Contrasts in Human Development
GA 197
14 November 1920, Stuttgart
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Gegensätze in der Menschheitsentwickelung
Zehnter Vortrag
Zehnter Vortrag
[ 1 ] In den Betrachtungen, die wir hier angestellt haben, wurde von den verschiedensten Seiten her charakterisiert, mit welchen Wirkungskräften der menschlichen Entwickelung man sich bekanntmachen muß, wenn man richtig verstehen will, was heute geschieht, was vor allen Dingen in die gegenwärtige katastrophale Zeit hineingeführt hat und was notwendig ist, wenn man sich richtig in sie hineinstellen will mit einem kraftvollen Wirken im Sinne eines wirklichen Menschheitsfortschrittes. Es wird ja eben leider viel zu wenig das Augenmerk darauf gerichtet, wie sich die wirkenden Kräfte in der Menschheitsentwickelung in der neuesten Zeit gegenüber verhältnismäßig gar nicht so lange zurückliegenden Zeitläuften verändert haben.
[ 1 ] In den Betrachtungen, die wir hier angestellt haben, wurde von den verschiedensten Seiten her charakterisiert, mit welchen Wirkungskräften der menschlichen Entwickelung man sich bekanntmachen muß, wenn man richtig verstehen will, was heute geschieht, was vor allen Dingen in die gegenwärtige katastrophale Zeit hineingeführt hat und was notwendig ist, wenn man sich richtig in sie hineinstellen will mit einem kraftvollen Wirken im Sinne eines wirklichen Menschheitsfortschrittes. Es wird ja eben leider viel zu wenig das Augenmerk darauf gerichtet, wie sich die wirkenden Kräfte in der Menschheitsentwickelung in der neuesten Zeit gegenüber verhältnismäßig gar nicht so lange zurückliegenden Zeitläuften verändert haben.
[ 2 ] Ich darf vielleicht auch heute noch einmal ausgehen von der großen Katastrophe der letzten Jahre, gerade um hinzulenken auf dasjenige Ereignis, auf das ich mit einigen Worten am Schlusse der letzten hier gehaltenen Betrachtungen hingewiesen habe, auf jenes besondere ChristusEreignis, das, wie ja öfter schon erwähnt worden ist, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angehört.
[ 2 ] Ich darf vielleicht auch heute noch einmal ausgehen von der großen Katastrophe der letzten Jahre, gerade um hinzulenken auf dasjenige Ereignis, auf das ich mit einigen Worten am Schlusse der letzten hier gehaltenen Betrachtungen hingewiesen habe, auf jenes besondere ChristusEreignis, das, wie ja öfter schon erwähnt worden ist, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angehört.
[ 3 ] Wenn wir die katastrophalen Ereignisse mit all ihren Folgen, die in unsere heutige Zeit hereinragen und noch lange andauern werden, wirklich unbefangen beobachten, so müssen wir eben bemerken, wie verschieden, möchte ich sagen, das Schicksalsgefüge der zivilisierten Menschheit in dieser neuesten Zeit war gegenüber älteren Zeiten. Wir möchten allerdings gleichzeitig auch darauf hinweisen, wie bei einer großen Anzahl gerade maßgebender Menschen ein Bewußtsein von dem, was da heraufgezogen ist, noch nicht durchgedrungen ist, so daß die Handlungsweise auch maßgebender Persönlichkeiten heute eigentlich noch immer so ist, und vor allen Dingen in den letzten Jahren so war, wie es früheren Zeiten entspricht, wie es aber unserer Gegenwart ganz und gar nicht mehr entspricht.
[ 3 ] Wenn wir die katastrophalen Ereignisse mit all ihren Folgen, die in unsere heutige Zeit hereinragen und noch lange andauern werden, wirklich unbefangen beobachten, so müssen wir eben bemerken, wie verschieden, möchte ich sagen, das Schicksalsgefüge der zivilisierten Menschheit in dieser neuesten Zeit war gegenüber älteren Zeiten. Wir möchten allerdings gleichzeitig auch darauf hinweisen, wie bei einer großen Anzahl gerade maßgebender Menschen ein Bewußtsein von dem, was da heraufgezogen ist, noch nicht durchgedrungen ist, so daß die Handlungsweise auch maßgebender Persönlichkeiten heute eigentlich noch immer so ist, und vor allen Dingen in den letzten Jahren so war, wie es früheren Zeiten entspricht, wie es aber unserer Gegenwart ganz und gar nicht mehr entspricht.
[ 4 ] Wir haben — ich erwähne das alles heute zunächst nur einleitend, gewissermaßen zum Exempel — einen, nun, man nennt es «Krieg» hinter uns, der größer war als irgendein Krieg der historischen Menschheitszeiten. Wir haben gesehen, daß in dem, was die Menschen als Gedanken gehabt haben beim Ausgangspunkte dieses Krieges, auch in dem, was die meisten Menschen heute noch immer als Gedanken haben, eigentlich etwas lebt wie ein Gespenst der Vorzeit. Man hat gesehen, daß aus diesem Ideengespenst, das aus der Vorzeit in die Gegenwart noch hereinragt, Urteile über dasjenige entstanden sind, was hat geschehen sollen. Es wurde gehandelt unter solchen Urteilen, es wurden diese und jene Maßnahmen getroffen und man hatte keine Ahnung, daß eigentlich im Grunde etwas ganz anderes geschieht als dasjenige, was in den Vorstellungen der Menschen von diesem Geschehen lebt.
[ 4 ] Wir haben — ich erwähne das alles heute zunächst nur einleitend, gewissermaßen zum Exempel — einen, nun, man nennt es «Krieg» hinter uns, der größer war als irgendein Krieg der historischen Menschheitszeiten. Wir haben gesehen, daß in dem, was die Menschen als Gedanken gehabt haben beim Ausgangspunkte dieses Krieges, auch in dem, was die meisten Menschen heute noch immer als Gedanken haben, eigentlich etwas lebt wie ein Gespenst der Vorzeit. Man hat gesehen, daß aus diesem Ideengespenst, das aus der Vorzeit in die Gegenwart noch hereinragt, Urteile über dasjenige entstanden sind, was hat geschehen sollen. Es wurde gehandelt unter solchen Urteilen, es wurden diese und jene Maßnahmen getroffen und man hatte keine Ahnung, daß eigentlich im Grunde etwas ganz anderes geschieht als dasjenige, was in den Vorstellungen der Menschen von diesem Geschehen lebt.
[ 5 ] In diesem Kriege standen ja einander gegenüber wie in früheren Kriegen gewiß auch Menschen, kämpfende Menschen. Was aber in früheren Kriegen nicht da war und was in diesem Kriege da war, das waren Energien, Kräfte, die von ganz anderem kamen als aus denjenigen menschlichen Eigenheiten heraus, aus denen die Kräfte in früheren Kriegen gekommen sind. Wir haben in der neuesten Zeit eine große, gewaltige Technik heraufziehen sehen und dieses Heraufziehen einer großen, gewaltigen Technik hat die ganze Situation im Schicksalsgefüge der Menschen geändert. Und die Tatsachen sind in den letzten Jahren so verlaufen, wie es dieser Veränderung entspricht. Aber die Vorstellungen der Menschen haben sich nicht in derselben Weise verändert.
[ 5 ] In diesem Kriege standen ja einander gegenüber wie in früheren Kriegen gewiß auch Menschen, kämpfende Menschen. Was aber in früheren Kriegen nicht da war und was in diesem Kriege da war, das waren Energien, Kräfte, die von ganz anderem kamen als aus denjenigen menschlichen Eigenheiten heraus, aus denen die Kräfte in früheren Kriegen gekommen sind. Wir haben in der neuesten Zeit eine große, gewaltige Technik heraufziehen sehen und dieses Heraufziehen einer großen, gewaltigen Technik hat die ganze Situation im Schicksalsgefüge der Menschen geändert. Und die Tatsachen sind in den letzten Jahren so verlaufen, wie es dieser Veränderung entspricht. Aber die Vorstellungen der Menschen haben sich nicht in derselben Weise verändert.
[ 6 ] Lassen Sie uns wichtigste Tatsachen dieses Gebietes einmal erwähnen: In der Zeit, die vorangeht der Kriegskatastrophe, war die menschliche Technik, wie sie sich in der neuesten Zeit herausgebildet hat, an einem bedeutsamen Punkte angelangt. Die menschliche Arbeit, oder vielleicht besser gesagt, das menschliche Arbeiten hat, ohne daß sich die Menschheit darauf ordentlich besinnen konnte, ganz andere Formen angenommen, als sie früher vorhanden waren. Man kann sich Vorstellungen machen von diesen andern Formen, wenn man ins Auge faßt etwas, was man als Grundlage bezeichnen muß für die moderne Technik, zum Beispiel die Kohlenförderung in den verschiedenen Staaten der zivilisierten Welt. In dem Maße, wie Mengen von Kohlen zu Tage gefördert werden, liegt ja dasjenige, was dann durch die technische Verarbeitung umgewandelt wird in Arbeitskräfte, die dann mehr oder weniger selbständig arbeiten, nur von dem Menschen dirigiert, so daß, möchte ich sagen, die menschliche Arbeit in der neuesten Zeit sehr stark zurückgetreten ist in die dirigierende Stellung und die Maschine arbeiten läßt.
[ 6 ] Lassen Sie uns wichtigste Tatsachen dieses Gebietes einmal erwähnen: In der Zeit, die vorangeht der Kriegskatastrophe, war die menschliche Technik, wie sie sich in der neuesten Zeit herausgebildet hat, an einem bedeutsamen Punkte angelangt. Die menschliche Arbeit, oder vielleicht besser gesagt, das menschliche Arbeiten hat, ohne daß sich die Menschheit darauf ordentlich besinnen konnte, ganz andere Formen angenommen, als sie früher vorhanden waren. Man kann sich Vorstellungen machen von diesen andern Formen, wenn man ins Auge faßt etwas, was man als Grundlage bezeichnen muß für die moderne Technik, zum Beispiel die Kohlenförderung in den verschiedenen Staaten der zivilisierten Welt. In dem Maße, wie Mengen von Kohlen zu Tage gefördert werden, liegt ja dasjenige, was dann durch die technische Verarbeitung umgewandelt wird in Arbeitskräfte, die dann mehr oder weniger selbständig arbeiten, nur von dem Menschen dirigiert, so daß, möchte ich sagen, die menschliche Arbeit in der neuesten Zeit sehr stark zurückgetreten ist in die dirigierende Stellung und die Maschine arbeiten läßt.
[ 7 ] Wenn man diese Sachlage überschaut, so kommt man zum Beispiel darauf, daß in der Zeit, die dem Kriegsausbruch vorangegangen ist, innerhalb Deutschlands an solchen Energien, die von den Menschen dirigiert wurden, die aber eigentlich abstammten von der Kohlenförderung, die also ein Ergebnis waren nicht desjenigen, was der Mensch innerlich in sich entspringen läßt, sondern ganz äußerlicher Vorgänge, ganz äußerlicher Maßnahmen, daß an solchen Energien in Deutschland ja aufgebracht wurden 79 Millionen Pferdekraftjahre. Man rechnet dasjenige, was an Energien angewandt wird, ja nach der Arbeit, die ein Pferd in einem Jahr leistet. So daß man also in Deutschland 79 Millionen Pferdekraftjahre an technischer Energie, die aus der Kohle stammte, hatte in der Zeit, die unmittelbar dem Kriegsausbruch voranging.
[ 7 ] Wenn man diese Sachlage überschaut, so kommt man zum Beispiel darauf, daß in der Zeit, die dem Kriegsausbruch vorangegangen ist, innerhalb Deutschlands an solchen Energien, die von den Menschen dirigiert wurden, die aber eigentlich abstammten von der Kohlenförderung, die also ein Ergebnis waren nicht desjenigen, was der Mensch innerlich in sich entspringen läßt, sondern ganz äußerlicher Vorgänge, ganz äußerlicher Maßnahmen, daß an solchen Energien in Deutschland ja aufgebracht wurden 79 Millionen Pferdekraftjahre. Man rechnet dasjenige, was an Energien angewandt wird, ja nach der Arbeit, die ein Pferd in einem Jahr leistet. So daß man also in Deutschland 79 Millionen Pferdekraftjahre an technischer Energie, die aus der Kohle stammte, hatte in der Zeit, die unmittelbar dem Kriegsausbruch voranging.
[ 8 ] Was heißt das eigentlich? Wenn Sie das in einem ganz oberflächlichen Sinn vergleichen mit der Einwohnerzahl Deutschlands, so bedeutet das, daß jeder einzelne Mensch in Deutschland im Durchschnitt ein Pferd neben sich hatte, das heißt, daß von der Bewohnerschaft von Deutschland im Gebiete des Technischen so viel gearbeitet wurde, wie wenn jeder Mensch neben sich ein Pferd zur Arbeit gehabt hätte das ganze Jahr hindurch. Dadurch kommen dann, ebenso wie annähernd 79 Millionen Menschen vorhanden waren, 79 Millionen Pferdekraftjahre heraus. Also in dem, was Maschinen erarbeiten, Maschinen der verschiedensten Art, war das gegeben, was zustande käme, wenn an die Seite eines jeden Menschen ein Pferd gestellt und Arbeit verrichten würde. Diese Möglichkeit, solche Arbeit zu verrichten, war da, als der Krieg ausbrach. Und indem man einen großen Teil dieser Arbeit in den Dienst des Krieges stellte, war die Sache doch so, daß gewissermaßen vorgerückt wurde an die Front dasjenige, was das Ergebnis, das rein technische Ergebnis von 79 Millionen Pferdekraftjahren war.
