The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 177
1 October 1917, Dornach
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Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Ich werde versuchen, in der Reihe von Vorträgen, die ich nun halten werde, Ihnen etwas Zusammenhängendes zu geben, das Ihnen die Möglichkeit bieten soll, die Gegenwart und die nächste Zukunft wenigstens von einigen Gesichtspunkten aus zu verstehen. Ich werde aber in manchem weiter ausholen müssen. Daher wird schon berücksichtigt werden müssen, daß ich eine Art roten Faden, wie man sagt, durch diese Vorträge ziehen lasse und daß das Einzelne im Zusammenhange mit dem Ganzen wird genommen werden müssen. Ich werde nach den verschiedensten Seiten hin weiter ausholen, Bausteine herbeitragen, manchmal scheinbar entfernt liegende Bausteine, die Sie aber brauchen zum Verständnis der Gegenwart.
[ 1 ] Ich werde versuchen, in der Reihe von Vorträgen, die ich nun halten werde, Ihnen etwas Zusammenhängendes zu geben, das Ihnen die Möglichkeit bieten soll, die Gegenwart und die nächste Zukunft wenigstens von einigen Gesichtspunkten aus zu verstehen. Ich werde aber in manchem weiter ausholen müssen. Daher wird schon berücksichtigt werden müssen, daß ich eine Art roten Faden, wie man sagt, durch diese Vorträge ziehen lasse und daß das Einzelne im Zusammenhange mit dem Ganzen wird genommen werden müssen. Ich werde nach den verschiedensten Seiten hin weiter ausholen, Bausteine herbeitragen, manchmal scheinbar entfernt liegende Bausteine, die Sie aber brauchen zum Verständnis der Gegenwart.
[ 2 ] Eines muß jetzt in dieser Zeit — und mit dieser Zeit verstehe ich eigentlich einen größeren Zeitraum, der sich nach Jahrzehnten zurück und nach Jahrzehnten vorwärts ausdehnt — ganz besonders berücksichtigt werden. Es müssen Wahrheiten ausgesprochen werden, welche in vieler Beziehung im schroffen Gegensatz stehen zu demjenigen, was die Menschheit in der Gegenwart nicht nur glaubt, sondern mehr oder weniger für selbstverständlich hält, so daß sich die Lage zwischen der Geisteswissenschaft und der heute in der Welt gebräuchlichen Meinung etwa in der folgenden Art stellen wird: Geisteswissenschaft wird dies oder jenes zu sagen haben; in der Welt hat man aber nicht nur eine abweichende, sondern eine in vieler Beziehung geradezu entgegengesetzte Meinung von dem, was Geisteswissenschaft als Wahrheit zu verkünden hat. Dadurch ist es ja selbstverständlich, daß die Menschen die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten als etwas empfangen, das ihnen unglaublich, das ihnen verdreht, das ihnen töricht erscheint.
[ 2 ] Eines muß jetzt in dieser Zeit — und mit dieser Zeit verstehe ich eigentlich einen größeren Zeitraum, der sich nach Jahrzehnten zurück und nach Jahrzehnten vorwärts ausdehnt — ganz besonders berücksichtigt werden. Es müssen Wahrheiten ausgesprochen werden, welche in vieler Beziehung im schroffen Gegensatz stehen zu demjenigen, was die Menschheit in der Gegenwart nicht nur glaubt, sondern mehr oder weniger für selbstverständlich hält, so daß sich die Lage zwischen der Geisteswissenschaft und der heute in der Welt gebräuchlichen Meinung etwa in der folgenden Art stellen wird: Geisteswissenschaft wird dies oder jenes zu sagen haben; in der Welt hat man aber nicht nur eine abweichende, sondern eine in vieler Beziehung geradezu entgegengesetzte Meinung von dem, was Geisteswissenschaft als Wahrheit zu verkünden hat. Dadurch ist es ja selbstverständlich, daß die Menschen die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten als etwas empfangen, das ihnen unglaublich, das ihnen verdreht, das ihnen töricht erscheint.
[ 3 ] Aber man muß schon sagen: Wenn auch zu andern Zeiten die Wahrheit, die da verkündet werden mußte, um Zukünfte einzuleiten, sich unterschied von den landläufigen Meinungen, welche die Menschen damals hatten, wenn auch zu allen Zeiten ein gewisser Unterschied war zwischen der fortschreitenden Wahrheit und der landes- oder weltüblichen Meinung — so groß, so einschneidend, wie er gerade in unserer Zeit sein muß, war dieser Unterschied eigentlich in vergangenen Zeiten wohl niemals. Vielleicht gilt das weniger im absoluten Sinn, aber in diesem relativen Sinne gilt es, daß die Menschen heute innerlich ungeheuer intolerant sind und daher weniger Meinungen, die von den ihrigen abweichen, vertragen.
[ 3 ] Aber man muß schon sagen: Wenn auch zu andern Zeiten die Wahrheit, die da verkündet werden mußte, um Zukünfte einzuleiten, sich unterschied von den landläufigen Meinungen, welche die Menschen damals hatten, wenn auch zu allen Zeiten ein gewisser Unterschied war zwischen der fortschreitenden Wahrheit und der landes- oder weltüblichen Meinung — so groß, so einschneidend, wie er gerade in unserer Zeit sein muß, war dieser Unterschied eigentlich in vergangenen Zeiten wohl niemals. Vielleicht gilt das weniger im absoluten Sinn, aber in diesem relativen Sinne gilt es, daß die Menschen heute innerlich ungeheuer intolerant sind und daher weniger Meinungen, die von den ihrigen abweichen, vertragen.
[ 4 ] Also das subjektive Gefühl des Phantastischen gegenüber den neu auftauchenden Meinungen werden die Menschen der Gegenwart viel mehr haben in der nächsten Zukunft, als es auf diesem Gebiete in früheren Zeiten der Fall war. Dennoch, die Verhältnisse liegen so, daß Wahrheiten, die man bis zu unserer Gegenwart strenge behütet hat in engen Kreisen, über welche man jenen, denen man sie mitteilte, strengstes Schweigen auferlegte gegenüber allen, denen man sie nicht mitteilen konnte, solche Wahrheiten müssen in unserer Zeit immer mehr und mehr öffentlich gemacht werden, ganz gleichgültig, wie die allgemeine Meinung und ihre "Träger diesen Wahrheiten entgegenkommen, ganz gleichgültig, was für Vorurteile und was für Gegenströmungen diese Wahrheiten hervorrufen.
[ 4 ] Also das subjektive Gefühl des Phantastischen gegenüber den neu auftauchenden Meinungen werden die Menschen der Gegenwart viel mehr haben in der nächsten Zukunft, als es auf diesem Gebiete in früheren Zeiten der Fall war. Dennoch, die Verhältnisse liegen so, daß Wahrheiten, die man bis zu unserer Gegenwart strenge behütet hat in engen Kreisen, über welche man jenen, denen man sie mitteilte, strengstes Schweigen auferlegte gegenüber allen, denen man sie nicht mitteilen konnte, solche Wahrheiten müssen in unserer Zeit immer mehr und mehr öffentlich gemacht werden, ganz gleichgültig, wie die allgemeine Meinung und ihre "Träger diesen Wahrheiten entgegenkommen, ganz gleichgültig, was für Vorurteile und was für Gegenströmungen diese Wahrheiten hervorrufen.
[ 5 ] Warum das so ist, davon werden wir auch im Laufe dieser Vorträge noch zu sprechen haben. Auf einige Eigentümlichkeiten im Aufnehmen von Wahrheiten seitens der Gegenwartsmenschen und der nächsten Zukunftsmenschen werde ich zunächst hinzuweisen haben. In mancher Beziehung sind diese Menschen der Gegenwart, trotzdem sie glauben, daß sie über die Illusionen der vergangenen Zeit, über den Aberglauben der vergangenen Zeit ungeheuer weit hinaus wären, durch und durch illusionär, neigen mehr, als das zu andern Zeiten der Fall war, dazu, sich über gewisse wesentliche und wichtige Dinge der Weltenordnung Illusionen hinzugeben, und zwar in einem solchen Grade, daß diese Illusionen weltbeherrschende, völkerbeherrschende, erdenbeherrschende Mächte werden. Das ist sehr wichtig, denn in dem ganzen Chaos der Gegenwart walten — und deswegen ist es ja ein Chaos — gerade Illusionen, illusionäre Vorstellungen.
[ 5 ] Warum das so ist, davon werden wir auch im Laufe dieser Vorträge noch zu sprechen haben. Auf einige Eigentümlichkeiten im Aufnehmen von Wahrheiten seitens der Gegenwartsmenschen und der nächsten Zukunftsmenschen werde ich zunächst hinzuweisen haben. In mancher Beziehung sind diese Menschen der Gegenwart, trotzdem sie glauben, daß sie über die Illusionen der vergangenen Zeit, über den Aberglauben der vergangenen Zeit ungeheuer weit hinaus wären, durch und durch illusionär, neigen mehr, als das zu andern Zeiten der Fall war, dazu, sich über gewisse wesentliche und wichtige Dinge der Weltenordnung Illusionen hinzugeben, und zwar in einem solchen Grade, daß diese Illusionen weltbeherrschende, völkerbeherrschende, erdenbeherrschende Mächte werden. Das ist sehr wichtig, denn in dem ganzen Chaos der Gegenwart walten — und deswegen ist es ja ein Chaos — gerade Illusionen, illusionäre Vorstellungen.
[ 6 ] Wir wollen gleich auf eine, ich möchte sagen, Grundillusion, auf eine prinzipielle Illusion der Gegenwart hinweisen, auf eine Illusion, die innig zusammenhängt mit den materialistischen Zeittendenzen, mit der Neigung der Menschen zum Materialismus. Diese Illusion charakterisiert sich darin, daß die Menschen immer mehr geneigt werden, sich eine ganz falsche Ansicht zu bilden über das, was wir im Zusammenhange der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse den physischen Plan nennen. Und immer weniger wird ein Wort des Neuen Testamentes, das in dieser Beziehung grundlegend ist, verstanden, immer weniger wird das Wort verstanden: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Mißverstanden wird dieses Wort insofern in der Gegenwart, als gerade die äußerlich tonangebenden Persönlichkeiten, die führenden Individualitäten der Gegenwart sich der Illusion hingeben, daß in jeder Beziehung ihr Reich von dieser Welt werden müsse, ihr Reich Platz greifen müsse auf dem physischen Plane.
[ 6 ] Wir wollen gleich auf eine, ich möchte sagen, Grundillusion, auf eine prinzipielle Illusion der Gegenwart hinweisen, auf eine Illusion, die innig zusammenhängt mit den materialistischen Zeittendenzen, mit der Neigung der Menschen zum Materialismus. Diese Illusion charakterisiert sich darin, daß die Menschen immer mehr geneigt werden, sich eine ganz falsche Ansicht zu bilden über das, was wir im Zusammenhange der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse den physischen Plan nennen. Und immer weniger wird ein Wort des Neuen Testamentes, das in dieser Beziehung grundlegend ist, verstanden, immer weniger wird das Wort verstanden: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Mißverstanden wird dieses Wort insofern in der Gegenwart, als gerade die äußerlich tonangebenden Persönlichkeiten, die führenden Individualitäten der Gegenwart sich der Illusion hingeben, daß in jeder Beziehung ihr Reich von dieser Welt werden müsse, ihr Reich Platz greifen müsse auf dem physischen Plane.
[ 7 ] Was meine ich damit? Wer real zu sehen vermag, wer die Wirklichkeit zu durchschauen vermag, der weiß, daß die Welt des physischen Planes niemals eine Vollkommenheit haben kann. Wer aber materialistisch denkt, der gibt sich der Illusion hin, daß auf dem physischen Plan etwas Vollkommenes erreicht werden müsse. Daher entspringen dann alle die Illusionen, von denen eine ganz besonders charakteristisch ist: die sozialistische Illusion der Gegenwart.
[ 7 ] Was meine ich damit? Wer real zu sehen vermag, wer die Wirklichkeit zu durchschauen vermag, der weiß, daß die Welt des physischen Planes niemals eine Vollkommenheit haben kann. Wer aber materialistisch denkt, der gibt sich der Illusion hin, daß auf dem physischen Plan etwas Vollkommenes erreicht werden müsse. Daher entspringen dann alle die Illusionen, von denen eine ganz besonders charakteristisch ist: die sozialistische Illusion der Gegenwart.
[ 8 ] Ulusionen machen sich ja jetzt geradezu die Menschen aller Meinungsnuancen, aller Parteischattierungen — auch die Menschen von liberaler Weltanschauung, liberaler Lebensauffassung haben sich eine gewisse Einrichtung des physischen Planes konstruiert und haben gedacht, wenn sie diese Einrichtung verwirklichen können, dann wird das Paradies auf Erden sein. Die Sozialisten wieder denken nach gar nichts anderem hin, als wie man die Welt dieses physischen Planes einrichten solle, damit alles auf diesem physischen Plane hier gut sei, damit jeder ein besonders behagliches Dasein, wie man sich es vorstellt, habe, jeder in der gleichen Weise und so weiter. Und wenn solche Menschen anfangen, sich die Zukunftsgestaltung des physischen Planes auszumalen, dann ist das immer eine sehr schöne, paradiesische Welt. Versuchen Sie nur einmal, die Pläne derjenigen, die sich heute zu den verschiedensten sozialistischen Parteien rechnen, nach dieser Richtung hin zu prüfen!
