scharf geprägten Weise daher durch die Pforte des Todes tritt, und dann drinnen ist in der geistigen Welt. Solche Ätherleiber lösen sich lange nicht auf, sie bleiben lange als Spektren vorhanden. In seiner Vorstellung hat der Angehörige des französischen Volkstums, insofern er ihm angehört, eine ganz bestimmte Meinung von sich, von dem, was er gilt in der Welt. Das ist aber nichts anderes als die Spiegelung von den fest arbeitenden Kräften im Ätherleibe. Der Ätherleib ist plastisch fest gebildet und tritt so über in die geistige Welt.
[ 10 ] Ganz anders ist das bei einem Ätherleib eines russischen Menschen. Der hat nicht eine so feste Prägung, der ist gewissermaßen elastischer, er löst sich in der geistigen Welt leichter auf; daher sind die Seelen durch ihn weniger gefesselt. Während durch das Hinschauen auf den aus einer Hochkultur hervorgehenden Ätherleib des Franzosen die französische Seele länger sozusagen verbunden ist mit dem Ätherleibe, ist die Seele des russischen Menschen nur kurz verbunden mit dem Ätherleibe. Es bedeutet das, was der Ätherleib durchmacht nach dem Tode, weniger für diese Seele des Ostens. Das aber hat eine sehr bestimmte, tiefgehende, bedeutsame Wirkung für das, was gewissermaßen hinter den Kulissen unseres Daseins in der Gegenwart geschieht. Die Schicksale der russischen Seele sind ja ganz andere als die Schicksale der französischen Seele in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 10 ] Ganz anders ist das bei einem Ätherleib eines russischen Menschen. Der hat nicht eine so feste Prägung, der ist gewissermaßen elastischer, er löst sich in der geistigen Welt leichter auf; daher sind die Seelen durch ihn weniger gefesselt. Während durch das Hinschauen auf den aus einer Hochkultur hervorgehenden Ätherleib des Franzosen die französische Seele länger sozusagen verbunden ist mit dem Ätherleibe, ist die Seele des russischen Menschen nur kurz verbunden mit dem Ätherleibe. Es bedeutet das, was der Ätherleib durchmacht nach dem Tode, weniger für diese Seele des Ostens. Das aber hat eine sehr bestimmte, tiefgehende, bedeutsame Wirkung für das, was gewissermaßen hinter den Kulissen unseres Daseins in der Gegenwart geschieht. Die Schicksale der russischen Seele sind ja ganz andere als die Schicksale der französischen Seele in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 11 ] Nun wissen wir ja aus den verschiedensten Betrachtungen, daß wir entgegengehen im 20. Jahrhundert dem ätherischen Wirken des Christus-Geistes. Hingewiesen ist darauf schon im exoterischen Sinne an der entsprechenden Stelle des Mysteriendramas «Die Pforte der Einweihung» von der Wiedererscheinung des Christus als ätherische Körperlichkeit. Und hingewiesen ist darauf auch schon in verschiedenen Betrachtungen, daß dieses Erscheinen des Christus für diejenigen Menschen, die fähig sein werden, ihn zu schauen, vorbereitet wird seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, indem der wirkende Zeitgeist seit dieser Zeit ein anderer ist als früher. Durch Jahrhunderte vorher war Gabriel der wirkende Zeitgeist; seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist Michael der wirkende Zeitgeist. Michael ist es, der gewissermaßen die Erscheinung des Christus als ätherische Wesenheit vorzubereiten hat. Das alles muß aber vorbereitet werden, das alles muß ‚gewissermaßen in der Entwickelung gefördert werden, und es wird gefördert. In der Art wird es gefördert, daß Michael für die Erscheinung des Christus gewissermaßen den Kampf führt, daß er die Seelen in dem Erleben zwischen Tod und neuer Geburt vorbereitet auf dasjenige, was in der Erdenaura zu geschehen hat. Nun würden scharf geprägte Ätherleiber, die in der elementarischen Welt um uns herum sind, immer störend sein in der Zeit, die herankommen muß, wo rein gesehen werden soll diese Äthergestalt, die der Christus annehmen muß. Näher stehen einer reinen Auffassung dieser Äthergestalt diejenigen Seelen, die nach dem Tode durch ihre ätherischen Leiber weniger berührt sind. Daher stellt sich folgendes heraus.
[ 11 ] Nun wissen wir ja aus den verschiedensten Betrachtungen, daß wir entgegengehen im 20. Jahrhundert dem ätherischen Wirken des Christus-Geistes. Hingewiesen ist darauf schon im exoterischen Sinne an der entsprechenden Stelle des Mysteriendramas «Die Pforte der Einweihung» von der Wiedererscheinung des Christus als ätherische Körperlichkeit. Und hingewiesen ist darauf auch schon in verschiedenen Betrachtungen, daß dieses Erscheinen des Christus für diejenigen Menschen, die fähig sein werden, ihn zu schauen, vorbereitet wird seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, indem der wirkende Zeitgeist seit dieser Zeit ein anderer ist als früher. Durch Jahrhunderte vorher war Gabriel der wirkende Zeitgeist; seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist Michael der wirkende Zeitgeist. Michael ist es, der gewissermaßen die Erscheinung des Christus als ätherische Wesenheit vorzubereiten hat. Das alles muß aber vorbereitet werden, das alles muß ‚gewissermaßen in der Entwickelung gefördert werden, und es wird gefördert. In der Art wird es gefördert, daß Michael für die Erscheinung des Christus gewissermaßen den Kampf führt, daß er die Seelen in dem Erleben zwischen Tod und neuer Geburt vorbereitet auf dasjenige, was in der Erdenaura zu geschehen hat. Nun würden scharf geprägte Ätherleiber, die in der elementarischen Welt um uns herum sind, immer störend sein in der Zeit, die herankommen muß, wo rein gesehen werden soll diese Äthergestalt, die der Christus annehmen muß. Näher stehen einer reinen Auffassung dieser Äthergestalt diejenigen Seelen, die nach dem Tode durch ihre ätherischen Leiber weniger berührt sind. Daher stellt sich folgendes heraus.
[ 12 ] Wir sehen, wie ein Teil der Arbeit des Michael dahingeht, beizutragen zur Auflösung der westeuropäischen hochkultivierten Ätherleiber, die eine feste Gestalt haben, und wir sehen, wie sich Michael bedient in diesem Kampfe der osteuropäischen Seelen. Und so sehen wir Michael, gefolgt von den Scharen der osteuropäischen Seelen, kämpfend gegen die westeuropäischen Ätherleiber und die Eindrücke, welche die Seelen nach dem 'Tode haben. So gibt es einen lebendigen Kampf hinter den Kulissen des heutigen Daseins. Dieser Kampf ist vorhanden, dieser Kampf in der geistigen Welt. Dieser Kampf im Himmel gleichsam, er spielt sich ab zwischen Rußland und Frankreich in der geistigen Welt, ein lebendiger Kampf zwischen Osten und Westen. Und dieser Kampf ist die Wahrheit, und dasjenige, was sich in der physischen Welt abspielt, das ist die äußere Maja, das ist die Entstellung der Wahrheit. Und man bekommt auch da, wie so oft, wenn man die geistigen Tatsachen betrachtet, auf diesem Gebiet den erschütternden Eindruck, daß oftmals dasjenige, was hier im Felde der Täuschung sich vollzieht, das gerade Gegenteil von dem ist, was in der geistigen Welt als Wahrheit sich vollzieht.
[ 12 ] Wir sehen, wie ein Teil der Arbeit des Michael dahingeht, beizutragen zur Auflösung der westeuropäischen hochkultivierten Ätherleiber, die eine feste Gestalt haben, und wir sehen, wie sich Michael bedient in diesem Kampfe der osteuropäischen Seelen. Und so sehen wir Michael, gefolgt von den Scharen der osteuropäischen Seelen, kämpfend gegen die westeuropäischen Ätherleiber und die Eindrücke, welche die Seelen nach dem 'Tode haben. So gibt es einen lebendigen Kampf hinter den Kulissen des heutigen Daseins. Dieser Kampf ist vorhanden, dieser Kampf in der geistigen Welt. Dieser Kampf im Himmel gleichsam, er spielt sich ab zwischen Rußland und Frankreich in der geistigen Welt, ein lebendiger Kampf zwischen Osten und Westen. Und dieser Kampf ist die Wahrheit, und dasjenige, was sich in der physischen Welt abspielt, das ist die äußere Maja, das ist die Entstellung der Wahrheit. Und man bekommt auch da, wie so oft, wenn man die geistigen Tatsachen betrachtet, auf diesem Gebiet den erschütternden Eindruck, daß oftmals dasjenige, was hier im Felde der Täuschung sich vollzieht, das gerade Gegenteil von dem ist, was in der geistigen Welt als Wahrheit sich vollzieht.
[ 13 ] Denken Sie sich das ungeheuer Erschütternde für denjenigen, der Initiationserkenntnis erwirbt, daß ein Bündnis besteht zwischen Völkern, die sich in der geistigen Welt aufs heißeste bekämpfen! Solche Dinge dürfen natürlich nicht verallgemeinert werden, nicht etwa darf die Schlußfolgerung gezogen werden, daß in der geistigen Welt alles entgegengesetzt ist der physischen Welt. Jeder einzelne Fall muß untersucht werden. Aber für diesen Fall bekommen wir auch diesen erschütternden Eindruck, diesen unsere Erkenntnis, man möchte sagen, zunächst zermalmenden Eindruck. So sieht es eben vielfach anders aus hinter den Kulissen des Daseins, als es in der äußeren Welt aussieht. Aber begreiflich werden uns die Dinge in ihrem wahren Zusammenhang nur, wenn wir hinter die Kulissen des Daseins mit dem Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft leuchten können. Dann aber werden sich auch in unsere ganze Auffassung hineinprägen diejenigen Gefühle, welche gleichsam in die Wahrheit untertauchen lassen unsere Herzen gegenüber den Vorurteilen, in denen wir befangen sein müssen, wenn wir uns den Strömungen der äußeren physischen Welt hingeben. Wirklich ist Mitteleuropa heute hineingeschoben zwischen zwei kämpfende Mächte und muß gewissermaßen sie auseinanderhalten. Daraus ergibt sich aber der Zusammenhang zwischen demjenigen, was ich gestern als das Ringen der mitteleuropäischen Kultur bezeichnet habe, gegenüber dem, was links und rechts, wie umklammernd, diese mitteleuropäische Kultur bedrängt. Das ist das Karma der mitteleuropäischen Kultur: ihre Entwickelung sich abspielen zu sehen zwischen dem, was sich bekämpfen muß durch eine erdengeschichtliche Notwendigkeit. Die rechten Gefühle für den tragischen Konflikt der Verhältnisse, insofern sie jetzt Mitteleuropa betreffen, gehen ja erst aus einer solchen Betrachtung hervor. Dann erst, wenn wir eine solche Betrachtung zugrunde legen, merken wir, daß im Grunde genommen Nichtbeteiligung an den Händeln, die eigentlich auszufechten sind, das wirklich Charakteristische für Mitteleuropa ist, unschuldiges Verhalten zu diesen Händeln und in das Karma mit hinein verwickelt sein. — Und wir haben nun auch gesehen, wie der genaue Zusammenklang dessen ist, was da in der Evolution enthalten ist: wir haben gesehen, wie beteiligt ist der Osten und Westen Europas an dem kommenden Christus-Ereignis. Wenn wir das Ringen der mitteleuropäischen Kultur mit ihrer Vereinigung, wie ich es gestern charakterisiert habe, von Geistigem und Leiblichem ins Auge fassen, dann haben wir auch die besondere Ausgestaltung des ChristusImpulses, der ja der Träger dieser Vereinigung des Geistigen und Leiblichen ist. Mitten also in Europa das Phänomen, das Christentum überzuführen in die Erdenereignisse. Hier, sich abspielend auf dem physischen Plan, etwas von ungeheurer Bedeutung, und rechts und links etwas, was erst erkämpft wird auf den höheren Planen. Physischer Plan und geistiger Plan schließen sich zusammen, wenn wir sie so betrachten.