[ 8 ] Was heißt das eigentlich? Wenn Sie das in einem ganz oberflächlichen Sinn vergleichen mit der Einwohnerzahl Deutschlands, so bedeutet das, daß jeder einzelne Mensch in Deutschland im Durchschnitt ein Pferd neben sich hatte, das heißt, daß von der Bewohnerschaft von Deutschland im Gebiete des Technischen so viel gearbeitet wurde, wie wenn jeder Mensch neben sich ein Pferd zur Arbeit gehabt hätte das ganze Jahr hindurch. Dadurch kommen dann, ebenso wie annähernd 79 Millionen Menschen vorhanden waren, 79 Millionen Pferdekraftjahre heraus. Also in dem, was Maschinen erarbeiten, Maschinen der verschiedensten Art, war das gegeben, was zustande käme, wenn an die Seite eines jeden Menschen ein Pferd gestellt und Arbeit verrichten würde. Diese Möglichkeit, solche Arbeit zu verrichten, war da, als der Krieg ausbrach. Und indem man einen großen Teil dieser Arbeit in den Dienst des Krieges stellte, war die Sache doch so, daß gewissermaßen vorgerückt wurde an die Front dasjenige, was das Ergebnis, das rein technische Ergebnis von 79 Millionen Pferdekraftjahren war.
[ 9 ] Nehmen Sie dazu einige andere Zahlen. Ich will zum Beispiel nur die Zahl dazufügen zunächst, damit Sie ein deutlicheres Bild bekommen, daß im Jahre 1870, wo ja auch nach Ansicht der Leute ein großes Ereignis stattfand — und mit Recht nach der Ansicht der Leute —, daß da nicht 79 Millionen Pferdekraftjahre erzeugt wurden, sondern bloß 6 ganze und 7/10 Millionen, also etwas, was kaum irgendwie erheblich in Betracht kam gegenüber dem, was Menschen leisteten. 6 1/2 Millionen 1870, 79 Millionen Pferdekraftjahre 1912. Das bedeutet selbstverständlich eine Umänderung der ganzen menschlichen Situation.
[ 9 ] Nehmen Sie dazu einige andere Zahlen. Ich will zum Beispiel nur die Zahl dazufügen zunächst, damit Sie ein deutlicheres Bild bekommen, daß im Jahre 1870, wo ja auch nach Ansicht der Leute ein großes Ereignis stattfand — und mit Recht nach der Ansicht der Leute —, daß da nicht 79 Millionen Pferdekraftjahre erzeugt wurden, sondern bloß 6 ganze und 7/10 Millionen, also etwas, was kaum irgendwie erheblich in Betracht kam gegenüber dem, was Menschen leisteten. 6 1/2 Millionen 1870, 79 Millionen Pferdekraftjahre 1912. Das bedeutet selbstverständlich eine Umänderung der ganzen menschlichen Situation.
[ 10 ] Und nun nehmen Sie noch einige andere Zahlen dazu: In derselben Zeit, die der Kriegskatastrophe vorangegangen war, hatten zur Verfügung Frankreich, Rußland, Belgien zusammen 35 Millionen Pferdekraftjahre. Großbritannien allerdings 98 Millionen Pferdekraftjahre. Aber diese 98 Millionen Pferdekraftjahre konnten durch die besondere Lage Großbritanniens nicht sogleich in genügendem Maße an die Front hinkonzentriert werden, sondern erst im Laufe einiger Jahre. So standen also bei Ausbruch des Krieges nicht nur die Menschen einander gegenüber, sondern vorgeschoben an die Fronten waren 79 Millionen Pferdekraftjahre von Deutschland, etwas über 90 Millionen von den Mittelmächten; ein großer Teil davon war ja natürlich in den Dienst der Kriegsindustrie gestellt, also gewissermaßen indirekt an die Front geschoben worden; dem standen, nach und nach entwickelbar, in Großbritannien gegenüber 98 Millionen Pferdekraftjahre, von Belgien, Rußland und Frankreich zusammen 35 Millionen Pferdekraftjahre. Nun können Sie sich eine Vorstellung davon machen, daß es richtig ist, wenn jemand sagt: Im Grunde genommen war ja durch dasjenige, was Menschen waren, zunächst nur ein vorläufiges Resultat gegeben. Von dem Generalstab hing eigentlich bloß der Abmarsch ab; der konnte in einer gewissen geistvollen Weise ausgedacht werden. Aber nachdem einige Jahre die Fronten entwickelt waren, da standen, vom Menschen ganz unabhängig, technisch hervorgebrachte Pferdekraftjahr-Energien einander gegenüber. Und von der gegenseitigen Größe desjenigen, was also herausgenommen war eigentlich aus dem menschlichen Wirken, hing das Schicksal dieser Menschheitsentwickelung ab. Und wenn Sie zu dem, was ich gesagt habe, nun hinzunehmen das Folgende, dann werden Sie sehen, wie durch vom Menschen unabhängige Kräfte, namentlich durch dasjenige, was die Technik zutage förderte in der neuesten Zeit, die Dinge zustande gekommen sind, die sich eben zugetragen haben.
[ 10 ] Und nun nehmen Sie noch einige andere Zahlen dazu: In derselben Zeit, die der Kriegskatastrophe vorangegangen war, hatten zur Verfügung Frankreich, Rußland, Belgien zusammen 35 Millionen Pferdekraftjahre. Großbritannien allerdings 98 Millionen Pferdekraftjahre. Aber diese 98 Millionen Pferdekraftjahre konnten durch die besondere Lage Großbritanniens nicht sogleich in genügendem Maße an die Front hinkonzentriert werden, sondern erst im Laufe einiger Jahre. So standen also bei Ausbruch des Krieges nicht nur die Menschen einander gegenüber, sondern vorgeschoben an die Fronten waren 79 Millionen Pferdekraftjahre von Deutschland, etwas über 90 Millionen von den Mittelmächten; ein großer Teil davon war ja natürlich in den Dienst der Kriegsindustrie gestellt, also gewissermaßen indirekt an die Front geschoben worden; dem standen, nach und nach entwickelbar, in Großbritannien gegenüber 98 Millionen Pferdekraftjahre, von Belgien, Rußland und Frankreich zusammen 35 Millionen Pferdekraftjahre. Nun können Sie sich eine Vorstellung davon machen, daß es richtig ist, wenn jemand sagt: Im Grunde genommen war ja durch dasjenige, was Menschen waren, zunächst nur ein vorläufiges Resultat gegeben. Von dem Generalstab hing eigentlich bloß der Abmarsch ab; der konnte in einer gewissen geistvollen Weise ausgedacht werden. Aber nachdem einige Jahre die Fronten entwickelt waren, da standen, vom Menschen ganz unabhängig, technisch hervorgebrachte Pferdekraftjahr-Energien einander gegenüber. Und von der gegenseitigen Größe desjenigen, was also herausgenommen war eigentlich aus dem menschlichen Wirken, hing das Schicksal dieser Menschheitsentwickelung ab. Und wenn Sie zu dem, was ich gesagt habe, nun hinzunehmen das Folgende, dann werden Sie sehen, wie durch vom Menschen unabhängige Kräfte, namentlich durch dasjenige, was die Technik zutage förderte in der neuesten Zeit, die Dinge zustande gekommen sind, die sich eben zugetragen haben.
[ 11 ] Durch dasjenige, was Menschen bewirken konnten — sie konnten ja nur dirigieren, höchstens Dinge verhindern —, aber durch das, was dirigiert oder nicht verhindert wurde, wurden dann objektiv vom Menschen losgelöste Kräfte ins Feld geführt, von denen die einen gewissermaßen die andern überwinden konnten nach objektiven, vom Menschen unabhängigen Gesetzen. Nehmen Sie das, was eingetreten ist, dazu, daß Amerika eingriff in die ganze Entwickelung. Amerika stand so, daß es in derselben Zeit, in der die andern die genannten Pferdekraftjahre ins Feld führen konnten, 179 Millionen Pferdekraftjahre mobil machen konnte. Da haben Sie das gegenseitige Verhältnis desjenigen, was an Kräften mobil gemacht werden konnte aus der Technik heraus, an Kräften, die ganz losgelöst sind von dem, was aus dem Menschen fließt, natürlich indirekt zusammenhängend mit dem, was die Menschen ausgedacht haben und so weiter. Aber dasjenige, was die Menschen ausgedacht haben, ist eben in diese Richtung hingelenkt worden, so daß zuletzt die Sache so stand, daß objektive Kraft der objektiven Kraft gegenüberstand, was zuletzt ganz selbstverständlich den Ausschlag geben mußte. Der Mensch hatte sein Schicksal vollständig so gelenkt in der neuesten Zeit, daß er, wenn so etwas eintrat, was früher in ganz anderer Weise ablief, ganz selbstverständlich dieses Schicksal ausgeliefert hatte an die Kräfte, die in seinen eigenen Produkten arbeiteten und in denen er abhängig ist von der Produktivität der Erde, von lauter Faktoren, die nicht innerhalb seiner Haut sind.
[ 11 ] Durch dasjenige, was Menschen bewirken konnten — sie konnten ja nur dirigieren, höchstens Dinge verhindern —, aber durch das, was dirigiert oder nicht verhindert wurde, wurden dann objektiv vom Menschen losgelöste Kräfte ins Feld geführt, von denen die einen gewissermaßen die andern überwinden konnten nach objektiven, vom Menschen unabhängigen Gesetzen. Nehmen Sie das, was eingetreten ist, dazu, daß Amerika eingriff in die ganze Entwickelung. Amerika stand so, daß es in derselben Zeit, in der die andern die genannten Pferdekraftjahre ins Feld führen konnten, 179 Millionen Pferdekraftjahre mobil machen konnte. Da haben Sie das gegenseitige Verhältnis desjenigen, was an Kräften mobil gemacht werden konnte aus der Technik heraus, an Kräften, die ganz losgelöst sind von dem, was aus dem Menschen fließt, natürlich indirekt zusammenhängend mit dem, was die Menschen ausgedacht haben und so weiter. Aber dasjenige, was die Menschen ausgedacht haben, ist eben in diese Richtung hingelenkt worden, so daß zuletzt die Sache so stand, daß objektive Kraft der objektiven Kraft gegenüberstand, was zuletzt ganz selbstverständlich den Ausschlag geben mußte. Der Mensch hatte sein Schicksal vollständig so gelenkt in der neuesten Zeit, daß er, wenn so etwas eintrat, was früher in ganz anderer Weise ablief, ganz selbstverständlich dieses Schicksal ausgeliefert hatte an die Kräfte, die in seinen eigenen Produkten arbeiteten und in denen er abhängig ist von der Produktivität der Erde, von lauter Faktoren, die nicht innerhalb seiner Haut sind.
[ 12 ] Da weisen wir auf etwas hin, was charakteristisch ist für die neuere Zeit. Und das, was ich angeführt habe, ist ja nur der eklatanteste Fall. Man kann sozusagen die Sache an diesen eklatanten Fällen anschaulich machen. Aber dasjenige, was sich da im Riesenhaften — man kann nicht einmal sagen im Großen, sondern im Riesenhaften — zugetragen hat, es geschieht ja alltäglich im Kleinen unseres gesamten Schicksals, daß wir ausgeliefert sind an dasjenige, was die Technik macht. Denn in Deutschland war es im Jahre 1912 so weit gekommen, daß der Mensch aus seiner geistigen Produktivität herausgesetzt hat etwas, was so viel arbeitete, wie wenn neben ihm ein Pferd arbeitete. Das ist das Charakteristische der neueren Zivilisation, und dieses Charakteristische muß man scharf ins Auge fassen. Denn, was lebt denn in dem, was da der Mensch hinaussetzt innerhalb der neueren Zivilisation an objektiv wirksamen Kräften, die täglich für ihn arbeiten und die sein Schicksal bestimmen, was lebt darinnen? Darinnen lebt, indem wir das Verhältnis dieser Kraft zum Menschenschicksal selbst ins Auge fassen, diejenige Kraft, die wir gewohnt worden sind innerhalb unserer Betrachtungen die ahrimanische Kraft zu nennen. Darin leben die ahrimanischen Kräfte. Von diesen ahrimanischen Kräften, wenn Sie die Sache so ins Auge fassen, werden Sie sagen müssen: mit einer riesigen Schnelligkeit hat ihre Macht zugenommen. Denn Sie brauchen ja eben nur die zwei Zahlen zu vergleichen: 1870 arbeiteten in Deutschland 61/2 Millionen Pferdekraftjahre, was nicht so viel neben einem Menschen gibt; im Jahre 1912 arbeiteten in Deutschland 79 Millionen Pferdekraftjahre. Da haben Sie die ganze Summe desjenigen, was beeinflußt unser wirtschaftliches Leben, was aber auch beeinflußt unser ganzes übriges Leben. Da haben Sie, was in einer Welt vorgeht, die zwar der Mensch selbst konstruiert hat, die aber unabhängig von dem dasteht, was der Mensch eigentlich in sich hat. Diese Kräfte stehen ja im krassesten Gegensatze zu alledem, was zum Beispiel gewirkt hat dann, wenn Menschen einander gegenübergestanden haben so, wie in den alten orientalischen Kämpfen, wo nur luziferische Kräfte gewirkt haben, wo Menschen einander gegenübergestanden haben wie selbst noch, sagen wir, in den Tatareneinfällen in Europa und so weiter. Das macht man sich oftmals nicht klar, vor welcher neuen Welt der Mensch heute steht und wie schnell verhältnismäßig diese neue Welt heraufgezogen ist. Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft hat aber dann dazu noch die Aufgabe, die ganze Tragweite einer solchen Tatsache ins Auge zu fassen. Denn das, was ich Ihnen da geschildert habe, ist ja nur die Außenseite. Wir kommen schon ins Innere, wenn wir auffassen dasjenige, was früher als luziferische und was jetzt als ahrimanische Kräfte sich geltend macht, zwischen denen der Mensch mitten darinnensteht. Aber wir müssen uns ja erst konkret die Vorstellung von dem bilden, was wir das Ahrimanische und das Luziferische nennen.
