Mystery Truths and Christmas Impulses
Ancient Myths and Their Significance
GA 180
31 December 1917, Dornach
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Mystery Truths and Christmas Impulses, tr. SOL
Siebenter Vortrag
Seventh Lecture
[ 1 ] Als wir vor einem Jahre hier versammelt waren, waren wir gewissermaßen noch mit den Gedanken beschäftigt, die unter der Absicht verliefen, welche dazumal bestand, einigermaßen Aufklärung zu gewinnen über die Grundlagen, über die zugrunde liegenden Kräfte der gegenwärtigen katastrophalen Ereignisse. Es war einige Zeit vorher, als mehrere unserer Freunde den Wunsch aussprachen, daß doch einiges mehr gesagt würde, als bis dahin gesagt war, über konkrete, tiefere Kräfte, die zu diesen katastrophalen Ereignissen mitgewirkt haben. Und wir haben uns dazumal vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus beschäftigt gehabt mit den Absichten, mit den Bestrebungen gewisser Kreise, welche ihre Intentionen, man könnte schon sagen, in verborgener Weise in die Welt einzufügen suchen, einzuführen suchen, und welche ausgehen von gewissen Zielen, die, wie wir gesehen haben, keineswegs allgemein menschliche Ziele sind, sondern die gruppenegoistischen Ziele gewisser engerer Kreise sind, welche aber zu rechnen wissen — in dem Sinne, wie in der Welt eben gerechnet werden muß, wenn man gewisse Dinge durchführen will welche zu rechnen wissen mit großen Zeiträumen.
[ 1 ] When we gathered here a year ago, our thoughts were, in a sense, still occupied with the intention that existed at that time—to gain some understanding of the foundations and underlying forces behind the current catastrophic events. Some time before that, several of our friends had expressed the wish that more be said—beyond what had been said up to that point—about the concrete, deeper forces that have contributed to these catastrophic events. And at that time, from the standpoint of spiritual science, we had been examining the intentions and aspirations of certain circles that— one might say, seek to introduce into the world in a hidden way, and which stem from certain goals that, as we have seen, are by no means general human goals, but rather the group-egoistic goals of certain narrow circles—circles that, however, know how to calculate—in the sense that one must calculate in the world if one wishes to carry out certain things—and that know how to calculate over long periods of time.
[ 2 ] Wir haben zurückverweisen können auf Bestrebungen, die zu verfolgen sind, sie sind noch weiter zurückzuverfolgen, aber zunächst in kontinuierlichem Fortgange zu verfolgen sind bis in die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, Bestrebungen, die gerechnet haben mit den in der gegenwärtigen Kulturwelt sich geltend machenden Tendenzen, Kräften. Und wir haben vielleicht aus diesen Betrachtungen heraus doch einiges Verständnis über den Gang der Ereignisse gewinnen können, einiges Verständnis, das unabhängig ist von dem, was heute alle Welt beherrscht, unabhängig ist von den zu so traurigen Konsequenzen führenden nationalen und sonstigen gruppenegoistischen Bestrebungen. Wir haben vielleicht eine Ansicht gewinnen können, welche unabhängig ist von engen Gesichtskreisen, wie sie heute fast alle Menschen beherrschen, und wir haben uns, wenn das auch vielleicht weniger ausgesprochen worden ist, in unserem Innern gewisse Anschauungen von dem bilden können, was zum Heile der Menschheit in der gegenwärtigen Zeit notwendig ist.
[ 2 ] We have been able to trace back to certain endeavors that should be pursued; they can be traced even further back, but for now they can be traced in a continuous progression all the way back to the 1880s—endeavors that took into account the trends and forces asserting themselves in the contemporary cultural world. And perhaps, based on these observations, we have been able to gain some understanding of the course of events—an understanding that is independent of what dominates the world today, independent of the national and other group-egoistic endeavors that lead to such sad consequences. We may have been able to form a perspective that is independent of the narrow horizons that dominate almost everyone today, and—even if this has perhaps been less explicitly stated—we have been able to form within ourselves certain views of what is necessary for the welfare of humanity in the present age.
[ 3 ] Von dem, was in der gegenwärtigen Zeit notwendig ist, gingen ja auch die andern Bestrebungen aus, die gegenwärtig auf dem Boden unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft geltend zu machen versucht wurden. Insbesondere im letzten Jahre hatten ja auch meine öffentlichen Vorträge, wie die Freunde vielleicht wohl bemerkt haben werden, ein gewisses Grundgepräge. Sie hatten das Grundgepräge, aufmerksam zu machen auf gewisse wichtige, verborgene Seiten der menschlichen Natur. Überall, wo ich vortragen konnte in diesem Jahre, war ich bestrebt, von diesem Gesichtspunkte aus ein tieferes Verständnis über den Menschen zu erwecken, insofern der Mensch drinnensteht in dem gesamtmenschlichen Prozesse der Weltenordnung. Wir brauchen nur zurückzublicken auf die öffentlichen Vorträge, die hier in der Schweiz im Laufe der letzten Monate gehalten worden sind. Es war das Bestreben überall, auch in den ausführlicheren Betrachtungen, die ich in Zürich halten konnte, zu zeigen, wie der Mensch als menschliche Persönlichkeit, als menschliches Individuum, in sich die Kräfte trägt, welche eigentlich verschiedenen Bewußtseinsverhältnissen angehören, wie er nicht nur die Kräfte in sich trägt, die seinem Wachbewußtsein angehören, sondern andere Kräfte, die im Unterbewußten bleiben, welche Kräfte aber durchaus nicht bedeutungslos sind, sondern ihre Rolle spielen in der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit, die ihre Rolle spielen im sozialen, im ethischen Leben. Durch solche Bestrebungen sollte die Idee erweckt werden, wie notwendig es in der Gegenwart ist, ein tieferes Verständnis der Menschennatur anzustreben. Eingestreut wurde in diese Vorträge immer, sogar in die öffentlichen Vorträge, ganz absichtlich der Hinweis auf den Zusammenhang zwischen den sogenannten Toten und den Lebendigen. Wenn auch in öffentlichen Vorträgen solche Hinweise noch subtil vorkommen müssen, so sind sie doch gerade in der letzten Zeit in eindringlicherer Weise versucht worden.
[ 3 ] The other endeavors currently being pursued within the framework of our anthroposophically oriented spiritual science also stemmed from what is necessary in the present age. In particular, over the past year, my public lectures—as my friends may well have noticed—have had a certain underlying theme. Their underlying theme was to draw attention to certain important, hidden aspects of human nature. Everywhere I was able to speak this year, I strove to awaken a deeper understanding of the human being from this perspective—insofar as the human being is embedded within the universal human process of the world order. We need only look back at the public lectures that have been given here in Switzerland over the course of the last few months. My aim everywhere—including in the more detailed reflections I was able to present in Zurich—was to show how the human being, as a human personality, as a human individual, possesses within himself forces that actually belong to different states of consciousness—how he possesses not only the forces belonging to his waking consciousness but also other forces that remain in the subconscious, forces that are by no means meaningless but play their part in the historical development of humanity and in social and ethical life. Such endeavors were intended to awaken the realization of how necessary it is in the present to strive for a deeper understanding of human nature. References to the connection between the so-called dead and the living were always deliberately interspersed throughout these lectures, even in the public ones. Although such references must still be made subtly in public lectures, they have been presented in a more forceful manner, particularly in recent times.
[ 4 ] Dadurch sollte ein Grundton innerhalb dieser Vorträge angeschlagen werden, welcher entstammt der, wie ich glaube, berechtigten Einsicht, daß ein Heil in die Entwickelung der Menschheit in der Gegenwart nur dann kommen könne, wenn diese Menschheit gewisse geisteswissenschaftliche Impulse wirklich aufnimmt. Und in den öffentlichen Vorträgen wurde ja versucht, die Brücke zu ziehen zwischen dem, was die Menschheit jetzt zu glauben beliebt, und dem, was in Gebiete tieferer Wahrheit hineinführt. Es wurde diese Brücke so zu schlagen versucht, daß man sehen kann daraus, daß ein Weg sich schon finden ließe, wenn guter Wille angewendet würde, von dem, wozu nicht die einzelnen Wissenschafter drängen, wohl aber die Wissenschaft der Gegenwart als solche. Es wurde zu zeigen versucht, daß eigentlich die Wissenschafter der Gegenwart mit den Ergebnissen ihrer Wissenschaft in Zwiespalt sind, daß die Wissenschaft selber die direkte Perspektive hinein eröffnet in geisteswissenschaftliche Wahrheiten. Und namentlich wurde versucht zu zeigen, wie diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten ihre bedeutsamen Konsequenzen haben für das praktische menschliche Leben, für alle verschiedenen Zweige dieses praktischen menschlichen Lebens. Der Ton bei diesen Betrachtungen, auch den öffentlichen, wurde so genommen, daß, wenn guter Wille zum Verständnisse da war, wenigstens ein solches Verständnis erzielt werden konnte, daß man sich sagte: Es muß in bezug auf das menschliche Verstehen der Welt etwas geschehen; es muß zu einer Art Umkehr von gewissen Richtungen, die eingeschlagen worden sind, der gute Wille vorhanden sein.
