Mystery Truths and Christmas Impulses
Ancient Myths and Their Significance
GA 180
24 December 1917, Dornach
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Mystery Truths and Christmas Impulses, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ ] In bedeutungsvoller Weise stellt der christliche Kalender das Fest von Adam und Eva auf den 24.Dezember, das Fest der Geburt des Christus Jesus in die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Unmittelbar zusammengerückt werden dadurch nach christlicher Anschauung der Weltenanfang, das heißt der Anfang unseres unmittelbaren Erdgeschehens, und das größte Ereignis des Erdgeschehens, jenes Ereignis, welches der Erdenentwickelung Sinn gibt; unmittelbar aneinandergerückt aus dem Grunde, weil dadurch angedeutet werden soll, wie die Art und Weise des Verhaltens des Menschen zum geistigen Weltenall durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha einen so bedeutungsvollen Umschwung erfahren hat, daß alles das, was ihm vorangegangen ist, zwar wichtig ist zur Erkenntnis dieses Mysteriums selber, aber für das unmittelbare christliche Bewußtsein mit Bezug auf die Aufnahme der Willensimpulse zunächst außer Betracht bleiben kann.
[ 1 ] Significantly, the Christian calendar places the feast of Adam and Eve on December 24 and the feast of the Nativity of Jesus Christ on the night of December 24–25. According to the Christian view of the world, this brings the beginning of the world—that is, the beginning of our immediate earthly existence—and the greatest event in earthly history, the event that gives meaning to the Earth’s development, brought into immediate proximity for the reason that this is meant to indicate how the nature of humanity’s relationship to the spiritual universe underwent such a significant transformation through the advent of the Mystery of Golgotha that everything that preceded it—while important for understanding this Mystery itself— but can initially be set aside for immediate Christian consciousness with regard to the reception of the impulses of the will.
[ ] Der größte Umschwung in der Entwickelung des Erdendaseins — uns ist es ja bewußt — ist eingetreten durch das Mysterium von Golgatha. Es steht so vor der Seele desjenigen, der es versteht, daß durch sein Verständnis der Sinn der Erdenentwickelung erschlossen ist. Man kann sagen: Wenn man hinblickt auf die Art und Weise, wie sich zur Weltenweisheit als einem Impuls für den Menschen selbst in der Zeit, bevor der Christus in die Menschheitsentwickelung auf Erden eingetreten ist, die Alten verhielten, und dieses Verhalten der vorchristlichen Zeit vergleicht mit der Art und Weise, wie das christliche Bewußtsein sich zur Weltenweisheit als einem Impuls des menschlichen Handelns verhält, so bekommt man, wenn man dann in der Lage ist auszugestalten den entsprechenden Gedanken, einen tief eindrucksvollen Sinn.
[ 2 ] The greatest turning point in the development of earthly existence—as we are well aware—occurred through the Mystery of Golgotha. It stands before the soul of the one who understands it in such a way that, through this understanding, the meaning of Earth’s development is revealed. One might say: If we look at the way the ancients related to world wisdom—as an impulse for humanity itself—in the time before Christ entered into the development of humanity on Earth, and if one compares this attitude of the pre-Christian era with the way Christian consciousness relates to world wisdom as an impulse for human action, then—if one is able to give form to the corresponding thought—one gains a profoundly moving insight.
[ ] Man braucht sich nur an eine Gestalt zu erinnern — an welche zu erinnern man gerade Veranlassung hat, wenn das Fest eintritt, das gewissermaßen unter der Devise steht: «Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine» —, an das aus dem Altertum heraufragende Bild der jungfräulichen Pallas Athene, der Göttin der Weisheit im alten Griechenland, welche die Tochter des Zeus selber ist, und der Göttin, die man angesehen hat als die Göttin der Klugheit. Zeus, der Herr des Blitzlichtes, des erhellenden Lichtes, des im Erdendasein arbeitenden Lichtes, zeugt mit der Klugheit die jungfräuliche Pallas Athene, die Bewahrerin der menschlichen Weisheit vor dem Mysterium von Golgatha.
[ 3 ] One need only recall one figure—the very one we are reminded of when the feast arrives, a feast that, in a sense, is held under the motto: “Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine”—the image, emerging from antiquity, of the virgin Pallas Athena, the goddess of wisdom in ancient Greece, who is the daughter of Zeus himself, and the goddess who was regarded as the goddess of prudence. Zeus, the lord of the flash of lightning, of illuminating light, of the light at work in earthly existence, begets through prudence the virgin Pallas Athena, the guardian of human wisdom before the Mystery of Golgotha.
[ ] Ein tiefer Sinn liegt in der Ausdichtung dieser Gestalt der jungfräulichen Pallas Athene. Sie ist als Weisheitsgöttin selber jungfräulich. Was heißt dieses eigentlich im höheren Sinne? Was meinten die griechischen Mysterienführer, wenn sie von der jungfräulichen Pallas Athene sprachen? Sie meinten die Weisheit, durch welche der Mensch wirkt im geschichtlichen Weltenzusammenhange. Diese Weisheit ist in dem vierten Zeitraum, in den die griechische Kulturentwickelung eben eingetreten ist, herausgeboren aus dem, was nicht Welt selbst ist, sondern Spiegelbild der Welt. Fassen wir das wohl auf: Spiegelbild der Welt, Maja. In den vorhergehenden Zeiträumen war die Weisheit von den Mysterienpriestern nicht als eine jungfräuliche Macht hingestellt worden, weil sie als Menschenweisheit im ersten, zweiten, dritten nachatlantischen Zeitraum immer befruchtet war von der alten atavistischen Hellseherkraft. Erst im vierten nachatlantischen Zeitraum ist die Möglichkeit eingetreten, auch etwas zu wissen aus dem bloßen Hinschauen auf das, was nicht getrieben wird von jenen Kräften, die dem atavistischen Hellsehen zugrunde liegen, von den Affekten, von den Leidenschaften, von alldem, was als Feuer in der menschlichen Wesenheit glimmt, sondern von dem jungfräulichen, von atavistischem Hellsehen unbefruchteten Spiegelbilde der Welt. Von der Maja stammt diejenige Weisheit, die gemeint ist, wenn ihre Repräsentantin hingestellt ist: die Pallas Athene.
[ 4 ] There is a deeper meaning behind the poetic portrayal of this figure of the virgin Pallas Athena. As the goddess of wisdom, she herself is a virgin. What does this actually mean in a higher sense? What did the Greek mystery leaders mean when they spoke of the virgin Pallas Athena? They meant the wisdom through which human beings act within the historical context of the world. In the fourth epoch, into which Greek cultural development has just entered, this wisdom is born out of that which is not the world itself, but a reflection of the world. Let us understand this well: a reflection of the world, Maya. In the preceding epochs, the wisdom of the mystery priests had not been presented as a virginal power, because as human wisdom in the first, second, and third post-Atlantean epochs, it was always imbued with the ancient atavistic power of clairvoyance. It was not until the fourth post-Atlantean epoch that the possibility arose to know something simply by looking at that which is not driven by the forces underlying atavistic clairvoyance—by the emotions, the passions, all that glows like fire within the human being—but rather by the virginal reflection of the world, uninfluenced by atavistic clairvoyance. The wisdom referred to when her representative is depicted—Pallas Athena—originates from Maya.
