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Spiritual Scientific Insight into the
Fundamental Impulses of Social Organization
GA 199

17 September 1920, Dornach

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Ansprache bei der Generalversammlung des Berliner Zweiges

Ansprache bei der Generalversammlung des Berliner Zweiges

[ 1 ] Nach verhältnismäßig langer Zeit kann ich heute wieder zu Ihnen sprechen. Die Wichtigkeit der heute abzuhaltenden Generalversammlung und die Gelegenheit meiner gegenwärtigen kurzen Anwesenheit in Deutschland bewirken dieses. Wir stehen ja in einer Zeit, deren Zusammenhang mit meiner längeren Abwesenheit Sie ganz gewiß schon überlegt haben. Der Zusammenhang zwischen den Zeitereignissen und der geringen Tätigkeit — wenn überhaupt von einer solchen zu sprechen ist —, die ich gerade für den Berliner Zweig entfalten kann, ist ja für Sie wohl offenkundig.

[ 1 ] Nach verhältnismäßig langer Zeit kann ich heute wieder zu Ihnen sprechen. Die Wichtigkeit der heute abzuhaltenden Generalversammlung und die Gelegenheit meiner gegenwärtigen kurzen Anwesenheit in Deutschland bewirken dieses. Wir stehen ja in einer Zeit, deren Zusammenhang mit meiner längeren Abwesenheit Sie ganz gewiß schon überlegt haben. Der Zusammenhang zwischen den Zeitereignissen und der geringen Tätigkeit — wenn überhaupt von einer solchen zu sprechen ist —, die ich gerade für den Berliner Zweig entfalten kann, ist ja für Sie wohl offenkundig.

[ 2 ] Ich möchte, bevor wir in die geschäftsordnungsmäßige Behandlung unserer heutigen Tagesordnung eintreten, nur wenig vorausschicken. Ich möchte zunächst daran erinnern, wie ich im Frühfrühling des Jahres 1914 in einem Wiener Vortragszyklus Worte gesprochen habe, welche auf dasjenige hindeuten sollten, was dann kam. Dazumal sprach ich eben jene Worte, die ja seither in den Zyklusschriften gedruckt vorliegen. Ich sprach dazumal die Worte, daß die zivilisierte Menschheit in einer Art von gesellschaftlichem Krankheitsprozeß, in einer Art von gesellschaftlichem Karzinom oder Krebskrankheit lebt; daß die ganze Art und Weise, wie die geistigen, staatlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse verlaufen, eine solche ist, daß es unbedingt zu einem Ausbruch dieser schleichenden Krebskrankheit kommen müsse, daß sie aus einem chronischen in einen akuten Zustand übergehen müsse. Selbstverständlich haben dazumal ganz kluge Leute einen solchen Ausspruch, der aus blutender Seele heraus auf die nächste Zukunft hindeutete, für eine Art Phantasterei gehalten, für ein phrasenhaftes Umschreiben einer pessimistischen Stimmung. Man hat ja natürlich dazumal in den weitesten Kreisen der Welt lieber gehört auf solche Stimmen wie diejenige, die etwas später sogar als diese zum Beispiel durch eine offizielle Persönlichkeit hier im Deutschen Reichstage erklungen ist, wo gesagt worden ist, daß die Beziehungen der mitteleuropäischen Regierungen zu den Regierungen der andern europäischen Länder durchaus befriedigende seien und daß man in der nächsten Zeit mit einer allgemeinen Entspannung zu rechnen habe. Sie erinnern sich vielleicht noch des andern Wortes, das dazumal in öffentlicher Reichstagsverhandlung hier in Berlin gesprochen worden ist: daß die freundnachbarlichen Beziehungen zum Petersburger Hofe sich immer günstiger und günstiger gestalten, daß auch gute Beziehungen zu London vorhanden seien und so weiter. So haben ja dazumal die Praktiker gesprochen, während diejenigen, die aus der geistigen Welt heraus sprachen, von einer Krankheit, von einem schleichenden Karzinom sprechen mußten. Im Grunde genommen wird auch heute noch so gesprochen, und zwar recht gründlich, von denjenigen, die sich noch immer als Praktiker dünken, trotzdem diese Praxis die Erfolge der letzten Jahre gebracht hat. Es wird noch immer so gesprochen. Und dasjenige, was an geistigen Untersuchungen hervorgeholt wird, auch &n sozialen Erkenntnissen, wird entweder in den Wind geschlagen oder, wie es ja in Deutschland der Fall ist, auf das allerhefligste angefeindet; noch dazu, was das Schlimmste ist, auf allen möglichen geheimen Wegen angefeindet und verleumdet, in schlimmster Weise verleumdet, so daß anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, und was mit ihr zusammenhängt, heute vielleicht zu dem Allerverleumdetsten gehört, das überhaupt in der Welt sich geltend macht. Und dennoch ist vorauszusetzen, daß es heute schon eine Anzahl von Seelen gibt, welche aus der ganzen Haltung dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft die Empfindung bekommen haben, daß aus ihr allein dasjenige hervorgehen kann, was zur Rettung aus dem allgemeinen Niedergang führen kann. Man muß das heute sagen, selbst dann, wenn die törichte oder böswillige Menschheit von irgendeiner Eitelkeit oder einem Ehrgeiz sprechen würde, aus denen heraus solche Dinge gesagt werden.

