The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 177
26 October 1917, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Spiritual Backgrounds of the Outer World, tr. SOL
Zwölfter Vortrag
Twelfth Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Ich muß zuerst verkündigen, daß die Vorträge in Zürich verschoben worden sind. Es ist Ja jetzt außerordentlich schwierig, einen Saal zu bekommen. Die ersten öffentlichen Vorträge werden also stattfinden erst am Montag, den 5. November, und am Mittwoch, den 7. November, in der Hirschgraben-Schulaula. Dazwischen am Dienstag dann der Zweigabend, und in der nächsten Woche an denselben Tagen die anderen Vorträge.
[ 1 ] My dear friends! First of all, I must announce that the lectures in Zurich have been postponed. It is indeed extremely difficult to secure a venue at the moment. The first public lectures will therefore take place on Monday, November 5, and Wednesday, November 7, in the Hirschgraben School auditorium. In between, on Tuesday, there will be the branch meeting, and the following week, on the same days, the other lectures.
[ 2 ] Das Ereignis, auf das ich hingedeutet habe in den bisherigen Betrachtungen, die Herabstoßung gewisser Geister der Finsternis aus dem geistigen Reiche in das Reich der Menschen im Herbste des Jahres 1879, das ist ein bedeutsames Ereignis. Man muß sich immer wieder und wiederum vor die Seele rücken, was es eigentlich heißt: In den geistigen Reichen hat ein jahrzehntelanger Kampf stattgefunden. Dieser Kampf, der im Beginne der vierziger Jahre seinen Anfang nahm, hat damit geendet, daß gewisse geistige Wesenheiten, die wie Rebellen in der geistigen Welt sich während dieser Jahrzehnte betätigt haben, besiegt worden sind und als finstere Geister im Herbste 1879 in den Bereich der Menschenentwickelung gestoßen worden sind. Sie leben also jetzt unter uns, und sie leben so unter uns, daß sie ihre Impulse in unsere Weltauffassung, aber nicht bloß in die gedankliche Weltauffassung, sondern in unser Empfinden, in unsere Willensimpulse, auch in unsere Temperamente hereinsenden. Und nicht früher werden die Menschen die bedeutungsvollen Ereignisse der Gegenwart und auch der nächsten Zukunft nur einigermaßen verstehen, als bis sie sich darauf einlassen, wiederum die physisch-sinnliche Welt im Zusammenhang zu erkennen mit der geistigen Welt, und solch ein bedeutsames Ereignis ebenso in Betracht zu ziehen wie eine Naturerscheinung. Man ist in der Gegenwart gewöhnt, nur Naturerscheinungen, Erscheinungen des physischen Planes im geschichtlichen Werden gelten zu lassen. Man wird wiederum geistige Ereignisse, die man durch Geisteswissenschaft erkennen kann, gelten lassen müssen, um die Ereignisse, die sich so abspielen, daß wir Menschen in sie hineinverflochten sind, zu verstehen.
[ 2 ] The event to which I have been alluding in my previous reflections—the casting down of certain spirits of darkness from the spiritual realm into the realm of humanity in the fall of 1879—is a significant event. We must constantly bring to mind what this actually means: A decades-long struggle has taken place in the spiritual realms. This struggle, which began in the early 1840s, ended with the defeat of certain spiritual beings who had been active as rebels in the spiritual world during those decades; they were cast down as dark spirits into the realm of human development in the fall of 1879. So they now live among us, and they live among us in such a way that they send their impulses into our worldview—not merely into our intellectual worldview, but into our feelings, our volitional impulses, and even our temperaments. And people will not begin to understand the significant events of the present and also of the near future to any degree until they are willing to recognize once again the physical-sensory world in connection with the spiritual world, and to regard such a significant event just as seriously as a natural phenomenon. People today are accustomed to recognizing only natural phenomena—phenomena of the physical plane—as part of historical development. Yet they will have to come to recognize spiritual events, which can be understood through spiritual science, in order to comprehend the events in which we humans are so deeply entangled.
[ 3 ] Nun kann man, gerade wenn man dieses bedeutsame Ereignis ins Auge faßt, ich möchte sagen, Studien darüber machen, wie der Mensch gar sehr irrt, wenn er in seiner Weltbetrachtung nur von Begriffen ausgeht, von Definitionen, nicht von der unmittelbaren Betrachtung des Wirklichen. Man hat so sehr heute das Gefühl, daß man von definierten Begriffen ausgehen soll: Was ist Ahriman, was ist Luzifer, was sind diese oder jene Geister dieser oder jener Hierarchien? — so fragt man, und wenn man Definitionen gewonnen hat, so glaubt man, daß man damit schon irgend etwas über die Wirkungsweise begriffen hat. Ich habe öfter das Ungenügende des Definitionswesens an einem krassen Beispiele gezeigt, das man schon im alten Griechenland kannte. Es ist ja natürlich nicht das Muster einer Definition, diese Definition, die in einer Schule in Griechenland über den Menschen gegeben wurde, aber es ist eine Definition, die stimmt: Ein Mensch ist ein Wesen, das auf zwei Beinen geht und keine Federn hat. Als dann der Schüler das nächste Mal wiederkam, hatte er einen Hahn mitgebracht, den er gerupft hatte: das war ein Wesen, das auf zwei Beinen geht und keine Federn hat. Das ist ein Mensch, so sagte er, nach dieser Definition.
[ 3 ] Now, especially when one considers this significant event—I would say—one can study how deeply human beings err when, in their view of the world, they proceed solely from concepts and definitions rather than from the direct observation of reality. Today there is such a strong feeling that one should start from defined concepts: What is Ahriman, what is Lucifer, what are these or those spirits of this or that hierarchy? — one asks, and once one has arrived at definitions, one believes that one has thereby already grasped something about how they work. I have often illustrated the inadequacy of the nature of definitions using a striking example that was already known in ancient Greece. Of course, this definition—which was given about human beings in a school in Greece—is not a model definition, but it is a definition that is correct: A human being is a creature that walks on two legs and has no feathers. When the student returned the next time, he had brought along a rooster that he had plucked: it was a creature that walks on two legs and has no feathers. “That is a human being,” he said, “according to this definition.”
[ 4 ] Es sind ja wirklich viele Definitionen, die man gelten läßt, nach diesem Muster aufgebaut, und viele unserer sogenannten wissenschaftlichen Definitionen treffen ungefähr so die Wirklichkeit. Aber wir dürfen nicht in der Anthroposophie von solchem Definierungswesen ausgehen. Das schlechteste Erkennen ergibt sich, wenn man von Begriffen, von Abstraktionen ausgeht. Gewiß, man kann den Begriff der Geister der Finsternisse, der ahrimanisch-luziferischen Wesen definieren, aber damit hat man nicht viel gewonnen. Es sind Geister der Finsternisse, die im Jahre 1879, wenn wir den Ausdruck gebrauchen dürfen, vom Himmel auf die Erde geworfen worden sind. Aber wenn wir so einen allgemeinen Begriff gewinnen über die Geister der Finsternisse, dann haben wir für das Verständnis der Sache, um die es sich handelt, nicht viel gewonnen. Denn diese Geister der Finsternisse, die jetzt unter uns wandeln, die sind von derselben Art wie jene Geister der Finsternisse, welche in alten Zeiten ebenfalls schon aus der geistigen Welt, also vom Himmel auf die Erde geworfen worden sind, welche dazumal bestimmte Aufgaben hatten, und zwar bis in die griechisch-lateinische Zeit hinein. Sie hatten diese Aufgaben das ganze atlantische Zeitalter hindurch; sie hatten sie aber auch bis in die griechisch-lateinische Zeit herein.