[ 13 ] Denken Sie sich das ungeheuer Erschütternde für denjenigen, der Initiationserkenntnis erwirbt, daß ein Bündnis besteht zwischen Völkern, die sich in der geistigen Welt aufs heißeste bekämpfen! Solche Dinge dürfen natürlich nicht verallgemeinert werden, nicht etwa darf die Schlußfolgerung gezogen werden, daß in der geistigen Welt alles entgegengesetzt ist der physischen Welt. Jeder einzelne Fall muß untersucht werden. Aber für diesen Fall bekommen wir auch diesen erschütternden Eindruck, diesen unsere Erkenntnis, man möchte sagen, zunächst zermalmenden Eindruck. So sieht es eben vielfach anders aus hinter den Kulissen des Daseins, als es in der äußeren Welt aussieht. Aber begreiflich werden uns die Dinge in ihrem wahren Zusammenhang nur, wenn wir hinter die Kulissen des Daseins mit dem Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft leuchten können. Dann aber werden sich auch in unsere ganze Auffassung hineinprägen diejenigen Gefühle, welche gleichsam in die Wahrheit untertauchen lassen unsere Herzen gegenüber den Vorurteilen, in denen wir befangen sein müssen, wenn wir uns den Strömungen der äußeren physischen Welt hingeben. Wirklich ist Mitteleuropa heute hineingeschoben zwischen zwei kämpfende Mächte und muß gewissermaßen sie auseinanderhalten. Daraus ergibt sich aber der Zusammenhang zwischen demjenigen, was ich gestern als das Ringen der mitteleuropäischen Kultur bezeichnet habe, gegenüber dem, was links und rechts, wie umklammernd, diese mitteleuropäische Kultur bedrängt. Das ist das Karma der mitteleuropäischen Kultur: ihre Entwickelung sich abspielen zu sehen zwischen dem, was sich bekämpfen muß durch eine erdengeschichtliche Notwendigkeit. Die rechten Gefühle für den tragischen Konflikt der Verhältnisse, insofern sie jetzt Mitteleuropa betreffen, gehen ja erst aus einer solchen Betrachtung hervor. Dann erst, wenn wir eine solche Betrachtung zugrunde legen, merken wir, daß im Grunde genommen Nichtbeteiligung an den Händeln, die eigentlich auszufechten sind, das wirklich Charakteristische für Mitteleuropa ist, unschuldiges Verhalten zu diesen Händeln und in das Karma mit hinein verwickelt sein. — Und wir haben nun auch gesehen, wie der genaue Zusammenklang dessen ist, was da in der Evolution enthalten ist: wir haben gesehen, wie beteiligt ist der Osten und Westen Europas an dem kommenden Christus-Ereignis. Wenn wir das Ringen der mitteleuropäischen Kultur mit ihrer Vereinigung, wie ich es gestern charakterisiert habe, von Geistigem und Leiblichem ins Auge fassen, dann haben wir auch die besondere Ausgestaltung des ChristusImpulses, der ja der Träger dieser Vereinigung des Geistigen und Leiblichen ist. Mitten also in Europa das Phänomen, das Christentum überzuführen in die Erdenereignisse. Hier, sich abspielend auf dem physischen Plan, etwas von ungeheurer Bedeutung, und rechts und links etwas, was erst erkämpft wird auf den höheren Planen. Physischer Plan und geistiger Plan schließen sich zusammen, wenn wir sie so betrachten.
[ 14 ] Das ist die Ergänzung zu dem gestern Auseinandergesetzten. Und so ist es im Grunde genommen mit aller Evolution, soweit sie sich unter dem Einfluß des Christus-Impulses nach und nach entwickelt hart. Denn was jetzt im 20. Jahrhundert geschieht, hat sich ja nach und nach entwickelt. Der Christus-Impuls ist eingezogen durch das Mysterium von Golgatha in die irdische Menschheitsentwickelung, und er hat darinnen gewirkt. Aber wenn er nur hätte so wirken können, der ChristusImpuls, wie ihn die Menschen verstanden haben, hätte er wenig wirken können bisher. Wir fangen ja erst an mit dem Verständnis, wir fangen erst an, durch Geisteswissenschaft etwas zu begreifen von dem, was das Mysterium von Golgatha ist. Der Christus-Impuls hat gewirkt. Aber wahrhaftig wirkte er am wenigsten in dem, was das Gezänk und Geschrei der Theologen war. Schlimm wäre es gewesen, wenn nur so viel von dem Christus-Impuls hätte hereinkommen können in die Erdenentwickelung, wie die Menschen begriffen haben in den verschiedenen Epochen mit ihrem Verstande. Aber ich habe darauf hingewiesen, wie der Christus-Impuls durch die Jahrhunderte in unbewußte Seelenkräfte gewirkt hat. Ich habe Ihnen geschildert, wie am 28. Oktober 312 Konstantin gegenüberstand dem Maxentius, und wie da eine Schlacht geschlagen wurde, durch die das Schicksal von Europa entschieden worden ist. Nicht durch die Kunst der Feldherren wurde diese Schlacht geschlagen, sondern durch dasjenige, was sich im Unterbewußtsein der Menschen zugetragen hat. Maxentius befragte die sibyllinischen Bücher. Die verführten ihn, statt seine Heere in Rom in Sicherheit zu lassen, sie aus den Toren Roms zu führen, den Heeren Konstantins entgegen. Konstantin aber hatte den Traum: das Monogramm Christi seinem Heere vorantragen zu lassen. Man folgte also nicht den Gescheitheiten der Feldherren, sondern man folgte Träumen, das heißt den Impulsen des Unterbewußtseins. Von dem, was daraus entstand, hat Europa seine Gestaltung bekommen. Nicht von dem leitete sich her die wirkliche Gestaltung des Christus-Impulses, worüber die Theologen zankten, sondern von dem, was der lebendige Christus auf den Feldern war, wo er wirken kann. Nicht die menschlichen Begriffe vom Christus — auf die kommt es nicht an —, sondern der lebendige Christus, der durch die Impulse wirkt, die die seinigen sind. Wenn ihn die Menschen nicht verstanden, ging er in das hinein, wo man nicht zu verstehen braucht, wo man in Träumen aufnimmt, was in die Willenssphäre übergehen soll.
[ 14 ] Das ist die Ergänzung zu dem gestern Auseinandergesetzten. Und so ist es im Grunde genommen mit aller Evolution, soweit sie sich unter dem Einfluß des Christus-Impulses nach und nach entwickelt hart. Denn was jetzt im 20. Jahrhundert geschieht, hat sich ja nach und nach entwickelt. Der Christus-Impuls ist eingezogen durch das Mysterium von Golgatha in die irdische Menschheitsentwickelung, und er hat darinnen gewirkt. Aber wenn er nur hätte so wirken können, der ChristusImpuls, wie ihn die Menschen verstanden haben, hätte er wenig wirken können bisher. Wir fangen ja erst an mit dem Verständnis, wir fangen erst an, durch Geisteswissenschaft etwas zu begreifen von dem, was das Mysterium von Golgatha ist. Der Christus-Impuls hat gewirkt. Aber wahrhaftig wirkte er am wenigsten in dem, was das Gezänk und Geschrei der Theologen war. Schlimm wäre es gewesen, wenn nur so viel von dem Christus-Impuls hätte hereinkommen können in die Erdenentwickelung, wie die Menschen begriffen haben in den verschiedenen Epochen mit ihrem Verstande. Aber ich habe darauf hingewiesen, wie der Christus-Impuls durch die Jahrhunderte in unbewußte Seelenkräfte gewirkt hat. Ich habe Ihnen geschildert, wie am 28. Oktober 312 Konstantin gegenüberstand dem Maxentius, und wie da eine Schlacht geschlagen wurde, durch die das Schicksal von Europa entschieden worden ist. Nicht durch die Kunst der Feldherren wurde diese Schlacht geschlagen, sondern durch dasjenige, was sich im Unterbewußtsein der Menschen zugetragen hat. Maxentius befragte die sibyllinischen Bücher. Die verführten ihn, statt seine Heere in Rom in Sicherheit zu lassen, sie aus den Toren Roms zu führen, den Heeren Konstantins entgegen. Konstantin aber hatte den Traum: das Monogramm Christi seinem Heere vorantragen zu lassen. Man folgte also nicht den Gescheitheiten der Feldherren, sondern man folgte Träumen, das heißt den Impulsen des Unterbewußtseins. Von dem, was daraus entstand, hat Europa seine Gestaltung bekommen. Nicht von dem leitete sich her die wirkliche Gestaltung des Christus-Impulses, worüber die Theologen zankten, sondern von dem, was der lebendige Christus auf den Feldern war, wo er wirken kann. Nicht die menschlichen Begriffe vom Christus — auf die kommt es nicht an —, sondern der lebendige Christus, der durch die Impulse wirkt, die die seinigen sind. Wenn ihn die Menschen nicht verstanden, ging er in das hinein, wo man nicht zu verstehen braucht, wo man in Träumen aufnimmt, was in die Willenssphäre übergehen soll.
[ 15 ] Und wiederum einmal war es in Europa, daß der Christus-Impuls hereingedrungen ist und Europa eine bestimmte Gestaltung gegeben hat: im 15. Jahrhundert, als durch das einfache Landmädchen, die Jungfrau von Orleans, Europa eine ganz andere Gestaltung bekommen hat. Hätte dazumal England über Frankreich gesiegt — was die Jungfrau von Orleans verhindert hat —, so wäre aller spätere geschichtliche Verlauf ein anderer geworden. Aber wahrhaftig, das Hirtenmädchen von Orleans hat nicht menschliche Weisheit gehabt, sondern in ihr hat gewirkt der Christus-Impuls durch seinen michaelischen Vorläufer, äußerlich zugunsten Frankreichs, in Wirklichkeit zugunsten Englands; denn England hätte sonst nicht die Entwickelung durchmachen können, die es durchgemacht hat. Aber es wirkte mit ungeheurer Deutlichkeit für denjenigen, der die Welt geistig durchschauen will, der Christus-Impuls dazumal in dasjenige hinein, was geschehen sollte.
