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Past and Future Influences on Social Events
GA 190

14 April 1919, Dornach

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Vergangenheits- und Zukunftsimpulse im sozialen Geschehen
  1. Past and Future Influences on Social Events, tr. SOL

Zwölfter Vortrag

Zwölfter Vortrag

[ 1 ] Heute liegt mir vor allen Dingen auf der Seele, einiges zu Ihnen zu sprechen mit Rücksicht auf das, was aus den Impulsen unserer Zeit, aus der Not unserer Zeit heraus zur Menschheit überhaupt gesprochen sein will durch meine in den nächsten Tagen erscheinende Schrift über die soziale Frage. Die Schrift wird heißen: «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft». ‚Aus den Betrachtungen der letzten Tage, die im Grunde genommen nur eine weitere Fortsetzung und ein Ausbau jener Betrachtungen waren, die wir hier seit vielen Wochen gepflogen haben, werden Sie ersehen haben, daß dasjenige, was von mir gesagt werden soll jetzt gerade mit Bezug auf die soziale Frage, nicht etwa nur wie eine Art Nebenströmung dasteht neben dem, was pulsiert in unserem ganzen geisteswissenschaftlichen Streben, sondern daß in der Tat die Sache so betrachtet werden muß, daß dieses geisteswissenschaftliche Streben gerade durch seine ihm eigene Art Verständnis entwickelt für die Bedürfnisse und Forderungen unserer Gegenwart und der nächsten Zukunft, und daß schon einmal der Grundcharakter gerade unserer Zeit darinnen liegt, daß der Not der Zeit radikal doch nur geholfen werden kann aus geistigen Impulsen heraus. Alles andere, was versucht würde — das habe ich ja von den verschiedensten Gesichtspunkten her betont —, würde doch höchstens ein Surrogat sein können. Auch das Äußere, was getan werden soll, es wird so geartet sein müssen, daß, ich will nicht sagen eine bestimmte Form der Geisteswissenschaft, aber daß ein Geistesleben, das hinaufdringt zum wirklichen Geist, innerhalb der sozialen Ordnung möglich werde.

[ 1 ] Heute liegt mir vor allen Dingen auf der Seele, einiges zu Ihnen zu sprechen mit Rücksicht auf das, was aus den Impulsen unserer Zeit, aus der Not unserer Zeit heraus zur Menschheit überhaupt gesprochen sein will durch meine in den nächsten Tagen erscheinende Schrift über die soziale Frage. Die Schrift wird heißen: «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft». ‚Aus den Betrachtungen der letzten Tage, die im Grunde genommen nur eine weitere Fortsetzung und ein Ausbau jener Betrachtungen waren, die wir hier seit vielen Wochen gepflogen haben, werden Sie ersehen haben, daß dasjenige, was von mir gesagt werden soll jetzt gerade mit Bezug auf die soziale Frage, nicht etwa nur wie eine Art Nebenströmung dasteht neben dem, was pulsiert in unserem ganzen geisteswissenschaftlichen Streben, sondern daß in der Tat die Sache so betrachtet werden muß, daß dieses geisteswissenschaftliche Streben gerade durch seine ihm eigene Art Verständnis entwickelt für die Bedürfnisse und Forderungen unserer Gegenwart und der nächsten Zukunft, und daß schon einmal der Grundcharakter gerade unserer Zeit darinnen liegt, daß der Not der Zeit radikal doch nur geholfen werden kann aus geistigen Impulsen heraus. Alles andere, was versucht würde — das habe ich ja von den verschiedensten Gesichtspunkten her betont —, würde doch höchstens ein Surrogat sein können. Auch das Äußere, was getan werden soll, es wird so geartet sein müssen, daß, ich will nicht sagen eine bestimmte Form der Geisteswissenschaft, aber daß ein Geistesleben, das hinaufdringt zum wirklichen Geist, innerhalb der sozialen Ordnung möglich werde.

[ 2 ] Das ist aus dem Grunde notwendig, weil durch die Entwickelung der Menschheit der Mensch der Gegenwart in einer ganz bestimmten Lage ist. Diese Lage des Menschen der Gegenwart, ich habe sie Ihnen von den verschiedensten Seiten her charakterisiert. Ich will heute nur noch einmal darauf hinweisen, daß im Grunde genommen alle Betrachtungen uns dazu geführt haben, einzusehen, wie der Mensch der Gegenwart durch seine Organisation einfach im jetzigen Zeitpunkte in einem gewissen Zwiespalt drinnen ist. Man kann ja leicht den Menschen seiner ganzen Wesenheit nach als eine Einheit ansehen. Er ist aber keine Einheit. Wir wissen, daß er ein dreigliedriges Wesen ist. Aber diese drei Glieder der menschlichen Wesenheit, sie standen zu den verschiedenen Epochen der nachatlantischen Zeit in verschiedenem Verhältnisse zur ganzen Außenwelt, der physischen, seelischen und geistigen Außenwelt, und zu dem eigenen Inneren. Wir können nun den dreigliedrigen Menschen auf zwei Arten betrachten. Machen wir das schematisch, setzen wir einfach die drei Glieder des Menschen übereinander (siehe Zeichnung). Wie wir sie nun benennen, ob nach ihrem physischen Aspekt: Nerven-Sinnessystem, rhythmisches System, Gliedmaßen-Stoffwechselsystem, oder nach dem geistigen Aspekte: dem intuitiven Geistigen, dem inspirierten Seelischen, dem imaginativen Leiblichen, ob wir mit anderen Worten mehr so vorgehen, wie ich das von dem geistigen Aspekte her in meinem Buche «Theosophie» dargestellt habe, oder ob wir die physische Projektion dieses dreigliedrigen Menschen nehmen, wie ich auf sie aufmerksam gemacht habe in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln», von allen Gesichtspunkten aus zeigt sich uns, daß der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist. Aber dieses dreigliedrige Wesen Mensch, das ist, wenn ich so sagen darf, gar nicht so einfach dreifach. Der Mensch ist einmal ein kompliziertes Wesen, und die Dreiheit in ihm ist auch gar nicht so einfach dreifach, sondern wir können sagen: der Mensch ist in gewissem Sinne ein Doppelwesen, ein zweifaches Wesen, und die Grenze geht eigentlich mitten durch das Rhythmussystem, durch das Atmungs- und Herzsystem.

[ 2 ] Das ist aus dem Grunde notwendig, weil durch die Entwickelung der Menschheit der Mensch der Gegenwart in einer ganz bestimmten Lage ist. Diese Lage des Menschen der Gegenwart, ich habe sie Ihnen von den verschiedensten Seiten her charakterisiert. Ich will heute nur noch einmal darauf hinweisen, daß im Grunde genommen alle Betrachtungen uns dazu geführt haben, einzusehen, wie der Mensch der Gegenwart durch seine Organisation einfach im jetzigen Zeitpunkte in einem gewissen Zwiespalt drinnen ist. Man kann ja leicht den Menschen seiner ganzen Wesenheit nach als eine Einheit ansehen. Er ist aber keine Einheit. Wir wissen, daß er ein dreigliedriges Wesen ist. Aber diese drei Glieder der menschlichen Wesenheit, sie standen zu den verschiedenen Epochen der nachatlantischen Zeit in verschiedenem Verhältnisse zur ganzen Außenwelt, der physischen, seelischen und geistigen Außenwelt, und zu dem eigenen Inneren. Wir können nun den dreigliedrigen Menschen auf zwei Arten betrachten. Machen wir das schematisch, setzen wir einfach die drei Glieder des Menschen übereinander (siehe Zeichnung). Wie wir sie nun benennen, ob nach ihrem physischen Aspekt: Nerven-Sinnessystem, rhythmisches System, Gliedmaßen-Stoffwechselsystem, oder nach dem geistigen Aspekte: dem intuitiven Geistigen, dem inspirierten Seelischen, dem imaginativen Leiblichen, ob wir mit anderen Worten mehr so vorgehen, wie ich das von dem geistigen Aspekte her in meinem Buche «Theosophie» dargestellt habe, oder ob wir die physische Projektion dieses dreigliedrigen Menschen nehmen, wie ich auf sie aufmerksam gemacht habe in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln», von allen Gesichtspunkten aus zeigt sich uns, daß der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist. Aber dieses dreigliedrige Wesen Mensch, das ist, wenn ich so sagen darf, gar nicht so einfach dreifach. Der Mensch ist einmal ein kompliziertes Wesen, und die Dreiheit in ihm ist auch gar nicht so einfach dreifach, sondern wir können sagen: der Mensch ist in gewissem Sinne ein Doppelwesen, ein zweifaches Wesen, und die Grenze geht eigentlich mitten durch das Rhythmussystem, durch das Atmungs- und Herzsystem.

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[ 3 ] Heute, in unserer gegenwärtigen Entwickelungsphase, ist die Sache so, daß eigentlich das Innere des Menschen so recht nur lebt im Stoffwechselsystem und in den unteren Gliedern des Lungen-Herzsystems, des rhythmischen Systems. Da ist eigentlich für die heutige Zeit der Mensch im wesentlichen innerlich. Dagegen mit Bezug auf den oberen Teil des Herz-Atmungssystems und mit Bezug auf das Nerven-Sinnessystem ist der Mensch heute auf eine starke Äußerlichkeit angewiesen. Sie werden gleich verstehen, was ich meine. Der Mensch nimmt durch seine Sinne die äußere Welt wahr. Er verarbeitet durch seinen Verstand die äußere Welt. Er atmet auch die äußere Welt durch seine Lunge ein. Das nimmt der Mensch von außen, was durch Wahrnehmungen, durch Verstandesbearbeitung, durch Einatmen kommt. Aber mit Bezug auf das, was da von außen in den Menschen kommt, ist der Mensch gewissermaßen doch nur eine Art von Wohnhaus. Eigentlich ist in diesem Teil des Menschen — dem oberen — die ganze äußere Natur drinnen: die Farben, die Töne von außen, die Sterne, die Wolken, die Luft sogar bis zum Atmungsprozeß; und Sie selbst sind eigentlich nur das Wohnhaus für dieses Äußerliche. In alten Zeiten haben die Menschen in diesem Äußerlichen noch etwas gefunden, was ihrem Inneren verwandt war: Elementargeister, auch göttlich-geistige Wesenheiten der höheren Hierarchien. Sie haben in ihren Mythologien, die weiser waren als die heutige naturwissenschaftliche Weisheit, von diesen Naturwesen gesprochen. Aber die sind aus dem menschlichen Wahrnehmen fort. Der Mensch nimmt heute nur das Sinnliche wahr und verarbeitet es. Da trägt er eigentlich nur die Außenwelt in sich. Man ist sehr häufig nicht genügend aufmerksam darauf, wie wenig in dem, was wir so in uns tragen als Wahrnehmung von der Außenwelt oder auch als dasjenige, was im Gedächtnis von der Außenwelt bleibt, wie wenig in dem eigentlich von uns ist. Wenn Sie des Morgens oder des Mittags über diesen Hügel heraufgehen und das Goetheanum sehen und wiederum hinuntergehen und das Bild des Goetheanums in sich tragen und all dasjenige, was Sie da gesehen haben, so haben Sie scheinbar etwas in sich, was aber in Ihnen nur ein Spiegelbild ist, denn das Goetheanum steht hier auf diesem Hügel. Alles das, was Sie gesehen haben, steht auch auf diesem Hügel. Sie sind nur mit dem Teil des Menschen, den ich hier abgegliedert habe, das Wohnhaus von dem. Und heute ist der Mensch so geistarm, weil er eben in diesem Äußeren nicht mehr den Geist finder.

[ 3 ] Heute, in unserer gegenwärtigen Entwickelungsphase, ist die Sache so, daß eigentlich das Innere des Menschen so recht nur lebt im Stoffwechselsystem und in den unteren Gliedern des Lungen-Herzsystems, des rhythmischen Systems. Da ist eigentlich für die heutige Zeit der Mensch im wesentlichen innerlich. Dagegen mit Bezug auf den oberen Teil des Herz-Atmungssystems und mit Bezug auf das Nerven-Sinnessystem ist der Mensch heute auf eine starke Äußerlichkeit angewiesen. Sie werden gleich verstehen, was ich meine. Der Mensch nimmt durch seine Sinne die äußere Welt wahr. Er verarbeitet durch seinen Verstand die äußere Welt. Er atmet auch die äußere Welt durch seine Lunge ein. Das nimmt der Mensch von außen, was durch Wahrnehmungen, durch Verstandesbearbeitung, durch Einatmen kommt. Aber mit Bezug auf das, was da von außen in den Menschen kommt, ist der Mensch gewissermaßen doch nur eine Art von Wohnhaus. Eigentlich ist in diesem Teil des Menschen — dem oberen — die ganze äußere Natur drinnen: die Farben, die Töne von außen, die Sterne, die Wolken, die Luft sogar bis zum Atmungsprozeß; und Sie selbst sind eigentlich nur das Wohnhaus für dieses Äußerliche. In alten Zeiten haben die Menschen in diesem Äußerlichen noch etwas gefunden, was ihrem Inneren verwandt war: Elementargeister, auch göttlich-geistige Wesenheiten der höheren Hierarchien. Sie haben in ihren Mythologien, die weiser waren als die heutige naturwissenschaftliche Weisheit, von diesen Naturwesen gesprochen. Aber die sind aus dem menschlichen Wahrnehmen fort. Der Mensch nimmt heute nur das Sinnliche wahr und verarbeitet es. Da trägt er eigentlich nur die Außenwelt in sich. Man ist sehr häufig nicht genügend aufmerksam darauf, wie wenig in dem, was wir so in uns tragen als Wahrnehmung von der Außenwelt oder auch als dasjenige, was im Gedächtnis von der Außenwelt bleibt, wie wenig in dem eigentlich von uns ist. Wenn Sie des Morgens oder des Mittags über diesen Hügel heraufgehen und das Goetheanum sehen und wiederum hinuntergehen und das Bild des Goetheanums in sich tragen und all dasjenige, was Sie da gesehen haben, so haben Sie scheinbar etwas in sich, was aber in Ihnen nur ein Spiegelbild ist, denn das Goetheanum steht hier auf diesem Hügel. Alles das, was Sie gesehen haben, steht auch auf diesem Hügel. Sie sind nur mit dem Teil des Menschen, den ich hier abgegliedert habe, das Wohnhaus von dem. Und heute ist der Mensch so geistarm, weil er eben in diesem Äußeren nicht mehr den Geist finder.

[ 4 ] Ja, es gab Zeiten in der Erdenentwickelung, wo auf die Menschen, die hier auf diesen Hügel heraufgegangen wären und so etwas erblickt hätten wie dieses Goetheanum, beim Hinuntergehen gewisse Dinge nicht wie eine Phantasie, nicht wie eine innere Mystik, sondern wie eine Tatsachenwelt gewirkt hätte. Wie etwas, was sie gesehen haben, wie etwa die Malerei oder dergleichen, würden sie mitgenommen haben in ihrer Seele, jene Geistwesen, die ihnen von allen Ecken herausgeschlüpft wären, und die mitgetan haben, indem die Menschen hier geschaffen haben. Aber das ist vorbei für die Menschen, so, wie wenn die elementarischen und die geistigen Wesen geflohen wären aus der äußeren Natur. Entgeistet ist die äußere Natur und damit auch dieser Teil des Menscheninneren. Und für das Innere bleibt eigentlich nur der untere Teil der Brust und der Stoffwechselleib mit den Gliedmaßen. Der ist für den heutigen veräußerlichten Menschen, für diese Periode der Menschheitsentwickelung dasjenige, was der Mensch, wenn er sich nicht wirklich anfängt für wahre Geistigkeit zu interessieren, was der Mensch sein Inneres nennt. Und hart an dem Punkte ist der Mensch angelangt, wo er zwar spricht von seinem Inneren, aber wo er mit diesem Inneren im Grunde genommen nichts anderes meint als seinen Stoffwechsel und höchstens die Korrespondenz, welche die Atmung und der Herzrhythmus mit seinem Stoffwechsel eingehen. Man täusche sich darüber nicht. Man sei sich darüber nur klar: die Menschen kommen heute und reden davon, daß sie mit ihrem Inneren nicht fertig werden, daß sie innere Schwierigkeiten haben. Das ist nur ein Wortausdruck für irgendeine Unregelmäßigkeit des Stoffwechsels. Der eine ist heiter, der andere ist mürrisch aus seinem Inneren heraus; der eine ist leidenschaftlich, der andere ist humorvoll. Es ist im Grunde genommen das alles ein Ergebnis des Stoffwechsels und höchstens des Rückschlages der Atmungs- und Herzzirkulation auf den Stoffwechsel. Viele Menschen sprechen heute von ihrem Inneren. Sie reden von den Bedürfnissen dieses Inneren. Sie reden davon, daß ihre Seele mit dem und jenem nicht fertig werde. In Wahrheit wird ihr Magen und werden ihre Gedärme nicht fertig. Und dieses, was sie vom seelischen Leben reden, ist im Grunde genommen nur ein Wortausdruck für dasjenige, was im Stoffwechsel vor sich geht. Und es ist so, daß die Menschen selbstverständlich nicht der Wahrheit gemäß zugeben würden: Mein Magen, meine Gedärme, Milz und Leber oder sonstige Dinge sind in mir nicht in Ordnung —, sondern sie sagen: Meine Seele hat diese oder jene Schwierigkeit. — Das klingt besser, vornehmer für manche Menschen, das halten sie für weniger materialistisch. Für denjenigen, der die Dinge der Wahrheit gemäß schaut, ist es nur verlogener. Denn wir stehen heute eben in derjenigen Entwickelungsphase, in der sich die menschliche Natur deutlich in diese zwei Glieder abgliedert.