[ 4 ] There are indeed many definitions that are accepted, structured along these lines, and many of our so-called scientific definitions capture reality in much the same way. But in anthroposophy, we must not proceed from such a system of definitions. The poorest understanding results when one proceeds from concepts, from abstractions. Certainly, one can define the concept of the spirits of darkness, the Ahrimanic-Luciferic beings, but that does not amount to much. They are spirits of darkness who, in the year 1879—if we may use the expression—were cast down from heaven to earth. But if we arrive at such a general concept of the spirits of darkness, then we have not gained much in terms of understanding the matter at hand. For these spirits of darkness who now walk among us are of the same kind as those spirits of darkness who, in ancient times, were likewise cast out of the spiritual world—that is, from heaven—onto Earth, and who at that time had specific tasks to fulfill, extending even into the Greco-Roman era. They had these tasks throughout the entire Atlantean epoch; but they also had them well into the Greco-Roman era.
[ 5 ] Nun wollen wir einmal versuchen, aus den verschiedenen Erkenntnissen heraus, die wir gewonnen haben, uns klarzumachen, was für eine Aufgabe diese Geister der Finsternisse hatten, Jahrtausende und Jahrtausende hindurch, die ganze atlantische Zeit hindurch; bis herein in das griechisch-lateinische Zeitalter. Man muß sich immer gegenwärtig halten, daß die Weltenordnung nur dadurch vor sich gehen kann, daß höhere geistige Wesenheiten, welche die normale Entwickelung der Menschheit zu leiten haben, sich solcher Geister bedienen, solche Geister gewissermaßen an die rechte Stelle hinstellen, damit sie an ihrem Ort das Rechte wirken. Wir haben es ja öfter betont, daß das Hereinspielen der sogenannten luziferischen Versuchung in alten Zeiten für die Menschheitsentwickelung eine große Bedeutung hatte. Die luziferische Versuchung ging zunächst allerdings aus einem Streben Luzifers hervor. Aber aus diesem Streben Luzifers — und später, von der atlantischen Zeit ab, war Luzifer im Bunde mit Ahriman —, aus diesem Streben ging ein Gegenstreben der Geister des Lichtes hervor, nennen wir sie die guten Geister. Im Grunde genommen wollten die Geister der Finsternis in jenen alten Zeiten in ihrer Art auch wiederum das Beste der Menschen, sie wollten die Menschen zur absoluten Freiheit prägen, wozu die Menschen in dieser Zeit allerdings noch nicht reif waren. Sie wollten die Menschen ausstatten mit jenen Impulsen, durch die jeder Einzelmensch individuell auf sich selbst gestellt werde. Das sollte aber nicht sein, weil die Menschheit dazu noch nicht reif war.
[ 5 ] Now let us try, based on the various insights we have gained, to understand what task these spirits of darkness had—throughout millennia upon millennia, throughout the entire Atlantean era, right up to the Greco-Roman era. One must always bear in mind that the world order can only proceed if higher spiritual beings—who are charged with guiding the normal development of humanity—make use of such spirits, placing them, so to speak, in the right position so that they may work appropriately in their assigned place. We have, after all, often emphasized that the intervention of the so-called Luciferic temptation in ancient times was of great significance for human development. The Luciferic temptation did, of course, initially arise from a striving on the part of Lucifer. But out of this striving of Lucifer—and later, from the Atlantean era onward, Lucifer was in league with Ahriman—out of this striving arose a counter-striving on the part of the spirits of light; let us call them the good spirits. Essentially, the spirits of darkness in those ancient times also wanted, in their own way, the best for humanity; they wanted to shape human beings toward absolute freedom, for which humanity was not yet ready at that time. They wanted to endow human beings with those impulses through which each individual would be left to fend for themselves. But this was not to be, because humanity was not yet ready for it.
[ 6 ] Es mußte eine Gegenkraft entgegengesetzt werden von den Geistern des Lichtes; und diese Gegenkraft bestand darin, daß dazumal der Mensch aus geistigen Höhen auf die Erde versetzt wurde, was als die Austreibung aus dem Paradies symbolisch geschildert wird. In Wirklichkeit war dieses Herunterstoßen des Menschen vom Himmel auf die Erde das Einspinnen des Menschen in die Strömung der vererbten oder vererbbaren Eigenschaften. Luzifer und die ahrimanischen Mächte wollten, daß jeder Mensch als Individualität auf sich selbst gestellt sei. Dadurch wäre der Mensch in unreifem Zustande schnell vergeistigt worden. Das sollte nicht geschehen. Der Mensch sollte auf der Erde erzogen werden, sollte durch die Kräfte der Erde ausgebildet werden. Das geschah dadurch, daß der Mensch eingesponnen wurde in die Vererbungsströmung, so daß einer von dem andern physisch abstammte. Nicht mehr auf sich selbst gestellt war jetzt der Mensch, sondern er erbte gewisse Eigenschaften von seinen Vorfahren. Er war dadurch belastet mit irdischen Eigenschaften, die Luzifer nicht über ihn hat kommen lassen wollen. Alles, was in der physischen Vererbungslinie liegt, ist von den Geistern des Lichtes als Gegenströmung gegen die Strömung Luzifers den Menschen aufgeprägt worden. Dem Menschen ist gewissermaßen ein Gewicht angehängt worden, durch das er verbunden wurde mit dem Erdendasein, so daß wir mit alle dem, was in Verbindung steht mit Vererbung, mit Zeugung, mit Fortpflanzung, mit der Liebe auf dem irdischen Felde, uns verbunden denken müssen jene geistigen Wesenheiten, deren Führerschaft als Jahve oder Jehova bezeichnet wird.
[ 6 ] A counterforce had to be set in motion by the spirits of light; and this counterforce consisted in humanity being brought down from spiritual heights to Earth at that time, which is symbolically depicted as the expulsion from Paradise. In reality, this casting down of humanity from heaven to Earth was the entanglement of humanity in the current of inherited or heritable characteristics. Lucifer and the Ahrimanic forces wanted every human being to be left to their own devices as an individual. As a result, humanity would have become spiritualized too quickly while still in an immature state. That was not to happen. Humanity was to be educated on Earth, to be formed by the forces of the Earth. This came about by weaving humanity into the current of heredity, so that one person was physically descended from another. Humanity was no longer left to fend for itself, but inherited certain characteristics from its ancestors. As a result, it was burdened with earthly characteristics that Lucifer had not wanted to impose upon it. Everything that lies within the physical line of inheritance has been imprinted upon human beings by the spirits of light as a countercurrent to the current of Lucifer. A weight, so to speak, has been attached to human beings, binding them to earthly existence, so that we must regard as connected to everything related to heredity, procreation, reproduction, and love in the earthly realm those spiritual beings whose leadership is designated as Yahweh or Jehovah.
[ 7 ] Wenn wir daher in die alten Religionen zurückgehen, so finden wir auch aus diesem Grunde überall die Symbole der Zeugung, die Symbole der irdischen Vererbung. Und sogar an der Gesetzgebung des Judentums, die das Christentum vorbereiten sollte, und an den andern, den heidnischen Religionen, überall ist es zu bemerken, daß großer Wert darauf gelegt wird zu regeln, zu ordnen im irdischen Felde dasjenige, was in dem Gesetze der Vererbung steht. Die Menschen sollten lernen, zusammenzuwohnen nach Stämmen, nach Völkern, nach Rassen. Die Blutsverwandtschaft sollte die Signatur geben für die irdischen Ordnungen.
[ 7 ] When we look back at the ancient religions, therefore, we find symbols of procreation and symbols of earthly inheritance everywhere, for this very reason. And even in the laws of Judaism—which were meant to prepare the way for Christianity—and in the other, pagan religions, it is evident everywhere that great importance was attached to regulating and organizing in the earthly realm that which is contained in the law of heredity. People were to learn to live together according to tribes, peoples, and races. Blood kinship was to serve as the hallmark of earthly orders.