[ 4 ] The aim was to set a fundamental tone within these lectures, one that stems from what I believe to be the justified insight that salvation in the development of humanity today can come about only if humanity truly takes certain spiritual-scientific impulses to heart. And in the public lectures, an attempt was indeed made to build a bridge between what humanity currently chooses to believe and what leads into realms of deeper truth. The attempt was made to build this bridge in such a way that one can see from it that a path could indeed be found—if good will were applied—away from what individual scientists do not advocate, but toward what contemporary science as such does advocate. An attempt was made to show that contemporary scientists are actually at odds with the findings of their own science, and that science itself opens up a direct perspective into the truths of spiritual science. In particular, an attempt was made to show how these truths of spiritual science have significant consequences for practical human life, for all its various branches. The tone of these reflections, including the public ones, was such that, provided there was a willingness to understand, at least a degree of understanding could be achieved whereby one would say to oneself: Something must happen with regard to the human understanding of the world; there must be a willingness to bring about a kind of reversal of certain directions that have been taken.
[ 5 ] Daß Anregungen da und dort auf einen nicht ganz unfruchtbaren Boden gefallen sind, das hat sich ja gezeigt. Allein es ist heute noch im weitesten Umkreise ein gewichtiges Hindernis vorhanden gegenüber dem Einschlagen einer neuen Richtung. Und dieses Hindernis kommt namentlich von der heute so maßgebenden menschlichen Denkbequemlichkeit, von der selbstgewollten Schwierigkeit, die viele Menschen darinnen finden, von alten Gedanken loszukommen, die viele Menschen darinnen finden, wirklich ihr Denken aktiv zu machen, gewisse eingewurzelte Vorurteile zu bannen, zu verbannen aus den Seelen und gewisse neue Begriffe, die einmal notwendig sind im weiteren Verlaufe für die menschliche Entwickelung, gewisse Begriffe, gewisse Ideen, vor allen Dingen in die Wirklichkeit eingreifende Ideen aufzunehmen. Der Ton wurde so genommen bei den Betrachtungen dieses Jahres, daß eben überall diese notwendige Hinwendung zur Wirklichkeit, zur wahrheitdurchtränkten Wirklichkeit betont, besonders hervorgehoben wurde.
[ 5 ] It has indeed become clear that suggestions here and there have fallen on soil that is not entirely barren. Yet even today, a significant obstacle remains, even in the broadest sense, to taking a new direction. And this obstacle stems specifically from the complacency of human thought that is so prevalent today—from the self-imposed difficulty many people find in breaking free from old ways of thinking, in truly activating their minds, in banishing certain deep-rooted prejudices from their souls, and in embracing certain new concepts—concepts that will eventually be necessary for the further course of human development— to embrace certain concepts, certain ideas—above all, ideas that intervene in reality. The tone adopted in this year’s reflections was such that this necessary turning toward reality—toward reality imbued with truth—was emphasized and particularly highlighted everywhere.
[ 6 ] Man hätte vielleicht schon glauben können, daß außerhalb unserer Kreise sich da oder dort eine größere Anzahl von Menschen finden würde, welche, angeregt durch solche Betrachtungen, zu der Frage gekommen wären: Welche Wege hat man auf diesem oder jenem Gebiete einzuschlagen? — daß Menschen sich gezeigt hätten, welche fühlen, daß das Denken der Gegenwart den Zusammenschluß mit der wahren Wirklichkeit verloren hat.
[ 6 ] One might have thought that outside our circles there would be, here and there, a larger number of people who, inspired by such reflections, would have asked themselves: What paths should we take in this or that field? — that there would be people who feel that contemporary thought has lost touch with true reality.
[ 7 ] Davon hat sich ja allerdings nicht allzuviel gezeigt. Das Denken, das Fühlen, das Empfinden der Menschen der Gegenwart ist lässig, ist bequem, ist träge, ist auch hochmütig, ist auch selbstzufrieden mit dem, was hergebracht ist. Man sieht es daran, daß wenig die Frage entsteht: Was läßt sich lernen durch die Ereignisse der letzten Jahre? Wie viele, viele Menschen finden es heute noch selbstverständlich, daß sie auf denselben Grundsätzen, die sie Ideale nennen, bauen, deren Zusammenbruch durch diese katastrophalen Ereignisse sie ja deutlich sehen könnten. Man deklamiert heute noch immer Theorien und Anschauungen, von denen man wissen könnte, daß sie durch die Ereignisse der letzten Jahre Schiffbruch erlitten haben. Strömungen setzen sich fort unter denselben Prinzipien, unter denen sie früher gearbeitet haben, trotzdem man sehen könnte, daß diese Strömungen in ihren Prinzipien eben weit abliegen von den Kräften, welche die Wirklichkeit beherrschen, und welche die Wirklichkeit dann vernichten, wenn der Mensch sich nicht anschickt, die Art und Weise dieser wirksamen Kräfte auch in sein Vorstellungsvermögen, in sein Anschauungsvermögen aufzunehmen.
[ 7 ] However, not much of that has actually come to light. The thinking, feeling, and sensibilities of people today are casual, comfortable, sluggish, and even arrogant; they are also complacent with what has been achieved so far. This is evident in the fact that few people ask: What can we learn from the events of recent years? How many, many people still take it for granted today that they are building on the very same principles—which they call ideals—whose collapse they could clearly see as a result of these catastrophic events. People still proclaim theories and views today that they could know have been shipwrecked by the events of recent years. Movements continue to operate under the same principles they once did, even though one could see that these movements, in their principles, are far removed from the forces that govern reality—and which will destroy reality if people do not set out to incorporate the nature of these active forces into their imagination and their ability to perceive.
[ 8 ] Solche Dinge sagt man nicht aus dem Grunde, um zu tadeln. Solche Dinge sagt man auch nicht aus dem Grunde, um irgendwelchen Pessimismus zu erzeugen, sondern solche Dinge sagt man aus dem Grunde, weil es eben nicht oft genug betont werden kann, daß das Notwendigste in der Gegenwart ist Verständnis für die wahre Wirklichkeit, abkommen von strohernen, wesenlosen Abstraktionen, welche die Welt ins Unglück gestürzt haben! Solche strohernen, wesenlosen Abstraktionen beherrschen heute die Welt. Und Einkehr der menschlichen Seele nach dieser Richtung ist dringend notwendig.
[ 8 ] You don't say things like that just to criticize. Nor are such things said to foster pessimism; rather, they are said because it cannot be emphasized often enough that what is most necessary today is an understanding of true reality—a turning away from hollow, insubstantial abstractions that have plunged the world into misery! Such hollow, meaningless abstractions dominate the world today. And it is urgently necessary for the human soul to turn its attention in this direction.
[ 9 ] Wie selbstverständlich findet es heute zum Beispiel mancher, wenn die ganz gescheiten Leute immer wieder und wiederum deklamieren, auf die Menschen komme es nicht an, sondern auf die tragenden Ideen, auf die Ideen, die in der Welt verbreitet werden. Solch ein Ausspruch ist deshalb verderblich, weil er eine starke Versuchung ist. In der wirklichen Welt kommt nämlich alles auf die Menschen an, und die besten Prinzipien, die besten Grundsätze können keine Bedeutung haben, wenn sie von Menschen vertreten werden, die in sich nicht die Kraft haben, dasjenige zu verwirklichen, was nun einmal nach der Natur der Zeit verwirklicht werden muß, die in sich nicht die Kraft haben, mit ihrem eigenen Herzen, mit ihrem eigenen Gemüt den Anschluß an die Wirklichkeit zu finden. Wirklichkeitsfremd, das ist das Wort, das man gebrauchen kann für fast alles, das mit hochtrabenden Worten der Welt als Ideal oftmals verkündet wird. Und eine Morgenröte, wie sie die Menschheit doch erleben muß, kann erst heraufkommen, wenn immer wieder und wiederum Neujahrsbetrachtungen kommen, welche auf der einen Seite ablehnen den Impuls der Wirklichkeitsfremdheit und welche den Versuch machen, den Menschen in seiner Seele mit der Wirklichkeit zusammenzuschließen.
[ 9 ] For example, some people today take it for granted when the so-called “clever” people repeatedly declare that it is not people who matter, but rather the guiding ideas—the ideas that are spread throughout the world. Such a statement is pernicious because it is a powerful temptation. In the real world, however, everything depends on people, and the best principles, the best tenets, can have no meaning if they are championed by people who lack the inner strength to bring about what, by the very nature of the times, must be brought about—people who lack the inner strength to connect with reality through their own hearts and minds. “Out of touch with reality”—that is the phrase one can use for almost everything that is often proclaimed as an ideal to the world with high-flown words. And a dawn—such as humanity must inevitably experience—can only break when, time and again, New Year’s reflections arise that, on the one hand, reject the impulse toward detachment from reality and, on the other, attempt to unite the human soul with reality.
