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Contrasts in Human Development
GA 197

5 March 1920, Stuttgart

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Ich habe es öfter betont, wie notwendig es ist zum Hereinstellen des Menschen in die großen Aufgaben der Gegenwart, die heute eigentlich jedem Menschen zufallen, sich ein Bewußtsein zu verschaffen von dem Gang der Menschheitsentwickelung über die Erde hin. Dieser Gang der Menschheitsentwickelung kann ja nur verstanden werden, wenn man die tieferen Kräfte jener Wesenheiten sich vor die Seele führt, die in den ganzen Gang der Erdenentwickelung und auch in das Menschenleben als solches eingreifen.

[ 1 ] Ich habe es öfter betont, wie notwendig es ist zum Hereinstellen des Menschen in die großen Aufgaben der Gegenwart, die heute eigentlich jedem Menschen zufallen, sich ein Bewußtsein zu verschaffen von dem Gang der Menschheitsentwickelung über die Erde hin. Dieser Gang der Menschheitsentwickelung kann ja nur verstanden werden, wenn man die tieferen Kräfte jener Wesenheiten sich vor die Seele führt, die in den ganzen Gang der Erdenentwickelung und auch in das Menschenleben als solches eingreifen.

[ 2 ] Nun habe ich von den verschiedensten Gesichtspunkten aus gezeigt, wie wir Menschen drinnenleben in einer gewissermaßen normal fortlaufenden Entwickelung, und wie wir diese überblicken können gerade durch geisteswissenschaftliche Untersuchung über langandauernde Zeiträume hin. Ich habe Sie aber auch darauf aufmerksam gemacht, wie in diese gewissermaßen normale menschliche Entwickelung eingreifen von der einen Seite gewisse Wesenheiten, die ein anderes Ziel mit den Menschen verfolgen als diejenigen Wesenheiten, welche den Menschen die normale Entwickelung durch die verschiedenen Verkörperungen der Erde geleiten möchten, Wesenheiten, die wir als luziferische haben auffassen müssen, und daß von der andern Seite her Wesenheiten eingreifen, die wir als ahrimanische bezeichnen. Über diese Dinge haben wir wiederholt gesprochen. Allein der Ernst, der heute dem Menschen so notwendig ist, kann eigentlich gar nicht in unser Gemüt einziehen, wenn wir nicht das unmittelbare Eingreifen dieser luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten in das Menschenleben ins Auge fassen.

[ 2 ] Nun habe ich von den verschiedensten Gesichtspunkten aus gezeigt, wie wir Menschen drinnenleben in einer gewissermaßen normal fortlaufenden Entwickelung, und wie wir diese überblicken können gerade durch geisteswissenschaftliche Untersuchung über langandauernde Zeiträume hin. Ich habe Sie aber auch darauf aufmerksam gemacht, wie in diese gewissermaßen normale menschliche Entwickelung eingreifen von der einen Seite gewisse Wesenheiten, die ein anderes Ziel mit den Menschen verfolgen als diejenigen Wesenheiten, welche den Menschen die normale Entwickelung durch die verschiedenen Verkörperungen der Erde geleiten möchten, Wesenheiten, die wir als luziferische haben auffassen müssen, und daß von der andern Seite her Wesenheiten eingreifen, die wir als ahrimanische bezeichnen. Über diese Dinge haben wir wiederholt gesprochen. Allein der Ernst, der heute dem Menschen so notwendig ist, kann eigentlich gar nicht in unser Gemüt einziehen, wenn wir nicht das unmittelbare Eingreifen dieser luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten in das Menschenleben ins Auge fassen.

[ 3 ] Wenn Sie sich erinnern, wie, scharf abgetrennt von dem, was früher geschehen ist, im 15. Jahrhundert ein neuer Zeitraum der Menschheitsentwickelung beginnt, so werden Sie veranlaßt werden, sich nach den verschiedensten Unterschieden im Menschenleben unseres jetzigen Zeitraumes, der eben mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat, zu dem früheren, zu fragen. Wir können sagen, zu den mancherlei Eigentümlichkeiten des gegenwärtigen Zeitraumes gehört es, daß vor allen Dingen das Denken, der Intellektualismus seit der Mitte des 15. Jahrhunderts sich entwickelt hat. Die Menschheit mußte einmal in der großen Erziehung, die sie durchmacht durch die ganze Erdenentwickelung, auch durch diese Erziehung des Intellektualismus hindurchgehen. Sie mußte gewissermaßen probieren, wie sich das Menschenleben leben läßt, wenn vorzugsweise das intellektualistische Prinzip des Denkens ausgebildet wird. Zur wahren Freiheit hätte der Mensch niemals erzogen werden können ohne den Eintritt des intellektuellen Prinzips in sein Wesen. Man macht sich heute gar keine genaue Vorstellung darüber, wie verschieden von den Menschen der Gegenwart die Menschen vor der Mitte des 15. Jahrhunderts gerade in dieser Beziehung waren. Man nimmt ja dasjenige, was den Menschen einmal gegeben ist, wie etwas Selbstverständliches hin; man denkt nicht weiter darüber nach. Und so glaubt man heute auch, weil hauptsächlich die Menschen der zivilisierten Länder, mit denen wir es zu tun haben, im Intellektualistischen leben, es wäre immer so gewesen, die Menschen hätten immer so gedacht. Das ist aber nicht der Fall. Die Art des Denkens ist eine andere gewesen bei den Menschen vor der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es ist gar nicht ein solch abstraktes Denken bei diesen Menschen vorhanden gewesen wie bei den heutigen Menschen. Ihr Denken war viel, viel mehr anschaulich mit den Dingen der Außenwelt selber verknüpft. Sie waren viel mehr verknüpft mit dem, was im Inneren des Menschen gefühlsmäßig und willensmäßig erlebt werden kann. Wir leben sehr stark in Gedanken, nur sind wir nicht genügend darauf aufmerksam. Wir sind nicht einmal aufmerksam darauf, woraus sich dieses Denken, dieser Intellektualismus, den wir heute als etwas Selbstverständliches hinnehmen, eigentlich entwickelt hat. Und wir müssen weit und immer weiter zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, wenn wir so recht verstehen wollen, woraus sich dieses Denken, dieses Intellektualistische entwickelt hat. Wir müssen uns auch fragen: Gibt es heute noch irgendwelche Überreste derjenigen menschlichen Betätigung, aus der heraus sich das Denken ergeben hat?

[ 3 ] Wenn Sie sich erinnern, wie, scharf abgetrennt von dem, was früher geschehen ist, im 15. Jahrhundert ein neuer Zeitraum der Menschheitsentwickelung beginnt, so werden Sie veranlaßt werden, sich nach den verschiedensten Unterschieden im Menschenleben unseres jetzigen Zeitraumes, der eben mit dem 15. Jahrhundert begonnen hat, zu dem früheren, zu fragen. Wir können sagen, zu den mancherlei Eigentümlichkeiten des gegenwärtigen Zeitraumes gehört es, daß vor allen Dingen das Denken, der Intellektualismus seit der Mitte des 15. Jahrhunderts sich entwickelt hat. Die Menschheit mußte einmal in der großen Erziehung, die sie durchmacht durch die ganze Erdenentwickelung, auch durch diese Erziehung des Intellektualismus hindurchgehen. Sie mußte gewissermaßen probieren, wie sich das Menschenleben leben läßt, wenn vorzugsweise das intellektualistische Prinzip des Denkens ausgebildet wird. Zur wahren Freiheit hätte der Mensch niemals erzogen werden können ohne den Eintritt des intellektuellen Prinzips in sein Wesen. Man macht sich heute gar keine genaue Vorstellung darüber, wie verschieden von den Menschen der Gegenwart die Menschen vor der Mitte des 15. Jahrhunderts gerade in dieser Beziehung waren. Man nimmt ja dasjenige, was den Menschen einmal gegeben ist, wie etwas Selbstverständliches hin; man denkt nicht weiter darüber nach. Und so glaubt man heute auch, weil hauptsächlich die Menschen der zivilisierten Länder, mit denen wir es zu tun haben, im Intellektualistischen leben, es wäre immer so gewesen, die Menschen hätten immer so gedacht. Das ist aber nicht der Fall. Die Art des Denkens ist eine andere gewesen bei den Menschen vor der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es ist gar nicht ein solch abstraktes Denken bei diesen Menschen vorhanden gewesen wie bei den heutigen Menschen. Ihr Denken war viel, viel mehr anschaulich mit den Dingen der Außenwelt selber verknüpft. Sie waren viel mehr verknüpft mit dem, was im Inneren des Menschen gefühlsmäßig und willensmäßig erlebt werden kann. Wir leben sehr stark in Gedanken, nur sind wir nicht genügend darauf aufmerksam. Wir sind nicht einmal aufmerksam darauf, woraus sich dieses Denken, dieser Intellektualismus, den wir heute als etwas Selbstverständliches hinnehmen, eigentlich entwickelt hat. Und wir müssen weit und immer weiter zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, wenn wir so recht verstehen wollen, woraus sich dieses Denken, dieses Intellektualistische entwickelt hat. Wir müssen uns auch fragen: Gibt es heute noch irgendwelche Überreste derjenigen menschlichen Betätigung, aus der heraus sich das Denken ergeben hat?