[ 8 ] Das hatte sich vorbereitet während der atlantischen Zeit, das hatte sich dann im wesentlichen wiederholt, namentlich durch all die Maßnahmen, die getroffen worden sind in der dritten, der ägyptisch-chaldäischen Kulturperiode, in der vierten, in der griechischlateinischen Kulturperiode. Wir sehen, daß gerade in diesen Zeiten, die das lemurische, das atlantische Zeitalter wiederholen sollten, daß da in allen menschlichen Ordnungen überall Rücksicht genommen wurde auf Rassen, Völker, Stammeszusammenhänge, kurz, auf jene vererbbaren Eigenschaften, welche auf dem Zusammenhang des Blutes beruhten. Die Mysterienpriester, von denen ja im wesentlichen alle Ordnung — heute würde man sagen staatliche Ordnung — ausgegangen ist, die Mysterienpriester haben es sich angelegen sein lassen, überall zu beobachten, wie sich da und dort die Sitten, die Neigungen, die Gewohnheiten der Menschen ausbilden mußten nach den Blutsverwandtschaften, nach den Volks- und Stammeszusammengehörigkeiten. Danach haben sie ihre Gesetze gegeben. Und man kann das, was von den Mysterien des dritten und vierten nachatlantischen Kulturzeitraums ausgegangen ist, nicht verstehen, wenn man nicht zugrunde legt das sorgfältige Studium der Rassen-, Völker- und Stammeszusammenhänge, das durch Mysterienpriester getrieben worden ist, von denen eben die Gesetzgebungen für die einzelnen Gebiete der Erde ausgegangen sind. Und für diese einzelnen Gebiete der Erde war im Grunde genommen nichts anderes geltend als das In-Ordnung-Bringen der Blutsbande.
[ 8 ] This had been set in motion during the Atlantean era, and it was essentially repeated, notably through all the measures taken during the third—the Egyptian-Chaldean cultural period—and the fourth—the Greco-Latin cultural period. We see that precisely during these times, which were meant to repeat the Lemurian and Atlantean ages, consideration was given everywhere in all human institutions to races, peoples, and tribal ties—in short, to those hereditary characteristics based on blood ties. The mystery priests—from whom, in essence, all order—what we would today call state order—originated—took it upon themselves to observe everywhere how, here and there, people’s customs, inclinations, and habits had to develop in accordance with blood kinship and with ethnic and tribal affiliations. They enacted their laws accordingly. And one cannot understand what emerged from the mysteries of the third and fourth post-Atlantean cultural epochs without taking as a foundation the careful study of racial, national, and tribal relationships carried out by the mystery priests, from whom the laws for the individual regions of the Earth originated. And for these individual regions of the Earth, essentially nothing else applied than the ordering of blood ties.
[ 9 ] In diesen Zeiten, in denen also sozusagen die Geister des Lichtes sich haben angelegen sein lassen, die Menschenzusammenhänge nach den Blutsbanden zu ordnen, haben es sich die mit den Menschen vom Himmel zur Erde verstoßenen Geister der Finsternis angelegen sein lassen, gegen alles, was Blutsvererbung ist, zu arbeiten. Und alles, was wir in diesen charakterisierten Zeitaltern finden an rebellischer Auflehnung gegen die Blutsverwandtschafts-Ordnungen, alles, was wir in diesen Zeiten finden an Lehren, die natürlich durch die Menschen kommen, aber inspiriert von den Geistern der Finsternis, alles, was an solchen Rebellenlehren kommt, was sich auflehnt gegen die Vererbung, gegen die Stammes-, gegen die Rassenzusammenhänge, was da pocht auf die individuelle Freiheit, was Gesetze geben will aus der individuellen Freiheit des Menschen heraus, das rührt eben von den herabgestoßenen Geistern her. Diese Zeiten ragen bis ins 15. Jahrhundert herein. Nachklänge sind natürlich immer vorhanden, denn die Ordnungen hören nicht gleich auf, wenn der scharfe Einschnitt in der Entwickelung gemacht ist. Aber namentlich bis zum 15. Jahrhundert sehen wir überall Lehren ersprießen, die sich gegen die bloß natürlichen Bande auflehnen, gegen die Verwandtschaftsbande, Familienbande, Volkszusammengehörigkeiten und so weiter auflehnen.
[ 9 ] In these times, when—so to speak—the spirits of light have taken it upon themselves to organize human relationships according to blood ties, the spirits of darkness—who were cast out of heaven to earth along with humanity—have taken it upon themselves to work against everything that is based on heredity. And everything we find in these distinctive eras that constitutes rebellious defiance against the orders of kinship by blood—everything we find in these times in the form of teachings that come naturally through human beings but are inspired by the spirits of darkness— everything that comes in the form of such rebellious teachings—which rebel against heredity, against tribal and racial connections, which insist on individual freedom, which seek to establish laws based on the individual freedom of human beings—all of this stems precisely from the cast-down spirits. These times extend into the 15th century. Echoes of this are, of course, always present, for the old orders do not cease immediately once the sharp break in development has been made. But especially up to the 15th century, we see teachings springing up everywhere that rebel against purely natural bonds—against kinship ties, family bonds, national affiliations, and so on.
[ 10 ] So sehen wir die zwei Strömungen: die eine Strömung, welche wenn ich mich so ausdrücken darf — protegiert alles, was Blutsbande sind, die Strömung des Lichtes; auf der andern Seite die Strömung der Finsternis, die alles dasjenige protegiert, was aus den Blutszusammenhängen heraus will, was den Menschen dahin bringen will, sich freizumachen von Familien- und Vererbungsbanden. Gewiß, es hört nicht alles mit einem Schlage auf, geradeso, wie in der Natur nicht alles mit einem Schlage aufhört. So hat im Jahre 1413, das das Einschnittsjahr ist, wo die Grenze ist zwischen dem vierten und fünften nachatlantischen Zeitraum, nicht alles gleich aufgehört. Und wir sehen bis in die heutige Zeit herein diese zwei Strömungen nachwirken. Denn seit dem 19. Jahrhundert, seit diesen bedeutsamen Ereignissen, die ich Ihnen geschildert habe, sehen wir etwas ganz anderes aufkommen — ich habe es ja schon angedeutet —: Engelartige Wesen, Wesen aus der Hierarchie der Angelo: sind es, die seit dem Jahre 1879 unter uns wirken, Nachzügler der alten Geister der Finsternis, verwandt mit ihnen, gleicher Art mit ihnen, aber erst durch das Ereignis von 1879 sind sie vom Himmel auf die Erde gestoßen worden. Bis dahin haben sie ihre Aufgabe oben verrichtet, während ihre Verwandten, die das getan haben, was ich eben charakterisiert habe, schon seit dem lemurischen, seit dem atlantischen Zeitalter unter den Menschen waren.
[ 10 ] Thus we see the two currents: one current—if I may put it this way—that protects all that is bound by blood ties, the current of light; on the other hand, the current of darkness, which protects everything that seeks to break away from blood ties, everything that seeks to lead people to free themselves from family and hereditary bonds. Of course, not everything comes to an end all at once, just as in nature not everything comes to an end all at once. Thus, in the year 1413—the turning point marking the boundary between the fourth and fifth post-Atlantean epochs—not everything came to an end all at once. And we can see the aftereffects of these two currents continuing right up to the present day. For since the 19th century, since those significant events I have described to you, we have seen something entirely different emerge—as I have already hinted at—: Angelic beings, beings from the hierarchy of the Angelo: these are the ones who have been working among us since 1879, stragglers of the old spirits of darkness, related to them, of the same nature as them, but it was only through the event of 1879 that they were cast down from heaven to earth. Until then, they had been carrying out their task above, while their kin—who had been doing what I have just described—had already been among human beings since the Lemurian and Atlantean ages.


