World New Year's Eve and New Year's Reflections
GA 195
1 January 1920, Stuttgart
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
World New Year's Eve and New Year's Reflections, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Heute möchte ich vor Ihnen erscheinen mit jenen Neujahrsgrüßen, welche dasjenige enthalten, was ich Ihnen hineinwünschen möchte in Ihre Seelen, damit Sie in unserer Zeit, die so sehr dessen bedarf, die großen dringenden Forderungen sehen für die Entwickelung der Menschheit, und damit Sie, jeder an seinem Platze, mitwirken mögen, soviel Sie eben können, zu der Erfüllung dessen, was in unserer Gegenwart der Menschheit so sehr nötig ist. In einer solchen Zeit, die symbolisch ausdrückt den Zusammenfluß von Vergangenheit und Zukunft, wird es vielleicht gestattet sein, daß ich anknüpfe an etwas, von dem ich, obzwar es mit persönlichen Erlebnissen zusammenhängt, doch glaube, daß es eine gewisse Bedeutung hat für das Hineinschauen in die ganze geistige Gestaltung der Gegenwart. Meine lieben Freunde, in der nächsten Zeit sollen Aufsätze von mir erscheinen, die vor langer Zeit — einige davon vor mehr als dreißig Jahren — von mir geschrieben worden sind. Diejenigen Aufsätze, die ich vor mehr als dreißig Jahren, damals noch in Österreich, geschrieben habe, sind gesammelt worden durch die Liebe, mit der sich dieser Sammlung unser Freund Dr. Kolisko unterzogen hat, und ich darf heute in dieser Neujahrsbetrachtung, die ja eben als solche mit Recht eine Zeitbetrachtung ist, einleitend auf einiges hinweisen, was von mir vor mehr als dreißig Jahren geschrieben worden ist; was damals geschrieben worden ist, wie Sie gleich erkennen werden, um dem deutschen Volke, man kann schon sagen, ins Gewissen zu reden, um Ausdruck zu geben dem, was man dazumal wahrnehmen konnte als einen Grundmangel in dem geistigen Leben dieses deutschen Volkes. Gestatten Sie, daß ich ein paar von diesen, nunmehr mehr als dreißig Jahre alten Sätzen vorlese. Sie stehen in dem Artikel, den ich überschrieben habe «Die geistige Signatur der Gegenwart». Also, sie weisen auf eine mehr als dreißig Jahre alte Vergangenheit jetzt hin, die dazumal Gegenwart war. Ich schrieb dazumal, drinnenstehend in jenen Symptomen des allgemeinen geistigen Lebens, das sich mehr im Gedankenleben der Nation offenbarte: «Achselzuckend gedenkt unser heutiges Geschlecht jener Zeit, in der ein philosophischer Zug durch das ganze deutsche Geistesleben ging. Die gewaltige Zeitströmung, die am Ende des vorigen und am Anfang dieses Jahrhunderts die Geister ergriff und kühn sich die denkbar höchsten Aufgaben stellte, gilt gegenwärtig als eine bedauerliche Verirrung. Wer es wagt, zu widersprechen, wenn von den «Phantastereien Fichtes», von den «wesenlosen Gedanken- und Wortspielen» Hegels die Rede ist, wird einfach als Dilettant hingestellt, «der von dem Geiste der heutigen Naturforschung ebenso wenig wie von der Gediegenheit und Strenge der philosophischen Methode eine Ahnung hat». Höchstens Kant und Schopenhauer finden Gnade bei unseren Zeitgenossen. Bei dem ersteren gelingt es nämlich, die etwas spärlichen philosophischen Brocken, die sich die moderne Forschung zugrunde legt, scheinbar aus seinen Lehren abzuleiten; der letztere hat neben seinen streng wissenschaftlichen Leistungen auch Arbeiten im leichten Stile und über Dinge geschrieben, die auch dem Menschen mit dem bescheidensten geistigen Horizonte nicht zu entlegen zu sein brauchen. Für jenes Streben nach den höchsten Spitzen der Gedankenwelt aber, für jenen Schwung des Geistes, der auf wissenschaftlichem Gebiet unserer klassischen Kulturepoche parallel ging, fehlt jetzt der Sinn und das Verständnis. Das Bedenkliche dieser Erscheinung tritt erst hervor, wenn man in Erwägung zieht, daß ein dauerndes Abwenden von jener Geistesrichtung für die Deutschen ein Verlieren ihres Selbsts, ein Bruch mit dem Volksgeiste wäre. Denn jenes Streben entsprang einem tiefen Bedürfnisse des deutschen Wesens. Es fällt uns nicht ein, die mannigfachen Irrtümer und Einseitigkeiten, die Fichte, Hegel, Schelling, Oken u. a. auf ihren kühnen Unternehmungen im Reiche des Idealismus begangen haben, leugnen zu wollen; aber die Tendenz, von der sie beseelt waren, sollte in ihrer Großartigkeit nicht verkannt werden. Sie ist so recht dem Volk der Denker angemessen. Nicht der lebendige Sinn für die unmitelbare Wirklichkeit, für die Außenseite der Natur, der die Griechen zu ihren herrlichen, unvergänglichen Schöpfungen befähigte, eignet dem Deutschen, dafür aber ein unablässiges Drängen des Geistes nach dem Grund der Dinge, nach den scheinbar verborgenen tieferen Ursachen der uns umgebenden Natur. Lebte sich der griechische Geist in seiner wunderbaren Welt von Formen und Gestalten aus, so mußte der auf sich selbst zurückgezogene Deutsche, der weniger mit der Natur, dafür aber mehr mit seinem Herzen, mit seinem eigenen Inneren Umgang pflegt, auch seine Eroberungen auf dem Gebiet der reinen Gedankenwelt suchen. Und darum war es deutsche Art, wie sich Fichte und seine Nachfolger der Welt und dem Leben gegenüberstellten, darum fanden ihre Lehren so begeisterte Aufnahme, darum wurde eine Zeitlang das ganze Leben der Nation davon ergriffen. Darum aber auch dürfen wir mit dieser Richtung des Geistes nicht brechen. Überwindung der Fehler, aber naturgemäße Entwickelung auf dem Grunde, der damals gelegt wurde, muß unsere Losung werden. Nicht was diese Geister fanden oder zu finden glaubten, aber wie sie sich den Aufgaben der Forschung gegenüberstellten, das ist das bleibende Wertvolle.»