[ 4 ] Sie wissen ja, es erhalten sich alte Entwickelungskräfte in spätere Zeiten hinein neben denen, die sich für spätere Zeiten normalerweise ergeben. Und so ist es doch auch bei unserem Denken. Wir erleben Reminiszenzen, Nachklänge des Denkens, eine dem Denken ähnliche Tätigkeit im Traum, in jener Bilderwelt, die auftaucht aus dem nächtlichen Schlaf. Wir lernen durch die Erfahrung unterscheiden, wie diese Denkwelt, die wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen in uns entwickeln, sich verhält zu der Welt der ganz passiv erlebten Traumbilder. Wenn wir aber zurückgehen in der menschlichen Entwickelung, dann finden wir immer mehr und mehr, daß auch das wache Seelenleben sehr ähnlich war dem, wie heute der Mensch im Traum seine Seelentätigkeit erlebt. Das heutige Denken ist ein späteres Entwickelungsprodukt auf dem Wege, auf dessen früheren Stadien die menschliche Seele eine mehr traumhafte Tätigkeit entfaltete. Und wenn wir diese traumhafte Tätigkeit der menschlichen Seele ganz, ganz weit zurückverfolgen, dann kommen wir über all das hinaus, was Erdenentwickelung ist; dann kommen wir zu der vorhergehenden kosmischen Verkörperung der Erde, die wir gewohnt worden sind, die «alte Mondenentwickelung» zu nennen, innerhalb welcher der Mensch auch schon gelebt hat, aber in einer ganz andern Form als heute. Und während dieser Mondenentwickelung, also während der vorhergehenden Verkörperung unserer Erde, da hat jenes noch ganz ätherische Menschenwesen, das der wirkliche Vorfahr des gegenwärtigen Menschen ist, tatsächlich eine traumhafte, eine bildhaft-traumhafte Seelentätigkeit entwickelt. Diese bildhaft-traumhafte Seelentätigkeit hatte aber das Eigentümliche, daß sie in einer ganz andern Beziehung stand zur Außenwelt als unsere denkerische Seelentätigkeit. Ich möchte sagen, mit unserer denkerischen Seelentätigkeit stehen wir doch recht isoliert da in der Welt. Die Welt ist da draußen, sie hat ihre Vorgänge. Wir denken in unserem Inneren diese Vorgänge nach, aber wir fühlen uns gerade dann, wenn wir im allertiefsten vermeinen nachzudenken über die äußeren Vorgänge, doch gar nicht drinnen in diesen äußeren Vorgängen. Wir fühlen oftmals sogar, daß wir am besten über die äußeren Vorgänge denken können, wenn wir uns recht von ihnen isolieren, wenn wir uns ganz auf uns selbst zurückziehen. Solch ein Gefühl hatte der Menschenvorfahr, der noch, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, träumerisch dachte, nicht. Wenn er auf diese Art das in seinen Träumen entwickelte, was wir auf unsere Art seelisch in unserem Denken entwickeln, dann wußte er, daß er innig verbunden war in seinem Erleben mit dem Geschehen der Welt. Wir sehen die Wolken, wir denken über die Wolken, allein wir haben nicht das Gefühl, daß dieselben Kräfte, die in der Wolke walten, auch in unserem Denken walten. Das Gefühl aber, daß die gleichen Kräfte, die in der Wolke walten, auch in seinem traumhaften Denken walten, das hatte der Menschenvorfahr. Der Menschenvorfahr sagte — wenn ich in unsere Sprache übersetzen will, was er in seiner, gegen die unsere eigentlich stummen Sprache sagte: Die Kräfte, die draußen in der Wolke weben und leben, die bewirken in mir Bilder. — Er dachte sich ebensowenig isoliert von jenem Weltenall, in dem die Wolke ihr Wesen entfaltet, wie mein kleiner Finger sich isoliert denken kann von mir selbst. Schneide ich ihn ab, so verdorrt er, ist nicht mehr mein Finger. Der Menschenvorfahr fühlte, daß auch er nicht bestehen kann anders, denn als ein Glied des Weltenalls, das zu ihm gehört. Der kleine Finger müßte sagen: Das Blut, das im ganzen Körper pulsiert, das pulsiert in mir, und mein ganzes organisches Dasein ist von denselben Gesetzen beherrscht, von denen das organische Dasein des ganzen übrigen Körpers beherrscht ist. Der Menschenvorfahr sagte: Ich bin ein Glied des Weltenalls, und das, was in mir pulsiert, indem ich Bilder entwickle, das ist dasselbe wie dasjenige, worauf diese Bilder weisen, ist dieselbe Kraft, die in der Wolkenbildung webt und lebt. Also innig verwandt, intim verbunden fühlte sich dieser Menschenvorfahr mit der ganzen Welt.

[ 4 ] Sie wissen ja, es erhalten sich alte Entwickelungskräfte in spätere Zeiten hinein neben denen, die sich für spätere Zeiten normalerweise ergeben. Und so ist es doch auch bei unserem Denken. Wir erleben Reminiszenzen, Nachklänge des Denkens, eine dem Denken ähnliche Tätigkeit im Traum, in jener Bilderwelt, die auftaucht aus dem nächtlichen Schlaf. Wir lernen durch die Erfahrung unterscheiden, wie diese Denkwelt, die wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen in uns entwickeln, sich verhält zu der Welt der ganz passiv erlebten Traumbilder. Wenn wir aber zurückgehen in der menschlichen Entwickelung, dann finden wir immer mehr und mehr, daß auch das wache Seelenleben sehr ähnlich war dem, wie heute der Mensch im Traum seine Seelentätigkeit erlebt. Das heutige Denken ist ein späteres Entwickelungsprodukt auf dem Wege, auf dessen früheren Stadien die menschliche Seele eine mehr traumhafte Tätigkeit entfaltete. Und wenn wir diese traumhafte Tätigkeit der menschlichen Seele ganz, ganz weit zurückverfolgen, dann kommen wir über all das hinaus, was Erdenentwickelung ist; dann kommen wir zu der vorhergehenden kosmischen Verkörperung der Erde, die wir gewohnt worden sind, die «alte Mondenentwickelung» zu nennen, innerhalb welcher der Mensch auch schon gelebt hat, aber in einer ganz andern Form als heute. Und während dieser Mondenentwickelung, also während der vorhergehenden Verkörperung unserer Erde, da hat jenes noch ganz ätherische Menschenwesen, das der wirkliche Vorfahr des gegenwärtigen Menschen ist, tatsächlich eine traumhafte, eine bildhaft-traumhafte Seelentätigkeit entwickelt. Diese bildhaft-traumhafte Seelentätigkeit hatte aber das Eigentümliche, daß sie in einer ganz andern Beziehung stand zur Außenwelt als unsere denkerische Seelentätigkeit. Ich möchte sagen, mit unserer denkerischen Seelentätigkeit stehen wir doch recht isoliert da in der Welt. Die Welt ist da draußen, sie hat ihre Vorgänge. Wir denken in unserem Inneren diese Vorgänge nach, aber wir fühlen uns gerade dann, wenn wir im allertiefsten vermeinen nachzudenken über die äußeren Vorgänge, doch gar nicht drinnen in diesen äußeren Vorgängen. Wir fühlen oftmals sogar, daß wir am besten über die äußeren Vorgänge denken können, wenn wir uns recht von ihnen isolieren, wenn wir uns ganz auf uns selbst zurückziehen. Solch ein Gefühl hatte der Menschenvorfahr, der noch, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, träumerisch dachte, nicht. Wenn er auf diese Art das in seinen Träumen entwickelte, was wir auf unsere Art seelisch in unserem Denken entwickeln, dann wußte er, daß er innig verbunden war in seinem Erleben mit dem Geschehen der Welt. Wir sehen die Wolken, wir denken über die Wolken, allein wir haben nicht das Gefühl, daß dieselben Kräfte, die in der Wolke walten, auch in unserem Denken walten. Das Gefühl aber, daß die gleichen Kräfte, die in der Wolke walten, auch in seinem traumhaften Denken walten, das hatte der Menschenvorfahr. Der Menschenvorfahr sagte — wenn ich in unsere Sprache übersetzen will, was er in seiner, gegen die unsere eigentlich stummen Sprache sagte: Die Kräfte, die draußen in der Wolke weben und leben, die bewirken in mir Bilder. — Er dachte sich ebensowenig isoliert von jenem Weltenall, in dem die Wolke ihr Wesen entfaltet, wie mein kleiner Finger sich isoliert denken kann von mir selbst. Schneide ich ihn ab, so verdorrt er, ist nicht mehr mein Finger. Der Menschenvorfahr fühlte, daß auch er nicht bestehen kann anders, denn als ein Glied des Weltenalls, das zu ihm gehört. Der kleine Finger müßte sagen: Das Blut, das im ganzen Körper pulsiert, das pulsiert in mir, und mein ganzes organisches Dasein ist von denselben Gesetzen beherrscht, von denen das organische Dasein des ganzen übrigen Körpers beherrscht ist. Der Menschenvorfahr sagte: Ich bin ein Glied des Weltenalls, und das, was in mir pulsiert, indem ich Bilder entwickle, das ist dasselbe wie dasjenige, worauf diese Bilder weisen, ist dieselbe Kraft, die in der Wolkenbildung webt und lebt. Also innig verwandt, intim verbunden fühlte sich dieser Menschenvorfahr mit der ganzen Welt.

[ 5 ] Wir aber sind dadurch, daß wir in unserem Denken uns so isoliert fühlen müssen von dem äußeren Geschehen, gewissermaßen abgeschnürt von den wirklich wesenhaften Ursachen des Weltendaseins. Wir verspüren im gewöhnlichen Leben nicht, was eigentlich durch das Weltenall hindurchpulsiert. Unser Denken hat einen abstrakten Charakter angenommen. Unser Denken verrät gewissermaßen gar nichts von dem, was in ihm lebt und webt. Darauf beruht gerade die Möglichkeit, freie Menschen zu werden, daß wir in unseren Gedanken nicht fühlen: Etwas anderes denkt in uns —, sondern: Wir selber sind es, die denken. — Der Menschenvorfahr aber, der konnte sich nicht so isoliert vorstellen von dem Weltganzen. Der Menschenvorfahr wußte, da er sich verbunden fühlte mit dem Weltendasein, daß nicht allein abstrakte Naturkräfte draußen in diesem Weltendasein da sind, sondern daß waltend sind Wesenheiten, wenn auch Wesenheiten, die anders sind als der Mensch, Wesenheiten, die nicht einen physischen Leib haben wie der Mensch, mit denen sich aber der Mensch als in einem Weltbürgertum zusammen begriffen denken konnte. Er fühlte nicht etwas wie . «Naturkräfte», er fühlte Gemeinschaft mit Naturwesenheiten. Geradeso wie wir heute sagen: Dasjenige, was vorgeht in der Natur, in das wir selbst einbegriffen sind, vollzieht sich nach Naturgesetzen —, so war es naturgemäß für den Menschenvorfahren einer uralten Zeit, daß er sagte: Dasjenige, was draußen in der Natur vorgeht, das vollzieht sich nach den Willensimpulsen der Naturwesenheiten. — Wir sagen: Die Erde zieht die auf ihr befindlichen Körper an durch ihre Schwere gemäß einem Gesetz, wonach diese Schwerkraft mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, und nennen das den Spezialfall eines Naturgesetzes. — Wir beziehen uns, wenn wir von der Natur reden, auf eine solche Abstraktion. Der Menschenvorfahr war sich dessen bewußt, daß in dem, was wir heute abstrakt Schwerkraft nennen, Wesenhaftes enthalten war.

