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The Rudolf Steiner Archive

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Michael's Message
The True Mysteries of Human Natur
GA 194

29 November 1919, Dornach

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Fünfter Vortrag

5. The Michael Deed and the Michael Influence as Counter-pole of the Ahrimanic Influence

[ 1 ] Der Mensch kann nur dadurch ein wirkliches, seine Seele tragendes Bewußtsein erlangen, daß er aufnimmt wenigstens die wichtigsten, die wesentlichsten Gesetze der menschlichen Entwickelung. Dasjenige, was sich zugetragen hat im Lauf der menschlichen Entwickelung, das müssen wir erkennen, in unser Seelenleben hereinbringen. So ist einmal die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen. Nun handelt es sich darum, daß man — ich bemerkte das schon in diesen Tagen — völlig ernst nehme, daß die Entwickelung der Menschheit selbst eine Art lebendige, eine Art Wesensentwickelung ist. Wie in dem einzelnen menschlichen Individuum gesetzmäßiges Wachstum ist, so in der Entwickelung des ganzen Menschengeschlechtes. Und da in der Gegenwart einmal der Zeitpunkt ist, wo gewisse Dinge ins Bewußtsein herauf müssen und der Mensch ja in den wiederholten Erdenleben teilgenommen hat an den verschiedenen Gestaltungen der Menschheitsentwickelungsgeschichte, so ist auch notwendig, daß man Verständnis entwickele für die Verschiedenheiten der menschlichen Seelenstimmungen in den einzelnen Epochen der Menschheitsentwickelung. Ich habe schon öfter gesagt: Dasjenige, was wir heute Geschichte nennen, das ist eigentlich eine Fable convenue aus dem Grunde, weil bei dieser abstrakten Aufzählung von Ereignissen und bei diesem Suchen nach Ursache und Wirkung im äußerlichsten Sinne gegenüber den geschichtlichen Hergängen gar nicht Rücksicht genommen wird auf die Umwandlungen, auf die Metamorphosen des menschlichen Seelenlebens selber. Wenn man von diesem Gesichtspunkte aus Proben macht, so könnte man sich schon überzeugen, wie vorurteilsvoll es ist, wenn man glaubt, daß ungefähr so wie die Seelen der Menschen jetzt gestimmt sind, sie bis in jene Zeiten waren, in die noch die ersten Dokumente der Geschichte zurückreichen. Das ist nicht der Fall. Menschen, auch einfachste, primitivste Menschen des 9., 10. nachchristlichen Jahrhunderts, sie waren ganz anders in der Seele gestimmt als die Menschen nach der Mitte des 15. Jahrhunderts. Man kann das verfolgen bis in die Niederungen des Menschengeschlechtes hinein, kann es auch auf den Höhen verfolgen. Versuchen Sie zum Beispiel einmal, sich eine Kenntnis zu verschaffen des merkwürdigen Werkes von Dante über die «Monarchie». Wenn Sie so etwas lesen, aber nicht lesen wie eine Kuriosität, sondern lesen mit einem gewissen kulturhistorischen Spürsinn, dann wird Ihnen auffallen, wie in einem solchen Buche eines Repräsentanten seiner Zeit Dinge drinnenstehen, die unmöglich aus der Seele eines Gegenwartsmenschen heraus gesprochen sein könnten. Ich will nur eines erwähnen.

[ 1 ] Only through a knowledge of the most important and essential laws of human evolution can man attain a real consciousness that supports his soul. He must learn to know the events of human evolution and make them part of his question of taking fully into account—I made this remark already a few days ago—that the evolution of mankind is itself an evolution of a living entity. Just as there is ordered growth in the single human individual, so is there ordered growth in the evolution of the whole human race. And since the present is the moment when we have to become conscious of certain things, and since the human being has participated, during his repeated earth lives, in the various configurations of humanity's evolutionary history, it is also necessary to develop an understanding for the different human soul moods in the various epochs of mankind's evolution. I have often stated that what we call history today is really a fable convenue, a fable agreed upon, for the reason that the abstract recounting of events and the searching for cause and effect in historical processes in an external sense does not take into account the transformations, the metamorphoses of human soul life itself. When, from this point of view, we make tests, we can easily show that it is a prejudice to believe that the soul mood of modern man prevailed also in the times to which the first historical documents reach back. This is not the case. Human beings, even the simplest, most primitive, of the ninth and tenth post-Christian centuries had a soul mood completely different from that of human beings after the middle of the fifteenth century. We can trace this right into the lower strata of the human race, but also into the upper levels. Try, for instance, to familiarize yourselves with Dante's curious work about “Monarchy.” If you read such a thing, not as an oddity, but with a certain cultural-historical sagacity, then you will notice that such a book of a representative of his time contains things which could not possibly have been spoken out of the soul of a modern human being.

[ 2 ] Dante versucht in diesem Buche, das in seinem Sinne eine ernsthafte Abhandlung über die Rechtsgrundlage, über die politische Grundlage der Monarchie sein soll, darzulegen, daß die Römer das vorzüglichste Volk der Erde waren. Er versucht darzulegen, daß es ein Urrecht der Römer war, den ganzen Erdball, soweit er dazumal in Frage kam, zu erobern. Er versucht darzulegen, daß diese Eroberung des ganzen Erdballes durch die Römer ein größeres Recht sei als etwa das Selbständigkeitsrecht einzelner kleiner Völkerschaften, denn Gott habe es so gewollt, daß die Römer über einzelne kleine Völkerschaften herrschten, zum Wohle dieser einzelnen kleinen Völkerschaften. Viele Beweise ganz aus dem Geiste seiner Zeit heraus bringt Dante vor für diese Berechtigung des Römertums, den Erdkreis zu beherrschen. Einer dieser Beweise ist auch der folgende. Er sagt: Die Römer stammen doch ab von Äneas. Äneas hat dreimal geheiratet. Zuerst die Creusa. Dadurch aber, durch diese Heirat, habe er sich als der Stammvater das Recht erworben, Asien zu beherrschen. Zweitens habe er geheiratet die Dido. Dadurch habe er sich als Urvater der Römer das Recht erworben, Afrika zu beherrschen. Dann habe er geheiratet die Lavinia. Damit habe er sich das Recht erworben — das heißt für die Römer —, Europa zu beherrschen. Herman Grimm, der diese Sache einmal besprochen hat, macht dazu die, ich glaube nicht unzutreffende Bemerkung: Ein reines Glück, daß dazumal Amerika und Australien noch nicht entdeckt waren!

[ 2 ] In this book, which was intended as a serious treatise about the legal and political foundations of monarchy, Dante tries to show that the Romans were the most excellent people of the world, as far as it was known at that time, was the primeval right of the Romans. He tries to show that the conquest of the whole earth by the Romans constituted a right greater than for instance the right of independence of single, smaller peoples; for it was the will of God that the Romans should rule over the various smaller peoples, for the latter's own good. Dante offers many proofs, out of the spirit of his time, why the Romans were justified in ruling the earth. One of these proofs is the following: He says: The Romans descend from Aeneas. Aeneas married three times. First, Creusa; through this marriage he acquired the right, as progenitor of the race, to rule Asia. Secondly, he married Dido; through this marriage he acquired the right, as ancestor of the Romans, to rule Africa. Then he married Lavinia; through this he acquired the right for the Romans to rule Europe. Herman Grimm, who once discussed this matter, made the telling remark: How fortunate that at the time America and Australia were not yet discovered!

[ 3 ] Aber diese Schlußfolgerung war für einen erleuchteten Geist der Dante-Zeit, ja für den hervorragendsten Geist der Dante-Zeit etwas ganz selbstverständliches. So etwas war dazumal eine juristische Darlegung. Nun bitte ich Sie, sich vorzustellen, daß bei irgendeinem Juristen der Gegenwart eine solche Schlußfolgerung aufträte. Sie können sich es nicht vorstellen. Ebensowenig können Sie sich vorstellen, daß die Denkweise in bezug auf andere Gründe, die Dante vorbringt, aus der Seelenverfassung eines Gegenwartsmenschen herauskäme.