[ 15 ] Und wiederum einmal war es in Europa, daß der Christus-Impuls hereingedrungen ist und Europa eine bestimmte Gestaltung gegeben hat: im 15. Jahrhundert, als durch das einfache Landmädchen, die Jungfrau von Orleans, Europa eine ganz andere Gestaltung bekommen hat. Hätte dazumal England über Frankreich gesiegt — was die Jungfrau von Orleans verhindert hat —, so wäre aller spätere geschichtliche Verlauf ein anderer geworden. Aber wahrhaftig, das Hirtenmädchen von Orleans hat nicht menschliche Weisheit gehabt, sondern in ihr hat gewirkt der Christus-Impuls durch seinen michaelischen Vorläufer, äußerlich zugunsten Frankreichs, in Wirklichkeit zugunsten Englands; denn England hätte sonst nicht die Entwickelung durchmachen können, die es durchgemacht hat. Aber es wirkte mit ungeheurer Deutlichkeit für denjenigen, der die Welt geistig durchschauen will, der Christus-Impuls dazumal in dasjenige hinein, was geschehen sollte.
[ 16 ] Ich habe öfters darauf aufmerksam gemacht, wie jene alten Legenden, jene alten Sagen und Mythen Wahrheiten enthalten, die darauf hinweisen, daß in den dreizehn Nächten zwischen Weihnachten und dem Fest der Erscheinung, dem Dreikönigsfest, daß in diesen Nächten der tiefsten Winterfinsternis die Zeit ist, in der die Erdenkräfte dem Hellsehertum ganz besonders günstig sind. Da, wo sozusagen die physischen Kräfte sich am meisten zurückziehen in Untätigkeit, da wirken die geistigen Kräfte ganz besonders. Diese dreizehn Nächte, von Weihnacht bis zum 6. Januar — so erzählt uns eine alte norwegische Legende —, schlief Olaf Åsteson. Und in diesem Schlafe hat er all dasjenige in Imaginationen durchgemacht, was wir nun anthroposophisch erkennen als Kamaloka, als Seelenwelt, als Geisteswelt. Das ist eine Wahrheit. Und gar mancher, der, ich möchte sagen, am Tor steht der Initiation, er kann dieser Initiation die letzte Vollendung geben, wenn er es zu einem ganz besonderen konzentrierten inneren Erleben in dieser Zeit bringt, in die hinein deshalb mit Recht versetzt ist die Geburt des Christus, des geistigen Sonnenlichtes. Man könnte sagen: Wenn jemand eine unbewußte Initiation erleben soll, wann würde er sie am besten erleben? — Dann würde er sie am besten erleben, wenn er zubereitet wird in diesen Nächten, wenn er in einem Schlafzustand ist, einer Art weltentrücktem Zustand, bis zum 6. Januar. Könnten wir nicht voraussetzen, daß auch das ganz gewiß nicht gelehrte oder geisteswissenschaftlich geschulte, aber innerlich spiritualisierte Hirtenmädchen, die Jungfrau von Orleans, am besten initiiert hätte werden können, wenn sie diese Nächte in einer Art Schlafzustand durchgemacht hätte, einem Zustand, wo sie nicht durch die Sinne und den Verstand begriffen hätte die äußere Welt? Das hat sie! Man ist in der Zeit, bevor die physische Geburt eintritt, ganz gewiß nicht dazu veranlagt, durch die äußeren Sinne die umliegende Welt wahrzunehmen, denn diese Sinne wachen ja erst auf bei der Geburt im physischen Dasein. Man ist auch nicht geeignet vor der Geburt, durch den Verstand nachzudenken, aber der geistige Teil ist dann in Berührung mit der kosmischen geistigen Umwelt.
[ 16 ] Ich habe öfters darauf aufmerksam gemacht, wie jene alten Legenden, jene alten Sagen und Mythen Wahrheiten enthalten, die darauf hinweisen, daß in den dreizehn Nächten zwischen Weihnachten und dem Fest der Erscheinung, dem Dreikönigsfest, daß in diesen Nächten der tiefsten Winterfinsternis die Zeit ist, in der die Erdenkräfte dem Hellsehertum ganz besonders günstig sind. Da, wo sozusagen die physischen Kräfte sich am meisten zurückziehen in Untätigkeit, da wirken die geistigen Kräfte ganz besonders. Diese dreizehn Nächte, von Weihnacht bis zum 6. Januar — so erzählt uns eine alte norwegische Legende —, schlief Olaf Åsteson. Und in diesem Schlafe hat er all dasjenige in Imaginationen durchgemacht, was wir nun anthroposophisch erkennen als Kamaloka, als Seelenwelt, als Geisteswelt. Das ist eine Wahrheit. Und gar mancher, der, ich möchte sagen, am Tor steht der Initiation, er kann dieser Initiation die letzte Vollendung geben, wenn er es zu einem ganz besonderen konzentrierten inneren Erleben in dieser Zeit bringt, in die hinein deshalb mit Recht versetzt ist die Geburt des Christus, des geistigen Sonnenlichtes. Man könnte sagen: Wenn jemand eine unbewußte Initiation erleben soll, wann würde er sie am besten erleben? — Dann würde er sie am besten erleben, wenn er zubereitet wird in diesen Nächten, wenn er in einem Schlafzustand ist, einer Art weltentrücktem Zustand, bis zum 6. Januar. Könnten wir nicht voraussetzen, daß auch das ganz gewiß nicht gelehrte oder geisteswissenschaftlich geschulte, aber innerlich spiritualisierte Hirtenmädchen, die Jungfrau von Orleans, am besten initiiert hätte werden können, wenn sie diese Nächte in einer Art Schlafzustand durchgemacht hätte, einem Zustand, wo sie nicht durch die Sinne und den Verstand begriffen hätte die äußere Welt? Das hat sie! Man ist in der Zeit, bevor die physische Geburt eintritt, ganz gewiß nicht dazu veranlagt, durch die äußeren Sinne die umliegende Welt wahrzunehmen, denn diese Sinne wachen ja erst auf bei der Geburt im physischen Dasein. Man ist auch nicht geeignet vor der Geburt, durch den Verstand nachzudenken, aber der geistige Teil ist dann in Berührung mit der kosmischen geistigen Umwelt.
[ 17 ] Nun, die dreizehn Tage vor dem 6. Januar hat die Jungfrau von Orleans im Leibe der Mutter zugebracht, denn am 6. Januar ist sie geboren. Dies ist eine Tatsache, die tief bedeutsam über Weltenzusammenhänge spricht. Der die Evolution führende Weltengeist brauchte in der Jungfrau von Orleans eine Menschenseele, die gerade die dreizehn letzten Tage der Schwangerschaft im Leibe der Mutter zubrachte bis zum 6. Januar und dann geboren worden ist. Da sehen wir tief hinein in jene Zusammenhänge, die hinter den Kulissen des Daseins sind. Da sehen wir, wie die Welt geführt wird in geistiger Beziehung. Da wurde eine Seele geboren, die gewissermaßen durch den Weltengeist selbst initiiert worden ist bis zu ihrer Geburt hin. Es handelt sich daher darum, daß wir uns eine Empfindung erwerben dafür, wie gewissermaßen vor uns der Teppich des äußeren Majadaseins ausgebreitet ist: wenn wir ihn an verschiedenen Stellen zerreißen, so blicken wir in die Geheimnisse des Daseins erst hinein. Und das muß Gefühl und Empfindung werden für das Umgestaltende der Geisteswissenschaft für die Kultur der Menschheit. Das muß Empfindung werden, daß man, um hineinzuschauen in die Geheimnisse der Welt, eben radikal wird brechen müssen mit der bloßen Beobachtung der äußeren Maja, die ja selbstverständlich eintreten mußte seit dem Glanze und dem Ruhm des naturwissenschaftlichen Forschens. Aber dieser Glanz und Ruhm muß für die Zukunft abgelöst werden von der Geisteswissenschaft. Dasjenige, was die Menschheit zum wirklichen Einleben der Geisteswissenschaft in die Seelen braucht, wird aber vor allen Dingen sein ein wirklich guter Wille für die Verbindung der eigenen Seele mit den geistigen Welten. Das aber muß alles ausgehen von einer gewissen Selbsterkenntnis. Doch Selbsterkenntnis ist gar nicht so leicht, und es gehört zu den größten Täuschungen, denen man sich im gewöhnlichen Leben hingeben kann, wenn man denkt, daß Selbsterkenntnis, die der Anfang aller wahren Erkenntnis sein muß, leicht ist.
[ 17 ] Nun, die dreizehn Tage vor dem 6. Januar hat die Jungfrau von Orleans im Leibe der Mutter zugebracht, denn am 6. Januar ist sie geboren. Dies ist eine Tatsache, die tief bedeutsam über Weltenzusammenhänge spricht. Der die Evolution führende Weltengeist brauchte in der Jungfrau von Orleans eine Menschenseele, die gerade die dreizehn letzten Tage der Schwangerschaft im Leibe der Mutter zubrachte bis zum 6. Januar und dann geboren worden ist. Da sehen wir tief hinein in jene Zusammenhänge, die hinter den Kulissen des Daseins sind. Da sehen wir, wie die Welt geführt wird in geistiger Beziehung. Da wurde eine Seele geboren, die gewissermaßen durch den Weltengeist selbst initiiert worden ist bis zu ihrer Geburt hin. Es handelt sich daher darum, daß wir uns eine Empfindung erwerben dafür, wie gewissermaßen vor uns der Teppich des äußeren Majadaseins ausgebreitet ist: wenn wir ihn an verschiedenen Stellen zerreißen, so blicken wir in die Geheimnisse des Daseins erst hinein. Und das muß Gefühl und Empfindung werden für das Umgestaltende der Geisteswissenschaft für die Kultur der Menschheit. Das muß Empfindung werden, daß man, um hineinzuschauen in die Geheimnisse der Welt, eben radikal wird brechen müssen mit der bloßen Beobachtung der äußeren Maja, die ja selbstverständlich eintreten mußte seit dem Glanze und dem Ruhm des naturwissenschaftlichen Forschens. Aber dieser Glanz und Ruhm muß für die Zukunft abgelöst werden von der Geisteswissenschaft. Dasjenige, was die Menschheit zum wirklichen Einleben der Geisteswissenschaft in die Seelen braucht, wird aber vor allen Dingen sein ein wirklich guter Wille für die Verbindung der eigenen Seele mit den geistigen Welten. Das aber muß alles ausgehen von einer gewissen Selbsterkenntnis. Doch Selbsterkenntnis ist gar nicht so leicht, und es gehört zu den größten Täuschungen, denen man sich im gewöhnlichen Leben hingeben kann, wenn man denkt, daß Selbsterkenntnis, die der Anfang aller wahren Erkenntnis sein muß, leicht ist.