[ 8 ] Ulusionen machen sich ja jetzt geradezu die Menschen aller Meinungsnuancen, aller Parteischattierungen — auch die Menschen von liberaler Weltanschauung, liberaler Lebensauffassung haben sich eine gewisse Einrichtung des physischen Planes konstruiert und haben gedacht, wenn sie diese Einrichtung verwirklichen können, dann wird das Paradies auf Erden sein. Die Sozialisten wieder denken nach gar nichts anderem hin, als wie man die Welt dieses physischen Planes einrichten solle, damit alles auf diesem physischen Plane hier gut sei, damit jeder ein besonders behagliches Dasein, wie man sich es vorstellt, habe, jeder in der gleichen Weise und so weiter. Und wenn solche Menschen anfangen, sich die Zukunftsgestaltung des physischen Planes auszumalen, dann ist das immer eine sehr schöne, paradiesische Welt. Versuchen Sie nur einmal, die Pläne derjenigen, die sich heute zu den verschiedensten sozialistischen Parteien rechnen, nach dieser Richtung hin zu prüfen!
[ 9 ] Aber nicht nur auf dieser Seite finden Sie solche Anschauungen und Meinungen, sondern auch bei andern. Nehmen Sie die Pädagogen. Selbstverständlich ist heute jeder pädagogische Agitator oder Schriftsteller davon überzeugt, er müsse ein solches Erziehungssystem, solche Erziehungsprinzipien begründen, die die besten sind, die man sich nur denken kann, und die auch im absoluten Sinn die allerbesten sind, über die hinaus man sich nicht bessere denken kann.
[ 9 ] Aber nicht nur auf dieser Seite finden Sie solche Anschauungen und Meinungen, sondern auch bei andern. Nehmen Sie die Pädagogen. Selbstverständlich ist heute jeder pädagogische Agitator oder Schriftsteller davon überzeugt, er müsse ein solches Erziehungssystem, solche Erziehungsprinzipien begründen, die die besten sind, die man sich nur denken kann, und die auch im absoluten Sinn die allerbesten sind, über die hinaus man sich nicht bessere denken kann.
[ 10 ] Es ist dieses ein Streben, gegen das sich aufzulehnen doch den Menschen geradezu wie eine Narrheit erscheinen muß. Denn so, wie die Dinge heute liegen, können ja kaum die Menschen etwas anderes sagen als: Wer nicht will, daß in der Welt alles aufs beste eingerichtet wird, der muß ganz bösartigen Charakters sein. — Man kann es begreifen, daß die Menschen so denken müssen. Aber, wenn nicht Bösartigkeit es ist, die verhindert, so zu denken, sondern die klare, echte Anschauung der Wirklichkeit, wenn diese echte Anschauung der Wirklichkeit uns sagt: es ist einfach eine Illusion zu glauben, daß man solche Grade von Vollkommenheiten auf dem physischen Plan erreichen kann —, wenn es ebenso ein Gesetz wäre, daß es auf dem physischen Plan niemals vollkommen zugehen kann, wie es ein Gesetz ist, daß die drei Winkel eines Dreiecks eben 180 Grad sind, dann muß man halt einer solchen Wahrheit kühn und ohne Feigheit ins Gesicht schauen.
[ 10 ] Es ist dieses ein Streben, gegen das sich aufzulehnen doch den Menschen geradezu wie eine Narrheit erscheinen muß. Denn so, wie die Dinge heute liegen, können ja kaum die Menschen etwas anderes sagen als: Wer nicht will, daß in der Welt alles aufs beste eingerichtet wird, der muß ganz bösartigen Charakters sein. — Man kann es begreifen, daß die Menschen so denken müssen. Aber, wenn nicht Bösartigkeit es ist, die verhindert, so zu denken, sondern die klare, echte Anschauung der Wirklichkeit, wenn diese echte Anschauung der Wirklichkeit uns sagt: es ist einfach eine Illusion zu glauben, daß man solche Grade von Vollkommenheiten auf dem physischen Plan erreichen kann —, wenn es ebenso ein Gesetz wäre, daß es auf dem physischen Plan niemals vollkommen zugehen kann, wie es ein Gesetz ist, daß die drei Winkel eines Dreiecks eben 180 Grad sind, dann muß man halt einer solchen Wahrheit kühn und ohne Feigheit ins Gesicht schauen.
[ 11 ] Das ist es, was aus durchaus materialistischen Voraussetzungen heraus als solche Illusionen auftritt. Wenn auch heute viele Menschen sagen, sie glauben an eine geistige Welt — es bleibt Wort; bei vielen Menschen bleibt es ein bloßes Wort, ein leerer Schall. In den Empfindungen, in den Gefühlen, in den unterbewußten Impulsen der Menschen sitzt doch etwas anderes, sitzt die Neigung, materialistisch zu denken. Diese Neigung, die verführt die Menschen dazu — wenn sie auch sich vormachen, an etwas anderes zu glauben —, eigentlich doch nur an den physischen Plan zu glauben. Ja, wer nur an den physischen Plan glaubt, wer nicht glaubt, etwas anderes noch zu haben in seiner Umgebung als den physischen Plan, der kann ja gar nicht anders, als anzuerkennen als einziges Ideal, alles auf dem physischen Plan so herbeizuführen, daß aus diesem physischen Plan ein Paradies wird, sonst wäre ja überhaupt die ganze Welt ein Unsinn. Für den Materialisten gibt es gar keine andere Möglichkeit, wenn er nicht die Welt für Unsinn halten will, als sich der Illusion hinzugeben, daß es zwar jetzt noch recht unvollkommen zugeht auf dem physischen Plan, aber daß man doch Zustände herbeiführen könne, welche dieser Unvollkommenheit ein Ende machen und die Vollkommenheit an ihre Stelle setzen.
[ 11 ] Das ist es, was aus durchaus materialistischen Voraussetzungen heraus als solche Illusionen auftritt. Wenn auch heute viele Menschen sagen, sie glauben an eine geistige Welt — es bleibt Wort; bei vielen Menschen bleibt es ein bloßes Wort, ein leerer Schall. In den Empfindungen, in den Gefühlen, in den unterbewußten Impulsen der Menschen sitzt doch etwas anderes, sitzt die Neigung, materialistisch zu denken. Diese Neigung, die verführt die Menschen dazu — wenn sie auch sich vormachen, an etwas anderes zu glauben —, eigentlich doch nur an den physischen Plan zu glauben. Ja, wer nur an den physischen Plan glaubt, wer nicht glaubt, etwas anderes noch zu haben in seiner Umgebung als den physischen Plan, der kann ja gar nicht anders, als anzuerkennen als einziges Ideal, alles auf dem physischen Plan so herbeizuführen, daß aus diesem physischen Plan ein Paradies wird, sonst wäre ja überhaupt die ganze Welt ein Unsinn. Für den Materialisten gibt es gar keine andere Möglichkeit, wenn er nicht die Welt für Unsinn halten will, als sich der Illusion hinzugeben, daß es zwar jetzt noch recht unvollkommen zugeht auf dem physischen Plan, aber daß man doch Zustände herbeiführen könne, welche dieser Unvollkommenheit ein Ende machen und die Vollkommenheit an ihre Stelle setzen.
[ 12 ] Alles, was auf diesem Gebiete sich heute geltend macht — sei es im allgemeinen, über das sich alle möglichen politischen, sozialen und sonstige Agitatoren in Worten ergehen, sei es im einzelnen, sagen wir auf dem Gebiete des Erziehungswesens oder auf andern Gebieten —, alles das beruht auf Illusionen. Und diese Illusionen beruhen ihrerseits wieder darauf, daß die Menschen keine Einsicht haben in die Beziehungen des physischen Planes zu den andern Weltensphären, daß die Menschen gar keine Möglichkeit haben, sich eine Vorstellung darüber zu bilden, warum der Christus Jesus die Worte gebraucht hat: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt», warum der Christus Jesus nicht hier auf dem physischen Plan das Reich der Vollkommenbheit verwirklichen wollte. Man wird nirgends aus den Evangelien den Nachweis führen können, daß der Christus dieses Reich der äußeren physischen Welt in ein Reich der Vollkommenheit umgestalten wollte. Dieser Illusion hat sich der Christus selbstverständlich nicht hingegeben. Aber er hat dieses Nicht-herbeiführen-Wollen eines Paradieses auf dem physischen Plan dadurch korrigiert, daß er den Leuten etwas geben wollte, das nicht von dieser Welt ist: ein Durchdringen der Seele mit den Impulsen, die immerzu in der Welt leben, die aber eben nicht von dieser Welt, das heißt nicht von dem physischen Plan sind.
[ 12 ] Alles, was auf diesem Gebiete sich heute geltend macht — sei es im allgemeinen, über das sich alle möglichen politischen, sozialen und sonstige Agitatoren in Worten ergehen, sei es im einzelnen, sagen wir auf dem Gebiete des Erziehungswesens oder auf andern Gebieten —, alles das beruht auf Illusionen. Und diese Illusionen beruhen ihrerseits wieder darauf, daß die Menschen keine Einsicht haben in die Beziehungen des physischen Planes zu den andern Weltensphären, daß die Menschen gar keine Möglichkeit haben, sich eine Vorstellung darüber zu bilden, warum der Christus Jesus die Worte gebraucht hat: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt», warum der Christus Jesus nicht hier auf dem physischen Plan das Reich der Vollkommenbheit verwirklichen wollte. Man wird nirgends aus den Evangelien den Nachweis führen können, daß der Christus dieses Reich der äußeren physischen Welt in ein Reich der Vollkommenheit umgestalten wollte. Dieser Illusion hat sich der Christus selbstverständlich nicht hingegeben. Aber er hat dieses Nicht-herbeiführen-Wollen eines Paradieses auf dem physischen Plan dadurch korrigiert, daß er den Leuten etwas geben wollte, das nicht von dieser Welt ist: ein Durchdringen der Seele mit den Impulsen, die immerzu in der Welt leben, die aber eben nicht von dieser Welt, das heißt nicht von dem physischen Plan sind.
[ 13 ] In weitestem Umkreise beherrschen solche Illusionen heute die Menschheit. Das aber führt ungesunde Verhältnisse herbei; denn diese Illusionen können, da die Menschen freie Wesen sind, selbstverständlich von den Menschen gefaßt werden. Auf den mehr materiellen Gebieten würden sich solche Illusionen sofort als Ilusionen zeigen. Diejenigen Toren, welche theoretisch auf materiellen Gebieten solche Dinge erfinden, die zeigen sich sogleich in ihrer illusionären Natur. Auf dem großen Gebiete des sozialen, des politischen Zusammenlebens, da zeigt sich das nicht sogleich.
[ 13 ] In weitestem Umkreise beherrschen solche Illusionen heute die Menschheit. Das aber führt ungesunde Verhältnisse herbei; denn diese Illusionen können, da die Menschen freie Wesen sind, selbstverständlich von den Menschen gefaßt werden. Auf den mehr materiellen Gebieten würden sich solche Illusionen sofort als Ilusionen zeigen. Diejenigen Toren, welche theoretisch auf materiellen Gebieten solche Dinge erfinden, die zeigen sich sogleich in ihrer illusionären Natur. Auf dem großen Gebiete des sozialen, des politischen Zusammenlebens, da zeigt sich das nicht sogleich.
[ 14 ] Ich habe schon öfter erzählt: Als ich ein junger Dachs war, so zweiundzwanzig, dreiundzwanzig Jahre, da kam ein Hochschulkollege zu mir, mit rotem Kopf, furchtbar enthusiasmiert, und erklärte, er hätte eine wichtige, eine geradezu epochemachende Erfindung gemacht. Nun, sagte ich, das ist ja schön; was willst du nun eigentlich damit? — Ja, sagte er, ich muß nun gleich zu Ratinger gehen — das war nämlich an der Hochschule der Professor für Maschinenbau — und muß dem Ratinger die Sache vortragen! Und gesagt, getan: er lief davon. Ratinger hatte aber nicht gleich Zeit, und so kam er noch einmal zurück. Er wurde für später bestellt. Da sagte ich: Vielleicht kannst du mir nun in der Zwischenzeit erzählen — wir haben ja ein bißchen Zeit —, was du für eine Erfindung gemacht hast. — Es war eine ganz geistreiche Sache. Er hatte nämlich eine Dampfmaschine erfunden, bei der man nur anfangs ganz wenig Kohlen brauchte, um zu heizen; dann brauchte man nicht weiter Kohlen nachzulegen, sondern dann ist ein Mechanismus dagewesen, welcher die Sache fortwährend in Tätigkeit erhalten hat. Man brauchte nur einen einmaligen Anstoß zu geben. Nun, das war natürlich etwas Epochemachendes. Sie werden bloß verwundert sein, warum das heute noch nicht da ist! Ich ließ mir die ganze Sache erklären und sagte ihm dann: Weißt du, das ist sehr geistreich; aber wenn man das Ganze überschaut, so ist es nicht anders, als wenn du einen Eisenbahnwagen dadurch in Bewegung versetzen willst, daß du hineinsteigst und drinnen anschiebst, fortwährend drinnen anschiebst. Wenn einer draußen steht und anschiebt, so kann er selbstverständlich den Wagen weiterbringen; wenn er aber drinnen steht, so kann er bei derselben Krafterzeugung den Wagen nicht um einen Millimeter vorwärtsbringen. — Darauf beruhte aber die ganze Sache.