[ 5 ] Wir aber sind dadurch, daß wir in unserem Denken uns so isoliert fühlen müssen von dem äußeren Geschehen, gewissermaßen abgeschnürt von den wirklich wesenhaften Ursachen des Weltendaseins. Wir verspüren im gewöhnlichen Leben nicht, was eigentlich durch das Weltenall hindurchpulsiert. Unser Denken hat einen abstrakten Charakter angenommen. Unser Denken verrät gewissermaßen gar nichts von dem, was in ihm lebt und webt. Darauf beruht gerade die Möglichkeit, freie Menschen zu werden, daß wir in unseren Gedanken nicht fühlen: Etwas anderes denkt in uns —, sondern: Wir selber sind es, die denken. — Der Menschenvorfahr aber, der konnte sich nicht so isoliert vorstellen von dem Weltganzen. Der Menschenvorfahr wußte, da er sich verbunden fühlte mit dem Weltendasein, daß nicht allein abstrakte Naturkräfte draußen in diesem Weltendasein da sind, sondern daß waltend sind Wesenheiten, wenn auch Wesenheiten, die anders sind als der Mensch, Wesenheiten, die nicht einen physischen Leib haben wie der Mensch, mit denen sich aber der Mensch als in einem Weltbürgertum zusammen begriffen denken konnte. Er fühlte nicht etwas wie . «Naturkräfte», er fühlte Gemeinschaft mit Naturwesenheiten. Geradeso wie wir heute sagen: Dasjenige, was vorgeht in der Natur, in das wir selbst einbegriffen sind, vollzieht sich nach Naturgesetzen —, so war es naturgemäß für den Menschenvorfahren einer uralten Zeit, daß er sagte: Dasjenige, was draußen in der Natur vorgeht, das vollzieht sich nach den Willensimpulsen der Naturwesenheiten. — Wir sagen: Die Erde zieht die auf ihr befindlichen Körper an durch ihre Schwere gemäß einem Gesetz, wonach diese Schwerkraft mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, und nennen das den Spezialfall eines Naturgesetzes. — Wir beziehen uns, wenn wir von der Natur reden, auf eine solche Abstraktion. Der Menschenvorfahr war sich dessen bewußt, daß in dem, was wir heute abstrakt Schwerkraft nennen, Wesenhaftes enthalten war.

[ 6 ] Aber diese Beziehung zum Menschen, die da entfaltet wurde von besonderen Wesenheiten, die gewissermaßen zur menschlichen Entwickelung gehörten, die hörte normalerweise auf in dem Moment, in dem eben für den Menschen die eigentliche Erdenentwickelung begann. Da wurde der Mensch gewissermaßen entlassen aus der Leitung jener übersinnlichen Wesenheiten, die er in seinem Bilderdenken während der alten Mondenzeit als etwas wie in ihn Hereinfließendes und Hereinschwebendes erfühlte. Und fragen müssen wir uns: Welches war denn eigentlich das Wirksame, das den Menschen abbrachte von der Leitung dieser Wesenheiten, mit denen er, wenn auch nur seinem dunklen Bewußtsein nach, zusammengehörte? —Es war die Eingliederung des mineralischen Reiches in die Menschenwesenheit. Denn in jenen alten Zeiten, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, trug der Mensch noch nicht das Mineralreich in sich. Er hatte eine Organisation, die allerdings nicht für die heutigen Sinnesorgane wahrnehmbar gewesen wäre, eine Organisation, die noch nicht mineralische Einschlüsse in sich enthielt. Will man dies verstehen, will man einer solchen Sache nicht mit Vorurteil begegnen, dann muß man schon ein wenig sich klarmachen, was das eigentlich heißt: Ein Wesen schließt das Mineralreich in sich ein. In dieser Beziehung denken ja die Menschen heute außerordentlich oberflächlich. Man sieht ein Mineral an, einen Stein, und betrachtet ihn mit Recht als dasjenige, als was er sich von außen her präsentiert. Aber man sieht eine Pflanze heute genau so an, wie man einen Stein ansieht, während das, was man sieht, in Wirklichkeit gar nicht die Pflanze ist. Die Pflanze ist in Wirklichkeit etwas ganz Übersinnliches. Man stelle sich vor eine Organisation von Kräften, die einen gewissen Bildcharakter hätte, und die zum Mineralreich in der Beziehung steht, daß sie sich, während sie sonst unsichtbar ist, vollsaugt mit dem Mineralreich und auch mit den Kräften, die zwischen den einzelnen Gliedern des Mineralreiches spielen. Ich habe die Pflanze vor mir: sie ist eine unsichtbare Struktur von Kräften, sie saugt sich nur aus dem Mineralreich voll. Dadurch steht in dem Raumteil, der eine unsichtbare Struktur von Kräften ist, vor meinen Augen auch das Mineralische. Dieses Mineralische schaue ich an, aber es ist nur dasjenige, wovon sich die übersinnliche Pflanze vollgesogen hat. Die übersinnliche Pflanze muß ich erst finden auf eine ganz andere Art, als die ist, auf der mir das erscheint, womit sie sich vollgesogen hat. Das ist schon bei der Pflanze der Fall. Wir reden überhaupt, wenn wir heute von Pflanzen reden, nur von dem mineralischen Einschluß der Pflanze, gar nicht von der Pflanze selbst.

[ 6 ] Aber diese Beziehung zum Menschen, die da entfaltet wurde von besonderen Wesenheiten, die gewissermaßen zur menschlichen Entwickelung gehörten, die hörte normalerweise auf in dem Moment, in dem eben für den Menschen die eigentliche Erdenentwickelung begann. Da wurde der Mensch gewissermaßen entlassen aus der Leitung jener übersinnlichen Wesenheiten, die er in seinem Bilderdenken während der alten Mondenzeit als etwas wie in ihn Hereinfließendes und Hereinschwebendes erfühlte. Und fragen müssen wir uns: Welches war denn eigentlich das Wirksame, das den Menschen abbrachte von der Leitung dieser Wesenheiten, mit denen er, wenn auch nur seinem dunklen Bewußtsein nach, zusammengehörte? —Es war die Eingliederung des mineralischen Reiches in die Menschenwesenheit. Denn in jenen alten Zeiten, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, trug der Mensch noch nicht das Mineralreich in sich. Er hatte eine Organisation, die allerdings nicht für die heutigen Sinnesorgane wahrnehmbar gewesen wäre, eine Organisation, die noch nicht mineralische Einschlüsse in sich enthielt. Will man dies verstehen, will man einer solchen Sache nicht mit Vorurteil begegnen, dann muß man schon ein wenig sich klarmachen, was das eigentlich heißt: Ein Wesen schließt das Mineralreich in sich ein. In dieser Beziehung denken ja die Menschen heute außerordentlich oberflächlich. Man sieht ein Mineral an, einen Stein, und betrachtet ihn mit Recht als dasjenige, als was er sich von außen her präsentiert. Aber man sieht eine Pflanze heute genau so an, wie man einen Stein ansieht, während das, was man sieht, in Wirklichkeit gar nicht die Pflanze ist. Die Pflanze ist in Wirklichkeit etwas ganz Übersinnliches. Man stelle sich vor eine Organisation von Kräften, die einen gewissen Bildcharakter hätte, und die zum Mineralreich in der Beziehung steht, daß sie sich, während sie sonst unsichtbar ist, vollsaugt mit dem Mineralreich und auch mit den Kräften, die zwischen den einzelnen Gliedern des Mineralreiches spielen. Ich habe die Pflanze vor mir: sie ist eine unsichtbare Struktur von Kräften, sie saugt sich nur aus dem Mineralreich voll. Dadurch steht in dem Raumteil, der eine unsichtbare Struktur von Kräften ist, vor meinen Augen auch das Mineralische. Dieses Mineralische schaue ich an, aber es ist nur dasjenige, wovon sich die übersinnliche Pflanze vollgesogen hat. Die übersinnliche Pflanze muß ich erst finden auf eine ganz andere Art, als die ist, auf der mir das erscheint, womit sie sich vollgesogen hat. Das ist schon bei der Pflanze der Fall. Wir reden überhaupt, wenn wir heute von Pflanzen reden, nur von dem mineralischen Einschluß der Pflanze, gar nicht von der Pflanze selbst.

[ 7 ] Worauf es ankommt, ist, daß wir bei der Pflanze das schon einsehen, was in noch höherem Maße bei Tier und Mensch der Fall ist. Der Mensch war also in der alten Mondenzeit ohne diesen mineralischen Einschluß. Er ist auf der Erde so gemacht worden, daß er ihn braucht, daß er sich gewissermaßen vollsog mit dem Mineralreich und seinen Kräften. Was hat er dadurch für sein gesamtes Menschenwesen bekommen? Er hat vor allen Dingen einen mineralischen Körper bekommen für sein früheres bildhaftes Vorstellen. Das ist in seiner weiteren Entwickelung dann durch den mineralischen Körper zu dem intellektualistischen Denken geworden, und zwar erst verhältnismäßig spät, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, nachdem es sich lange vorbereitet hatte.

[ 7 ] Worauf es ankommt, ist, daß wir bei der Pflanze das schon einsehen, was in noch höherem Maße bei Tier und Mensch der Fall ist. Der Mensch war also in der alten Mondenzeit ohne diesen mineralischen Einschluß. Er ist auf der Erde so gemacht worden, daß er ihn braucht, daß er sich gewissermaßen vollsog mit dem Mineralreich und seinen Kräften. Was hat er dadurch für sein gesamtes Menschenwesen bekommen? Er hat vor allen Dingen einen mineralischen Körper bekommen für sein früheres bildhaftes Vorstellen. Das ist in seiner weiteren Entwickelung dann durch den mineralischen Körper zu dem intellektualistischen Denken geworden, und zwar erst verhältnismäßig spät, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, nachdem es sich lange vorbereitet hatte.