[ 4 ] Ja, es gab Zeiten in der Erdenentwickelung, wo auf die Menschen, die hier auf diesen Hügel heraufgegangen wären und so etwas erblickt hätten wie dieses Goetheanum, beim Hinuntergehen gewisse Dinge nicht wie eine Phantasie, nicht wie eine innere Mystik, sondern wie eine Tatsachenwelt gewirkt hätte. Wie etwas, was sie gesehen haben, wie etwa die Malerei oder dergleichen, würden sie mitgenommen haben in ihrer Seele, jene Geistwesen, die ihnen von allen Ecken herausgeschlüpft wären, und die mitgetan haben, indem die Menschen hier geschaffen haben. Aber das ist vorbei für die Menschen, so, wie wenn die elementarischen und die geistigen Wesen geflohen wären aus der äußeren Natur. Entgeistet ist die äußere Natur und damit auch dieser Teil des Menscheninneren. Und für das Innere bleibt eigentlich nur der untere Teil der Brust und der Stoffwechselleib mit den Gliedmaßen. Der ist für den heutigen veräußerlichten Menschen, für diese Periode der Menschheitsentwickelung dasjenige, was der Mensch, wenn er sich nicht wirklich anfängt für wahre Geistigkeit zu interessieren, was der Mensch sein Inneres nennt. Und hart an dem Punkte ist der Mensch angelangt, wo er zwar spricht von seinem Inneren, aber wo er mit diesem Inneren im Grunde genommen nichts anderes meint als seinen Stoffwechsel und höchstens die Korrespondenz, welche die Atmung und der Herzrhythmus mit seinem Stoffwechsel eingehen. Man täusche sich darüber nicht. Man sei sich darüber nur klar: die Menschen kommen heute und reden davon, daß sie mit ihrem Inneren nicht fertig werden, daß sie innere Schwierigkeiten haben. Das ist nur ein Wortausdruck für irgendeine Unregelmäßigkeit des Stoffwechsels. Der eine ist heiter, der andere ist mürrisch aus seinem Inneren heraus; der eine ist leidenschaftlich, der andere ist humorvoll. Es ist im Grunde genommen das alles ein Ergebnis des Stoffwechsels und höchstens des Rückschlages der Atmungs- und Herzzirkulation auf den Stoffwechsel. Viele Menschen sprechen heute von ihrem Inneren. Sie reden von den Bedürfnissen dieses Inneren. Sie reden davon, daß ihre Seele mit dem und jenem nicht fertig werde. In Wahrheit wird ihr Magen und werden ihre Gedärme nicht fertig. Und dieses, was sie vom seelischen Leben reden, ist im Grunde genommen nur ein Wortausdruck für dasjenige, was im Stoffwechsel vor sich geht. Und es ist so, daß die Menschen selbstverständlich nicht der Wahrheit gemäß zugeben würden: Mein Magen, meine Gedärme, Milz und Leber oder sonstige Dinge sind in mir nicht in Ordnung —, sondern sie sagen: Meine Seele hat diese oder jene Schwierigkeit. — Das klingt besser, vornehmer für manche Menschen, das halten sie für weniger materialistisch. Für denjenigen, der die Dinge der Wahrheit gemäß schaut, ist es nur verlogener. Denn wir stehen heute eben in derjenigen Entwickelungsphase, in der sich die menschliche Natur deutlich in diese zwei Glieder abgliedert.

[ 5 ] Und wenn Sie fragen: Was gibt es da für eine Hilfe? — es gibt nur die eine Hilfe für die Menschen heute: loszukommen von sich selbst durch ein Interesse für die Angelegenheiten der Menschheit, durch wirkliches Interesse für dasjenige, was alle Menschen der heutigen Zeit angeht, und möglichst wenig Aufmerksamkeit für diese heute doch zumeist vorhandenen Unregelmäßigkeiten des Stoffwechsels im weiteren Sinne. Wenn die Menschen loskommen können von ihrem Reden über sich selber durch ein weitgehendes Interesse, was nur durch ein Ernstnehmen der Geisteswissenschaft zu erreichen ist, dann kann allein Heil sich ausgießen über das gegenwärtige menschliche Geschlecht.

[ 5 ] Und wenn Sie fragen: Was gibt es da für eine Hilfe? — es gibt nur die eine Hilfe für die Menschen heute: loszukommen von sich selbst durch ein Interesse für die Angelegenheiten der Menschheit, durch wirkliches Interesse für dasjenige, was alle Menschen der heutigen Zeit angeht, und möglichst wenig Aufmerksamkeit für diese heute doch zumeist vorhandenen Unregelmäßigkeiten des Stoffwechsels im weiteren Sinne. Wenn die Menschen loskommen können von ihrem Reden über sich selber durch ein weitgehendes Interesse, was nur durch ein Ernstnehmen der Geisteswissenschaft zu erreichen ist, dann kann allein Heil sich ausgießen über das gegenwärtige menschliche Geschlecht.

[ 6 ] Man macht ja mit einer solchen Sache wirklich heute charakteristische Erfahrungen. Ich war neulich bei jenem Völkerbundskongreß in Bern, wo von all den Dingen gesprochen wurde, von denen es heute unnötig ist, zu sprechen, weil es doch zu nichts führt, und wo von alldem nicht gesprochen wurde, was heute das Notwendigste ist. Aber das will ich gar nicht einmal als die Hauptsache erwähnen. Als die Hauptsache möchte ich erwähnen ein gewisses Formales, das fast bei allen Rednern zutage getreten ist. In jedem dritten Satze mindestens findet sich bei diesen Rednern das Wörtchen «ich»: Ich bin der Ansicht —, ich meine —, mir scheint, daß dies oder jenes notwendig ist —, ich liebe dies oder jenes —, das können Sie fast in jedem Satze hören. Und die Menschen werden geradezu wild, wenn man nicht einstimmt in diesen Ton! Redet man mehr aus der Objektivität heraus, stellt man seine Sätze so, daß man den inneren, objektiven Gehalt ins Auge faßt, und nicht seine Meinung gibt, nicht dasjenige gibt, was man liebt, dann sagen sie, man rede autoritär, man rede anmaßlich. Natürlich ist die höchste Anmaßung, wenn einer in jedem dritten Satze das Wörtchen «ich» im Munde führt. Aber die Leute haben verlernt, diese Anmaßung zu spüren. Sie finden gescheiter, wenn einer immer von sich redet, und sie finden das höchst unbescheiden und anmaßlich, wenn jemand versucht, aus der Objektivität heraus zu reden. Sie haben dann das dunkle Gefühl, er behaupte, etwas anderes zu wissen, als was seine «persönliche Meinung» ist. Und das ist heute eine große Sünde, wenn jemand behauptet, etwas anderes zu wissen, als was seine persönliche Meinung ist! Nun, diese persönlichen Meinungen —! Der geisteswissenschaftlich Bewanderte möchte oftmals solch eine Versammlung genauer charakterisieren, gerade von seinem geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus. Er hört einen Redner von jener Sorte, die in jedem dritten Satze das Wörtchen «ich» äußert: Ich meine —, ich bin der Ansicht —, mir ist dies sympathisch —, ich bitte Sie, auf dieses einzugehen —, der redet dann von «Überstaat», «Überparlament», und geht ab. Der geisteswissenschaftlich Einsichtige sagt sich: Der Mann hat halt doch ein Leberleiden, es ist an der Leber irgend etwas nicht in Ordnung, und aus ihm redet der Stoffwechsel. Ein zweiter Redner tritt auf, redet formal in einer ähnlichen Weise; er geht ab. Der Mann hat wahrscheinlich Gallensteine. Der dritte neigt zu Magenverstimmungen!

[ 6 ] Man macht ja mit einer solchen Sache wirklich heute charakteristische Erfahrungen. Ich war neulich bei jenem Völkerbundskongreß in Bern, wo von all den Dingen gesprochen wurde, von denen es heute unnötig ist, zu sprechen, weil es doch zu nichts führt, und wo von alldem nicht gesprochen wurde, was heute das Notwendigste ist. Aber das will ich gar nicht einmal als die Hauptsache erwähnen. Als die Hauptsache möchte ich erwähnen ein gewisses Formales, das fast bei allen Rednern zutage getreten ist. In jedem dritten Satze mindestens findet sich bei diesen Rednern das Wörtchen «ich»: Ich bin der Ansicht —, ich meine —, mir scheint, daß dies oder jenes notwendig ist —, ich liebe dies oder jenes —, das können Sie fast in jedem Satze hören. Und die Menschen werden geradezu wild, wenn man nicht einstimmt in diesen Ton! Redet man mehr aus der Objektivität heraus, stellt man seine Sätze so, daß man den inneren, objektiven Gehalt ins Auge faßt, und nicht seine Meinung gibt, nicht dasjenige gibt, was man liebt, dann sagen sie, man rede autoritär, man rede anmaßlich. Natürlich ist die höchste Anmaßung, wenn einer in jedem dritten Satze das Wörtchen «ich» im Munde führt. Aber die Leute haben verlernt, diese Anmaßung zu spüren. Sie finden gescheiter, wenn einer immer von sich redet, und sie finden das höchst unbescheiden und anmaßlich, wenn jemand versucht, aus der Objektivität heraus zu reden. Sie haben dann das dunkle Gefühl, er behaupte, etwas anderes zu wissen, als was seine «persönliche Meinung» ist. Und das ist heute eine große Sünde, wenn jemand behauptet, etwas anderes zu wissen, als was seine persönliche Meinung ist! Nun, diese persönlichen Meinungen —! Der geisteswissenschaftlich Bewanderte möchte oftmals solch eine Versammlung genauer charakterisieren, gerade von seinem geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus. Er hört einen Redner von jener Sorte, die in jedem dritten Satze das Wörtchen «ich» äußert: Ich meine —, ich bin der Ansicht —, mir ist dies sympathisch —, ich bitte Sie, auf dieses einzugehen —, der redet dann von «Überstaat», «Überparlament», und geht ab. Der geisteswissenschaftlich Einsichtige sagt sich: Der Mann hat halt doch ein Leberleiden, es ist an der Leber irgend etwas nicht in Ordnung, und aus ihm redet der Stoffwechsel. Ein zweiter Redner tritt auf, redet formal in einer ähnlichen Weise; er geht ab. Der Mann hat wahrscheinlich Gallensteine. Der dritte neigt zu Magenverstimmungen!

[ 7 ] Diese Dinge werden bedeutsam nur in einem Zeitalter, in dem der Materialismus pulsiert, wo die freie von der Materie unabhängige Seele nicht spricht, wo eigentlich der Leib spricht. Und heute spricht vielfach der Leib. Die Leute sind nur noch gewöhnt, für ihre leiblichen Indispositionen die alten Worte zu gebrauchen. Dem die Dinge geisteswissenschaftlich Durchschauenden wäre es lieber, wenn sie, statt vom Übermenschen zu reden — ich meine natürlich nicht Nietzsche, aber die anderen, die ja auch nach Nietzsche vom Übermenschen gesprochen haben —, vom Untermagen sprechen würden. Denn damit würden sie die Realität besser treffen, die eigentlich aus ihnen spricht.

[ 7 ] Diese Dinge werden bedeutsam nur in einem Zeitalter, in dem der Materialismus pulsiert, wo die freie von der Materie unabhängige Seele nicht spricht, wo eigentlich der Leib spricht. Und heute spricht vielfach der Leib. Die Leute sind nur noch gewöhnt, für ihre leiblichen Indispositionen die alten Worte zu gebrauchen. Dem die Dinge geisteswissenschaftlich Durchschauenden wäre es lieber, wenn sie, statt vom Übermenschen zu reden — ich meine natürlich nicht Nietzsche, aber die anderen, die ja auch nach Nietzsche vom Übermenschen gesprochen haben —, vom Untermagen sprechen würden. Denn damit würden sie die Realität besser treffen, die eigentlich aus ihnen spricht.

[ 8 ] Das ist nicht Pessimismus, meine lieben Freunde, das ist ganz einfach die Welt der gegenwärtigen Tatsachen. Und der Mensch wird in der heutigen Zeit gedrängt, unwahr zu werden, aus dem einfachen Grunde, weil er sich schämen würde, die Tatsachen aufzuzählen. Sogar eine Sehnsucht ist vorhanden, sich diesem Menschen hinzugeben, der eigentlich nur der physische Mensch ist. In unserer Zeit ist es ja schon einmal eine Wahrheit, daß wir vielleicht nur deshalb keinen Moliere haben, der den «Malade imaginaire» schrieb, weil wir zu viele Molires brauchten, denn es ist heute ein wahrer Enthusiasmus des Krankseins vorhanden bei jenen Menschen, die Zeit haben, krank zu sein vor allem. Diejenigen Menschen, die nicht Zeit haben, krank zu sein, wenden zumeist auf diejenigen Zustände gar nicht die Aufmerksamkeit, die bei anderen, die Zeit haben, krank zu sein, eine hinlängliche Veranlassung sind, sich krank zu fühlen. Die verheerenden Wirkungen des Materialismus muß man nicht nur dort suchen, wo vom Materialismus gesprochen wird, oder wo materialistisch gesprochen wird, diese verheerenden Wirkungen des Materialismus zeigen sich in zahlreichem Maße. Und manchmal ist die Rederei vom Geiste heute nichts anderes als der purste Materialismus, weil diese Rederei vom Geiste für sehr viele Menschen nichts anderes ist als ein Betäubungsmittel für ihre sonstige behäbige Materialität. Den Menschen heute fehlt der Wille zur Aktivität, zur wirklichen inneren Betätigung. Und alle äußere Betätigung muß heute von der inneren Betätigung kommen. Das ist ja der Grund, warum das Bürgertum so sehr in der Nullität geblieben ist gegenüber der seit siebzig Jahren heraufkommenden sozialen Frage. Es ist ein ungeheuerer Materialismus, welcher in den verschiedensten Formen die Menschen ergriffen hat, und namentlich diejenigen Kreise, die die Aufgabe hatten in der neuesten Zeit, sich dem Geistigen zuzuwenden. Dies muß man ja wissen über die Grundimpulse unserer Zeit, über dasjenige, was in unserer Zeit lebt. Alles andere wäre ein SichHingeben an Illusionen. Geisteswissenschaft ist deswegen für den gegenwärtigen Menschen von einer so großen Bedeutung, weil sie ihn wegbringt von sich. Aber sie muß auch wirklich so aufgefaßt werden. Es darf nicht eine andere Illusion eintreten gegenüber der Geisteswissenschaft. Es kann leicht eine Eigenschaft, die in der Gegenwart gerade durch den Materialismus so recht verbreitet ist, auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft sich geltend machen, und das ist die Oberflächlichkeit. Da können die Menschen, wenn sie oberflächlich erfassen dasjenige, was an Interesse erwecken will die Geisteswissenschaft, sich erst recht in sich verhärten, da können sie erst recht in sich gedrängt werden. Da hilft eben nichts anderes, als immer wieder und wiederum zu dem zurückzukehren, was uns als Person gar nichts angeht, und was im Inhalte unserer Geisteswissenschaft sich findet, und die Dinge, die im Inhalte unserer Geisteswissenschaft sich finden, so objektiv als möglich zu nehmen; und wenn über die subjektivsten Dinge gesprochen wird, sie ja nicht subjektiv zu nehmen. Denken Sie nur, wie klar es eigentlich ist, in diesem Punkte den naheliegenden Versuchungen sich zu widersetzen.