[ 3 ] But this sort of conclusion was something quite self-evident for an enlightened spirit of the time of Dante, indeed, for the most outstanding spirit of that time. This was a juridical presentation at that time. Now I ask you to imagine that any lawyer of the present age would draw such conclusions. You cannot imagine it. And you can just as little imagine that the mode of thought which Dante employs in regard to other subjects could arise in the soul constitution of a man of the present age.

[ 4 ] So ergibt eine ganz naheliegende Tatsache, wie man hinsehen muß auf die Umwandlung der Seelenverfassungen der Menschen. Diese Dinge nicht zu verstehen, das ging in einer gewissen Weise an bis in unsere Zeit herein. Das geht in unserer Zeit nicht mehr an und wird insbesondere nicht gegen die Zukunft hin für die Menschheit angehen, aus dem einfachen Grunde, weil die Menschheit bis in unsere Zeiten herein oder wenigstens bis zum Ende des 18. Jahrhunderts — seit der Französischen Revolution ist es schon allmählich anders geworden, aber es blieben immer alte Reste der betreffenden Seelenverfassungen zurück —, weil die Menschheit bis in unsere Zeit herein — also mit der Einschränkung, die ich eben gemacht habe — gewisse Instinkte hatte. Und aus diesen Instinkten heraus konnte sie ein Bewußtsein entwickeln, das seelentragend war. So wie aber der sich fortwandelnde Organismus der Menschheit nunmehr geworden ist, sind diese Instinkte nicht mehr da, und der Mensch muß sich in bewußter Weise erwerben den Zusammenhang mit der ganzen Menschheit. Das ist ja schließlich die ganze Bedeutung, die tiefere Bedeutung der sozialen Frage in der Gegenwart. Dasjenige, was die Leute parteimäßig vielfach sagen, ist nur eine Formulierung obenhin. Dasjenige, was eigentlich in den Untergründen der Menschenseelen wogt, das spricht sich [nicht] aus in solchen Formeln. Aber das, was wogt, das ist eben, daß.die Menschheit fühlt, man müsse bewußt den Zusammenhang des einzelnen mit der ganzen Menschheit erringen, das heißt, einen sozialen Impuls sich aneignen.

[ 4 ] Thus a quite obvious fact shows that we have to take into consideration the transformation of the soul constitutions of human beings. To fail to understand these things was tolerable in a certain way up to our time. But it will no longer do in our time, and quite especially will it not do for mankind in the future, for the simple reason that mankind, right up to our time, or at least up to the end of the eighteenth century, had certain instincts; (since the French Revolution matters have gradually changed, but still, old remnants remained of the soul constitutions in question.) Out of these instincts mankind was able to develop a consciousness which supported the soul. But in the present state of the constantly changing organism of mankind these instincts no longer exist and man must consciously acquire the connection with the whole of humanity. This is, after all, the deeper significance of the social question in our present time. What people state in their party platforms are only superficial formulations. That which surges in the depths of human souls expresses itself in such formulas; mankind feels that it is necessary to acquire a conscious relationship of the individual to the whole of humanity, that is, to acquire a social impulse.

[ 5 ] Nun kann man das nicht, ohne daß man das Gesetz der Entwickelung wirklich ins Auge faßt. Tun wir das noch einmal, nachdem wir es für andere Fragen schon wiederholt getan haben. Nehmen wir zum Beispiel die Zeit vom 4. nachchristlichen Jahrhundert bis etwa ins 16. nachchristliche Jahrhundert herein. Da finden wir, wie das Christentum im zivilisierten Europa sich ausbreitet. Wir finden dieser Ausbreitung jenen Charakter aufgeprägt, von dem ich gestern und öfter gesprochen habe. Wir finden, daß in dieser Zeit noch alle Sorgfalt darauf verwendet wird, durch menschliche Vorstellungen und menschliche Begriffe, wie sie vom Griechentum übermittelt worden sind, die Geheimnisse von Golgatha zu verstehen. Dann beginnt aber eine veränderte Form der Entwickelung. Wir wissen, daß sie eigentlich schon früher einsetzt, um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Sichtbar, deutlich wird sie erst etwa im 16. Jahrhundert. Dann beginnt das naturwissenschaftlich orientierte Denken zuerst die obere Menschheit zu ergreifen, aber sich immer weiter und weiter auszudehnen.

[ 5 ] Now, we cannot do so without focusing our attention upon the law of evolution. Let us do this once more after having done so repeatedly in regard to other questions. Let us take the time from the fourth post-Christian century up to the sixteenth post-Christian century. We see how Christianity bears the character of which I spoke yesterday and on previous occasions. We find that great care is taken during this period to understand the secrets of Golgotha through human concepts and ideas as they had been transmitted by Greek culture. Then a changed form of evolution sets in. We know that it really set in at an earlier time, around the middle of the fifteenth century; but it became clearly discernible only in the sixteenth century. At that time the natural-scientifically orientated thinking began to take hold of the upper level of mankind and to spread further and further.

[ 6 ] Nun fassen wir einmal dieses naturwissenschaftlich orientierte Denken einer bestimmten Eigenschaft nach ins Auge. Es gibt viele solche Eigenschaften, die man erwähnen kann für das naturwissenschaftlich orientierte Denken, aber wir wollen heute wiederum eine besonders hervorheben. Das ist diese, daß, wenn man so recht handfester neuerer Denker im heutigen Sinne ist, man nicht zurechtkommt mit der Frage: Naturnotwendigkeit und menschliche Freiheit. Immer mehr drängte das Naturdenken der neueren Zeit dahin, den Menschen als ein Glied der übrigen Natur zu denken, die man auffaßt als einen Strom von fest einander bedingenden Ursachen und Wirkungen. Gewiß sind ja viele Menschen auch heute da, die sich klar darüber sind, daß Freiheit, das Erlebnis der Freiheit, eine Tatsache des menschlichen Bewußtseins ist. Aber dies hindert nicht, daß, wenn man sich so recht hineinfindet in die besondere Konfiguration des Naturdenkens, man da nicht zurechtkommt. Denkt man so, wie die heutige Naturwissenschaft das will, über die Wesenheit des Menschen, so kann man eben mit diesem Denken nicht vereinigen das Denken über die menschliche Freiheit. Manche machen sich es leicht mit der menschlichen Freiheit, mit dem menschlichen Verantwortlichkeitsgefühl. Ich kannte einen Strafrechtslehrer, der begann seine Vorlesungen über das Strafrecht jedesmal damit, daß er sagte: Meine Herren, ich habe Ihnen Strafrecht vorzutragen. Das beginnen wir damit, daß wir als Axiom annehmen, es gäbe eine menschliche Freiheit und Verantwortlichkeit. Denn gäbe es keine Freiheit und keine Verantwortlichkeit, so könnte es kein Strafrecht geben. Nun gibt es aber ein Strafrecht, denn ich muß es Ihnen vortragen, also gibt es auch eine Verantwortlichkeit und Freiheit. — Diese Argumentation ist etwas einfach, aber sie ist doch auch hinweisend darauf, wie schwer die Menschen heute noch zurechtkommen, wenn sie fragen sollen: Wie vereinigt Naturnotwendigkeit sich mit Freiheit? Das heißt aber mit anderen Worten nichts anderes als: Immer mehr und mehr ist der Mensch durch die Entwickelung der letzten Jahrhunderte gezwungen worden, eine gewisse Allmacht der Naturnotwendigkeit zu denken. Man sagt es sich nicht mit diesen Worten, aber dennoch, es wird gedacht eine gewisse Allmacht der Naturnotwendigkeit. Was ist diese Allmacht der Naturnotwendigkeit?