[ ] Auch die Pallas Athene ist eine Maja, eine Maria; aber die Pallas Athene ist jene Maja, welche aus sich selbst heraus noch die Weisheit spiegelt, welche aus sich selbst heraus die Weisheit dem Menschen offenbar werden läßt. Der große Fortschritt besteht darinnen, daß diese selbe Maja, diese selbe Maria befruchtet wird von dem Kosmos, und geboren wird nun eine neue Weisheit. Die Pallas Athene war die Repräsentantin der Weisheit. Der Christus-Impuls ist der Sohn der Maja, der Maria, der jungfräulichen Weisheitsrepräsentantin und der kosmisch-göttlichen, der kosmisch-intelligenten Weltenmacht. Daher war die alte Weisheit, wie sie repräsentiert ist durch Pallas Athene, wohl geeignet, die Welt des Mineralischen bis herauf zum Pflanzlichen zu zergliedern, zu begreifen, aber noch nicht geeignet, den Menschen selber zu erfassen, den Menschen selber in seiner Persönlichkeit zu begreifen.
[ 5 ] Pallas Athena, too, is a Maja, a Maria; but Pallas Athena is that Maja who, from within herself, still reflects wisdom—who, from within herself, reveals wisdom to humankind. The great advance lies in the fact that this very same Maja, this very same Mary, is fertilized by the cosmos, and a new wisdom is now born. Pallas Athena was the representative of wisdom. The Christ impulse is the son of Maja, of Mary, the virginal representative of wisdom, and of the cosmic-divine, the cosmic-intelligent power of the worlds. Therefore, the ancient wisdom, as represented by Pallas Athena, was well suited to analyze and comprehend the world from the mineral realm up to the plant realm, but was not yet capable of grasping human beings themselves, of comprehending human beings in their own personalities.
[ ] Wollte man den Menschen in seiner Persönlichkeit begreifen in der damaligen Zeit, so konnte man das in den Mysterien auch, aber man mußte dann in den Mysterien zum atavistischen Hellsehen gelangen. In dem, was mit Pallas Athene, mit der jungfräulichen Repräsentantin der Weisheit gemeint ist, wird ein Anfang bezeichnet, der als solcher geeignet war, den Umkreis der irdischen Welt zu begreifen. Aber erst durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha, erst dadurch, daß sich die göttliche intelligente Liebekraft verbunden hat mit der Kraft der Maja, mit dem Spiegelbild der Welt, ist hingestellt vor die menschliche Entwickelung der Menschengott, der Gott, der nun nicht mehr bloß erreichbar ist, wenn überschritten wird der physische Plan, sondern der Gott, der in seiner Wesenheit auf dem physischen Plane selbst zu finden ist. Derjenige Fortschritt in der Menschheitsentwickelung, der durch das Weihnachtsmysterium gemeint ist, stellt sich vor die menschliche Seele hin, wenn man die richtige Legende von der Pallas Athene zusammenstellt mit alldem, was in wahrer Gestalt erfaßt werden kann über die Natur der jungfräulichen Maja, aus der der Christus-Impuls für die Erdenentwickelung hervorgeht.
[ 6 ] If one wished to understand the human being in terms of his or her personality at that time, it was possible to do so within the Mysteries, but one then had to attain atavistic clairvoyance within the Mysteries. What is meant by Pallas Athena—the virginal representative of wisdom—signifies a beginning that was, as such, suited to comprehending the sphere of the earthly world. But it was only through the advent of the Mystery of Golgotha—only through the union of the divine, intelligent power of love with the power of Maya, with the mirror image of the world—that the God-Man was set before human evolution: the God who is no longer accessible only by transcending the physical plane, but the God whose very essence can be found on the physical plane itself. The progress in human evolution referred to by the Christmas Mystery presents itself to the human soul when one combines the true legend of Pallas Athena with all that can be grasped in its true form regarding the nature of the virginal Maya, from which the Christ impulse for Earth’s evolution arises.
[ ] Im Zusammenhange mit solchen Einblicken in das Menschengeschehen, mit solchen Anforderungen an die menschlichen Willensimpulse, wie wir sie auseinandergesetzt haben, um das Weihnachtsmysterium zu erfassen, geziemt es unserer so ernsten Zeit — dieser Zeit, der dies so dringend notwendig wäre — Gesichtspunkte zu gewinnen, welche im Sinne des dreiunddreißigjährigenUmkreises liegen, von dem gestern gesprochen worden ist. Wie die Alten versuchten, die Sterne zu enträtseln und aus deren Konstellationen bestimmten, was sie hier auf der Erde tun wollten, so sollte der Mensch sich bewußt werden, daß er eintreten muß nunmehr in ein Zeitalter, welches nur Not und Elend und Unglück unter die Erdenmenschheit bringen muß, wenn sie sich nicht entschließt, die Konstellationen der Zeitensterne zu lesen im Werdegang der Menschheit. Mit dem, worauf das materialistische Zeitalter so stolz ist, wird sich in Hinkunft nichts anderes im Erdendasein erreichen lassen als dasjenige, was schon erreicht ist in dieser katastrophalen Zeit. Den Mut muß die Menschheit gewinnen, solches Gelöbnis der eigenen Seele als heiliges Weihnachtsgelöbnis zu tun: den Blick zu wenden nach den in unserer Zeit sich hereindrängenden spirituellen Wahrheiten. Den Mut muß unsere Zeit finden, unbehelligt durch Schwachmütigkeit hineinzuschauen in das, was ist. Neuen Wahrheitssinn muß sich unsere Menschheit aneignen, wenn sie wieder folgen will den Spuren Desjenigen, den sie feiern will durch das Weihnachtsfest in seiner Geburt, der aber nicht verstanden wird, wenn seine Worte nicht tief genug gefaßt werden: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.»
[ 7 ] In connection with such insights into human affairs, with such demands on the impulses of the human will as we have discussed in order to grasp the mystery of Christmas, it is fitting for our time—a time so serious, a time for which this is so urgently needed—to gain perspectives that lie within the spirit of the thirty-three-year cycle mentioned yesterday. Just as the ancients sought to unravel the mysteries of the stars and determined from their constellations what they wished to accomplish here on Earth, so too should humanity become aware that it must now enter an age that can only bring hardship, misery, and misfortune to the people of Earth unless they resolve to read the constellations of the stars of time in the course of human history. With what the materialistic age is so proud of, nothing more will be achieved in earthly existence in the future than what has already been achieved in this catastrophic time. Humanity must find the courage to make such a vow to its own soul as a sacred Christmas vow: to turn its gaze toward the spiritual truths that are pressing their way into our time. Our time must find the courage, unhindered by timidity, to look into what is. Humanity must acquire a new sense of truth if it wishes to follow once more in the footsteps of the One whose birth it celebrates at Christmas—but who is not understood unless his words are grasped deeply enough: “I am the Way, the Truth, and the Life.”
