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Goetheanism
An Impulse for Transformation and a Concept of Resurrection
Human and Social Science
GA 188

1 February 1919, Dornach

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Elfter Vortrag

Elfter Vortrag

[ 1 ] Der Sozialismus ist der Meinung, daß dasjenige, was er sozialistische Wirtschaftsordnung nennt, eine unmittelbare und notwendige, ursachengemäße Fortsetzung sei dessen, was sich in der Wirtschaftsordnung innerhalb der letzten Jahrhunderte in der Entwickelung der Menschheit nach und nach ergeben hat. Gewissermaßen meint der, welcher heute der proletarisch-sozialistischen Lebensauffassung ist, daß die kapitalistische Wirtschaftsordnung von selbst übergehen müsse nach und nach in die sozialistische Wirtschaftsordnung, und dies aus dem einfachen Grunde, weil innerhalb dessen, was sich herausgebildet hat in den letzten Jahrhunderten durch den Kapitalismus, die sozialistische Wirtschaftsordnung gewissermaßen schon stecke. Manche sagen, um diesen Gedankengang, wie sie glauben, präzis charakterisieren zu können: Jede menschliche Ordnung, jede Lebensordnung enthält, wenn sie gewissermaßen in der Kulmination, auf dem Gipfel ihrer Entwickelung angelangt ist, dann schon den Keim für das Folgende.

[ 1 ] Der Sozialismus ist der Meinung, daß dasjenige, was er sozialistische Wirtschaftsordnung nennt, eine unmittelbare und notwendige, ursachengemäße Fortsetzung sei dessen, was sich in der Wirtschaftsordnung innerhalb der letzten Jahrhunderte in der Entwickelung der Menschheit nach und nach ergeben hat. Gewissermaßen meint der, welcher heute der proletarisch-sozialistischen Lebensauffassung ist, daß die kapitalistische Wirtschaftsordnung von selbst übergehen müsse nach und nach in die sozialistische Wirtschaftsordnung, und dies aus dem einfachen Grunde, weil innerhalb dessen, was sich herausgebildet hat in den letzten Jahrhunderten durch den Kapitalismus, die sozialistische Wirtschaftsordnung gewissermaßen schon stecke. Manche sagen, um diesen Gedankengang, wie sie glauben, präzis charakterisieren zu können: Jede menschliche Ordnung, jede Lebensordnung enthält, wenn sie gewissermaßen in der Kulmination, auf dem Gipfel ihrer Entwickelung angelangt ist, dann schon den Keim für das Folgende.

[ 2 ] Nun, äußerlich betrachtet, ich möchte sagen, statistisch betrachtet — und die Statistik lieben ja die sozialistischen Gelehrten ganz besonders — hat das, was ich eben auseinandergesetzt habe als sozialistische Ordnung, sehr viel für sich. Die moderne Technik hat nämlich auf gewissen Gebieten übergeführt — wir können summarisch den Vorgang in der folgenden Weise charakterisieren —, was früher ein überschaubarer, in der Obhut der menschlichen Individualität stehender Betrieb war, in den Großbetrieb. Man braucht nur auf die moderne Eisenindustrie als ein ganz hervorragendes Beispiel zu sehen, und man wird finden, daß diese moderne Eisenindustrie zusammenfassen mußte eine ganze Unsumme von Verrichtungen, die alle zuletzt dahin gipfeln, gewisse Produkte zu schaffen, die aber nur durch das Zusammenwirken komplizierter Vorgänge geschaffen werden können. Um solche Riesenbetriebe, wie sie das moderne Wirtschaftsleben herausgebildet hat, betreiben zu können, bedarf es großer Kapitalmassen, Kapitalanhäufungen, denen gegenüber das Wirtschaftsleben früherer Zeiten eine Lächerlichkeit gewesen wäre. In diesen Kapitalanhäufungen liegt nun aber auch für den einzelnen Besitzer oder für eine Gruppe von Besitzern solcher Riesenbetriebe die Möglichkeit, eine große Arbeiterschaft zu beschäftigen. Dadurch, daß die Betriebe sich ins Riesenhafte ausgedehnt haben, ist innerhalb der Betriebe zusammengebracht worden eine große Arbeiterschaft. Die Verkehrsverhältnisse haben außerdem noch dazu geführt, daß solche Riesenbetriebe nicht vereinzelt stehen können, weil sie die Konkurrenz nicht aushalten würden; daß sie in einer gewissen Weise sich zusammengeschlossen haben, wodurch noch größere Umfänge einer zusammengehörigen sozialen Gruppe von Unternehmern und Arbeitern geschaffen worden sind. So meint der sozialistische Gedanke der neueren Zeit, das Wirtschaftsleben selbst habe in einer gewissen Weise zur Sozialisierung geführt, und das, was nun die Begleiterscheinungen dieser Sozialisierung seien, das müsse notwendigerweise diesen ganzen Prozeß fortsetzen.

[ 2 ] Nun, äußerlich betrachtet, ich möchte sagen, statistisch betrachtet — und die Statistik lieben ja die sozialistischen Gelehrten ganz besonders — hat das, was ich eben auseinandergesetzt habe als sozialistische Ordnung, sehr viel für sich. Die moderne Technik hat nämlich auf gewissen Gebieten übergeführt — wir können summarisch den Vorgang in der folgenden Weise charakterisieren —, was früher ein überschaubarer, in der Obhut der menschlichen Individualität stehender Betrieb war, in den Großbetrieb. Man braucht nur auf die moderne Eisenindustrie als ein ganz hervorragendes Beispiel zu sehen, und man wird finden, daß diese moderne Eisenindustrie zusammenfassen mußte eine ganze Unsumme von Verrichtungen, die alle zuletzt dahin gipfeln, gewisse Produkte zu schaffen, die aber nur durch das Zusammenwirken komplizierter Vorgänge geschaffen werden können. Um solche Riesenbetriebe, wie sie das moderne Wirtschaftsleben herausgebildet hat, betreiben zu können, bedarf es großer Kapitalmassen, Kapitalanhäufungen, denen gegenüber das Wirtschaftsleben früherer Zeiten eine Lächerlichkeit gewesen wäre. In diesen Kapitalanhäufungen liegt nun aber auch für den einzelnen Besitzer oder für eine Gruppe von Besitzern solcher Riesenbetriebe die Möglichkeit, eine große Arbeiterschaft zu beschäftigen. Dadurch, daß die Betriebe sich ins Riesenhafte ausgedehnt haben, ist innerhalb der Betriebe zusammengebracht worden eine große Arbeiterschaft. Die Verkehrsverhältnisse haben außerdem noch dazu geführt, daß solche Riesenbetriebe nicht vereinzelt stehen können, weil sie die Konkurrenz nicht aushalten würden; daß sie in einer gewissen Weise sich zusammengeschlossen haben, wodurch noch größere Umfänge einer zusammengehörigen sozialen Gruppe von Unternehmern und Arbeitern geschaffen worden sind. So meint der sozialistische Gedanke der neueren Zeit, das Wirtschaftsleben selbst habe in einer gewissen Weise zur Sozialisierung geführt, und das, was nun die Begleiterscheinungen dieser Sozialisierung seien, das müsse notwendigerweise diesen ganzen Prozeß fortsetzen.

[ 3 ] Die Fortsetzung würde darinnen bestehen, daß nun nicht mehr der einzelne Unternehmer in weitem Umfange eine Arbeitsgemeinschaft zusammenbrächte, sondern daß die Gemeinwesen, Staat, Kommune, Genossenschaften die Unternehmer selbst werden, so daß gewissermaßen nur der Sozialisierungsprozeß, der durch das moderne technisch-wirtschaftliche Leben schon eingetreten ist, in einer geregelten Weise fortgesetzt werde.

[ 3 ] Die Fortsetzung würde darinnen bestehen, daß nun nicht mehr der einzelne Unternehmer in weitem Umfange eine Arbeitsgemeinschaft zusammenbrächte, sondern daß die Gemeinwesen, Staat, Kommune, Genossenschaften die Unternehmer selbst werden, so daß gewissermaßen nur der Sozialisierungsprozeß, der durch das moderne technisch-wirtschaftliche Leben schon eingetreten ist, in einer geregelten Weise fortgesetzt werde.

[ 4 ] Nun wirkt im Grunde genommen der Gedanke, den ich soeben geäußert habe, mit einer ungeheuren suggestiven Kraft auf das moderne Proletariat. Dieses moderne Proletariat muß von dem, der die Verhältnisse wirklich restlos ins Auge fassen will, auch hinsichtlich seiner Seelenverfassung betrachtet werden. Und da zeigt sich wirklich, daß solche Gedanken eine außerordentlich starke suggestive Kraft auf das moderne Proletariat haben. Diese suggestive Kraft beruht darauf, daß sich in der "Tat der moderne Arbeiter ausgeliefert glaubt dem Unternehmertum, und daß er glaubt, dieser Auslieferung nur dadurch zu entkommen, daß er das, was der Unternehmer besorgt, selbst mitbesorgt.

