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Contrasts in Human Development
GA 197

30 July 1920, Stuttgart

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Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Es ist nötig, daß ich heute anknüpfe an einiges, das ich schon bei der vorigen Betrachtung hier gesagt habe, weil es ganz besonders wichtig und auch nötig ist, den Zusammenhang des Gesagten mit demjenigen, was ich heute hinzufügen will, besonders zu betonen. Ich habe neulich ausgeführt, daß der Weg, der zur Geisteswissenschaft führen muß, die Anerkennung fordert von zwei Tatsachen. Die eine Tatsache ist diese, daß man sich klarmache aus dem verschiedensten, das aus der Geisteswissenschaft aufgenommen werden kann, wie unmöglich es ist, sich zu denken, Materie, Stoff seien in der den Menschen umgebenden Außenwelt zu finden. Wir sehen durch unsere Augen in die Außenwelt, hören durch unsere Ohren in die Außenwelt und bauen ein gewisses Naturerkennen dann auf, wenn wir dasjenige, was wir sehen und hören und durch die andern Sinne wahrnehmen, durch den Verstand verknüpfen und dann eben meinen, wir wissen etwas über die äußere Natur. Solange man so denkt und glaubt, in dieser äußeren Natur könne man — durch irgendwelche Wissenschaft von ihr — Materie und ihre Gesetze finden, so lange ist man im Irrtum. Und der Irrtum des Materialismus bestand nicht darin, daß er überhaupt von Materie sprach, sondern darin, daß man meinte, Materie und ihre Gesetze, ihr innerliches Gefüge, ihr Wesen in der Außenwelt finden zu können. Daher wird derjenige, der da sagt: Ich will von der Außenwelt nichts wissen, denn die ist ja die materielle Welt; ich will in meinem Inneren mystisch aufsuchen eine geistige Welt —, der wird ebenso zum Materialisten wie derjenige, der einfach diese Außenwelt im materialistischen Sinn interpretiert; denn er glaubt ja, daß in der Außenwelt das Materielle aufzufinden sei. Und darin hauptsächlich besteht der Irrtum der neueren Zeit, daß man in der Außenwelt das Wesen des Materiellen sucht. Darin wird die wesentliche Berichtigung bestehen, daß man in der Außenwelt nicht mehr das Wesen des Materiellen sucht, daß man sich klar darüber ist: wie weit wir auch den Bereich unserer Sinnesbeobachtung dehnen, wir können nirgends etwas finden von dem, was die Materie und ihre innere Struktur, ihre Gesetzmäßigkeit ist. Wir müssen uns klar sein, daß uns in der Außenwelt nur vorliegt dasjenige, was man im Orient Maja nennt, dasjenige, was wir Erscheinungswelt, phänomenale Welt nennen, und daß wir, wohin wir auch blicken, etwas Materielles in dieser Außenwelt nicht finden können.

[ 1 ] Es ist nötig, daß ich heute anknüpfe an einiges, das ich schon bei der vorigen Betrachtung hier gesagt habe, weil es ganz besonders wichtig und auch nötig ist, den Zusammenhang des Gesagten mit demjenigen, was ich heute hinzufügen will, besonders zu betonen. Ich habe neulich ausgeführt, daß der Weg, der zur Geisteswissenschaft führen muß, die Anerkennung fordert von zwei Tatsachen. Die eine Tatsache ist diese, daß man sich klarmache aus dem verschiedensten, das aus der Geisteswissenschaft aufgenommen werden kann, wie unmöglich es ist, sich zu denken, Materie, Stoff seien in der den Menschen umgebenden Außenwelt zu finden. Wir sehen durch unsere Augen in die Außenwelt, hören durch unsere Ohren in die Außenwelt und bauen ein gewisses Naturerkennen dann auf, wenn wir dasjenige, was wir sehen und hören und durch die andern Sinne wahrnehmen, durch den Verstand verknüpfen und dann eben meinen, wir wissen etwas über die äußere Natur. Solange man so denkt und glaubt, in dieser äußeren Natur könne man — durch irgendwelche Wissenschaft von ihr — Materie und ihre Gesetze finden, so lange ist man im Irrtum. Und der Irrtum des Materialismus bestand nicht darin, daß er überhaupt von Materie sprach, sondern darin, daß man meinte, Materie und ihre Gesetze, ihr innerliches Gefüge, ihr Wesen in der Außenwelt finden zu können. Daher wird derjenige, der da sagt: Ich will von der Außenwelt nichts wissen, denn die ist ja die materielle Welt; ich will in meinem Inneren mystisch aufsuchen eine geistige Welt —, der wird ebenso zum Materialisten wie derjenige, der einfach diese Außenwelt im materialistischen Sinn interpretiert; denn er glaubt ja, daß in der Außenwelt das Materielle aufzufinden sei. Und darin hauptsächlich besteht der Irrtum der neueren Zeit, daß man in der Außenwelt das Wesen des Materiellen sucht. Darin wird die wesentliche Berichtigung bestehen, daß man in der Außenwelt nicht mehr das Wesen des Materiellen sucht, daß man sich klar darüber ist: wie weit wir auch den Bereich unserer Sinnesbeobachtung dehnen, wir können nirgends etwas finden von dem, was die Materie und ihre innere Struktur, ihre Gesetzmäßigkeit ist. Wir müssen uns klar sein, daß uns in der Außenwelt nur vorliegt dasjenige, was man im Orient Maja nennt, dasjenige, was wir Erscheinungswelt, phänomenale Welt nennen, und daß wir, wohin wir auch blicken, etwas Materielles in dieser Außenwelt nicht finden können.

[ 2 ] Dagegen muß etwas anderes als zweites Faktum klarliegen: daß wir dieses Materielle, das irrtümlicherweise der Materialismus in der Außenwelt sucht, in unserem eigenen Inneren finden und daß wir es gerade dann finden, wenn wir im einseitigen abstrakten Sinn Mystiker werden. Denn dasjenige, was aufsteigt in unserem Bewußtsein als Inhalt einer gewissen Mystik, dasjenige was wir da zu erleben glauben, ist nichts anderes als, ich möchte sagen, die Flamme, die innerlich angezündet wird durch unsere materiellen organischen Prozesse. Und derjenige denkt eigentlich richtig, der die Mystik des Tauler, des Meister Eckhart so auslegt, daß diese Geister mit einer besonderen inneren Erlebnismöglichkeit das Materielle in ihrem Inneren, so wie es sich entzündet zur Bewußtseinsflamme, zu interpretieren wußten und daß sie durch Mystik das Materielle fanden. Ehe man nicht weiß, daß man durch äußere Beobachtung nur das Phänomenale, die Maja, und durch innere Beobachtung nur Materielles und seine Flamme findet, kommt man nicht zu einer wirklichen Klarheit vom Wesen der Welt und vom Stehen des Menschen in der Welt. Wir dürfen nicht in der Außenwelt durch Naturwissenschaft das Materielle suchen, wir müssen innerlich durch Mystik das Materielle suchen; denn da sind seine Gesetze. Wer das Wesen der Schwerkraft suchen will, soll es nicht suchen durch die Atwoodsche Fallmaschine, sondern er soll versuchen — sagen wir in seinem zweiunddreißigsten Lebensjahre, es kann ja auch ein anderer Zeitpunkt sein —, zu einem innerlichen Bewußtsein zu kommen von der Schwerkraft, so daß er aus innerem Erlebnis heraus weiß, was es heißt, Schwere wirklich zu erleben. Er soll durch inneres konkretes Erleben erfahren lernen, wie man vom dreißigsten bis zum vierzigsten Jahr innerlich immer schwerer und schwerer wird, wie man innerlich erlebt eine Eigenschaft des Materiellen, die sich nur ausdrückt in demjenigen, was mystisches Bewußtsein ist. Und ich habe versucht, dasjenige, was da in Betracht kommt, dadurch zu interpretieren, daß ich sagte: Wenn man so drinnensteht im Chaos eines Planeten, wie die heutigen Wissenschafter drinnenstehen, so kann man einen klaren Begriff über diese Dinge gar nicht gewinnen. — Wir sehen dasjenige, was da ist als Pflanzen und Tiere, als Wolkendecke; wir sehen, was die Sterne als ihren Glanz auf uns herabwerfen, sehen Flüsse und Berge und Täler und so weiter. Aber all das kommt gar nicht in Betracht, wenn zum Beispiel beobachtet würde schon vom Mars herunter, was auf unserer Erde ist. Ein Marsbewohner, der durch ein wie immer geartetes Instrument unsere Erde beobachten würde — man könnte sich denken, wie es in Wirklichkeit ja auch ist, wenn auch in anderer Art, daß der Marsbewohner so organisiert ist, daß er die Erde beobachten kann —, der würde nichts wahrnehmen von demjenigen, was wir sehen an Wolkenbildungen, Flüssen und Bergen, von den Erscheinungen des mineralischen, pflanzlichen, tierischen Reiches; dasjenige was er wahrnehmen würde auf unserem Planeten, das würde im Inneren der Häute der auf der Erde lebenden Menschen sich abspielen. Alles übrige würde vor dem Anblick des Marsbewohners verschwinden. Das allein, was im inneren des organischen Lebens der Menschen vorgeht, würde er wahrnehmen; denn das würde er als materielle Welt der Erde empfinden. Und wenn man dieses innerlich Mystische sich zum Bewußtsein bringt, so ist es nicht dasjenige, was viele Mystiker glauben, sondern es ist die Flamme, die gekocht ist in unserem Inneren. Das ist der Ort, wo man die Erdenmaterie kennenlernt. Diese Art der Selbsterkenntnis führt uns in das Wesen der Materie und der Kraft, und in dieser haben die Anschauungen der Menschen des Abendlandes in den letzten Jahrhunderten gerade den entgegengesetzten Gang genommen.