[ 2 ] Ich möchte, bevor wir in die geschäftsordnungsmäßige Behandlung unserer heutigen Tagesordnung eintreten, nur wenig vorausschicken. Ich möchte zunächst daran erinnern, wie ich im Frühfrühling des Jahres 1914 in einem Wiener Vortragszyklus Worte gesprochen habe, welche auf dasjenige hindeuten sollten, was dann kam. Dazumal sprach ich eben jene Worte, die ja seither in den Zyklusschriften gedruckt vorliegen. Ich sprach dazumal die Worte, daß die zivilisierte Menschheit in einer Art von gesellschaftlichem Krankheitsprozeß, in einer Art von gesellschaftlichem Karzinom oder Krebskrankheit lebt; daß die ganze Art und Weise, wie die geistigen, staatlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse verlaufen, eine solche ist, daß es unbedingt zu einem Ausbruch dieser schleichenden Krebskrankheit kommen müsse, daß sie aus einem chronischen in einen akuten Zustand übergehen müsse. Selbstverständlich haben dazumal ganz kluge Leute einen solchen Ausspruch, der aus blutender Seele heraus auf die nächste Zukunft hindeutete, für eine Art Phantasterei gehalten, für ein phrasenhaftes Umschreiben einer pessimistischen Stimmung. Man hat ja natürlich dazumal in den weitesten Kreisen der Welt lieber gehört auf solche Stimmen wie diejenige, die etwas später sogar als diese zum Beispiel durch eine offizielle Persönlichkeit hier im Deutschen Reichstage erklungen ist, wo gesagt worden ist, daß die Beziehungen der mitteleuropäischen Regierungen zu den Regierungen der andern europäischen Länder durchaus befriedigende seien und daß man in der nächsten Zeit mit einer allgemeinen Entspannung zu rechnen habe. Sie erinnern sich vielleicht noch des andern Wortes, das dazumal in öffentlicher Reichstagsverhandlung hier in Berlin gesprochen worden ist: daß die freundnachbarlichen Beziehungen zum Petersburger Hofe sich immer günstiger und günstiger gestalten, daß auch gute Beziehungen zu London vorhanden seien und so weiter. So haben ja dazumal die Praktiker gesprochen, während diejenigen, die aus der geistigen Welt heraus sprachen, von einer Krankheit, von einem schleichenden Karzinom sprechen mußten. Im Grunde genommen wird auch heute noch so gesprochen, und zwar recht gründlich, von denjenigen, die sich noch immer als Praktiker dünken, trotzdem diese Praxis die Erfolge der letzten Jahre gebracht hat. Es wird noch immer so gesprochen. Und dasjenige, was an geistigen Untersuchungen hervorgeholt wird, auch &n sozialen Erkenntnissen, wird entweder in den Wind geschlagen oder, wie es ja in Deutschland der Fall ist, auf das allerhefligste angefeindet; noch dazu, was das Schlimmste ist, auf allen möglichen geheimen Wegen angefeindet und verleumdet, in schlimmster Weise verleumdet, so daß anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, und was mit ihr zusammenhängt, heute vielleicht zu dem Allerverleumdetsten gehört, das überhaupt in der Welt sich geltend macht. Und dennoch ist vorauszusetzen, daß es heute schon eine Anzahl von Seelen gibt, welche aus der ganzen Haltung dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft die Empfindung bekommen haben, daß aus ihr allein dasjenige hervorgehen kann, was zur Rettung aus dem allgemeinen Niedergang führen kann. Man muß das heute sagen, selbst dann, wenn die törichte oder böswillige Menschheit von irgendeiner Eitelkeit oder einem Ehrgeiz sprechen würde, aus denen heraus solche Dinge gesagt werden.