[ 6 ] Let us focus our attention upon this natural-scientific thinking in regard to a certain quality. There are many qualities of natural-scientifically orientated thinking which might be mentioned, but today we want to emphasize one quality in particular. It is the following: If we are a really efficient, modern thinker in the present sense, we are unable to cope with the problem of the necessity of nature and human freedom. The natural-scientific thinking of the modern age pressed onward more and more toward conceiving of the human being as a member of the rest of nature, the latter being considered a stream of causes and effects determining one another. Certainly, there exist today many human beings who see clearly that freedom, the experience of freedom, is a fact of human consciousness. But this does not prevent them from being unable to cope with this problem as they steep themselves in the special configuration of natural-scientific thinking. If we think about the being of man in the way modern natural science demands we are unable to reconcile this thinking with the thinking about human freedom. Some people take it very easy in regard to human freedom, in regard to the sense of human responsibility. I knew a professor of criminal law who began his lectures on criminal law every time with the following remarks: Gentlemen, I have to lecture to you on criminal law. Let us begin by assuming the axiom that there is human freedom and responsibility. For, if there were no human freedom and responsibility, there could be no criminal law. However, criminal law exists, for I have to lecture on it to you; therefore, responsibility and freedom exist also.—this argumentation is somewhat simple, but it points to the difficulty that arises for human beings when they have to ask the question: How can the necessity of nature be reconciled with freedom? It shows, in other words, how the human being has been forced more and more through the evolution of the last few centuries to acknowledge a certain omnipotence of the necessity of nature. One does not express it in these words; nevertheless, a certain omnipotence of natural necessity is conceived of. What is this omnipotence of natural necessity?

[ 7 ] Wir werden uns am besten verstehen, wenn ich Sie an etwas erinnere, das ich schon öfters erwähnt habe. Die heutigen Denker glauben, sie handeln — oder denken vielmehr — vorurteilslos, bloß wissenschaftlich forschend, wenn sie behaupten, der Mensch bestünde aus Leib und Seele. Nicht wahr, bis zu dem angeblich großen, eigentlich nur von seines Verlegers Gnaden großen Philosophen Wilhelm Wundt behaupten die Leute, wenn man unbefangen denkt, so müsse man den Menschen gliedern in Leib und Seele, wenn überhaupt noch die Seele gelten gelassen wird. Und nur schüchtern wagt sich der Versuch der Wahrheit hervor, den Menschen zu gliedern in Leib, Seele und Geist. Die Philosophen, die heute glauben, vorurteilslos den Menschen in Leib und Seele zu gliedern, die wissen eben nicht, daß ihre Gliederung nur das Ergebnis eines historischen Vorganges ist, der seinen Ausgangspunkt genommen hat vom achten allgemeinen Konzil von Konstantinopel, wo die katholische Kirche den Geist abgeschafft hat, indem es zum Dogma erhoben worden ist, daß fortan der richtig gläubige Christ nur zu denken habe, der Mensch bestünde aus Leib und Seele, und die Seele habe auch einige geistige Eigenschaften. Das war Kirchengebot. Das lehren heute noch die Philosophen und wissen nicht, daß sie bloß dem Kirchengebote folgen, sie glauben vorurteilslose Wissenschaft zu treiben. So steht es tatsächlich heute um manches, was man «vorurteilslose Wissenschaft» nennt.

[ 7 ] We shall understand one another best if I remind you of something which I have mentioned frequently. Modern thinkers believe that they act—or, rather, think—without prejudice, merely as scientific researchers, when they assert that man consists of body and soul. People, all the way up to the great philosopher Wilhelm Wundt—who is great, however, merely through the graces of his publisher—people maintain: if we think without prejudice, we have to consider man as consisting of body and soul, if we ascribe any validity to the soul at all. And only timidly does the truth make its appearance, namely, that man consists of body, soul, and spirit. The philosophers who consider themselves unbiased in their belief that man consists of body and soul do not know that their concept is merely the result of a historical process which had its starting point in the eighth Oecumencial council of Constantinople when the Roman-Catholic church abolished the spirit by establishing the dogma that henceforth the orthodox Christian was to think of man as consisting of body and soul, the soul having some spiritual qualities. This was a church law; philosophers still teach it today and do not know that they are merely following a church law. They believe they carry on unprejudiced science. This is the situation today in regard to many things called “unprejudiced science.”

[ 8 ] So ähnlich ist es auch mit der Naturnotwendigkeit. Diese ganze Entwickelung vom 4. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert, die kristallisierte immer mehr einen ganz besonderen Gottesbegriff heraus. Wenn man auf die Feinheiten der geistigen Entwickelung dieser Jahrhunderte eingeht, so kommt man darauf, daß immer mehr und mehr ein ganz bestimmter Gottesbegriff aus dem menschlichen Denken herausgearbeitet wurde, der Gottesbegriff, der eigentlich gipfelt in dem Diktum: Gott, der Allmächtige. Es wissen die wenigsten Menschen, daß es zum Beispiel für den Menschen vor dem 4. nachchristlichen Jahrhundert keinen rechten Sinn gehabt hätte, von Gott dem Allmächtigen zu sprechen. Wir treiben keine Katechismus-Wahrheiten; da steht natürlich drinnen: Gott ist allmächtig, allweise und allgütig und so weiter. Das alles sind Dinge, die mit den Wirklichkeiten nichts zu tun haben. Vor dem 4. Jahrhundert würde niemand, der verständig war in diesen Dingen, der mit diesen Dingen wirklich mitgegangen ist, daran gedacht haben, die Allmacht als eine Grundeigenschaft des göttlichen Wesens zu betrachten, sondern da war noch die Nachwirkung der griechischen Begriffe. Und wenn man an das göttliche Wesen gedacht hat, so würde man in erster Linie nicht gesagt haben (an die Tafel schreibend:) Gott, der Allmächtige, sondern: Gott, der Allweise.

[ 8 ] The matter is similar in regard to the necessity of nature. During the whole evolution between the fourth and the sixteenth centuries the concept of god took on a quite particular form. If one takes into account the more intimate aspects of the spiritual evolution of these centuries, one will become aware of the fact that a quite definite concept of God was more and more elaborated in human thinking, a concept of God which culminated in the dictum: God, the Omnipotent, the All-Mighty. Few people know that it would have had no meaning for human beings prior to the fourth post-Christian century to speak of God, the All-Mighty. My dear friends, we do not engage in catechism truths; there you will, naturally, find: God is all-mighty, all-wise, all-benevolent. All these are things which have nothing to do with realities. Prior to the fourth century, nobody would have thought of considering omnipotence as a fundamental quality of the Divine Being if he had an understanding of these matters and really lived with them. For at that time the after-effect of the Greek concepts still held sway. In thinking about the Divine Being, people would not have spoken of God, the All-Mighty, but of God, the Omniscient, the All-Wise.

[ 9 ] Die Weisheit war dasjenige, was man zunächst als die Grundeigenschaft dem göttlichen Wesen beigelegt hat. Und der Begriff der Allmächtigkeit, er ist erst vom 4. Jahrhundert an allmählich eingedrungen in die Idee von dem göttlichen Wesen. Das entwickelt sich weiter. Der Persönlichkeitsbegriff wird fallen gelassen, und übertragen wird das Prädikat auf die bloße, immer mehr und mehr sogar mechanisch vorgestellte Naturordnung. Und der Begriff der neueren Naturnotwendigkeit, dieser Allmacht der Natur, ist nichts anderes als das Ergebnis der Entwickelung des Gottesbegriffes vom (an die Tafel schreibend:) 4. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert. Nur daß abgeworfen wurden die Persönlichkeitseigenschaften, und daß herübergenommen wurde in die Struktur des Naturdenkens dasjenige, was dazumal für den Gottesbegriff genommen worden ist.

