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Death as a Transformation of Life
GA 182

30 April 1918, Ulm

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Der Tod als Lebenswandlung
  1. Death as a Transformation of Life, tr. SOL

4. Zeichen der Zeit Osten, Westen, Mitteleuropa

4. Zeichen der Zeit Osten, Westen, Mitteleuropa

[ 1 ] Die Freunde unserer geistigen Bewegung, die hier in Ulm sind, haben sich vor einiger Zeit zusammengefunden, um die Gedanken, die Bestrebungen, die Impulse dieser unserer geistigen Bewegung auch hier zu pflegen. Wir sind hier, Freunde von auswärts, mit unseren Ulmer Freunden heute vereinigt, um dieses Ereignisses gemeinsam zu gedenken, das eben darin besteht, daß sich auch in dieser Stadt Ulm Freunde unserer Bewegung zusammengetan haben. Zusammengetan haben in ernster Zeit, in schwerer Zeit, in einer Zeit, die durch bedeutsame Zeichen zu den Menschheitsgemütern spricht. Und da darf es bei dieser Gelegenheit heute wohl geschehen, daß wir größerer Zusammenhänge gedenken, geistiger Zusammenhänge der Menschheitsentwickelung, in die sich für unsere Zeit und für die nächste Zukunft unsere geistige Bewegung hineinstellen wird. Ich möchte sagen: Einmal wollen wir den Blick hinwenden von dem, was mit den allernächsten der Menschheitsinteressen auch im Geistigen zusammenhängt, auf das Umfassende, jenes Umfassende, mit dem unsere Bewegung zusammenhängt.

[ 1 ] Die Freunde unserer geistigen Bewegung, die hier in Ulm sind, haben sich vor einiger Zeit zusammengefunden, um die Gedanken, die Bestrebungen, die Impulse dieser unserer geistigen Bewegung auch hier zu pflegen. Wir sind hier, Freunde von auswärts, mit unseren Ulmer Freunden heute vereinigt, um dieses Ereignisses gemeinsam zu gedenken, das eben darin besteht, daß sich auch in dieser Stadt Ulm Freunde unserer Bewegung zusammengetan haben. Zusammengetan haben in ernster Zeit, in schwerer Zeit, in einer Zeit, die durch bedeutsame Zeichen zu den Menschheitsgemütern spricht. Und da darf es bei dieser Gelegenheit heute wohl geschehen, daß wir größerer Zusammenhänge gedenken, geistiger Zusammenhänge der Menschheitsentwickelung, in die sich für unsere Zeit und für die nächste Zukunft unsere geistige Bewegung hineinstellen wird. Ich möchte sagen: Einmal wollen wir den Blick hinwenden von dem, was mit den allernächsten der Menschheitsinteressen auch im Geistigen zusammenhängt, auf das Umfassende, jenes Umfassende, mit dem unsere Bewegung zusammenhängt.

[ 2 ] Wir wissen ja, diejenigen Persönlichkeiten der Gegenwart, die sich im Zeichen unserer geistigen Impulse zusammenschließen, müssen in ihren Seelen, in ihren Herzen tief fühlen, daß sie etwas suchen wollen, was ihnen eine andere geistige Bewegung, eine andere geistige Bestrebung in der Gegenwart nicht geben kann und was zusammenhängt gerade mit dem, was auf seelischem Gebiete der Mensch in unserer Zeit und in der nächsten Zukunft suchen muß, wenn er in vollem Sinne des Wortes sich seiner Menschheit bewußt werden will. In diesem Suchen, gerade so, wie es sich ausspricht in unserer Bewegung, finden wir viele Gegner. Und gerade diejenigen sind unsere Gegner, welche glauben, von diesem oder jenem Gesichtspunkte aus die wahren Güter der Menschheitsentwickelung schützen zu müssen, schützen zu müssen vor einer, wie sie meinen, solchen Abirrung des menschlichen Geistes, wie sie in unserer Bewegung gegeben ist. So glauben gerade viele religiös gestimmte oder scheinbar religiös gestimmte Menschen der Gegenwart, daß unsere Bewegung geeignet sei, hinwegzuführen von dem, was sie brauchen zur wirklichen religiösen Vertiefung.

[ 2 ] Wir wissen ja, diejenigen Persönlichkeiten der Gegenwart, die sich im Zeichen unserer geistigen Impulse zusammenschließen, müssen in ihren Seelen, in ihren Herzen tief fühlen, daß sie etwas suchen wollen, was ihnen eine andere geistige Bewegung, eine andere geistige Bestrebung in der Gegenwart nicht geben kann und was zusammenhängt gerade mit dem, was auf seelischem Gebiete der Mensch in unserer Zeit und in der nächsten Zukunft suchen muß, wenn er in vollem Sinne des Wortes sich seiner Menschheit bewußt werden will. In diesem Suchen, gerade so, wie es sich ausspricht in unserer Bewegung, finden wir viele Gegner. Und gerade diejenigen sind unsere Gegner, welche glauben, von diesem oder jenem Gesichtspunkte aus die wahren Güter der Menschheitsentwickelung schützen zu müssen, schützen zu müssen vor einer, wie sie meinen, solchen Abirrung des menschlichen Geistes, wie sie in unserer Bewegung gegeben ist. So glauben gerade viele religiös gestimmte oder scheinbar religiös gestimmte Menschen der Gegenwart, daß unsere Bewegung geeignet sei, hinwegzuführen von dem, was sie brauchen zur wirklichen religiösen Vertiefung.

[ 3 ] Nun könnte man allerdings schon in einem etwas oberflächlichen, aber doch nicht minder treffenden Urteil manchem, der so spricht, entgegnen: Hat es zum Beispiel die Vertretung auch der christlichen Idee im Laufe der letzten Jahrhunderte verstanden, die Menschheit auf eine Höhe zu bringen, welche die gegenwärtige furchtbare Katastrophe, ich will nicht einmal sagen: aus der Welt schaffen, sondern auch nur hätte mildern können? — Das hat sie nicht vermocht! Aber diejenigen Menschen, die niemals aus den Ereignissen lernen wollen, die lernen auch daraus nichts, daß sich in ihrem Sinne das religiöse Leben seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden entfaltet hat, und jetzt über die ganze Erde hin trotzdem, trotz dieses religiösen Lebens diese Katastrophe hat ausbrechen können. Aber wenn das auch naheliegt, so zu fragen, so wollen wir unsere Gedanken doch nicht gerade in dieser Richtung bewegen. Wir wollen einmal einleitend heute eine andere Frage aufwerfen, die vielleicht recht wenig berücksichtigt wird, die aber doch mit recht, recht tiefen Dingen der Gegenwart zusammenhängt.

[ 3 ] Nun könnte man allerdings schon in einem etwas oberflächlichen, aber doch nicht minder treffenden Urteil manchem, der so spricht, entgegnen: Hat es zum Beispiel die Vertretung auch der christlichen Idee im Laufe der letzten Jahrhunderte verstanden, die Menschheit auf eine Höhe zu bringen, welche die gegenwärtige furchtbare Katastrophe, ich will nicht einmal sagen: aus der Welt schaffen, sondern auch nur hätte mildern können? — Das hat sie nicht vermocht! Aber diejenigen Menschen, die niemals aus den Ereignissen lernen wollen, die lernen auch daraus nichts, daß sich in ihrem Sinne das religiöse Leben seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden entfaltet hat, und jetzt über die ganze Erde hin trotzdem, trotz dieses religiösen Lebens diese Katastrophe hat ausbrechen können. Aber wenn das auch naheliegt, so zu fragen, so wollen wir unsere Gedanken doch nicht gerade in dieser Richtung bewegen. Wir wollen einmal einleitend heute eine andere Frage aufwerfen, die vielleicht recht wenig berücksichtigt wird, die aber doch mit recht, recht tiefen Dingen der Gegenwart zusammenhängt.

[ 4 ] Wissen Sie, welches Wort seinem Ursprung, seiner Entstehung nach den gegenwärtigen Gelehrten, den philologischen Gelehrten am allerunbekanntesten ist? Wissen Sie, bei welchem Wort Sie am allermeisten finden, selbst in den gelehrtesten Werken, wenn Sie sich Rat holen, daf3 man nicht sagen kann, wo es herkommt, was es eigentlich heißt, was es bedeutet? — Das Wort, nach dessen sprachlichem und geistigem Ursprung Sie am meisten vergeblich suchen werden in den gelehrten Hilfsmitteln, das ist das Wort «Gott». Keine Wissenschaft vermag Ihnen heute Auskunft zu geben über den sprachlichen und geistigen Ursprung des Wortes Gott. Das ist doch eine eigentümliche Tatsache. Denn diese Tatsache weist nicht bloß auf Äußerlichkeiten hin, nicht auf etwas, was in dieser oder jener Tatsachenreihe ist, sondern es weist hin auf etwas, was ganz tief, tief mit dem Menschengemüte zusammenhängt. Die Menschen glauben alle, etwas zu sagen, wenn sie von dem Göttlichen, wenn sie von ihrer Hinwendung zu Gott sprechen. Und sie wissen mit allen Mitteln der gegenwärtigen Gelehrsamkeit nicht einmal den Ursprung des Wortes Gott irgendwie anzugeben. Es weist dies darauf hin, daß weitaus die meisten Menschen in der Gegenwart, die heute auf religiösen oder sonstigen geistigen Gebieten sprechen, in Wahrheit gar nicht wissen, wovon sie reden. Wenn man nur tief genug eingehen würde darauf, was damit eigentlich gesagt ist, daß die Menschen nicht wissen, wovon sie reden, wenn sie glauben, von dem zu reden, was am allerinnersten mit dem menschlichen Seelenstreben zusammenhängt! Das fühlen, wenn auch nicht klar bewußt, so doch instinktiv diejenigen, welche sich gedrängt fühlen, aus den verschiedenen geistigen Wirrnissen der Gegenwart heraus zu unseren geistigen Impulsen zu kommen. Daß diese geistigen Impulse, die gerade aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, zusammenhängen mit den dringendsten Bedürfnissen unserer Zeit, das ist von mir immer wieder und wiederum betont worden in den Zeiten, in denen sich das gegenwärtige schwere Gewitter seit langem eigentlich zusammengezogen hat.

[ 4 ] Wissen Sie, welches Wort seinem Ursprung, seiner Entstehung nach den gegenwärtigen Gelehrten, den philologischen Gelehrten am allerunbekanntesten ist? Wissen Sie, bei welchem Wort Sie am allermeisten finden, selbst in den gelehrtesten Werken, wenn Sie sich Rat holen, daf3 man nicht sagen kann, wo es herkommt, was es eigentlich heißt, was es bedeutet? — Das Wort, nach dessen sprachlichem und geistigem Ursprung Sie am meisten vergeblich suchen werden in den gelehrten Hilfsmitteln, das ist das Wort «Gott». Keine Wissenschaft vermag Ihnen heute Auskunft zu geben über den sprachlichen und geistigen Ursprung des Wortes Gott. Das ist doch eine eigentümliche Tatsache. Denn diese Tatsache weist nicht bloß auf Äußerlichkeiten hin, nicht auf etwas, was in dieser oder jener Tatsachenreihe ist, sondern es weist hin auf etwas, was ganz tief, tief mit dem Menschengemüte zusammenhängt. Die Menschen glauben alle, etwas zu sagen, wenn sie von dem Göttlichen, wenn sie von ihrer Hinwendung zu Gott sprechen. Und sie wissen mit allen Mitteln der gegenwärtigen Gelehrsamkeit nicht einmal den Ursprung des Wortes Gott irgendwie anzugeben. Es weist dies darauf hin, daß weitaus die meisten Menschen in der Gegenwart, die heute auf religiösen oder sonstigen geistigen Gebieten sprechen, in Wahrheit gar nicht wissen, wovon sie reden. Wenn man nur tief genug eingehen würde darauf, was damit eigentlich gesagt ist, daß die Menschen nicht wissen, wovon sie reden, wenn sie glauben, von dem zu reden, was am allerinnersten mit dem menschlichen Seelenstreben zusammenhängt! Das fühlen, wenn auch nicht klar bewußt, so doch instinktiv diejenigen, welche sich gedrängt fühlen, aus den verschiedenen geistigen Wirrnissen der Gegenwart heraus zu unseren geistigen Impulsen zu kommen. Daß diese geistigen Impulse, die gerade aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, zusammenhängen mit den dringendsten Bedürfnissen unserer Zeit, das ist von mir immer wieder und wiederum betont worden in den Zeiten, in denen sich das gegenwärtige schwere Gewitter seit langem eigentlich zusammengezogen hat.

[ 5 ] Ich darf da erinnern an einen Satz, den ich öfter ausgesprochen habe, wie diejenigen Freunde wissen, die unserer Bewegung nun schon seit Jahren folgen. Ich habe es öfter ausgesprochen, daß im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte die Erde mit ihren verschiedenen Völkern in kommerzieller, in industrieller, in bankmäßiger Beziehung und so weiter eine Einheit geworden ist. Ich habe darauf hingewiesen, wie die modernen Verkehrsmittel und das, was durch die modernen Verkehrsmittel bis vor kurzem über die ganze Erde hingerollt ist, über die ganze Erde hin eben eine Einheit des Wirtschaftlichen, des äußeren wirtschaftlichen Lebens ausgegossen hat, eine Einheit, wenn wir so sagen dürfen, des physischen Erdenlebens. Wir hatten eine Einheit des physischen Erdenlebens. Ein Scheck, der in New York ausgestellt wurde, konnte in Tokio oder in Berlin oder wo immer eingelöst werden. Zu dieser Tatsache habe ich immer die Forderung hinzugefügt in den Jahren, die diesem Kriege vorangegangen sind: Nicht nur der menschliche Leib braucht eine Seele, sondern ein jeglicher Leib braucht eine Seele, kann nicht ohne Seele leben. Was als physischer Leib in kommerzieller, industrieller, in sonstiger Beziehung über die Erde hin wie ein physischer Leib eben sich ausgebreitet hat, das bedarf einer Seele, einer solchen Seele, die die Möglichkeit bietet, daß über die Erde hin die Menschen sich so, wie sie sich kommerziell, so, wie sie sich geldlich verstehen, sich auch geistig verstehen. Dem Erdenleib eine Erdenseele zu geben, das ist etwas, was ich öfter als erstrebenswert ausgesprochen habe.