[ 18 ] Selbst in bezug auf das Alleräußerlichste ist sie nicht einmal besonders leicht. Ich habe hier ein Buch; es ist mir zufällig — was man so zufällig nennt —, karmisch in diesen Tagen wieder in die Hände gekommen: das Buch eines Philosophen der Gegenwart, der Philosophieprofessor an der Universität in Wien war: «Analyse der Empfindungen.» Derjenige, der das Buch geschrieben hat, macht Selbstgeständnisse, die sehr interessant sind. Auf Seite 3 sagt er: Als junger Mensch erblickte ich einmal in einer Spiegelniederlage, als ich über die Straße ging, mein Gesicht im Profil, aber ich erkannte es nicht als mein eigenes Gesicht. Ich dachte: Was für ein widerwärtiges, unsympathisches Gesicht! — Also Sie sehen, selbst bis zu diesem Grade ist Selbsterkenntnis der rein äußeren Gestalt nicht einmal gar so sehr verbreitet. Der gute Mann gesteht ganz offen: es kommt ihm entgegen ein höchst unsympathisches Gesicht, das einen abstoßenden Charakter hat, und dann entdeckt er, daß es sein eigenes ist. So wenig hat er sich gekannt seiner äußeren Gestalt nach. Sie sehen, nicht einmal äußere Selbsterkenntnis kann man leicht erwerben. Universitätsprofessor kann man dabei sein, ungehindert; das bezeugt dieses Beispiel. Ernst Mach, so heißt der Professor, macht aber noch ein ähnliches Geständnis. Er ist ganz aufrichtig. Er sagt: Ich kam einmal recht ermüdet von einer Reise zurück und bestieg einen Omnibus. Zu gleicher Zeit stieg ein anderer in den Omnibus ein. Ich dachte: Was für ein herabgekommener Schulmeister steigt denn da ein! — Und siehe da, ich war es selbst. — Er hatte sich im Spiegel gesehen. — Der gute Mann wußte, wie ein herabgekommener Schulmeister aussieht, da sah er einen einsteigen, aber er konnte sich nicht damit identifizieren, er wußte nicht, daß er so aussah. Er fügt seiner Erzählung hinzu: Also kannte ich den Standeshabitus besser als meinen eigenen!
[ 18 ] Selbst in bezug auf das Alleräußerlichste ist sie nicht einmal besonders leicht. Ich habe hier ein Buch; es ist mir zufällig — was man so zufällig nennt —, karmisch in diesen Tagen wieder in die Hände gekommen: das Buch eines Philosophen der Gegenwart, der Philosophieprofessor an der Universität in Wien war: «Analyse der Empfindungen.» Derjenige, der das Buch geschrieben hat, macht Selbstgeständnisse, die sehr interessant sind. Auf Seite 3 sagt er: Als junger Mensch erblickte ich einmal in einer Spiegelniederlage, als ich über die Straße ging, mein Gesicht im Profil, aber ich erkannte es nicht als mein eigenes Gesicht. Ich dachte: Was für ein widerwärtiges, unsympathisches Gesicht! — Also Sie sehen, selbst bis zu diesem Grade ist Selbsterkenntnis der rein äußeren Gestalt nicht einmal gar so sehr verbreitet. Der gute Mann gesteht ganz offen: es kommt ihm entgegen ein höchst unsympathisches Gesicht, das einen abstoßenden Charakter hat, und dann entdeckt er, daß es sein eigenes ist. So wenig hat er sich gekannt seiner äußeren Gestalt nach. Sie sehen, nicht einmal äußere Selbsterkenntnis kann man leicht erwerben. Universitätsprofessor kann man dabei sein, ungehindert; das bezeugt dieses Beispiel. Ernst Mach, so heißt der Professor, macht aber noch ein ähnliches Geständnis. Er ist ganz aufrichtig. Er sagt: Ich kam einmal recht ermüdet von einer Reise zurück und bestieg einen Omnibus. Zu gleicher Zeit stieg ein anderer in den Omnibus ein. Ich dachte: Was für ein herabgekommener Schulmeister steigt denn da ein! — Und siehe da, ich war es selbst. — Er hatte sich im Spiegel gesehen. — Der gute Mann wußte, wie ein herabgekommener Schulmeister aussieht, da sah er einen einsteigen, aber er konnte sich nicht damit identifizieren, er wußte nicht, daß er so aussah. Er fügt seiner Erzählung hinzu: Also kannte ich den Standeshabitus besser als meinen eigenen!
[ 19 ] Noch viel schwieriger als das Wissen über die äußere Gestalt ist das Wissen über die Seele, das Wissen desjenigen, was wir eigentlich in unserem seelischen Wesen sind. Aber ohne dieses geht es nicht ab, wenn man wirklich auf dem Felde der Initiation etwas vorwärtskommen will. Die Täuschung über sich selbst, sie gehört zu den verbreitetsten Eigentümlichkeiten des Menschen, und was in den Tiefen der Menschenseele sich abspielt, man weiß es in der Regel nicht. Man denkt sehr leicht: Ja, ich kenne mich, ich weiß, was ich will! — Man macht sich gewisse Vorstellungen über sich selbst; nur sind diese meistens
[ 19 ] Noch viel schwieriger als das Wissen über die äußere Gestalt ist das Wissen über die Seele, das Wissen desjenigen, was wir eigentlich in unserem seelischen Wesen sind. Aber ohne dieses geht es nicht ab, wenn man wirklich auf dem Felde der Initiation etwas vorwärtskommen will. Die Täuschung über sich selbst, sie gehört zu den verbreitetsten Eigentümlichkeiten des Menschen, und was in den Tiefen der Menschenseele sich abspielt, man weiß es in der Regel nicht. Man denkt sehr leicht: Ja, ich kenne mich, ich weiß, was ich will! — Man macht sich gewisse Vorstellungen über sich selbst; nur sind diese meistens
[ 20 ] nicht dazu angetan, wirklich auszudrücken, was wir in Wahrheit sind. | Da unten in der Seele sieht es oftmals ganz anders aus, als es in der Region aussieht, wo wir uns die Vorstellungen über uns selbst machen. Einige Beispiele seien angeführt, die sich nicht nur ereignen können, sondern die oft sich ereignen im menschlichen Zusammenleben: Zwei Menschen leben miteinander. Der eine hat gegen den anderen etwas, so daß es ihm eigentlich gefällt, den anderen manchmal zu quälen, zu peinigen, manchmal intensiver, manchmal weniger. Dasjenige, was die Ursache dieses Quälens sein mag, kann ein ursprünglicher Trieb der Grausamkeit sein. Ein Mensch kann nämlich scheinbar ganz harmlos in der Welt herumgehen und doch eigentlich ein ganz grausamer Kumpan sein, der es als ein Bedürfnis empfindet, einen Nebenmenschen zu quälen. Spricht man nun mit diesem Menschen, so wird er es einem nicht verzeihen, wenn man ihn für einen grausamen Kumpan, für einen ekelhaften Kerl hält, der sich nur befriedigt fühlt, wenn er seinen Nebenmenschen quälen kann, sondern er wird sagen: Ach, ich habe diesen Menschen so unendlich lieb, so furchtbar lieb, aber er macht halt das und das und jenes, und gerade weil ich ihn so lieb habe, kann ich es gar nicht ausstehen, daß er das tut! — Das ist im Oberbewußtsein des Menschen, im Unterbewußtsein aber ist die Grausamkeit. Und die Vorstellungen des Oberbewußtseins sind nur da, um zu verhüllen, um uns vor uns selbst zu entschuldigen. Die Art, wie wir uns Vorstellunsen im Oberbewußtsein machen, ist nur da, um uns richtig vor uns selbst zu entschuldigen. So habe ich einen Herrn gekannt, der bei jeder Gelegenheit betonte, daß er eine gewisse geistige Richtung nur einschlüge aus reiner Selbstlosigkeit, daß sie ihm gar nicht besonders sympathisch sei, diese Richtung, aber aus Pflichtgefühl und Selbstlosigkeit müsse er diese Richtung einschlagen. Ich sagte ihm: Was Sie für eine Ansicht haben über die Dinge, die Sie tun, und warum Sie sie tun, darauf kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an, warum Sie es wirklich tun. Und Sie tun es, weil es Ihnen Wollust macht, gerade dies zu tun, weil es Ihrer Eitelkeit ganz besonders schmeichelt, dies zu tun. — Es ist unangenehm, sich zu gestehen: Ich bin eigentlich recht eitel, deshalb tue ich dies oder jenes. — Deshalb lieben wir unsere Maja, die macht das anders. Die Maja, die wir in unserem Bewußtsein tragen über uns selbst, ist oft noch unähnlicher der Wirklichkeit als die Maja, die wir über die Geisteswissenschaft haben. Liebe ist ganz gewiß eine wunderbare Sache, mit Recht auch, vor der menschlichen Meinung; sie wird aber häufig mit Unrecht im Munde geführt, die Liebe! Als wir noch mit der anderen Theosophischen Gesellschaft verbunden waren, da hörten wir immer wiederum, wie es darauf ankomme, daß die Menschen sich ja, ja recht lieben! Oftmals war diese Liebe nur der Schleier, der über die dogmatischen Zänkereien hinübergelegt war. Denn Liebe kann oftmals die Maske sein für den allerstärksten Egoismus. Wenn man sich besonders wollüstig etwas darauf zugute tut, dieses oder jenes zu tun, fälscht man oft das, was man tut und was einem eigentlich Wollust bereitet, in Liebe um; und man entschuldigt sich wiederum vor dem, was man eigentlich niemals gestehen würde, was in den Tiefen des Unterbewußtseins bleibt. Ja, wenn wir hinuntersteigen in dieses menschliche Wesen, dann tauchen wir wirklich bald in einen Abgrund hinunter. Wirklich erkennen kann der Mensch sich eigentlich nur dadurch, daß er sich hineinlebt in die Geheimnisse des geistigen Daseins, daß er sich bekanntmacht mit dem, was die großen Gesetze dieses geistigen Daseins sind. Denn das menschliche Wesen ist kompliziert, und der größte Irrtum ist es, wenn man glaubt, dieses menschliche Wesen sei irgendwie einfach. Ich möchte sagen: Alle Weltengeheimnisse sind zusammengenommen, um das menschliche Wesen zusammenzubringen. Aber nur recht verstanden müssen die Dinge werden.