[ 9 ] Wisdom was considered the fundamental attribute of the Divine Being. The concept of Omnipotence only gradually penetrated the idea of the Divine Being, from the fourth century onward. It continued to develop. The concept of personality was abandoned and the predicate was transmitted to the mere order of nature, which is conceived of more and more mechanically. And the modern concept of the necessity of nature, the omnipotence of nature, is nothing but the result of the evolution of the concept of God from the fourth to the sixteenth century. Only, the qualities of personality were abandoned and that which constituted the concept of God was taken over into the structure of thinking about nature.

[ 10 ] Die echten Naturwissenschafter von heute würden sich natürlich kräftig wehren, wenn man ihnen so etwas sagt. Geradeso wie manche Philosophen glauben, vorurteilslos über den Menschen zu denken, indem sie ihn nur aus Leib und Seele bestehen lassen, während sie in Wahrheit nur befolgen das achte allgemeine ökumenische Konzil von Konstantinopel von 869, geradeso wie diese Philosophen abhängig sind von einer historischen Strömung, so sind sie alle — die Haeckelianer, die Darwinisten, alle, alle bis zu den Physikern mit ihrer Naturordnung nichts anderes als Abhängige derjenigen theologischen Richtung, die sich ausgebildet hat in der Zeit von Augustinus bis Calvin. Diese Dinge müssen durchschaut werden. Denn das ist das Eigentümliche einer jeden Evolutionsströmung, daß sie eine gewisse Evolution in sich schließt, aber auch eine Involution oder Devolution. Und während sich entwickelte der Begriff «Gott der Allmächtige», war die Unterströmung in den unterbewußten Sphären des menschlichen Seelenlebens vorhanden, die dann die tonangebende Oberströmung wurde: die Naturnotwendigkeit (siehe Zeichnung, rot). Und seit dem 16. Jahrhundert ist wiederum eine neuerliche Unterströmung da, die gerade in unserer Zeit sich vorbereitet, Oberströmung zu werden (s. Zeichnung, weiß).

[ 10 ] Now, my dear friends, the genuine natural scientists of today would oppose such statements vigorously. Just as many philosophers believe they are thinking without prejudice about man by considering him as consisting of body and soul, whereas in truth they merely follow the eighth Oecumenical Council of Constantinople in 869,—just as these philosophers are dependent upon a historical stream, so all the Haeckeleans, Darwinists, physicists with their natural order are dependent upon the theological stream that developed in the period from St. Augustine to Calvin. These things have to be comprehended. It is the peculiar character of every evolutionary stream that it comprises evolution as well as involution or devolution. And while the concept “God the All-Mighty” developed, there existed a sub-current in the subconscious spheres of human soul life, which then became the leading upper current: the nature necessity. (See diagram, red) And since the sixteenth century there exists a new sub-current which prepares precisely in our time to become an upper current. (blue.)

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[ 11 ] Das ist es, was wir als das Charakteristikon des Michael-Zeitalters anführen müssen, daß dasjenige, was sich vorbereitet hat in Form einer Unterströmung der Naturnotwendigkeit, von jetzt ab werden muß eine Oberströmung. Aber es muß verstanden werden der innere Geist der Erdenentwickelung, wenn man überhaupt zu irgendeinem möglichen Begriffe kommen will von dem, was sich eigentlich da vorbereitet.

[ 11 ] It is characteristic of the Michael age that that which has been prepared in the form of a sub-current of nature-necessity must henceforth become an upper current. But if we wish to acquire a possible concept of what it is that has thus prepared itself, we must understand the inner spirit of Earth evolution.

[ 12 ] Ich habe Sie neulich einmal darauf aufmerksam gemacht, daß eigentlich das, was von selbst geht in der irdischen Entwickelung und namentlich in der Menschheitsentwickelung, sich in absteigender Linie bewegt. Die Erdenmenschheit und die Erdenentwickelung selbst ist eigentlich in der Dekadenz. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß das ja sogar heute schon eine geologische Wahrheit ist, daß ernsthaft zu nehmende Geologen zugeben, die Erdkruste sei bereits in einem Verfallsprozesse. Aber insbesondere ist in einem Verfallsprozesse durch die Kräfte, die eigentlich sinnlich-irdisch sind, die Menschheit selbst. Und der Menschheitsprozeß muß so weitergehen, daß die Menschheit aufnimmt geistige Impulse, die gegen die Dekadenz arbeiten. Daher muß bewußtes Geistesleben in die Menschheit eintreten. Wir müssen uns klar sein darüber: den Höhepunkt der Erdenentwickelung, den haben wir bereits überschritten. Damit die Erdenentwickelung weitergehen kann, muß Geistiges immer klarer und deutlicher aufgenommen werden.

[ 12 ] I recently drew your attention to the fact that what takes place in the evolution of the earth and of mankind in particular moves in a descending line. Earth humanity and the evolution of the earth itself is on the path of decadence. I drew your attention to the fact that this is today a recognized geological truth, that geologists who are to be taken seriously admit that the earth crust is in a process of decay. Mankind itself, in particular, is in a process of decay through the sensuous-earthly forces. And mankind, in its evolutionary process, must receive spiritual impulses which counteract decadence. Therefore a conscious spiritual life must enter mankind. We must be clear about the fact that we have already passed beyond the pinnacle of Earth evolution. In order that it may proceed, the spiritual must be taken up more and more clearly and distinctly.

[ 13 ] Das scheint zunächst wie eine abstrakte Tatsache. Für den Geistesforscher ist das gar nicht eine abstrakte Tatsache. Sie wissen ja wohl, daß wir die Entwickelung desjenigen, was dann Erde geworden ist, verfolgen durch ein Saturn-, Sonnen- und Mondenstadium bis herein ins Erdenstadium. Diese Entwickelung können wir auch dadurch charakterisieren, daß wir sagen, im Grunde genommen ist, wenn wir von der heutigen Menschheit sprechen, dasjenige, was sich von dieser Menschheit durch Saturn-, Sonnen- und Mondenperiode entwickelt hat, Vorbereitung, Vorstadium gewesen. Auf der Erde selbst hat der Mensch eigentlich erst, als er sein Ich angenommen hat, die Menschenwesenheit in Wirklichkeit erreicht und wird in diese Wesenheit weiteres hineingießen durch die folgenden Entwickelungsstadien der Erde.

[ 13 ] At the outset, this seems an abstract fact. But for the spiritual researcher this is not an abstract fact. You know that we can trace the evolution of the Earth through the Saturn, Sun, and Moon states right into the Earth state. This evolution may also be characterized in the following way: if we speak of present mankind, we may consider the evolution of mankind through the Saturn, Sun and Moon periods as a preparation, as a pre-state. Only upon the Earth itself did man, as he received his ego, gain his true humanhood, and he will receive further elements into his true being during the subsequent evolutionary stages of the Earth.

[ 14 ] Nun wissen Sie ja, daß auf derselben Entwickelungsstufe, wenn auch in ganz anderen Formen, bei ganz anderem äußerem Ansehen, die sogenannten Archai, die heutigen Geister der Persönlichkeit oder Zeitgeister, im Saturnstadium waren, in derselben Entwickelungsstufe, aber mit anderem Ansehen, wie heute der Mensch. So daß ich das in meinen Büchern ausgedrückt habe dadurch, daß ich sagte: Was wir heute als Archai, als Geister der Persönlichkeit ansehen, das war während der Saturnzeit Mensch, die Archangeloi waren während der Sonnenzeit Mensch, die Angeloi während der Mondenzeit Mensch. Während der Erdenzeit sind wir Menschen.