[ ] Dazu gehört, daß man in solch ernster Zeit nicht bloß das Verlangen danach trägt, wohltuende Reden zu führen über das Friedensfest, wie es ganz gewiß in diesen Zeiten von vielen Kanzeln aus getan wird; dazu gehört, daß man in ernster Zeit wenigstens den Gedanken zu fassen vermag, wie wenig schöpferisch unsere Zeit eigentlich ist. Denn dem Großen, was in sie herein will, kann nur gedient sein, wenn die Menschen in der eigenen Seele Schöpferkraft entwickeln. Das überlege man sich einmal: Gewiß, hereingedrungen in die Menschheitsentwickelung ist das Mysterium von Golgatha im Beginne unserer Zeitrechnung; aber hätte es nicht spurlos vorübergehen können, wenn nicht die Menschen jener Zeit in der eigenen Seele Schöpferkraft gehabt hätten, um es aufzufassen, um es in Begriffe, in Vorstellungen zu bringen, um davon überhaupt zu reden? Äußerlich betrachtet ist in einer unbekannten Provinz des Römischen Reiches eine Persönlichkeit geboren worden, von der die Evangelien sprechen. Schöpferkraft haben die Menschen jener Zeit gehabt, um aufzufassen, was in dieser Persönlichkeit lebte. Das ist es, was dazugehört, wenn die größten göttlichen Kräfte sich mit dem Menschheitsgeschehen vereinigen, daß die Menschen den Willen zur Schöpferkraft in sich aufbringen können. Deshalb sollte gestern die Frage aufgeworfen werden: In welcher Weise war dieses 19. Jahrhundert, dieses hochmütige 19., 20. Jahrhundert befähigt, Schöpferkraft zu entwickeln, um dasjenige, was nun schon durch Jahrhunderte von der Menschheit als der Inhalt der Erlösungsidee anerkannt worden ist, zu verstehen?
[ 8 ] This means that, in such serious times, one should not merely feel the desire to deliver soothing sermons about the Festival of Peace—as is certainly being done from many pulpits these days—but rather that, in serious times, one should at least be able to grasp the idea of just how uncreative our age actually is. For the great thing that seeks to enter into our time can only be served if people develop creative power within their own souls. Let us consider this for a moment: Certainly, the Mystery of Golgotha entered human evolution at the beginning of our era; but might it not have passed without a trace if the people of that time had not possessed creative power within their own souls to grasp it, to translate it into concepts and ideas, and to speak of it at all? Viewed from the outside, a figure described in the Gospels was born in an obscure province of the Roman Empire. The people of that time possessed the creative power to grasp what lived within this figure. This is what is required when the greatest divine forces unite with human history: that people be able to summon within themselves the will to creative power. That is why the question should have been raised yesterday: In what way were the 19th and 20th centuries—those arrogant centuries—capable of developing the creative power necessary to understand what humanity has now recognized for centuries as the essence of the idea of salvation?
[ ] Fügen wir — wir könnten Hunderte und Tausende von Beispielen anführen — noch einige Stimmen aus diesem 19. Jahrhundert dazu, wie es versucht hat, von dem Christus Jesus zu reden. Ich sagte, die besten, die tiefdenkendsten Leute wollte ich anführen, um zu zeigen, was in deren Seelen gesessen hat. Es kommt mir nicht so sehr darauf an, die Frage zu beantworten: Welchen Einfluß haben solche Leute wie diejenigen, deren Stimmen über den Christus Jesus ich Ihnen angeführt habe? — sondern es kommt mir darauf an, zu zeigen, wie die Zeit wirkt auf die Besten. Denn das sind die Ideen, von denen die Gemüter gerade der Ehrlichsten beherrscht sind. Die andern reden zwar von dem Christus Jesus, aber ohne auch nur in ihrer Empfindung an den Wahrheitsimpuls wirklich heranzukommen. Fügen wir noch einiges hinzu.
[ 9 ] Let us add—we could cite hundreds and thousands of examples—a few more voices from the 19th century regarding how it sought to speak of Christ Jesus. I said that I wanted to cite the best, the most profound thinkers, to show what lay in their souls. It is not so much my intention to answer the question: What influence do people like those whose voices I have cited to you regarding Christ Jesus have? — but rather, it is my intention to show how the times affect the best among us. For these are the ideas that dominate the minds of the most honest people in particular. The others do speak of Jesus Christ, but without ever truly coming close to the impulse of truth, even in their feelings. Let us add a few more points.
[ ] In der Zeit, als man anfing im 19. Jahrhundert freigeistige Ideen zu entwickeln, da war einer derjenigen, die bis zum krankhaften Tiefsinn versuchten, diese neuen Ideen im Gemüt aufzunehmen, Kar] Gutzkow. In seiner Schrift «Wally, die Zweiflerin » hat er aufgenommen so ungefähr die Ideen, die ihm gekommen sind über den Christus Jesus:
[ 10 ] Back in the 19th century, when people began to develop free-thinking ideas, one of those who tried—to the point of pathological profundity—to absorb these new ideas into his mind was Kar] Gutzkow. In his work *Wally, the Doubting Woman*, he recorded, more or less, the ideas that came to him regarding Jesus Christ:
[ ] «Jesus war Jude. Er dachte nicht daran, eine neue Religion zu stiften. Es war bei ihm weder von einer Aufhebung, noch von einer Erweiterung des Judentums die Rede. ... Da war auch nicht eine einzige neue Lehre, welche Jesus brachte. ... Was blieb demnach im Munde Jesu übrig? Eine Moral, welche allerdings veredelnde Kraft hat, aber nie mehr gibt und geben will, als: das lautere Judentum. Die Moral Jesu hält sich immer dicht bei den Gebräuchen des Zeremonialgesetzes und ist nur darin charakteristisch, daß sie für den äußeren Ritus innerlich entsprechende Gesinnungen forderte. Jesus lehrte: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst! So lehrte schon Moses; aber der Stifter einer neuen Religion mußte sagen: Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst.» So korrigiert Karl Gutzkow den Christus Jesus! «Daraus schließt man, daß Jesus eine Erscheinung war, die einzig und allein der Geschichte, keineswegs aber der Religion oder Philosophie angehörte.»
[ 11 ] “Jesus was a Jew. He had no intention of founding a new religion. He spoke neither of abolishing nor of expanding Judaism. ... Nor did Jesus introduce a single new teaching. ... What, then, remained in Jesus’ message? A moral code that, while possessing a ennobling power, never gave—nor sought to give—anything more than: authentic Judaism. Jesus’ moral code always remained closely aligned with the customs of the ceremonial law and is characterized solely by the fact that it demanded inner attitudes corresponding to the outward rites. Jesus taught: “Love your neighbor as yourself!” Moses had already taught this; but the founder of a new religion had to say: “Love your neighbor more than yourself.” This is how Karl Gutzkow corrects the Christ Jesus! “From this one concludes that Jesus was a figure who belonged solely to history, but by no means to religion or philosophy.”