[ 5 ] Ich darf da erinnern an einen Satz, den ich öfter ausgesprochen habe, wie diejenigen Freunde wissen, die unserer Bewegung nun schon seit Jahren folgen. Ich habe es öfter ausgesprochen, daß im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte die Erde mit ihren verschiedenen Völkern in kommerzieller, in industrieller, in bankmäßiger Beziehung und so weiter eine Einheit geworden ist. Ich habe darauf hingewiesen, wie die modernen Verkehrsmittel und das, was durch die modernen Verkehrsmittel bis vor kurzem über die ganze Erde hingerollt ist, über die ganze Erde hin eben eine Einheit des Wirtschaftlichen, des äußeren wirtschaftlichen Lebens ausgegossen hat, eine Einheit, wenn wir so sagen dürfen, des physischen Erdenlebens. Wir hatten eine Einheit des physischen Erdenlebens. Ein Scheck, der in New York ausgestellt wurde, konnte in Tokio oder in Berlin oder wo immer eingelöst werden. Zu dieser Tatsache habe ich immer die Forderung hinzugefügt in den Jahren, die diesem Kriege vorangegangen sind: Nicht nur der menschliche Leib braucht eine Seele, sondern ein jeglicher Leib braucht eine Seele, kann nicht ohne Seele leben. Was als physischer Leib in kommerzieller, industrieller, in sonstiger Beziehung über die Erde hin wie ein physischer Leib eben sich ausgebreitet hat, das bedarf einer Seele, einer solchen Seele, die die Möglichkeit bietet, daß über die Erde hin die Menschen sich so, wie sie sich kommerziell, so, wie sie sich geldlich verstehen, sich auch geistig verstehen. Dem Erdenleib eine Erdenseele zu geben, das ist etwas, was ich öfter als erstrebenswert ausgesprochen habe.

[ 6 ] Nun, so etwas bildet sich ja gewiß nicht in einem Tage, so etwas braucht Zeit, und das, was ich hier ausspreche, will nicht eine Kritik der Zeit, sondern nur eine Charakteristik sein; es soll in den Menschenseelen anfachen das, was Impulse des Handelns, des Denkens, des Empfindens, des Wollens sein sollen. Es soll nicht anklagen, sondern es soll aussprechen, was geschehen soll. Daher ist es nicht in Form eines Vorwurfes gemeint, [wenn gesagt wurde] daß die Menschen es versäumt haben in den letzten Jahrzehnten, in denen sich besonders intensiv der gemeinsame Erdenleib herausgebildet hat, diesem Erdenleibe eine gemeinsame Erdenseele zu bilden. Diese Erdenseele kann ja nur gefunden werden, wenn man das dem Menschen zum Verständnis bringt, was in geistiger Beziehung den Menschen so gemeinsam ist wie in physischer Beziehung die Sonne, und was durch die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in der Menschheit verbreitet werden soll.

[ 6 ] Nun, so etwas bildet sich ja gewiß nicht in einem Tage, so etwas braucht Zeit, und das, was ich hier ausspreche, will nicht eine Kritik der Zeit, sondern nur eine Charakteristik sein; es soll in den Menschenseelen anfachen das, was Impulse des Handelns, des Denkens, des Empfindens, des Wollens sein sollen. Es soll nicht anklagen, sondern es soll aussprechen, was geschehen soll. Daher ist es nicht in Form eines Vorwurfes gemeint, [wenn gesagt wurde] daß die Menschen es versäumt haben in den letzten Jahrzehnten, in denen sich besonders intensiv der gemeinsame Erdenleib herausgebildet hat, diesem Erdenleibe eine gemeinsame Erdenseele zu bilden. Diese Erdenseele kann ja nur gefunden werden, wenn man das dem Menschen zum Verständnis bringt, was in geistiger Beziehung den Menschen so gemeinsam ist wie in physischer Beziehung die Sonne, und was durch die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in der Menschheit verbreitet werden soll.

[ 7 ] Das ist aber bis jetzt versäumt worden. Und in dieser gegenwärtigen katastrophalen Zeit erleben wir es in der furchtbarsten Weise, wie es noch nie geschehen ist innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Menschheit, die mit Dokumenten verfolgt werden kann, daß sich die Menschheit in eine Sackgasse versetzt sieht, in eine wirkliche Sackgasse. Und im Ernste wird sie aus dieser Sackgasse nur herauskommen, wenn sie sich entschließt, zu dem, was physische Kultur ist, auf die die Menschheit so stolz ist, wirklich die geistige Kultur der Erdenseele für unsere Zeit und für die nächste Zukunft, die zu dieser physischen Kultur gehört, hinzuzufügen.

[ 7 ] Das ist aber bis jetzt versäumt worden. Und in dieser gegenwärtigen katastrophalen Zeit erleben wir es in der furchtbarsten Weise, wie es noch nie geschehen ist innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Menschheit, die mit Dokumenten verfolgt werden kann, daß sich die Menschheit in eine Sackgasse versetzt sieht, in eine wirkliche Sackgasse. Und im Ernste wird sie aus dieser Sackgasse nur herauskommen, wenn sie sich entschließt, zu dem, was physische Kultur ist, auf die die Menschheit so stolz ist, wirklich die geistige Kultur der Erdenseele für unsere Zeit und für die nächste Zukunft, die zu dieser physischen Kultur gehört, hinzuzufügen.

[ 8 ] Man mag sich gegen diese Bestrebungen, eine neue Geistigkeit der Erde zu geben, stemmen, so viel man will, die Wahrheit wird sich unter allen Umständen geltend machen müssen. Die Menschheit lebt jetzt in einer furchtbaren Katastrophe drinnen. Wird die Menschheit sich nicht dazu entschließen, die hier gemeinte neue Geistigkeit wirklich sich einzufügen, dann werden in immer neuen Perioden, vielleicht in recht kurzen Perioden, diese Katastrophen immer wiederkehren. Mit den Mitteln, die die Menschheit schon gekannt hat, bevor diese Katastrophe ausgebrochen ist, wird diese Katastrophe und alle ihre Folgen niemals geheilt werden. Wer dieses noch glaubt, denkt nicht im Sinne der irdischen Entwickelung der Menschheit. Und so lange wird diese katastrophale Zeit dauern wenn sie auch für einige Jahre zwischenhinein überbrückt werden kann, scheinbar —, bis die Menschheit sie in der einzig richtigen Weise interpretieren, auslegen wird, nämlich dahingehend, daß sie ein Zeichen ist, daß die Menschen nach dem Geiste, der das rein physische Leben durchdringen muß, sich hinwenden. Das mag heute noch für viele eine bittere, weil unbequeme Wahrheit sein, aber es ist eine Wahrheit.

[ 8 ] Man mag sich gegen diese Bestrebungen, eine neue Geistigkeit der Erde zu geben, stemmen, so viel man will, die Wahrheit wird sich unter allen Umständen geltend machen müssen. Die Menschheit lebt jetzt in einer furchtbaren Katastrophe drinnen. Wird die Menschheit sich nicht dazu entschließen, die hier gemeinte neue Geistigkeit wirklich sich einzufügen, dann werden in immer neuen Perioden, vielleicht in recht kurzen Perioden, diese Katastrophen immer wiederkehren. Mit den Mitteln, die die Menschheit schon gekannt hat, bevor diese Katastrophe ausgebrochen ist, wird diese Katastrophe und alle ihre Folgen niemals geheilt werden. Wer dieses noch glaubt, denkt nicht im Sinne der irdischen Entwickelung der Menschheit. Und so lange wird diese katastrophale Zeit dauern wenn sie auch für einige Jahre zwischenhinein überbrückt werden kann, scheinbar —, bis die Menschheit sie in der einzig richtigen Weise interpretieren, auslegen wird, nämlich dahingehend, daß sie ein Zeichen ist, daß die Menschen nach dem Geiste, der das rein physische Leben durchdringen muß, sich hinwenden. Das mag heute noch für viele eine bittere, weil unbequeme Wahrheit sein, aber es ist eine Wahrheit.

[ 9 ] Fragen wir uns einmal, was denn eigentlich bis heute trotz der seit drei bis vier Jahrhunderten immer intensiver auftretenden rein materialistischen Erdenkultur den Zusammenhang mit der geistigen Welt noch etwas aufrechterhalten hat? Wer Erfahrung auf diesem Gebiete hat, der weiß, daß mit der geistigen Welt den Zusammenhang eigentlich nur noch eine einzige, für die Menschheit schwerwiegende Tatsache aufrechterhalten hat. Ein Mann, der einer der bedeutendsten Leiter der unfruchtbaren «Gesellschaft für ethische Kultur» in den letzten Jahren war, sagte mir einmal eines Tages, er habe lange nachgedacht, wie es denn komme, daß in unserer aufgeklärten Zeit, in der die Menschheit doch wisse, daß ein Heil nur im Begreifen der materiellen Welt noch liegen könne, wie es möglich sei, daß in dieser aufgeklärten Zeit es noch Kirchen gebe, Kirchen neben den verschiedenen Staaten. Und er sagte, er wäre darauf gekommen, warum es noch Kirchen gibt. Er kleidete diese Lösung, mit der er meinte, ein tiefes Geheimnis zum Ausdruck zu bringen, etwa in folgende Worte: Die Staaten verwalten das Leben, die Kirchen verwalten den Tod; und da die Menschen sich noch nicht abgewöhnt haben, in dem Tod etwas Furchtbares zu denken, besteht die Macht der Kirche darin, daß sie den Tod verwaltet. — Es ist eine echt materialistische Denkweise, denn der Mann wollte damit zum Ausdruck bringen, daß, wenn sich die Menschen endlich abgewöhnt haben würden, den Tod als etwas bedeutungsvoll in das Menschenleben Eingreifendes anzusehen, wenn sie sich angewöhnt haben würden, den Tod über sich so kommen zu lassen wie das Tier, dann würden die Kirchen ihre Gewalt verloren haben.

[ 9 ] Fragen wir uns einmal, was denn eigentlich bis heute trotz der seit drei bis vier Jahrhunderten immer intensiver auftretenden rein materialistischen Erdenkultur den Zusammenhang mit der geistigen Welt noch etwas aufrechterhalten hat? Wer Erfahrung auf diesem Gebiete hat, der weiß, daß mit der geistigen Welt den Zusammenhang eigentlich nur noch eine einzige, für die Menschheit schwerwiegende Tatsache aufrechterhalten hat. Ein Mann, der einer der bedeutendsten Leiter der unfruchtbaren «Gesellschaft für ethische Kultur» in den letzten Jahren war, sagte mir einmal eines Tages, er habe lange nachgedacht, wie es denn komme, daß in unserer aufgeklärten Zeit, in der die Menschheit doch wisse, daß ein Heil nur im Begreifen der materiellen Welt noch liegen könne, wie es möglich sei, daß in dieser aufgeklärten Zeit es noch Kirchen gebe, Kirchen neben den verschiedenen Staaten. Und er sagte, er wäre darauf gekommen, warum es noch Kirchen gibt. Er kleidete diese Lösung, mit der er meinte, ein tiefes Geheimnis zum Ausdruck zu bringen, etwa in folgende Worte: Die Staaten verwalten das Leben, die Kirchen verwalten den Tod; und da die Menschen sich noch nicht abgewöhnt haben, in dem Tod etwas Furchtbares zu denken, besteht die Macht der Kirche darin, daß sie den Tod verwaltet. — Es ist eine echt materialistische Denkweise, denn der Mann wollte damit zum Ausdruck bringen, daß, wenn sich die Menschen endlich abgewöhnt haben würden, den Tod als etwas bedeutungsvoll in das Menschenleben Eingreifendes anzusehen, wenn sie sich angewöhnt haben würden, den Tod über sich so kommen zu lassen wie das Tier, dann würden die Kirchen ihre Gewalt verloren haben.

[ 10 ] Nun, selbstverständlich ist dieser Ausspruch ein vollständiger Unsinn, ein geradezu glänzender Unsinn; aber er ist, wenn man auf das Geistesleben der Gegenwart blickt, nicht so ganz unbegründet. Die Gegenwart muß manchmal, um sich selbst zu begreifen, um das auszudrücken, was sie in geistiger Beziehung ist, einen Unsinn sagen. Das wird man in der Zukunft als besonderes Charakteristikum unserer Zeit anführen, daß die geistreichsten Menschen der Gegenwart genötigt waren, wenn sie so recht treffend den Charakter der Gegenwart, das heißt der Zeit um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, zum Ausdruck zu bringen suchten, daß sie dann einen Unsinn sagen mußten. Nun aber, etwas Wahres ist eben in diesem Unsinn, nämlich das Wahre, daß fast die einzige Verbindungsbrücke mit der geistigen Welt für zahlreiche Menschen der Gegenwart ist, daß sie in gewisser Beziehung entweder Furcht vor dem Tode haben oder den Gedanken nicht ertragen, wenn ihre Lieben hingegangen sind, diese irgendwie in einem Nichts zu denken. Gewiß, es soll nicht verkannt werden, daß diese Gedanken noch immer bedeutungsvoll genug sind, daß sie noch immer mit tiefsten Interessen der Menschenseele zusammenhängen. Allein, zu einem wirklichen Verbundensein mit der geistigen Welt kann weder die Furcht noch eine andere Empfindung gegenüber dem Tode führen. Dazu muß kommen wirkliche, wahre Erkenntnis der geistigen Welt, muß kommen Verständnis für die Wirklichkeit der geistigen Welt. Und dieses Verständnis für die Wirklichkeit der geistigen Welt ist heute nicht anders möglich als dadurch, daß man zu der naturwissenschaftlichen Gesinnung eine geisteswissenschaftliche Gesinnung hinzufügt.

[ 10 ] Nun, selbstverständlich ist dieser Ausspruch ein vollständiger Unsinn, ein geradezu glänzender Unsinn; aber er ist, wenn man auf das Geistesleben der Gegenwart blickt, nicht so ganz unbegründet. Die Gegenwart muß manchmal, um sich selbst zu begreifen, um das auszudrücken, was sie in geistiger Beziehung ist, einen Unsinn sagen. Das wird man in der Zukunft als besonderes Charakteristikum unserer Zeit anführen, daß die geistreichsten Menschen der Gegenwart genötigt waren, wenn sie so recht treffend den Charakter der Gegenwart, das heißt der Zeit um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, zum Ausdruck zu bringen suchten, daß sie dann einen Unsinn sagen mußten. Nun aber, etwas Wahres ist eben in diesem Unsinn, nämlich das Wahre, daß fast die einzige Verbindungsbrücke mit der geistigen Welt für zahlreiche Menschen der Gegenwart ist, daß sie in gewisser Beziehung entweder Furcht vor dem Tode haben oder den Gedanken nicht ertragen, wenn ihre Lieben hingegangen sind, diese irgendwie in einem Nichts zu denken. Gewiß, es soll nicht verkannt werden, daß diese Gedanken noch immer bedeutungsvoll genug sind, daß sie noch immer mit tiefsten Interessen der Menschenseele zusammenhängen. Allein, zu einem wirklichen Verbundensein mit der geistigen Welt kann weder die Furcht noch eine andere Empfindung gegenüber dem Tode führen. Dazu muß kommen wirkliche, wahre Erkenntnis der geistigen Welt, muß kommen Verständnis für die Wirklichkeit der geistigen Welt. Und dieses Verständnis für die Wirklichkeit der geistigen Welt ist heute nicht anders möglich als dadurch, daß man zu der naturwissenschaftlichen Gesinnung eine geisteswissenschaftliche Gesinnung hinzufügt.

