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Contrasts in Human Development
GA 197

21 September 1920, Stuttgart

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Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Sie wissen wohl, daß von vielen Seiten in der Gegenwart, wenn von Geisteswissenschaft die Rede ist, gesagt wird, das, worauf durch eine solche Geisteswissenschaft hingewiesen wird, könne niemals Gegenstand eines Wissens, einer Erkenntnis sein, das könne nur Gegenstand eines Glaubens sein, einer Art subjektiven Fürwahrhaltens. Aus einer solchen Gesinnung geht dann die Unterscheidung hervor, die man überhaupt macht zwischen Wissen und Glauben, und ein großer Teil der Einwendungen, die auch gegen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gemacht werden, besteht immer wieder darin, daß man sagt, man wolle hier dasjenige, was man eigentlich nur glauben könne, was im Grunde genommen eine Art subjektiver Erkenntnis oder vielleicht gar nicht einer Erkenntnis, sondern eines subjektiven Fürwahrhaltens ist, das wolle man hier gewissermaßen hinaufheben und hinaufschrauben bis zu der Höhe einer sicheren, exakten Erkenntnis, einer wirklichen Wissenschaft.

[ 1 ] Sie wissen wohl, daß von vielen Seiten in der Gegenwart, wenn von Geisteswissenschaft die Rede ist, gesagt wird, das, worauf durch eine solche Geisteswissenschaft hingewiesen wird, könne niemals Gegenstand eines Wissens, einer Erkenntnis sein, das könne nur Gegenstand eines Glaubens sein, einer Art subjektiven Fürwahrhaltens. Aus einer solchen Gesinnung geht dann die Unterscheidung hervor, die man überhaupt macht zwischen Wissen und Glauben, und ein großer Teil der Einwendungen, die auch gegen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gemacht werden, besteht immer wieder darin, daß man sagt, man wolle hier dasjenige, was man eigentlich nur glauben könne, was im Grunde genommen eine Art subjektiver Erkenntnis oder vielleicht gar nicht einer Erkenntnis, sondern eines subjektiven Fürwahrhaltens ist, das wolle man hier gewissermaßen hinaufheben und hinaufschrauben bis zu der Höhe einer sicheren, exakten Erkenntnis, einer wirklichen Wissenschaft.

[ 2 ] Nun ist es erst in der neueren Zeit dahin gekommen, daß unterschieden wird überhaupt zwischen der Wissenschaft, die sich nur mit dem beschäftigen dürfe, was in der sinnlichen Welt geboten wird, was höchstens noch durch das Experiment erfaßt und erkundet werden kann, der Wissenschaft, die aus solchen Tiefen heraus einzig und allein eine sichere Erkenntnis liefere, und dem Glauben, der sich über das Sinnliche erhebe und von dem man niemals annehmen dürfe, daß seine Gegenstände umgewandelt werden könnten in sichere Erkenntnis. Wissenschaft also auf der einen Seite — aber bloß für die sinnliche Welt; die übersinnliche Welt auf der andern Seite, für jeden annehmbar, soweit er sie annehmbar findet, aber nicht einer sicheren Erkenntnis zugänglich, sondern nur einem subjektiven Glauben.

[ 2 ] Nun ist es erst in der neueren Zeit dahin gekommen, daß unterschieden wird überhaupt zwischen der Wissenschaft, die sich nur mit dem beschäftigen dürfe, was in der sinnlichen Welt geboten wird, was höchstens noch durch das Experiment erfaßt und erkundet werden kann, der Wissenschaft, die aus solchen Tiefen heraus einzig und allein eine sichere Erkenntnis liefere, und dem Glauben, der sich über das Sinnliche erhebe und von dem man niemals annehmen dürfe, daß seine Gegenstände umgewandelt werden könnten in sichere Erkenntnis. Wissenschaft also auf der einen Seite — aber bloß für die sinnliche Welt; die übersinnliche Welt auf der andern Seite, für jeden annehmbar, soweit er sie annehmbar findet, aber nicht einer sicheren Erkenntnis zugänglich, sondern nur einem subjektiven Glauben.

[ 3 ] Es müßte eigentlich jeder Mensch, der es mit dem Leben ernst nimmt, das, was da in weiten Kreisen über einen angeblichen Gegensatz zwischen Wissen und Glauben gesagt wird, als ein notwendig zu lösendes Rätsel empfinden. Aber im Grunde genommen ist es nur möglich, von dem Standpunkt der Initiationswissenschaft aus eine wirkliche Auskunft zu geben, was es eigentlich für eine Bewandtnis hat, wenn in unserer Zeit — und schon lange, schon Jahrhunderte hindurch — darauf hingearbeitet wird, der Menschheit diesen Unterschied beizubringen zwischen der Wissenschaft vom Endlichen, Vergänglichen, Sinnlichen und dem Glauben an ein Unendliches, ein Unvergängliches, ein Übersinnliches. Denn Sie wissen, alles, was hier vom Gesichtspunkte anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft vorgebracht wird, atmet durchaus wissenschaftlichen Geist, macht darauf Anspruch, als Wissen, als Erkenntnis vom Übersinnlichen sich vollberechtigt neben die Wissenschaft vom Sinnlichen hinzustellen. Nur muß die Wissenschaft der Initiation weit zurückgehen in der Zeit der Menschheitsentwickelung, wenn sie begreiflich machen will, warum in unserer Zeit ein solcher Gegensatz von Wissenschaft und Glauben der Menschheit beigebracht wurde.

[ 3 ] Es müßte eigentlich jeder Mensch, der es mit dem Leben ernst nimmt, das, was da in weiten Kreisen über einen angeblichen Gegensatz zwischen Wissen und Glauben gesagt wird, als ein notwendig zu lösendes Rätsel empfinden. Aber im Grunde genommen ist es nur möglich, von dem Standpunkt der Initiationswissenschaft aus eine wirkliche Auskunft zu geben, was es eigentlich für eine Bewandtnis hat, wenn in unserer Zeit — und schon lange, schon Jahrhunderte hindurch — darauf hingearbeitet wird, der Menschheit diesen Unterschied beizubringen zwischen der Wissenschaft vom Endlichen, Vergänglichen, Sinnlichen und dem Glauben an ein Unendliches, ein Unvergängliches, ein Übersinnliches. Denn Sie wissen, alles, was hier vom Gesichtspunkte anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft vorgebracht wird, atmet durchaus wissenschaftlichen Geist, macht darauf Anspruch, als Wissen, als Erkenntnis vom Übersinnlichen sich vollberechtigt neben die Wissenschaft vom Sinnlichen hinzustellen. Nur muß die Wissenschaft der Initiation weit zurückgehen in der Zeit der Menschheitsentwickelung, wenn sie begreiflich machen will, warum in unserer Zeit ein solcher Gegensatz von Wissenschaft und Glauben der Menschheit beigebracht wurde.

[ 4 ] Wenn wir in der Zeit zurückgehen, so finden wir in ganz alten Zeiten der Menschheitsentwickelung — wir haben das öfter besprochen ein gewissermaßen als Erbschaft der Götter anzusehendes Urwissen, ein Wissen, welches so etwas wie beweisen, wie demonstrieren nicht kannte, ein Wissen, das ganz und gar darauf beruhte, daß im Inneren des Menschen eine Kraft aufstieg, die nicht nur ein leeres, abstraktes Denken oder so etwas war, sondern die erfüllt war von göttlicher Lichtsubstanz, von göttlicher Lebenssubstanz, die sich fühlte wie im Verkehre mit den göttlichen Welten. Ein Wissen von diesem Zusammenhange des Menschen mit den göttlichen Welten hatte man, das man noch empfand und das man wahrnahm, so wie man äußerlich Farben und Töne wahrnimmt, so daß man es nicht zu beweisen brauchte, weil man es ja in unmittelbarer Gegenwart wahrnehmbar hatte. Das Beweisen kannte man nicht, auch nicht das logische Demonstrieren, sondern einfach das Erfülltsein des Menschen mit dem, was in sein Inneres die Götter einträufeln ließen. Aber das war durchaus «Wissen» in den ältesten Zeiten der Menschheit und dieses Wissen war verbunden mit einer Erkenntnis des göttlichen Ursprunges des Menschen. Denn da man sich auf Erden in Verbindung mit den Göttern wußte, da man von den Eingeweihten, von den Inititerten jene Kraft bekam, die einen aufblicken ließ zu dieser Verbindung mit den Göttern, so war man sich auch bewußt des göttlichen Ursprungs des Menschen, war sich bewußt, daß die Menschheit zur Erde heruntergestiegen ist aus einer Welt, in der sie in geistig-seelischer Gestalt vorhanden war. Dieser göttlich-geistige Ursprung der Menschheit war eine Selbstverständlichkeit für jenes Urwissen, das überall über die Erde hin in den alten Zeiten der Menschenentwickelung vorhanden war.

[ 4 ] Wenn wir in der Zeit zurückgehen, so finden wir in ganz alten Zeiten der Menschheitsentwickelung — wir haben das öfter besprochen ein gewissermaßen als Erbschaft der Götter anzusehendes Urwissen, ein Wissen, welches so etwas wie beweisen, wie demonstrieren nicht kannte, ein Wissen, das ganz und gar darauf beruhte, daß im Inneren des Menschen eine Kraft aufstieg, die nicht nur ein leeres, abstraktes Denken oder so etwas war, sondern die erfüllt war von göttlicher Lichtsubstanz, von göttlicher Lebenssubstanz, die sich fühlte wie im Verkehre mit den göttlichen Welten. Ein Wissen von diesem Zusammenhange des Menschen mit den göttlichen Welten hatte man, das man noch empfand und das man wahrnahm, so wie man äußerlich Farben und Töne wahrnimmt, so daß man es nicht zu beweisen brauchte, weil man es ja in unmittelbarer Gegenwart wahrnehmbar hatte. Das Beweisen kannte man nicht, auch nicht das logische Demonstrieren, sondern einfach das Erfülltsein des Menschen mit dem, was in sein Inneres die Götter einträufeln ließen. Aber das war durchaus «Wissen» in den ältesten Zeiten der Menschheit und dieses Wissen war verbunden mit einer Erkenntnis des göttlichen Ursprunges des Menschen. Denn da man sich auf Erden in Verbindung mit den Göttern wußte, da man von den Eingeweihten, von den Inititerten jene Kraft bekam, die einen aufblicken ließ zu dieser Verbindung mit den Göttern, so war man sich auch bewußt des göttlichen Ursprungs des Menschen, war sich bewußt, daß die Menschheit zur Erde heruntergestiegen ist aus einer Welt, in der sie in geistig-seelischer Gestalt vorhanden war. Dieser göttlich-geistige Ursprung der Menschheit war eine Selbstverständlichkeit für jenes Urwissen, das überall über die Erde hin in den alten Zeiten der Menschenentwickelung vorhanden war.