[ 14 ] Now you know that the so-called Archai, the present Spirits of Personality or Time Spirits, were in the Saturn state at the stage of evolution at which the human being is today, although in quite different forms, with a completely different outer aspect. I have expressed this in my books by saying: what we designate today as Archai, as Spirits of Personality, was man during the Saturn period. The Archangeloi were man during the Sun period, the Angeloi during the Moon period. During the Earth period we are man.

[ 15 ] Nun haben wir uns ja natürlich immer vorbereitend mitentwickelt. Wenn wir nur zurückgehen bis zum Mondenstadium, so müssen wir sagen: da sind die Angeloi Menschen gewesen; nicht so aussehende Menschen wie wir, denn das alte Mondenstadium hat ganz andere Verhältnisse gehabt. Aber außer diesen Mondenmenschen, den Angeloi, entwickelten auch wir uns schon in einem Vorstadium dort, in dem Vorstadium der Erdenentwickelung, in sehr weit vorgeschrittenem Stadium, so daß wir dort eigentlich schon in Betracht kamen für die Angeloi. Namentlich als die Mondenentwickelung bereits im Abstiege war, kamen wir dort zuweilen in recht lästiger Weise für die Angeloi in Betracht. Geradeso aber geht es uns mit der absteigenden Erdenentwikkelung. Seit die Erdenentwickelung im Abstiege ist, kommen andere Wesenheiten nach. Das ist ein bedeutsames, ein wichtiges Ergebnis geisteswissenschaftlicher Forschung, das sehr, sehr ernst zu nehmen ist, daß wir bereits in dieses Stadium der Erdenentwickelung eingetreten sind, wo sich Wesen geltend machen, die auf dem Jupiter — das ist das nächste Stadium der Erdenentwickelung — aufgerückt sein werden zu zwar anderen Menschenformen, aber doch zu Formen, die sich mit dem Menschenwesen vergleichen lassen. Wir werden ja andere Wesen sein auf dem Jupiter. Aber diese gewissermaßen Jupitermenschen sind jetzt schon da, wie wir auf dem Monde waren. Sie sind da, natürlich nicht äußerlich sichtbar; aber ich habe ja neulich zu Ihnen gesprochen, was das bedeutet, äußerlich sichtbar zu sein, und daß der Mensch auch ein übersinnliches Wesen ist. Übersinnlich sind diese Wesenheiten gar sehr da.

[ 15 ] Our own evolution, of course, went on alongside all this, by way of preparation. If we go back to the Moon state we must say: Here the Angeloi were human beings, human beings, to be sure, with an appearance quite different from ours, for there were quite different conditions upon the ancient Moon. But alongside these Moon men, the Angeloi, we developed in a pre-state of the Earth evolution, in a very advanced state, so that we had to be taken into consideration by the Angeloi. Especially during the descending phase of the Moon evolution did we, at times, constitute a troublesome concern for the Angeloi. The same, however, is the case with us in descending Earth evolution: since the Earth evolution has entered its descending phases, other beings make themselves felt. My dear friends, it is a significant, an important result of spiritual-scientific research which is to be taken very, very seriously, that we have already entered the period of Earth evolution when certain beings make themselves felt who upon Jupiter—the next state of Earth evolution—will have advanced to the form of man, a different form of man, to be sure, but which, nevertheless, may be compared with the being of man. For we will be different beings on Jupiter. These so-to-speak Jupiter men exist already now just as we existed upon the Moon. They exist, of course not externally visible; but I explained to you recently what it means to be externally visible, and that man is also a super-sensible being. Supersensibily these beings are very decidedly present.

[ 16 ] Ich betone noch einmal: Das ist eine außerordentlich ernste Wahrheit, daß sich geltend machen gewisse Wesenheiten, welche tatsächlich um die Menschheit herum sind. Immer mehr und mehr machen sie sich geltend seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Diese Wesenheiten haben zunächst vorzugsweise ausgebildet den Impuls einer Kraft, die sehr ähnlich ist der menschlichen Willenskraft, jener Willenskraft, von der ich Ihnen gestern gesagt habe, wie sie unten ist in tieferen Schichten des menschlichen Bewußtseins. Mit dem, was da dem gewöhnlichen heutigen Bewußtsein unbewußt bleibt, mit dem verwandt sind diese unsichtbaren Wesenheiten, die sich aber schon sehr stark geltend machen in der Entwickelung der heutigen Menschheit.

[ 16 ] I emphasize once more: it is an extremely serious truth that certain beings make themselves felt which exist in the environment of mankind. They make themselves felt more and more since the middle of the fifteenth century. These beings possess chiefly the impulse of a force which is very similar to the human force of will, that force of will of which I told you yesterday that it exists in the deeper strata of the human consciousness. These invisible beings are related to that element of which ordinary consciousness thus remains unconscious today; but they already make themselves very strongly felt in the development of present-day humanity.

[ 17 ] Für den, der die Geistesforschung konkret ernst nimmt, ist das ein Problem von gewaltiger Größe. Mir trat dieses Problem besonders stark entgegen — und ich habe es dazumal zu verschiedenen unserer Freunde in der einen oder in der anderen Form ausgesprochen —, mir trat dieses Problem besonders stark entgegen, ich möchte sagen, fordernd entgegen, als im Jahre 1914 diese Kriegskatastrophe ausbrach. Da mußte man sich fragen: Wie stürmte über die europäische Menschheit herein ein Ereignis, das etwa so auszumessen nach seinen Verursachungen, wie man das gewohnt ist gegenüber früheren geschichtlichen Ereignissen, tatsächlich unmöglich ist? Wer da weiß, daß bei den entscheidenden Dingen doch im Jahre 1914 kaum mehr als dreißig bis vierzig Menschen in Euröpa beteiligt waren, und wer da weiß, in welcher Seelenverfassung die meisten dieser Menschen waren, für den kommt das eigentlich bedeutsame Problem herauf: Denn die meisten dieser Menschen, so sonderbar das heute klingt, die meisten dieser Menschen waren von getrübtem Bewußtsein, von verdunkeltem Bewußtsein. Überhaupt hat sich in den letzten Jahren ungeheuer viel zugetragen von der Art, das verursacht ist von getrübtem menschlichem Bewußtsein. An den entscheidenden Stellen des Jahres 1914 sehen wir überall, wie geradezu aus Bewußtseinsverdüsterung heraus Ende Juli und Anfang August die wichtigsten Entschlüsse gefaßt wurden, und wiederum durch diese Jahre hindurch bis in unsere Gegenwart herein. Das ist ein Problem, furchtbar in seiner Art. Untersucht man es geisteswissenschaftlich, dann findet man, daß diese verdunkelten Bewußtseine die Tore waren, durch die gerade diese Willenswesen von dem Bewußtsein dieser Menschen Besitz ergriffen haben, von dem umdunkelten, umflorten Bewußtsein dieser Menschen Besitz ergriffen haben und gewirkt haben mit ihrem Bewußtsein. Und diese Wesen, die da Besitz ergriffen haben, die noch untermenschliche Wesen sind, was für Wesenheiten sind sie wiederum? Diese Frage müssen wir uns einmal ganz ernsthaftig vorlegen: Was sind das eigentlich für Wesenheiten?

[ 17 ] For the person who takes spiritual research truly seriously this is a problem of great magnitude. I was confronted with this problem especially strongly—at the time I spoke to a number of our friends about it in one or another form—I was confronted with this problem in a demanding fashion, as it were, when, in the year 1914, this war catastrophe broke in upon us. One had to ask oneself: How did an event overtake European mankind which it is impossible to gauge as to its causes in the way that is customary in regard to previous historical events? The one who knows that not more than thirty or forty people participated in Europe in the decisive events of the year 1914, and who also knows the soul condition in which most of these people were, will be confronted by this significant problem. For most of these people, as strange as it may sound today, my dear friends, most of these people had a dulled, obscured state of consciousness. During the last few years much has occurred that was caused by a dulled human consciousness. In the decisive places of the year 1914 we see everywhere that the most important decisions of the end of July and the beginning of August were reached with an obscured consciousness; and this has continued on right into our present day. This is a problem, terrifying in its nature. If we investigate it spiritual-scientifically, then we find that these obscured consciousnesses were the gateways through which precisely these will-beings were able to take possession of the consciousness of these men; they took possession of the obscured, veiled consciousness of these human beings and acted with their consciousness. And these beings who thus took possession, who are still sub-human beings, what kind of beings are they? We have to pose this question very seriously: What kind of beings are they?