[ 10 ] Es ist fast trivial, zu sagen, und dennoch in der Gegenwart notwendig: Die Menschheit hat sich begeben unter den Einfluß der wesenlosen Wortklänge, unter den Einfluß der wesenlosen Prinzipienphrase. Die Menschen sind wenig geneigt, nachzusehen, wenn sie dies ‚oder jenes hören, von wo dies oder jenes kommt, und dadurch kommen sie in einen ungeheuren Mißklang mit dem, was wirklich und wesentlich ist. Denn die Welt wird nicht von den Worten, die gesprochen werden, in der richtigen Weise beherrscht, wenn diese Worte nicht gesprochen sind aus dem Herzen der Wirklichkeit heraus, wenn diese Worte nur entlehnt sind dem Wort- und Vorstellungsschatz, der ja heute auf der Oberfläche des menschlichen Daseins strömt, seinem Inhalte nach nachgesprochen werden kann, ohne verstanden zu werden. Wenn man von den leider mit diesem Charakter die Welt heute verderbenden Dingen absieht, und auf etwas — was ja dem großen Weltereignisse gegenüber vielleicht unbedeutend, aber doch charakteristisch ist, weil es sich in dem großen Weltereignisse wiederholt —, wenn man auf so etwas aufmerksam machen will, so kann man sagen: Es ist heute beim gegenwärtigen Menschheitszyklus ganz selbstverständlich, daß zahlreiche Menschen gute Gedichte machen, weil solche gute Gedichte einfach aus dem in den Sprachen, in den Umgangsverhältnissen der Menschen begründeten Impulse schon liegen. Man braucht gewissermaßen nur dasjenige, was schon da ist, zusammenzustellen, und es wird im alten Sinne Gutes herauskommen. So in den andern Künsten, so auch auf den übrigen Gebieten des Lebens.
[ 10 ] It is almost trivial to say, and yet necessary in the present: Humanity has placed itself under the influence of meaningless sounds of words, under the influence of meaningless phrases of principle. People are not inclined to examine, when they hear this or that, where this or that comes from, and as a result they fall into a tremendous discord with what is real and essential. For the world is not governed in the right way by the words that are spoken if these words are not spoken from the heart of reality, if these words are merely borrowed from the storehouse of words and ideas that flows today on the surface of human existence—words whose content can be repeated without being understood. If one looks beyond the things that, unfortunately, are corrupting the world today with this very character, and focuses on something—which may be insignificant in the face of the great world events, but is nonetheless characteristic because it recurs within those events—if one wishes to draw attention to such a thing, one can say: In the current cycle of human development, it is entirely natural today that numerous people write good poetry, because such good poetry simply arises from the impulses already rooted in languages and in human social relationships. In a sense, one need only bring together what is already there, and something good in the traditional sense will emerge. This is true of the other arts, and it is true in all other areas of life as well.
[ 11 ] Es ist aber heute viel mehr notwendig, achtsam sein zu können auf dasjenige, was als Neues vielleicht lallend und unvollkommen zum Vorscheine kommt, als auf das Gefällige, Schöne ein Auge haben zu können. Dasjenige, was Zukunftsmöglichkeiten in sich trägt, wird vielleicht recht unvollkommen zutage treten; aber das Bedeutsame wäre, in dem Unvollkommenen den impulsiven Keim für die Zukunft zu entdecken. Würde man sich nach dieser Richtung Mühe geben, würde man versuchen, das zur allgemeinen Methode zu machen, was wir ja insbesondere beim Bau dieses Dornacher Gebäudes hier zu unserem Grundsatz gemacht haben: mit dem Alten zu brechen, selbst auf die Gefahr hin, im Neuen recht unvollkommen zu sein — würde das zur allgemeinen Methode werden, dann würde schon einiges Heil für die Menschheit aus einer solchen Sache ersprießen.
[ 11 ] Today, however, it is far more necessary to be able to pay attention to that which emerges as something new—perhaps in a stammering and imperfect way—than to keep an eye on what is pleasing and beautiful. That which holds the potential for the future may come to light in a rather imperfect way; but what is significant is to discover, within that imperfection, the impulsive seed for the future. If we were to make an effort in this direction—if we were to try to make a general method out of what we have, in particular, made our guiding principle here in the construction of this building in Dornach: breaking with the old, even at the risk of being quite imperfect in the new—if that were to become a general method, then some benefit for humanity would surely spring from such an endeavor.
[ 12 ] Was vor allen Dingen notwendig ist, ist das Loskommen von dem Festgeprägten, denn dieses Festgeprägte ist ein Absterbendes. Es gibt eben Absterbendes und Auflebendes im geschichtlichen Leben der Menschheit. Und nicht ohne Bedacht habe ich in diesen Zeiten gesagt: Schon in dem Gebrauch der Worte selbst liegt etwas Gefährliches. Man braucht ja nicht so weit zu gehen wie Fritz Mauthner, der in seiner «Kritik der Sprache», in seinem «Philosophischen Wörterbuch» unzählige Sünden aufzählt, welche die Menschen dadurch begehen, daß sie überall den Kultus des Wortes betreiben. Gewiß wird da bei Fritz Mauthner ein richtiger Gedanke bis zum Unfug getrieben, wenn man zum Beispiel die Behauptung findet, daß das Christentum in Europa eigentlich im wesentlichen eine Sammlung von zwanzig bis dreißig Lehnwörtern sei, das heißt, es habe sich so entwickelt, daß die Menschen sich verliebt haben in zwanzig bis dreißig Worte, an die sie sich hängen und die sie für Wirklichkeiten halten. Gewiß, man braucht nicht so weit zu gehen. Man kann auch nicht völlig mit Fritz Mauthner übereinstimmen, wenn er eigentlich das Wesentlichste in der Herbeiführung dieser katastrophalen Ereignisse darin sieht, daß die Menschen den Götzendienst mit Worten getrieben haben, obwohl es durchaus wahr ist, daß Götzendienst mit Worten getrieben worden ist.
[ 12 ] What is necessary above all else is to break free from what is rigidly fixed, for this rigidity is a dying thing. There are indeed things that are dying and things that are coming to life in the historical existence of humanity. And it is not without careful consideration that I have said in these times: There is something dangerous even in the use of words themselves. One need not go as far as Fritz Mauthner, who, in his *Critique of Language* and his *Philosophical Dictionary*, lists countless sins that people commit by engaging in the cult of the word everywhere. Certainly, Fritz Mauthner takes a valid idea to the point of absurdity; for example, one finds the assertion that Christianity in Europe is essentially a collection of twenty to thirty loanwords—that is to say, it developed in such a way that people fell in love with twenty to thirty words, to which they cling and which they regard as realities. Certainly, one need not go that far. Nor can one fully agree with Fritz Mauthner when he sees the most essential factor in bringing about these catastrophic events as people practicing idolatry with words, although it is certainly true that idolatry has been practiced with words.
[ 13 ] Dieses ist etwas, was aufhören muß. Das Wort ist nach und nach zu etwas geworden, das an der Oberfläche des menschlichen Lebens schwimmt und an das man sich hängt. Das Wort ist nach und nach etwas geworden, das man wie etwas Festes hinnimmt. Wenn man versucht, intimer kennenzulernen dasjenige, was heute vielfach das Denken und die Denkgewohnheiten beherrscht, dann erinnere ich mich zum Beispiel, wenn ich das sehe, an einen Streit, der mir während meiner Knabenzeit bis zu meinem zwanzigsten, fünfundzwanzigsten Jahre von Jugend-, von Knabenfreunden oftmals begegnet ist: Da wurde ich oftmals von dem oder jenem gefragt — verzeihen Sie das vielleicht etwas anzügliche Thema, das dabei zur Sprache kommt —, was denn eigentlich für ein Unterschied sei im Verkehre zwischen jungen Männern und jungen Frauen zwischen Liebe und Freundschaft. Und man legte einen großen Wert darauf, möglichst genau zu umgrenzen die Begriffe «Liebe» und «Freundschaft». Das sollten gut eingeschachtelte Begriffe sein. Ich hatte dazumal wirklich — ich kann es ohne Albernheit sagen — schon das Bestreben, nicht auf solche Abstraktionen zu sehen, sondern auf die Wirklichkeit zu sehen, und sagte immer: Ich sehe in dem Fall A eine Beziehung zwischen einem männlichen und einem weiblichen Individuum, im Falle B auch; das sind alles konkrete Beziehungen der verschiedensten Art. Ob man das «Liebe» oder «Freundschaft» nennt, das ist mir ganz egal, denn auf das Sachliche kommt es an.
[ 13 ] This is something that must stop. The word has gradually become something that floats on the surface of human life and to which people cling. The word has gradually become something that people accept as a given. When one tries to gain a deeper understanding of what today so often dominates thought and habits of thought, I am reminded, for example, of a debate I frequently encountered during my boyhood and up until I was twenty or twenty-five, among my friends from my youth and boyhood: I was often asked by one or the other—please forgive the perhaps somewhat risqué topic that comes up here—what the actual difference was, in the relationships between young men and young women, between love and friendship. And great importance was placed on defining the concepts of “love” and “friendship” as precisely as possible. These were supposed to be clearly delineated concepts. Back then, I really did—and I can say this without sounding silly—have the desire not to focus on such abstractions, but rather on reality, and I always said: In case A, I see a relationship between a male and a female individual; in case B, the same; these are all concrete relationships of the most varied kinds. Whether one calls it “love” or “friendship” is of no consequence to me, for what matters is the substance of the matter.
[ 14 ] Gegenüber dem, was unter Menschen namentlich in sozialer Beziehung als das Sachliche leben muß, tritt nun allerdings ein anderes Interesse ein. Es tritt das Interesse der Kodifizierung ein, und da braucht man selbstverständlich dann eingeschachtelte Begriffe, eingeschachtelte Worte. Wie könnte man denn Gesetze machen, ohne sich an Worte zu halten! Aber die Alternative kann nicht so liegen, daß man sagt: Also keine eingeschachtelten Worte, sondern unmittelbares menschliches Leben! — Solche Alternative wäre ungefähr so gescheit, als es gescheit ist, das Ideal zu erheben, auf dem physischen Plan ein Paradies einzurichten. Der physische Plan ist aber nicht geeignet, ein Paradies einzurichten. Man kann die Forderung erheben, aber man kann sie nie erfüllen.