[ ] Eine noch charakteristischere Stimme, weil eine Stimme, welche hervorgegangen ist aus der Seelenwissenschaft unserer Zeit, ist die folgende. Es ist eine Zusammenfassung des Inhaltes der Schrift «Jesus. Eine vergleichende psychopathologische Studie» von Emil Rasmussen, eine dänische Schrift. Der Inhalt kann in der folgenden Weise zusammengefaßt werden:
[ 12 ] An even more distinctive voice—because it is a voice that has emerged from the psychology of our time—is the following. It is a summary of the content of the book *Jesus: A Comparative Psychopathological Study* by Emil Rasmussen, a Danish work. The content can be summarized as follows:
[ ] «Weder die Apostel noch die drei synoptischen Evangelien sahen Jesus für Gott an. Er selbst hielt sich für den (Daniel VII, 13) angekündigten «Menschensohn» und meinte, ohne sich je für den Messias auszugeben, einen Teil der ihm besonders wichtigen Weissagungen zu erfüllen. Der Nazarener gehört in die Kategorie der Propheten. Die religiösen Heroen oder Verkünder, alias Propheten, sind Abirrungen vom normalen Typus der Rasse. Denn ihre inneren Erlebnisse oder Erfahrungen können sich dem Grade und der Art nach nur mit den Paroxismen des Epileptikers oder Hystero-Epileptikers vergleichen. Die «Männer Gottes» bieten ein Krankheitsbild, das der Psychiater genau als epileptische Geisteskrankheit zu diagnostizieren vermag; die Stigmata sind: Halluzinationen oder Augentäuschungen, Tobsuchtsanfälle, krampfartige Lustigkeit, Abwesenheit des Geistes (Absence), Stupor, Dämmerzustand oder traumhaftes Unterbewußtsein, Redestörungen, Delirien, Schwermut, plötzliche Stimmungsumschläge, übertriebene Religiosität, die Vorstellung, für andere zu leiden und die Welt reformieren zu müssen, Größenwahn, Zwangsvorstellungen, der Wahn romanhafter Stammtafeln, vagabundenhafte Unstetigkeit, abnormes Geschlechtsleben, sei es nach der Seite der Ausschweifung oder der Askese. An einer Reihe hervorragender religiöser Sehergestalten alter und moderner Zeit, wie Hesekiel, Paulus, Muhamed, Sören Kierkegaard und so weiter läßt sich die Probe aufs Exempel machen, wobei wieder gemeinsame Eigentümlichkeiten festzustellen sind, wie die schrecklichen Drohungen und Verwünschungen, die mannigfachen Formen und Verschleierungen des Grausamkeitsgefühls, die Wutparoxysmen, das eingebildete Leiden für die Menschheit, Askese, Auferstehungsgedanke und anderes.
[ 13 ] “Neither the apostles nor the three Synoptic Gospels regarded Jesus as God. He himself considered himself to be the ‘Son of Man’ foretold in Daniel 7:13 and believed—without ever claiming to be the Messiah—that he was fulfilling some of the prophecies that were particularly important to him. The Nazarene belongs to the category of prophets. Religious heroes or heralds—also known as prophets—are deviations from the normal type of the human race. For their inner experiences can be compared, in degree and nature, only to the paroxysms of an epileptic or a hysterical-epileptic. The “men of God” present a clinical picture that the psychiatrist is able to diagnose precisely as epileptic mental illness; the stigmata are: hallucinations or visual illusions, fits of rage, convulsive merriment, absence of consciousness (absence seizures), stupor, a twilight state or dreamlike subconsciousness, speech disorders, delirium, melancholy, sudden mood swings, exaggerated religiosity, the belief that one must suffer for others and reform the world, delusions of grandeur, obsessive thoughts, the delusion of fictional genealogies, vagabond-like restlessness, and an abnormal sex life, whether characterized by debauchery or asceticism. A series of outstanding religious visionaries from ancient and modern times—such as Ezekiel, Paul, Muhammad, Søren Kierkegaard, and so on, this can be put to the test, and once again common characteristics can be identified, such as terrible threats and curses, the manifold forms and veils of the sense of cruelty, paroxysms of rage, imagined suffering for humanity, asceticism, the idea of resurrection, and other traits.
[ ] Alle diese bei den alten und modernen Propheten beobachteten Symptome zeigt auch Jesus: Er hat eine Angsterfahrung ohnegleichen, verfällt bei der Tempelaustreibung in Tobsucht, leidet an Halluzinationen, offenbart in seinem widerspruchsvollen Charakter unmäßiges Selbstgefühl und anormales Leben der Sinne, huldigt dem Wahn, für die Menschheit zu leiden und sie entsühnen zu können und liefert durch seine Gewaltsamkeit, Unstetigkeit und die zunehmende Verengung seines Geistes, der keine neuen Vorstellungen mehr aufnimmt und bearbeitet, neue Bestätigung seiner Wahlverwandtschaft mit dem Prophetentypus, der sich zu allen Zeiten und unter allen Himmelsstrichen gleichgeblieben ist. Seine Ethik, die darauf ausgeht, die Familie zu hassen, von Almosen und im alleinseligmachenden Glauben zu leben, ist von der Menschheit nicht akzeptiert worden. Wenn man unter Genie einen Neuschöpfer versteht, so muß man Jesus gegenüber auch diese Position aufgeben, da er, wie die wissenschaftliche Forschung festgestellt hat, in dem Inhalt wie in der Form seiner Lehre nur ein Nachahmer ist. Seine Verheißung, die ihm den Weltsieg eingetragen hat, nämlich seine Wiederkunft, hat vollständig versagt. Jesus ist ein tiefer Trauer würdiger Mensch gewesen, der in seinem tragischen, großartigen Schicksal unser inniges Mitleid verdient.»
[ 14 ] Jesus also exhibits all these symptoms observed in the ancient and modern prophets: He experiences unparalleled anxiety, falls into a frenzy during the cleansing of the temple, suffers from hallucinations, reveals in his contradictory character an excessive sense of self and an abnormal sensuality, is consumed by the delusion that he is suffering for humanity and can atone for it, and—through his violence, instability, and the increasing narrowing of his mind—which no longer absorbs or processes new ideas—provides further confirmation of his elective affinity with the prophetic archetype, which has remained unchanged throughout all ages and under all skies. His ethics, which are based on hating the family, living on alms, and relying on faith as the sole source of salvation, have not been accepted by humanity. If one understands “genius” to mean a creator of the new, then one must also abandon this view with regard to Jesus, since, as scientific research has established, he is merely an imitator in both the content and form of his teachings. His promise—which brought him worldwide triumph, namely his second coming—has failed completely. Jesus was a man worthy of deep sorrow, who, in his tragic, magnificent fate, deserves our heartfelt compassion.”
[ ] Solche Stimmen könnte man verhundertfachen, vertausendfachen, und daß man sie in dieser Weise vorbringen kann, das ist noch nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist etwas ganz anderes, nämlich dieses, daß Menschen, die so sprechen, wirklich und richtig im Sinne der gegenwärtigen Wissenschaft sprechen, und daß man von dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen Wissenschaft aus nicht anders sprechen kann, wenn man ehrlich und aufrichtig ist; und daß man sich die Frage zu stellen hat: Hat man Mut und Willen zum Wollen genug, um dieser Wissenschaft ihren Spiegel vorzuhalten, der nur von der Geisteswissenschaft vorgehalten werden kann? — Jene feigen Kompromisse, welche immer wieder und wiederum tagtäglich hundertfach geschlossen werden zwischen der materialistischen Wissenschaft und zwischen den religiösen Traditionen, die sind das Unehrliche, die sind die Versündigung gegen dasjenige, was die Menschen vorgeben, zu feiern im Weihnachtsmysterium und im Ostermysterium. Das ist das, um was es sich handelt.