[ 5 ] Aber dieses Urwissen wollte sich weiter fortentwickeln. Wäre dieses Urwissen geblieben, so wären die Menschen zwar in einer gewissen Beziehung fortdauernd gotterfüllte Wesen geblieben, aber zur Freiheit, zur freien Willensentschließung hätten sie nicht kommen können. Sie hätten, wenn nur ihre Arme sich bewegten, gewissermaßen sich sagen müssen: Ein Gott in mir bewegt meine Arme —, oder wenn sie gingen, hätten sie sich sagen müssen: Ein Gott in mir bewegt meine Füße. So haben auch durchaus die Urmenschen empfunden. Sie haben gewissermaßen innerhalb ihrer Haut ein göttlich-geistiges Wesen, das mit ihnen war, empfunden, und daher ist auch jene Bezeichnung geblieben, von der wir von verschiedenen Gesichtspunkten aus schon gesprochen haben, der menschliche Leib sei ein Tempel des Gottes, weil der Mensch in der Urzeit in der Tat wie das irdische Wohnhaus des Gottes war, der selber herunterstieg auf die Erde, um Wohnung zu nehmen unter den Menschen. Aber der Mensch sollte selbständig werden. Daher kam es, daß das ursprüngliche göttliche Wissen immer mehr und mehr verglomm, daß diese Göttererbschaft immer mehr und mehr zurückging. Um zur Freiheit zu kommen, mußte der Mensch aus seiner eigenen Kraft ein Wissen, eine Erkenntnis, ein Denken, ein Fühlen, ein Wollen entwickeln. Er wurde gewissermaßen von den Göttern verlassen, aber er wurde — wenn ich mich so ausdrücken darf — zu seinem eigenen Heil von den Göttern verlassen. Damit er eine menschliche Wissenschaft entwickeln könne, zog sich die göttliche Wissenschaft von ihm zurück. Und so kam es in späteren Zeiten, daß der ganze Weg, den eine einstmals über die Erde verbreitete göttliche Wissenschaft zu nehmen hatte ‚zur irdisch-menschlichen Wissenschaft, überwacht werden mußte von den Mysterien aus, daß die Eingeweihten, die Initiierten der Mysterien dazu berufen wurden, gewissermaßen zu regeln, wie die Menschheit erzogen werden sollte, damit sie in der richtigen Weise herauswuchs aus dem alten Götterwissen und hineinwachsen konnte in das irdischmenschliche Wissen.

[ 5 ] Aber dieses Urwissen wollte sich weiter fortentwickeln. Wäre dieses Urwissen geblieben, so wären die Menschen zwar in einer gewissen Beziehung fortdauernd gotterfüllte Wesen geblieben, aber zur Freiheit, zur freien Willensentschließung hätten sie nicht kommen können. Sie hätten, wenn nur ihre Arme sich bewegten, gewissermaßen sich sagen müssen: Ein Gott in mir bewegt meine Arme —, oder wenn sie gingen, hätten sie sich sagen müssen: Ein Gott in mir bewegt meine Füße. So haben auch durchaus die Urmenschen empfunden. Sie haben gewissermaßen innerhalb ihrer Haut ein göttlich-geistiges Wesen, das mit ihnen war, empfunden, und daher ist auch jene Bezeichnung geblieben, von der wir von verschiedenen Gesichtspunkten aus schon gesprochen haben, der menschliche Leib sei ein Tempel des Gottes, weil der Mensch in der Urzeit in der Tat wie das irdische Wohnhaus des Gottes war, der selber herunterstieg auf die Erde, um Wohnung zu nehmen unter den Menschen. Aber der Mensch sollte selbständig werden. Daher kam es, daß das ursprüngliche göttliche Wissen immer mehr und mehr verglomm, daß diese Göttererbschaft immer mehr und mehr zurückging. Um zur Freiheit zu kommen, mußte der Mensch aus seiner eigenen Kraft ein Wissen, eine Erkenntnis, ein Denken, ein Fühlen, ein Wollen entwickeln. Er wurde gewissermaßen von den Göttern verlassen, aber er wurde — wenn ich mich so ausdrücken darf — zu seinem eigenen Heil von den Göttern verlassen. Damit er eine menschliche Wissenschaft entwickeln könne, zog sich die göttliche Wissenschaft von ihm zurück. Und so kam es in späteren Zeiten, daß der ganze Weg, den eine einstmals über die Erde verbreitete göttliche Wissenschaft zu nehmen hatte ‚zur irdisch-menschlichen Wissenschaft, überwacht werden mußte von den Mysterien aus, daß die Eingeweihten, die Initiierten der Mysterien dazu berufen wurden, gewissermaßen zu regeln, wie die Menschheit erzogen werden sollte, damit sie in der richtigen Weise herauswuchs aus dem alten Götterwissen und hineinwachsen konnte in das irdischmenschliche Wissen.

[ 6 ] Da aber, nachdem schon so ziemlich das ursprüngliche Götterwissen im Abglimmen war und die Mysterien schon die Aufgabe übernommen hatten, die Menschheit so zu leiten, sie so im großen zu unterrichten, daß der Übergang von der Urweisheit in das menschliche Wissen, das zur Freiheit führen sollte, in der rechten Weise geschehen konnte, da kam es, daß eine gewisse Anzahl von Menschen über weite Gebiete der Erde hin sich zusammenfand, um einen gewissen Weg zu suchen, um diese Absichten der richtigen Menschheitsleitung, die von den Mysterien kam, zu durchkreuzen. Es bildeten sich gewissermaßen Menschengesellschaften, die sich geradezu die Aufgabe stellten, diese richtige Entwickelung zu durchkreuzen. Wir müssen schon zur Geisteswissenschaft gehen, wenn wir die Tätigkeit einer weitverbreiteten Menschengesellschaft der Nachurzeit ins Auge fassen wollen. Denn die Geschichte selbst reicht nicht bis in jene Zeiten zurück; äußere Urkunden aus jenen Zeiten gibt es nicht. Aber eine solche Gesellschaft war es, die sich in einer gewissen Weise das Mysterienwissen aneignete, aus dem Mysterienwissen auch die Methoden, um mit der göttlichen Urquelle des Wissens noch in einer Zeit in Verbindung zu kommen, in welcher die ehrlich arbeitenden Mysterien schon längst damit beschäftigt waren, das alte Götterwissen überzuleiten in das menschlich-irdische Wissen. Und so gab es einmal auf der Erde eine Zeit, wo die berufenen Vertreter des Mysterienwissens ganz damit beschäftigt waren, das alte Götterwissen überzuleiten in menschlich-irdische Wissenschaft; aber in das, was so als eine gesunde, für die damalige Zeit gesunde Anschauung und Empfindung über die Menschheit sich verbreitete, in das tönte hinein — und zwar in einer Zeit, als es schon zu spät dazu war und der Menschheit nicht mehr das alte Götterwissen in die Ohren geraunt werden sollte, was eine gut organisierte Gesellschaft damals gewissermaßen verspätet als alte Urweisheit der Menschheit wiederum bringen wollte. Es erlebten also die Menschen in einer Zeit, wo sie schon hinausgewachsen waren über den Zustand des göttlichen Wissens, daß von denen, die ein Interesse daran hatten, weiten Kreisen der Menschheit jenes alte Götterwissen noch weiter zugeführt werden sollte.

[ 6 ] Da aber, nachdem schon so ziemlich das ursprüngliche Götterwissen im Abglimmen war und die Mysterien schon die Aufgabe übernommen hatten, die Menschheit so zu leiten, sie so im großen zu unterrichten, daß der Übergang von der Urweisheit in das menschliche Wissen, das zur Freiheit führen sollte, in der rechten Weise geschehen konnte, da kam es, daß eine gewisse Anzahl von Menschen über weite Gebiete der Erde hin sich zusammenfand, um einen gewissen Weg zu suchen, um diese Absichten der richtigen Menschheitsleitung, die von den Mysterien kam, zu durchkreuzen. Es bildeten sich gewissermaßen Menschengesellschaften, die sich geradezu die Aufgabe stellten, diese richtige Entwickelung zu durchkreuzen. Wir müssen schon zur Geisteswissenschaft gehen, wenn wir die Tätigkeit einer weitverbreiteten Menschengesellschaft der Nachurzeit ins Auge fassen wollen. Denn die Geschichte selbst reicht nicht bis in jene Zeiten zurück; äußere Urkunden aus jenen Zeiten gibt es nicht. Aber eine solche Gesellschaft war es, die sich in einer gewissen Weise das Mysterienwissen aneignete, aus dem Mysterienwissen auch die Methoden, um mit der göttlichen Urquelle des Wissens noch in einer Zeit in Verbindung zu kommen, in welcher die ehrlich arbeitenden Mysterien schon längst damit beschäftigt waren, das alte Götterwissen überzuleiten in das menschlich-irdische Wissen. Und so gab es einmal auf der Erde eine Zeit, wo die berufenen Vertreter des Mysterienwissens ganz damit beschäftigt waren, das alte Götterwissen überzuleiten in menschlich-irdische Wissenschaft; aber in das, was so als eine gesunde, für die damalige Zeit gesunde Anschauung und Empfindung über die Menschheit sich verbreitete, in das tönte hinein — und zwar in einer Zeit, als es schon zu spät dazu war und der Menschheit nicht mehr das alte Götterwissen in die Ohren geraunt werden sollte, was eine gut organisierte Gesellschaft damals gewissermaßen verspätet als alte Urweisheit der Menschheit wiederum bringen wollte. Es erlebten also die Menschen in einer Zeit, wo sie schon hinausgewachsen waren über den Zustand des göttlichen Wissens, daß von denen, die ein Interesse daran hatten, weiten Kreisen der Menschheit jenes alte Götterwissen noch weiter zugeführt werden sollte.

[ 7 ] Welches Interesse hatten denn diese Mitglieder der Nachurzeit? Sie hatten das Interesse, daß sie die Entstehung des Wissens gewissermaßen in seiner Wurzel vernichten wollten. Sie wollten das äußere menschliche Wissen nicht in der Menschheit entstehen lassen, sie wollten die Menschen nicht zur Freiheit kommen lassen. Ja, es gibt in der Nachurzeit Bestrebungen, die verhindern wollten, daß die Menschheit die Entwickelungsanlage zur Freiheit aufnehmen sollte und die daher das irdisch-physische Wissen in der Wurzel vernichten wollten. Und so machten diese, gewissermaßen «Feinde» der menschlichen Entwickelung der Nachurzeit, einen Unterschied zwischen menschlichem Wissen und Götterwissen, einem Götterwissen, das damals schon nicht mehr berechtigt war. Und die Menschheit, als sie hinausgewachsen war über das Götterwissen, mit diesem zu überfluten, bedeutete, sie dadurch in einen Bewußtseinszustand zu bringen, der träumerisch, schwärmerisch war. Breite Massen der Menschheit lebten in einer solchen Schwärmerei in der Nachurzeit, in der der Sinn erstickt wurde für die Entstehung menschlicher Wissenschaft. Und wenn manches in der menschlichen Wissenschaft, wie wir oft charakterisieren konnten, in späteren Zeiten sehr mangelhaft entstanden ist, wenn bis in die Sprachbildung hinein Mangelhaftes sich eingeschlichen hat, dann war dieses den Menschen schmeichelnde Heraufheben zu einem Götterwissen daran schuld.