[ 14 ] However, in contrast to what must be lived as the objective reality among people—particularly in social relationships—another interest now comes into play. The interest in codification comes into play, and there, of course, one needs nested concepts, nested words. How could one possibly make laws without adhering to words! But the alternative cannot be to say: “So no fixed terms, but direct human life!” — Such an alternative would be about as sensible as it is to set forth the ideal of establishing a paradise on the physical plane. The physical plane, however, is not suited to establishing a paradise. One can make the demand, but one can never fulfill it.
[ 15 ] Man kann ja auch andere Forderungen erheben. In der neueren Zeit wird vielfach die Forderung erhoben nach einer zwischenstaatlichen Organisation. Die Forderung kann man erheben; man kann auch solche Forderungen kodifizieren; es kann ja selbstverständlich zustande kommen. Aber was die Wirklichkeit nach zehn Jahren zu dem gesagt haben wird, das ist eine andere Frage! Die Wirklichkeit nimmt eben die Wege, die man nur erkennt, wenn man sich auch in seinem Erkennen mit der Wirklichkeit auseinandersetzen will. Grundsätze aufstellen, Prinzipien vertreten, das bringt man bald zusammen. Vereine gründen, Programme in diesen Vereinen haben, menschenbeglückende Programme, schöne, bewunderungswürdige Programme, gegen die sich gar nichts einwenden läßt — man kann sie aufstellen. Es ist sogar ein recht undankbares Geschäft, darauf aufmerksam machen zu müssen, daß das ja ganz leicht geht. Im einzelnen kommt man sogar — lassen Sie mich das in Parenthese sagen — manchmal in recht herbe Kollisionen, wenn man keine Neigung hat zu solcher Kodifizierung.
[ 15 ] Of course, one can also make other demands. In recent times, there have been frequent calls for an intergovernmental organization. One can make such demands; one can even codify them; and, of course, it may well come to pass. But what reality will have to say about this ten years from now is another question entirely! Reality simply takes paths that one can only recognize if one is willing to grapple with reality in one’s understanding of it. Establishing guidelines, advocating principles—that’s easy enough to do. Founding associations, having programs within these associations—programs designed to bring happiness to people, beautiful, admirable programs against which no one can raise any objection—one can set them up. It’s actually quite a thankless task to have to point out that this is, in fact, quite easy to do. In specific cases—let me say this in parentheses—one sometimes even runs into quite bitter conflicts if one has no inclination toward such codification.
[ 16 ] So zum Beispiel hat es der Berliner Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft, an dem ich selbst etwas mitbeteiligt bin, seit fünfzehn Jahren noch zu keinen Statuten gebracht, weil wir immer das wirkliche Leben für wichtiger gehalten haben als die Statuten, als das kodifizierte Leben. Die schönsten Statuten kann man nämlich haben, wunderbare Statuten kann man haben. Sie können auch ganz gut sein, aber nur zu dem Zwecke, daß man sich mit gewissen außenstehenden Mächten auseinandersetzen kann. Zum inneren Leben einer Sache haben sie ja keine Bedeutung. Eine wirklich lebendige Sache widerstrebt in Wahrheit Statuten und Prinzipien. Ich kritisiere nicht das Statutenmachen, aber trotzdem kommt mir das Statutenmachen, das Vereinegründen mit großen Idealen oftmals ungefähr ebenso gescheit vor, als wenn ein Vater und eine Mutter ein Kindlein haben von ein paar Monaten und für dieses kleine Kindlein in allen Einzelheiten ein Lebensprogramm aufstellen. Da haben Sie schon das Zusammenstoßen des Lebens mit der Kodifizierung, das Zusammenstoßen des Lebens mit den abstrakten Grundsätzen. Die Welt wird nicht aufhören, ein lebendes Wesen zu sein, auch wenn eine Anzahl von — sagen wir, um ihnen nicht wehe zu tun — Idealisten jetzt allerlei weltbeglückende Programme von zwischenstaatlichen Organisationen aufstellt.
[ 16 ] For example, the Berlin branch of the Anthroposophical Society, in which I myself am somewhat involved, has not yet adopted any bylaws in the past fifteen years, because we have always considered real life to be more important than bylaws—than codified life. After all, one can have the most beautiful bylaws—wonderful bylaws, even. They can be quite good, but only for the purpose of dealing with certain external forces. They have no significance for the inner life of a cause. A truly living cause, in truth, resists bylaws and principles. I am not criticizing the drafting of statutes, but nevertheless, to me, drafting statutes and founding associations with grand ideals often seems about as sensible as when a father and mother have a baby a few months old and draw up a detailed life plan for that little child. There you already have the clash between life and codification, the clash between life and abstract principles. The world will not cease to be a living entity, even if a number of—let’s say, so as not to offend them—idealists are now devising all sorts of programs for the betterment of the world through intergovernmental organizations.
[ 17 ] Geisteswissenschaft sucht eben nicht nach abstrakten Idealen, nach unwirklichen Ideen, sondern Geisteswissenschaft strebt, aus dem Bereiche des Lebens die wirklichen Impulse zu suchen, dasjenige, was ist, zu erkennen, weil soziale Grundsätze auch nur auf Grundlage dessen, was ist, wirklich in die Welt gesetzt werden können. Dazu ist Unbequemlichkeit notwendig, um solche Dinge überhaupt nur in sein Herz aufzunehmen, eine Unbequemlichkeit ist notwendig. Es ist bequem, wenn sich sieben, acht Menschen heute zusammensetzen, um einen weltbeglückenden Verein mit großartigen Statuten zu begründen. Das kann man. Die Statuten werden immer richtig sein, wenn die Menschen nur einigermaßen vernünftig sind. Man kann dann auch Anhänger gewinnen, und gegen solche Dinge läßt sich nichts einwenden, denn die Sachen sind ja selbstverständlich richtig. Aber den Menschen, die sich oftmals unter solchen Flaggen zusammenfinden, wäre notwendig, daß sie sich zuerst ein paar Monate hinsetzen und die Materie studieren würden, für die sie irgend etwas bewirken wollten. Das tun sie nicht. Statt daß sich die Menschen ein paar Monate mit den Dingen bekannt machen, um die es sich handelt, macht man die Erfahrung, daß solche Vereine eine Weltwirkung getan haben, Tausende und aber Tausende von Anhängern gewonnen haben, daß aber nach zwanzig Jahren unter diesen Tausenden von Anhängern nicht fünfe sind, die sich mittlerweile damit befaßt haben, die Materie zu studieren, für die sie jede Woche ein Vereinsblättchen herausgeben, in welchem sich zyklisch immer dieselben Phrasen wiederholen, wenn die Leser, die schnell vergessen, die Geschichte vergessen haben, die schon so und so oft da war.
[ 17 ] Spiritual science does not seek abstract ideals or unrealistic ideas; rather, it strives to find the true impulses within the realm of life and to recognize what actually is, because social principles can only truly be established in the world on the basis of what actually is. To do this, a certain degree of discomfort is necessary—a certain degree of discomfort is necessary—in order to even take such things into one’s heart at all. It is easy for seven or eight people to get together today to found an association dedicated to making the world a happier place, with magnificent bylaws. That is possible. The bylaws will always be sound, provided the people involved are reasonably sensible. You can then also gain followers, and there’s nothing wrong with that, because these things are, of course, correct. But the people who often gather under such banners really need to first sit down for a few months and study the subject matter they wish to make a difference in. They do not do that. Instead of people spending a few months familiarizing themselves with the issues at hand, one finds that such organizations have had a global impact, and have gained thousands upon thousands of followers; yet after twenty years, not even five of those thousands have taken the time to study the subject matter—the very subject for which they publish a weekly newsletter, in which the same phrases are repeated over and over again whenever readers, who are quick to forget, have forgotten the story that has been told so many times before.
[ 18 ] Loskommen von dem Götzendienst der Worte, loskommen von dem Götzendienst der Abstraktionen, das gehört schon ganz wesentlich zu dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft den Menschen bringen soll. «Mit Worten läßt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten.» Und man könnte hinzufügen: Und dann läßt sich mit dem System bequem leben. — Das Leben aber ist kompliziert, und das komplizierte Leben will betrachtet werden. Und es ist schon vielleicht eine ganz gute Zeit, auf solche Lebensbetrachtung hinzuweisen, wenn wir am Abschlusse eines Jahres stehen, das eine Reihe solch trauriger Jahre für die Menschheit beschließt. In solcher Zeit soll der Blick wiederum hingewendet werden auf dasjenige, was die geisteswissenschaftlichen Grundvorstellungen in uns anregen können. Diese geisteswissenschaftlichen Grundvorstellungen ermahnen uns ja immer wieder und wiederum, den Charakter unseres Zeitraumes wirklich zu studieren.
[ 18 ] Breaking free from the idolatry of words, breaking free from the idolatry of abstractions—this is an essential part of what anthroposophically oriented spiritual science is meant to offer people. “Words are excellent for arguing; words can be used to construct a system.” And one might add: And then one can live comfortably within that system. — But life is complicated, and this complicated life demands our attention. And perhaps now is a very good time to draw attention to such a contemplation of life, as we stand at the end of a year that brings to a close a series of such sad years for humanity. At such a time, our gaze should once again turn to what the fundamental ideas of spiritual science can inspire within us. These fundamental ideas of spiritual science, after all, urge us again and again to truly study the character of our era.