[ 8 ] Das ist nicht Pessimismus, meine lieben Freunde, das ist ganz einfach die Welt der gegenwärtigen Tatsachen. Und der Mensch wird in der heutigen Zeit gedrängt, unwahr zu werden, aus dem einfachen Grunde, weil er sich schämen würde, die Tatsachen aufzuzählen. Sogar eine Sehnsucht ist vorhanden, sich diesem Menschen hinzugeben, der eigentlich nur der physische Mensch ist. In unserer Zeit ist es ja schon einmal eine Wahrheit, daß wir vielleicht nur deshalb keinen Moliere haben, der den «Malade imaginaire» schrieb, weil wir zu viele Molires brauchten, denn es ist heute ein wahrer Enthusiasmus des Krankseins vorhanden bei jenen Menschen, die Zeit haben, krank zu sein vor allem. Diejenigen Menschen, die nicht Zeit haben, krank zu sein, wenden zumeist auf diejenigen Zustände gar nicht die Aufmerksamkeit, die bei anderen, die Zeit haben, krank zu sein, eine hinlängliche Veranlassung sind, sich krank zu fühlen. Die verheerenden Wirkungen des Materialismus muß man nicht nur dort suchen, wo vom Materialismus gesprochen wird, oder wo materialistisch gesprochen wird, diese verheerenden Wirkungen des Materialismus zeigen sich in zahlreichem Maße. Und manchmal ist die Rederei vom Geiste heute nichts anderes als der purste Materialismus, weil diese Rederei vom Geiste für sehr viele Menschen nichts anderes ist als ein Betäubungsmittel für ihre sonstige behäbige Materialität. Den Menschen heute fehlt der Wille zur Aktivität, zur wirklichen inneren Betätigung. Und alle äußere Betätigung muß heute von der inneren Betätigung kommen. Das ist ja der Grund, warum das Bürgertum so sehr in der Nullität geblieben ist gegenüber der seit siebzig Jahren heraufkommenden sozialen Frage. Es ist ein ungeheuerer Materialismus, welcher in den verschiedensten Formen die Menschen ergriffen hat, und namentlich diejenigen Kreise, die die Aufgabe hatten in der neuesten Zeit, sich dem Geistigen zuzuwenden. Dies muß man ja wissen über die Grundimpulse unserer Zeit, über dasjenige, was in unserer Zeit lebt. Alles andere wäre ein SichHingeben an Illusionen. Geisteswissenschaft ist deswegen für den gegenwärtigen Menschen von einer so großen Bedeutung, weil sie ihn wegbringt von sich. Aber sie muß auch wirklich so aufgefaßt werden. Es darf nicht eine andere Illusion eintreten gegenüber der Geisteswissenschaft. Es kann leicht eine Eigenschaft, die in der Gegenwart gerade durch den Materialismus so recht verbreitet ist, auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft sich geltend machen, und das ist die Oberflächlichkeit. Da können die Menschen, wenn sie oberflächlich erfassen dasjenige, was an Interesse erwecken will die Geisteswissenschaft, sich erst recht in sich verhärten, da können sie erst recht in sich gedrängt werden. Da hilft eben nichts anderes, als immer wieder und wiederum zu dem zurückzukehren, was uns als Person gar nichts angeht, und was im Inhalte unserer Geisteswissenschaft sich findet, und die Dinge, die im Inhalte unserer Geisteswissenschaft sich finden, so objektiv als möglich zu nehmen; und wenn über die subjektivsten Dinge gesprochen wird, sie ja nicht subjektiv zu nehmen. Denken Sie nur, wie klar es eigentlich ist, in diesem Punkte den naheliegenden Versuchungen sich zu widersetzen.

[ 9 ] Wenn ich neulich hier davon gesprochen habe, wie der Mensch heute eigentlich nur bis zum achtundzwanzigsten Jahre von außen entwickeInngsfähig iss, dann die Entwickelung abschließt; gerade aber ehr. vor der Verstandesseele und vor dem Ich, und an diese nicht herankommt, dadurch einer gewissen inneren Leerheit entgegengeht, so ist das für die heutige Zeit eine wichtige Wahrheit. Es ist wichtig, das zu wissen, es ist wichtig, das als ein inneres Erlebnis in sich aufzunehmen. ‚Aber es ist schädlich, hinterher zu denken: Bin ich vielleicht einer von dieser Art, der von seinem achtundzwanzigsten Jahre an nicht richtig sich zu seiner Verstandesseele entwickelt hat? Gerade die subjektivsten Dinge, die sich auf das Allerwichtigste beziehen, sollten objektiv aufgefaßt werden; wir sollten nicht hinsehen, ob wir es sind, denen so etwas passieren kann, wir sollten gerade bei den wichtigsten menschlichen Wahrheiten von uns absehen können und auf das Zeitalter sehen können, auf die Menschheit sehen können, nicht immer in egoistischer Weise an uns selber denken.

[ 9 ] Wenn ich neulich hier davon gesprochen habe, wie der Mensch heute eigentlich nur bis zum achtundzwanzigsten Jahre von außen entwickeInngsfähig iss, dann die Entwickelung abschließt; gerade aber ehr. vor der Verstandesseele und vor dem Ich, und an diese nicht herankommt, dadurch einer gewissen inneren Leerheit entgegengeht, so ist das für die heutige Zeit eine wichtige Wahrheit. Es ist wichtig, das zu wissen, es ist wichtig, das als ein inneres Erlebnis in sich aufzunehmen. ‚Aber es ist schädlich, hinterher zu denken: Bin ich vielleicht einer von dieser Art, der von seinem achtundzwanzigsten Jahre an nicht richtig sich zu seiner Verstandesseele entwickelt hat? Gerade die subjektivsten Dinge, die sich auf das Allerwichtigste beziehen, sollten objektiv aufgefaßt werden; wir sollten nicht hinsehen, ob wir es sind, denen so etwas passieren kann, wir sollten gerade bei den wichtigsten menschlichen Wahrheiten von uns absehen können und auf das Zeitalter sehen können, auf die Menschheit sehen können, nicht immer in egoistischer Weise an uns selber denken.

[ 10 ] Das ist dasjenige, was die Zeit charakterisiert, was hervorgeht aus den tiefsten Impulsen unserer Zeit, und was so schwierig macht, heute Ideen zu verbreiten, die sich beziehen auf die allerallerwichtigsten Impulse der Zeitentwickelung. Die Menschen können gewissermaßen aus dieser Grundstimmung, die ich eben charakterisiert habe, kein Interesse entwickeln. Die Ideen, sie bleiben für sie Sensationen, sie ergreifen sie nicht genügend, spornen sie nicht genügend an zur Aktivitä

[ 10 ] Das ist dasjenige, was die Zeit charakterisiert, was hervorgeht aus den tiefsten Impulsen unserer Zeit, und was so schwierig macht, heute Ideen zu verbreiten, die sich beziehen auf die allerallerwichtigsten Impulse der Zeitentwickelung. Die Menschen können gewissermaßen aus dieser Grundstimmung, die ich eben charakterisiert habe, kein Interesse entwickeln. Die Ideen, sie bleiben für sie Sensationen, sie ergreifen sie nicht genügend, spornen sie nicht genügend an zur Aktivitä

[ 11 ] Das ist es, was insbesondere jetzt gesagt werden muß, wo für alle diejenigen, die sich für unsere Geisteswissenschaft wahrhaftig interessieren, eine Art Übergang da ist. Sie haben bis jetzt eine Literatur gehabt, die sich auf die innere Entwickelung des Menschen und auf das Wissen über die geistige Welt bezieht, und die da sprach zu dem Menschen so, daß er die Welt, sein Verhältnis zur Welt, sein Verhältnis zu anderen Menschen, soweit es seelisch-geistig ist, von den verschiedensten Gesichtspunkten aus anfassen konnte. Jetzt erzeugt diese Geisteswissenschaft eine gewisse Strömung — natürlich nur mit einer Verzweigung, sie geht als große Geisteswissenschaft weiter, denn gerade die große Geisteswissenschaft ist das Allernotwendigste auch für die Gesundung aller anderen Verhältnisse —, die redet über die soziale Frage, über die Gesundung des sozialen Organismus. Da läuft die Geisteswissenschaft in eine Strömung hinein, die nun gar nicht unaktiv, die gar nicht bloß passiv genommen werden darf, sonst verfehlt sie ihr Ziel, ihren Zweck. Und jetzt wird sich zeigen, wie viele von uns durch die vielen vorangegangenen Jahre, wo sie Geisteswissenschaft in sich aufgenommen haben, sich reif gemacht haben vor allen Dingen für ein klares Erfassen desjenigen, was jetzt als soziale Frage zu verstehen ist, denn auf ein klares, vorurteilsloses, unsentimentalisches Erfassen desjenigen, was ausgesprochen werden soll namentlich durch mein kommendes Buch über die Kernpunkte der sozialen Frage, auf das wird es ankommen. Das wird dasjenige sein, worüber wir jetzt eine gewisse Probe werden zu bestehen haben.

[ 11 ] Das ist es, was insbesondere jetzt gesagt werden muß, wo für alle diejenigen, die sich für unsere Geisteswissenschaft wahrhaftig interessieren, eine Art Übergang da ist. Sie haben bis jetzt eine Literatur gehabt, die sich auf die innere Entwickelung des Menschen und auf das Wissen über die geistige Welt bezieht, und die da sprach zu dem Menschen so, daß er die Welt, sein Verhältnis zur Welt, sein Verhältnis zu anderen Menschen, soweit es seelisch-geistig ist, von den verschiedensten Gesichtspunkten aus anfassen konnte. Jetzt erzeugt diese Geisteswissenschaft eine gewisse Strömung — natürlich nur mit einer Verzweigung, sie geht als große Geisteswissenschaft weiter, denn gerade die große Geisteswissenschaft ist das Allernotwendigste auch für die Gesundung aller anderen Verhältnisse —, die redet über die soziale Frage, über die Gesundung des sozialen Organismus. Da läuft die Geisteswissenschaft in eine Strömung hinein, die nun gar nicht unaktiv, die gar nicht bloß passiv genommen werden darf, sonst verfehlt sie ihr Ziel, ihren Zweck. Und jetzt wird sich zeigen, wie viele von uns durch die vielen vorangegangenen Jahre, wo sie Geisteswissenschaft in sich aufgenommen haben, sich reif gemacht haben vor allen Dingen für ein klares Erfassen desjenigen, was jetzt als soziale Frage zu verstehen ist, denn auf ein klares, vorurteilsloses, unsentimentalisches Erfassen desjenigen, was ausgesprochen werden soll namentlich durch mein kommendes Buch über die Kernpunkte der sozialen Frage, auf das wird es ankommen. Das wird dasjenige sein, worüber wir jetzt eine gewisse Probe werden zu bestehen haben.

[ 12 ] Man konnte bisher ein guter Geisteswissenschafter schon sein, wenn man Geisteswissenschaft studierte, ohne daß man sich kümmerte um dasjenige, was draußen im Leben vorging. Und wir haben ja gerade zwei Erscheinungen innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung, über die wir eigentlich nachdenken sollten: Wir haben einerseits ganz gute Anthroposophen, welche aber, trotzdem sie ungeheuer viel wissen über die kosmische Entwickelung, über die Gliederung des Menschen, über Reinkarnation und Schicksal und Karma, von praktischen Gesichtspunkten des Lebens, von der Wirklichkeit des Lebens keine Ahnung haben, die gerade in der Anthroposophie etwas gesucht haben, um sich von dieser Wirklichkeit des Lebens fernzuhalten. Ja, diejenigen, die das, was ich jetzt sage, besonders betrifft, die ahnen nicht einmal, daß es sie betrifft. Denn eigentlich hält sich naiv jeder für einen Lebenspraktiker. Das also ist die eine Erscheinung, die wir unter uns haben.

[ 12 ] Man konnte bisher ein guter Geisteswissenschafter schon sein, wenn man Geisteswissenschaft studierte, ohne daß man sich kümmerte um dasjenige, was draußen im Leben vorging. Und wir haben ja gerade zwei Erscheinungen innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung, über die wir eigentlich nachdenken sollten: Wir haben einerseits ganz gute Anthroposophen, welche aber, trotzdem sie ungeheuer viel wissen über die kosmische Entwickelung, über die Gliederung des Menschen, über Reinkarnation und Schicksal und Karma, von praktischen Gesichtspunkten des Lebens, von der Wirklichkeit des Lebens keine Ahnung haben, die gerade in der Anthroposophie etwas gesucht haben, um sich von dieser Wirklichkeit des Lebens fernzuhalten. Ja, diejenigen, die das, was ich jetzt sage, besonders betrifft, die ahnen nicht einmal, daß es sie betrifft. Denn eigentlich hält sich naiv jeder für einen Lebenspraktiker. Das also ist die eine Erscheinung, die wir unter uns haben.

[ 13 ] Die andere Erscheinung ist die Sektiererei in irgendeiner Form. Es ist ja eine tiefe Neigung vorhanden, gerade in solchen Bewegungen, die sich auf das Geistige beziehen, Sektiererei zu treiben. Ob diese Sektiererei nun sich heraus entwickelt aus kleinen Cliquen, die auch mit dem Charakter der Sektiererei, wenn auch in sehr inferioren Dingen, auftreten, oder ob direkt Sektiererei getrieben wird, darauf kommt es nicht an. Denn dasjenige, worauf es ankommt, ist, wirklich einzusehen, daß durch diese hier gemeinte, anthroposophisch orientierte geisteswissenschaftliche Bewegung Objektivität, Unpersönlichkeit gehen muß. Das war ja immer das Schwierige unserer Bewegung, daß das Persönliche, meistens ohne daß man es ahnte, verwechselt wurde mit dem Objektiv-Sachlichen. Die Leute sind in dem guten Glauben, wenn sie sich zu einer Clique zusammentun, die mehr oder weniger groß ist, daß sie ein ganz sachliches Interesse haben. Gewiß, sie sind in dem guten Glauben, denn sie merken gar nicht, daß sie eigentlich doch in der Hauptsache dasjenige treiben, was sie wollen, weil ihnen der gerade geisteswissenschaftlich nahesteht, der ihnen so oder so gegenübersteht, weil sie mit dem gerade das oder jenes Verhältnis haben wollen, und dergleichen. Das ahnen die Menschen nicht. Sie leben in dem guten Glauben, objektiv zu sein. Aber diese Sektiererei, dieses Cliquenwesen, das ist ja gerade dasjenige, was die schrecklichen Tatsachen gebracht hat, daß die Veröffentlichungen, die Kundgebungen der Geisteswissenschaft nach außen, auf welchem Gebiete sie sich auch geltend machen, nicht beurteilt werden nach dem, was sie durch sich selbst sind, sondern nach dem, was eine Gesellschaft, die Anthroposophische Gesellschaft aus ihnen macht und gemacht hat. Wenn man hinweist auf die ärgsten Schäden und die fürchterlichsten Sumpfpflanzen von der Art eines Seiling, so darf man doch nie, wenn man auf die Grundlagen der Sache geht, außer acht lassen, daß solche Sumpfpflanzen gehätschelt, gezüchtet, kultiviert worden sind von dem Cliquen- und Sektiererwesen, das sich sehr breit entwickelt hat in den verflossenen siebzehn, achtzehn Jahren der anthroposophischen Bewegung. Und was in dieser anthroPosophischen Bewegung vorgeht, das projiziert sich sehr vielfach auf die Anthroposophie, weil ja auch in sehr vielen Mitgliedern gesündigt wird gegen dasjenige, was heute bedeutsamster Zeitimpuls ist: der Individualismus auf geistigem Gebiete. Wie häufig hört man: Wir Anthroposophen, wir Theosophen wollen dies und jenes! Es ist schrecklich, daß wir überhaupt nur drei Grundsätze haben! — Wir brauchen gar keine Grundsätze, denn darauf kommt es nicht an; wir brauchen Wahrheiten, keine zusammenfassenden Grundsätze, und diese Wahrheiten sind nur für den einzelnen Menschen, für die Individualität. Die Gesellschaft, wie oft habe ich gesagt, sie soll etwas sein nach außen; aber die Sache selbst geht die Gesellschaft nichts an. Diese Dinge muß man doch nur wirklich einmal ernst nehmen können. Heute ist es gerade notwendig; denn wenn dasjenige, was nun gerade in die Welt kommen soll durch die Bestrebungen mit Bezug auf die soziale Frage, wenn das etwa auch getragen werden sollte von sektiererischem oder Cliquengeiste oder den verschiedenen Engherzigkeiten, die ich heute charakterisiert habe, dann würde gerade dieser Sache ganz furchtbar geschadet werden. Hier müssen wir wirklich zu einer größeren Denkweise uns entwickeln. Hier müssen wir wirklich den Eingang suchen in das real praktische Leben. Darauf kommt es an.