[ 4 ] Nun wirkt im Grunde genommen der Gedanke, den ich soeben geäußert habe, mit einer ungeheuren suggestiven Kraft auf das moderne Proletariat. Dieses moderne Proletariat muß von dem, der die Verhältnisse wirklich restlos ins Auge fassen will, auch hinsichtlich seiner Seelenverfassung betrachtet werden. Und da zeigt sich wirklich, daß solche Gedanken eine außerordentlich starke suggestive Kraft auf das moderne Proletariat haben. Diese suggestive Kraft beruht darauf, daß sich in der "Tat der moderne Arbeiter ausgeliefert glaubt dem Unternehmertum, und daß er glaubt, dieser Auslieferung nur dadurch zu entkommen, daß er das, was der Unternehmer besorgt, selbst mitbesorgt.

[ 5 ] Nun liegt es in der Natur der neueren Menschheit — und es wird dieses durch die verschiedensten Gründe bewirkt —, sich einseitigen Gedanken gerne hinzugeben. Heilung für mancherlei Verhältnisse wird nur dadurch kommen, daß man abläßt von diesem Hange, sich einseitigen Gedanken hinzugeben und daß man lernt, die Dinge allseitig zu betrachten. So die Entwickelung des modernen kapitalistisch-technischen Wirtschaftslebens mit seiner Kulmination nach der Sozialisierung betrachten, heißt eigentlich nichts anderes, als die modernen, naturwissenschaftlich tauglichen Gedankenformen auf das Wirtschaftsleben anwenden. Von einem andern Gesichtspunkte aus habe ich Ihnen diese Tatsache gestern auseinandergesetzt.

[ 5 ] Nun liegt es in der Natur der neueren Menschheit — und es wird dieses durch die verschiedensten Gründe bewirkt —, sich einseitigen Gedanken gerne hinzugeben. Heilung für mancherlei Verhältnisse wird nur dadurch kommen, daß man abläßt von diesem Hange, sich einseitigen Gedanken hinzugeben und daß man lernt, die Dinge allseitig zu betrachten. So die Entwickelung des modernen kapitalistisch-technischen Wirtschaftslebens mit seiner Kulmination nach der Sozialisierung betrachten, heißt eigentlich nichts anderes, als die modernen, naturwissenschaftlich tauglichen Gedankenformen auf das Wirtschaftsleben anwenden. Von einem andern Gesichtspunkte aus habe ich Ihnen diese Tatsache gestern auseinandergesetzt.

[ 6 ] Nun aber, wenn man rein naturwissenschaftlich betrachtet, so wie die naturwissenschaftliche Gedankenform in der neueren Zeit geworden ist, dann bleiben aus einer solchen Betrachtungsweise gewisse Impulse notwendig fort. Natürlich, wenn man solche Dinge auseinandersetzt, muß man mancherlei sagen, das, wenn es mißverstanden wird, leicht anfechtbar ist. Sie wissen aber, welche Methoden notwendig sind gerade in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung, und werden sich daher auch überzeugt halten davon, daß das Folgende auch nur eine Beleuchtung von einer Seite ist, aber eine Beleuchtung von einer Seite, die man braucht.

[ 6 ] Nun aber, wenn man rein naturwissenschaftlich betrachtet, so wie die naturwissenschaftliche Gedankenform in der neueren Zeit geworden ist, dann bleiben aus einer solchen Betrachtungsweise gewisse Impulse notwendig fort. Natürlich, wenn man solche Dinge auseinandersetzt, muß man mancherlei sagen, das, wenn es mißverstanden wird, leicht anfechtbar ist. Sie wissen aber, welche Methoden notwendig sind gerade in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung, und werden sich daher auch überzeugt halten davon, daß das Folgende auch nur eine Beleuchtung von einer Seite ist, aber eine Beleuchtung von einer Seite, die man braucht.

[ 7 ] Die rein naturwissenschaftliche Betrachtungsweise, welche die Erscheinungen bloß nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung betrachtet, ist im Grunde sowohl auf den gesunden als auch auf den kranken Organismus anwendbar. Sie können den gesunden Organismus physiologisch betrachten, und Sie werden, wenn Sie stehenbleiben wollen bei dem, was die moderne Naturwissenschaft besonders liebt, überall den Zusammenhang von Ursache und Wirkung konstatieren können. Sie können aber geradeso, wenn Sie bei dieser Abstraktion — Zusammenhang von Ursache und Wirkung — stehenbleiben, den kranken Organismus pathologisch betrachten. Auch in dem kranken Organismus hängt alles nach Ursache und Wirkung zusammen. Und legt man einseitig, abstrakt nur zugrunde eine nach Ursache und Wirkung orientierte Folge der Ereignisse, dann bleibt der Impuls, den man auf der einen Seite als gesunden, auf der andern Seite als kranken Impuls bezeichnen muß, notwendigerweise fort. Er fällt heraus aus der Betrachtungsweise. Das ist für die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise mit Bezug auf die Aufgaben, welche die Naturwissenschaft zunächst in der neueren Zeit sucht, nicht weiter schlimm. Das wird aber schlimm, wenn man dieselbe Denkweise anwenden will auf die sozialen Vorgänge, denn da läßt sich nicht aus dem Werdeprozeß der Menschheit einfach der Unterschied zwischen dem Gesunden und dem Kranken ausschließen. Das läßt sich nicht tun. Und das ist es, was zunächst hauptsächlich betont werden muß, daß, so wie die Menschen heute vor den durch die Wirklichkeit so brennend gewordenen sozialen Fragen stehen, ihnen eben durchaus fehlt die Möglichkeit, ein Urteil zu gewinnen, ob irgend etwas ein gesunder oder kranker Prozeß ist, ob irgend etwas gefördert werden muß oder geheilt werden muß. Deshalb, könnte man sagen, liegt eine solche Tragik über der modernen Menschheit, weil gerade dieser Unterschied, den ich eben annähernd charakterisiert habe, fehlt.

[ 7 ] Die rein naturwissenschaftliche Betrachtungsweise, welche die Erscheinungen bloß nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung betrachtet, ist im Grunde sowohl auf den gesunden als auch auf den kranken Organismus anwendbar. Sie können den gesunden Organismus physiologisch betrachten, und Sie werden, wenn Sie stehenbleiben wollen bei dem, was die moderne Naturwissenschaft besonders liebt, überall den Zusammenhang von Ursache und Wirkung konstatieren können. Sie können aber geradeso, wenn Sie bei dieser Abstraktion — Zusammenhang von Ursache und Wirkung — stehenbleiben, den kranken Organismus pathologisch betrachten. Auch in dem kranken Organismus hängt alles nach Ursache und Wirkung zusammen. Und legt man einseitig, abstrakt nur zugrunde eine nach Ursache und Wirkung orientierte Folge der Ereignisse, dann bleibt der Impuls, den man auf der einen Seite als gesunden, auf der andern Seite als kranken Impuls bezeichnen muß, notwendigerweise fort. Er fällt heraus aus der Betrachtungsweise. Das ist für die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise mit Bezug auf die Aufgaben, welche die Naturwissenschaft zunächst in der neueren Zeit sucht, nicht weiter schlimm. Das wird aber schlimm, wenn man dieselbe Denkweise anwenden will auf die sozialen Vorgänge, denn da läßt sich nicht aus dem Werdeprozeß der Menschheit einfach der Unterschied zwischen dem Gesunden und dem Kranken ausschließen. Das läßt sich nicht tun. Und das ist es, was zunächst hauptsächlich betont werden muß, daß, so wie die Menschen heute vor den durch die Wirklichkeit so brennend gewordenen sozialen Fragen stehen, ihnen eben durchaus fehlt die Möglichkeit, ein Urteil zu gewinnen, ob irgend etwas ein gesunder oder kranker Prozeß ist, ob irgend etwas gefördert werden muß oder geheilt werden muß. Deshalb, könnte man sagen, liegt eine solche Tragik über der modernen Menschheit, weil gerade dieser Unterschied, den ich eben annähernd charakterisiert habe, fehlt.

[ 8 ] Wenn man die moderne, seit drei oder vier Jahrhunderten gehende Entwickelung der Menschheit ins Auge faßt, wenn man namentlich verfolgt, wie sich das, was Kapitalismus genannt wird, entwickelt hat, dann muß man auch noch einen andern Gesichtspunkt als den der Zusammendrängung der Betriebe in Großbetriebe und ähnliches ins Auge fassen. Man muß zum Beispiel die Frage durchgreifend stellen: Wie steht eigentlich die kapitalistische Produktionsweise im gesamten Gesellschaftsprozeß der Menschheit drinnen? Man kann darüber eigentlich nur ein Urteil gewinnen, wenn man die moderne kapitalistische Produktionsweise mit Bezug auf einen gewissen Gesichtspunkt mit der Produktionsweise des ehemaligen Handwerkers vergleicht. Der ehemalige Handwerker, er fertigte seine Produkte, er lieferte seine Produkte an den Konsumenten, und durch die Bezahlung seiner Produkte war er in die Möglichkeit versetzt, seinerseits zu leben. Verfolgt man ein solches Handwerkerleben, verfolgt man überhaupt das Produktionsleben früherer Jahrhunderte, namentlich bis etwa zum Jahre 1300, so findet man, daß die Menschen sich haben bezahlen lassen oder Waren eingetauscht haben meinetwillen für das, was sie produziert haben. Für das, was sie produziert haben, verschaffen sie sich dasjenige, was zu ihrem Lebensunterhalte notwendig war. Das war in gewissem Sinne eine eingeschränkte Wirtschaft, aber es war eine Wirtschaft, welche eng gebunden war an die Persönlichkeit. Alle Hervorbringung war auch eng gebunden an persönliche Tüchtigkeit, an persönlichen Eifer, an die Ehre, die jemand darinnen sah, ein Produkt so gut als möglich zu machen und so weiter. Bedeutungsvolle moralische Impulse waren in der Zeit des einfachen Handwerkerlebens mit der wirtschaftlichen Ordnung verbunden.