[ 19 ] Mancherlei versuchen wir zu tun, um den Charakter unseres Zeitraumes zu studieren. Ich habe gestern hingewiesen auf den großen Lehrer und Freund Dantes, auf Brunetto Latini. In Brunetto Latini haben wir zu gleicher Zeit einen Menschen gegeben, welcher im Zeitalter Dantes in eindringlicher Art hingewiesen hat auf dasjenige, was für die Menschheit kommen werde. Die Initiationsschrift, man kann sie schon eine solche nennen, die von Brunetto Latini herrührt, enthält ungefähr das Folgende: Er kommt zurück von seiner Gesandtschaft bei Alfons von Kastilien. Auf dem Rückwege erfährt er, daß sich in Florenz, in seiner Stadt, Ereignisse zugetragen haben, welche nach seiner Empfindung den alten Glanz und die alte Herrlichkeit von Florenz beendigen müssen. Es fühlt Brunetto Latini, indem er solches ausspricht, das Herannahen des fünften nachatlantischen Zeitraumes. Schließlich ist ja diese Initiationsschrift noch niedergeschrieben in einer Zeit, in welcher im weitesten Umkreise noch ein Bewußtsein vorhanden war von dem Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt, in einer Zeit niedergeschrieben, in der zahlreiche menschliche Geheimnisse über die geistige Welt noch bekannt waren, also in einer Zeit, in der deshalb noch nicht die Neigung zu solch wesenlosen Abstraktionen war wie heute. Denn in einer Zeit, in der das Geistesleben rege ist, in einer Zeit, in der das Empfindungsleben wirklich vorhanden ist, hat man nicht die Neigung zu wesenlosen Abstraktionen. Wesenlose Abstraktionen hängen immer mit der Neigung zum Materialismus zusammen.
[ 19 ] We are trying various approaches to study the character of our era. Yesterday I referred to Dante’s great teacher and friend, Brunetto Latini. In Brunetto Latini, we have a figure who, during Dante’s time, pointed out in a compelling way what was to come for humanity. The initiatory text—one might well call it that—which comes from Brunetto Latini, contains roughly the following: He returns from his diplomatic mission to Alfonso of Castile. On his way back, he learns that events have taken place in Florence, his city, which, in his view, must bring an end to Florence’s former splendor and glory. In uttering these words, Brunetto Latini senses the approach of the fifth post-Atlantean epoch. After all, this initiatory text was written at a time when, even in the broadest sense, there was still an awareness of humanity’s connection to the spiritual world—a time when numerous human mysteries concerning the spiritual world were still known—and thus a time when there was not yet the inclination toward such insubstantial abstractions as there is today. For in a time when spiritual life is vibrant, in a time when emotional life is truly present, people do not have a tendency toward insubstantial abstractions. Insubstantial abstractions are always linked to a tendency toward materialism.
[ 20 ] Brunetto Latini hat vor sich dieses Zeitalter, in dem wir jetzt drinnen leben. Er naht sich Florenz. Er weiß, dasjenige, was Florenz geworden ist unter dem Impuls des unmittelbaren menschlichen Lebens, der unmittelbaren intellektuellen Antriebe, das soll begraben werden unter dem Aufkommen von Institutionen, die aus der Abstraktion hervorgehen. Er naht sich Florenz. Der Schmerz macht, so schildert er, daß er sich in einem Walde verirrt, in einem öden Walde. Als er zur Besinnung kommt, bemerkt er inmitten einer großartigen Weltenschöpfung — die seine Imagination ist — einen Weg und eine riesige Frauengestalt. Wir hören, daß er unter dieser riesigen Frauengestalt die «wahre Natur» anredet, nicht jene Natur, welche die heutige Naturwissenschaft beschreibt, sondern die «wahre Natur». Diese «wahre Natur» erteilt ihm Lehren über dasjenige, was im Menschen lebt, über die Geheimnisse der menschlichen Seele, über die Geheimnisse der vier menschlichen Temperamente, über die Geheimnisse der menschlichen Sinne, über die Geheimnisse der Elemente, über die Geheimnisse der Planeten. Sie führt ihn dann hinaus über den Planetenbereich in den Ozean des Weltendaseins bis an die Säulen des Herkules, wohlgemerkt: in einer Zeit, in der es noch nicht den Kopernikanismus gegeben hat, in einer Zeit, in der Amerika noch nicht wieder neu entdeckt worden war. Dann wird er darauf aufmerksam gemacht, daß er alles das, also die ganze sichtbare Welt, zu verlassen hat. Dann werde er erst erkennen die Geheimnisse von Gut und Böse; dann werde er erst erkennen den Gott der Liebe und so weiter. Man möchte sagen, diese Betrachtungsweise Brunetto Latinis ist eine richtige Silvesterbetrachtung des vierten nachatlantischen Zeitraums in der kosmischen Neujahrszeit des Heranrückens des fünften nachatlantischen Zeitraums.
[ 20 ] Brunetto Latini has before him this age in which we now live. He approaches Florence. He knows that what Florence has become—under the impulse of immediate human life and immediate intellectual drives—is destined to be buried beneath the rise of institutions born of abstraction. He approaches Florence. The pain, he describes, causes him to lose his way in a forest, a desolate forest. When he comes to his senses, he notices, in the midst of a magnificent creation—which is his imagination—a path and a gigantic female figure. We hear that he addresses this gigantic female figure as “true nature”—not the nature described by modern science, but “true nature.” This “true nature” imparts to him teachings about what lives within the human being, about the mysteries of the human soul, about the mysteries of the four human temperaments, about the mysteries of the human senses, about the mysteries of the elements, and about the mysteries of the planets. She then leads him beyond the realm of the planets into the ocean of cosmic existence all the way to the Pillars of Hercules—mind you: at a time when Copernican astronomy did not yet exist, at a time when America had not yet been rediscovered. Then his attention is drawn to the fact that he must leave all of this behind—that is, the entire visible world. Only then will he come to recognize the mysteries of good and evil; only then will he come to recognize the God of Love, and so on. One might say that this perspective of Brunetto Latini is a true New Year’s reflection on the fourth post-Atlantean epoch during the cosmic New Year period marking the approach of the fifth post-Atlantean epoch.
[ 21 ] Man wußte in den Kreisen, aus denen Brunetto Latini und andere herausgewachsen sind, daß der Mensch einen Zusammenhang mit der geistigen Welt hat, und daß das bloße wortgemäße Erfassen der geistigen Welt zum Unheil führen muß. Einen vorläufigen Höhepunkt hat auch in der Wissenschaft die bloße Wortgläubigkeit im 19. Jahrhundert gefunden. Es hat sich alles vorbereitet, aber im 19. Jahrhundert ist die Sache aufs höchste gestiegen. Und von der Wissenschaft sind die entsprechenden Neigungen übergegangen in das übrige menschliche Erleben. Jetzt aber ist die Zeit herangekommen, wo der Mut gefunden werden müßte, zu brechen mit dem alten Götzendienst der Worte, mit dem alten Götzendienst sogar mancher als Naturgesetze angesehenen Wortzusammenhänge, Wortzusammenstellungen.
[ 21 ] In the circles from which Brunetto Latini and others emerged, it was understood that human beings have a connection to the spiritual world, and that merely grasping the spiritual world through words alone must lead to disaster. In the 19th century, the mere belief in the literal meaning of words also reached a preliminary peak in science. Everything had been building up, but in the 19th century the phenomenon reached its zenith. And from science, these tendencies spread into the rest of human experience. But now the time has come when we must find the courage to break with the old idolatry of words—with the old idolatry of even those verbal connections and combinations that some regard as laws of nature.
[ 22 ] Damit, daß man ein Wort hat, ist für die Sache an sich noch nicht viel getan. Im Beginne der neuen Zeitrechnung fand das Mysterium von Golgatha statt. Seit jener Zeit besteht das Christentum. Es gab allerdings Jahrhunderte, in denen dieses Christentum mit der ganzen menschlichen Seele zu ergreifen gesucht worden ist. Aber dann kamen andere Zeiten. Dann kamen die Zeiten, in denen das menschliche Begreifensvermögen schwach wurde und nicht mehr ausreichte, das Mysterium von Golgatha zu verstehen. Und es ist jetzt in weitestem Umkreise von dem Mysterium von Golgatha so ziemlich nichts mehr zurückgeblieben als der Name des Christus Jesus. Aber ich habe in diesen Betrachtungen gezeigt: Dasjenige, was man mit diesem Namen des Christus Jesus verbindet, ist vor der Geisteswissenschaft nicht viel mehr als ein Engelwesen. Und daß man dieses nicht bemerkt, rührt nur von dem Götzendienst der Worte her. Dieser Götzendienst der Worte hat eine suggestive Gewalt. Wer diese suggestive Gewalt — ohne Götzendiener zu werden — gefühlt hat, der konnte sie auf den mannigfaltigsten Gebieten erfahren. Es ist ja manchmal gut, wenn man, ohne albern zu werden, an Persönliches anknüpft. Gestatten Sie mir in diesem Falle, ein Exempel zu statuieren.