[ 11 ] Wenn die Menschen nicht wissen, woher eigentlich das Wort Gott kommt, was eigentlich das Göttliche ist, was tun denn eigentlich die Menschen, die heute von Bedürfnissen dieser oder jener religiösen Verehrung, die von dem Göttlichen sprechen? Die Menschen, die da oftmals glauben, tief religiös zu sein, indem sie vorgeben, das höchste Göttliche anzubeten, was tun die eigentlich? Diese Frage sich in einem ernsten Augenblick einmal vor die Seele zu führen, ist gar nicht unwichtig. Was schließt diese Frage ein? Diese Frage schließt ein: Was ist eigentlich der Gott, von dem die meisten Menschen der Gegenwart sprechen, die vorgeben, religiöser Natur zu sein?

[ 11 ] Wenn die Menschen nicht wissen, woher eigentlich das Wort Gott kommt, was eigentlich das Göttliche ist, was tun denn eigentlich die Menschen, die heute von Bedürfnissen dieser oder jener religiösen Verehrung, die von dem Göttlichen sprechen? Die Menschen, die da oftmals glauben, tief religiös zu sein, indem sie vorgeben, das höchste Göttliche anzubeten, was tun die eigentlich? Diese Frage sich in einem ernsten Augenblick einmal vor die Seele zu führen, ist gar nicht unwichtig. Was schließt diese Frage ein? Diese Frage schließt ein: Was ist eigentlich der Gott, von dem die meisten Menschen der Gegenwart sprechen, die vorgeben, religiöser Natur zu sein?

[ 12 ] Nun, die Menschen weisen es ab, wenn wir vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus davon sprechen, daß über uns andere Wesenheiten sind, die Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter, so daß wir eine Hierarchie von geistigen Wesenheiten schauen, und daß der Weg weit hinauf ist zu dem, was das höchste Göttliche ist. Diese erkenntnismäßige Bescheidenheit wollen die Menschen der Gegenwart nicht haben. Sie drücken es oftmals so aus, daß sie sagen: Sie wollen keine Vermittlung haben zwischen sich und dem Gotte, sie wollen immer sich direkt, unmittelbar an den allerhöchsten Gott wenden. Es handelt sich aber nicht darum, was man glaubt über ein solches Hinwenden, sondern darum handelt es sich, was man in seiner Seele wirklich tut, was man in seiner Seele wirklich erlebt.

[ 12 ] Nun, die Menschen weisen es ab, wenn wir vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus davon sprechen, daß über uns andere Wesenheiten sind, die Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter, so daß wir eine Hierarchie von geistigen Wesenheiten schauen, und daß der Weg weit hinauf ist zu dem, was das höchste Göttliche ist. Diese erkenntnismäßige Bescheidenheit wollen die Menschen der Gegenwart nicht haben. Sie drücken es oftmals so aus, daß sie sagen: Sie wollen keine Vermittlung haben zwischen sich und dem Gotte, sie wollen immer sich direkt, unmittelbar an den allerhöchsten Gott wenden. Es handelt sich aber nicht darum, was man glaubt über ein solches Hinwenden, sondern darum handelt es sich, was man in seiner Seele wirklich tut, was man in seiner Seele wirklich erlebt.

[ 13 ] Nehmen Sie alles das, was Ihnen heute ein Prediger irgendeiner anerkannten Religionsgemeinschaft über das Göttliche vorbringt, was er redet über das Göttliche. Worauf bezieht sich das, wenn man nun nicht nach seinen Worten geht, sondern nach der Wirklichkeit? Es bezieht sich auf zweierlei. Entweder bezieht sich das, wovon er redet, auf kein höheres Wesen als auf seinen Engel, der als leitende Wesenheit über jedem einzelnen von uns steht. Er betet diesen Engel an, er nennt ihn den höchsten Gott. Derjenige, der weiß, was Worte wirklich für einen Inhalt haben können, der weiß, daß alles, was in den modernen Predigten gesagt wird von Gott, niemals auf irgendeinen höheren Gott als auf einen Engel sich bezieht oder, wenn nicht auf einen Engel, so noch auf etwas anderes. Geht man nämlich der Frage nach, woher denn das eigentlich stammt, was solche Menschen fühlen, die von ihrem Gotte sprechen, die von ihrem Gotte predigen in ihren Kirchen, die oftmals sogar vorgeben, ein Gotteserlebnis in ihren Seelen zu haben, wie es manche Menschen der Gegenwart tun — sie nennen sich dann mit einem gewissen Hochmut «evangelisierte Menschen» und dergleichen —, von welchen Impulsen in ihren Seelen solche Menschen ausgehen, der kommt zu folgendem: Solche Menschen fühlen in ihren Seelen den Impuls ihres eigenen Wesens, wie sich dieses Wesen entwickelt hat in einer rein geistigen Umgebung zwischen dem letzten Tode und der Geburt. Dieses geistige Wesen, das sich zwischen dem letzten Tode und unserer Geburt in uns entwickelt hat, das ist jetzt in unserem Leibe, das hat unseren Leib bezogen. Vieles von dem, in dem wir jetzt leben, kommt nur aus diesem Wesen, aus diesem vorgeburtlichen Wesen. Dieses vorgeburtliche Wesen fühlt der Mensch als ein Geistiges; dieses vorgeburtliche Wesen ist es, mit dem er sich vereinigt fühlt. Ja sogar sogenannte Theosophen der verschiedensten Richtungen haben den Menschen immer wieder und wiederum vorgesagt, um ihnen so etwas geistig Honigsüßes zu geben, es käme darauf an, daß sich der Mensch mit seinem Gotte in sich vereinigt. Aber das, was da der Mensch fühlt, indem er sich angeblich mit seinem Gotte vereinigt, das ist er selbst, das ist nur sein geistig-seelisches Wesen in der Zeit zwischen dem letzten Tode und der letzten Geburt. Und das, wovon zahlreiche Pastoren und Priester sprechen, wenn sie von dem Gott, den sie in ihrer Seele fühlen, sprechen, ist nichts anderes, als daß sie ihr eigenes Ich ahnen, nicht wie es sich hier im physischen Leibe, in der physischen Umgebung entwickelt, sondern wie es sich in der geistigen Welt entwickelt hat zwischen Tod und Geburt. Das empfinden sie, und dann fangen sie an zu beten. Und was beten sie an? Sich selber.

[ 13 ] Nehmen Sie alles das, was Ihnen heute ein Prediger irgendeiner anerkannten Religionsgemeinschaft über das Göttliche vorbringt, was er redet über das Göttliche. Worauf bezieht sich das, wenn man nun nicht nach seinen Worten geht, sondern nach der Wirklichkeit? Es bezieht sich auf zweierlei. Entweder bezieht sich das, wovon er redet, auf kein höheres Wesen als auf seinen Engel, der als leitende Wesenheit über jedem einzelnen von uns steht. Er betet diesen Engel an, er nennt ihn den höchsten Gott. Derjenige, der weiß, was Worte wirklich für einen Inhalt haben können, der weiß, daß alles, was in den modernen Predigten gesagt wird von Gott, niemals auf irgendeinen höheren Gott als auf einen Engel sich bezieht oder, wenn nicht auf einen Engel, so noch auf etwas anderes. Geht man nämlich der Frage nach, woher denn das eigentlich stammt, was solche Menschen fühlen, die von ihrem Gotte sprechen, die von ihrem Gotte predigen in ihren Kirchen, die oftmals sogar vorgeben, ein Gotteserlebnis in ihren Seelen zu haben, wie es manche Menschen der Gegenwart tun — sie nennen sich dann mit einem gewissen Hochmut «evangelisierte Menschen» und dergleichen —, von welchen Impulsen in ihren Seelen solche Menschen ausgehen, der kommt zu folgendem: Solche Menschen fühlen in ihren Seelen den Impuls ihres eigenen Wesens, wie sich dieses Wesen entwickelt hat in einer rein geistigen Umgebung zwischen dem letzten Tode und der Geburt. Dieses geistige Wesen, das sich zwischen dem letzten Tode und unserer Geburt in uns entwickelt hat, das ist jetzt in unserem Leibe, das hat unseren Leib bezogen. Vieles von dem, in dem wir jetzt leben, kommt nur aus diesem Wesen, aus diesem vorgeburtlichen Wesen. Dieses vorgeburtliche Wesen fühlt der Mensch als ein Geistiges; dieses vorgeburtliche Wesen ist es, mit dem er sich vereinigt fühlt. Ja sogar sogenannte Theosophen der verschiedensten Richtungen haben den Menschen immer wieder und wiederum vorgesagt, um ihnen so etwas geistig Honigsüßes zu geben, es käme darauf an, daß sich der Mensch mit seinem Gotte in sich vereinigt. Aber das, was da der Mensch fühlt, indem er sich angeblich mit seinem Gotte vereinigt, das ist er selbst, das ist nur sein geistig-seelisches Wesen in der Zeit zwischen dem letzten Tode und der letzten Geburt. Und das, wovon zahlreiche Pastoren und Priester sprechen, wenn sie von dem Gott, den sie in ihrer Seele fühlen, sprechen, ist nichts anderes, als daß sie ihr eigenes Ich ahnen, nicht wie es sich hier im physischen Leibe, in der physischen Umgebung entwickelt, sondern wie es sich in der geistigen Welt entwickelt hat zwischen Tod und Geburt. Das empfinden sie, und dann fangen sie an zu beten. Und was beten sie an? Sich selber.

[ 14 ] Das ist dasjenige, was einem aus vielen geistigen Strömungen der Gegenwart so herzzerreißend entgegenkommt. Wenn man diese Dinge der Wirklichkeit nach anschaut, so muß) man sich gestehen, daß die Menschen nach und nach dazu gekommen sind, unterbewußt, ohne daß sie es wissen, sich selber anzubeten. Und wenn einmal einer dahinterkommt, so drückt er es in merkwürdigen Formen aus, wie es Friedrich Nietzsche getan hat. Dieses muß man sich durchaus klarmachen: Entweder betet derjenige, der die Hierarchien, der die wunderbare Breite und Größe der geistigen Welt nicht anerkennen will, bloß seinen Engel an — was ja auch ein egoistisches Anbeten ist —, oder er betet sich selber an. Dieses ist die geistige Form des Egoismus, zu dem die Menschheit allmählich unter dem Einfluß der materialistischen Entwickelung der neueren Zeit gekommen ist.

[ 14 ] Das ist dasjenige, was einem aus vielen geistigen Strömungen der Gegenwart so herzzerreißend entgegenkommt. Wenn man diese Dinge der Wirklichkeit nach anschaut, so muß) man sich gestehen, daß die Menschen nach und nach dazu gekommen sind, unterbewußt, ohne daß sie es wissen, sich selber anzubeten. Und wenn einmal einer dahinterkommt, so drückt er es in merkwürdigen Formen aus, wie es Friedrich Nietzsche getan hat. Dieses muß man sich durchaus klarmachen: Entweder betet derjenige, der die Hierarchien, der die wunderbare Breite und Größe der geistigen Welt nicht anerkennen will, bloß seinen Engel an — was ja auch ein egoistisches Anbeten ist —, oder er betet sich selber an. Dieses ist die geistige Form des Egoismus, zu dem die Menschheit allmählich unter dem Einfluß der materialistischen Entwickelung der neueren Zeit gekommen ist.

[ 15 ] Nun werden Sie sagen: Was erzählt er uns denn alles? Das ist doch nicht wahr! Die Leute sagen doch nicht, daß sie sich selber anbeten, daß sie nur ihren Engel anbeten! — Gewiß, sie sagen es nicht, aber sie tun es; und dasjenige, was sie sprechen, das geschieht nur, um sich gegenüber der Tatsache, die deshalb nicht minder real ist, zu betäuben. Dasjenige, was heute gesprochen wird, das ist vielfach ein Betäubungsmittel für die Menschheit, weil natürlich die Menschen sich nicht gestehen wollen das, um was es sich eigentlich handelt. Die Menschen finden es heute vielfach zu unbequem, in innerer Arbeit sich zu erheben zu den geistigen Welten. Das wollen sie nicht. Sie wollen auf eine viel einfachere Weise zu den geistigen Welten vordringen, so einfach als man eben kann. Daher täuschen sie sich, daher betäuben sie sich. Aber man kann sich nicht ungestraft betäuben. Die Welt geht ihren Gang. In der Welt wirkt das GöttlichGeistige, wenn man es auch nicht anerkennen will. Es wirkt und webt darinnen. Und das ist die tiefste Aufgabe unserer Zeit, den Zusammenhang mit dem wirklichen Geistigen wiederzufinden, aus sich wieder herauszubekommen den vergeistigten Egoismus, den wir eben geschildert haben, ihn zu überwinden. Das ist dasjenige, was einem so zu Herzen spricht, wenn man den eigentlichen tieferen Impuls geistiger Wissenschaft für die Gegenwart begriffen hat. Die Welt — ich habe vorhin schon darauf aufmerksam gemacht —, sie wird schon durch ihre gewaltigen Zeichen die Menschen zwingen, den Geist wieder zu suchen. Aber es muß ein gewisser Kern strebender Menschheit da sein, welcher sich in dieses geistige Streben hineinfindet, das einzig und allein das Richtige und Wahrhaftige und Wirkliche für die Gegenwart sein kann.

[ 15 ] Nun werden Sie sagen: Was erzählt er uns denn alles? Das ist doch nicht wahr! Die Leute sagen doch nicht, daß sie sich selber anbeten, daß sie nur ihren Engel anbeten! — Gewiß, sie sagen es nicht, aber sie tun es; und dasjenige, was sie sprechen, das geschieht nur, um sich gegenüber der Tatsache, die deshalb nicht minder real ist, zu betäuben. Dasjenige, was heute gesprochen wird, das ist vielfach ein Betäubungsmittel für die Menschheit, weil natürlich die Menschen sich nicht gestehen wollen das, um was es sich eigentlich handelt. Die Menschen finden es heute vielfach zu unbequem, in innerer Arbeit sich zu erheben zu den geistigen Welten. Das wollen sie nicht. Sie wollen auf eine viel einfachere Weise zu den geistigen Welten vordringen, so einfach als man eben kann. Daher täuschen sie sich, daher betäuben sie sich. Aber man kann sich nicht ungestraft betäuben. Die Welt geht ihren Gang. In der Welt wirkt das GöttlichGeistige, wenn man es auch nicht anerkennen will. Es wirkt und webt darinnen. Und das ist die tiefste Aufgabe unserer Zeit, den Zusammenhang mit dem wirklichen Geistigen wiederzufinden, aus sich wieder herauszubekommen den vergeistigten Egoismus, den wir eben geschildert haben, ihn zu überwinden. Das ist dasjenige, was einem so zu Herzen spricht, wenn man den eigentlichen tieferen Impuls geistiger Wissenschaft für die Gegenwart begriffen hat. Die Welt — ich habe vorhin schon darauf aufmerksam gemacht —, sie wird schon durch ihre gewaltigen Zeichen die Menschen zwingen, den Geist wieder zu suchen. Aber es muß ein gewisser Kern strebender Menschheit da sein, welcher sich in dieses geistige Streben hineinfindet, das einzig und allein das Richtige und Wahrhaftige und Wirkliche für die Gegenwart sein kann.