[ 8 ] Daß der Mensch heute intellektualistisch denkt, das beruht darauf, daß er einen mineralischen Körper als Einschluß bekommen hat. Wir brauchen als Mensch diesen mineralischen Körper zu nichts notwendiger als zu unserem Denken. Aber gerade durch die Aufgabe des Mineralreiches im Irdischen hat sich das alte bildhafte Denken, das sich nicht durch das Mineralreich, sondern durch das Reich, das man das dritte Elementarreich nennt, ausgebildet hatte, umgewandelt. Dadurch hat sich umgewandelt dieses vorirdische Vorstellen in das irdische, denkerische Vorstellen. Dadurch aber sind im Weltenzusammenhange gewissermaßen auch diejenigen Wesen abgesetzt, mit denen sich der Mensch verbunden denken mußte für sein bildhaftes Vorstellen in jener alten Vorzeit, von der ich gesprochen habe. Aber diese Wesenheiten müssen wir uns doch etwas anders vorstellen, als wir gewohnt sind, uns außermenschliche Wesenheiten vorzustellen. Da werden ja die Menschen, sobald sie überhaupt anfangen, noch aus gutem Willen ein Übersinnliches zuzugeben, vielleicht zu sehr anthropomorphisierend. Der Anthropomorphismus ergreift dann das Menschenwesen, wenn die Menschen sich alles, was über ihrer Sphäre liegt, in ihrem Sinn vorstellen. Dann ist es leicht, Feuerbach und Büchner Anthropomorphismus vorzuwerfen. Wir haben ja wahrhaftig vieles von dieser Art erlebt. Wir haben erlebt, daß sich im Abendlande die juristische Denkweise ausgebildet hat, nach der irdische Vergehen und Verbrechen von irdischen Richtern beurteilt und mit Strafen belegt werden und so weiter. Es ist nach und nach das überirdische, im Sinne eines unvollkommenen Christentums gedachte Belohnen und Bestrafen der Sünde, gar sehr nach dem Muster eines irdischen Gerichtshofes gedacht worden. Wir haben in unseren religiösen Vorstellungen des Abendlandes viel menschliche Juristerei drinnen. Wir lassen die Götter solche Strafen vollziehen, wie wir sie von irdischen Gerichtshöfen gewohnt sind. Aber wir müssen uns entschließen, wenn wir wirklich über das Menschliche hinauskommen wollen, nicht bloß anthropomorphistisch vorzustellen, sondern, was ja gerade im Menschenleben das Wesentliche ist, tatsächlich dann auch wirklich über das Anthropomorphistische hinauszudenken. So etwas müssen wir schon anwenden, wenn wir uns klarwerden wollen, daß diejenigen Wesenheiten, die in der alten Mondenzeit auf das menschliche Bilddenken Einfluß gewonnen haben, im normalen Fortgang der Menschheitsentwickelung abgesetzt worden sind, aber das nicht guten Willens hinnehmen. Man könnte ja sagen: Warum fügen sie sich nicht dem Willen der normal führenden Götter? — Sie tun es nicht — das muß man als Tatsache hinnehmen. Sie waren eigentlich bestimmt, im Menschenzusammenhang nur einen Einfluß zu haben auf das Träumen und auf alles dasjenige, was mit dem Traum verwandt ist. Wir nennen diese Wesenheiten in unserem Zusammenhang luziferische Wesenheiten. Ihr Gebiet wäre erstens alles dasjenige, was Traum ist, und zweitens das, was mit dem Traum verwandt ist. Aber sie begnügen sich nicht damit. Sie treiben ihr Wesen in dasjenige hinein, was sich aus ihrem Gebiet herausentwickelt hat: in das an das Mineralische gebundene menschliche Denken. Und in demselben Maße, in dem wir Eingang gewähren in unserem Denken alledem, was sonst nur unseren Traum, unser Phantasieren beherrschen sollte, in dem Maße verfallen wir in unserem Denken dem luziferischen Wesen, dem Einfluß derjenigen Wesenheiten, die nur während der Menschenvorfahrenzeit einwirken sollten in das alte bildhafte menschliche Denken, die aber zurückgehalten haben ihre Macht und die jetzt, während sie nur sich beschränken sollten auf unser Träumen, unser Phantasieren, unser Kunstschaffen, fortwährend Einfluß suchen auf unsere Gedanken, und diese Gedanken abhängig machen von ähnlichen Impulsen, wie sie vorhanden waren in der menschlichen Vorzeit. Es fließt vieles noch ein in unser Denken, das von dieser Seite herkommt, von dieser luziferischen Seite.

[ 8 ] Daß der Mensch heute intellektualistisch denkt, das beruht darauf, daß er einen mineralischen Körper als Einschluß bekommen hat. Wir brauchen als Mensch diesen mineralischen Körper zu nichts notwendiger als zu unserem Denken. Aber gerade durch die Aufgabe des Mineralreiches im Irdischen hat sich das alte bildhafte Denken, das sich nicht durch das Mineralreich, sondern durch das Reich, das man das dritte Elementarreich nennt, ausgebildet hatte, umgewandelt. Dadurch hat sich umgewandelt dieses vorirdische Vorstellen in das irdische, denkerische Vorstellen. Dadurch aber sind im Weltenzusammenhange gewissermaßen auch diejenigen Wesen abgesetzt, mit denen sich der Mensch verbunden denken mußte für sein bildhaftes Vorstellen in jener alten Vorzeit, von der ich gesprochen habe. Aber diese Wesenheiten müssen wir uns doch etwas anders vorstellen, als wir gewohnt sind, uns außermenschliche Wesenheiten vorzustellen. Da werden ja die Menschen, sobald sie überhaupt anfangen, noch aus gutem Willen ein Übersinnliches zuzugeben, vielleicht zu sehr anthropomorphisierend. Der Anthropomorphismus ergreift dann das Menschenwesen, wenn die Menschen sich alles, was über ihrer Sphäre liegt, in ihrem Sinn vorstellen. Dann ist es leicht, Feuerbach und Büchner Anthropomorphismus vorzuwerfen. Wir haben ja wahrhaftig vieles von dieser Art erlebt. Wir haben erlebt, daß sich im Abendlande die juristische Denkweise ausgebildet hat, nach der irdische Vergehen und Verbrechen von irdischen Richtern beurteilt und mit Strafen belegt werden und so weiter. Es ist nach und nach das überirdische, im Sinne eines unvollkommenen Christentums gedachte Belohnen und Bestrafen der Sünde, gar sehr nach dem Muster eines irdischen Gerichtshofes gedacht worden. Wir haben in unseren religiösen Vorstellungen des Abendlandes viel menschliche Juristerei drinnen. Wir lassen die Götter solche Strafen vollziehen, wie wir sie von irdischen Gerichtshöfen gewohnt sind. Aber wir müssen uns entschließen, wenn wir wirklich über das Menschliche hinauskommen wollen, nicht bloß anthropomorphistisch vorzustellen, sondern, was ja gerade im Menschenleben das Wesentliche ist, tatsächlich dann auch wirklich über das Anthropomorphistische hinauszudenken. So etwas müssen wir schon anwenden, wenn wir uns klarwerden wollen, daß diejenigen Wesenheiten, die in der alten Mondenzeit auf das menschliche Bilddenken Einfluß gewonnen haben, im normalen Fortgang der Menschheitsentwickelung abgesetzt worden sind, aber das nicht guten Willens hinnehmen. Man könnte ja sagen: Warum fügen sie sich nicht dem Willen der normal führenden Götter? — Sie tun es nicht — das muß man als Tatsache hinnehmen. Sie waren eigentlich bestimmt, im Menschenzusammenhang nur einen Einfluß zu haben auf das Träumen und auf alles dasjenige, was mit dem Traum verwandt ist. Wir nennen diese Wesenheiten in unserem Zusammenhang luziferische Wesenheiten. Ihr Gebiet wäre erstens alles dasjenige, was Traum ist, und zweitens das, was mit dem Traum verwandt ist. Aber sie begnügen sich nicht damit. Sie treiben ihr Wesen in dasjenige hinein, was sich aus ihrem Gebiet herausentwickelt hat: in das an das Mineralische gebundene menschliche Denken. Und in demselben Maße, in dem wir Eingang gewähren in unserem Denken alledem, was sonst nur unseren Traum, unser Phantasieren beherrschen sollte, in dem Maße verfallen wir in unserem Denken dem luziferischen Wesen, dem Einfluß derjenigen Wesenheiten, die nur während der Menschenvorfahrenzeit einwirken sollten in das alte bildhafte menschliche Denken, die aber zurückgehalten haben ihre Macht und die jetzt, während sie nur sich beschränken sollten auf unser Träumen, unser Phantasieren, unser Kunstschaffen, fortwährend Einfluß suchen auf unsere Gedanken, und diese Gedanken abhängig machen von ähnlichen Impulsen, wie sie vorhanden waren in der menschlichen Vorzeit. Es fließt vieles noch ein in unser Denken, das von dieser Seite herkommt, von dieser luziferischen Seite.

[ 9 ] Daher ist gerade gegenüber der Menschheitsentwickelung die ernste Frage berechtigt: Aus welchen Kräften kommen denn diese Einflüsse in unser Denken? — Ja, sie kommen aus dem Gebiete her, in dem wir Menschen heute noch mit Recht träumen und mit Recht schlafen vor allen Dingen; sie kommen aus dem Gebiet des Fühlens, des Empfindens, aus dem Gebiet der Emotionen. Wir erleben ja unsere Gefühle nur so, wie wir sonst die Träume erleben, und wir erleben unseren Willen, wie wir sonst das Schlafen erleben. Da sind wir mit Recht noch eingesponnen in die Welt, die in dem Augenblick, wo sie für unser Denken sich entwickelt, die luziferische Welt ist. Daher kommen wir mit unserer menschlichen Entwickelung nicht zurecht, wenn wir nicht uns anhalten dazu, auch solche Gedanken zu entwickeln, welche unabhängig und immer unabhängiger werden von unseren bloßen Gefühlen, unseren bloßen Emotionen, von dem, was gewissermaßen innerlich aufsteigt aus dem traumhaften inneren Erleben auch des wachen Tageslebens. Das kann man nicht durch theoretische Grundsätze und Prinzipien erreichen, sondern nur durch das Leben selbst. Aber da sieht man, wie die Seelengewohnheiten der gegenwärtigen Menschheit einer auf diesem Gebiet notwendigen Seelenkultur gerade recht widerstreben, so daß man hier auf dieses Widerstreben sehr aufmerksam sein muß. Wir erleben es gerade in unserer Zeit, daß die Menschen sich nicht gewöhnen wollen, hinzuhören auf dasjenige, was nicht aus ihren inneren Vorurteilen, aus ihrem Vorempfinden, ihrer inneren Vorliebe herauskommt, sondern was gewissermaßen unabhängig vom Menschen entschieden wird, so daß sich der Mensch ihm nur zu fügen hat. Ein _ kleines Beispiel möchte ich anführen, durch das ich einmal jemandem klarzumachen versuchte, wie in bezug auf das, was der Mensch denkt, ein wichtiger Unterschied waltet.