[ 22 ] Simply having a word does not, in and of itself, accomplish much for the cause. At the beginning of the new era, the Mystery of Golgotha took place. Christianity has existed ever since. There were, however, centuries during which people sought to grasp this Christianity with their whole human soul. But then other times came. Then came the times when human capacity for understanding grew weak and was no longer sufficient to comprehend the Mystery of Golgotha. And now, in the broadest sense, virtually nothing remains of the Mystery of Golgotha except the name of Christ Jesus. But I have shown in these reflections that what people associate with the name of Christ Jesus is, from the perspective of spiritual science, little more than an angelic being. And the fact that people do not realize this stems solely from the idolatry of words. This idolatry of words possesses a suggestive power. Anyone who has felt this suggestive power—without becoming an idolater—has been able to experience it in the most diverse fields. It is sometimes good to draw on personal experiences without becoming silly. Allow me, in this case, to set an example.
[ 23 ] Ich muß oftmals gedenken, wenn ich so versuche, den Grundton der gegenwärtigen Zeit zu charakterisieren, der Vorlesungen, die ich einstmals gehört habe über Staatsrecht. Nur einen ganz kleinen Teil dessen lassen Sie mich herausgreifen aus diesen Vorträgen über Staatsrecht: Nun, meine Herren, was ist Justizhoheit? Justizhoheit ist das in der Staatsomnipotenz liegende Hoheitsrecht. — Und nun folgte dasjenige, was alles in diese Staatsomnipotenz fällt. Meine Herren! Was ist Finanzhoheit? Finanzhoheit ist das in der Staatsomnipotenz liegende Hoheitsrecht. Was ist politisches Hoheitsrecht? Politisches Hoheitsrecht ist das in der Staatsomnipotenz liegende..., — und nun folgte wiederum das, was in der Staatsomnipotenz liegt. Was ist Kultushoheit? Kultushoheit ist das in der Staatsomnipotenz liegende Hoheitsrecht.
[ 23 ] Whenever I try to characterize the underlying tone of our times, I am often reminded of the lectures on constitutional law I once attended. Let me highlight just a very small part of those lectures on constitutional law: Well, gentlemen, what is judicial sovereignty? Judicial sovereignty is the sovereign right inherent in the omnipotence of the state. — And then came the list of everything that falls under this omnipotence of the state. Gentlemen! What is fiscal sovereignty? Fiscal sovereignty is the sovereign right inherent in the omnipotence of the state. What is political sovereignty? Political sovereignty is the sovereign right inherent in the omnipotence of the state..., — and then he proceeded to list what falls under the omnipotence of the state. What is religious sovereignty? Religious sovereignty is the sovereign right inherent in the omnipotence of the state.
[ 24 ] Nun denke man sich die Menschenseele, ausgestroht, mit diesen gedrechselten Begriffen hingestellt und soziale Wirksamkeit entwickelnd — was hat man dann? Was man jetzt um sich herum sieht und wovor man die Augen verschließt, damit man es nur ja für etwas recht Gescheites halten kann, das nur etwas ausgerutscht ist in den letzten Jahren, dasjenige, was aber gut ist und fortgesetzt werden muß! Die Wahrheit wird aber nicht an Worten erkannt, die Wahrheit wird an Wirklichkeiten erkannt. Man kann lang schöne, selbstverständlich auch wahre Worte reden über das Vorzügliche einer demokratischen Staatsverwaltung, über das Musterhafte einer demokratischen Staatsverwaltung. Aber an dem Einblick, ob das richtig oder unrichtig ist, zeigt sich nicht die Wirklichkeit; sondern die Wirklichkeit zeigt sich darinnen, daß eine solche demokratische Staatsverwaltung einen Herrn Wilson an die Spitze fast der ganzen Welt bringt. Darin zeigt sich die Wirklichkeit. Und mit dem Reden von der Wirklichkeit findet man noch wenig Anklang. Ich habe nicht ohne Absicht vor diesem Kriege in meinem Helsingforser Zyklus auf die ganze Hohlheit der Persönlichkeit des Herrn Woodrow Wilson hingewiesen. Sie können es im Zyklus nachlesen, der über die Bhagavad Gita und ihre okkulten Grundlagen gehalten worden ist. Einer unserer Freunde hat sich ja dazumal am Schlusse des Vortrags gefunden und gesagt, es sei doch schrecklich, daß so etwas zu Einfluß und Macht kommt.
[ 24 ] Now imagine the human soul, laid bare, presented with these contrived concepts and developing social impact—what do you have then? What you see all around you now and to which you close your eyes, so that you can be sure to regard it as something quite sensible—something that has merely gone a bit off track in recent years, but which is, after all, good and must be continued! But the truth is not recognized by words; the truth is recognized by realities. One can speak at length in beautiful—and, of course, true—words about the excellence of a democratic government, about the exemplary nature of a democratic government. But reality is not revealed by an insight into whether this is right or wrong; rather, reality is revealed in the fact that such a democratic system of government brings a Mr. Wilson to the helm of nearly the entire world. That is where reality is revealed. And talking about reality still finds little resonance. It was not without purpose that, before this war, I pointed out in my Helsinki lecture series the utter hollowness of Mr. Woodrow Wilson’s personality. You can read about it in the series of lectures given on the Bhagavad Gita and its occult foundations. One of our friends happened to be present at the end of that lecture and remarked that it was indeed terrible that such a person should come to hold influence and power.
[ 25 ] Mit Grundsätzen geschieht in der Welt nichts. In der Welt geschehen die Dinge durch Wirklichkeiten. Im sozialen Leben sind die Wirklichkeiten die Persönlichkeiten. Das ist etwas, worauf stark und kräftig gerade Geisteswissenschaft hinweisen muß, weilGeisteswissenschaft es ehrlich und aufrichtig mit der Entwickelung der Menschheit meinen will, weil sie nirgends sich anschließen will an das Phrasengepränge, das heute die Welt beherrscht. Und ich meine mit diesem Phrasengepränge nicht das allein, daß man Phrasen ausspricht, sondern ich meine das viel Schlimmere: daß man Phrasen zu verwirklichen sucht, daß man Phrasen zu Einrichtungen macht, daß man sich nicht entschließt, die Dinge bei ihrem wirklichen Namen zu nennen.
[ 25 ] Nothing in the world happens because of principles. In the world, things happen because of realities. In social life, these realities are personalities. This is something that spiritual science, in particular, must emphasize strongly and forcefully, because spiritual science is committed to the development of humanity in an honest and sincere way, and because it refuses to align itself in any way with the empty rhetoric that dominates the world today. And by this “flurry of empty phrases,” I do not mean merely that people utter empty phrases, but I mean something far worse: that they seek to put empty phrases into practice, that they turn empty phrases into institutions, that they fail to call things by their real names.
[ 26 ] Es würde unendlich viel getan sein in der Welt, wenn man die Dinge bei ihrem richtigen Namen nennen wollte. Man würde dadurch auf mancherlei kommen, worauf ich öfter aufmerksam gemacht habe: daß man doch nicht auf den äußeren Schein so viel geben soll, als ob das Allerwesentlichste an den gegenwärtigen katastrophalen Ereignissen dieses wäre, daß die sogenannte Entente gegen die sogenannten Zentralmächte Krieg führt, und daß wieder ein Friede zustande kommen muß! Ich habe ja öfter darauf hingewiesen: Das ist nicht das Wesentlichste, das ist nicht das Wichtigste, denn das ist vielfach Schein. Dasjenige, worüber in der Welt gestritten wird, ist etwas wesentlich anderes. Etwas viel Universelleres ist im Grunde genommen der Kampf der nach Wirklichkeit strebenden Phrase gegen die lebendige Wirklichkeit. Nur dadurch kommt man über die Dinge hinaus, daß man bei sich selber Einkehr hält, inwiefern man hängt an der Bequemlichkeit der Phrase.
[ 26 ] So much would be accomplished in the world if people were willing to call things by their proper names. This would lead us to realize something I have often pointed out: that we should not place so much importance on outward appearances, as if the most essential aspect of the current catastrophic events were that the so-called Entente is waging war against the so-called Central Powers, and that peace must be restored! As I have often pointed out: That is not the most essential thing; that is not the most important thing, for it is often mere appearance. What the world is actually fighting over is something fundamentally different. Fundamentally, something far more universal is at stake: the struggle between the phrase that strives for reality and living reality itself. The only way to transcend these things is to look inward and examine the extent to which one clings to the convenience of the phrase.
[ 27 ] Dazu ist schon einige Gelegenheit auch hier an diesem Orte. Für uns, die wir durch Liebe mit diesem Bau und dem, was damit zusammenhängt, verbunden sind, für uns drückt sich gewissermaßen doch symbolisch dasjenige, was in der Zeit liegt, dadurch aus, daß dieser Bau begonnen worden ist wie eines der Zentren, von denen ausstrahlen soll dasjenige, was die Menschheit in eine Zukunft hinübertragen muß nach den Forderungen der Gegenwart, und wie dieser Bau unterbrochen worden ist, unterbrochen dasteht durch dasjenige, was jetzt im Hintergrunde aller Menschheitsbetrachtungen und aller Menschenwerke steht: der große Zusammenbruch der Institutionen der Menschheit, welche heraus aus der Liebe zur Phrase schon seit Jahrhunderten erwachsen sind.
[ 27 ] There is indeed ample opportunity for this right here in this place. For us, who are bound by love to this building and all that is connected with it, what lies in the times ahead is, in a sense, symbolically expressed by the fact that this building has been begun as one of the centers from which is to radiate that which humanity must carry forward into the future in accordance with the demands of the present, and how this building has been interrupted—and remains interrupted—by that which now lies in the background of all human contemplation and all human endeavors: the great collapse of humanity’s institutions, which have grown out of a love of rhetoric for centuries.