[ 1 ] Today I would like to address you with these New Year’s greetings, which contain what I wish to instill in your souls—so that in our time, which is in such great need of it, you may see the great and urgent demands for the development of humanity, and so that you, each in your own way, may contribute as much as you can to fulfilling what is so desperately needed by humanity today. In such a time, which symbolically expresses the convergence of past and future, perhaps I may be permitted to refer to something which, although connected with personal experiences, I nevertheless believe has a certain significance for gaining insight into the entire spiritual structure of the present. My dear friends, in the coming days, essays of mine are to be published that were written long ago—some of them more than thirty years ago. The essays I wrote more than thirty years ago, while still in Austria, have been compiled thanks to the dedication with which our friend Dr. Kolisko undertook this project, and today, in this New Year’s reflection—which, as such, is rightly a reflection on the times—I would like to begin by pointing out a few things I wrote more than thirty years ago; what was written back then—as you will soon see—was intended to, so to speak, appeal to the conscience of the German people, to give voice to what could be perceived at the time as a fundamental deficiency in the spiritual life of the German people. Allow me to read aloud a few of these passages, which are now more than thirty years old. They appear in the article I titled “The Intellectual Signature of the Present.” So, they refer to a past that is now more than thirty years old, which was the present at that time. I wrote back then, immersed in those symptoms of general intellectual life that were manifesting themselves more in the nation’s intellectual life: “Our generation today recalls with a shrug of the shoulders that time when a philosophical current swept through the entire German intellectual life. The mighty current of the times, which seized the minds at the end of the last century and the beginning of this one and boldly set itself the highest conceivable tasks, is currently regarded as a regrettable aberration. Anyone who dares to disagree when people speak of Fichte’s ‘fantastical ramblings’ or Hegel’s ‘insubstantial plays on thought and words’ is simply dismissed as a dilettante ‘who has as little understanding of the spirit of modern natural science as of the solidity and rigor of the philosophical method.’ At most, Kant and Schopenhauer find favor with our contemporaries. For the former, it is apparently possible to derive from his teachings the somewhat sparse philosophical fragments upon which modern research is based; the latter, in addition to his strictly scientific achievements, has also written works in a light style and on subjects that need not be too remote even for people with the most modest intellectual horizons. But for that striving toward the highest peaks of the world of thought, for that intellectual momentum that ran parallel to the scientific field during our classical cultural epoch, the sense and understanding are now lacking. The gravity of this phenomenon only becomes apparent when one considers that a permanent turning away from that intellectual orientation would, for the Germans, amount to a loss of their very self, a break with the national spirit. For that striving sprang from a deep need of the German essence. It does not occur to us to deny the manifold errors and one-sidedness that Fichte, Hegel, Schelling, Oken, and others committed in their bold undertakings in the realm of idealism; but the tendency that inspired them should not be misjudged in its grandeur. It is so truly befitting a nation of thinkers. It is not the vivid sense of immediate reality, of the outward aspect of nature—which enabled the Greeks to produce their magnificent, immortal creations—that characterizes the German; rather, it is an unceasing intellectual urge to seek the essence of things, the seemingly hidden, deeper causes of the nature that surrounds us. While the Greek spirit found fulfillment in its wondrous world of forms and figures, the German—withdrawn into himself, less engaged with nature but more so with his heart and his own inner world—had to seek his conquests in the realm of pure thought. And that is why the way Fichte and his successors confronted the world and life was so distinctly German; that is why their teachings were received with such enthusiasm; that is why, for a time, the entire life of the nation was gripped by them. But that is also why we must not break with this direction of the spirit. Overcoming errors, yet pursuing a natural development based on the foundation laid at that time, must become our motto. It is not what these thinkers discovered or believed they had discovered, but how they approached the tasks of inquiry—that is what remains of lasting value.”
[ 2 ] Es sollte dazumal dieses deutsche Volk hingewiesen werden auf das, was eben drohte aus dem Gesichtskreis dieses Volkes zu verschwinden. Man lebte damals noch in einer anderen Zeit als heute; man lebte in der Zeit, in welcher, wenn man gewollt hätte, für gewisse Kreise es noch möglich gewesen wäre, sich mit dem im Beginne seines Niederganges befindlichen Geiste zu verbinden und Durchgreifendes für eine Neuentwickelung menschlicher Impulse anzubahnen. Allerdings, dazumal hätten sich finden müssen Menschen unter denen, die sich Führer des Volkes nannten, Menschen unter denen, die die Jugend anleiteten für das spätere Leben. Damals gab es noch nicht Experimente solcher Art, wie sie jetzt in Rußland hervortreten; damals hätten diejenigen, welche die Bildner der Jugend waren, noch die Möglichkeit gehabt, zu den Intentionen dieses alten Geisteslebens zurückzukehren und es im neuen Sinne wiederum auferstehen zu lassen. Damals aber wollte man nicht im geringsten auf irgendeine Stimme hören, welche sich erhob für dieses Wiederauferstehenlassen eines wirklich spirituellen Strebens der Menschheit. Und alles, was insbesondere in den Kreisen der niederen oder höheren Volkserzieher sich in diesen letzten dreißig Jahren festgelegt hat, war ein Sturmlaufen gegen die Intentionen spiritueller Weltanschauung. Ich muß heute gedenken, daß damals, als ich diese Worte schrieb, von mir ja bereits meine Interpretationen zu Goethes Weltanschauung, zu Goethes naturwissenschaftlichen Ideen veröffentlicht waren; ich muß gedenken, wie ich dazumal gerade die.auf dem Gebiete des Gedankens, des wissenschaftlichen Forschens Tätigen aufmerksam gemacht habe auf zwei große Gefahren. Ich habe dazumal zwei Ausdrücke geprägt, die hinweisen sollten auf die beiden großen Feinde menschlichen Geistesfortschrittes. Ich sprach auf der einen Seite von dem Dogma der Offenbarung und ich sprach auf der anderen Seite von dem Dogma der bloßen Erfahrung. Und ich wollte zeigen, daß die einseitige Pflege des Dogmas der Offenbarung, wie sie sich heraufentwickelte in den Bekenntniskreisen, ebenso schädlich ist, wie das Pochen auf die sogenannten Dogmen der Erfahrung, das heißt auf alles das, was nur die äußere Sinneswelt und die materielle Tatsachenwelt bei den Naturforschern und Soziologen liefert. Es war dann die Aufgabe im Laufe der Zeit, diese Ideen, ich möchte sagen, konkreter zu fassen, hinzuweisen auf die realen Kräfte, die hinter der einen und hinter der anderen Erscheinung stecken.
[ 2 ] At that time, the German people needed to be made aware of what was on the verge of disappearing from their field of vision. People lived in a different era back then than they do today; they lived in a time when, had they so desired, it would still have been possible for certain circles to connect with the spirit that was at the beginning of its decline and to initiate far-reaching changes for a new development of human impulses. Admittedly, back then there would have had to be people among those who called themselves leaders of the people, people among those who guided the youth toward their future lives. At that time, there were not yet experiments of the kind now emerging in Russia; back then, those who shaped the youth would still have had the opportunity to return to the intentions of this ancient spiritual life and to revive it in a new sense. At that time, however, there was not the slightest willingness to listen to any voice that spoke out in favor of reviving a truly spiritual striving within humanity. And everything that has become established over the past thirty years—particularly in the circles of educators at both the elementary and secondary levels—has been a headlong rush against the intentions of a spiritual worldview. I must recall today that at the time I wrote these words, my interpretations of Goethe’s worldview and his ideas on the natural sciences had already been published; I must recall how, at that time, I drew the attention of those active in the fields of thought and scientific research to two great dangers. At that time, I coined two terms intended to point to the two great enemies of human intellectual progress. On the one hand, I spoke of the dogma of revelation, and on the other hand, I spoke of the dogma of mere experience. And I wanted to show that the one-sided adherence to the dogma of revelation, as it developed in confessional circles, is just as harmful as the insistence on the so-called dogmas of experience—that is, on everything that is provided solely by the external sensory world and the material world of facts as perceived by natural scientists and sociologists. Over time, the task then became to formulate these ideas—I would say—more concretely, pointing to the real forces underlying one phenomenon and the other.