[ 12 ] Da weisen wir auf etwas hin, was charakteristisch ist für die neuere Zeit. Und das, was ich angeführt habe, ist ja nur der eklatanteste Fall. Man kann sozusagen die Sache an diesen eklatanten Fällen anschaulich machen. Aber dasjenige, was sich da im Riesenhaften — man kann nicht einmal sagen im Großen, sondern im Riesenhaften — zugetragen hat, es geschieht ja alltäglich im Kleinen unseres gesamten Schicksals, daß wir ausgeliefert sind an dasjenige, was die Technik macht. Denn in Deutschland war es im Jahre 1912 so weit gekommen, daß der Mensch aus seiner geistigen Produktivität herausgesetzt hat etwas, was so viel arbeitete, wie wenn neben ihm ein Pferd arbeitete. Das ist das Charakteristische der neueren Zivilisation, und dieses Charakteristische muß man scharf ins Auge fassen. Denn, was lebt denn in dem, was da der Mensch hinaussetzt innerhalb der neueren Zivilisation an objektiv wirksamen Kräften, die täglich für ihn arbeiten und die sein Schicksal bestimmen, was lebt darinnen? Darinnen lebt, indem wir das Verhältnis dieser Kraft zum Menschenschicksal selbst ins Auge fassen, diejenige Kraft, die wir gewohnt worden sind innerhalb unserer Betrachtungen die ahrimanische Kraft zu nennen. Darin leben die ahrimanischen Kräfte. Von diesen ahrimanischen Kräften, wenn Sie die Sache so ins Auge fassen, werden Sie sagen müssen: mit einer riesigen Schnelligkeit hat ihre Macht zugenommen. Denn Sie brauchen ja eben nur die zwei Zahlen zu vergleichen: 1870 arbeiteten in Deutschland 61/2 Millionen Pferdekraftjahre, was nicht so viel neben einem Menschen gibt; im Jahre 1912 arbeiteten in Deutschland 79 Millionen Pferdekraftjahre. Da haben Sie die ganze Summe desjenigen, was beeinflußt unser wirtschaftliches Leben, was aber auch beeinflußt unser ganzes übriges Leben. Da haben Sie, was in einer Welt vorgeht, die zwar der Mensch selbst konstruiert hat, die aber unabhängig von dem dasteht, was der Mensch eigentlich in sich hat. Diese Kräfte stehen ja im krassesten Gegensatze zu alledem, was zum Beispiel gewirkt hat dann, wenn Menschen einander gegenübergestanden haben so, wie in den alten orientalischen Kämpfen, wo nur luziferische Kräfte gewirkt haben, wo Menschen einander gegenübergestanden haben wie selbst noch, sagen wir, in den Tatareneinfällen in Europa und so weiter. Das macht man sich oftmals nicht klar, vor welcher neuen Welt der Mensch heute steht und wie schnell verhältnismäßig diese neue Welt heraufgezogen ist. Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft hat aber dann dazu noch die Aufgabe, die ganze Tragweite einer solchen Tatsache ins Auge zu fassen. Denn das, was ich Ihnen da geschildert habe, ist ja nur die Außenseite. Wir kommen schon ins Innere, wenn wir auffassen dasjenige, was früher als luziferische und was jetzt als ahrimanische Kräfte sich geltend macht, zwischen denen der Mensch mitten darinnensteht. Aber wir müssen uns ja erst konkret die Vorstellung von dem bilden, was wir das Ahrimanische und das Luziferische nennen.
[ 13 ] Gedenken Sie einmal desjenigen, was sich im menschlichen Seelenleben abspielte in jenen alten Zeiten, in denen vorzugsweise Luziferisches sich in den großen Menschheitskämpfen geltend machte. Da sahen die Menschen auf die Welterscheinungen hin und Sie wissen, daß die Menschen diese Welterscheinungen so ansahen, daß ihnen innerhalb derselben eine gewisse Summe von, sagen wir, Elementarwesen, dämonenhaften Wesen erschienen. Die materialistische Wissenschaft sagt, das wäre das Zeitalter des Vitalismus gewesen, die Menschen hätten hineingetragen in die Naturerscheinungen allerlei Nixen, Gnomen und so weiter. Aber wir wissen ja, daß tatsächlich in den Naturerscheinungen geistige Wesenheiten leben. Geradeso wie jetzt der Mensch nur die nüchternen, trockenen Naturerscheinungen sieht, so haben die Menschen jener alten Zeiten in den Naturerscheinungen die geistigen Entitäten gesehen, das Geistig-Wesenhafte. Heute nennt man das Aberglauben. Das ist nach dem Geschmack der Gegenwart. Aber wir wissen, daß die Menschen unter diesem Namen auf dasjenige, was sie geistig in den Naturerscheinungen geschaut haben, also auf etwas Wirkliches in ihrer Wahrnehmung hinwiesen. In alledem, was die Natur dem Menschen darbot, sahen diese Menschen solche elementarischen Wesenheiten. Man kann also sagen: In ihr Bewußtsein, mag das nun noch so instinktiv, dunkel, traumhaft gewesen sein, leuchtete etwas herein von diesen elementarischen Wesenheiten. |
[ 13 ] Gedenken Sie einmal desjenigen, was sich im menschlichen Seelenleben abspielte in jenen alten Zeiten, in denen vorzugsweise Luziferisches sich in den großen Menschheitskämpfen geltend machte. Da sahen die Menschen auf die Welterscheinungen hin und Sie wissen, daß die Menschen diese Welterscheinungen so ansahen, daß ihnen innerhalb derselben eine gewisse Summe von, sagen wir, Elementarwesen, dämonenhaften Wesen erschienen. Die materialistische Wissenschaft sagt, das wäre das Zeitalter des Vitalismus gewesen, die Menschen hätten hineingetragen in die Naturerscheinungen allerlei Nixen, Gnomen und so weiter. Aber wir wissen ja, daß tatsächlich in den Naturerscheinungen geistige Wesenheiten leben. Geradeso wie jetzt der Mensch nur die nüchternen, trockenen Naturerscheinungen sieht, so haben die Menschen jener alten Zeiten in den Naturerscheinungen die geistigen Entitäten gesehen, das Geistig-Wesenhafte. Heute nennt man das Aberglauben. Das ist nach dem Geschmack der Gegenwart. Aber wir wissen, daß die Menschen unter diesem Namen auf dasjenige, was sie geistig in den Naturerscheinungen geschaut haben, also auf etwas Wirkliches in ihrer Wahrnehmung hinwiesen. In alledem, was die Natur dem Menschen darbot, sahen diese Menschen solche elementarischen Wesenheiten. Man kann also sagen: In ihr Bewußtsein, mag das nun noch so instinktiv, dunkel, traumhaft gewesen sein, leuchtete etwas herein von diesen elementarischen Wesenheiten. |
[ 14 ] Dann kamen die Zeiten, in denen das Bewußtsein getrübt wurde für diese Wahrnehmung des Geistigen in den Naturerscheinungen, in dem, was als Natur um den Menschen herum ohne sein Zutun zustande kommt. Und es entstand unsere moderne intellektualistische Auffassung desjenigen, was man heute Wissenschaftlichkeit nennt, wo man es nur zu tun haben will mit dem, was aus der Natur gezogen werden kann an solchen Kräften, die sich versinnlichen lassen durch abstrakte Ideen, kurz, dasjenige, was der Inhalt des menschlichen Intellekts sein kann.
[ 14 ] Dann kamen die Zeiten, in denen das Bewußtsein getrübt wurde für diese Wahrnehmung des Geistigen in den Naturerscheinungen, in dem, was als Natur um den Menschen herum ohne sein Zutun zustande kommt. Und es entstand unsere moderne intellektualistische Auffassung desjenigen, was man heute Wissenschaftlichkeit nennt, wo man es nur zu tun haben will mit dem, was aus der Natur gezogen werden kann an solchen Kräften, die sich versinnlichen lassen durch abstrakte Ideen, kurz, dasjenige, was der Inhalt des menschlichen Intellekts sein kann.
[ 15 ] Aber ich möchte sagen, ohne daß der Mensch es ahnt, ja sogar in einer verhältnismäßig kurzen Zeit — nehmen Sie eben die Zeit von 1870, wo in Deutschland wirksam waren 6”/io Millionen Pferdekraftjahre, bis 1912, wo dann wirksam waren 79 Millionen Pferdekraftjahre entwickelt sich da eine neue Welt, eine Welt, die nicht da war, die jetzt auch in der Umgebung des Menschen ist, von der das menschliche Schicksal sogar in so großen Ereignissen, wie die letzten Jahre sie gebracht haben, so abhängt, wie früher von den Naturerscheinungen das menschliche Schicksal abgehangen hat. Und in diesen Kräften, die da auch vorhanden sind und wirken ohne den Menschen, wie die Naturkräfte ohne den Menschen wirken, da sind nun geradeso die Dämonen, die Elementarmächte darinnen, nur wirken sie in anderer Weise auf den Menschen als diejenigen, die früher von den Menschen beobachtet wurden in den Naturerscheinungen. Die Menschen sahen die Naturerscheinungen an und konstatierten: Da drinnen wirken Elementarwesenheiten. — Das wirkte auf das Bewußtsein, das machte die Seele mit den Naturerscheinungen ab, das stellt einen Bewußtseinszusammenhang mit den Naturerscheinungen her. Heute ist der Mensch «aufgeklärt», und so wie er es als Aberglauben betrachtet, geistige Mächte in den Naturerscheinungen zu beobachten, so kommt er auch nicht darauf, zu ahnen, daß in dem, was er nun selber hergestellt hat, in dem ganzen Umfang der Technizismen, dämonische Wesenheiten drinnen wirken. Und er kann nicht so leicht daraufkommen, denn die wirken jetzt auf den Willen, von dem ich Ihnen sehr oft gesagt habe, daß er schläft. Die wirken im Unterbewußten, die ergreifen den Menschen im Unterbewußten. Und die Folge davon ist, daß, während der alte Mensch noch in der Betrachtung der Naturerscheinungen wenigstens in sein Bewußtsein etwas hineinnahm von den dämonischen Gewalten, heute in den Technizismen die dämonischen Gewalten rumoren; sie wirken im Menschenwillen weiter und der Mensch bequemt sich noch nicht, dieses anzuerkennen. Denn erstens ist es in seinem Unterbewußten, zweitens erscheint es ihm als Aberglaube, zu sagen, in den Maschinen, die er erzeugt, wirken dämonische Wesenheiten. Sie wirken aber trotzdem. Und während die Wesenheiten, die der Mensch sah in den alten Zeiten in den Naturerscheinungen, luziferischer Art waren, sind die Wesenheiten, die in den Maschinen, in den Technizismen wirken, ahrimanischer Natur. Der Mensch umgibt sich also mit einer ahrimanischen Welt, die ganz selbständig wird.
[ 15 ] Aber ich möchte sagen, ohne daß der Mensch es ahnt, ja sogar in einer verhältnismäßig kurzen Zeit — nehmen Sie eben die Zeit von 1870, wo in Deutschland wirksam waren 6”/io Millionen Pferdekraftjahre, bis 1912, wo dann wirksam waren 79 Millionen Pferdekraftjahre entwickelt sich da eine neue Welt, eine Welt, die nicht da war, die jetzt auch in der Umgebung des Menschen ist, von der das menschliche Schicksal sogar in so großen Ereignissen, wie die letzten Jahre sie gebracht haben, so abhängt, wie früher von den Naturerscheinungen das menschliche Schicksal abgehangen hat. Und in diesen Kräften, die da auch vorhanden sind und wirken ohne den Menschen, wie die Naturkräfte ohne den Menschen wirken, da sind nun geradeso die Dämonen, die Elementarmächte darinnen, nur wirken sie in anderer Weise auf den Menschen als diejenigen, die früher von den Menschen beobachtet wurden in den Naturerscheinungen. Die Menschen sahen die Naturerscheinungen an und konstatierten: Da drinnen wirken Elementarwesenheiten. — Das wirkte auf das Bewußtsein, das machte die Seele mit den Naturerscheinungen ab, das stellt einen Bewußtseinszusammenhang mit den Naturerscheinungen her. Heute ist der Mensch «aufgeklärt», und so wie er es als Aberglauben betrachtet, geistige Mächte in den Naturerscheinungen zu beobachten, so kommt er auch nicht darauf, zu ahnen, daß in dem, was er nun selber hergestellt hat, in dem ganzen Umfang der Technizismen, dämonische Wesenheiten drinnen wirken. Und er kann nicht so leicht daraufkommen, denn die wirken jetzt auf den Willen, von dem ich Ihnen sehr oft gesagt habe, daß er schläft. Die wirken im Unterbewußten, die ergreifen den Menschen im Unterbewußten. Und die Folge davon ist, daß, während der alte Mensch noch in der Betrachtung der Naturerscheinungen wenigstens in sein Bewußtsein etwas hineinnahm von den dämonischen Gewalten, heute in den Technizismen die dämonischen Gewalten rumoren; sie wirken im Menschenwillen weiter und der Mensch bequemt sich noch nicht, dieses anzuerkennen. Denn erstens ist es in seinem Unterbewußten, zweitens erscheint es ihm als Aberglaube, zu sagen, in den Maschinen, die er erzeugt, wirken dämonische Wesenheiten. Sie wirken aber trotzdem. Und während die Wesenheiten, die der Mensch sah in den alten Zeiten in den Naturerscheinungen, luziferischer Art waren, sind die Wesenheiten, die in den Maschinen, in den Technizismen wirken, ahrimanischer Natur. Der Mensch umgibt sich also mit einer ahrimanischen Welt, die ganz selbständig wird.