[ 2 ] Dagegen muß etwas anderes als zweites Faktum klarliegen: daß wir dieses Materielle, das irrtümlicherweise der Materialismus in der Außenwelt sucht, in unserem eigenen Inneren finden und daß wir es gerade dann finden, wenn wir im einseitigen abstrakten Sinn Mystiker werden. Denn dasjenige, was aufsteigt in unserem Bewußtsein als Inhalt einer gewissen Mystik, dasjenige was wir da zu erleben glauben, ist nichts anderes als, ich möchte sagen, die Flamme, die innerlich angezündet wird durch unsere materiellen organischen Prozesse. Und derjenige denkt eigentlich richtig, der die Mystik des Tauler, des Meister Eckhart so auslegt, daß diese Geister mit einer besonderen inneren Erlebnismöglichkeit das Materielle in ihrem Inneren, so wie es sich entzündet zur Bewußtseinsflamme, zu interpretieren wußten und daß sie durch Mystik das Materielle fanden. Ehe man nicht weiß, daß man durch äußere Beobachtung nur das Phänomenale, die Maja, und durch innere Beobachtung nur Materielles und seine Flamme findet, kommt man nicht zu einer wirklichen Klarheit vom Wesen der Welt und vom Stehen des Menschen in der Welt. Wir dürfen nicht in der Außenwelt durch Naturwissenschaft das Materielle suchen, wir müssen innerlich durch Mystik das Materielle suchen; denn da sind seine Gesetze. Wer das Wesen der Schwerkraft suchen will, soll es nicht suchen durch die Atwoodsche Fallmaschine, sondern er soll versuchen — sagen wir in seinem zweiunddreißigsten Lebensjahre, es kann ja auch ein anderer Zeitpunkt sein —, zu einem innerlichen Bewußtsein zu kommen von der Schwerkraft, so daß er aus innerem Erlebnis heraus weiß, was es heißt, Schwere wirklich zu erleben. Er soll durch inneres konkretes Erleben erfahren lernen, wie man vom dreißigsten bis zum vierzigsten Jahr innerlich immer schwerer und schwerer wird, wie man innerlich erlebt eine Eigenschaft des Materiellen, die sich nur ausdrückt in demjenigen, was mystisches Bewußtsein ist. Und ich habe versucht, dasjenige, was da in Betracht kommt, dadurch zu interpretieren, daß ich sagte: Wenn man so drinnensteht im Chaos eines Planeten, wie die heutigen Wissenschafter drinnenstehen, so kann man einen klaren Begriff über diese Dinge gar nicht gewinnen. — Wir sehen dasjenige, was da ist als Pflanzen und Tiere, als Wolkendecke; wir sehen, was die Sterne als ihren Glanz auf uns herabwerfen, sehen Flüsse und Berge und Täler und so weiter. Aber all das kommt gar nicht in Betracht, wenn zum Beispiel beobachtet würde schon vom Mars herunter, was auf unserer Erde ist. Ein Marsbewohner, der durch ein wie immer geartetes Instrument unsere Erde beobachten würde — man könnte sich denken, wie es in Wirklichkeit ja auch ist, wenn auch in anderer Art, daß der Marsbewohner so organisiert ist, daß er die Erde beobachten kann —, der würde nichts wahrnehmen von demjenigen, was wir sehen an Wolkenbildungen, Flüssen und Bergen, von den Erscheinungen des mineralischen, pflanzlichen, tierischen Reiches; dasjenige was er wahrnehmen würde auf unserem Planeten, das würde im Inneren der Häute der auf der Erde lebenden Menschen sich abspielen. Alles übrige würde vor dem Anblick des Marsbewohners verschwinden. Das allein, was im inneren des organischen Lebens der Menschen vorgeht, würde er wahrnehmen; denn das würde er als materielle Welt der Erde empfinden. Und wenn man dieses innerlich Mystische sich zum Bewußtsein bringt, so ist es nicht dasjenige, was viele Mystiker glauben, sondern es ist die Flamme, die gekocht ist in unserem Inneren. Das ist der Ort, wo man die Erdenmaterie kennenlernt. Diese Art der Selbsterkenntnis führt uns in das Wesen der Materie und der Kraft, und in dieser haben die Anschauungen der Menschen des Abendlandes in den letzten Jahrhunderten gerade den entgegengesetzten Gang genommen.

[ 3 ] Daran kann man ermessen, wie umgedacht werden muß, wenn der Niedergang wiederum sich in einen Aufgang verwandeln soll. Man glaubt heute, Materialist oder Idealist oder Spiritualist sei man durch den Inhalt einer Weltanschauung. Das ist nicht der Fall. Man ist noch lange nicht Spiritualist, wenn man sagt, man widmet sich der Betrachtung des Innerlichen und nicht der Betrachtung des Äußerlichen. Denn es könnte passieren, daß man sich seinem Inneren widmet und dann erst recht die Materie beobachtet, nämlich so, wie sie innerlich Flamme wird. Man ist nur auf dem rechten Wege dann, wenn man in innerlicher Gesinnung erfaßt, was ich meine. Wir finden, wenn wir die äußere Wahrnehmungswelt überschauen, nur Phänomene, nur Erscheinungen und nicht etwas, worin diese Phänomene, diese Erscheinungen wurzeln; denn worin sie wurzeln, das liegt innerhalb unserer eigenen Haut. Dasjenige, was wir außen sehen, ist genau so zu bewerten wie dasjenige, was wir am Regenbogen sehen. Wie derjenige falsch sieht, der glaubt, der Regenbogen sei etwas anderes als ein Phänomen, sei etwas, was sich da ausspannt als eine Materialität, so ist im Irrtum auch derjenige, der glaubt — weil die andern ihn umgebenden Wahrnehmungen neben den andern Sinnen auch den Gefühlssinn berühren, während man durch den Regenbogen durchgreifen kann —, es wären die Erscheinungen, die uns umgeben, nicht Erscheinungen, sondern Materialität. Sie unterscheiden sich vom Regenbogen nur dadurch, daß sie auch andere Sinne berühren; aber Materialität ist in ihnen ebensowenig zu finden wie im Regenbogen. Äußerlich ist alles Erscheinung. Dasjenige, worin die Erscheinungen wurzeln, liegt also innerhalb der menschlichen Haut. Innerhalb dieser menschlichen Haut geschehen die Vorgänge, welche die Ereignisse der Erde tragen von einem Zeitalter zu dem andern Zeitalter.

[ 3 ] Daran kann man ermessen, wie umgedacht werden muß, wenn der Niedergang wiederum sich in einen Aufgang verwandeln soll. Man glaubt heute, Materialist oder Idealist oder Spiritualist sei man durch den Inhalt einer Weltanschauung. Das ist nicht der Fall. Man ist noch lange nicht Spiritualist, wenn man sagt, man widmet sich der Betrachtung des Innerlichen und nicht der Betrachtung des Äußerlichen. Denn es könnte passieren, daß man sich seinem Inneren widmet und dann erst recht die Materie beobachtet, nämlich so, wie sie innerlich Flamme wird. Man ist nur auf dem rechten Wege dann, wenn man in innerlicher Gesinnung erfaßt, was ich meine. Wir finden, wenn wir die äußere Wahrnehmungswelt überschauen, nur Phänomene, nur Erscheinungen und nicht etwas, worin diese Phänomene, diese Erscheinungen wurzeln; denn worin sie wurzeln, das liegt innerhalb unserer eigenen Haut. Dasjenige, was wir außen sehen, ist genau so zu bewerten wie dasjenige, was wir am Regenbogen sehen. Wie derjenige falsch sieht, der glaubt, der Regenbogen sei etwas anderes als ein Phänomen, sei etwas, was sich da ausspannt als eine Materialität, so ist im Irrtum auch derjenige, der glaubt — weil die andern ihn umgebenden Wahrnehmungen neben den andern Sinnen auch den Gefühlssinn berühren, während man durch den Regenbogen durchgreifen kann —, es wären die Erscheinungen, die uns umgeben, nicht Erscheinungen, sondern Materialität. Sie unterscheiden sich vom Regenbogen nur dadurch, daß sie auch andere Sinne berühren; aber Materialität ist in ihnen ebensowenig zu finden wie im Regenbogen. Äußerlich ist alles Erscheinung. Dasjenige, worin die Erscheinungen wurzeln, liegt also innerhalb der menschlichen Haut. Innerhalb dieser menschlichen Haut geschehen die Vorgänge, welche die Ereignisse der Erde tragen von einem Zeitalter zu dem andern Zeitalter.

[ 4 ] So unwahrscheinlich und paradox es dem Menschen der Gegenwart erscheint, wahr ist es doch, daß dasjenige, was uns heute äußerlich an Phänomenen umgibt, was sich in diesen Phänomenen an Gesetzmäßigkeit zeigt, nicht die äußere Folge desjenigen ist, was ungefähr drei Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha materiell geschehen ist, sondern die Folge von demjenigen, was drei Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha in den Leibern der Ägypter, der Chaldäer und so weiter vorgegangen ist. Das ist von innen nach außen getreten. Und was dazumal äußere Welt war, das ist verflogen, ist versunken. In den Leibern der Menschen liegt der Keim für eine Zukunft, die schon nach Jahrtausenden berechnet werden kann. Das ist etwas, was schon aus den äußeren Naturerscheinungen heute vielleicht durch einen kühnen, aber doch durch einen Schluß erkannt werden kann. Die Menschen sprechen von den Eigenschaften des Radiums. Demjenigen, der die geistige Welt durchschaut, kommt dieses Sprechen manchmal so vor, wie wenn Kinder sprechen würden von demjenigen, was dem geistigen Erkennen des Erwachsenen längst aus andern Tatsachen heraus klar war. Die Physik weiß heute, daß das Radium, das auf der Erdoberfläche vorhanden war vor dem Jahre 140 nach Christi Geburt, heute verflogen ist, heute kein Radium mehr ist. Das Radium, das heute vorhanden ist, hat sich erst seit dem Jahre 140 nach Christi Geburt gebildet. Das sind Dinge, die heute schon die Physik lehrt, Dinge, die heute an den Menschen herantreten, um ihn gewissermaßen zu zwingen, endlich abzulassen von demjenigen, was er, als einen Irrtum eben, zur menschlichen Befreiung jahrhundertelang verfolgen mußte.

[ 4 ] So unwahrscheinlich und paradox es dem Menschen der Gegenwart erscheint, wahr ist es doch, daß dasjenige, was uns heute äußerlich an Phänomenen umgibt, was sich in diesen Phänomenen an Gesetzmäßigkeit zeigt, nicht die äußere Folge desjenigen ist, was ungefähr drei Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha materiell geschehen ist, sondern die Folge von demjenigen, was drei Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha in den Leibern der Ägypter, der Chaldäer und so weiter vorgegangen ist. Das ist von innen nach außen getreten. Und was dazumal äußere Welt war, das ist verflogen, ist versunken. In den Leibern der Menschen liegt der Keim für eine Zukunft, die schon nach Jahrtausenden berechnet werden kann. Das ist etwas, was schon aus den äußeren Naturerscheinungen heute vielleicht durch einen kühnen, aber doch durch einen Schluß erkannt werden kann. Die Menschen sprechen von den Eigenschaften des Radiums. Demjenigen, der die geistige Welt durchschaut, kommt dieses Sprechen manchmal so vor, wie wenn Kinder sprechen würden von demjenigen, was dem geistigen Erkennen des Erwachsenen längst aus andern Tatsachen heraus klar war. Die Physik weiß heute, daß das Radium, das auf der Erdoberfläche vorhanden war vor dem Jahre 140 nach Christi Geburt, heute verflogen ist, heute kein Radium mehr ist. Das Radium, das heute vorhanden ist, hat sich erst seit dem Jahre 140 nach Christi Geburt gebildet. Das sind Dinge, die heute schon die Physik lehrt, Dinge, die heute an den Menschen herantreten, um ihn gewissermaßen zu zwingen, endlich abzulassen von demjenigen, was er, als einen Irrtum eben, zur menschlichen Befreiung jahrhundertelang verfolgen mußte.

