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The Rudolf Steiner Archive

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Mystery Truths and Christmas Impulses
Ancient Myths and Their Significance
GA 180

24 December 1917, Dornach

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Mysterienwahrheiten und Weihnachtsimpulse
  1. The Spiritual Backgrounds of the Outer World, tr. SOL

Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ ] In bedeutungsvoller Weise stellt der christliche Kalender das Fest von Adam und Eva auf den 24.Dezember, das Fest der Geburt des Christus Jesus in die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Unmittelbar zusammengerückt werden dadurch nach christlicher Anschauung der Weltenanfang, das heißt der Anfang unseres unmittelbaren Erdgeschehens, und das größte Ereignis des Erdgeschehens, jenes Ereignis, welches der Erdenentwickelung Sinn gibt; unmittelbar aneinandergerückt aus dem Grunde, weil dadurch angedeutet werden soll, wie die Art und Weise des Verhaltens des Menschen zum geistigen Weltenall durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha einen so bedeutungsvollen Umschwung erfahren hat, daß alles das, was ihm vorangegangen ist, zwar wichtig ist zur Erkenntnis dieses Mysteriums selber, aber für das unmittelbare christliche Bewußtsein mit Bezug auf die Aufnahme der Willensimpulse zunächst außer Betracht bleiben kann.

[ ] In bedeutungsvoller Weise stellt der christliche Kalender das Fest von Adam und Eva auf den 24.Dezember, das Fest der Geburt des Christus Jesus in die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Unmittelbar zusammengerückt werden dadurch nach christlicher Anschauung der Weltenanfang, das heißt der Anfang unseres unmittelbaren Erdgeschehens, und das größte Ereignis des Erdgeschehens, jenes Ereignis, welches der Erdenentwickelung Sinn gibt; unmittelbar aneinandergerückt aus dem Grunde, weil dadurch angedeutet werden soll, wie die Art und Weise des Verhaltens des Menschen zum geistigen Weltenall durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha einen so bedeutungsvollen Umschwung erfahren hat, daß alles das, was ihm vorangegangen ist, zwar wichtig ist zur Erkenntnis dieses Mysteriums selber, aber für das unmittelbare christliche Bewußtsein mit Bezug auf die Aufnahme der Willensimpulse zunächst außer Betracht bleiben kann.

[ ] Der größte Umschwung in der Entwickelung des Erdendaseins — uns ist es ja bewußt — ist eingetreten durch das Mysterium von Golgatha. Es steht so vor der Seele desjenigen, der es versteht, daß durch sein Verständnis der Sinn der Erdenentwickelung erschlossen ist. Man kann sagen: Wenn man hinblickt auf die Art und Weise, wie sich zur Weltenweisheit als einem Impuls für den Menschen selbst in der Zeit, bevor der Christus in die Menschheitsentwickelung auf Erden eingetreten ist, die Alten verhielten, und dieses Verhalten der vorchristlichen Zeit vergleicht mit der Art und Weise, wie das christliche Bewußtsein sich zur Weltenweisheit als einem Impuls des menschlichen Handelns verhält, so bekommt man, wenn man dann in der Lage ist auszugestalten den entsprechenden Gedanken, einen tief eindrucksvollen Sinn.

[ ] Der größte Umschwung in der Entwickelung des Erdendaseins — uns ist es ja bewußt — ist eingetreten durch das Mysterium von Golgatha. Es steht so vor der Seele desjenigen, der es versteht, daß durch sein Verständnis der Sinn der Erdenentwickelung erschlossen ist. Man kann sagen: Wenn man hinblickt auf die Art und Weise, wie sich zur Weltenweisheit als einem Impuls für den Menschen selbst in der Zeit, bevor der Christus in die Menschheitsentwickelung auf Erden eingetreten ist, die Alten verhielten, und dieses Verhalten der vorchristlichen Zeit vergleicht mit der Art und Weise, wie das christliche Bewußtsein sich zur Weltenweisheit als einem Impuls des menschlichen Handelns verhält, so bekommt man, wenn man dann in der Lage ist auszugestalten den entsprechenden Gedanken, einen tief eindrucksvollen Sinn.

[ ] Man braucht sich nur an eine Gestalt zu erinnern — an welche zu erinnern man gerade Veranlassung hat, wenn das Fest eintritt, das gewissermaßen unter der Devise steht: «Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine» —, an das aus dem Altertum heraufragende Bild der jungfräulichen Pallas Athene, der Göttin der Weisheit im alten Griechenland, welche die Tochter des Zeus selber ist, und der Göttin, die man angesehen hat als die Göttin der Klugheit. Zeus, der Herr des Blitzlichtes, des erhellenden Lichtes, des im Erdendasein arbeitenden Lichtes, zeugt mit der Klugheit die jungfräuliche Pallas Athene, die Bewahrerin der menschlichen Weisheit vor dem Mysterium von Golgatha.

[ ] Man braucht sich nur an eine Gestalt zu erinnern — an welche zu erinnern man gerade Veranlassung hat, wenn das Fest eintritt, das gewissermaßen unter der Devise steht: «Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine» —, an das aus dem Altertum heraufragende Bild der jungfräulichen Pallas Athene, der Göttin der Weisheit im alten Griechenland, welche die Tochter des Zeus selber ist, und der Göttin, die man angesehen hat als die Göttin der Klugheit. Zeus, der Herr des Blitzlichtes, des erhellenden Lichtes, des im Erdendasein arbeitenden Lichtes, zeugt mit der Klugheit die jungfräuliche Pallas Athene, die Bewahrerin der menschlichen Weisheit vor dem Mysterium von Golgatha.

[ ] Ein tiefer Sinn liegt in der Ausdichtung dieser Gestalt der jungfräulichen Pallas Athene. Sie ist als Weisheitsgöttin selber jungfräulich. Was heißt dieses eigentlich im höheren Sinne? Was meinten die griechischen Mysterienführer, wenn sie von der jungfräulichen Pallas Athene sprachen? Sie meinten die Weisheit, durch welche der Mensch wirkt im geschichtlichen Weltenzusammenhange. Diese Weisheit ist in dem vierten Zeitraum, in den die griechische Kulturentwickelung eben eingetreten ist, herausgeboren aus dem, was nicht Welt selbst ist, sondern Spiegelbild der Welt. Fassen wir das wohl auf: Spiegelbild der Welt, Maja. In den vorhergehenden Zeiträumen war die Weisheit von den Mysterienpriestern nicht als eine jungfräuliche Macht hingestellt worden, weil sie als Menschenweisheit im ersten, zweiten, dritten nachatlantischen Zeitraum immer befruchtet war von der alten atavistischen Hellseherkraft. Erst im vierten nachatlantischen Zeitraum ist die Möglichkeit eingetreten, auch etwas zu wissen aus dem bloßen Hinschauen auf das, was nicht getrieben wird von jenen Kräften, die dem atavistischen Hellsehen zugrunde liegen, von den Affekten, von den Leidenschaften, von alldem, was als Feuer in der menschlichen Wesenheit glimmt, sondern von dem jungfräulichen, von atavistischem Hellsehen unbefruchteten Spiegelbilde der Welt. Von der Maja stammt diejenige Weisheit, die gemeint ist, wenn ihre Repräsentantin hingestellt ist: die Pallas Athene.

[ ] Ein tiefer Sinn liegt in der Ausdichtung dieser Gestalt der jungfräulichen Pallas Athene. Sie ist als Weisheitsgöttin selber jungfräulich. Was heißt dieses eigentlich im höheren Sinne? Was meinten die griechischen Mysterienführer, wenn sie von der jungfräulichen Pallas Athene sprachen? Sie meinten die Weisheit, durch welche der Mensch wirkt im geschichtlichen Weltenzusammenhange. Diese Weisheit ist in dem vierten Zeitraum, in den die griechische Kulturentwickelung eben eingetreten ist, herausgeboren aus dem, was nicht Welt selbst ist, sondern Spiegelbild der Welt. Fassen wir das wohl auf: Spiegelbild der Welt, Maja. In den vorhergehenden Zeiträumen war die Weisheit von den Mysterienpriestern nicht als eine jungfräuliche Macht hingestellt worden, weil sie als Menschenweisheit im ersten, zweiten, dritten nachatlantischen Zeitraum immer befruchtet war von der alten atavistischen Hellseherkraft. Erst im vierten nachatlantischen Zeitraum ist die Möglichkeit eingetreten, auch etwas zu wissen aus dem bloßen Hinschauen auf das, was nicht getrieben wird von jenen Kräften, die dem atavistischen Hellsehen zugrunde liegen, von den Affekten, von den Leidenschaften, von alldem, was als Feuer in der menschlichen Wesenheit glimmt, sondern von dem jungfräulichen, von atavistischem Hellsehen unbefruchteten Spiegelbilde der Welt. Von der Maja stammt diejenige Weisheit, die gemeint ist, wenn ihre Repräsentantin hingestellt ist: die Pallas Athene.