[ 3 ] Ich kann sagen — ich will diese einleitenden Worte kurz fassen —, daß die ganze Haltung und die ganze Art der Auseinandersetzungen, wie ich sie während der eigentlichen Kriegszeit pflegen mußte, nicht verstanden worden sind. Es begann ja im Jahre 1914 eine Zeit, in der Betrachtungen im gewöhnlichen Sinne des Betrachtens aufhören mußten und in denen dasjenige, was durch Worte geschehen sollte, Taten zu werden hatte. Aber die Menschheit ist gewöhnt, Worte nach dem Sinne des Journalistenstils zu nehmen, und nicht nach jenem Stil, der gerade durch die Geisteswissenschaft in die Menschheit hineinkommen soll. So wurde denn gerade während der sogenannten Kriegsjahre vieles mißverstanden. Es wurde vor allen Dingen nicht hingesehen auf etwas, was ich für mich im eminentesten Sinne als wichtig empfand. Ich habe vor Ablauf des ersten Kriegsjahres, was ja den meisten bekannt sein wird, eine kleine Schrift erscheinen lassen: «Gedanken während der Zeit des Krieges». Diese Schrift ist verhältnismäßig schnell verkauft worden. Und wenn man die Dinge von jenem Standpunkte aus zu betrachten gehabt hätte, von dem leider heute noch immer, trotzdem die Not so groß geworden ist, die Dinge betrachtet werden, so wäre es aus äußerlichen Gründen eine Selbstverständlichkeit gewesen, eine neue Auflage der ersten großen Auflage zu machen. Ich habe mich dieser neuen Auflage widersetzt aus dem einfachen Grunde, weil diese Schrift ihre Aufgabe nicht erfüllt hat. Diese Schrift — Sie können sie heute wieder zur Hand nehmen, sofern sie noch vorhanden ist — war eine Frage an das deutsche Volk. Diese Schrift durfte nicht etwa so aufgenommen werden, daß man sich dadurch verleiten ließ, in denselben Ton zu verfallen, in den sehr viele Angehörige der mitteleuropäischen Länder während des Krieges verfallen sind, und der heute gerade da, wo man mit heimlich schleichendem Gift Anthroposophie verleumdet, der gebräuchliche Ton ist. Aber von dem, was ich erwartet habe von dieser Schrift, als Verständnis erwartet habe, ist auch nicht das allermindeste eingetroffen. Nur dann, wenn es eingetroffen wäre, hätte es einen Sinn gehabt, diese Schrift in einer neuen Auflage erscheinen zu lassen. Sie erschien also nicht, sie verschwand aus dem öffentlichen Leben, mußte meiner Auffassung nach aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Der Beweis des Unverständnisses, der dadurch geliefert war, mußte in einer gewissen Weise außerordentlich ernst genommen werden. So ist auch gerade manches gründlich mißverstanden worden, was ausgesprochen wurde, um die Geister zu erheben, um die Geister zu befeuern, um dasjenige zur Geltung zu bringen, was gerade in Mitteleuropa hätte zur Geltung kommen können: ein Wiederaufleben jenes Geisteslebens, das um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert durch Mitteleuropa gezogen ist. Im Grunde genommen ist Geisteswissenschaft das Wiederaufleben dieses Geisteslebens in derjenigen Form, in der es heute den Menschen gebracht werden muß.