[ 5 ] Das alles aber nötigt uns, dasjenige, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft an die Menschen heranbringt, in ganz anderer Weise zu betrachten, als die Dinge sonst gewöhnlich betrachtet werden. Es nötigt uns, von bloßen Theorien zu Realitäten überzugehen, überall überzugehen von dem abstrakten Verstandeswissen zur Taterkenntnis, zu demjenigen, was ein Tun ist, ein wirkliches Tun ist im Weltenzusammenhang. Denn ich habe es schon gesagt — aber es ist notwendig, daß dies mit besonderer Schärfe hervorgehoben werde —, die Leute glauben heute, der eine ist Materialist, der andere ist Spiritualist. Derjenige, der Spiritualist ist, sagt: Der ist Materialist, man muß ihn widerlegen; denn es ist nicht wahr, daß die Seele ein Produkt der Materie ist. Daher ist es falsch, was der Materialist behauptet, und es ist genügend erreicht, wenn man ihn widerlegt hat. Der Materialist ist in einem logischen Irrtum, und man muß ihn widerlegen. — Nein, darum handelt es sich nicht. Das ist keine Sache der Logik, das ist keine Sache des Theoretisierens, und man meint nur, daß Geisteswissenschaft Theoretisieren sei. Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft steht überall auf dem Boden der Realitäten, wenn sie diese auch manchmal da sucht, wo sie wirklich zu suchen sind: in demjenigen, wo der Geist waltet und west. Wer die äußere Welt ansieht und überall die Materie sucht nach der Methode der neueren Molekular- und atomistischen Theoretiker, gleichgültig ob er sie ansieht als Kraftpunkte oder als kleine Klötzchen, der ist nicht bloß in einem logischen Irrtum, den man zu widerlegen hat. Mit solchen Dingen, die bloß theoretische Begriffe sind, hat es die wahre Geisteswissenschaft nicht zu tun. Sie hat es zu tun mit Realitäten. Wer in der äußeren Welt etwas anderes sucht als Phänomene, ist auf dem Wege nicht bloß zu einem logischen Irrtum, sondern zur organischen Erkrankung seines ganzen Wesens. Und man muß nicht sagen, die Verfolgung dieses Weges ist ein logischer Irrtum, sondern man muß sagen, derjenige, der so sucht, ist auf dem Wege zur organischen Erkrankung, auf dem Wege zum Schwachsinn. Das ist es, daß wir vielfach auf dem Gebiete der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft umwandeln müssen die Dinge, die theoretisch gemeint sind, in solche, die real gemeint sind. Das Erklären auf geistigem Gebiete hat es nicht zu tun mit dem bloßen Zustimmen oder Widerlegen, sondern hat es zu tun mit dem, was Gesundheit und Krankheit, was Realitäten im Leben sind. Und so müssen wir sagen: Wer so sucht, daß er in den Phänomenen nicht bloß die Phänomene, sondern die Materie sucht, der ist auf dem Wege zum Schwachsinn, zur organischen Erkrankung. Das ist etwas, was innerhalb der Wirklichkeit verläuft.

[ 5 ] Das alles aber nötigt uns, dasjenige, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft an die Menschen heranbringt, in ganz anderer Weise zu betrachten, als die Dinge sonst gewöhnlich betrachtet werden. Es nötigt uns, von bloßen Theorien zu Realitäten überzugehen, überall überzugehen von dem abstrakten Verstandeswissen zur Taterkenntnis, zu demjenigen, was ein Tun ist, ein wirkliches Tun ist im Weltenzusammenhang. Denn ich habe es schon gesagt — aber es ist notwendig, daß dies mit besonderer Schärfe hervorgehoben werde —, die Leute glauben heute, der eine ist Materialist, der andere ist Spiritualist. Derjenige, der Spiritualist ist, sagt: Der ist Materialist, man muß ihn widerlegen; denn es ist nicht wahr, daß die Seele ein Produkt der Materie ist. Daher ist es falsch, was der Materialist behauptet, und es ist genügend erreicht, wenn man ihn widerlegt hat. Der Materialist ist in einem logischen Irrtum, und man muß ihn widerlegen. — Nein, darum handelt es sich nicht. Das ist keine Sache der Logik, das ist keine Sache des Theoretisierens, und man meint nur, daß Geisteswissenschaft Theoretisieren sei. Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft steht überall auf dem Boden der Realitäten, wenn sie diese auch manchmal da sucht, wo sie wirklich zu suchen sind: in demjenigen, wo der Geist waltet und west. Wer die äußere Welt ansieht und überall die Materie sucht nach der Methode der neueren Molekular- und atomistischen Theoretiker, gleichgültig ob er sie ansieht als Kraftpunkte oder als kleine Klötzchen, der ist nicht bloß in einem logischen Irrtum, den man zu widerlegen hat. Mit solchen Dingen, die bloß theoretische Begriffe sind, hat es die wahre Geisteswissenschaft nicht zu tun. Sie hat es zu tun mit Realitäten. Wer in der äußeren Welt etwas anderes sucht als Phänomene, ist auf dem Wege nicht bloß zu einem logischen Irrtum, sondern zur organischen Erkrankung seines ganzen Wesens. Und man muß nicht sagen, die Verfolgung dieses Weges ist ein logischer Irrtum, sondern man muß sagen, derjenige, der so sucht, ist auf dem Wege zur organischen Erkrankung, auf dem Wege zum Schwachsinn. Das ist es, daß wir vielfach auf dem Gebiete der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft umwandeln müssen die Dinge, die theoretisch gemeint sind, in solche, die real gemeint sind. Das Erklären auf geistigem Gebiete hat es nicht zu tun mit dem bloßen Zustimmen oder Widerlegen, sondern hat es zu tun mit dem, was Gesundheit und Krankheit, was Realitäten im Leben sind. Und so müssen wir sagen: Wer so sucht, daß er in den Phänomenen nicht bloß die Phänomene, sondern die Materie sucht, der ist auf dem Wege zum Schwachsinn, zur organischen Erkrankung. Das ist etwas, was innerhalb der Wirklichkeit verläuft.

[ 6 ] Ebenso ist derjenige, welcher das abstrakt Geistige in seinem Inneren sucht, nicht bloß zu widerlegen; sondern derjenige, der das Geistige sucht auf dem Wege bloßer einseitiger innerer Mystik und nicht daraufkommt, daß er, wenn er durchschaut das Gewebe dieser Mystik, gerade auf die Materialität kommt, der ist auf dem Wege — ich habe es so genannt, wie man es wohl nennen kann, wenn man es von jenseits der Schwelle aus bezeichnet — zur Erkrankung seines Organismus: der Infantilität, der Kindsköpfigkeit. Wenn hier die Schwelle ist zwischen der sinnlichen und der übersinnlichen Welt und der Hüter der Schwelle da steht, so ist diesseits des Hüters dasjenige, was wir hier Genialität nennen; das aber kann mit Recht jenseits der Schwelle Kindsköpfigkeit genannt werden. Denn kommt es in unrichtiger Weise hier in der sinnlichen Welt zum Ausdruck, dann ist es Kindsköpfigkeit durch das ganze Leben hindurch, während Genialität das ist, daß ein gewisser Fond von Kindlichkeit durch das ganze Leben bewahrt ist. Wir gelangen nur dadurch zur Genialität, daß wir bis ins späte Alter hineintragen können die Art der Seele, die sonst im kindlichen Alter vorhanden ist, und das wird in seiner wahren Gestalt von jenseits der Schwelle aus gesehen. Wenn aber einseitig erfolgt jenes Hineintragen der kindlichen Art der Seele in das spätere Alter, wird das, was, richtig hineingestellt in die menschliche Welt, Genialität wird, zur Kindsköpfigkeit. Das ist wiederum etwas, was uns zeigt, wie wir die bloß logischen Begriffe, sobald wir in das Gebiet der Geisteswissenschaft kommen, ersetzen müssen durch reale Begriffe, durch das, was den Menschen nicht bloß zu andern Ansichten bringt, sondern was ihn innerlich seiner organischen Struktur nach verändert.

[ 6 ] Ebenso ist derjenige, welcher das abstrakt Geistige in seinem Inneren sucht, nicht bloß zu widerlegen; sondern derjenige, der das Geistige sucht auf dem Wege bloßer einseitiger innerer Mystik und nicht daraufkommt, daß er, wenn er durchschaut das Gewebe dieser Mystik, gerade auf die Materialität kommt, der ist auf dem Wege — ich habe es so genannt, wie man es wohl nennen kann, wenn man es von jenseits der Schwelle aus bezeichnet — zur Erkrankung seines Organismus: der Infantilität, der Kindsköpfigkeit. Wenn hier die Schwelle ist zwischen der sinnlichen und der übersinnlichen Welt und der Hüter der Schwelle da steht, so ist diesseits des Hüters dasjenige, was wir hier Genialität nennen; das aber kann mit Recht jenseits der Schwelle Kindsköpfigkeit genannt werden. Denn kommt es in unrichtiger Weise hier in der sinnlichen Welt zum Ausdruck, dann ist es Kindsköpfigkeit durch das ganze Leben hindurch, während Genialität das ist, daß ein gewisser Fond von Kindlichkeit durch das ganze Leben bewahrt ist. Wir gelangen nur dadurch zur Genialität, daß wir bis ins späte Alter hineintragen können die Art der Seele, die sonst im kindlichen Alter vorhanden ist, und das wird in seiner wahren Gestalt von jenseits der Schwelle aus gesehen. Wenn aber einseitig erfolgt jenes Hineintragen der kindlichen Art der Seele in das spätere Alter, wird das, was, richtig hineingestellt in die menschliche Welt, Genialität wird, zur Kindsköpfigkeit. Das ist wiederum etwas, was uns zeigt, wie wir die bloß logischen Begriffe, sobald wir in das Gebiet der Geisteswissenschaft kommen, ersetzen müssen durch reale Begriffe, durch das, was den Menschen nicht bloß zu andern Ansichten bringt, sondern was ihn innerlich seiner organischen Struktur nach verändert.

[ 7 ] Das ist der Ernst der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, der so wenig gewürdigt wird, weil die Menschen die gewöhnliche Gesinnung hineintragen in die geisteswissenschaftlichen Gebiete. Sie möchten so zustimmen oder so widerlegen, wie das gewöhnlich in der äußeren Welt geschieht, möchten die Gepflogenheiten der äußeren Welt hineintragen in die geisteswissenschaftlichen Gebiete, während die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nur richtig gelehrt werden kann, wenn man mit den Worten von der jenseitigen Welt spricht. Da haben die Worte ganz andere Bedeutung, da ist dasjenige, was hier Schwere ist, was nach unten zieht, Zug nach oben. In der geistigen Welt muß man von dem, was uns hinunterzieht, so sprechen, daß es genau umgekehrt ist. Daher brauchte man sich nicht zu verwundern, wenn derjenige, der es mit der Geisteswissenschaft ernst nimmt, zunächst ganz mißverstanden wird von denjenigen, die auch in die geisteswissenschaftlichen Gebiete hineintragen möchten die Gepflogenheiten, die sich nun einmal im Zeitalter des Materialismus ausgebildet haben. Das ist es, was immer dazu führt, daß solche Dinge, wie ich sie gestern gewagt habe vorzubringen, mißverstanden werden.