[ 3 ] Was steckt hinter all dem, worauf man hinweist, wenn man von dem Dogma der Offenbarung spricht? Darinnen steckt alles das, was wir heute im umfassenden Sinn als die luziferischen Einflüsse auf den Gang der Menschheitsentwickelung nennen. Und hinter dem Dogma der Erfahrung steckt alles das, was wir, wiederum in umfassendem Sinne, die ahrimanischen Einflüsse auf die Menschheitsentwickelung nennen. Derjenige, der in unserer heutigen Zeit die Menschheit bloß führen will unter dem Einflusse des Dogmas der Offenbarung, der leitet sie im luziferischen Sinne; wer sie, wie etwa die Naturforscher, nur leiten möchte im Sinne des Dogmas der äußeren sinnlichen Erfahrung, der leitet sie im ahrimanischen Sinne. Darf es nicht heute in unserer ernsten Zeit eine Neujahrsbetrachtung sein, diese letzten drei bis vier Jahrzehnte zu überblicken, hinzuweisen darauf, wie man heute ebenso noch notwendig har, den damals erhobenen Ruf wieder zu erheben, nur in vielfach verstärkter Art?
[ 3 ] What lies behind all that is referred to when we speak of the dogma of revelation? It encompasses everything that we today, in a broad sense, call the Luciferic influences on the course of human development. And behind the dogma of experience lies everything that we, again in a broad sense, call the Ahrimanic influences on human development. Anyone who, in our present age, merely wishes to guide humanity under the influence of the dogma of revelation is guiding it in the Luciferic sense; anyone who, like the natural scientists, wishes to guide it solely in the sense of the dogma of external sensory experience is guiding it in the Ahrimanic sense. In these serious times, might it not be fitting for a New Year’s reflection to survey these last three to four decades and point out how it is still just as necessary today to raise once more the call that was made back then—only in a far more intensified way?
[ 4 ] Meine lieben Freunde, diese dreißig bis vierzig Jahre, sie haben durch den Verlauf der äußeren Tatsachen klar gezeigt, wie berechtigt jener Ruf dazumal war; denn wer unbefangen durchblickt, was geschehen ist, der muß sich sagen: Wäre dazumal ein solcher Ruf etwas Reales geworden in den Gemütern der Menschen von Mitteleuropa: das, was wir heute als Elend und Not erleben, es wäre nicht gekommen. Dazumal verhallte jener Ruf; jetzt begegnet man ihm von Seite der römischen heiligen Kongregation mit dem Dekret vom 18. Juli 1919; und die Domkapitulare verkündigen, daß dasjenige, was Anthroposophie ist, nicht aus meinen Schriften gelesen werden darf, weil der Papst es verboten hat, sondern daß man sich unterrichten müsse aus den Schriften der Gegner. Die Domkapitulare weisen also zu der Erkenntnis der Anthroposophie nicht auf meine Schriften, sondern auf Seiling und Genossen hin. Das geschieht in derselben Zeit, wo unter den Auspizien einer sich sozialistisch aufspielenden Berliner Regierung über die Errichtung einer römisch-katholischen Nuntiatur in Berlin verhandelt wird. Das ist auch etwas, was hinweist auf die geistige Signatur der jetzigen Gegenwart. Und heute möchte man schon wirklich appellieren an die tiefsten Herzenskräfte derjenigen, die noch fähig sind, etwas von geistigen Impulsen innerhalb der Menschheitsentwickelung zu fühlen, damit sie aufwachen, um doch einmal zu sehen, wie die Dinge eigentlich gehen. Denn sehen Sie, heute handelt es sich vor allen Dingen darum, daß die Menschen die Möglichkeit finden, zu ihrem Selbst zu kommen. Und zum Selbst zu kommen, dazu bedarf es des Vertrauens in die eigene Seelenkraft. Gerade mit dem Appell an dieses Vertrauen in die eigene Seelenkraft kommt man den Menschen heute nicht recht bei. Die Menschen möchten auf der einen Seite sich anlehnen an irgend etwas, was sie von innen heraus zwingt, das Richtige zu denken und zu wollen, und sie möchten auf der anderen Seite sich anlehnen an irgend etwas, was sie von außen her zwingt, das Richtige zu denken und zu wollen.
[ 4 ] My dear friends, these past thirty to forty years have clearly shown, through the course of external events, just how justified that call was back then; for anyone who looks impartially at what has happened must admit to themselves: Had such a call taken root in the minds of the people of Central Europe back then, the misery and hardship we are experiencing today would not have come to pass. At that time, that call fell on deaf ears; now it is being addressed by the Roman Sacred Congregation through the decree of July 18, 1919; and the cathedral canons proclaim that what anthroposophy is must not be read in my writings, because the Pope has forbidden it, but that one must be instructed from the writings of its opponents. The cathedral chapter members thus point not to my writings but to Seiling and his associates for an understanding of anthroposophy. This is happening at the very time when, under the auspices of a Berlin government posing as socialist, negotiations are underway regarding the establishment of a Roman Catholic nunciature in Berlin. This, too, is something that points to the spiritual signature of the present moment. And today we truly wish to appeal to the deepest forces of the heart of those who are still capable of sensing spiritual impulses within the course of human development, so that they may awaken and finally see how things actually stand. For you see, today it is above all a matter of people finding the way to their true selves. And to find one’s true self requires trust in one’s own soul power. Yet it is precisely this appeal to trust in one’s own soul power that fails to truly resonate with people today. On the one hand, people want to rely on something that compels them from within to think and will what is right, and on the other hand, they want to rely on something that compels them from without to think and will what is right.
[ 5 ] Immer weisen die Menschen irgendwie auf zwei solche Pole hin und niemals möchten sie sich aufraffen, nach dem Gleichgewicht zwischen den von diesen zwei Polen aus wirkenden Kräften zu streben. Führen wir uns noch einmal etwas von der geistigen Signatur der Gegenwart, die aber heute im Begriffe ist soziale und materielle Signatur zu werden, führen wir uns wiederum etwas davon vor Augen! Da hören wir im Osten Europas den alten marxistischen Ruf sich erheben, es müsse eine soziale Ordnung unter den Menschen eintreten, in der jeder Mensch leben könne nach seinen Fähigkeiten und nach seinen Bedürfnissen; es müsse eine soziale Ordnung entwickelt sein, in welcher die individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Menschen zur Geltung kommen können, und in welcher befriedigt werden können die berechtigten Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen. So wie das abstrakt ausgesprochen wird, kann nicht das Allergeringste gegen diese Abstraktion eingewendet werden; auf der anderen Seite aber wiederum hören wir eine Persönlichkeit wie Lenin sagen: Mit den Menschen der Gegenwart läßt sich eine solche soziale Ordnung nicht begründen, mit ihnen kann man nur eine Übergangs-Sozial-Ordnung begründen. — Man kann nur begründen irgend etwas, was Ungerechtigkeit im weitesten Sinne selbstverständlich in sich schließt. Sie ist ja auch in lächerlichem Maße in alle dem vorhanden, was Lenin und seine Anhänger begründen; denn er und seine Anhänger meinen, man könne nur durch den Durchgang durch dieses Übergangsstadium eine neue Menschenrasse erzeugen, die jetzt noch nicht da ist; und wenn sie kommt, dann wird man in ihr jene soziale Ordnung einführen können, in der jeder seine Fähigkeiten wird verwenden können, in der jeder nach seinen Bedürfnissen wird leben können. Also die Erfindung einer nicht vorhandenen Menschenrasse, um eine Idee zu verwirklichen, die ja, wie ich gesagt habe, im abstrakten Sinne sogar berechtigt ist.