[ 9 ] Daher ist gerade gegenüber der Menschheitsentwickelung die ernste Frage berechtigt: Aus welchen Kräften kommen denn diese Einflüsse in unser Denken? — Ja, sie kommen aus dem Gebiete her, in dem wir Menschen heute noch mit Recht träumen und mit Recht schlafen vor allen Dingen; sie kommen aus dem Gebiet des Fühlens, des Empfindens, aus dem Gebiet der Emotionen. Wir erleben ja unsere Gefühle nur so, wie wir sonst die Träume erleben, und wir erleben unseren Willen, wie wir sonst das Schlafen erleben. Da sind wir mit Recht noch eingesponnen in die Welt, die in dem Augenblick, wo sie für unser Denken sich entwickelt, die luziferische Welt ist. Daher kommen wir mit unserer menschlichen Entwickelung nicht zurecht, wenn wir nicht uns anhalten dazu, auch solche Gedanken zu entwickeln, welche unabhängig und immer unabhängiger werden von unseren bloßen Gefühlen, unseren bloßen Emotionen, von dem, was gewissermaßen innerlich aufsteigt aus dem traumhaften inneren Erleben auch des wachen Tageslebens. Das kann man nicht durch theoretische Grundsätze und Prinzipien erreichen, sondern nur durch das Leben selbst. Aber da sieht man, wie die Seelengewohnheiten der gegenwärtigen Menschheit einer auf diesem Gebiet notwendigen Seelenkultur gerade recht widerstreben, so daß man hier auf dieses Widerstreben sehr aufmerksam sein muß. Wir erleben es gerade in unserer Zeit, daß die Menschen sich nicht gewöhnen wollen, hinzuhören auf dasjenige, was nicht aus ihren inneren Vorurteilen, aus ihrem Vorempfinden, ihrer inneren Vorliebe herauskommt, sondern was gewissermaßen unabhängig vom Menschen entschieden wird, so daß sich der Mensch ihm nur zu fügen hat. Ein _ kleines Beispiel möchte ich anführen, durch das ich einmal jemandem klarzumachen versuchte, wie in bezug auf das, was der Mensch denkt, ein wichtiger Unterschied waltet.

[ 10 ] Ich habe einmal vor vielen Jahren in einer süddeutschen Stadt, die heute keine süddeutsche Stadt mehr ist, einen Vortrag gehalten über die Weisheitslehren des Christentums. Sie wissen, daß jeder Vortrag sein begrenztes Thema haben muß und man im Sinne dieses Themas zu reden hat. So macht, wenn jemand nur einen einzigen Vortrag hört, ein solch einziger Vortrag, gerade wenn er sachlich gehalten ist, manchmal auf den einen diesen, auf den andern jenen Eindruck. Jedenfalls kann niemand eigentlich aus einem einzigen Vortrag irgend etwas entnehmen über die ganze Weltanschauung, aus der dieser Vortrag hervorgeht. Denn selbstverständlich wird man nicht, wenn man zum Beispiel über die Weisheitslehren des Christentums zu sprechen hat, aus dem Inhalt des Vortrages schließen können, wie der Mensch, der den Vortrag hält, nun denkt über, sagen wir, die Beziehungen des Lichtes zur Elektrizität, so daß also auch der Fall eintreten könnte, der damals eingetreten ist. Ich habe also über die Weisheitslehren des Christentums gesprochen, und zwei katholische Pfarrer waren dort. Die kamen nachher zu mir und sagten: Es ist eigentlich nichts einzuwenden gegen das, was Sie heute gesagt haben — es ist aber jetzt schon viele Jahre her —, aber wir müssen doch sagen, wenn wir auch dasselbe sagen, so sagen wir es doch auf die Art, daß es jeder verstehen kann. Sie sagen es auf die Art, daß es nur für vorbereitete Menschen gelten kann. — Ich sagte dazumal: Ja, Hochwürden, die Sache ist doch so: Ob Sie oder ich aus innerlichem Gefühl heraus empfinden, daß wir für alle Menschen reden, darauf kommt es nicht an, denn das entspringt aus einem subjektiven Gefühl. Es ist doch ganz natürlich: Wenn wir bloß nach unserem Gefühl uns richten, so muß ich ja auch denken, ich rede für alle Menschen, gerade wie Sie es denken; das ist ja selbstverständlich, sonst würden wir es ja anders machen. Aber wir leben heute in einer Zeit, wo es auf das, was wir glauben, daß es berechtigt sei, nicht ankommt. Wir müssen uns erziehen an der Sprache der Tatsachen. Wir müssen lernen, die Tatsachen zu befragen. Also nach Ihrem subjektiven Gefühl denken Sie, Sie reden für alle Leute. Aber ich frage Sie jetzt nach einer Tatsache: Gehen heute noch alle Leute zu Ihnen in die Kirche? Daran würde sich dann zeigen, ob Sie für alle Leute reden. Nun, sehen Sie, für diejenigen, die nicht in die Kirche gehen, wenn Sie reden, für die rede ich! Für diejenigen, die auch ein Recht haben, über die Weisheitslehren des Christentums etwas zu hören, für die rede eben ich. — Das ist Gefolgschaft leisten der Sprache der Tatsachen.

[ 10 ] Ich habe einmal vor vielen Jahren in einer süddeutschen Stadt, die heute keine süddeutsche Stadt mehr ist, einen Vortrag gehalten über die Weisheitslehren des Christentums. Sie wissen, daß jeder Vortrag sein begrenztes Thema haben muß und man im Sinne dieses Themas zu reden hat. So macht, wenn jemand nur einen einzigen Vortrag hört, ein solch einziger Vortrag, gerade wenn er sachlich gehalten ist, manchmal auf den einen diesen, auf den andern jenen Eindruck. Jedenfalls kann niemand eigentlich aus einem einzigen Vortrag irgend etwas entnehmen über die ganze Weltanschauung, aus der dieser Vortrag hervorgeht. Denn selbstverständlich wird man nicht, wenn man zum Beispiel über die Weisheitslehren des Christentums zu sprechen hat, aus dem Inhalt des Vortrages schließen können, wie der Mensch, der den Vortrag hält, nun denkt über, sagen wir, die Beziehungen des Lichtes zur Elektrizität, so daß also auch der Fall eintreten könnte, der damals eingetreten ist. Ich habe also über die Weisheitslehren des Christentums gesprochen, und zwei katholische Pfarrer waren dort. Die kamen nachher zu mir und sagten: Es ist eigentlich nichts einzuwenden gegen das, was Sie heute gesagt haben — es ist aber jetzt schon viele Jahre her —, aber wir müssen doch sagen, wenn wir auch dasselbe sagen, so sagen wir es doch auf die Art, daß es jeder verstehen kann. Sie sagen es auf die Art, daß es nur für vorbereitete Menschen gelten kann. — Ich sagte dazumal: Ja, Hochwürden, die Sache ist doch so: Ob Sie oder ich aus innerlichem Gefühl heraus empfinden, daß wir für alle Menschen reden, darauf kommt es nicht an, denn das entspringt aus einem subjektiven Gefühl. Es ist doch ganz natürlich: Wenn wir bloß nach unserem Gefühl uns richten, so muß ich ja auch denken, ich rede für alle Menschen, gerade wie Sie es denken; das ist ja selbstverständlich, sonst würden wir es ja anders machen. Aber wir leben heute in einer Zeit, wo es auf das, was wir glauben, daß es berechtigt sei, nicht ankommt. Wir müssen uns erziehen an der Sprache der Tatsachen. Wir müssen lernen, die Tatsachen zu befragen. Also nach Ihrem subjektiven Gefühl denken Sie, Sie reden für alle Leute. Aber ich frage Sie jetzt nach einer Tatsache: Gehen heute noch alle Leute zu Ihnen in die Kirche? Daran würde sich dann zeigen, ob Sie für alle Leute reden. Nun, sehen Sie, für diejenigen, die nicht in die Kirche gehen, wenn Sie reden, für die rede ich! Für diejenigen, die auch ein Recht haben, über die Weisheitslehren des Christentums etwas zu hören, für die rede eben ich. — Das ist Gefolgschaft leisten der Sprache der Tatsachen.

[ 11 ] Es ist notwendig, daß wir uns losreißen von den subjektiven Gefühlen, denn wenn wir das nicht tun, dann kommt gerade das Luziferische in unser Denken herein. Wir würden den ganzen furchtbaren Feldzug der Unwahrhaftigkeit, der in den letzten fünf Jahren durch die Welt gegangen ist, als äußerste Konsequenz von etwas, was sich lange vorbereitet hat, nicht haben erleben können, wenn die Menschen gelernt hätten, in einem nötigen Ausmaß sich nach der Sprache der 'Tatsachen zu richten, und nicht nach der Sprache der Emotionen, wobei die Nationalisten die furchtbarsten Anreger von solchen Emotionen sind.

[ 11 ] Es ist notwendig, daß wir uns losreißen von den subjektiven Gefühlen, denn wenn wir das nicht tun, dann kommt gerade das Luziferische in unser Denken herein. Wir würden den ganzen furchtbaren Feldzug der Unwahrhaftigkeit, der in den letzten fünf Jahren durch die Welt gegangen ist, als äußerste Konsequenz von etwas, was sich lange vorbereitet hat, nicht haben erleben können, wenn die Menschen gelernt hätten, in einem nötigen Ausmaß sich nach der Sprache der 'Tatsachen zu richten, und nicht nach der Sprache der Emotionen, wobei die Nationalisten die furchtbarsten Anreger von solchen Emotionen sind.

[ 12 ] Auf der einen Seite steht heute die unbedingte Notwendigkeit, daß wir uns in unserem Denken erziehen so, daß wir uns fügen auch dem, was nicht in uns selber liegt. Und auf der andern Seite liegt die Abneigung der Menschen vor dieser Wahrhaftigkeit, die an den Tatsachen ihre Richtschnur sucht.

[ 12 ] Auf der einen Seite steht heute die unbedingte Notwendigkeit, daß wir uns in unserem Denken erziehen so, daß wir uns fügen auch dem, was nicht in uns selber liegt. Und auf der andern Seite liegt die Abneigung der Menschen vor dieser Wahrhaftigkeit, die an den Tatsachen ihre Richtschnur sucht.

[ 13 ] Nur derjenige kann in die höheren Welten mit ihren Erkenntnissen aufsteigen, der sich streng erzieht an der äußeren Tatsachenwelt. Wer ein bißchen sich gewöhnt hat, die Darstellung nach den Tatsachen lieb zu gewinnen, der leidet oftmals furchtbare Qualen, wenn ihm die Menschen der Gegenwart etwas mitteilen wollen. Denn er hört sehr häufig Dinge von der Art, daß jemand ihm sagt: Es hat einer etwas gesagt, das war furchtbar, das war entsetzlich! — Ja, wie war es denn eigentlich? Daß es so entsetzlich war, zeigt mir ja nur an, wie Sie es empfunden haben. Ich möchte aber gern hören, was es denn eigentlich war. — Ja, es war eben etwas Schreckliches, das da gekommen ist... — Und so verstehen einen die Leute gar nicht, wenn sie immerfort subjektiv schildern ihre Empfindungen über eine Sache, während man doch eine objektive Darstellung desjenigen hören möchte, was sie äußerlich gesehen haben. Insbesondere, wenn einem die Leute etwas mitteilen, was ihnen jemand gesagt hat, dann kann man heute meistens nicht unterscheiden, ob es sich um etwas handelt, was sie einfach weitersagen, oder ob sie geprüft haben, was sie einem mitteilen. Auf diesem Gebiet muß schon immer wiederum darauf hingewiesen werden, daß man Wahrhaftigkeit im Übersinnlichen für die Erkenntnis nur erzielen kann, wenn man sich erzieht, hier in der gewöhnlichen Sinneswelt möglichst nur dasjenige darzustellen, was unmittelbare Tatsache ist. Und nur auf diesem Wege, indem er sich zur Tatsachenanschauung erzieht, kann der Mensch die luziferischen Einflüsse überwinden, die in sein Denken hereinfließen.