[ 15 ] Such voices could be multiplied a hundredfold, a thousandfold, and the fact that they can be presented in this way is not the essential point. The essential point is something entirely different, namely that people who speak this way are speaking truly and correctly in the sense of contemporary science, and that from the standpoint of contemporary science, one cannot speak otherwise if one is honest and sincere; and that one must ask oneself: Do we have enough courage and the will to will in order to hold up to this science the mirror that only spiritual science can hold up? — Those cowardly compromises, which are made time and again, day after day, a hundred times over, between materialistic science and religious traditions—these are the dishonest ones; these are the transgressions against that which people claim to celebrate in the Christmas Mystery and the Easter Mystery. That is what is at stake.
[ ] Es gibt in der Gegenwart ein Entweder-Oder: Entweder Bekenntnis zum spirituellen Leben, oder Fortgang desjenigen Lebens, das zu den Ereignissen von 1914/17 und so weiter geführt hat. Was da zugrunde liegt, das muß jeder als seine Christus-Erkenntnis in seinem Herzen selber aufgehen lassen, aufgehen lassen auch den Willen zum Wollen, den Impuls zum Mut, nicht in Teilkompromissen irgendein Heil zu suchen, sondern geradenwegs den Weg zu gehen, der gegangen werden muß: den Weg, der durch die Erkenntnis des spirituellen Lebens der Menschheit gewiesen werden muß. Konkrete Impulse anzuknüpfen an so etwas wie das Weihnachtsmysterium, das muß mit diesem Willen verbunden sein.
[ 16 ] There is currently an either/or situation: either a commitment to the spiritual life, or a continuation of the kind of life that led to the events of 1914–17 and so on. What underlies this, each person must allow to arise within their own heart as their own recognition of Christ—and likewise allow the will to will to arise, the impulse toward courage, not to seek any kind of salvation through partial compromises, but to walk straight ahead on the path that must be walked: the path that must be shown through the recognition of humanity’s spiritual life. To draw concrete inspiration from something like the Christmas Mystery must be connected to this will.
[ ] Was gesagt worden ist von der dreiunddreißigjährigen Umlaufszeit der Ereignisse — so, wie die Erkenntnis, daß unter gewissen Verhältnissen sich Sauerstoff und Wasserstoff verbinden und man nicht anders das Wasser erkennen kann als durch Elektrolyse, die da chemisch untersucht das Verhalten des Sauerstofls und Wasserstoffs, so sollte sich das Bewußtsein einfinden, daß man soziale Gesetze nur finden kann, wenn man solche Konstellationen im Zeitenlauf zu durchschauen vermag. In den Tag hinein zu denken, dasjenige nur zu sehen, was unmittelbar um uns herum liegt, das ist das, was als das Heilsame die Menschheit in den letzten vier Jahrhunderten allmählich zu betrachten gelernt hat. Aber solcherart das Werden zu erkennen, daß man sich sagt: Was jetzt geschieht, wird auferstehen nach dreiunddreißig Jahren, es obliegt mir das Jetzige unter der Verantwortung, die aus dieser Idee quillt, zu tun, — das ist das, was verlangt werden muß fernerhin von denjenigen, die in das Leben eingreifen wollen von irgendeinem Gesichtspunkte des Lebens aus.
[ 17 ] What has been said about the thirty-three-year cycle of events — just as the realization that, under certain conditions, oxygen and hydrogen combine, and that water cannot be recognized except through electrolysis, which chemically examines the behavior of oxygen and hydrogen—so, too, should the awareness arise that social laws can only be discovered if one is able to discern such constellations in the course of time. Thinking only of the present day, seeing only what lies immediately around us—this is what humanity has gradually come to regard as beneficial over the last four centuries. But to recognize the unfolding of events in such a way that one says to oneself: “What is happening now will resurface in thirty-three years; it is my duty to act in the present under the responsibility that springs from this idea”—this is what must henceforth be demanded of those who wish to intervene in life from any perspective of life.
[ ] Die alten Phrasen vom Weihnachtsfeste nachzuschwätzen, sollte unsere Zeit sich vollständig abgewöhnen. Die Römer haben den Mut gefunden, da sie dem Kriege einen Gott gesetzt haben — den Janus —, den Janustempel nur dann zu schließen, wenn Friede ist. Er wurde in der Zeit von Numa Pompilius, unter dessen Regentschaft er ganz geschlossen war, durch die ganzen 724 Jahre bis zum Kaiser Augustus nur zweimal geschlossen. Aber die Römer haben den Mut gehabt, zu unterscheiden bei ihrem Dienste für einen der obersten der Götter zwischen Krieg und Frieden. Man frage sich, ob die heutige Zeit denselben Mut aufbringen würde, vielleicht zu schließen die Friedensstätten, die Stätten, die dem Frieden dienen sollten da, wo die ganze Welt von Krieg entbrannt ist? Man würde erst dann von Mut sprechen können, wenn so viel Schöpferkraft in der Gegenwart wäre, daß man einen rechten Unterschied bemerken könnte an den Stätten, wo von Frieden geredet wird, wenn dies in solchen Zeiten geschieht, wie es die gegenwärtigen sind.
[ 18 ] Our generation should completely break the habit of parroting the old clichés about Christmas. The Romans found the courage—since they had designated a god for war—Janus—to close the Temple of Janus only when there was peace. During the reign of Numa Pompilius, when it was closed entirely, it was closed only twice over the entire 724 years until the reign of Emperor Augustus. But the Romans had the courage to distinguish between war and peace in their service to one of the supreme gods. One might ask whether our present age would muster the same courage—perhaps to close the places of peace, the sites meant to serve peace, at a time when the whole world is engulfed in war? One could speak of courage only if there were so much creative power in the present that one could perceive a genuine difference in the places where peace is spoken of, especially when this occurs in times such as the present.
[ ] Es ist schon sehr lehrreich, zurückzublicken im Sinne des dreiunddreißigjährigen Umlaufes: 1914 begannen die katastrophalen Ereignisse, in deren Zeichen wir heute stehen. Ich habe schon einige Ereignisse angeführt, die verbunden sind mit den drei- bis vierjährigen katastrophalen Ereignissen nach dem dreiunddreißigjährigen Zyklus. Man könnte noch vieles anführen. Man braucht nur daran zu denken, daß dreiunddreißig Jahre vor 1914, das ist also 1881, die Regierung in Petersburg antrat Alexander IIT., jener Zar, unter dem die Verfolgungen begonnen haben in den Ostseeprovinzen, jener Zar, der die Inkarnation von so viel europäischem Unglück ist. Man könnte auch auf mehr innere Ereignisse hinblicken, ich meine jetzt nicht seelisch «innere». Wenn Sie die Rolle studieren, welche just Gambetta 1881 gespielt hat während seiner zweimonatigen Präsidentschaft in der damaligen Zeit, so werden Sie darinnen geradezu die Signatur finden für dasjenige, was sich vorbereitet in dem Augenblicke, in dem diese katastrophalen Ereignisse hereinbrachen und was jetzt, wie ich schon einmal hier sagte, seinen symptomatischen Ausdruck findet in der Stimmung zwischen Nord- und Südrußland, in der Entfesselung der russisch-ukrainischen Feindschaft, ein Symptom, das viel bedeutungsvoller leuchtet, wenn man die Ereignisse nimmt, die sich vorbereiten, als alles dasjenige, was die Menschen heute so gern in ihrer Bequemlichkeit als wichtige Ereignisse hinnehmen möchten.