[ ] Auch die Pallas Athene ist eine Maja, eine Maria; aber die Pallas Athene ist jene Maja, welche aus sich selbst heraus noch die Weisheit spiegelt, welche aus sich selbst heraus die Weisheit dem Menschen offenbar werden läßt. Der große Fortschritt besteht darinnen, daß diese selbe Maja, diese selbe Maria befruchtet wird von dem Kosmos, und geboren wird nun eine neue Weisheit. Die Pallas Athene war die Repräsentantin der Weisheit. Der Christus-Impuls ist der Sohn der Maja, der Maria, der jungfräulichen Weisheitsrepräsentantin und der kosmisch-göttlichen, der kosmisch-intelligenten Weltenmacht. Daher war die alte Weisheit, wie sie repräsentiert ist durch Pallas Athene, wohl geeignet, die Welt des Mineralischen bis herauf zum Pflanzlichen zu zergliedern, zu begreifen, aber noch nicht geeignet, den Menschen selber zu erfassen, den Menschen selber in seiner Persönlichkeit zu begreifen.

[ ] Auch die Pallas Athene ist eine Maja, eine Maria; aber die Pallas Athene ist jene Maja, welche aus sich selbst heraus noch die Weisheit spiegelt, welche aus sich selbst heraus die Weisheit dem Menschen offenbar werden läßt. Der große Fortschritt besteht darinnen, daß diese selbe Maja, diese selbe Maria befruchtet wird von dem Kosmos, und geboren wird nun eine neue Weisheit. Die Pallas Athene war die Repräsentantin der Weisheit. Der Christus-Impuls ist der Sohn der Maja, der Maria, der jungfräulichen Weisheitsrepräsentantin und der kosmisch-göttlichen, der kosmisch-intelligenten Weltenmacht. Daher war die alte Weisheit, wie sie repräsentiert ist durch Pallas Athene, wohl geeignet, die Welt des Mineralischen bis herauf zum Pflanzlichen zu zergliedern, zu begreifen, aber noch nicht geeignet, den Menschen selber zu erfassen, den Menschen selber in seiner Persönlichkeit zu begreifen.

[ ] Wollte man den Menschen in seiner Persönlichkeit begreifen in der damaligen Zeit, so konnte man das in den Mysterien auch, aber man mußte dann in den Mysterien zum atavistischen Hellsehen gelangen. In dem, was mit Pallas Athene, mit der jungfräulichen Repräsentantin der Weisheit gemeint ist, wird ein Anfang bezeichnet, der als solcher geeignet war, den Umkreis der irdischen Welt zu begreifen. Aber erst durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha, erst dadurch, daß sich die göttliche intelligente Liebekraft verbunden hat mit der Kraft der Maja, mit dem Spiegelbild der Welt, ist hingestellt vor die menschliche Entwickelung der Menschengott, der Gott, der nun nicht mehr bloß erreichbar ist, wenn überschritten wird der physische Plan, sondern der Gott, der in seiner Wesenheit auf dem physischen Plane selbst zu finden ist. Derjenige Fortschritt in der Menschheitsentwickelung, der durch das Weihnachtsmysterium gemeint ist, stellt sich vor die menschliche Seele hin, wenn man die richtige Legende von der Pallas Athene zusammenstellt mit alldem, was in wahrer Gestalt erfaßt werden kann über die Natur der jungfräulichen Maja, aus der der Christus-Impuls für die Erdenentwickelung hervorgeht.

[ ] Wollte man den Menschen in seiner Persönlichkeit begreifen in der damaligen Zeit, so konnte man das in den Mysterien auch, aber man mußte dann in den Mysterien zum atavistischen Hellsehen gelangen. In dem, was mit Pallas Athene, mit der jungfräulichen Repräsentantin der Weisheit gemeint ist, wird ein Anfang bezeichnet, der als solcher geeignet war, den Umkreis der irdischen Welt zu begreifen. Aber erst durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha, erst dadurch, daß sich die göttliche intelligente Liebekraft verbunden hat mit der Kraft der Maja, mit dem Spiegelbild der Welt, ist hingestellt vor die menschliche Entwickelung der Menschengott, der Gott, der nun nicht mehr bloß erreichbar ist, wenn überschritten wird der physische Plan, sondern der Gott, der in seiner Wesenheit auf dem physischen Plane selbst zu finden ist. Derjenige Fortschritt in der Menschheitsentwickelung, der durch das Weihnachtsmysterium gemeint ist, stellt sich vor die menschliche Seele hin, wenn man die richtige Legende von der Pallas Athene zusammenstellt mit alldem, was in wahrer Gestalt erfaßt werden kann über die Natur der jungfräulichen Maja, aus der der Christus-Impuls für die Erdenentwickelung hervorgeht.

[ ] Im Zusammenhange mit solchen Einblicken in das Menschengeschehen, mit solchen Anforderungen an die menschlichen Willensimpulse, wie wir sie auseinandergesetzt haben, um das Weihnachtsmysterium zu erfassen, geziemt es unserer so ernsten Zeit — dieser Zeit, der dies so dringend notwendig wäre — Gesichtspunkte zu gewinnen, welche im Sinne des dreiunddreißigjährigenUmkreises liegen, von dem gestern gesprochen worden ist. Wie die Alten versuchten, die Sterne zu enträtseln und aus deren Konstellationen bestimmten, was sie hier auf der Erde tun wollten, so sollte der Mensch sich bewußt werden, daß er eintreten muß nunmehr in ein Zeitalter, welches nur Not und Elend und Unglück unter die Erdenmenschheit bringen muß, wenn sie sich nicht entschließt, die Konstellationen der Zeitensterne zu lesen im Werdegang der Menschheit. Mit dem, worauf das materialistische Zeitalter so stolz ist, wird sich in Hinkunft nichts anderes im Erdendasein erreichen lassen als dasjenige, was schon erreicht ist in dieser katastrophalen Zeit. Den Mut muß die Menschheit gewinnen, solches Gelöbnis der eigenen Seele als heiliges Weihnachtsgelöbnis zu tun: den Blick zu wenden nach den in unserer Zeit sich hereindrängenden spirituellen Wahrheiten. Den Mut muß unsere Zeit finden, unbehelligt durch Schwachmütigkeit hineinzuschauen in das, was ist. Neuen Wahrheitssinn muß sich unsere Menschheit aneignen, wenn sie wieder folgen will den Spuren Desjenigen, den sie feiern will durch das Weihnachtsfest in seiner Geburt, der aber nicht verstanden wird, wenn seine Worte nicht tief genug gefaßt werden: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.»

[ ] Im Zusammenhange mit solchen Einblicken in das Menschengeschehen, mit solchen Anforderungen an die menschlichen Willensimpulse, wie wir sie auseinandergesetzt haben, um das Weihnachtsmysterium zu erfassen, geziemt es unserer so ernsten Zeit — dieser Zeit, der dies so dringend notwendig wäre — Gesichtspunkte zu gewinnen, welche im Sinne des dreiunddreißigjährigenUmkreises liegen, von dem gestern gesprochen worden ist. Wie die Alten versuchten, die Sterne zu enträtseln und aus deren Konstellationen bestimmten, was sie hier auf der Erde tun wollten, so sollte der Mensch sich bewußt werden, daß er eintreten muß nunmehr in ein Zeitalter, welches nur Not und Elend und Unglück unter die Erdenmenschheit bringen muß, wenn sie sich nicht entschließt, die Konstellationen der Zeitensterne zu lesen im Werdegang der Menschheit. Mit dem, worauf das materialistische Zeitalter so stolz ist, wird sich in Hinkunft nichts anderes im Erdendasein erreichen lassen als dasjenige, was schon erreicht ist in dieser katastrophalen Zeit. Den Mut muß die Menschheit gewinnen, solches Gelöbnis der eigenen Seele als heiliges Weihnachtsgelöbnis zu tun: den Blick zu wenden nach den in unserer Zeit sich hereindrängenden spirituellen Wahrheiten. Den Mut muß unsere Zeit finden, unbehelligt durch Schwachmütigkeit hineinzuschauen in das, was ist. Neuen Wahrheitssinn muß sich unsere Menschheit aneignen, wenn sie wieder folgen will den Spuren Desjenigen, den sie feiern will durch das Weihnachtsfest in seiner Geburt, der aber nicht verstanden wird, wenn seine Worte nicht tief genug gefaßt werden: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.»

