The Science of Human Development
GA 183
26 August 1918, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Science of Human Development, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Gewisse Fragen werden dem denkenden Menschen sich doch immer wieder und wiederum aufdrängen, wenn er auch in Zeiten, in denen die materialistische Kultur überwiegt, diesen Fragen mehr oder weniger aus dem Wege gehen möchte. Es sind viele Fragen. Ich möchte heute ein paar aus der großen Reihe der Fragen herausheben, die davon kommen, daß der Mensch doch, selbst wenn er sich sträubt, eine geistige Welt anzuerkennen, den Eindruck dieser geistigen Welt verspürt. Zu solchen Fragen gehört zum Beispiel diese, die ja, man möchte sagen, das Leben alltäglich aufwirft: Gewisse Menschen sterben jung, andere sterben ganz alt, andere dazwischen. Gegenüber dieser Tatsache, daß auf der einen Seite ganz junge Kinder sterben, auf der andern Seite Leute ganz alt werden und dann sterben, erheben sich für den Menschen Fragen, welche mit den Mitteln, die man heute wissenschaftliche Mittel nennt, niemals — bei klarer Besinnung wird das jeder zugeben müssen — werden zu beantworten sein. Und doch sind sie für das Menschenleben brennende Fragen, und jeder kann eigentlich empfinden, daß sich für das Leben Unendliches aufklären müßte dadurch, daß man diesen Fragen nahetreten könnte: Warum sterben Menschen zuweilen früher, im Kindesalter, im Jugendalter, in der Mitte der gewöhnlichen Lebenszeit? Warum sterben andere alt? Was hat das für eine Bedeutung im gesamten Weltenall?
[ 1 ] Certain questions will inevitably arise again and again for the thinking person, even in times when materialistic culture predominates and one might wish to avoid these questions to a greater or lesser extent. There are many such questions. Today I would like to highlight a few from the vast array of questions that arise from the fact that human beings—even when they are reluctant to acknowledge a spiritual world—still sense the presence of that spiritual world. Among such questions is, for example, one that—one might say—arises in everyday life: Some people die young, others die very old, and still others die somewhere in between. Faced with this fact—that on the one hand very young children die, while on the other hand people live to a very old age and then die—questions arise for human beings that can never be answered by the means we today call scientific—and anyone, upon clear reflection, will have to admit this. And yet these are burning questions for human life, and everyone can actually sense that an infinite amount about life would be clarified if we could come closer to answering these questions: Why do some people die early—in childhood, in youth, or in the middle of their normal lifespan? Why do others die of old age? What significance does this have in the entire universe?
[ 2 ] Sich solche Fragen zu beantworten, dazu hatten die Menschen bis zu jenem Zeitpunkte, den ich Ihnen in diesen Betrachtungen schon angegeben habe, bis zu dem Zeitpunkt der beginnenden vierten nachatlantischen Zeit, so ungefähr bis in die Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, noch Vorstellungen, Begriffe. Aus alter Weisheit herüberbekommen hatten sie Begriffe. Es gab auch in jenen alten Zeiten, die dem 8. vorchristlichen Jahrhundert vorangingen, über die damalige Erdenkultur verbreitet überall Vorstellungen, welche nach dem Sinn der damaligen Zeit den Menschen Aufschluß gaben über solche Fragen wie die eben angedeuteten. Dasjenige, was wir heute Wissenschaft nennen, kann nicht einmal einen rechten Sinn verbinden mit solchen Fragen, kommt gar nicht darauf, daß etwas mit diesen Fragen gegeben ist, wozu man irgendeine Antwort suchen sollte. Das alles rührt davon her, daß in der Zeit, die seit dem eben angedeuteten Zeitpunkte verflossen ist, eigentlich alle Vorstellungen verlorengegangen sind, die sich auf den geistigen und damit auf den ewigen Menschen beziehen. Es sind nur diejenigen Vorstellungen geblieben, die sich auf den vergänglichen Menschen und den zwischen Geburt und Tod eingeschlossenen Menschen beziehen.
[ 2 ] Up until the point in time I have already indicated to you in these reflections—that is, up until the beginning of the fourth post-Atlantean epoch, roughly around the middle of the 8th century B.C.—people still had ideas and concepts that enabled them to answer such questions. They had inherited these concepts from ancient wisdom. Even in those ancient times preceding the 8th century B.C., there were widespread ideas about the Earth’s culture of that era, which, in the spirit of the time, provided people with insights into questions such as those just mentioned. What we call science today cannot even attach any real meaning to such questions; it does not even occur to it that there is anything inherent in these questions for which one should seek an answer. All of this stems from the fact that, in the time that has elapsed since the period just mentioned, virtually all ideas relating to the spiritual—and thus to the eternal—human being have been lost. Only those concepts have remained that relate to the transitory human being and the human being confined between birth and death.
[ 3 ] Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in allen alten Weltanschauungen von einer dreifachen Sonne gesprochen wurde, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als eine leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen die seelische Sonne — im griechischen Sinne gesprochen, den Helios — und erst hinter dieser seelischen Sonne die geistige Sonne, die zum Beispiel noch Plato identifizierte mit dem Guten. Es hat für den heutigen Menschen eigentlich keinen rechten Sinn, von dem Helios, der seelischen Sonne, oder gar von der geistigen Sonne, von dem Guten, zu sprechen. Aber so wie uns hier zwischen Geburt und Tod die physische Sonne leuchtet, so scheint, wenn ich sagen darf, in unser Ich hinein in der Zeit, die wir verbringen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die geistige Sonne, die eben noch von Plato identifiziert wird mit dem Guten. Für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dieser leuchtenden Kugel zu sprechen, von der unsere heutige materialistische Weltanschauung spricht, hat keinen Sinn; zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat nur Sinn zu sprechen von der geistigen Sonne, von dem, was Plato noch als das Gute bezeichnet. Aber gerade ein solcher Begriff sollte uns auf etwas hinweisen. Er sollte uns darauf hinweisen, nachzudenken, wie es sich eigentlich verhält mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Welt bilden. Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, zu sehen haben eine Art von Täuschung, eine Art von Maja, das wird doch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.
[ 3 ] I have pointed out that all ancient worldviews spoke of a threefold sun—the sun that is perceived by the physical senses as a luminous sphere in outer space. Behind this sun, however, the ancient sages saw the soul sun—in the Greek sense, Helios—and only behind this soul sun did they see the spiritual sun, which Plato, for example, identified with the Good. For people today, it actually makes little sense to speak of Helios, the soul sun, or even of the spiritual sun, the Good. But just as the physical sun shines upon us here between birth and death, so too, if I may say so, the spiritual sun—which Plato identified with the Good—shines into our “I” during the time we spend between death and a new birth. To speak of this luminous sphere—as our modern materialistic worldview does—in reference to the time between death and a new birth makes no sense; between death and a new birth, it only makes sense to speak of the spiritual sun, of what Plato still refers to as the Good. But precisely such a concept should point us toward something. It should prompt us to reflect on what the actual nature is of the physical image of the world that we form in our minds. The fact that what we form as physical conceptions of the world—what is spread out before us in a way perceptible to the senses—is a kind of illusion, a kind of Maya, is not taken seriously in the full sense of the word, at least not seriously enough for our view of life to be truly permeated by these things.
[ 4 ] So eine Art Vorstellung von der Sonne hat im Grunde derjenige, der die heutige Physik, Astrophysik meinetwillen, autoritativ nimmt: Wenn er da hinauflahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne nähert — nun, sehen wir jetzt von menschlichen Lebensbedingungen ab, setzen wir voraus, daß die Lebensbedingungen absolut sein könnten —, gewaltige Hitze verspüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausgefüllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So stellt sich der Physiker ja das eigentlich vor: einen glühenden Gasball oder so etwas. Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen Anschauung. Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist — ja, indem man sich nähert, da findet man schon so etwas, wie wenn man durch flutendes Licht durchgehen müßte (es wird gezeichnet: gelber Kreis, innen blauer Kern); aber wenn man da hineinkommt, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, findet man zunächst das, was man ansprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Ich zeichne es schematisch (blau), weil eigentlich nichts dort ist. Da ist nichts, da ist leerer Raum. Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da —, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne weiteres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständliches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, und er denkt sich das insbesondere, wenn er ein waschechter Kantianer ist, denn viel mehr Leute, als man heute denkt, sind Kantianer, sind unbewußte Kantianer: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leeret Raum! — Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein. Wenn Sie nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden Sie diesen leeren Raum, in den Sie da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt Sie nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist — oder weniger ist, wie ich besser sagen kann — als ein leerer Raum. Sie brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird Ihnen nicht ganz unklar bleiben können, was ich da meine: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer. Nehmen wir an, Sie besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß Sie alles, was Sie besitzen, ausgegeben haben, daß Sie nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.
[ 4 ] This is essentially the kind of idea of the Sun held by anyone who takes modern physics—or astrophysics, for that matter—as authoritative: If he could travel up to where physicists place the Sun, then as he approached it—well, let’s set aside human living conditions for now and assume that living conditions could be absolute—he would feel immense heat, or so he imagines, and upon entering the space that physicists conceive of as being filled by the Sun, he would find incandescent gas or something similar within that space. That is, in fact, how the physicist actually imagines it: a ball of incandescent gas or something of the sort. But that is not the case; it is a true maya, a true illusion. And this conception does not hold up against the true physical insights that can be gained, let alone against true supersensible perception. For if one could truly approach the Sun and reach the place where the Sun is—indeed, as one approaches, one already encounters something akin to passing through flooding light (it is depicted as a yellow circle with a blue core inside); but when one enters the place where physicists suppose the physical sun to be, one first finds what one might describe as empty space. There is absolutely nothing there; there is nothing at all where one supposes the physical sun to be. I’ll sketch it schematically (in blue), because there is actually nothing there. There is nothing there; there is empty space. But what a strange kind of empty space it is! When I say, “There is nothing there”—I am not actually speaking quite correctly; there is less than nothing there. It is not merely empty space that is there, but there is less than nothing there. And that is what is extraordinarily difficult for Westerners today to conceive of. People from the East still grasp this concept easily even today; for them, it is nothing at all strange or difficult to understand when one tells them that there is less than nothing there. People from the West imagine—and they imagine this especially if they are true Kantians, for far more people than one thinks today are Kantians, are unconscious Kantians—that if there is nothing in space, then it is simply empty space! — But that is not the case; it can also be filled space. For if you were to look through this solar corona, you would find this empty space you were entering to be extremely uncomfortable: it would tear you apart. And in this it reveals its essence, that it is more—or less, as I might better put it—than empty space. You need only draw on the simplest mathematical concepts, and it will not remain entirely unclear to you what I mean here: empty space is even less than merely empty. Let’s assume you possess some wealth. But it can also happen that you have spent everything you own, that you have nothing. Yet one can have less than nothing: one can be in debt, and then one truly has less than nothing. If one moves from a space filled with matter to an ever-thinner and thinner filling of space, one can arrive at empty space; but one can then go even beyond mere emptiness, just as one can go from nothing to debt.