[ 13 ] Nur derjenige kann in die höheren Welten mit ihren Erkenntnissen aufsteigen, der sich streng erzieht an der äußeren Tatsachenwelt. Wer ein bißchen sich gewöhnt hat, die Darstellung nach den Tatsachen lieb zu gewinnen, der leidet oftmals furchtbare Qualen, wenn ihm die Menschen der Gegenwart etwas mitteilen wollen. Denn er hört sehr häufig Dinge von der Art, daß jemand ihm sagt: Es hat einer etwas gesagt, das war furchtbar, das war entsetzlich! — Ja, wie war es denn eigentlich? Daß es so entsetzlich war, zeigt mir ja nur an, wie Sie es empfunden haben. Ich möchte aber gern hören, was es denn eigentlich war. — Ja, es war eben etwas Schreckliches, das da gekommen ist... — Und so verstehen einen die Leute gar nicht, wenn sie immerfort subjektiv schildern ihre Empfindungen über eine Sache, während man doch eine objektive Darstellung desjenigen hören möchte, was sie äußerlich gesehen haben. Insbesondere, wenn einem die Leute etwas mitteilen, was ihnen jemand gesagt hat, dann kann man heute meistens nicht unterscheiden, ob es sich um etwas handelt, was sie einfach weitersagen, oder ob sie geprüft haben, was sie einem mitteilen. Auf diesem Gebiet muß schon immer wiederum darauf hingewiesen werden, daß man Wahrhaftigkeit im Übersinnlichen für die Erkenntnis nur erzielen kann, wenn man sich erzieht, hier in der gewöhnlichen Sinneswelt möglichst nur dasjenige darzustellen, was unmittelbare Tatsache ist. Und nur auf diesem Wege, indem er sich zur Tatsachenanschauung erzieht, kann der Mensch die luziferischen Einflüsse überwinden, die in sein Denken hereinfließen.

[ 14 ] Diese luziferischen Einflüsse sind dasjenige, dem die Menschheit der Gegenwart auf der einen Seite ausgesetzt ist. Auf der andern Seite sind die ahrimanischen Einflüsse. Wir haben ja sagen müssen: Dieses Erdendenken hat sich eigentlich aus früheren Stadien des menschlichen Seelenlebens nur herausentwickelt dadurch, daß der Mensch gewissermaßen sich vollgesogen hat mit einem mineralischen Körper. Dieser mineralische Körper ist schon das Organ des Erdendenkens. Aber dadurch ist er vornehmlich in das Gebiet derjenigen Wesen geraten, die man die ahrimanischen nennt.

[ 14 ] Diese luziferischen Einflüsse sind dasjenige, dem die Menschheit der Gegenwart auf der einen Seite ausgesetzt ist. Auf der andern Seite sind die ahrimanischen Einflüsse. Wir haben ja sagen müssen: Dieses Erdendenken hat sich eigentlich aus früheren Stadien des menschlichen Seelenlebens nur herausentwickelt dadurch, daß der Mensch gewissermaßen sich vollgesogen hat mit einem mineralischen Körper. Dieser mineralische Körper ist schon das Organ des Erdendenkens. Aber dadurch ist er vornehmlich in das Gebiet derjenigen Wesen geraten, die man die ahrimanischen nennt.

[ 15 ] Der Mensch kann ja allerdings sich bewußt werden, daß er sich zu erziehen hat an jener 'Tatsachenwelt, die ihm abgewöhnt, sich bloß nach seinen subjektiven Emotionen zu richten. Aber er sollte nicht verfallen demjenigen Denken, das nun weiter nichts ist als eine innere menschliche Tätigkeit, wie sie nun wiederum aus dem mineralischen Leibe hervorgeht. Auf diesem Gebiete liegt eine für viele Menschen höchst unangenehme Wahrheit.

[ 15 ] Der Mensch kann ja allerdings sich bewußt werden, daß er sich zu erziehen hat an jener 'Tatsachenwelt, die ihm abgewöhnt, sich bloß nach seinen subjektiven Emotionen zu richten. Aber er sollte nicht verfallen demjenigen Denken, das nun weiter nichts ist als eine innere menschliche Tätigkeit, wie sie nun wiederum aus dem mineralischen Leibe hervorgeht. Auf diesem Gebiete liegt eine für viele Menschen höchst unangenehme Wahrheit.

[ 16 ] Nicht wahr, die einen sind Idealisten oder Spiritualisten, die andern sind Materialisten. In der Welt wird viel gestritten darüber, ob nun der Spiritualismus oder der Materialismus das richtige ist. All dieses Streiten hat für gewisse Gebiete der menschlichen Organisation gar nicht den geringsten Wert. Denn der Mensch kann in der Tat zweierlei entfalten. Er kann seinen mineralischen Körper, mit dem er sich vollgesogen hat, als das Instrument benutzen zu seinem Denken, wie er es muß als Erdenmensch, sonst würde er ja nur träumen. Aber er kann sich dann dazu erheben, mit seinen Gedanken über das Instrument wieder hinauszukommen, er kann sich zu einer geistigen Auffassung, zu einer Geistesschau erheben. Tut er das letztere, so hat er zwar mit der materiellen Organisation gedacht, aber er hat sie benutzt, um zu einer weiteren Entwickelungsstufe der Menschheit zu kommen, indem er mit dem Resultat hinaufgeht in die geistige Welt. Er kann aber auch dabei stehenbleiben als Erdenmensch, seinen mineralischen Körper denken zu lassen; denn der kann denken! Das ist gerade das Gefährliche, daß der Materialismus nicht unrecht hat, gerade gegenüber dem Denken nicht. Dieser mineralische Körper ist nicht eine bloße Photographie. Er ist etwas, was für sich denken kann, nur bleibt er mit seinem Denken im Bereich des irdischen Lebens. Der Mensch muß das, was er mit seinem mineralischen Körper erlebt, erst erheben in die Reiche des Übersinnlichen.

[ 16 ] Nicht wahr, die einen sind Idealisten oder Spiritualisten, die andern sind Materialisten. In der Welt wird viel gestritten darüber, ob nun der Spiritualismus oder der Materialismus das richtige ist. All dieses Streiten hat für gewisse Gebiete der menschlichen Organisation gar nicht den geringsten Wert. Denn der Mensch kann in der Tat zweierlei entfalten. Er kann seinen mineralischen Körper, mit dem er sich vollgesogen hat, als das Instrument benutzen zu seinem Denken, wie er es muß als Erdenmensch, sonst würde er ja nur träumen. Aber er kann sich dann dazu erheben, mit seinen Gedanken über das Instrument wieder hinauszukommen, er kann sich zu einer geistigen Auffassung, zu einer Geistesschau erheben. Tut er das letztere, so hat er zwar mit der materiellen Organisation gedacht, aber er hat sie benutzt, um zu einer weiteren Entwickelungsstufe der Menschheit zu kommen, indem er mit dem Resultat hinaufgeht in die geistige Welt. Er kann aber auch dabei stehenbleiben als Erdenmensch, seinen mineralischen Körper denken zu lassen; denn der kann denken! Das ist gerade das Gefährliche, daß der Materialismus nicht unrecht hat, gerade gegenüber dem Denken nicht. Dieser mineralische Körper ist nicht eine bloße Photographie. Er ist etwas, was für sich denken kann, nur bleibt er mit seinem Denken im Bereich des irdischen Lebens. Der Mensch muß das, was er mit seinem mineralischen Körper erlebt, erst erheben in die Reiche des Übersinnlichen.

[ 17 ] So daß man sagen kann: Gewiß, es könnte richtig sein, daß dasjenige, was menschliche Gedanken sind, nur eine Ausschwitzung der menschlichen mineralischen Organisation ist. Das könnte richtig sein, nur muß es der Mensch erst richtig machen. Der Mensch kann aus seiner eigenen Freiheit heraus auf der Erde sich so entwickeln, daß er nur das Produkt der Materie ist. Die Tiere können das nicht; sie kommen nicht so weit, daß sie durch mineralischen Einschluß das Denken entwickeln. Dem Tier steht es nicht frei, die materialistische Anschauung zu bewahrheiten. Dem Menschen steht es frei, die materialistische Ansicht zu bewahrheiten; er braucht nur aus materialistischer Gesinnung heraus zu wollen.

[ 17 ] So daß man sagen kann: Gewiß, es könnte richtig sein, daß dasjenige, was menschliche Gedanken sind, nur eine Ausschwitzung der menschlichen mineralischen Organisation ist. Das könnte richtig sein, nur muß es der Mensch erst richtig machen. Der Mensch kann aus seiner eigenen Freiheit heraus auf der Erde sich so entwickeln, daß er nur das Produkt der Materie ist. Die Tiere können das nicht; sie kommen nicht so weit, daß sie durch mineralischen Einschluß das Denken entwickeln. Dem Tier steht es nicht frei, die materialistische Anschauung zu bewahrheiten. Dem Menschen steht es frei, die materialistische Ansicht zu bewahrheiten; er braucht nur aus materialistischer Gesinnung heraus zu wollen.

[ 18 ] Es ist so mit der menschlichen Freiheit beschaffen, daß es sogar dem Menschen frei steht, den Materialismus zu verwirklichen für das Menschenreich, das heißt, diesen Erdenmenschen so zu gestalten, daß er in der Materie aufgeht. Es ist daher im Grunde genommen eine Sache des Beliebens, Materialist zu sein. Wenn man stark genug ist, das auch zu verwirklichen, was man dem Menschen vorsagt als materialistische Gesinnung, dann wird diese Gesinnung durch die Menschen erst wahr.