[ 13 ] Die andere Erscheinung ist die Sektiererei in irgendeiner Form. Es ist ja eine tiefe Neigung vorhanden, gerade in solchen Bewegungen, die sich auf das Geistige beziehen, Sektiererei zu treiben. Ob diese Sektiererei nun sich heraus entwickelt aus kleinen Cliquen, die auch mit dem Charakter der Sektiererei, wenn auch in sehr inferioren Dingen, auftreten, oder ob direkt Sektiererei getrieben wird, darauf kommt es nicht an. Denn dasjenige, worauf es ankommt, ist, wirklich einzusehen, daß durch diese hier gemeinte, anthroposophisch orientierte geisteswissenschaftliche Bewegung Objektivität, Unpersönlichkeit gehen muß. Das war ja immer das Schwierige unserer Bewegung, daß das Persönliche, meistens ohne daß man es ahnte, verwechselt wurde mit dem Objektiv-Sachlichen. Die Leute sind in dem guten Glauben, wenn sie sich zu einer Clique zusammentun, die mehr oder weniger groß ist, daß sie ein ganz sachliches Interesse haben. Gewiß, sie sind in dem guten Glauben, denn sie merken gar nicht, daß sie eigentlich doch in der Hauptsache dasjenige treiben, was sie wollen, weil ihnen der gerade geisteswissenschaftlich nahesteht, der ihnen so oder so gegenübersteht, weil sie mit dem gerade das oder jenes Verhältnis haben wollen, und dergleichen. Das ahnen die Menschen nicht. Sie leben in dem guten Glauben, objektiv zu sein. Aber diese Sektiererei, dieses Cliquenwesen, das ist ja gerade dasjenige, was die schrecklichen Tatsachen gebracht hat, daß die Veröffentlichungen, die Kundgebungen der Geisteswissenschaft nach außen, auf welchem Gebiete sie sich auch geltend machen, nicht beurteilt werden nach dem, was sie durch sich selbst sind, sondern nach dem, was eine Gesellschaft, die Anthroposophische Gesellschaft aus ihnen macht und gemacht hat. Wenn man hinweist auf die ärgsten Schäden und die fürchterlichsten Sumpfpflanzen von der Art eines Seiling, so darf man doch nie, wenn man auf die Grundlagen der Sache geht, außer acht lassen, daß solche Sumpfpflanzen gehätschelt, gezüchtet, kultiviert worden sind von dem Cliquen- und Sektiererwesen, das sich sehr breit entwickelt hat in den verflossenen siebzehn, achtzehn Jahren der anthroposophischen Bewegung. Und was in dieser anthroPosophischen Bewegung vorgeht, das projiziert sich sehr vielfach auf die Anthroposophie, weil ja auch in sehr vielen Mitgliedern gesündigt wird gegen dasjenige, was heute bedeutsamster Zeitimpuls ist: der Individualismus auf geistigem Gebiete. Wie häufig hört man: Wir Anthroposophen, wir Theosophen wollen dies und jenes! Es ist schrecklich, daß wir überhaupt nur drei Grundsätze haben! — Wir brauchen gar keine Grundsätze, denn darauf kommt es nicht an; wir brauchen Wahrheiten, keine zusammenfassenden Grundsätze, und diese Wahrheiten sind nur für den einzelnen Menschen, für die Individualität. Die Gesellschaft, wie oft habe ich gesagt, sie soll etwas sein nach außen; aber die Sache selbst geht die Gesellschaft nichts an. Diese Dinge muß man doch nur wirklich einmal ernst nehmen können. Heute ist es gerade notwendig; denn wenn dasjenige, was nun gerade in die Welt kommen soll durch die Bestrebungen mit Bezug auf die soziale Frage, wenn das etwa auch getragen werden sollte von sektiererischem oder Cliquengeiste oder den verschiedenen Engherzigkeiten, die ich heute charakterisiert habe, dann würde gerade dieser Sache ganz furchtbar geschadet werden. Hier müssen wir wirklich zu einer größeren Denkweise uns entwickeln. Hier müssen wir wirklich den Eingang suchen in das real praktische Leben. Darauf kommt es an.

[ 14 ] Nehmen Sie, wenn ich über diese Dinge etwas sage, es wirklich nur in freundschaftlichstem Sinne. Nehmen Sie es nicht so, als ob ich irgendwie nach der einen oder nach der anderen Seite hin etwas Abträgliches sagen möchte. Aber ich bin einmal genötigt zu warnen, gründlich zu warnen gerade vor der sozialen Seite unserer Sache, ich meine, bevor diese soziale Seite unserer Sache Angelegenheit aller Mitglieder wird, die es werden soll, wirklich werden soll, gerade vorher dringend zu warnen: das Sektiererische, das Kleinliche, dasjenige, was keine großen Horizonte hat, nicht aus klarem Denken entspringt, nur ja nicht in dieses soziale Denken hineinzumischen, nur ja nicht, sondern da immer mehr zu versuchen, aus der Lebenserfahrung und aus der Lebenswirklichkeit heraus zu denken. Ich war ja hoch erstaunt, als vor kurzem einmal so an meine Ohren heranklang die Devise, die von der einen oder anderen Seite doch hier wohl ausgegangen sein muß, man solle die Dinge, die ich jetzt als soziale Ideen vortrage, praktisch ins Leben einführen. Und gemeint war die Überführung dieser praktischen Ideen in das Allerunpraktischste, was es nur geben kann. Wir dürfen wirklich nicht das tun, was gerade in die furchtbarsten Wirrnisse und Schäden der Zeit hineingeführt hat: verwechseln wahre Lebenspraxis mit illusorischer Lebenspraxis. Dasjenige, was da geäußert worden ist, ist so unpraktisch, ist so sektiererisch gedacht, hat so sehr nicht den Willen, wirklich ins praktische Leben einzutreten, daß ich gar nicht weiter darauf eingehen will. Ich bitte Sie, vor allen Dingen auf das zu sehen, was heute im wirklichen Leben vorgeht, kennenzulernen, woraus eigentlich die verschiedenen Sätze entspringen, die ich sage. Glauben Sie denn, das sei eine leichtherzige Theorie, wenn man über die Arbeitskraft mit dem Charakter der Ware redet? Das ist etwas, was nur gesagt werden darf, wenn man es immer wiederum als das Charakteristischste im wirklichen Leben erkannt hat. Und so die anderen Sachen. Klares, scharfes Verstehen der Lebenswirklichkeit ist es, worauf es heute ankommt. Also wirklich sine ira, mit der Bitte, ja nicht diese Dinge persönlich zu nehmen, möchte ich zum Beispiel folgendes sagen. Ich bin gefragt worden, ob denn nicht innerhalb unserer Gesellschaft die Dreigliederung verwirklicht werden könnte: Wirtschaftsleben, Rechtsleben, geistiges Leben.

[ 14 ] Nehmen Sie, wenn ich über diese Dinge etwas sage, es wirklich nur in freundschaftlichstem Sinne. Nehmen Sie es nicht so, als ob ich irgendwie nach der einen oder nach der anderen Seite hin etwas Abträgliches sagen möchte. Aber ich bin einmal genötigt zu warnen, gründlich zu warnen gerade vor der sozialen Seite unserer Sache, ich meine, bevor diese soziale Seite unserer Sache Angelegenheit aller Mitglieder wird, die es werden soll, wirklich werden soll, gerade vorher dringend zu warnen: das Sektiererische, das Kleinliche, dasjenige, was keine großen Horizonte hat, nicht aus klarem Denken entspringt, nur ja nicht in dieses soziale Denken hineinzumischen, nur ja nicht, sondern da immer mehr zu versuchen, aus der Lebenserfahrung und aus der Lebenswirklichkeit heraus zu denken. Ich war ja hoch erstaunt, als vor kurzem einmal so an meine Ohren heranklang die Devise, die von der einen oder anderen Seite doch hier wohl ausgegangen sein muß, man solle die Dinge, die ich jetzt als soziale Ideen vortrage, praktisch ins Leben einführen. Und gemeint war die Überführung dieser praktischen Ideen in das Allerunpraktischste, was es nur geben kann. Wir dürfen wirklich nicht das tun, was gerade in die furchtbarsten Wirrnisse und Schäden der Zeit hineingeführt hat: verwechseln wahre Lebenspraxis mit illusorischer Lebenspraxis. Dasjenige, was da geäußert worden ist, ist so unpraktisch, ist so sektiererisch gedacht, hat so sehr nicht den Willen, wirklich ins praktische Leben einzutreten, daß ich gar nicht weiter darauf eingehen will. Ich bitte Sie, vor allen Dingen auf das zu sehen, was heute im wirklichen Leben vorgeht, kennenzulernen, woraus eigentlich die verschiedenen Sätze entspringen, die ich sage. Glauben Sie denn, das sei eine leichtherzige Theorie, wenn man über die Arbeitskraft mit dem Charakter der Ware redet? Das ist etwas, was nur gesagt werden darf, wenn man es immer wiederum als das Charakteristischste im wirklichen Leben erkannt hat. Und so die anderen Sachen. Klares, scharfes Verstehen der Lebenswirklichkeit ist es, worauf es heute ankommt. Also wirklich sine ira, mit der Bitte, ja nicht diese Dinge persönlich zu nehmen, möchte ich zum Beispiel folgendes sagen. Ich bin gefragt worden, ob denn nicht innerhalb unserer Gesellschaft die Dreigliederung verwirklicht werden könnte: Wirtschaftsleben, Rechtsleben, geistiges Leben.

[ 15 ] Man kann gewiß so etwas mit Worten aussprechen, wenn man sehr gut drinnensteht in unserer Bewegung, wenn man es ganz ehrlich und tief meint mit unserer Bewegung. Aber es ist doch so, als ob man den Grundnerv unserer Bewegung gar nicht erfaßt hätte, wenn man dieses sagt. Man hat gar nichts verstanden von dem, was ich über die soziale Frage gesprochen habe, wenn man denkt, unsere Gesellschaft hier könne man wie eine Sekte dreigliedern! Welches sind denn die drei Zweige des gesunden sozialen Organismus? Zunächst das Wirtschaftsleben. Ja, meine lieben Freunde, wollen Sie denn das Allerschlimmste machen, wirtschaftliche Sektiererei treiben, indem Sie in dieser Gesellschaft eine gemeinschaftliche Wirtschaft führen innerhalb der anderen Wirtschaft draußen? Wollen Sie denn gar nicht verstehen, daß man sich heute nicht in egoistischer, wenn auch gruppenegoistischer Weise abschließen kann und das andere alles unberücksichtigt lassen! Sie wirtschaften doch mit der anderen Wirtschaft des hiesigen Territoriums. Sie beziehen doch Ihre Milch, Käse, Gemüse, dasjenige, was Sie brauchen, von einem Wirtschaftskörper, von dem Sie sich doch nicht isolieren können! Sie können doch wahrhaftig die Zeit nicht reformieren dadurch, daß Sie sich aus dieser Zeit herauslösen. Mir kommt es vor, wenn jemand eine solche Gesellschaft wie diese, zu einem Wirtschaftskörper machen will, geradeso wie wenn einer eine große Familie hat und sagt: Ich beginne jetzt in meiner Familie die Dreigliederung,

[ 15 ] Man kann gewiß so etwas mit Worten aussprechen, wenn man sehr gut drinnensteht in unserer Bewegung, wenn man es ganz ehrlich und tief meint mit unserer Bewegung. Aber es ist doch so, als ob man den Grundnerv unserer Bewegung gar nicht erfaßt hätte, wenn man dieses sagt. Man hat gar nichts verstanden von dem, was ich über die soziale Frage gesprochen habe, wenn man denkt, unsere Gesellschaft hier könne man wie eine Sekte dreigliedern! Welches sind denn die drei Zweige des gesunden sozialen Organismus? Zunächst das Wirtschaftsleben. Ja, meine lieben Freunde, wollen Sie denn das Allerschlimmste machen, wirtschaftliche Sektiererei treiben, indem Sie in dieser Gesellschaft eine gemeinschaftliche Wirtschaft führen innerhalb der anderen Wirtschaft draußen? Wollen Sie denn gar nicht verstehen, daß man sich heute nicht in egoistischer, wenn auch gruppenegoistischer Weise abschließen kann und das andere alles unberücksichtigt lassen! Sie wirtschaften doch mit der anderen Wirtschaft des hiesigen Territoriums. Sie beziehen doch Ihre Milch, Käse, Gemüse, dasjenige, was Sie brauchen, von einem Wirtschaftskörper, von dem Sie sich doch nicht isolieren können! Sie können doch wahrhaftig die Zeit nicht reformieren dadurch, daß Sie sich aus dieser Zeit herauslösen. Mir kommt es vor, wenn jemand eine solche Gesellschaft wie diese, zu einem Wirtschaftskörper machen will, geradeso wie wenn einer eine große Familie hat und sagt: Ich beginne jetzt in meiner Familie die Dreigliederung,

[ 16 ] Diese Ideen sind zu ernst, zu umfassend, sie dürfen nicht in das Kleinlich-Bourgeoise der verschiedenen Sektierereien, die es immer gegeben hat, hineingezerrt werden. Sie müssen im Zusammenhang mit der ganzen Menschheit gedacht werden. Das mit Bezug auf das Wirtschaftsleben. Sie würden sich ja ganz abschließen vom wirklichen praktischen Denken mit Bezug auf den Wirtschaftskreislauf der Welt, wenn Sie eine gruppenegoistische Wirtschaft für eine Sekte einrichten wollen.

[ 16 ] Diese Ideen sind zu ernst, zu umfassend, sie dürfen nicht in das Kleinlich-Bourgeoise der verschiedenen Sektierereien, die es immer gegeben hat, hineingezerrt werden. Sie müssen im Zusammenhang mit der ganzen Menschheit gedacht werden. Das mit Bezug auf das Wirtschaftsleben. Sie würden sich ja ganz abschließen vom wirklichen praktischen Denken mit Bezug auf den Wirtschaftskreislauf der Welt, wenn Sie eine gruppenegoistische Wirtschaft für eine Sekte einrichten wollen.

[ 17 ] Und das Rechtsleben: Gründen Sie einmal innerhalb unserer Gesellschaft den Rechtsstaat! Wenn Sie etwas stehlen, wird es ganz und gar bedeutungslos sein, wenn hier drei Leute zusammentreten und urteilen über dieses Stehlen. Es wird das äußere Gericht Sie schon in Anspruch nehmen und urteilen. In bezug auf den Rechtsstaat werden Sie sich aus der äußeren Organisation wahrhaftig nicht herausziehen können.

[ 17 ] Und das Rechtsleben: Gründen Sie einmal innerhalb unserer Gesellschaft den Rechtsstaat! Wenn Sie etwas stehlen, wird es ganz und gar bedeutungslos sein, wenn hier drei Leute zusammentreten und urteilen über dieses Stehlen. Es wird das äußere Gericht Sie schon in Anspruch nehmen und urteilen. In bezug auf den Rechtsstaat werden Sie sich aus der äußeren Organisation wahrhaftig nicht herausziehen können.