[ 5 ] Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit — wenn ich mich so ausdrücken darf — nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit. Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus festgehalten, richtig im Materialismus festgehalten, ich möchte sagen: gebannt in den Materialismus. Denn es gibt auch im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Ort, welcher leerer ist als leer; nicht in seiner Gänze, aber welcher eingelagert hat Teile, die leerer sind als leer. Im ganzen ist ja der Mensch — ich meine der physische Mensch ein Wesen, welches einen Raum materiell ausfüllt; aber ein gewisses Glied der menschlichen Natur, von den dreien, die ich angeführt habe, hat tatsächlich etwas in sich, was sonnenähnlich ist, leerer ist als leer. Das ist — ja, Sie müssen es schon hinnehmen — der Kopf. Und gerade darauf, daß der Mensch so organisiert ist, daß sein Kopf sich immer entleeren kann und in gewissen Gliedern leerer sein kann als leer, dadurch hat dieser Kopf die Möglichkeit, das Geistige sich einzulagern. Stellen Sie sich einmal die Sache vor, wie sie eigentlich ist. Natürlich muß man die Dinge sich schematisch vorstellen; aber denken Sie sich, alles dasjenige, was materiell Ihren Kopf ausfüllt, würde ich schematisch durch das Folgende zeichnen. Das wäre schematisch Ihr Kopf (siehe Zeichnung, rot). Nun aber muß ich, wenn ich ihn vollständig zeichnen will, in diesem Kopf leere Stellen lassen. Das ist natürlich jetzt nicht so groß, aber drinnen sind leere Stellen. In diese leeren Stellen kann dasjenige hinein, was ich Ihnen den jungen Geist genannt habe in diesen Tagen. In die leeren Stellen hinein muß der junge Geist, gewissermaßen in seinen Strahlen, gezeichnet werden (gelb).
[ 5 ] This is the greatest flaw in today’s worldview: that it is unaware of this peculiar kind of negative materiality—if I may put it that way—that it knows only emptiness and fulfillment, and not that which is less than emptiness. For because today’s knowledge, today’s worldview, does not recognize that which is less than emptiness, this worldview is more or less held captive by materialism—indeed, held captive by materialism; I would say: bound to materialism. For there is also within the human being—if I may put it that way—a place that is emptier than empty; not in its entirety, but one that contains parts that are emptier than empty. On the whole, the human being—I mean the physical human being—is a being that materially fills a space; but a certain aspect of human nature, of the three I have mentioned, actually has something within it that is sun-like, emptier than empty. That is—yes, you’ll just have to accept it—the head. And precisely because human beings are organized in such a way that their head can always empty itself and, in certain aspects, be emptier than empty, this head has the capacity to contain the spiritual. Just imagine the matter as it actually is. Of course, one must visualize things schematically; but imagine that everything that physically fills your head, I would schematically depict as follows. That would be your head schematically (see drawing, red). But now, if I want to draw it completely, I must leave empty spaces within this head. Of course, it isn’t that large now, but there are empty spaces inside. Into these empty spaces can enter what I have called the “young spirit” in recent days. The young spirit must be drawn into these empty spaces, so to speak, in its rays (yellow).


[ 6 ] Ja, die Materialisten sagen: Das Gehirn ist das Werkzeug des Seelenlebens, des Denkens. — Das Umgekehrte ist wahr: Die Löcher im Gehirn, ja sogar dasjenige, was mehr ist als Löcher, oder ich könnte auch sagen, weniger ist als Löcher, was leerer ist als leer, das ist das Werkzeug des Seelenlebens. Und da, wo das Seelenleben nicht ist, wo das Seelenleben fortwährend aufstößt, wo der Raum unseres Schädels mit Gehirnmasse ausgefüllt ist, da wird nichts gedacht, da wird nichts seelisch erlebt. Wir brauchen unser physisches Gehirn nicht zum Seelenleben, sondern wir brauchen es nur, damit wir das Seelenleben einfangen, physisch einfangen. Wenn da nicht das Seelenleben, das in den Löchern des Gehirnes eigentlich lebt, überall aufstoßen würde, so
[ 6 ] Yes, the materialists say: The brain is the instrument of spiritual life, of thought. — The opposite is true: The holes in the brain—indeed, even that which is more than holes, or I might also say, less than holes, that which is emptier than empty—that is the instrument of spiritual life. And where there is no spiritual life, where spiritual life is constantly blocked, where the space of our skull is filled with brain matter—there, nothing is thought; there, nothing is experienced spiritually. We do not need our physical brain for the life of the soul; rather, we need it only so that we can capture the life of the soul—capture it physically. If the life of the soul—which actually lives in the holes of the brain—were not constantly breaking through everywhere, then
[ 7 ] vol würde es verfliegen; es käme uns nicht zum Bewußtsein. Aber es lebt in den Löchern des Gehirns, die leerer sind als leer.
[ 7 ] It would simply vanish; we wouldn't even be aware of it. But it lives in the holes of the brain, which are emptier than empty.
[ 8 ] So müssen wir uns die Begriffe allmählich korrigieren. Wir nehmen, wenn wir vor dem Spiegel stehen, nicht uns wahr, sondern unser Spiegelbild. Uns können wir vergessen. Wir sehen uns im Spiegel drinnen. So erlebt der Mensch auch nicht sich, indem er durch sein Gehirn dasjenige zusammenhält, was in den Löchern des Gehirnes liegt; er erlebt, wie sich überall sein Seelenleben spiegelt, indem es an die Gehirnmasse anstößt. Es spiegelt sich überall; das erlebt der Mensch. Er erlebt eigentlich sein Spiegelbild. Das aber, was da in die Löcher hereingeschlüpft ist, das ist dasjenige, was dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, ohne die Widerlage des Gehirnes seiner selbst bewußt wird, weil es dann in entgegengesetzter Weise mit Bewußtsein durchsetzt wird.
[ 8 ] So we must gradually correct our concepts. When we stand in front of a mirror, we do not perceive ourselves, but rather our reflection. We can forget about ourselves. We see ourselves inside the mirror. Similarly, a person does not experience themselves by using their brain to hold together what lies within the brain’s cavities; rather, they experience how their inner life is reflected everywhere as it comes into contact with the brain matter. It is reflected everywhere; that is what a person experiences. In fact, they experience their own reflection. But what has slipped into those cavities is what, when a person passes through the gate of death, becomes conscious of itself without the brain’s counterforce, because it is then permeated by consciousness in the opposite way.
[ 9 ] Nun will ich ein anderes Schema aufzeichnen. Nehmen Sie das Folgende. Bitte, ich will jetzt das Gehirn recht drastisch zeichnen, wie das Löcher läßt (blau). Da sei die Gehirnmasse, da lasse es die Löcher, und dahinein in diese Löcher geht das Seelenleben (gelb). Dieses Seelenleben, das setzt sich aber vor den Löchern fort. Da kommen wir in die ja natürlich nur in der Nähe des Menschen sichtbare, aber ins Unbestimmte auslaufende Menschenaura hinein.
[ 9 ] Now I want to draw another diagram. Take a look at the following. Please, I want to draw the brain quite dramatically here, showing the holes (blue). There is the brain matter; it leaves these holes, and into these holes flows the life of the soul (yellow). This life of the soul, however, continues beyond the holes. There we enter the human aura—which, of course, is visible only in the vicinity of a human being but extends into the indefinite.


[ 10 ] Denken wir uns jetzt das Gehirn weg, und denken wir uns, wir sehen beim gewöhnlichen Menschen zwischen Geburt und Tod das Seelenleben an, dann würden wir sagen müssen: Der wahre Mensch, in dieser Weise gesehen, der ist in seinem Zustande zwischen Geburt und Tod so, daß er eigentlich — da muß ich allerdings das jetzt anders schematisch zeichnen — sein Antlitz seinem Körper so zuwendet (siehe Zeichnung Seite 105, lila); sein Seelenleben wendet er dem Körperlichen zu. Und wenn wir auf das Gehirn sehen, so streckt dieses Seelenleben hier Fühlhörner vor, die in die Löcher des Gehirns hineingehen. Was ich dort (siehe Zeichnung Seite 102) gelb gezeichnet habe, zeichne ich hier lila, weil das besser dem Anblick im lebenden Menschen entspricht. Das wäre das, was sich ins Gehirn erstreckt beim lebenden Menschen.
[ 10 ] If we now set aside the brain and imagine that we are observing the inner life of the ordinary human being between birth and death, then we would have to say: The true human being, viewed in this way, is in such a state between birth and death that—though I must now sketch this schematically in a different way—he actually turns his face toward his body (see drawing on page 105, purple); he turns his inner life toward the physical. And when we look at the brain, this soul life extends sensory antennae here that enter the cavities of the brain. What I have drawn there (see drawing on page 102) in yellow, I draw here in purple, because that better corresponds to what is seen in a living human being. That would be what extends into the brain in a living human being.
[ 11 ] Wollte ich jetzt danach etwa den physischen Menschen zeichnen, so würde ich das am besten dadurch andeuten können, daß ich Ihnen etwa hier die Grenze, die mit dem Erinnerungsvermögen gegeben ist, hereinzeichne. Sie würde da nach außen gehen, und da würde die äußere Grenze, die Grenze des Erkennens sein, von der ich Ihnen ja auch gesprochen habe. Da brauchen Sie sich ja nur an die letzthin und gestern gemachte Zeichnung zu erinnern.
[ 11 ] If I were to draw the physical human being based on that, the best way I could indicate it would be by drawing in the boundary here—the boundary set by the capacity for memory. It would extend outward from there, and that would be the outer boundary—the boundary of cognition—which I have already spoken to you about. You need only recall the drawing I made recently and yesterday.
[ 12 ] Jetzt aber ist es wirklich so, daß, wenn man von außen den Menschen geistig anschaut, sich das Seelenleben so in den Menschen hinein erstreckt. Ich will also das einzelne Hineinerstrecken nur in bezug auf das Gehirn zeichnen. Aber dieses Seelenleben ist in sich auch differenziert: so würde ich, wenn ich dieses Seelenleben weiter verfolgen würde, hier eine andere Region zeichnen müssen (rot unter dem Lila), hier eine andere Region (blau); das würde also alles zu der den Menschen konstituierenden Aura gehören. Dann eine andere Region (grün): Sie sehen, dieser Teil, den ich da jetzt schematisch zeichne, liegt jenseits der Grenze des menschlichen Erkennens. Dann diese Region (gelb) — im Grunde genommen gehört das alles zum Menschen — und diese Region (orange).
[ 12 ] But the fact is that when one looks at a person spiritually from the outside, the life of the soul extends into the person in this way. So I want to sketch this individual extension only in relation to the brain. But this soul life is also differentiated in itself: if I were to trace this soul life further, I would have to draw another region here (red beneath the purple), another region here (blue); all of this would thus belong to the aura that constitutes the human being. Then another region (green): As you can see, this part, which I am now sketching schematically, lies beyond the limits of human cognition. Then this region (yellow)—essentially, all of this belongs to the human being—and this region (orange).