[ 3 ] Ich kann sagen — ich will diese einleitenden Worte kurz fassen —, daß die ganze Haltung und die ganze Art der Auseinandersetzungen, wie ich sie während der eigentlichen Kriegszeit pflegen mußte, nicht verstanden worden sind. Es begann ja im Jahre 1914 eine Zeit, in der Betrachtungen im gewöhnlichen Sinne des Betrachtens aufhören mußten und in denen dasjenige, was durch Worte geschehen sollte, Taten zu werden hatte. Aber die Menschheit ist gewöhnt, Worte nach dem Sinne des Journalistenstils zu nehmen, und nicht nach jenem Stil, der gerade durch die Geisteswissenschaft in die Menschheit hineinkommen soll. So wurde denn gerade während der sogenannten Kriegsjahre vieles mißverstanden. Es wurde vor allen Dingen nicht hingesehen auf etwas, was ich für mich im eminentesten Sinne als wichtig empfand. Ich habe vor Ablauf des ersten Kriegsjahres, was ja den meisten bekannt sein wird, eine kleine Schrift erscheinen lassen: «Gedanken während der Zeit des Krieges». Diese Schrift ist verhältnismäßig schnell verkauft worden. Und wenn man die Dinge von jenem Standpunkte aus zu betrachten gehabt hätte, von dem leider heute noch immer, trotzdem die Not so groß geworden ist, die Dinge betrachtet werden, so wäre es aus äußerlichen Gründen eine Selbstverständlichkeit gewesen, eine neue Auflage der ersten großen Auflage zu machen. Ich habe mich dieser neuen Auflage widersetzt aus dem einfachen Grunde, weil diese Schrift ihre Aufgabe nicht erfüllt hat. Diese Schrift — Sie können sie heute wieder zur Hand nehmen, sofern sie noch vorhanden ist — war eine Frage an das deutsche Volk. Diese Schrift durfte nicht etwa so aufgenommen werden, daß man sich dadurch verleiten ließ, in denselben Ton zu verfallen, in den sehr viele Angehörige der mitteleuropäischen Länder während des Krieges verfallen sind, und der heute gerade da, wo man mit heimlich schleichendem Gift Anthroposophie verleumdet, der gebräuchliche Ton ist. Aber von dem, was ich erwartet habe von dieser Schrift, als Verständnis erwartet habe, ist auch nicht das allermindeste eingetroffen. Nur dann, wenn es eingetroffen wäre, hätte es einen Sinn gehabt, diese Schrift in einer neuen Auflage erscheinen zu lassen. Sie erschien also nicht, sie verschwand aus dem öffentlichen Leben, mußte meiner Auffassung nach aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Der Beweis des Unverständnisses, der dadurch geliefert war, mußte in einer gewissen Weise außerordentlich ernst genommen werden. So ist auch gerade manches gründlich mißverstanden worden, was ausgesprochen wurde, um die Geister zu erheben, um die Geister zu befeuern, um dasjenige zur Geltung zu bringen, was gerade in Mitteleuropa hätte zur Geltung kommen können: ein Wiederaufleben jenes Geisteslebens, das um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert durch Mitteleuropa gezogen ist. Im Grunde genommen ist Geisteswissenschaft das Wiederaufleben dieses Geisteslebens in derjenigen Form, in der es heute den Menschen gebracht werden muß.