[ ] Dazu gehört, daß man in solch ernster Zeit nicht bloß das Verlangen danach trägt, wohltuende Reden zu führen über das Friedensfest, wie es ganz gewiß in diesen Zeiten von vielen Kanzeln aus getan wird; dazu gehört, daß man in ernster Zeit wenigstens den Gedanken zu fassen vermag, wie wenig schöpferisch unsere Zeit eigentlich ist. Denn dem Großen, was in sie herein will, kann nur gedient sein, wenn die Menschen in der eigenen Seele Schöpferkraft entwickeln. Das überlege man sich einmal: Gewiß, hereingedrungen in die Menschheitsentwickelung ist das Mysterium von Golgatha im Beginne unserer Zeitrechnung; aber hätte es nicht spurlos vorübergehen können, wenn nicht die Menschen jener Zeit in der eigenen Seele Schöpferkraft gehabt hätten, um es aufzufassen, um es in Begriffe, in Vorstellungen zu bringen, um davon überhaupt zu reden? Äußerlich betrachtet ist in einer unbekannten Provinz des Römischen Reiches eine Persönlichkeit geboren worden, von der die Evangelien sprechen. Schöpferkraft haben die Menschen jener Zeit gehabt, um aufzufassen, was in dieser Persönlichkeit lebte. Das ist es, was dazugehört, wenn die größten göttlichen Kräfte sich mit dem Menschheitsgeschehen vereinigen, daß die Menschen den Willen zur Schöpferkraft in sich aufbringen können. Deshalb sollte gestern die Frage aufgeworfen werden: In welcher Weise war dieses 19. Jahrhundert, dieses hochmütige 19., 20. Jahrhundert befähigt, Schöpferkraft zu entwickeln, um dasjenige, was nun schon durch Jahrhunderte von der Menschheit als der Inhalt der Erlösungsidee anerkannt worden ist, zu verstehen?

[ ] Dazu gehört, daß man in solch ernster Zeit nicht bloß das Verlangen danach trägt, wohltuende Reden zu führen über das Friedensfest, wie es ganz gewiß in diesen Zeiten von vielen Kanzeln aus getan wird; dazu gehört, daß man in ernster Zeit wenigstens den Gedanken zu fassen vermag, wie wenig schöpferisch unsere Zeit eigentlich ist. Denn dem Großen, was in sie herein will, kann nur gedient sein, wenn die Menschen in der eigenen Seele Schöpferkraft entwickeln. Das überlege man sich einmal: Gewiß, hereingedrungen in die Menschheitsentwickelung ist das Mysterium von Golgatha im Beginne unserer Zeitrechnung; aber hätte es nicht spurlos vorübergehen können, wenn nicht die Menschen jener Zeit in der eigenen Seele Schöpferkraft gehabt hätten, um es aufzufassen, um es in Begriffe, in Vorstellungen zu bringen, um davon überhaupt zu reden? Äußerlich betrachtet ist in einer unbekannten Provinz des Römischen Reiches eine Persönlichkeit geboren worden, von der die Evangelien sprechen. Schöpferkraft haben die Menschen jener Zeit gehabt, um aufzufassen, was in dieser Persönlichkeit lebte. Das ist es, was dazugehört, wenn die größten göttlichen Kräfte sich mit dem Menschheitsgeschehen vereinigen, daß die Menschen den Willen zur Schöpferkraft in sich aufbringen können. Deshalb sollte gestern die Frage aufgeworfen werden: In welcher Weise war dieses 19. Jahrhundert, dieses hochmütige 19., 20. Jahrhundert befähigt, Schöpferkraft zu entwickeln, um dasjenige, was nun schon durch Jahrhunderte von der Menschheit als der Inhalt der Erlösungsidee anerkannt worden ist, zu verstehen?

[ ] Fügen wir — wir könnten Hunderte und Tausende von Beispielen anführen — noch einige Stimmen aus diesem 19. Jahrhundert dazu, wie es versucht hat, von dem Christus Jesus zu reden. Ich sagte, die besten, die tiefdenkendsten Leute wollte ich anführen, um zu zeigen, was in deren Seelen gesessen hat. Es kommt mir nicht so sehr darauf an, die Frage zu beantworten: Welchen Einfluß haben solche Leute wie diejenigen, deren Stimmen über den Christus Jesus ich Ihnen angeführt habe? — sondern es kommt mir darauf an, zu zeigen, wie die Zeit wirkt auf die Besten. Denn das sind die Ideen, von denen die Gemüter gerade der Ehrlichsten beherrscht sind. Die andern reden zwar von dem Christus Jesus, aber ohne auch nur in ihrer Empfindung an den Wahrheitsimpuls wirklich heranzukommen. Fügen wir noch einiges hinzu.

[ ] Fügen wir — wir könnten Hunderte und Tausende von Beispielen anführen — noch einige Stimmen aus diesem 19. Jahrhundert dazu, wie es versucht hat, von dem Christus Jesus zu reden. Ich sagte, die besten, die tiefdenkendsten Leute wollte ich anführen, um zu zeigen, was in deren Seelen gesessen hat. Es kommt mir nicht so sehr darauf an, die Frage zu beantworten: Welchen Einfluß haben solche Leute wie diejenigen, deren Stimmen über den Christus Jesus ich Ihnen angeführt habe? — sondern es kommt mir darauf an, zu zeigen, wie die Zeit wirkt auf die Besten. Denn das sind die Ideen, von denen die Gemüter gerade der Ehrlichsten beherrscht sind. Die andern reden zwar von dem Christus Jesus, aber ohne auch nur in ihrer Empfindung an den Wahrheitsimpuls wirklich heranzukommen. Fügen wir noch einiges hinzu.

[ ] In der Zeit, als man anfing im 19. Jahrhundert freigeistige Ideen zu entwickeln, da war einer derjenigen, die bis zum krankhaften Tiefsinn versuchten, diese neuen Ideen im Gemüt aufzunehmen, Kar] Gutzkow. In seiner Schrift «Wally, die Zweiflerin » hat er aufgenommen so ungefähr die Ideen, die ihm gekommen sind über den Christus Jesus:

[ ] In der Zeit, als man anfing im 19. Jahrhundert freigeistige Ideen zu entwickeln, da war einer derjenigen, die bis zum krankhaften Tiefsinn versuchten, diese neuen Ideen im Gemüt aufzunehmen, Kar] Gutzkow. In seiner Schrift «Wally, die Zweiflerin » hat er aufgenommen so ungefähr die Ideen, die ihm gekommen sind über den Christus Jesus:

[ ] «Jesus war Jude. Er dachte nicht daran, eine neue Religion zu stiften. Es war bei ihm weder von einer Aufhebung, noch von einer Erweiterung des Judentums die Rede. ... Da war auch nicht eine einzige neue Lehre, welche Jesus brachte. ... Was blieb demnach im Munde Jesu übrig? Eine Moral, welche allerdings veredelnde Kraft hat, aber nie mehr gibt und geben will, als: das lautere Judentum. Die Moral Jesu hält sich immer dicht bei den Gebräuchen des Zeremonialgesetzes und ist nur darin charakteristisch, daß sie für den äußeren Ritus innerlich entsprechende Gesinnungen forderte. Jesus lehrte: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst! So lehrte schon Moses; aber der Stifter einer neuen Religion mußte sagen: Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst.» So korrigiert Karl Gutzkow den Christus Jesus! «Daraus schließt man, daß Jesus eine Erscheinung war, die einzig und allein der Geschichte, keineswegs aber der Religion oder Philosophie angehörte.»

[ ] «Jesus war Jude. Er dachte nicht daran, eine neue Religion zu stiften. Es war bei ihm weder von einer Aufhebung, noch von einer Erweiterung des Judentums die Rede. ... Da war auch nicht eine einzige neue Lehre, welche Jesus brachte. ... Was blieb demnach im Munde Jesu übrig? Eine Moral, welche allerdings veredelnde Kraft hat, aber nie mehr gibt und geben will, als: das lautere Judentum. Die Moral Jesu hält sich immer dicht bei den Gebräuchen des Zeremonialgesetzes und ist nur darin charakteristisch, daß sie für den äußeren Ritus innerlich entsprechende Gesinnungen forderte. Jesus lehrte: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst! So lehrte schon Moses; aber der Stifter einer neuen Religion mußte sagen: Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst.» So korrigiert Karl Gutzkow den Christus Jesus! «Daraus schließt man, daß Jesus eine Erscheinung war, die einzig und allein der Geschichte, keineswegs aber der Religion oder Philosophie angehörte.»