[ 16 ] Sehen Sie, die Erde hat verschiedene Aufgaben durchgemacht. Es hat ja nicht nur der einzelne Mensch eine Aufgabe, die ganze Erde hat fortwährend ihre verschiedenen Aufgaben. Eine andere Aufgabe hatten in der Zeit, die unmittelbar auf die große atlantische Katastrophe folgte, die Menschen der indischen Kultur, eine andere Aufgabe wieder etwas später die Menschen der persischen Kultur; eine andere Aufgabe hatten die Menschen, als die Ägypter und Chaldäer tonangebend waren, eine andere Aufgabe, als die griechisch-römischen Völker den Ton angegeben haben. Dieser bestand fort bis in das 15. Jahrhundert hinein. Eine andere Aufgabe ist wiederum vom 15. Jahrhundert bis heute uns zugeteilt. Und diese Aufgabe, die uns jetzt zugeteilt ist, die ist eine ganz andere, als sie jemals war auf der Erde. Man kann diese Aufgabe, die der Menschheit gegenwärtig zugeteilt ist, die mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat und die bis in das 4. Jahrtausend hinein dauern wird, dadurch charakterisieren, daß man auf das Wesentlichste hinweist, was gerade in diesem Zeitraum auf der Erde geschieht.

[ 16 ] Sehen Sie, die Erde hat verschiedene Aufgaben durchgemacht. Es hat ja nicht nur der einzelne Mensch eine Aufgabe, die ganze Erde hat fortwährend ihre verschiedenen Aufgaben. Eine andere Aufgabe hatten in der Zeit, die unmittelbar auf die große atlantische Katastrophe folgte, die Menschen der indischen Kultur, eine andere Aufgabe wieder etwas später die Menschen der persischen Kultur; eine andere Aufgabe hatten die Menschen, als die Ägypter und Chaldäer tonangebend waren, eine andere Aufgabe, als die griechisch-römischen Völker den Ton angegeben haben. Dieser bestand fort bis in das 15. Jahrhundert hinein. Eine andere Aufgabe ist wiederum vom 15. Jahrhundert bis heute uns zugeteilt. Und diese Aufgabe, die uns jetzt zugeteilt ist, die ist eine ganz andere, als sie jemals war auf der Erde. Man kann diese Aufgabe, die der Menschheit gegenwärtig zugeteilt ist, die mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat und die bis in das 4. Jahrtausend hinein dauern wird, dadurch charakterisieren, daß man auf das Wesentlichste hinweist, was gerade in diesem Zeitraum auf der Erde geschieht.

[ 17 ] Sieht man noch zurück in die Zeit bis zum 15. Jahrhundert, sieht man das sich geisteswissenschaftlich an, so sieht man, wie bis zum 15. Jahrhundert alles, was die Menschen getrieben haben, von einer gewissen Geistigkeit durchdrungen ist. Die äußere Geschichte erzählt davon nichts, denn sie ist eine Fable convenue, die wir auf den Schulen, auf den Universitäten lernen. Studieren Sie nur wirklich, was die Menschen geschaffen haben im Alltag, es war von einer gewissen Geistigkeit durchdrungen. Das ist das Charakteristische unserer Epoche, daß diese Geistigkeit zurückgegangen ist, daß sie sich allmählich ganz verlieren muß, wenn der Mensch nicht eine neue Geistigkeit zu der rein äußeren, materiellen Kultur hinzufügt. Durch die rein äußeren Verhältnisse ist die Erdenentwickelung dazu verurteilt, rein materialistisch zu werden. Den Geist, der gewissermaßen von selbst kam in früheren Erdenentwickelungsepochen, muß die Menschheit aus freier innerer Tat hinzufügen zu dem, was sich darbietet.

[ 17 ] Sieht man noch zurück in die Zeit bis zum 15. Jahrhundert, sieht man das sich geisteswissenschaftlich an, so sieht man, wie bis zum 15. Jahrhundert alles, was die Menschen getrieben haben, von einer gewissen Geistigkeit durchdrungen ist. Die äußere Geschichte erzählt davon nichts, denn sie ist eine Fable convenue, die wir auf den Schulen, auf den Universitäten lernen. Studieren Sie nur wirklich, was die Menschen geschaffen haben im Alltag, es war von einer gewissen Geistigkeit durchdrungen. Das ist das Charakteristische unserer Epoche, daß diese Geistigkeit zurückgegangen ist, daß sie sich allmählich ganz verlieren muß, wenn der Mensch nicht eine neue Geistigkeit zu der rein äußeren, materiellen Kultur hinzufügt. Durch die rein äußeren Verhältnisse ist die Erdenentwickelung dazu verurteilt, rein materialistisch zu werden. Den Geist, der gewissermaßen von selbst kam in früheren Erdenentwickelungsepochen, muß die Menschheit aus freier innerer Tat hinzufügen zu dem, was sich darbietet.

[ 18 ] Wenn man absieht von dem, was die Menschen aus ihrer inneren Freiheit, aus ihrem Bewußtsein in die Erdenkultur hereinbringen können, und nur auf das sieht, was in unserem fünften Zeitraum, der seit der Mitte des 15. Jahrhunderts währt, sich von selbst ergibt, dann stellt sich heraus, daß dieses der Zeitraum ist, in dem die Erde allmählich anfängt, für den ganzen Kosmos, für das ganze Universum zu ersterben. Der fünfte Zeitraum ist der Beginn des Erdentodes. Während alle früheren Zeiträume zu dem genannten Geiste des Universums durch dasjenige, was sich aus der Erde selbst ergab, einen Beitrag liefern konnten, hat all die glänzende Kultur, die sich in diesem fünften Zeitraum entwickelte — der Telegraph, das Telephon, die Eisenbahn —, ihre große Bedeutung für die Erde, aber keine Bedeutung außerhalb der Erde. Nichts von dem, was im Ägyptertum, im Griechentum entstanden ist, geht mit der Erde zugrunde; aber das, was in unserer Zeit entsteht auf dem Boden der rein materialistischen Kultur, geht mit der Erde zugrunde, wenn die Erde selbst Weltenleichnam sein wird. Das, was die gegenwärtige materielle Kultur schafft, geht mit der Erde zugrunde. Diese Zeit mußte kommen. Denn die Menschen müssen frei werden. Sie mußten nicht gezwungen sein, den Geist zu finden, sie mußten das Geistige aus freier innerer Bewußtseinstat finden. Daher kam dieser jetzige Zeitraum, in dem alles das, was wir äußerlich finden können, worauf wir so stolz sein können, äußerlich nur für die Erde da ist, doch nicht da ist für die geistige Welt. Daher ist es aber auch die Zeit, die dem Menschen es freistellt, zum Geiste sich zu erheben, die die Menschen auf ihr Inneres, auf ihre Seele, auf ihr Herz, auf ihr Gemüt verweist, wenn sie geistiger werden wollen, die die Menschen nicht zwingt, geistiger zu sein, aber die den Menschen freistellt, ob sie verfallen wollen mit der äußeren verfallenden Kultur, oder ob sie nicht verfallen wollen mit dieser Kultur.

[ 18 ] Wenn man absieht von dem, was die Menschen aus ihrer inneren Freiheit, aus ihrem Bewußtsein in die Erdenkultur hereinbringen können, und nur auf das sieht, was in unserem fünften Zeitraum, der seit der Mitte des 15. Jahrhunderts währt, sich von selbst ergibt, dann stellt sich heraus, daß dieses der Zeitraum ist, in dem die Erde allmählich anfängt, für den ganzen Kosmos, für das ganze Universum zu ersterben. Der fünfte Zeitraum ist der Beginn des Erdentodes. Während alle früheren Zeiträume zu dem genannten Geiste des Universums durch dasjenige, was sich aus der Erde selbst ergab, einen Beitrag liefern konnten, hat all die glänzende Kultur, die sich in diesem fünften Zeitraum entwickelte — der Telegraph, das Telephon, die Eisenbahn —, ihre große Bedeutung für die Erde, aber keine Bedeutung außerhalb der Erde. Nichts von dem, was im Ägyptertum, im Griechentum entstanden ist, geht mit der Erde zugrunde; aber das, was in unserer Zeit entsteht auf dem Boden der rein materialistischen Kultur, geht mit der Erde zugrunde, wenn die Erde selbst Weltenleichnam sein wird. Das, was die gegenwärtige materielle Kultur schafft, geht mit der Erde zugrunde. Diese Zeit mußte kommen. Denn die Menschen müssen frei werden. Sie mußten nicht gezwungen sein, den Geist zu finden, sie mußten das Geistige aus freier innerer Bewußtseinstat finden. Daher kam dieser jetzige Zeitraum, in dem alles das, was wir äußerlich finden können, worauf wir so stolz sein können, äußerlich nur für die Erde da ist, doch nicht da ist für die geistige Welt. Daher ist es aber auch die Zeit, die dem Menschen es freistellt, zum Geiste sich zu erheben, die die Menschen auf ihr Inneres, auf ihre Seele, auf ihr Herz, auf ihr Gemüt verweist, wenn sie geistiger werden wollen, die die Menschen nicht zwingt, geistiger zu sein, aber die den Menschen freistellt, ob sie verfallen wollen mit der äußeren verfallenden Kultur, oder ob sie nicht verfallen wollen mit dieser Kultur.

[ 19 ] Man kann eine solche Wahrheit, wie sie eben ausgesprochen worden ist, das heißt dasjenige, was der Menschheit durchaus notwendig ist, entweder aus der Geisteswissenschaft heraus einsehen — und alles dasjenige, was Sie in der geisteswissenschaftlichen Literatur finden, gibt Ihnen Bausteine zum Einsehen dessen, was ich jetzt zusammengefaßt habe —, oder man kann auch, wenn man ein wenig vorbereitet ist durch die Geisteswissenschaft, die Dinge ablesen an den gewaltigen Zeichen, die in unsere Zeit hereinspielen. Aber die Menschen sind noch wenig geneigt, abzulesen von den Zeichen der Zeit.

[ 19 ] Man kann eine solche Wahrheit, wie sie eben ausgesprochen worden ist, das heißt dasjenige, was der Menschheit durchaus notwendig ist, entweder aus der Geisteswissenschaft heraus einsehen — und alles dasjenige, was Sie in der geisteswissenschaftlichen Literatur finden, gibt Ihnen Bausteine zum Einsehen dessen, was ich jetzt zusammengefaßt habe —, oder man kann auch, wenn man ein wenig vorbereitet ist durch die Geisteswissenschaft, die Dinge ablesen an den gewaltigen Zeichen, die in unsere Zeit hereinspielen. Aber die Menschen sind noch wenig geneigt, abzulesen von den Zeichen der Zeit.

[ 20 ] Bedenken Sie das Folgende. Wer in den letzten Jahrzehnten sich ein wenig umgesehen hat auf den Feldern der Menschheitsentwickelung, der hat sehr merkwürdige Beobachtungen machen können. Wenn er sich gefragt hat: Wie streben die Menschen nach Zukunftsidealen, nach einer geistigen Erneuerung? —, und wenn er dann hingegangen ist, um diese Dinge wirklich kennenzulernen, dann fand er reges Streben, er fand geistiges Streben, geistige Betätigung, Sinn dafür, daß es auf der Erde anders werden muß auf dem Gebiete, das man gewohnt worden ist, das Sozialistische zu nennen in der Arbeiterwelt, in der Arbeiterbewegung. Rein materielle, aber richtige Zukunftsideale, die immer fragen, wie die Welt umgestaltet werden muß, wie etwas Neues kommen muß, das war das eine.

[ 20 ] Bedenken Sie das Folgende. Wer in den letzten Jahrzehnten sich ein wenig umgesehen hat auf den Feldern der Menschheitsentwickelung, der hat sehr merkwürdige Beobachtungen machen können. Wenn er sich gefragt hat: Wie streben die Menschen nach Zukunftsidealen, nach einer geistigen Erneuerung? —, und wenn er dann hingegangen ist, um diese Dinge wirklich kennenzulernen, dann fand er reges Streben, er fand geistiges Streben, geistige Betätigung, Sinn dafür, daß es auf der Erde anders werden muß auf dem Gebiete, das man gewohnt worden ist, das Sozialistische zu nennen in der Arbeiterwelt, in der Arbeiterbewegung. Rein materielle, aber richtige Zukunftsideale, die immer fragen, wie die Welt umgestaltet werden muß, wie etwas Neues kommen muß, das war das eine.

[ 21 ] Fragt man auf anderen Gebieten als dem Gebiet des Sozialismus unsere Geistesbewegung ist ja noch ein ganz kleines Häuflein von einigen, wie die Leute sagen, schrullenhaften, halbverrückten Menschen —, fragt man bei den gescheiten Menschen an, bei denen, die die Ideen der Zeit so wirklich verstanden haben, so findet man in den letzten Jahrzehnten überall ungeheuerlichste geistige Öde. Innerhalb der Kirchentheologie entstanden die sonderbarsten Diskussionen: Ob ein Christus Jesus überhaupt gelebt hat oder nicht, jedenfalls daß er nicht irgendein außerirdisches Wesen gewesen sein könne; der «schlichte Mann aus Nazareth», das war schließlich noch dasjenige, um was man sich kümmerte. Und sonst? Ja, was fand man denn? Man fand in dieser Zeit, da die Menschen «frei geworden sind von allem Autoritätsglauben», in der die Menschen nur sich richten nach dem Grundsatz: Prüfet alles, und das beste behaltet —, den blindesten Autoritätsglauben in dasjenige, was, wie man sagt, die Wissenschaft fordert. Blinder Autoritätsglauben auf allen Gebieten! Blinder Autoritätsglauben von dem geschichtlichen Zweige an bis hinein in das Medizinische. Es fand es ja niemand sehr bequem, irgendwie viel zu wissen über das, wovon die Gesundheit abhängt; das läßt man sich von dem, der eine Autorität auf diesem Gebiete ist, besorgen. Einfach furchtbarster Autoritätsglaube! Hängen an den Resten und Fetzen desjenigen, was man sich gerettet hat aus der Vergangenheit, was man aus Bequemlichkeit festhielt. Kein Streben, das von dem Bewußtsein ausgegangen wäre, daß eine Erneuerung der Menschheit in geistiger Beziehung notwendig ist!