[ 18 ] Und nun, meine lieben Freunde, in bezug auf das Geistesleben: Seit es eine Anthroposophische Gesellschaft gibt, beziehungsweise seit sie mit ihrem anthroposophischen Inhalt zur Theosophischen Gesellschaft gehört hat, wo war irgend etwas, was hier innerhalb dieser geistigen Gemeinschaft getrieben wird, im geringsten Grade abhängig von irgendeiner staatlichen oder politischen Organisation? Vom ersten Tage dieser Gesellschaft an war mit Bezug auf das Geistesleben, das vor allen Dingen unsere Aufgabe ist, unser Ideal erfüllt! Verstehen Sie nicht, daß von Anfang an dieses Ideal erfüllt ist mit Bezug auf dasjenige, was wir gerade sind? Glauben Sie, daß das heute erst gemacht werden sollte mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft? Hat diese Anthroposophische Gesellschaft in irgendeinem Staate je eine Staatssubvention gehabt? Sind ihre Lehrer von einem Staate angestellt? Ist nicht alles erfüllt gerade in dieser Anthroposophischen Gesellschaft, was nur zu erlangen ist von den äußeren Geistesorganisationen? Ist sie nicht in bezug darauf geradezu das praktischste Ideal? Wollen Sie jetzt kommen und diese Anthroposophische Gesellschaft nach dieser Richtung hin noch reformieren? Sie müssen ja gar nicht begriffen haben, in welcher Gesellschaft Sie seit so und so viel Jahren sind, wenn Sie jetzt erst das geistige Drittel hier in dieser Gesellschaft realisieren wollen.

[ 18 ] Und nun, meine lieben Freunde, in bezug auf das Geistesleben: Seit es eine Anthroposophische Gesellschaft gibt, beziehungsweise seit sie mit ihrem anthroposophischen Inhalt zur Theosophischen Gesellschaft gehört hat, wo war irgend etwas, was hier innerhalb dieser geistigen Gemeinschaft getrieben wird, im geringsten Grade abhängig von irgendeiner staatlichen oder politischen Organisation? Vom ersten Tage dieser Gesellschaft an war mit Bezug auf das Geistesleben, das vor allen Dingen unsere Aufgabe ist, unser Ideal erfüllt! Verstehen Sie nicht, daß von Anfang an dieses Ideal erfüllt ist mit Bezug auf dasjenige, was wir gerade sind? Glauben Sie, daß das heute erst gemacht werden sollte mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft? Hat diese Anthroposophische Gesellschaft in irgendeinem Staate je eine Staatssubvention gehabt? Sind ihre Lehrer von einem Staate angestellt? Ist nicht alles erfüllt gerade in dieser Anthroposophischen Gesellschaft, was nur zu erlangen ist von den äußeren Geistesorganisationen? Ist sie nicht in bezug darauf geradezu das praktischste Ideal? Wollen Sie jetzt kommen und diese Anthroposophische Gesellschaft nach dieser Richtung hin noch reformieren? Sie müssen ja gar nicht begriffen haben, in welcher Gesellschaft Sie seit so und so viel Jahren sind, wenn Sie jetzt erst das geistige Drittel hier in dieser Gesellschaft realisieren wollen.

[ 19 ] Betrachten Sie also gerade das, was wir sein konnten, was man noch retten konnte an einem Zipfel, die Freiheit des geistigen Forschens und Lehrens wenigstens bei Menschen, die für das, was sie hier lehrten, keine Staatsanstellungen verlangen, betrachten Sie das doch wenigstens als eine Art von Ausgangspunkt für das andere. Sehen Sie doch, was wirklich ist, und denken Sie nicht daran vorbei. In meinem Buche «Die Kernpunkte der sozialen Frage» wird als ein Erbübel der gegenwärtigen Zeit immer wieder angeführt, daß eben die sogenannten Lebenspraktiker von heute vorbeidenken und vorbeisprechen an demjenigen, worauf es ankommt. Soll bei uns dieses Übel grassieren, daß vorbeigesprochen wird an demjenigen, worauf es ankommt? Nicht das kann unsere Aufgabe sein, hier das freie Geistesleben hereinzutragen, sondern das kann die Aufgabe sein, daß Sie dasjenige, was hier als freies Geistesleben immer existiert hat, daß Sie das in die andere Welt hinaustragen, den Menschen klarmachen, daß alles Geistesleben von dieser Art sein muß, von dieser Art von Verfassung sein muß.

[ 19 ] Betrachten Sie also gerade das, was wir sein konnten, was man noch retten konnte an einem Zipfel, die Freiheit des geistigen Forschens und Lehrens wenigstens bei Menschen, die für das, was sie hier lehrten, keine Staatsanstellungen verlangen, betrachten Sie das doch wenigstens als eine Art von Ausgangspunkt für das andere. Sehen Sie doch, was wirklich ist, und denken Sie nicht daran vorbei. In meinem Buche «Die Kernpunkte der sozialen Frage» wird als ein Erbübel der gegenwärtigen Zeit immer wieder angeführt, daß eben die sogenannten Lebenspraktiker von heute vorbeidenken und vorbeisprechen an demjenigen, worauf es ankommt. Soll bei uns dieses Übel grassieren, daß vorbeigesprochen wird an demjenigen, worauf es ankommt? Nicht das kann unsere Aufgabe sein, hier das freie Geistesleben hereinzutragen, sondern das kann die Aufgabe sein, daß Sie dasjenige, was hier als freies Geistesleben immer existiert hat, daß Sie das in die andere Welt hinaustragen, den Menschen klarmachen, daß alles Geistesleben von dieser Art sein muß, von dieser Art von Verfassung sein muß.

[ 20 ] Worauf es ankommt, das ist, wenigstens zunächst die nächste Wirklichkeit zu sehen. In dieser Richtung muß zunächst von den Anthroposophen verstanden werden, was von mir über die soziale Frage vorgebracht wird. Man soll wenigstens innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft vermeiden, schrullenhafte Ideen zu verbreiten unter der Devise, das praktisch machen zu wollen, was hier vertreten wird. Nehmen Sie ernst, was wie ein Grundzug durch die Vorträge der letzten Wochen, ja vielleicht der letzten Monate durchgegangen ist, nehmen Sie vor allem ganz und gar ernst, daß die Gegenwart eine Neueinstellung der Menschen mit Bezug auf das Leben notwendig macht, daß es nicht getan ist damit, daß wir nur neue Gedanken aufnehmen, sondern daß wir die Möglichkeit finden, uns in einer neuen Weise dem Leben gegenüber einzustellen, daß wir alles vermeiden, was nach Isolierung und Abschluß hindrängt. Nehmen Sie vor allen Dingen ernst, daß die Menschheit mit ihrer sogenannten Kultur auf allen drei Gebieten in eine wirkliche Sackgasse hineingeraten ist. Wie konnte sich diese Sackgasse deutlicher zeigen als in den chaotischen, verheerenden Wirkungen in Ost- und Mitteleuropa? Das ist ja das Ergebnis desjenigen, was die Menschen gewohnt gewesen sind, seit Jahrzehnten und Jahrhunderten her zu empfinden, zu denken, zu glauben. Nicht von dem Kriege allein rühren die Zustände in Rußland her, der war nur die Kulmination, sondern von dem, was die Menschen gedacht, empfunden, gefühlt, gewollt haben seit langer, langer Zeit, was man genötigt war, eben wie eine Art von sozialer Krebskrankheit zu schildern. Was fehlt denn am meisten in der Gegenwart? In der Gegenwart fehlt am meisten Urteil über die Wirklichkeit! In der Gegenwart fehlt am meisten richtige soziale Aufklärung! Das ist es, was das Bürgertum am meisten vernachlässigt hat: richtige soziale Aufklärung. Es ist ja in den Menschen kein sozialer Sinn. Jeder kennt ja nur sich selbst. Daher wird dann das Urteil so kurzsinnig. Wenn heute einer davon spricht, es solle das Wirtschaftsleben in der Anthroposophischen Gesellschaft eingeführt werden, so würde ich mir höchstens unter diesem Satze etwas Reales vorstellen können, wenn einer eine Kuh kaufte, und sie pflegte und sie melken würde, und dadurch etwas produzieren würde und dieses Produzierte in der richtigen Weise verwalten würde; dann wäre das keine Sektiererei innerhalb unserer Gesellschaft, denn im Wirtschaftsleben handelt es sich vor allen Dingen um diejenigen Maßnahmen, die die Produktivität erhöhen, die den notwendigen Bedürfnissen Rechnung tragen. Da ist ja auch einmal ein Anfang gemacht worden, der nur zum Teil durch die Persönlichkeit, mit der er gemacht wurde, mißglückt ist. Erinnern Sie sich doch, wir haben mit unserem Brote durch Herrn von R. einen Anfang gemacht, indem wir Brot produziert haben nicht nach dem Grundsatze des Produzierens, sondern nach dem Grundsatze des Konsumierens, was der einzige wirkliche gesunde Grundsatz sein kann. Wir haben zuerst Konsumenten schaffen wollen, was möglich gewesen wäre durch eine Gesellschaft. Dann wäre danach die Produktion einzurichten gewesen. Das war ein wirklicher praktischer Anfang. Er ist nur deshalb nicht’geglückt, weil Herr von R. ein ganz unpraktischer Mann war, oder ist. Aber die Idee hätte sich realisieren lassen, wenn Herr von R. ein praktischer Mann gewesen wäre. Das wäre so eine praktische Idee, die aber mit der Anthroposophischen Gesellschaft nur das zu tun hat, daß die Anthroposophische Gesellschaft zunächst eine Summe von Konsumenten gebildet hat. Es handelt sich darum, den Blick auf die Sache zu lenken, nicht auf die Anthroposophische Gesellschaft, ja nicht diese zu einer abgeschlossenen Sekte zu machen.

[ 20 ] Worauf es ankommt, das ist, wenigstens zunächst die nächste Wirklichkeit zu sehen. In dieser Richtung muß zunächst von den Anthroposophen verstanden werden, was von mir über die soziale Frage vorgebracht wird. Man soll wenigstens innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft vermeiden, schrullenhafte Ideen zu verbreiten unter der Devise, das praktisch machen zu wollen, was hier vertreten wird. Nehmen Sie ernst, was wie ein Grundzug durch die Vorträge der letzten Wochen, ja vielleicht der letzten Monate durchgegangen ist, nehmen Sie vor allem ganz und gar ernst, daß die Gegenwart eine Neueinstellung der Menschen mit Bezug auf das Leben notwendig macht, daß es nicht getan ist damit, daß wir nur neue Gedanken aufnehmen, sondern daß wir die Möglichkeit finden, uns in einer neuen Weise dem Leben gegenüber einzustellen, daß wir alles vermeiden, was nach Isolierung und Abschluß hindrängt. Nehmen Sie vor allen Dingen ernst, daß die Menschheit mit ihrer sogenannten Kultur auf allen drei Gebieten in eine wirkliche Sackgasse hineingeraten ist. Wie konnte sich diese Sackgasse deutlicher zeigen als in den chaotischen, verheerenden Wirkungen in Ost- und Mitteleuropa? Das ist ja das Ergebnis desjenigen, was die Menschen gewohnt gewesen sind, seit Jahrzehnten und Jahrhunderten her zu empfinden, zu denken, zu glauben. Nicht von dem Kriege allein rühren die Zustände in Rußland her, der war nur die Kulmination, sondern von dem, was die Menschen gedacht, empfunden, gefühlt, gewollt haben seit langer, langer Zeit, was man genötigt war, eben wie eine Art von sozialer Krebskrankheit zu schildern. Was fehlt denn am meisten in der Gegenwart? In der Gegenwart fehlt am meisten Urteil über die Wirklichkeit! In der Gegenwart fehlt am meisten richtige soziale Aufklärung! Das ist es, was das Bürgertum am meisten vernachlässigt hat: richtige soziale Aufklärung. Es ist ja in den Menschen kein sozialer Sinn. Jeder kennt ja nur sich selbst. Daher wird dann das Urteil so kurzsinnig. Wenn heute einer davon spricht, es solle das Wirtschaftsleben in der Anthroposophischen Gesellschaft eingeführt werden, so würde ich mir höchstens unter diesem Satze etwas Reales vorstellen können, wenn einer eine Kuh kaufte, und sie pflegte und sie melken würde, und dadurch etwas produzieren würde und dieses Produzierte in der richtigen Weise verwalten würde; dann wäre das keine Sektiererei innerhalb unserer Gesellschaft, denn im Wirtschaftsleben handelt es sich vor allen Dingen um diejenigen Maßnahmen, die die Produktivität erhöhen, die den notwendigen Bedürfnissen Rechnung tragen. Da ist ja auch einmal ein Anfang gemacht worden, der nur zum Teil durch die Persönlichkeit, mit der er gemacht wurde, mißglückt ist. Erinnern Sie sich doch, wir haben mit unserem Brote durch Herrn von R. einen Anfang gemacht, indem wir Brot produziert haben nicht nach dem Grundsatze des Produzierens, sondern nach dem Grundsatze des Konsumierens, was der einzige wirkliche gesunde Grundsatz sein kann. Wir haben zuerst Konsumenten schaffen wollen, was möglich gewesen wäre durch eine Gesellschaft. Dann wäre danach die Produktion einzurichten gewesen. Das war ein wirklicher praktischer Anfang. Er ist nur deshalb nicht’geglückt, weil Herr von R. ein ganz unpraktischer Mann war, oder ist. Aber die Idee hätte sich realisieren lassen, wenn Herr von R. ein praktischer Mann gewesen wäre. Das wäre so eine praktische Idee, die aber mit der Anthroposophischen Gesellschaft nur das zu tun hat, daß die Anthroposophische Gesellschaft zunächst eine Summe von Konsumenten gebildet hat. Es handelt sich darum, den Blick auf die Sache zu lenken, nicht auf die Anthroposophische Gesellschaft, ja nicht diese zu einer abgeschlossenen Sekte zu machen.

[ 21 ] Mit Bezug auf diese äußeren Dinge, die dem Produzieren zugrunde liegen, und mit Bezug auf manches andere, werden Sie nicht weit kommen, wenn Sie die Ideen, die in meinem Buche über die soziale Frage stehen, nicht im großen Stile auffassen. Denn schließlich, zur Reform des wirtschaftlichen Lebens gehört wirtschaftliche Praxis; sogar Kühe melken muß man verstehen, und es ist wichtiger, Kühe melken zu können, als in einer kleinen Sekte irgendeine Wirtschaft einzurichten und die Milch natürlich doch von außen zu beziehen. Worauf es aber ankommen würde bei uns, das ist, daß eingesehen würde, worin der ImPuls der Gegenwart gerade liegen muß, was das Wichtigste in der Gegenwart ist. Sie können heute Einrichtungen treffen, welche Sie wollen: Gehen Sie, wenn Sie können, nach Rußland, machen Sie dort, was Sie wollen, richten Sie die besten, idealsten Dinge ein, oder gehen Sie nach Deutschland, nach Österreich, nach Ungarn und so weiter, nach zehn Jahren sind alle diese Dinge verkracht, wenn sie sich nur zehn Jahre halten! So liegen die Dinge heute. Sie können mit den Gedanken, die die Menschen heute haben, die idealsten Einrichtungen machen, sie sind nach zehn Jahren verkracht, da können Sie ganz sicher sein. Es wird nicht immer so schnell gehen wie jetzt in München, wo die eine Räteregierung durch eine andere abgesetzt werden soll und die dann wieder durch eine noch radikalere und so weiter; aber all das, was Sie heute an solchen Einrichtungen treffen, die Ihnen sehr gesund und gut erscheinen, das wird wieder über den Haufen geworfen, wenn dieselben Ideen in den Menschenköpfen bleiben, die durch Jahrhunderte darin waren und die heute noch in ihnen spuken. Mit diesen Ideen ist nichts mehr anzufangen. Daher muß man sich schon dazu bequemen, umzudenken und umzulernen, muß schon wirklich als einen Bestandteil seines Seeleninneren die neuen Ideen aufnehmen. Das können Sie nicht von heute auf morgen. Sie können nicht von heute auf morgen gleich Einrichtungen treffen mit den neuen Ideen, Sie können aber diese Ideen, die in meinem Buche stehen, weil sie praktisch sind, bis zu den extremsten Spezialitäten herunter differenzieren. Sie können meinetwillen eine Meierei einrichten in dem Sinne, wie es in diesem Buche gemeint ist, aber wenn Sie nicht eine einzige Meierei bloß einrichten, wo Sie selbst Ihre Kühe melken drinnen, was ja nicht viel soziale Wirkung haben wird, die eine, einzige Meierei, wenn die anderen alle in dem alten Stile sind, wenn Sie nicht eine einzige einrichten, sondern wenn Sie verschiedene einrichten, so brauchen Sie ja doch Leute dazu. In deren Köpfen sind aber die alten Ideen. Diese Einrichtungen werden bald entweder verkrachen oder die alten Formen annehmen, und alles ist beim alten. Daraus sehen Sie, was heute das Wichtigste ist. Heute ist nicht das Wichtigste, dies oder jenes einzurichten. Sie können natürlich gute Einrichtungen treffen, ich will Sie gar nicht dazu verführen, schlechte Sachen einzurichten, aber ich mache Sie nur aufmerksam: Wenn Sie auch die beste Sache einrichten, so ändern Sie die Zeit nicht damit. Auf einzelnen Gebieten kann man das tun, wie ich es in bezug auf das Brot erwähnte, oder wie wir es mit unserer Literatur gemacht haben.