[ 8 ] Wenn man die moderne, seit drei oder vier Jahrhunderten gehende Entwickelung der Menschheit ins Auge faßt, wenn man namentlich verfolgt, wie sich das, was Kapitalismus genannt wird, entwickelt hat, dann muß man auch noch einen andern Gesichtspunkt als den der Zusammendrängung der Betriebe in Großbetriebe und ähnliches ins Auge fassen. Man muß zum Beispiel die Frage durchgreifend stellen: Wie steht eigentlich die kapitalistische Produktionsweise im gesamten Gesellschaftsprozeß der Menschheit drinnen? Man kann darüber eigentlich nur ein Urteil gewinnen, wenn man die moderne kapitalistische Produktionsweise mit Bezug auf einen gewissen Gesichtspunkt mit der Produktionsweise des ehemaligen Handwerkers vergleicht. Der ehemalige Handwerker, er fertigte seine Produkte, er lieferte seine Produkte an den Konsumenten, und durch die Bezahlung seiner Produkte war er in die Möglichkeit versetzt, seinerseits zu leben. Verfolgt man ein solches Handwerkerleben, verfolgt man überhaupt das Produktionsleben früherer Jahrhunderte, namentlich bis etwa zum Jahre 1300, so findet man, daß die Menschen sich haben bezahlen lassen oder Waren eingetauscht haben meinetwillen für das, was sie produziert haben. Für das, was sie produziert haben, verschaffen sie sich dasjenige, was zu ihrem Lebensunterhalte notwendig war. Das war in gewissem Sinne eine eingeschränkte Wirtschaft, aber es war eine Wirtschaft, welche eng gebunden war an die Persönlichkeit. Alle Hervorbringung war auch eng gebunden an persönliche Tüchtigkeit, an persönlichen Eifer, an die Ehre, die jemand darinnen sah, ein Produkt so gut als möglich zu machen und so weiter. Bedeutungsvolle moralische Impulse waren in der Zeit des einfachen Handwerkerlebens mit der wirtschaftlichen Ordnung verbunden.

[ 9 ] Das alles ist anders geworden im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte. Nachdem ein Übergang war vom 15. Jahrhundert bis etwa ins 16., 17. Jahrhundert hinein, ist die Sache in den letzten drei bis vier Jahrhunderten anders geworden. Denn in diesen letzten drei bis vier Jahrhunderten entwickelte sich eigentlich erst so recht das, was man kapitalistische Produktionsweise nennen kann. Wenn man nun dem nachgeht, was der sozialen Frage wirklich zugrunde liegt und nicht abstellt auf das, was die Leute glauben, so muß folgendes Merkmal ins Auge gefaßt werden: Das Wesentliche für den Kapitalisten, insofern er ein Glied der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist, besteht nicht darin, sich wie der Handwerker seinen Lebensstand zu verschaffen, sondern dafür zu sorgen, daß das Kapital Zuwachs erhält, daß es sich vermehrt. Dasjenige, um was das Kapital wächst, das ist der Profit. Also nicht das Arbeiten auf den Lebensstatus, sondern das Arbeiten auf den Profit hin, das ist das besonders Charakteristische der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Dadurch aber wird im hohen Maße das Kapital als solches verselbständigt. Nicht wahr, wenn eine gewisse Kapitalmasse sich im Laufe der Jahre durch den Produktionsprozeß vermehrt, wenn sie wächst, und wenn das geradezu der Zweck der Kapitalbildung ist, so wird ja von allem Persönlichen losgelöst dasjenige, was eigentlich die Hauptsache im Wirtschaftsprozeß ist. Und das ist der Gesichtspunkt, der bei der richtigen Beurteilung der modernen sozialen Frage vor allen Dingen in Betracht kommt, diese Loslösung des Wirtschaftsprozesses von dem Persönlichen.

[ 9 ] Das alles ist anders geworden im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte. Nachdem ein Übergang war vom 15. Jahrhundert bis etwa ins 16., 17. Jahrhundert hinein, ist die Sache in den letzten drei bis vier Jahrhunderten anders geworden. Denn in diesen letzten drei bis vier Jahrhunderten entwickelte sich eigentlich erst so recht das, was man kapitalistische Produktionsweise nennen kann. Wenn man nun dem nachgeht, was der sozialen Frage wirklich zugrunde liegt und nicht abstellt auf das, was die Leute glauben, so muß folgendes Merkmal ins Auge gefaßt werden: Das Wesentliche für den Kapitalisten, insofern er ein Glied der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist, besteht nicht darin, sich wie der Handwerker seinen Lebensstand zu verschaffen, sondern dafür zu sorgen, daß das Kapital Zuwachs erhält, daß es sich vermehrt. Dasjenige, um was das Kapital wächst, das ist der Profit. Also nicht das Arbeiten auf den Lebensstatus, sondern das Arbeiten auf den Profit hin, das ist das besonders Charakteristische der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Dadurch aber wird im hohen Maße das Kapital als solches verselbständigt. Nicht wahr, wenn eine gewisse Kapitalmasse sich im Laufe der Jahre durch den Produktionsprozeß vermehrt, wenn sie wächst, und wenn das geradezu der Zweck der Kapitalbildung ist, so wird ja von allem Persönlichen losgelöst dasjenige, was eigentlich die Hauptsache im Wirtschaftsprozeß ist. Und das ist der Gesichtspunkt, der bei der richtigen Beurteilung der modernen sozialen Frage vor allen Dingen in Betracht kommt, diese Loslösung des Wirtschaftsprozesses von dem Persönlichen.

[ 10 ] Leider haben die wenigsten Menschen der heutigen gebildeten Stände wirklich Neigung, sich mit diesen Dingen zu befassen; wenn sie dies nämlich tun würden, könnten sie schon sehen, wie der moderne Mensch gewissermaßen getrennt ist von alldem, was den Wirtschaftsprozeß eigentlich ausmacht. Ich frage Sie: In welchem Grade ist denn heute außerhalb ganz eng umgrenzter Kreise Freude am Produkte, das man erzeugt, vorhanden? Was durchgreifend in der Wirtschaftsordnung früherer Epochen war, daß der Mensch zum Beispiel an jedem Schlüssel, den er hervorbrachte, seine große Freude hatte, seine Ehre dareinsetzen mußte, die Sache so gut als möglich zustande zu bringen, das ist vorbei. Der Mensch ist gewissermaßen abgetrennt von dem Wirtschaftsprozeß als solchem. Höchstens auf künstlerischem Gebiete und auf dem, was dem künstlerischen Gebiete verwandt ist, findet noch statt, was früher wie ein durchgreifendes moralisches Moment das Handwerk durchzogen hat. Man kann nicht einmal sagen, daß im geistigen Leben die Verbindung des Menschen mit seiner Leistung aufrechterhalten geblieben ist. Sehen Sie sich an all die Professoren, die in den oder jenen Fächern tätig sind, ob die Leute nun wirklich ganz menschlich verwachsen sind mit demjenigen, was sie hervorbringen!

[ 10 ] Leider haben die wenigsten Menschen der heutigen gebildeten Stände wirklich Neigung, sich mit diesen Dingen zu befassen; wenn sie dies nämlich tun würden, könnten sie schon sehen, wie der moderne Mensch gewissermaßen getrennt ist von alldem, was den Wirtschaftsprozeß eigentlich ausmacht. Ich frage Sie: In welchem Grade ist denn heute außerhalb ganz eng umgrenzter Kreise Freude am Produkte, das man erzeugt, vorhanden? Was durchgreifend in der Wirtschaftsordnung früherer Epochen war, daß der Mensch zum Beispiel an jedem Schlüssel, den er hervorbrachte, seine große Freude hatte, seine Ehre dareinsetzen mußte, die Sache so gut als möglich zustande zu bringen, das ist vorbei. Der Mensch ist gewissermaßen abgetrennt von dem Wirtschaftsprozeß als solchem. Höchstens auf künstlerischem Gebiete und auf dem, was dem künstlerischen Gebiete verwandt ist, findet noch statt, was früher wie ein durchgreifendes moralisches Moment das Handwerk durchzogen hat. Man kann nicht einmal sagen, daß im geistigen Leben die Verbindung des Menschen mit seiner Leistung aufrechterhalten geblieben ist. Sehen Sie sich an all die Professoren, die in den oder jenen Fächern tätig sind, ob die Leute nun wirklich ganz menschlich verwachsen sind mit demjenigen, was sie hervorbringen!