[ 7 ] Welches Interesse hatten denn diese Mitglieder der Nachurzeit? Sie hatten das Interesse, daß sie die Entstehung des Wissens gewissermaßen in seiner Wurzel vernichten wollten. Sie wollten das äußere menschliche Wissen nicht in der Menschheit entstehen lassen, sie wollten die Menschen nicht zur Freiheit kommen lassen. Ja, es gibt in der Nachurzeit Bestrebungen, die verhindern wollten, daß die Menschheit die Entwickelungsanlage zur Freiheit aufnehmen sollte und die daher das irdisch-physische Wissen in der Wurzel vernichten wollten. Und so machten diese, gewissermaßen «Feinde» der menschlichen Entwickelung der Nachurzeit, einen Unterschied zwischen menschlichem Wissen und Götterwissen, einem Götterwissen, das damals schon nicht mehr berechtigt war. Und die Menschheit, als sie hinausgewachsen war über das Götterwissen, mit diesem zu überfluten, bedeutete, sie dadurch in einen Bewußtseinszustand zu bringen, der träumerisch, schwärmerisch war. Breite Massen der Menschheit lebten in einer solchen Schwärmerei in der Nachurzeit, in der der Sinn erstickt wurde für die Entstehung menschlicher Wissenschaft. Und wenn manches in der menschlichen Wissenschaft, wie wir oft charakterisieren konnten, in späteren Zeiten sehr mangelhaft entstanden ist, wenn bis in die Sprachbildung hinein Mangelhaftes sich eingeschlichen hat, dann war dieses den Menschen schmeichelnde Heraufheben zu einem Götterwissen daran schuld.

[ 8 ] Wenn wir nachgehen, unter welchem Einfluß diejenigen standen, die so bestrebt waren, die Menschen zu benebeln und die Entstehung von Wissenschaft und auch von einer aus den Menschheitstiefen herauskommenden Sprache in der Wurzel abzuschneiden, dann müssen wir sagen: Diese Geister, diese menschlichen Persönlichkeiten waren durch und durch von luziferischen Kräften beherrscht. Luziferische Kräfte lebten in ihnen, solche luziferische Kräfte, welche den Menschen mit seinem ganzen Empfinden, Wollen und Denken gewissermaßen nicht bis zur Erde herabkommen lassen wollten. Der Mensch sollte immer materieller und materieller werden, aber diese Persönlichkeiten wollten ihn geistig, spirituell erhalten, um ihn den Erdenaufgaben zu entziehen. Diese Geister waren die der Menschheitsentwickelung feindlichen Spiritualisten der Nachurzeit. Denn damals sollte der Mensch die Wege finden, um mit seinem Seelisch-Geistigen immer gründlicher und gründlicher in das Körperliche hineinzusteigen. Das aber sollte von diesen Geistern verhindert werden. Wenn wir etwa im Bilde der Gegenwart sprechen — weil es ja schwierig ist, in genau zutreffenden Vorstellungen jenen Zustand der Menschheit in der Nachurzeit zu charakterisieren —, so könnten wir sagen, diese Geister treten auf mit einem starken Anflug von einer gewissen unbewußten Unwahrhaftigkeit. Denn es war ja selbstverständlich durch die Mysterien der Impuls gegeben, in die materielle Welt herunterzusteigen, sich mit ihr zu durchdringen. Das durften diese luziferbesessenen Menschen der Nachurzeit natürlich nicht verleugnen. Deshalb nannten sich diese Menschen nicht etwa — im Bilde der Gegenwart gesprochen; es müßte dann übersetzt werden in die Denkweise der Urzeit — «Spiritualisten», sondern sie nannten sich gerade «Vertreter des Materiellen». Denn sie sagten den Menschen: Ihr erreicht das Materielle, wenn ihr uns folgt, wenn ihr die Macht, die wir euch mit dem späteren göttlichen Wissen geben, ausnutzt, wenn ihr euch seelisch-geistig dadurch stärkt. So könnt ihr als Eroberer über das, was euch auf der Erde zugedacht ist, euch erleben; ihr könnt euch die Erde im Fluge erobern dadurch, daß ihr der Göttermacht teilhaftig werdet! — Und den Ehrennamen «Kämpfer für das Materielle» gaben sich solche luziferbesessenen Führer gewisser Kreise der Menschheit.

[ 8 ] Wenn wir nachgehen, unter welchem Einfluß diejenigen standen, die so bestrebt waren, die Menschen zu benebeln und die Entstehung von Wissenschaft und auch von einer aus den Menschheitstiefen herauskommenden Sprache in der Wurzel abzuschneiden, dann müssen wir sagen: Diese Geister, diese menschlichen Persönlichkeiten waren durch und durch von luziferischen Kräften beherrscht. Luziferische Kräfte lebten in ihnen, solche luziferische Kräfte, welche den Menschen mit seinem ganzen Empfinden, Wollen und Denken gewissermaßen nicht bis zur Erde herabkommen lassen wollten. Der Mensch sollte immer materieller und materieller werden, aber diese Persönlichkeiten wollten ihn geistig, spirituell erhalten, um ihn den Erdenaufgaben zu entziehen. Diese Geister waren die der Menschheitsentwickelung feindlichen Spiritualisten der Nachurzeit. Denn damals sollte der Mensch die Wege finden, um mit seinem Seelisch-Geistigen immer gründlicher und gründlicher in das Körperliche hineinzusteigen. Das aber sollte von diesen Geistern verhindert werden. Wenn wir etwa im Bilde der Gegenwart sprechen — weil es ja schwierig ist, in genau zutreffenden Vorstellungen jenen Zustand der Menschheit in der Nachurzeit zu charakterisieren —, so könnten wir sagen, diese Geister treten auf mit einem starken Anflug von einer gewissen unbewußten Unwahrhaftigkeit. Denn es war ja selbstverständlich durch die Mysterien der Impuls gegeben, in die materielle Welt herunterzusteigen, sich mit ihr zu durchdringen. Das durften diese luziferbesessenen Menschen der Nachurzeit natürlich nicht verleugnen. Deshalb nannten sich diese Menschen nicht etwa — im Bilde der Gegenwart gesprochen; es müßte dann übersetzt werden in die Denkweise der Urzeit — «Spiritualisten», sondern sie nannten sich gerade «Vertreter des Materiellen». Denn sie sagten den Menschen: Ihr erreicht das Materielle, wenn ihr uns folgt, wenn ihr die Macht, die wir euch mit dem späteren göttlichen Wissen geben, ausnutzt, wenn ihr euch seelisch-geistig dadurch stärkt. So könnt ihr als Eroberer über das, was euch auf der Erde zugedacht ist, euch erleben; ihr könnt euch die Erde im Fluge erobern dadurch, daß ihr der Göttermacht teilhaftig werdet! — Und den Ehrennamen «Kämpfer für das Materielle» gaben sich solche luziferbesessenen Führer gewisser Kreise der Menschheit.

[ 9 ] So war damals durch diese Persönlichkeiten eine Art Zwiespalt in die Menschheitsentwickelung hineingekommen zwischen dem, was da sein sollte an regulärer Entwickelung der Menschheit und dem, was der Menschheit vorgemacht wurde dadurch, daß man vor sie hinstellte das Ideal der Materialität, das auf ein Erobern des Materiellen ausging — aber nicht durch ein allmähliches Einleben, sondern indem man darauf hinwies, daß man gewissermaßen Göttermacht sich aneignen sollte durch übersinnliches Wissen zur Unzeit, mit dem man dann die sinnlich-materielle Welt erobern sollte.

[ 9 ] So war damals durch diese Persönlichkeiten eine Art Zwiespalt in die Menschheitsentwickelung hineingekommen zwischen dem, was da sein sollte an regulärer Entwickelung der Menschheit und dem, was der Menschheit vorgemacht wurde dadurch, daß man vor sie hinstellte das Ideal der Materialität, das auf ein Erobern des Materiellen ausging — aber nicht durch ein allmähliches Einleben, sondern indem man darauf hinwies, daß man gewissermaßen Göttermacht sich aneignen sollte durch übersinnliches Wissen zur Unzeit, mit dem man dann die sinnlich-materielle Welt erobern sollte.

[ 10 ] Das Gegenbild von dem, was da in der Urzeit vorhanden war, erleben wir heute. Wir sehen, daß, von gewissen Konfessionen ausgehend, ein Kampf gegen den regulären Gang, den die Wissenschaft nun nehmen soll, stattfindet. An der Wurzel ist sie gewissermaßen schadhaft geworden. Dadurch tragen die Wissenschaft und die Sprache durch die Erdenentwickelung hindurch gewisse Mängel. Aber die Wissenschaft ist doch gekommen, denn es haben sich genügend unter dem Einfluß der ehrlichen Mysterien und der ehrlichen Initiationswissenschaft stehende Menschen gefunden, welche jenen Geistern, die das Wissen in der Wurzel eigentlich austilgen wollten, entgegengetreten sind. Und so hat sich die Wissenschaft entwickelt. So hat sie jenen Weg genommen, den ich im einzelnen oftmals charakterisiert habe, ist bis zu jenem Zustande gekommen, den sie hatte in der Mitte des 15. Jahrhunderts, als der fünfte nachatlantische Zeitraum begonnen hat, und ist bis in unsere Zeit hineingekommen, wo aber für diese Wissenschaft nun wieder — nach der Wissenschaft der Initiation der Gegenwart — ein neuer Wendepunkt da ist. Heute ist diese Wissenschaft dazu reif, gewissermaßen in die Freiheit des Menschen gestellt zu werden. Heute ist diese Wissenschaft, die ja im wesentlichen doch sich heute noch so verhält, daß sie nur Sinnlich-Physisches als exakt, als sicher betrachtet, das was durch Beobachtung oder durch das Experiment gewonnen wird, die Wissenschaft ist dazu reif, wie ich oft ausgeführt habe, sich hineinzuentwickeln in die Erfassung der Imagination, der inspirierten, der intuitiven Welt, sich hineinzufinden in das Erleben, in das Ergreifen des Geistigen. Fortzuwachsen ist diese Wissenschaft berufen, um im Fortwachsen anzunehmen die Gestalt eines geistigen Schauens. Dazu ist sie heute reif.