[ 7 ] Das ist der Ernst der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, der so wenig gewürdigt wird, weil die Menschen die gewöhnliche Gesinnung hineintragen in die geisteswissenschaftlichen Gebiete. Sie möchten so zustimmen oder so widerlegen, wie das gewöhnlich in der äußeren Welt geschieht, möchten die Gepflogenheiten der äußeren Welt hineintragen in die geisteswissenschaftlichen Gebiete, während die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nur richtig gelehrt werden kann, wenn man mit den Worten von der jenseitigen Welt spricht. Da haben die Worte ganz andere Bedeutung, da ist dasjenige, was hier Schwere ist, was nach unten zieht, Zug nach oben. In der geistigen Welt muß man von dem, was uns hinunterzieht, so sprechen, daß es genau umgekehrt ist. Daher brauchte man sich nicht zu verwundern, wenn derjenige, der es mit der Geisteswissenschaft ernst nimmt, zunächst ganz mißverstanden wird von denjenigen, die auch in die geisteswissenschaftlichen Gebiete hineintragen möchten die Gepflogenheiten, die sich nun einmal im Zeitalter des Materialismus ausgebildet haben. Das ist es, was immer dazu führt, daß solche Dinge, wie ich sie gestern gewagt habe vorzubringen, mißverstanden werden.

[ 8 ] Derjenige, der seinen Standpunkt darlegen würde gegen Oswald Spengler, der würde ihn einfach widerlegen. Der Geisteswissenschafter ist in die Notwendigkeit versetzt, ihn nicht in der gewöhnlichen Weise zu widerlegen. Er muß Gesichtspunkte einnehmen und nicht Stierhaftigkeit; er muß sagen: Was durch Oswald Spengler behauptet wird, ist von einem andern Gesichtspunkte aus behauptet, von einem Gesichtspunkt, der unfruchtbar für die nächste Zukunft ist. Dann wird man den Erscheinungen gerecht, wenn man sie nicht einfach widerlegt, sondern ihre Genialität zeigt und mit innerem Anteil von dem spricht, was man überwunden haben möchte. In der Art und Weise, wie man die Dinge behandelt, liegt viel mehr das Geisteswissenschaftliche als in dem platten Vorbringen irgendwelcher mystischer Allgemeinheiten, von denen diejenigen, die sie vorbringen, meinen, daß sie ganz besonders gottbegnadete Wahrheiten seien. Diese Dinge müssen betrachtet werden, denn wir gehen einem Zeitalter entgegen, wo wir über das bloß Inhaltliche des intellektuellen Lebens hinauskommen müssen. Und das ist etwas, was ich oft und oft, immer wieder und wiederum betonen möchte: daß wir über das bloß Inhaltliche des intellektuellen Lebens hinauskommen müssen.

[ 8 ] Derjenige, der seinen Standpunkt darlegen würde gegen Oswald Spengler, der würde ihn einfach widerlegen. Der Geisteswissenschafter ist in die Notwendigkeit versetzt, ihn nicht in der gewöhnlichen Weise zu widerlegen. Er muß Gesichtspunkte einnehmen und nicht Stierhaftigkeit; er muß sagen: Was durch Oswald Spengler behauptet wird, ist von einem andern Gesichtspunkte aus behauptet, von einem Gesichtspunkt, der unfruchtbar für die nächste Zukunft ist. Dann wird man den Erscheinungen gerecht, wenn man sie nicht einfach widerlegt, sondern ihre Genialität zeigt und mit innerem Anteil von dem spricht, was man überwunden haben möchte. In der Art und Weise, wie man die Dinge behandelt, liegt viel mehr das Geisteswissenschaftliche als in dem platten Vorbringen irgendwelcher mystischer Allgemeinheiten, von denen diejenigen, die sie vorbringen, meinen, daß sie ganz besonders gottbegnadete Wahrheiten seien. Diese Dinge müssen betrachtet werden, denn wir gehen einem Zeitalter entgegen, wo wir über das bloß Inhaltliche des intellektuellen Lebens hinauskommen müssen. Und das ist etwas, was ich oft und oft, immer wieder und wiederum betonen möchte: daß wir über das bloß Inhaltliche des intellektuellen Lebens hinauskommen müssen.

[ 9 ] Es ist heute, wenn man den bloßen Inhalt nimmt, für jeden törichten Menschen verhältnismäßig leicht, Oswald Spengler zu widerlegen. Das ist nicht schwer, aber darauf kommt es nicht an, sondern darauf, zu sagen, was in Oswald Spengler konkret, real lebt und wodurch er konkret, real überwunden werden kann. Und es wird in der Zukunft immer mehr und mehr darauf ankommen, daß wir, wenn wir eine Persönlichkeit charakterisieren wollen, mehr darauf schauen, was sie vorbringt, als darauf, ob sie gerade das vorbringt, was einem inhaltlich gefällt oder mißfällt. Man muß nicht darauf sehen, ob einem inhaltlich etwas gefällt oder mißfällt, sondern ob es geistige Qualitäten hat. Es ist viel wichtiger für den Gesamteffekt der Weltevolution, daß ein genialer Materialist da ist, der den Materialismus genial vertritt — dazu gehört Geist, und manchmal gehört sehr wenig Geist dazu, um platte Mystik zu vertreten. Der platte Mystiker kann unter Umständen viel mehr zur Vermaterialisierung der Welt beitragen als der geniale Materialist. Auf die Qualitäten des Geistigen kommt es an. Darauf, daß dies erkannt wird, wird es viel mehr ankommen in der Zukunft als auf den Inhalt. Das ist das, was gelernt werden muß; denn wir wollen nicht den Geist anstreben als ein logisches System, sondern in seiner Realität, und da frage ich Sie: Können Sie sich nicht vorstellen, daß Geist lebt in dem geistvollen Materialisten, mehr als in dem platten Spiritualisten? Diese Dinge, die müssen von der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft eingesehen und durchschaut werden; denn auf die Realität des Geistes kommt es an, nicht auf die abstrakte Behauptung des einen oder des andern. Das verkennt man gerade, wie sehr es wirklich ankommt auf Realitäten und nicht auf Theorien!

[ 9 ] Es ist heute, wenn man den bloßen Inhalt nimmt, für jeden törichten Menschen verhältnismäßig leicht, Oswald Spengler zu widerlegen. Das ist nicht schwer, aber darauf kommt es nicht an, sondern darauf, zu sagen, was in Oswald Spengler konkret, real lebt und wodurch er konkret, real überwunden werden kann. Und es wird in der Zukunft immer mehr und mehr darauf ankommen, daß wir, wenn wir eine Persönlichkeit charakterisieren wollen, mehr darauf schauen, was sie vorbringt, als darauf, ob sie gerade das vorbringt, was einem inhaltlich gefällt oder mißfällt. Man muß nicht darauf sehen, ob einem inhaltlich etwas gefällt oder mißfällt, sondern ob es geistige Qualitäten hat. Es ist viel wichtiger für den Gesamteffekt der Weltevolution, daß ein genialer Materialist da ist, der den Materialismus genial vertritt — dazu gehört Geist, und manchmal gehört sehr wenig Geist dazu, um platte Mystik zu vertreten. Der platte Mystiker kann unter Umständen viel mehr zur Vermaterialisierung der Welt beitragen als der geniale Materialist. Auf die Qualitäten des Geistigen kommt es an. Darauf, daß dies erkannt wird, wird es viel mehr ankommen in der Zukunft als auf den Inhalt. Das ist das, was gelernt werden muß; denn wir wollen nicht den Geist anstreben als ein logisches System, sondern in seiner Realität, und da frage ich Sie: Können Sie sich nicht vorstellen, daß Geist lebt in dem geistvollen Materialisten, mehr als in dem platten Spiritualisten? Diese Dinge, die müssen von der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft eingesehen und durchschaut werden; denn auf die Realität des Geistes kommt es an, nicht auf die abstrakte Behauptung des einen oder des andern. Das verkennt man gerade, wie sehr es wirklich ankommt auf Realitäten und nicht auf Theorien!

[ 10 ] Daher müssen wir manche Erscheinung des gewöhnlichen Lebens gerade von dem Gesichtspunkt der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heute ansehen, sonst kommt man mit ihr nicht zur Klarheit. Bedenken Sie einmal, daß wir in der gewöhnlichen Welt, in die wir uns heute hineinleben, im öffentlichen Leben diese oder jene Partei finden. Wir wollen zunächst die gewöhnlichen Parteien ins Auge fassen. Sie wissen, das Trostloseste, das Odeste, das Platteste ist es, was sich in diesen Parteien darlebt; aber mehr oder weniger steht ja heute fast gezwungen jeder darin, der sich nicht ganz zurückziehen will vom äußeren Leben, oder der durch seine Heimatlosigkeit nicht gleich gezwungen ist, nirgends zu wählen, weil es ihm nirgends gelungen ist, das Recht zu wählen zu erlangen; also jeder, der das Recht zu wählen hat, steht heute unter dem Zwang, nach einer bestimmten Richtung hin seine Stimme abzugeben, das heißt, im Sinne dieser Parteien zu wirken. Parteien sind also da. Diese gehen zurück auf bessere Zeiten des Parteilebens, auf das bekannte englische Schaukelsystem der Konservativen Partei auf der einen und der Liberalen Partei auf der andern Seite. Und wir können sagen: In diesen beiden Schattierungen drücken sich gewissermaßen alle Parteien aus, die heute vorhanden sind. Es färbt sich manchmal das Liberale von links mit dem Konservativismus von rechts und der Konservativismus mit dem Liberalismus von links, wie in der Sozialdemokratie, oder es färbt sich der Konservativismus zum Radikalismus, wie wir das ja heute erlebt haben. Aber im ganzen kann man sagen, dieses Musterschaukelsystem Konservativ und Liberal ist dasjenige, worauf unsere Parteien zurückgehen. Ja, das ist das Bild, das man so äußerlich hat. Man erlebt innerhalb dieser Parteibildungen wie jeder zugeben muß — das Allerschlimmste. Aber es ist eben da, und die Frage ist nun: Ja, warum ist es da? Was ist denn das eigentlich? Was sind denn eigentlich Parteien?