[ 18 ] Es ist so mit der menschlichen Freiheit beschaffen, daß es sogar dem Menschen frei steht, den Materialismus zu verwirklichen für das Menschenreich, das heißt, diesen Erdenmenschen so zu gestalten, daß er in der Materie aufgeht. Es ist daher im Grunde genommen eine Sache des Beliebens, Materialist zu sein. Wenn man stark genug ist, das auch zu verwirklichen, was man dem Menschen vorsagt als materialistische Gesinnung, dann wird diese Gesinnung durch die Menschen erst wahr.

[ 19 ] Was in dieser Form auf den Menschen wirkt, das kommt durch die ahrimanischen Wesen. Die wollen alles dasjenige, was Erdenentwickelung ist, auf der Stufe erhalten, die erst durch die Erdenentwickelung an den Menschen herangekommen ist: bei der mineralischen Organisation. Sie wollen den Menschen vollkommen machen, aber nur als mineralische Organisation, während die luziferischen Wesen den Menschen, auch nachdem er die mineralische Organisation in sein Wesen hereinbekommen hat, doch auf der früheren Stufe, die angemessen war dem Zustand, bevor er die mineralische Organisation bekommen hat, erhalten wollen. Das ist dieses An-zwei-Strängen-Ziehen des luziferischen und des ahrimanischen Wesens. Die luziferischen Wesen möchten den Menschen so entwickeln, daß er zuletzt seinen mineralischen Körper abwirft und eine Entwickelung durchmacht, für die das Irdische uneigentlich bleibt, für die das Irdische gewissermaßen nur eine episodische Erfahrung war. Die luziferischen Wesen haben die Absicht, das Irdische allmählich auszustreichen aus der ganzen Entwickelung der Menschheit. Die ahrimanischen Wesen haben die Absicht, dieses irdische, mineralische Wesen des Menschen so recht zu ergreifen, es dann herauszureißen aus der fortgehenden Entwickelung und es isoliert für sich hinzustellen. Auf diese Weise ziehen die luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten an verschiedenen Strängen.

[ 19 ] Was in dieser Form auf den Menschen wirkt, das kommt durch die ahrimanischen Wesen. Die wollen alles dasjenige, was Erdenentwickelung ist, auf der Stufe erhalten, die erst durch die Erdenentwickelung an den Menschen herangekommen ist: bei der mineralischen Organisation. Sie wollen den Menschen vollkommen machen, aber nur als mineralische Organisation, während die luziferischen Wesen den Menschen, auch nachdem er die mineralische Organisation in sein Wesen hereinbekommen hat, doch auf der früheren Stufe, die angemessen war dem Zustand, bevor er die mineralische Organisation bekommen hat, erhalten wollen. Das ist dieses An-zwei-Strängen-Ziehen des luziferischen und des ahrimanischen Wesens. Die luziferischen Wesen möchten den Menschen so entwickeln, daß er zuletzt seinen mineralischen Körper abwirft und eine Entwickelung durchmacht, für die das Irdische uneigentlich bleibt, für die das Irdische gewissermaßen nur eine episodische Erfahrung war. Die luziferischen Wesen haben die Absicht, das Irdische allmählich auszustreichen aus der ganzen Entwickelung der Menschheit. Die ahrimanischen Wesen haben die Absicht, dieses irdische, mineralische Wesen des Menschen so recht zu ergreifen, es dann herauszureißen aus der fortgehenden Entwickelung und es isoliert für sich hinzustellen. Auf diese Weise ziehen die luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten an verschiedenen Strängen.

[ 20 ] Aber es kommt nun sehr darauf an, daß wir das, was wir so im Großen charakterisieren können, anwenden lernen auf das alleralltäglichste Leben, daß wir wirklich, geradeso wie wir ein halbkreisförmig gebogenes Eisen nicht als ein gewöhnliches Hufeisen ansehen, wenn es doch ein Magnet ist, daß wir das menschliche Leben nicht so ansehen, als ob es nur nach seiner Außenseite zu charakterisieren wäre. Derjenige, der Pferdehufe beschlägt mit Magneten, der berücksichtigt nicht, daß im Magneten etwas anderes lebt als im Hufeisen. Derjenige, der das Menschenleben so charakterisiert, wie es heute oftmals geschieht, der handelt aber ganz genau so wie der, der sein Pferd beschlägt mit Magneten anstatt mit Hufeisen. Man geniert sich nicht, von positiver und negativer Elektrizität zu sprechen, wenn man vom Unorganischen spricht, oder von positivem und negativem Magnetismus, aber man geniert sich, vom Luziferischen und Ahrimanischen zu sprechen für das Menschenleben, trotzdem dieses im Menschenleben auf einer höheren Stufe ebenso wirksame Kräfte sind wie positiver und negativer Magnetismus auf dem Gebiete des Leblosen. Nur sind positiver und negativer Magnetismus einfachere Begriffe. Man braucht sich nicht so viel Mühe zu geben, zu ihnen aufzurücken, wie man braucht, wenn man aufrücken will zum Luziferischen und Ahrimanischen. Daher wird man auch nur zurechtkommen in bezug auf dasjenige, was sich heute als Phrase geltend macht und aus der Phrase heraus zur Lüge wird, wenn man weiß: Da wirkt das luziferische Wesen. — Und man wird nur zurechtkommen mit alledem, was als materialistische Gesinnung da und dort auftritt, wenn man weiß: Da wirkt das ahrimanische Wesen. — Denn mit der bloß äußeren Charakteristik wird man für das Verständnis des Menschenlebens in der Zukunft nichts mehr gewinnen können; man wird nur herumreden und die größten Torheiten begehen, wenn man sie dann auf die Wirklichkeit anwenden will; aber man wird das menschliche Leben nicht so verstehen, daß man auch für menschliche Einrichtungen, für menschliche Institutionen aus seinen Erkenntnissen heraus soziale Impulse gewinnen kann. Das ist etwas, was innig zusammenhängt mit dem ganzen Ernste, der einen überkommen muß, wenn man alles dasjenige ansieht, was heute in der Entwickelungstendenz der Menschheit liegt. Wir können heute nicht zu einem Verständnis des Lebens, in dem wir drinnenstehen, kommen, wenn wir nicht den Blick aufwärts werfen vom Irdischen zum Außerirdischen. Da liegt etwas Eigentümliches vor.

[ 20 ] Aber es kommt nun sehr darauf an, daß wir das, was wir so im Großen charakterisieren können, anwenden lernen auf das alleralltäglichste Leben, daß wir wirklich, geradeso wie wir ein halbkreisförmig gebogenes Eisen nicht als ein gewöhnliches Hufeisen ansehen, wenn es doch ein Magnet ist, daß wir das menschliche Leben nicht so ansehen, als ob es nur nach seiner Außenseite zu charakterisieren wäre. Derjenige, der Pferdehufe beschlägt mit Magneten, der berücksichtigt nicht, daß im Magneten etwas anderes lebt als im Hufeisen. Derjenige, der das Menschenleben so charakterisiert, wie es heute oftmals geschieht, der handelt aber ganz genau so wie der, der sein Pferd beschlägt mit Magneten anstatt mit Hufeisen. Man geniert sich nicht, von positiver und negativer Elektrizität zu sprechen, wenn man vom Unorganischen spricht, oder von positivem und negativem Magnetismus, aber man geniert sich, vom Luziferischen und Ahrimanischen zu sprechen für das Menschenleben, trotzdem dieses im Menschenleben auf einer höheren Stufe ebenso wirksame Kräfte sind wie positiver und negativer Magnetismus auf dem Gebiete des Leblosen. Nur sind positiver und negativer Magnetismus einfachere Begriffe. Man braucht sich nicht so viel Mühe zu geben, zu ihnen aufzurücken, wie man braucht, wenn man aufrücken will zum Luziferischen und Ahrimanischen. Daher wird man auch nur zurechtkommen in bezug auf dasjenige, was sich heute als Phrase geltend macht und aus der Phrase heraus zur Lüge wird, wenn man weiß: Da wirkt das luziferische Wesen. — Und man wird nur zurechtkommen mit alledem, was als materialistische Gesinnung da und dort auftritt, wenn man weiß: Da wirkt das ahrimanische Wesen. — Denn mit der bloß äußeren Charakteristik wird man für das Verständnis des Menschenlebens in der Zukunft nichts mehr gewinnen können; man wird nur herumreden und die größten Torheiten begehen, wenn man sie dann auf die Wirklichkeit anwenden will; aber man wird das menschliche Leben nicht so verstehen, daß man auch für menschliche Einrichtungen, für menschliche Institutionen aus seinen Erkenntnissen heraus soziale Impulse gewinnen kann. Das ist etwas, was innig zusammenhängt mit dem ganzen Ernste, der einen überkommen muß, wenn man alles dasjenige ansieht, was heute in der Entwickelungstendenz der Menschheit liegt. Wir können heute nicht zu einem Verständnis des Lebens, in dem wir drinnenstehen, kommen, wenn wir nicht den Blick aufwärts werfen vom Irdischen zum Außerirdischen. Da liegt etwas Eigentümliches vor.

[ 21 ] Wenn wir zurückblicken in ältere, jetzt weniger alte als die früher charakterisierten Zeiten der Menschheitsentwickelung, so urteilen ja die heutigen Menschen zumeist nur nach äußeren geschichtlichen Dokumenten. Es gibt sogar Historiker mit ganz berühmten Namen, die sagen: Die Geschichte der Menschheit hat alles dasjenige zum Inhalt, was man aus dem Geschriebenen entnehmen kann. Wenn man die Geschichte von vornherein so wie Ranke definiert, so ist es ja selbstverständlich, daß man dann zu einer sonderbaren Geschichtsdarstellung kommt. Aber das Schreiben gehört ja selbst der Geschichte an, es entwickelte sich erst wiederum aus etwas anderem heraus, und man kann mit solchen Definitionen eigentlich in Wirklichkeit doch nichts anfangen. Aber geht man zurück nur bis in die chaldäisch-babylonische, in die ägyptische Zeit, so sieht man, daß innerhalb dieser Entwickelungsepoche der Menschheit die ganze Stellung des Menschen auch noch zum Kosmos eine andere war. Man versteht ja heute gar nicht, was eigentlich gemeint war, wenn der Mensch in dieser Zeit sein Leben anknüpfte an den Gang der Sterne, der Planeten, oder deren Verhältnis zu den Fixsternen, zum Tierkreis; das alles ist ja heute die leerste Abstraktion geworden. Glauben Sie denn, daß der Astrologe, der heute die alten astrologischen Werke durchstöbert — und es ist noch gut, wenn er sie durchsucht und keine neuen macht, denn die neuen sind schrecklich —, und da die Horoskope zusammenstellt, daß er in seiner Abstraktion, in seiner abstrakten Denkweise noch eine Ahnung hat von jenem lebendigen Zusammenhang, in dem sich noch der alte Ägypter und Chaldäer wußte als Mensch mit dem äußeren irdischen Gang, der Stellung der Sterne? Es ist ja alles anders geworden heute. Man muß sagen: Etwas Wichtiges in der Menschheitsentwickelung seit jenen Zeiten besteht gerade darin, daß dieses ganze Menschenbewußtsein eingeengt worden ist auf das Physische. Wieviel hat solch ein Ägypter von der Erde gewußt? Sie war für ihn ein Stück Land. Vom Himmel hat er mehr gewußt. Ins Senkrechte hinauf ging seine Erfahrung. Der Grieche hatte auch noch nicht eine horizontale Erkenntnis; ins Senkrechte ging auch noch seine Erfahrung. Diese senkrechte Erfahrung schränkte sich ein in dem Maße, als sich die horizontale ausdehnte, und das Maximum der Einschränkung der menschlichen Erkenntnis vom Himmel ist die Ausbreitung der menschlichen Erkenntnis von der Erde, als man lernte, die Erde zu umschiffen, um sich zu überzeugen: Wenn man nach Westen fährt, kommt man vom Osten wieder zurück. Aber dieses Verfinstern der menschlichen Erkenntnis in vertikaler Richtung mußte eintreten. Der Mensch mußte einmal abgeschnürt werden vom Weltenall, um in sich die Kraft zu suchen, die ihn allein zu seiner menschlichen Freiheit führen konnte. Denn aus dieser menschlichen Freiheit kann nun wiederum das Moralische hervorgehen.