[ 16 ] Sie sehen, welches der Sinn der Menschheitsentwickelung ist. Aus der luziferischen Welt heraus, die aber noch in sein Bewußtsein hineinwirkt und da sein Schicksal bestimmt, segelt der Mensch, und zwar gerade in der Gegenwart mit einer gewissen Raschheit, hinein in eine ahrimanische Welt. Eine große Gefahr ist vorhanden, daß diese ahrimanische Welt, weil sie auf seinen Willen wirkt, den er nicht in sein Bewußtsein unmittelbar heraufbekommen kann durch die intellektualistische Wissenschaft, den Willen des Menschen ergreift und er ganz direktionslos wird innerhalb der dämonischen Gewalten der Technizismen.
[ 16 ] Sie sehen, welches der Sinn der Menschheitsentwickelung ist. Aus der luziferischen Welt heraus, die aber noch in sein Bewußtsein hineinwirkt und da sein Schicksal bestimmt, segelt der Mensch, und zwar gerade in der Gegenwart mit einer gewissen Raschheit, hinein in eine ahrimanische Welt. Eine große Gefahr ist vorhanden, daß diese ahrimanische Welt, weil sie auf seinen Willen wirkt, den er nicht in sein Bewußtsein unmittelbar heraufbekommen kann durch die intellektualistische Wissenschaft, den Willen des Menschen ergreift und er ganz direktionslos wird innerhalb der dämonischen Gewalten der Technizismen.
[ 17 ] Dasjenige, was im Osten Europas geschieht, wo man aus der Denkweise der Gegenwart heraus gewissermaßen die Wirtschaft miliitarisieren will zu einer großen Maschine, wo auch noch die Menschen so ausgebildet werden wie sonst die Maschinen, wo die Menschenarbeit vom Menschen gänzlich losgelöst wird — was man da will, ist die Aufrufung von Willensdämonen, in deren Gebiet man da hineinsegelt.
[ 17 ] Dasjenige, was im Osten Europas geschieht, wo man aus der Denkweise der Gegenwart heraus gewissermaßen die Wirtschaft miliitarisieren will zu einer großen Maschine, wo auch noch die Menschen so ausgebildet werden wie sonst die Maschinen, wo die Menschenarbeit vom Menschen gänzlich losgelöst wird — was man da will, ist die Aufrufung von Willensdämonen, in deren Gebiet man da hineinsegelt.
[ 18 ] Der Weg vom Luziferischen zum Ahrimanischen, das ist auch etwas, von dem man sagen muß, daß so der Gang der MenschheitsentwickeJung geht. Und wir stehen im Grunde mitten drinnen in diesem Herausgehen aus dem Luziferischen und dem Hineinsegeln in das Ahrimanische. Das Luziferische ist in vielfacher Weise natürlich vorhanden. Das Ahrimanische, es ergreift die Menschen. Das Luziferische lebt mehr in Gefühlen. Das Ahrimanische wirkt mehr durch den menschlichen Verstand und verwirklicht und verkörpert sich in den Technizismen.
[ 18 ] Der Weg vom Luziferischen zum Ahrimanischen, das ist auch etwas, von dem man sagen muß, daß so der Gang der MenschheitsentwickeJung geht. Und wir stehen im Grunde mitten drinnen in diesem Herausgehen aus dem Luziferischen und dem Hineinsegeln in das Ahrimanische. Das Luziferische ist in vielfacher Weise natürlich vorhanden. Das Ahrimanische, es ergreift die Menschen. Das Luziferische lebt mehr in Gefühlen. Das Ahrimanische wirkt mehr durch den menschlichen Verstand und verwirklicht und verkörpert sich in den Technizismen.
[ 19 ] Da hinein stellt sich nun, um dem Menschen eine Richtung zu geben, das Christus-Ereignis, das wir zu erwarten haben für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieses Christus-Ereignis wird darin bestehen, daß durch objektive Erlebnisse immer mehr und mehr Menschen wissen werden: Es wandelt auf Erden der ätherische Christus, derjenige Christus, der ätherisch die Macht darstellt, die einstmals in dem physischen Christus Jesus auf der Erde gewandelt ist. Und in dem Sich-Bekanntmachen mit dieser Christus-Macht, in dem Sich-Durchdringen mit dieser Christus-Macht liegt die Möglichkeit, in der richtigen Weise das notwendige Heraufziehen der ahrimanischen Mächte auf sich wirken zu lassen. Das Unglück unserer Zeit besteht darin, daß die Menschen hineinsegeln in das Ahrimanische, ohne durch die Christus-Kraft getragen zu sein.
[ 19 ] Da hinein stellt sich nun, um dem Menschen eine Richtung zu geben, das Christus-Ereignis, das wir zu erwarten haben für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieses Christus-Ereignis wird darin bestehen, daß durch objektive Erlebnisse immer mehr und mehr Menschen wissen werden: Es wandelt auf Erden der ätherische Christus, derjenige Christus, der ätherisch die Macht darstellt, die einstmals in dem physischen Christus Jesus auf der Erde gewandelt ist. Und in dem Sich-Bekanntmachen mit dieser Christus-Macht, in dem Sich-Durchdringen mit dieser Christus-Macht liegt die Möglichkeit, in der richtigen Weise das notwendige Heraufziehen der ahrimanischen Mächte auf sich wirken zu lassen. Das Unglück unserer Zeit besteht darin, daß die Menschen hineinsegeln in das Ahrimanische, ohne durch die Christus-Kraft getragen zu sein.
[ 20 ] Es ist also schon etwas sehr Positives, etwas sehr Konkretes, auf das man hinweist, wenn man von diesem Einschlag in die menschheitliche Entwickelung im 20. Jahrhundert spricht, den ich in meinem ersten Mysterium schon angedeutet habe als das Wiedererscheinen des Christus. Und man kann, ich möchte sagen, verfolgen dasjenige, was sich in den Menschenseelen abspielen wird, indem diese Menschenseelen entgegenleben diesem Christus-Ereignis.
[ 20 ] Es ist also schon etwas sehr Positives, etwas sehr Konkretes, auf das man hinweist, wenn man von diesem Einschlag in die menschheitliche Entwickelung im 20. Jahrhundert spricht, den ich in meinem ersten Mysterium schon angedeutet habe als das Wiedererscheinen des Christus. Und man kann, ich möchte sagen, verfolgen dasjenige, was sich in den Menschenseelen abspielen wird, indem diese Menschenseelen entgegenleben diesem Christus-Ereignis.
[ 21 ] Ich habe ja sogar im öffentlichen Vortrag neulich andeuten können, daß die jeder Weltanschauung entbehrende Wissenschaftlichkeit des Westens mit der Erkenntnis vor dem Menschen halt macht. Man begreift vorzugsweise das Unlebendige. Man systematisiert es und dergleichen. Man theoretisiert darüber und über das Lebendige. Der Darwinismus kommt aber nicht weiter als bis zur Entwickelung der Tiere. Er stellt dann an die Spitze den Menschen. Vor dem Menschen macht er eigentlich halt. Man kommt mit der Erkenntnis nicht bis zum Menschen.
[ 21 ] Ich habe ja sogar im öffentlichen Vortrag neulich andeuten können, daß die jeder Weltanschauung entbehrende Wissenschaftlichkeit des Westens mit der Erkenntnis vor dem Menschen halt macht. Man begreift vorzugsweise das Unlebendige. Man systematisiert es und dergleichen. Man theoretisiert darüber und über das Lebendige. Der Darwinismus kommt aber nicht weiter als bis zur Entwickelung der Tiere. Er stellt dann an die Spitze den Menschen. Vor dem Menschen macht er eigentlich halt. Man kommt mit der Erkenntnis nicht bis zum Menschen.
[ 22 ] Aber auch die Erfassung der sozialen Begriffe macht da halt. Ich habe gezeigt, wie die Praktiker eigentlich Routiniers geworden sind, wie sie bei dem Ahrimanisch-Technischen stehenbleiben. Das haben sie in ihren Büchern, darüber werden Aktiva und Passiva aufgezeichnet. Aber vor den Menschen, mit denen sie arbeiten, bleiben sie stehen. Diese Menschen machen gerade ihre Menschenwürde geltend, aber es wird keine Brücke hinübergeschlagen von demjenigen, der Arbeitsleiter ist, zu dem Arbeitenden. Auch das praktische Leben macht eigentlich vor dem Menschen halt. Erkenntnis macht vor dem Menschen halt das praktische Leben macht vor dem Menschen halt.
[ 22 ] Aber auch die Erfassung der sozialen Begriffe macht da halt. Ich habe gezeigt, wie die Praktiker eigentlich Routiniers geworden sind, wie sie bei dem Ahrimanisch-Technischen stehenbleiben. Das haben sie in ihren Büchern, darüber werden Aktiva und Passiva aufgezeichnet. Aber vor den Menschen, mit denen sie arbeiten, bleiben sie stehen. Diese Menschen machen gerade ihre Menschenwürde geltend, aber es wird keine Brücke hinübergeschlagen von demjenigen, der Arbeitsleiter ist, zu dem Arbeitenden. Auch das praktische Leben macht eigentlich vor dem Menschen halt. Erkenntnis macht vor dem Menschen halt das praktische Leben macht vor dem Menschen halt.
[ 23 ] Das ist auf der einen Seite noch heute mehr oder weniger Theorie, oder sagen wir nicht Theorie: Unvermögen der Theorie, der Erkenntnis; auf der andern Seite etwas, was im sozialen Leben sehr zur Geltung kommt. Denn dasjenige, was man nicht in die Bücher geschrieben hat, das ist es, was sich heute in Streiks und revolutionären Bewegungen geltend macht. Damit hat man nicht gerechnet. Das ist in die Buchführung nicht übergegangen. Im Leben erscheint es und entwickelt sich ebensogut aus der Arbeit in der Industrie, aus der Arbeit im Handel und so weiter heraus, wie sich irgendwelche produzierten Artikel herausentwickeln. Nur hat man dasjenige, was heute rumort unter den Menschen, nicht in seine Kassenbücher und so weiter einbezogen. Das Leben aber hat es einbezogen und im Leben macht es sich geltend.
[ 23 ] Das ist auf der einen Seite noch heute mehr oder weniger Theorie, oder sagen wir nicht Theorie: Unvermögen der Theorie, der Erkenntnis; auf der andern Seite etwas, was im sozialen Leben sehr zur Geltung kommt. Denn dasjenige, was man nicht in die Bücher geschrieben hat, das ist es, was sich heute in Streiks und revolutionären Bewegungen geltend macht. Damit hat man nicht gerechnet. Das ist in die Buchführung nicht übergegangen. Im Leben erscheint es und entwickelt sich ebensogut aus der Arbeit in der Industrie, aus der Arbeit im Handel und so weiter heraus, wie sich irgendwelche produzierten Artikel herausentwickeln. Nur hat man dasjenige, was heute rumort unter den Menschen, nicht in seine Kassenbücher und so weiter einbezogen. Das Leben aber hat es einbezogen und im Leben macht es sich geltend.
[ 24 ] Man kann doch schon sagen: über dasjenige, was ich Ihnen vorgebracht habe, auch neulich im öffentlichen Vortrage vorgebracht habe, denken ja im Grunde die wenigsten Menschen nach. In dieser Beziehung hat eigentlich das 19. Jahrhundert recht Nebuloses über den Menschen gebracht. Im 18. Jahrhundert gingen schon einigen, wenigstens radikalen Geistern einige Lichter auf über dasjenige, was sich da allmählich vorbereitete. Das 19. Jahrhundert hat dann die Ereignisse gebracht und großartige Verwirrungen angerichtet. Pierre Bayle hat im 18. Jahrhundert ein merkwürdiges Wort ausgesprochen. Er war einer der Materialisten des 18. Jahrhunderts, die aber schon die richtigen Vorläufer des Materialismus des 19. Jahrhunderts waren. Dieser Pierre Bayle hat das Wort ausgesprochen: In den Staaten werden Ehre und Schande herrschen, Ehrgeiz und Egoismus und so weiter, aber es kann keinen Staat geben, in dem christliche Seelenverfassung wirksam ist; es kann einen Staat geben, in dem die alten heidnischen Tugenden und Untugenden herrschen, aber es kann keinen christlichen Staat geben. — So sagt Pierre Bayle, der radikale Materialist, und er hatte mehr Recht als irgendeiner der idealistischen Geister des 19. Jahrhunderts, denn diese idealistischen Geister machten sich vor, daß Staaten christlich seien. Sie waren es ja nicht in Wirklichkeit. Studieren Sie das Christentum des Mittelalters, dasjenige Christentum, das zunächst Pierre Bayle meint. Das beruhte darauf, daß man die Erde eigentlich verneinte, daß man die Tugend darin sah, sich zu einem Leben zu erheben, das nicht irdisch war. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich ein Leben, das vorzugsweise das Irdische pflegen wollte. Einen christlichen Staat kann es nicht geben, sagte Pierre Bayle, und eigentlich sagte er die Wahrheit. Und im 19. Jahrhundert und im Beginn des 20. Jahrhunderts sagte man die Lüge, indem man sich selber und den andern Menschen weismachen wollte, es könnte dasjenige, was allmählich als moderne Staaten entstanden ist, durchchristet sein. Das können sie eben nicht sein. Aber etwas anderes entstand dadurch: Man war davon durchdrungen, wenn man auf der Kanzel stand, oder wenn man anhörte, was von der Kanzel heruntertönte, daß man recht christlich sei. Oder wiederum, wenn man in sein Amt ging, oder seine Orden anlegte, oder sich seiner Titel bediente, die einem der Staat gegeben hatte, bildete man sich auch ein, Christ zu sein. Man war es nicht in Wirklichkeit, denn daß man da drinnenstand, war dadurch gegeben, daß man eben kein Christ war. Man gewöhnte sich so in ein lügenhaftes Leben hinein, man gewöhnte sich ab, die wichtigsten Tatsachen des Lebens wahrheitsgemäß anzusehen. Und das erzeugte jene Nebelatmosphäre, welche gar nicht aufkommen ließ eine unbefangene Ansicht über das, was da allmählich heraufkam: die Ahrimanisierung der Welt.