[ 10 ] Daher müssen wir manche Erscheinung des gewöhnlichen Lebens gerade von dem Gesichtspunkt der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heute ansehen, sonst kommt man mit ihr nicht zur Klarheit. Bedenken Sie einmal, daß wir in der gewöhnlichen Welt, in die wir uns heute hineinleben, im öffentlichen Leben diese oder jene Partei finden. Wir wollen zunächst die gewöhnlichen Parteien ins Auge fassen. Sie wissen, das Trostloseste, das Odeste, das Platteste ist es, was sich in diesen Parteien darlebt; aber mehr oder weniger steht ja heute fast gezwungen jeder darin, der sich nicht ganz zurückziehen will vom äußeren Leben, oder der durch seine Heimatlosigkeit nicht gleich gezwungen ist, nirgends zu wählen, weil es ihm nirgends gelungen ist, das Recht zu wählen zu erlangen; also jeder, der das Recht zu wählen hat, steht heute unter dem Zwang, nach einer bestimmten Richtung hin seine Stimme abzugeben, das heißt, im Sinne dieser Parteien zu wirken. Parteien sind also da. Diese gehen zurück auf bessere Zeiten des Parteilebens, auf das bekannte englische Schaukelsystem der Konservativen Partei auf der einen und der Liberalen Partei auf der andern Seite. Und wir können sagen: In diesen beiden Schattierungen drücken sich gewissermaßen alle Parteien aus, die heute vorhanden sind. Es färbt sich manchmal das Liberale von links mit dem Konservativismus von rechts und der Konservativismus mit dem Liberalismus von links, wie in der Sozialdemokratie, oder es färbt sich der Konservativismus zum Radikalismus, wie wir das ja heute erlebt haben. Aber im ganzen kann man sagen, dieses Musterschaukelsystem Konservativ und Liberal ist dasjenige, worauf unsere Parteien zurückgehen. Ja, das ist das Bild, das man so äußerlich hat. Man erlebt innerhalb dieser Parteibildungen wie jeder zugeben muß — das Allerschlimmste. Aber es ist eben da, und die Frage ist nun: Ja, warum ist es da? Was ist denn das eigentlich? Was sind denn eigentlich Parteien?

[ 11 ] Alles, was hier in der physischen Welt erscheint, ist ja ein Abbild der übersinnlichen Welt. Wovon sind denn dann die Parteien ein Abbild? Was ist denn in der übersinnlichen Welt dafür da, daß hier in der sinnlichen Welt Parteien sind? Dasjenige, um was es sich da handelt, versteht nur der richtig, der die Voraussetzungen dazu verstanden hat, der versteht, daß man zu etwas ganz anderem, nämlich zu den Realitäten kommt, wenn man die Schwelle der geistigen Welt überschreitet. Hier in der physischen Welt ist man Idealist oder Skeptiker oder Realist oder Spiritualist oder wie die -isten alle heißen. Man ist etwas, was man in ein Programm, in ein politisches, soziologisches System zusammenfassen kann, kurz, man ist ein -ist. Da richtet man sich nach einer Abstraktion. Denn alles das, was den Parteien zugrunde liegt, sind ja solche Parteiprogramme oder Systeme oder dergleichen, sind irgendwelche Abstraktionen. Sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, hat man es nicht mit bloßer Logik und Abstraktionen zu tun, sondern mit Realitäten. Das wird nur gewöhnlich nicht sehr ernst genommen. Aber Sie können nicht auf Parteifahnen schwören, sobald Sie am Hüter der Schwelle vorbeigekommen sind, sondern da können Sie sich nur zu Wesen halten, da wird alles wesenhaft. Da können Sie sich nur an irgendein Wesen der höheren Hierarchien halten und sagen: Das ist derjenige, dem ich nachfolge, mit dem ich mich verbinde. Der andere mag seine Sache in seiner Art vertreten, ich bin mit dem verbunden, ich ergreife dessen Partei. Da bekommt das Wort «Ich ergreife Partei von dem oder jenem» eine sehr reale, nicht bloß eine abstrakte Bedeutung. Für uns Menschen liegt es nahe, uns zu sagen: Sobald wir jenseits der Schwelle hinüberblicken, finden wir die dreifache Art von Wesenheiten: das Christus-Wesen, Ahriman und Luzifer. Man kann nun allerdings zunächst, indem man sich sorgfältig vorbereitet hat für das Erfassen der geistigen Welt, sagen: Ich wähle die Partei des Christus oder die des Ahriman oder die des Luzifer. Man kann aber die Sache auch maskieren, man kann schlecht vorbereitet sein und kann Ahriman wählen und ihn Christus nennen. Aber man folgt einem Wesen — es wird alles wesenhaft jenseits der Schwelle! Man hat es immer mit Realitäten zu tun, nicht mit irgendwelchen programmatischen oder systemhaften Dingen!

[ 11 ] Alles, was hier in der physischen Welt erscheint, ist ja ein Abbild der übersinnlichen Welt. Wovon sind denn dann die Parteien ein Abbild? Was ist denn in der übersinnlichen Welt dafür da, daß hier in der sinnlichen Welt Parteien sind? Dasjenige, um was es sich da handelt, versteht nur der richtig, der die Voraussetzungen dazu verstanden hat, der versteht, daß man zu etwas ganz anderem, nämlich zu den Realitäten kommt, wenn man die Schwelle der geistigen Welt überschreitet. Hier in der physischen Welt ist man Idealist oder Skeptiker oder Realist oder Spiritualist oder wie die -isten alle heißen. Man ist etwas, was man in ein Programm, in ein politisches, soziologisches System zusammenfassen kann, kurz, man ist ein -ist. Da richtet man sich nach einer Abstraktion. Denn alles das, was den Parteien zugrunde liegt, sind ja solche Parteiprogramme oder Systeme oder dergleichen, sind irgendwelche Abstraktionen. Sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, hat man es nicht mit bloßer Logik und Abstraktionen zu tun, sondern mit Realitäten. Das wird nur gewöhnlich nicht sehr ernst genommen. Aber Sie können nicht auf Parteifahnen schwören, sobald Sie am Hüter der Schwelle vorbeigekommen sind, sondern da können Sie sich nur zu Wesen halten, da wird alles wesenhaft. Da können Sie sich nur an irgendein Wesen der höheren Hierarchien halten und sagen: Das ist derjenige, dem ich nachfolge, mit dem ich mich verbinde. Der andere mag seine Sache in seiner Art vertreten, ich bin mit dem verbunden, ich ergreife dessen Partei. Da bekommt das Wort «Ich ergreife Partei von dem oder jenem» eine sehr reale, nicht bloß eine abstrakte Bedeutung. Für uns Menschen liegt es nahe, uns zu sagen: Sobald wir jenseits der Schwelle hinüberblicken, finden wir die dreifache Art von Wesenheiten: das Christus-Wesen, Ahriman und Luzifer. Man kann nun allerdings zunächst, indem man sich sorgfältig vorbereitet hat für das Erfassen der geistigen Welt, sagen: Ich wähle die Partei des Christus oder die des Ahriman oder die des Luzifer. Man kann aber die Sache auch maskieren, man kann schlecht vorbereitet sein und kann Ahriman wählen und ihn Christus nennen. Aber man folgt einem Wesen — es wird alles wesenhaft jenseits der Schwelle! Man hat es immer mit Realitäten zu tun, nicht mit irgendwelchen programmatischen oder systemhaften Dingen!

[ 12 ] Das ist ein gewichtiges Wort, das ich damit ausspreche, charakterisierend das menschliche Verhältnis zur übersinnlichen Welt. Und es gibt da einen Punkt, wo es, weil es zu sehr ärgerlich ist, heute noch nicht möglich ist, das allerletzte Wort zu sprechen; aber die wenigsten Menschen hier auf der Erde wissen heute, daß alles Folgen von Parteifahnen, von Parteiabstraktionen im Grunde genommen gar keine Realität ist, sondern eine Illusion ist, und daß, wenn man anfängt etwas Realem zu folgen, man eigentlich etwas folgen muß, was sich jenseits der Schwelle befindet in der übersinnlichen Welt. Aber eine Partei können Sie gleich so charakterisieren, daß sie sehr wohl dieses Geheimnis kennt und es auch befolgt. Und daß in dem Karlsruher Zyklus vom Jahre 1911 dieses öffentlich ausgesprochen ist, hat mir den Haß dieser Partei zugezogen. Das sind nämlich die Jesuiten. Die wissen ganz genau: Einem Parteiprogramm folgen — verzeihen Sie, daß ich mich eines in Deutschland gebräuchlichen Ausdrucks bediene —, ist Mumpitz. Man folgt einem Wesen der übersinnlichen Welt! Daher sehen Sie die Jesuitenübungen damit beginnen, daß der Jesuit sich zunächst vorzustellen hat denjenigen, dem er dann als die Kompanie Jesu nachfolgt, für den er eine militärische Korporation bildet. Und wenn ich sage, das letzte Wort kann nicht gesprochen werden, so möchte ich zurückhalten mit demjenigen, was das ist, was da als der «Jesus» getauft wird. Aber es kommt uns darauf an, zu charakterisieren, daß der Jesuitismus eine Partei bildet, indem er einem geistigen Wesen folgt, und daß er also dieses Geheimnis sehr wohl kennt: daß irgendeiner Parteiung zu folgen, die sich erschöpft in einem Programm innerhalb der irdischen Welt, Mumpitz ist. Und die Wirksamkeit des Jesuitenordens beruht darauf, daß er seine Angehörigen zur Gefolgschaft eines geistigen Wesens erzieht. Da heißt es nicht: Irgend etwas ist richtig oder unrichtig —, sondern da heißt es: Es gehört zu der Mission desjenigen geistigen Wesens, dem ich folge; das verteidige ich. Was nicht zu der Mission des geistigen Wesens gehört, dem ich folge, das bekämpfe ich, wenn es auch in logischer Beziehung verteidigt werden kann, denn logisch verteidigt werden können die Inhalte des Ahriman und Luzifer genauso wie die des Christus. Logische Verteidigungen gibt es in ganz gleichwertiger Weise gerade drei.