[ 21 ] Fragt man auf anderen Gebieten als dem Gebiet des Sozialismus unsere Geistesbewegung ist ja noch ein ganz kleines Häuflein von einigen, wie die Leute sagen, schrullenhaften, halbverrückten Menschen —, fragt man bei den gescheiten Menschen an, bei denen, die die Ideen der Zeit so wirklich verstanden haben, so findet man in den letzten Jahrzehnten überall ungeheuerlichste geistige Öde. Innerhalb der Kirchentheologie entstanden die sonderbarsten Diskussionen: Ob ein Christus Jesus überhaupt gelebt hat oder nicht, jedenfalls daß er nicht irgendein außerirdisches Wesen gewesen sein könne; der «schlichte Mann aus Nazareth», das war schließlich noch dasjenige, um was man sich kümmerte. Und sonst? Ja, was fand man denn? Man fand in dieser Zeit, da die Menschen «frei geworden sind von allem Autoritätsglauben», in der die Menschen nur sich richten nach dem Grundsatz: Prüfet alles, und das beste behaltet —, den blindesten Autoritätsglauben in dasjenige, was, wie man sagt, die Wissenschaft fordert. Blinder Autoritätsglauben auf allen Gebieten! Blinder Autoritätsglauben von dem geschichtlichen Zweige an bis hinein in das Medizinische. Es fand es ja niemand sehr bequem, irgendwie viel zu wissen über das, wovon die Gesundheit abhängt; das läßt man sich von dem, der eine Autorität auf diesem Gebiete ist, besorgen. Einfach furchtbarster Autoritätsglaube! Hängen an den Resten und Fetzen desjenigen, was man sich gerettet hat aus der Vergangenheit, was man aus Bequemlichkeit festhielt. Kein Streben, das von dem Bewußtsein ausgegangen wäre, daß eine Erneuerung der Menschheit in geistiger Beziehung notwendig ist!

[ 22 ] Dabei zeigte sich dem, der wiederum geisteswissenschaftlich beobachten konnte, daß im Osten Europas, ich möchte sagen, unter Flammenzeichen sich durch reine Naturvorgänge etwas von einem neuen Geiste ankündigte, daf3 unter dem schmachvollsten äußerlichen Joche im Osten Europas sich eine künftige Zeit in den Gemütern selbst der stumpfen Bewohner dieses Ostens von Europa entwickelte. Merkwürdig, wie seit dem 9. Jahrhundert von dem übrigen Europa doch wie zurückgeschoben worden ist nach dem Osten dasjenige, was bleiben sollte, was nicht angefressen werden sollte von dem Westen, wie es dann in der äußeren Form des sogenannten Russischen Reiches in den verschiedenen Jahrhunderten auftritt, innerlich merkwürdig das Alte bewahrend und in der Hülle des Alten wie in einer Puppenhülle ein Neues vorbereitend für eine spätere Kultur! Mysterienkulte, möchte man sagen, haben sich noch erhalten innerhalb dieses russischen Volkes, mit Mysterienvorstellungen lebt dieses russische Volk, welches wenig verstanden hat von den abstrakten religiösen Begriffen des Westens, welches aber viel erfühlt, im tiefsten, tiefsten Inneren erfühlt von den Kultformen, von dem, was des Menschen Gemüt in bildhafter Form zu dem Göttlichen hinüberbringt. In der eigenen Seele fühlt im Osten der Mensch dasjenige, wovon der westliche Religionsherrscher den Namen trägt: «Pontifex», das heißt Brückenmacher, Brückenmacher zum Geistiigen hinüber. Aber im Osten, da bewahrte man sich von dem Alten noch so viel, als nötig war, um unberührt von dem Neuen, dem neuen Materialistischen, die Brücke wenigstens sich freizuhalten ins Geistige.

[ 22 ] Dabei zeigte sich dem, der wiederum geisteswissenschaftlich beobachten konnte, daß im Osten Europas, ich möchte sagen, unter Flammenzeichen sich durch reine Naturvorgänge etwas von einem neuen Geiste ankündigte, daf3 unter dem schmachvollsten äußerlichen Joche im Osten Europas sich eine künftige Zeit in den Gemütern selbst der stumpfen Bewohner dieses Ostens von Europa entwickelte. Merkwürdig, wie seit dem 9. Jahrhundert von dem übrigen Europa doch wie zurückgeschoben worden ist nach dem Osten dasjenige, was bleiben sollte, was nicht angefressen werden sollte von dem Westen, wie es dann in der äußeren Form des sogenannten Russischen Reiches in den verschiedenen Jahrhunderten auftritt, innerlich merkwürdig das Alte bewahrend und in der Hülle des Alten wie in einer Puppenhülle ein Neues vorbereitend für eine spätere Kultur! Mysterienkulte, möchte man sagen, haben sich noch erhalten innerhalb dieses russischen Volkes, mit Mysterienvorstellungen lebt dieses russische Volk, welches wenig verstanden hat von den abstrakten religiösen Begriffen des Westens, welches aber viel erfühlt, im tiefsten, tiefsten Inneren erfühlt von den Kultformen, von dem, was des Menschen Gemüt in bildhafter Form zu dem Göttlichen hinüberbringt. In der eigenen Seele fühlt im Osten der Mensch dasjenige, wovon der westliche Religionsherrscher den Namen trägt: «Pontifex», das heißt Brückenmacher, Brückenmacher zum Geistiigen hinüber. Aber im Osten, da bewahrte man sich von dem Alten noch so viel, als nötig war, um unberührt von dem Neuen, dem neuen Materialistischen, die Brücke wenigstens sich freizuhalten ins Geistige.

[ 23 ] Und jetzt nehmen Sie mit diesem zusammen die heutigen Zeichen der Zeit! Man möchte sagen: Die allerallerbitterste Ironie der menschlichen Entwickelung ist gerade über den Osten von Europa ausgegossen, die bitterste Ironie! Die Karikatur jedes höheren Menschheitsstrebens, die im Leninismus, im Trotzkismus als letzte karikaturenhafte Konsequenz der rein materialistischen sozialistischen Ideen sich geltend gemacht hat, ist wie ein Kleid, das nicht zum Leibe paßt, übergezogen den Menschen des Ostens. Noch nie sind größere Gegensätze zusammengestoßen als die Seele des europäischen Ostens und der widermenschliche Trotzkismus oder Leninismus. Das ist nicht aus irgendeiner Sympathie oder Antipathie heraus gesprochen, das ist aus der Erkenntnis heraus gesprochen, aus der Erkenntnis, die uns zeigen soll, was furchtbar sich braut im europäischen Osten durch die Zusammenfügung der größten Gegensätze, die jemals zusammengekommen sind. Das soll uns auch hinweisen darauf, daß die Zeichen der Zeit bedeutsam sprechen. Das soll uns zeigen, vor allen Dingen noch einmal damit zu beginnen, mit der Geisteswissenschaft soweit Ernst zu machen, daß wir durch sie eintreten wollen in die Wirklichkeit; denn man kann mit ihr eindringen in die Wirklichkeit der Gegenwart.

[ 23 ] Und jetzt nehmen Sie mit diesem zusammen die heutigen Zeichen der Zeit! Man möchte sagen: Die allerallerbitterste Ironie der menschlichen Entwickelung ist gerade über den Osten von Europa ausgegossen, die bitterste Ironie! Die Karikatur jedes höheren Menschheitsstrebens, die im Leninismus, im Trotzkismus als letzte karikaturenhafte Konsequenz der rein materialistischen sozialistischen Ideen sich geltend gemacht hat, ist wie ein Kleid, das nicht zum Leibe paßt, übergezogen den Menschen des Ostens. Noch nie sind größere Gegensätze zusammengestoßen als die Seele des europäischen Ostens und der widermenschliche Trotzkismus oder Leninismus. Das ist nicht aus irgendeiner Sympathie oder Antipathie heraus gesprochen, das ist aus der Erkenntnis heraus gesprochen, aus der Erkenntnis, die uns zeigen soll, was furchtbar sich braut im europäischen Osten durch die Zusammenfügung der größten Gegensätze, die jemals zusammengekommen sind. Das soll uns auch hinweisen darauf, daß die Zeichen der Zeit bedeutsam sprechen. Das soll uns zeigen, vor allen Dingen noch einmal damit zu beginnen, mit der Geisteswissenschaft soweit Ernst zu machen, daß wir durch sie eintreten wollen in die Wirklichkeit; denn man kann mit ihr eindringen in die Wirklichkeit der Gegenwart.

[ 24 ] Eine merkwürdige Rede hat Tagore den Japanern gehalten, Rabindranath Tagore, über den Geist Japans. Er spricht als Orientale, Tagore; aber der Orientale spricht heute schon so, daß ihn der Europäer, wenn er nur will, ein bißchen verstehen könnte. Aber gerade wenn man sich hineinvertieft in das, was Tagore gesagt hat über den Geist Japans, was er gewissermaßen der ganzen Welt sagen wollte, dann findet man, daß dieser Tagore mit allen einsichtigen Menschen des Ostens weiß: Der Osten bewahrt eine alte spirituelle Kultur, eine spirituelle Kultur, welche die Weisen des Ostens sorgfältig geheimgehalten haben, welche sie nicht haben herauskommen lassen unter das gewöhnliche Volk. Aber es ist eine spirituelle Kultur, die sie den sozialen Einrichtungen einverleibt haben bis in die neueste Zeit. Eine Kultur, die durch und durch spirituell ist, deren Zeit aber abgelaufen ist. Daher das eigentümlich Unnatürliche, das uns entgegentritt, ich möchte sagen, durch den ganzen asiatischen Orient. Die Leute eignen sich an zu ihrer alten spirituellen Empfindungsweise die westlichen Denkformen, die westlichen Kulturformen. Es kommt dadurch im Grunde etwas Furchtbares heraus, weil spirituelles Denken, namentlich wie es der Japaner ausgebildet hat, beweglich ist, eindringend ist in die Wirklichkeit. Verbrüdert es sich mit dem europäisch-amerikanischen Materialismus, dann wird es, wenn der europäische Materialismus sich nicht vergeistigen will, ihm ganz gewiß den Rang ablaufen. Denn der Europäer hat nicht die Beweglichkeit des Geistes, die der Japaner hat. Die hat dieser als ein Erbgut seiner alten Spiritualität.

[ 24 ] Eine merkwürdige Rede hat Tagore den Japanern gehalten, Rabindranath Tagore, über den Geist Japans. Er spricht als Orientale, Tagore; aber der Orientale spricht heute schon so, daß ihn der Europäer, wenn er nur will, ein bißchen verstehen könnte. Aber gerade wenn man sich hineinvertieft in das, was Tagore gesagt hat über den Geist Japans, was er gewissermaßen der ganzen Welt sagen wollte, dann findet man, daß dieser Tagore mit allen einsichtigen Menschen des Ostens weiß: Der Osten bewahrt eine alte spirituelle Kultur, eine spirituelle Kultur, welche die Weisen des Ostens sorgfältig geheimgehalten haben, welche sie nicht haben herauskommen lassen unter das gewöhnliche Volk. Aber es ist eine spirituelle Kultur, die sie den sozialen Einrichtungen einverleibt haben bis in die neueste Zeit. Eine Kultur, die durch und durch spirituell ist, deren Zeit aber abgelaufen ist. Daher das eigentümlich Unnatürliche, das uns entgegentritt, ich möchte sagen, durch den ganzen asiatischen Orient. Die Leute eignen sich an zu ihrer alten spirituellen Empfindungsweise die westlichen Denkformen, die westlichen Kulturformen. Es kommt dadurch im Grunde etwas Furchtbares heraus, weil spirituelles Denken, namentlich wie es der Japaner ausgebildet hat, beweglich ist, eindringend ist in die Wirklichkeit. Verbrüdert es sich mit dem europäisch-amerikanischen Materialismus, dann wird es, wenn der europäische Materialismus sich nicht vergeistigen will, ihm ganz gewiß den Rang ablaufen. Denn der Europäer hat nicht die Beweglichkeit des Geistes, die der Japaner hat. Die hat dieser als ein Erbgut seiner alten Spiritualität.

[ 25 ] Nun, wie durch eine wunderbare Weisheit, möchte ich sagen, war die russische Volksseele vor allem, was in abgründige Entwickelung, in die Dekadenz führt, bewahrt geblieben. Aber sie soll nun vergiftet werden durch den Leninismus und Trotzkismus. Sie soll infiziert werden von demjenigen, was überhaupt den Geist aus der ganzen Erdenkultur auslöschen würde, wenn es zur Herrschaft kommen würde. Das darf selbstverständlich nicht sein. Aber es hängt, wenn es nicht sein soll, der Erfolg, der geistige Erfolg davon ab, daß man sich entschließt, Geisteswissenschaft nicht bloß als eine abstrakte Theorie zu betrachten, nicht bloß als ein bequemes Mittel, eine gewisse innere Wollust, ein gewisses mystisches Träumen in der Seele zu entwickeln, in dem man sich wohlfühlt, durch das man sich vortäuscht, daß man mit der Welt nichts zu tun hat — diese schnöde Welt verachtet man, man fühlt sich hinein in ein geistiges Jenseits. Das ist doch nur Egoismus, ein höherer Egoismus, aber doch nur Egoismus. Mit solcher Mystik, solcher Theosophie sollte man nichts zu tun haben wollen, sondern allein mit jener geistigen Erfassung des Daseins, die wirklich den Geist begreift, den Geist erlebt, aber durch den Geist die Wirklichkeit erfassen will.

[ 25 ] Nun, wie durch eine wunderbare Weisheit, möchte ich sagen, war die russische Volksseele vor allem, was in abgründige Entwickelung, in die Dekadenz führt, bewahrt geblieben. Aber sie soll nun vergiftet werden durch den Leninismus und Trotzkismus. Sie soll infiziert werden von demjenigen, was überhaupt den Geist aus der ganzen Erdenkultur auslöschen würde, wenn es zur Herrschaft kommen würde. Das darf selbstverständlich nicht sein. Aber es hängt, wenn es nicht sein soll, der Erfolg, der geistige Erfolg davon ab, daß man sich entschließt, Geisteswissenschaft nicht bloß als eine abstrakte Theorie zu betrachten, nicht bloß als ein bequemes Mittel, eine gewisse innere Wollust, ein gewisses mystisches Träumen in der Seele zu entwickeln, in dem man sich wohlfühlt, durch das man sich vortäuscht, daß man mit der Welt nichts zu tun hat — diese schnöde Welt verachtet man, man fühlt sich hinein in ein geistiges Jenseits. Das ist doch nur Egoismus, ein höherer Egoismus, aber doch nur Egoismus. Mit solcher Mystik, solcher Theosophie sollte man nichts zu tun haben wollen, sondern allein mit jener geistigen Erfassung des Daseins, die wirklich den Geist begreift, den Geist erlebt, aber durch den Geist die Wirklichkeit erfassen will.