[ ] Eine noch charakteristischere Stimme, weil eine Stimme, welche hervorgegangen ist aus der Seelenwissenschaft unserer Zeit, ist die folgende. Es ist eine Zusammenfassung des Inhaltes der Schrift «Jesus. Eine vergleichende psychopathologische Studie» von Emil Rasmussen, eine dänische Schrift. Der Inhalt kann in der folgenden Weise zusammengefaßt werden:

[ ] Eine noch charakteristischere Stimme, weil eine Stimme, welche hervorgegangen ist aus der Seelenwissenschaft unserer Zeit, ist die folgende. Es ist eine Zusammenfassung des Inhaltes der Schrift «Jesus. Eine vergleichende psychopathologische Studie» von Emil Rasmussen, eine dänische Schrift. Der Inhalt kann in der folgenden Weise zusammengefaßt werden:

[ ] «Weder die Apostel noch die drei synoptischen Evangelien sahen Jesus für Gott an. Er selbst hielt sich für den (Daniel VII, 13) angekündigten «Menschensohn» und meinte, ohne sich je für den Messias auszugeben, einen Teil der ihm besonders wichtigen Weissagungen zu erfüllen. Der Nazarener gehört in die Kategorie der Propheten. Die religiösen Heroen oder Verkünder, alias Propheten, sind Abirrungen vom normalen Typus der Rasse. Denn ihre inneren Erlebnisse oder Erfahrungen können sich dem Grade und der Art nach nur mit den Paroxismen des Epileptikers oder Hystero-Epileptikers vergleichen. Die «Männer Gottes» bieten ein Krankheitsbild, das der Psychiater genau als epileptische Geisteskrankheit zu diagnostizieren vermag; die Stigmata sind: Halluzinationen oder Augentäuschungen, Tobsuchtsanfälle, krampfartige Lustigkeit, Abwesenheit des Geistes (Absence), Stupor, Dämmerzustand oder traumhaftes Unterbewußtsein, Redestörungen, Delirien, Schwermut, plötzliche Stimmungsumschläge, übertriebene Religiosität, die Vorstellung, für andere zu leiden und die Welt reformieren zu müssen, Größenwahn, Zwangsvorstellungen, der Wahn romanhafter Stammtafeln, vagabundenhafte Unstetigkeit, abnormes Geschlechtsleben, sei es nach der Seite der Ausschweifung oder der Askese. An einer Reihe hervorragender religiöser Sehergestalten alter und moderner Zeit, wie Hesekiel, Paulus, Muhamed, Sören Kierkegaard und so weiter läßt sich die Probe aufs Exempel machen, wobei wieder gemeinsame Eigentümlichkeiten festzustellen sind, wie die schrecklichen Drohungen und Verwünschungen, die mannigfachen Formen und Verschleierungen des Grausamkeitsgefühls, die Wutparoxysmen, das eingebildete Leiden für die Menschheit, Askese, Auferstehungsgedanke und anderes.

[ ] «Weder die Apostel noch die drei synoptischen Evangelien sahen Jesus für Gott an. Er selbst hielt sich für den (Daniel VII, 13) angekündigten «Menschensohn» und meinte, ohne sich je für den Messias auszugeben, einen Teil der ihm besonders wichtigen Weissagungen zu erfüllen. Der Nazarener gehört in die Kategorie der Propheten. Die religiösen Heroen oder Verkünder, alias Propheten, sind Abirrungen vom normalen Typus der Rasse. Denn ihre inneren Erlebnisse oder Erfahrungen können sich dem Grade und der Art nach nur mit den Paroxismen des Epileptikers oder Hystero-Epileptikers vergleichen. Die «Männer Gottes» bieten ein Krankheitsbild, das der Psychiater genau als epileptische Geisteskrankheit zu diagnostizieren vermag; die Stigmata sind: Halluzinationen oder Augentäuschungen, Tobsuchtsanfälle, krampfartige Lustigkeit, Abwesenheit des Geistes (Absence), Stupor, Dämmerzustand oder traumhaftes Unterbewußtsein, Redestörungen, Delirien, Schwermut, plötzliche Stimmungsumschläge, übertriebene Religiosität, die Vorstellung, für andere zu leiden und die Welt reformieren zu müssen, Größenwahn, Zwangsvorstellungen, der Wahn romanhafter Stammtafeln, vagabundenhafte Unstetigkeit, abnormes Geschlechtsleben, sei es nach der Seite der Ausschweifung oder der Askese. An einer Reihe hervorragender religiöser Sehergestalten alter und moderner Zeit, wie Hesekiel, Paulus, Muhamed, Sören Kierkegaard und so weiter läßt sich die Probe aufs Exempel machen, wobei wieder gemeinsame Eigentümlichkeiten festzustellen sind, wie die schrecklichen Drohungen und Verwünschungen, die mannigfachen Formen und Verschleierungen des Grausamkeitsgefühls, die Wutparoxysmen, das eingebildete Leiden für die Menschheit, Askese, Auferstehungsgedanke und anderes.

[ ] Alle diese bei den alten und modernen Propheten beobachteten Symptome zeigt auch Jesus: Er hat eine Angsterfahrung ohnegleichen, verfällt bei der Tempelaustreibung in Tobsucht, leidet an Halluzinationen, offenbart in seinem widerspruchsvollen Charakter unmäßiges Selbstgefühl und anormales Leben der Sinne, huldigt dem Wahn, für die Menschheit zu leiden und sie entsühnen zu können und liefert durch seine Gewaltsamkeit, Unstetigkeit und die zunehmende Verengung seines Geistes, der keine neuen Vorstellungen mehr aufnimmt und bearbeitet, neue Bestätigung seiner Wahlverwandtschaft mit dem Prophetentypus, der sich zu allen Zeiten und unter allen Himmelsstrichen gleichgeblieben ist. Seine Ethik, die darauf ausgeht, die Familie zu hassen, von Almosen und im alleinseligmachenden Glauben zu leben, ist von der Menschheit nicht akzeptiert worden. Wenn man unter Genie einen Neuschöpfer versteht, so muß man Jesus gegenüber auch diese Position aufgeben, da er, wie die wissenschaftliche Forschung festgestellt hat, in dem Inhalt wie in der Form seiner Lehre nur ein Nachahmer ist. Seine Verheißung, die ihm den Weltsieg eingetragen hat, nämlich seine Wiederkunft, hat vollständig versagt. Jesus ist ein tiefer Trauer würdiger Mensch gewesen, der in seinem tragischen, großartigen Schicksal unser inniges Mitleid verdient.»

[ ] Alle diese bei den alten und modernen Propheten beobachteten Symptome zeigt auch Jesus: Er hat eine Angsterfahrung ohnegleichen, verfällt bei der Tempelaustreibung in Tobsucht, leidet an Halluzinationen, offenbart in seinem widerspruchsvollen Charakter unmäßiges Selbstgefühl und anormales Leben der Sinne, huldigt dem Wahn, für die Menschheit zu leiden und sie entsühnen zu können und liefert durch seine Gewaltsamkeit, Unstetigkeit und die zunehmende Verengung seines Geistes, der keine neuen Vorstellungen mehr aufnimmt und bearbeitet, neue Bestätigung seiner Wahlverwandtschaft mit dem Prophetentypus, der sich zu allen Zeiten und unter allen Himmelsstrichen gleichgeblieben ist. Seine Ethik, die darauf ausgeht, die Familie zu hassen, von Almosen und im alleinseligmachenden Glauben zu leben, ist von der Menschheit nicht akzeptiert worden. Wenn man unter Genie einen Neuschöpfer versteht, so muß man Jesus gegenüber auch diese Position aufgeben, da er, wie die wissenschaftliche Forschung festgestellt hat, in dem Inhalt wie in der Form seiner Lehre nur ein Nachahmer ist. Seine Verheißung, die ihm den Weltsieg eingetragen hat, nämlich seine Wiederkunft, hat vollständig versagt. Jesus ist ein tiefer Trauer würdiger Mensch gewesen, der in seinem tragischen, großartigen Schicksal unser inniges Mitleid verdient.»

[ ] Solche Stimmen könnte man verhundertfachen, vertausendfachen, und daß man sie in dieser Weise vorbringen kann, das ist noch nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist etwas ganz anderes, nämlich dieses, daß Menschen, die so sprechen, wirklich und richtig im Sinne der gegenwärtigen Wissenschaft sprechen, und daß man von dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen Wissenschaft aus nicht anders sprechen kann, wenn man ehrlich und aufrichtig ist; und daß man sich die Frage zu stellen hat: Hat man Mut und Willen zum Wollen genug, um dieser Wissenschaft ihren Spiegel vorzuhalten, der nur von der Geisteswissenschaft vorgehalten werden kann? — Jene feigen Kompromisse, welche immer wieder und wiederum tagtäglich hundertfach geschlossen werden zwischen der materialistischen Wissenschaft und zwischen den religiösen Traditionen, die sind das Unehrliche, die sind die Versündigung gegen dasjenige, was die Menschen vorgeben, zu feiern im Weihnachtsmysterium und im Ostermysterium. Das ist das, um was es sich handelt.

[ ] Solche Stimmen könnte man verhundertfachen, vertausendfachen, und daß man sie in dieser Weise vorbringen kann, das ist noch nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist etwas ganz anderes, nämlich dieses, daß Menschen, die so sprechen, wirklich und richtig im Sinne der gegenwärtigen Wissenschaft sprechen, und daß man von dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen Wissenschaft aus nicht anders sprechen kann, wenn man ehrlich und aufrichtig ist; und daß man sich die Frage zu stellen hat: Hat man Mut und Willen zum Wollen genug, um dieser Wissenschaft ihren Spiegel vorzuhalten, der nur von der Geisteswissenschaft vorgehalten werden kann? — Jene feigen Kompromisse, welche immer wieder und wiederum tagtäglich hundertfach geschlossen werden zwischen der materialistischen Wissenschaft und zwischen den religiösen Traditionen, die sind das Unehrliche, die sind die Versündigung gegen dasjenige, was die Menschen vorgeben, zu feiern im Weihnachtsmysterium und im Ostermysterium. Das ist das, um was es sich handelt.