[ 13 ] Das bewegt sich, wenn der Mensch einschläft, mehr oder weniger aus dem Körper heraus, so wie das gestern gezeichnet worden ist (Zeichnung Seite 77); wenn der Mensch wachend ist, mehr oder weniger in den Körper hinein, so daß eigentlich die Aura nur in der unmittelbarsten Umgebung des Körpers seelisch wahrzunehmen ist. Wenn man den physischen Menschen beschreibt, dann tut man es so, daß man sagt: Dieser physische Mensch besteht aus Lunge, Herz, Leber, Galle und so weiter. Das sagt der physische Anatom, der Physiologe und so weiter. Geradeso können Sie aber den geistig-seelischen Menschen beschreiben, der in dieser Weise sich eigentlich in die Löcher des Menschen hereinerstreckt, in das, was mehr ist als Leere, in den Menschen hineinerstreckt. Sie können das ebenso beschreiben. Da müssen Sie dann nur angeben, aus was dieser geistig-seelische Mensch besteht. Und ebenso wie man beim physischen Menschen Organe unterscheidet, so kann man hier Strömungen unterscheiden. Man kann sagen: Hier, wo ich das Rot gezeichnet habe, würde der physische Mensch so im Profil drinnenstehen, hierher das Gesicht gerichtet haben, hier etwa die Augen (siehe Zeichnung); hier würde sein die Region der Begierdenglut (rot). Das würde ein Bestandteil des seelisch-geistigen Menschen sein, der seiner Substanz nach entnommen ist der Region, die Sie aus der «Theosophie» kennen als die Region der Begierdenglut. Also Begierdenglut, gewissermaßen etwas von ihr entnommen, in den Menschen hineinversetzt, gibt diese Partie des Menschen. Das, was ich hier lila gezeichnet habe, das würde ich bezeichnen müssen, wenn ich die Einzelheiten beschriebe, mit Seelenleben. Sie wissen, eine bestimmte Partie des Seelengebietes, des Seelenlandes, ist mit «Seelenleben» bezeichnet. Die Substanz daraus würde dieses Violette, dieses Lila sein, was im Menschen einen Teil des GeistigSeelischen bildet.
[ 13 ] When a person falls asleep, it moves more or less out of the body, as was illustrated yesterday (drawing on page 77); when a person is awake, it moves more or less into the body, so that the aura can actually only be perceived spiritually in the body’s immediate vicinity. When describing the physical human being, one does so by saying: This physical human being consists of lungs, heart, liver, gallbladder, and so on. This is what the physical anatomist, the physiologist, and so on say. But you can describe the spiritual-soul human in exactly the same way—as one that actually extends into the “holes” of the human being, into that which is more than emptiness, extending into the human being. You can describe it just as well. You simply have to specify what this spiritual-soul human consists of. And just as one distinguishes organs in the physical human being, so here one can distinguish currents. One can say: Here, where I have drawn the red, the physical human being would stand in profile, facing this way, with the eyes roughly here (see drawing); here would be the region of the fire of desire (red). This would be a component of the soul-spiritual human being, drawn in substance from the region you know from *Theosophy* as the region of the fire of desire. So the fire of desire—in a sense, something drawn from it and transposed into the human being—constitutes this part of the human being. What I have drawn here in purple—if I were to describe the details—I would have to call “soul life.” As you know, a certain part of the realm of the soul, the “land of the soul,” is designated as “soul life.” The substance derived from this would be this violet, this purple, which forms a part of the spiritual-soul aspect within the human being.
[ 14 ] Das, was ich hier als orange bezeichnet habe, würden wir zu nennen haben, wenn wir diese Benennung beibehielten, tätige Seelenkraft. So daß Sie sich vorzustellen hätten: Dasjenige, was am intensivsten durch Ihre Sinne in Sie hineingeht beim Leben zwischen Geburt und Tod, das ist das Seelenleben; und dahinter, sich auch hinstopfend, aber nicht so hineinkönnend, aufgehalten werdend durch das Seelenleben: tätige Seelenkraft. Und noch mehr dahinter dasjenige, was man nennen kann: Seelenlicht. Ich habe es hier gelb bezeichnet. Ziemlich anschließend an dieses Seelenlicht, sich so durchdrückend, würde dann das sein, was der Region von Lust und Unlust entnommen ist. Das würde ich hier etwa dem grünen Gebiete zuzuschreiben haben (siehe Zeichnung). Dann würde dem schon bläulich werdenden Gebiete zuzuschreiben sein: Wünsche. Und anstoßend nun hier an das Blaue, schon wiederum mehr in das Blaurote hineingehend, das würde die Region fließender Reizbarkeit sein. Das, was ich hier nenne Begierdenglut, fließende Reizbarkeit, Wünsche, das sind aurische Strömungen. Diese aurischen Strömungen konstituieren, wie Sie wissen, die Seelenwelt; sie konstituieren aber auch den seelisch-geistigen Menschen, der etwa so aufgebaut ist aus den Ingredienzien dieser Seelenwelt.
[ 14 ] What I have referred to here as “orange,” if we were to retain this terminology, we would have to call “active soul force.” So you would have to imagine it this way: that which enters you most intensely through your senses during life between birth and death—that is the life of the soul; and behind that, also pushing its way in but unable to penetrate fully, held back by the life of the soul: active soul force. And even further behind that is what one might call “soul light.” I have marked it here in yellow. Quite close to this soul light, pushing its way through, would then be what is drawn from the realm of pleasure and displeasure. I would assign that roughly to the green area here (see drawing). Then, to the area already turning bluish, would be assigned: desires. And now, adjoining the blue here, already shifting more toward blue-red, that would be the region of flowing excitability. What I call here the “fervor of desire,” “fluid excitability,” and “desires”—these are auric currents. These auric currents, as you know, constitute the soul world; but they also constitute the soul-spiritual human being, who is, so to speak, composed of the ingredients of this soul world.


[ 15 ] Wenn dann der Tod eintritt, dann ist das so, daß der physische Leib abfällt und der Mensch das fortnimmt, was sich durch seine Löcher in ihn hineinerstreckt hat. Er nimmt es nun fort. Dadurch, daß er es fortnimmt — wir können uns diesen physischen Menschen wegdenken —, kommt nun der Mensch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelenwelt, und dann auch mit dem Geisterland, wie Sie es ja in der «Theosophie» dargestellt finden. Er hat eine gewisse Verwandtschaft dadurch, daß er diese Ingredienzen in sich hat. Aber während des physischen Lebens sind sie gebunden an den physischen Leib; dann werden sie frei. Dadurch aber, daß sie frei werden, verwandelt sich nach und nach das Ganze. Während es so war, daß sich — wenn ich jetzt die Differenzierungen weglasse und das Seelenleben so zeichne während des physischen Lebens die Fühler (dunkel schraffiert) in unsere Löcher hineinerstrecken, nehmen sich nach dem Tode diese Fühler zurück. Dadurch aber, daß sich die Fühler zurücknehmen, höhlt sich das Seelenleben selbst aus, und im Seelenleben drinnen geht das geistige Leben auf; von der andern Seite geht das geistige Leben auf (hell schraffiert).
[ 15 ] When death occurs, the physical body falls away, and the human being takes with them whatever has penetrated into them through their orifices. They now take it with them. By taking it away—we can imagine this physical human being as no longer existing—the human being now enters into a certain kinship with the world of the soul, and then also with the spirit realm, as you will find described in *Theosophy*. He has a certain kinship through the fact that he possesses these elements within himself. But during physical life, they are bound to the physical body; then they become free. But as they become free, the whole gradually transforms. Whereas it used to be the case that—if I now leave out the distinctions and depict soul life in this way—during physical life the feelers (darkly hatched) reach into our cavities, after death these feelers withdraw. But as the feelers withdraw, the soul life itself hollows out, and within the soul life, the spiritual life blossoms; from the other side, the spiritual life blossoms (light hatching).


[ 16 ] In dem selben Maße, in welchem der Mensch aufhört unterzutauchen in den physischen Leib, hellt sich auf sein Geistig-Seelisches, diese seine Aura von der andern Seite durchleuchtend. Und wie derMensch ein Bewußtsein erlangen kann dadurch, daß beim Hineinstoßen des Seelisch-Geistigen in den physischen Körper dieses immer anstößt und dadurch sich immer spiegelt, so bekommt der Mensch jetzt dadurch ein Bewußtsein, daß er sich zurückzieht gegen das Licht. Aber dies ist jenes Licht der Sonne, welches das erste Licht ist: das Gute. Während der Mensch also während seines physischen Lebens als geistig-seelisches Wesen gegen das Sonnenverwandte, nämlich gegen die überleeren Löcher im Gehirn stößt, stößt er, sich zurückziehend nach dem Tode, nach der andern Sonne, nach der guten Sonne, nach der ersten Sonne.
[ 16 ] To the same extent that a person ceases to be submerged in the physical body, their spiritual-soul aspect becomes brighter, illuminating their aura from the other side. And just as a human being can gain consciousness through the fact that, as the spiritual-soul aspect enters the physical body, it constantly strikes against it and is thereby constantly reflected, so too does the human being now gain consciousness through the fact that he withdraws toward the light. But this is the light of the sun, which is the first light: the Good. Thus, while during his physical life the human being, as a spiritual-soul being, collides with that which is akin to the sun—namely, the empty cavities in the brain—he, withdrawing after death, collides with the other sun, the good sun, the first sun.
[ 17 ] Sie sehen, wie zusammenhängt mit den Grundvorstellungen der uralten Mysterien die Möglichkeit, Begriffe zu erhalten von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so stecken wir drinnen in diesem ganzen kosmischen Leben, wie ich es Ihnen jetzt in diesen Tagen dargestellt habe. Aber allerdings muß man, um richtige Begriffe von diesen Dingen zu bekommen, tiefer in das eigentliche Gefüge der menschlichen Evolution durch die Erdenzeit hindurch eingehen. Nicht wahr, es wäre ja möglich, daß jemand durch besonderen Glücksfall, wie man das so nennen könnte, hellsichtig das Ganze, was ich jetzt dargestellt habe, schaute. Aber der Glücksfall könnte nicht weiter gehen, als daß er sich verwandelnde Gebilde schaut. Etwa so: Nehmen wir an, ein Mensch würde durch irgendein Wunder — es geschieht schon nicht durch ein Wunder —, durch irgend etwas hellsichtig, übersinnlich schauend, so würde er schon, so ähnlich, wie ich es hier versucht habe aufzuzeichnen, das geistig-seelische Leben des Menschen sehen. Daß dies etwas anders ausschaut, als was ich vor einiger Zeit als Normalaura aufgezeichnet habe, das werden Sie begreiflich finden, wenn Sie verstehen, daß ich vor einigen Tagen das aufgezeichnet habe (siehe Seite 31), was sich als Aura ergibt, wenn man den ganzen Menschen sieht, also den physischen Menschen und die Aura ringsherum; jetzt habe ich aber herausgeholt den geistigseelischen Menschen, so daß der geistig-seelische Mensch von dem physischen Menschen abstrahiert wird.
[ 17 ] You can see how closely the possibility of gaining an understanding of life between death and a new birth is connected to the fundamental concepts of the ancient mysteries. For we are immersed in this entire cosmic life, just as I have described it to you these past few days. But of course, in order to gain a proper understanding of these things, one must delve deeper into the actual structure of human evolution throughout the Earth era. Wouldn’t it be possible, after all, for someone—through a stroke of luck, as one might call it—to see with clairvoyance the whole picture I have just described? But that stroke of luck could go no further than allowing them to see changing forms. Something like this: Let’s suppose a person, through some miracle—though it doesn’t actually happen through a miracle—were to gain clairvoyant, supersensory vision; then they would see the spiritual-soul life of the human being in a manner similar to what I have attempted to describe here. You will understand that this looks somewhat different from what I described some time ago as the “normal aura” once you realize that a few days ago I described (see page 31) what appears as the aura when one sees the whole human being—that is, the physical human being and the aura surrounding them; but now I have isolated the spiritual-soul being, so that the spiritual-soul being is abstracted from the physical human being.