[ 12 ] Das ist ein gewichtiges Wort, das ich damit ausspreche, charakterisierend das menschliche Verhältnis zur übersinnlichen Welt. Und es gibt da einen Punkt, wo es, weil es zu sehr ärgerlich ist, heute noch nicht möglich ist, das allerletzte Wort zu sprechen; aber die wenigsten Menschen hier auf der Erde wissen heute, daß alles Folgen von Parteifahnen, von Parteiabstraktionen im Grunde genommen gar keine Realität ist, sondern eine Illusion ist, und daß, wenn man anfängt etwas Realem zu folgen, man eigentlich etwas folgen muß, was sich jenseits der Schwelle befindet in der übersinnlichen Welt. Aber eine Partei können Sie gleich so charakterisieren, daß sie sehr wohl dieses Geheimnis kennt und es auch befolgt. Und daß in dem Karlsruher Zyklus vom Jahre 1911 dieses öffentlich ausgesprochen ist, hat mir den Haß dieser Partei zugezogen. Das sind nämlich die Jesuiten. Die wissen ganz genau: Einem Parteiprogramm folgen — verzeihen Sie, daß ich mich eines in Deutschland gebräuchlichen Ausdrucks bediene —, ist Mumpitz. Man folgt einem Wesen der übersinnlichen Welt! Daher sehen Sie die Jesuitenübungen damit beginnen, daß der Jesuit sich zunächst vorzustellen hat denjenigen, dem er dann als die Kompanie Jesu nachfolgt, für den er eine militärische Korporation bildet. Und wenn ich sage, das letzte Wort kann nicht gesprochen werden, so möchte ich zurückhalten mit demjenigen, was das ist, was da als der «Jesus» getauft wird. Aber es kommt uns darauf an, zu charakterisieren, daß der Jesuitismus eine Partei bildet, indem er einem geistigen Wesen folgt, und daß er also dieses Geheimnis sehr wohl kennt: daß irgendeiner Parteiung zu folgen, die sich erschöpft in einem Programm innerhalb der irdischen Welt, Mumpitz ist. Und die Wirksamkeit des Jesuitenordens beruht darauf, daß er seine Angehörigen zur Gefolgschaft eines geistigen Wesens erzieht. Da heißt es nicht: Irgend etwas ist richtig oder unrichtig —, sondern da heißt es: Es gehört zu der Mission desjenigen geistigen Wesens, dem ich folge; das verteidige ich. Was nicht zu der Mission des geistigen Wesens gehört, dem ich folge, das bekämpfe ich, wenn es auch in logischer Beziehung verteidigt werden kann, denn logisch verteidigt werden können die Inhalte des Ahriman und Luzifer genauso wie die des Christus. Logische Verteidigungen gibt es in ganz gleichwertiger Weise gerade drei.

[ 13 ] Daher erleben wir jetzt das merkwürdige Schauspiel, daß der Jesuitismus, indem er den Kampf gegen die Anthroposophie führt, selbstverständlich weiß, daß die Anthroposophie einer geistigen Richtung folgt, in der sich die Dinge verteidigen lassen. Er weiß ganz gut, daß darin die Dinge nicht damit bekämpft sind, daß er sie logisch widerlegt, denn er weiß allzu gut, daß eine logische Widerlegung ein bloßes Spiel mit Logik ist; er weiß, daß er einfach im geistigen Kampf einem Gegner gegenübersteht, und ihm ist jedes Mittel recht. Daher ist es so unsinnig, bloß den Kampf führen zu wollen, indem man das Widerlegen der Jesuiten wieder widerlegt. Dasjenige, was man einwendet, kennen die Jesuiten sehr gut; aber daß sie es kennen und für richtig halten, das ist für sie kein Grund, es nicht zu bekämpfen, weil sie einer andern Wesenheit folgen, als zum Heile der Menschheit Anthroposophie jetzt folgen muß. Da kommt es, sobald es sich um geistige Angelegenheiten handelt, auf Realitäten an; da kommt es darauf an, daß man die geistigen Wege wirklich durchschaut, da kommt es schon darauf an, daß man zum Durchschauen dieser geistigen Wege — was aber dem gesunden Menschenverstand durchaus möglich ist — den ganzen Menschen anwendet, nicht jenen Menschenzwerg, der heute auf unseren gebräuchlichen Lehranstalten ausgebildet wird.

[ 13 ] Daher erleben wir jetzt das merkwürdige Schauspiel, daß der Jesuitismus, indem er den Kampf gegen die Anthroposophie führt, selbstverständlich weiß, daß die Anthroposophie einer geistigen Richtung folgt, in der sich die Dinge verteidigen lassen. Er weiß ganz gut, daß darin die Dinge nicht damit bekämpft sind, daß er sie logisch widerlegt, denn er weiß allzu gut, daß eine logische Widerlegung ein bloßes Spiel mit Logik ist; er weiß, daß er einfach im geistigen Kampf einem Gegner gegenübersteht, und ihm ist jedes Mittel recht. Daher ist es so unsinnig, bloß den Kampf führen zu wollen, indem man das Widerlegen der Jesuiten wieder widerlegt. Dasjenige, was man einwendet, kennen die Jesuiten sehr gut; aber daß sie es kennen und für richtig halten, das ist für sie kein Grund, es nicht zu bekämpfen, weil sie einer andern Wesenheit folgen, als zum Heile der Menschheit Anthroposophie jetzt folgen muß. Da kommt es, sobald es sich um geistige Angelegenheiten handelt, auf Realitäten an; da kommt es darauf an, daß man die geistigen Wege wirklich durchschaut, da kommt es schon darauf an, daß man zum Durchschauen dieser geistigen Wege — was aber dem gesunden Menschenverstand durchaus möglich ist — den ganzen Menschen anwendet, nicht jenen Menschenzwerg, der heute auf unseren gebräuchlichen Lehranstalten ausgebildet wird.

[ 14 ] Was sind denn also Parteien hier im physischen Leben? Sie sind die Karikaturen von demjenigen, was in der übersinnlichen Welt seine gute Berechtigung hat; sie sind die verzerrten Schattenbilder von Dingen, die in der geistigen Welt ihre gute Berechtigung haben. Das ist das Schwierige der Sache, daß dasjenige, was in der sinnlichen Welt auftritt, das Abbild sein kann von etwas, was in der geistigen Welt eine ganz gute Bedeutung hat. In der sinnlichen Welt ist es verderblich, verwerflich, denn die Welten haben alle ihre eigenen Gesetze — und wir steuern heute hinein in die Notwendigkeit, uns zur geistigen Welt wieder hinaufzuarbeiten. Aber die erste Etappe wird damit begonnen, daß hier in dem physischen Leben die Karikaturen des geistigen Lebens auftreten, daß die Menschen zunächst hier Parteifahnen aufrichten und Parteigötzen folgen, während sie geistigen Wesenheiten folgen sollten. Da ist es Wahrheit, wenn es in der übersinnlichen Welt geschieht; Lüge und Illusion ist es, wenn es hier in der physischen Welt geschieht. Sie sehen, es ist keine Phrase, wenn davon gesprochen wird, daß es darauf ankommt, das bloß theoretische Wesen in Wirklichkeit zu verwandeln, sobald man von den Wahrheiten jenseits der Schwelle sprechen will.

[ 14 ] Was sind denn also Parteien hier im physischen Leben? Sie sind die Karikaturen von demjenigen, was in der übersinnlichen Welt seine gute Berechtigung hat; sie sind die verzerrten Schattenbilder von Dingen, die in der geistigen Welt ihre gute Berechtigung haben. Das ist das Schwierige der Sache, daß dasjenige, was in der sinnlichen Welt auftritt, das Abbild sein kann von etwas, was in der geistigen Welt eine ganz gute Bedeutung hat. In der sinnlichen Welt ist es verderblich, verwerflich, denn die Welten haben alle ihre eigenen Gesetze — und wir steuern heute hinein in die Notwendigkeit, uns zur geistigen Welt wieder hinaufzuarbeiten. Aber die erste Etappe wird damit begonnen, daß hier in dem physischen Leben die Karikaturen des geistigen Lebens auftreten, daß die Menschen zunächst hier Parteifahnen aufrichten und Parteigötzen folgen, während sie geistigen Wesenheiten folgen sollten. Da ist es Wahrheit, wenn es in der übersinnlichen Welt geschieht; Lüge und Illusion ist es, wenn es hier in der physischen Welt geschieht. Sie sehen, es ist keine Phrase, wenn davon gesprochen wird, daß es darauf ankommt, das bloß theoretische Wesen in Wirklichkeit zu verwandeln, sobald man von den Wahrheiten jenseits der Schwelle sprechen will.

[ 15 ] Mit bloßen Widerlegungen des Materialismus ist es nicht getan, denn die Sache liegt so in bezug auf den Menschen: Der Mensch besteht wirklich seiner ganzen Veranlagung nach aus einem Geistig-Seelischen. Dieses Geistig-Seelische lebt schon vor unserer Konzeption, vor unserer Geburt. Es hat sich herausgebildet aus unserer früheren Erdenverkörperung, es ist durch die geistige Welt hindurchgegangen; aber es schafft sich hier, indem es Fleisch annimmt, ein physisches Nachbild, aus Nervensystem, Knochensystem, Blutsystem bestehend. Und nun haben wir hier zweierlei: den geistig-seelischen Menschen, und das Abbild davon, den physisch-leiblichen Menschen. Wenn wir nun gewöhnliche abstrakte Gedanken fassen, was denkt da in uns? Da denkt nicht der geistig-seelische Mensch. Gerade dann, wenn wir abstrakte Gedanken fassen, wenn wir am meisten mit irdischer Logik arbeiten, dann denkt in uns das leibliche Gehirn. Und das Wichtige ist, daß man weiß, die Behauptung der Materialisten, daß das Gehirn denke, ist ganz richtig für den Fall, daß in abstrakten Gedanken gedacht wird, denn das physische Gehirn ist ein Abbild des geistigen Gehirns, und dieses Abbild schafft ein Abbild, und das abstrakte Denken ist nur Abbild. So daß man sagen kann, für diesen Fall des abstrakten Denkens denkt das Gehirn.

[ 15 ] Mit bloßen Widerlegungen des Materialismus ist es nicht getan, denn die Sache liegt so in bezug auf den Menschen: Der Mensch besteht wirklich seiner ganzen Veranlagung nach aus einem Geistig-Seelischen. Dieses Geistig-Seelische lebt schon vor unserer Konzeption, vor unserer Geburt. Es hat sich herausgebildet aus unserer früheren Erdenverkörperung, es ist durch die geistige Welt hindurchgegangen; aber es schafft sich hier, indem es Fleisch annimmt, ein physisches Nachbild, aus Nervensystem, Knochensystem, Blutsystem bestehend. Und nun haben wir hier zweierlei: den geistig-seelischen Menschen, und das Abbild davon, den physisch-leiblichen Menschen. Wenn wir nun gewöhnliche abstrakte Gedanken fassen, was denkt da in uns? Da denkt nicht der geistig-seelische Mensch. Gerade dann, wenn wir abstrakte Gedanken fassen, wenn wir am meisten mit irdischer Logik arbeiten, dann denkt in uns das leibliche Gehirn. Und das Wichtige ist, daß man weiß, die Behauptung der Materialisten, daß das Gehirn denke, ist ganz richtig für den Fall, daß in abstrakten Gedanken gedacht wird, denn das physische Gehirn ist ein Abbild des geistigen Gehirns, und dieses Abbild schafft ein Abbild, und das abstrakte Denken ist nur Abbild. So daß man sagen kann, für diesen Fall des abstrakten Denkens denkt das Gehirn.