[ 11 ] Aber in umfassender Weise hängt das schon zusammen mit diesem Grundcharakter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die ja schließlich in alles eingreift. Aus den gestrigen Schlußbemerkungen können Sie das entnehmen. Aus diesem Grundcharakter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung geht es hervor, daß der Mensch gewissermaßen losgelöst ist in seinen persönlichen Aspirationen von dem objektiver und objektiver werdenden Wirtschaftsprozeß. Die Folge davon ist eine ganz weitgehende und färbt die ganze sozialistische Auffassung von heute. Es entsteht nämlich der Glaube, daß wirklich dieses ungesunde Abtrennen der menschlichen Produktion von dem Menschen selbst und dem, was ihn interessiert, gerade festgelegt werden müßte in einer neuen Wirtschaftsordnung. Wo denkt man heute daran, wiederum ein Band zu suchen zwischen dem Menschen und seinen Hervorbringungen? Im Gegenteil, man denkt daran, den Wirtschaftsprozeß so weit wie nur irgend möglich nach außen zu verlegen, vom Menschen abzusondern. Und die Folge davon würde sein, daß der Mensch auf andern Gebieten Befriedigung suchen müßte für dasjenige, was eigentlich mit seiner Persönlichkeit, was mit allen Interessen seines Wesens zusammenhängt. So wirkt dieses Vorurteil auf das, was man heute sozialistische Ideale nennt. Führen wir uns einmal vor Augen, worinnen das sozialistische Ideal für weite Kreise heute besteht.

[ 11 ] Aber in umfassender Weise hängt das schon zusammen mit diesem Grundcharakter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die ja schließlich in alles eingreift. Aus den gestrigen Schlußbemerkungen können Sie das entnehmen. Aus diesem Grundcharakter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung geht es hervor, daß der Mensch gewissermaßen losgelöst ist in seinen persönlichen Aspirationen von dem objektiver und objektiver werdenden Wirtschaftsprozeß. Die Folge davon ist eine ganz weitgehende und färbt die ganze sozialistische Auffassung von heute. Es entsteht nämlich der Glaube, daß wirklich dieses ungesunde Abtrennen der menschlichen Produktion von dem Menschen selbst und dem, was ihn interessiert, gerade festgelegt werden müßte in einer neuen Wirtschaftsordnung. Wo denkt man heute daran, wiederum ein Band zu suchen zwischen dem Menschen und seinen Hervorbringungen? Im Gegenteil, man denkt daran, den Wirtschaftsprozeß so weit wie nur irgend möglich nach außen zu verlegen, vom Menschen abzusondern. Und die Folge davon würde sein, daß der Mensch auf andern Gebieten Befriedigung suchen müßte für dasjenige, was eigentlich mit seiner Persönlichkeit, was mit allen Interessen seines Wesens zusammenhängt. So wirkt dieses Vorurteil auf das, was man heute sozialistische Ideale nennt. Führen wir uns einmal vor Augen, worinnen das sozialistische Ideal für weite Kreise heute besteht.

[ 12 ] Da haben wir vier Punkte, in denen wir zusammenfassen können alles dasjenige, was gewissermaßen sozialistisches Ideal mit Bezug auf die Struktur des menschlichen Gesellschaftsorganismus ist. Erstens strebt dieses sozialistische Ideal danach, daß alle Produktionsbetriebe Eigentum der Gemeinschaft werden, sei diese Gemeinschaft der Staat oder die Kommune oder Genossenschaften; daß, mit andern Worten, abgeschafft werde aller Privatbesitz an Produktionsmitteln, daß die Produktionsmittel alle Gemeineigentum werden, so daß alle Betriebe durch die Gemeinschaft auch geführt werden müssen.

[ 12 ] Da haben wir vier Punkte, in denen wir zusammenfassen können alles dasjenige, was gewissermaßen sozialistisches Ideal mit Bezug auf die Struktur des menschlichen Gesellschaftsorganismus ist. Erstens strebt dieses sozialistische Ideal danach, daß alle Produktionsbetriebe Eigentum der Gemeinschaft werden, sei diese Gemeinschaft der Staat oder die Kommune oder Genossenschaften; daß, mit andern Worten, abgeschafft werde aller Privatbesitz an Produktionsmitteln, daß die Produktionsmittel alle Gemeineigentum werden, so daß alle Betriebe durch die Gemeinschaft auch geführt werden müssen.

[ 13 ] Das zweite ist innerhalb des sozialistischen Ideals, daß die Produktion geregelt werde nach dem Bedarf, das heißt, daß die Produktion sich nicht regle frei nach Angebot und Nachfrage, daß nicht, wenn da oder dort ein Artikel verlangt wird, ein Produktionszweig für diesen Artikel eröffnet wird, sondern daß gewissermaßen staatlich oder “ kommunal oder genossenschaftlich festgestellt werde: Das benötigen die Leute, also errichtet die Gemeinschaft einen Produktionsbetrieb für diesen Artikel, der da benötigt wird. Ein drittes ist die demokratische Regelung der Arbeits- und Lohnverhältnisse, und ein viertes ist, daß jeder Mehrwert der Gemeinschaft zufällt. Damit haben wir ungefähr die vier Glieder des sozialistischen Ideals vor unsere Seele hingestellt. Ich wiederhole: Alle Produktionsbetriebe sollen Eigentum der Gemeinschaft werden, die Produktion soll geregelt werden nach dem Bedarf; die Arbeits- und Lohnverhältnisse sollen demokratisch geregelt werden; jeglicher Mehrwert, das heißt, jeglicher Profit soll an die Gemeinschaft abgeliefert werden.

[ 13 ] Das zweite ist innerhalb des sozialistischen Ideals, daß die Produktion geregelt werde nach dem Bedarf, das heißt, daß die Produktion sich nicht regle frei nach Angebot und Nachfrage, daß nicht, wenn da oder dort ein Artikel verlangt wird, ein Produktionszweig für diesen Artikel eröffnet wird, sondern daß gewissermaßen staatlich oder “ kommunal oder genossenschaftlich festgestellt werde: Das benötigen die Leute, also errichtet die Gemeinschaft einen Produktionsbetrieb für diesen Artikel, der da benötigt wird. Ein drittes ist die demokratische Regelung der Arbeits- und Lohnverhältnisse, und ein viertes ist, daß jeder Mehrwert der Gemeinschaft zufällt. Damit haben wir ungefähr die vier Glieder des sozialistischen Ideals vor unsere Seele hingestellt. Ich wiederhole: Alle Produktionsbetriebe sollen Eigentum der Gemeinschaft werden, die Produktion soll geregelt werden nach dem Bedarf; die Arbeits- und Lohnverhältnisse sollen demokratisch geregelt werden; jeglicher Mehrwert, das heißt, jeglicher Profit soll an die Gemeinschaft abgeliefert werden.

[ 14 ] In diesen vier Punkten liegt in der Tat für Millionen und Millionen von Menschen heute das, was sie anstreben. Und dem gegenüber besteht schon die absolute Notwendigkeit, zu fragen: Wie ist es möglich, den Menschen klarzumachen, daß diese vier sogenannten Ideale absolut unmöglich sind innerhalb der wirklichen menschlichen Gemeinschaft?

[ 14 ] In diesen vier Punkten liegt in der Tat für Millionen und Millionen von Menschen heute das, was sie anstreben. Und dem gegenüber besteht schon die absolute Notwendigkeit, zu fragen: Wie ist es möglich, den Menschen klarzumachen, daß diese vier sogenannten Ideale absolut unmöglich sind innerhalb der wirklichen menschlichen Gemeinschaft?

[ 15 ] Nicht wahr, wenn die Menschen vor dreißig Jahren so viel Eifer gezeigt hätten für die soziale Frage, als heute notgedrungen einzelne Menschen in denjenigen Ländern zeigen, wo die alten Regierungen weggejagt worden sind — in den Ländern, wo die alten Regierungen nicht weggejagt worden sind, wird noch kein Interesse gezeigt —, man könnte sogar sagen, wenn die Menschen damals einen Teil jenes Interesses gezeigt hätten für die soziale Frage, das sie heute zeigen, so wäre die Sache schon gut gewesen, so wäre alles anders gekommen. Aber da, wo den Leuten noch nicht das Wasser in den Mund rinnt, ist es ja heute noch nicht möglich, ein wirklich durchgreifendes Interesse für die sozialen Rätsel zu wecken. Das, was in dieser Richtung das führende, sogenannte intelligente Bürgertum versäumt hat in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten, das ist doch ungeheuerlich. Und es schickt sich an, dieselben Dinge weiter zu versäumen, nur auf einem andern Gebiete. Das, was heute vor allen Dingen notwendig ist, das ist, daß die Menschen begreifen lernen: so wie der einzelne Organismus geisteswissenschaftlich begriffen werden muß, so muß auch der soziale Organismus geisteswissenschaftlich begriffen werden. Man muß endlich auf diesem Gebiete hinauskommen über die wesenlosen Abstraktionen. Man kann schon anknüpfen da an tiefere menschliche Interessen, tiefere menschliche Impulse, die gerade jetzt in dieser Epoche der Menschheit hereinwirken in die menschliche Entwickelung.

[ 15 ] Nicht wahr, wenn die Menschen vor dreißig Jahren so viel Eifer gezeigt hätten für die soziale Frage, als heute notgedrungen einzelne Menschen in denjenigen Ländern zeigen, wo die alten Regierungen weggejagt worden sind — in den Ländern, wo die alten Regierungen nicht weggejagt worden sind, wird noch kein Interesse gezeigt —, man könnte sogar sagen, wenn die Menschen damals einen Teil jenes Interesses gezeigt hätten für die soziale Frage, das sie heute zeigen, so wäre die Sache schon gut gewesen, so wäre alles anders gekommen. Aber da, wo den Leuten noch nicht das Wasser in den Mund rinnt, ist es ja heute noch nicht möglich, ein wirklich durchgreifendes Interesse für die sozialen Rätsel zu wecken. Das, was in dieser Richtung das führende, sogenannte intelligente Bürgertum versäumt hat in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten, das ist doch ungeheuerlich. Und es schickt sich an, dieselben Dinge weiter zu versäumen, nur auf einem andern Gebiete. Das, was heute vor allen Dingen notwendig ist, das ist, daß die Menschen begreifen lernen: so wie der einzelne Organismus geisteswissenschaftlich begriffen werden muß, so muß auch der soziale Organismus geisteswissenschaftlich begriffen werden. Man muß endlich auf diesem Gebiete hinauskommen über die wesenlosen Abstraktionen. Man kann schon anknüpfen da an tiefere menschliche Interessen, tiefere menschliche Impulse, die gerade jetzt in dieser Epoche der Menschheit hereinwirken in die menschliche Entwickelung.