[ 11 ] So daß wir also sagen können (es wird an die Tafel gezeichnet): Wenn wir dies als Grenzlinie gelten lassen wollen zwischen dem geistigen Reich und dem physischen Reich und wenn wir die fortlaufende Linie der Geister des Lichtes schematisch durch die kleinen Kreise bezeichnen (Kreise oben), so haben wir hier einen Einschnitt: 747 vor dem Mysterium von Golgatha, und hier haben wir einen Einschnitt: 1413 nach dem Mysterium von Golgatha. Und hier weiter (ganz rechts) bezeichnen wir den Einschnitt, den wir jetzt besonders brauchen — auf Entfernungen brauchen wir uns dabei nicht einzulassen —: 1879. Wir haben in dieser ganzen Zeit Geister der Finsternis wirksam hier unten (blaue Kreise unten), während gewisse andere Geister der Finsternis noch oben sind in dieser ganzen Zeit (blaue Kreise oben); sie sind verwandt mit den unteren, aber sie sind noch oben. Vom Jahr 1841 an ist jener mächtige Kampf, von dem ich Ihnen gesprochen habe. Diese Geister, die also verwandt sind mit den andern, kommen zu den unteren hinzu, steigen herunter und sind jetzt unter den andern. Aber die Kraft der alten Rebellen, die Kraft also der sich fortpflanzenden Strömung der Geister der Finsternisse, die ihre Aufgabe hatten in dem chaldäisch-ägyptischen Zeitalter, in dem griechisch-lateinischen Zeitalter, die ihre Aufgabe seit der atlantischen und lemurischen Zeit her haben, diese Kraft erlischt allmählich, und es beginnen eben die Kräfte der erst 1879 heruntergestoßenen Geister zu wirken. Während gewissermaßen ihre Brüder aufhören, Macht zu haben, beginnen diese Geister zu wirken, so daß wir seit diesem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eigentlich eine vollständige Umkehrung aller Verhältnisse haben. Die regelrecht fortwirkenden Geister des Lichtes haben genug getan in der Festlegung der Blutsbande, der Stammes-, der Rassenbande und so weiter, denn in der Entwickelung hat alles seine bestimmte Zeit. Dasjenige, was gefestigt worden ist in der Menschheit durch die Blutsbande, dem ist genug geschehen in der allgemeinen gerechten Weltenordnung. So daß seit dieser neueren Zeit die Geister des Lichtes sich so wandeln, daß sie jetzt den Menschen inspirieren, freie Ideen, Empfindungen, Impulse der Freiheit zu entwickeln, daß sie es sind, die den Menschen auf die Grundlage seiner Individualität stellen wollen. Und die den alten Geistern der Finsternis verwandten Geister, die bekommen jetzt nach und nach die Aufgabe, in den Blutsbanden zu wirken.
[ 11 ] So we can say (it is drawn on the board): If we wish to regard this as the boundary line between the spiritual realm and the physical realm, and if we schematically mark the continuous line of the spirits of light with small circles (circles at the top), then we have a break here: 747 before the Mystery of Golgotha, and here we have a break: 1413 after the Mystery of Golgotha. And further along here (far right), we mark the point we now particularly need—we need not concern ourselves with exact dates here—: 1879. Throughout this entire period, spirits of darkness have been active down here (blue circles below), while certain other spirits of darkness have remained above throughout this entire period (blue circles above); they are related to the lower ones, but they are still above. Beginning in the year 1841, that mighty struggle of which I have spoken to you takes place. These spirits, who are thus related to the others, join the lower ones, descend, and are now among the others. But the power of the old rebels—that is, the power of the perpetuating current of the spirits of darkness, who had their mission in the Chaldean-Egyptian age, in the Greco-Latin age, and who have had their mission since Atlantean and Lemurian times—this power is gradually fading, and the forces of the spirits who were cast down as recently as 1879 are just beginning to take effect. While, so to speak, their brothers are ceasing to wield power, these spirits are beginning to act, so that since this last third of the 19th century we have, in fact, witnessed a complete reversal of all conditions. The spirits of light, who have been actively at work, have done enough in establishing blood ties, tribal bonds, racial bonds, and so on, for in evolution everything has its appointed time. That which has been consolidated in humanity through blood ties has been sufficiently accomplished within the general, just world order. Thus, in recent times, the spirits of light have been transforming in such a way that they now inspire people to develop free ideas, feelings, and impulses of freedom; it is they who seek to place human beings on the foundation of their individuality. And the spirits related to the old spirits of darkness are now gradually being given the task of working within the blood ties.
[ 12 ] Das, was gut war in alten Zeiten, oder besser gesagt, was in der Sphäre der guten Geister des Lichtes war, das wird abgegeben im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an die Geister der Finsternis. So daß von da ab die alten Impulse, die sich auf Rassen-, Stammes- und Volkszusammenhänge, auf das Blut gründen, übergehen in die Regierung der Geister der Finsternis, daß von da ab die Geister der Finsternis, die früher die Rebellen der Freiheit waren, den Menschen einzuimpfen beginnen, die Ordnungen auf Stammeszusammengehörigkeiten, auf Blutsbande zu begründen.
[ 12 ] That which was good in ancient times—or rather, that which belonged to the realm of the good spirits of light—was handed over to the spirits of darkness in the last third of the 19th century. Thus, from that point on, the old impulses—based on racial, tribal, and national ties, on blood—passed into the dominion of the spirits of darkness; and from that point on, the spirits of darkness, who had formerly been the rebels of freedom, began to instill in people the idea of basing social orders on tribal affiliations and blood ties.
[ 13 ] Sie sehen, definieren kann man nicht. Denn definiert man die Geister der Finsternis nach ihrer Aufgabe in alten Zeiten, so bekommt man gerade das Gegenteil von dem heraus, was die Geister der Finsternis in neuen Zeiten, seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, als Aufgabe haben. In alten Zeiten hatten die Geister der Finsternis die Aufgabe, entgegenzuarbeiten den vererbten Merkmalen der Menschen; seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bleiben sie zurück, wollen zurückbleiben, wollen die Menschen immer wieder und wiederum hinweisen, auf ihre Stammes- und Bluts- und Vererbungszusammenhänge zu pochen.
[ 13 ] As you can see, it is impossible to define them. For if one defines the spirits of darkness according to their role in ancient times, one arrives at precisely the opposite of the role the spirits of darkness have played in modern times, since the last third of the 19th century. In ancient times, the spirits of darkness had the task of working against the inherited characteristics of human beings; since the last third of the 19th century, they have remained behind, wishing to stay behind, seeking time and again to remind people of their tribal, blood, and hereditary ties.
[ 14 ] Diese Dinge sind einfach eine Wiedergabe der Wahrheit, aber einer Wahrheit, die den Menschen heute im höchsten Grade unbequem ist, die die Menschen heute nicht hören wollen, denn sie haben sich durch Jahrtausende das Pochen auf die Blutsbande eingeimpft. Und diese Gewohnheit lassen sie aus Bequemlichkeit übergehen in die Führung der Geister der Finsternisse. Und so sehen wir, daß gerade im 19. Jahrhundert ein Pochen auf Stammes- und Volks- und Rassenzusammenhänge beginnt und daß man von diesem Pochen als einem idealistischen spricht, während es in Wahrheit der Anfang ist einer Niedergangserscheinung der Menschen, der Menschheit. Denn während alles dasjenige, was auf die Herrschaft des Blutes gebaut war, Fortschritt bedeutete, solange das Blut unter der Herrschaft der Geister des Lichts war, bedeutet es unter der Herrschaft der Geister der Finsternisse Niedergangserscheinung. Im stärksten Maße werden sich die Geister der Finsternis anstrengen. Wie sie sich früher angestrengt haben, den rebellischen Sinn für die Freiheit in die Menschen zu pflanzen, als die Vererbungsmerkmale im guten Sinne von den fortschrittlichen Geistern vererbt wurden, so werden sie sich im äußersten Maße anstrengen in den drei folgenden Zeiten der Menschheitsentwickelung bis zu der großen Katastrophe, durch die Konservierung der alten Vererbungsmerkmale und der aus der Konservierung dieser Vererbungsmerkmale folgenden Gesinnung die notwendigen Niedergangsmerkmale in die Menschheit zu bringen.