[ 10 ] Das Gegenbild von dem, was da in der Urzeit vorhanden war, erleben wir heute. Wir sehen, daß, von gewissen Konfessionen ausgehend, ein Kampf gegen den regulären Gang, den die Wissenschaft nun nehmen soll, stattfindet. An der Wurzel ist sie gewissermaßen schadhaft geworden. Dadurch tragen die Wissenschaft und die Sprache durch die Erdenentwickelung hindurch gewisse Mängel. Aber die Wissenschaft ist doch gekommen, denn es haben sich genügend unter dem Einfluß der ehrlichen Mysterien und der ehrlichen Initiationswissenschaft stehende Menschen gefunden, welche jenen Geistern, die das Wissen in der Wurzel eigentlich austilgen wollten, entgegengetreten sind. Und so hat sich die Wissenschaft entwickelt. So hat sie jenen Weg genommen, den ich im einzelnen oftmals charakterisiert habe, ist bis zu jenem Zustande gekommen, den sie hatte in der Mitte des 15. Jahrhunderts, als der fünfte nachatlantische Zeitraum begonnen hat, und ist bis in unsere Zeit hineingekommen, wo aber für diese Wissenschaft nun wieder — nach der Wissenschaft der Initiation der Gegenwart — ein neuer Wendepunkt da ist. Heute ist diese Wissenschaft dazu reif, gewissermaßen in die Freiheit des Menschen gestellt zu werden. Heute ist diese Wissenschaft, die ja im wesentlichen doch sich heute noch so verhält, daß sie nur Sinnlich-Physisches als exakt, als sicher betrachtet, das was durch Beobachtung oder durch das Experiment gewonnen wird, die Wissenschaft ist dazu reif, wie ich oft ausgeführt habe, sich hineinzuentwickeln in die Erfassung der Imagination, der inspirierten, der intuitiven Welt, sich hineinzufinden in das Erleben, in das Ergreifen des Geistigen. Fortzuwachsen ist diese Wissenschaft berufen, um im Fortwachsen anzunehmen die Gestalt eines geistigen Schauens. Dazu ist sie heute reif.

[ 11 ] Damit aber diese Wissenschaft sich regulär fortentwickeln kann, muß jene Gesinnung in der Menschheit ausgebildet werden, die da will, daß dieselben gewissenhaften Untersuchungs- und Forschungstendenzen, die für die äußere sinnliche Welt in Botanik, Physik, Chemie und so weiter vorhanden sind zum Triumphe der äußeren Wissenschaft, auch angewendet werden im Inneren der Menschen, daß dasjenige, was Gesinnung in der äußeren Wissenschaft ist, übergeführt werde in ein solch lebendiges Ergreifen der übersinnlichen Welt, wie es angedeutet ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», in der «Geheimwissenschaft im Umriß» oder in andern entsprechenden Büchern. Und wir müssen uns darüber klar sein: Was eigentlich als Streben auf dem Grunde unserer Seele liegen soll und was allein in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft leben kann, das ist von etwas, was seinem Gegenpole gleicht, dem Jesuitismus, dadurch unterschieden, daß gerade der Jesuitismus es ist, welcher die Wissenschaft, das eigentliche Wissen halten möchte auf dem bloß experimentellen oder Beobachtungsfelde. Prüfen Sie einmal — aber prüfen Sie genau die wissenschaftliche Literatur, die von den Jesuiten ausgeht: Sie ist in der Gesinnung, in der Vorstellungsweise die denkbar materialistischste; sie ist bestrebt, das Wissen ganz in der sinnlichen Welt zu erhalten und streng abzutrennen das Wissen, das nur mit sinnlicher Beobachtung oder mit den durch das Experiment zu beobachtenden Tatsachen zu tun haben soll, von dem, was Gegenstand des Glaubens oder der Offenbarung sein soll. Niemals soll eine Brücke geschlagen werden im Sinne dieser Denkungsart zwischen dem, was äußere Wissenschaft ist, und dem, was Glauben ist. Das will aber gerade anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft suchen: den Weg heraus aus einer physisch-sinnlichen Wissenschaft in eine Geisteswissenschaft, aber in eine Geisteswissenschaft, die so streng erkenntnismäßig gehalten ist wie die äußere sinnliche Wissenschaft.

[ 11 ] Damit aber diese Wissenschaft sich regulär fortentwickeln kann, muß jene Gesinnung in der Menschheit ausgebildet werden, die da will, daß dieselben gewissenhaften Untersuchungs- und Forschungstendenzen, die für die äußere sinnliche Welt in Botanik, Physik, Chemie und so weiter vorhanden sind zum Triumphe der äußeren Wissenschaft, auch angewendet werden im Inneren der Menschen, daß dasjenige, was Gesinnung in der äußeren Wissenschaft ist, übergeführt werde in ein solch lebendiges Ergreifen der übersinnlichen Welt, wie es angedeutet ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», in der «Geheimwissenschaft im Umriß» oder in andern entsprechenden Büchern. Und wir müssen uns darüber klar sein: Was eigentlich als Streben auf dem Grunde unserer Seele liegen soll und was allein in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft leben kann, das ist von etwas, was seinem Gegenpole gleicht, dem Jesuitismus, dadurch unterschieden, daß gerade der Jesuitismus es ist, welcher die Wissenschaft, das eigentliche Wissen halten möchte auf dem bloß experimentellen oder Beobachtungsfelde. Prüfen Sie einmal — aber prüfen Sie genau die wissenschaftliche Literatur, die von den Jesuiten ausgeht: Sie ist in der Gesinnung, in der Vorstellungsweise die denkbar materialistischste; sie ist bestrebt, das Wissen ganz in der sinnlichen Welt zu erhalten und streng abzutrennen das Wissen, das nur mit sinnlicher Beobachtung oder mit den durch das Experiment zu beobachtenden Tatsachen zu tun haben soll, von dem, was Gegenstand des Glaubens oder der Offenbarung sein soll. Niemals soll eine Brücke geschlagen werden im Sinne dieser Denkungsart zwischen dem, was äußere Wissenschaft ist, und dem, was Glauben ist. Das will aber gerade anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft suchen: den Weg heraus aus einer physisch-sinnlichen Wissenschaft in eine Geisteswissenschaft, aber in eine Geisteswissenschaft, die so streng erkenntnismäßig gehalten ist wie die äußere sinnliche Wissenschaft.

[ 12 ] So haben wir uns also vorzustellen: Diese physisch-sinnliche Wissenschaft ist die Wurzel und herauswachsen soll aus denselben Impulsen, die in Botanik, Physik, Chemie und so weiter walten — nur daß auf ein anderes Territorium gegangen wird —, die übersinnliche Erkenntnis, das übersinnliche Wissen. In gewissen Kreisen sah man voraus, daß dies kommen wird. Daher legte man dort, wo man ein Interesse daran hat, daß dies nicht komme, in die menschliche Entwickelung das hinein, was jetzt als ein anderer Gegensatz erscheint: der Gegensatz, den ich angeführt habe, von dem regulär zur menschlichen Wissenschaft herüberkommenden alten Wissen und dem Betäuben der Menschheit mit der göttlichen Wissenschaft. Man legte in die Menschheit hinein den Gegensatz zwischen Wissen und Glauben. Man tat das Entgegengesetzte: die Wissenschaft vom Sinnlichen wollte man gerade halten, die betonte man scharf, und es ist einfach wahr, wenn man gerade die jesuitische Literatur über die materialistische Wissenschaft auf Lesbarkeit, auf das Einleuchtende der Darstellung hin durchsieht, daß sie etwas außerordentlich Begabtes darstellt, daß tatsächlich diese von Jesuiten geschriebene Literatur über die materialistische Welt begabter geschrieben ist als manches andere, was über diese Welt heute von anderer Seite geschrieben wird. Es ist gut, was zum Beispiel ein Mensch wie der Pater Erich Wasmann über die Ameisen schreibt, und wenn Sie das lesen, so werden Sie davon mehr haben als von den pedantisch-philiströsen Ameisenbeschreibungen der anderen Forscher. So könnte man Beispiel über Beispiel anführen. Die Jesuiten-Schriften wären gut, wenn sie nur Materialistisches beschreiben würden; denn es ist bewußtes Bestreben [der Jesuiten],durch dieBeschreibung des Materialistischen die Menschen dabei zu halten, das Wissen überhaupt nur auf die materialistisch-physische Welt zu beziehen. Und das soll hauptsächlich der Menschheit vorgemacht werden, daß man das Übersinnliche nicht mit dem Wissen erforschen kann. Wie jene alten, von Luzifer besessenen Menschen damals den Menschen vorgemacht haben, sie bekommen Macht über die Welt, wenn sie sich des alten Götterwissens bedienen — während aber schon andere Zeiten der Entwickelung da waren —, so kommen jetzt die Nachzügler jener Menschen aus den Nachurzeiten und machen den Menschen vor, daß es nicht möglich ist, das Wissen in die übersinnliche Welt hinein auszudehnen, daß man mit dem Wissen vor der übersinnlichen Welt haltmachen müsse. Wie jene Menschen der früheren Zeit mit dem übersinnlichen Wissen die Menschheit betäuben wollten, so wollen die heutigen, ihnen entsprechenden menschlichen Wesenheiten nun die Menschheit recht hineintreiben in die physische Welt, damit sie dort drinnen stecken bleibe und nur mit dem stumpfen Impuls des Glaubens die übersinnliche Welt ergreife. Wie man in der Nachurzeit den Menschen zu viel Wissen über das Übersinnliche geben wollte, so wollen ihnen heute die Nachzügler zu wenig Wissen darüber geben. Jene wollten übersinnliches Wissen unberechtigterweise geben, diese wollen ihnen nur sinnliches Wissen lassen und ihnen über das Übersinnliche etwas lassen, worüber jeder Mensch seine beliebige Stellung haben kann.

[ 12 ] So haben wir uns also vorzustellen: Diese physisch-sinnliche Wissenschaft ist die Wurzel und herauswachsen soll aus denselben Impulsen, die in Botanik, Physik, Chemie und so weiter walten — nur daß auf ein anderes Territorium gegangen wird —, die übersinnliche Erkenntnis, das übersinnliche Wissen. In gewissen Kreisen sah man voraus, daß dies kommen wird. Daher legte man dort, wo man ein Interesse daran hat, daß dies nicht komme, in die menschliche Entwickelung das hinein, was jetzt als ein anderer Gegensatz erscheint: der Gegensatz, den ich angeführt habe, von dem regulär zur menschlichen Wissenschaft herüberkommenden alten Wissen und dem Betäuben der Menschheit mit der göttlichen Wissenschaft. Man legte in die Menschheit hinein den Gegensatz zwischen Wissen und Glauben. Man tat das Entgegengesetzte: die Wissenschaft vom Sinnlichen wollte man gerade halten, die betonte man scharf, und es ist einfach wahr, wenn man gerade die jesuitische Literatur über die materialistische Wissenschaft auf Lesbarkeit, auf das Einleuchtende der Darstellung hin durchsieht, daß sie etwas außerordentlich Begabtes darstellt, daß tatsächlich diese von Jesuiten geschriebene Literatur über die materialistische Welt begabter geschrieben ist als manches andere, was über diese Welt heute von anderer Seite geschrieben wird. Es ist gut, was zum Beispiel ein Mensch wie der Pater Erich Wasmann über die Ameisen schreibt, und wenn Sie das lesen, so werden Sie davon mehr haben als von den pedantisch-philiströsen Ameisenbeschreibungen der anderen Forscher. So könnte man Beispiel über Beispiel anführen. Die Jesuiten-Schriften wären gut, wenn sie nur Materialistisches beschreiben würden; denn es ist bewußtes Bestreben [der Jesuiten],durch dieBeschreibung des Materialistischen die Menschen dabei zu halten, das Wissen überhaupt nur auf die materialistisch-physische Welt zu beziehen. Und das soll hauptsächlich der Menschheit vorgemacht werden, daß man das Übersinnliche nicht mit dem Wissen erforschen kann. Wie jene alten, von Luzifer besessenen Menschen damals den Menschen vorgemacht haben, sie bekommen Macht über die Welt, wenn sie sich des alten Götterwissens bedienen — während aber schon andere Zeiten der Entwickelung da waren —, so kommen jetzt die Nachzügler jener Menschen aus den Nachurzeiten und machen den Menschen vor, daß es nicht möglich ist, das Wissen in die übersinnliche Welt hinein auszudehnen, daß man mit dem Wissen vor der übersinnlichen Welt haltmachen müsse. Wie jene Menschen der früheren Zeit mit dem übersinnlichen Wissen die Menschheit betäuben wollten, so wollen die heutigen, ihnen entsprechenden menschlichen Wesenheiten nun die Menschheit recht hineintreiben in die physische Welt, damit sie dort drinnen stecken bleibe und nur mit dem stumpfen Impuls des Glaubens die übersinnliche Welt ergreife. Wie man in der Nachurzeit den Menschen zu viel Wissen über das Übersinnliche geben wollte, so wollen ihnen heute die Nachzügler zu wenig Wissen darüber geben. Jene wollten übersinnliches Wissen unberechtigterweise geben, diese wollen ihnen nur sinnliches Wissen lassen und ihnen über das Übersinnliche etwas lassen, worüber jeder Mensch seine beliebige Stellung haben kann.