[ 14 ] Ich habe schon öfter erzählt: Als ich ein junger Dachs war, so zweiundzwanzig, dreiundzwanzig Jahre, da kam ein Hochschulkollege zu mir, mit rotem Kopf, furchtbar enthusiasmiert, und erklärte, er hätte eine wichtige, eine geradezu epochemachende Erfindung gemacht. Nun, sagte ich, das ist ja schön; was willst du nun eigentlich damit? — Ja, sagte er, ich muß nun gleich zu Ratinger gehen — das war nämlich an der Hochschule der Professor für Maschinenbau — und muß dem Ratinger die Sache vortragen! Und gesagt, getan: er lief davon. Ratinger hatte aber nicht gleich Zeit, und so kam er noch einmal zurück. Er wurde für später bestellt. Da sagte ich: Vielleicht kannst du mir nun in der Zwischenzeit erzählen — wir haben ja ein bißchen Zeit —, was du für eine Erfindung gemacht hast. — Es war eine ganz geistreiche Sache. Er hatte nämlich eine Dampfmaschine erfunden, bei der man nur anfangs ganz wenig Kohlen brauchte, um zu heizen; dann brauchte man nicht weiter Kohlen nachzulegen, sondern dann ist ein Mechanismus dagewesen, welcher die Sache fortwährend in Tätigkeit erhalten hat. Man brauchte nur einen einmaligen Anstoß zu geben. Nun, das war natürlich etwas Epochemachendes. Sie werden bloß verwundert sein, warum das heute noch nicht da ist! Ich ließ mir die ganze Sache erklären und sagte ihm dann: Weißt du, das ist sehr geistreich; aber wenn man das Ganze überschaut, so ist es nicht anders, als wenn du einen Eisenbahnwagen dadurch in Bewegung versetzen willst, daß du hineinsteigst und drinnen anschiebst, fortwährend drinnen anschiebst. Wenn einer draußen steht und anschiebt, so kann er selbstverständlich den Wagen weiterbringen; wenn er aber drinnen steht, so kann er bei derselben Krafterzeugung den Wagen nicht um einen Millimeter vorwärtsbringen. — Darauf beruhte aber die ganze Sache.
[ 15 ] Es kann etwas außerordentlich logisch, außerordentlich geistreich sein, mit Anwendung aller möglichen technischen Prinzipien aufgebaut sein, und es kann doch ein Unsinn, ein unwirklich Gedachtes sein. Und es kommt nicht darauf an, daß man bloß geistreich denkt, daß man bloß logisch denkt, sondern darauf kommt es an, daß man wirklichkeitsgemäß denkt. — Er ist dann gar nicht mehr zu Ratinger gegangen.
[ 15 ] Es kann etwas außerordentlich logisch, außerordentlich geistreich sein, mit Anwendung aller möglichen technischen Prinzipien aufgebaut sein, und es kann doch ein Unsinn, ein unwirklich Gedachtes sein. Und es kommt nicht darauf an, daß man bloß geistreich denkt, daß man bloß logisch denkt, sondern darauf kommt es an, daß man wirklichkeitsgemäß denkt. — Er ist dann gar nicht mehr zu Ratinger gegangen.
[ 16 ] Nun, auf materiellem Gebiete, auf mechanistischem Gebiete, kommt solch eine Sache sehr bald heraus. Aber auf sozialem, auf politischem Gebiete, überhaupt auf dem Gebiete, das man im weitesten Umfang das Gebiet der Weltbeglückung nennen könnte, da kommt das nicht sobald heraus. Da kann man schon ganz ähnliche Dinge in die Welt setzen; die Menschen werden dadurch verblendet und glauben daran. Aber das Ganze beruht doch nur darauf, daß man im Wagen steht und drinnen anschiebt. Es wird einmal eine Zukunft kommen, wo man einen gewissen Grundcharakter der Gegenwartsordnung vielleicht sogar nach einem Namen benennen wird, weil dieser Name charakteristisch sein wird für ein innerlich durch und durch illusionäres Denken, unwirkliches Denken. Und man wird ganz gewiß in der Zukunft einmal sprechen von dem Wilsonianismus im Beginne des 20. Jahrhunderts, denn dieser Wilsonianismus, das ist auf politischem Gebiete ganz genau dasselbe, was der Mann hatte, der den Wagen im Innern des Wagens anschieben wollte.
[ 16 ] Nun, auf materiellem Gebiete, auf mechanistischem Gebiete, kommt solch eine Sache sehr bald heraus. Aber auf sozialem, auf politischem Gebiete, überhaupt auf dem Gebiete, das man im weitesten Umfang das Gebiet der Weltbeglückung nennen könnte, da kommt das nicht sobald heraus. Da kann man schon ganz ähnliche Dinge in die Welt setzen; die Menschen werden dadurch verblendet und glauben daran. Aber das Ganze beruht doch nur darauf, daß man im Wagen steht und drinnen anschiebt. Es wird einmal eine Zukunft kommen, wo man einen gewissen Grundcharakter der Gegenwartsordnung vielleicht sogar nach einem Namen benennen wird, weil dieser Name charakteristisch sein wird für ein innerlich durch und durch illusionäres Denken, unwirkliches Denken. Und man wird ganz gewiß in der Zukunft einmal sprechen von dem Wilsonianismus im Beginne des 20. Jahrhunderts, denn dieser Wilsonianismus, das ist auf politischem Gebiete ganz genau dasselbe, was der Mann hatte, der den Wagen im Innern des Wagens anschieben wollte.
[ 17 ] Alle jene Begriffe, die als Grundbegriffe den Wilsonianismus beherrschen, die heute so viel Eindruck machen, sind durch und durch unwirkliche Begriffe, abgesehen davon, daß sie auch aus andern Gründen noch auf die Menschen heute einen großen Einfluß ausüben. Sie üben nämlich schon aus dem Grunde einen ungeheuren Einfluß aus, weil sie ja nicht verwirklicht werden können. Würde man an die Verwirklichung gehen, so würde sich sehr bald zeigen, daß sie Nullitäten sind. Aber die Menschen können sich vorstellen, daß man so etwas verwirklichen könnte. Wenn man nämlich den Wilsonianismus verwirklichen könnte, dann hätte man über die ganze Welt ein großes Weltenphilisterium verwirklicht. Denn Woodrow Wilson verdiente eigentlich, zu dem Weltenheiland des allgemeinen Philisteriums ernannt zu werden. Es würde zwar in einer von Wilson geordneten Welt den Philistern nicht gutgehen, und sie kann ja auch nicht verwirklicht werden, aber die Philister stellen sich es wenigstens vor: Wenn der Wilsonianismus die Welt ergreifen würde, dann würde es uns ganz besonders so gehen, wie wir es uns nach unserem Ideal wünschen.
[ 17 ] Alle jene Begriffe, die als Grundbegriffe den Wilsonianismus beherrschen, die heute so viel Eindruck machen, sind durch und durch unwirkliche Begriffe, abgesehen davon, daß sie auch aus andern Gründen noch auf die Menschen heute einen großen Einfluß ausüben. Sie üben nämlich schon aus dem Grunde einen ungeheuren Einfluß aus, weil sie ja nicht verwirklicht werden können. Würde man an die Verwirklichung gehen, so würde sich sehr bald zeigen, daß sie Nullitäten sind. Aber die Menschen können sich vorstellen, daß man so etwas verwirklichen könnte. Wenn man nämlich den Wilsonianismus verwirklichen könnte, dann hätte man über die ganze Welt ein großes Weltenphilisterium verwirklicht. Denn Woodrow Wilson verdiente eigentlich, zu dem Weltenheiland des allgemeinen Philisteriums ernannt zu werden. Es würde zwar in einer von Wilson geordneten Welt den Philistern nicht gutgehen, und sie kann ja auch nicht verwirklicht werden, aber die Philister stellen sich es wenigstens vor: Wenn der Wilsonianismus die Welt ergreifen würde, dann würde es uns ganz besonders so gehen, wie wir es uns nach unserem Ideal wünschen.
[ 18 ] Die Zukunft wird einmal erzählen: Im Beginn des 20. Jahrhunderts entstand das sonderbare Ideal: Wie kann man die Welt zum vollkommensten Abbild des Spießbürgertums machen? Und man wird den Wilsonianismus analysieren, um diese Spießbürgerillusionen als ein Charakteristikon vom Beginne des 20. Jahrhunderts hinzustellen.
[ 18 ] Die Zukunft wird einmal erzählen: Im Beginn des 20. Jahrhunderts entstand das sonderbare Ideal: Wie kann man die Welt zum vollkommensten Abbild des Spießbürgertums machen? Und man wird den Wilsonianismus analysieren, um diese Spießbürgerillusionen als ein Charakteristikon vom Beginne des 20. Jahrhunderts hinzustellen.
[ 19 ] Sie sehen, es gibt nicht nur kleine, sondern auch große Beispiele für das illusionäre Denken der Gegenwart. Und es sind heute nicht weltverlorene Sekten, sondern es sind sehr weit ausgebreitete Glaubensgemeinschaften, die sich solchen unrealen Gedankengängen, solchen Illusionen hingeben, wie die angedeuteten es sind.
[ 19 ] Sie sehen, es gibt nicht nur kleine, sondern auch große Beispiele für das illusionäre Denken der Gegenwart. Und es sind heute nicht weltverlorene Sekten, sondern es sind sehr weit ausgebreitete Glaubensgemeinschaften, die sich solchen unrealen Gedankengängen, solchen Illusionen hingeben, wie die angedeuteten es sind.
[ 20 ] Aber wichtige, einschneidende, wirkliche Wahrheiten müssen heute der Welt verkündet werden. Und die werden wenig übereinstimmen mit dem, was aus den eben bezeichneten Gründen heraus die Anlage hat, allgemeine Meinung zu werden nach den bisher üblichen Vorbedingungen. Es müssen andere Vorbedingungen zum Verständnis der Wahrheit geschaffen werden. Die Wahrheiten, die auftauchen müssen, haben ja für die weitesten Kreise heute etwas Abstoßendes; sie sind unbequem, recht unbequem. Und die Wahrheiten, die man liebt, sind heute bequem, sind begehrt, nach den Anlagen, die die Menschen heute schon einmal haben.
[ 20 ] Aber wichtige, einschneidende, wirkliche Wahrheiten müssen heute der Welt verkündet werden. Und die werden wenig übereinstimmen mit dem, was aus den eben bezeichneten Gründen heraus die Anlage hat, allgemeine Meinung zu werden nach den bisher üblichen Vorbedingungen. Es müssen andere Vorbedingungen zum Verständnis der Wahrheit geschaffen werden. Die Wahrheiten, die auftauchen müssen, haben ja für die weitesten Kreise heute etwas Abstoßendes; sie sind unbequem, recht unbequem. Und die Wahrheiten, die man liebt, sind heute bequem, sind begehrt, nach den Anlagen, die die Menschen heute schon einmal haben.
[ 21 ] Einige von den unbequemen Wahrheiten werden wir eben im Laufe dieser Vorträge kennenlernen müssen. Vor allen Dingen werden die Wahrheiten, welche die Welt braucht, welche man verkündigen muß aus einer gewissen höheren Verantwortlichkeit heraus, sich nicht allein auf den physischen Plan beziehen dürfen, denn sie werden gerade geeignet sein müssen, die Illusionen, die man sich mit Bezug auf den physischen Plan macht, zu durchkreuzen, die Wirklichkeit an die Stelle der Einbildung zu setzen. Denn am eingebildetsten, am phantastischsten sind heute diejenigen Menschen, die sich für wenig oder für gar nicht phantastisch halten. Man macht da ja sonderbare Entdeckungen.
[ 21 ] Einige von den unbequemen Wahrheiten werden wir eben im Laufe dieser Vorträge kennenlernen müssen. Vor allen Dingen werden die Wahrheiten, welche die Welt braucht, welche man verkündigen muß aus einer gewissen höheren Verantwortlichkeit heraus, sich nicht allein auf den physischen Plan beziehen dürfen, denn sie werden gerade geeignet sein müssen, die Illusionen, die man sich mit Bezug auf den physischen Plan macht, zu durchkreuzen, die Wirklichkeit an die Stelle der Einbildung zu setzen. Denn am eingebildetsten, am phantastischsten sind heute diejenigen Menschen, die sich für wenig oder für gar nicht phantastisch halten. Man macht da ja sonderbare Entdeckungen.