[ 16 ] Die gegenwärtige Schläfrigkeit der Menschheit ist eine ungeheure, und notwendig ist ein Aufwachen nach einer gewissen Richtung hin. Wie oft hört man heute das sonderbare Urteil da, wo man überhaupt Geisteswissenschaft berücksichtigt: Geisteswissenschaft sei ja nicht nötig für denjenigen Menschen, der glaube und im guten alten Sinne ein Christ sei, und übrigens sei der Glaube einfach und die Geisteswissenschaft kompliziert und es sei daher nicht einzusehen, warum man das Komplizierte für das Einfache umtauschen sollte. Aber dieses bequeme Kleben an dem Einfachen, dieses ruchlose bloße Glauben, dieses bequeme Pochen: Wir brauchen nicht daran zu denken, wir brauchen nicht nach Wahrheit zu forschen, uns gibt es der Glaube ein —, das trägt im tieferen Sinne des Wortes die Schuld an den katastrophalen Ereignissen, in denen wir leben. Und es muß immer wieder und wiederum betont werden, daß dieses die Schuld trägt. Wehe, wenn sich nicht genügend Menschen im Leben finden, die Herz und Sinn haben für eine völlige Hingabe an ernstes, innerlich arbeitsreiches Denken und Forschen nach den Wahrheiten! Denn die Zeiten sind vorüber, wo man an die geistige Welt bloß zu glauben brauchte, wo man hier im physischen Dasein auf der faulen Haut liegen durfte und glauben konnte, man werde erlöst werden von den Mächten, um die man sich nicht weiter kümmert, und die ihrerseits das ihrige beitragen werden zu der entsprechenden Erlösung. Dasjenige, worauf es ankommt im Fortgange der Menschheit, das ist, daß der Mensch nicht bloß an Gott und die Götter glaubt, sondern daß er den Gott und die Götter in seinem eigenen Wesen wirksam sein läßt, daß er einfließen läßt die Kräfte der geistigen Welt in das, was er selber tut, was er tut im alleralltäglichsten Leben. Was wir tun vom Morgen bis zum Abend, das muß so geschehen, daß göttlich-geistige Kraft in unseren Tun ist. Es wird in unserem Tun nur sein, wenn es vor allen Dingen in unserem Denken ist. Den Gott tätig, nicht bloß glaubensinhaltlich in uns aufnehmen, das ist es, was die Aufgabe der modernen Menschheit ist. Nicht bloß über Gott denken, sondern so denken, daß in unseren Gedanken der Gott lebt, darauf kommt es an. Gibt man sich einem solchen Ideale hin, dann wird man schon das nötige Interesse entwickeln für alles dasjenige, wofür nun leider in den letzten Jahrzehnten von dem weitaus größten Teile der modernen Menschheit kein Interesse entwickelt worden ist.

[ 16 ] Die gegenwärtige Schläfrigkeit der Menschheit ist eine ungeheure, und notwendig ist ein Aufwachen nach einer gewissen Richtung hin. Wie oft hört man heute das sonderbare Urteil da, wo man überhaupt Geisteswissenschaft berücksichtigt: Geisteswissenschaft sei ja nicht nötig für denjenigen Menschen, der glaube und im guten alten Sinne ein Christ sei, und übrigens sei der Glaube einfach und die Geisteswissenschaft kompliziert und es sei daher nicht einzusehen, warum man das Komplizierte für das Einfache umtauschen sollte. Aber dieses bequeme Kleben an dem Einfachen, dieses ruchlose bloße Glauben, dieses bequeme Pochen: Wir brauchen nicht daran zu denken, wir brauchen nicht nach Wahrheit zu forschen, uns gibt es der Glaube ein —, das trägt im tieferen Sinne des Wortes die Schuld an den katastrophalen Ereignissen, in denen wir leben. Und es muß immer wieder und wiederum betont werden, daß dieses die Schuld trägt. Wehe, wenn sich nicht genügend Menschen im Leben finden, die Herz und Sinn haben für eine völlige Hingabe an ernstes, innerlich arbeitsreiches Denken und Forschen nach den Wahrheiten! Denn die Zeiten sind vorüber, wo man an die geistige Welt bloß zu glauben brauchte, wo man hier im physischen Dasein auf der faulen Haut liegen durfte und glauben konnte, man werde erlöst werden von den Mächten, um die man sich nicht weiter kümmert, und die ihrerseits das ihrige beitragen werden zu der entsprechenden Erlösung. Dasjenige, worauf es ankommt im Fortgange der Menschheit, das ist, daß der Mensch nicht bloß an Gott und die Götter glaubt, sondern daß er den Gott und die Götter in seinem eigenen Wesen wirksam sein läßt, daß er einfließen läßt die Kräfte der geistigen Welt in das, was er selber tut, was er tut im alleralltäglichsten Leben. Was wir tun vom Morgen bis zum Abend, das muß so geschehen, daß göttlich-geistige Kraft in unseren Tun ist. Es wird in unserem Tun nur sein, wenn es vor allen Dingen in unserem Denken ist. Den Gott tätig, nicht bloß glaubensinhaltlich in uns aufnehmen, das ist es, was die Aufgabe der modernen Menschheit ist. Nicht bloß über Gott denken, sondern so denken, daß in unseren Gedanken der Gott lebt, darauf kommt es an. Gibt man sich einem solchen Ideale hin, dann wird man schon das nötige Interesse entwickeln für alles dasjenige, wofür nun leider in den letzten Jahrzehnten von dem weitaus größten Teile der modernen Menschheit kein Interesse entwickelt worden ist.

[ 17 ] Worauf es ankommt, das ist, daß wir die Möglichkeit finden, den Menschen klarzumachen, daß eine Umkehr in der ganzen Gedankenwelt notwendig ist. Es ist höchste Zeit; denn nachdem von den sogenannten Intellektuellen versäumt worden ist, nach dieser Richtung zu wirken, erwachen jetzt die wüstesten Instinkte der Menschheit fast über die ganze zivilisierte Welt, wenigstens über einen großen Teil der zivilisierten Welt hin. Glauben Sie, daß, wenn diese Instinkte der Menschheit eine bestimmte Kulmination, einen bestimmten Höhepunkt erlangt haben, daß sie dann leicht zu bannen sind? Bis sie sich wiederum selbst verzehren, wird lange, lange Zeit vergehen. Nur bis zu einem gewissen Zeitpunkte hin wirkt Lehre, wirkt Vorbild zur Besänftigung, zur Zügelung der Instinkte der Menschheit. Das Tier in der Menschheit strebt nach der Oberfläche hin, weil versäumt worden ist, das Edlere in der Menschenwesenheit anzuregen. Und hier stehen wir an dem Punkt, wo über die moralische Seite der modernen sozialen Frage gesprochen werden muß. Ich sagte: Das, was ich das letzte Merkmal der kapitalistischen Wirtschaftsordnung genannt habe, Vermehrung des Kapitals als solches, das Wachsen des Kapitals, das hinstrebt nicht nach den Leistungen, sondern nach Profit —, das löst den Menschen los von seinem Produkte. Und in dieser Loslösung des Menschen von seinem Produkte liegt ein wesentliches Charakteristikon der ganzen modernen Entwickelung. Aber in der Welt ist es so, daß in der Regel nicht eine Erscheinung ohne die andere auftritt, sondern daß Erscheinungen in der verschiedensten Weise zusammengehören. Sie können nicht über einen weichen Erdboden gehen, ohne daß sich zu gleicher Zeit auf diesem Boden die Fußspuren eindrücken. Das ist ein Beispiel, das Sie überall anwenden können, um zu sehen, wie in der wirklichen Welt immer eins zu dem andern gehört. Was die moderne Welt zugetrieben hat der im modernen Kapitalismus liegenden Vermehrung des Kapitals, dem Wachsen des Kapitals, das hat eben auf der andern Seite — nicht einseitig logisch, aber wirklichkeitslogisch — verknüpft mit dem Aufkommen des Kapitalismus die Interesselosigkeit, die wir in der modernen Menschheit gerade für die tiefsten Impulse der menschlichen Seele finden. Auf der einen Seite das Herausschälen der menschlichen Persönlichkeit aus dem Wirtschaftsprozeß, auf der andern Seite die Austrocknung dieser Persönlichkeit, die sich aus dem Wirtschaftsprozeß herausgelöst hat, gerade für die intimsten Eigenschaften des geistig-seelischen Wesens des Menschen. Beide Dinge gehören zusammen. Beide Dinge haben jenes furchtbare Treiben der modernen Großstädte, in denen der Kapitalismus seine besonderen Sitze aufgeschlagen hat, hervorgebracht, wo auf der einen Seite der Kapitalismus wirkt, auf der andern Seite die Interesselosigkeit für die intimsten Fragen des menschlichen innersten Wesens herrscht.