[ 5 ] People always seem to point to these two poles in one way or another, yet they never seem willing to make the effort to strive for a balance between the forces acting from these two poles. Let us once again consider the spiritual signature of the present—which, however, is now in the process of becoming a social and material signature—let us once again bring it to mind! There, in Eastern Europe, we hear the old Marxist call rising up: there must be a social order among people in which every person can live according to their abilities and needs; a social order must be developed in which the individual abilities of every single person can be realized, and in which the legitimate needs of every single person can be satisfied. As this is expressed in the abstract, not the slightest objection can be raised against this abstraction; on the other hand, however, we hear a figure like Lenin say: Such a social order cannot be established with the people of the present; with them, one can establish only a transitional social order. — One can establish only something that, by its very nature, inherently involves injustice in the broadest sense. Indeed, it is present to a ridiculous degree in everything that Lenin and his followers advocate; for he and his followers believe that only by passing through this transitional stage can a new human race be created—one that does not yet exist—and when it comes into being, it will be possible to establish within it that social order in which everyone will be able to use their abilities and live according to their needs. In other words, the invention of a human race that does not yet exist, in order to realize an idea which, as I have said, is indeed justified in an abstract sense.
[ 6 ] Sollten nicht doch genügend Menschen sich finden können, welche den ganzen Ernst dieser gegenwärtigen Weltsituation erfassen, wenn sie so etwas vernehmen? Sollte es nicht an der Zeit sein, daß aufhöre jene Schläfrigkeit, die sich, wenn so etwas auftritt, was gerade im tiefsten Sinne hinweist auf die Signatur der Gegenwart, sich ein wenig die Augen zumacht, um ja nicht die ganze Bedeutung einer solchen Sache ins Auge zu fassen? Es hilft nichts anderes, um zur konkreten Einsicht über diese Dinge zu kommen, als die Wege der Abstraktion ins geistige Leben hinein zu verlassen. Aber dazu muß man erst wirklich ein Gefühl dafür erhalten, wo Abstraktion vorhanden ist, wo nur geredet wird im Sinne einer Phraseologie vom Geiste und von der Seele, und man muß fühlen, wo vom Geist und von der Seele als von einer Wirklichkeit geredet wird. Sehen Sie, wenn man spricht von den menschlichen Fähigkeiten: sie treten auf als die Offenbarungen aus des Menschen innerer Wesenheit, wenn der Mensch heranwächst. Die Menschheit fühlt sich durch eine Anzahl ihrer Vertreter veranlaßt, diese Fähigkeiten und Kräfte, die in dem werdenden Menschen zutage treten, in entsprechender Weise zu entwickeln. Richtig empfindet man auf diesem Gebiete nur, wenn man in einer gewissen Weise eine Offenbarung des Göttlichen in der Offenbarung dieser Kräfte und Fähigkeiten wahrnimmt, wenn man sich sagt: Der Mensch ist hereingekommen aus einer geistig-seelischen Wesenswelt in diese sinnlich-wirkliche Welt, und was sich da als seine Kräfte und Fähigkeiten äußert, was wir selber entwickelt haben in uns und anderen, das rührt aus einer geistigen Welt her, das ist, indem es aus einer geistigen Welt heruntergestiegen ist in diesen physischen Menschenleib, nunmehr in diesen physischen Menschenleib hineingestellt. Aber nehmen Sie den Geist und Sinn dessen, was hier seit Jahrzehnten auseinandergesetzt wird: dieser Geist und Sinn weist Sie darauf hin, daß mit der Einkörperung der menschlichen Fähigkeiten und Kräfte in den physischen Menschenleib den luziferischen Wesenheiten die Möglichkeit gegeben wird, an diese Fähigkeiten und Kräfte heranzukommen.
[ 6 ] Shouldn’t there be enough people who can grasp the full gravity of the current global situation when they hear something like this? Shouldn’t it be time to put an end to that lethargy which, when something like this occurs—something that points in the deepest sense to the signature of the present—causes people to close their eyes a little, so as not to take in the full significance of such a matter? There is no other way to gain concrete insight into these things than to abandon the paths of abstraction in spiritual life. But to do this, one must first truly develop a sense of where abstraction exists—where people merely speak in the language of clichés about the spirit and the soul—and one must feel where the spirit and the soul are spoken of as realities. You see, when we speak of human abilities: they emerge as manifestations of the human being’s inner essence as the person matures. Humanity feels compelled by a number of its representatives to develop these abilities and powers, which come to light in the developing human being, in an appropriate manner. One can only perceive this field correctly if one perceives, in a certain way, a revelation of the Divine in the manifestation of these powers and abilities, if one says to oneself: Human beings have come from a spiritual-soul world into this sensory-real world, and what manifests there as their powers and abilities—what we ourselves have developed within ourselves and others—originates from a spiritual world; having descended from a spiritual world into this physical human body, it is now embedded within this physical human body. But take the spirit and meaning of what has been discussed here for decades: this spirit and meaning point out to you that with the embodiment of human abilities and powers in the physical human body, the Luciferic beings are given the opportunity to gain access to these abilities and powers.