[ 14 ] These things are simply a reflection of the truth—but a truth that is extremely uncomfortable for people today, a truth that people today do not want to hear, because over the course of millennia they have ingrained in themselves an obsession with blood ties. And out of convenience, they allow this habit to lead them into the sway of the spirits of darkness. And so we see that it was precisely in the 19th century that an emphasis on tribal, national, and racial ties began, and that this emphasis is spoken of as idealistic, whereas in truth it is the beginning of a phenomenon of decline among human beings, among humanity. For while everything built upon the rule of blood signified progress as long as blood was under the rule of the spirits of light, under the rule of the spirits of darkness it signifies a phenomenon of decline. The spirits of darkness will exert themselves to the utmost. Just as they once strove to instill a rebellious spirit of freedom in human beings, when hereditary traits were passed down in a positive sense by the progressive spirits, so too will they exert themselves to the utmost in the three subsequent periods of human development leading up to the great catastrophe, seeking to instill in humanity the necessary traits of decline by preserving the old hereditary traits and the mindset resulting from the preservation of these traits.
[ 15 ] Da ist wiederum ein Punkt, an dem man wachsam sein muß. Und insbesondere kann man den gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verstehen, wenn man nicht weiß, was für ein Austausch von Funktionen gerade im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts sich vollzogen hat. Ein Mensch noch des 14. Jahrhunderts, der gesprochen hat von dem Ideal der Rassen, von dem Ideal der Nationen, der hat gesprochen aus den fortschreitenden Eigenschaften der menschlichen Entwickelung heraus; ein Mensch, der heute von dem Ideal von Rassen und Nationen und Stammeszusammengehörigkeiten spricht, der spricht von Niedergangsimpulsen der Menschheit. Und wenn er in diesen sogenannten Idealen glaubt, fortschrittliche Ideale vor die Menschheit hinzustellen, so ist das die Unwahrheit, denn durch nichts wird sich die Menschheit mehr in den Niedergang hineinbringen, als wenn sich die Rassen-, Volks- und Blutsideale fortpflanzen. Durch nichts wird der wirkliche Fortschritt der Menschheit mehr aufgehalten als dadurch, daß aus früheren Jahrhunderten stammende, von luziferisch-ahrimanischen Mächten fortkonservierte Deklamationen herrschen werden über die Ideale der Völker, während das wirkliche Ideal dasjenige werden müßte, was in der rein geistigen Welt, nicht aus dem Blute heraus gefunden werden kann.
[ 15 ] This is yet another point where one must be vigilant. And in particular, one cannot understand the present moment without knowing what kind of shift in functions took place, especially in the last third of the 19th century. A person from the 14th century who spoke of the ideal of races, of the ideal of nations, spoke from the perspective of the progressive qualities of human development; a person who speaks today of the ideal of races, nations, and tribal affiliations speaks of the forces of decline within humanity. And if such a person believes that by presenting these so-called ideals—as progressive ideals—to humanity, they are doing so, this is a falsehood; for nothing will lead humanity more into decline than the perpetuation of racial, national, and blood-based ideals. Nothing will hinder the true progress of humanity more than the fact that declarations dating from earlier centuries—and perpetuated by Luciferic-Ahrimanic forces—will prevail over the ideals of the peoples, whereas the true ideal must be that which can be found in the purely spiritual world, not through bloodline.
[ 16 ] Der Christus, der im Laufe des 20. Jahrhunderts erscheinen soll, in besonderer Form erscheinen soll, der wird nichts wissen von jenen sogenannten Idealen, von denen heute die Menschen deklamieren. Denn so wie da das Wesen aus der Hierarchie der Archangeloi, das wir als Michael bezeichnen, gewissermaßen der Statthalter Jahves in früheren Zeiten war, wird er sein durch jene Funktionen, die er 1879 übertragen erhalten hat, der Statthalter des Christus, des Christus-Impulses, der darauf hinausläuft, an die Stelle der bloß natürlichen Blutsbande geistige Bande unter den Menschen zu schaffen, denn nur durch geistige Zusammengehörigkeitsbande wird in das Niedergehende, das ganz naturgemäß ist, Fortschreitendes hineinkommen. Ich sage: das Niedergehende ist naturgemäß. Denn geradeso wie der Mensch, wenn er ins Alter kommt, nicht ein Kind bleiben kann, sondern mit seinem Leib in eine absteigende Entwickelung eintritt, so trat auch die ganze Menschheit in eine absteigende Entwickelung ein. Wir haben den vierten Zeitraum überschritten, wir sind im fünften darinnen; der sechste und der siebente werden mit dem fünften zusammen das Alter der gegenwärtigen Weltentwickelung sein. Zu glauben, daß die alten Ideale fortleben können, ist geradeso gescheit, wie zu glauben, daß der Mensch sein ganzes Leben hindurch buchstabieren lernen soll, weil es dem Kinde gut ist, buchstabieren zu lernen. Ebenso gescheit wäre es, wenn man in der Zukunft davon reden wollte, daß über die Erde hin eine soziale Struktur sich ausbreiten soll auf Grundlage der Blutszusammengehörigkeit der Völker. Das ist zwar Wilsonianismus, das ist aber zu gleicher Zeit Ahrimanismus, das ist Geist der Finsternis.
[ 16 ] The Christ who is to appear in the course of the 20th century—in a special form—will know nothing of those so-called ideals that people speak of so grandly today. For just as the being from the hierarchy of the Archangels, whom we call Michael, was, in a sense, the governor of Yahweh in earlier times, so too will he, through the functions entrusted to him in 1879, become the governor of the Christ, of the Christ impulse, which aims to replace mere natural blood ties with spiritual bonds among human beings, for only through spiritual bonds of kinship will progress enter into the process of decline, which is entirely natural. I say: the process of decline is natural. For just as a human being, upon reaching old age, cannot remain a child but enters into a downward phase of development with his body, so too has all of humanity entered into a downward phase of development. We have passed through the fourth period; we are now in the fifth; the sixth and seventh, together with the fifth, will constitute the age of the present world development. To believe that the old ideals can live on is just as sensible as believing that a person should spend their entire life learning to spell, simply because it is good for a child to learn to spell. It would be just as sensible if, in the future, one were to speak of a social structure spreading across the earth based on the kinship of peoples through blood. That is indeed Wilsonianism, but at the same time it is Ahrimanism; it is the spirit of darkness.
[ 17 ] Es ist gewiß unbequem, solch eine Wahrheit anzuerkennen; es ist bequemer heute, in die Phraseologien, die über die ganze Erde hingehen, einzustimmen. Aber der Gang der Wirklichkeit geht nicht nach Phrasen, der Gang der Wirklichkeit geht nach den wahren Impulsen. Und man wird nicht im Sinne der Wahrheit umstempeln können dasjenige, was für die fünfte, sechste und siebente Periode nicht mehr gültig ist, auch wenn man es in einer heute für die bequeme Menschheit noch überzeugungsfähigen Form, in Wilsonsche Weltenprogramme hineingießt.
[ 17 ] It is certainly uncomfortable to acknowledge such a truth; it is more comfortable today to go along with the clichés that are spreading across the entire globe. But the course of reality does not follow clichés; the course of reality follows true impulses. And one will not be able to rebrand, in the spirit of truth, that which is no longer valid for the fifth, sixth, and seventh periods—even if one casts it into a form that is still persuasive to today’s comfort-seeking humanity, such as Wilson’s world programs.