[ 18 ] Nun, wir haben gefragt nach dem Ursprung der menschlichen Intelligenz, nach dem Ursprung des menschlichen intelligenten Verhaltens, das, einfach gesprochen, zu seinem Werkzeug unsere Kopforganisation hat. Und wir haben gesehen, daß diese intelligente Verfassung unserer Seele herrührt von jener Tat Michaels, des Erzengels, die man gewöhnlich symbolisch darstellt als den Sturz, das Herabwerfen des Drachens. Das ist eigentlich ein sehr triviales Symbolum. Denn wenn man sich richtig vorstellt Michael mit dem Drachen, so hat man sich vorzustellen: das Michael-Wesen — und der Drache ist eigentlich alles das, was einzieht in unsere sogenannte Vernunft, in unsere Intelligenz. Nicht in eine Hölle stürzt Michael seine gegnerischen Scharen, sondern in die menschlichen Köpfe hinein. (Es wird gezeichnet.) Da lebt dieser luziferische Impuls weiter. Ich habe Ihnen ja charakterisiert die menschliche Intelligenz als einen eigentlich luziferischen Impuls. Wir können also sagen: Blicken wir zurück im Erdenwerden, so finden wir die Michael-Tat, und an diese Michael-Tat ist gebunden die Erleuchtung des Menschen mit seiner Vernunft.

[ 18 ] Well, my dear friends, we have asked about the origin of human intelligence, about the origin of human intelligent behavior which, stating it simply, has its instrument in our head organism. And we have seen that this intelligent constitution of our soul stems from that deed of the Archangel Michael which is commonly presented in the symbol of the fall, the casting down of the Dragon. This is actually a very trivial symbol. For, if we really conceive of Michael and the Dragon, we have to visualize, first, the Michael Being, and, secondly, the Dragon who, in reality, consists of all that which enters into our so-called reason, into our intelligence. Not into a hell does Michael cast his opposing hosts, but into the human heads; there this Luciferic impulse continues to live. I have characterized human intelligence as an actual Luciferic impulse. Thus we may say: if we look back into the evolution of the Earth, we find the Michael-deed, and to this Michael-deed is joined the illumination of man by his reason.

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[ 19 ] Was jetzt eintritt, die untermenschlichen Wesenheiten, die in ihrem Hauptcharakter einen Impuls haben, der sehr stark übereinstimmt mit dem menschlichen Willen, mit der menschlichen Willenskraft, die kommen gewissermaßen von unten herauf, während jene von Michael gestürzten Scharen oder Kräfte von oben kamen. Und während diese Besitz ergriffen von dem menschlichen Vorstellungsvermögen, ergreifen jene Besitz von der menschlichen Willenskraft, vereinigen sich mit ihr und sind Wesen, die aus dem Reich des Ahriman erzeugt werden.

[ 19 ] The sub-human beings whose main character consists of an impulse which strongly coincides with human willing, with the human power of will, now appear from below, as it were, whereas the hosts of forces cast down by Michael came from above; and while these latter took possession of the human power of will; they unite themselves with it and are beings produced by the realm of Ahriman.

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[ 20 ] Ahrimanische Einflüsse waren es, die durch diese umdunkelten Bewußtseine wirkten. Ja, so lange man nicht wird diese Kräfte ebenso behandeln als objektiv in der Welt vorhandene Kräfte wie dasjenige, was man heute Magnetismus, Elektrizität und so weiter nennt, solange wird man keine Einsicht gewinnen in diejenige Natur, die nach Goethes Dichtung, Goethes Prosahymnus auch den Menschen mit umfaßt. Denn die Natur, die sich die heutige Naturforschung vorstellt, in der ist der Mensch nicht drinnen, sondern nur das menschliche physische Gehäuse.

[ 20 ] Ahrimanic influences acted through those obscured consciousnesses. Indeed, my dear friends, as long as one does not take into consideration these forces as forces objectively existing in the world just as one takes into consideration what today is called magnetism, electricity, and so forth, one will not gain an insight into that nature which, according to Goethe's prose Hymn to Nature, comprises man. For nature, as it is conceived of in today's natural science does not contain man, but merely the human physical self.

[ 21 ] Diese Wesenheiten, die also ebenso einen Aufstieg ahrimanischen Wesens vorstellen, wie das, was im Beginne des Erdenwerdens das Herabfallen des luziferischen Wesens ist, diese Wesen, die ebenso eine Influenzierung der menschlichen Willenskraft darstellen, wie die anderen Wesen eine Influenzierung der luziferischen Vorstellungskraft, diese Wesenheiten müssen wir in ihrer Ankunft innerhalb der Menschheitsentwickelung erkennen. Wir müssen uns klar sein, daß diese Wesen ankommen und daß wir rechnen müssen mit einer Naturauffassung, die zunächst sich allerdings nur auf den Menschen erstreckt. Denn das Tierreich wird erst später in der Erdenzeit einbezogen, auf das Tier haben sie noch keinen Einfluß. Das Menschengeschlecht aber wird man nicht verstehen, ohne daß man auf diese Wesen Rücksicht nehmen wird. Und diese Wesen, die, ich möchte sagen, von hinten geschoben werden — denn hinter ihnen steht eigentlich das Ahrimanische, das ihnen ihre starke Willenskraft gibt, das ihnen eingießt ihre Richtungskräfte und so weiter —, diese Wesenheiten, die für sich untermenschliche Wesenheiten sind, sind aber in ihrer Masse beherrscht von höheren ahrimanischen Geistern und haben dadurch etwas in sich, was weit hinausgeht über ihre eigene Natur und Wesenheit. Dadurch zeigen sie in ihrem Auftreten etwas, was sogar, wenn es den Menschen gefangen nimmt, stärker wirkt, wesentlich stärker als dasjenige, worüber der schwache Mensch, wenn er es nicht durch den Geist stärkt, heute Herr sein kann. Worauf geht diese Schar aus? Sehen Sie, so wie die Scharen, die Michael herabgestoßen hat, diese luziferischen Scharen, ausgegangen sind auf menschliche Erleuchtung, auf menschliche Durchvernünftigung, so gehen diese Scharen aus auf eine gewisse Durchdringung des menschlichen Willens. Und was wollen sie? Sie wühlen gewissermaßen in der tiefsten Schichte des Bewußtseins, wo der Mensch heute auch noch wachend schläft. Der Mensch merkt nicht, wie sie in sein Seelenwesen, wie auch in sein Leibeswesen hereinkommen. Da aber ziehen sie mit ihren Anziehungskräften an alledem, was luziferisch geblieben ist, was nicht durchchristet geworden ist. Das können sie auch erreichen, dessen können sie sich bemächtigen.