[ 24 ] Man kann doch schon sagen: über dasjenige, was ich Ihnen vorgebracht habe, auch neulich im öffentlichen Vortrage vorgebracht habe, denken ja im Grunde die wenigsten Menschen nach. In dieser Beziehung hat eigentlich das 19. Jahrhundert recht Nebuloses über den Menschen gebracht. Im 18. Jahrhundert gingen schon einigen, wenigstens radikalen Geistern einige Lichter auf über dasjenige, was sich da allmählich vorbereitete. Das 19. Jahrhundert hat dann die Ereignisse gebracht und großartige Verwirrungen angerichtet. Pierre Bayle hat im 18. Jahrhundert ein merkwürdiges Wort ausgesprochen. Er war einer der Materialisten des 18. Jahrhunderts, die aber schon die richtigen Vorläufer des Materialismus des 19. Jahrhunderts waren. Dieser Pierre Bayle hat das Wort ausgesprochen: In den Staaten werden Ehre und Schande herrschen, Ehrgeiz und Egoismus und so weiter, aber es kann keinen Staat geben, in dem christliche Seelenverfassung wirksam ist; es kann einen Staat geben, in dem die alten heidnischen Tugenden und Untugenden herrschen, aber es kann keinen christlichen Staat geben. — So sagt Pierre Bayle, der radikale Materialist, und er hatte mehr Recht als irgendeiner der idealistischen Geister des 19. Jahrhunderts, denn diese idealistischen Geister machten sich vor, daß Staaten christlich seien. Sie waren es ja nicht in Wirklichkeit. Studieren Sie das Christentum des Mittelalters, dasjenige Christentum, das zunächst Pierre Bayle meint. Das beruhte darauf, daß man die Erde eigentlich verneinte, daß man die Tugend darin sah, sich zu einem Leben zu erheben, das nicht irdisch war. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich ein Leben, das vorzugsweise das Irdische pflegen wollte. Einen christlichen Staat kann es nicht geben, sagte Pierre Bayle, und eigentlich sagte er die Wahrheit. Und im 19. Jahrhundert und im Beginn des 20. Jahrhunderts sagte man die Lüge, indem man sich selber und den andern Menschen weismachen wollte, es könnte dasjenige, was allmählich als moderne Staaten entstanden ist, durchchristet sein. Das können sie eben nicht sein. Aber etwas anderes entstand dadurch: Man war davon durchdrungen, wenn man auf der Kanzel stand, oder wenn man anhörte, was von der Kanzel heruntertönte, daß man recht christlich sei. Oder wiederum, wenn man in sein Amt ging, oder seine Orden anlegte, oder sich seiner Titel bediente, die einem der Staat gegeben hatte, bildete man sich auch ein, Christ zu sein. Man war es nicht in Wirklichkeit, denn daß man da drinnenstand, war dadurch gegeben, daß man eben kein Christ war. Man gewöhnte sich so in ein lügenhaftes Leben hinein, man gewöhnte sich ab, die wichtigsten Tatsachen des Lebens wahrheitsgemäß anzusehen. Und das erzeugte jene Nebelatmosphäre, welche gar nicht aufkommen ließ eine unbefangene Ansicht über das, was da allmählich heraufkam: die Ahrimanisierung der Welt.
[ 25 ] Es ist viel geredet worden über die Lügenfeldzüge der letzten Jahre. Aber diese Lügenfeldzüge sind ja dasjenige, an das sich die Menschen in den wichtigsten Dingen in der neueren Zeit gewöhnt haben. Sie haben sich ja gewöhnt an das Lügen über die wichtigsten Dinge! Warum sollte denn über die Dinge, über die gelogen wurde während der Kriegskatastrophe, just die Wahrheit gesagt werden, wenn die Menschen doch gewohnt worden sind im 19. Jahrhundert, die Wahrheit über die wichtigsten Angelegenheiten ihres Lebens nicht mehr in den Bereich ihrer Seelenverfassung zu ziehen.
[ 25 ] Es ist viel geredet worden über die Lügenfeldzüge der letzten Jahre. Aber diese Lügenfeldzüge sind ja dasjenige, an das sich die Menschen in den wichtigsten Dingen in der neueren Zeit gewöhnt haben. Sie haben sich ja gewöhnt an das Lügen über die wichtigsten Dinge! Warum sollte denn über die Dinge, über die gelogen wurde während der Kriegskatastrophe, just die Wahrheit gesagt werden, wenn die Menschen doch gewohnt worden sind im 19. Jahrhundert, die Wahrheit über die wichtigsten Angelegenheiten ihres Lebens nicht mehr in den Bereich ihrer Seelenverfassung zu ziehen.
[ 26 ] Es ist unbequem, diesen Dingen ins Antlitz zu sehen, aber das ist eben das Schlimme, daß diesen Dingen nicht geradenwegs ins Antlitz gesehen wird. So steckt der moderne Mensch neben anderem auch in der Not darinnen, die durch die innere Unwahrhaftigkeit heraufgekommen ist. Und aus dieser Atmosphäre heraus wird sich eine ganz bestimmte Stimmung entwickeln. Was in vieler Beziehung bis nun eigentlich bloß Theorie ist, bloß Erkenntnis ist: das Nichthingelangen des Menschen bis zum Menschen, das Stehenbleiben vor dem Menschen und auch dasjenige, was im sozialen Leben entwickelt wird als dieses Nichthingelangen bis zum Menschen, das wird sich auf die menschliche Seele ablagern. Dasjenige, was als die äußeren Technizismen auf den Willen wirkt, das wird gewissermaßen heraufreagieren aus dem Unterbewußten in das Bewußte. Es wird natürlich nicht ein Bewußtsein davon erzeugt werden können, denn es ist eben im Unterbewußten, aber eine Stimmung wird es erzeugen. Und immer mehr und mehr im Laufe der nächsten Jahrzehnte, ja im Laufe der nächsten Jahre wird diese Stimmung heraufkommen über eine große Anzahl von Menschen. Man wird in den Schulen Kinder unterrichten, man wird merken: Diese Kinder bringen Empfindungen herauf, die ja die Alten gar nicht hatten. Es ist ja in verschiedenen Zeitaltern relativ auch schon so etwas dagewesen, aber in erhöhtem Maße wird es in der nächsten Zeit der Fall sein. Und man wird nur aus tiefer geisteswissenschaftlicher Erkenntnis der Gegenwart heraus taxieren können, was da eigentlich aus den Untergründen der Seelen der heranwachsenden Menschen sich entwickelt. Eine große Sehnsucht wird sich entwickeln, so etwas wie eine sehnsüchtige Entbehrung. Denn dasjenige, was zunächst nur Unvermögen der Theorie ist, den Menschen zu erkennen, was Unvermögen des sozialen Lebens ist, in die Geschäftskalkulationen die Menschenbegabungen aufzunehmen, das wird sich verdichten zum Fühlen, zum Empfinden. Und Menschen werden erstehen — und man wird sie sehen in den heranwachsenden Generationen —, die empfinden werden: Ja, da stehe ich, ich habe eine Gestalt, anders als die andern Wesen, die um mich herum sind; ich schaue nicht aus wie die Tiere, wie ein Ochse, ein Esel, ein Wiesel, ein Adler, ich schaue anders aus, aber ich weiß nicht, was das eigentlich ist, was da anders ausschaut; ich weiß nicht, was ein Mensch ist, ich weiß nicht, was ich selber bin. — Melancholie und Hypochondrie werden sich über die Seelen der heranwachsenden Generation lagern. Man wird das in den Schulen bei der Erziehung, beim Unterricht bemerken können als eine Zeitstimmung. Es wird eine Zeitstimmung sein, die gewissermaßen ins Große geht. Die Menschen sind ja heute so furchtbar oberflächlich, daß man schwer über solche Dinge zu ihnen reden kann. Aber um mich Ihnen vergleichsweise begreiflich zu machen, möchte ich darauf aufmerksam machen, daß ja im 18. Jahrhundert diejenigen Menschen, die etwas von der Seele des Zeitalters verstanden, vom «Werther-Fieber» sprachen. Goethe hat ja nur aus dieser allgemeinen Seelenstimmung einer großen Anzahl von Menschen heraus seinen «Werther» geschrieben. Dann erschien ein Roman «Siegwart». Der war aus dem «Siegwart-Fieber» der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts heraus geschrieben. Das waren Zeitstimmungen, die sich allerdings nur bei einem beschränkten Kreise von Menschen geltend machten. Aber im weitesten Kreise wird solche allgemeine Stimmung in den Seelen heraufkommen, die man wird ausdrücken können: Ja, was bin ich als Mensch? Was ist das Wesen, das ich da selber bin, das auf zwei Beinen geht? Ich habe eine Wissenschaft, die ich ins Großartige getrieben habe; ich habe ein soziales Leben — aber beide machen eigentlich halt vor dem, was ich selber bin. — Diese Stimmung, die das große Zeitfragezeichen sein wird vor der eigenen menschlichen Wesenheit, wird vorbereiten die Seelenaugen für das Wahrnehmen desjenigen, was schwer zu schildern ist, was aber heraufkommt als das neue Christus-Ereignis. Denn man wird sehen aus der . Kraft, die aus dieser Sehnsucht hervorgeht, die Erscheinung des Christus. Die äußere Not wird sich in innere Seelennot verwandeln, und aus dieser Seelennot heraus wird Schauen geboren werden, Schauen des Christus, der übersinnlich unter den Menschen wandeln wird und an den sie sich werden halten müssen, damit sie nicht in unmöglicher Weise aus dem Luziferischen in das Ahrimanische hineinsegeln.
[ 26 ] Es ist unbequem, diesen Dingen ins Antlitz zu sehen, aber das ist eben das Schlimme, daß diesen Dingen nicht geradenwegs ins Antlitz gesehen wird. So steckt der moderne Mensch neben anderem auch in der Not darinnen, die durch die innere Unwahrhaftigkeit heraufgekommen ist. Und aus dieser Atmosphäre heraus wird sich eine ganz bestimmte Stimmung entwickeln. Was in vieler Beziehung bis nun eigentlich bloß Theorie ist, bloß Erkenntnis ist: das Nichthingelangen des Menschen bis zum Menschen, das Stehenbleiben vor dem Menschen und auch dasjenige, was im sozialen Leben entwickelt wird als dieses Nichthingelangen bis zum Menschen, das wird sich auf die menschliche Seele ablagern. Dasjenige, was als die äußeren Technizismen auf den Willen wirkt, das wird gewissermaßen heraufreagieren aus dem Unterbewußten in das Bewußte. Es wird natürlich nicht ein Bewußtsein davon erzeugt werden können, denn es ist eben im Unterbewußten, aber eine Stimmung wird es erzeugen. Und immer mehr und mehr im Laufe der nächsten Jahrzehnte, ja im Laufe der nächsten Jahre wird diese Stimmung heraufkommen über eine große Anzahl von Menschen. Man wird in den Schulen Kinder unterrichten, man wird merken: Diese Kinder bringen Empfindungen herauf, die ja die Alten gar nicht hatten. Es ist ja in verschiedenen Zeitaltern relativ auch schon so etwas dagewesen, aber in erhöhtem Maße wird es in der nächsten Zeit der Fall sein. Und man wird nur aus tiefer geisteswissenschaftlicher Erkenntnis der Gegenwart heraus taxieren können, was da eigentlich aus den Untergründen der Seelen der heranwachsenden Menschen sich entwickelt. Eine große Sehnsucht wird sich entwickeln, so etwas wie eine sehnsüchtige Entbehrung. Denn dasjenige, was zunächst nur Unvermögen der Theorie ist, den Menschen zu erkennen, was Unvermögen des sozialen Lebens ist, in die Geschäftskalkulationen die Menschenbegabungen aufzunehmen, das wird sich verdichten zum Fühlen, zum Empfinden. Und Menschen werden erstehen — und man wird sie sehen in den heranwachsenden Generationen —, die empfinden werden: Ja, da stehe ich, ich habe eine Gestalt, anders als die andern Wesen, die um mich herum sind; ich schaue nicht aus wie die Tiere, wie ein Ochse, ein Esel, ein Wiesel, ein Adler, ich schaue anders aus, aber ich weiß nicht, was das eigentlich ist, was da anders ausschaut; ich weiß nicht, was ein Mensch ist, ich weiß nicht, was ich selber bin. — Melancholie und Hypochondrie werden sich über die Seelen der heranwachsenden Generation lagern. Man wird das in den Schulen bei der Erziehung, beim Unterricht bemerken können als eine Zeitstimmung. Es wird eine Zeitstimmung sein, die gewissermaßen ins Große geht. Die Menschen sind ja heute so furchtbar oberflächlich, daß man schwer über solche Dinge zu ihnen reden kann. Aber um mich Ihnen vergleichsweise begreiflich zu machen, möchte ich darauf aufmerksam machen, daß ja im 18. Jahrhundert diejenigen Menschen, die etwas von der Seele des Zeitalters verstanden, vom «Werther-Fieber» sprachen. Goethe hat ja nur aus dieser allgemeinen Seelenstimmung einer großen Anzahl von Menschen heraus seinen «Werther» geschrieben. Dann erschien ein Roman «Siegwart». Der war aus dem «Siegwart-Fieber» der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts heraus geschrieben. Das waren Zeitstimmungen, die sich allerdings nur bei einem beschränkten Kreise von Menschen geltend machten. Aber im weitesten Kreise wird solche allgemeine Stimmung in den Seelen heraufkommen, die man wird ausdrücken können: Ja, was bin ich als Mensch? Was ist das Wesen, das ich da selber bin, das auf zwei Beinen geht? Ich habe eine Wissenschaft, die ich ins Großartige getrieben habe; ich habe ein soziales Leben — aber beide machen eigentlich halt vor dem, was ich selber bin. — Diese Stimmung, die das große Zeitfragezeichen sein wird vor der eigenen menschlichen Wesenheit, wird vorbereiten die Seelenaugen für das Wahrnehmen desjenigen, was schwer zu schildern ist, was aber heraufkommt als das neue Christus-Ereignis. Denn man wird sehen aus der . Kraft, die aus dieser Sehnsucht hervorgeht, die Erscheinung des Christus. Die äußere Not wird sich in innere Seelennot verwandeln, und aus dieser Seelennot heraus wird Schauen geboren werden, Schauen des Christus, der übersinnlich unter den Menschen wandeln wird und an den sie sich werden halten müssen, damit sie nicht in unmöglicher Weise aus dem Luziferischen in das Ahrimanische hineinsegeln.