[ 16 ] Das ist nur eine Spezialwahrheit dessen, was ich an früherer Stelle gesagt habe. Der Materialismus ist nur darauf gekommen, daß in demjenigen Denken, welches in unserem Kulturzeitraum, namentlich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, im Abendlande üblich geworden ist, das Gehirn denkt. Und was Moleschott, Büchner und der dicke Vogt behauptet haben als Materialismus, das ist nicht einfach damit widerlegt, daß man sagt, das ist falsch, sondern das ist richtig für die Menschheit, die sich immer mehr und mehr, namentlich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, zum bloßen Materialismus hinwendet. Es ist einfach der abendländische Mensch auf dem Wege, ein Wesen zu werden, das nur noch mit dem physischen Gehirn denkt. Die Propheten dieses physischen Gehirndenkens, Moleschott, Büchner, haben nur verkündet, was aus dem abendländischen Menschen wird. So daß die Materialisten Recht haben mit demjenigen, was sie für den abendländischen Menschen behaupten; es ist nur falsch, wenn sie es für den Menschen überhaupt behaupten. Was sie sagen, ist nur richtig für die Menschen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, aber für diese ist es richtig. Und die Menschen haben sich nun gewöhnt, bloß mit dem Gehirn zu denken; das ist die heute übliche Denk weise. Alles, was in unserer gewöhnlichen Literatur, in unserer ganzen modernen Wissenschaft liegt, ist materielles Denken, ist solches Denken. Da haben die Materialisten schon Recht, und man könnte sagen, daß Büchner, Vogt unkollegial gehandelt hätten gegen ihre materialistischen Kollegen, wenn sie ihnen nachgesagt hätten, daß sie mit dem Geist denken. Das ist ja nicht wahr; sie denken bloß mit dem Gehirn. Da gilt es nicht zu widerlegen, sondern anzuerkennen, daß tatsächlich der Weg zur Materialität nicht bloß eine falsche Weltanschauung ist, sondern etwas, was real wirkt. Deshalb aber sagen diese Menschen auch, wenn so etwas auftritt wie anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft: Diese Gedanken kann man nicht fassen, die kann man nicht begreifen. — Ja, die wollen mit dem Gehirn denken; aber diese Gedanken der Geisteswissenschaft sind mit dem Geistig-Seelischen gedacht, das sich erst losgerissen hat vom Gehirn. Daher müssen die Menschen streben, daß sie durch die Gedanken, die so entstanden sind, selber wieder losreißen ihr Geistig-Seelisches vom Gehirn, indem sie diese Gedanken nachdenken. Die Menschen müssen sich bemühen, die Gedanken nachzudenken, die heute noch bestehende Möglichkeit zu benützen, das Geistig-Seelische loszureißen von dem Materiellen des Gehirns. Denn es ist auf dem Wege, sich an das Materielle des Gehirns zu ketten. Die Menschen müssen sich davon losreißen. Also wir haben es nicht mit einer falschen und richtigen Anschauung zu tun, sondern mit einem Vorgang. Indem die Gedanken der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft der Welt übergeben werden, rechnet man darauf, daß die Menschen, die noch fähig sind, die alten Möglichkeiten des Losreißens in sich zu handhaben, sie wirklich handhaben und die leibfreien Gedanken zu verstehen suchen, damit ihre Seelen leibfrei werden. Also es ist eine Willenssache, Anthroposophie zu verstehen; es ist etwas, was losreißen soll das Geistig-Seelische von dem Physisch-Leiblichen. Daher stehen wir nicht bloß vor der Aufgabe, eine falsche Weltanschauung zu widerlegen, sondern vor der Tatsache, daß ein großer Teil der Menschheit hineinsegeln will, bloß Materie zu werden und aus ihr heraus zu denken, zu wollen und zu empfinden, und daß wir der Welt als Realität übergeben wollen die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, damit Geist.und Seele losgerissen werden von der Materie. Die Menschen sollen vor der Möglichkeit bewahrt werden, ihr Geistig-Seelisches zu verlieren, denn dieses Geistig-Seelische steht vor der Gefahr, ganz und gar in das Ahrimanische hineinzusegeln. Die Menschen stehen vor der Gefahr, das GeistigSeelische zu verlieren und mit dem Materiellen sich zu verlieren als Menschen, wie ich es Ihnen früher schon geschildert habe, daß das Materielle verschwindet.

[ 16 ] Das ist nur eine Spezialwahrheit dessen, was ich an früherer Stelle gesagt habe. Der Materialismus ist nur darauf gekommen, daß in demjenigen Denken, welches in unserem Kulturzeitraum, namentlich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, im Abendlande üblich geworden ist, das Gehirn denkt. Und was Moleschott, Büchner und der dicke Vogt behauptet haben als Materialismus, das ist nicht einfach damit widerlegt, daß man sagt, das ist falsch, sondern das ist richtig für die Menschheit, die sich immer mehr und mehr, namentlich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, zum bloßen Materialismus hinwendet. Es ist einfach der abendländische Mensch auf dem Wege, ein Wesen zu werden, das nur noch mit dem physischen Gehirn denkt. Die Propheten dieses physischen Gehirndenkens, Moleschott, Büchner, haben nur verkündet, was aus dem abendländischen Menschen wird. So daß die Materialisten Recht haben mit demjenigen, was sie für den abendländischen Menschen behaupten; es ist nur falsch, wenn sie es für den Menschen überhaupt behaupten. Was sie sagen, ist nur richtig für die Menschen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, aber für diese ist es richtig. Und die Menschen haben sich nun gewöhnt, bloß mit dem Gehirn zu denken; das ist die heute übliche Denk weise. Alles, was in unserer gewöhnlichen Literatur, in unserer ganzen modernen Wissenschaft liegt, ist materielles Denken, ist solches Denken. Da haben die Materialisten schon Recht, und man könnte sagen, daß Büchner, Vogt unkollegial gehandelt hätten gegen ihre materialistischen Kollegen, wenn sie ihnen nachgesagt hätten, daß sie mit dem Geist denken. Das ist ja nicht wahr; sie denken bloß mit dem Gehirn. Da gilt es nicht zu widerlegen, sondern anzuerkennen, daß tatsächlich der Weg zur Materialität nicht bloß eine falsche Weltanschauung ist, sondern etwas, was real wirkt. Deshalb aber sagen diese Menschen auch, wenn so etwas auftritt wie anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft: Diese Gedanken kann man nicht fassen, die kann man nicht begreifen. — Ja, die wollen mit dem Gehirn denken; aber diese Gedanken der Geisteswissenschaft sind mit dem Geistig-Seelischen gedacht, das sich erst losgerissen hat vom Gehirn. Daher müssen die Menschen streben, daß sie durch die Gedanken, die so entstanden sind, selber wieder losreißen ihr Geistig-Seelisches vom Gehirn, indem sie diese Gedanken nachdenken. Die Menschen müssen sich bemühen, die Gedanken nachzudenken, die heute noch bestehende Möglichkeit zu benützen, das Geistig-Seelische loszureißen von dem Materiellen des Gehirns. Denn es ist auf dem Wege, sich an das Materielle des Gehirns zu ketten. Die Menschen müssen sich davon losreißen. Also wir haben es nicht mit einer falschen und richtigen Anschauung zu tun, sondern mit einem Vorgang. Indem die Gedanken der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft der Welt übergeben werden, rechnet man darauf, daß die Menschen, die noch fähig sind, die alten Möglichkeiten des Losreißens in sich zu handhaben, sie wirklich handhaben und die leibfreien Gedanken zu verstehen suchen, damit ihre Seelen leibfrei werden. Also es ist eine Willenssache, Anthroposophie zu verstehen; es ist etwas, was losreißen soll das Geistig-Seelische von dem Physisch-Leiblichen. Daher stehen wir nicht bloß vor der Aufgabe, eine falsche Weltanschauung zu widerlegen, sondern vor der Tatsache, daß ein großer Teil der Menschheit hineinsegeln will, bloß Materie zu werden und aus ihr heraus zu denken, zu wollen und zu empfinden, und daß wir der Welt als Realität übergeben wollen die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, damit Geist.und Seele losgerissen werden von der Materie. Die Menschen sollen vor der Möglichkeit bewahrt werden, ihr Geistig-Seelisches zu verlieren, denn dieses Geistig-Seelische steht vor der Gefahr, ganz und gar in das Ahrimanische hineinzusegeln. Die Menschen stehen vor der Gefahr, das GeistigSeelische zu verlieren und mit dem Materiellen sich zu verlieren als Menschen, wie ich es Ihnen früher schon geschildert habe, daß das Materielle verschwindet.

[ 17 ] Also es handelt sich nicht um die Ersetzung einer alten Erkenntnis durch eine neue, sondern darum, Taterkenntnis zu gewinnen, durch welche die Seele bewahrt wird vor dem Hineinsegeln in die bloße Materialität, vor dem Hineinsegeln des Geistig-Seelischen — wodurch das Ich aufgehoben würde — in das Ahrimanische. Also nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen, sondern darum, die Menschheit zu bewahren davor, daß der Materialismus richtig werde; denn er ist auf dem Wege, eine Richtigkeit, nicht eine Falschheit zu sein. Wenn man von falschem Materialismus spricht, so spricht man heute gar nicht von dem, worauf es ankommt, sondern man muß sprechen davon, daß der Materialismus richtig und richtiger wird und heute in der Kultur mit jedem Tag immer richtiger und richtiger wird. Wir können es schon mit dem Beginn des 3. Jahrtausends erleben, daß die Menschheit sich so entwickelt haben wird, daß der Materialismus die richtige Anschauung ist. Nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen; denn er ist auf dem Marsche, richtig zu werden, sondern darum, ihn unrichtig zu machen, weil er auf dem Wege ist, eine Tatsache zu werden, weil er nicht eine falsche Theorie bloß ist.

[ 17 ] Also es handelt sich nicht um die Ersetzung einer alten Erkenntnis durch eine neue, sondern darum, Taterkenntnis zu gewinnen, durch welche die Seele bewahrt wird vor dem Hineinsegeln in die bloße Materialität, vor dem Hineinsegeln des Geistig-Seelischen — wodurch das Ich aufgehoben würde — in das Ahrimanische. Also nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen, sondern darum, die Menschheit zu bewahren davor, daß der Materialismus richtig werde; denn er ist auf dem Wege, eine Richtigkeit, nicht eine Falschheit zu sein. Wenn man von falschem Materialismus spricht, so spricht man heute gar nicht von dem, worauf es ankommt, sondern man muß sprechen davon, daß der Materialismus richtig und richtiger wird und heute in der Kultur mit jedem Tag immer richtiger und richtiger wird. Wir können es schon mit dem Beginn des 3. Jahrtausends erleben, daß die Menschheit sich so entwickelt haben wird, daß der Materialismus die richtige Anschauung ist. Nicht darum handelt es sich, den Materialismus zu widerlegen; denn er ist auf dem Marsche, richtig zu werden, sondern darum, ihn unrichtig zu machen, weil er auf dem Wege ist, eine Tatsache zu werden, weil er nicht eine falsche Theorie bloß ist.