[ 21 ] Wenn wir zurückblicken in ältere, jetzt weniger alte als die früher charakterisierten Zeiten der Menschheitsentwickelung, so urteilen ja die heutigen Menschen zumeist nur nach äußeren geschichtlichen Dokumenten. Es gibt sogar Historiker mit ganz berühmten Namen, die sagen: Die Geschichte der Menschheit hat alles dasjenige zum Inhalt, was man aus dem Geschriebenen entnehmen kann. Wenn man die Geschichte von vornherein so wie Ranke definiert, so ist es ja selbstverständlich, daß man dann zu einer sonderbaren Geschichtsdarstellung kommt. Aber das Schreiben gehört ja selbst der Geschichte an, es entwickelte sich erst wiederum aus etwas anderem heraus, und man kann mit solchen Definitionen eigentlich in Wirklichkeit doch nichts anfangen. Aber geht man zurück nur bis in die chaldäisch-babylonische, in die ägyptische Zeit, so sieht man, daß innerhalb dieser Entwickelungsepoche der Menschheit die ganze Stellung des Menschen auch noch zum Kosmos eine andere war. Man versteht ja heute gar nicht, was eigentlich gemeint war, wenn der Mensch in dieser Zeit sein Leben anknüpfte an den Gang der Sterne, der Planeten, oder deren Verhältnis zu den Fixsternen, zum Tierkreis; das alles ist ja heute die leerste Abstraktion geworden. Glauben Sie denn, daß der Astrologe, der heute die alten astrologischen Werke durchstöbert — und es ist noch gut, wenn er sie durchsucht und keine neuen macht, denn die neuen sind schrecklich —, und da die Horoskope zusammenstellt, daß er in seiner Abstraktion, in seiner abstrakten Denkweise noch eine Ahnung hat von jenem lebendigen Zusammenhang, in dem sich noch der alte Ägypter und Chaldäer wußte als Mensch mit dem äußeren irdischen Gang, der Stellung der Sterne? Es ist ja alles anders geworden heute. Man muß sagen: Etwas Wichtiges in der Menschheitsentwickelung seit jenen Zeiten besteht gerade darin, daß dieses ganze Menschenbewußtsein eingeengt worden ist auf das Physische. Wieviel hat solch ein Ägypter von der Erde gewußt? Sie war für ihn ein Stück Land. Vom Himmel hat er mehr gewußt. Ins Senkrechte hinauf ging seine Erfahrung. Der Grieche hatte auch noch nicht eine horizontale Erkenntnis; ins Senkrechte ging auch noch seine Erfahrung. Diese senkrechte Erfahrung schränkte sich ein in dem Maße, als sich die horizontale ausdehnte, und das Maximum der Einschränkung der menschlichen Erkenntnis vom Himmel ist die Ausbreitung der menschlichen Erkenntnis von der Erde, als man lernte, die Erde zu umschiffen, um sich zu überzeugen: Wenn man nach Westen fährt, kommt man vom Osten wieder zurück. Aber dieses Verfinstern der menschlichen Erkenntnis in vertikaler Richtung mußte eintreten. Der Mensch mußte einmal abgeschnürt werden vom Weltenall, um in sich die Kraft zu suchen, die ihn allein zu seiner menschlichen Freiheit führen konnte. Denn aus dieser menschlichen Freiheit kann nun wiederum das Moralische hervorgehen.

[ 22 ] Nun müssen wir, nachdem die Menschen aufgehört haben, so wie die Griechen oder die Chaldäer in vertikaler Hinsicht im Außerirdischen Erfahrungen zu haben, nachdem wir die Erziehung genossen haben, die wir eben haben können durch die bloß horizontale Fläche, wir müssen wiederum auf moralisch-ethischem Gebiet aufsteigen und kennenlernen das Menschenleben, wie es beeinflußt ist von denjenigen Kräften, die nicht im Verlaufe des äußeren Daseins zu bemerken sind. Solche sind eben die luziferischen und ahrimanischen Kräfte.

[ 22 ] Nun müssen wir, nachdem die Menschen aufgehört haben, so wie die Griechen oder die Chaldäer in vertikaler Hinsicht im Außerirdischen Erfahrungen zu haben, nachdem wir die Erziehung genossen haben, die wir eben haben können durch die bloß horizontale Fläche, wir müssen wiederum auf moralisch-ethischem Gebiet aufsteigen und kennenlernen das Menschenleben, wie es beeinflußt ist von denjenigen Kräften, die nicht im Verlaufe des äußeren Daseins zu bemerken sind. Solche sind eben die luziferischen und ahrimanischen Kräfte.

[ 23 ] Die Menschen machen sich allerdings heute mit andern Dingen zu schaffen, und ich habe ihnen manchmal auch etwas mitzuteilen von unserer anthroposophisch orientierten Geistesbewegung, die gerade sich zur Aufgabe macht, ihre Arbeit aus diesem ganzen Ernst der Zeit zu leisten, und die Sprache zu hören, die gewissermaßen vom außerirdischen Kosmos gesprochen wird, die uns sagt, daß wir wieder erkennen lernen müssen den Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Kosmos. Dahinein tönen dann immer — verzeihen Sie den schroffen Übergang — die Dinge, die heute schon auf die merkwürdigsten Gesichtspunkte hinweisen, von denen aus die Gegnerschaften gegen solchen gewollten Menschheitsfortschritt sich geltend machen. Da kann ich Ihnen eine Stelle aus einem Briefe vorlesen, die recht charakteristisch ist. Wie gesagt, verzeihen Sie den schroffen Übergang, aber wir haben schon die Verpflichtung, Sie bekanntzumachen mit allerlei, was in der Gegenwart geschieht, um zu untergraben, zu vernichten diese Bewegung, die gerade die' Aufgabe der Zeit zu erfassen bestrebt ist.

[ 23 ] Die Menschen machen sich allerdings heute mit andern Dingen zu schaffen, und ich habe ihnen manchmal auch etwas mitzuteilen von unserer anthroposophisch orientierten Geistesbewegung, die gerade sich zur Aufgabe macht, ihre Arbeit aus diesem ganzen Ernst der Zeit zu leisten, und die Sprache zu hören, die gewissermaßen vom außerirdischen Kosmos gesprochen wird, die uns sagt, daß wir wieder erkennen lernen müssen den Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Kosmos. Dahinein tönen dann immer — verzeihen Sie den schroffen Übergang — die Dinge, die heute schon auf die merkwürdigsten Gesichtspunkte hinweisen, von denen aus die Gegnerschaften gegen solchen gewollten Menschheitsfortschritt sich geltend machen. Da kann ich Ihnen eine Stelle aus einem Briefe vorlesen, die recht charakteristisch ist. Wie gesagt, verzeihen Sie den schroffen Übergang, aber wir haben schon die Verpflichtung, Sie bekanntzumachen mit allerlei, was in der Gegenwart geschieht, um zu untergraben, zu vernichten diese Bewegung, die gerade die' Aufgabe der Zeit zu erfassen bestrebt ist.

[ 24 ] In Norwegen macht sich ein Mensch geltend, der sich die Aufgabe gesetzt hat, unsere Bewegung zu vernichten. Dieser Mann schreibt, um sich zu vergewissern, daß er dazu das Recht hat, an Autoritäten — wie man das so heute macht —; er wendet sich an dasjenige, was sich nennt: «Politisch-anthropologische Monatsschrift.» Von dieser Monatsschrift wurde ihm nun die folgende Auskunft gegeben: «Dr. Steiner ist Jude reinsten Wassers. Er ist mit den Zionisten verbunden, eigentlich an sie geknüpft, und steht im Dienste der Entente.» Und der Redakteur fügt hinzu, «daß sie» — nämlich die Leute dieser Art — «schon lange ihre Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet halten».

[ 24 ] In Norwegen macht sich ein Mensch geltend, der sich die Aufgabe gesetzt hat, unsere Bewegung zu vernichten. Dieser Mann schreibt, um sich zu vergewissern, daß er dazu das Recht hat, an Autoritäten — wie man das so heute macht —; er wendet sich an dasjenige, was sich nennt: «Politisch-anthropologische Monatsschrift.» Von dieser Monatsschrift wurde ihm nun die folgende Auskunft gegeben: «Dr. Steiner ist Jude reinsten Wassers. Er ist mit den Zionisten verbunden, eigentlich an sie geknüpft, und steht im Dienste der Entente.» Und der Redakteur fügt hinzu, «daß sie» — nämlich die Leute dieser Art — «schon lange ihre Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet halten».

[ 25 ] Ich wollte Ihnen das nur am Schlusse erzählen, wiederum als einen Fall, wie sie sich jetzt so mehren, daß man fast jeden Tag einen zu Gesicht bekommt. So also verhalten sich die Anthropologen heute zu dem, was von anthroposophischer Seite angestrebt wird.

[ 25 ] Ich wollte Ihnen das nur am Schlusse erzählen, wiederum als einen Fall, wie sie sich jetzt so mehren, daß man fast jeden Tag einen zu Gesicht bekommt. So also verhalten sich die Anthropologen heute zu dem, was von anthroposophischer Seite angestrebt wird.