[ 27 ] Was nützte uns denn alle Wissenschaft, wenn sie uns nicht dazu brächte, so ganz im Konkreten das unmittelbar menschliche Leben zu ergreifen! Wir müssen uns klar sein: Der Mensch, der heute dasteht, hat eine ganze Reihe von Erdenleben schon hinter sich. Wir leben ja in wiederholten Erdenleben. Diejenigen Menschen, welche die elementaren Gewalten in den Naturerscheinungen gesehen haben, die waren wir ja selbst in unseren früheren Erdenleben. Wir bringen die Ergebnisse dieser früheren Erdenleben in dieses Leben herein. Da haben wir gewußt: Um uns herum sind schicksalbestimmende Naturgeister. Diese tragen wir in uns. Heute schauen wir mit unserem bloßen Intellekt, mit unserem Kopf nur in die Natur hinaus, auch auf die Technizismen, die wir selber hervorbringen. Wir sehen nichts anderes als dasjenige, was Inhalt unseres Intellekts ist. Und dasjenige, was in uns rumort aus vielen Erdenleben, die wir durchlebt haben, was wir aber jetzt nicht sehen wollen, das ist schließlich das, was ich eben als große Sehnsucht, als sehnsüchtige Entbehrung bezeichnet habe. Wir waren ja einmal Menschen, die in die Natur hineingeschaut haben und das Geistige gesehen haben, wodurch wir in uns fühlen konnten, was eigentlich ein Mensch ist. Jetzt haben wir eine Wissenschaft, eine soziale Empfindung, die vor dem Menschen stehenbleibt. Wir tragen die Anlage in uns von unserem früheren Schauen unserer Umgebung, uns als Mensch zu fühlen. Wir schauen heute in die menschenleere Natur hinein, bleiben vor dem Menschen stehen. Das wird die große Seelennot der nächsten Jahrzehnte erzeugen. Diese Seelennot ist eine positive Macht und aus dieser positiven Macht herausgeboren wird die Fähigkeit entstehen, den Christus zu schauen.
[ 27 ] Was nützte uns denn alle Wissenschaft, wenn sie uns nicht dazu brächte, so ganz im Konkreten das unmittelbar menschliche Leben zu ergreifen! Wir müssen uns klar sein: Der Mensch, der heute dasteht, hat eine ganze Reihe von Erdenleben schon hinter sich. Wir leben ja in wiederholten Erdenleben. Diejenigen Menschen, welche die elementaren Gewalten in den Naturerscheinungen gesehen haben, die waren wir ja selbst in unseren früheren Erdenleben. Wir bringen die Ergebnisse dieser früheren Erdenleben in dieses Leben herein. Da haben wir gewußt: Um uns herum sind schicksalbestimmende Naturgeister. Diese tragen wir in uns. Heute schauen wir mit unserem bloßen Intellekt, mit unserem Kopf nur in die Natur hinaus, auch auf die Technizismen, die wir selber hervorbringen. Wir sehen nichts anderes als dasjenige, was Inhalt unseres Intellekts ist. Und dasjenige, was in uns rumort aus vielen Erdenleben, die wir durchlebt haben, was wir aber jetzt nicht sehen wollen, das ist schließlich das, was ich eben als große Sehnsucht, als sehnsüchtige Entbehrung bezeichnet habe. Wir waren ja einmal Menschen, die in die Natur hineingeschaut haben und das Geistige gesehen haben, wodurch wir in uns fühlen konnten, was eigentlich ein Mensch ist. Jetzt haben wir eine Wissenschaft, eine soziale Empfindung, die vor dem Menschen stehenbleibt. Wir tragen die Anlage in uns von unserem früheren Schauen unserer Umgebung, uns als Mensch zu fühlen. Wir schauen heute in die menschenleere Natur hinein, bleiben vor dem Menschen stehen. Das wird die große Seelennot der nächsten Jahrzehnte erzeugen. Diese Seelennot ist eine positive Macht und aus dieser positiven Macht herausgeboren wird die Fähigkeit entstehen, den Christus zu schauen.
[ 28 ] Die alte Art, zum Christus sich zu verhalten, die allermodernste Theologie hat sie vernichtet. Denn, was ist unter dem Einfluß der modernen Theologie aus dem Christus geworden? Der «schlichte Mann aus Nazareth»! Kann denn heute überhaupt ein Verhältnis des Menschen zu dem Christus-Ereignis stattfinden, wenn nicht eine Erneuerung unseres Geisteslebens Platz greift?
[ 28 ] Die alte Art, zum Christus sich zu verhalten, die allermodernste Theologie hat sie vernichtet. Denn, was ist unter dem Einfluß der modernen Theologie aus dem Christus geworden? Der «schlichte Mann aus Nazareth»! Kann denn heute überhaupt ein Verhältnis des Menschen zu dem Christus-Ereignis stattfinden, wenn nicht eine Erneuerung unseres Geisteslebens Platz greift?
[ 29 ] Die katholische Kirche hat gut gewußt, warum sie niemals die Evangelien unter die Menge lassen wollte. Für die Gläubigen der katholischen Kirche ist ja heute theoretisch das Lesen der Evangelien noch immer verboten. Und die Albigenser, die Waldenser, welche sich diesem Verbot nicht fügen wollten, waren ja als Ketzer erklärt worden, weil man natürlich gut gewußt hat, was entsteht, wenn man die Evangelien der Menge übergibt. Da hat man zunächst vier Evangelien. In solch vierfacher Gestalt kann ja das Göttliche zu den Menschen sprechen. Aber nicht aus dem Intellekt heraus kann man dem Menschen ein Ereignis nahebringen auf vierfache Weise, wie es in den Evangelien geschildert ist. Da entwickeln sich dann die Widersprüche. In demselben Moment, wo man den Evangelien die Wirklichkeit abspricht, wo man sie als Produkte des menschlichen Intellekts ansieht, muß man sie widerspruchsvoll finden, da sind sie voller Widersprüche. Das, was da heraufgekommen ist, ist ja ein Vernichten aller Anschauung des Mysteriums von Golgatha.
[ 29 ] Die katholische Kirche hat gut gewußt, warum sie niemals die Evangelien unter die Menge lassen wollte. Für die Gläubigen der katholischen Kirche ist ja heute theoretisch das Lesen der Evangelien noch immer verboten. Und die Albigenser, die Waldenser, welche sich diesem Verbot nicht fügen wollten, waren ja als Ketzer erklärt worden, weil man natürlich gut gewußt hat, was entsteht, wenn man die Evangelien der Menge übergibt. Da hat man zunächst vier Evangelien. In solch vierfacher Gestalt kann ja das Göttliche zu den Menschen sprechen. Aber nicht aus dem Intellekt heraus kann man dem Menschen ein Ereignis nahebringen auf vierfache Weise, wie es in den Evangelien geschildert ist. Da entwickeln sich dann die Widersprüche. In demselben Moment, wo man den Evangelien die Wirklichkeit abspricht, wo man sie als Produkte des menschlichen Intellekts ansieht, muß man sie widerspruchsvoll finden, da sind sie voller Widersprüche. Das, was da heraufgekommen ist, ist ja ein Vernichten aller Anschauung des Mysteriums von Golgatha.
[ 30 ] Und wiederum lebt man unter der Lüge, daß man Christ bleiben soll und doch den Quell verschüttet und negiert, weil die moderne Theologie ja kein Christentum mehr in sich enthält. Um zum Christentum wieder zu kommen, muß man zu einer neuen Geistanschauung kommen. Es muß wiederum der Schatz gehoben werden können, den wir in unserer Seele angesammelt haben, den wir durch viele Erdenleben durchgetragen haben.
[ 30 ] Und wiederum lebt man unter der Lüge, daß man Christ bleiben soll und doch den Quell verschüttet und negiert, weil die moderne Theologie ja kein Christentum mehr in sich enthält. Um zum Christentum wieder zu kommen, muß man zu einer neuen Geistanschauung kommen. Es muß wiederum der Schatz gehoben werden können, den wir in unserer Seele angesammelt haben, den wir durch viele Erdenleben durchgetragen haben.
[ 31 ] So wie wir dastehen im jetzigen Leben, ist ja dieses Leben der Ausgangspunkt zugleich für die folgenden Erdenleben. Aber wie in unseren Seelen als Erbschaft der früheren Erdenleben dasjenige lebt, was wir abstrakt in Mathematik und konkret in verschiedenen inneren Stimmungen in der Seele tragen, so lebt als Anlage das, was wir von der Außenwelt aufnehmen im jetzigen Leben, in die folgenden Erdenleben hinüber. Der alte Mensch hat von der Außenwelt aufgenommen seine von Elementarwesen durchsetzte Naturanschauung. Als wir früher auf derErde waren, haben wir dieNatur angeschaut und die Eindrücke von den Elementarwesen bekommen; das tragen wir in uns. Heute ist unser Leben im wesentlichen bestimmt von dem, was entsteht durch das «Pferd», das neben uns ist, wie ich es vorhin schilderte, durch die Technizismen. Das fließt in uns ein. Das gestalten wir in uns zu einem Fonds für die folgenden Erdenleben, wenn wir nichts anderes tun. Dadrinnen leben die neuen Dämonen, die ahrimanischen Dämonen. Wir präparieren uns ja gut für die folgenden Erdenleben, wenn wir uns überliefern den ahrimanischen Mächten! Das, was die Maschinen in uns sind, das bereiten wir vor als unser Wissenschaftsleben für die nächsten Erdenleben. Was der Kanonendonner an den Fronten war, was da gelebt hat in den Maschinen, das gliedern wir in uns ein. So wollen wir eigentlich unbewußt auferstehen in dem nächstfolgenden Erdenleben. Aber der Mensch ist eben nicht bloß ein Intellekt, er hat auch anderes in seinem Wesen: er hat Empfindungen, er hat Gefühle. Die müssen sich abfinden mit dem, was hereinkommt von den Technizismen, von den Maschinen.
[ 31 ] So wie wir dastehen im jetzigen Leben, ist ja dieses Leben der Ausgangspunkt zugleich für die folgenden Erdenleben. Aber wie in unseren Seelen als Erbschaft der früheren Erdenleben dasjenige lebt, was wir abstrakt in Mathematik und konkret in verschiedenen inneren Stimmungen in der Seele tragen, so lebt als Anlage das, was wir von der Außenwelt aufnehmen im jetzigen Leben, in die folgenden Erdenleben hinüber. Der alte Mensch hat von der Außenwelt aufgenommen seine von Elementarwesen durchsetzte Naturanschauung. Als wir früher auf derErde waren, haben wir dieNatur angeschaut und die Eindrücke von den Elementarwesen bekommen; das tragen wir in uns. Heute ist unser Leben im wesentlichen bestimmt von dem, was entsteht durch das «Pferd», das neben uns ist, wie ich es vorhin schilderte, durch die Technizismen. Das fließt in uns ein. Das gestalten wir in uns zu einem Fonds für die folgenden Erdenleben, wenn wir nichts anderes tun. Dadrinnen leben die neuen Dämonen, die ahrimanischen Dämonen. Wir präparieren uns ja gut für die folgenden Erdenleben, wenn wir uns überliefern den ahrimanischen Mächten! Das, was die Maschinen in uns sind, das bereiten wir vor als unser Wissenschaftsleben für die nächsten Erdenleben. Was der Kanonendonner an den Fronten war, was da gelebt hat in den Maschinen, das gliedern wir in uns ein. So wollen wir eigentlich unbewußt auferstehen in dem nächstfolgenden Erdenleben. Aber der Mensch ist eben nicht bloß ein Intellekt, er hat auch anderes in seinem Wesen: er hat Empfindungen, er hat Gefühle. Die müssen sich abfinden mit dem, was hereinkommt von den Technizismen, von den Maschinen.
[ 32 ] Da kommt noch ein anderes Gefühl, als was ich vorhin geschildert habe. Ich sprach vorhin von dem Gefühl entbehrender Sehnsucht, sehnsüchtiger Entbehrung. Das, was da die Seele in dem Unterbewußten vereinigt aus Technizismen heraus, aus den ahrimanischen Mächten, das reagiert herauf, kommt ins Bewußtsein herein als Gedanken, Ideen, aber es kommt als etwas herauf, was ähnlich ist der Furcht. Und zu der sehnsüchtigen Entbehrung wird man heraufkommen sehen bei den Kindern, die man in der Schule haben wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, eine unbestimmte, aber deshalb nicht weniger lebendige Furcht vor dem Leben, die sich in Nervosität äußern wird, die sich in einem zappeligen, nervösen Wesen äußern wird — ich meine es handgreiflich. In der Anlage ist dasjenige, was ich schildere, schon heute da.