[ 13 ] Was würde nun geschehen, wenn der Kreis von Leuten, auf den hier hingewiesen ist, irgendeinen Sieg erringen würde, jener Kreis von Leuten, welcher bewußt Wissenschaft und Glauben unterscheidet, während natürlich eine große Anzahl von am Gängelbande geführten Leuten die Tirade vorfinden von der «Trennung von Glauben und Wissen» und sie nachsprechen, aber doch nur nachsprechen? Was hat man da? Im entgegengesetzten Sinne will man das ausführen, was auch jene alten Persönlichkeiten der Nachurzeit, nur in ihrem Sinne, ausgeführt haben. Wie man in der alten Zeit die Menschheit nicht ganz hinuntersteigen lassen wollte zur vollen Erdenaufgabe, so will man sie jetzt in der Erdenaufgabe drinnen erhalten, will sie nicht sich weiterentwickeln lassen von der Erde aus. Und die, welche heute gerade den Materialismus fördern, nennen sich heute «Spiritualisten» oder die Priester dieses oder jenes Glaubens, die Vertreter des Übersinnlichen. Wie in jenen alten Zeiten die, welche ein unberechtigtes Geistesleben gaben, sich von dem charakterisierten Gesichtspunkte aus — Materialisten nannten, so nennen sich heute zahlreiche Menschen, die eigentlich die Menschheit beim Materiellen erhalten wollen, Vertreter des Spirituellen. Es ist heute der stärkste Quell des Materialismus nicht dasjenige, was etwa von Büchner, Moleschott oder dem dicken Vogt ausgegangen ist, sondern dieser stärkste Quell ist Rom und alles, was mit diesem Zentrum des Materialismus irgend etwas zu tun hat. Und erreicht wird das, was man erreichen will, indem man nicht sagt: Ich will den Materialismus fördern —, sondern indem man die Menschen dadurch im Materialismus erhält, daß man in ihnen nur einen stumpfen Impuls für das Übermaterielle aufkommen läßt als Glauben, aber darüber hinaus keinen Impuls in die Menschheit hineinkommen läßt, der das Übersinnliche ergreifen kann. Daß man etwa von Rom aus das Übersinnliche für den Menschen erobern wollte, das ist die weltgeschichtliche Unwahrheit der neueren Zeit, und das muß klar und deutlich durchschaut werden! Und wenn in der neueren Zeit das Protestantentum, das Evangelische aus dem Römischen sich herausgebildet hat, so müssen wir uns klar sein: Es ist manches innerhalb des Protestantismus entstanden aus dem Römischen, allein jene Bestrebung, durch die Abstumpfung des übersinnlichen Wissens in dem Impulse des Glaubens die Menschheit nicht zum Übersinnlichen kommen zu lassen, die ist gerade auch im Evangelischen sehr stark geblieben, abgesehen davon, daß heute ja schon die Zeichen der Zeit sehr dahin deuten, daß das Evangelische von Rom, das neue und immer neue Anstrengungen machen wird nach der Richtung hin, die ich charakterisiert habe, überwunden wird.

[ 13 ] Was würde nun geschehen, wenn der Kreis von Leuten, auf den hier hingewiesen ist, irgendeinen Sieg erringen würde, jener Kreis von Leuten, welcher bewußt Wissenschaft und Glauben unterscheidet, während natürlich eine große Anzahl von am Gängelbande geführten Leuten die Tirade vorfinden von der «Trennung von Glauben und Wissen» und sie nachsprechen, aber doch nur nachsprechen? Was hat man da? Im entgegengesetzten Sinne will man das ausführen, was auch jene alten Persönlichkeiten der Nachurzeit, nur in ihrem Sinne, ausgeführt haben. Wie man in der alten Zeit die Menschheit nicht ganz hinuntersteigen lassen wollte zur vollen Erdenaufgabe, so will man sie jetzt in der Erdenaufgabe drinnen erhalten, will sie nicht sich weiterentwickeln lassen von der Erde aus. Und die, welche heute gerade den Materialismus fördern, nennen sich heute «Spiritualisten» oder die Priester dieses oder jenes Glaubens, die Vertreter des Übersinnlichen. Wie in jenen alten Zeiten die, welche ein unberechtigtes Geistesleben gaben, sich von dem charakterisierten Gesichtspunkte aus — Materialisten nannten, so nennen sich heute zahlreiche Menschen, die eigentlich die Menschheit beim Materiellen erhalten wollen, Vertreter des Spirituellen. Es ist heute der stärkste Quell des Materialismus nicht dasjenige, was etwa von Büchner, Moleschott oder dem dicken Vogt ausgegangen ist, sondern dieser stärkste Quell ist Rom und alles, was mit diesem Zentrum des Materialismus irgend etwas zu tun hat. Und erreicht wird das, was man erreichen will, indem man nicht sagt: Ich will den Materialismus fördern —, sondern indem man die Menschen dadurch im Materialismus erhält, daß man in ihnen nur einen stumpfen Impuls für das Übermaterielle aufkommen läßt als Glauben, aber darüber hinaus keinen Impuls in die Menschheit hineinkommen läßt, der das Übersinnliche ergreifen kann. Daß man etwa von Rom aus das Übersinnliche für den Menschen erobern wollte, das ist die weltgeschichtliche Unwahrheit der neueren Zeit, und das muß klar und deutlich durchschaut werden! Und wenn in der neueren Zeit das Protestantentum, das Evangelische aus dem Römischen sich herausgebildet hat, so müssen wir uns klar sein: Es ist manches innerhalb des Protestantismus entstanden aus dem Römischen, allein jene Bestrebung, durch die Abstumpfung des übersinnlichen Wissens in dem Impulse des Glaubens die Menschheit nicht zum Übersinnlichen kommen zu lassen, die ist gerade auch im Evangelischen sehr stark geblieben, abgesehen davon, daß heute ja schon die Zeichen der Zeit sehr dahin deuten, daß das Evangelische von Rom, das neue und immer neue Anstrengungen machen wird nach der Richtung hin, die ich charakterisiert habe, überwunden wird.

[ 14 ] Sie sehen, will man in der Welt etwas erreichen, dann handelt es sich darum, wenn das Erreichte das Gegenteil von dem sein soll, was eigentlich im Sinne der normalen Fortentwickelung der Menschheit liegt, daß man sich gewissermaßen einen entgegengesetzten Namen zulegt. Die Menschheit muß lernen, über den Glauben an die Namen hinauszukommen, und sie ist auf dem Wege dazu. Die Menschheit muß zu tieferen Quellen als zu dem Leben in Worten kommen. Angefangen hat die Sache ja im Grunde schon. Denken Sie sich, es läßt sich heute jemand bei Ihnen melden mit seiner Visitenkarte, auf der steht «Ernst Müller». Sie werden wahrscheinlich nicht vermuten, daß nun ein Mensch hereinkomme, mehlbestaubt und so weiter, der also ein Müller ist. Ebensowenig werden Sie vermuten, wenn sich jemand als «Richard Schmied» meldet, daß ein Mensch hereinkommt, der eben noch Pferdehufe beschlagen hat. Aber wenn man auf dem Dorfe gelebt hat, dann erinnert man sich noch, daß da die Leute gesagt haben: Jetzt kommt der Müller —, da’ war der wirkliche Müller damit gemeint, oder sie sagten: Jetzt kommt der Schmied —, und meinten den wirklichen Schmied. Da hat der Name noch etwas anderes bedeutet als die äußere Kennzeichnung. Unsere Eigennamen haben den Weg genommen, der es nicht mehr möglich macht, daß wir vom Namen aus auf das Wesen schließen, das diesen Namen trägt. Wir können heute nicht die Sprache nehmen in bezug auf die Eigennamen, um aus diesen etwas herauszubekommen, was das Wesen charakterisiert, das die Namen trägt. Wir wissen heute nicht, wenn wir den Namen Schmied hören für einen Menschen, ob der ein Schmied ist, oder bei einem andern, ob er ein Müller ist, wenn wir den Namen Müller hören. Aber denselben Weg, den bis heute schon unsere Worte gemacht haben in bezug auf unsere Eigennamen, denselben Weg wird die ganze Sprache nehmen, und der Mensch wird lernen müssen, aus andern Bedingungen heraus sich seine Vorstellungen zu bilden als aus den Worten. So wie Sie, wenn ein Herr Müller mit der Visitenkarte sich melden kommt, sich kein Bild machen können über das Wesen dieses Menschen, so müssen Sie sich gewöhnen, nicht aus dem Charakter der Worte das zu entnehmen, was man über die Welt denken muß.