[ 19 ] It is indeed very instructive to look back in light of the thirty-three-year cycle: the catastrophic events that continue to shape our lives today began in 1914. I have already cited several events connected with the three- to four-year period of catastrophic events following the thirty-three-year cycle. One could cite many more. One need only recall that thirty-three years before 1914—that is, in 1881—Alexander II ascended to the throne in St. Petersburg, the very tsar under whom the persecutions began in the Baltic provinces, the very tsar who is the embodiment of so much European misfortune. One could also look to more internal events—and I do not mean “internal” in a spiritual sense. If you study the role that Gambetta himself played in 1881 during his two-month presidency at that time, you will find in it the very signature of what was brewing at the very moment these catastrophic events broke out and what now, as I have already said here, finds its symptomatic expression in the mood between northern and southern Russia, in the unleashing of Russian-Ukrainian hostility—a symptom that shines with far greater significance, when one considers the events that are unfolding, than anything that people today, in their complacency, are so eager to accept as important events.
[ ] Vieles könnte in dieser Weise angeführt werden. Die Frage kann aufgeworfen werden: Wie soll es der Mensch machen, wenn er an wichtigen Stellen steht, um zu solchen Entschlüssen zu kommen, die nach dreiunddreißig Jahren aufgehen können? Er soll nur einmal probieren, unter dem Einflusse einer solchen Idee die Ereignisse, die dreiunddreißig Jahre zurückliegen, zu verstehen, und aus dem wirklichen Verständnis wird ihm entspringen das, was er in der Gegenwart zu tun hat: dann wird es in würdiger Weise in dreiunddreißig Jahren aufgehen können, auferstehen können. Daß solches vergeblich sei, das dürfte erst dann behauptet werden, wenn es geschehen wäre. Aber wo ist es geschehen? Wo wird heute draußen im exoterischen Leben die Weltenentwickelung nach ihrer inneren Gesetzmäßigkeit betrachtet? Offizielle Vertreter desjenigen, was sich heute oftmals Christentum nennt, die lieben insbesondere immer und immer wieder gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft einzuwenden, daß ja zu Christi Zeiten Offenbarungen aus der geistigen Welt möglich waren, aber daß «die verhängnisvolle Gnosis» nicht wiederum auftauchen darf. Mit Nachsicht darf auf solche Dinge nicht gedeutet werden. Daß diese Leute das Beste meinen, das ist etwas, was nur leider allzuoft auch in unseren Kreisen immer wieder und wieder als ein verhängnisvolles Wort auftritt. Gerade die Wahrheit ins Auge zu fassen, das ist es, um was es sich in Wirklichkeit handeln sollte. Und vor allen Dingen sollen wirt den Willen und den Mut dazu haben, Front zu machen gegen alles das, was sich heute aus der Schwachmütigkeit heraus gegen Geisteswissenschaft so leicht geltend macht.
[ 20 ] Many examples could be cited in this way. The question arises: How should a person proceed when faced with critical junctures in order to reach decisions that may bear fruit thirty-three years later? One need only try, under the influence of such an idea, to understand the events that took place thirty-three years ago, and from that true understanding will spring what one must do in the present: then, in thirty-three years, it will be able to bear fruit in a worthy manner, to rise again. That such an endeavor is in vain can only be claimed once it has actually happened. But where has it happened? Where in exoteric life today is the evolution of the world viewed according to its inner laws? Official representatives of what is often called Christianity today particularly love to object, time and again, to anthroposophically oriented spiritual science, arguing that while revelations from the spiritual world were possible in Christ’s time, “the fateful Gnosticism” must not reappear. Such things must not be interpreted with leniency. That these people mean well is something that, unfortunately, all too often appears again and again even in our own circles as a fateful phrase. Facing the truth head-on—that is what should really be the focus. And above all, we must have the will and the courage to take a stand against everything that, out of timidity, so easily asserts itself against spiritual science today.
[ ] Eine Eigenschaft der Geisteswissenschaft liebt man ganz besonders nicht. Das ist: daß sie ein konkretes, wirkliches geistiges Tatsachenmaterial bringt, daß sie von den geistigen Welten spricht als von wirklichem geistigem Tatsachenmaterial. Wie oft hört man demgegenüber die Worte: Ja, das ist schwer zu verstehen, da kann man sich schwer hineinfinden. — Begreiflich kann solche Rede noch sein bei dem, der eben unter dem Einfluß des gegenwärtigen Schulwesens nicht hat denken lernen können, aber unbegreiflich muß die Rede bei denjenigen sein, welche Anspruch darauf machen, überhaupt wissenschaftlich ernst genommen zu werden. Allerdings, nach und nach ist etwas Wissenschaft geworden, was möglichst geringfügige Ansprüche an das menschliche Denken stellt. Man kann heute ein absolvierter Akademiker sein mit allen möglichen Diplomen und die einfachsten Dinge mit seinem Verstande nicht aufzufassen in der Lage sein, sogleich zu ermüden, wenn wirklich gedacht werden soll. Da liebt man es heute noch immer mehr, wenn in wäßriger Weise geredet wird von allerlei allgemeinen geistigen Dingen, Panidealismus und all dem Zeug. Das befreit einen davon, die Mühe aufwenden zu müssen, an konkrete geistige Tatsachen heranzutreten. Geisteswissenschaft muß allerdings Anforderungen stellen an diejenigen, die zu ihr kommen. Der gute Wille muß da sein, etwas mehr zu verwenden von seinem Geiste, als notwendig ist, um allgemeine Redensarten von Panidealismus und dergleichen mit seinem verwässerten Herzensgefühl weiter zu verwässern. Zu schwelgen in allen möglichen «Panen » und in allen möglichen allgemeinen gefühlsduseligen Redensarten, das ist nicht mehr an der Zeit. An der Zeit ist heute, ernst sich den konkreten geistigen Tatsachen entgegenzustellen. An der Zeit ist heute, den Willen aufzubringen, wirklich zu denken. Deshalb müssen Worte zur Einleitung dieser Weihenacht gesprochen werden, die in unserer heutigen Zeit auch ernst klingen. Denn wir werden unsere Seelen um so mehr verbinden mit dem, was als Christus-Impuls in die Erdenentwickelung eingetreten ist, je mehr wir den Willen haben, dies in ernster, in würdiger, in eindringlicher Weise zu tun.
[ 21 ] There is one aspect of spiritual science that people particularly dislike. That is: that it presents concrete, real spiritual facts; that it speaks of the spiritual worlds as real spiritual facts. How often, in contrast, do we hear people say: “Yes, that’s hard to understand; it’s hard to get a handle on it.” — Such talk may still be understandable coming from someone who, under the influence of the current school system, has not been able to learn how to think, but it must be incomprehensible coming from those who claim to be taken seriously as scientists at all. Admittedly, little by little, something has come to be regarded as science that places the most minimal demands on human thinking. Today, one can be a college graduate with all sorts of degrees and yet be unable to grasp even the simplest things with one’s intellect, growing weary at once when real thinking is required. People today increasingly prefer it when there is vague, watered-down talk about all sorts of general intellectual matters, pan-idealism, and all that sort of thing. This spares one the effort of having to grapple with concrete spiritual facts. Spiritual science, however, must make demands on those who come to it. There must be a willingness to exert one’s mind a little more than is necessary to further dilute general platitudes about pan-idealism and the like with one’s watered-down emotional sentiment. It is no longer the time to revel in all manner of “pan-” concepts and all manner of general, sentimental platitudes. The time has come today to seriously confront concrete spiritual facts. Now is the time to summon the will to truly think. That is why words must be spoken at the beginning of this Christmas Eve service that also sound serious in our present age. For the more we have the will to do this in a serious, dignified, and forceful manner, the more we will connect our souls with what has entered into the development of the Earth as the Christ impulse.