[ 21 ] Mit Bezug auf diese äußeren Dinge, die dem Produzieren zugrunde liegen, und mit Bezug auf manches andere, werden Sie nicht weit kommen, wenn Sie die Ideen, die in meinem Buche über die soziale Frage stehen, nicht im großen Stile auffassen. Denn schließlich, zur Reform des wirtschaftlichen Lebens gehört wirtschaftliche Praxis; sogar Kühe melken muß man verstehen, und es ist wichtiger, Kühe melken zu können, als in einer kleinen Sekte irgendeine Wirtschaft einzurichten und die Milch natürlich doch von außen zu beziehen. Worauf es aber ankommen würde bei uns, das ist, daß eingesehen würde, worin der ImPuls der Gegenwart gerade liegen muß, was das Wichtigste in der Gegenwart ist. Sie können heute Einrichtungen treffen, welche Sie wollen: Gehen Sie, wenn Sie können, nach Rußland, machen Sie dort, was Sie wollen, richten Sie die besten, idealsten Dinge ein, oder gehen Sie nach Deutschland, nach Österreich, nach Ungarn und so weiter, nach zehn Jahren sind alle diese Dinge verkracht, wenn sie sich nur zehn Jahre halten! So liegen die Dinge heute. Sie können mit den Gedanken, die die Menschen heute haben, die idealsten Einrichtungen machen, sie sind nach zehn Jahren verkracht, da können Sie ganz sicher sein. Es wird nicht immer so schnell gehen wie jetzt in München, wo die eine Räteregierung durch eine andere abgesetzt werden soll und die dann wieder durch eine noch radikalere und so weiter; aber all das, was Sie heute an solchen Einrichtungen treffen, die Ihnen sehr gesund und gut erscheinen, das wird wieder über den Haufen geworfen, wenn dieselben Ideen in den Menschenköpfen bleiben, die durch Jahrhunderte darin waren und die heute noch in ihnen spuken. Mit diesen Ideen ist nichts mehr anzufangen. Daher muß man sich schon dazu bequemen, umzudenken und umzulernen, muß schon wirklich als einen Bestandteil seines Seeleninneren die neuen Ideen aufnehmen. Das können Sie nicht von heute auf morgen. Sie können nicht von heute auf morgen gleich Einrichtungen treffen mit den neuen Ideen, Sie können aber diese Ideen, die in meinem Buche stehen, weil sie praktisch sind, bis zu den extremsten Spezialitäten herunter differenzieren. Sie können meinetwillen eine Meierei einrichten in dem Sinne, wie es in diesem Buche gemeint ist, aber wenn Sie nicht eine einzige Meierei bloß einrichten, wo Sie selbst Ihre Kühe melken drinnen, was ja nicht viel soziale Wirkung haben wird, die eine, einzige Meierei, wenn die anderen alle in dem alten Stile sind, wenn Sie nicht eine einzige einrichten, sondern wenn Sie verschiedene einrichten, so brauchen Sie ja doch Leute dazu. In deren Köpfen sind aber die alten Ideen. Diese Einrichtungen werden bald entweder verkrachen oder die alten Formen annehmen, und alles ist beim alten. Daraus sehen Sie, was heute das Wichtigste ist. Heute ist nicht das Wichtigste, dies oder jenes einzurichten. Sie können natürlich gute Einrichtungen treffen, ich will Sie gar nicht dazu verführen, schlechte Sachen einzurichten, aber ich mache Sie nur aufmerksam: Wenn Sie auch die beste Sache einrichten, so ändern Sie die Zeit nicht damit. Auf einzelnen Gebieten kann man das tun, wie ich es in bezug auf das Brot erwähnte, oder wie wir es mit unserer Literatur gemacht haben.

[ 22 ] Wie haben wir angefangen? Ich habe zunächst vor einem sehr kleinen Kreise in Berlin gesprochen. Dann sind die Kreise immer größer und größer geworden. Indem die Kreise größer und größer wurden, entstand das Bedürfnis, dasjenige, was gesprochen wurde, in Büchern zu haben. Leser waren für die Bücher da, bevor die Bücher gedruckt wurden. Verfolgen Sie heute bei kundigeren Menschen die Theorien der sozialen Ideen: eines der Grundübel in unserer sozialen Ordnung sind die fortwährenden Krisen, die durch die sporadische Überproduktion entstehen, wenn so darauflos produziert wird. Das ist im Buchhandel am allerschlimmsten. Bedenken Sie, was alles im Buchhandel produziert wird an Büchern mit Auflagen von fünfhundert, manchmal noch mehr Exemplaren, von denen keine fünfzig Exemplare verkauft werden, und was für ein Unterschied ist zwischen einem Buch, von dem die ganze Auflage verkauft wird, und einem Buch, von dem vielleicht keine fünfzig Exemplare verkauft werden: Sie haben Setzer angestellt, Drucker angestellt, Papier verbraucht, alles für nichts! Das ist alles in den Wind gehangen, das ist alles Mißbrauch getrieben mit menschlicher Arbeitskraft. In dem Augenblicke, wo Sie drauflos produzieren, müssen Sie sich dessen bewußt sein, daß Sie menschliche Arbeitskraft mißbrauchen, wenn der Konsum nicht da ist, der den Verbrauch von menschlicher Arbeitskraft rechtfertigt, denn der Verbrauch von menschlicher Arbeitskraft ist nur durch das Bedürfnis gerechtfertigt, durch das vorhandene Bedürfnis gerechtfertigt. Nicht der Inhalt, sondern das Bedürfnis muß da sein; die Aufwendung von menschlicher Arbeitskraft ist nur gerechtfertigt, wenn man voraussehen kann, daß dasjenige, was die Menschen arbeiten, Menschen zugute kommt. Also auf dem einzigen Gebiete, wo wir in einer gewissen Weise reformierend auftreten konnten, haben wir es getan. Wir haben sogar unsere Zuflucht nehmen müssen nicht zur Überproduktion, sondern sogar zur Unterproduktion. Die Welt konnte gar nicht anders denken, als daß die Zeitschrift «Lucifer-Gnosis» eingegangen sei wie andere Zeitschriften: aus Mangel an Lesern. Gerade als sie eingehen mußte, weil andere Anforderungen an mich herantraten, war aber der Moment gekommen, wo sie zunächst anderthalbmal, dann zweimal, dann dreimal so viel Leser bekommen hätte, als sie vorher hatte. Wir haben uns sogar zur Unterproduktion entschließen müssen, nicht zur Überproduktion.

[ 22 ] Wie haben wir angefangen? Ich habe zunächst vor einem sehr kleinen Kreise in Berlin gesprochen. Dann sind die Kreise immer größer und größer geworden. Indem die Kreise größer und größer wurden, entstand das Bedürfnis, dasjenige, was gesprochen wurde, in Büchern zu haben. Leser waren für die Bücher da, bevor die Bücher gedruckt wurden. Verfolgen Sie heute bei kundigeren Menschen die Theorien der sozialen Ideen: eines der Grundübel in unserer sozialen Ordnung sind die fortwährenden Krisen, die durch die sporadische Überproduktion entstehen, wenn so darauflos produziert wird. Das ist im Buchhandel am allerschlimmsten. Bedenken Sie, was alles im Buchhandel produziert wird an Büchern mit Auflagen von fünfhundert, manchmal noch mehr Exemplaren, von denen keine fünfzig Exemplare verkauft werden, und was für ein Unterschied ist zwischen einem Buch, von dem die ganze Auflage verkauft wird, und einem Buch, von dem vielleicht keine fünfzig Exemplare verkauft werden: Sie haben Setzer angestellt, Drucker angestellt, Papier verbraucht, alles für nichts! Das ist alles in den Wind gehangen, das ist alles Mißbrauch getrieben mit menschlicher Arbeitskraft. In dem Augenblicke, wo Sie drauflos produzieren, müssen Sie sich dessen bewußt sein, daß Sie menschliche Arbeitskraft mißbrauchen, wenn der Konsum nicht da ist, der den Verbrauch von menschlicher Arbeitskraft rechtfertigt, denn der Verbrauch von menschlicher Arbeitskraft ist nur durch das Bedürfnis gerechtfertigt, durch das vorhandene Bedürfnis gerechtfertigt. Nicht der Inhalt, sondern das Bedürfnis muß da sein; die Aufwendung von menschlicher Arbeitskraft ist nur gerechtfertigt, wenn man voraussehen kann, daß dasjenige, was die Menschen arbeiten, Menschen zugute kommt. Also auf dem einzigen Gebiete, wo wir in einer gewissen Weise reformierend auftreten konnten, haben wir es getan. Wir haben sogar unsere Zuflucht nehmen müssen nicht zur Überproduktion, sondern sogar zur Unterproduktion. Die Welt konnte gar nicht anders denken, als daß die Zeitschrift «Lucifer-Gnosis» eingegangen sei wie andere Zeitschriften: aus Mangel an Lesern. Gerade als sie eingehen mußte, weil andere Anforderungen an mich herantraten, war aber der Moment gekommen, wo sie zunächst anderthalbmal, dann zweimal, dann dreimal so viel Leser bekommen hätte, als sie vorher hatte. Wir haben uns sogar zur Unterproduktion entschließen müssen, nicht zur Überproduktion.

[ 23 ] So werden in gesunder Weise Krisen vermieden. Der Buchhandel lebt in einer fortwährenden Krisis. Macht man Statistiken von Büchern, die nicht gekauft werden, so sieht man, daß Bücher produziert werden, die gar nicht gekauft werden können, weil gar nicht Sorge getragen werden kann dafür, daß sie gekauft werden. Manchmal haben die Leute eine gewisse Einsicht in die Dinge. Ich sprach einmal mit Eduard von Hartmann in den achtziger Jahren über erkenntnistheoretische Literatur. Es war in der Zeit, als ich mein Büchelchen «Wahrheit und Wissenschaft» geschrieben habe, das jetzt vergriffen ist, von dem kein Exemplar vergeblich gedruckt, kein Exemplar vermakuliert wurde und durch welches daher keine menschliche Arbeitskraft vergeudet wurde. Eduard von Hartmann sagte: Da lassen die Leute alle ihre erkenntnistheoretischen Werke drucken in fünfhundert Exemplaren; wir haben doch nachweislich in Deutschland höchstens sechzig Leser; da sollte man höchstens hektographieren lassen und die Werke an die paar Leser, die sich wirklich interessieren, versenden. Nachweislich haben ja erkenntnistheoretische Werke nicht mehr Leser in der damaligen Zeit gehabt.

[ 23 ] So werden in gesunder Weise Krisen vermieden. Der Buchhandel lebt in einer fortwährenden Krisis. Macht man Statistiken von Büchern, die nicht gekauft werden, so sieht man, daß Bücher produziert werden, die gar nicht gekauft werden können, weil gar nicht Sorge getragen werden kann dafür, daß sie gekauft werden. Manchmal haben die Leute eine gewisse Einsicht in die Dinge. Ich sprach einmal mit Eduard von Hartmann in den achtziger Jahren über erkenntnistheoretische Literatur. Es war in der Zeit, als ich mein Büchelchen «Wahrheit und Wissenschaft» geschrieben habe, das jetzt vergriffen ist, von dem kein Exemplar vergeblich gedruckt, kein Exemplar vermakuliert wurde und durch welches daher keine menschliche Arbeitskraft vergeudet wurde. Eduard von Hartmann sagte: Da lassen die Leute alle ihre erkenntnistheoretischen Werke drucken in fünfhundert Exemplaren; wir haben doch nachweislich in Deutschland höchstens sechzig Leser; da sollte man höchstens hektographieren lassen und die Werke an die paar Leser, die sich wirklich interessieren, versenden. Nachweislich haben ja erkenntnistheoretische Werke nicht mehr Leser in der damaligen Zeit gehabt.

[ 24 ] Tadeln Sie nicht, daß ich diese rein wirtschaftliche Frage der anthroposophischen Literatur hier einmal besprochen habe. Diese Dinge haben ja nichts zu tun mit dem Inhalte, nichts zu tun mit dem geistigen Wert. Aber sie können immerhin illustrieren, was eigentlich gemeint ist, und worauf es notwendig in der Gegenwart ankommt: daß zuerst eine gesunde Konsum-Assoziation geschaffen und nicht ins Blinde und Blaue hinein produziert werde. Aus bloßer menschlicher Vorliebe heraus sollte nicht einmal Wahrheit produziert werden!

[ 24 ] Tadeln Sie nicht, daß ich diese rein wirtschaftliche Frage der anthroposophischen Literatur hier einmal besprochen habe. Diese Dinge haben ja nichts zu tun mit dem Inhalte, nichts zu tun mit dem geistigen Wert. Aber sie können immerhin illustrieren, was eigentlich gemeint ist, und worauf es notwendig in der Gegenwart ankommt: daß zuerst eine gesunde Konsum-Assoziation geschaffen und nicht ins Blinde und Blaue hinein produziert werde. Aus bloßer menschlicher Vorliebe heraus sollte nicht einmal Wahrheit produziert werden!

[ 25 ] Darauf bezieht sich die Antwort, die ich einmal zwei katholischen Pfarrern in Kolmar nach einem Vortrag «Bibel und Weisheit» gegeben habe, und die ich neulich wieder erwähnte. Nach dem Vortrag kamen die beiden Pfarrer zu mir und sagten, gegen den Inhalt hätten sie eigentlich nichts besonderes einzuwenden, wohl aber gegen die Art zu reden, denn so wie sie sprächen von der Kanzel herunter, sei es für alle Menschen. So wie ich spräche, sei es nicht für alle Menschen, sondern nur für entsprechend gebildete. Ich konnte ihnen nur antworten: Auf das, was Sie meinen und was ich meine über die Art, wie man zu allen Menschen sprechen soll, kommt es nicht an; darüber können wir ja vielleicht allerlei interessante Vorstellungen haben, aber darauf kommt es nicht an, sondern darauf, was die Tatsachen fordern. Und da frage ich Sie: Gehen heute noch alle Leute zu Ihnen in die Kirche? Das können Sie nicht behaupten. Für die also, die draußen bleiben, und die doch auch ein Recht haben, vom Christus zu hören, für die rede ich, und das sind heute gerade genug.

[ 25 ] Darauf bezieht sich die Antwort, die ich einmal zwei katholischen Pfarrern in Kolmar nach einem Vortrag «Bibel und Weisheit» gegeben habe, und die ich neulich wieder erwähnte. Nach dem Vortrag kamen die beiden Pfarrer zu mir und sagten, gegen den Inhalt hätten sie eigentlich nichts besonderes einzuwenden, wohl aber gegen die Art zu reden, denn so wie sie sprächen von der Kanzel herunter, sei es für alle Menschen. So wie ich spräche, sei es nicht für alle Menschen, sondern nur für entsprechend gebildete. Ich konnte ihnen nur antworten: Auf das, was Sie meinen und was ich meine über die Art, wie man zu allen Menschen sprechen soll, kommt es nicht an; darüber können wir ja vielleicht allerlei interessante Vorstellungen haben, aber darauf kommt es nicht an, sondern darauf, was die Tatsachen fordern. Und da frage ich Sie: Gehen heute noch alle Leute zu Ihnen in die Kirche? Das können Sie nicht behaupten. Für die also, die draußen bleiben, und die doch auch ein Recht haben, vom Christus zu hören, für die rede ich, und das sind heute gerade genug.