[ 21 ] At the beginning of Earth becoming we have to do with a downfall of Luciferic beings; today we have a rise of Ahrimanic beings. The former beings influence the Luciferic power of thought, the latter the human power of will; we have to recognize the arrival of these latter beings within the evolution of mankind. We have to realize that these beings arrive and that we have to reckon with a conception of nature which, to be sure, for the time being only includes man; for the animal kingdom will only be included later on in the Earth period. Upon the animal these beings have no influences as yet. We shall not comprehend the human race without taking these beings into consideration. And these beings, who are, as it were, pushed from behind, for behind them there stands the Ahrimanic power which endows them with their strong will power, which pours into them their directive forces,—these beings who as such are sub-human beings are controlled in their totality by higher Ahrimanic spirits and thus contain something which far surpasses their own nature and being. Therefore they show something in their appearance which, if it takes the human being captive, acts much more strongly, very much more strongly than that which the weak human being can control today, if he does not strengthen it through the spirit. What is the aim of this host? Well, my dear friends, just as the hosts which Michael has pushed down have aimed at human illumination, at human permeation with reason, so these hosts aim at a certain permeation of human willing. And what do they want? They burrow, as it were, in the deepest stratum of consciousness in which the human being is still asleep today in his waking state. Man does not notice how these beings enter his soul and also his body. Here they suck in, with their power of attraction, everything that has remained Luciferic, that has not become Christ-permeated. This they can reach: this they can take possession of.

[ 22 ] Diese Dinge sind sehr aktuell! Ich habe schon eine Erscheinung erwähnt, die ganz im höheren Sinne kulturhistorisch bedeutsam ist. Wir lesen ja heute sogenannte Rechtfertigungsschriften. Alle möglichen Leute, von Theobald Bethmann angefangen bis zu Jagow, alles, alles schreibt; Clemenceau und Wilson werden ja später auch drankommen, sie werden auch schreiben: alles schreibt. Nun, man braucht nur Einzelnes herauszugreifen, zum Beispiel die zwei dicken Bände von Tirpitz und von Ludendorff. Es ist höchst interessant für einen Menschen, der denkt, der denkt mit dem Geiste seiner Zeit, die Art und Weise zu verfolgen, in der solche Menschen wie Tirpitz und Ludendorff schreiben. Inhaltlich sind sie sehr voneinander verschieden, denn sie konnten einander nicht leiden, sie hatten ganz verschiedene Ansichten. Aber von den Ansichten wollen wir hier nicht reden, sondern von der Geisteskonfiguration wollen wir reden. Die Bücher sind ja im heutigen Deutsch geschrieben, wenigstens annähernd im heutigen Deutsch geschrieben, aber die Gedankenformen, die sind tatsächlich — man muß Verständnis haben für so etwas, sonst bemerkt man es nicht, sonst versetzt man ein solches Buch, weil die Jahreszahl 1919 drauf steht, in die Gegenwart — in den Vorstellungsarten so geschrieben, daß man sich fragt: Ja, was ist denn das eigentlich für eine Formung des Denkens? Ich habe mir diese Frage ganz ernsthaftig vorgelegt, gerade die beiden genannten Bücher daraufhin untersucht, denn es ist eine vollständige Unwahrheit, reale Unwahrheit, daß diese Bücher deutsch geschrieben sind. Äußerlich sind sie deutsch geschrieben, aber eigentlich ist es nur eine Übersetzung, denn die Gedankenformen sind diejenigen der Cäsarenzeit. Ganz genau dieselbe Art des Denkens, wie sie bei Cäsar vorhanden war, ist bei diesen Leuten vorhanden.

[ 22 ] Not translated

[ 23 ] Gerade dann, wenn man sich für die Metamorphose der Menschheit, wie ich sie vorhin geschildert habe, ein Verständnis erworben hat, merkt man das, wie zurückgeblieben solche Seelen sind, denn die haben eigentlich die Metamorphose nicht mitgemacht. Die Tirpitz-Memoiren und die Ludendorff-Memoiren, die handeln nur zufällig von heutigen Ereignissen; die könnten ebensogut dieKriegszüge des Cäsar behandeln. Das ist exakt zu beweisen für den, der die Methode hat, so etwas zu beweisen. Das heißt aber mit anderen Worten: An diesen Menschen ist das Christentum überhaupt vorbeigegangen, die haben nichts Christliches in sich. Worte gewiß — sie haben ja vielleicht in ihrer Jugend auch gebetet in christlichen Kirchen, vielleicht, ich weiß nicht, von Tirpitz glaube ich es nicht, von Ludendorff auch nicht recht, aber das würde ja auch nichts weiter besagen —, aber den wirklichen Christus-Impuls, den haben sie nicht in ihrem Herzen, in ihrer Seele. Sie sind stehengeblieben auf einer früheren Entwickelungsstufe der Menschheit. An solche Art von Vorstellungskonfiguration können die Geister heran, von denen ich gesprochen habe; derer können sie sich bemächtigen, die ziehen sie zu sich heran. Dadurch wollen sie ihre Herrschaft begründen. Dadurch aber kommt ein fremdes Element, ein Element aus einer geistigen Welt, die sich jetzt geltend macht, in die Entschlüsse dieser Menschen herein. Bei Ludendorff ist es ja direkt historisch nachweisbar, obwohl man heute noch keine Historio-Psychopathologie betreibt — man wird sie in nicht gar zu ferner Zeit betreiben —, bei Ludendorff ist es direkt nachweisbar. Es war am 6. August, Einnahme von Lüttich. In einer der Straßen staut sich der ganze Heereskörper, Ludendorff mitten darinnen, damals als Oberst noch. Auf ihn fiel alle Entschließungskraft. Nur durch seinen raschen Entschluß ist das zustande gekommen, was in Lüttich zustandegekommen ist. Dabei aber ging das Normale seines Bewußtseins verloren. Das brachte zu jener Verfassung, die noch die Cäsar-Verfassung des Seelenlebens ist, die Umdunklung des Bewußtseins hinzu, die Tor ist für die ahrimanische Welt.

[ 23 ] Not translated

[ 24 ] Die Zeit stellt uns heute diese Probleme. Wir dürfen als Menschen nicht mehr vorübergehen an diesen Dingen. Bequem sind sie nicht. Denn bequem ist es geworden, über die Menschen anders zu denken, das heißt, gar nicht über die Menschen zu denken, ihnen überhaupt nicht nahezutreten. Und ungefährlich ist es auch nicht in der Gegenwart, wo die Menschheit in vielen ihrer Individuen gar nicht den Wahrheitssinn liebt, über diese Dinge in voller Wahrheit zu reden. Abgesehen davon, daß mißverstandene Sentimentalität diese Dinge seelisch grausam finden könnte.

[ 24 ] My dear friends, our time raises these problems for us. We must no longer pass by these things. They are not convenient. For it has become convenient for human beings to think differently, that is, not to think at all about man, not to take him into consideration at all. And it is not without danger to speak about these things in complete truth at a time when many people do not at all love the sense for truth, quite apart from the fact that false sentimentality might find these things a psychic cruelty.

[ 25 ] Aber dasjenige, was resultieren wird aus einer solchen Auffassung, ist eine gründliche Erkenntnis von der Notwendigkeit des ChristusImpulses. Man muß erkennen, wo überall der Christus-Impuls nicht da ist. Denn, wie wir gestern gezeigt haben, daß in der Mittelschichte des Bewußtseins der Christus-Impuls Platz greifen muß, so können wir heute hinzufügen: Wenn in der Mittelschichte des Bewußtseins dieser Christus-Impuls Platz greift, wenn der Mensch wirklich sich durchchristet, dann können diese ahrimanischen Kräfte durch die Mittelschichte nicht durch, nicht hinauf, und können mit ihren geistigen Kräften nicht herunterziehen die intellektuellen Kräfte. Darauf kommt alles an.

[ 25 ] The result of the comprehension of these things, however, will be a thorough grasp of the necessity of the Christ impulse. One must recognize where the Christ impulse is lacking. Yesterday we showed that the Christ impulse takes hold of the middle stratum of consciousness; if man really permeates himself with the Christ, then these Ahrimanic powers cannot penetrate through this middle stratum, upward, and they cannot, with their spiritual forces, pull down the intellectual forces. Everything depends on that.