[ 32 ] Da kommt noch ein anderes Gefühl, als was ich vorhin geschildert habe. Ich sprach vorhin von dem Gefühl entbehrender Sehnsucht, sehnsüchtiger Entbehrung. Das, was da die Seele in dem Unterbewußten vereinigt aus Technizismen heraus, aus den ahrimanischen Mächten, das reagiert herauf, kommt ins Bewußtsein herein als Gedanken, Ideen, aber es kommt als etwas herauf, was ähnlich ist der Furcht. Und zu der sehnsüchtigen Entbehrung wird man heraufkommen sehen bei den Kindern, die man in der Schule haben wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, eine unbestimmte, aber deshalb nicht weniger lebendige Furcht vor dem Leben, die sich in Nervosität äußern wird, die sich in einem zappeligen, nervösen Wesen äußern wird — ich meine es handgreiflich. In der Anlage ist dasjenige, was ich schildere, schon heute da.
[ 33 ] Da gibt es nur das eine, daß die Seelen sich erfüllen mit demjenigen, was hier die Kraft gibt, die die Erde selber nicht hergeben kann, die Kraft, die der Erde von außen gekommen ist durch das Wesen des Christus, der nun wieder erscheinen wird. Das ist eine Kraft, die von der Erde selbst nicht kommen kann. Von der Erde kommt die Kraft der Technizismen, die 79 Millionen Pferde, die neben uns hergehen. In uns müssen wir ausbilden dasjenige, was von der Kraft des Christus kommt, damit wir nicht erfüllt sind bloß von der Kraft der Technizismen im nächsten Erdenleben. Es gibt keine andere Heilung für die Nervosität, die sich bei der aufwachsenden Generation geltend machen muß, als die Vorbereitung für das Christus-Ereignis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
[ 33 ] Da gibt es nur das eine, daß die Seelen sich erfüllen mit demjenigen, was hier die Kraft gibt, die die Erde selber nicht hergeben kann, die Kraft, die der Erde von außen gekommen ist durch das Wesen des Christus, der nun wieder erscheinen wird. Das ist eine Kraft, die von der Erde selbst nicht kommen kann. Von der Erde kommt die Kraft der Technizismen, die 79 Millionen Pferde, die neben uns hergehen. In uns müssen wir ausbilden dasjenige, was von der Kraft des Christus kommt, damit wir nicht erfüllt sind bloß von der Kraft der Technizismen im nächsten Erdenleben. Es gibt keine andere Heilung für die Nervosität, die sich bei der aufwachsenden Generation geltend machen muß, als die Vorbereitung für das Christus-Ereignis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
[ 34 ] Man muß unsere Zeit nicht schildern nach dem äußeren Anblick, sondern man muß sie schildern nach dem, was sich als die hervorragendsten Empfindungen geltend macht in den Menschen. Das großartig Wichtige in unserer Zeit wäre, daß die Menschen sich ein inneres Auge aneigneten für dasjenige, was in den Menschen lebt. Zumeist wird geschildert, was nur äußerlich ist. In solchen Gebieten, wie es zum Beispiel jetzt der europäische Osten ist, reisen Menschen wie Paquet und ähnliche, die gar nicht in der Lage sind zu sagen, was die Menschen da erleben, die schon viel von der Zukunft erleben, während sie nur reine Äußerlichkeiten schildern und so weiter.
[ 34 ] Man muß unsere Zeit nicht schildern nach dem äußeren Anblick, sondern man muß sie schildern nach dem, was sich als die hervorragendsten Empfindungen geltend macht in den Menschen. Das großartig Wichtige in unserer Zeit wäre, daß die Menschen sich ein inneres Auge aneigneten für dasjenige, was in den Menschen lebt. Zumeist wird geschildert, was nur äußerlich ist. In solchen Gebieten, wie es zum Beispiel jetzt der europäische Osten ist, reisen Menschen wie Paquet und ähnliche, die gar nicht in der Lage sind zu sagen, was die Menschen da erleben, die schon viel von der Zukunft erleben, während sie nur reine Äußerlichkeiten schildern und so weiter.
[ 35 ] Wenn Geisteswissenschaft etwas Lebendiges werden soll, dann muß sie uns hineinführen können in das Verstehen gerade des Empfindungshaften, gerade des Gefühlsmäßigen. Denn nicht dadurch, daß man in einigen Abstraktionen schildert, wie das Christus-Ereignis sein wird, lernt man das Leben wirklich kennen, sondern indem man die Menschenseelen schildert, die auf der einen Seite sehnsüchtig, auf der andern Seite sich fürchtend diesem Christus-Ereignis entgegenleben.
[ 35 ] Wenn Geisteswissenschaft etwas Lebendiges werden soll, dann muß sie uns hineinführen können in das Verstehen gerade des Empfindungshaften, gerade des Gefühlsmäßigen. Denn nicht dadurch, daß man in einigen Abstraktionen schildert, wie das Christus-Ereignis sein wird, lernt man das Leben wirklich kennen, sondern indem man die Menschenseelen schildert, die auf der einen Seite sehnsüchtig, auf der andern Seite sich fürchtend diesem Christus-Ereignis entgegenleben.
[ 36 ] Wie kann denn der heutige Mensch so etwas verstehen wie die Besiegelung des Ausganges der Kriegskatastrophe durch ahrimanische Kräfte, ganz abgesehen von dem, was im Augenblick die Menschen machen konnten? Bestimmt nur durch dasjenige, was die Menschen ausgedacht haben und was objektiv geworden ist. Wie können denn die Menschen der Gegenwart das richtig beurteilen, in seiner Wirkungsweise richtig abschätzen, wenn sie nicht auf das Geisteswissenschaftliche eingehen? Bedenken Sie doch, was eine solche Tatsache bedeutet wie diese, daß zu den 79 Millionen Pferdekraftjahren von Deutschland, zu den 98 Millionen Pferdekraftjahren Großbritanniens, zu den 35 Millionen Pferdekraftjahren von Belgien, Frankreich und Rußland hinzukommen die 179 Millionen Pferdekraftjahre von Amerika! Also dadurch, daß wir sprechen von etwas, was ganz vom Menschen absieht, reden wir eigentlich von den maßgebenden Ursachen des gegenwärtigen menschlichen Schicksals. Der Mensch hat sich ja ganz ausgeliefert an dasjenige, was nicht mehr Mensch ist. Und jetzt betrachten Sie es in einem neuen Lichte, wenn gesagt wird, der Mensch bleibt mit seiner Erkenntnis vor dem Menschen stehen. Der Mensch bleibt nur im Unmenschlichen stehen, auch im Sozialen im Unmenschlichen stehen, indem er die Brücke nicht findet hinüber zum Menschen. Damit erfüllt der Mensch sein Schicksal. Er macht sein Schicksal auch abhängig von dem, was nicht mehr menschlich ist; er erzeugt auch dasjenige als schicksalbestimmend, woran er als Mensch keinen Anteil mehr hat. Man muß nicht mehr sprechen von der Tapferkeit, von dem Geiste, von der Genialität des Generalstabs und dergleichen, wenn man von dem Ausgang eines Schicksalbestimmenden spricht, sondern von den Verhältnissen der Pferdekraftjahre in den verschiedenen Ländern. Man muß vom Menschen absehen können, wenn man vom menschlichen Schicksal spricht. Es wird einer starken Kraft bedürfen, damit dieMenschen wiederum aufkommen und entgegenrufen diesem von dem Nichtmenschlichen bestimmten menschlichen Schicksal: Das Schicksal der Menschheit muß wiederum vom Menschen bestimmt werden! — Das kann aber nur geschehen, wenn die Menschen sich erfüllen mit der Christus-Kraft, die heranrückt, die sie wiederum ihren Menschenkräften zurückgeben wird. Seiner selbst gewiß als Mensch kann wiederum nur derjenige werden, der auf alledem, was da begründet worden ist an Technik, wandelt, der sich aber nicht beherrschen läßt von diesen Technizismen, sondern zu schauen vermag auch dasjenige, was ihn durchdringen kann als die Christus-Kraft, die siegen kann über all diese Technizismen.
[ 36 ] Wie kann denn der heutige Mensch so etwas verstehen wie die Besiegelung des Ausganges der Kriegskatastrophe durch ahrimanische Kräfte, ganz abgesehen von dem, was im Augenblick die Menschen machen konnten? Bestimmt nur durch dasjenige, was die Menschen ausgedacht haben und was objektiv geworden ist. Wie können denn die Menschen der Gegenwart das richtig beurteilen, in seiner Wirkungsweise richtig abschätzen, wenn sie nicht auf das Geisteswissenschaftliche eingehen? Bedenken Sie doch, was eine solche Tatsache bedeutet wie diese, daß zu den 79 Millionen Pferdekraftjahren von Deutschland, zu den 98 Millionen Pferdekraftjahren Großbritanniens, zu den 35 Millionen Pferdekraftjahren von Belgien, Frankreich und Rußland hinzukommen die 179 Millionen Pferdekraftjahre von Amerika! Also dadurch, daß wir sprechen von etwas, was ganz vom Menschen absieht, reden wir eigentlich von den maßgebenden Ursachen des gegenwärtigen menschlichen Schicksals. Der Mensch hat sich ja ganz ausgeliefert an dasjenige, was nicht mehr Mensch ist. Und jetzt betrachten Sie es in einem neuen Lichte, wenn gesagt wird, der Mensch bleibt mit seiner Erkenntnis vor dem Menschen stehen. Der Mensch bleibt nur im Unmenschlichen stehen, auch im Sozialen im Unmenschlichen stehen, indem er die Brücke nicht findet hinüber zum Menschen. Damit erfüllt der Mensch sein Schicksal. Er macht sein Schicksal auch abhängig von dem, was nicht mehr menschlich ist; er erzeugt auch dasjenige als schicksalbestimmend, woran er als Mensch keinen Anteil mehr hat. Man muß nicht mehr sprechen von der Tapferkeit, von dem Geiste, von der Genialität des Generalstabs und dergleichen, wenn man von dem Ausgang eines Schicksalbestimmenden spricht, sondern von den Verhältnissen der Pferdekraftjahre in den verschiedenen Ländern. Man muß vom Menschen absehen können, wenn man vom menschlichen Schicksal spricht. Es wird einer starken Kraft bedürfen, damit dieMenschen wiederum aufkommen und entgegenrufen diesem von dem Nichtmenschlichen bestimmten menschlichen Schicksal: Das Schicksal der Menschheit muß wiederum vom Menschen bestimmt werden! — Das kann aber nur geschehen, wenn die Menschen sich erfüllen mit der Christus-Kraft, die heranrückt, die sie wiederum ihren Menschenkräften zurückgeben wird. Seiner selbst gewiß als Mensch kann wiederum nur derjenige werden, der auf alledem, was da begründet worden ist an Technik, wandelt, der sich aber nicht beherrschen läßt von diesen Technizismen, sondern zu schauen vermag auch dasjenige, was ihn durchdringen kann als die Christus-Kraft, die siegen kann über all diese Technizismen.
[ 37 ] Das sind Lehren, die wir heute aufnehmen müssen. Das sind die Worte, welche hinweisen darauf, wie wir uns vorbereiten sollen für das Christus-Ereignis. Mit all den Trivialitäten, die heute die öffentliche Literatur beherrschen, mit all dem Geschwätz, das heute auf der Tagesordnung ist, kommt die Menschheit nicht vorwärts, sondern nur rückwärts. Einzig und allein mit dem, was aus geistigen Untergründen herausgeholt wird, kommt die Menschheit vorwärts. Und ehe man nicht den Ernst von so etwas wiederum fühlen wird, eher kommt man nicht vorwärts. Und das ist notwendig, daß wir uns klar sind: Die Menschheit hat es einmal heute dazu gebracht, daß sie ringsherum eine Welt hat, eine ganz neue Welt, die Kräfte entwickelt, von denen ihr Schicksal abhängt. Und es sind ja wahrhaftig nicht bloß die kriegerischen Ereignisse. Denn wenn wir auf die Straße gehen und die Fabriken sehen, von denen unser Schicksal bestimmt ist, ist das ja dasselbe für den Alltag, nicht nur für die Schicksale von 1914. Das, was da ist in all den Fabriken, die da dampfen, das sind die ahrimanischen Gewalten — in ihnen hat der Mensch keine Geltung mehr.
[ 37 ] Das sind Lehren, die wir heute aufnehmen müssen. Das sind die Worte, welche hinweisen darauf, wie wir uns vorbereiten sollen für das Christus-Ereignis. Mit all den Trivialitäten, die heute die öffentliche Literatur beherrschen, mit all dem Geschwätz, das heute auf der Tagesordnung ist, kommt die Menschheit nicht vorwärts, sondern nur rückwärts. Einzig und allein mit dem, was aus geistigen Untergründen herausgeholt wird, kommt die Menschheit vorwärts. Und ehe man nicht den Ernst von so etwas wiederum fühlen wird, eher kommt man nicht vorwärts. Und das ist notwendig, daß wir uns klar sind: Die Menschheit hat es einmal heute dazu gebracht, daß sie ringsherum eine Welt hat, eine ganz neue Welt, die Kräfte entwickelt, von denen ihr Schicksal abhängt. Und es sind ja wahrhaftig nicht bloß die kriegerischen Ereignisse. Denn wenn wir auf die Straße gehen und die Fabriken sehen, von denen unser Schicksal bestimmt ist, ist das ja dasselbe für den Alltag, nicht nur für die Schicksale von 1914. Das, was da ist in all den Fabriken, die da dampfen, das sind die ahrimanischen Gewalten — in ihnen hat der Mensch keine Geltung mehr.