[ 4 ] Nehmen Sie das, was heute in Zeitungen aller Schattierungen, in populären Schriften, auch in wissenschaftlich populären Schriften geschrieben wird, nehmen Sie das, was geschrieben wird in Königsberg oder Berlin, in Wien oder in Graz, in München oder Stuttgart, und vergleichen Sie es mit demjenigen, was in Paris, in Rom, in London, in Chicago, in New York heute geschrieben wird: Sie finden eine große Ähnlichkeit, Sie finden den gleichen Grundton darinnen, einen Geist, der überwunden werden muß. Fragen wir dagegen nach einer anderen Ähnlichkeit, fragen wir nach der Ähnlichkeit, die herrscht zwischen dem, was heute in Berlin, Wien, Dresden, Leipzig, Stuttgart, München, Hamburg, Bremen geschrieben wird, und dem, was einstmals Geister wie Herder, Goethe, Fichte, Schiller verkündeten, dann müssen wir sagen: Das ist grundverschieden. Und all die Deklamationen, die Platz gegriffen haben mit der Anführung von Fichteschen oder gar von Goetheschen Sätzen, all dasjenige, was da produziert worden ist, ähnelt mehr demjenigen, was in Chicago, New York, London, Paris, Rom geschrieben wird, als dem Geiste von Herder, Fichte, Schiller, Goethe. Die Flutwelle, welche von Westen aus das mitteleuropäische Leben überschwemmt hat, hat auch dasjenige hinweggeschwemmt, was in uns leben sollte, und nichts war in dem, was in den letzten Jahrzehnten gelebt hat, von dem alten Geiste zu merken. Das mußte der Welt vor "Augen geführt werden, als die Katastrophe über Mitteleuropa hereingebrochen war, das entrang sich meiner Seele, als ich meinen «Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt» verfaßte. Das, was damit verbunden war, konnte eben nicht bloß fortgesetzt werden, wie es früher in der Ihnen bekannten Form bis zum Jahre 1914 gepflogen werden mußte.

[ 4 ] Nehmen Sie das, was heute in Zeitungen aller Schattierungen, in populären Schriften, auch in wissenschaftlich populären Schriften geschrieben wird, nehmen Sie das, was geschrieben wird in Königsberg oder Berlin, in Wien oder in Graz, in München oder Stuttgart, und vergleichen Sie es mit demjenigen, was in Paris, in Rom, in London, in Chicago, in New York heute geschrieben wird: Sie finden eine große Ähnlichkeit, Sie finden den gleichen Grundton darinnen, einen Geist, der überwunden werden muß. Fragen wir dagegen nach einer anderen Ähnlichkeit, fragen wir nach der Ähnlichkeit, die herrscht zwischen dem, was heute in Berlin, Wien, Dresden, Leipzig, Stuttgart, München, Hamburg, Bremen geschrieben wird, und dem, was einstmals Geister wie Herder, Goethe, Fichte, Schiller verkündeten, dann müssen wir sagen: Das ist grundverschieden. Und all die Deklamationen, die Platz gegriffen haben mit der Anführung von Fichteschen oder gar von Goetheschen Sätzen, all dasjenige, was da produziert worden ist, ähnelt mehr demjenigen, was in Chicago, New York, London, Paris, Rom geschrieben wird, als dem Geiste von Herder, Fichte, Schiller, Goethe. Die Flutwelle, welche von Westen aus das mitteleuropäische Leben überschwemmt hat, hat auch dasjenige hinweggeschwemmt, was in uns leben sollte, und nichts war in dem, was in den letzten Jahrzehnten gelebt hat, von dem alten Geiste zu merken. Das mußte der Welt vor "Augen geführt werden, als die Katastrophe über Mitteleuropa hereingebrochen war, das entrang sich meiner Seele, als ich meinen «Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt» verfaßte. Das, was damit verbunden war, konnte eben nicht bloß fortgesetzt werden, wie es früher in der Ihnen bekannten Form bis zum Jahre 1914 gepflogen werden mußte.