[ 22 ] Da ist mir neulich eine Art Lexikon geschickt worden, worin Schriftstellernamen verzeichnet werden. Es sollen alle diejenigen Schriftstellernamen verzeichnet werden, deren Träger etwas in sich haben, was Judentum ist, was im Sinne der Verwirklichung des Judaismus in der Welt, des Judentums wirkt. Unter diesen Schriftstellern bin ich auch angeführt, und zwar bin ich aus dem Grunde angeführt, weil ich viele Ähnlichkeiten hätte — nach der Ansicht des Verfassers jenes Literaten-Lexikons — mit Ignaz von Loyola, der gerade wegen seines Judaismus den Jesuitismus begründet habe, und weil ich außerdem herstamme aus einer Grenzgegend zwischen Deutschen und Slawen — wo ich zufällig geboren bin, trotzdem ich gar nicht dort herstamme — und weil das, daß ich dort herstamme — ich weiß nicht, aus welchen Gründen —, darauf hindeute, daß ich jüdischer Abstammung sei. Über diese Sache habe ich mich nicht besonders verwundert, denn heute erscheinen noch verwunderlichere Sachen, nicht wahr? Aber unter diesen Menschen, die da als Förderer des Judaismus aufgeführt werden, befindet sich auch Hermann Bahr — ich habe darin so geblättert —, der nun so durch und durch Oberösterreicher ist, daß es wahrhaftig ganz unmöglich ist, darauf zu kommen, ihn irgendwie mit jüdischem Blute oder so etwas in Zusammenhang zu bringen. Trotzdem wird in diesem LiteratenLexikon ein bekannter Literarhistoriker zitiert als Quelle dafür, daß Hermann Bahr doch etwas Jüdisches unbedingt habe.
[ 22 ] Da ist mir neulich eine Art Lexikon geschickt worden, worin Schriftstellernamen verzeichnet werden. Es sollen alle diejenigen Schriftstellernamen verzeichnet werden, deren Träger etwas in sich haben, was Judentum ist, was im Sinne der Verwirklichung des Judaismus in der Welt, des Judentums wirkt. Unter diesen Schriftstellern bin ich auch angeführt, und zwar bin ich aus dem Grunde angeführt, weil ich viele Ähnlichkeiten hätte — nach der Ansicht des Verfassers jenes Literaten-Lexikons — mit Ignaz von Loyola, der gerade wegen seines Judaismus den Jesuitismus begründet habe, und weil ich außerdem herstamme aus einer Grenzgegend zwischen Deutschen und Slawen — wo ich zufällig geboren bin, trotzdem ich gar nicht dort herstamme — und weil das, daß ich dort herstamme — ich weiß nicht, aus welchen Gründen —, darauf hindeute, daß ich jüdischer Abstammung sei. Über diese Sache habe ich mich nicht besonders verwundert, denn heute erscheinen noch verwunderlichere Sachen, nicht wahr? Aber unter diesen Menschen, die da als Förderer des Judaismus aufgeführt werden, befindet sich auch Hermann Bahr — ich habe darin so geblättert —, der nun so durch und durch Oberösterreicher ist, daß es wahrhaftig ganz unmöglich ist, darauf zu kommen, ihn irgendwie mit jüdischem Blute oder so etwas in Zusammenhang zu bringen. Trotzdem wird in diesem LiteratenLexikon ein bekannter Literarhistoriker zitiert als Quelle dafür, daß Hermann Bahr doch etwas Jüdisches unbedingt habe.
[ 23 ] Nun, als mir einmal vorgeworfen wurde — diese Dinge sind ja nicht neu —, daß ich jüdisch sei, da ließ ich meinen Taufschein fotografieren. Hermann Bahr mußte auch solche Experimente machen, weil ihm von einem Literarhistoriker vorgeworfen worden ist, daß er Jude sei. Er wollte eben die Wahrheit an die Stelle setzen. Und da sagte der betreffende Literarhistoriker: Na, aber es kann ja der Großvater Jude gewesen sein. — Aber es läßt sich schlechterdings nichts in der Ahnenschaft von Hermann Bahr nachweisen, was nicht absolut uroberösterreichisch-deutsch ist; es läßt sich durchaus nichts nachweisen. Das war natürlich fatal für jenen Literarhistoriker, aber von seiner Meinung ließ er sich deshalb nicht abbringen. Und dieses, daß er sich nicht von seiner Meinung abbringen ließ, richtete er auf folgende Weise ein. Er sagte: Und wenn Hermann Bahr durch zwölf Generationen hinauf mir die Taufscheine vorlegt, daß er nicht einen Tropfen jüdischen Blutes von irgendeiner Seite bekommen haben kann, dann würde ich nötigenfalls an die Reinkarnation glauben. — Also, Sie sehen: Die Gründe, an die Reinkarnation zu glauben, liegen bei diesem sehr verbreiteten und sehr berühmten Literarhistoriker auf einem sonderbaren Feld.
[ 23 ] Nun, als mir einmal vorgeworfen wurde — diese Dinge sind ja nicht neu —, daß ich jüdisch sei, da ließ ich meinen Taufschein fotografieren. Hermann Bahr mußte auch solche Experimente machen, weil ihm von einem Literarhistoriker vorgeworfen worden ist, daß er Jude sei. Er wollte eben die Wahrheit an die Stelle setzen. Und da sagte der betreffende Literarhistoriker: Na, aber es kann ja der Großvater Jude gewesen sein. — Aber es läßt sich schlechterdings nichts in der Ahnenschaft von Hermann Bahr nachweisen, was nicht absolut uroberösterreichisch-deutsch ist; es läßt sich durchaus nichts nachweisen. Das war natürlich fatal für jenen Literarhistoriker, aber von seiner Meinung ließ er sich deshalb nicht abbringen. Und dieses, daß er sich nicht von seiner Meinung abbringen ließ, richtete er auf folgende Weise ein. Er sagte: Und wenn Hermann Bahr durch zwölf Generationen hinauf mir die Taufscheine vorlegt, daß er nicht einen Tropfen jüdischen Blutes von irgendeiner Seite bekommen haben kann, dann würde ich nötigenfalls an die Reinkarnation glauben. — Also, Sie sehen: Die Gründe, an die Reinkarnation zu glauben, liegen bei diesem sehr verbreiteten und sehr berühmten Literarhistoriker auf einem sonderbaren Feld.
[ 24 ] Es ist heute zuweilen schon schwierig, dasjenige, was berühmte Menschen aussprechen, überhaupt noch ernst zu nehmen. Schade ist natürlich dabei nur, daß es so außerordentlich schwierig wird, die Menschen in breiteren Kreisen von diesen Dingen zu überzeugen. Denn es liegt den Leuten doch gewissermaßen in den Gewohnheiten, an Autoritäten zu glauben, trotzdem selbstverständlich die Menschen der Gegenwart gar nicht autoritätsgläubig sind! Aber das ist ja nur ihre Meinung. Wir haben über diese Meinung, die die Menschen von sich selber haben, gestern auch einiges sagen können.
[ 24 ] Es ist heute zuweilen schon schwierig, dasjenige, was berühmte Menschen aussprechen, überhaupt noch ernst zu nehmen. Schade ist natürlich dabei nur, daß es so außerordentlich schwierig wird, die Menschen in breiteren Kreisen von diesen Dingen zu überzeugen. Denn es liegt den Leuten doch gewissermaßen in den Gewohnheiten, an Autoritäten zu glauben, trotzdem selbstverständlich die Menschen der Gegenwart gar nicht autoritätsgläubig sind! Aber das ist ja nur ihre Meinung. Wir haben über diese Meinung, die die Menschen von sich selber haben, gestern auch einiges sagen können.
[ 25 ] Dieser zuweilen in den Grundinstinkten von der Wahrheit abirrenden Gegenwart wird es außerordentlich schwer werden, gerade diejenigen Wahrheiten aufzunehmen, welche das unmittelbar an den physischen Plan anstoßende Grenzgebiet berühren. Denn was da als das an den physischen Plan unmittelbar anstoßende Grenzgebiet gelten muß, das erfordert, daß man bei der Charakteristik in einer gewissen Weise an eine gesunde, an eine unverdorbene Gemütsverfassung derjenigen appellieren muß, die darüber hören. Und das wird gegenüber der Verkündigung derjenigen Wahrheiten, die notwendigerweise verkündet werden müssen, die allergrößten, die denkbar größten Schwierigkeiten machen. Nicht etwa bloß das Anschauen dieser Wahrheiten, sondern schon das Sich-Bekanntmachen mit diesen Wahrheiten hat eine Bedeutung für die ganze Seelenverfassung des Menschen.
[ 25 ] Dieser zuweilen in den Grundinstinkten von der Wahrheit abirrenden Gegenwart wird es außerordentlich schwer werden, gerade diejenigen Wahrheiten aufzunehmen, welche das unmittelbar an den physischen Plan anstoßende Grenzgebiet berühren. Denn was da als das an den physischen Plan unmittelbar anstoßende Grenzgebiet gelten muß, das erfordert, daß man bei der Charakteristik in einer gewissen Weise an eine gesunde, an eine unverdorbene Gemütsverfassung derjenigen appellieren muß, die darüber hören. Und das wird gegenüber der Verkündigung derjenigen Wahrheiten, die notwendigerweise verkündet werden müssen, die allergrößten, die denkbar größten Schwierigkeiten machen. Nicht etwa bloß das Anschauen dieser Wahrheiten, sondern schon das Sich-Bekanntmachen mit diesen Wahrheiten hat eine Bedeutung für die ganze Seelenverfassung des Menschen.
[ 26 ] Was man an äußerem Wissen über den physischen Plan aufnimmt, das hat eine gewisse Wirkung, sagen wir auf den menschlichen Kopf. Aber diejenigen Wahrheiten, die in die Tiefe gehen auch wenn sie nur bis zu jener Tiefe gehen, wo sie das Grenzgebiet betreffen —, diese Wahrheiten berühren den ganzen Menschen, nicht bloß den Kopf, sondern den ganzen Menschen. Und man muß dann für die Verkündigung solcher Wahrheiten rechnen auf ein unverdorbenes, gesundes Gemüt.
[ 26 ] Was man an äußerem Wissen über den physischen Plan aufnimmt, das hat eine gewisse Wirkung, sagen wir auf den menschlichen Kopf. Aber diejenigen Wahrheiten, die in die Tiefe gehen auch wenn sie nur bis zu jener Tiefe gehen, wo sie das Grenzgebiet betreffen —, diese Wahrheiten berühren den ganzen Menschen, nicht bloß den Kopf, sondern den ganzen Menschen. Und man muß dann für die Verkündigung solcher Wahrheiten rechnen auf ein unverdorbenes, gesundes Gemüt.
[ 27 ] Nun, für viele Lebensverhältnisse ist aber ein unverdorbenes, gesundes Gemüt in der Gegenwart gar nicht so sehr verbreitet. Im Gegenteil, ein ungesundes, verdorbenes Gemüt ist heute durchaus keine Seltenheit. Und so kommt es, daß in der Aufnahme der Wahrheiten sich sehr stark die Art und Weise geltend macht, wie das instinktive Leben, wie das Triebleben, wie die ganze Seelenverfassung, die Gemütsverfassung der Menschen ist, die diese Wahrheiten aufnehmen wollen. Menschen mit verdorbenen Instinkten, die keinen Willen haben, ihre Lebensverhältnisse in eine gewisse Zucht zu nehmen, werden sehr schnell die Neigung haben, gerade wenn es sich darum handelt, Wahrheiten über das Grenzgebiet aufzunehmen, diesen Wahrheiten gegenüber eine Stellung einzunehmen, die ganz von niedriger Gesinnung erfüllt ist. Das kann sehr leicht passieren. Wenn Menschen kein gesundes Interesse haben für die objektiven Weltenvorgänge, wenn Menschen vor allen Dingen nur ein Interesse haben für das, was mit ihnen selber zusammenhängt, so verdirbt das oftmals schon das Gemüt so sehr, daß gerade den okkulten Wahrheiten und namentlich denen des Grenzgebietes nicht entsprechende Instinkte entgegengebracht werden.
[ 27 ] Nun, für viele Lebensverhältnisse ist aber ein unverdorbenes, gesundes Gemüt in der Gegenwart gar nicht so sehr verbreitet. Im Gegenteil, ein ungesundes, verdorbenes Gemüt ist heute durchaus keine Seltenheit. Und so kommt es, daß in der Aufnahme der Wahrheiten sich sehr stark die Art und Weise geltend macht, wie das instinktive Leben, wie das Triebleben, wie die ganze Seelenverfassung, die Gemütsverfassung der Menschen ist, die diese Wahrheiten aufnehmen wollen. Menschen mit verdorbenen Instinkten, die keinen Willen haben, ihre Lebensverhältnisse in eine gewisse Zucht zu nehmen, werden sehr schnell die Neigung haben, gerade wenn es sich darum handelt, Wahrheiten über das Grenzgebiet aufzunehmen, diesen Wahrheiten gegenüber eine Stellung einzunehmen, die ganz von niedriger Gesinnung erfüllt ist. Das kann sehr leicht passieren. Wenn Menschen kein gesundes Interesse haben für die objektiven Weltenvorgänge, wenn Menschen vor allen Dingen nur ein Interesse haben für das, was mit ihnen selber zusammenhängt, so verdirbt das oftmals schon das Gemüt so sehr, daß gerade den okkulten Wahrheiten und namentlich denen des Grenzgebietes nicht entsprechende Instinkte entgegengebracht werden.