[ 20 ] nicht dazu angetan, wirklich auszudrücken, was wir in Wahrheit sind. | Da unten in der Seele sieht es oftmals ganz anders aus, als es in der Region aussieht, wo wir uns die Vorstellungen über uns selbst machen. Einige Beispiele seien angeführt, die sich nicht nur ereignen können, sondern die oft sich ereignen im menschlichen Zusammenleben: Zwei Menschen leben miteinander. Der eine hat gegen den anderen etwas, so daß es ihm eigentlich gefällt, den anderen manchmal zu quälen, zu peinigen, manchmal intensiver, manchmal weniger. Dasjenige, was die Ursache dieses Quälens sein mag, kann ein ursprünglicher Trieb der Grausamkeit sein. Ein Mensch kann nämlich scheinbar ganz harmlos in der Welt herumgehen und doch eigentlich ein ganz grausamer Kumpan sein, der es als ein Bedürfnis empfindet, einen Nebenmenschen zu quälen. Spricht man nun mit diesem Menschen, so wird er es einem nicht verzeihen, wenn man ihn für einen grausamen Kumpan, für einen ekelhaften Kerl hält, der sich nur befriedigt fühlt, wenn er seinen Nebenmenschen quälen kann, sondern er wird sagen: Ach, ich habe diesen Menschen so unendlich lieb, so furchtbar lieb, aber er macht halt das und das und jenes, und gerade weil ich ihn so lieb habe, kann ich es gar nicht ausstehen, daß er das tut! — Das ist im Oberbewußtsein des Menschen, im Unterbewußtsein aber ist die Grausamkeit. Und die Vorstellungen des Oberbewußtseins sind nur da, um zu verhüllen, um uns vor uns selbst zu entschuldigen. Die Art, wie wir uns Vorstellunsen im Oberbewußtsein machen, ist nur da, um uns richtig vor uns selbst zu entschuldigen. So habe ich einen Herrn gekannt, der bei jeder Gelegenheit betonte, daß er eine gewisse geistige Richtung nur einschlüge aus reiner Selbstlosigkeit, daß sie ihm gar nicht besonders sympathisch sei, diese Richtung, aber aus Pflichtgefühl und Selbstlosigkeit müsse er diese Richtung einschlagen. Ich sagte ihm: Was Sie für eine Ansicht haben über die Dinge, die Sie tun, und warum Sie sie tun, darauf kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an, warum Sie es wirklich tun. Und Sie tun es, weil es Ihnen Wollust macht, gerade dies zu tun, weil es Ihrer Eitelkeit ganz besonders schmeichelt, dies zu tun. — Es ist unangenehm, sich zu gestehen: Ich bin eigentlich recht eitel, deshalb tue ich dies oder jenes. — Deshalb lieben wir unsere Maja, die macht das anders. Die Maja, die wir in unserem Bewußtsein tragen über uns selbst, ist oft noch unähnlicher der Wirklichkeit als die Maja, die wir über die Geisteswissenschaft haben. Liebe ist ganz gewiß eine wunderbare Sache, mit Recht auch, vor der menschlichen Meinung; sie wird aber häufig mit Unrecht im Munde geführt, die Liebe! Als wir noch mit der anderen Theosophischen Gesellschaft verbunden waren, da hörten wir immer wiederum, wie es darauf ankomme, daß die Menschen sich ja, ja recht lieben! Oftmals war diese Liebe nur der Schleier, der über die dogmatischen Zänkereien hinübergelegt war. Denn Liebe kann oftmals die Maske sein für den allerstärksten Egoismus. Wenn man sich besonders wollüstig etwas darauf zugute tut, dieses oder jenes zu tun, fälscht man oft das, was man tut und was einem eigentlich Wollust bereitet, in Liebe um; und man entschuldigt sich wiederum vor dem, was man eigentlich niemals gestehen würde, was in den Tiefen des Unterbewußtseins bleibt. Ja, wenn wir hinuntersteigen in dieses menschliche Wesen, dann tauchen wir wirklich bald in einen Abgrund hinunter. Wirklich erkennen kann der Mensch sich eigentlich nur dadurch, daß er sich hineinlebt in die Geheimnisse des geistigen Daseins, daß er sich bekanntmacht mit dem, was die großen Gesetze dieses geistigen Daseins sind. Denn das menschliche Wesen ist kompliziert, und der größte Irrtum ist es, wenn man glaubt, dieses menschliche Wesen sei irgendwie einfach. Ich möchte sagen: Alle Weltengeheimnisse sind zusammengenommen, um das menschliche Wesen zusammenzubringen. Aber nur recht verstanden müssen die Dinge werden.
[ 21 ] Das Spielen mit der Selbsterkenntnis hört sehr bald auf, wenn man etwas erkennt von den geistigen Geheimnissen des Menschendaseins. Nehmen wir einmal an, ein Mensch beginnt durch irgend etwas, durch Schulung oder durch irgend etwas anderes, mit einem gewissen Hellsehen, und er bringt es sogar dahin, daß ihm ganz wunderbare Gebilde erscheinen, die er fixieren kann, so daß die Menschen kommen und ganz entzückt sind über den bedeutungsvollen Zusammenhang dieses Menschen mit der geistigen Welt. Der ist auch zweifellos vorhanden, der Zusammenhang, aber man muß diesen geistigen Zusammenhang nur in seiner Wahrheit durchschauen, man muß durchschauen, was er wirklich sein kann. Sehen Sie, demjenigen, was wir als physischen Leib haben, liegt als sein Bildner der Ätherleib zugrunde, dann der Astralleib, dann dasjenige, was wir den Ich-Träger nennen. Das arbeitet alles am physischen Leibe, und jedes Höhere arbeitet wiederum an dem Niedrigeren. Wenn Sie den Ätherleib nehmen und unmittelbar hellsichtig erforschen, so ist er ein wunderbares Gebilde ineinander flutender und schimmernder Farben. Was sind denn diese Farben, die im Ätherleib fluten? Ja, das sind die Kräfte, die am physischen Leibe bauen, die Kräfte, die nicht nur ihm Organe aufbauen, sondern auch wirken in dem, was während des Lebens von den Organen des physischen Leibes vollzogen wird. Aber die menschlichen Organe sind von verschiedener Bedeutung. Nehmen wir zwei solcher Organe wie die Eingeweide und das Gehirn. Die äußere Anatomie untersucht die Gewebe und alles, was in Betracht kommt, als gleichwertig. Das sind die Dinge aber nicht, sie sind ganz verschieden. Wenn wir das menschliche Gehirn anschauen, ist es als physisches Organ etwas Vollkommenes; das kommt davon her, daß im Gehirn jene Farbenfluten verarbeitet sind. Wenn wir den Ätherleib des menschlichen Gehirns anschauen, dann sehen wir ihn in verhältnismäßig blasser Farbe, denn die Farben sind dazu verwendet worden, den Bau des Gehirns hervorzubringen. Wenn wir die Eingeweide anschauen, so finden wir die flutenden Farben hellschimmernd wunderbar ineinanderfluten, denn die Eingeweide sind wirklich gröbere Organe, da muß noch nicht so viel von Geistigem verwendet werden, da bleiben die Kräfte noch zurück im Ätherleibe, da wird ein kleinerer Teil nur zum Ausbau verwendet. Daher ist der Ätherleib des Gehirns blaß, der Ätherleib der Gedärme aber von wunderbaren, flutenden Farben, schön.
[ 21 ] Das Spielen mit der Selbsterkenntnis hört sehr bald auf, wenn man etwas erkennt von den geistigen Geheimnissen des Menschendaseins. Nehmen wir einmal an, ein Mensch beginnt durch irgend etwas, durch Schulung oder durch irgend etwas anderes, mit einem gewissen Hellsehen, und er bringt es sogar dahin, daß ihm ganz wunderbare Gebilde erscheinen, die er fixieren kann, so daß die Menschen kommen und ganz entzückt sind über den bedeutungsvollen Zusammenhang dieses Menschen mit der geistigen Welt. Der ist auch zweifellos vorhanden, der Zusammenhang, aber man muß diesen geistigen Zusammenhang nur in seiner Wahrheit durchschauen, man muß durchschauen, was er wirklich sein kann. Sehen Sie, demjenigen, was wir als physischen Leib haben, liegt als sein Bildner der Ätherleib zugrunde, dann der Astralleib, dann dasjenige, was wir den Ich-Träger nennen. Das arbeitet alles am physischen Leibe, und jedes Höhere arbeitet wiederum an dem Niedrigeren. Wenn Sie den Ätherleib nehmen und unmittelbar hellsichtig erforschen, so ist er ein wunderbares Gebilde ineinander flutender und schimmernder Farben. Was sind denn diese Farben, die im Ätherleib fluten? Ja, das sind die Kräfte, die am physischen Leibe bauen, die Kräfte, die nicht nur ihm Organe aufbauen, sondern auch wirken in dem, was während des Lebens von den Organen des physischen Leibes vollzogen wird. Aber die menschlichen Organe sind von verschiedener Bedeutung. Nehmen wir zwei solcher Organe wie die Eingeweide und das Gehirn. Die äußere Anatomie untersucht die Gewebe und alles, was in Betracht kommt, als gleichwertig. Das sind die Dinge aber nicht, sie sind ganz verschieden. Wenn wir das menschliche Gehirn anschauen, ist es als physisches Organ etwas Vollkommenes; das kommt davon her, daß im Gehirn jene Farbenfluten verarbeitet sind. Wenn wir den Ätherleib des menschlichen Gehirns anschauen, dann sehen wir ihn in verhältnismäßig blasser Farbe, denn die Farben sind dazu verwendet worden, den Bau des Gehirns hervorzubringen. Wenn wir die Eingeweide anschauen, so finden wir die flutenden Farben hellschimmernd wunderbar ineinanderfluten, denn die Eingeweide sind wirklich gröbere Organe, da muß noch nicht so viel von Geistigem verwendet werden, da bleiben die Kräfte noch zurück im Ätherleibe, da wird ein kleinerer Teil nur zum Ausbau verwendet. Daher ist der Ätherleib des Gehirns blaß, der Ätherleib der Gedärme aber von wunderbaren, flutenden Farben, schön.
[ 22 ] Denken Sie nun, es kommt jemand, wie ich es geschildert habe, zum Hellsehen. Da kann zweierlei eintreten: Es kann ein Hellsehen eintreten dadurch, daß der Ätherleib des Gehirns gelockert wird, aber es kann auch eintreten ein Hellsehen dadurch, daß der Ätherleib der Eingeweide gelockert wird. Beim Hellsehen wird nun der Mensch oftmals sein eigenes Innere gewahr. Derjenige, der den Ätherleib des Gehirns herausbekommt, wird zunächst eine ziemlich blasse Welt vor sich haben; aber der, welcher den Ätherleib seiner Eingeweide herausbekommt, kann wunderbar flutende Farben in die Ätherwelt hinausspiegeln. Um nämlich das Blasse des Gehirnätherleibes mit den flutenden Farben des Kosmos in Berührung zu bringen, ist es nötig, daß wir die flutenden Farben von der ganzen Sphäre des Kosmos erst heranziehen. Um die flutenden Farben des Ätherleibes der Gedärme zu entwickeln, können wir sie aus uns herausstrahlen, und so kann ein ganz wunderbares Gebilde geschaut werden auf dem Wege des Hellsehens. Gewiß, es ist ein echtes hellsichtiges Gebilde, aber wenn man es untersucht, was ist es? Es ist nichts anderes als der eigene Verdauungsprozeß, es ist dasjenige, was der Ätherleib während des Verdauungsprozesses des Menschen tut; das projiziert sich in den Ätherraum hinaus. Das ist anatomisch betrachtet höchst interessant, aber man muß sich klar sein darüber, daß man erst, wenn man herandringt an die Geheimnisse der geistigen Welt, wirklich eine Ahnung bekommt von dem, was eigentlich vorliegt in der geistigen Welt. Man bekommt ja erst dann eine Ahnung, daß aus einem wunderbar flutenden Farbenmeer des Ätherleibes auch dasjenige heraus entspringt, was im Ätherleib vorgehen muß, damit die Gedärme in der richtigen Weise funktionieren. Wenn man das dann hellsichtig schaut, so ist es gewiß ein hellsichtiger Vorgang; aber es ist nichts, was mit himmlischen Geheimnissen zusammenhängt, es ist nichts, was die großen kosmischen Tatsachen der Welt uns irgendwie nahebringt, sondern es ist etwas, was uns unser gewöhnlichstes niederes Selbst nahebringt.