[ 26 ] Nun muß man das, um was es sich da handelt, als eine Aufgabe erkennen, als eine ernste Aufgabe für die Gegenwart. Aber die Dinge sind zuweilen unbequem. Und gerade weil sie unbequem sind, haben gewisse Bruderschaften, die sie bisher aufbewahrt haben, sie vor der breiten Masse geheimgehalten, gehütet. Das ist nicht mehr an der Zeit. An der Zeit ist, daß die Menschen aus dem bewußten Inneren heraus in freier Geistigkeit streben. Die Dinge, die durch Jahrtausende geheimgehalten worden sind, müssen jetzt den Menschen mitgeteilt werden. Einsehen muß man, daß im Osten in alten abgelebten Epochen eine spirituelle Weisheit schon vorhanden war, aber die Zeit für diese spirituelle Weisheit ist vorüber. Eine andere spirituelle Weisheit muß kommen. Darüber wollen sich die Menschen vielfach täuschen. Wie viele Menschen sind doch aufgetreten in unserer jetzigen Zeit des Suchens und haben den Europäern bequem sein wollen, weil denen so etwas wie unsere Geisteswissenschaft viel zu schwierig ist, denn da muß man ja denken; das Denken ist etwas so Unbequemes! Da muß man geistig wach sein; geistig wach sein ist etwas so Unbequemes! Da haben sich denn viele Menschen gefunden, die haben es den Europäern ersparen wollen, den eigenen Weg zum Geiste zu suchen, und haben ihnen allerlei orientalische Weisheit beigebracht, zarathustrische Weisheit und alles mögliche andere. Die Europäer fühlten sich so wohl, wenn sie nicht selbst den Geist zu suchen brauchten, sondern wenn man ihnen den Geist fertig vom alten Indien her brachte. Es war das ein Betäubungsmittel, denn man wollte nicht durch den Geist das Weltenall suchen. Man wollte sich betäuben, indem man ein altes Erkenntnismittel ergriff. Das war der Fehler, den man auf vielen Gebieten nach dem Osten hin machte.

[ 26 ] Nun muß man das, um was es sich da handelt, als eine Aufgabe erkennen, als eine ernste Aufgabe für die Gegenwart. Aber die Dinge sind zuweilen unbequem. Und gerade weil sie unbequem sind, haben gewisse Bruderschaften, die sie bisher aufbewahrt haben, sie vor der breiten Masse geheimgehalten, gehütet. Das ist nicht mehr an der Zeit. An der Zeit ist, daß die Menschen aus dem bewußten Inneren heraus in freier Geistigkeit streben. Die Dinge, die durch Jahrtausende geheimgehalten worden sind, müssen jetzt den Menschen mitgeteilt werden. Einsehen muß man, daß im Osten in alten abgelebten Epochen eine spirituelle Weisheit schon vorhanden war, aber die Zeit für diese spirituelle Weisheit ist vorüber. Eine andere spirituelle Weisheit muß kommen. Darüber wollen sich die Menschen vielfach täuschen. Wie viele Menschen sind doch aufgetreten in unserer jetzigen Zeit des Suchens und haben den Europäern bequem sein wollen, weil denen so etwas wie unsere Geisteswissenschaft viel zu schwierig ist, denn da muß man ja denken; das Denken ist etwas so Unbequemes! Da muß man geistig wach sein; geistig wach sein ist etwas so Unbequemes! Da haben sich denn viele Menschen gefunden, die haben es den Europäern ersparen wollen, den eigenen Weg zum Geiste zu suchen, und haben ihnen allerlei orientalische Weisheit beigebracht, zarathustrische Weisheit und alles mögliche andere. Die Europäer fühlten sich so wohl, wenn sie nicht selbst den Geist zu suchen brauchten, sondern wenn man ihnen den Geist fertig vom alten Indien her brachte. Es war das ein Betäubungsmittel, denn man wollte nicht durch den Geist das Weltenall suchen. Man wollte sich betäuben, indem man ein altes Erkenntnismittel ergriff. Das war der Fehler, den man auf vielen Gebieten nach dem Osten hin machte.

[ 27 ] Und einen anderen Fehler hat man gemacht. Dieser andere Fehler hängt damit zusammen, daß diese neuere Zeit, welche gewissermaßen die Erde zum Absterben führt in ihrer Kultur, in den Menschen die unbewußte Notwendigkeit hereinbringt, sein eigenes Innere zu suchen. Der Drang, dieses eigene Innere zu suchen und zu finden, dieser Drang ist schon da. Oh, die Menschen werden immer zahlreicher, die darauf ausgehen, dieses eigene Innere zu suchen! Es verkappt sich, maskiert sich sogar das Suchen nach dem eigenen Inneren in der Anbetung des Gottes, die entweder eine Anbetung des Engels oder des eigenen Selbstes ist. Das Suchen nach dem Inneren, das wird immer lebhafter und lebhafter in der modernen Menschheit werden. Je mehr Naturwissenschaft, je mehr Technik die Menschen in der neueren Zeit ergreifen, desto lebendiger wird der Gegendrang des Suchens nach dem Inneren kommen. Die Menschen suchen heute vielfach auf Irrwegen, aber sie suchen danach. Diejenigen, die am wenigsten suchen, das sind die, die als offizielle Organe angestellt sind, nach dem Geiste zu suchen; die suchen nach den «Grenzen der Erkenntnis». Sie suchen das festzustellen, was der Mensch von der geistigen Welt nicht wissen kann. Und so haben wir heute geistige Führer, die vor allen Dingen bemüht sind, den Menschen zu sagen, wie man nicht in die geistige Welt eindringen kann, und eine Menschheit, die zwar sucht, aber kein rechtes Bewußtsein von ihrem Suchen hat.

[ 27 ] Und einen anderen Fehler hat man gemacht. Dieser andere Fehler hängt damit zusammen, daß diese neuere Zeit, welche gewissermaßen die Erde zum Absterben führt in ihrer Kultur, in den Menschen die unbewußte Notwendigkeit hereinbringt, sein eigenes Innere zu suchen. Der Drang, dieses eigene Innere zu suchen und zu finden, dieser Drang ist schon da. Oh, die Menschen werden immer zahlreicher, die darauf ausgehen, dieses eigene Innere zu suchen! Es verkappt sich, maskiert sich sogar das Suchen nach dem eigenen Inneren in der Anbetung des Gottes, die entweder eine Anbetung des Engels oder des eigenen Selbstes ist. Das Suchen nach dem Inneren, das wird immer lebhafter und lebhafter in der modernen Menschheit werden. Je mehr Naturwissenschaft, je mehr Technik die Menschen in der neueren Zeit ergreifen, desto lebendiger wird der Gegendrang des Suchens nach dem Inneren kommen. Die Menschen suchen heute vielfach auf Irrwegen, aber sie suchen danach. Diejenigen, die am wenigsten suchen, das sind die, die als offizielle Organe angestellt sind, nach dem Geiste zu suchen; die suchen nach den «Grenzen der Erkenntnis». Sie suchen das festzustellen, was der Mensch von der geistigen Welt nicht wissen kann. Und so haben wir heute geistige Führer, die vor allen Dingen bemüht sind, den Menschen zu sagen, wie man nicht in die geistige Welt eindringen kann, und eine Menschheit, die zwar sucht, aber kein rechtes Bewußtsein von ihrem Suchen hat.

[ 28 ] Das ist die auffälligste Erscheinung. Verstehen Sie es, die Seelen wirklich zu enträtseln über die Erde hin, da finden Sie in den Menschen, die Laien sind, die in der Not und im Kampfe des Lebens drinnenstehen, überall das Suchen nach der Seele. Fragen Sie nach den Führern, die von den Kanzeln und Kathedern herunter zu den Menschen so sprechen müßten, daß das Suchen befriedigt wird, dann reden diese ihnen vor, die Wissenschaft gestatte das nicht, daß man die Grenzen der Erkenntnis überschreite, der Mensch könne nicht in die geistige Welt eindringen. Kant habe für alle Zeiten die Grenzen der menschlichen Erkenntnis festgestellt, und wer nicht darauf eingehe, der sei ein Tor. — Das ist die auffälligste Erscheinung der Gegenwart. Aber der Drang ist in den weitesten Kreisen da, wenn sich diese auch nicht bewußt sind dieses Dranges, nach dem Inneren zu suchen. Wo ein solcher Drang vorhanden ist, wird man sich auf die Dauer doch nicht mit den bloßen Grenzen befriedigen, sondern man wird noch nach etwas anderem suchen.

[ 28 ] Das ist die auffälligste Erscheinung. Verstehen Sie es, die Seelen wirklich zu enträtseln über die Erde hin, da finden Sie in den Menschen, die Laien sind, die in der Not und im Kampfe des Lebens drinnenstehen, überall das Suchen nach der Seele. Fragen Sie nach den Führern, die von den Kanzeln und Kathedern herunter zu den Menschen so sprechen müßten, daß das Suchen befriedigt wird, dann reden diese ihnen vor, die Wissenschaft gestatte das nicht, daß man die Grenzen der Erkenntnis überschreite, der Mensch könne nicht in die geistige Welt eindringen. Kant habe für alle Zeiten die Grenzen der menschlichen Erkenntnis festgestellt, und wer nicht darauf eingehe, der sei ein Tor. — Das ist die auffälligste Erscheinung der Gegenwart. Aber der Drang ist in den weitesten Kreisen da, wenn sich diese auch nicht bewußt sind dieses Dranges, nach dem Inneren zu suchen. Wo ein solcher Drang vorhanden ist, wird man sich auf die Dauer doch nicht mit den bloßen Grenzen befriedigen, sondern man wird noch nach etwas anderem suchen.

[ 29 ] So wie der Osten herübergeschickt hat das Betäubungsmittel einer alten Kultur, einer abgelebten Kultur, so schickt der ferne Westen den Menschen ein anderes Betäubungsmittel. Das ist es, was man nach und nach einsehen wird: der Anglo-Amerikanismus ist kulturell das Betäubungsmittel in der modernen Zeit für das Suchen des Geistes in dem menschlichen Inneren. Englisch-amerikanische Kultur hat auf der einen Seite die Aufgabe, das Materielle über die Erde hin zu organisieren, zu verbreiten, aber sie verbindet diese Aufgabe vermöge einer inneren Eigenart des anglo-amerikanischen Wesens damit, durch die Amerikanismen den Menschen zu betäuben über das Suchen nach dem Geistigen in der Seele. Je mehr man orientalisch werden würde in Europa, desto mehr würde man sich betäuben in bezug auf spirituelle Welterkenntnis; je mehr man angloamerikanisch werden würde in Europa, desto mehr würde man sich betäuben über das Suchen des wahren Geistes, des wahren Ich in dem menschlichen Inneren.

[ 29 ] So wie der Osten herübergeschickt hat das Betäubungsmittel einer alten Kultur, einer abgelebten Kultur, so schickt der ferne Westen den Menschen ein anderes Betäubungsmittel. Das ist es, was man nach und nach einsehen wird: der Anglo-Amerikanismus ist kulturell das Betäubungsmittel in der modernen Zeit für das Suchen des Geistes in dem menschlichen Inneren. Englisch-amerikanische Kultur hat auf der einen Seite die Aufgabe, das Materielle über die Erde hin zu organisieren, zu verbreiten, aber sie verbindet diese Aufgabe vermöge einer inneren Eigenart des anglo-amerikanischen Wesens damit, durch die Amerikanismen den Menschen zu betäuben über das Suchen nach dem Geistigen in der Seele. Je mehr man orientalisch werden würde in Europa, desto mehr würde man sich betäuben in bezug auf spirituelle Welterkenntnis; je mehr man angloamerikanisch werden würde in Europa, desto mehr würde man sich betäuben über das Suchen des wahren Geistes, des wahren Ich in dem menschlichen Inneren.

[ 30 ] Nicht um Chauvinismus zu entwickeln, nicht um allerlei Tiraden zu reden über diese oder jene Weltmission, werden diese Dinge hier gesagt, sondern weil — in bescheidenster Weise — das durchschaut werden muß, um die verantwortungsvolle Lage des mitteleuropäischen Menschen zu begreifen. Denn seit den Zeiten der geistigen Vertiefung durch Lessing, Herder, Goethe, Schiller, durch alles das, was ich versucht habe, im Buche «Vom Menschenrätsel» zu schildern als vergessenen Klang des deutschen Geisteslebens, ist der mitteleuropäische Geist dazu berufen, die Menschheit hinwegzuführen über diese zwei Betäubungsmittel: über das Betäubungsmittel des Orientalismus, über das Betäubungsmittel des Amerikanismus.

[ 30 ] Nicht um Chauvinismus zu entwickeln, nicht um allerlei Tiraden zu reden über diese oder jene Weltmission, werden diese Dinge hier gesagt, sondern weil — in bescheidenster Weise — das durchschaut werden muß, um die verantwortungsvolle Lage des mitteleuropäischen Menschen zu begreifen. Denn seit den Zeiten der geistigen Vertiefung durch Lessing, Herder, Goethe, Schiller, durch alles das, was ich versucht habe, im Buche «Vom Menschenrätsel» zu schildern als vergessenen Klang des deutschen Geisteslebens, ist der mitteleuropäische Geist dazu berufen, die Menschheit hinwegzuführen über diese zwei Betäubungsmittel: über das Betäubungsmittel des Orientalismus, über das Betäubungsmittel des Amerikanismus.

[ 31 ] Das einzusehen, wie sich das geistige Tableau über die Erde hinstellt, das einzusehen, was auf unsere Seelen gelegt ist, dazu soll Geisteswissenschaft eine Anleitung sein. Können denn die Menschen draußen in der Welt heute wissen, welche spirituellen Impulse von Mitteleuropa in die Welt kommen können? Können sie das wissen ? Stellen wir die Frage in einer anderen Weise: Haben wir uns würdig erwiesen eines solchen geistigen Suchens, wie es durch Herder, durch Goethe angeregt worden ist? — Meine lieben Freunde, Meditation wird uns mit Recht anempfohlen in der Geisteswissenschaft. Wissen Sie, was eine wunderbare Meditation wäre, die man schon anfangen könnte mit den kleinsten Kindern? Lesen Sie bei Herder, wie er jeden Sonnenaufgang am Morgen als eine Neuschöpfung in einem grandiosen Weltenbilde darstellt. Und lesen Sie die unzähligen Bilder, die bei Herder sich finden in seinen «Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit». Vergessen, verklungen! In diesen Tagen sagte mir ein Herr, dem es ernst ist um das mitteleuropäische Geistesleben: Von all dem bei Herder habe ich nie etwas gehört!