[ 26 ] Es ist durchaus notwendig, daß man heute erkennt, wie ebenso wichtig, als manche Einflüsse, die nur in der Menschenwelt wurzeln, die Einflüsse sind, die uns von außermenschlichen, untermenschlichen Wesen kommen, auf die aber wiederum andere Wesen ihren Einfluß haben. Ich habe Ihnen vor acht Tagen vom Michael-Einfluß gesprochen. Ich habe Ihnen diesen Michael-Einfluß charakterisiert. Er ist ein sehr notwendiger. Denn ebenso wahr, als es ist, daß durch den MichaelEinfluß die luziferische Influenzierung der menschlichen Intelligenz gekommen ist, ebenso wahr ist es, daß jetzt der Gegenpol kommt, das Heraufsteigen gewisser ahrimanischer Wesenheiten. Und nur durch die fortgesetzte Tätigkeit des Michael wird der Mensch gewappnet sein gegen dasjenige, was da heraufsteigt. Es ist heute schon durchaus auch physiologisch gefährlich, bloß an der Naturnotwendigkeit zu hängen, an jener Art von Fatalismus, der sich in der Naturnotwendigkeit ausspricht. Denn dasErzogenwerden durch dieSchule und Erzogenwerden durch das Leben in den Vorstellungen, die bloß auf Naturnotwendigkeit, auf Allmacht der Naturnotwendigkeit fußen, das schwächt das menschliche Haupt, und die Menschen werden dadurch so stark passiv mit Bezug auf ihr Bewußtsein, daß andere Kräfte in dieses Bewußtsein herein können und daß jene Stärke eben ausbleibt, die notwendig ist, wenn der Christus-Impuls in seiner heutigen Gestalt herein will in die menschliche Seelenverfassung.

[ 26 ] It is very necessary today that we recognize the nature of the influences which come to us from extra-human, sub-human beings which in turn are influenced by other beings. They are just as important as many influences which are only rooted in the world of man. A week ago I talked to you about the Michael influence. I have characterized this Michael influence for you. It is a very necessary one. For just as it is true that the Michael influence has brought about the Luciferic influencing of human intelligence, so true is it that now the counter-pole arises, namely, the appearance of certain Ahrimanic beings. And only through the constant activity of Michael is the human being armed against that which arises there. Even physiologically it is dangerous today to cling to mere nature necessity, to that kind of fatalism which is expressed in nature necessity. For education, through school and through life, in the concepts which are merely based upon nature necessity, upon the omnipotence of nature necessity, weakens the human head, and human beings become thereby so strongly passive in regard to their consciousness, that other forces are able to enter this consciousness, and human beings will fail to acquire the strength that is necessary for the reception into the human soul of the Christ impulse in its present form.

[ 27 ] Ich bin gewissermaßen verpflichtet, in dieser Zeit zu sprechen von dem, wovon ich heute begonnen habe zu sprechen — ich werde es morgen fortsetzen —, von dem Hereinwandern bestimmter ahrimanischer Wesenheiten, mit denen wir rechnen müssen. Von diesem Hereinwandern wissen die verschiedensten Menschen auf unserer Erde heute schon. Aber sie interpretieren es falsch. Sie interpretieren es aus dem Grunde falsch, weil sie ja von der wirklichen Trinität Christus-LuziferAhriman nichts wissen oder nichts wissen wollen, sondern Ahriman und Luzifer zusammenwerfen. Dann kann man nicht mehr unterscheiden, dann kann man den wahren Grundcharakter dieser ahrimanischen Wesenheiten, die jetzt heraufkommen, nicht mehr ordentlich erkennen. Nur wenn man das Ahrimanische rein herausarbeitet und seinen Gegensatz gegenüber dem Luziferischen kennt, dann weiß man, welcher Art die übersinnlichen Einflüsse sind, die, ich möchte sagen, als das Gegenstück des Sturzes des Drachens durch Michael jetzt heraufziehen. Es ist wie ein Heraufheben aus ahrimanischen Tiefen, wie ein Heraufheben von gewissen Wesenheiten. Und besondere Angriffspunkte in dem Menschen finden sich für diese Wesen, wenn die Menschen sich ungezügelten instinktiven Impulsen überlassen, nicht danach streben, sich über ihre Impulse klar zu werden.

[ 27 ] It is my duty, as it were, my dear friends, to speak at this time of the subject of which I have begun to speak today (I shall continue it tomorrow): of the appearance of certain Ahrimanic beings, which we have to take into account. Of this appearance numerous people upon earth are cognizant today. But they give it the wrong interpretation. They interpret it wrongly for the reason that they know nothing of the real triad of Christ-Lucifer-Ahriman, or do not wish to know anything about it, but jumble up Ahriman and Lucifer. Then discrimination is impossible; then it is impossible properly to recognize the true fundamental character of these Ahrimanic beings who now arise. Only if we clearly elaborate the Ahrimanic element and know the nature of the super-sensible influences which now arise as the counterpart, as it were, of Michael's casting down of the Dragon. It is like a lifting up, out of Ahrimanic depths, of certain beings. And these beings find special points of attack in the human being if the latter yields to unbridled instinctive impulses and does not strive for clarity in relation to them.

[ 28 ] Nun aber gibt es heute geradezu eine Methode, ich könnte auch sagen eine Antimethode, das Instinktive zu verhüllen, indem man gewissermaßen einen Begriff hinpfahlt und einen anderen darüberschiebt, so daß man das, was da ist, nicht in der richtigen Weise beurteilen kann. Denken Sie nur einmal an den Schlachtruf des Proletariats der neueren Zeit. Hinter diesem Schlachtruf stehen — ich habe ja das oft genug ausgeführt — sehr berechtigte Forderungen der Menschheit. Aber an diese Forderungen wird zunächst nicht appelliert. — In unserer Dreigliederungsidee wird zum erstenmal daran appelliert. — Appelliert wird an etwas wesentlich anderes: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Was heißt das? Pflegt jenes Antigefühl gegen die anderen Klassen, das euch als Proletariern eigen ist, pflegt etwas, was dem Haß ähnlich ist, als einzelne Individuen, und vereinigt euch, das heißt liebet einander, vereinigt eure Haßgefühle, suchet die Liebe einer Klasse, suchet die Liebe der Genossen einer Klasse untereinander aus dem Haß heraus. Liebet einander aus Haß oder auf Grund des Hasses. — Da haben Sie zwei entgegengesetzte Polbegriffe hingepfahlt. Das macht die Auffassung des Menschen so nebulos, daß Instinkte zurückgedrängt werden und man nicht weiß, mit was man es in sich selbst zu tun hat. Es ist geradezu eine Art Antimethode, wenn ich mich des paradoxen Ausdrucks bedienen darf, vorhanden, um durch das gegenwärtige menschliche Denken zu verschleiern das Walten eines instinktiven Lebens, das besonders starke Angriffspunkte für die geschilderten ahrimanischen Wesenheiten gibt.

[ 28 ] Now, there exists today a method I might call it an anti-method, of concealing the instinctive element, by putting down a concept and pushing another over it, so that it is impossible to form a proper judgment concerning it. Just think of the battle cry of the proletariat of the modern age. Behind this battle cry there stand very justified demands of mankind—I have often dealt with this. But these demands are not, to begin with, appealed to. In our idea of the three-fold social order they are appealed to for the first time. Something essentially different is appealed to: Proletarians of all countries, unite! What does this mean? It means: Foster your antipathy against the other classes, foster, as individuals, what resembles hate, and unite; that means, love one another, unite your feelings of hate, look for the love of one class, search among you for the love of the members of one class out of hate. Love one another out of hate, on the basis of hate.—There you have put down two concepts of opposing poles. This pushing back of instincts makes man's conceptions so nebulous, rendering him unable to know what he is dealing with in his own self. There actually exists a kind of anti-method, if I may use the paradoxical expression, in order to obscure, through present-day human thinking, the holding sway of an instinctive life which offers especially strong points of attack for the described Ahrimanic beings.