[ 14 ] Sie sehen, will man in der Welt etwas erreichen, dann handelt es sich darum, wenn das Erreichte das Gegenteil von dem sein soll, was eigentlich im Sinne der normalen Fortentwickelung der Menschheit liegt, daß man sich gewissermaßen einen entgegengesetzten Namen zulegt. Die Menschheit muß lernen, über den Glauben an die Namen hinauszukommen, und sie ist auf dem Wege dazu. Die Menschheit muß zu tieferen Quellen als zu dem Leben in Worten kommen. Angefangen hat die Sache ja im Grunde schon. Denken Sie sich, es läßt sich heute jemand bei Ihnen melden mit seiner Visitenkarte, auf der steht «Ernst Müller». Sie werden wahrscheinlich nicht vermuten, daß nun ein Mensch hereinkomme, mehlbestaubt und so weiter, der also ein Müller ist. Ebensowenig werden Sie vermuten, wenn sich jemand als «Richard Schmied» meldet, daß ein Mensch hereinkommt, der eben noch Pferdehufe beschlagen hat. Aber wenn man auf dem Dorfe gelebt hat, dann erinnert man sich noch, daß da die Leute gesagt haben: Jetzt kommt der Müller —, da’ war der wirkliche Müller damit gemeint, oder sie sagten: Jetzt kommt der Schmied —, und meinten den wirklichen Schmied. Da hat der Name noch etwas anderes bedeutet als die äußere Kennzeichnung. Unsere Eigennamen haben den Weg genommen, der es nicht mehr möglich macht, daß wir vom Namen aus auf das Wesen schließen, das diesen Namen trägt. Wir können heute nicht die Sprache nehmen in bezug auf die Eigennamen, um aus diesen etwas herauszubekommen, was das Wesen charakterisiert, das die Namen trägt. Wir wissen heute nicht, wenn wir den Namen Schmied hören für einen Menschen, ob der ein Schmied ist, oder bei einem andern, ob er ein Müller ist, wenn wir den Namen Müller hören. Aber denselben Weg, den bis heute schon unsere Worte gemacht haben in bezug auf unsere Eigennamen, denselben Weg wird die ganze Sprache nehmen, und der Mensch wird lernen müssen, aus andern Bedingungen heraus sich seine Vorstellungen zu bilden als aus den Worten. So wie Sie, wenn ein Herr Müller mit der Visitenkarte sich melden kommt, sich kein Bild machen können über das Wesen dieses Menschen, so müssen Sie sich gewöhnen, nicht aus dem Charakter der Worte das zu entnehmen, was man über die Welt denken muß.

[ 15 ] Wenn man Ernst macht mit dem, was eine dringende Forderung der Zeit ist, dann wird man heute noch wenig verstanden. Bedenken Sie nur, wenn ich das, was ich als Geisteswissenschaft vorzutragen habe, so bringen würde, wie man es heute fordert nach den Wortwissenschaften, dann würde ich ja nicht dasjenige tun, was ich mich immer bemüht habe zu tun, von den verschiedensten Seiten her irgend etwas zu charakterisieren, bald mehr von der materiellen Seite, bald mehr von der spirituellen Seite her, immer eingedenk des Grundsatzes, den Goethe ausgesprochen hat: Die Wahrheit ist keineswegs zwischen zwei entgegengesetzten Behauptungen in der Mitte zu suchen. Man kann gar nicht bei der Entwickelung, bei der wir angekommen sind, heute noch glauben, daß man durch eine einseitige Charakteristik in Worten den Inhalt, den man zu geben hat, treffen könne. Man muß von verschiedenen Seiten her charakterisieren, muß in der Wortcharakteristik so vorgehen, wie man vorgeht, wenn man zum Beispiel einen Baum von verschiedenen Seiten her photographisch aufnimmt, wo dann die photographischen Bilder ganz verschieden sind. Hält man sie aber dann zusammen, so schaut man hin auf etwas, was man sich vorstellen kann als den Baum.

[ 15 ] Wenn man Ernst macht mit dem, was eine dringende Forderung der Zeit ist, dann wird man heute noch wenig verstanden. Bedenken Sie nur, wenn ich das, was ich als Geisteswissenschaft vorzutragen habe, so bringen würde, wie man es heute fordert nach den Wortwissenschaften, dann würde ich ja nicht dasjenige tun, was ich mich immer bemüht habe zu tun, von den verschiedensten Seiten her irgend etwas zu charakterisieren, bald mehr von der materiellen Seite, bald mehr von der spirituellen Seite her, immer eingedenk des Grundsatzes, den Goethe ausgesprochen hat: Die Wahrheit ist keineswegs zwischen zwei entgegengesetzten Behauptungen in der Mitte zu suchen. Man kann gar nicht bei der Entwickelung, bei der wir angekommen sind, heute noch glauben, daß man durch eine einseitige Charakteristik in Worten den Inhalt, den man zu geben hat, treffen könne. Man muß von verschiedenen Seiten her charakterisieren, muß in der Wortcharakteristik so vorgehen, wie man vorgeht, wenn man zum Beispiel einen Baum von verschiedenen Seiten her photographisch aufnimmt, wo dann die photographischen Bilder ganz verschieden sind. Hält man sie aber dann zusammen, so schaut man hin auf etwas, was man sich vorstellen kann als den Baum.

[ 16 ] Lesen Sie nun die verschiedenen erschienenen Vortragszyklen durch und Sie werden sehen, wie dieser Grundsatz bei der Darstellung eingehalten ist, wie da die Dinge wirklich von verschiedenen Seiten her dargestellt sind. Will man das, was den Menschen zum Heile ist und was sie brauchen, heute darstellen, dann muß man sich angewöhnen, so zu sprechen, wie das geschehen ist. Und weil man in gewissen Kreisen das nicht will, weil man in den Wortwissenschaften fortfahren möchte, aber das, was menschliche Angelegenheit ist, nicht in der Wortwissenschaft gegeben werden kann, deshalb kommen in der jetzigen Zeit jene Sozialismen auf, die weiter in die Wortwissenschaft hineingehen wollen, die aber nur in die Zerstörung führen können. Heute glauben die Menschen mit Bezug auf die Ereignisse im Osten, es sei nun die Gefahr vorüber, nachdem jetzt die Polen gesiegt haben, nachdem vorher eine Zeitlang die Bolschewiki gesiegt haben, aber unter furchtbar tragikomischer Art des menschlichen Verhaltens. Gerade am jetzigen russisch-polnischen Kriege kann man aber sehen, wie haltlos im Grunde die heutige Menschheit geworden ist.

[ 16 ] Lesen Sie nun die verschiedenen erschienenen Vortragszyklen durch und Sie werden sehen, wie dieser Grundsatz bei der Darstellung eingehalten ist, wie da die Dinge wirklich von verschiedenen Seiten her dargestellt sind. Will man das, was den Menschen zum Heile ist und was sie brauchen, heute darstellen, dann muß man sich angewöhnen, so zu sprechen, wie das geschehen ist. Und weil man in gewissen Kreisen das nicht will, weil man in den Wortwissenschaften fortfahren möchte, aber das, was menschliche Angelegenheit ist, nicht in der Wortwissenschaft gegeben werden kann, deshalb kommen in der jetzigen Zeit jene Sozialismen auf, die weiter in die Wortwissenschaft hineingehen wollen, die aber nur in die Zerstörung führen können. Heute glauben die Menschen mit Bezug auf die Ereignisse im Osten, es sei nun die Gefahr vorüber, nachdem jetzt die Polen gesiegt haben, nachdem vorher eine Zeitlang die Bolschewiki gesiegt haben, aber unter furchtbar tragikomischer Art des menschlichen Verhaltens. Gerade am jetzigen russisch-polnischen Kriege kann man aber sehen, wie haltlos im Grunde die heutige Menschheit geworden ist.

[ 17 ] Wenn nun so etwas, was nun wirklich aus dem sozialen Leben der Gegenwart heraus geschrieben ist wie die «Kernpunkte der sozialen Frage», was auch seinem Stile nach aus den Bedürfnissen dieses Lebens der Gegenwart geschrieben ist, vor die Menschen hingestellt wird, dann kommen die Leute und verlangen, man solle Wortdefinitionen geben — ungefähr nach dem Muster, wie man noch in den meisten heute gebräuchlichen Schulbüchern Wortdefinitionen findet zum Unheil alles Erziehens und Unterrichtens! Aber indem immer mehr und mehr das Wort sich loslöste von dem, was man innerlich erlebte, indem man immer mehr aus andern Verhältnissen als aus den Wortquellen auf die Wirklichkeit schließen muß, ist man ja schließlich auch beim Namen Müller dahin gekommen, aus ganz andern Verhältnissen heraus darnach zu fragen, wer das sein kann, wer sich da präsentieren könnte, als durch eine Analyse des Namens Müller. So wird es nötig sein für die Menschheit, daß sie sich vom Worte loslöst und aus andern Quellen heraus das Dasein beurteilt.

[ 17 ] Wenn nun so etwas, was nun wirklich aus dem sozialen Leben der Gegenwart heraus geschrieben ist wie die «Kernpunkte der sozialen Frage», was auch seinem Stile nach aus den Bedürfnissen dieses Lebens der Gegenwart geschrieben ist, vor die Menschen hingestellt wird, dann kommen die Leute und verlangen, man solle Wortdefinitionen geben — ungefähr nach dem Muster, wie man noch in den meisten heute gebräuchlichen Schulbüchern Wortdefinitionen findet zum Unheil alles Erziehens und Unterrichtens! Aber indem immer mehr und mehr das Wort sich loslöste von dem, was man innerlich erlebte, indem man immer mehr aus andern Verhältnissen als aus den Wortquellen auf die Wirklichkeit schließen muß, ist man ja schließlich auch beim Namen Müller dahin gekommen, aus ganz andern Verhältnissen heraus darnach zu fragen, wer das sein kann, wer sich da präsentieren könnte, als durch eine Analyse des Namens Müller. So wird es nötig sein für die Menschheit, daß sie sich vom Worte loslöst und aus andern Quellen heraus das Dasein beurteilt.

[ 18 ] Aber lange hat sich so etwas schon vorbereitet, nur wurde es nicht immer im richtigen Sinne der Menschheitsentwickelung angewendet. Daher ist es denn gekommen, daß weit ausgebreitete Gesellschaften heute sagen: Wir bekennen uns zu dem Christus! — Aber das Wort muß ja nicht das Wesen bezeichnen, das sie eigentlich anzubeten vorgeben. Es kommt nicht darauf an, daß man irgend etwas den Christus nennt, daß man sich von diesem Christus Vorstellungen macht, sondern es kommt darauf an, nach welchem realen Wesen die menschliche Empfindungswelt hingeht. Und wenn man dann zum Beispiel von diesem Christus-Wesen sich ein sehr irdisches Bild macht, wenn man sogar während seiner Lehrzeit in militaristischer Weise darin eingeweiht wird, wie man die Seele zuzubereiten hat, damit man sich eine ChristusVorstellung machen kann, wie man ihn als den König Jesus und seine Anhänger und sich als die Heerschar des Königs Jesus vorstellt, da kann es denn sein, wenn man sich ein so materielles Christus-Bild zurechtgemacht hat, daß man den Christus-Namen einer ganz andern Wesenheit gibt. Dann richtet man in Wahrheit seine Seele nach einer ganz andern Wesenheit hin und nennt diese zu Unrecht Christus. Und das geschieht heute sehr oft, geschieht so, daß es manchmal in ganz merkwürdiger Weise empfunden wird.