[ 28 ] Für die Wahrheiten des physischen Planes, für alles das, was sich auf den physischen Plan bezieht, worin es die Menschen in der Gegenwart so weit gebracht haben, für alles das sorgt ja schon, ich möchte sagen, die äußere Natur, daß bei den Menschen nicht viel Verdorbenheit auftreten kann. Da sind die Menschen eingezwängt in dasjenige, was ihnen die äußere Natur aufdrängt, da können sie ihre Instinkte nur wenig geltend machen, da müssen sie folgen der äußeren Natur. Schreitet man vom physischen Plan weiter in das Grenzgebiet hinein, dann hat man dieses Gängelband nicht mehr, dann muß man in eine andere Führung hineinkommen, in eine andere innere Sicherheit des Seelenlebens. Das kann man aber nur, wenn man mit unverdorbenem Gemüte den physischen Plan verläßt, sonst wird man im Grenzgebiet zügellos. Man ist nicht mehr von der äußeren Natur gezügelt, man ist nicht mehr von den sozialen, hergebrachten Vorurteilen gezügelt, man wird zügellos. Man fühlt sich auf einmal frei und kann die Freiheit nicht ertragen. In der Welt des physischen Planes ist zum Beispiel vieles, das die Menschen verhindert zu lügen. Wenn einer um sechs Uhr abends behauptet, die Sonne sei eben aufgegangen, so wird ihn die Natur sehr bald korrigieren. Und so ist es ja mit sehr vielen Dingen, die sich auf den äußeren, physischen Plan beziehen. Wenn jemand von Dingen der höheren Welten, und seien sie eben auch nur diejenigen des Grenzgebietes, allerlei Unsinn behauptet, so wird er nicht sogleich durch die äußere Welt korrigiert. Daran liegt es aber, daß die Menschen, indem sie gewissermaßen der Zucht enteilen, die der physische Plan auf sie ausübt, zügellos werden können.
[ 28 ] Für die Wahrheiten des physischen Planes, für alles das, was sich auf den physischen Plan bezieht, worin es die Menschen in der Gegenwart so weit gebracht haben, für alles das sorgt ja schon, ich möchte sagen, die äußere Natur, daß bei den Menschen nicht viel Verdorbenheit auftreten kann. Da sind die Menschen eingezwängt in dasjenige, was ihnen die äußere Natur aufdrängt, da können sie ihre Instinkte nur wenig geltend machen, da müssen sie folgen der äußeren Natur. Schreitet man vom physischen Plan weiter in das Grenzgebiet hinein, dann hat man dieses Gängelband nicht mehr, dann muß man in eine andere Führung hineinkommen, in eine andere innere Sicherheit des Seelenlebens. Das kann man aber nur, wenn man mit unverdorbenem Gemüte den physischen Plan verläßt, sonst wird man im Grenzgebiet zügellos. Man ist nicht mehr von der äußeren Natur gezügelt, man ist nicht mehr von den sozialen, hergebrachten Vorurteilen gezügelt, man wird zügellos. Man fühlt sich auf einmal frei und kann die Freiheit nicht ertragen. In der Welt des physischen Planes ist zum Beispiel vieles, das die Menschen verhindert zu lügen. Wenn einer um sechs Uhr abends behauptet, die Sonne sei eben aufgegangen, so wird ihn die Natur sehr bald korrigieren. Und so ist es ja mit sehr vielen Dingen, die sich auf den äußeren, physischen Plan beziehen. Wenn jemand von Dingen der höheren Welten, und seien sie eben auch nur diejenigen des Grenzgebietes, allerlei Unsinn behauptet, so wird er nicht sogleich durch die äußere Welt korrigiert. Daran liegt es aber, daß die Menschen, indem sie gewissermaßen der Zucht enteilen, die der physische Plan auf sie ausübt, zügellos werden können.
[ 29 ] Das ist eine der großen Schwierigkeiten, welche die Mitteilungen von Wahrheiten über die geistige Welt heraufbringen können. Dem muß immer entgegengesetzt werden, daß aber diese Mitteilung von Wahrheiten über die geistige Welt eben einfach notwendig ist. Man darf nicht vergessen, daß die Wahrheiten über die geistige Welt nicht in derselben Gemütsverfassung von der Seele aufgenommen werden können wie die Wahrheiten über die äußere physische Welt. Die Wahrheiten über die geistige Welt können wir nur in die Seele aufnehmen, wenn wir unseren ätherischen und astralischen Leib in uns etwas lockern; sonst wird man nur Worte hören. Man muß schon eine solche Seelenverfassung — und es ist ja für die Erscheinungen des subjektiven Seelenlebens eben nur eine Seelenverfassung —, man muß schon etwas den ätherischen und astralischen Leib lockern, wenn man richtig verstehen soll, was sich auf die geistige Welt bezieht. Diese Lockerung, die muß nur ein Mittel sein, um eben die Wahrheiten der geistigen Welt zu verstehen. Sie darf nicht zu einem Selbstzweck ausarten. Wenn sie zu einem Selbstzweck ausartet, dann kann es sehr schlimm sein.
[ 29 ] Das ist eine der großen Schwierigkeiten, welche die Mitteilungen von Wahrheiten über die geistige Welt heraufbringen können. Dem muß immer entgegengesetzt werden, daß aber diese Mitteilung von Wahrheiten über die geistige Welt eben einfach notwendig ist. Man darf nicht vergessen, daß die Wahrheiten über die geistige Welt nicht in derselben Gemütsverfassung von der Seele aufgenommen werden können wie die Wahrheiten über die äußere physische Welt. Die Wahrheiten über die geistige Welt können wir nur in die Seele aufnehmen, wenn wir unseren ätherischen und astralischen Leib in uns etwas lockern; sonst wird man nur Worte hören. Man muß schon eine solche Seelenverfassung — und es ist ja für die Erscheinungen des subjektiven Seelenlebens eben nur eine Seelenverfassung —, man muß schon etwas den ätherischen und astralischen Leib lockern, wenn man richtig verstehen soll, was sich auf die geistige Welt bezieht. Diese Lockerung, die muß nur ein Mittel sein, um eben die Wahrheiten der geistigen Welt zu verstehen. Sie darf nicht zu einem Selbstzweck ausarten. Wenn sie zu einem Selbstzweck ausartet, dann kann es sehr schlimm sein.
[ 30 ] Denken Sie nur einmal — ich will einen extremen Fall anführen —, jemand würde einem geisteswissenschaftlichen Vortrag zuhören, aber nicht, wie es richtig wäre, um Einblick in die geistigen Welten zu gewinnen, sondern weil er das für ganz besonders mystisch hält. Er würde also zuhören, indem er gleichsam sich durchfluten ließe von dem, was gesagt wird, weil das den Ätherleib und den astralischen Leib etwas herauslockert. Man kann es ja erleben, daß gerade bei geisteswissenschaftlichen Vorträgen, manchmal auch bei pseudo-geisteswissenschaftlichen Vorträgen, Leute in einer schläfrigen Ekstase zuhören wollen, sich eigentlich gar nicht besonders für den Inhalt interessieren, sondern mehr für das Wollustgefühl, das durch das Heraustreten des Ätherleibes und des astralischen Leibes bewirkt wird, und so hingegeben warm zuhören. Für andere Lebensverhältnisse kann dieses Hingegeben-warm-Zuhören sehr gut sein; für die Eröffnung des Verständnisses gewisser geistiger Dinge ist es nichts nutz.
[ 30 ] Denken Sie nur einmal — ich will einen extremen Fall anführen —, jemand würde einem geisteswissenschaftlichen Vortrag zuhören, aber nicht, wie es richtig wäre, um Einblick in die geistigen Welten zu gewinnen, sondern weil er das für ganz besonders mystisch hält. Er würde also zuhören, indem er gleichsam sich durchfluten ließe von dem, was gesagt wird, weil das den Ätherleib und den astralischen Leib etwas herauslockert. Man kann es ja erleben, daß gerade bei geisteswissenschaftlichen Vorträgen, manchmal auch bei pseudo-geisteswissenschaftlichen Vorträgen, Leute in einer schläfrigen Ekstase zuhören wollen, sich eigentlich gar nicht besonders für den Inhalt interessieren, sondern mehr für das Wollustgefühl, das durch das Heraustreten des Ätherleibes und des astralischen Leibes bewirkt wird, und so hingegeben warm zuhören. Für andere Lebensverhältnisse kann dieses Hingegeben-warm-Zuhören sehr gut sein; für die Eröffnung des Verständnisses gewisser geistiger Dinge ist es nichts nutz.
[ 31 ] Das muß man richtig verstehen. Jemand, der mit dem richtigen Verständnis geisteswissenschaftliche Wahrheiten aufnimmt, das heißt im Konkreten den Linien folgt, mit welchen die Begriffe gezeichnet werden, um das Verständnis der geistigen Welt zu eröffnen, gerade dem wird seine Menschheit dadurch erhöht, der erfährt Dinge, die überhaupt gegenwärtig gewußt werden müssen zum Heil und zur Fortentwickelung der Menschheit. Wer die Dinge im rechten Sinne aufnimmt, der wird auch erfahren, daß seine Instinkte, seine Triebe veredelt, erhöht werden, daß er schon durch das bloße Anhören geisteswissenschaftlicher Wahrheiten eine Entwickelung zum Guten durchmacht. Wer keinen Willen hat, geisteswissenschaftliche Wahrheiten in diesem Sinne aufzunehmen, wer vielleicht aus irgendeinem rein persönlichen Interesse diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten aufnimmt, weil er, sagen wir, auch zu einer Gesellschaft gehören will und keine andere gerade gefunden hat, die für ihn besser taugen würde als die anthroposophische, wer überhaupt zunächst persönliche Interessen hereinträgt in diese Gesellschaft, der wird finden können, daß die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten zunächst niedere Instinkte, vielleicht die allerniedrigsten Instinkte aufstacheln. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Menschen, die eigentlich nicht dazugehören, aber eine solche Sache sich anhören, sich gerade in ihren niedrigsten Instinkten aufgestachelt fühlen. Das läßt sich in der Gegenwart aus dem Grunde nicht vermeiden, weil die Dinge eben öffentlich werden sollen und man nicht Grenzen ziehen kann. Da läßt sich das Richtige nur finden dadurch, daß über ihr waches Urteil diejenigen scharf mit sich selbst zu Gerichte gehen, welche aus innerer Berechtigung eben dazugehören, welche aus innerer Berechtigung an einer solchen Bewegung teilnehmen. Wer überhaupt vor oder nach seinem Austritt aus der Gesellschaft irgendwie nur persönliche Interessen geltend macht, der zeigt ja damit nur, daß er niemals die Eignung gehabt hat, dieser Gesellschaft anzugehören. Und persönliche Interessen sind ja, dächte ich, nicht so schwierig von objektiven Erkenntnisinteressen zu unterscheiden.
[ 31 ] Das muß man richtig verstehen. Jemand, der mit dem richtigen Verständnis geisteswissenschaftliche Wahrheiten aufnimmt, das heißt im Konkreten den Linien folgt, mit welchen die Begriffe gezeichnet werden, um das Verständnis der geistigen Welt zu eröffnen, gerade dem wird seine Menschheit dadurch erhöht, der erfährt Dinge, die überhaupt gegenwärtig gewußt werden müssen zum Heil und zur Fortentwickelung der Menschheit. Wer die Dinge im rechten Sinne aufnimmt, der wird auch erfahren, daß seine Instinkte, seine Triebe veredelt, erhöht werden, daß er schon durch das bloße Anhören geisteswissenschaftlicher Wahrheiten eine Entwickelung zum Guten durchmacht. Wer keinen Willen hat, geisteswissenschaftliche Wahrheiten in diesem Sinne aufzunehmen, wer vielleicht aus irgendeinem rein persönlichen Interesse diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten aufnimmt, weil er, sagen wir, auch zu einer Gesellschaft gehören will und keine andere gerade gefunden hat, die für ihn besser taugen würde als die anthroposophische, wer überhaupt zunächst persönliche Interessen hereinträgt in diese Gesellschaft, der wird finden können, daß die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten zunächst niedere Instinkte, vielleicht die allerniedrigsten Instinkte aufstacheln. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Menschen, die eigentlich nicht dazugehören, aber eine solche Sache sich anhören, sich gerade in ihren niedrigsten Instinkten aufgestachelt fühlen. Das läßt sich in der Gegenwart aus dem Grunde nicht vermeiden, weil die Dinge eben öffentlich werden sollen und man nicht Grenzen ziehen kann. Da läßt sich das Richtige nur finden dadurch, daß über ihr waches Urteil diejenigen scharf mit sich selbst zu Gerichte gehen, welche aus innerer Berechtigung eben dazugehören, welche aus innerer Berechtigung an einer solchen Bewegung teilnehmen. Wer überhaupt vor oder nach seinem Austritt aus der Gesellschaft irgendwie nur persönliche Interessen geltend macht, der zeigt ja damit nur, daß er niemals die Eignung gehabt hat, dieser Gesellschaft anzugehören. Und persönliche Interessen sind ja, dächte ich, nicht so schwierig von objektiven Erkenntnisinteressen zu unterscheiden.