[ 17 ] Worauf es ankommt, das ist, daß wir die Möglichkeit finden, den Menschen klarzumachen, daß eine Umkehr in der ganzen Gedankenwelt notwendig ist. Es ist höchste Zeit; denn nachdem von den sogenannten Intellektuellen versäumt worden ist, nach dieser Richtung zu wirken, erwachen jetzt die wüstesten Instinkte der Menschheit fast über die ganze zivilisierte Welt, wenigstens über einen großen Teil der zivilisierten Welt hin. Glauben Sie, daß, wenn diese Instinkte der Menschheit eine bestimmte Kulmination, einen bestimmten Höhepunkt erlangt haben, daß sie dann leicht zu bannen sind? Bis sie sich wiederum selbst verzehren, wird lange, lange Zeit vergehen. Nur bis zu einem gewissen Zeitpunkte hin wirkt Lehre, wirkt Vorbild zur Besänftigung, zur Zügelung der Instinkte der Menschheit. Das Tier in der Menschheit strebt nach der Oberfläche hin, weil versäumt worden ist, das Edlere in der Menschenwesenheit anzuregen. Und hier stehen wir an dem Punkt, wo über die moralische Seite der modernen sozialen Frage gesprochen werden muß. Ich sagte: Das, was ich das letzte Merkmal der kapitalistischen Wirtschaftsordnung genannt habe, Vermehrung des Kapitals als solches, das Wachsen des Kapitals, das hinstrebt nicht nach den Leistungen, sondern nach Profit —, das löst den Menschen los von seinem Produkte. Und in dieser Loslösung des Menschen von seinem Produkte liegt ein wesentliches Charakteristikon der ganzen modernen Entwickelung. Aber in der Welt ist es so, daß in der Regel nicht eine Erscheinung ohne die andere auftritt, sondern daß Erscheinungen in der verschiedensten Weise zusammengehören. Sie können nicht über einen weichen Erdboden gehen, ohne daß sich zu gleicher Zeit auf diesem Boden die Fußspuren eindrücken. Das ist ein Beispiel, das Sie überall anwenden können, um zu sehen, wie in der wirklichen Welt immer eins zu dem andern gehört. Was die moderne Welt zugetrieben hat der im modernen Kapitalismus liegenden Vermehrung des Kapitals, dem Wachsen des Kapitals, das hat eben auf der andern Seite — nicht einseitig logisch, aber wirklichkeitslogisch — verknüpft mit dem Aufkommen des Kapitalismus die Interesselosigkeit, die wir in der modernen Menschheit gerade für die tiefsten Impulse der menschlichen Seele finden. Auf der einen Seite das Herausschälen der menschlichen Persönlichkeit aus dem Wirtschaftsprozeß, auf der andern Seite die Austrocknung dieser Persönlichkeit, die sich aus dem Wirtschaftsprozeß herausgelöst hat, gerade für die intimsten Eigenschaften des geistig-seelischen Wesens des Menschen. Beide Dinge gehören zusammen. Beide Dinge haben jenes furchtbare Treiben der modernen Großstädte, in denen der Kapitalismus seine besonderen Sitze aufgeschlagen hat, hervorgebracht, wo auf der einen Seite der Kapitalismus wirkt, auf der andern Seite die Interesselosigkeit für die intimsten Fragen des menschlichen innersten Wesens herrscht.

[ 18 ] Diese Dinge sind in der äußeren Erscheinung vielfach verhüllt, und nur einer genaueren Betrachtungsweise werden sie offenbar. Sie können natürlich sagen: Es gibt doch eine große Anzahl von Menschen, die durchaus nicht beteiligt sind an dem modernen kapitalistischen Prozeß. — Gewiß, es sind wenige, die daran beteiligt sind in direkter Weise, aber in indirekter Weise ist die ganze moderne Menschheit, namentlich auch die gebildete moderne Menschheit an dem kapitalistischen Prozesse beteiligt. Dadurch beteiligt, daß die Existenzen abhängen von der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Es sei einer ein Künstler: Wie er früher für den Fürsten produziert hat oder für den Papst, so produziert er heute für den Kapitalisten. Und wenn Sie solche Fäden, wie sie sich von der Kunst heute zum Kapitalismus schlingen, über die verschiedensten Gebiete des Lebens ziehen, dann werden Sie sehen, wie der Kapitalismus seine Fangarme nach allen Seiten ausgebreitet hat, insbesondere über das geistige Leben. Da wirkt allerdings sehr viel Unbewußtes in diesen Dingen drinnen, das, wenn man bloß die Oberfläche des Lebens ansieht, sich nicht gleich enthüllt.

[ 18 ] Diese Dinge sind in der äußeren Erscheinung vielfach verhüllt, und nur einer genaueren Betrachtungsweise werden sie offenbar. Sie können natürlich sagen: Es gibt doch eine große Anzahl von Menschen, die durchaus nicht beteiligt sind an dem modernen kapitalistischen Prozeß. — Gewiß, es sind wenige, die daran beteiligt sind in direkter Weise, aber in indirekter Weise ist die ganze moderne Menschheit, namentlich auch die gebildete moderne Menschheit an dem kapitalistischen Prozesse beteiligt. Dadurch beteiligt, daß die Existenzen abhängen von der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Es sei einer ein Künstler: Wie er früher für den Fürsten produziert hat oder für den Papst, so produziert er heute für den Kapitalisten. Und wenn Sie solche Fäden, wie sie sich von der Kunst heute zum Kapitalismus schlingen, über die verschiedensten Gebiete des Lebens ziehen, dann werden Sie sehen, wie der Kapitalismus seine Fangarme nach allen Seiten ausgebreitet hat, insbesondere über das geistige Leben. Da wirkt allerdings sehr viel Unbewußtes in diesen Dingen drinnen, das, wenn man bloß die Oberfläche des Lebens ansieht, sich nicht gleich enthüllt.

[ 19 ] Ich werde jetzt einen unbewußten oder unterbewußten Prozeß etwas charakterisieren müssen: Diese Verobjektivierung des Produktionsprozesses, dieses Loslösen des Produktionsprozesses von den menschlichen Aspirationen, wie sie sich vollziehen im modernen Kapitalismus, bedarf in gewissem Sinne der Rechtfertigung. Die Menschen brauchen ja immer eine Rechtfertigung für dasjenige, was sie tun, und es kommt ihnen nicht darauf an, wenn sie sich rechtfertigen wollen, die Wahrheit zu erforschen, sondern es kommt ihnen nur darauf an, etwas zu sagen, was sie rechtfertigt. Nehmen Sie ein naheliegendes Beispiel. Die Entente hat gesiegt; es handelt sich darum, diesen Sieg zu rechtfertigen. Daher sagt man dasjenige, was eben von der Entente heute gesagt wird, nicht, weil das die Wahrheit ist, sondern weil man den Sieg rechtfertigen muß. So ist es auch im einzelnen menschlichen Leben. Was liegt den meisten Menschen an der wirklichen Ergründung der Wahrheit! Es liegt ihnen an der Rechtfertigung desjenigen, was sie tun. Das ist es, was der Kapitalismus will: Vor allen Dingen rechtfertigen sein Dasein. Er kann es nur rechtfertigen, wenn er den alleräußersten materiellen Prozeß, den materiellsten wirtschaftlichen Prozeß in seinem Spiegelbilde, in der Vermehrung des Kapitals beobachtet. Dann aber muß, wenn gerechtfertigt sein soll in dieser physischen Welt die kapitalistische Wirtschaftsordnung, ausgeschaltet sein alles das, was geistig-seelische Angelegenheiten sind. Die müssen auf ein besonderes Gebiet kommen. Mag der Pfarrer auf seiner Kanzel über die Dinge des Glaubens sprechen, wie er will — ich kann es glauben, ein anderer kann es glauben, ich kann es lassen zu glauben, ein anderer kann es lassen zu glauben —, er redet von einer ganz andern Welt. In der Welt, in der man leben muß, da kann es nicht so zugehen, wie es der Pfarrer von der Kanzel sagt, selbstverständlich nicht, da muß es kapitalistisch zugehen.