[ 18 ] Daran sehen Sie schon, daß man einmal so, das andere Mal anders die Farben setzen muß; daran sehen Sie auch, daß für das übersinnliche Bewußtsein die Dinge sehr verschieden ausschauen. Nehmen Sie sich vor, die Aura des Menschen einfach so zu sehen, wie sie ist, indem der Mensch den physischen Leib hat, dann sehen Sie diese Aura — also wenn Sie sich vornehmen, abgesehen vom geistig-seelischen Menschen jetzt den Menschen zu sehen, der nur seine Organe vorstreckt in den physischen Menschen hinein. Aber wenn Sie nun den Menschen in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen, da sehen Sie wiederum, wie sich das Ganze verwandelt. Da geht also vor allen Dingen diese Region, die ich hier rot gezeichnet habe, weg von hier, geht hier herauf, das Gelbe geht hier herunter, das Ganze kommt nach und nach durcheinander. Man kann solche Dinge anschauen, aber das Anschauen hat etwas Verwirrendes. Und daher werden sich auch für den neueren Menschen nicht leicht Möglichkeiten finden, Sinn und Bedeutung in. dieses Verwirrende hineinzubringen, wenn er nicht zu andern Hilfsmitteln seine Zuflucht nimmt.
[ 18 ] This shows you that sometimes you have to apply the colors one way and other times another; it also shows you that things look very different to the supersensible consciousness. Resolve to see a person’s aura simply as it is while the person has a physical body, and then you will see this aura—that is, if you resolve to see the person now, setting aside the spiritual-soul aspect, as the being whose organs extend into the physical body. But if you now look at the human being in the time between death and a new birth, you will see once again how the whole thing transforms. First and foremost, the region I have marked in red here moves away from here and rises upward; the yellow part descends here; the whole thing gradually becomes jumbled. One can observe such things, but there is something bewildering about this observation. And therefore, even for the modern person, it will not be easy to find ways to bring meaning and significance into this bewildering state unless he resorts to other aids.
[ 19 ] Wir haben hingewiesen darauf, daß das Haupt des Menschen, der Kopf, auf die Vergangenheit weist, der Extremitätenmensch auf die Zukunft weist. Es ist ein vollständiger Gegensatz, polarisch; beides, das Haupt des Menschen und der Extremitätenmensch — erinnern Sie sich nur an dasjenige, was ich gestern auseinandergesetzt habe —, beide sind eigentlich ein und dasselbe; nur daß das Haupt eben eine sehr alte Bildung ist, eine Überbildung. Daher hat es auch die Löcher. Der Extremitätenmensch hat diese Löcher noch nicht; der ist eben noch ganz von Materie ausgefüllt. Löcher kriegen, das ist ein Zeichen von Überentwickelung. Rückgängige Entwickelung im Haupte sehen können, darauf kommt viel an. Und viel kommt darauf an, daß man verstehen kann: der Extremitätenmensch ist eine junge Metamorphose, das Haupt ist eine alte Metamorphose. Und weil der Extremitätenmensch eine junge Metamorphose ist, kann er noch nicht hier im physischen Leben denken, sondern es bleibt sein Bewußtsein unbewußt. Er öffnet nicht dem geistig-seelischen Menschen solche Löcher wie das Gehirn.
[ 19 ] We have pointed out that the human head points to the past, while the “human of the extremities” points to the future. It is a complete contrast, polar; both the human head and the “limb-human”—just recall what I explained yesterday—are actually one and the same; it’s just that the head is a very old formation, a superformation. That is why it has these holes. The “limb-human” does not yet have these holes; it is still entirely filled with matter. Developing holes is a sign of overdevelopment. Being able to see this regression in the head is of great importance. And it is very important to understand that the “limb-human” is a young metamorphosis, while the head is an old metamorphosis. And because the “limb-human” is a young metamorphosis, he cannot yet think here in physical life; rather, his consciousness remains unconscious. He does not open up such “holes” to the spiritual-soul human as the brain does.
[ 20 ] Das ist von unendlicher Wichtigkeit und wird in Zukunft immer wichtiger und wichtiger werden für die Geisteskultur: einzusehen so etwas, daß zwei Dinge, die äußerlich physisch ganz voneinander verschieden sind wie der Kopfmensch und der Extremitätenmensch, geistig-seelisch ein und dasselbe sind, nur der Zeit nach auf verschiedenen Entwickelungsstufen. Viele Geheimnisse liegen gerade in dieser Tatsache, daß zwei physisch verschiedene Dinge dadurch, daß sie auf zeitlich verschiedenen Entwickelungsstufen stehen, eigentlich ein und dasselbe sein können. Sie sind äußerlich physisch etwas ganz Verschiedenes, aber Verwandlungszustände, also Metamorphosen eines und desselben.
[ 20 ] This is of infinite importance and will become increasingly important for spiritual culture in the future: to recognize that two things which are outwardly and physically quite different from one another—such as the “head-oriented person” and the “limb-oriented person”—are, spiritually and psychologically, one and the same, merely at different stages of development in terms of time. Many mysteries lie precisely in this fact: that two physically different things, by virtue of being at different stages of development over time, can actually be one and the same. Outwardly, they are physically quite different, but they are states of transformation—that is, metamorphoses—of one and the same entity.
[ 21 ] In elementarer Weise hat den Anfang mit Begriffen, durch die man so etwas erfassen kann, eben Goethe gemacht mit seiner Metamorphosenlehre. Während sonst eigentlich in der Ausbildung der Begriffe ein Stillstand ist seit alten Zeiten, setzt bei Goethe wiederum die Fähigkeit ein, Begriffe zu bilden. Und diese Begriffe sind die lebendigen Metamorphosenbegriffe. Goethe hat allerdings angefangen mit dem Einfachsten. Er hat gesagt: Wenn wir eine Pflanze anschauen, so haben wir das grüne Pflanzenblatt, aber das verwandelt sich dann in das farbige Blumenblatt. Beides ist ein und dasselbe, es sind nur Metamorphosen voneinander. — So wie das grüne Pflanzenblatt und das rote Rosenblatt verschiedene Metamorphosen sind, ein und dasselbe auf verschiedenen Stufen, so sind das Haupt des Menschen und der Extremitätenorganismus einfach Metamorphosen voneinander. Wenn wir den Goetheschen Metamorphosengedanken für die Pflanze nehmen, haben wir etwas Primitives, Einfaches; aber es kann dieser Gedanke fruchtbar gemacht werden für ein Höchstes: für das Beschreiben des Überganges des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Wir sehen eine Pflanze mit grünem Blatt und mit der Blüte und sagen: Die Blüte, die rote Rosenblüte ist umgewandelt aus dem grünen Pflanzenblatt. Wir sehen einen Menschen vor uns stehen und sagen: Das Haupt, das du trägst, das sind deine umgewandelten Arme, Hände, Beine, Füße aus der vorhergehenden Inkarnation; und das, was du jetzt an dir, wie Arme, Hände, Beine, Füße trägst, das wird sich umwandeln für die nächste Inkarnation in deinen Kopf.
[ 21 ] Goethe was, in a fundamental way, the first to introduce concepts through which such things can be grasped, namely with his theory of metamorphosis. While the development of concepts had essentially been at a standstill since ancient times, Goethe revived the ability to form concepts. And these concepts are the living concepts of metamorphosis. Goethe, however, began with the simplest example. He said: When we look at a plant, we see the green leaf, but this then transforms into the colorful petal. Both are one and the same; they are merely metamorphoses of one another. — Just as the green plant leaf and the red rose petal are different metamorphoses—one and the same thing at different stages—so too are the human head and the organism of the extremities simply metamorphoses of one another. If we take Goethe’s concept of metamorphosis as applied to the plant, we have something primitive and simple; but this idea can be made fruitful for a higher purpose: for describing the transition of the human being from one incarnation to the next. We see a plant with green leaves and a flower and say: The flower—the red rose—is transformed from the green plant leaf. We see a human being standing before us and say: The head you bear—that is your transformed arms, hands, legs, and feet from your previous incarnation; and what you now bear as arms, hands, legs, and feet will be transformed into your head for the next incarnation.
[ 22 ] Aber jetzt kommt ein Einwand, der Ihnen offenbar in der Seele schwer sitzt. Jetzt werden Sie sagen: Ja, um Gottes willen, aber ich lasse doch meine Beine und meine Füße zurück, und meine Arme und meine Hände auch; die nehme ich doch nicht mit in die nächste Inkarnation! Wie soll denn da mein Kopf daraus werden? — Nicht wahr, das kann man einwenden. Wiederum stehen Ste eben hier vor einer Maja. Es ist nämlich nicht wahr, daß Sie wirklich Ihre Beine und Ihre Füße, Ihre Hände und Ihre Arme zurücklassen. Das ist nämlich nicht wahr; das sagen Sie deshalb, weil Sie an der Maja, an der großen Täuschung hängenbleiben. Was Sie nämlich mit dem gewöhnlichen Bewußtsein Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße nennen, das sind nicht Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße, sondern das ist dasjenige, was als Blut und andere Säfte Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße ausfüllt. Es ist hier wieder eine schwierige Vorstellung, aber es ist so. — Nehmen Sie an, hier haben Sie Arme und Hände, Beine und Füße; aber das, was hier ist, ist geistig, das sind geistige Kräfte. Bitte, stellen Sie sich vor:
[ 22 ] But now comes an objection that clearly weighs heavily on your soul. Now you will say: Yes, for heaven’s sake, but I’m leaving my legs and feet behind, and my arms and hands too; I’m certainly not taking them with me into my next incarnation! How on earth is my head supposed to turn out then? — Isn’t that a valid objection? Once again, you are standing right here before a Maya. For it is not true that you are actually leaving your legs and feet, your hands and arms behind. That is not true; you say that because you are caught up in the Maya, in the great illusion. For what you call your arms and hands, your legs and feet with your ordinary consciousness—these are not your arms and hands, nor your legs and feet—but rather they are the very things that fill your arms and hands, your legs and feet as blood and other bodily fluids. This is another difficult concept to grasp, but it is so. — Suppose you have arms and hands, legs and feet here; but what is here is spiritual—these are spiritual forces. Please imagine:


[ 23 ] Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße seien Kräfte, übersinnliche Kräfte. Würden Sie nur sie haben, Sie würden sie nicht mit den Augen sehen. Sie sind angefüllt, diese Kräfte sind angefüllt mit den Säften, mit dem Blute, und das, was als mineralische Masse, flüssig oder zum Teil fest, zum geringsten Teile fest, Unsichtbares ausfüllt, das sehen Sie (schraffiert). Was Sie im Grabe lassen, was verbrannt wird, das sind nur, ich möchte sagen, die mineralischen Einschlüsse. Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße sind nicht sichtbare Füße und so weiter, sie sind Kräfte, und diese nehmen Sie mit. Die Formen nehmen Sie mit. Sie sagen: Ich habe Hände und Füße. — Derjenige, der in die geistigen Welten hineinsieht, der sagt nicht: Ich habe Hände und Füße —, sondern er sagt: Es gibt Geister der Form, Elohim, die denken kosmisch, und deren Gedanken sind meine Arme und Hände und Beine und Füße; und deren Gedanken sind mit Blut und andern Säften ausgefüllt. — Aber Blut und andere Säfte sind auch wiederum nicht das, als was sie im Physischen erscheinen; diese Stofle sind wiederum die Vorstellungen der Geister der Weisheit, und dasjenige, was der Physiker Stoff nennt, das ist nur der äußere Schein. Wo der Physiker den Stoff hinsetzt, müßte er sagen: Da stoße ich auf einen Gedanken der Geister der Weisheit, der Kyriotetes. Und wo Sie Arme und Hände, Beine und Füße sehen, da können Sie nicht einmal darauf stoßen, da müssen Sie sagen: Hier bilden die kosmischen Gedanken der Geister der Form meine Formen. — Kurz, so sonderbar das klingt: Ihren Körper gibt es ja gar nicht, sondern da, wo im Raume Ihr Körper ist, da leben durcheinander die kosmischen Gedanken der höheren Hierarchien. Und würden Sie nicht der Maja gemäß, sondern richtig sehen, so würden Sie sagen: Hier erstrecken sich herein die kosmischen Gedanken der Exusiai, der Geister der Form, der Elohim. Diese kosmischen Gedanken machen sich mir sichtbar, indem sie ausgefüllt sind mit den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Das gibt Arme und Hände, Beine und Füße. Gar nicht steht das da, als was es in der Maja erscheint, vor dem geistigen Blicke, sondern da stehen die kosmischen Gedanken, und diese kosmischen Gedanken ballen sich zusammen, kondensieren sich, schieben sich ineinander, und daher erscheinen sie uns als diese Schattenfigur, als die wir herumgehen, von der wir glauben, daß sie wirklich ist. Also den physischen Menschen, den gibt es gar nicht.