[ 28 ] Nicht ohne Bedacht habe ich in den Wochen, in denen wir wiederum zusammensein durften, bis jetzt, wo sich das Jahr wendet, den Grundton auch unserer Betrachtungen hier am Bau selbst ernst gehalten und immer wieder durchklingen lassen die Notwendigkeit, daß wenigstens in dem, was uns freisteht, gesucht werde der notwendige Ernst des Lebens; in dem, was uns freisteht in der Einsicht, in dem vorurteilslosen Verfolgen der Ereignisse. Daß auch dieser Bau auf ganz unbestimmte Zeiten hinaus aufgehalten worden ist, es ist ja vielleicht ein kleines Ereignis innerhalb der so katastrophalen Ereignisse der Gegenwart, aber es ist symptomatisch, es ist in gewisser Beziehung symbolisch; symbolisch aus dem Grunde, weil man einen Strich ziehen könnte zwischen dem, was aus der Intention dieses Baues heraus für die Menschheit geliebt wird und dem, was aus dem Worte «Götzendienst» und dem damit Zusammenhängenden geliebt wird.
[ 28 ] It was not without careful consideration that, during the weeks when we were once again able to be together—up until now, as the year draws to a close—I have maintained a serious tone in our reflections here at the construction site itself, repeatedly emphasizing the necessity of seeking, at least in the matters where we have freedom of choice, the essential seriousness of life; in what is within our power—in our understanding, in our unbiased observation of events. The fact that this building, too, has been delayed indefinitely may be a minor event amid the catastrophic events of the present, but it is symptomatic; in a certain sense, it is symbolic; symbolic because one could draw a line between what is cherished for humanity based on the intention behind this building and what is cherished based on the term “idolatry” and everything associated with it.
[ 29 ] Gegenwärtig, an dieser Jahreswende, steht ja noch immer im Hintergrunde all dessen, was man betrachten und tun kann, das große katastrophale Ereignis. Und man muß an dieser Jahreswende zurückdenken an die vorige Jahreswende. Einen Monat nach dieser vorigen Jahreswende trennten wir uns. Ich muß noch denken an den Kontrast, den auch in unserem Kreise meine oftmals mit Härte die Situation bezeichnenden Worte gefunden haben. Wer da kennt, aus welchem Impulse heraus die katastrophalen Ereignisse heraufgekommen sind, der konnte vor einer Jahreswende nicht daran denken, daß dieses Jahr 1917 nicht noch ein übleres wird als die vorhergehenden. Das mußte man sich dazumal sagen. Obwohl man sich auf der einen Seite sagen mußte und sagen konnte, wie unendlich traurig es war, daß ein doch gut gemeinter Vorschlag — wie ich dazumal in der Weihnachtsund Neujahrsbetrachtung sagte — bebrüllt worden ist von dem, was sich «vier Fünftel der Menschheit» nennt, und wie es unter diesem Bebrüllen nicht die rechte Stimmung war, optimistisch in dieses Jahr 1917 hinauszuschauen, so ist es, wenn wiederum zurückgeschaut wird, auch dann nur ein unbefangener Blick, wenn man sich sagt: Gibt es irgend etwas, wofür Aussicht vorhanden ist, daß es der oder jener aus seinem egoistischen Gruppeninteresse heraus erreicht? Gibt es irgend etwas, wofür Aussicht vorhanden ist, daß es für solches Interesse erreichbar ist und wofür diese Aussicht nach einem neuerdings blutigen, furchtbaren Jahre gestiegen ist? — Nein, nein! Die Weltensituation war am Schlusse des Jahres 1916 genau dieselbe, wie sie heute ist; denn diese Weltensituation wird erst dann eine andere werden, wenn Vernunft in das Denken kommt.
[ 29 ] At this time of year, as we turn the page to a new year, that great catastrophic event still looms in the background of everything we can observe and do. And as we mark this turn of the year, we must look back on the previous one. One month after that previous turn of the year, we parted ways. I still have to think about the contrast that my words—which often described the situation with harshness—met even within our own circle. Anyone who knows the impulse that gave rise to those catastrophic events could not have imagined, at the turn of the year, that this year, 1917, would not turn out to be even worse than the previous ones. That is what one had to tell oneself at the time. Although, on the one hand, one had to—and could—say how infinitely sad it was that a well-intentioned proposal—as I said at the time in my Christmas and New Year’s reflection—was drowned out by the clamor of what calls itself “four-fifths of humanity,” and how, amid this uproar, the mood was not right for looking optimistically toward the year 1917—yet when one looks back again, it is still only an unbiased view if one asks oneself: Is there anything for which there is a prospect that this or that person might achieve it out of their own selfish group interest? Is there anything for which there is any prospect that it might be attainable for such interests, and for which this prospect has increased following a recent bloody, terrible year? — No, no! The world situation at the end of 1916 was exactly the same as it is today; for this world situation will only change when reason enters into our thinking.
[ 30 ] Wer da glaubt, daß etwas Wesentliches sich seit Jahresfrist geändert hat, der irrt sich darin, der nimmt dasjenige, was äußerlich ist, für Inneres. Damit ist nicht gemeint, daß dieses oder jenes, was wiederum in bequemer Lebensauffassung als etwas Günstiges zunächst bezeichnet wird — bis die Leute nach ein paar Monaten sehen, daß es nichts Günstiges ist —, nicht gemacht werden kann. Aber die Dinge liegen ja viel tiefer; sie liegen so tief, daß es nach den Erfahrungen, die gemacht worden sind, ja nicht einmal möglich ist, gerade mit Bezug auf die Ereignisse der Gegenwart, das maßgebliche Wort auch hier auszusprechen. Die Menschheit hätte in der Gegenwart eine Aufgabe. Und nach einem solchen Jahr, wie dieses ist, kann man schon einige Worte über diese Aufgabe sprechen.
[ 30 ] Anyone who believes that something fundamental has changed over the past year is mistaken; they are mistaking the external for the internal. This does not mean that this or that—which, in a complacent view of life, is initially described as something favorable—cannot be done, at least until people realize after a few months that it is not favorable at all. But the issues run much deeper; they run so deep that, given the experiences we have had—especially with regard to current events—it is not even possible to speak the decisive word on this matter. Humanity has a task to fulfill at the present time. And after a year like this one, it is already possible to say a few words about this task.
[ 31 ] Daß diese katastrophalen Ereignisse geworden sind, das war sicher keine Menschheitsaufgabe. Daß diese katastrophalen Ereignisse fortgesetzt werden, ist sicher auch keine Menschheitsaufgabe. Eine Menschheitsaufgabe ist diese: aus diesen katastrophalen Ereignissen herauszukommen; wirklich herauszukommen aus diesen katastrophalen Ereignissen und anzuerkennen, daß es eine Aufgabe ist, aus ihnen herauszukommen.
[ 31 ] The fact that these catastrophic events have come to pass was certainly not humanity’s task. Nor is it humanity’s task to allow these catastrophic events to continue. Humanity’s task is this: to emerge from these catastrophic events; to truly emerge from them and to recognize that emerging from them is a task.
[ 32 ] Daß man dies oder jenes im alten Stile weitermachen will, das macht es nicht aus. Es kann ja schon gesagt werden: Wenn einige Sozialisten glauben, dasjenige, was sie zum Heile der Menschheit auch schon vor siebzehn Jahren geglaubt haben, jetzt als Universalmedizin verwenden zu können, um aus der großen Menschheitskalamität herauszukommen, so ist das ein Irrtum, ein Irrtum, der eben von Wirklichkeitsfremdheit herrührt.
[ 32 ] It doesn’t matter whether one wants to continue doing this or that in the old style. It can certainly be said: If some socialists believe that what they believed seventeen years ago to be the salvation of humanity can now be used as a panacea to escape the great calamity facing humanity, then that is a mistake—a mistake that stems precisely from a lack of touch with reality.
[ 33 ] Diese katastrophalen Ereignisse setzen sich ja aus zwei Dingen zusammen, die man beide heute nicht vermag in allem, was draußen außerhalb der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft existiert, wirklich zu verstehen. Auf der einen Seite sind diese katastrophalen Ereignisse nur möglich geworden durch die Art und Weise, wie man für gewisse Ziele den großen Gegensatz benutzt hat, der sich in der Menschheit herausgebildet hat im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte zwischen alldem, was industrieller, kommerzieller und so weiter Imperialismus ist, und dem Sozialismus, der das ihm Entgegenstehende ist. Das ist das eine. Das andere ist dasjenige, was sich herausgebildet hat durch die Völkerpsychologie, die insbesondere im Osten Europas und in Mitteleuropa eine große Rolle spielt. In beiden Dingen sind Menschheitsprobleme umspannendster Art enthalten.
[ 33 ] These catastrophic events are, in fact, composed of two elements, neither of which can truly be understood today within anything that exists outside of anthroposophically oriented spiritual science. On the one hand, these catastrophic events have only become possible because of the way in which, for certain goals, people have exploited the great contrast that has developed within humanity over the course of the last three to four centuries between everything that constitutes industrial, commercial, and so on, imperialism, and socialism, which is its opposite. That is one aspect. The other is what has emerged through national psychology, which plays a major role particularly in Eastern Europe and Central Europe. Both of these factors encompass problems of humanity of the most far-reaching kind.