[ 5 ] Damals konnte ich nicht appellieren an eines, wovon man glauben mußte, daß man nach 1918 daran appellieren könne. Man konnte nicht appellieren an das, was der Beweis des Niederganges der allgemeinen Zivilisation ist, an die Not. Man mußte seit 1918 glauben, daß die Not, die über Mitteleuropa gekommen ist, die Seelen weckt, sie empfänglich macht für die Sprache, die gemeint war in dem «Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt». Gewiß konnte es nicht so bleiben, daß die anthroposophische Bewegung gepflegt wurde wie früher. Früher hatte man denjenigen Dienst zu leisten, der selbstverständlich in der anthroposophischen Bewegung immer geleistet werden muß, der auch heute und in aller Zukunft geleistet werden muß: das Ewige in der Menschenseele zu pflegen, dasjenige, was über Geburt und Tod hinausgeht, was über die bloß sinnliche Welt hinausweist in die übersinnliche Welt. Und zu warten hatte man, ob nun aus den Seelen, aus den schlafenden Seelen der neueren Zivilisation da oder dort diejenigen Seelen hervorgehen, die in Wirklichkeit etwas verstehen von dem, was mit Geisteswissenschaft gemeint ist. Da konnte man noch nicht an den äußeren Beweis durch die Not appellieren. Nun aber, nach 1918, war die Zeit gekommen, in der etwas ganz anderes als Voraussetzung vor das geistige Auge gerückt werden mußte. Die Menschheit hätte einsehen können, wohin sie durch das Überhandnehmen des Materialismus gekommen war. Denn was wir erlebt haben und was wir fortdauernd erleben und in noch wuchtigerer Weise in der Zukunft erleben werden, das ist das äußere Karma des Materialismus auf dem geistigen, auf dem staatlichen, auf dem wirtschaftlichen Gebiete. Es ist die Folge der Unterlassung, die darin besteht, daß die Menschen nicht in sich die aktive Kraft finden wollten, in der Seele das Geistesleben zu pflegen. Da kam dann die Zeit nach der Verfassung dieses «Aufrufs an das Deutsche Volk und die Kulturwelt», wo es vor allen Dingen darauf ankam, in positiver Weise nach irgend etwas Tatsächlichem hinzuarbeiten. Das ergab sich rein aus den Lebensmöglichkeiten heraus. Ich mußte die ersten Hände ergreifen, die mir entgegenkamen, denn jeder Augenblick drängte. Ich mußte die ersten Hände ergreifen, die mir entgegenkamen: es waren diejenigen, die mir aus Stuttgart entgegenkamen. Da handelte es sich zunächst darum, dasjenige zu hegen und zu pflegen, was aus der Initiative einiger Freunde dort gehegt und gepflegt werden konnte. Hätte dazumal die Menschheit verstanden, um was es sich handelt, hätte sie nicht selbst unter der Lehre der Not versagt, dann hätte es genügt, von einem Zentrum aus so etwas zu machen, denn das hätte vorbildlich wirken können. Allein, was ist geschehen?