[ 23 ] Your arms and hands, your legs and feet are forces—supernatural forces. If you had only them, you would not see them with your eyes. They are filled—these forces are filled with the vital fluids, with the blood, and with that which, as a mineral substance—liquid or partly solid, with only the smallest part being solid—fills the invisible; that is what you see (hatched). What you leave in the grave, what is cremated, is merely—I would say—the mineral inclusions. Your arms and hands, your legs and feet are not visible limbs and so on; they are forces, and you take these with you. You take the forms with you. You say: I have hands and feet. — The one who looks into the spiritual worlds does not say, “I have hands and feet”—but rather says: There are spirits of form, Elohim, who think cosmically, and whose thoughts are my arms and hands and legs and feet; and whose thoughts are filled with blood and other fluids. — But blood and other fluids, in turn, are not what they appear to be in the physical realm; these substances are, in turn, the ideas of the Spirits of Wisdom, and what the physicist calls “matter” is merely the outward appearance. Where the physicist locates matter, he ought to say: “Here I encounter a thought of the Spirits of Wisdom, the Kyriotetes.” And where you see arms and hands, legs and feet, you cannot even encounter them there; you must say: “Here the cosmic thoughts of the Spirits of Form are shaping my forms.” — In short, as strange as it sounds: your body does not actually exist at all; rather, where your body is in space, the cosmic thoughts of the higher hierarchies live intertwined. And if you were to see not according to Maya but correctly, you would say: Here the cosmic thoughts of the Exusiai, the Spirits of Form, the Elohim, extend inward. These cosmic thoughts make themselves visible to me by being filled with the cosmic thoughts of the Spirits of Wisdom. This gives rise to arms and hands, legs and feet. What appears in Maya does not stand there at all before the spiritual gaze; rather, the cosmic thoughts stand there, and these cosmic thoughts clump together, condense, and interlock, and thus they appear to us as this shadow figure—the one we walk around as, the one we believe to be real. So the physical human being—he does not exist at all.
[ 24 ] Wir können mit einem gewissen Recht sagen: In der Stunde des Todes scheiden die Geister der Form ihre kosmischen Gedanken von den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Die Geister der Form nehmen ihre Gedanken in die Luft hinauf, die Geister der Weisheit senken ihre stofflichen Gedanken in die Erde hinein. Dadurch ist im Leichnam so ein Nachschatten von den Gedanken der Geister der Weisheit noch vorhanden, wenn die Geister der Form ihre Gedanken zurückgenommen haben in die Luft. Das ist der physische Tod; das ist er in Wahrheit.
[ 24 ] We can say with some justification: At the hour of death, the Spirits of Form separate their cosmic thoughts from the cosmic thoughts of the Spirits of Wisdom. The spirits of form carry their thoughts up into the air, while the spirits of wisdom sink their material thoughts into the earth. As a result, a lingering shadow of the thoughts of the spirits of wisdom remains in the corpse even after the spirits of form have withdrawn their thoughts back into the air. This is physical death; this is what it truly is.
[ 25 ] Kurz, wenn wir anfangen, über Wirklichkeiten zu denken, so kommen wir zu einer Auflösung desjenigen, was gewöhnlich die physische Welt genannt wird. Denn diese physische Welt besteht dadurch, daß die Geister der höheren Hierarchien ihre Gedanken ineinanderschieben, und deshalb — bitte stellen Sie sich vor: fein verteilte Wasserpartien gehen irgendwo hinein und bilden einen dichten Nebel — erscheint Ihr Leib auch so als ein Schattengebilde, weil die Gedanken der Geister der Form hineindringen in die Gedanken der Geister der Weisheit, die Formgedanken in die Stoffgedanken hineingehen. Die ganze Welt löst sich vor dieser Anschauung in Geistiges auf. Aber man muß die Möglichkeit haben, die Welt wirklich geistig vorzustellen, zu wissen: Das ist nur etwas ganz Scheinbares, daß meine Arme und Hände, meine Füße und Beine der Erde übergeben werden. In Wirklichkeit beginnt da die Metamorphose meiner Arme und Beine, Hände und Füße und vollendet sich in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und meine Arme und Beine, Hände und Füße werden mein Kopf in der nächsten Inkarnation.
[ 25 ] In short, when we begin to think about realities, we arrive at a dissolution of what is commonly called the physical world. For this physical world exists because the spirits of the higher hierarchies interweave their thoughts, and therefore—please imagine: finely dispersed droplets of water flow into something and form a dense mist—your body, too, appears as a shadow-like form, because the thoughts of the spirits of form penetrate the thoughts of the spirits of wisdom, and the thoughts of form enter into the thoughts of matter. From this perspective, the entire world dissolves into the spiritual. But one must be able to truly envision the world spiritually, to know: This is merely an illusion—that my arms and hands, my feet and legs, are being surrendered to the earth. In reality, the metamorphosis of my arms and legs, hands and feet begins there and is completed in the life between death and a new birth, and my arms and legs, hands and feet will become my head in the next incarnation.
[ 26 ] Ich habe Ihnen mancherlei jetzt gesprochen, was Sie wenigstens in der Form vielleicht etwas sonderbar berührt hat. Aber was ist denn das schließlich, was wir da besprochen haben, anderes, als daß wir vom scheinbaren Menschen aufsteigen zum wahren Menschen, von dem, was äußerlich in der Maja lebt, aufsteigen zu der Stufenfolge der Hierarchien? Nur wenn man das tut, kann man in einer reifen Form heute davon sprechen, daß der Mensch in sich wissen darf ein sogenanntes höheres Selbst. Wenn man bloß deklamiert von dem höheren Selbst, wenn man bloß sagt: Ich fühle in mir ein höheres Selbst — da ist dieses höhere Selbst ein reines leeres Abstraktum, da hat es keinen Inhalt; denn das gewöhnliche Selbst gehört der Maja an, ist also selbst Maja. Das höhere Selbst hat nur einen Sinn, wenn man von ihm spricht gegenüber der Welt der höheren Hierarchien. Vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf die Welt Rücksicht zu nehmen, die da besteht aus den Geistern der Form und den Engeln, Erzengeln und so weiter, vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf diese Welt Rücksicht zu nehmen, bedeutet: man spricht von leeren Abstraktionen, bedeutet zugleich: man spricht nicht von demjenigen, was da lebt im Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so wie wir hier mit Tieren, Pflanzen und Mineralien leben, so leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den Reichen der höheren Hierarchien, von denen wir oftmals gesprochen haben. Nur wenn man sich nach und nach diesen Vorstellungen und Begriffen nähert, dann — wir werden davon erst vielleicht in acht Tagen sprechen —, dann kommt man zu einer Annäherung an so etwas, was Antwort geben kann auf die Frage: Warum sterben manche Menschen als junge Kinder, warum manche im höchsten Alter, andere dazwischen ?
[ 26 ] I have spoken to you about various things just now that may have struck you as somewhat strange, at least in their form. But what, after all, is what we have been discussing other than our ascent from the apparent human being to the true human being, from that which lives outwardly in Maya to the successive levels of the hierarchies? Only by doing this can one speak today, in a mature way, of the fact that the human being may know within themselves a so-called higher self. If one merely declaims about the higher self, if one merely says, “I feel a higher self within me”—then this higher self is a pure, empty abstraction; it has no content; for the ordinary self belongs to Maya and is therefore Maya itself. The higher self has meaning only when one speaks of it in relation to the world of the higher hierarchies. To speak of the higher self without taking into account the world that consists of the spirits of form and the angels, archangels, and so on—to speak of the higher self without taking this world into account—means speaking of empty abstractions; it also means not speaking of that which lives within the human being between death and a new birth. For just as we live here with animals, plants, and minerals, so do we live between death and a new birth with the realms of the higher hierarchies, of which we have often spoken. Only by gradually approaching these ideas and concepts—we may speak of this in about eight days—can one come close to something that can answer the question: Why do some people die as young children, why do some die at a very advanced age, and why do others die in between?
[ 27 ] Was ich Ihnen jetzt skizzenhaft dargestellt habe, sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Es sind ja wahrhaftig nicht abstrakte Begriffe, die ich Ihnen dargestellt habe, es sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Diese konkreten Begriffe, sie gab es, allerdings für ein mehr atavistisches Anschauen, in den alten Mysterien. Sie sind für das menschliche Anschauen verlorengegangen von dem 8. vorchristlichen Jahrhundert an; sie müssen durch eine Vertiefung in der Auffassung des Christus-Wesens wiederum gewonnen werden. Das kann nur auf geisteswissenschaftlichem Wege geschehen.
[ 27 ] What I have just outlined for you are concrete concepts of the realities of the world. These are truly not abstract concepts that I have presented to you; they are concrete concepts of the realities of the world. These concrete concepts did exist—albeit within a more atavistic mode of perception—in the ancient mysteries. They were lost to human perception beginning in the 8th century B.C.; they must be regained through a deepening of our understanding of the Christ Being. This can only be achieved through the path of spiritual science.