[ 7 ] Man kann nicht irgend etwas in Selbsttätigkeit oder in erzieherischer oder in kulturfördernder Tätigkeit in den menschlichen individuellen Fähigkeiten und Kräften tun, ohne daß man mit den luziferischen Kräften in Berührung kommt. In denjenigen Regionen, die der Mensch durchlaufen hat, bevor er durch die Geburt oder Empfängnis ins physische Dasein eingetreten ist, da konnte die luziferische Macht nicht an die menschlichen Fähigkeiten und Kräfte unmittelbar heran. Die Einkörperung in die physische menschliche Leiblichkeit, das ist das Mittel, durch das die luziferischen Mächte an die menschlichen Fähigkeiten und Kräfte herankommen können. Nur dadurch, daß man dieser Tatsache unbefangen ins Auge schaut, kommt man zu einer richtigen Stellung im Leben zu all dem, was als individuelle Fähigkeiten und Kräfte aus der menschlichen Natur hervorquillt. Wenn man das Luziferische nicht sehen will, wenn man es ableugnet, dann verfällt man ihm. Dann aber gerät man gerade in jene Seelenstimmung, welche sich durchaus an etwas Zwingendes im Innern überliefern möchte, um da durch allerlei mystische oder religiöse Kräfte sich zu entlasten von der Notwendigkeit, an das freie Selbst des Menschen zu appellieren und in der Entfaltung des eigenen freien Selbstes in der Welt das Göttliche zu suchen. Die Menschen möchten nicht selber denken, sie möchten, daß eine unbestimmte Kraft in ihrem Innern sich äußere, nach der sie logisch beweisen können. Sie möchten die Wahrheit nicht erleben, sie möchten sich nicht aufraffen zu jenem inneren freien Erleben, das auch die Wahrheit erlebt; sie möchten jenen inneren Zwang erleben, der von innen heraus sie zwingt und sich ausdrückt in dem Beweise, der nicht an das Erlebnis appelliert, sondern an die Macht eines Geistigen, das den Menschen überwältigen, zwingen soll, so oder so zu denken über die Natur und über den Menschen selber. Damit aber, daß die Menschen an diesen inneren Zwang appellieren, an diese innere Macht, damit liefern sich die Menschen den luziferischen Mächten aus. Das Mittel, das man ergreifen kann, damit die Menschen also an diesen Zwang appellieren, damit sie sich nicht erheben zum freien Drinnenstehen in der geistigen Welt, das ist, daß man sie zwingt, zu denken, daß es keine drei Glieder der menschlichen Natur gibt: Leib, Seele und Geist, sondern wenn man ihnen, wie das auf dem achten allgemeinen Konstantinopeler Konzil geschehen ist, verbietet zu denken, daß der Mensch aus Leib, Seele und Geist bestehe, wenn man es abschafft, sich mit dem Geiste zu beschäftigen. Das sind innere Zusammenhänge, die heute nicht mehr übersehen werden dürfen, die heute klar und unbefangen ins Auge gefaßt werden müssen. Damals, im Jahre 869, als bestimmt wurde, daß man an den Geist im Menschen nicht glauben dürfe, damals zog der luziferische Hang in die europäische Zivilisation ein. Und heute haben wir die Erfüllung davon. Die Menschen haben sich lange genug hingegeben dem Hang, nicht die Wahrheit zu erleben, sondern den Zwang des Beweises, des unpersönlichen Beweises auf sich wirken zu lassen. Das hat sie hinübergeworfen nach dem anderen Extrem. Man hat sich nicht in sachgemäßer Weise zu beschäftigen verstanden mit den menschlichen Fähigkeiten und Kräften, man hat sich nicht zugeben wollen, daß auf die Art, wie ich es eben auseinandergesetzt habe, in den menschlichen Fähigkeiten und Kräften, wenn diese im physischen Leibe verkörpert sind, luziferische Mächte leben. Dadurch hat man erfahren jene schiefe Stellung, in die die moderne Menschheit zu den individuellen Fähigkeiten und Kräften in der menschlichen Natur gekommen ist, die heute an der Tagesordnung ist.
[ 7 ] One cannot engage in any kind of self-directed activity, or in educational or cultural activities, that draw upon human individual abilities and powers without coming into contact with the Luciferic forces. In the realms that human beings passed through before entering physical existence through birth or conception, the Luciferic power could not directly access human faculties and powers. Incarnation into the physical human body is the means by which the Luciferic powers can gain access to human faculties and powers. Only by looking at this fact with an open mind can one arrive at a proper attitude toward all that springs forth from human nature as individual faculties and powers. If one refuses to see the Luciferic, if one denies it, then one falls prey to it. But then one falls into precisely that state of mind in which one would like to surrender completely to some compelling inner force, in order to relieve oneself—through all manner of mystical or religious forces—of the necessity to appeal to the free self of the human being and to seek the divine in the unfolding of one’s own free self in the world. People do not want to think for themselves; they want some indefinable force within them to manifest itself, one that they can logically prove. They do not wish to experience the truth; they do not wish to summon the strength for that inner, free experience that also experiences the truth; they wish to experience that inner compulsion which compels them from within and expresses itself in proof that does not appeal to experience, but to the power of a spiritual force intended to overwhelm and compel people to think in a certain way about nature and about humanity itself. But by appealing to this inner compulsion, to this inner power, human beings surrender themselves to the Luciferic forces. The means that can be employed to ensure that people appeal to this compulsion—so that they do not rise to a free inner presence in the spiritual world—is to force them to believe that there are not three aspects of human nature: body, soul, and spirit—but rather, as happened at the Eighth Ecumenical Council of Constantinople, by forbidding them to believe that human beings consist of body, soul, and spirit, and by abolishing any engagement with the spirit. These are inner connections that must no longer be overlooked today; they must be viewed clearly and impartially. Back then, in the year 869, when it was decreed that one must not believe in the spirit within human beings, that was when the Luciferic tendency made its way into European civilization. And today we see the fulfillment of that. People have indulged long enough in the tendency not to experience the truth, but to allow themselves to be swayed by the compulsion of proof—impersonal proof. This has thrown them into the other extreme. People have not known how to deal properly with human abilities and powers; they have refused to admit that, in the manner I have just explained, Luciferic forces dwell within human abilities and powers when these are embodied in the physical body. As a result, modern humanity has arrived at that skewed perspective toward the individual abilities and powers within human nature that is so prevalent today.
[ 8 ] Der andere Pol des Menschen, das sind seine Bedürfnisse, diese Bedürfnisse, die sich zuerst in der rein physischen Natur aussprechen. Diese Bedürfnisse, die Schiller in seinen «Ästhetischen Briefen» so schön gegenübergestellt hat der abstrakt logischen Macht und die er genannt hat die Notdurft, während er den logischen Zwang als die andere Macht, als die ins Geistige abirrende Macht charakterisiert hat. Damals war während der großen Periode der deutschen Entwickelung eine solche Persönlichkeit wie Schiller auf dem Wege, den polarischen Gegensatz des Menschen richtig zu erfassen. Die Zeit war damals noch nicht reif, mehr zu sagen, als Schiller und Goethe und die ihnen Gleichgesinnten gesagt haben. Unsere neue Zeit ist in die Notwendigkeit versetzt, diese Dinge weiterzubauen. Baut man weiter, dann wird anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft daraus. Derjenige, der nur die einseitige Macht des Beweisens auf dem geistigen Gebiet kennt, der lernt im Leben auch nur kennen die einseitige Naturtriebmacht der menschlichen Bedürfnisse. Sie können sich leicht vorstellen: Wenn der Mensch mit seinen Fähigkeiten und Kräften in die physisch-sinnliche Welt eintritt durch Konzeption oder Geburt, und Luzifer über ihn kommt und von dem, was der Mensch selbst haben sollte, auf der einen Seite, auf der Kopfseite gewissermaßen des menschlichen Wesens etwas nimmt, dann bleibt auch im Menschen selbst eine geringere Macht, um seine Selbständigkeit auf dem Gebiete der Bedürfnisse geltend zu ‚machen. Durch das, was sich Luzifer auf der einen Seite aneignet, erlangt Ahriman auf der anderen Seite die Möglichkeit, sich anzueignen, was in den Bedürfnissen der menschlichen Natur wirkt. Und so ist eingezogen auf der anderen Seite mit dem Dogma der bloß äußeren sinnlichen Erfahrung die Durch-Ahrimanisierung des sinnlichen Trieblebens der Menschheit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Und so steht die moderne Menschheit, indem sie verkennt, daß in der Gleichgewichtslage zwischen den beiden Extremen, zwischen den Fähigkeiten einerseits und den Bedürfnissen auf der anderen Seite, das Heil liegt, heute einer furchtbaren Tatsache gegenüber. Sie sieht nur hin aus ihrem materialistischen Geiste heraus auf den Leib, der die Fähigkeiten erzeugt, daß heißt bloß auf die luziferische Urkraft der Fähigkeiten; denn dadurch, daß die Fähigkeiten in den Leib einziehen, dadurch werden sie luziferisch, und wenn man glaubt, aus dem Leib entspringen die Fähigkeiten, so glaubt man an Luzifer. Und wenn man glaubt, aus dem menschlichen Leibe heraus entspringen die Bedürfnisse, so glaubt man nur an das Ahrimanische dieser Bedürfnisse.