[ 18 ] Aber lange hat sich so etwas schon vorbereitet, nur wurde es nicht immer im richtigen Sinne der Menschheitsentwickelung angewendet. Daher ist es denn gekommen, daß weit ausgebreitete Gesellschaften heute sagen: Wir bekennen uns zu dem Christus! — Aber das Wort muß ja nicht das Wesen bezeichnen, das sie eigentlich anzubeten vorgeben. Es kommt nicht darauf an, daß man irgend etwas den Christus nennt, daß man sich von diesem Christus Vorstellungen macht, sondern es kommt darauf an, nach welchem realen Wesen die menschliche Empfindungswelt hingeht. Und wenn man dann zum Beispiel von diesem Christus-Wesen sich ein sehr irdisches Bild macht, wenn man sogar während seiner Lehrzeit in militaristischer Weise darin eingeweiht wird, wie man die Seele zuzubereiten hat, damit man sich eine ChristusVorstellung machen kann, wie man ihn als den König Jesus und seine Anhänger und sich als die Heerschar des Königs Jesus vorstellt, da kann es denn sein, wenn man sich ein so materielles Christus-Bild zurechtgemacht hat, daß man den Christus-Namen einer ganz andern Wesenheit gibt. Dann richtet man in Wahrheit seine Seele nach einer ganz andern Wesenheit hin und nennt diese zu Unrecht Christus. Und das geschieht heute sehr oft, geschieht so, daß es manchmal in ganz merkwürdiger Weise empfunden wird.

[ 19 ] Ich hatte einmal vor vielen Jahren in Marburg ein Gespräch mit einem vielgereisten evangelischen Geistlichen. Wir sprachen darüber, wie die eigentliche Christus-Auffassung in der neueren Theologie immer mehr und mehr verlorengegangen ist, wie eigentlich diese neuere Theologie den Christus auf der einen Seite durch gewisse Einweihungszeremonien zu dem Jesus schon im Bilde heruntermaterialisiert und wie auf der andern Seite gewisse Theologen in dem Christus nur den «schlichten Mann von Nazareth» sehen. Da sagte mir dieser vielgereiste, daher die Welt etwas sich angeschaut habende protestantische Theologe: Ja, unsere jüngeren Theologen haben eigentlich keinen Christus mehr, könnten sich gar nicht mehr Christen oder ChristusBekenner nennen; die müßten sich eigentlich, wenn der Name nicht schon vergeben wäre, Jesuiten nennen, denn sie haben nur noch einen Jesus! — Das ist nicht mein Urteil, sondern eines, das eben dem Kopfe eines vielgereisten protestantischen Theologen entsprungen ist. Und damit Sie nicht ein Vorurteil haben und die Theologen hier gar zu sehr verachten, will ich auch noch hinzufügen: dieser Mann war ein Schwabe und hat sogar eine Schwäbin, noch dazu eine Stuttgarterin, zur Frau gehabt! Aber das nur, damit Sie kein Vorurteil haben.

[ 19 ] Ich hatte einmal vor vielen Jahren in Marburg ein Gespräch mit einem vielgereisten evangelischen Geistlichen. Wir sprachen darüber, wie die eigentliche Christus-Auffassung in der neueren Theologie immer mehr und mehr verlorengegangen ist, wie eigentlich diese neuere Theologie den Christus auf der einen Seite durch gewisse Einweihungszeremonien zu dem Jesus schon im Bilde heruntermaterialisiert und wie auf der andern Seite gewisse Theologen in dem Christus nur den «schlichten Mann von Nazareth» sehen. Da sagte mir dieser vielgereiste, daher die Welt etwas sich angeschaut habende protestantische Theologe: Ja, unsere jüngeren Theologen haben eigentlich keinen Christus mehr, könnten sich gar nicht mehr Christen oder ChristusBekenner nennen; die müßten sich eigentlich, wenn der Name nicht schon vergeben wäre, Jesuiten nennen, denn sie haben nur noch einen Jesus! — Das ist nicht mein Urteil, sondern eines, das eben dem Kopfe eines vielgereisten protestantischen Theologen entsprungen ist. Und damit Sie nicht ein Vorurteil haben und die Theologen hier gar zu sehr verachten, will ich auch noch hinzufügen: dieser Mann war ein Schwabe und hat sogar eine Schwäbin, noch dazu eine Stuttgarterin, zur Frau gehabt! Aber das nur, damit Sie kein Vorurteil haben.

[ 20 ] Wir haben versucht, das zu erklären, was heute zur Trennung von Wissenschaft und Glauben geführt hat. Diese Trennung zwischen Wissen und Glauben ist es ja auch, die nicht aufkommen läßt, worauf ich schon gestern hingewiesen habe, die Erkenntnis von dem vorgeburtlichen oder vor der Empfängnis liegenden übersinnlichen Leben, die nur aufkommen lassen will den Glauben an das Post-mortem-Leben, den man auch den Menschen beibringen kann, wenn man nur mit einer egoistischen Seelenanlage rechnet. Das vorgeburtliche Leben, das wir durchlaufen haben zwischen dem letzten Tode und der jetzigen Geburt, läßt sich dem Menschen nur beibringen durch Erkenntnis, nicht durch ein Spekulieren auf seelen-egoistische Instinkte. Denn die Menschen sind ja so beschaffen, wenn sie hier leben, daß es ihnen ganz egal ist, was sie vorher durchgemacht haben, ehe sie in dieses Dasein hier eingetreten sind; aber aus egoistischen Gründen interessiert es sie, was nach dem Tode mit ihnen geschehen wird. Daher kann man gut predigen über das, was nach dem Tode den Menschen erwarten wird, denn das appelliert an die egoistischen menschlichen Seeleninstinkte. Man kann schlecht predigen, aber muß voraussetzen menschlichen Erkenntnisdrang, Streben nach menschenwürdigem Dasein, wenn man von der vorgeburtlichen Existenz des Menschen sprechen will. Und das führt dazu, selbstverständlich, daß uns zunächst die Erziehung und dann das Erdenleben so erscheinen, daß das Erdenleben aufgefaßt werden muß als die Erfüllung einer Aufgabe, die uns mitgegeben ist, nachdem wir aus der geistigen Welt heruntergekommen sind in das physische Dasein.

[ 20 ] Wir haben versucht, das zu erklären, was heute zur Trennung von Wissenschaft und Glauben geführt hat. Diese Trennung zwischen Wissen und Glauben ist es ja auch, die nicht aufkommen läßt, worauf ich schon gestern hingewiesen habe, die Erkenntnis von dem vorgeburtlichen oder vor der Empfängnis liegenden übersinnlichen Leben, die nur aufkommen lassen will den Glauben an das Post-mortem-Leben, den man auch den Menschen beibringen kann, wenn man nur mit einer egoistischen Seelenanlage rechnet. Das vorgeburtliche Leben, das wir durchlaufen haben zwischen dem letzten Tode und der jetzigen Geburt, läßt sich dem Menschen nur beibringen durch Erkenntnis, nicht durch ein Spekulieren auf seelen-egoistische Instinkte. Denn die Menschen sind ja so beschaffen, wenn sie hier leben, daß es ihnen ganz egal ist, was sie vorher durchgemacht haben, ehe sie in dieses Dasein hier eingetreten sind; aber aus egoistischen Gründen interessiert es sie, was nach dem Tode mit ihnen geschehen wird. Daher kann man gut predigen über das, was nach dem Tode den Menschen erwarten wird, denn das appelliert an die egoistischen menschlichen Seeleninstinkte. Man kann schlecht predigen, aber muß voraussetzen menschlichen Erkenntnisdrang, Streben nach menschenwürdigem Dasein, wenn man von der vorgeburtlichen Existenz des Menschen sprechen will. Und das führt dazu, selbstverständlich, daß uns zunächst die Erziehung und dann das Erdenleben so erscheinen, daß das Erdenleben aufgefaßt werden muß als die Erfüllung einer Aufgabe, die uns mitgegeben ist, nachdem wir aus der geistigen Welt heruntergekommen sind in das physische Dasein.

[ 21 ] Das, was sich so unbedingt verbreiten muß in der äußeren Welt, was auch sozial gestaltend wirken muß, das hat, wie Sie aus verschiedenen Untergründen heraus ahnen können, viele Feinde. Und nun will ich heute am Schluß — denn ich muß es tun — Ihnen einiges von den trüben Quellen erzählen, aus denen das kommt, was heute gegen unsere Geisteswissenschaft vernichtend auftreten will. Es sind schon starke Stücke, die da kommen und sie werden sich immer verstärken, wenn nicht in noch stärkerem Maße, als es bisher der Fall war, die Seelen aufwachen.

[ 21 ] Das, was sich so unbedingt verbreiten muß in der äußeren Welt, was auch sozial gestaltend wirken muß, das hat, wie Sie aus verschiedenen Untergründen heraus ahnen können, viele Feinde. Und nun will ich heute am Schluß — denn ich muß es tun — Ihnen einiges von den trüben Quellen erzählen, aus denen das kommt, was heute gegen unsere Geisteswissenschaft vernichtend auftreten will. Es sind schon starke Stücke, die da kommen und sie werden sich immer verstärken, wenn nicht in noch stärkerem Maße, als es bisher der Fall war, die Seelen aufwachen.

[ 22 ] Sie wissen ja und unsere Freunde hier haben dagegen gekämpft, daß über ganz Deutschland und darüber hinaus einmal die abscheuliche Verleumdung aufgetreten ist von jenem Verrat deutscher Offiziere an die Entente durch die Bestrebungen der Dreigliederungsleute und so weiter. Ich habe nun in der letzten Zeit einiges aus jenen abscheulichen Schriftstücken geliefert bekommen, die in weiten Kreisen heute verbreitet werden: gefälschte Briefe, von denen gesagt wird, daß sie aus unseren Reihen stammen, die mit aller Raffiniertheit die schlimmsten Verleumdungen verbreiten, gefälschte Interviews, deren Charakter ich Ihnen nur dadurch zu charakterisieren brauche, daß ich Ihnen mitteile, daß ein solches gefälschtes Interview damit schließt: «D.H. gehört in Wirklichkeit nicht zum Steiner-Bunde. Er hat sich nur als Spion eingeschlichen, um hinter die Schliche zu kommen, und das Ergebnis hat ‘er einem kleinen Kreis vaterländisch Gesinnter mitgeteilt, damit gesagt wird, daß der Steiner Hochverrat treibt und mit der Entente im Bunde steht!» Das ist nur ein kleines Pröbchen von den trüben Bestrebungen, die eine viel größere Verbreitung haben, als Sie glauben.

[ 22 ] Sie wissen ja und unsere Freunde hier haben dagegen gekämpft, daß über ganz Deutschland und darüber hinaus einmal die abscheuliche Verleumdung aufgetreten ist von jenem Verrat deutscher Offiziere an die Entente durch die Bestrebungen der Dreigliederungsleute und so weiter. Ich habe nun in der letzten Zeit einiges aus jenen abscheulichen Schriftstücken geliefert bekommen, die in weiten Kreisen heute verbreitet werden: gefälschte Briefe, von denen gesagt wird, daß sie aus unseren Reihen stammen, die mit aller Raffiniertheit die schlimmsten Verleumdungen verbreiten, gefälschte Interviews, deren Charakter ich Ihnen nur dadurch zu charakterisieren brauche, daß ich Ihnen mitteile, daß ein solches gefälschtes Interview damit schließt: «D.H. gehört in Wirklichkeit nicht zum Steiner-Bunde. Er hat sich nur als Spion eingeschlichen, um hinter die Schliche zu kommen, und das Ergebnis hat ‘er einem kleinen Kreis vaterländisch Gesinnter mitgeteilt, damit gesagt wird, daß der Steiner Hochverrat treibt und mit der Entente im Bunde steht!» Das ist nur ein kleines Pröbchen von den trüben Bestrebungen, die eine viel größere Verbreitung haben, als Sie glauben.