[ 28 ] Verschaffen wir uns von einem gewissen Gesichtspunkte aus noch einmal eine Art Vorstellung von der Menschheitsevolution. Wir wollen jetzt sehr, sehr wichtige Begriffe ins Auge fassen. Da kann man sagen: Wenn man zurückgeht in der Menschheitsentwickelung, da kommt man — ich habe ja das öfter dargestellt — darauf, daß in alten Zeiten die Menschen mehr Gruppenseelen hatten und sich dann erst die individuellen Seelen hineingliederten in das Gruppenseelentum. Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen. Dann könnte man schematisch die Entwickelung der Menschheit so darstellen, daß man sagt: In alten Zeiten gab es Gruppenseelen; jede dieser Gruppenseelen spaltete sich wiederum — das würde für eine bloße seelische Anschauung sein, für eine geistige wäre es etwas anders —, aber jede solche Seele umkleidet sich mit einem Leibe, den ich hier in der Form mit einem roten Strich andeute (siehe Zeichnung Seite 114).
[ 28 ] Let us once again try to form a kind of picture of human evolution from a certain perspective. We now want to focus on some very, very important concepts. One could say: If we look back at human development, we come to the conclusion—as I have often described—that in ancient times, people had more group souls, and only later did individual souls integrate into the group soul structure. You can read about this in various cycles. Then one could schematically depict the development of humanity as follows: In ancient times there were group souls; each of these group souls in turn split off—this would be a purely psychological view; from a spiritual perspective, it would be somewhat different—but each such soul clothe itself in a body, which I indicate here with a red line (see drawing on page 114).
[ 29 ] Diese Zeichnung oder etwas ähnliches wie diese Zeichnung hat man noch bis in die Pythagoräische Schule hinein immer gemacht, indem man gesagt hat: Seht ihr die Leiber an, den Leibern nach sind die Menschen getrennt, jeder für sich ein Leib — daher sind die roten Striche hier isoliert —, den Seelen nach findet man aber eine Einheit der Menschheit, indem man hinaufgeht bis zur Gruppenseele, die allerdings weit zurückliegt. — Man hat eine Einheit. Wenn Sie sich das Rote wegdenken, so bildet das heller Schraffierte eine einheitliche Figur.
[ 29 ] This drawing—or something similar to it—continued to be made right up into the Pythagorean school, with the explanation that: Look at the bodies; in terms of their bodies, human beings are separate—each one a body in and of itself—which is why the red lines here are isolated—but in terms of their souls, one finds a unity of humanity by ascending to the group soul, which, however, lies far in the past. — There is a unity. If you imagine the red lines removed, the lighter hatched area forms a single, unified figure.


[ 30 ] Aber es hat nur einen Sinn, über diese Figur zu sprechen, wenn man zuerst von dem Geistigen so gesprochen hat, wie wir es heute getan haben; denn dann weiß man, was in diesen Seelen alles mitwirkt, wie die höheren Hierarchien mitwirken an diesem Seelischen. Es hat keinen Sinn, von dieser Figur zu sprechen, wenn man nicht im Hinblick auf die Hierarchien spricht. So hat man auch gesprochen bis in die Pythagoräische Schule herein, und aus den Pythagoräischen Schulen hat wiederum Apollonius dasjenige gelernt, wovon ich gestern gesprochen habe, von dem ich in der nächsten Woche weiter sprechen werde. Dann aber, seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert — schon die Pythagoräischen Schulen waren Nachzügler —, hat sich die Möglichkeit, so zu sprechen, verloren. Und allmählich sind die Begriffe, die konkret sind, die wirklich sind, wenn sie sich auf die höheren Hierarchien beziehen, den Leuten konfus geworden, verschwommen geworden. Und so ist ihnen statt der Welt der Engel, Erzengel, Urkräfte, Formen, Bewegungen, Weisheiten, Throne, statt all diesem konkreten Geistweben ist ihnen ein Begriff gekommen, der nun schon in der griechischen Anschauung eine gewisse Rolle spielt: der Begriff des Pneuma, in dem alles durcheinander schwimmt. Pneuma, allgemeiner Geist — dieser verschwommene Begriff, den noch heute die Pantheisten lieben: Geist, Geist, Geist, Geist! Ich habe öfter davon gesprochen, daß die Pantheisten überall den Geist hinsetzen. Aber das geht schon im griechischen Leben auf. Da hat man wieder diese Figur gezeichnet; aber Sie sehen: Was früher konkret war — die Fülle der Gottheiten —, ist zum abstrakten Begriff geworden, ist zum Pneuma geworden. Das Weiße ist das Pneuma, das Rote ist die physische Materie (siehe Zeichnung Seite 114), wenn man die Menschenevolution in Betracht zieht. Aber von diesem Pneuma, von dem haben die Griechen wenigstens noch eine Anschauung gehabt, denn sie haben immerhin noch etwas Aurisches gesehen; so daß also das, was sie sich da in dem weißen Gezweige vorstellten, für sie noch etwas Aurisches, also etwas wirklich Anschauliches war. Das ist die große Bedeutung des Überganges vom Griechentum ins Römertum, daß die Griechen in ihrer Anschauung noch das Pneuma als wirkliches Geistiges erlebt haben, die Römer nicht mehr. Bei den Römern ist es schon ganz abstrakt geworden, vollständige Abstraktion geworden, bloße Begriffe. Die Römer sind das Volk der abstrakten Begriffe.
[ 30 ] But it only makes sense to speak of this figure if one has first spoken of the spiritual in the way we have done today; for then one knows what is at work within these souls, how the higher hierarchies are at work in this soul life. It makes no sense to speak of this figure unless one speaks in relation to the hierarchies. This was also the way of speaking right up to the Pythagorean School, and it was from the Pythagorean Schools that Apollonius, in turn, learned what I spoke of yesterday—and about which I will speak further next week. But then, since the 8th century B.C.—even the Pythagorean schools were latecomers—the ability to speak in this way was lost. And gradually, the concepts that are concrete, that are real when they refer to the higher hierarchies, have become confused and blurred for people. And so, instead of the world of angels, archangels, primal forces, forms, movements, wisdoms, and thrones—instead of all this concrete weaving of the spirit—a concept has emerged for them that already plays a certain role in the Greek worldview: the concept of the pneuma, in which everything floats in a jumble. Pneuma, the universal spirit—this vague concept that pantheists still love today: spirit, spirit, spirit, spirit! I have often spoken of how pantheists place the spirit everywhere. But this trend is already evident in Greek life. There, this figure has been drawn once again; but you see: what was once concrete—the multitude of deities—has become an abstract concept, has become the Pneuma. The white represents the Pneuma, the red represents physical matter (see drawing on page 114), when one considers human evolution. But the Greeks at least still had a conception of this Pneuma, for they still perceived something auric; so that what they imagined in those white branches was, for them, still something auric—that is, something truly perceptible. This is the great significance of the transition from Greek to Roman culture: that the Greeks, in their conception, still experienced the Pneuma as something truly spiritual, whereas the Romans no longer did. For the Romans, it had already become entirely abstract—complete abstraction, mere concepts. The Romans are the people of abstract concepts.
[ 31 ] Meine lieben Freunde, in der neueren Zeit finden Sie in der Naturwissenschaft wiederum dasselbe Schema! Sie können es heute in materialistischen naturwissenschaftlichen Büchern aufschlagen: da finden Sie ganz genau dieses Schema, das Sie in den alten Mysterien aufgezeichnet gefunden haben, in den Pythagoräischen Schulen, wo alles noch auf die Hierarchien bezüglich war. Sie haben es bei den Griechen, wo es auf das Pneuma bezüglich war; Sie finden es heute wieder gezeichnet. Wir werden sehen, was es heute ist. Heute sagt der Naturforscher, indem er diese selbe Zeichnung seinen Schülern auf die Tafel zeichnet: Indem das Menschengeschlecht sich fortpflanzt, geht die Keimsubstanz der Eltern über auf die Kinder; ein Teil der Keimsubstanz bleibt aber so erhalten, daß er in der nächsten Generation wiederum auf die Kinder übergehen kann, und von dem bleibt wiederum ein Teil so, daß er wieder auf die Kinder übergehen kann, während ein anderer Teil der Keimsubstanz die Zellen des physischen Leibes bildet. — Sie haben ganz dasselbe Schema, nur sieht der heutige Naturforscher in dem Weißen (siehe Zeichnung) die Kontinuität der Keimsubstanz. Er sagt: Wenn wir zu den alten Menschenvorfahren hinaufgehen und ihre Keimsubstanz nehmen, die männliche und die weibliche Keimsubstanz nehmen, und gehen zu den jetzigen Menschen herunter und nehmen ihre jetzige Keimsubstanz, so ist das ein einziger Strom; die Keimsubstanz ist kontinuierlich. Es bleibt immer in der Keimsubstanz etwas ewig — so stellt es sich der Naturforscher vor — und nur gewissermaßen die Hälfte des Keimplasmas geht über in die andere Körperlichkeit. — Der Naturforscher hat wiederum dieselbe Figur, nur hat er jetzt nicht mehr das Pneuma, sondern das Weiße, das ist ihm jetzt die materielle Keimsubstanz. Es ist nichts Seelisch-Geistiges mehr, es ist ihm die materielle Keimsubstanz. Das können Sie bei den heutigen Naturforschern lesen, das nimmt man heute an als eine große, bedeutsame Enntdeckung. Das ist Materialisierung einer hochgeistigen Vorstellung, indem sie durch die Abstraktion durchgegangen ist; der abstrakte Begriff steht mitten drinnen. Und drollig ist es, daß ein Naturgelehrter der neueren Zeit ein Buch geschrieben hat — für jemanden, der ordentlich denken kann, ist es drollig —, in welchem er geradezu sagt: Was die Griechen sich noch unter Pneuma vorgestellt haben, ist heute die kontinuierlich bleibende Keimsubstanz. — Ja, es ist närrisch, aber es ist heute hohe Weisheit.
[ 31 ] My dear friends, in modern times you will find the very same pattern in the natural sciences! You can look it up today in materialistic science textbooks: there you will find exactly this same pattern that you found recorded in the ancient mysteries, in the Pythagorean schools, where everything was still related to the hierarchies. You find it among the Greeks, where it was related to the pneuma; you find it depicted again today. We will see what it is today. Today, the natural scientist says, as he draws this same diagram on the blackboard for his students: As the human race reproduces, the germ substance of the parents is passed on to the children; but a part of the germ substance is preserved in such a way that it can be passed on to the children in the next generation, and of that, another part is preserved in such a way that it can be passed on to the children again, while another part of the germ substance forms the cells of the physical body. — They follow exactly the same pattern; it is just that today’s naturalist sees the continuity of the germ substance in the white area (see diagram). He says: If we go back to our ancient human ancestors and take their germ plasm—the male and female germ plasm—and then go down to present-day humans and take their current germ plasm, this forms a single stream; the germ plasm is continuous. There is always something eternal in the germ substance—so the natural scientist imagines it—and only, so to speak, half of the germ plasma passes over into the other physical form. — The natural scientist has the same concept again, only now he no longer has the pneuma, but the white substance; that is now, for him, the material germ substance. It is no longer anything soul-spiritual; for him, it is the material germ substance. You can read about this in the works of today’s natural scientists; it is regarded today as a great, significant discovery. This is the materialization of a highly spiritual concept through the process of abstraction; the abstract concept lies at the very heart of it. And it is amusing that a modern natural scientist has written a book—for anyone capable of thinking clearly, it is amusing—in which he states outright: What the Greeks still conceived of as “pneuma” is today the continuously persisting germ substance. — Yes, it is foolish, but today it is regarded as profound wisdom.