[ 18 ] Diese Dinge möchten jene Menschen verschweigen, welche es den Menschen möglichst bequem machen möchten, indem sie sagen: Seht nur die Falschheit des Materialismus ein! Wendet euch zu einer abstrakten Mystik hin, dann habt ihr alles! — Man kann sich einer solchen abstrakten Mystik hingeben; aber dadurch fördert man den realen Materialismus und nicht den Materialismus als bloße "Theorie. Wir haben diesen Materialismus nicht zu überwinden, weil er falsch ist, durch das Wort, das Theorie bleibt, sondern weil er richtig ist und weil wir gerade bekämpfen müssen, daß er als Richtiges dasteht. Da bekommen die Dinge ein anderes Gesicht, da aber steht man in der Realität der geistigen Welt darin nicht mit Theorien, sondern mit einer Erkenntnis, die im kosmischen Zusammenhang eine Tat ist. Es ist den heutigen Menschen höchst unbequem, diese Dinge anzuhören, doch in diesem Licht müßte eigentlich alles betrachtet werden, was auch im einzelnen geschieht. Wahrhaftig, die alten Kampfmethoden sind verbraucht; alles das, was früher üblich sein konnte, ist verbraucht. Die Dinge müssen im geistigen Licht gesehen werden.

[ 18 ] Diese Dinge möchten jene Menschen verschweigen, welche es den Menschen möglichst bequem machen möchten, indem sie sagen: Seht nur die Falschheit des Materialismus ein! Wendet euch zu einer abstrakten Mystik hin, dann habt ihr alles! — Man kann sich einer solchen abstrakten Mystik hingeben; aber dadurch fördert man den realen Materialismus und nicht den Materialismus als bloße "Theorie. Wir haben diesen Materialismus nicht zu überwinden, weil er falsch ist, durch das Wort, das Theorie bleibt, sondern weil er richtig ist und weil wir gerade bekämpfen müssen, daß er als Richtiges dasteht. Da bekommen die Dinge ein anderes Gesicht, da aber steht man in der Realität der geistigen Welt darin nicht mit Theorien, sondern mit einer Erkenntnis, die im kosmischen Zusammenhang eine Tat ist. Es ist den heutigen Menschen höchst unbequem, diese Dinge anzuhören, doch in diesem Licht müßte eigentlich alles betrachtet werden, was auch im einzelnen geschieht. Wahrhaftig, die alten Kampfmethoden sind verbraucht; alles das, was früher üblich sein konnte, ist verbraucht. Die Dinge müssen im geistigen Licht gesehen werden.

[ 19 ] Was ist Konservativismus? Was ist Liberalismus? Hier auf der Erde sind das Karikaturen der geistigen Welt. Der Konservative ist ein Ahrimananhänger, der Liberale ist ein Luziferanhänger. Und derjenige, der an dem Hüter der Schwelle vorbeischreitet, der sieht, wie der ganze Konservativismus hinter Ahriman, der ganze Liberalismus hinter Luzifer herläuft. Dem heutigen sehr gescheiten Menschen erscheint das als eine Paradoxie; aber von dem, daß dieses als Paradoxie erscheint, rührt es her, daß anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so schwer verstanden werden kann. Man versteht eigentlich nie Geisteswissenschaft, wenn man sie bloß denkt, sondern man versteht sie nur, wenn man bei jeder ihrer Vorstellungen leiden kann und sich freuen kann, wenn man Erhebungen hat und Niedergeschlagenheiten, wenn man verzweifeln möchte bei einem Worte, oder bei einem Worte glauben kann, erlöst zu werden, wenn man das Schicksalsmäßige in demjenigen, was man als schattenhafte Theorie gewöhnlich ansieht, ebenso sieht wie in äußeren Taten, wenn Realität wird dasjenige, was nur Wort zu sein scheint aus den Verkündigungen der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Dann aber, wenn der innere Impuls dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft eingesehen und gefühlt wird, dann erst wird im richtigen Licht gesehen, warum es heute notwendig ist, dasjenige, was eine Zeitlang nur als Theorie gepflegt werden ‘konnte, weil ja die Menschen zuerst davon wissen mußten, überzuführen in die Realität und Ernst zu machen mit dem, was als Realität in den Worten der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft liegt und wie aus den Notwendigkeiten der Zeit heraus folgt, dasjenige in die Realität überzuführen, was aus den substantiell-wesenhaften Inhalten der Worte folgt.

[ 19 ] Was ist Konservativismus? Was ist Liberalismus? Hier auf der Erde sind das Karikaturen der geistigen Welt. Der Konservative ist ein Ahrimananhänger, der Liberale ist ein Luziferanhänger. Und derjenige, der an dem Hüter der Schwelle vorbeischreitet, der sieht, wie der ganze Konservativismus hinter Ahriman, der ganze Liberalismus hinter Luzifer herläuft. Dem heutigen sehr gescheiten Menschen erscheint das als eine Paradoxie; aber von dem, daß dieses als Paradoxie erscheint, rührt es her, daß anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so schwer verstanden werden kann. Man versteht eigentlich nie Geisteswissenschaft, wenn man sie bloß denkt, sondern man versteht sie nur, wenn man bei jeder ihrer Vorstellungen leiden kann und sich freuen kann, wenn man Erhebungen hat und Niedergeschlagenheiten, wenn man verzweifeln möchte bei einem Worte, oder bei einem Worte glauben kann, erlöst zu werden, wenn man das Schicksalsmäßige in demjenigen, was man als schattenhafte Theorie gewöhnlich ansieht, ebenso sieht wie in äußeren Taten, wenn Realität wird dasjenige, was nur Wort zu sein scheint aus den Verkündigungen der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Dann aber, wenn der innere Impuls dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft eingesehen und gefühlt wird, dann erst wird im richtigen Licht gesehen, warum es heute notwendig ist, dasjenige, was eine Zeitlang nur als Theorie gepflegt werden ‘konnte, weil ja die Menschen zuerst davon wissen mußten, überzuführen in die Realität und Ernst zu machen mit dem, was als Realität in den Worten der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft liegt und wie aus den Notwendigkeiten der Zeit heraus folgt, dasjenige in die Realität überzuführen, was aus den substantiell-wesenhaften Inhalten der Worte folgt.

[ 20 ] Noch immer sieht man dasjenige, was man mit solch einer Waldorfschule eigentlich meint, viel zu wenig im Lichte der Realität, viel zu wenig in dem Sinn, den ich eben jetzt charakterisieren wollte. Wahrhaftig nicht, um Ihre Herzen zu rühren und wahrhaftig nicht, um auch noch ein wenig zu werben, sondern um das zu sagen, was heute gesagt werden muß, weil die Menschheit es wissen muß, spreche ich hier die Dinge aus, die ich heute ausgesprochen habe. Und man möchte nur wünschen, daß die Möglichkeit herbeigeführt würde, wirklich einmal diese Dinge vor einer genügend großen Anzahl von Menschen aussprechen zu können, so daß diese Menschen die innerliche Impulsivität haben, Worte als Realitäten zu nehmen und nicht bloß sie anzuhören und zu glauben, es seien Theorien gemeint.

[ 20 ] Noch immer sieht man dasjenige, was man mit solch einer Waldorfschule eigentlich meint, viel zu wenig im Lichte der Realität, viel zu wenig in dem Sinn, den ich eben jetzt charakterisieren wollte. Wahrhaftig nicht, um Ihre Herzen zu rühren und wahrhaftig nicht, um auch noch ein wenig zu werben, sondern um das zu sagen, was heute gesagt werden muß, weil die Menschheit es wissen muß, spreche ich hier die Dinge aus, die ich heute ausgesprochen habe. Und man möchte nur wünschen, daß die Möglichkeit herbeigeführt würde, wirklich einmal diese Dinge vor einer genügend großen Anzahl von Menschen aussprechen zu können, so daß diese Menschen die innerliche Impulsivität haben, Worte als Realitäten zu nehmen und nicht bloß sie anzuhören und zu glauben, es seien Theorien gemeint.

[ 21 ] Das ist es, was ich durch diese beiden Betrachtungen habe vor Sie hinstellen wollen. Und es wird schon dahin kommen müssen, daß die äußeren Geschehnisse dem nachfolgen, was in der verkündeten Geisteswissenschaft jetzt nicht an äußerem Inhalte liegt, sondern an inneren Impulsen. Diejenigen, die so kämpfen wie zum Beispiel die Jesuiten, die wissen eben sehr gut, was viele Anhänger der Anthroposophie noch nicht wissen: daß in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft eine Realität vorliegt, und erst seit sie das merkten — es ist allerdings schon lange her, ungefähr seit 1906, 1907 —, seit sie das wissen, bekämpfen sie immer stärker und stärker diese Geisteswissenschaft. Und die Art, wie sie sie bekämpfen, ihre besondere Raffiniertheit, ahnt eine große Anzahl von unseren Anthroposophen noch gar nicht, weil man sich nicht will des Ernstes der Lage wirklich innerlich versichern. Man kann ja immer nur mit Worten ein klein wenig von dem hervorrufen, was man eigentlich an die Herzen der Menschen heranbringen möchte; aber ein klein wenig von dem wollte ich auch in diesen zwei Betrachtungen an Sie heranbringen. Überlegen wir uns das, was gesagt worden ist, bringen wir es aus der Überlegung zum Fühlen, zur Durchdringung unseres ganzen Menschenwesens, dann wird es nicht abstrakte Mystik und Naturwissenschaft, dann wird es innerliches Wesen des Menschen, dann wird es die Kraft, welche das Geistig-Seelische wiederum loslöst von dem Materiellen, dann wird es zum Überwinder nicht des falschen, sondern des leider richtigen Materialismus.

[ 21 ] Das ist es, was ich durch diese beiden Betrachtungen habe vor Sie hinstellen wollen. Und es wird schon dahin kommen müssen, daß die äußeren Geschehnisse dem nachfolgen, was in der verkündeten Geisteswissenschaft jetzt nicht an äußerem Inhalte liegt, sondern an inneren Impulsen. Diejenigen, die so kämpfen wie zum Beispiel die Jesuiten, die wissen eben sehr gut, was viele Anhänger der Anthroposophie noch nicht wissen: daß in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft eine Realität vorliegt, und erst seit sie das merkten — es ist allerdings schon lange her, ungefähr seit 1906, 1907 —, seit sie das wissen, bekämpfen sie immer stärker und stärker diese Geisteswissenschaft. Und die Art, wie sie sie bekämpfen, ihre besondere Raffiniertheit, ahnt eine große Anzahl von unseren Anthroposophen noch gar nicht, weil man sich nicht will des Ernstes der Lage wirklich innerlich versichern. Man kann ja immer nur mit Worten ein klein wenig von dem hervorrufen, was man eigentlich an die Herzen der Menschen heranbringen möchte; aber ein klein wenig von dem wollte ich auch in diesen zwei Betrachtungen an Sie heranbringen. Überlegen wir uns das, was gesagt worden ist, bringen wir es aus der Überlegung zum Fühlen, zur Durchdringung unseres ganzen Menschenwesens, dann wird es nicht abstrakte Mystik und Naturwissenschaft, dann wird es innerliches Wesen des Menschen, dann wird es die Kraft, welche das Geistig-Seelische wiederum loslöst von dem Materiellen, dann wird es zum Überwinder nicht des falschen, sondern des leider richtigen Materialismus.