[ 19 ] Ich werde jetzt einen unbewußten oder unterbewußten Prozeß etwas charakterisieren müssen: Diese Verobjektivierung des Produktionsprozesses, dieses Loslösen des Produktionsprozesses von den menschlichen Aspirationen, wie sie sich vollziehen im modernen Kapitalismus, bedarf in gewissem Sinne der Rechtfertigung. Die Menschen brauchen ja immer eine Rechtfertigung für dasjenige, was sie tun, und es kommt ihnen nicht darauf an, wenn sie sich rechtfertigen wollen, die Wahrheit zu erforschen, sondern es kommt ihnen nur darauf an, etwas zu sagen, was sie rechtfertigt. Nehmen Sie ein naheliegendes Beispiel. Die Entente hat gesiegt; es handelt sich darum, diesen Sieg zu rechtfertigen. Daher sagt man dasjenige, was eben von der Entente heute gesagt wird, nicht, weil das die Wahrheit ist, sondern weil man den Sieg rechtfertigen muß. So ist es auch im einzelnen menschlichen Leben. Was liegt den meisten Menschen an der wirklichen Ergründung der Wahrheit! Es liegt ihnen an der Rechtfertigung desjenigen, was sie tun. Das ist es, was der Kapitalismus will: Vor allen Dingen rechtfertigen sein Dasein. Er kann es nur rechtfertigen, wenn er den alleräußersten materiellen Prozeß, den materiellsten wirtschaftlichen Prozeß in seinem Spiegelbilde, in der Vermehrung des Kapitals beobachtet. Dann aber muß, wenn gerechtfertigt sein soll in dieser physischen Welt die kapitalistische Wirtschaftsordnung, ausgeschaltet sein alles das, was geistig-seelische Angelegenheiten sind. Die müssen auf ein besonderes Gebiet kommen. Mag der Pfarrer auf seiner Kanzel über die Dinge des Glaubens sprechen, wie er will — ich kann es glauben, ein anderer kann es glauben, ich kann es lassen zu glauben, ein anderer kann es lassen zu glauben —, er redet von einer ganz andern Welt. In der Welt, in der man leben muß, da kann es nicht so zugehen, wie es der Pfarrer von der Kanzel sagt, selbstverständlich nicht, da muß es kapitalistisch zugehen.

[ 20 ] So hat gerade der extreme Kapitalismus auf der einen Seite dieses furchtbar abstrakte moralisch-geistige Leben hervorgerufen, welches sich ganz abtrennen will von allen äußeren Wirklichkeiten des Daseins. Ebenso schlimm im modernen Leben wie auf der einen Seite der materielle Kapitalismus, hat auf der andern Seite gewirkt jene Gesinnung, die da sagt: Ach, was kümmere ich mich um Ahriman! Ahriman mag Ahriman bleiben, ich widme mich den Impulsen des Innersten meiner Seele, ich gebe mich der geistigen Welt hin, ich suche die geistige Welt so, wie ich sie in meinem Inneren finden kann; die Angelegenheiten der Seele interessieren mich. Was kümmert mich dieses ahrimanische Kredit-, Geld-, Vermögens- und Besitzwesen! Was kümmert mich der Unterschied zwischen Rente und Zins, zwischen Bruttoeinnahmen und Reingewinn und so weiter. Ich kümmere mich um die Angelegenheiten meiner Seele! — Aber, wie der Mensch eine Einheit ist nach Leib, Seele und Geist, und wie ihm zwischen Geburt und Tod Leib und Seele und Geist zusammengebunden sind, so sind im äußeren physischen Dasein verbunden diejenigen Impulse, die wir finden können durch das innerste Gefüge unserer Seele, und diejenigen Impulse, die in der äußeren Wirtschaftsordnung liegen. Und ebenso schuldig an dem modernen Katastrophalen, wie es auf der einen Seite die materialistischen Kapitalisten sind mit ihrer Denk- und Gesinnungsweise, ebenso schuldig sind diejenigen, die auf der andern Seite nur fromm, nur geisteswissenschaftlich sein wollen, in ihrem Sinne dieses Geisteswissenschaftliche abstrakt einschränken und sich nicht einlassen auf die Durchdringung der alltäglichen Wirklichkeit mit einem eingreifenden Denken. Das ist es, was mich immer wieder und wiederum bewogen hat, zu Ihnen davon zu sprechen, daß Sie doch ja nicht diese anthroposophische Geistesbewegung als eine Gelegenheit nehmen sollen, bloße Sonntagnachmittagspredigten zu hören, die einem wohltun in der Seele, weil sie einem davon sprechen, daß das Leben ein Ewiges ist und so weiter, sondern daß Sie diese anthroposophische Bewegung nehmen als den Weg, die modernen Aufgaben des Daseins, die so brennend an uns herandringen, wirklich sinngemäß anzugreifen. Und eine der ersten Notwendigkeiten ist diese: zu verstehen, wo begonnen werden muß, und daß alles nichts hilft, wenn die Menschen nicht den Zugang gewinnen zu einem unbefangenen Denken.

[ 20 ] So hat gerade der extreme Kapitalismus auf der einen Seite dieses furchtbar abstrakte moralisch-geistige Leben hervorgerufen, welches sich ganz abtrennen will von allen äußeren Wirklichkeiten des Daseins. Ebenso schlimm im modernen Leben wie auf der einen Seite der materielle Kapitalismus, hat auf der andern Seite gewirkt jene Gesinnung, die da sagt: Ach, was kümmere ich mich um Ahriman! Ahriman mag Ahriman bleiben, ich widme mich den Impulsen des Innersten meiner Seele, ich gebe mich der geistigen Welt hin, ich suche die geistige Welt so, wie ich sie in meinem Inneren finden kann; die Angelegenheiten der Seele interessieren mich. Was kümmert mich dieses ahrimanische Kredit-, Geld-, Vermögens- und Besitzwesen! Was kümmert mich der Unterschied zwischen Rente und Zins, zwischen Bruttoeinnahmen und Reingewinn und so weiter. Ich kümmere mich um die Angelegenheiten meiner Seele! — Aber, wie der Mensch eine Einheit ist nach Leib, Seele und Geist, und wie ihm zwischen Geburt und Tod Leib und Seele und Geist zusammengebunden sind, so sind im äußeren physischen Dasein verbunden diejenigen Impulse, die wir finden können durch das innerste Gefüge unserer Seele, und diejenigen Impulse, die in der äußeren Wirtschaftsordnung liegen. Und ebenso schuldig an dem modernen Katastrophalen, wie es auf der einen Seite die materialistischen Kapitalisten sind mit ihrer Denk- und Gesinnungsweise, ebenso schuldig sind diejenigen, die auf der andern Seite nur fromm, nur geisteswissenschaftlich sein wollen, in ihrem Sinne dieses Geisteswissenschaftliche abstrakt einschränken und sich nicht einlassen auf die Durchdringung der alltäglichen Wirklichkeit mit einem eingreifenden Denken. Das ist es, was mich immer wieder und wiederum bewogen hat, zu Ihnen davon zu sprechen, daß Sie doch ja nicht diese anthroposophische Geistesbewegung als eine Gelegenheit nehmen sollen, bloße Sonntagnachmittagspredigten zu hören, die einem wohltun in der Seele, weil sie einem davon sprechen, daß das Leben ein Ewiges ist und so weiter, sondern daß Sie diese anthroposophische Bewegung nehmen als den Weg, die modernen Aufgaben des Daseins, die so brennend an uns herandringen, wirklich sinngemäß anzugreifen. Und eine der ersten Notwendigkeiten ist diese: zu verstehen, wo begonnen werden muß, und daß alles nichts hilft, wenn die Menschen nicht den Zugang gewinnen zu einem unbefangenen Denken.

[ 21 ] Und hier möchte ich am Schlusse der heutigen Betrachtungen dasjenige aussprechen, an was dann morgen bei einer praktisch-sozialen Betrachtung weiter angeknüpft werden soll. Was ich aussprechen werde, wird scheinbar sehr weit abliegen von allem sozialistischen Denken oder Denken über die soziale Frage, aber Sie werden morgen sehen, wie nahe das liegt, was scheinbar fern liegt, und wie wir gerade durch diese Betrachtungen werden zurechtrücken können die vier Punkte, die ich Ihnen als die Glieder des sozialistischen Ideals angegeben habe. Die Menschen sagen im Leben so oft: Die Meinungen sind verschieden, Überzeugungen sind verschieden, der eine glaubt das, der andere glaubt jenes. — Sieht das nicht so aus, als ob, wenn wir uns unserem Denken hingeben, der eine sich diese, der andere sich jene Gedanken machen kann, und diese und jene Gedanken dann berechtigt sein können? Es sieht so aus, und ist doch durchaus nicht so. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß eine jede Charakteristik einer Sache im höheren Sinne immer gewissermaßen eine Photographie von der einen Seite ist, daß es also Beleuchtungen von den verschiedensten Seiten gibt — immer vorausgesetzt, daß dies berücksichtigt wird —, haben alle Menschen über ein und dieselbe Sache die gleiche Meinung in ihrem tiefsten Inneren. Es gibt nicht zwei Menschen in der Welt, die über ein und dieselbe Sache — wie gesagt, immer unter der gemachten Voraussetzung — nicht dieselbe Meinung haben. Das gibt es nicht. Warum reden denn die Menschen doch von verschiedenen Meinungen? Weil sich zwischen die Wahrheit und zwischen dasjenige, was der Mensch vernimmt in seinem Inneren, sein Emotionelles schiebt, sein egoistisches Vorurteil schiebt und ihm die Sache verzerrt, karikiert. Wahrhaftig verschieden sind die Menschen nur mit Bezug auf ihre Emotionen, nicht mit Bezug auf ihre Begriffe und Ideen. Hat man einmal den Zugang zu einem wirklichen Begriff gewonnen, so kann man über diesen Begriff nicht anderer Meinung sein als ein anderer Mensch, der ebenfalls den Zugang zu diesem Begriff gewonnen hat. Und es ist die größte Frivolität der Seele, zu glauben, daß man ein gewisses Recht auf subjektive Meinungen habe. Dieses Recht auf subjektive Meinungen hat man nicht, sondern man hat als Mensch die Verpflichtung, hinauszudringen über seine Subjektivität zu dem Objektiven. Um in diesem Punkte das Richtige zu sehen, ist allerdings sehr notwendig, daß man alle die Fehlerquellen berücksichtigt, die aus den menschlichen Emotionen folgen. Ein Mensch glaubt, er kann von irgendeiner Sache überzeugt sein. Oftmals ist der Grund, warum er glaubt, daß er von irgendeiner Sache überzeugt ist, kein anderer, als daß er zu faul ist, den Begriff wirklich ins Auge zu fassen. Ja, man muß schon auf diese innerlich moralische Seite der Menschennatur hinweisen, wenn man auf dasjenige hinweisen will, was der heutigen Zeit not tut.