[ ] Es gibt in der Gegenwart ein Entweder-Oder: Entweder Bekenntnis zum spirituellen Leben, oder Fortgang desjenigen Lebens, das zu den Ereignissen von 1914/17 und so weiter geführt hat. Was da zugrunde liegt, das muß jeder als seine Christus-Erkenntnis in seinem Herzen selber aufgehen lassen, aufgehen lassen auch den Willen zum Wollen, den Impuls zum Mut, nicht in Teilkompromissen irgendein Heil zu suchen, sondern geradenwegs den Weg zu gehen, der gegangen werden muß: den Weg, der durch die Erkenntnis des spirituellen Lebens der Menschheit gewiesen werden muß. Konkrete Impulse anzuknüpfen an so etwas wie das Weihnachtsmysterium, das muß mit diesem Willen verbunden sein.

[ ] Es gibt in der Gegenwart ein Entweder-Oder: Entweder Bekenntnis zum spirituellen Leben, oder Fortgang desjenigen Lebens, das zu den Ereignissen von 1914/17 und so weiter geführt hat. Was da zugrunde liegt, das muß jeder als seine Christus-Erkenntnis in seinem Herzen selber aufgehen lassen, aufgehen lassen auch den Willen zum Wollen, den Impuls zum Mut, nicht in Teilkompromissen irgendein Heil zu suchen, sondern geradenwegs den Weg zu gehen, der gegangen werden muß: den Weg, der durch die Erkenntnis des spirituellen Lebens der Menschheit gewiesen werden muß. Konkrete Impulse anzuknüpfen an so etwas wie das Weihnachtsmysterium, das muß mit diesem Willen verbunden sein.

[ ] Was gesagt worden ist von der dreiunddreißigjährigen Umlaufszeit der Ereignisse — so, wie die Erkenntnis, daß unter gewissen Verhältnissen sich Sauerstoff und Wasserstoff verbinden und man nicht anders das Wasser erkennen kann als durch Elektrolyse, die da chemisch untersucht das Verhalten des Sauerstofls und Wasserstoffs, so sollte sich das Bewußtsein einfinden, daß man soziale Gesetze nur finden kann, wenn man solche Konstellationen im Zeitenlauf zu durchschauen vermag. In den Tag hinein zu denken, dasjenige nur zu sehen, was unmittelbar um uns herum liegt, das ist das, was als das Heilsame die Menschheit in den letzten vier Jahrhunderten allmählich zu betrachten gelernt hat. Aber solcherart das Werden zu erkennen, daß man sich sagt: Was jetzt geschieht, wird auferstehen nach dreiunddreißig Jahren, es obliegt mir das Jetzige unter der Verantwortung, die aus dieser Idee quillt, zu tun, — das ist das, was verlangt werden muß fernerhin von denjenigen, die in das Leben eingreifen wollen von irgendeinem Gesichtspunkte des Lebens aus.

[ ] Was gesagt worden ist von der dreiunddreißigjährigen Umlaufszeit der Ereignisse — so, wie die Erkenntnis, daß unter gewissen Verhältnissen sich Sauerstoff und Wasserstoff verbinden und man nicht anders das Wasser erkennen kann als durch Elektrolyse, die da chemisch untersucht das Verhalten des Sauerstofls und Wasserstoffs, so sollte sich das Bewußtsein einfinden, daß man soziale Gesetze nur finden kann, wenn man solche Konstellationen im Zeitenlauf zu durchschauen vermag. In den Tag hinein zu denken, dasjenige nur zu sehen, was unmittelbar um uns herum liegt, das ist das, was als das Heilsame die Menschheit in den letzten vier Jahrhunderten allmählich zu betrachten gelernt hat. Aber solcherart das Werden zu erkennen, daß man sich sagt: Was jetzt geschieht, wird auferstehen nach dreiunddreißig Jahren, es obliegt mir das Jetzige unter der Verantwortung, die aus dieser Idee quillt, zu tun, — das ist das, was verlangt werden muß fernerhin von denjenigen, die in das Leben eingreifen wollen von irgendeinem Gesichtspunkte des Lebens aus.

[ ] Die alten Phrasen vom Weihnachtsfeste nachzuschwätzen, sollte unsere Zeit sich vollständig abgewöhnen. Die Römer haben den Mut gefunden, da sie dem Kriege einen Gott gesetzt haben — den Janus —, den Janustempel nur dann zu schließen, wenn Friede ist. Er wurde in der Zeit von Numa Pompilius, unter dessen Regentschaft er ganz geschlossen war, durch die ganzen 724 Jahre bis zum Kaiser Augustus nur zweimal geschlossen. Aber die Römer haben den Mut gehabt, zu unterscheiden bei ihrem Dienste für einen der obersten der Götter zwischen Krieg und Frieden. Man frage sich, ob die heutige Zeit denselben Mut aufbringen würde, vielleicht zu schließen die Friedensstätten, die Stätten, die dem Frieden dienen sollten da, wo die ganze Welt von Krieg entbrannt ist? Man würde erst dann von Mut sprechen können, wenn so viel Schöpferkraft in der Gegenwart wäre, daß man einen rechten Unterschied bemerken könnte an den Stätten, wo von Frieden geredet wird, wenn dies in solchen Zeiten geschieht, wie es die gegenwärtigen sind.

[ ] Die alten Phrasen vom Weihnachtsfeste nachzuschwätzen, sollte unsere Zeit sich vollständig abgewöhnen. Die Römer haben den Mut gefunden, da sie dem Kriege einen Gott gesetzt haben — den Janus —, den Janustempel nur dann zu schließen, wenn Friede ist. Er wurde in der Zeit von Numa Pompilius, unter dessen Regentschaft er ganz geschlossen war, durch die ganzen 724 Jahre bis zum Kaiser Augustus nur zweimal geschlossen. Aber die Römer haben den Mut gehabt, zu unterscheiden bei ihrem Dienste für einen der obersten der Götter zwischen Krieg und Frieden. Man frage sich, ob die heutige Zeit denselben Mut aufbringen würde, vielleicht zu schließen die Friedensstätten, die Stätten, die dem Frieden dienen sollten da, wo die ganze Welt von Krieg entbrannt ist? Man würde erst dann von Mut sprechen können, wenn so viel Schöpferkraft in der Gegenwart wäre, daß man einen rechten Unterschied bemerken könnte an den Stätten, wo von Frieden geredet wird, wenn dies in solchen Zeiten geschieht, wie es die gegenwärtigen sind.

[ ] Es ist schon sehr lehrreich, zurückzublicken im Sinne des dreiunddreißigjährigen Umlaufes: 1914 begannen die katastrophalen Ereignisse, in deren Zeichen wir heute stehen. Ich habe schon einige Ereignisse angeführt, die verbunden sind mit den drei- bis vierjährigen katastrophalen Ereignissen nach dem dreiunddreißigjährigen Zyklus. Man könnte noch vieles anführen. Man braucht nur daran zu denken, daß dreiunddreißig Jahre vor 1914, das ist also 1881, die Regierung in Petersburg antrat Alexander IIT., jener Zar, unter dem die Verfolgungen begonnen haben in den Ostseeprovinzen, jener Zar, der die Inkarnation von so viel europäischem Unglück ist. Man könnte auch auf mehr innere Ereignisse hinblicken, ich meine jetzt nicht seelisch «innere». Wenn Sie die Rolle studieren, welche just Gambetta 1881 gespielt hat während seiner zweimonatigen Präsidentschaft in der damaligen Zeit, so werden Sie darinnen geradezu die Signatur finden für dasjenige, was sich vorbereitet in dem Augenblicke, in dem diese katastrophalen Ereignisse hereinbrachen und was jetzt, wie ich schon einmal hier sagte, seinen symptomatischen Ausdruck findet in der Stimmung zwischen Nord- und Südrußland, in der Entfesselung der russisch-ukrainischen Feindschaft, ein Symptom, das viel bedeutungsvoller leuchtet, wenn man die Ereignisse nimmt, die sich vorbereiten, als alles dasjenige, was die Menschen heute so gern in ihrer Bequemlichkeit als wichtige Ereignisse hinnehmen möchten.