[ 8 ] The other pole of human existence is his needs—those needs that first manifest themselves in purely physical form. These needs, which Schiller so beautifully contrasted in his “Aesthetic Letters” with the power of abstract logic—and which he called “necessity”—while he characterized logical compulsion as the other power, the power that strays into the spiritual realm. At that time, during the great period of German development, a figure like Schiller was on the path to correctly grasping this polar opposition within human beings. The time was not yet ripe then to say more than Schiller, Goethe, and their like-minded colleagues had said. Our new era is compelled to build upon these ideas. If we continue to build upon them, the result will be an anthroposophically oriented spiritual science. Those who know only the one-sided power of proof in the spiritual realm will, in life, come to know only the one-sided, instinctual power of human needs. You can easily imagine: When a human being enters the physical-sensory world with his or her abilities and powers—whether through conception or birth—and Lucifer comes upon him or her and takes something from what the human being should have—on one side, so to speak, at the head end of the human being—then a lesser power also remains within the human being to assert his or her independence in the realm of needs . Through what Lucifer appropriates on one side, Ahriman gains, on the other side, the opportunity to appropriate what is at work in the needs of human nature. And so, in the last third of the 19th century, the “Ahrimanization” of humanity’s sensory life of instinct crept in on the other side, alongside the dogma of merely external sensory experience. And so modern humanity, by failing to recognize that salvation lies in the balance between the two extremes—between abilities on the one hand and needs on the other—faces a terrible reality today. Out of its materialistic spirit, it looks only at the body, which produces the faculties—that is, merely at the Luciferic primal force of the faculties; for it is through the faculties’ entry into the body that they become Luciferic, and if one believes that the faculties spring from the body, one believes in Lucifer. And if one believes that needs spring from the human body, one believes only in the Ahrimanic aspect of these needs.
[ 9 ] Und welches Experiment wird gegenwärtig drüben im Osten Europas unter der Anleitung des Westens gemacht? Diese Anleitung des Westens tritt so handgreiflich nicht nur dadurch hervor, daß Lenin und Trotzki die Geistesschüler des Westens sind, sondern auch dadurch, daß Lenin im plombierten Wagen durch den Dr. Helphand, der ihn begleitete, nach Rußland hineinspediert worden ist, so daß dasjenige, was Bolschewismus genannt wird, als eine Importware besorgt wurde durch die deutsche Regierung und die deutsche Heeresleitung. Was wird da versucht in der osteuropäischen Kultur? Da wird versucht, alles, was Menschliches ist, was als Menschliches sich in der menschlichen Leiblichkeit verkörpert, auszuschalten, und Luzifer mit Ahriman in ihrer Reinkultur zusammenzuspannen. Würde dies heute verwirklicht im Osten, so würde eine Schöpfung aus der Kompanie-Arbeit von Luzifer und Ahriman auftreten, mit Ausschluß alles dessen, was dem individuellen Menschen frommt; und dieser würde in diese luziferisch-ahrimanische Kultur hineingespannt wie das Glied einer Maschine in den ganzen Gang dieser Maschine, nur daß das Glied einer Maschine leblos ist und sich daher einspannen läßt, während die menschliche Natur innerlich lebendig, durchseelt, durchgeistigt ist und in eine bloß luziferischahrimanische Organisation nicht hineinpaßt, sondern dabei zugrunde gehen muß.
[ 9 ] And what experiment is currently being conducted over in Eastern Europe under the guidance of the West? This guidance from the West is evident not only in the fact that Lenin and Trotsky are spiritual disciples of the West, but also in the fact that Lenin was transported into Russia in a sealed train car by Dr. Helphand, who accompanied him, so that what is called Bolshevism was procured as an imported commodity by the German government and the German Army High Command. What is being attempted in Eastern European culture? There is an attempt to eliminate everything that is human—everything that is embodied as human in the human physical body—and to unite Lucifer and Ahriman in their purest form. If this were to be realized in the East today, a creation would emerge from the joint work of Lucifer and Ahriman, excluding everything that benefits the individual human being; and the individual would be drawn into this Luciferic-Ahrimanic culture like a cog in a machine within the entire mechanism of that machine—except that a cog in a machine is lifeless and can therefore be incorporated, whereas human nature is inwardly alive, imbued with soul, and spiritualized, and does not fit into a purely Luciferic-Ahrimanic organization but must perish in the process.
[ 10 ] Nur aus demjenigen heraus, was Geisteswissenschaft begreifen kann, kann auch begriffen werden, was heute in dieser geistig nebulosesten materialistischen Welt eigentlich geschieht. Nur aus dieser geisteswissenschaftlichen Anschauung und aus dem in ihr lebenden Ernst kann aber auch begriffen werden, was es heißt, daß man in den letzten dreißig bis vierzig Jahren nicht sich zurückwenden wollte innerhalb des deutschen Wesens zu der deutschen Geistigkeit, auf die hier in meinem Aufsatze hingedeutet ist, sondern daß man endlich in dieser deutschen Kulturwelt soweit gekommen ist, daß diejenigen maßgebend geworden sind, die als das Richtige befunden haben, die Inauguratoren Luzifers und Ahrimans im plombierten Wagen nach Rußland befördern zu lassen; und zwar durch einen Menschen, der in ihrem Dienste stand und der dadurch von einem armen Schlucker, der er war, durch all die Dienste, die er geleistet hat, um in solcher Weise zwischen dem Osten und Westen zu vermitteln, ein Mensch geworden ist, der sich in dieser Zeit eine Villa in Konstantinopel, eine andere in der Schweiz, eine dritte in Kopenhagen gebaut hat. Es geht heute nicht, mit dem Blick nur so herumzuschweifen, um beruhigt schlafen zu können gegenüber dem, was in den Tiefen dieses heutigen Zeitwesens eigentlich geschieht. Es sollte heute empfunden werden, wie notwendig es ist zu sagen: Wir haben verleugnet und mit Füßen getreten, was in der Zeit Schillers und Goethes geschaffen worden ist an deutschem Geistesleben. Und wir haben die Aufgabe, dort zu beginnen und weiter aufzubauen. Wir können keine besseren Neujahrsgedanken in unsere Seelen hereinergießen, als den Vorsatz, an das wieder anzuknüpfen.