[ ] Durch Jahrtausende hindurch hat die Menschheit den Raum als das angesehen, was zu verehren ist, den Inhalt des Raumes, nicht des Erdenraumes, des Himmelsraumes. Hinauf hat sie gerichtet die Blicke nach den Sternenkonstellationen, um in den Sternen zu lesen, was hier auf der Erde zu geschehen hat. Sie wußte, diese Menschheit: Die Toten lesen und müssen lesen in den Sternen, die Toten müssen mitwirken an dem Erdengeschehen. — So muß der Mensch auch lernen, jene Schrift zu lesen, die die Schrift ist, welche die Toten unausgesetzt lesen müssen. Was hier auf der Erde geschieht, man sah es in diesen alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha so an, daß man sagte: Da oben, da stehen Sonne, Mond und Widder; oder Sonne, Mond und Stier; oder Sonne, Mond und Zwillinge; oder Zwillinge und Venus oder dergleichen, in einer solchen Konstellation. Es ist ein Zeichen dafür, daß aus dem Kosmos gewisse Impulse hereinkommen. Wenn diese Impulse da sind, dann muß gerade dieses oder jenes gemacht werden; denn was hier geschieht, es geschieht in der Zeit, und die Zeit liefert die Maja, die Zeit liefert den Verlauf der großen Täuschung. — Diese Täuschung war es in diesem Sinne nur bis zu dem Mysterium von Golgatha. Aus dieser Maja heraus wurde der ChristusImpuls geboren, wie ich das im Eingang erörtert habe, aus der jungfräulichen Maja heraus das, was nicht mehr befruchtet ist von altem atavistischem Hellsehen, was sich unmittelbar gegenüberstellt den von der Erde unberührten Weltenmächten.
[ 22 ] For millennia, humanity has regarded space as something to be revered—not the space on Earth, but the space of the heavens. It has turned its gaze upward toward the constellations to read in the stars what is to happen here on Earth. Humanity knew this: The dead read—and must read—in the stars; the dead must play a part in earthly events. — Thus, human beings must also learn to read that scripture which the dead must read ceaselessly. What happens here on Earth was viewed in those ancient times before the Mystery of Golgotha in such a way that people would say: “Up there, the Sun, Moon, and Aries are aligned; or the Sun, Moon, and Taurus; or the Sun, Moon, and Gemini; or Gemini and Venus, or the like, in such a constellation.” It is a sign that certain impulses are coming in from the cosmos. When these impulses are present, then this or that particular action must be taken; for what happens here takes place within time, and time provides the Maya; time provides the course of the great illusion. — In this sense, this illusion lasted only until the Mystery of Golgotha. Out of this Maya, the Christ impulse was born, as I discussed at the beginning; out of the virginal Maya came that which is no longer fertilized by old, atavistic clairvoyance, that which stands in direct opposition to the world powers untouched by the Earth.
[ ] Die Verehrung desjenigen, was in der Zeit verläuft, die Erkenntnis desjenigen, was in der Zeit verläuft, wird zur Pflicht, ebenso wie in alten Zeiten als Pflicht angesehen worden ist, die Konstellationen im Raume zu sehen. Der alte Magier, dessen Repräsentanz erschienen ist vor dem Kindlein in der Krippe, sah hinauf zu dem Golde des Himmels, zu den Sternen, und er sagte sich: So wie die Sterne stehen, ist darinnen zu lesen, was hier auf der Erde zu geschehen hat; denn was in die Sterne geschrieben ist, ist das Ergebnis der Vergangenheit. In dem Golde der Sterne ruht, was der Alte der Tage mit seinen Heerscharen durch die ganze Vergangenheit hindurch geschrieben hat, daß es geschehen soll in der Gegenwart. Die Gegenwart hat auszuführen, was aus dem Golde der Sterne zu ersehen ist; die Gegenwart, die vergeht in dem Momente, wo sie entsteht. Die Gegenwart ist das fortwährende aufflammende Feuer, repräsentiert durch den Weihrauch; die Gegenwart in der Imagination des Weihrauches. Und es ruht in der von der Vergangenheit befruchteten Gegenwart die Zukunft unter der Imagination der Myrrhe.
[ 23 ] The veneration of that which passes with time, the recognition of that which passes with time, becomes a duty, just as in ancient times it was considered a duty to observe the constellations in space. The ancient magician, whose image appeared before the infant in the manger, looked up at the gold of the heavens, at the stars, and said to himself: Just as the stars are arranged, so too can one read within them what is to happen here on Earth; for what is written in the stars is the result of the past. In the gold of the stars lies what the Ancient of Days, with his hosts, has written throughout the entire past—that it may come to pass in the present. The present must carry out what can be seen in the gold of the stars; the present, which passes away the very moment it comes into being. The present is the ceaselessly blazing fire, represented by incense; the present in the imagery of incense. And within the present, fertilized by the past, the future rests under the imagery of myrrh.
[ ] Die Geheimnisse der alten Magier waren die, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenhängen. Aber in dieser Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sahen sie den Schleier der Maja, den Schleier der Pallas Athene selber, der nur spiegelte die Konstellationen der Sterne. Und jene drei Magier, die vor der Krippe erschienen, sie verstanden es, daß aus dem Inhalte der Zeit, desjenigen, was das Spiegelbild der Raumeskonstellation ist, aus der Zeitmaja heraus sich entwickeln muß ein Neues, zu dem man hinzutragen hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Einsicht in das Göttlich-Geistige: Gold; Opferdienst, menschliche Tugend: Weihrauch; Verbindung der Menschenseele mit dem Ewigen, Unsterblichen: Myrrhen.
[ 24 ] The secrets of the ancient magicians lay in how the past, present, and future are interconnected. But within this past, present, and future, they saw the veil of Maya, the veil of Pallas Athena herself, which merely reflected the constellations of the stars. And those three magi who appeared before the manger understood that from the essence of time—that which is the reflection of the constellations—from the Maya of time, something new must emerge, to which one must bring the past, the present, and the future: gold, frankincense, and myrrh. Insight into the divine-spiritual: gold; the act of sacrifice, human virtue: frankincense; the union of the human soul with the eternal, the immortal: myrrh.