[ 31 ] Das einzusehen, wie sich das geistige Tableau über die Erde hinstellt, das einzusehen, was auf unsere Seelen gelegt ist, dazu soll Geisteswissenschaft eine Anleitung sein. Können denn die Menschen draußen in der Welt heute wissen, welche spirituellen Impulse von Mitteleuropa in die Welt kommen können? Können sie das wissen ? Stellen wir die Frage in einer anderen Weise: Haben wir uns würdig erwiesen eines solchen geistigen Suchens, wie es durch Herder, durch Goethe angeregt worden ist? — Meine lieben Freunde, Meditation wird uns mit Recht anempfohlen in der Geisteswissenschaft. Wissen Sie, was eine wunderbare Meditation wäre, die man schon anfangen könnte mit den kleinsten Kindern? Lesen Sie bei Herder, wie er jeden Sonnenaufgang am Morgen als eine Neuschöpfung in einem grandiosen Weltenbilde darstellt. Und lesen Sie die unzähligen Bilder, die bei Herder sich finden in seinen «Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit». Vergessen, verklungen! In diesen Tagen sagte mir ein Herr, dem es ernst ist um das mitteleuropäische Geistesleben: Von all dem bei Herder habe ich nie etwas gehört!

[ 32 ] Ja, eine Aufgabe obliegt uns; diese Aufgabe müssen wir einsehen. Hören Sie heute solch einen Chinesen wie den Ku Hung-Ming. Hören Sie einen Inder, wie Tagore es ist. Glauben Sie etwa, diese Menschen haben die Möglichkeit, wirklich einzusehen, nach dem, was vorgeht, welche geistigen Impulse im mitteleuropäischen Geistesleben sind? Sie schauen hin und sagen sich: Nun, Goethe hat gelebt; sogar eine Goethe-Gesellschaft ist gegründet worden zur Pflege des Goetheanismus. Aber was ist geschehen? In den letzten Jahren hat man gesucht, wer diese Goethe-Gesellschaft leiten solle, wer an der Spitze dieser Goethe-Gesellschaft stehen soll; man hat die Frage auch nicht einmal aufgeworfen: Soll es ein Mann sein, der im Geiste des Goetheanismus wirkt, der etwas für die Spiritualität in dem Sinne, wie sie jetzt gedacht werden soll, hundert Jahre nach Goethe, wirken könnte? Nein, man hat einen Mann an die Spitze der Goethe-Gesellschaft gestellt, der ein früherer Finanzminister war. Den sieht die Welt draußen als den Verwalter der Goetheschen Spiritualität. Keinen anderen als einen ehemaligen Finanzminister sieht man als Verwalter der Goetheschen Spiritualität!

[ 32 ] Ja, eine Aufgabe obliegt uns; diese Aufgabe müssen wir einsehen. Hören Sie heute solch einen Chinesen wie den Ku Hung-Ming. Hören Sie einen Inder, wie Tagore es ist. Glauben Sie etwa, diese Menschen haben die Möglichkeit, wirklich einzusehen, nach dem, was vorgeht, welche geistigen Impulse im mitteleuropäischen Geistesleben sind? Sie schauen hin und sagen sich: Nun, Goethe hat gelebt; sogar eine Goethe-Gesellschaft ist gegründet worden zur Pflege des Goetheanismus. Aber was ist geschehen? In den letzten Jahren hat man gesucht, wer diese Goethe-Gesellschaft leiten solle, wer an der Spitze dieser Goethe-Gesellschaft stehen soll; man hat die Frage auch nicht einmal aufgeworfen: Soll es ein Mann sein, der im Geiste des Goetheanismus wirkt, der etwas für die Spiritualität in dem Sinne, wie sie jetzt gedacht werden soll, hundert Jahre nach Goethe, wirken könnte? Nein, man hat einen Mann an die Spitze der Goethe-Gesellschaft gestellt, der ein früherer Finanzminister war. Den sieht die Welt draußen als den Verwalter der Goetheschen Spiritualität. Keinen anderen als einen ehemaligen Finanzminister sieht man als Verwalter der Goetheschen Spiritualität!

[ 33 ] Es genügt eben nicht, daß man ruft: Geist, Geist, Geist —, sondern daß man die Wirklichkeit durchdringt mit dem, was man aus der geistigen Anschauung gewonnen hat, daß man diese geistige Anschauung aber auch in die Wirklichkeit hineinführt. Eine Aufgabe ist gerade dem Mitteleuropäer zugeteilt, und diese Aufgabe hat begonnen. Denn Geisteswissenschaft, wie sie hier gedacht ist, ist nichts anderes als die Fortsetzung desjenigen, was heraufgekommen ist um die große Wende des neueren Geisteslebens, auf die ich eben jetzt hingedeutet habe. Es hätte einen Widerpart finden müssen das rein materielle sozialistische Streben, das durch Jahrzehnte hindurch die einzige impulsive Bewegung war, in einer geistigen Bewegung! Wohl ist es nie zu spät, aber es muß eben endlich begriffen werden, damit es nicht verfällt, dasjenige, was gerade unsere Aufgabe ist. Es muß endlich begriffen werden, daß man mit all den Schlagworten nicht weiterkommen kann, daß ein neuer Geist die Menschheit ergreifen muß. Aber die Menschen gehen heute am Geiste vorbei. Dafür gibt uns das Leben unzählige Beispiele.

[ 33 ] Es genügt eben nicht, daß man ruft: Geist, Geist, Geist —, sondern daß man die Wirklichkeit durchdringt mit dem, was man aus der geistigen Anschauung gewonnen hat, daß man diese geistige Anschauung aber auch in die Wirklichkeit hineinführt. Eine Aufgabe ist gerade dem Mitteleuropäer zugeteilt, und diese Aufgabe hat begonnen. Denn Geisteswissenschaft, wie sie hier gedacht ist, ist nichts anderes als die Fortsetzung desjenigen, was heraufgekommen ist um die große Wende des neueren Geisteslebens, auf die ich eben jetzt hingedeutet habe. Es hätte einen Widerpart finden müssen das rein materielle sozialistische Streben, das durch Jahrzehnte hindurch die einzige impulsive Bewegung war, in einer geistigen Bewegung! Wohl ist es nie zu spät, aber es muß eben endlich begriffen werden, damit es nicht verfällt, dasjenige, was gerade unsere Aufgabe ist. Es muß endlich begriffen werden, daß man mit all den Schlagworten nicht weiterkommen kann, daß ein neuer Geist die Menschheit ergreifen muß. Aber die Menschen gehen heute am Geiste vorbei. Dafür gibt uns das Leben unzählige Beispiele.

[ 34 ] Ein Beispiel nur, das in Tausenden und Tausenden angeführt werden könnte. Vor kurzem erschien ein merkwürdiger Aufsatz eines sehr gescheiten Mannes in einer vielgelesenen deutschen Zeitung. Dieser geistreiche Mann «vermöbelte» ein Buch, das unglückseligerweise erschienen ist in der Sammlung «Aus Natur und Geisteswelt»; er schimpfte grauenhaft über dieses kleine Büchelchen. Und wenn man diesen Aufsatz las, man konnte nicht dahinterkommen: Ja, warum schimpft der Mann denn eigentlich? Denn in diesem Buche wird über die Entwickelung der Astrologie und des Horoskops geredet, wie ein normaler heutiger Universitätsprofessor, der ganz brav ist und den «Aberglauben» der Astrologie selbstverständlich nicht mitmacht, eben redet. Und am Schlusse entwickelt er noch seine Ansicht, in dem er das Horoskop Goethes beschreibt, und er macht sich eigentlich darüber lustig, daß man alles mögliche in diesem Horoskop finden könne. Ein ganz braver Universitätsprofessor hat also vom heutigen Standpunkte aus geschrieben. Man kann gar nicht ein anständigerer Universitätsprofessor sein als derjenige, der das Büchelchen geschrieben hat. Aber Fritz Mauthner schimpft wie ein Rohrspatz über dieses Buch, daß da einer einen Aberglauben verbreite. Er schimpft und schimpft und weiß nicht, warum! Ein paar Tage darauf erschien von dem Verfasser eine Richtigstellung, in der er darauf hinweist: Ich bin ja ganz einig mit Fritz Mauthner, er macht sich lustig über Astrologie und Horoskope, ich auch! Ich habe doch das Horoskop nur angeführt, um zu zeigen, daß man eben alles daraus lesen kann, was man will. Wir sind also ganz einig. — Das «Berliner Tageblatt», dessen früherer Theaterkritiker Fritz Mauthner war, hatte nichts dazu zu erwidern, denn es fand nicht, daß der Mauthner das mißverstanden hat. Mauthner findet auch kein Wort der Aufklärung. Kurz, es stießen zwei Leute, die absolut einig waren, in der wütendsten Weise aufeinander, man wußte gar nicht, warum. Es war nicht der geringste Grund dazu.

[ 34 ] Ein Beispiel nur, das in Tausenden und Tausenden angeführt werden könnte. Vor kurzem erschien ein merkwürdiger Aufsatz eines sehr gescheiten Mannes in einer vielgelesenen deutschen Zeitung. Dieser geistreiche Mann «vermöbelte» ein Buch, das unglückseligerweise erschienen ist in der Sammlung «Aus Natur und Geisteswelt»; er schimpfte grauenhaft über dieses kleine Büchelchen. Und wenn man diesen Aufsatz las, man konnte nicht dahinterkommen: Ja, warum schimpft der Mann denn eigentlich? Denn in diesem Buche wird über die Entwickelung der Astrologie und des Horoskops geredet, wie ein normaler heutiger Universitätsprofessor, der ganz brav ist und den «Aberglauben» der Astrologie selbstverständlich nicht mitmacht, eben redet. Und am Schlusse entwickelt er noch seine Ansicht, in dem er das Horoskop Goethes beschreibt, und er macht sich eigentlich darüber lustig, daß man alles mögliche in diesem Horoskop finden könne. Ein ganz braver Universitätsprofessor hat also vom heutigen Standpunkte aus geschrieben. Man kann gar nicht ein anständigerer Universitätsprofessor sein als derjenige, der das Büchelchen geschrieben hat. Aber Fritz Mauthner schimpft wie ein Rohrspatz über dieses Buch, daß da einer einen Aberglauben verbreite. Er schimpft und schimpft und weiß nicht, warum! Ein paar Tage darauf erschien von dem Verfasser eine Richtigstellung, in der er darauf hinweist: Ich bin ja ganz einig mit Fritz Mauthner, er macht sich lustig über Astrologie und Horoskope, ich auch! Ich habe doch das Horoskop nur angeführt, um zu zeigen, daß man eben alles daraus lesen kann, was man will. Wir sind also ganz einig. — Das «Berliner Tageblatt», dessen früherer Theaterkritiker Fritz Mauthner war, hatte nichts dazu zu erwidern, denn es fand nicht, daß der Mauthner das mißverstanden hat. Mauthner findet auch kein Wort der Aufklärung. Kurz, es stießen zwei Leute, die absolut einig waren, in der wütendsten Weise aufeinander, man wußte gar nicht, warum. Es war nicht der geringste Grund dazu.

[ 35 ] So geht es ja überhaupt zu in der Gegenwart, das ist das Charakteristische der Gegenwart! Die Leute hören gar nicht mehr, was sie einander zu sagen haben; sie haben auch meist sehr wenig einander zu sagen. Aber dasjenige, was sie entwickeln, was sie widereinander haben, das geht aus etwas ganz anderem hervor als das ist, was sie sich gestehen. Man lebt in einem vollständig Unerklärlichen drinnen, in einem ganz Irrationellen drinnen, weil man von dem, was Wirklichkeit ist, sich entfremdet hat und gar nicht mehr hineinkommen kann.

[ 35 ] So geht es ja überhaupt zu in der Gegenwart, das ist das Charakteristische der Gegenwart! Die Leute hören gar nicht mehr, was sie einander zu sagen haben; sie haben auch meist sehr wenig einander zu sagen. Aber dasjenige, was sie entwickeln, was sie widereinander haben, das geht aus etwas ganz anderem hervor als das ist, was sie sich gestehen. Man lebt in einem vollständig Unerklärlichen drinnen, in einem ganz Irrationellen drinnen, weil man von dem, was Wirklichkeit ist, sich entfremdet hat und gar nicht mehr hineinkommen kann.

[ 36 ] Wenn Sie solche Dinge durchdenken, durchempfinden, dann werden Sie die Wichtigkeit, die Bedeutsamkeit dessen, was Geisteswissenschaft ist, schon in Ihren Seelen empfinden. Derjenige ist auf sehr, sehr falscher Fährte, der heute glaubt, Geisteswissenschaft sei etwas Unpraktisches. Man wird in fünfzig Jahren keine Fabriken mehr gründen können, keine irgendwie geartete Arbeitsgemeinschaften begründen können, ohne die Dinge zu durchdringen mit Geisteswissenschaft, denn sie wird allein den Weg zur Wirklichkeit finden. Wenn man verstehen wird, richtig verstehen wird, daß alle alten Schlagworte in Sackgassen führen, daß wir zum alleräußersten materiellen Leben Einsicht in den Geist brauchen, der die Welt beherrscht, dann wird man Geisteswissenschaft verstehen, dann wird man nicht in egoistischer Weise durch die «einzige Brücke des Todes» hinüberkommen wollen in die geistige Welt, sondern dann wird man auch aus dem Tode das Leben ziehen.

[ 36 ] Wenn Sie solche Dinge durchdenken, durchempfinden, dann werden Sie die Wichtigkeit, die Bedeutsamkeit dessen, was Geisteswissenschaft ist, schon in Ihren Seelen empfinden. Derjenige ist auf sehr, sehr falscher Fährte, der heute glaubt, Geisteswissenschaft sei etwas Unpraktisches. Man wird in fünfzig Jahren keine Fabriken mehr gründen können, keine irgendwie geartete Arbeitsgemeinschaften begründen können, ohne die Dinge zu durchdringen mit Geisteswissenschaft, denn sie wird allein den Weg zur Wirklichkeit finden. Wenn man verstehen wird, richtig verstehen wird, daß alle alten Schlagworte in Sackgassen führen, daß wir zum alleräußersten materiellen Leben Einsicht in den Geist brauchen, der die Welt beherrscht, dann wird man Geisteswissenschaft verstehen, dann wird man nicht in egoistischer Weise durch die «einzige Brücke des Todes» hinüberkommen wollen in die geistige Welt, sondern dann wird man auch aus dem Tode das Leben ziehen.

[ 37 ] Wer sich ernsthaftig mit Geistesforschung befaßt hat, darf vielleicht in solch intimem Kreise von solchen Dingen sprechen. Ich habe, der ich jetzt seit mehr als dreißig Jahren auch über Goethe schreibe, nicht in äußerlich philologischer oder philosophischer oder sonstiger gelehrter Weise über Goethe schreiben wollen, sondern mir war es von jeher darum zu tun, durch das Verhältnis zu Goethe eine Möglichkeit zu bieten und das in meinen Büchern zum Ausdruck zu bringen, was Goethe jetzt der Menschheit sagen will auf einem bestimmten Gebiet, das mir naheliegt. Nicht zu dem toten Goethe wollte ich hin, um ihn zu studieren, sondern ich wollte durch dasjenige, was Goethe zurückgelassen hat, den Weg finden zu dem lebendigen Goethe. Zu dem Goethe, der in unsere Seelen hineinspricht, wenn wir wissen, daß die Toten Lebendige sind wie wir, daß sie sich hereinleben in die Welt, in der wir selber leben, nur daß wir im Leibe herumwandeln, die Toten aber unter uns im Geiste sind.