[ ] Es ist schon sehr lehrreich, zurückzublicken im Sinne des dreiunddreißigjährigen Umlaufes: 1914 begannen die katastrophalen Ereignisse, in deren Zeichen wir heute stehen. Ich habe schon einige Ereignisse angeführt, die verbunden sind mit den drei- bis vierjährigen katastrophalen Ereignissen nach dem dreiunddreißigjährigen Zyklus. Man könnte noch vieles anführen. Man braucht nur daran zu denken, daß dreiunddreißig Jahre vor 1914, das ist also 1881, die Regierung in Petersburg antrat Alexander IIT., jener Zar, unter dem die Verfolgungen begonnen haben in den Ostseeprovinzen, jener Zar, der die Inkarnation von so viel europäischem Unglück ist. Man könnte auch auf mehr innere Ereignisse hinblicken, ich meine jetzt nicht seelisch «innere». Wenn Sie die Rolle studieren, welche just Gambetta 1881 gespielt hat während seiner zweimonatigen Präsidentschaft in der damaligen Zeit, so werden Sie darinnen geradezu die Signatur finden für dasjenige, was sich vorbereitet in dem Augenblicke, in dem diese katastrophalen Ereignisse hereinbrachen und was jetzt, wie ich schon einmal hier sagte, seinen symptomatischen Ausdruck findet in der Stimmung zwischen Nord- und Südrußland, in der Entfesselung der russisch-ukrainischen Feindschaft, ein Symptom, das viel bedeutungsvoller leuchtet, wenn man die Ereignisse nimmt, die sich vorbereiten, als alles dasjenige, was die Menschen heute so gern in ihrer Bequemlichkeit als wichtige Ereignisse hinnehmen möchten.

[ ] Vieles könnte in dieser Weise angeführt werden. Die Frage kann aufgeworfen werden: Wie soll es der Mensch machen, wenn er an wichtigen Stellen steht, um zu solchen Entschlüssen zu kommen, die nach dreiunddreißig Jahren aufgehen können? Er soll nur einmal probieren, unter dem Einflusse einer solchen Idee die Ereignisse, die dreiunddreißig Jahre zurückliegen, zu verstehen, und aus dem wirklichen Verständnis wird ihm entspringen das, was er in der Gegenwart zu tun hat: dann wird es in würdiger Weise in dreiunddreißig Jahren aufgehen können, auferstehen können. Daß solches vergeblich sei, das dürfte erst dann behauptet werden, wenn es geschehen wäre. Aber wo ist es geschehen? Wo wird heute draußen im exoterischen Leben die Weltenentwickelung nach ihrer inneren Gesetzmäßigkeit betrachtet? Offizielle Vertreter desjenigen, was sich heute oftmals Christentum nennt, die lieben insbesondere immer und immer wieder gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft einzuwenden, daß ja zu Christi Zeiten Offenbarungen aus der geistigen Welt möglich waren, aber daß «die verhängnisvolle Gnosis» nicht wiederum auftauchen darf. Mit Nachsicht darf auf solche Dinge nicht gedeutet werden. Daß diese Leute das Beste meinen, das ist etwas, was nur leider allzuoft auch in unseren Kreisen immer wieder und wieder als ein verhängnisvolles Wort auftritt. Gerade die Wahrheit ins Auge zu fassen, das ist es, um was es sich in Wirklichkeit handeln sollte. Und vor allen Dingen sollen wirt den Willen und den Mut dazu haben, Front zu machen gegen alles das, was sich heute aus der Schwachmütigkeit heraus gegen Geisteswissenschaft so leicht geltend macht.

[ ] Vieles könnte in dieser Weise angeführt werden. Die Frage kann aufgeworfen werden: Wie soll es der Mensch machen, wenn er an wichtigen Stellen steht, um zu solchen Entschlüssen zu kommen, die nach dreiunddreißig Jahren aufgehen können? Er soll nur einmal probieren, unter dem Einflusse einer solchen Idee die Ereignisse, die dreiunddreißig Jahre zurückliegen, zu verstehen, und aus dem wirklichen Verständnis wird ihm entspringen das, was er in der Gegenwart zu tun hat: dann wird es in würdiger Weise in dreiunddreißig Jahren aufgehen können, auferstehen können. Daß solches vergeblich sei, das dürfte erst dann behauptet werden, wenn es geschehen wäre. Aber wo ist es geschehen? Wo wird heute draußen im exoterischen Leben die Weltenentwickelung nach ihrer inneren Gesetzmäßigkeit betrachtet? Offizielle Vertreter desjenigen, was sich heute oftmals Christentum nennt, die lieben insbesondere immer und immer wieder gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft einzuwenden, daß ja zu Christi Zeiten Offenbarungen aus der geistigen Welt möglich waren, aber daß «die verhängnisvolle Gnosis» nicht wiederum auftauchen darf. Mit Nachsicht darf auf solche Dinge nicht gedeutet werden. Daß diese Leute das Beste meinen, das ist etwas, was nur leider allzuoft auch in unseren Kreisen immer wieder und wieder als ein verhängnisvolles Wort auftritt. Gerade die Wahrheit ins Auge zu fassen, das ist es, um was es sich in Wirklichkeit handeln sollte. Und vor allen Dingen sollen wirt den Willen und den Mut dazu haben, Front zu machen gegen alles das, was sich heute aus der Schwachmütigkeit heraus gegen Geisteswissenschaft so leicht geltend macht.

[ ] Eine Eigenschaft der Geisteswissenschaft liebt man ganz besonders nicht. Das ist: daß sie ein konkretes, wirkliches geistiges Tatsachenmaterial bringt, daß sie von den geistigen Welten spricht als von wirklichem geistigem Tatsachenmaterial. Wie oft hört man demgegenüber die Worte: Ja, das ist schwer zu verstehen, da kann man sich schwer hineinfinden. — Begreiflich kann solche Rede noch sein bei dem, der eben unter dem Einfluß des gegenwärtigen Schulwesens nicht hat denken lernen können, aber unbegreiflich muß die Rede bei denjenigen sein, welche Anspruch darauf machen, überhaupt wissenschaftlich ernst genommen zu werden. Allerdings, nach und nach ist etwas Wissenschaft geworden, was möglichst geringfügige Ansprüche an das menschliche Denken stellt. Man kann heute ein absolvierter Akademiker sein mit allen möglichen Diplomen und die einfachsten Dinge mit seinem Verstande nicht aufzufassen in der Lage sein, sogleich zu ermüden, wenn wirklich gedacht werden soll. Da liebt man es heute noch immer mehr, wenn in wäßriger Weise geredet wird von allerlei allgemeinen geistigen Dingen, Panidealismus und all dem Zeug. Das befreit einen davon, die Mühe aufwenden zu müssen, an konkrete geistige Tatsachen heranzutreten. Geisteswissenschaft muß allerdings Anforderungen stellen an diejenigen, die zu ihr kommen. Der gute Wille muß da sein, etwas mehr zu verwenden von seinem Geiste, als notwendig ist, um allgemeine Redensarten von Panidealismus und dergleichen mit seinem verwässerten Herzensgefühl weiter zu verwässern. Zu schwelgen in allen möglichen «Panen » und in allen möglichen allgemeinen gefühlsduseligen Redensarten, das ist nicht mehr an der Zeit. An der Zeit ist heute, ernst sich den konkreten geistigen Tatsachen entgegenzustellen. An der Zeit ist heute, den Willen aufzubringen, wirklich zu denken. Deshalb müssen Worte zur Einleitung dieser Weihenacht gesprochen werden, die in unserer heutigen Zeit auch ernst klingen. Denn wir werden unsere Seelen um so mehr verbinden mit dem, was als Christus-Impuls in die Erdenentwickelung eingetreten ist, je mehr wir den Willen haben, dies in ernster, in würdiger, in eindringlicher Weise zu tun.

[ ] Eine Eigenschaft der Geisteswissenschaft liebt man ganz besonders nicht. Das ist: daß sie ein konkretes, wirkliches geistiges Tatsachenmaterial bringt, daß sie von den geistigen Welten spricht als von wirklichem geistigem Tatsachenmaterial. Wie oft hört man demgegenüber die Worte: Ja, das ist schwer zu verstehen, da kann man sich schwer hineinfinden. — Begreiflich kann solche Rede noch sein bei dem, der eben unter dem Einfluß des gegenwärtigen Schulwesens nicht hat denken lernen können, aber unbegreiflich muß die Rede bei denjenigen sein, welche Anspruch darauf machen, überhaupt wissenschaftlich ernst genommen zu werden. Allerdings, nach und nach ist etwas Wissenschaft geworden, was möglichst geringfügige Ansprüche an das menschliche Denken stellt. Man kann heute ein absolvierter Akademiker sein mit allen möglichen Diplomen und die einfachsten Dinge mit seinem Verstande nicht aufzufassen in der Lage sein, sogleich zu ermüden, wenn wirklich gedacht werden soll. Da liebt man es heute noch immer mehr, wenn in wäßriger Weise geredet wird von allerlei allgemeinen geistigen Dingen, Panidealismus und all dem Zeug. Das befreit einen davon, die Mühe aufwenden zu müssen, an konkrete geistige Tatsachen heranzutreten. Geisteswissenschaft muß allerdings Anforderungen stellen an diejenigen, die zu ihr kommen. Der gute Wille muß da sein, etwas mehr zu verwenden von seinem Geiste, als notwendig ist, um allgemeine Redensarten von Panidealismus und dergleichen mit seinem verwässerten Herzensgefühl weiter zu verwässern. Zu schwelgen in allen möglichen «Panen » und in allen möglichen allgemeinen gefühlsduseligen Redensarten, das ist nicht mehr an der Zeit. An der Zeit ist heute, ernst sich den konkreten geistigen Tatsachen entgegenzustellen. An der Zeit ist heute, den Willen aufzubringen, wirklich zu denken. Deshalb müssen Worte zur Einleitung dieser Weihenacht gesprochen werden, die in unserer heutigen Zeit auch ernst klingen. Denn wir werden unsere Seelen um so mehr verbinden mit dem, was als Christus-Impuls in die Erdenentwickelung eingetreten ist, je mehr wir den Willen haben, dies in ernster, in würdiger, in eindringlicher Weise zu tun.