[ 32 ] Aber verwunderlich ist es nicht, daß bei den von der öffentlichen Entwickelung geforderten Verhältnissen eben immer wieder und wiederum das auftritt, daß aus den Instinkten der niederen Natur heraus dieses oder jenes zutage tritt. Man muß mit klarem Bewußstsein, mit vollständig klarem Bewußtsein auf die Gefahren hinschauen, welche sich ergeben können, und man muß trachten, diesen Gefahren zu steuern. Wer sich zu den Gefahren in der richtigen Weise verhält, der steuert ihnen gewiß schon. Insbesondere in der gegenwärtigen Zeit — das gehört auch zu dem Chaotischen der Gegenwart — werden Abirrungen auf diesem Gebiete gar nicht so sehr zu den Seltenheiten gehören. Die gegenwärtigen tragischen Ereignisse spannen die Kräfte einer Anzahl von Menschen ungeheuer stark an; und Menschen, die vor dem Ausbruch dieses Krieges nicht gewohnt waren, aus allgemeinerem, nicht bloß aus persönlichem Interesse zu arbeiten, schwer zu arbeiten, haben das in den letzten drei Jahren wirklich über die verschiedenen Länder hin gelernt, das ist wahr. Viele Menschen haben arbeiten gelernt, haben auch gelernt, allgemeine Interessen zu haben.
[ 32 ] Aber verwunderlich ist es nicht, daß bei den von der öffentlichen Entwickelung geforderten Verhältnissen eben immer wieder und wiederum das auftritt, daß aus den Instinkten der niederen Natur heraus dieses oder jenes zutage tritt. Man muß mit klarem Bewußstsein, mit vollständig klarem Bewußtsein auf die Gefahren hinschauen, welche sich ergeben können, und man muß trachten, diesen Gefahren zu steuern. Wer sich zu den Gefahren in der richtigen Weise verhält, der steuert ihnen gewiß schon. Insbesondere in der gegenwärtigen Zeit — das gehört auch zu dem Chaotischen der Gegenwart — werden Abirrungen auf diesem Gebiete gar nicht so sehr zu den Seltenheiten gehören. Die gegenwärtigen tragischen Ereignisse spannen die Kräfte einer Anzahl von Menschen ungeheuer stark an; und Menschen, die vor dem Ausbruch dieses Krieges nicht gewohnt waren, aus allgemeinerem, nicht bloß aus persönlichem Interesse zu arbeiten, schwer zu arbeiten, haben das in den letzten drei Jahren wirklich über die verschiedenen Länder hin gelernt, das ist wahr. Viele Menschen haben arbeiten gelernt, haben auch gelernt, allgemeine Interessen zu haben.
[ 33 ] Wer in der richtigen Weise zu unserer Bewegung gehört, hat ja von vornherein allgemeine Interessen. Dessen ungeachtet gibt gerade die gegenwärtige Zeit ungeheuer viel Gelegenheit zu einem gewissen Outsider-Faulenzertum. Es gibt gegenwärtig gerade durch die Konstellation dieses Krieges Menschen, die nun wiederum gar nichts Rechtes zu tun haben. Wenn sie innerhalb unserer Bewegung sind, so spüren sie das auch. Vor dem Kriege, da gab es viele Vortragsreisen; da konnten sich so ganze Schüppel von Menschen zusammentun und konnten von einem Vortrag zum andern reisen. Wenn es auch an äußeren Interessen fehlte, so gab es Sensationen genug, und wenn sie nicht von außen kamen, so verschaffte man sich diese Sensationen. Das ist jetzt schwierig. Das geht jetzt nicht. Den Weg aber zu nützlichen Betätigungen, den haben manche Menschen nicht gefunden. So ist es insbesondere jetzt der Fall, daß ein Outsider-Faulenzertum sich auch innerhalb unserer Kreise hat finden können, das sich die Zeit jetzt mit allerlei Gegnerschaften vertreibt. Weil man es nicht mehr mit Sensationen zu tun haben kann im Reisen von Vortragszyklus zu Vortragszyklus, verschafft man sich andere Unterhaltungen. Das ist nur bezeichnend für die Art und Weise des Interesses, mit dem man von Vortragszyklus zu Vortragszyklus gereist ist.
[ 33 ] Wer in der richtigen Weise zu unserer Bewegung gehört, hat ja von vornherein allgemeine Interessen. Dessen ungeachtet gibt gerade die gegenwärtige Zeit ungeheuer viel Gelegenheit zu einem gewissen Outsider-Faulenzertum. Es gibt gegenwärtig gerade durch die Konstellation dieses Krieges Menschen, die nun wiederum gar nichts Rechtes zu tun haben. Wenn sie innerhalb unserer Bewegung sind, so spüren sie das auch. Vor dem Kriege, da gab es viele Vortragsreisen; da konnten sich so ganze Schüppel von Menschen zusammentun und konnten von einem Vortrag zum andern reisen. Wenn es auch an äußeren Interessen fehlte, so gab es Sensationen genug, und wenn sie nicht von außen kamen, so verschaffte man sich diese Sensationen. Das ist jetzt schwierig. Das geht jetzt nicht. Den Weg aber zu nützlichen Betätigungen, den haben manche Menschen nicht gefunden. So ist es insbesondere jetzt der Fall, daß ein Outsider-Faulenzertum sich auch innerhalb unserer Kreise hat finden können, das sich die Zeit jetzt mit allerlei Gegnerschaften vertreibt. Weil man es nicht mehr mit Sensationen zu tun haben kann im Reisen von Vortragszyklus zu Vortragszyklus, verschafft man sich andere Unterhaltungen. Das ist nur bezeichnend für die Art und Weise des Interesses, mit dem man von Vortragszyklus zu Vortragszyklus gereist ist.
[ 34 ] Derjenige, dessen innerer Verpflichtung es entspricht, heute in allem Ernst und in aller Würde vor der Welt geisteswissenschaftliche Wahrheiten zu vertreten, der weiß: Wenn er vor einem Auditorium von hundert Menschen spricht, so sind mehr als fünfzig darunter, die möglicherweise Gegner werden können. Das ist Gesetz; das ist einmal so. Es sind immer mehr als fünfzig Prozent, die, wenn sie nicht Gegner werden, dieses aus dem einen oder andern Grund nicht werden, aber nicht aus festem Sich-zur-Sache-Halten. Aus Gründen, die wir schon angeführt haben, die wir des weiteren noch anführen werden, ist die Sache eben so. Über Gegnerschaften ist daher der Vertreter geisteswissenschaftlicher Wahrheiten im Prinzip durchaus nicht verwundert. Und viel interessanter, als sich mit den Dingen zu befassen, die da von Gegnern oftmals vorgebracht werden, wovon diese Gegner selbst am allerbesten wissen, daß sie nicht wahr sind — denn sie wissen es ja selbstverständlich ganz gut, daß die Dinge nicht wahr sind —, viel nützlicher ist es, sich mit den Gründen, aus denen diese Gegnerschaften entstanden sind, zu befassen.
[ 34 ] Derjenige, dessen innerer Verpflichtung es entspricht, heute in allem Ernst und in aller Würde vor der Welt geisteswissenschaftliche Wahrheiten zu vertreten, der weiß: Wenn er vor einem Auditorium von hundert Menschen spricht, so sind mehr als fünfzig darunter, die möglicherweise Gegner werden können. Das ist Gesetz; das ist einmal so. Es sind immer mehr als fünfzig Prozent, die, wenn sie nicht Gegner werden, dieses aus dem einen oder andern Grund nicht werden, aber nicht aus festem Sich-zur-Sache-Halten. Aus Gründen, die wir schon angeführt haben, die wir des weiteren noch anführen werden, ist die Sache eben so. Über Gegnerschaften ist daher der Vertreter geisteswissenschaftlicher Wahrheiten im Prinzip durchaus nicht verwundert. Und viel interessanter, als sich mit den Dingen zu befassen, die da von Gegnern oftmals vorgebracht werden, wovon diese Gegner selbst am allerbesten wissen, daß sie nicht wahr sind — denn sie wissen es ja selbstverständlich ganz gut, daß die Dinge nicht wahr sind —, viel nützlicher ist es, sich mit den Gründen, aus denen diese Gegnerschaften entstanden sind, zu befassen.
[ 35 ] Da wird man auf mancherlei Merkwürdiges stoßen. Man wird dann die Neigung verlieren, auf dasjenige einzugehen, auf das solche Gegner gerne möchten, daß man eingeht. Man wird dann auf die wahren Gründe dieser Gegnerschaften kommen. Das ist manchmal wiederum unbequemer, als auf das einzugehen, was einem die Leute vorreden. Denken Sie an die Jahre, in denen hier vorgetragen worden ist, wie immer wieder und wiederum von dem einen oder von dem andern Gesichtspunkt aus auf dasselbe hingewiesen werden mußte, auf das auch heute hingewiesen wurde. Es wird ja immer auf diese Dinge hingewiesen. Aber notwendig ist, diese Dinge wirklich mit tiefstem Ernst und tiefster Würde zu betrachten, sie so zu betrachten, wie es angemessen ist einer geisteswissenschaftlichen Bewegung.
[ 35 ] Da wird man auf mancherlei Merkwürdiges stoßen. Man wird dann die Neigung verlieren, auf dasjenige einzugehen, auf das solche Gegner gerne möchten, daß man eingeht. Man wird dann auf die wahren Gründe dieser Gegnerschaften kommen. Das ist manchmal wiederum unbequemer, als auf das einzugehen, was einem die Leute vorreden. Denken Sie an die Jahre, in denen hier vorgetragen worden ist, wie immer wieder und wiederum von dem einen oder von dem andern Gesichtspunkt aus auf dasselbe hingewiesen werden mußte, auf das auch heute hingewiesen wurde. Es wird ja immer auf diese Dinge hingewiesen. Aber notwendig ist, diese Dinge wirklich mit tiefstem Ernst und tiefster Würde zu betrachten, sie so zu betrachten, wie es angemessen ist einer geisteswissenschaftlichen Bewegung.
[ 36 ] Glauben Sie mir, ich habe Wichtigeres zu tun, wenn ich unter voller Verantwortung diese geisteswissenschaftliche Bewegung führen soll, als mich darum zu bekümmern, ob da oder dort sich drei, vier, meinetwillen auch mehr Menschen zusammensetzen und allen möglichen Klatsch fabrizieren. Ich habe Wichtigeres zu tun und habe niemals die Neigung, auf diese Dinge einzugehen. Nur wird gerade dies leider so wenig, ach so wenig verstanden! Denn mehr als man glaubt, ist auch innerhalb dieser Gesellschaft nicht das naturwissenschaftliche Interesse ausgebildet für solche Dinge, sondern das Sensationsinteresse. Naturwissenschaftlich ist es ja interessant, neben den nützlichen Pflanzen auch Giftpflanzen zu studieren, aber man muß eben den richtigen Gesichtspunkt dafür finden. Von dem Ernst und von der Gewichtigkeit desjenigen, was die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sein soll, haben ja doch noch — verzeihen Sie, daß ich das ausspreche — die wenigsten, die sich auch zu dieser Geisteswissenschaft bekennen, eine wirkliche Ahnung. Würde der rechte Ernst und die richtige Einsicht in die Gewichtigkeit vorhanden sein, so würde man sich in vieler Beziehung zu allem, was da waltet, ganz anders stellen, als man sich stellt. Ich sage damit selbstverständlich nicht, daß man sein Interesse davon abwenden soll. Das Gegenteil sage ich: Man soll sein Interesse nicht abwenden von denjenigen Erscheinungen, die mit dem Willen der Vernichtung dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung auftreten. Aber man muß die Möglichkeit finden, sich in der rechten Weise dazu zu stellen.