[ ] So gewaltig ist der Einschnitt, der da liegt zwischen der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha und der Zeit nach demselben, daß man sagen kann, das Heiligste, das vorher lag, stieg herab, verband sich in Liebe mit der Maja und gebar den Impuls, der weiterhin die Erdenentwickelung zu tragen hat: den Christus Jesus. Den Christus Jesus verstehen — wie die göttlich-kosmische Liebe aus dem Schoße der Maja den Christus empfangen hat —, heißt verstehen einen Weltengott, der alle jene Differenzierungen hinwegschafft, welche notwendigerweise aus dem Aufblick zu den bloßen Raumeskonstellationen hervorgehen müssen. Die Sternenkonstellation ist für einen Fleck der Erde eine andere als für einen andern Fleck. Die alten Sagen stellen es auch dar, wie die eingeweihten Heroen herumziehen, wie die verschiedensten Erdengebiete verschiedenste Aufblicke zu Göttern haben. So geht das, was als Verehrungswürdiges aus dem Raume stammt, in die Zeit über. Dann ist die Zeit für alle menschlichen Erdenkinder dieselbe, dann wird ein universalistischer Gott, ein Gott, demgegenüber keine engere Gemeinschaft ein Recht hat, ihn für sich in Anspruch zu nehmen, keine menschliche Gemeinschaft für ihre Interessen sagen darf, sie tue es in seinem Namen, sondern nur die Gemeinschaft sämtlicher Menschen.
[ 25 ] The divide between the time before the Mystery of Golgotha and the time after it is so immense that one can say: the Most Holy, which existed before, descended, united itself in love with Maya, and gave birth to the impulse that is to continue to sustain the development of the Earth—Christ Jesus. To understand Christ Jesus—how divine-cosmic love received Christ from the womb of Maja—means to understand a world god who transcends all those distinctions that necessarily arise from gazing upon mere celestial constellations. The constellation of stars is different for one spot on Earth than for another. The ancient legends also depict how the initiated heroes travel about, and how the most diverse regions of the Earth have the most varied perspectives on the gods. Thus, that which originates from space as worthy of veneration passes into time. Then time is the same for all human children of the earth; then there is a universal God—a God whom no particular community has the right to claim for itself, no human community may claim to act in his name for its own interests, but only the community of all humanity.
[ ] Dies sind Gedanken, durch die wir hinwenden können in dieser Weihnacht unsere Seele zu der Erfassung des Ausspruches «Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine»: «Und verleiblicht ward es durch den Heiligen Geist aus der jungfräulichen Maja heraus. » Mit den Stimmen derjenigen, die da im physischen Leibe leben, vereinigen sich die Stimmen derjenigen, die in diesen Zeiten durch die Pforte des Todes gehen, die da wissen, wie zusammenhängen die Zeitenkonstellationen im heutigen Sinne, ebenso wie im alten Sinne die Raumkonstellationen.
[ 26 ] These are thoughts through which we can turn our souls this Christmas toward an understanding of the saying “Et incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine”: “And it was incarnated by the Holy Spirit from the Virgin Mary.” ” The voices of those who live here in physical bodies are joined by the voices of those who are passing through the gate of death at this time—those who know how the constellations of time are connected in the modern sense, just as the constellations of space were connected in the ancient sense.
[ ] Zu dem mancherlei, was gesagt werden konnte, um die Brücke zu schlagen zu den Seelen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben, sei auch dieses hinzugefügt, denn in denjenigen Gedanken, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, verstehen sich sogenannte Lebende und sogenannte Tote am allerbesten. Denn der Christus ist wirklich vom Himmel auf die Erde herabgestiegen und muß seither auf der Erde gesucht werden. Hier lernt der Mensch sein Geheimnis im fleischlichen Leibe kennen, wie der Christus selber im fleischlichen Leibe seine Mission auf der Erde gesucht hat. Der Tote schaut aus dem Geisterland herab auf das, was er hier erlebt hat als Grundlage für seine Impulse für das Mysterium von Golgatha. Am besten verstehen sich Seelen, die hier auf dem physischen Plan, und Seelen, die auf dem geistigen Plan leben, in alledem, was anknüpft an das Mysterium von Golgatha. Aber an das Mysterium von Golgatha knüpft an nicht nur dasjenige, was dieses Mysterium von Golgatha bei jeder Gelegenheit im Munde führt, sondern alles das, was im Sinne des Wortes geforscht ist: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeit.» Derjenige, dessen Geburt wir feiern im Glanze der Weihnachtskerzen, der ist es wirklich, der nicht allein sich offenbaren sollte einmal, um dann in bequemer Weise die Grundlage abzugeben zum Nachplappern ihrer Reden bei denen, die nichts Neues lernen wollen und alles Neue zurückweisen, sondern Derjenige, der unter dem Scheine der Weihnachtskerzen allein gefeiert werden darf, das ist der, der sich offenbaren wollte den Menschen in der ganzen Zeit, die da folgt auf das Mysterium von Golgatha.
[ 27 ] To the many things that could be said to bridge the gap to the souls living between death and a new birth, let this also be added: for in those thoughts that are linked to the Mystery of Golgotha, the so-called living and the so-called dead understand one another best of all. For Christ truly descended from heaven to earth, and since then must be sought on earth. Here, human beings come to know their own mystery within the physical body, just as Christ Himself, in His physical body, sought His mission on earth. The dead look down from the spirit realm upon what they experienced here as the foundation for their impulses toward the Mystery of Golgotha. Souls living here on the physical plane and souls living on the spiritual plane understand one another best in all that is connected to the Mystery of Golgotha. But connected to the Mystery of Golgotha is not only that which speaks of this Mystery of Golgotha at every opportunity, but everything that is sought in the spirit of the words: “I am with you always, even to the end of the age.” The One whose birth we celebrate in the glow of the Christmas candles is truly the One who was not meant to reveal Himself just once, only to then conveniently provide a basis for those who wish to parrot His words—those who do not want to learn anything new and reject everything new—but rather the One who alone may be celebrated in the glow of the Christmas candles, is the One who wished to reveal Himself to humanity throughout the time that follows the Mystery of Golgotha.
[ ] Fassen in dieser Zeit unter den Zeichen, die heute so bedeutungsvoll am geistigen Horizont erscheinen, genug Menschen den Entschluß, den Christus Jesus zu verstehen, dann ist dies ein Weihnachtsgedanke, ein die Nacht weihender Gedanke, der in guter Art auferstehen wird nach dreiunddreißig Jahren, der leben wird als Kraft der Menschheit in der Zeit von heute bis zu seiner Auferstehung. Fassen wir starke, fassen wir mutvolle, fassen wir weisheitserfüllte Weihnachtsgedanken und durchdringen wir uns mit diesen für diese Weihenacht, dann werden wir sie in würdiger Weise durchleben.
[ 28 ] If, during this time, amid the signs that appear so meaningfully on the spiritual horizon today, enough people resolve to understand Christ Jesus, then this is a Christmas thought—a thought that sanctifies the night—which will rise again in a good way after thirty-three years and will live on as a force for humanity from the present time until His Resurrection. Let us embrace strong, courageous, and wisdom-filled Christmas thoughts, and let us imbue ourselves with them for this Holy Night; then we will live through it in a worthy manner.
[ ] Das sei es, was ich Ihren Seelen als einen Weihnachtsgruß heute überbringen möchte. Und ich weiß, daß dieser Weihnachtsgruß im Sinne desjenigen Impulses gelegen ist, den man allein wahrhaft und würdig im Zeichen der Weihnachtslichter feiern darf.
[ 29 ] That is what I would like to convey to your souls today as a Christmas greeting. And I know that this Christmas greeting is in keeping with the spirit of that impulse, which may be celebrated truly and worthily only under the light of the Christmas lights.