[ ] Durch Jahrtausende hindurch hat die Menschheit den Raum als das angesehen, was zu verehren ist, den Inhalt des Raumes, nicht des Erdenraumes, des Himmelsraumes. Hinauf hat sie gerichtet die Blicke nach den Sternenkonstellationen, um in den Sternen zu lesen, was hier auf der Erde zu geschehen hat. Sie wußte, diese Menschheit: Die Toten lesen und müssen lesen in den Sternen, die Toten müssen mitwirken an dem Erdengeschehen. — So muß der Mensch auch lernen, jene Schrift zu lesen, die die Schrift ist, welche die Toten unausgesetzt lesen müssen. Was hier auf der Erde geschieht, man sah es in diesen alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha so an, daß man sagte: Da oben, da stehen Sonne, Mond und Widder; oder Sonne, Mond und Stier; oder Sonne, Mond und Zwillinge; oder Zwillinge und Venus oder dergleichen, in einer solchen Konstellation. Es ist ein Zeichen dafür, daß aus dem Kosmos gewisse Impulse hereinkommen. Wenn diese Impulse da sind, dann muß gerade dieses oder jenes gemacht werden; denn was hier geschieht, es geschieht in der Zeit, und die Zeit liefert die Maja, die Zeit liefert den Verlauf der großen Täuschung. — Diese Täuschung war es in diesem Sinne nur bis zu dem Mysterium von Golgatha. Aus dieser Maja heraus wurde der ChristusImpuls geboren, wie ich das im Eingang erörtert habe, aus der jungfräulichen Maja heraus das, was nicht mehr befruchtet ist von altem atavistischem Hellsehen, was sich unmittelbar gegenüberstellt den von der Erde unberührten Weltenmächten.

[ ] Durch Jahrtausende hindurch hat die Menschheit den Raum als das angesehen, was zu verehren ist, den Inhalt des Raumes, nicht des Erdenraumes, des Himmelsraumes. Hinauf hat sie gerichtet die Blicke nach den Sternenkonstellationen, um in den Sternen zu lesen, was hier auf der Erde zu geschehen hat. Sie wußte, diese Menschheit: Die Toten lesen und müssen lesen in den Sternen, die Toten müssen mitwirken an dem Erdengeschehen. — So muß der Mensch auch lernen, jene Schrift zu lesen, die die Schrift ist, welche die Toten unausgesetzt lesen müssen. Was hier auf der Erde geschieht, man sah es in diesen alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha so an, daß man sagte: Da oben, da stehen Sonne, Mond und Widder; oder Sonne, Mond und Stier; oder Sonne, Mond und Zwillinge; oder Zwillinge und Venus oder dergleichen, in einer solchen Konstellation. Es ist ein Zeichen dafür, daß aus dem Kosmos gewisse Impulse hereinkommen. Wenn diese Impulse da sind, dann muß gerade dieses oder jenes gemacht werden; denn was hier geschieht, es geschieht in der Zeit, und die Zeit liefert die Maja, die Zeit liefert den Verlauf der großen Täuschung. — Diese Täuschung war es in diesem Sinne nur bis zu dem Mysterium von Golgatha. Aus dieser Maja heraus wurde der ChristusImpuls geboren, wie ich das im Eingang erörtert habe, aus der jungfräulichen Maja heraus das, was nicht mehr befruchtet ist von altem atavistischem Hellsehen, was sich unmittelbar gegenüberstellt den von der Erde unberührten Weltenmächten.

[ ] Die Verehrung desjenigen, was in der Zeit verläuft, die Erkenntnis desjenigen, was in der Zeit verläuft, wird zur Pflicht, ebenso wie in alten Zeiten als Pflicht angesehen worden ist, die Konstellationen im Raume zu sehen. Der alte Magier, dessen Repräsentanz erschienen ist vor dem Kindlein in der Krippe, sah hinauf zu dem Golde des Himmels, zu den Sternen, und er sagte sich: So wie die Sterne stehen, ist darinnen zu lesen, was hier auf der Erde zu geschehen hat; denn was in die Sterne geschrieben ist, ist das Ergebnis der Vergangenheit. In dem Golde der Sterne ruht, was der Alte der Tage mit seinen Heerscharen durch die ganze Vergangenheit hindurch geschrieben hat, daß es geschehen soll in der Gegenwart. Die Gegenwart hat auszuführen, was aus dem Golde der Sterne zu ersehen ist; die Gegenwart, die vergeht in dem Momente, wo sie entsteht. Die Gegenwart ist das fortwährende aufflammende Feuer, repräsentiert durch den Weihrauch; die Gegenwart in der Imagination des Weihrauches. Und es ruht in der von der Vergangenheit befruchteten Gegenwart die Zukunft unter der Imagination der Myrrhe.

[ ] Die Verehrung desjenigen, was in der Zeit verläuft, die Erkenntnis desjenigen, was in der Zeit verläuft, wird zur Pflicht, ebenso wie in alten Zeiten als Pflicht angesehen worden ist, die Konstellationen im Raume zu sehen. Der alte Magier, dessen Repräsentanz erschienen ist vor dem Kindlein in der Krippe, sah hinauf zu dem Golde des Himmels, zu den Sternen, und er sagte sich: So wie die Sterne stehen, ist darinnen zu lesen, was hier auf der Erde zu geschehen hat; denn was in die Sterne geschrieben ist, ist das Ergebnis der Vergangenheit. In dem Golde der Sterne ruht, was der Alte der Tage mit seinen Heerscharen durch die ganze Vergangenheit hindurch geschrieben hat, daß es geschehen soll in der Gegenwart. Die Gegenwart hat auszuführen, was aus dem Golde der Sterne zu ersehen ist; die Gegenwart, die vergeht in dem Momente, wo sie entsteht. Die Gegenwart ist das fortwährende aufflammende Feuer, repräsentiert durch den Weihrauch; die Gegenwart in der Imagination des Weihrauches. Und es ruht in der von der Vergangenheit befruchteten Gegenwart die Zukunft unter der Imagination der Myrrhe.

[ ] Die Geheimnisse der alten Magier waren die, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenhängen. Aber in dieser Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sahen sie den Schleier der Maja, den Schleier der Pallas Athene selber, der nur spiegelte die Konstellationen der Sterne. Und jene drei Magier, die vor der Krippe erschienen, sie verstanden es, daß aus dem Inhalte der Zeit, desjenigen, was das Spiegelbild der Raumeskonstellation ist, aus der Zeitmaja heraus sich entwickeln muß ein Neues, zu dem man hinzutragen hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Einsicht in das Göttlich-Geistige: Gold; Opferdienst, menschliche Tugend: Weihrauch; Verbindung der Menschenseele mit dem Ewigen, Unsterblichen: Myrrhen.

[ ] Die Geheimnisse der alten Magier waren die, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenhängen. Aber in dieser Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sahen sie den Schleier der Maja, den Schleier der Pallas Athene selber, der nur spiegelte die Konstellationen der Sterne. Und jene drei Magier, die vor der Krippe erschienen, sie verstanden es, daß aus dem Inhalte der Zeit, desjenigen, was das Spiegelbild der Raumeskonstellation ist, aus der Zeitmaja heraus sich entwickeln muß ein Neues, zu dem man hinzutragen hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Einsicht in das Göttlich-Geistige: Gold; Opferdienst, menschliche Tugend: Weihrauch; Verbindung der Menschenseele mit dem Ewigen, Unsterblichen: Myrrhen.