[ 21 ] Und hier möchte ich am Schlusse der heutigen Betrachtungen dasjenige aussprechen, an was dann morgen bei einer praktisch-sozialen Betrachtung weiter angeknüpft werden soll. Was ich aussprechen werde, wird scheinbar sehr weit abliegen von allem sozialistischen Denken oder Denken über die soziale Frage, aber Sie werden morgen sehen, wie nahe das liegt, was scheinbar fern liegt, und wie wir gerade durch diese Betrachtungen werden zurechtrücken können die vier Punkte, die ich Ihnen als die Glieder des sozialistischen Ideals angegeben habe. Die Menschen sagen im Leben so oft: Die Meinungen sind verschieden, Überzeugungen sind verschieden, der eine glaubt das, der andere glaubt jenes. — Sieht das nicht so aus, als ob, wenn wir uns unserem Denken hingeben, der eine sich diese, der andere sich jene Gedanken machen kann, und diese und jene Gedanken dann berechtigt sein können? Es sieht so aus, und ist doch durchaus nicht so. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß eine jede Charakteristik einer Sache im höheren Sinne immer gewissermaßen eine Photographie von der einen Seite ist, daß es also Beleuchtungen von den verschiedensten Seiten gibt — immer vorausgesetzt, daß dies berücksichtigt wird —, haben alle Menschen über ein und dieselbe Sache die gleiche Meinung in ihrem tiefsten Inneren. Es gibt nicht zwei Menschen in der Welt, die über ein und dieselbe Sache — wie gesagt, immer unter der gemachten Voraussetzung — nicht dieselbe Meinung haben. Das gibt es nicht. Warum reden denn die Menschen doch von verschiedenen Meinungen? Weil sich zwischen die Wahrheit und zwischen dasjenige, was der Mensch vernimmt in seinem Inneren, sein Emotionelles schiebt, sein egoistisches Vorurteil schiebt und ihm die Sache verzerrt, karikiert. Wahrhaftig verschieden sind die Menschen nur mit Bezug auf ihre Emotionen, nicht mit Bezug auf ihre Begriffe und Ideen. Hat man einmal den Zugang zu einem wirklichen Begriff gewonnen, so kann man über diesen Begriff nicht anderer Meinung sein als ein anderer Mensch, der ebenfalls den Zugang zu diesem Begriff gewonnen hat. Und es ist die größte Frivolität der Seele, zu glauben, daß man ein gewisses Recht auf subjektive Meinungen habe. Dieses Recht auf subjektive Meinungen hat man nicht, sondern man hat als Mensch die Verpflichtung, hinauszudringen über seine Subjektivität zu dem Objektiven. Um in diesem Punkte das Richtige zu sehen, ist allerdings sehr notwendig, daß man alle die Fehlerquellen berücksichtigt, die aus den menschlichen Emotionen folgen. Ein Mensch glaubt, er kann von irgendeiner Sache überzeugt sein. Oftmals ist der Grund, warum er glaubt, daß er von irgendeiner Sache überzeugt ist, kein anderer, als daß er zu faul ist, den Begriff wirklich ins Auge zu fassen. Ja, man muß schon auf diese innerlich moralische Seite der Menschennatur hinweisen, wenn man auf dasjenige hinweisen will, was der heutigen Zeit not tut.

[ 22 ] Diese heutige Zeit ist ja vor allen Dingen voller Hochmut, voller Emotionen selbst in dem, was man objektive Wissenschaft nennt, und gar nicht geneigt, den Zugang zu suchen zu dem Urteil, das in wirklichen Ideen und in wirklichen Begriffen liegt. Wohin sollen wir aber kommen, wenn die brennenden sozialen Rätsel, die jetzt vor der Türe stehen, aus den Emotionen der Menschen heraus gelöst werden ? Sie wissen: Es gibt Imaginationen, es gibt Inspirationen, es gibt Intuitionen. In Wahrheit liegt alles dasjenige, was mit Bezug auf die ökonomischen, die wirtschaftlichen und wirtschaftsgesetzlichen Zusammenhänge ergründet werden muß, in Imaginationen; alles dasjenige, was im Wirtschaftsorganismus ergründet werden muß, das liegt in Imaginationen. Diese Imaginationen mögen ja bei den meisten Menschen nur aus dem Unbewußten herausdämmern in Ahnungen. Aber dann sind diese Ahnungen besser als die er studierten Begriffe, die heute vielfach in der Menschheit figurieren. Alles, was in dem lebt, das man nennen kann das geistige Leben, was wir so charakterisiert haben, wie wir das geistige Leben als ein Glied der künftigen Gesellschaftsordnung charakterisiert haben, alles das beruht auf Inspirationen: geistiger Organismus. Und alles das, was nun wirklich losgelöst vom Menschen existieren darf, ja losgelöst vom Menschen existieren muß, das, worinnen die Menschen gleich sein müssen, gleich, wie man sagt, vor dem Gesetze, das kann nur auf Intuitionen beruhen. Darauf beruht also der, man könnte sagen, politische Organismus. Imagination: Wirtschaftsorganismus — Inspiration: Geistiger Organismus — Intuition: Politischer Organismus.

[ 22 ] Diese heutige Zeit ist ja vor allen Dingen voller Hochmut, voller Emotionen selbst in dem, was man objektive Wissenschaft nennt, und gar nicht geneigt, den Zugang zu suchen zu dem Urteil, das in wirklichen Ideen und in wirklichen Begriffen liegt. Wohin sollen wir aber kommen, wenn die brennenden sozialen Rätsel, die jetzt vor der Türe stehen, aus den Emotionen der Menschen heraus gelöst werden ? Sie wissen: Es gibt Imaginationen, es gibt Inspirationen, es gibt Intuitionen. In Wahrheit liegt alles dasjenige, was mit Bezug auf die ökonomischen, die wirtschaftlichen und wirtschaftsgesetzlichen Zusammenhänge ergründet werden muß, in Imaginationen; alles dasjenige, was im Wirtschaftsorganismus ergründet werden muß, das liegt in Imaginationen. Diese Imaginationen mögen ja bei den meisten Menschen nur aus dem Unbewußten herausdämmern in Ahnungen. Aber dann sind diese Ahnungen besser als die er studierten Begriffe, die heute vielfach in der Menschheit figurieren. Alles, was in dem lebt, das man nennen kann das geistige Leben, was wir so charakterisiert haben, wie wir das geistige Leben als ein Glied der künftigen Gesellschaftsordnung charakterisiert haben, alles das beruht auf Inspirationen: geistiger Organismus. Und alles das, was nun wirklich losgelöst vom Menschen existieren darf, ja losgelöst vom Menschen existieren muß, das, worinnen die Menschen gleich sein müssen, gleich, wie man sagt, vor dem Gesetze, das kann nur auf Intuitionen beruhen. Darauf beruht also der, man könnte sagen, politische Organismus. Imagination: Wirtschaftsorganismus — Inspiration: Geistiger Organismus — Intuition: Politischer Organismus.

[ 23 ] In dieser Weise müssen zusammenwirken wirklich Inspiration, Intuition, Imagination in der Gestaltung der Lebensverhältnisse. Da muß man nur einmal bedenken, daß dies so ist. Und dann wird man auch einsehen, wie im Grunde genommen nur aus geisteswissenschaftlichen Methoden heraus die sozialen Fragen, die heute vor der Türe nicht nur stehen, sondern brennen, in die Richtung ihrer Lösung gebracht werden können. Das ist es, worauf es ankommt: ablegen alle Lässigkeit, alle Bequemlichkeit im Denken, und wirklich losgehen auf dasjenige, was die Menschenseele mit der Wirklichkeit verbindet. Das kann letzten Endes doch nur dahin bringen, wohin wir kommen müssen in der Gegenwart. Von diesem Gesichtspunkte aus wollen wir dann morgen die vier Glieder des sogenannten sozialistischen Ideals einmal charakterisieren, kritisch besprechen.

[ 23 ] In dieser Weise müssen zusammenwirken wirklich Inspiration, Intuition, Imagination in der Gestaltung der Lebensverhältnisse. Da muß man nur einmal bedenken, daß dies so ist. Und dann wird man auch einsehen, wie im Grunde genommen nur aus geisteswissenschaftlichen Methoden heraus die sozialen Fragen, die heute vor der Türe nicht nur stehen, sondern brennen, in die Richtung ihrer Lösung gebracht werden können. Das ist es, worauf es ankommt: ablegen alle Lässigkeit, alle Bequemlichkeit im Denken, und wirklich losgehen auf dasjenige, was die Menschenseele mit der Wirklichkeit verbindet. Das kann letzten Endes doch nur dahin bringen, wohin wir kommen müssen in der Gegenwart. Von diesem Gesichtspunkte aus wollen wir dann morgen die vier Glieder des sogenannten sozialistischen Ideals einmal charakterisieren, kritisch besprechen.