[ 22 ] Denken Sie nun, es kommt jemand, wie ich es geschildert habe, zum Hellsehen. Da kann zweierlei eintreten: Es kann ein Hellsehen eintreten dadurch, daß der Ätherleib des Gehirns gelockert wird, aber es kann auch eintreten ein Hellsehen dadurch, daß der Ätherleib der Eingeweide gelockert wird. Beim Hellsehen wird nun der Mensch oftmals sein eigenes Innere gewahr. Derjenige, der den Ätherleib des Gehirns herausbekommt, wird zunächst eine ziemlich blasse Welt vor sich haben; aber der, welcher den Ätherleib seiner Eingeweide herausbekommt, kann wunderbar flutende Farben in die Ätherwelt hinausspiegeln. Um nämlich das Blasse des Gehirnätherleibes mit den flutenden Farben des Kosmos in Berührung zu bringen, ist es nötig, daß wir die flutenden Farben von der ganzen Sphäre des Kosmos erst heranziehen. Um die flutenden Farben des Ätherleibes der Gedärme zu entwickeln, können wir sie aus uns herausstrahlen, und so kann ein ganz wunderbares Gebilde geschaut werden auf dem Wege des Hellsehens. Gewiß, es ist ein echtes hellsichtiges Gebilde, aber wenn man es untersucht, was ist es? Es ist nichts anderes als der eigene Verdauungsprozeß, es ist dasjenige, was der Ätherleib während des Verdauungsprozesses des Menschen tut; das projiziert sich in den Ätherraum hinaus. Das ist anatomisch betrachtet höchst interessant, aber man muß sich klar sein darüber, daß man erst, wenn man herandringt an die Geheimnisse der geistigen Welt, wirklich eine Ahnung bekommt von dem, was eigentlich vorliegt in der geistigen Welt. Man bekommt ja erst dann eine Ahnung, daß aus einem wunderbar flutenden Farbenmeer des Ätherleibes auch dasjenige heraus entspringt, was im Ätherleib vorgehen muß, damit die Gedärme in der richtigen Weise funktionieren. Wenn man das dann hellsichtig schaut, so ist es gewiß ein hellsichtiger Vorgang; aber es ist nichts, was mit himmlischen Geheimnissen zusammenhängt, es ist nichts, was die großen kosmischen Tatsachen der Welt uns irgendwie nahebringt, sondern es ist etwas, was uns unser gewöhnlichstes niederes Selbst nahebringt.
[ 23 ] Und gerade dann, wenn wir hellsichtig zur Selbsterkenntnis aufsteigen, dann finden wir, daß das erste, was wir an wunderbaren Gebilden erleben, unser Niedrigstes hinausspiegelt. Und erst dann, wenn wir durch größere Anstrengung diejenigen Teile des Ätherleibes losbekommen, die als geringere zurückgeblieben sind in uns selbst, weil die Mehrzahl zu Herz und Gehirn verwendet worden ist, dann erst gelangen wir dazu, dasjenige, was in uns ist, hinauszustrahlen und einen Eindruck zu machen durch die stärker angewandten Kräfte auf den äußeren Äther. Und dann kommt es zu folgendem: Wenn wir den Ätherleib der physischen Organe hinausprojizieren, stoßen wir das hinaus in den Raum. Wenn wir höheres Hellsehen entwickeln, da arbeiten wir auch hinaus, aber wir arbeiten hinaus dasjenige von uns, was wir uns aufbauen zwischen Geburt und Tod, auf daß es vorbereite dasjenige, was zwischen Tod und neuer Geburt sich in uns entwickelt. Das schreiben wir hinein in den Raum, da bilden wir eine Wirkung hinaus in die ätherische Welt. Und da gehen wir entgegen demjenigen, was durch diese Wirkungen gebildet wird, den kosmischen Wirkungen, den kosmischen Tatsachen.
[ 23 ] Und gerade dann, wenn wir hellsichtig zur Selbsterkenntnis aufsteigen, dann finden wir, daß das erste, was wir an wunderbaren Gebilden erleben, unser Niedrigstes hinausspiegelt. Und erst dann, wenn wir durch größere Anstrengung diejenigen Teile des Ätherleibes losbekommen, die als geringere zurückgeblieben sind in uns selbst, weil die Mehrzahl zu Herz und Gehirn verwendet worden ist, dann erst gelangen wir dazu, dasjenige, was in uns ist, hinauszustrahlen und einen Eindruck zu machen durch die stärker angewandten Kräfte auf den äußeren Äther. Und dann kommt es zu folgendem: Wenn wir den Ätherleib der physischen Organe hinausprojizieren, stoßen wir das hinaus in den Raum. Wenn wir höheres Hellsehen entwickeln, da arbeiten wir auch hinaus, aber wir arbeiten hinaus dasjenige von uns, was wir uns aufbauen zwischen Geburt und Tod, auf daß es vorbereite dasjenige, was zwischen Tod und neuer Geburt sich in uns entwickelt. Das schreiben wir hinein in den Raum, da bilden wir eine Wirkung hinaus in die ätherische Welt. Und da gehen wir entgegen demjenigen, was durch diese Wirkungen gebildet wird, den kosmischen Wirkungen, den kosmischen Tatsachen.
[ 24 ] Gerade darauf wird durch uns unausgesetzt hingearbeitet. Die Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» will das im eminentesten Sinne zum Ausdruck bringen, daß die rechten Wege gefunden werden, um eben nicht die niedere Wesenheit des Menschen durch ein berückendes Hellsehen zu finden, sondern um die Geheimnisse der Welt zu ergründen. Immer wieder wird darauf aufmerksam gemacht, daß dieses Hellsehen schwierig ist, daß es blaß auftritt, daß man sich erst durch große Anstrengungen derjenigen Kräfte, die die Kräfte sind des Menschen zwischen Geburt und Tod, zu dem wahren Hellsehen hin entwickelt, daß einem dann die Weltengeheimnisse sich enträtseln können. Wo diese Kräfte liegen, kann man sich vorstellen, wenn man sich einläßt auf dasjenige, was im Wiener Zyklus 1914 gesagt ist. Da ist von den Kräften gesprochen, die der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt entwickelt, von den Kräften, für die es nur möglich ist, stammelnd Worte zu gebrauchen, weil die Worte ja für die physische Welt geprägt sind, und man nur durch Wortzusammensetzungen das herausbringt, was in der geistigen Welt ganz anders ist als in der physisch-sinnlichen Welt. Aber die Menschen finden es bequemer, in der geistigen Welt sich auch nichts anderes vorzustellen als eine Art Fortsetzung der physischen Welt, nur etwas dünner, etwas flüchtiger. Die Menschen fänden es bequem, in der geistigen Welt die Gestalten auch herumgehen zu sehen wie in der physischen Welt; aber sie finden es unbequem, daß man sich eine neue Art des Auffassens angewöhnen muß, wenn man in die geistige Welt eintreten will. All das soll Ihnen beweisen, daß nicht nur das menschliche Verstehen, sondern vor allen Dingen der menschliche Wille sich sträubt gegen dasjenige, was Geisteswissenschaft jetzt in unserer Zeit in die Welt bringen muß. Wir können wirklich sagen: Nicht bloß deshalb, weil die Menschen heute noch in weiten Kreisen Geisteswissenschaft nicht verstehen, weisen sie sie zurück, sondern weil sie sie nicht wollen, weil es ihnen im Grunde genommen schrecklich ist, daß die Welt so ist, wie Geisteswissenschaft sie darstellen will und muß.
[ 24 ] Gerade darauf wird durch uns unausgesetzt hingearbeitet. Die Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» will das im eminentesten Sinne zum Ausdruck bringen, daß die rechten Wege gefunden werden, um eben nicht die niedere Wesenheit des Menschen durch ein berückendes Hellsehen zu finden, sondern um die Geheimnisse der Welt zu ergründen. Immer wieder wird darauf aufmerksam gemacht, daß dieses Hellsehen schwierig ist, daß es blaß auftritt, daß man sich erst durch große Anstrengungen derjenigen Kräfte, die die Kräfte sind des Menschen zwischen Geburt und Tod, zu dem wahren Hellsehen hin entwickelt, daß einem dann die Weltengeheimnisse sich enträtseln können. Wo diese Kräfte liegen, kann man sich vorstellen, wenn man sich einläßt auf dasjenige, was im Wiener Zyklus 1914 gesagt ist. Da ist von den Kräften gesprochen, die der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt entwickelt, von den Kräften, für die es nur möglich ist, stammelnd Worte zu gebrauchen, weil die Worte ja für die physische Welt geprägt sind, und man nur durch Wortzusammensetzungen das herausbringt, was in der geistigen Welt ganz anders ist als in der physisch-sinnlichen Welt. Aber die Menschen finden es bequemer, in der geistigen Welt sich auch nichts anderes vorzustellen als eine Art Fortsetzung der physischen Welt, nur etwas dünner, etwas flüchtiger. Die Menschen fänden es bequem, in der geistigen Welt die Gestalten auch herumgehen zu sehen wie in der physischen Welt; aber sie finden es unbequem, daß man sich eine neue Art des Auffassens angewöhnen muß, wenn man in die geistige Welt eintreten will. All das soll Ihnen beweisen, daß nicht nur das menschliche Verstehen, sondern vor allen Dingen der menschliche Wille sich sträubt gegen dasjenige, was Geisteswissenschaft jetzt in unserer Zeit in die Welt bringen muß. Wir können wirklich sagen: Nicht bloß deshalb, weil die Menschen heute noch in weiten Kreisen Geisteswissenschaft nicht verstehen, weisen sie sie zurück, sondern weil sie sie nicht wollen, weil es ihnen im Grunde genommen schrecklich ist, daß die Welt so ist, wie Geisteswissenschaft sie darstellen will und muß.
[ 25 ] Ein besonders wichtiger Begriff ist derjenige, den man von Weisheit und von Bewußtheit haben muß, wenn man das Erleben zwischen Tod und neuer Geburt verstehen will. Im Grunde genommen kann man gar nicht sagen, der Mensch, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, habe kein Bewußtsein und sein Bewußtsein müsse erst erwachen. Das ist nicht einmal richtig, sondern richtig ist, daß er ein zu starkes Bewußtsein hat, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, daß er von Bewußtsein ganz umflutet ist, daß er sich nicht auskennt, daß er ganz betäubt ist von dem geistigen Sonnenlicht des Bewußtseins und erst anfangen muß sich zu orientieren, wie ich es ja des näheren ausgeführt habe in dem eben erwähnten Zyklus. Hier auf der Erde müssen wir uns Weisheit notdürftig erwerben; drüben aber sind wir von Weisheit allseitig umflossen, da müssen wir sie dämpfen, daß wir sie anschauen können. Die Teile, die wir herabgedämpft haben bis zur menschlichen Schwäche, die sind es, die wir anschauen können. So müssen wir uns erst hineinfinden in das Herabdämpfen unseres Bewußtseins, bis wir uns zurechtfinden können. Dies ist etwas, was einem ganz besonders bemerkenswert vor Augen tritt, wenn man die Erscheinungen wirklich betrachtet. Sehen Sie, man versucht dann allmählich die Worte so zu prägen, daß sie ordentlich ausdrücken diese Erscheinungen. Vor nicht langer Zeit ist ein liebes Mitglied unserer Gesellschaft in Zürich gestorben. Das Karma hat es dahin gebracht, daß, obwohl ich das Mitglied noch habe sehen wollen im physischen Leben, ich zu spät gekommen bin und es nicht mehr sah. Dann aber hatten wir in Zürich nach einigen Tagen die Kremation. Ich war veranlaßt, bei dieser Kremation zu sprechen, und ich versuchte in Worte zu fassen dasjenige, was sich mir innerlich darstellte als das Wesen dieses unseres lieben Mitglieds. Ich versuchte mit einigen Worten festzuhalten dieses Wesen. Dann wurde die Kremation vollzogen. Und zu bemerken war nun, daß das erste orientierende Auftauchen aus dem überflutenden Bewußtsein heraus in dem Moment eintrat, als der Körper überging in die Verbrennung, als scheinbar die Flamme, in Wirklichkeit die Wärme diesen Körper ergriff. In diesem Moment stand vor der Seele der Hingestorbenen die Szene, die wir vorher gehabt hatten. Vorher hatte sie, während der Bestattungsrede, nicht daran teilgenommen, aber hinterher, als die Verbrennung anfing, da blickte sie zurück. Und wie man im physischen Leben den Raum vor sich hat, so sieht der Tote die Dinge in der Zeit. Was vergangen ist, ist neben dem Toten. Er sieht die Szenen vor sich stehen. Die Zeit wird wirklich zum Raume. Das Vergangene ist nicht vergangen, es bleibt da, es wird angeschaut. Dann ging die Tote wieder hinab in ein allgemeines Betäubtsein, und es dauert dann längere Zeit, bis das Orientieren stattfindet. Aber es bereiten sich solche Momente vor, man möchte sagen, lichte Augenblicke, die dann weiter verarbeitet werden. Dann kommt wieder ein Untertauchen in die allgemeine Überflutung des Bewußtseins, bis später ein vollständiges Orientieren eintritt.