[ 10 ] Only from what spiritual science can comprehend can one also understand what is actually happening today in this most spiritually nebulous, materialistic world. But it is only through this spiritual-scientific perspective and the earnestness inherent in it that one can understand what it means that, over the last thirty to forty years, there has been a refusal within the German spirit to turn back to the German spirituality alluded to here in my essay; rather, this German cultural world has finally reached the point where those have become dominant who deemed it appropriate to have the inaugurators of Lucifer and Ahriman transported to Russia in the sealed wagon; and this was done by a man who stood in their service and who, through all the services he rendered to mediate in this way between East and West, was transformed from the poor wretch he once was into a man who, in this era, has built himself a villa in Constantinople, another in Switzerland, and a third in Copenhagen. Today, it is no longer possible to simply let one’s gaze wander aimlessly in order to sleep soundly in the face of what is actually happening in the depths of our present-day existence. We must realize today how necessary it is to say: We have denied and trampled underfoot what was created in the German spiritual life during the time of Schiller and Goethe. And it is our task to begin there and build upon it. We cannot pour any better New Year’s thoughts into our souls than the resolution to reconnect with that.
[ 11 ] An derjenigen Stätte — und ich habe es auch hier schon erzählt vor Jahren —, wo jetzt unser Freund Dr. Kolisko meine Aufsätze gesammelt hat, da lebte in den siebziger und sechziger Jahren ein Mensch, der hieß Heinrich Deinhardt, der war ein Wiener Pädagoge. Er hatte in sich den Geist, von dem Standpunkt der Schillerschen Ästhetischen Briefe aus in seinem in den Materialismus hineinsegelnden Zeitalter in die Pädagogik einzugreifen. Er hat schöne Erklärungsbriefe geschrieben über Schillers Ästhetische Briefe, die dazumal gedruckt worden sind, darüber, wie der Mensch erzogen werden solle, sich von der zwingenden logischen Notwendigkeit und der Nortdurft, die nur in den Trieben lebt, zu befreien. Der war einer der Warner, die gesagt haben: Auf den Erziehungswegen muß verhindert werden, was sonst kommen muß. Er hat nicht schon mit geisteswissenschaftlichen Begriffen reden können, aber er hat dazumal darauf hingewiesen mit seinen Worten, wie die luziferisch-ahrimanische Kultur kommen müsse, wenn man nicht in dieser Gleichgewichtslage die Erziehungswissenschaft gestalte, die Erziehungskunst gestalte. Dieser Mann, Heinrich Deinhardt, hatte dazumal in Wien den Unfall, auf der Straße umgestoßen zu werden und sich das Bein zu brechen, eine Sache, die mit einer leichten Operation hätte geheilt werden können; aber dieser Mann war nach der Aussage seiner Ärzte so schlecht ernährt, daß der Heilungsprozeß sich nicht vollziehen konnte. Und so starb an dem kleinen Unfall dieser eine Mann, der in das Getriebe der Zeit schon ganz tief hineingeschaut hat. Ja, so behandelte man in Mitteleuropa diejenigen, die aus der Spiritualität heraus etwas wollten. Dieses Beispiel, es könnte vervielfältigt werden.
[ 11 ] At that very place—and I have already recounted this here years ago—where our friend Dr. Kolisko has now compiled my essays, there lived in the 1860s and 1870s a man named Heinrich Deinhardt, who was a Viennese educator. He possessed the spirit to intervene in pedagogy—from the standpoint of Schiller’s Aesthetic Letters—in an age that was drifting toward materialism. He wrote beautiful explanatory letters about Schiller’s Aesthetic Letters—which were published at the time—on how human beings should be educated to free themselves from compelling logical necessity and from the “Nortdurft” that lives only in the drives. He was one of the warning voices who said: Through educational methods, we must prevent what would otherwise inevitably come to pass. He was not yet able to speak in terms of the spiritual sciences, but he pointed out at the time, in his own words, how a Luciferic-Ahrimanic culture would inevitably arise unless the science of education—the art of education—were shaped within this state of balance. This man, Heinrich Deinhardt, had an accident in Vienna at that time: he was knocked down on the street and broke his leg—an injury that could have been healed with a simple operation; but according to his doctors, he was so malnourished that the healing process could not take place. And so, as a result of this minor accident, this one man—who had already looked very deeply into the workings of the times—died. Yes, this is how those who sought to achieve something through spirituality were treated in Central Europe. This example could be multiplied many times over.
[ 12 ] Nun, diejenigen werden wahrscheinlich nicht Hungers sterben, die so schreiben, wie der Ihnen gestern genannte Jesuitenpater Zimmermann: «Auch wird gerühmt z.B. in dem Wochenblatt ‹Dreigliederung des sozialen Organismus›, Nr. 6, daß der «neue Impuls» (ein Lieblingswort der Anthroposophen und der ‹Dreigliederungsleute›) sich auf der ‹Fülle der Steinerschen Geist-Erkenntnis› aufbaue. Der Leiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik zu Stuttgart hat für die Kinder der Angestellten und Arbeiter des Unternehmens ‹die freie Waldorfschule› begründet, ‹impulsiert von all dem, was ihm ertlossen ist aus den Gedanken der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft Dr. Steiners›. Dort soll ‹Anthroposophie künstlerische Erziehungsmethode sein.› » Diejenigen, die spotten und in den Staub treten möchten, was aus dem Geist der Zeit heraus gewollt wird, die werden auch in unserer heutigen harten Zeit nicht Hungers sterben. Aber es wird gar sehr notwendig sein, daß wir uns solche Neujahrsimpulse in die Seele hineinschreiben, die bewirken, daß wir nicht schläfrig und unachtsam an dem vorübergehen, was wirklich geschieht: daß wir vor allen Dingen stark aufnehmen das stark Gemeinte der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Oh, ich sehe gar manchen gerade in unseren Reihen, der am liebsten gerade diejenigen Dinge verschlafen möchte, die aus dem vollen Mitleid heraus sich offenbaren, aus dem Mitleid mit demjenigen in unserer Zeit, was, wenn es sich selbst überlassen bleibt, dem Untergange zuführen muß! Es gibt Schwachmütige, die sich einschreiben lassen in diese Anthroposophische Gesellschaft und die da sagen: Ja, Geisteswissenschaft, das mag ich; aber von der sozialen Tätigkeit will ich nichts wissen, die gehört da nicht herein. Die könnten sich ein Beispiel nehmen an den Gegnern. Der Jesuitenpater Zimmermann, der verfolgt alles, was bei uns geschieht! Er endet seinen Artikel damit, daß er sagt: «Das Wochenblatt «Dreigliederung des sozialen Organismus meint freilich (Nr. 8), daß hier ein «Attentat der Kirche gegen die geschichtliche Aufgabe der Selbstbestimmung des Individuums vorliege.» Und auch in anderen Artikeln hat der Jesuitenpater Zimmermann gezeigt, wie er sich um alles kümmert, was bei uns vorgeht.