[ 32 ] Aber Sie sehen daraus eines: die Zeichnung macht es nicht! Und Sie werden daraus begreifen, warum ich immer in einer gewissen Weise mich gewendet habe gegen das Aufzeichnen von Schemen, solange wir noch versuchten, unsere Anthroposophie durch die Theosophische Gesellschaft durchzutragen. Man brauchte nur in irgendeinen theosophischen Zweig einzutreten: die Wände waren in der Regel behängt mit allerlei solchen Schemen. Da war alles mögliche aufgezeichnet, da standen dann Worte dabei, und da waren ganze Stammbäume und alles mögliche aufgezeichnet. Aber auf diese Zeichnungen kommt es nicht an, sondern es kommt darauf an, daß man wirklich zu dem lebendigen Vorstellen gehen kann; denn die Zeichnung kann ganz dieselbe sein, ob Sie sie als Ausfluß der Hierarchien, Geistig-Seelisches sich vorstellen, oder ob Sie sich das kontinuierliche Keimplasma, eine reine Materie, vorstellen. Diese Dinge verschwimmen dem heutigen Menschen. Daher ist es so wichtig, sich klar darüber zu sein, wie der Grieche noch etwas gewußt hat von dem realen Selbst im Menschen, von dem realen Geistigen, und wie das beim Römer in den abstrakten Begriff übergegangen ist. Sie können das an Äußerlichkeiten sehen. Indem der Grieche von seinen Göttern redet, redet er so, daß man ganz genau sieht: der Grieche denkt sich noch konkrete Figuren hinter den Göttern. Beim Römer sind die Götter im Grunde nur noch Namen, nur Bezeichnungen, sind Abstraktionen und werden immer mehr Abstraktionen. Beim Griechen war immer noch eine gewisse Vorstellung vorhanden, daß in dem Menschen, der hier steht, die Hierarchien leben, und in jedem Menschen verschieden die Hierarchien leben. Der Grieche nahm den Menschen seiner Realität nach, und wenn er sprach: Das ist der Alkibiades, das ist der Sokrates, das ist der Plato —, so hatte er noch den Begriff: da in den Alkibiades, in den Sokrates, in den Plato, da ragen herein die kosmischen Gedanken der Hierarchien in verschiedener Weise, und dadurch, daß da die kosmischen Gedanken in verschiedener Weise hereinragen, treten so verschiedene Figuren auf.
[ 32 ] But you can see one thing from this: the drawing isn’t the point! And you will understand from this why I have always, in a certain way, opposed the drawing of diagrams as long as we were still trying to carry out our anthroposophy through the Theosophical Society. All one had to do was walk into any theosophical branch: the walls were usually covered with all sorts of such diagrams. All manner of things were depicted there, with words accompanying them, and there were entire family trees and all sorts of other things drawn. But these drawings are not what matters; what matters is that one can truly arrive at a living conception; for the drawing can be exactly the same, whether you imagine it as an outflow of the hierarchies—spiritual-soul elements—or whether you imagine it as the continuous germ plasma, a pure matter. These distinctions are blurred for people today. That is why it is so important to be clear about how the Greeks still knew something of the real self within the human being, of the real spiritual, and how this, in the case of the Romans, gave way to abstract concepts. You can see this in outward expressions. When the Greeks speak of their gods, they do so in a way that makes it perfectly clear: the Greeks still conceive of concrete figures behind the gods. For the Romans, the gods are essentially nothing more than names, mere designations; they are abstractions and are becoming increasingly abstract. The Greeks still held a certain conception that the hierarchies live within the human being standing here, and that these hierarchies live differently within each person. The Greeks perceived human beings in their reality, and when they said: “That is Alcibiades, that is Socrates, that is Plato”—they still held the concept that within Alcibiades, within Socrates, within Plato, the cosmic ideas of the hierarchies extend in various ways, and because these cosmic ideas extend in various ways, different figures emerge.
[ 33 ] Das ging beim Römer verloren. Daher bildete sich beim Römer ein System von Begriffen aus, das sein Extrem darinnen hat, daß von Augustus an — eigentlich schon früher — der römische Cäsar selber als Gott galt. Die Gottheit war allmählich verabstrahiert, und der römische Cäsar war selber ein Gott, weil der Begriff vollständig abstrakt geworden war. Aber so abstrakt wurden auch die andern Begriffe. So abstrakt wurden namentlich die Begriffe, die als Rechtsbegriffe, als moralische Begriffe das römische Wesen durchsetzten, und so trat an die Stelle von alten Lebendigkeiten eine Summe von Abstraktionen. Und diese Summe von Abstraktionen, die ist als Erbschaft geblieben durch das ganze Mittelalter hindurch, ist auf die neuere Zeit heraufgekommen, ist bis in das 19. Jahrhundert herein als Erbschaft geblieben: abstrakte Begriffe, die überall hineingetragen werden.
[ 33 ] This was lost on the Romans. Consequently, a system of concepts developed among the Romans that reached its extreme in the fact that, from the time of Augustus onward—and in fact even earlier—the Roman Caesar himself was regarded as a god. Divinity had gradually become increasingly abstract, and the Roman Caesar was himself a god because the concept had become entirely abstract. But the other concepts also became just as abstract. In particular, the concepts that permeated Roman society as legal and moral concepts became highly abstract, and thus a sum of abstractions took the place of the old, living realities. And this sum of abstractions—which remained as a legacy throughout the entire Middle Ages, carried over into modern times, and persisted as a legacy well into the 19th century—consists of abstract concepts that permeate every sphere.
[ 34 ] Da kam etwas Überraschendes im 19. Jahrhundert. Unter den abstrakten Begriffen hat man den Menschen vollständig verloren gehabt. Der Grieche ahnte noch etwas von dem wirklichen Menschen, der aus dem Kosmos herein gebildet wird; durch das Römertum hindurch ist der Mensch verlorengegangen. Das 19. Jahrhundert war genötigt, ihn wieder zu entdecken durch alle die Verhältnisse, auf die ich Sie schon hingewiesen habe, auf die ich Sie noch genauer hinweisen werde. Und die Entdeckung des Menschen, die geschah jetzt von dem andern Pol aus. Das Griechentum hat sehen wollen den Menschen, der aus der Hierarchie kommt, den göttlichen Menschen; die Römer haben an die Stelle eine Reihe von abstrakten Begriffen gesetzt; das 19. Jahrhundert, schon das 18. Jahrhundert, aber namentlich das 19. Jahrhundert war genötigt, den Menschen von der andern Seite, von seiner Tierseite aus wieder zu entdecken. Und da konnte er jetzt nicht gefaßt werden mit diesen abstrakten Begriffen. Das war der große Schock. Und das ist der große Schock, das ist die tiefe Kluft, die entsteht: Was ist denn das eigentlich, was da auf zwei Beinen vor uns steht und mit den Händen fuchtelt und allerlei ißt und trinkt, was ist denn das? Die Griechen haben es noch gewußt; dann ist es in abstrakte Begriffe verwandelt worden. Jetzt überrascht es die Menschen im 19. Jahrhundert; da steht es, aber man hat keine Begriffe, es zu fassen. Man faßt es als bloßes höheres Tier auf: es wird auf der einen Seite der Darwinismus, naturwissenschaftlich, auf der andern Seite, im Geistigen, der Sozialismus, der den Menschen nur als Tier in die Sozietät hineinstellen will. Es ist der Mensch, der vor sich selber überrascht steht: Was ist denn das eigentlich? — und der ohnmächtig ist, diese Frage zu beantworten.
[ 34 ] Then something surprising happened in the 19th century. Amid all the abstract concepts, the concept of the human being had been completely lost. The Greeks still had a sense of the true human being, who is formed from within the cosmos; but throughout the Roman era, the human being was lost. The 19th century was compelled to rediscover the human being through all the circumstances to which I have already referred, and to which I will refer in greater detail. And this rediscovery of the human being now took place from the opposite pole. The Greeks sought to see the human being who comes from the hierarchy—the divine human being; the Romans replaced this with a series of abstract concepts; the nineteenth century—and indeed the eighteenth century, but especially the nineteenth century—was compelled to rediscover humanity from the other side, from its animal nature. And now it could no longer be grasped through these abstract concepts. That was the great shock. And that is the great shock, that is the deep chasm that arises: What, after all, is this thing standing before us on two legs, waving its hands, and eating and drinking all sorts of things—what is it? The Greeks still knew; then it was transformed into abstract concepts. Now it takes people in the 19th century by surprise; there it stands, but they have no concepts with which to grasp it. It is understood as merely a higher animal: on the one hand, there is Darwinism, from a natural scientific perspective; on the other hand, in the spiritual realm, there is socialism, which seeks to place human beings in society merely as animals. It is human beings who stand there, surprised by themselves: What is that, actually? — and who are powerless to answer this question.
[ 35 ] Das ist die Situation von heute, das ist die Situation, die nicht nur, je nachdem die Menschen es wollen, richtige oder unrichtige Begriffe schaffen wird, sondern die dazu berufen ist, katastrophale oder heilsame Tatsachen zu schaffen. Aber das ist sie, die Situation: der Schock, den der Mensch vor sich selber hat. Wiederum müssen die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen gefunden werden. Man wird sie nicht anders finden, als wenn man auf die Metamorphosenlehre eingeht. Da liegt der wesentliche Punkt. Die Metamorphosenbegriffe des Goetheanismus sind allein imstande, die fluktuierenden Erscheinungen zu fassen, welche sich dem Anschauen der Wirklichkeit darbieten.
[ 35 ] This is the situation today; it is a situation that will not only give rise to correct or incorrect concepts, depending on what people want, but is destined to bring about either catastrophic or salutary events. But this is the situation: the shock that human beings experience when faced with themselves. Once again, the elements necessary for understanding the spiritual human being must be found. They cannot be found except by delving into the doctrine of metamorphosis. Therein lies the essential point. The concepts of metamorphosis in Goetheanism alone are capable of grasping the fluctuating phenomena that present themselves to the observation of reality.
[ 36 ] Nun, nach dieser Richtung, möchte ich sagen, schob die geistige Entwickelung schon immer. Auch damals — ich habe das im «Reich» in einer Reihe von Aufsätzen über«Die chymische Hochzeit desChristian Rosenkreutz» angedeutet —, als im 17. Jahrhundert «Die chymische Hochzeit» und andere Schriften auf so wunderbare Weise veröffentlicht worden sind, da war schon das Bestreben, vorzusorgen, daß eine solche soziale Struktur, die der wahren Wesenheit des Menschen entspricht, unter die Menschen kommen sollte. Auf diese Weise ist ja «Die chymische Hochzeit des Christian Rosenkreutz» von dem sogenannten Valentin Andreae entstanden. Aber auf der andern Seite ist ja auch das Buch entstanden, das er nannte «Allgemeine Reformation der ganzen weiten Welt», wo er einen großen politischen Überblick gibt, wie die sozialen Verhältnisse werden sollen. Der Dreißigjährige Krieg hat die Sache hinweggefegt.