[ ] So gewaltig ist der Einschnitt, der da liegt zwischen der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha und der Zeit nach demselben, daß man sagen kann, das Heiligste, das vorher lag, stieg herab, verband sich in Liebe mit der Maja und gebar den Impuls, der weiterhin die Erdenentwickelung zu tragen hat: den Christus Jesus. Den Christus Jesus verstehen — wie die göttlich-kosmische Liebe aus dem Schoße der Maja den Christus empfangen hat —, heißt verstehen einen Weltengott, der alle jene Differenzierungen hinwegschafft, welche notwendigerweise aus dem Aufblick zu den bloßen Raumeskonstellationen hervorgehen müssen. Die Sternenkonstellation ist für einen Fleck der Erde eine andere als für einen andern Fleck. Die alten Sagen stellen es auch dar, wie die eingeweihten Heroen herumziehen, wie die verschiedensten Erdengebiete verschiedenste Aufblicke zu Göttern haben. So geht das, was als Verehrungswürdiges aus dem Raume stammt, in die Zeit über. Dann ist die Zeit für alle menschlichen Erdenkinder dieselbe, dann wird ein universalistischer Gott, ein Gott, demgegenüber keine engere Gemeinschaft ein Recht hat, ihn für sich in Anspruch zu nehmen, keine menschliche Gemeinschaft für ihre Interessen sagen darf, sie tue es in seinem Namen, sondern nur die Gemeinschaft sämtlicher Menschen.

[ ] So gewaltig ist der Einschnitt, der da liegt zwischen der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha und der Zeit nach demselben, daß man sagen kann, das Heiligste, das vorher lag, stieg herab, verband sich in Liebe mit der Maja und gebar den Impuls, der weiterhin die Erdenentwickelung zu tragen hat: den Christus Jesus. Den Christus Jesus verstehen — wie die göttlich-kosmische Liebe aus dem Schoße der Maja den Christus empfangen hat —, heißt verstehen einen Weltengott, der alle jene Differenzierungen hinwegschafft, welche notwendigerweise aus dem Aufblick zu den bloßen Raumeskonstellationen hervorgehen müssen. Die Sternenkonstellation ist für einen Fleck der Erde eine andere als für einen andern Fleck. Die alten Sagen stellen es auch dar, wie die eingeweihten Heroen herumziehen, wie die verschiedensten Erdengebiete verschiedenste Aufblicke zu Göttern haben. So geht das, was als Verehrungswürdiges aus dem Raume stammt, in die Zeit über. Dann ist die Zeit für alle menschlichen Erdenkinder dieselbe, dann wird ein universalistischer Gott, ein Gott, demgegenüber keine engere Gemeinschaft ein Recht hat, ihn für sich in Anspruch zu nehmen, keine menschliche Gemeinschaft für ihre Interessen sagen darf, sie tue es in seinem Namen, sondern nur die Gemeinschaft sämtlicher Menschen.

[ ] Dies sind Gedanken, durch die wir hinwenden können in dieser Weihnacht unsere Seele zu der Erfassung des Ausspruches «Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine»: «Und verleiblicht ward es durch den Heiligen Geist aus der jungfräulichen Maja heraus. » Mit den Stimmen derjenigen, die da im physischen Leibe leben, vereinigen sich die Stimmen derjenigen, die in diesen Zeiten durch die Pforte des Todes gehen, die da wissen, wie zusammenhängen die Zeitenkonstellationen im heutigen Sinne, ebenso wie im alten Sinne die Raumkonstellationen.

[ ] Dies sind Gedanken, durch die wir hinwenden können in dieser Weihnacht unsere Seele zu der Erfassung des Ausspruches «Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine»: «Und verleiblicht ward es durch den Heiligen Geist aus der jungfräulichen Maja heraus. » Mit den Stimmen derjenigen, die da im physischen Leibe leben, vereinigen sich die Stimmen derjenigen, die in diesen Zeiten durch die Pforte des Todes gehen, die da wissen, wie zusammenhängen die Zeitenkonstellationen im heutigen Sinne, ebenso wie im alten Sinne die Raumkonstellationen.

[ ] Zu dem mancherlei, was gesagt werden konnte, um die Brücke zu schlagen zu den Seelen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben, sei auch dieses hinzugefügt, denn in denjenigen Gedanken, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, verstehen sich sogenannte Lebende und sogenannte Tote am allerbesten. Denn der Christus ist wirklich vom Himmel auf die Erde herabgestiegen und muß seither auf der Erde gesucht werden. Hier lernt der Mensch sein Geheimnis im fleischlichen Leibe kennen, wie der Christus selber im fleischlichen Leibe seine Mission auf der Erde gesucht hat. Der Tote schaut aus dem Geisterland herab auf das, was er hier erlebt hat als Grundlage für seine Impulse für das Mysterium von Golgatha. Am besten verstehen sich Seelen, die hier auf dem physischen Plan, und Seelen, die auf dem geistigen Plan leben, in alledem, was anknüpft an das Mysterium von Golgatha. Aber an das Mysterium von Golgatha knüpft an nicht nur dasjenige, was dieses Mysterium von Golgatha bei jeder Gelegenheit im Munde führt, sondern alles das, was im Sinne des Wortes geforscht ist: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit.» Derjenige, dessen Geburt wir feiern im Glanze der Weihnachtskerzen, der ist es wirklich, der nicht allein sich offenbaren sollte einmal, um dann in bequemer Weise die Grundlage abzugeben zum Nachplappern ihrer Reden bei denen, die nichts Neues lernen wollen und alles Neue zurückweisen, sondern Derjenige, der unter dem Scheine der Weihnachtskerzen allein gefeiert werden darf, das ist der, der sich offenbaren wollte den Menschen in der ganzen Zeit, die da folgt auf das Mysterium von Golgatha.

[ ] Zu dem mancherlei, was gesagt werden konnte, um die Brücke zu schlagen zu den Seelen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben, sei auch dieses hinzugefügt, denn in denjenigen Gedanken, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, verstehen sich sogenannte Lebende und sogenannte Tote am allerbesten. Denn der Christus ist wirklich vom Himmel auf die Erde herabgestiegen und muß seither auf der Erde gesucht werden. Hier lernt der Mensch sein Geheimnis im fleischlichen Leibe kennen, wie der Christus selber im fleischlichen Leibe seine Mission auf der Erde gesucht hat. Der Tote schaut aus dem Geisterland herab auf das, was er hier erlebt hat als Grundlage für seine Impulse für das Mysterium von Golgatha. Am besten verstehen sich Seelen, die hier auf dem physischen Plan, und Seelen, die auf dem geistigen Plan leben, in alledem, was anknüpft an das Mysterium von Golgatha. Aber an das Mysterium von Golgatha knüpft an nicht nur dasjenige, was dieses Mysterium von Golgatha bei jeder Gelegenheit im Munde führt, sondern alles das, was im Sinne des Wortes geforscht ist: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit.» Derjenige, dessen Geburt wir feiern im Glanze der Weihnachtskerzen, der ist es wirklich, der nicht allein sich offenbaren sollte einmal, um dann in bequemer Weise die Grundlage abzugeben zum Nachplappern ihrer Reden bei denen, die nichts Neues lernen wollen und alles Neue zurückweisen, sondern Derjenige, der unter dem Scheine der Weihnachtskerzen allein gefeiert werden darf, das ist der, der sich offenbaren wollte den Menschen in der ganzen Zeit, die da folgt auf das Mysterium von Golgatha.

[ ] Fassen in dieser Zeit unter den Zeichen, die heute so bedeutungsvoll am geistigen Horizont erscheinen, genug Menschen den Entschluß, den Christus Jesus zu verstehen, dann ist dies ein Weihnachtsgedanke, ein die Nacht weihender Gedanke, der in guter Art auferstehen wird nach dreiunddreißig Jahren, der leben wird als Kraft der Menschheit in der Zeit von heute bis zu seiner Auferstehung. Fassen wir starke, fassen wir mutvolle, fassen wir weisheitserfüllte Weihnachtsgedanken und durchdringen wir uns mit diesen für diese Weihenacht, dann werden wir sie in würdiger Weise durchleben.

[ ] Fassen in dieser Zeit unter den Zeichen, die heute so bedeutungsvoll am geistigen Horizont erscheinen, genug Menschen den Entschluß, den Christus Jesus zu verstehen, dann ist dies ein Weihnachtsgedanke, ein die Nacht weihender Gedanke, der in guter Art auferstehen wird nach dreiunddreißig Jahren, der leben wird als Kraft der Menschheit in der Zeit von heute bis zu seiner Auferstehung. Fassen wir starke, fassen wir mutvolle, fassen wir weisheitserfüllte Weihnachtsgedanken und durchdringen wir uns mit diesen für diese Weihenacht, dann werden wir sie in würdiger Weise durchleben.

[ ] Das sei es, was ich Ihren Seelen als einen Weihnachtsgruß heute überbringen möchte. Und ich weiß, daß dieser Weihnachtsgruß im Sinne desjenigen Impulses gelegen ist, den man allein wahrhaft und würdig im Zeichen der Weihnachtslichter feiern darf.

[ ] Das sei es, was ich Ihren Seelen als einen Weihnachtsgruß heute überbringen möchte. Und ich weiß, daß dieser Weihnachtsgruß im Sinne desjenigen Impulses gelegen ist, den man allein wahrhaft und würdig im Zeichen der Weihnachtslichter feiern darf.