[ 25 ] Ein besonders wichtiger Begriff ist derjenige, den man von Weisheit und von Bewußtheit haben muß, wenn man das Erleben zwischen Tod und neuer Geburt verstehen will. Im Grunde genommen kann man gar nicht sagen, der Mensch, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, habe kein Bewußtsein und sein Bewußtsein müsse erst erwachen. Das ist nicht einmal richtig, sondern richtig ist, daß er ein zu starkes Bewußtsein hat, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, daß er von Bewußtsein ganz umflutet ist, daß er sich nicht auskennt, daß er ganz betäubt ist von dem geistigen Sonnenlicht des Bewußtseins und erst anfangen muß sich zu orientieren, wie ich es ja des näheren ausgeführt habe in dem eben erwähnten Zyklus. Hier auf der Erde müssen wir uns Weisheit notdürftig erwerben; drüben aber sind wir von Weisheit allseitig umflossen, da müssen wir sie dämpfen, daß wir sie anschauen können. Die Teile, die wir herabgedämpft haben bis zur menschlichen Schwäche, die sind es, die wir anschauen können. So müssen wir uns erst hineinfinden in das Herabdämpfen unseres Bewußtseins, bis wir uns zurechtfinden können. Dies ist etwas, was einem ganz besonders bemerkenswert vor Augen tritt, wenn man die Erscheinungen wirklich betrachtet. Sehen Sie, man versucht dann allmählich die Worte so zu prägen, daß sie ordentlich ausdrücken diese Erscheinungen. Vor nicht langer Zeit ist ein liebes Mitglied unserer Gesellschaft in Zürich gestorben. Das Karma hat es dahin gebracht, daß, obwohl ich das Mitglied noch habe sehen wollen im physischen Leben, ich zu spät gekommen bin und es nicht mehr sah. Dann aber hatten wir in Zürich nach einigen Tagen die Kremation. Ich war veranlaßt, bei dieser Kremation zu sprechen, und ich versuchte in Worte zu fassen dasjenige, was sich mir innerlich darstellte als das Wesen dieses unseres lieben Mitglieds. Ich versuchte mit einigen Worten festzuhalten dieses Wesen. Dann wurde die Kremation vollzogen. Und zu bemerken war nun, daß das erste orientierende Auftauchen aus dem überflutenden Bewußtsein heraus in dem Moment eintrat, als der Körper überging in die Verbrennung, als scheinbar die Flamme, in Wirklichkeit die Wärme diesen Körper ergriff. In diesem Moment stand vor der Seele der Hingestorbenen die Szene, die wir vorher gehabt hatten. Vorher hatte sie, während der Bestattungsrede, nicht daran teilgenommen, aber hinterher, als die Verbrennung anfing, da blickte sie zurück. Und wie man im physischen Leben den Raum vor sich hat, so sieht der Tote die Dinge in der Zeit. Was vergangen ist, ist neben dem Toten. Er sieht die Szenen vor sich stehen. Die Zeit wird wirklich zum Raume. Das Vergangene ist nicht vergangen, es bleibt da, es wird angeschaut. Dann ging die Tote wieder hinab in ein allgemeines Betäubtsein, und es dauert dann längere Zeit, bis das Orientieren stattfindet. Aber es bereiten sich solche Momente vor, man möchte sagen, lichte Augenblicke, die dann weiter verarbeitet werden. Dann kommt wieder ein Untertauchen in die allgemeine Überflutung des Bewußtseins, bis später ein vollständiges Orientieren eintritt.
[ 26 ] Und so muß man sagen, daß es ein wichtiger Begriff ist, der die Weisheit, die Bewußtheit in anderer Weise denkt nach dem Tode als vor dem Tode. Es ist nicht so, daß uns ein Grad von Bewußtheit erst erwachsen müsse nach dem Tode, sondern es muß das unermeßliche Bewußtsein bis zu einem gewissen Grade herabgedämpft werden. Das müssen wir beachten. Und dann müssen wir ernst machen, richtig ernst machen mit der Erkenntnis, daß für die Wahrheit die Dinge oftmals gerade umgekehrt liegen gegenüber dem, was sich äußerlich darstellt. Ich habe das ja schon öfter veranschaulicht an einem Beispiel. Ein Mensch geht am Rande eines Baches, er fällt hinein in den Bach und ertrinkt. Wir gehen ihm nach und finden ihn ertrunken, und an der Stelle, wo er in den Bach hineingefallen ist, finden wir einen Stein. Wir können dann mit vollem Recht den Schluß ziehen, der Mensch sei über den Stein in den Bach hineingefallen und dadurch ertrunken. Wenn wir nichts weiter tun, kommen wir zu keiner anderen Anschauung. Hier kann aber mit Bezug auf die physischen Tatsachen die Tatsachenlogik falsch sein. Bei der Sektion kommen wir vielleicht darauf, daß den Menschen der Schlag getroffen hat, und daß er infolgedessen ins Wasser gefallen ist, daß also Ursache und Wirkung sich umkehren. Wir meinten, der Mensch ist tot, weil er ins Wasser fiel; in Wirklichkeit ist er ins Wasser gefallen, weil er tot war. Da war in bezug auf die äußeren Tatsachen die Logik falsch. So können wir oft gar nicht zurechtkommen mit der Logik für die äußere Maja.
[ 26 ] Und so muß man sagen, daß es ein wichtiger Begriff ist, der die Weisheit, die Bewußtheit in anderer Weise denkt nach dem Tode als vor dem Tode. Es ist nicht so, daß uns ein Grad von Bewußtheit erst erwachsen müsse nach dem Tode, sondern es muß das unermeßliche Bewußtsein bis zu einem gewissen Grade herabgedämpft werden. Das müssen wir beachten. Und dann müssen wir ernst machen, richtig ernst machen mit der Erkenntnis, daß für die Wahrheit die Dinge oftmals gerade umgekehrt liegen gegenüber dem, was sich äußerlich darstellt. Ich habe das ja schon öfter veranschaulicht an einem Beispiel. Ein Mensch geht am Rande eines Baches, er fällt hinein in den Bach und ertrinkt. Wir gehen ihm nach und finden ihn ertrunken, und an der Stelle, wo er in den Bach hineingefallen ist, finden wir einen Stein. Wir können dann mit vollem Recht den Schluß ziehen, der Mensch sei über den Stein in den Bach hineingefallen und dadurch ertrunken. Wenn wir nichts weiter tun, kommen wir zu keiner anderen Anschauung. Hier kann aber mit Bezug auf die physischen Tatsachen die Tatsachenlogik falsch sein. Bei der Sektion kommen wir vielleicht darauf, daß den Menschen der Schlag getroffen hat, und daß er infolgedessen ins Wasser gefallen ist, daß also Ursache und Wirkung sich umkehren. Wir meinten, der Mensch ist tot, weil er ins Wasser fiel; in Wirklichkeit ist er ins Wasser gefallen, weil er tot war. Da war in bezug auf die äußeren Tatsachen die Logik falsch. So können wir oft gar nicht zurechtkommen mit der Logik für die äußere Maja.
[ 27 ] Nehmen wir den Fall, den wir im Herbst zu unserem Schmerz in Dornach erlebt haben. Das Söhnlein eines Mitgliedes gerade des hiesigen Zweiges, der in Dornach ansässig geworden ist, das siebenjährige Söhnchen wurde eines Abends vermißt. Und nachdem man sich klar geworden war, daß das Kind unter einem umgefallenen Möbelwagen liegen könnte, mußte mitten in der Nacht der Wagen gehoben werden, und der kleine Theo Faiß wurde unter diesem Wagen hervorgezogen, tot. Was war geschehen? Dort in der Gegend fährt sonst kein Möbelwagen, fährt überhaupt kein Wagen. Es ist der äußerste Ausnahmefall, daß da ein Wagen fährt. Es ist lange vorher und nachher keiner gefahren. Und der kleine Theo hat sonst immer, was er zu holen hatte, eine Viertelstunde früher geholt. An jenem Abend war er veranlaßt worden, eine Viertelstunde zu warten. Er hätte auch, während er an der linken Seite des Wagens gegangen ist, an der rechten Seite gehen können, aber man hatte ihn veranlaßt, zu einem anderen Ausgang hinauszugehen als sonst. Alles hat sich so zusammengezogen, daß es auf die Sekunde hin sich so abgespielt hat, daß der Knabe gerade just unter diesen Wagen kam. Untersucht man den Fall geistig in seinem karmischen Zusammenhang, dann hat sich die Seele des Knaben diesen Wagen bestellt, um den Tod zu finden in diesem Zeitpunkt; da war das alles so eingerichtet, da ist das physische Ereignis eine Folge der geistigen Zusammenhänge. Dann begreift man die Dinge in einer ganz anderen Weise, dann versteht man allerdings auch den Zusammenhang zwischen dem, was geschehen ist, und dem weiteren Verlauf nach dem Tode. Der kleine Theo hatte ja einen Ätherleib, den er im normalen Leben noch siebzig, achtzig Jahre und noch länger hätte haben können. Das alles geht ja nicht verloren, das bleibt da. Ein Ätherleib von einem siebenjährig gestorbenen Kinde hat noch die Kräfte in sich, die verwendet worden wären im Leben, die sind in der geistigen Welt vorhanden. Und das ist auch denjenigen, die mit der Ätheraura unseres Baues zu tun haben, sehr wohl bemerklich; denn da ist der Ätherleib des kleinen Knaben seit dem Tode drinnen, da sind die Kräfte, die starken geistigen Kräfte dieses klugen, lieben, gutgearteten Knaben. Das sind Hilfs- und Helferkräfte desjenigen, was mit der Aura des Dornacher Baues zusammenhängt.