[ 34 ] Wir müssen eben da anfangen, wo man am wenigsten heute von der Außenwelt gestört wird, wo die äußere Kodifizierung noch am wenigsten mitspricht, in der Wissenschaft, in der Kunst. Oder wir könnten einmal auf Grundlage unserer Grundsätze eine Bank begründen.
[ 34 ] We simply have to start where we are least disturbed by the outside world today, where external codification still has the least influence—in science and in art. Or we could establish a bank based on our principles.
[ 35 ] Vielerlei könnte angeführt werden, welches neben diesem Holz- und Betonbau zeigen würde eine Art Idealbau, der aber aus dem Leben und aus der Wirklichkeitsfreundschaft herausgeholt ist. Dieser Holz- und Betonbau steht heute unvollendet da; das ist ein Symptom, das ist ein Symbolum. Diese Dinge, weder der wirkliche noch der Idealbau oder die Idealbauten können fertiggemacht werden, wenn Verständnis in der Welt nur vorhanden ist für das Entgegengesetzte, für dasjenige, was allen Individualismus, alle Persönlichkeitsimpulse aus der Menschheit austilgen muß. Wenn wieder zurückerobert werden muß für die Menschen dasjenige, was in abstrakten Institutionen verfließt, in den Tyranneien der abstrakten Institutionen verfließt, dann wird dazu viel Zeit notwendig sein.
[ 35 ] Many examples could be cited that, alongside this wood-and-concrete structure, would illustrate a kind of ideal building—one that is, however, rooted in life and a love of reality. Today, this wood-and-concrete structure stands unfinished; this is a symptom, this is a symbol. These things—neither the real building nor the ideal building, nor the ideal buildings—can be completed if the world has understanding only for the opposite, for that which must eradicate all individualism and all impulses of personality from humanity. If what is lost in abstract institutions—what is lost in the tyranny of abstract institutions—must be reclaimed for humanity, then this will require a great deal of time.
[ 36 ] Manches muß eben, wenn man so sagen darf, durch die Blume gesprochen sein; jeder mag versuchen, aus den Dingen sich das zu ziehen, was er ziehen kann. Aber vor allen Dingen sollte das gezogen werden, was sich ja ergibt, wenn man erwägt, daß nicht umsonst gewisse Dinge diesmal immer wieder und wieder wiederholt worden sind: die Mahnung, von all dem Phrasenhaften, auch wenn dieses Phrasenhafte äußere Scheinrealität gewonnen hat, von allem Phrasenhaften abzugehen und sich hinzuwenden zur Wahrheit, zur wahren Wirklichkeit. Denn diese wahre Wirklichkeit suchen wir durch unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Durch sie wollen wir eindringen in das Verständnis dessen, was ist, desjenigen, was wirken muß. Und frei wollen wir werden von jenem falschen Idealismus — falschen Idealismus, weil er ein abstrakter Idealismus ist —, der glaubt, ohne Studium, ohne Kenntnis und Liebe gegenüber der Wirklichkeit irgend etwas in der Welt wirken zu können.
[ 36 ] Some things, if I may put it that way, simply have to be said in a roundabout way; everyone is free to draw from these matters whatever they can. But above all, we should take to heart what becomes clear when we consider that it is not for nothing that certain things have been repeated over and over again this time: the admonition to turn away from all that is mere rhetoric—even if that rhetoric has acquired the appearance of reality—and to turn toward the truth, toward true reality. For it is this true reality that we seek through our anthroposophically oriented spiritual science. Through it, we wish to penetrate to an understanding of what is, of that which must take effect. And we wish to free ourselves from that false idealism—false idealism because it is an abstract idealism—which believes it can effect anything in the world without study, without knowledge, and without love for reality.
[ 37 ] In den Zeiten, in denen das eine Jahr das andere ablöst, liegt es der Menschenseele so nahe, ernstere Gedanken anzustellen über das, wie sich die eigene Seele hineinstellt in das Leben und in das Wesen des Seins. Man kann heute keine ernsteren Gedanken anschlagen als die sind, die herkommen von dem Gegensatze zwischen einer wirklichkeitsfremden und auf ihre Wirklichkeitsfreundschaft so falsch stolzen Welt, und zwischen dem, was angestrebt werden soll durch eine wirkliche Wirklichkeitsfreundschaft, wie sie anstrebt die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.
[ 37 ] At this time of year, as one year gives way to the next, it is only natural for the human soul to turn to more serious reflections on how one’s own soul relates to life and to the essence of being. Today, one cannot entertain more serious thoughts than those that arise from the contrast between a world that is alien to reality and so falsely proud of its affinity for reality, and that which should be strived for through a genuine affinity for reality, as pursued by anthroposophically oriented spiritual science.
[ 38 ] Tragen wir — neben dem, was wir so leicht entwickeln können — eine gewisse Neigung zum Aufnehmen geistiger Wahrheiten, weil sie uns in einer angenehmen Weise unsere Beziehungen zur Ewigkeit und dergleichen vor die Seele stellen, tragen wir zu dem, was eine Art Neigung ist, sich mit geisteswissenschaftlichen Wahrheiten zu befassen, auch hinzu einen wirklichen, inneren, starken, hingebungsvollen Impuls: das Leben, alles Leben in dem Lichte dieser Geisteswissenschaft zu betrachten. Versuchen wir hinüberzutragen aus einem Jahre, das wahrhaftig nicht leicht zu durchleben war, in das nächste, das auch nicht leicht zu durchleben sein wird, versuchen wir hinüberzutragen den Willen, das Leben im Sinne der Geisteswissenschaft anzuschauen, den Willen, frei zu werden von der bloßen Phrase, die heute die Welt beherrscht. Denn es ist schon etwas getan, wenn wenigstens ein kleines Häuflein von Menschen in der Welt ist, das eine Silvesterbetrachtung anstellen kann, dahingehend, nicht in ihren Gedanken mitzumachen den Götzendienst der Phrase. Es ist dies etwas. Gewöhnen wir uns für viele Dinge, die es brauchen, neue Worte, neue Begriffe, neue Vorstellungen an!
[ 38 ] If—in addition to what we can so easily develop—we possess a certain inclination to absorb spiritual truths because they present to our souls, in a pleasant way, our relationship to eternity and the like, then we also contribute to what is a kind of inclination to engage with spiritual scientific truths a genuine, inner, strong, and devoted impulse: to view life—all life—in the light of this spiritual science. Let us try to carry forward from a year that was truly not easy to live through into the next, which will also not be easy to live through; let us try to carry forward the will to view life in the spirit of spiritual science, the will to free ourselves from the mere rhetoric that dominates the world today. For something has already been accomplished if there is at least a small group of people in the world who can engage in a New Year’s Eve reflection aimed at not participating in their thoughts with the idolatry of empty phrases. This is something. Let us accustom ourselves to new words, new concepts, and new ideas for the many things that need them!
[ 39 ] Das sei gesagt — da wir wieder eine Silvesterbetrachtung haben konnten innerhalb dieses unvollendeten Baues, mit dessen Formen, mit dessen Wirklichkeit wir so viele Zukunftsgedanken verbinden —, damit wir den Gedanken fassen können, in dieses Neujahr hinüberzuleben so, daß wie ein brennender Impuls, wie ein Feuer in uns sei, daß diese Geisteswissenschaft nicht bloß eine Theorie ist, die wir im stillen Kämmerlein pflegen, sondern werde zu etwas, was in unsern Kopf, in unser Herz, in unsere Hände, in alles übergeht, was im Leben durch uns werden und geschehen soll.
[ 39 ] Let it be said—since we were once again able to hold a New Year’s Eve reflection within this unfinished building, whose forms and reality we associate with so many thoughts of the future— so that we may grasp the idea of stepping into this New Year in such a way that there is within us a burning impulse, a fire—that this spiritual science is not merely a theory we cultivate in the quiet privacy of our own rooms, but becomes something that permeates our minds, our hearts, our hands, and everything that is to come to be and happen through us in life.
[ 40 ] Aus den Worten heraus, die vielleicht hart geklungen haben, die aber doch nur aus Liebe zur Menschheit gesagt worden sind, aus diesen Worten heraus möchte ich Ihnen den Impuls geben, möchte ich Sie auf den Impuls deuten, diese Wende zweier Jahre so durchdenken zu wollen, daß der Gedanke sein kann Ausgangspunkt eines wirklich unbefangenen Durchschauens von dem, was wirklichkeitsgemäß und unwirklichkeitsgemäß ist. Denn mehr, mehr als die Menschheit heute denkt, hängt an diesem. Und man möchte wahrhaftig etwas anderes noch haben als schwache Worte für einen kleinen Kreis in einer Zeit, in der in Silvesterbetrachtungen so vieles andere notwendiger sein würde als das, was ganz gewiß heute vielfach als Silvesterbetrachtungen gesprochen wird. Aber seien wir uns dessen bewußt, daß Geisteswissenschaft eine gewisse Berechtigung hat, solches Anderssein-Wollen von uns zu verlangen!
[ 40 ] From these words—which may have sounded harsh but were spoken solely out of love for humanity—I would like to offer you an impulse, to point you toward the impulse to reflect deeply on this turning point of two years, so that this reflection may serve as the starting point for a truly unbiased discernment of what is real and what is unreal. For more—more than humanity realizes today—depends on this. And one would truly like to have something more than mere words for a small circle at a time when, in New Year’s reflections, so many other things would be more necessary than what is most certainly spoken of today as New Year’s reflections. But let us be aware that spiritual science has a certain right to demand this desire for otherness from us!