[ 23 ] Ein sehr niedliches Beispiel in dieser Beziehung ist etwas, was auch jene Persönlichkeit der hiesigen Nachbarschaft, die ich in einem öffentlichen Vortrage einmal mit dem Worte «Schwein» bezeichnet habe — weil alles, was von dieser Persönlichkeit gegen mich gerichtet ist, mit keinem andern Worte bezeichnet werden kann —, jetzt von dort durch die schwarze Kunst verbreitet wird unter dem Titel: «Die gestohlene Dreigliederung.» Da wird nichts Geringeres behauptet, als daß einmal eine Dame eine Dreigliederung geschaffen habe — allerdings ist die Dame nicht vorsichtig genug, weil sie nichts darüber gelesen hat, wie früh in gewissen Kreisen meine Dreigliederung verbreitet worden ist; sie gibt einen Zeitpunkt an, der etwas später liegt als der Zeitpunkt, wo ich mit sehr vielen Leuten über die hier vertretene Dreigliederung gesprochen habe —, aber diese Dame habe auch eine Dreigliederung geschaffen; das Manuskript habe sie einer philanthropischen Gesellschaft geschickt, es sei dann nach Hamburg gewandert, dort habe es der Betreffende statt vierzehn Tage für vier Wochen behalten, dadurch sei es wahrscheinlich von mir gelesen und so die Dreigliederung aus diesem Manuskript von mir genommen worden. Allerdings kann die Dame nicht gut sagen, daß irgend etwas zwischen der hier vertretenen Dreigliederung und dem, was sie damals in jenes Manuskript hineingeschrieben hat, übereinstimmt. Deshalb sagt sie: «Die Dreigliederung ist zwar aus diesem Manuskript gestohlen — aber sie ist verpfuscht!» Jawohl: Der hat mir meine Uhr gestohlen, aber das ist eine ganz andere! Nun hat sie eine Schrift verfaßt über ihre Dreigliederung. Die besteht, wie sie angibt, in dem Goldenen Schnitt «Staat, Kulturreich, Kirche», wobei dann wieder alles durch den Goldenen Schnitt gefordert sein soll. Also wir haben den Einheitsstaat und darin zwei Teile, also genau «dasselbe», was auch die Dreigliederung will; deshalb ist die verpfuscht! — Damit Sie sich eine Vorstellung machen können, empfehle ich Ihnen sehr diese Schrift; der Titel heißt: «3:5, 5:8 = 21:34 — Das Geheimnis, die Schuldenlasten in absehbarer Zeit tilgen zu können», von Elisabeth Mathilde Metzdorff-Teschner, erschienen 1920 im Selbstverlag. — Sie könnten etwas gut machen, wenn Sie jetzt sagten: Wir haben gearbeitet für die Dreigliederung, aber wir haben eigentlich nur im Auftrage der Frau Elisabeth Metzdorff-Teschner gearbeitet. — Denn das mutet sie uns auch noch zu, indem sie an allerlei Leute Briefe schreibt.

[ 23 ] Ein sehr niedliches Beispiel in dieser Beziehung ist etwas, was auch jene Persönlichkeit der hiesigen Nachbarschaft, die ich in einem öffentlichen Vortrage einmal mit dem Worte «Schwein» bezeichnet habe — weil alles, was von dieser Persönlichkeit gegen mich gerichtet ist, mit keinem andern Worte bezeichnet werden kann —, jetzt von dort durch die schwarze Kunst verbreitet wird unter dem Titel: «Die gestohlene Dreigliederung.» Da wird nichts Geringeres behauptet, als daß einmal eine Dame eine Dreigliederung geschaffen habe — allerdings ist die Dame nicht vorsichtig genug, weil sie nichts darüber gelesen hat, wie früh in gewissen Kreisen meine Dreigliederung verbreitet worden ist; sie gibt einen Zeitpunkt an, der etwas später liegt als der Zeitpunkt, wo ich mit sehr vielen Leuten über die hier vertretene Dreigliederung gesprochen habe —, aber diese Dame habe auch eine Dreigliederung geschaffen; das Manuskript habe sie einer philanthropischen Gesellschaft geschickt, es sei dann nach Hamburg gewandert, dort habe es der Betreffende statt vierzehn Tage für vier Wochen behalten, dadurch sei es wahrscheinlich von mir gelesen und so die Dreigliederung aus diesem Manuskript von mir genommen worden. Allerdings kann die Dame nicht gut sagen, daß irgend etwas zwischen der hier vertretenen Dreigliederung und dem, was sie damals in jenes Manuskript hineingeschrieben hat, übereinstimmt. Deshalb sagt sie: «Die Dreigliederung ist zwar aus diesem Manuskript gestohlen — aber sie ist verpfuscht!» Jawohl: Der hat mir meine Uhr gestohlen, aber das ist eine ganz andere! Nun hat sie eine Schrift verfaßt über ihre Dreigliederung. Die besteht, wie sie angibt, in dem Goldenen Schnitt «Staat, Kulturreich, Kirche», wobei dann wieder alles durch den Goldenen Schnitt gefordert sein soll. Also wir haben den Einheitsstaat und darin zwei Teile, also genau «dasselbe», was auch die Dreigliederung will; deshalb ist die verpfuscht! — Damit Sie sich eine Vorstellung machen können, empfehle ich Ihnen sehr diese Schrift; der Titel heißt: «3:5, 5:8 = 21:34 — Das Geheimnis, die Schuldenlasten in absehbarer Zeit tilgen zu können», von Elisabeth Mathilde Metzdorff-Teschner, erschienen 1920 im Selbstverlag. — Sie könnten etwas gut machen, wenn Sie jetzt sagten: Wir haben gearbeitet für die Dreigliederung, aber wir haben eigentlich nur im Auftrage der Frau Elisabeth Metzdorff-Teschner gearbeitet. — Denn das mutet sie uns auch noch zu, indem sie an allerlei Leute Briefe schreibt.

[ 24 ] Das sind die Unterlagen für das, was ein Herr Rohm schreibt und was jetzt in die Schweiz geht und von allen katholischen Seelenhirten den Leuten dort aufgetischt wird. Natürlich hat niemand eine Ahnung davon, was an der Quelle steht, sondern es wird den Leuten in den Artikeln etwas ganz anderes erzählt, was die Leute ganz gut glauben könnten, da man nicht auf diese Narrheit als Quelle hinweist. So wird heute gearbeitet, aber nicht etwa unbewußt, sondern ganz bewußt. Gegen das wird bewußt gearbeitet, was aus ehrlicher Bestrebung heraus dem wirklichen Fortschritt der Menschheit dienen will! Und die, welche allen voran in der Schweiz zum Beispiel in solchem Stile arbeiten, sind für den Augenblick die katholischen Seelenhirten, die alles das nachdrucken, was von jenen Zentralen ausgeht, die von Herrn Knapp und andern befehligt werden und was in den Schmutzkübeln des Herrn Rohm abgeladen wird und so weiter. Dabei fällt mir immer ein, wieviel Leute es bis vor kurzem gegeben hat und noch gibt, die in der Schar der Anthroposophen wackere Abonnenten des «Leuchtturms» des Herrn Rohm sind und die einem immer mit den Ansichten des Herrn Rohm, mit dem oder jenem kamen!

[ 24 ] Das sind die Unterlagen für das, was ein Herr Rohm schreibt und was jetzt in die Schweiz geht und von allen katholischen Seelenhirten den Leuten dort aufgetischt wird. Natürlich hat niemand eine Ahnung davon, was an der Quelle steht, sondern es wird den Leuten in den Artikeln etwas ganz anderes erzählt, was die Leute ganz gut glauben könnten, da man nicht auf diese Narrheit als Quelle hinweist. So wird heute gearbeitet, aber nicht etwa unbewußt, sondern ganz bewußt. Gegen das wird bewußt gearbeitet, was aus ehrlicher Bestrebung heraus dem wirklichen Fortschritt der Menschheit dienen will! Und die, welche allen voran in der Schweiz zum Beispiel in solchem Stile arbeiten, sind für den Augenblick die katholischen Seelenhirten, die alles das nachdrucken, was von jenen Zentralen ausgeht, die von Herrn Knapp und andern befehligt werden und was in den Schmutzkübeln des Herrn Rohm abgeladen wird und so weiter. Dabei fällt mir immer ein, wieviel Leute es bis vor kurzem gegeben hat und noch gibt, die in der Schar der Anthroposophen wackere Abonnenten des «Leuchtturms» des Herrn Rohm sind und die einem immer mit den Ansichten des Herrn Rohm, mit dem oder jenem kamen!

[ 25 ] Ich mußte Ihnen aber diese kleinen Proben — ich könnte die Beispiele reichlich vermehren — schon einmal vorführen, damit Sie sehen, mit welchen Mitteln gearbeitet wird.

[ 25 ] Ich mußte Ihnen aber diese kleinen Proben — ich könnte die Beispiele reichlich vermehren — schon einmal vorführen, damit Sie sehen, mit welchen Mitteln gearbeitet wird.

[ 26 ] Anthroposophie soll durch die Kraft, die in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft liegt, auch die Kraft bekommen, noch etwas anderes aus den Worten zu haben, als den Namen: die Empfindung für die Wahrheit. Wer die Empfindung für die Wahrheit hat, wird auf den Weg kommen, der in etwas ganz anderem liegt, als es die Menschen heute vielfach bequem finden, der aber gesucht wird durch solche Dinge, wie sie auch heute wieder geschildert werden mußten. Denn es ist heute bequemer, etwas anderes zu sagen, als auf die starken feindlichen Kräfte hinzuweisen, die die Direktion sind für das Unterschiedmachen zwischen Wissenschaft und Glauben und die darauf ausgehen, den Weg zu versperren zum Hineinführen der sinnlichen Wissenschaft in die übersinnliche Wissenschaft.

[ 26 ] Anthroposophie soll durch die Kraft, die in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft liegt, auch die Kraft bekommen, noch etwas anderes aus den Worten zu haben, als den Namen: die Empfindung für die Wahrheit. Wer die Empfindung für die Wahrheit hat, wird auf den Weg kommen, der in etwas ganz anderem liegt, als es die Menschen heute vielfach bequem finden, der aber gesucht wird durch solche Dinge, wie sie auch heute wieder geschildert werden mußten. Denn es ist heute bequemer, etwas anderes zu sagen, als auf die starken feindlichen Kräfte hinzuweisen, die die Direktion sind für das Unterschiedmachen zwischen Wissenschaft und Glauben und die darauf ausgehen, den Weg zu versperren zum Hineinführen der sinnlichen Wissenschaft in die übersinnliche Wissenschaft.