[ 26 ] Das sind Tatsachen. Dem widerspricht aber noch die alte bürgerliche Bildung, die ganz in sich verschlossen ist. Sie bildet sich ein: so ist etwas richtig, so muß es sein, so muß es gemacht werden. Aber so muß es gar nicht für das Leben gemacht werden! Für das Leben kommt alles darauf an, daß man beobachtet: Das ist da und das ist da, und daß man fordern läßt das, was man zu tun hat, durch das, was da ist. Dies sind nur scheinbar Trivialitäten, denn das Leben sündigt heute fortwährend gegen diese Trivialitäten.

[ 26 ] Das sind Tatsachen. Dem widerspricht aber noch die alte bürgerliche Bildung, die ganz in sich verschlossen ist. Sie bildet sich ein: so ist etwas richtig, so muß es sein, so muß es gemacht werden. Aber so muß es gar nicht für das Leben gemacht werden! Für das Leben kommt alles darauf an, daß man beobachtet: Das ist da und das ist da, und daß man fordern läßt das, was man zu tun hat, durch das, was da ist. Dies sind nur scheinbar Trivialitäten, denn das Leben sündigt heute fortwährend gegen diese Trivialitäten.

[ 27 ] Was also vor allen Dingen notwendig ist, das ist eine andere Einstellung. Auch die Einsicht, daß es notwendig ist zu sehen, wie diese Kultur, die so gelobt worden ist, den Tod in sich selber getragen hat, sich aufgelöst hat. Sie müssen nicht glauben, daß durch die heutigen radikal sozialistischen Bewegungen die Kultur verdorben worden ist. Die hat sich selbst verdorben! Das, was die Oberschicht an Kultur hatte, das hat sich selbst in die Nullität hineingeführt, das geht an sich selbst zugrunde. Diese Oberschicht hat nur nicht dafür gesorgt, daß die unteren proletarischen Schichten, die nachkommen, etwas Vernünftiges wissen über die sozialen Einrichtungen, und jetzt ist sie verwundert, wenn die in ihrer sozialen Unwissenheit herankommen und eigentlich nichts als ein Chaos herbeiführen. Die Lage ist eben ernst und aus dieser Erfassung des Ernstes der ganzen heutigen Welt fließen die Ideen, die ich in meinem Buche über die soziale Frage habe aussprechen müssen. Dieses Buch wird man nur richtig verstehen, wenn man begreift, daß man heute die besten Einrichtungen treffen kann, daß aber mit den Menschen, die die Ideen unserer Zeit im Kopfe haben, eben nichts zu machen ist. Vor allem müssen die Köpfe mit anderen Ideen erfüllt werden. Was ist also die wirkliche, reale, die wahrhaft praktische Aufgabe? Aufklärung verbreiten, meine lieben Freunde, vor allen Dingen Aufklärung verbreiten und die Menschen umdenken lehren! Das ist der Appell, der an jeden einzelnen von Ihnen geht, Aufklärung zu bringen in die Köpfe der Menschen, nicht an schrullenhafte Reformationen im einzelnen zu denken, sondern in universalistischer Weise aufklären über das, was not tut. Denn vor allen Dingen müssen heute die Menschen anders werden, das heißt, die Gedanken, die Empfindungen in den Seelen der Menschen müssen anders werden. Es handelt sich darum, diese Ideen dorthin zu tragen, wo man nur kann. Das ist das Praktische, das bedeutet: diese Ideen ins Praktische umsetzen. Mit jedem Viertelmenschen — verzeihen Sie, daß ich so spreche —, den Sie für diese Ideen gewinnen, ist etwas erreicht. Und am meisten ist erreicht, wenn Sie Leute, die in der Praxis stehen, gewinnen. Bei der Unterzeichnung des «Aufrufes» habe ich neulich gesagt: Es ist ja wirklich recht erfreulich, daß Schriftsteller unter diesem «Aufrufe» stehen, aber ein Bankdirektor, der den «Aufruf» wirklich versteht und in seinem Sinne wirkt, ist mehr wert als zehn Schriftsteller, die ihre Namen daruntersetzen. Es kommt heute darauf an, das Leben da anzufassen, wo es anzufassen ist. Und das geht heute nicht anders, als indem man vor allen Dingen Aufklärung verbreitet, aufklärend wirkt. Denn, was die Menschen am notwendigsten brauchen, das ist die Kenntnis von den Lebensbedingungen des gesunden Organismus. Wenn die Menschen nicht die Lebensbedingungen des gesunden sozialen Organismus erkennen lernen, so werden sie fortfahren, den alten sozialen Organismus zu zerstören, solange das Zerstören möglich ist. Es geht ja selbstverständlich nur bis zu einem gewissen Punkte. Alles, was jetzt gemacht wird ohne diese Ideen, ist Raubbau an der alten Ordnung, ist Abtragen der alten Ordnung. Dieses hat in Rußland begonnen und wird von da aus weitergehen. Worauf es ankommt, ist, aufzubauen. Aber aufbauen können Sie heute nur, wenn die Menschen verstehen, wie der Aufbau gemacht werden muß. Denn wir leben im Zeitalter der Bewußtseinsseelen-Entwickelung, das heißt im Zeitalter der bewußten Individualitäten, in dem Zeitalter, wo die Menschen wissen müssen, was sie tun.

[ 27 ] Was also vor allen Dingen notwendig ist, das ist eine andere Einstellung. Auch die Einsicht, daß es notwendig ist zu sehen, wie diese Kultur, die so gelobt worden ist, den Tod in sich selber getragen hat, sich aufgelöst hat. Sie müssen nicht glauben, daß durch die heutigen radikal sozialistischen Bewegungen die Kultur verdorben worden ist. Die hat sich selbst verdorben! Das, was die Oberschicht an Kultur hatte, das hat sich selbst in die Nullität hineingeführt, das geht an sich selbst zugrunde. Diese Oberschicht hat nur nicht dafür gesorgt, daß die unteren proletarischen Schichten, die nachkommen, etwas Vernünftiges wissen über die sozialen Einrichtungen, und jetzt ist sie verwundert, wenn die in ihrer sozialen Unwissenheit herankommen und eigentlich nichts als ein Chaos herbeiführen. Die Lage ist eben ernst und aus dieser Erfassung des Ernstes der ganzen heutigen Welt fließen die Ideen, die ich in meinem Buche über die soziale Frage habe aussprechen müssen. Dieses Buch wird man nur richtig verstehen, wenn man begreift, daß man heute die besten Einrichtungen treffen kann, daß aber mit den Menschen, die die Ideen unserer Zeit im Kopfe haben, eben nichts zu machen ist. Vor allem müssen die Köpfe mit anderen Ideen erfüllt werden. Was ist also die wirkliche, reale, die wahrhaft praktische Aufgabe? Aufklärung verbreiten, meine lieben Freunde, vor allen Dingen Aufklärung verbreiten und die Menschen umdenken lehren! Das ist der Appell, der an jeden einzelnen von Ihnen geht, Aufklärung zu bringen in die Köpfe der Menschen, nicht an schrullenhafte Reformationen im einzelnen zu denken, sondern in universalistischer Weise aufklären über das, was not tut. Denn vor allen Dingen müssen heute die Menschen anders werden, das heißt, die Gedanken, die Empfindungen in den Seelen der Menschen müssen anders werden. Es handelt sich darum, diese Ideen dorthin zu tragen, wo man nur kann. Das ist das Praktische, das bedeutet: diese Ideen ins Praktische umsetzen. Mit jedem Viertelmenschen — verzeihen Sie, daß ich so spreche —, den Sie für diese Ideen gewinnen, ist etwas erreicht. Und am meisten ist erreicht, wenn Sie Leute, die in der Praxis stehen, gewinnen. Bei der Unterzeichnung des «Aufrufes» habe ich neulich gesagt: Es ist ja wirklich recht erfreulich, daß Schriftsteller unter diesem «Aufrufe» stehen, aber ein Bankdirektor, der den «Aufruf» wirklich versteht und in seinem Sinne wirkt, ist mehr wert als zehn Schriftsteller, die ihre Namen daruntersetzen. Es kommt heute darauf an, das Leben da anzufassen, wo es anzufassen ist. Und das geht heute nicht anders, als indem man vor allen Dingen Aufklärung verbreitet, aufklärend wirkt. Denn, was die Menschen am notwendigsten brauchen, das ist die Kenntnis von den Lebensbedingungen des gesunden Organismus. Wenn die Menschen nicht die Lebensbedingungen des gesunden sozialen Organismus erkennen lernen, so werden sie fortfahren, den alten sozialen Organismus zu zerstören, solange das Zerstören möglich ist. Es geht ja selbstverständlich nur bis zu einem gewissen Punkte. Alles, was jetzt gemacht wird ohne diese Ideen, ist Raubbau an der alten Ordnung, ist Abtragen der alten Ordnung. Dieses hat in Rußland begonnen und wird von da aus weitergehen. Worauf es ankommt, ist, aufzubauen. Aber aufbauen können Sie heute nur, wenn die Menschen verstehen, wie der Aufbau gemacht werden muß. Denn wir leben im Zeitalter der Bewußtseinsseelen-Entwickelung, das heißt im Zeitalter der bewußten Individualitäten, in dem Zeitalter, wo die Menschen wissen müssen, was sie tun.

[ 28 ] Aus diesem Geiste heraus ist mein Buch geschrieben, in diesem Geiste möchte ich es verstanden wissen. In diesem Geiste möchte ich es Ihnen ans Herz legen. Es will einfach der Zeit dienen; es will das aussprechen, was aus dem Geiste der Zeit heraus ausgesprochen werden muß. Cliquen, sektiererische Richtungen innerhalb unseres eigenen Gesellschaftskörpers haben genügend dafür gesorgt, daß man im Grunde genommen, wenn von Anthroposophie die Rede ist, allerlei bloßen Geisterspuk und dergleichen vermutet. Aber der Geist wird hier nicht darin gesucht, daß man immer bloß vom Geiste spricht — das kann man den Herren Saitschick und Foerster überlassen —, sondern es kommt darauf an, daß der Geist in der Lage ist, wirklich in das praktische Leben unterzutauchen, zu verstehen, wie das praktische Leben gehandhabt werden muß. Der glaubt schlecht an den Geist, der ihn nur in einer schattenhaften Gestalt, die über dem Leben schwebt, erfassen will. Daher müssen Sie selbst immer mehr und mehr abkommen von der Abkehr vom Leben, müssen immer mehr und mehr suchen, das Leben wirklich zu verstehen, hinzuschauen auf das Leben; sonst werden immer wieder die gleichen Erscheinungen eintreten, von denen ich gesprochen habe. Die Beispiele können aber verhundert-, vertausendfacht werden. Eine Dame kommt zu mir und sagt: Es ist ein Mensch zu mir gekommen, dem ich Geld leihen soll, aber das ist ein Bierbrauer, der braut für dieses Geld Bier. Ich kann doch das nicht unterstützen, die Bierbrauerei! — Nun ja, das ist ganz schön, in diesem engen Kreis wollte die Dame nicht die Bierbrauerei unterstützen, weil sie abstinent war, und nicht nur für sich abstinent sein wollte, sondern auch für die Abstinenz Propaganda machen wollte. Ich mußte ihr antworten: Sie haben doch Geld auf der Bank, von dem Sie leben. Haben Sie eine Ahnung, wieviel Bierbrauereien die Bank mit Ihrem Gelde versorgt, haben Sie eine Ahnung, was da alles gemacht wird? Glauben Sie, daß das alles im Sinne der Idee ist, die Sie jetzt eben hinsichtlich der Summe, die Sie einem Bierbrauer leihen sollen, erfüllt? Aber sind Sie nicht ebenso dabei, wenn Ihr in der Bank deponiertes Geld in das Wirtschaftsleben übergeführt wird? — Glauben Sie denn wirklich, daß es dem Leben zugekehrt sein heißt, wenn man nichts weiter treibt, als im allerengsten Kreise dieses Leben beurteilen, wenn man sich gar nicht darauf einläßt, die Weiten des Lebens ins Auge zu fassen?

[ 28 ] Aus diesem Geiste heraus ist mein Buch geschrieben, in diesem Geiste möchte ich es verstanden wissen. In diesem Geiste möchte ich es Ihnen ans Herz legen. Es will einfach der Zeit dienen; es will das aussprechen, was aus dem Geiste der Zeit heraus ausgesprochen werden muß. Cliquen, sektiererische Richtungen innerhalb unseres eigenen Gesellschaftskörpers haben genügend dafür gesorgt, daß man im Grunde genommen, wenn von Anthroposophie die Rede ist, allerlei bloßen Geisterspuk und dergleichen vermutet. Aber der Geist wird hier nicht darin gesucht, daß man immer bloß vom Geiste spricht — das kann man den Herren Saitschick und Foerster überlassen —, sondern es kommt darauf an, daß der Geist in der Lage ist, wirklich in das praktische Leben unterzutauchen, zu verstehen, wie das praktische Leben gehandhabt werden muß. Der glaubt schlecht an den Geist, der ihn nur in einer schattenhaften Gestalt, die über dem Leben schwebt, erfassen will. Daher müssen Sie selbst immer mehr und mehr abkommen von der Abkehr vom Leben, müssen immer mehr und mehr suchen, das Leben wirklich zu verstehen, hinzuschauen auf das Leben; sonst werden immer wieder die gleichen Erscheinungen eintreten, von denen ich gesprochen habe. Die Beispiele können aber verhundert-, vertausendfacht werden. Eine Dame kommt zu mir und sagt: Es ist ein Mensch zu mir gekommen, dem ich Geld leihen soll, aber das ist ein Bierbrauer, der braut für dieses Geld Bier. Ich kann doch das nicht unterstützen, die Bierbrauerei! — Nun ja, das ist ganz schön, in diesem engen Kreis wollte die Dame nicht die Bierbrauerei unterstützen, weil sie abstinent war, und nicht nur für sich abstinent sein wollte, sondern auch für die Abstinenz Propaganda machen wollte. Ich mußte ihr antworten: Sie haben doch Geld auf der Bank, von dem Sie leben. Haben Sie eine Ahnung, wieviel Bierbrauereien die Bank mit Ihrem Gelde versorgt, haben Sie eine Ahnung, was da alles gemacht wird? Glauben Sie, daß das alles im Sinne der Idee ist, die Sie jetzt eben hinsichtlich der Summe, die Sie einem Bierbrauer leihen sollen, erfüllt? Aber sind Sie nicht ebenso dabei, wenn Ihr in der Bank deponiertes Geld in das Wirtschaftsleben übergeführt wird? — Glauben Sie denn wirklich, daß es dem Leben zugekehrt sein heißt, wenn man nichts weiter treibt, als im allerengsten Kreise dieses Leben beurteilen, wenn man sich gar nicht darauf einläßt, die Weiten des Lebens ins Auge zu fassen?

[ 29 ] Darauf aber kommt es an: Unsere Anthroposophische Gesellschaft ist kein Experimentierfeld, sondern sie soll ein Kern sein für alles Gute, das über die Menschheit kommen soll. Mit Bezug auf die soziale Frage handelt es sich vor allen Dingen darum, daß von ihr ausströme ein weiter Strom von Aufklärung über soziale Notwendigkeiten. Dann handeln Sie schon praktisch, lebenskundig, wenn Sie diese Dinge verbreiten, aber Sie müssen sich wirklich auch bemühen, sie lebenskundig zu verbreiten, nicht im engen Sinne verbleiben. Ich hoffe, daß nicht einer von Ihnen auf die vertrackte Idee kommt, daß hier alte nationalökonomische Lehren tradiert werden, damit die Leute Nationalökonomie lernen. Um Gotteswillen nichts fachmännisch Nationalökonomisches heute hier hereintragen, denn das sind ja alles Ideen aus der allerältesten Rumpelkammer! Glauben Sie ja nicht, daß Sie nationalökonomisch oder volkswirtschaftlich denken lernen, wenn Sie heute die gangbaren Begriffe in schulmäßiger Weise, wie sie heute etwa an Universitäten gelehrt werden, in sich aufnehmen! Machen Sie ja keine Programme, die scheinbar das ins Praktische umsetzen, was von mir vorgetragen wird, die aber nichts weiter bedeuten, als die fürchterlich grinsenden, alten bürgerlichen Masken! Stellen wir uns auf den Boden der großen Forderungen unserer Zeit, betrachten wir das soziale Leben vor allen Dingen in diesen Forderungen unserer Zeit!