[ 18 ] Es gibt noch genügend Menschen heute, die durchaus nicht soweit kommen wollen, unabhängig von allen Blutsbanden solche allgemein-menschlichen Wahrheiten aufzunehmen. Allgemeinmenschliche Wahrheiten sind sie, weil sie nicht von der Erde gekommen sind, sondern weil sie heruntergeholt sind aus den geistigen Welten. Wie furchtbar ist die Reaktion, die heute sich schon vollzieht dadurch, daß eine ganze Welt fast sich auflehnt gegen den wirklichen Fortschritt der Menschen, indem man in die Phrase der Befreiung der Völker einkleidet, was gegen den Strom der Entwickelung geht. Das war immer das Schicksal der Mysterienwahrheiten, daß sie gegen den Strom der Bequemlichkeit, aber mit dem Strom der Entwickelung gehen mußten. Und es wird sich zeigen, ob wenigstens ein kleiner Kreis von Menschen sich findet, der sich unabhängig von allen Blutsvorurteilen aufschwingen kann zu der Erkenntnis von der Phraseologie, die heute über die Erde geht und die nichts anderes bedeutet als ein Aufschießen hinauf an die Oberfläche dessen, was geistig sich darstellt als das Ereignis vom November 1879.
[ 18 ] There are still plenty of people today who have no desire whatsoever to embrace such universal human truths, regardless of any blood ties. They are universal human truths not because they originated on Earth, but because they have been brought down from the spiritual worlds. How terrible is the reaction already taking place today, as the whole world is almost rebelling against the true progress of humanity by cloaking what runs counter to the current of evolution in the rhetoric of the liberation of peoples. It has always been the fate of the truths of the Mysteries that they had to go against the current of complacency, but with the current of evolution. And it remains to be seen whether at least a small circle of people will emerge who, independent of all blood-based prejudices, can rise to the realization of the rhetoric that is sweeping across the earth today—a rhetoric that signifies nothing other than a surging up to the surface of what, spiritually speaking, presents itself as the event of November 1879.
[ 19 ] Die Ereignisse der Gegenwart, sie wurden von den eingeweihten Geistern aller Nationen vorausgesehen. Sie wurden vorausgesehen und vorausgesagt, und hingewiesen wurde darauf, wie aus dem Blute der Menschen emporsprudeln wird reaktionärste Gesinnung, weil der Glaube herrschen wird, daß diese reaktionäre Gesinnung gerade das Idealste ist. Man muß derlei Dinge im großen und im kleinen beobachten können, man muß sich nicht stören lassen von dem, was heute als Phrasenurteil durch die Welt geht. Man muß sich schon ein wenig aufschwingen können zum Verständnis der Zeichen der Zeit. Gewiß, man kann ja den andern Weg wählen, man kann den Weg wählen des Drinnen-Stehenbleibens in den Blutsvorurteilen; dann wird man eben sich den abwärtsgehenden Strömungen anschließen. Die kommen schon. Aber man muß ihnen gegenüber nur in der richtigen Weise wachsam sein und ihnen entgegenstellen können, was aufwärtsstrebend ist, denn das Abwärtsstrebende kommt von selber.
[ 19 ] The events of the present were foreseen by the enlightened minds of all nations. They were foreseen and foretold, and it was pointed out how the most reactionary sentiments would well up from the very blood of humanity, because the belief would prevail that these reactionary sentiments are precisely what is most ideal. One must be able to observe such things on both a grand and a small scale; one must not allow oneself to be disturbed by what is currently circulating throughout the world as mere empty rhetoric. One must be able to rise a little above one’s usual perspective to understand the signs of the times. Certainly, one can choose the other path; one can choose to remain entrenched in blood-based prejudices; then one will simply join the downward currents. They are already coming. But one must simply be vigilant in the right way in the face of them and be able to counter them with what strives upward, for what strives downward comes of its own accord.
[ 20 ] Fühlen muß man, wo das Leben aufsteigt, wo das Leben absteigt. Nicht in das törichte Vorurteil soll man verfallen, das Absteigeleben zu fliehen: Ich will nichts zu tun haben mit Luzifer, ich will nichts zu tun haben mit Ahriman. — Ich habe oftmals dieses törichte Vorurteil gerügt in unseren Betrachtungen, denn selbstverständlich muß man mit diesen Geistern, die in dem Dienste der Weltenordnung stehen, rechnen. Berücksichtigt man sie nicht, verhält man sich so, daß sie außerhalb des Bewußtseins bleiben, so haben sie eine um so stärkere Macht. Aber das, was in der Menschheit auftritt, wird man nur dann in der richtigen Weise beurteilen können, wenn man die großen Gesichtspunkte hat über die Impulse des auf- und absteigenden Lebens. Man muß sich da nur von Sympathien und Antipathien freihalten.
[ 20 ] One must sense where life ascends and where it descends. One must not fall into the foolish prejudice of fleeing the descending life: “I want nothing to do with Lucifer; I want nothing to do with Ahriman.” — I have often rebuked this foolish prejudice in our reflections, for of course one must reckon with these spirits who serve the world order. If one does not take them into account—if one behaves in such a way that they remain outside of consciousness—then their power is all the greater. But one will only be able to judge what occurs within humanity correctly if one possesses a broad perspective on the impulses of ascending and descending life. One must simply remain free of sympathies and antipathies in this regard.
[ 21 ] Wir haben auf dem Gebiete der Naturwissenschaft der neueren Zeit zwei Strömungen heraufkommend, von denen ich die eine bezeichnete als Goetheanismus, die andere als Darwinismus. Verfolgen Sie meine Schriften ganz von Anfang an: Sie werden sehen, daß ich niemals die ganze tiefgehende Bedeutung des Darwinismus verkannt habe. Törichte Menschen haben sogar gefunden, wenn ich pro Darwin geschrieben habe, daß ich selber dem Materialismus verfallen gewesen wäre und dergleichen. Nun, wir wissen ja, daß diese Dinge nicht aus Überzeugungen herausstammen, sondern aus ganz andern Untergründen; und diejenigen, die solche Dinge vorbringen, wissen am allerbesten, wenn sie darüber nachdenken, daß sie nicht wahr sind. Aber wenn Sie wirklich meine Schriften verfolgen, so werden Sie sehen, daß ich dem Darwinismus immer gerecht geworden bin, aber eben gerade dadurch gerecht werden konnte, daß ich ihm entgegengestellt habe den Goetheanismus, die Auffassung von der Entwickelung des Lebens. Das, was man Deszendenztheorie nennt, auf der einen Seite im Sinne des Darwinismus, auf der andern Seite im Sinne des Goetheanismus, diese Dinge versuchte ich immer miteinander zu verbinden. Warum? Weil im Goetheanismus die aufsteigende Linie lebt, das Herausheben der organischen Entwickelung aus dem bloß physikalischen, physischen Dasein.
[ 21 ] In the field of modern natural science, we have seen two currents emerge, one of which I have termed Goetheanism, the other Darwinism. If you follow my writings from the very beginning, you will see that I have never failed to grasp the full, profound significance of Darwinism. Foolish people have even claimed, when I wrote in favor of Darwin, that I myself had succumbed to materialism and the like. Well, we know, of course, that these things do not stem from convictions, but from entirely different motives; and those who put forward such claims know best, when they reflect on it, that they are not true. But if you really follow my writings, you will see that I have always done justice to Darwinism—and was able to do so precisely by contrasting it with Goetheanism, the conception of the evolution of life. What is called the theory of descent—on the one hand in the sense of Darwinism, on the other hand in the sense of Goetheanism—I have always sought to reconcile these two perspectives. Why? Because in Goetheanism the ascending line lives on, the elevation of organic development above mere physical existence.