[ 27 ] Nehmen wir den Fall, den wir im Herbst zu unserem Schmerz in Dornach erlebt haben. Das Söhnlein eines Mitgliedes gerade des hiesigen Zweiges, der in Dornach ansässig geworden ist, das siebenjährige Söhnchen wurde eines Abends vermißt. Und nachdem man sich klar geworden war, daß das Kind unter einem umgefallenen Möbelwagen liegen könnte, mußte mitten in der Nacht der Wagen gehoben werden, und der kleine Theo Faiß wurde unter diesem Wagen hervorgezogen, tot. Was war geschehen? Dort in der Gegend fährt sonst kein Möbelwagen, fährt überhaupt kein Wagen. Es ist der äußerste Ausnahmefall, daß da ein Wagen fährt. Es ist lange vorher und nachher keiner gefahren. Und der kleine Theo hat sonst immer, was er zu holen hatte, eine Viertelstunde früher geholt. An jenem Abend war er veranlaßt worden, eine Viertelstunde zu warten. Er hätte auch, während er an der linken Seite des Wagens gegangen ist, an der rechten Seite gehen können, aber man hatte ihn veranlaßt, zu einem anderen Ausgang hinauszugehen als sonst. Alles hat sich so zusammengezogen, daß es auf die Sekunde hin sich so abgespielt hat, daß der Knabe gerade just unter diesen Wagen kam. Untersucht man den Fall geistig in seinem karmischen Zusammenhang, dann hat sich die Seele des Knaben diesen Wagen bestellt, um den Tod zu finden in diesem Zeitpunkt; da war das alles so eingerichtet, da ist das physische Ereignis eine Folge der geistigen Zusammenhänge. Dann begreift man die Dinge in einer ganz anderen Weise, dann versteht man allerdings auch den Zusammenhang zwischen dem, was geschehen ist, und dem weiteren Verlauf nach dem Tode. Der kleine Theo hatte ja einen Ätherleib, den er im normalen Leben noch siebzig, achtzig Jahre und noch länger hätte haben können. Das alles geht ja nicht verloren, das bleibt da. Ein Ätherleib von einem siebenjährig gestorbenen Kinde hat noch die Kräfte in sich, die verwendet worden wären im Leben, die sind in der geistigen Welt vorhanden. Und das ist auch denjenigen, die mit der Ätheraura unseres Baues zu tun haben, sehr wohl bemerklich; denn da ist der Ätherleib des kleinen Knaben seit dem Tode drinnen, da sind die Kräfte, die starken geistigen Kräfte dieses klugen, lieben, gutgearteten Knaben. Das sind Hilfs- und Helferkräfte desjenigen, was mit der Aura des Dornacher Baues zusammenhängt.
[ 28 ] So hängen geistige und physische Wirkungen zusammen. Die Zeiten sind nicht vergangen, wo man hinblicken mußte auf die geistigen Welten bei dem, was in der physischen Welt geschieht; die Zeiten sind noch immer da. Einiges beginnen wir zu begreifen durch unsere Geisteswissenschaft. Vieles aber ist darin, wozu wir Hilfskräfte brauchen von denen, die mit unverbrauchten Ätherkräften fortgehen aus dem physischen Leben. Denken Sie an die Tausende und Tausende, die draußen auf den großen Feldern der ernsten Zeitereignisse heute durch die Pforte des Todes gehen, durchwegs Menschen mit unverbrauchten Ätherleibern. Das alles sind geistige Kräfte, die noch lange hätten wirksam sein können, wenn die betreffenden Menschen in der physischen Welt geblieben wären. Für die Physik erkennt man heute schon an, daß keine Kraft verlorengeht. Im eminentesten Sinne ist dieses Gesetz von der Erhaltung der Kraft aber in der geistigen Welt vorhanden. Die Kräfte, die ein Ätherleib hat, um ein Leben zwischen Geburt und Tod bis zum achtzigsten, neunzigsten Jahre zu versorgen, die gehen nicht verloren, wenn jemand früh durch die Pforte des Todes geht. Die Kräfte sind da. Neben dem, was durch das Ich und den Astralleib in die geistige Welt eingeht und für die Individualität einen Wert hat, hat der Ätherleib einen allgemeinen Wert für dasjenige, was übergeht in die allgemeine Aura der Menschen-Erdenentwickelung. So können wir hinaufschauen zu den frischen, volikräftigen,. unverbrauchten Ätherleibern, die hinunterwirken aus den geistigen Welten in die kommenden Zeiten.
[ 28 ] So hängen geistige und physische Wirkungen zusammen. Die Zeiten sind nicht vergangen, wo man hinblicken mußte auf die geistigen Welten bei dem, was in der physischen Welt geschieht; die Zeiten sind noch immer da. Einiges beginnen wir zu begreifen durch unsere Geisteswissenschaft. Vieles aber ist darin, wozu wir Hilfskräfte brauchen von denen, die mit unverbrauchten Ätherkräften fortgehen aus dem physischen Leben. Denken Sie an die Tausende und Tausende, die draußen auf den großen Feldern der ernsten Zeitereignisse heute durch die Pforte des Todes gehen, durchwegs Menschen mit unverbrauchten Ätherleibern. Das alles sind geistige Kräfte, die noch lange hätten wirksam sein können, wenn die betreffenden Menschen in der physischen Welt geblieben wären. Für die Physik erkennt man heute schon an, daß keine Kraft verlorengeht. Im eminentesten Sinne ist dieses Gesetz von der Erhaltung der Kraft aber in der geistigen Welt vorhanden. Die Kräfte, die ein Ätherleib hat, um ein Leben zwischen Geburt und Tod bis zum achtzigsten, neunzigsten Jahre zu versorgen, die gehen nicht verloren, wenn jemand früh durch die Pforte des Todes geht. Die Kräfte sind da. Neben dem, was durch das Ich und den Astralleib in die geistige Welt eingeht und für die Individualität einen Wert hat, hat der Ätherleib einen allgemeinen Wert für dasjenige, was übergeht in die allgemeine Aura der Menschen-Erdenentwickelung. So können wir hinaufschauen zu den frischen, volikräftigen,. unverbrauchten Ätherleibern, die hinunterwirken aus den geistigen Welten in die kommenden Zeiten.
[ 29 ] So wie wir heute vielfach sehen, daß Tote mitkämpfen mit den Lebenden, so sehen wir auf der anderen Seite das ätherische Feld, die elementarische Welt durchsetzt mit Kräften, mit starken Menschenkräften, welche erworben werden in hoher Zuversicht in dem Glauben an ideelle Menschheitsziele, weiche zurückgelassen werden von Menschen, die mit diesem Glauben durch die Pforte des Todes gegangen sind. Diejenigen, welche später leben werden, die werden aber hinaufschauen müssen zu diesen unverbrauchten Ätherkräften, die fortwirkend sein werden. Diese Ätherkräfte Frühverstorbener, sie werden ganz sicher verlangen, daß sie nicht umsonst den Übergang gefunden haben in die geistige Welt und von dort aus herunterschauen. Sie werden verlangen, daß sie wirklich ihren Teil beitragen können zur Neugestaltung der geistigen Erdenwelt, welche von der Menschheit verlangt wird. Wie Mahner sind sie da, diese Ätherleiber, Mahner, die da sagen: Wir sind in die geistige Welt gegangen, damit euch von hier aus Kräfte, die in eure Herzen und Seelen gehen können, zufließen können, mit denen ihr noch stärker arbeiten könnet für den im geisteswissenschaftlichen Sinne gehaltenen Fortschritt der Erdenentwickelung. — Zusammenwirken des Leiblichen mit dem Geistigen, wir müssen es verstehen, nicht nebulos, verschwommen, sondern als konkrete geistige Verbindung zwischen den Menschen, die hier auf Erden im physischen Leibe leben und den Seelen, die hinaufgegangen sind in die geistige Welt. Eine Gemeinsamkeit wird da sein, wenn wir die Tatsachen verstehen und uns richtig erfüllen mit dem, was die Geisteswissenschaft geben kann. Ja wahrhaftig, die Einsicht in den Zusammenhang zwischen Geistigem und Physischem, sie kann uns in der richtigen Weise stellen auch zu dem großen Ernste unserer Zeit, und uns ganz fühlen lassen, wie dasjenige, was geschieht, nur allein wird gerechtfertigt werden können von uns vor der Zukunft, wenn es genommen wird zum Anlasse eines großen, bedeutsamen Menschheitsringens und Menschheitsarbeitens auch auf dem physischen Plan. Erfüllen muß sich dasjenige, was wir schon gestern betonten, aus dem richtigen Verständnis zwischen geistiger und physischer Welt, erfüllen muß sich dasjenige, was in den Worten liegt:
[ 29 ] So wie wir heute vielfach sehen, daß Tote mitkämpfen mit den Lebenden, so sehen wir auf der anderen Seite das ätherische Feld, die elementarische Welt durchsetzt mit Kräften, mit starken Menschenkräften, welche erworben werden in hoher Zuversicht in dem Glauben an ideelle Menschheitsziele, weiche zurückgelassen werden von Menschen, die mit diesem Glauben durch die Pforte des Todes gegangen sind. Diejenigen, welche später leben werden, die werden aber hinaufschauen müssen zu diesen unverbrauchten Ätherkräften, die fortwirkend sein werden. Diese Ätherkräfte Frühverstorbener, sie werden ganz sicher verlangen, daß sie nicht umsonst den Übergang gefunden haben in die geistige Welt und von dort aus herunterschauen. Sie werden verlangen, daß sie wirklich ihren Teil beitragen können zur Neugestaltung der geistigen Erdenwelt, welche von der Menschheit verlangt wird. Wie Mahner sind sie da, diese Ätherleiber, Mahner, die da sagen: Wir sind in die geistige Welt gegangen, damit euch von hier aus Kräfte, die in eure Herzen und Seelen gehen können, zufließen können, mit denen ihr noch stärker arbeiten könnet für den im geisteswissenschaftlichen Sinne gehaltenen Fortschritt der Erdenentwickelung. — Zusammenwirken des Leiblichen mit dem Geistigen, wir müssen es verstehen, nicht nebulos, verschwommen, sondern als konkrete geistige Verbindung zwischen den Menschen, die hier auf Erden im physischen Leibe leben und den Seelen, die hinaufgegangen sind in die geistige Welt. Eine Gemeinsamkeit wird da sein, wenn wir die Tatsachen verstehen und uns richtig erfüllen mit dem, was die Geisteswissenschaft geben kann. Ja wahrhaftig, die Einsicht in den Zusammenhang zwischen Geistigem und Physischem, sie kann uns in der richtigen Weise stellen auch zu dem großen Ernste unserer Zeit, und uns ganz fühlen lassen, wie dasjenige, was geschieht, nur allein wird gerechtfertigt werden können von uns vor der Zukunft, wenn es genommen wird zum Anlasse eines großen, bedeutsamen Menschheitsringens und Menschheitsarbeitens auch auf dem physischen Plan. Erfüllen muß sich dasjenige, was wir schon gestern betonten, aus dem richtigen Verständnis zwischen geistiger und physischer Welt, erfüllen muß sich dasjenige, was in den Worten liegt:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