[ 37 ] Wer sich ernsthaftig mit Geistesforschung befaßt hat, darf vielleicht in solch intimem Kreise von solchen Dingen sprechen. Ich habe, der ich jetzt seit mehr als dreißig Jahren auch über Goethe schreibe, nicht in äußerlich philologischer oder philosophischer oder sonstiger gelehrter Weise über Goethe schreiben wollen, sondern mir war es von jeher darum zu tun, durch das Verhältnis zu Goethe eine Möglichkeit zu bieten und das in meinen Büchern zum Ausdruck zu bringen, was Goethe jetzt der Menschheit sagen will auf einem bestimmten Gebiet, das mir naheliegt. Nicht zu dem toten Goethe wollte ich hin, um ihn zu studieren, sondern ich wollte durch dasjenige, was Goethe zurückgelassen hat, den Weg finden zu dem lebendigen Goethe. Zu dem Goethe, der in unsere Seelen hineinspricht, wenn wir wissen, daß die Toten Lebendige sind wie wir, daß sie sich hereinleben in die Welt, in der wir selber leben, nur daß wir im Leibe herumwandeln, die Toten aber unter uns im Geiste sind.

[ 38 ] Ist denn ein wahres Zusammenleben mit den Toten vorhanden in den religiösen Gemeinschaften? Egoistischer Unsterblichkeitsglaube ist zwar vorhanden, er soll nicht getadelt werden; aber fruchtbar machen das Leben der Toten, das wird erst wieder die Geisteswissenschaft. Denn die Menschen werden durch Geisteswissenschaft den Weg finden zu denjenigen, mit denen sie karmisch verbunden waren und die hinübergegangen sind in die andere Welt und noch mit tausend und aber tausend Fäden mit der Welt zusammenhängen. Denn in dem, was hier geschieht auf der Erde, wirken nicht nur die Impulse der Lebendigen. Der Mensch hört nicht auf, für die Welt zu wirken, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist.

[ 38 ] Ist denn ein wahres Zusammenleben mit den Toten vorhanden in den religiösen Gemeinschaften? Egoistischer Unsterblichkeitsglaube ist zwar vorhanden, er soll nicht getadelt werden; aber fruchtbar machen das Leben der Toten, das wird erst wieder die Geisteswissenschaft. Denn die Menschen werden durch Geisteswissenschaft den Weg finden zu denjenigen, mit denen sie karmisch verbunden waren und die hinübergegangen sind in die andere Welt und noch mit tausend und aber tausend Fäden mit der Welt zusammenhängen. Denn in dem, was hier geschieht auf der Erde, wirken nicht nur die Impulse der Lebendigen. Der Mensch hört nicht auf, für die Welt zu wirken, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist.

[ 39 ] Wir sind nur zum Teil wachend. Indem wir wahrnehmen, Vorstellungen uns bilden, sind wir wachend. Indem wir fühlen, sind wir träumend. Unsere Gefühle leben nicht stärker in unserem Bewußtsein als unsere Träume. Und gar unsere Willensimpulse, die verschlafen wir. Wir wissen in Vorstellungen, wie wir uns an Träume erinnern, allein im gewöhnlichen Bewußtsein wissen wir nicht einmal, wie der Wille wirkt, wenn wir den Arm bewegen. Im Fühlen träumen wir, im Wollen schlafen wir. Um uns herum ist, indem wir fühlende und wollende Wesen sind, eine Welt des Geistes, in die wir nicht hineinschauen im gewöhnlichen Bewußtsein. Wir sind aus dieser Welt durch Wahrnehmen und Denken herausgerissen. Dadurch, daß wir Wahrnehmende sind und Denkende und die physische Welt Genießende, wissen wir nicht, daf mitten unter uns die Toten wandeln. Die Toten wandeln mitten unter uns. Der Mensch, wenn er sich sein Leben hindurch entwickelt hat, geht durch die Pforte des Todes. Er bleibt verbunden mit dem Erdendasein, die Fäden gehen von ihm in das Erdendasein hinunter. Fühlen und wollen können wir nicht, ohne daß in unser Fühlen und Wollen diejenigen Toten wirken, die mit uns karmisch verbunden waren. Anerkenntnis desjenigen, was da hineinschaut als ein der Erde unverlorenes Leben, das man sonst im Nichts glaubt, in lebendiger Weise, das gibt die Geisteswissenschaft. Darauf beruhen auch die geistigen Anlagen des Menschen des Ostens. Die Völker der europäischen Mitte haben die Aufgabe, aus der Freiheit der Seele heraus bis in das 4. Jahrtausend alles dasjenige zu ziehen, was der Mensch aus der Freiheit seiner Seele bewußt erschaffen kann. Dazu muß aber allerdings die äußere materielle Wirklichkeit geistig-spirituell durchdrungen werden. Aber nicht darf sie in Wilsonismus eintauchen, der das Gegenteil aller Geistigkeit ist. Im Osten muß aus jenen furchtbaren Gegensätzen, aus jenem nicht Zusammengehörigen, das sich ausgebildet hat aus dem Aufgepfropftsein des Trotzkismus und Leninismus auf die keimende Spiritualität, wieder das erlöst werden, was sich als die nächste Kultur vorbereitet, was dazu berufen sein wird, jedesmal zu fragen, wenn auf der Erde etwas geschieht: Was sagen dazu die Toten?

[ 39 ] Wir sind nur zum Teil wachend. Indem wir wahrnehmen, Vorstellungen uns bilden, sind wir wachend. Indem wir fühlen, sind wir träumend. Unsere Gefühle leben nicht stärker in unserem Bewußtsein als unsere Träume. Und gar unsere Willensimpulse, die verschlafen wir. Wir wissen in Vorstellungen, wie wir uns an Träume erinnern, allein im gewöhnlichen Bewußtsein wissen wir nicht einmal, wie der Wille wirkt, wenn wir den Arm bewegen. Im Fühlen träumen wir, im Wollen schlafen wir. Um uns herum ist, indem wir fühlende und wollende Wesen sind, eine Welt des Geistes, in die wir nicht hineinschauen im gewöhnlichen Bewußtsein. Wir sind aus dieser Welt durch Wahrnehmen und Denken herausgerissen. Dadurch, daß wir Wahrnehmende sind und Denkende und die physische Welt Genießende, wissen wir nicht, daf mitten unter uns die Toten wandeln. Die Toten wandeln mitten unter uns. Der Mensch, wenn er sich sein Leben hindurch entwickelt hat, geht durch die Pforte des Todes. Er bleibt verbunden mit dem Erdendasein, die Fäden gehen von ihm in das Erdendasein hinunter. Fühlen und wollen können wir nicht, ohne daß in unser Fühlen und Wollen diejenigen Toten wirken, die mit uns karmisch verbunden waren. Anerkenntnis desjenigen, was da hineinschaut als ein der Erde unverlorenes Leben, das man sonst im Nichts glaubt, in lebendiger Weise, das gibt die Geisteswissenschaft. Darauf beruhen auch die geistigen Anlagen des Menschen des Ostens. Die Völker der europäischen Mitte haben die Aufgabe, aus der Freiheit der Seele heraus bis in das 4. Jahrtausend alles dasjenige zu ziehen, was der Mensch aus der Freiheit seiner Seele bewußt erschaffen kann. Dazu muß aber allerdings die äußere materielle Wirklichkeit geistig-spirituell durchdrungen werden. Aber nicht darf sie in Wilsonismus eintauchen, der das Gegenteil aller Geistigkeit ist. Im Osten muß aus jenen furchtbaren Gegensätzen, aus jenem nicht Zusammengehörigen, das sich ausgebildet hat aus dem Aufgepfropftsein des Trotzkismus und Leninismus auf die keimende Spiritualität, wieder das erlöst werden, was sich als die nächste Kultur vorbereitet, was dazu berufen sein wird, jedesmal zu fragen, wenn auf der Erde etwas geschieht: Was sagen dazu die Toten?

[ 40 ] Ja, das ist heute eine viel wichtigere Sache, zu wissen, daß das etwas ist, dem man sich nähert in der Erdenentwickelung. Heute sind die Menschen gescheit, sind schon so gescheit mit zwanzig Jahren! Sie lassen sich mit zwanzig Jahren in die Parlamente wählen, weil heute jeder schon mit zwanzig Jahren seinen Standpunkt hat, ein fertiger Mensch ist. Daß das Leben uns von zwanzig Jahren an bis zum Sterben hin nicht vergeblich gegeben ist, sondern daß wir immerfort zunehmen, daß uns Neues sich offenbart, daß, wenn wir durch die Pforte des Todes getreten sind, die Weisheit weitergeht, das Leben weitergeht, wir gescheiter werden, das ist etwas, womit sich die Menschen durchdringen müssen. Und in Zukunft wird man einsehen, daß die weisesten Menschen, die man zu fragen hat, was auf der Erde zu geschehen hat, die Toten sind.

[ 40 ] Ja, das ist heute eine viel wichtigere Sache, zu wissen, daß das etwas ist, dem man sich nähert in der Erdenentwickelung. Heute sind die Menschen gescheit, sind schon so gescheit mit zwanzig Jahren! Sie lassen sich mit zwanzig Jahren in die Parlamente wählen, weil heute jeder schon mit zwanzig Jahren seinen Standpunkt hat, ein fertiger Mensch ist. Daß das Leben uns von zwanzig Jahren an bis zum Sterben hin nicht vergeblich gegeben ist, sondern daß wir immerfort zunehmen, daß uns Neues sich offenbart, daß, wenn wir durch die Pforte des Todes getreten sind, die Weisheit weitergeht, das Leben weitergeht, wir gescheiter werden, das ist etwas, womit sich die Menschen durchdringen müssen. Und in Zukunft wird man einsehen, daß die weisesten Menschen, die man zu fragen hat, was auf der Erde zu geschehen hat, die Toten sind.

[ 41 ] Die Bewußtseinsseele — wenn Sie nachlesen, was das ist, in meinem Buche «Theosophie» — bildet die Gegenwart aus, das Geistselbst die nächste Kultur. Das Geistselbst bildet sich dadurch aus, daß die Toten die Berater sein werden der Lebenden auf der Erde. Heute gilt das noch als phantastische Träumerei, als halber Wahnsinn. Eine Realität wird es werden. Es werden Zeiten kommen, in denen die Menschen, die vereinigt sind auf der Erde, um etwas Vernünftiges zu machen, was für die Erdenentwickelung Bedeutung hat, nicht nur die Lebenden fragen, sondern die Toten. Auf die nähere Form, wie das sogar in der Zukunft politische Gestaltung annehmen wird, wie es vorbereitet werden muß, kann heute noch nicht eingegangen werden; das kann nur Mysterium noch bleiben. Aber durchdringen kann man sich schon damit, daß dieses lebendige Bewußtsein in der Menschheit auftreten muß, daß wir mit den Toten zusammen sind; daß der Mensch nicht nur egoistisches Streben nach Unsterblichkeit entwickeln soll, sondern jenes lebendige Streben, das im Wirken, in der Tat sich auslebt.

[ 41 ] Die Bewußtseinsseele — wenn Sie nachlesen, was das ist, in meinem Buche «Theosophie» — bildet die Gegenwart aus, das Geistselbst die nächste Kultur. Das Geistselbst bildet sich dadurch aus, daß die Toten die Berater sein werden der Lebenden auf der Erde. Heute gilt das noch als phantastische Träumerei, als halber Wahnsinn. Eine Realität wird es werden. Es werden Zeiten kommen, in denen die Menschen, die vereinigt sind auf der Erde, um etwas Vernünftiges zu machen, was für die Erdenentwickelung Bedeutung hat, nicht nur die Lebenden fragen, sondern die Toten. Auf die nähere Form, wie das sogar in der Zukunft politische Gestaltung annehmen wird, wie es vorbereitet werden muß, kann heute noch nicht eingegangen werden; das kann nur Mysterium noch bleiben. Aber durchdringen kann man sich schon damit, daß dieses lebendige Bewußtsein in der Menschheit auftreten muß, daß wir mit den Toten zusammen sind; daß der Mensch nicht nur egoistisches Streben nach Unsterblichkeit entwickeln soll, sondern jenes lebendige Streben, das im Wirken, in der Tat sich auslebt.

[ 42 ] Sich bewußt zu werden, daß Geist-Erkenntnis das einzelne menschliche Streben in das Allstreben der Erde hineinstellen möchte, das hielt ich für besonders geeignet, bei dieser Gelegenheit einmal bedacht zu werden, wo sich unsere Freunde hier zusammengetan haben, um die geisteswissenschaftlichen Antworten auf gewisse Lebensfragen zu finden. Daß es sich nicht bloß um engherzige menschliche Seelenbedürfnisse handelt, sondern daß es sich heute, wenn wir ernsthaftig an dem hängen, was geisteswissenschaftliche Pflege ist, um das Schicksal der Erdenkultur handelt, das sich zum Bewußtsein zu bringen, ist nicht eine Überhebung, nicht ein Größenwahn, das kann in aller Demut geschehen, muß aber geschehen, weil es heute Menschen geben muß, die den Ernst des menschlichen Strebens auf der Erde wirklich durchschauen. Vertiefen Sie sich so in die Geisteswissenschaft, dann werden Sie finden: So klein ein solcher Zweig auch noch sein mag, er kann das seinige beitragen zu dem, was werden soll in der Menschheitsentwickelung, was werden muß, wenn die Erde ihrem Ziele entgegengehen soll!

[ 42 ] Sich bewußt zu werden, daß Geist-Erkenntnis das einzelne menschliche Streben in das Allstreben der Erde hineinstellen möchte, das hielt ich für besonders geeignet, bei dieser Gelegenheit einmal bedacht zu werden, wo sich unsere Freunde hier zusammengetan haben, um die geisteswissenschaftlichen Antworten auf gewisse Lebensfragen zu finden. Daß es sich nicht bloß um engherzige menschliche Seelenbedürfnisse handelt, sondern daß es sich heute, wenn wir ernsthaftig an dem hängen, was geisteswissenschaftliche Pflege ist, um das Schicksal der Erdenkultur handelt, das sich zum Bewußtsein zu bringen, ist nicht eine Überhebung, nicht ein Größenwahn, das kann in aller Demut geschehen, muß aber geschehen, weil es heute Menschen geben muß, die den Ernst des menschlichen Strebens auf der Erde wirklich durchschauen. Vertiefen Sie sich so in die Geisteswissenschaft, dann werden Sie finden: So klein ein solcher Zweig auch noch sein mag, er kann das seinige beitragen zu dem, was werden soll in der Menschheitsentwickelung, was werden muß, wenn die Erde ihrem Ziele entgegengehen soll!