[ 22 ] Wie oft habe ich auf das Gespräch zwischen Goethe und Schiller hingewiesen, wo Schiller, als Goethe seine Urpflanze aufzeichnete, sagte: Das ist keine Empirie, das ist keine Erfahrung, das ist eine Idee. — Da sagte Goethe: Dann habe ich meine Idee vor Augen! —, weil er überall das Geistige sah. Da haben wir eine Entwickelungslehre bei Goethe veranlagt, die den Keim in sich trägt, zu den höchsten Sphären heraufgehoben zu werden, angewendet zu werden für Seele und Geist. Wenn Goethe auch nur für die organische Entwikkelung in der Metamorphosenlehre den Anfang gemacht hat, wir haben die Evolution des Geistes, zu der die Menschheit von diesem fünften nachatlantischen Zeitraum an kommen muß, weil der Mensch sich verinnerlicht, wie ich es in diesen Betrachtungen dargestellt habe. Goetheanismus kann eine große Zukunft haben, denn die ganze Anthroposophie liegt in seiner Linie. Darwinismus betrachtet die physische Entwickelung von der physischen Seite her: äußere Impulse, Kampf ums Dasein, Selektion und so weiter und stellt damit die absterbende Entwickelung dar, alles dasjenige, was man finden kann über das organische Leben, wenn man sich den Impulsen überläßt, die in früheren Zeiten groß geworden sind. Will man Darwin verstehen, so muß man nur synthetisch zusammenfassen alle Gesetze, die früher aufgefunden worden sind. Will man Goethe verstehen, muß man sich aufschwingen zu neuen und immer neuen Gesetzmäßigkeiten im Dasein. Beides ist notwendig. Der Fehler besteht nicht darin, daß es einen Darwinismus gibt oder daß es einen Goetheanismus gibt, sondern darin, daß die Menschen dem einen oder dem andern und nicht dem einen und dem andern anhängen wollen. Das ist es, worauf es ankommt.
[ 22 ] How often have I referred to the conversation between Goethe and Schiller, in which Schiller, as Goethe was sketching his “primordial plant,” said: “That is not empiricism; that is not experience; that is an idea.” — To which Goethe replied: “Then I have my idea before my eyes!” — because he saw the spiritual everywhere. Here we find in Goethe the seeds of a theory of evolution that carries within it the potential to be elevated to the highest spheres and applied to the soul and spirit. Even if Goethe only laid the groundwork for organic development in his theory of metamorphosis, we have the evolution of the spirit, which humanity must attain from this fifth post-Atlantean epoch onward, because human beings are becoming more inwardly focused, as I have described in these reflections. Goetheanism can have a great future, for the whole of anthroposophy lies in its tradition. Darwinism views physical development from the physical perspective: external impulses, the struggle for existence, selection, and so on, and thus depicts a process of decline—everything that can be found in organic life when one surrenders to the impulses that gained prominence in earlier times. If one wishes to understand Darwin, one need only synthesize all the laws that were discovered earlier. If one wishes to understand Goethe, one must rise to new and ever-new laws of existence. Both are necessary. The mistake does not lie in the fact that there is a “Darwinism” or a “Goetheanism,” but rather in the fact that people want to adhere to one or the other, and not to both. That is what matters.
[ 23 ] Daß der Mensch immer jünger und Jünger werde, je älter er wird, wenn er seine Seele gut entwickelt, wird in der Zukunft nur möglich sein, wenn er geistige Impulse in sich aufnimmt. Nimmt er geistige Impulse in sich auf, dann kann er graue Haare bekommen und Runzeln und alle möglichen Gebresten: er wird jünger und immer jünger, weil er in der Seele jene Impulse aufnimmt, die er durch die Pforte des Todes trägt. Aber wenn man nur mit dem Leibe geht, kann man nicht jünger werden. Dann erlebt man auch in der Seele alles mit, was der Leib lebt. Selbstverständlich kann man sich nicht abgewöhnen, grau zu werden, aber man kann sich eine junge Seele holen aus den Quellen des spirituellen Lebens für den ergrauten Kopf. So wird die Entwickelung der Menschheit im fünften, sechsten, siebenten Zeitraum im Sinne der — verzeihen Sie die merkwürdige Ausdrucksweise — grauhaarigen Darwinschen Theorie vor sich gehen. Aber die Menschen werden sich holen müssen, damit sie durchgehen können durch jene Katastrophe, die man mit dem Erdentode vergleichen kann — die Katastrophe der Zukunft —, sie werden sich holen müssen die Jugendkraft der Metamorphosenlehre, der geistigen, der spirituellen Evolutionslehre, die im Goetheanismus liegt. Die muß durch die Zukunftskatastrophe durchgetragen werden, so wie die verjüngte Seele durch die Pforte des Todes beim individuellen Menschen getragen wird.
[ 23 ] The idea that a person becomes younger and younger the older they get—provided they develop their soul properly—will only be possible in the future if they absorb spiritual impulses. If a person absorbs spiritual impulses, then they may develop gray hair, wrinkles, and all manner of ailments: yet they will grow younger and ever younger, because they absorb into their soul those impulses that they carry through the gate of death. But if one proceeds solely with the body, one cannot grow younger. Then one also experiences in the soul everything that the body goes through. Of course, one cannot stop oneself from turning gray, but one can draw a youthful soul from the sources of spiritual life for one’s graying head. Thus, the development of humanity in the fifth, sixth, and seventh epochs will proceed in the sense of—forgive me for this strange turn of phrase—the “gray-haired” Darwinian theory. But in order to pass through that catastrophe—which can be compared to the death of the Earth—the catastrophe of the future—people will have to draw upon the youthful power of the doctrine of metamorphosis, the spiritual doctrine of evolution found in Goetheanism. This must be carried through the catastrophe of the future, just as the rejuvenated soul is carried through the gate of death in the individual human being.
[ 24 ] Dadurch, daß der Mensch — wenn wir die Ausdrücke gebrauchen dürfen — vom Himmel auf die Erde gekommen ist und mit ihm jene Geister der Finsternis, die ihm einen genügenden Fonds eingeprägt haben zu seiner Befreiung während der Zeit, in welcher die Gesetze der Vererbung herrschten, die Gesetze der Nationalität, das Rassenhaftige herrschten, dadurch hat der Mensch die Möglichkeit gefunden, sich mit der Erde zu verbinden. Die Tat des Luzifer und Ahriman, sie ist zum Guten gewendet worden dadurch, daß der Mensch durch sie die Möglichkeit gefunden hat, sich mit der Erde zu verbinden. Wollen wir dafür eine schematische Zeichnung entwerfen, so können wir sagen: Der Mensch war verbunden mit dem ganzen Kosmos einschließlich der Erde (Zeichnung links, violetter Kreis) vor der luziferischen Tat; er hat sich verbunden mit der Erde (gelb) dadurch, daß ihm die Vererbungseigenschaften — die Erbsünden, wie man biblisch spricht, die Vererbungseigenschaften, wie man naturwissenschaftlich spricht — eingepflanzt worden sind. Dadurch ist der Mensch, den ich hier in Kreuzesform zeichne, zu einem Gliede der Erde geworden. Sie sehen, Luzifer und Ahriman sind die Diener der fortschreitenden Mächte.
[ 24 ] Because human beings—if we may use these terms—came down from heaven to earth, and with them those spirits of darkness who imprinted within them a sufficient reserve for their liberation during the time when the laws of heredity, the laws of nationality, and racial characteristics prevailed, thus humanity found the possibility of connecting with the Earth. The deed of Lucifer and Ahriman has been turned to good in that, through it, humanity has found the possibility of connecting with the Earth. If we wish to sketch a diagram of this, we can say: Before the Luciferic deed, humanity was connected to the entire cosmos, including the Earth (drawing on the left, purple circle); humanity became connected to the Earth (yellow) through the implantation of hereditary traits—original sin, as the Bible puts it; hereditary traits, as science puts it. Through this, the human being—whom I have depicted here in the shape of a cross—became a part of the Earth. You see, Lucifer and Ahriman are the servants of the forces of progress.