[ 36 ] Well, I would say that spiritual development has always been moving in this direction. Even back then—I alluded to this in *Reich* in a series of essays on “ The Chemical Wedding of Christian Rosenkreutz”—when *The Chemical Wedding* and other writings were published in such a wondrous way in the 17th century, there was already the aspiration to ensure that a social structure corresponding to the true nature of the human being would come into being among people. This is, in fact, how *The Chemical Wedding of Christian Rosenkreutz* came into being through the so-called Valentin Andreae. But on the other hand, there is also the book he called *General Reformation of the Whole Wide World*, in which he provides a broad political overview of how social conditions should be shaped. The Thirty Years’ War swept all of that away.
[ 37 ] Dort ist es der Dreißigjährige Krieg, der die Dinge hinweggefegt hat. Heute ist es möglich, daß die Weltordnung entweder dahin geht, die Dinge wirklich wiederum hinwegzufegen, oder aber sie in die Menschheitsentwickelung hineinzunehmen. Damit berühren wir die große Grundfrage der Gegenwart, mit der sich die Menschen beschäftigen sollten, statt mit all den sekundären Fragen, mit denen sich die Menschen heute beschäftigen. Würden sich die Menschen mit dieser Grundfrage beschäftigen, dann würden sie die Mittel und Wege finden, fruchtbare Begriffe in die heutige Wirklichkeit hineinzutragen; dann würde man meiden die abstrakten Begriffe.
[ 37 ] There, it was the Thirty Years’ War that swept everything away. Today, it is possible that the world order will either sweep things away once again, or incorporate them into the development of humanity. This brings us to the great fundamental question of our time, which people should be addressing instead of all the secondary issues that occupy them today. If people were to engage with this fundamental question, they would find the means and ways to bring fruitful concepts into today’s reality; then they would avoid abstract concepts.
[ 38 ] Es ist nicht so leicht, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Da muß man schon wirklich im Ernste und mit allem guten Willen ins Leben hinein wollen, nicht bei Programmen und bei Vorurteilen Halt machen wollen. Nach dieser Richtung könnte ich ja vieles erzählen. Ich will nur ein Faktum anführen: Im Beginne der neunziger Jahre, da traten eine Anzahl von Menschen zusammen in den verschiedensten Städten in Europa und machten wiederum einmal etwas Amerikanisches nach: nämlich die «Bewegung für ethische Kultur». Es war dazumal unter gewissen Intellektuellen alles darauf aus, «Gesellschaften für ethische Kultur» zu gründen. Die Leute haben sehr schöne Sachen vorgebracht, und wenn Sie heute noch die Aufsätze lesen, die dazumal von diesen Vertretern der «Gesellschaften für ethische Kultur» geschrieben worden sind, wenn Sie Sinn haben für — ja, butteriges Zeug, so werden Sie wahrscheinlich heute noch entzückt sein können von all den schönen, wunderschönen Idealen, in denen die Leute dazumal geschwelgt haben. Und es war wahrhaftig keine angenehme Aufgabe, sich gegen dieses Schwelgen in den butterigen Idealen zu wenden. Ich schrieb aber dazumal in einer der ersten Nummern der Zeitschrift «Die Zukunft» einen Artikel gegen dieses ganze butterige Zeug von der «ethischen Kultur», schimpfte mordsmäßig über diese «ethische Kultur. Es war selbstverständlich eine schändliche Tat, denn wie könnte es nicht etwas Schändliches sein, wenn man sich gegen etwas so Gutes wendet, wenn die Leute daran gehen, die ganze Welt zu ethisieren, durchzumoralisieren! Ich lebte dazumal in Weimar, kam aber einmal nach Berlin, sprach auch mit Herman Grimm; der sagte: Was wollen Sie denn eigentlich mit dieser «ethischen Kultur»? Gehen Sie doch hin zu den Leuten, Sie werden sehen: die in Berlin hier zusammenkommen, diese Ethiker sind lauter recht nette, liebe Leute. Man kann gegen sie gar nichts haben. Es sind Leute, die einem ganz sympathisch sein können, die einem ganz gut gefallen können. — Das war auch gar nicht zu leugnen, und für den damaligen Moment hatte selbstverständlich Herman Grimm ebenso recht wie ich. Äußerlich genommen hatte der eine ebenso recht für den Moment wie der andere; das eine ließ sich ebensogut beweisen wie das andere, und ich will gar nicht behaupten, daß rein logisch meine Gründe gegen die Ethiker besser waren als die Gründe, die die Ethiker vorgebracht haben. Aber aus all diesem Butteridealismus ist ja die gegenwärtige Katastrophe hervorgegangen, und nur diejenigen Menschen hatten recht und sind durch die Tatsachen gerechtfertigt, die dazumal gesagt haben: Mit all eurem Schwelgen und Reden von irgend solchen Butteridealen, durch die ihr allgemeinen Frieden und dergleichen und allgemeine Moral unter die Menschen bringen wollt, erzeugt ihr nichts anderes als das, was ich dann das soziale Karzinom genannt habe, was endlich in diese katastrophale Gegenwart hineinführen mußte. Die Zeit hat gezeigt, wer mit realen Begriffen arbeitete und wer mit bloßen Abstraktionen arbeitete. Nach dem bloßen abstrakten Charakter kann man gar nicht entscheiden, ob irgend jemand recht oder unrecht hat; das entscheidet bloß das, ob irgendein Begriff richtig sich hineinfügt in den Gang der Tatsachen oder nicht. Wenn ein Professor an seiner Universität heute Naturwissenschaft lehrt, dann kann er selbstverständlich wunderschön beweisen, logisch beweisen, daß das alles richtig ist, was er sagt. Das geht auch alles in die Löcher der Köpfe hinein; das darf ich ja natürlich im allerbesten Sinne heute sagen. Und siehe da, darum handelt es sich aber nicht, ob scheinbare gute logische Gründe dafür anzuführen sind, sondern: dieselben Gedanken dann in einen LeninKopf hineingesenkt, werden Bolschewismus. Was ein Gedanke in der Wirklichkeit wird, darauf kommt es an. Nicht darauf kommt es an, was man über ihn denken kann, was man über ihn abstrakt fühlen kann, sondern darauf, welche Kraft in der Wirklichkeit einen Gedanken bildet. Und wenn man diejenige Weltanschauung, von der am meisten in der neueren Zeit gesprochen worden ist, weil die andern ästhetisierend waren, wie ich gestern ausgeführt habe, wenn man den Sozialismus prüft, so handelt es sich heute nicht darum, sich nun hinzusetzen, um den Karl Marx oder Lassalle oder den Bernstein zu «ochsen», also deren Bücher zu studieren, diese Autoren zu studieren, sondern darum handelt es sich, ein Gefühl, eine lebendige Erfahrung dafür zu haben, was im Fortgang der Menschheit dann wird, wenn eine Anzahl von Menschen — solche Menschen, die an Maschinen stehen — diesen Gedanken haben. Darauf kommt es an, und nicht darauf, über die soziale Struktur der nächsten Zukunft die Gedanken zu haben, die man im landläufigen Gang der heutigen diplomatischen Schulung lehrt. Sondern jetzt ist die Zeit, wo es darauf ankommt, Gedanken wägen zu können, um sich die Frage beantworten zu können: Was will die Zeit in den nächsten Jahrzehnten? Es ist heute schon einmal die Zeit gekommen, wo die Bequemlichkeit nicht gestattet ist, auf den verschiedensten kurulischen Stühlen zu sitzen und bequem das Alte fortzupflegen, sondern die Zeit ist gekommen, wo die Menschheit den Schock vor sich selbst fühlen muß, und wo bei denen, die irgendwo verantwortlich sind für irgend etwas, der Gedanke auftauchen muß: Wie löst man diese Frage aus dem geistigen Leben heraus? Wir werden das nächste mal davon weiter sprechen.
[ 38 ] It is not so easy to distinguish reality from illusion. To do so, one must truly want to engage with life in earnest and with all good will, without getting bogged down in agendas and prejudices. I could tell many stories along these lines. I’ll just cite one fact: In the early 1890s, a number of people came together in various cities across Europe and once again imitated something American: namely, the “Movement for Ethical Culture.” At that time, certain intellectuals were all set on founding “Societies for Ethical Culture.” People put forward some very beautiful ideas, and if you read today the essays written back then by these representatives of the “Societies for Ethical Culture”—if you have a taste for, well, saccharine stuff—you’ll probably still be enchanted by all the beautiful, wonderful ideals in which people revelled back then. And it was truly no pleasant task to turn against this revelling in those saccharine ideals. But back then, in one of the first issues of the magazine *Die Zukunft*, I wrote an article against all this saccharine “ethical culture” nonsense, railing furiously against this “ethical culture.” It was, of course, a shameful act, for how could it not be shameful to turn against something so good, when people are setting out to “ethicize” the whole world, to impose morality on everything! I was living in Weimar at the time, but I went to Berlin once and spoke with Herman Grimm; he said: “What exactly do you want with this ‘ethical culture’? Go and talk to these people—you’ll see: the ones who gather here in Berlin, these ethicists, are all quite nice, lovely people. You can’t possibly have anything against them. They’re people you can find quite likable, who you can really warm to.” — That was undeniable, and at that moment, of course, Herman Grimm was just as right as I was. Outwardly speaking, one was just as right for the moment as the other; one position could be proven just as well as the other, and I don’t mean to claim that, purely logically, my arguments against the ethical culturalists were better than the arguments they put forward. But it is precisely from all this “butter idealism” that the current catastrophe has arisen, and the only people who were right—and have been vindicated by the facts—are those who said back then: With all your reveling and talk of such “butter ideals,” through which you seek to bring about universal peace and the like, as well as universal morality among people, you produce nothing other than what I then called the “social carcinoma,” which was bound to lead, ultimately, to this catastrophic present. Time has shown who worked with real concepts and who worked with mere abstractions. One cannot decide at all, based on mere abstract character, whether anyone is right or wrong; that is determined solely by whether a concept fits correctly into the course of events or not. If a professor teaches natural science at his university today, then he can, of course, prove beautifully—logically prove—that everything he says is correct. All of that goes right into people’s heads; of course, I can say that today in the very best sense of the word. And lo and behold, that is not the point at all—whether seemingly sound logical reasons can be cited for it—but rather: when those same thoughts are implanted into a Leninist mind, they become Bolshevism. What a thought becomes in reality—that is what matters. What matters is not what one might think about it or feel about it in the abstract, but rather what power actually shapes a thought in reality. And when one examines the worldview that has been discussed most in recent times—because the others were aestheticized, as I explained yesterday—when one examines socialism, the point today is not to sit down and “plow through” Karl Marx, Lassalle, or Bernstein, that is, to study their books and these authors, but rather to have a sense, a living experience of what will come to pass in the course of human history when a number of people—those who work at machines—hold this idea. That is what matters, and not speculating about the social structure of the near future as is commonly taught in today’s diplomatic training. Rather, now is the time when it is crucial to be able to weigh ideas in order to answer the question: What does the future hold in the coming decades? The time has already come when it is no longer permissible to sit comfortably in all sorts of armchairs and complacently carry on with the old ways; rather, the time has come when humanity must feel the shock of facing itself, and when the thought must arise in those who are responsible for something somewhere: How can this question be resolved from within spiritual life? We will continue discussing this next time.