[ 12 ] Well, those who write like the Jesuit Father Zimmermann, whom I mentioned to you yesterday, will probably not starve to death: “It is also boasted, for example, in the weekly journal Threefold Social Order, No. 6, that the ‘new impulse’ (a favorite term of the anthroposophists and the ‘Threefold Social Order’ people) is based on the ‘fullness of Steiner’s spiritual knowledge.’ The director of the Waldorf-Astoria cigarette factory in Stuttgart founded ‘the Free Waldorf School’ for the children of the company’s employees and workers, ‘inspired by all that has dawned on him from the thoughts of Dr. Steiner’s anthroposophically oriented spiritual science.’ There, “anthroposophy is to be an artistic method of education.” Those who wish to mock and trample underfoot what is intended in the spirit of the times will not starve to death, even in these difficult times of ours. But it will be absolutely necessary for us to inscribe such New Year’s impulses into our souls—impulses that ensure we do not pass by what is truly happening in a drowsy and inattentive manner: that, above all, we take deeply to heart the profound meaning of the anthroposophically oriented spiritual science. Oh, I see quite a few even in our own ranks who would prefer to sleep through precisely those things that reveal themselves out of deep compassion—compassion for that aspect of our time which, if left to its own devices, is bound to lead to ruin! There are weak-minded people who join this Anthroposophical Society and say: “Yes, spiritual science—I like that; but I want nothing to do with social activity—that doesn’t belong here.” They could take a cue from the opponents. The Jesuit Father Zimmermann, who keeps track of everything that happens among us! He concludes his article by saying: “The weekly journal Dreigliederung des sozialen Organismus (No. 8) certainly maintains that this constitutes an ‘attack by the Church against the historical task of the individual’s self-determination.’ And in other articles as well, Jesuit Father Zimmermann has shown how closely he follows everything that is happening among us.”
[ 13 ] So möchte man wünschen, daß auch diejenigen, die in unseren Reihen stehen, sich in gutem Sinne um die Dinge kümmern. Sehen Sie, ich möchte sagen, der Aufpasser, die da sehen, wie sie nur irgendeine Schwäche auf dem Gebiet der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft und dessen, was aus ihr hervorgeht, entdecken können, dieser Aufpasser sind gar nicht wenige; aber ich glaube, Sie wissen, daß ich nicht so albern bin, um auf so etwas, wie ich es jetzt anführen werde, aus einer gewissen Eitelkeit hinzuweisen, und daher kann ich auch diesen Hinweis auch wagen. Man möchte natürlich sehr leicht auf gegnerischer Seite, daß man da und dort einen Angriffspunkt finden könnte. Da ist es doch gut, wenn in dem Aufsatz, den Dr. Rittelmeyer geschrieben hat über «Steiner, Krieg und Revolution», zu lesen ist: «Ich habe auch gerade in diesen Tagen mit einem jungen schwedischen volkswirtschaftlichen Gelehrten gesprochen aus der Schule des strengen Nationalökonomen Cassel, der mir sagte, er habe das Buch Steiners durchgelesen von Seite zu Seite mit der Erwartung, er werde ihn als Dilettanten entlarven können; es sei ihm aber nicht gelungen, ihm einen Fehler nachzuweisen.» Ja, es sollten solche Dinge besser berücksichtigt werden in unseren Kreisen, es sollte gebaut werden auf der Grundlage der Erkenntnis, daß hier etwas gewollt wird, was nichts zu tun hat mit dem landläufigen Gewäsche von Theosophie, das da und dort herrscht, sondern das auf ebenso strenge Einsicht in die Dinge baut, wie nur irgendeine Wissenschaft, die sich je einmal geltend gemacht hat. Würde so etwas gründlich gefühlt werden, so würde man auch wissen, warum das erfolgt ist, was jetzt der Pater Zimmermann als einen Abfall bezeichnet. Sie wissen, daß es das nicht war, sondern daß wir herausgeworfen worden sind, weil es nicht gelungen ist, in diese Gesellschaft des mystischen Wischi-waschi-Herumredens wirklichen Ernst hineinzutragen; weil man wirklichen Ernst dort nicht wollte, weil man dort fortschwätzen wollte in derselben Art, wie man geschwätzt hat durch Jahre hindurch höchstens in Anknüpfung an irgend etwas, worüber man ohne Erkenntnis der geistigen Welt alles mögliche sagen kann. Das, was unserer Zeit so nötig ist, das ist voller Ernst auf dem Gebiete des Geisteslebens. Von diesem vollen Ernst wollte ich Ihnen heute, da ja mein diesmaliges Hiersein in diesen Tagen zu Ende geht, am Neujahrstage nochmals sprechen, und ich hätte recht sehr den Wunsch, daß in unsere Reihen einziehe der Neujahrswunsch, den sich jeder einzelne nur selber von sich gestalten könnte: daß durch die Seelen und die Herzen unserer Freunde etwas geöffnet würde der Blick für das, was nottut, geöffnet würde für das, was aus dem Geiste heraus einzig und allein der Menschheit helfen kann. Wir können heute nicht aus demjenigen, was außen an Einrichtungen erhalten ist, etwas Heilsames bilden, wir müssen ein Neues einprägen dieser Menschheitsentwickelung. Das muß erkannt werden. Und das zu fühlen, daß es erkannt werden müsse, das ist wohl der würdigste Neujahrsgedanke, der in Ihren Herzen entstehen kann heute, im Beginne des Jahres 1920, das manche wichtige Entscheidung bringen wird, wenn sich Menschen finden, die das für die Menschheit Notwendige, so wie es heute angedeutet wurde, erkennen. Erkannt muß werden, daß das Jahr 1920 Not und Elend bringen wird, wenn solche Menschen sich nicht finden, und einzig und allein diejenigen den Ton angeben, die im Alten so weiterwirken möchten.
[ 13 ] So one would hope that even those among our own ranks would take care of things in a positive way. You see, I’d like to say that there are quite a few watchdogs out there who are just waiting to spot any weakness in the field of anthroposophically oriented spiritual science and what emerges from it; but I believe you know that I am not so foolish as to point out something like what I am about to mention out of a certain vanity, and that is why I can also venture to make this observation. Of course, it would be very easy for opponents to find a point of attack here and there. So it is good to read in the essay written by Dr. Rittelmeyer on “Steiner, War, and Revolution”: “Just recently, I spoke with a young Swedish economist from the school of the rigorous economist Cassel, who told me he had read Steiner’s book from cover to cover with the expectation that he would be able to expose him as a dilettante; but he was unable to find a single error in it.” Yes, such things should be given greater consideration in our circles; we should build upon the realization that what is being sought here has nothing to do with the common drivel about theosophy that prevails here and there, but rather is based on an insight into things that is just as rigorous as that of any science that has ever established itself. If such a thing were thoroughly understood, one would also know why what Father Zimmermann now describes as an “apostasy” took place. You know that it was not that, but rather that we were expelled because we failed to bring genuine seriousness into this society of mystical, vague, rambling talk; because they did not want genuine seriousness there, because they wanted to carry on chattering in the same way they had chattered for years—at most in connection with something about which one can say all sorts of things without any knowledge of the spiritual world. What our time so desperately needs is full seriousness in the realm of spiritual life. Since my stay here this time is coming to an end in the next few days, I wanted to speak to you once more today—on New Year’s Day—about this full seriousness, and I would very much like for the New Year’s wish—one that each individual can shape for themselves—to take root in our ranks: that through the souls and hearts of our friends, our vision might be opened to what is needed—opened to that which, arising from the spirit, alone can help humanity. Today we cannot create anything healing from the institutions that have been preserved externally; we must imprint something new upon the development of humanity. This must be recognized. And to feel that it must be recognized—that is surely the most worthy New Year’s thought that can arise in your hearts today, at the beginning of the year 1920, a year that will bring many important decisions if people can be found who recognize what is necessary for humanity, as has been indicated today. It must be recognized that the year 1920 will bring hardship and misery if such people are not found, and if the tone is set solely by those who wish to continue working within the old framework.