[ 25 ] Nun geht die Entwickelung weiter. Wir leben in der Zeit, in welcher der Mensch auf der Erde lebt, verbunden mit der Erde. Luziferisch-ahrimanische Geister, Geister der Finsternisse, sind vom Himmel auf die Erde gestoßen worden. Dadurch muß der Mensch wiederum befreit werden von der Erde, losgerissen von der Erde, indem ein Teil seines Wesens wiederum zurückgebracht wird in die geistige Welt (Zeichnung rechts). Ein Bewußtsein muß sich in der Menschheit entwickeln, daß wir nicht von dieser Erde sind, und immer stärker und stärker muß dieses Bewußtsein werden. In der Zukunft muß der Mensch über die Erde schreiten, indem er sich sagt: Gewiß, ich ziehe ein mit meiner Geburt in einen physischen Leib, aber das ist ein Durchgangsstadium. Ich bleibe eigentlich in der geistigen Welt, ich bin mir bewußt, daß nur ein Teil meines Wesens an die Erde gebunden ist, daß ich mit meinem ganzen Wesen nicht heraustrete aus der Welt, in der ich zwischen Tod und neuer Geburt bin. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl mit der geistigen Welt, das muß sich entwickeln.
[ 25 ] Now the development continues. We live in an age in which human beings live on Earth, connected to the Earth. Luciferic-Ahrimanic spirits—spirits of darkness—have been cast down from heaven to Earth. As a result, human beings must once again be liberated from the Earth, torn away from it, by having a part of their being brought back into the spiritual world (drawing on the right). A consciousness must develop within humanity that we do not belong to this Earth, and this consciousness must grow ever stronger and stronger. In the future, human beings must walk upon the Earth while saying to themselves: “True, I enter a physical body at birth, but this is a transitional stage. I actually remain in the spiritual world; I am aware that only a part of my being is bound to the Earth, that I do not step out with my entire being from the world in which I exist between death and a new birth. This sense of belonging to the spiritual world—that is what must develop.
[ 26 ] In früheren Jahrhunderten hat das nur einen falschen Schatten vorausgeworfen, indem man das physische Leben nicht verstehen wollte und eine falsche Askese getrieben hat, geglaubt hat, durch allerlei Abtötungsmaßregeln des physischen Leibes könnte man das erlangen. Das muß aber verstanden werden, daß der Mensch nicht durch solche falsche Askese, sondern durch das Verbinden mit Geistigem, Substantiell-Wesenhaftem gewahr wird: Es ist in Wirklichkeit dieser Mensch kein bloßes Erdenwesen, sondern ein Wesen, das dem ganzen Kosmos angehört. Die physische Wissenschaft hat nur Vorbereitungen dazu getroffen. Denken Sie sich, wie abhängig der Mensch gerade bis ins 15. Jahrhundert herein, bis zum Ablauf der griechisch-lateinischen Zeit, von dem Boden war, auf dem er gewissermaßen gewachsen ist, wie sehr sich der Mensch im Zusammenhange mit dem Boden entwickelte. Das war gut, das darf aber nicht die Hauptsache bleiben.
[ 26 ] In earlier centuries, this cast only a false shadow, as people refused to understand physical life and practiced a false form of asceticism, believing that they could attain this through all manner of measures to mortify the physical body. But it must be understood that human beings become aware—not through such false asceticism, but through connection with the spiritual, the substantial and essential: in reality, this human being is not merely an earthly being, but a being that belongs to the entire cosmos. Physical science has merely laid the groundwork for this. Consider how dependent human beings were—right up until the 15th century, until the end of the Greco-Latin era—on the soil in which they had, so to speak, grown; how deeply human development was intertwined with the soil. That was good, but it must not remain the main focus.
[ 27 ] Ja, das seelische Bewußtsein muß losgerissen werden von der Erde, wie die physische Wissenschaft nur im Physischen, im Kopernikanismus, den Menschen losgerissen hat von der Erde. Die Erde ist ein kleiner Körper im Weltenraum geworden; aber zunächst ist das bloß räumlich. Schon durch den Kopernikanismus ist der Mensch gewissermaßen, wenn auch noch ganz abstrakt, in die kosmische Sphäre hinausversetzt worden. Das muß weitergehen. Man soll das aber nicht in falscher Weise auf das physische Leben übertragen. Das Physische geht schon seinen Gang. Nehmen Sie Amerika, das heißt, nicht die Bevölkerung, die es aus seinem Boden heraus seit Jahrhunderten hatte. Sie wissen, da ist eine neue Bevölkerung gekommen in der neueren Zeit, die ganz von Europäern gebildet ist. Wer diese Bevölkerung feiner beobachtet, dem zeigt sich, daß das physische Leben sich nicht freimacht von dem Gebundensein an den physischen Erdboden: Die Amerikaner, die eigentlich Europäer sind, aber nach Amerika verpflanzt sind, sie bekommen allmählich Eigenschaften, die an die alten Indianer erinnern — wenn das auch heute noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, so ist es doch wahr —, die Arme bekommen eine andere Länge, als sie in Europa hatten, dadurch, daß der Mensch nach Amerika verpflanzt ist. Der physische Mensch paßt sich dem Boden schon an. Das geht sogar so weit, daß ein beträchtlicher Unterschied ist in der physischen Gestaltung zwischen den West- und Ostamerikanern. Wir können daraus sehen, wie stark der Einfluß des Bodens ist. Äußerlich, physisch «indianisiert» sich der Europäer in Amerika. Wenn die Seele nun mitgeht mit diesem physischen Prozeß, wie das in früherer Zeit der Fall war, dann würde ein Wiederaufleben der Indianerkultur kommen — nur mit europäischen Phrasen. Das ist etwas paradox gesprochen, aber es ist doch so. Die Menschheit kann eben in der Zukunft nicht mehr gebunden sein an dasjenige, was sie mit dem Erdboden verbindet; freiwerden muß die Seele. Dann kann der Mensch über die Erde hin die physischen Eigenschaften seines Bodens annehmen, dann kann der Körper der Europäer, wenn er nach Amerika kommt, «verindianisieren», aber der Mensch reißt sich mit seiner Seele los von dem Physisch-Irdischen und wird ein Bürger der geistigen Welten. Und in den geistigen Welten gibt es nicht Rassen und nicht Nationen, sondern andere Zusammenhänge.
[ 27 ] Yes, spiritual consciousness must be torn away from the Earth, just as physical science—through its focus on the physical, through Copernicanism—has torn humanity away from the Earth. The Earth has become a small body in outer space; but for now, this is merely a spatial reality. Through Copernicanism alone, humanity has, in a sense—albeit still quite abstractly—been transported into the cosmic sphere. This must go further. But one should not apply this in a misguided way to physical life. The physical realm is already following its own course. Take America—that is, not the population that has lived on its soil for centuries. As you know, a new population has arrived in recent times, consisting entirely of Europeans. Anyone who observes this population more closely will see that physical life does not free itself from its bond to the physical earth: The Americans, who are actually Europeans but have been transplanted to America, are gradually acquiring characteristics reminiscent of the ancient Native Americans—even if this process has not yet progressed very far today, it is nonetheless true—their arms are taking on a different length than they had in Europe, simply because the human being has been transplanted to America. The physical human being is already adapting to the soil. This even goes so far that there is a considerable difference in physical build between Western and Eastern Americans. From this we can see how strong the influence of the soil is. Outwardly, physically, the European becomes “Indianized” in America. If the soul were to go along with this physical process, as was the case in earlier times, then there would be a revival of Native American culture—only with European rhetoric. This is put somewhat paradoxically, but it is nonetheless true. Humanity can no longer be bound in the future to that which connects it to the soil; the soul must become free. Then human beings can take on the physical characteristics of their soil across the globe; then the body of a European, upon arriving in America, can become “Indianized,” but the human being breaks free with his soul from the physical-earthly realm and becomes a citizen of the spiritual worlds. And in the spiritual worlds there are no races and no nations, but rather other connections.
[ 28 ] Es sind das schon Dinge, die man heute gegenüber den großen, gewaltigen Ereignissen, die über die Erde gehen, verstehen muß, wenn man nicht — verzeihen Sie den Ausdruck — ein Bock sein will, der die altgewohnten Vorurteile als die neuen Ideale aufweisen wird.
[ 28 ] These are the kinds of things one must understand today in light of the great, momentous events unfolding across the globe, if one does not—pardon the expression—want to be a fool who holds onto old, familiar prejudices as if they were new ideals.