[ 38 ] Und wenn wir dann von der Fabrik ein Stückchen weitergehen, finden wir die Kirche. Was in der Kirche tradiert wird, ist ein Abstraktum geworden. Das hat längst keinen Bezug mehr zu diesem Leben da draußen. Das beschäftigt sich mit etwas, womit der Mensch nichts anfangen kann, wenn er der Lebenspraxis gegenübersteht. Das ist ebenso luziferisch, wie das in den Fabriken ahrimanisch ist.
[ 38 ] Und wenn wir dann von der Fabrik ein Stückchen weitergehen, finden wir die Kirche. Was in der Kirche tradiert wird, ist ein Abstraktum geworden. Das hat längst keinen Bezug mehr zu diesem Leben da draußen. Das beschäftigt sich mit etwas, womit der Mensch nichts anfangen kann, wenn er der Lebenspraxis gegenübersteht. Das ist ebenso luziferisch, wie das in den Fabriken ahrimanisch ist.
[ 39 ] Das ist wiederum etwas, was mit dem Schicksal der gegenwärtigen Menschheit zusammenhängt, furchtbar zusammenhängt: daß verloren worden ist da, wo man von dem Geistigen spricht, die Möglichkeit, mit diesem Geistigen in das Leben hineinzuweisen. Ich habe letzthin im öffentlichen Vortrag erzählt von den amerikanischen Pastorenrednern in der Schweiz und andern neutralen Ländern, die ungefähr sagen: Der Völkerbund muß entstehen, denn der wird Heil und Segen bringen für die Menschen; aber aus den Ideen der Staatsmänner wird der Völkerbund sich nicht entwickeln können. Also muß man die Herzen der Menschen gewinnen, damit sie sich zu dem Völkerbund bekennen. Wer einen unbefangenen Sinn hat, der wird wissen, daß es sehr schöne Reden sind, die die Herren halten; wer aber damit zufrieden ist und sich damit begnügt, die Schönheit dieser Reden zu loben, der versteht die Zeit auch nicht. Denn diese Worte könnten noch so honigreich sein, diese Süße dringt nicht zu den Herzen der Menschen. Die Herzen der Menschen sind heute voll von den Sorgen, die sie sich über das wirtschaftliche Leben machen, und keine Brücke ist da zu dem, was als Worte aus den alten Bekenntnissen herauskommt. Mit denen kann man ebensowenig einen Völkerbund machen wie mit den Worten, die von Woodrow Wilson, von Clemenceau und andern kommen. Dasjenige, um was es sich heute handelt, das ist das Zusammenbringen der beiden, das Durchdringen des Lebens mit dem Geiste und das Heranbringen des Lebens zum Geiste. Geradeso wie das außerirdische Christus-Wesen in dem Menschen Jesus Fleisch angenommen hat, sich mit der physischen Erde verbunden hat, so wird der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erscheinende Christus nicht in der Sprache der abstrakten Religionsbekenntnisse reden, o nein, sondern er wird in der Sprache des praktischen Lebens reden. Und diejenigen, die nur immer in weltfremden, mystischen Höhen die Erbauung der Seele suchen, die werden ihn nicht verstehen. Aber er wird vom Geiste reden, auch wenn er vom praktischen Leben redet. Es wird der Geist sein, der sich ebenso verbindet mit dem praktischen Leben, wie sich das überweltliche, übersinnliche Wesen Christus mit dem physischen Menschen Jesus verbunden hat. Wir brauchen ein solch neues Verständnis dieses ChristusEreignisses, sonst werden wir es nicht würdigen können, wenn es über die Menschen kommt.
[ 39 ] Das ist wiederum etwas, was mit dem Schicksal der gegenwärtigen Menschheit zusammenhängt, furchtbar zusammenhängt: daß verloren worden ist da, wo man von dem Geistigen spricht, die Möglichkeit, mit diesem Geistigen in das Leben hineinzuweisen. Ich habe letzthin im öffentlichen Vortrag erzählt von den amerikanischen Pastorenrednern in der Schweiz und andern neutralen Ländern, die ungefähr sagen: Der Völkerbund muß entstehen, denn der wird Heil und Segen bringen für die Menschen; aber aus den Ideen der Staatsmänner wird der Völkerbund sich nicht entwickeln können. Also muß man die Herzen der Menschen gewinnen, damit sie sich zu dem Völkerbund bekennen. Wer einen unbefangenen Sinn hat, der wird wissen, daß es sehr schöne Reden sind, die die Herren halten; wer aber damit zufrieden ist und sich damit begnügt, die Schönheit dieser Reden zu loben, der versteht die Zeit auch nicht. Denn diese Worte könnten noch so honigreich sein, diese Süße dringt nicht zu den Herzen der Menschen. Die Herzen der Menschen sind heute voll von den Sorgen, die sie sich über das wirtschaftliche Leben machen, und keine Brücke ist da zu dem, was als Worte aus den alten Bekenntnissen herauskommt. Mit denen kann man ebensowenig einen Völkerbund machen wie mit den Worten, die von Woodrow Wilson, von Clemenceau und andern kommen. Dasjenige, um was es sich heute handelt, das ist das Zusammenbringen der beiden, das Durchdringen des Lebens mit dem Geiste und das Heranbringen des Lebens zum Geiste. Geradeso wie das außerirdische Christus-Wesen in dem Menschen Jesus Fleisch angenommen hat, sich mit der physischen Erde verbunden hat, so wird der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erscheinende Christus nicht in der Sprache der abstrakten Religionsbekenntnisse reden, o nein, sondern er wird in der Sprache des praktischen Lebens reden. Und diejenigen, die nur immer in weltfremden, mystischen Höhen die Erbauung der Seele suchen, die werden ihn nicht verstehen. Aber er wird vom Geiste reden, auch wenn er vom praktischen Leben redet. Es wird der Geist sein, der sich ebenso verbindet mit dem praktischen Leben, wie sich das überweltliche, übersinnliche Wesen Christus mit dem physischen Menschen Jesus verbunden hat. Wir brauchen ein solch neues Verständnis dieses ChristusEreignisses, sonst werden wir es nicht würdigen können, wenn es über die Menschen kommt.
[ 40 ] Man kann schon heute die Frage aufwerfen: Wie werden sich eigentlich zu dem Christus-Ereignis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diejenigen verhalten, die offiziell das Christentum predigen? Dazu ist ja allerdings beim richtigen Verständnis des Evangeliums eine Art von Vorbild geschaffen. Das Evangelium redet von den «Schriftgelehrten und Pharisäern». Man urteilt nicht richtig, wenn man in der Gegenwart auf die Seite der Christus-Bekenner den Adolf Harnack setzt; man urteilt nur richtig, wenn man ihn, folgend dem Evangelium, auf die Seite der Schriftgelehrten und Pharisäer setzt. Und ähnliche Leute mehr muß man auf diese Seite setzen. Denn es ist nötig, ein richtiges Urteil zu gewinnen. Zur Wahrheit müssen wir kommen! Der Maternalist Pierre Bayle hat gesagt: Ein Staat kann nicht christlich sein; Ehre und Schande herrschen in einem Staate, Ehrgeiz und Egoismus herrschen in einem Staate, aber ein christlicher Staat ist nicht möglich. — Aber eine christliche soziale Gemeinschaft wird möglich sein, wenn man sie nur nicht absolut staatlich haben will, wenn man ein freies Geistesleben begründen wird. Das wird Christus-durchdrungen sein können. Dann wird dieses freie Geistesleben den ChristusImpuls auch ausstrahlen können in dasjenige, was nimmermehr christlich sein kann, in das eigentliche Staatsleben. Dann wird sich auch ein wirtschaftliches Leben der Assoziationen geltend machen können, das als solches selbstverständlich nicht christlich sein kann; aber die Menschen, die darinstehen, die werden christlich sein. Sie werden vom Christus-Impuls durchdrungen sein, nur muß man die Menschen hineinkommen lassen ins freie Geistesleben. So wird das ganze soziale Leben christlich sein können.
[ 40 ] Man kann schon heute die Frage aufwerfen: Wie werden sich eigentlich zu dem Christus-Ereignis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diejenigen verhalten, die offiziell das Christentum predigen? Dazu ist ja allerdings beim richtigen Verständnis des Evangeliums eine Art von Vorbild geschaffen. Das Evangelium redet von den «Schriftgelehrten und Pharisäern». Man urteilt nicht richtig, wenn man in der Gegenwart auf die Seite der Christus-Bekenner den Adolf Harnack setzt; man urteilt nur richtig, wenn man ihn, folgend dem Evangelium, auf die Seite der Schriftgelehrten und Pharisäer setzt. Und ähnliche Leute mehr muß man auf diese Seite setzen. Denn es ist nötig, ein richtiges Urteil zu gewinnen. Zur Wahrheit müssen wir kommen! Der Maternalist Pierre Bayle hat gesagt: Ein Staat kann nicht christlich sein; Ehre und Schande herrschen in einem Staate, Ehrgeiz und Egoismus herrschen in einem Staate, aber ein christlicher Staat ist nicht möglich. — Aber eine christliche soziale Gemeinschaft wird möglich sein, wenn man sie nur nicht absolut staatlich haben will, wenn man ein freies Geistesleben begründen wird. Das wird Christus-durchdrungen sein können. Dann wird dieses freie Geistesleben den ChristusImpuls auch ausstrahlen können in dasjenige, was nimmermehr christlich sein kann, in das eigentliche Staatsleben. Dann wird sich auch ein wirtschaftliches Leben der Assoziationen geltend machen können, das als solches selbstverständlich nicht christlich sein kann; aber die Menschen, die darinstehen, die werden christlich sein. Sie werden vom Christus-Impuls durchdrungen sein, nur muß man die Menschen hineinkommen lassen ins freie Geistesleben. So wird das ganze soziale Leben christlich sein können.
[ 41 ] Aber zur Wahrheit muß man erst kommen, nicht in der Lüge wird man wohlleben können. Das sind schon Dinge, die man heute aufnehmen muß, die man sich tief ins Herz schreiben muß. Denn wird man es nicht tun, so wird man auf der Seite derjenigen stehen, die den Spengler-Schülern folgen in dem Glauben, daß wir in die Barbarei hinein müssen. Mit einem leichtfertigen Bekenntnis, daß Spengler Unrecht hat, kommt man aber auch nicht weiter. Da belügt man sich nur. In der Wahrheit wird man nur stehen, wenn man sich sagt: Die Kraft muß erzeugt werden zum Vorwärtskommen. Die kann aber nur erzeugt werden aus dem lebendigen Geiste heraus, aus dem Geiste, der gesucht wird durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Sie hat dasjenige, was die Impulse unserer Zeit durchdringen muß, damit wir zu einem Geistesleben kommen können, das wiederum christlich ist, zu einem Staatsleben, das wiederum menschlich ist, das nicht vor dem Menschen halt macht, und zu einem wirtschaftlichen Leben, das wiederum von den Menschen geleitet wird, nicht von den Pferdekraftjahren, die neben ihnen stehen und die eben dasjenige ausdrücken, was aus den Technizismen heraus, aus dem Außermenschlichen und Unmenschlichen heraus das menschliche Schicksal bestimmt.
[ 41 ] Aber zur Wahrheit muß man erst kommen, nicht in der Lüge wird man wohlleben können. Das sind schon Dinge, die man heute aufnehmen muß, die man sich tief ins Herz schreiben muß. Denn wird man es nicht tun, so wird man auf der Seite derjenigen stehen, die den Spengler-Schülern folgen in dem Glauben, daß wir in die Barbarei hinein müssen. Mit einem leichtfertigen Bekenntnis, daß Spengler Unrecht hat, kommt man aber auch nicht weiter. Da belügt man sich nur. In der Wahrheit wird man nur stehen, wenn man sich sagt: Die Kraft muß erzeugt werden zum Vorwärtskommen. Die kann aber nur erzeugt werden aus dem lebendigen Geiste heraus, aus dem Geiste, der gesucht wird durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Sie hat dasjenige, was die Impulse unserer Zeit durchdringen muß, damit wir zu einem Geistesleben kommen können, das wiederum christlich ist, zu einem Staatsleben, das wiederum menschlich ist, das nicht vor dem Menschen halt macht, und zu einem wirtschaftlichen Leben, das wiederum von den Menschen geleitet wird, nicht von den Pferdekraftjahren, die neben ihnen stehen und die eben dasjenige ausdrücken, was aus den Technizismen heraus, aus dem Außermenschlichen und Unmenschlichen heraus das menschliche Schicksal bestimmt.
[ 42 ] Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, kann nicht aus den menschlichen Seelenverfassungen abgelesen werden, das muß aus den Pferdekraftjahren der Technizismen abgelesen werden, aus jener furchtbaren Schrift, die Ahriman beginnt in die Menschheitsentwickelung hineinzuschreiben. Dasjenige, was die Menschen daraus herausführen soll, das muß hergeholt werden aus einem neuen Christus-Verständnis.
[ 42 ] Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, kann nicht aus den menschlichen Seelenverfassungen abgelesen werden, das muß aus den Pferdekraftjahren der Technizismen abgelesen werden, aus jener furchtbaren Schrift, die Ahriman beginnt in die Menschheitsentwickelung hineinzuschreiben. Dasjenige, was die Menschen daraus herausführen soll, das muß hergeholt werden aus einem neuen Christus-Verständnis.