[ 36 ] Glauben Sie mir, ich habe Wichtigeres zu tun, wenn ich unter voller Verantwortung diese geisteswissenschaftliche Bewegung führen soll, als mich darum zu bekümmern, ob da oder dort sich drei, vier, meinetwillen auch mehr Menschen zusammensetzen und allen möglichen Klatsch fabrizieren. Ich habe Wichtigeres zu tun und habe niemals die Neigung, auf diese Dinge einzugehen. Nur wird gerade dies leider so wenig, ach so wenig verstanden! Denn mehr als man glaubt, ist auch innerhalb dieser Gesellschaft nicht das naturwissenschaftliche Interesse ausgebildet für solche Dinge, sondern das Sensationsinteresse. Naturwissenschaftlich ist es ja interessant, neben den nützlichen Pflanzen auch Giftpflanzen zu studieren, aber man muß eben den richtigen Gesichtspunkt dafür finden. Von dem Ernst und von der Gewichtigkeit desjenigen, was die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sein soll, haben ja doch noch — verzeihen Sie, daß ich das ausspreche — die wenigsten, die sich auch zu dieser Geisteswissenschaft bekennen, eine wirkliche Ahnung. Würde der rechte Ernst und die richtige Einsicht in die Gewichtigkeit vorhanden sein, so würde man sich in vieler Beziehung zu allem, was da waltet, ganz anders stellen, als man sich stellt. Ich sage damit selbstverständlich nicht, daß man sein Interesse davon abwenden soll. Das Gegenteil sage ich: Man soll sein Interesse nicht abwenden von denjenigen Erscheinungen, die mit dem Willen der Vernichtung dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung auftreten. Aber man muß die Möglichkeit finden, sich in der rechten Weise dazu zu stellen.
[ 37 ] Es kann jemand zum Beispiel auftreten und eine ganze Menge schreiben über Widersprüche, die ich verbrochen haben soll in meinen verschiedenen Schriften und über allerlei andere Dinge. Man könnte heute zwar daran erinnern, daß Luther eine ganze Menge, nicht ein paar Dutzend, sondern Hunderte und Hunderte von Widersprüchen nachgewiesen worden sind. Er hat darauf nur geantwortet: Die Esel reden von Widersprüchen in meinen Schriften. Wenn sie sich nur einmal die Mühe gäben, eines von den Dingen, das den andern zu widersprechen scheint, begreifen zu wollen! — Man könnte auf solche Dinge zum Beispiel hinweisen. Man hat es aber nicht nötig. Denn da, wo heute von Widerspruch gesprochen wird, da liegt ja nicht das Interesse vor, solche Widersprüche zu suchen oder aufzudecken, sondern anderes. Da hat zum Beispiel ein Mann eine Schrift für den Philosophisch-Anthroposophischen Verlag angeboten. Diese Schrift konnte im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag nicht gebraucht werden; sie mußte zurückgewiesen werden. Während dieser Mann früher einem auf allen Wegen und Stegen nachlief, wurde er von diesem Moment an ein Gegner. Der wirkliche Grund liegt nicht im Bemerken von Widersprüchen. Würde der wirkliche Grund darin liegen, so würde man so sprechen, wie Luther gesprochen hat. Aber man kann nicht einmal so sprechen, denn der Betreffende wird nur erkannt, wenn man weiß, daß er Gift und Galle in sich hat, weil der Philosophisch-Anthroposophische Verlag nun einmal nicht in der Lage war, sein Buch zu verlegen. Das ist der wirkliche Grund. Die Gründe liegen eben auf ganz anderem Gebiete, als sie so geltend gemacht werden. Wer daher einfach den Leuten zuhört und sich erzählen läßt, was die Leute einem vorreden, der wird recht wenig Möglichkeit haben, auf die Wahrheiten zu kommen, vielleicht ebensowenig Möglichkeiten wie jener Literarhistoriker, der nötigenfalls, um an den Judaismus Hermann Bahrs glauben zu können — aber nur aus diesem Grunde —, zur Reinkarnation sich bekehren würde, wenn ihm durch zwölf Generationen lauter christliche Taufscheine von den Vorfahren Hermann Bahrs nachgewiesen würden.
[ 37 ] Es kann jemand zum Beispiel auftreten und eine ganze Menge schreiben über Widersprüche, die ich verbrochen haben soll in meinen verschiedenen Schriften und über allerlei andere Dinge. Man könnte heute zwar daran erinnern, daß Luther eine ganze Menge, nicht ein paar Dutzend, sondern Hunderte und Hunderte von Widersprüchen nachgewiesen worden sind. Er hat darauf nur geantwortet: Die Esel reden von Widersprüchen in meinen Schriften. Wenn sie sich nur einmal die Mühe gäben, eines von den Dingen, das den andern zu widersprechen scheint, begreifen zu wollen! — Man könnte auf solche Dinge zum Beispiel hinweisen. Man hat es aber nicht nötig. Denn da, wo heute von Widerspruch gesprochen wird, da liegt ja nicht das Interesse vor, solche Widersprüche zu suchen oder aufzudecken, sondern anderes. Da hat zum Beispiel ein Mann eine Schrift für den Philosophisch-Anthroposophischen Verlag angeboten. Diese Schrift konnte im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag nicht gebraucht werden; sie mußte zurückgewiesen werden. Während dieser Mann früher einem auf allen Wegen und Stegen nachlief, wurde er von diesem Moment an ein Gegner. Der wirkliche Grund liegt nicht im Bemerken von Widersprüchen. Würde der wirkliche Grund darin liegen, so würde man so sprechen, wie Luther gesprochen hat. Aber man kann nicht einmal so sprechen, denn der Betreffende wird nur erkannt, wenn man weiß, daß er Gift und Galle in sich hat, weil der Philosophisch-Anthroposophische Verlag nun einmal nicht in der Lage war, sein Buch zu verlegen. Das ist der wirkliche Grund. Die Gründe liegen eben auf ganz anderem Gebiete, als sie so geltend gemacht werden. Wer daher einfach den Leuten zuhört und sich erzählen läßt, was die Leute einem vorreden, der wird recht wenig Möglichkeit haben, auf die Wahrheiten zu kommen, vielleicht ebensowenig Möglichkeiten wie jener Literarhistoriker, der nötigenfalls, um an den Judaismus Hermann Bahrs glauben zu können — aber nur aus diesem Grunde —, zur Reinkarnation sich bekehren würde, wenn ihm durch zwölf Generationen lauter christliche Taufscheine von den Vorfahren Hermann Bahrs nachgewiesen würden.
[ 38 ] In unserer Zeit wird viel von dem Mut unserer Zeitgenossen gesprochen. Geltend zu machen diejenigen Wahrheiten, die der Menschheit notwendig sind, in dem Sinne, wie das heute charakterisiert worden ist, dazu wird ein ganz anderer Mut noch gehören, ein innerer Mut. Und an der Stelle, wo dieser Mut in der Seele sitzen soll, da sitzt heute eine aus Bequemlichkeit herkommende Feigheit, die ungeheuer weite Kreise ergriffen hat. Diese Feigheit ist in vieler Beziehung der Grund, warum es der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft so sehr schwer wird, ihre Wege zu gehen. Sie wird ihren Weg gehen. Aber man soll nicht fatalistisch sein, man soll nicht glauben, daß ohne das Hinzutun der Menschen diese Wege die richtigen sein können. Man wird sich daran gewöhnen müssen noch in ganz anderem Sinne, als man sich schon gewöhnt hat —, daß ich selbst manches werde weniger nachsichtig behandeln müssen, als es bisher geschehen ist. Schreiben Sie das nicht einer Änderung meines Willens zu, sondern suchen Sie die Gründe dafür in den Verhältnissen.
[ 38 ] In unserer Zeit wird viel von dem Mut unserer Zeitgenossen gesprochen. Geltend zu machen diejenigen Wahrheiten, die der Menschheit notwendig sind, in dem Sinne, wie das heute charakterisiert worden ist, dazu wird ein ganz anderer Mut noch gehören, ein innerer Mut. Und an der Stelle, wo dieser Mut in der Seele sitzen soll, da sitzt heute eine aus Bequemlichkeit herkommende Feigheit, die ungeheuer weite Kreise ergriffen hat. Diese Feigheit ist in vieler Beziehung der Grund, warum es der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft so sehr schwer wird, ihre Wege zu gehen. Sie wird ihren Weg gehen. Aber man soll nicht fatalistisch sein, man soll nicht glauben, daß ohne das Hinzutun der Menschen diese Wege die richtigen sein können. Man wird sich daran gewöhnen müssen noch in ganz anderem Sinne, als man sich schon gewöhnt hat —, daß ich selbst manches werde weniger nachsichtig behandeln müssen, als es bisher geschehen ist. Schreiben Sie das nicht einer Änderung meines Willens zu, sondern suchen Sie die Gründe dafür in den Verhältnissen.
[ 39 ] So müssen Sie verstehen, daß ich die geisteswissenschaftliche Bewegung, die ich zu vertreten habe vor der Welt da oder dort, nicht darf — verzeihen Sie den Ausdruck — versauen lassen in beliebiger Weise. Das darf ich nicht. Da sprechen höhere Pflichten, als mancher ahnt. Ich kann mich nicht einlassen darauf, welche Sensation dieser oder jener Zirkel oder diese oder jene Koterie gerade wünscht. Es sind viele allgemeine und wesentlichere Interessen und Impulse, die in Betracht kommen, als die rein persönlichen Ambitionen, die in dieser oder jener Koterie walten. Man muß schon in einer gewissen Weise absehen können von dem rein Persönlichen, das die Menschen heute fast ausschließlich interessiert, wenn man in der richtigen Weise die rechten geisteswissenschaftlichen Ansichten vertreten will.
[ 39 ] So müssen Sie verstehen, daß ich die geisteswissenschaftliche Bewegung, die ich zu vertreten habe vor der Welt da oder dort, nicht darf — verzeihen Sie den Ausdruck — versauen lassen in beliebiger Weise. Das darf ich nicht. Da sprechen höhere Pflichten, als mancher ahnt. Ich kann mich nicht einlassen darauf, welche Sensation dieser oder jener Zirkel oder diese oder jene Koterie gerade wünscht. Es sind viele allgemeine und wesentlichere Interessen und Impulse, die in Betracht kommen, als die rein persönlichen Ambitionen, die in dieser oder jener Koterie walten. Man muß schon in einer gewissen Weise absehen können von dem rein Persönlichen, das die Menschen heute fast ausschließlich interessiert, wenn man in der richtigen Weise die rechten geisteswissenschaftlichen Ansichten vertreten will.
[ 40 ] Und so muß ich denn natürlich heute am Schlusse auch hier dasjenige sagen, was ich jetzt an all den Orten gesagt habe, an denen ich vorgetragen habe: Neben den hingebungsvollen, genau den Ernst unserer Sache abwägenden zahlreichen Mitgliedern unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft finden sich auch solche immer wieder, die nicht hereingehören, die sich so verhalten, wie es eigentlich unmöglich wäre, wenn nur dasjenige, was hereingehörte, immer in der Gesellschaft gewesen wäre. Und immer wieder treten innerhalb solcher Mitgliederkreise Dinge auf, die so fern wie möglich von dem sind, was eigentlich gewollt wird. Manchmal treten heute Dinge auf, die gegenüber dem, was gewollt wird, sich eigentlich so verhalten, daß sie nur durch die absoluteste Verrücktheit mit dem zusammenzubringen sind, was gewollt wird.
[ 40 ] Und so muß ich denn natürlich heute am Schlusse auch hier dasjenige sagen, was ich jetzt an all den Orten gesagt habe, an denen ich vorgetragen habe: Neben den hingebungsvollen, genau den Ernst unserer Sache abwägenden zahlreichen Mitgliedern unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft finden sich auch solche immer wieder, die nicht hereingehören, die sich so verhalten, wie es eigentlich unmöglich wäre, wenn nur dasjenige, was hereingehörte, immer in der Gesellschaft gewesen wäre. Und immer wieder treten innerhalb solcher Mitgliederkreise Dinge auf, die so fern wie möglich von dem sind, was eigentlich gewollt wird. Manchmal treten heute Dinge auf, die gegenüber dem, was gewollt wird, sich eigentlich so verhalten, daß sie nur durch die absoluteste Verrücktheit mit dem zusammenzubringen sind, was gewollt wird.