[ 29 ] Darauf aber kommt es an: Unsere Anthroposophische Gesellschaft ist kein Experimentierfeld, sondern sie soll ein Kern sein für alles Gute, das über die Menschheit kommen soll. Mit Bezug auf die soziale Frage handelt es sich vor allen Dingen darum, daß von ihr ausströme ein weiter Strom von Aufklärung über soziale Notwendigkeiten. Dann handeln Sie schon praktisch, lebenskundig, wenn Sie diese Dinge verbreiten, aber Sie müssen sich wirklich auch bemühen, sie lebenskundig zu verbreiten, nicht im engen Sinne verbleiben. Ich hoffe, daß nicht einer von Ihnen auf die vertrackte Idee kommt, daß hier alte nationalökonomische Lehren tradiert werden, damit die Leute Nationalökonomie lernen. Um Gotteswillen nichts fachmännisch Nationalökonomisches heute hier hereintragen, denn das sind ja alles Ideen aus der allerältesten Rumpelkammer! Glauben Sie ja nicht, daß Sie nationalökonomisch oder volkswirtschaftlich denken lernen, wenn Sie heute die gangbaren Begriffe in schulmäßiger Weise, wie sie heute etwa an Universitäten gelehrt werden, in sich aufnehmen! Machen Sie ja keine Programme, die scheinbar das ins Praktische umsetzen, was von mir vorgetragen wird, die aber nichts weiter bedeuten, als die fürchterlich grinsenden, alten bürgerlichen Masken! Stellen wir uns auf den Boden der großen Forderungen unserer Zeit, betrachten wir das soziale Leben vor allen Dingen in diesen Forderungen unserer Zeit!

[ 30 ] Es war mir ein Bedürfnis, dieses noch vor Ihnen auszusprechen, jetzt, wo wir vor einer Reise nach Deutschland stehen und mancherlei Aufgaben an mich herantreten werden; und trotzdem wir hoffen, daß unsere Abwesenheit diesmal weit weniger lang sein wird als sonst, so leben wir ja doch in einer Zeit, wo man eigentlich niemals Pläne und Projekte über längere Zeiten hinaus machen soll. Man kann nur sagen: Menschen, die sich so zusammengefunden haben, wie die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft sich zusammengefunden haben, bleiben zusammen, wo sie auch sind, die stehen mit festem Mut und innerlicher Kühnheit bei der Sache und lassen sich nicht beirren, was auch die furchtbaren Wogen in der Gegenwart bringen mögen; Leichtes werden sie zumeist nicht bringen; manches wird von uns erfahren werden können, das die Frage in uns aufwerfen wird: wie sollen die Dinge gerade bei uns weitergehen? Lassen Sie sich auch dadurch nicht beirren, tun Sie, was an Ihnen ist, um irgend etwas weiterzubringen in der Welt, und Sie werden das Richtige tun.

[ 30 ] Es war mir ein Bedürfnis, dieses noch vor Ihnen auszusprechen, jetzt, wo wir vor einer Reise nach Deutschland stehen und mancherlei Aufgaben an mich herantreten werden; und trotzdem wir hoffen, daß unsere Abwesenheit diesmal weit weniger lang sein wird als sonst, so leben wir ja doch in einer Zeit, wo man eigentlich niemals Pläne und Projekte über längere Zeiten hinaus machen soll. Man kann nur sagen: Menschen, die sich so zusammengefunden haben, wie die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft sich zusammengefunden haben, bleiben zusammen, wo sie auch sind, die stehen mit festem Mut und innerlicher Kühnheit bei der Sache und lassen sich nicht beirren, was auch die furchtbaren Wogen in der Gegenwart bringen mögen; Leichtes werden sie zumeist nicht bringen; manches wird von uns erfahren werden können, das die Frage in uns aufwerfen wird: wie sollen die Dinge gerade bei uns weitergehen? Lassen Sie sich auch dadurch nicht beirren, tun Sie, was an Ihnen ist, um irgend etwas weiterzubringen in der Welt, und Sie werden das Richtige tun.

[ 31 ] Ich konnte diesmal eben nur so lange dableiben, bis dieses Buch fertiggestellt war; denn dieses Buch soll der Zeit dienen. Unsere Freunde werden es hier übernehmen, werden für die Verbreitung in der Schweiz sorgen, und ich hoffe, gerade bei dieser Arbeit auch recht bald wiederum hier sein zu können, aus mancherlei Gründen. Zum Teil aus einem Grunde, der recht sehr mißverstanden wird, gerade hier in der Schweiz. Man kann schon von der einen oder anderen Seite her hören: Was will denn der Fremde gerade hier in der Schweiz? Er soll uns in Ruhe lassen! Unsere Demokratie besteht sechshundert Jahre, die ist gesund, sie ist gefeit gegen das, was da draußen unter den verruchten östlichen und mitteleuropäischen Völkern vorgeht. Ich habe nun die Überzeugung, daß heute das Beste getan werden könnte da, wo es aus freiem Willen noch geschehen könnte. Wenn heute solche sozialen Ideen, wie sie in meinem Buche verzeichnet sind, in Rußland aufblühen würden, so geschähe es, weil die äußerste Not dazu zwingt; und wenn die äuRerste Not dazu drängt — ebenso in Mitteleuropa, ebenso in Deutschland —, so ist der rechte Impuls nicht mehr da. Der rechte Impuls gerade für diese Ideen, die der Menschheit soziales Heil bringen wollen, wäre da, wo sie aus Freiheit heraus geschehen würden auf einem Boden, von dem man sagen kann: zu uns sind nicht die Bolschewisten gekommen, wir haben noch etwas von den alten Zuständen. Oh, wenn gerade auf diesem Boden hier, bevor auch hier den Leuten das Wasser in den Mund rinnt, Verständnis entwickelt würde dafür, aus freiem Willen heraus diese Ideen zu entwickeln, dann würde die Schweiz das Blütenland Europas werden können; denn durch ihre geographische Lage ist sie dazu ausgerüstet! Sie ist ausgerüstet mit einer riesigen Mission, trotz ihrer Kleinheit. Aber diese Mission wird sie nur erfüllen können, wenn sie aus freiem Willen das vollbringt, was weder die Ost- und Mittelstaaten heute mehr aus freiem Willen vollbringen können — da hätten sie früher angreifen müssen —, und was die Weststaaten nicht tun werden, weil sie dazu nicht die genügende Anlage haben. Hier wären Anlagen, hier wäre geographische Voraussetzung, hier wäre alles vorhanden! Hier ist nur notwendig: der gute Wille zum freien menschlichen Entschluß. Dazu gehört eben gerade Aktivität des Denkens. Dazu gehört Denkwille. Denkwille ist das, was der heutigen Menschheit am meisten fehlt. Denkwille entwickelt sich auch geographisch sehr gut unter denjenigen Menschen — gestern machte ich darauf aufmerksam: auf die Rassen geben die Seelen nicht mehr viel, sie gehen nach der geographischen Lage —, zu denen die Seelen deshalb kommen, weil sie in die Gebirge hinein wollen. Denkwille entwickelt sich nicht in solchen Gegenden, in denen man «Die drei Zigeuner» dichtet. Das ist ein sehr schönes Gedicht, aber es ist gedichtet in der Ebene. Heute braucht der Mensch nicht Ebenengesinnung, heute braucht der Mensch schon Gebirgsgesinnung. Deshalb könnte aus den schweizerischen Bergen vieles herauskommen, deshalb möchte man hier auch gewisse Grundlagen, einen Ausgangspunkt für etwas haben. Und deshalb scheint es mir wichtig, gerade hier nicht zu schweigen, sondern von den großen Bedürfnissen der Zeit zu reden, solange man kann. Und unsere Freunde hier in der Schweiz rufe ich besonders auf, die Forderung nach der Aufklärung zu verstehen, dafür zu sorgen, daß die Forderungen der Zeit in das Bewußtsein gerade der hiesigen Bewohner übergehen. Je mehr Schweizerköpfe und Schweizerherzen gerade für diese sozialen Ideen gewonnen werden, desto besser wird es für Europa und die Welt sein. Das sage ich insbesondere auch zu den Schweizern. Sie können ja, meine lieben Schweizer unter uns, das Fremde zu einem Schweizerischen machen, dann ist es ein Schweizerisches! Alle diese Unterscheidungen haben ja doch nur einen ephemeren Wert.

[ 31 ] Ich konnte diesmal eben nur so lange dableiben, bis dieses Buch fertiggestellt war; denn dieses Buch soll der Zeit dienen. Unsere Freunde werden es hier übernehmen, werden für die Verbreitung in der Schweiz sorgen, und ich hoffe, gerade bei dieser Arbeit auch recht bald wiederum hier sein zu können, aus mancherlei Gründen. Zum Teil aus einem Grunde, der recht sehr mißverstanden wird, gerade hier in der Schweiz. Man kann schon von der einen oder anderen Seite her hören: Was will denn der Fremde gerade hier in der Schweiz? Er soll uns in Ruhe lassen! Unsere Demokratie besteht sechshundert Jahre, die ist gesund, sie ist gefeit gegen das, was da draußen unter den verruchten östlichen und mitteleuropäischen Völkern vorgeht. Ich habe nun die Überzeugung, daß heute das Beste getan werden könnte da, wo es aus freiem Willen noch geschehen könnte. Wenn heute solche sozialen Ideen, wie sie in meinem Buche verzeichnet sind, in Rußland aufblühen würden, so geschähe es, weil die äußerste Not dazu zwingt; und wenn die äuRerste Not dazu drängt — ebenso in Mitteleuropa, ebenso in Deutschland —, so ist der rechte Impuls nicht mehr da. Der rechte Impuls gerade für diese Ideen, die der Menschheit soziales Heil bringen wollen, wäre da, wo sie aus Freiheit heraus geschehen würden auf einem Boden, von dem man sagen kann: zu uns sind nicht die Bolschewisten gekommen, wir haben noch etwas von den alten Zuständen. Oh, wenn gerade auf diesem Boden hier, bevor auch hier den Leuten das Wasser in den Mund rinnt, Verständnis entwickelt würde dafür, aus freiem Willen heraus diese Ideen zu entwickeln, dann würde die Schweiz das Blütenland Europas werden können; denn durch ihre geographische Lage ist sie dazu ausgerüstet! Sie ist ausgerüstet mit einer riesigen Mission, trotz ihrer Kleinheit. Aber diese Mission wird sie nur erfüllen können, wenn sie aus freiem Willen das vollbringt, was weder die Ost- und Mittelstaaten heute mehr aus freiem Willen vollbringen können — da hätten sie früher angreifen müssen —, und was die Weststaaten nicht tun werden, weil sie dazu nicht die genügende Anlage haben. Hier wären Anlagen, hier wäre geographische Voraussetzung, hier wäre alles vorhanden! Hier ist nur notwendig: der gute Wille zum freien menschlichen Entschluß. Dazu gehört eben gerade Aktivität des Denkens. Dazu gehört Denkwille. Denkwille ist das, was der heutigen Menschheit am meisten fehlt. Denkwille entwickelt sich auch geographisch sehr gut unter denjenigen Menschen — gestern machte ich darauf aufmerksam: auf die Rassen geben die Seelen nicht mehr viel, sie gehen nach der geographischen Lage —, zu denen die Seelen deshalb kommen, weil sie in die Gebirge hinein wollen. Denkwille entwickelt sich nicht in solchen Gegenden, in denen man «Die drei Zigeuner» dichtet. Das ist ein sehr schönes Gedicht, aber es ist gedichtet in der Ebene. Heute braucht der Mensch nicht Ebenengesinnung, heute braucht der Mensch schon Gebirgsgesinnung. Deshalb könnte aus den schweizerischen Bergen vieles herauskommen, deshalb möchte man hier auch gewisse Grundlagen, einen Ausgangspunkt für etwas haben. Und deshalb scheint es mir wichtig, gerade hier nicht zu schweigen, sondern von den großen Bedürfnissen der Zeit zu reden, solange man kann. Und unsere Freunde hier in der Schweiz rufe ich besonders auf, die Forderung nach der Aufklärung zu verstehen, dafür zu sorgen, daß die Forderungen der Zeit in das Bewußtsein gerade der hiesigen Bewohner übergehen. Je mehr Schweizerköpfe und Schweizerherzen gerade für diese sozialen Ideen gewonnen werden, desto besser wird es für Europa und die Welt sein. Das sage ich insbesondere auch zu den Schweizern. Sie können ja, meine lieben Schweizer unter uns, das Fremde zu einem Schweizerischen machen, dann ist es ein Schweizerisches! Alle diese Unterscheidungen haben ja doch nur einen ephemeren Wert.

[ 32 ] Es war mir ein Bedürfnis, Ihnen dieses heute zu sagen, und ich hoffe, daß Sie mich gerade in bezug auf diese Dinge richtig verstanden haben. Ich hoffe, daß der Geist, der diesen Bau erfüllen und umhüllen soll, durch die Gesinnung unserer Mitglieder weiter erhalten bleibe und daß wir uns nach einiger Zeit hier wiederfinden, zusammengehalten durch diesen Geist, der von Anfang an so war, wie er sich jetzt ausleben soll, und der auch nicht anders werden kann; denn er hat von Anfang an das in sich verwirklichen wollen, was in den Forderungen unserer Zeit liegt.

[ 32 ] Es war mir ein Bedürfnis, Ihnen dieses heute zu sagen, und ich hoffe, daß Sie mich gerade in bezug auf diese Dinge richtig verstanden haben. Ich hoffe, daß der Geist, der diesen Bau erfüllen und umhüllen soll, durch die Gesinnung unserer Mitglieder weiter erhalten bleibe und daß wir uns nach einiger Zeit hier wiederfinden, zusammengehalten durch diesen Geist, der von Anfang an so war, wie er sich jetzt ausleben soll, und der auch nicht anders werden kann; denn er hat von Anfang an das in sich verwirklichen wollen, was in den Forderungen unserer Zeit liegt.

[ 33 ] Damit möchte ich für diesmal Abschied nehmen und auf Wiedersehen sagen für kommende Zeiten, die sich allerdings erhoffen lassen, aber man kann ja jetzt natürlich über solche Dinge, wie zum Beispiel Eisenbahnfahrten und so weiter, gar keine Urteile fällen. Sie wissen, es gibt schon recht weite Strecken, in denen der Personenverkehr sogar eingestellt ist. Also diese Dinge können kommen; aber hoffen wir, dass sie überwunden werden können. Dieser Ort hier soll doch eine solche geistige Wichtigkeit haben, daß, wenn es einmal notwendig werden sollte und noch möglich sein würde für mich, auf einem ganz abgezehrten, halbtoten Gaul hierherzureiten, um zu arbeiten, so würde ich auch nicht scheuen, auf einem abgezehrten, halbtoten Gaul hierherzureiten, um zu arbeiten hier. Wie gesagt, aber es können Aufgaben kommen, woanders, die die Zeit verzögern. Es können immerhin Verhältnisse eintreten, die die Zeit verzögern. Trotz alledem aber auf ein Wiedersehen in unserem Geiste, namentlich auch in dem Geiste, den ich heute noch bei diesem letzten diesmaligen Zusammensein ein wenig geschildert und Ihren Herzen dargestellt habe.

[ 33 ] Damit möchte ich für diesmal Abschied nehmen und auf Wiedersehen sagen für kommende Zeiten, die sich allerdings erhoffen lassen, aber man kann ja jetzt natürlich über solche Dinge, wie zum Beispiel Eisenbahnfahrten und so weiter, gar keine Urteile fällen. Sie wissen, es gibt schon recht weite Strecken, in denen der Personenverkehr sogar eingestellt ist. Also diese Dinge können kommen; aber hoffen wir, dass sie überwunden werden können. Dieser Ort hier soll doch eine solche geistige Wichtigkeit haben, daß, wenn es einmal notwendig werden sollte und noch möglich sein würde für mich, auf einem ganz abgezehrten, halbtoten Gaul hierherzureiten, um zu arbeiten, so würde ich auch nicht scheuen, auf einem abgezehrten, halbtoten Gaul hierherzureiten, um zu arbeiten hier. Wie gesagt, aber es können Aufgaben kommen, woanders, die die Zeit verzögern. Es können immerhin Verhältnisse eintreten, die die Zeit verzögern. Trotz alledem aber auf ein Wiedersehen in unserem Geiste, namentlich auch in dem Geiste, den ich heute noch bei diesem letzten diesmaligen Zusammensein ein wenig geschildert und Ihren Herzen dargestellt habe.