[ 41 ] In Kreisen, um die man sich nicht kümmern kann, weil wahrhaftig die Interessen größere sind, als sich um die Ambitionen solcher Kreise zu kümmern, in solchen Kreisen werden Dinge geredet — und die Menschen fangen an, solche Dinge zu glauben —, die nun wahrhaftig mit dem, was gewollt wird, so viel zu tun haben wie ein Mistkäfer mit einer Pendeluhr. Man kann gar nicht begreifen, wie die Dinge zusammenkommen. Trotzdem werden sie aus einer wüsten, aus untergeordneten Instinkten kommenden Phantasie den Leuten aufgebunden. So ist es, trotzdem diejenigen Menschen, die sie aufbinden, ganz genau wissen, daß kein wahres Wort daran ist. Naturwissenschaftlich sind solche Dinge schon erklärlich, aber man muß auch die richtigen Konsequenzen ziehen. Und die müssen zunächst darin bestehen, daß ich mich zwei Maßregeln füge. Wenn jemand die eine Maßregel erzählen wird ohne die andere, so wird er etwas Unwahres sagen. Diese beiden Maßregeln habe ich überall, wo ich in den letzten Monaten vorgetragen habe, verkündigt:
[ 41 ] In Kreisen, um die man sich nicht kümmern kann, weil wahrhaftig die Interessen größere sind, als sich um die Ambitionen solcher Kreise zu kümmern, in solchen Kreisen werden Dinge geredet — und die Menschen fangen an, solche Dinge zu glauben —, die nun wahrhaftig mit dem, was gewollt wird, so viel zu tun haben wie ein Mistkäfer mit einer Pendeluhr. Man kann gar nicht begreifen, wie die Dinge zusammenkommen. Trotzdem werden sie aus einer wüsten, aus untergeordneten Instinkten kommenden Phantasie den Leuten aufgebunden. So ist es, trotzdem diejenigen Menschen, die sie aufbinden, ganz genau wissen, daß kein wahres Wort daran ist. Naturwissenschaftlich sind solche Dinge schon erklärlich, aber man muß auch die richtigen Konsequenzen ziehen. Und die müssen zunächst darin bestehen, daß ich mich zwei Maßregeln füge. Wenn jemand die eine Maßregel erzählen wird ohne die andere, so wird er etwas Unwahres sagen. Diese beiden Maßregeln habe ich überall, wo ich in den letzten Monaten vorgetragen habe, verkündigt:
[ 42 ] Ich werde im allgemeinen alle Privatgespräche, die mit einzelnen Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft gehalten worden sind, nicht mehr halten, werde keine Privatgespräche mehr halten, denn allen solchen Privatgesprächen haben sich die lügenhaftesten Berichte angeknüpft. Da ich Wichtigeres zu tun habe, als im einzelnen derlei Dinge zu widerlegen, die auf einer wüsten Phantasie beruhen, da ich wirklich Wichtigeres zu tun habe, so habe ich kein anderes Mittel, als alle Privatgespräche einzustellen. Dafür, daß die einzelnen, die wirklich esoterischen Eifer haben, vorwärtskommen können, werde ich nach einiger Zeit auf andere Weise sorgen. Niemand soll an seiner esoterischen Entwickelung dadurch gehindert werden. Aber sämtliche Privatgespräche müssen im allgemeinen aufhören, ausfallen. Das ist die eine Maßregel. Wenden Sie sich nicht an mich, wie es in einzelnen Zweigen geschehen ist, wo die Leute sagten, das sei doch eine harte Maßregel. Nein, wenden Sie sich nicht an mich, wenden Sie sich an diejenigen, welche diese Maßregel verschuldet haben.
[ 42 ] Ich werde im allgemeinen alle Privatgespräche, die mit einzelnen Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft gehalten worden sind, nicht mehr halten, werde keine Privatgespräche mehr halten, denn allen solchen Privatgesprächen haben sich die lügenhaftesten Berichte angeknüpft. Da ich Wichtigeres zu tun habe, als im einzelnen derlei Dinge zu widerlegen, die auf einer wüsten Phantasie beruhen, da ich wirklich Wichtigeres zu tun habe, so habe ich kein anderes Mittel, als alle Privatgespräche einzustellen. Dafür, daß die einzelnen, die wirklich esoterischen Eifer haben, vorwärtskommen können, werde ich nach einiger Zeit auf andere Weise sorgen. Niemand soll an seiner esoterischen Entwickelung dadurch gehindert werden. Aber sämtliche Privatgespräche müssen im allgemeinen aufhören, ausfallen. Das ist die eine Maßregel. Wenden Sie sich nicht an mich, wie es in einzelnen Zweigen geschehen ist, wo die Leute sagten, das sei doch eine harte Maßregel. Nein, wenden Sie sich nicht an mich, wenden Sie sich an diejenigen, welche diese Maßregel verschuldet haben.
[ 43 ] Das zweite ist, daß ich jeden, der jemals ein privates Gespräch mit mir gehabt hat, soweit er es selber will, von der Verpflichtung entbinde, über dieses Privatgespräch nicht zu reden. Jeder kann jedes erzählen, was er will, was seinen eigenen Interessen gemäß ist, über das, was jemals in solchen Privatgesprächen vorgekommen oder gesagt worden ist, soweit er will, soweit er selber will. Ich hindere niemanden, daß er alles restlos der Wahrheit gemäß erzählt, was jemals mit mir in privaten Gesprächen besprochen worden ist.
[ 43 ] Das zweite ist, daß ich jeden, der jemals ein privates Gespräch mit mir gehabt hat, soweit er es selber will, von der Verpflichtung entbinde, über dieses Privatgespräch nicht zu reden. Jeder kann jedes erzählen, was er will, was seinen eigenen Interessen gemäß ist, über das, was jemals in solchen Privatgesprächen vorgekommen oder gesagt worden ist, soweit er will, soweit er selber will. Ich hindere niemanden, daß er alles restlos der Wahrheit gemäß erzählt, was jemals mit mir in privaten Gesprächen besprochen worden ist.
[ 44 ] Diese zwei Dinge gehören zusammen. Die eine Maßregel gilt nicht ohne die andere. Und, wie gesagt, wenn Sie diese Maßregeln hart finden, dann wenden Sie sich an diejenigen, die sie verschuldet haben. Ohne daß ich in diesen Dingen von jetzt an weniger nachsichtig sein werde, als es bisher gewesen ist, hören die Dinge, um die es sich handelt, nicht auf. Wie gesagt, ich werde auf andere Weise dafür sorgen, daß niemand in seiner esoterischen Entwickelung geschädigt wird. Es werden sich Mittel und Wege dafür finden. Aber die gegenwärtige Menschheit ist nicht dazu angetan, daß eine solche Wissenschaft sich begründen kann, ohne daß Auswüchse geschehen und ohne daß mißverständliche Auffassungen dieser Auswüchse immerfort wieder Platz greifen. Daher müssen solche Maßregeln ergriffen werden.
[ 44 ] Diese zwei Dinge gehören zusammen. Die eine Maßregel gilt nicht ohne die andere. Und, wie gesagt, wenn Sie diese Maßregeln hart finden, dann wenden Sie sich an diejenigen, die sie verschuldet haben. Ohne daß ich in diesen Dingen von jetzt an weniger nachsichtig sein werde, als es bisher gewesen ist, hören die Dinge, um die es sich handelt, nicht auf. Wie gesagt, ich werde auf andere Weise dafür sorgen, daß niemand in seiner esoterischen Entwickelung geschädigt wird. Es werden sich Mittel und Wege dafür finden. Aber die gegenwärtige Menschheit ist nicht dazu angetan, daß eine solche Wissenschaft sich begründen kann, ohne daß Auswüchse geschehen und ohne daß mißverständliche Auffassungen dieser Auswüchse immerfort wieder Platz greifen. Daher müssen solche Maßregeln ergriffen werden.
[ 45 ] Wer es ernst und würdig mit unserer geisteswissenschaftlichen Entwickelung meint, der wird dasjenige, was ich jetzt eben gesagt habe als die beiden Maßregeln, mehr oder weniger sogar selbstverständlich finden nach dem, was vorgefallen ist. Er wird vielleicht nicht verstehen, daß so etwas selbstverständlich werden konnte, aber diese beiden Maßregeln wird er heute selbstverständlich finden. In der Zukunft wird alles in voller Öffentlichkeit vor sich gehen. Denn nichts hat die Öffentlichkeit zu scheuen! Und das ist gerade das Schmähliche der Sache, daß — während die Wahrheit von allen restlos erzählt werden kann, ohne daß der geringste Makel an unserer Bewegung sein würde —, daß man sich heftet an dasjenige, was in der Vergangenheit, weil es an frühere Usancen anknüpfte, eben mitgepflogen worden ist: mit den einzelnen zu sprechen. Hätte das Sprechen mit den einzelnen nicht zur Lüge geführt, so wären diese Maßregeln nicht notwendig geworden. Aber alles, was jemals mit irgendeinem Mitglied gesprochen worden ist, darf der Wahrheit gemäß restlos erzählt werden. Durch die Wahrheit — erzählen Sie sie, so viel Sie wollen —, durch die Wahrheit wird unsere Bewegung nur gewinnen. Sie kann selbstverständlich auch nicht in Realität verlieren durch die Lügen, die über sie aufgebracht werden; aber auch dem Scheine nach darf sie nicht einmal verlieren, weil es wichtig für die Menschheit ist, daß in ernster und würdiger Art dasjenige vertreten wird, was gegenwärtig aus den geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus vor die Menschheit gebracht werden soll. Also ich wiederhole noch einmal: Ohne daß der ernst esoterisch Strebende dadurch etwas verlieren soll, werde ich die Privatbesprechungen mit den Mitgliedern einstellen im allgemeinen. Dasjenige, was in privaten Besprechungen war, kann jeder, soweit er selber will, alles überall restlos der Wahrheit gemäß erzählen. Ich entbinde einen jeden von irgendeiner wie immer gearteten Schweigepflicht, aber auch nur, wenn er selber es will, seinetwillen; meinetwillen braucht er es nicht. Und ich habe nichts dagegen, daß gerade diese Maßregeln als Charakteristikon unserer Bewegung möglichst weithin erzählt werden, damit die Welt einsehen lernt, wie verrucht diejenigen Dinge sind, die oftmals gerade unserer Gesellschaft angehängt werden.
[ 45 ] Wer es ernst und würdig mit unserer geisteswissenschaftlichen Entwickelung meint, der wird dasjenige, was ich jetzt eben gesagt habe als die beiden Maßregeln, mehr oder weniger sogar selbstverständlich finden nach dem, was vorgefallen ist. Er wird vielleicht nicht verstehen, daß so etwas selbstverständlich werden konnte, aber diese beiden Maßregeln wird er heute selbstverständlich finden. In der Zukunft wird alles in voller Öffentlichkeit vor sich gehen. Denn nichts hat die Öffentlichkeit zu scheuen! Und das ist gerade das Schmähliche der Sache, daß — während die Wahrheit von allen restlos erzählt werden kann, ohne daß der geringste Makel an unserer Bewegung sein würde —, daß man sich heftet an dasjenige, was in der Vergangenheit, weil es an frühere Usancen anknüpfte, eben mitgepflogen worden ist: mit den einzelnen zu sprechen. Hätte das Sprechen mit den einzelnen nicht zur Lüge geführt, so wären diese Maßregeln nicht notwendig geworden. Aber alles, was jemals mit irgendeinem Mitglied gesprochen worden ist, darf der Wahrheit gemäß restlos erzählt werden. Durch die Wahrheit — erzählen Sie sie, so viel Sie wollen —, durch die Wahrheit wird unsere Bewegung nur gewinnen. Sie kann selbstverständlich auch nicht in Realität verlieren durch die Lügen, die über sie aufgebracht werden; aber auch dem Scheine nach darf sie nicht einmal verlieren, weil es wichtig für die Menschheit ist, daß in ernster und würdiger Art dasjenige vertreten wird, was gegenwärtig aus den geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus vor die Menschheit gebracht werden soll. Also ich wiederhole noch einmal: Ohne daß der ernst esoterisch Strebende dadurch etwas verlieren soll, werde ich die Privatbesprechungen mit den Mitgliedern einstellen im allgemeinen. Dasjenige, was in privaten Besprechungen war, kann jeder, soweit er selber will, alles überall restlos der Wahrheit gemäß erzählen. Ich entbinde einen jeden von irgendeiner wie immer gearteten Schweigepflicht, aber auch nur, wenn er selber es will, seinetwillen; meinetwillen braucht er es nicht. Und ich habe nichts dagegen, daß gerade diese Maßregeln als Charakteristikon unserer Bewegung möglichst weithin erzählt werden, damit die Welt einsehen lernt, wie verrucht diejenigen Dinge sind, die oftmals gerade unserer Gesellschaft angehängt werden.
[ 46 ] Am nächsten Freitag, meine lieben Freunde, werde ich einen Vortrag über Künstlerisches halten, in der Art, wie die Vorträge, die ich im vorigen Jahre gehalten habe. Ich kann heute das Thema noch nicht angeben. Freitag um 7 Uhr werden wir uns also zu einem kunstgeschichtlichen Vortrag hier finden; Sonnabend um 7 Uhr werden wir dann die geisteswissenschaftlichen Betrachtungen fortsetzen und Sonntag um 4 Uhr wiederum weitermachen. Dem werden natürlich auch die durch die eifrigen Bemühungen von Fräulein Waller und anderen Damen ermöglichten künstlerischen Darbietungen vorangehen.
[ 46 ] Am nächsten Freitag, meine lieben Freunde, werde ich einen Vortrag über Künstlerisches halten, in der Art, wie die Vorträge, die ich im vorigen Jahre gehalten habe. Ich kann heute das Thema noch nicht angeben. Freitag um 7 Uhr werden wir uns also zu einem kunstgeschichtlichen Vortrag hier finden; Sonnabend um 7 Uhr werden wir dann die geisteswissenschaftlichen Betrachtungen fortsetzen und Sonntag um 4 Uhr wiederum weitermachen. Dem werden natürlich auch die durch die eifrigen Bemühungen von Fräulein Waller und anderen Damen ermöglichten künstlerischen Darbietungen vorangehen.