[ 5 ] Damals konnte ich nicht appellieren an eines, wovon man glauben mußte, daß man nach 1918 daran appellieren könne. Man konnte nicht appellieren an das, was der Beweis des Niederganges der allgemeinen Zivilisation ist, an die Not. Man mußte seit 1918 glauben, daß die Not, die über Mitteleuropa gekommen ist, die Seelen weckt, sie empfänglich macht für die Sprache, die gemeint war in dem «Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt». Gewiß konnte es nicht so bleiben, daß die anthroposophische Bewegung gepflegt wurde wie früher. Früher hatte man denjenigen Dienst zu leisten, der selbstverständlich in der anthroposophischen Bewegung immer geleistet werden muß, der auch heute und in aller Zukunft geleistet werden muß: das Ewige in der Menschenseele zu pflegen, dasjenige, was über Geburt und Tod hinausgeht, was über die bloß sinnliche Welt hinausweist in die übersinnliche Welt. Und zu warten hatte man, ob nun aus den Seelen, aus den schlafenden Seelen der neueren Zivilisation da oder dort diejenigen Seelen hervorgehen, die in Wirklichkeit etwas verstehen von dem, was mit Geisteswissenschaft gemeint ist. Da konnte man noch nicht an den äußeren Beweis durch die Not appellieren. Nun aber, nach 1918, war die Zeit gekommen, in der etwas ganz anderes als Voraussetzung vor das geistige Auge gerückt werden mußte. Die Menschheit hätte einsehen können, wohin sie durch das Überhandnehmen des Materialismus gekommen war. Denn was wir erlebt haben und was wir fortdauernd erleben und in noch wuchtigerer Weise in der Zukunft erleben werden, das ist das äußere Karma des Materialismus auf dem geistigen, auf dem staatlichen, auf dem wirtschaftlichen Gebiete. Es ist die Folge der Unterlassung, die darin besteht, daß die Menschen nicht in sich die aktive Kraft finden wollten, in der Seele das Geistesleben zu pflegen. Da kam dann die Zeit nach der Verfassung dieses «Aufrufs an das Deutsche Volk und die Kulturwelt», wo es vor allen Dingen darauf ankam, in positiver Weise nach irgend etwas Tatsächlichem hinzuarbeiten. Das ergab sich rein aus den Lebensmöglichkeiten heraus. Ich mußte die ersten Hände ergreifen, die mir entgegenkamen, denn jeder Augenblick drängte. Ich mußte die ersten Hände ergreifen, die mir entgegenkamen: es waren diejenigen, die mir aus Stuttgart entgegenkamen. Da handelte es sich zunächst darum, dasjenige zu hegen und zu pflegen, was aus der Initiative einiger Freunde dort gehegt und gepflegt werden konnte. Hätte dazumal die Menschheit verstanden, um was es sich handelt, hätte sie nicht selbst unter der Lehre der Not versagt, dann hätte es genügt, von einem Zentrum aus so etwas zu machen, denn das hätte vorbildlich wirken können. Allein, was ist geschehen?

[ 6 ] Damit Sie sehen, wie die Dinge aufzufassen sind, möchte ich etwas berühren. Bevor ich im Frühling 1919 von der Schweiz aus nach Stuttgart zu der ersten Vortragstournee gefahren bin, kam ein weltbekannter Pazifist zu mir, der den «Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt» unterschreiben wollte, aber etwas zögerte und noch einige Informationen über diesen Aufruf haben wollte. Er sagte mir dazumal: Auf was rechnen Sie eigentlich in Deutschland? — Ich glaube, so sagte er: Sie rechnen auf die zweite Revolution. — Es war Frühling 1919 und man rechnete in Deutschland damals vielfach auf die zweite Revolution nach der ersten vom Herbst 1918. Er glaubte, daß das, was durch die Dreigliederung des sozialen Organismus in die Welt kommen soll, als eine Art Vehikel, als eine Art Weg benutzt werden sollte für das, was in den Impulsen einer zweiten Revolution liege. Ich sagte: Nein! Das ist durchaus nicht meine Meinung. Es ist durchaus nicht meine Meinung, erstens weil ich überhaupt nicht glaube, daß aus denjenigen Leuten, die etwa die zweite Revolution in Deutschland machen würden, irgendein Verständnis für die Dreigliederung des sozialen Organismus in wahrem Sinne unmittelbar hervorgehen könnte, so lange die alten Führer da sind, und zweitens, sagte ich, weil ich überhaupt nicht an eine zweite Revolution glaube. Ich glaube vielmehr, daß diese zweite Revolution in einem chronischen Siechtum bestehen und nicht zu einem akuten Ausbruch kommen wird. Dasjenige, worauf ich einzig und allein rechne, ist, daß sich für das, was aus geistigen Untergründen heraus geboren wird, möglichst viele Seelen finden, die es unbefangen aufnehmen aus den Zeitnotwendigkeiten heraus, ganz abgesehen von dem, was durch die Intentionen der alten Führer geschieht. — Also ich rechnete nicht mit denjenigen Dingen, von denen vielfach geglaubt worden ist, daß ich mit ihnen rechne. Als ich dann nach Stuttgart kam, war es in einem gewissen Sinne selbstverständlich, daß zunächst die breiten Massen des Volkes angesprochen wurden. Diese breiten Massen des Volkes, obwohl auch vielfach gelähmt durch die Ereignisse des Krieges, waren diejenigen, die zunächst etwas hören sollten. In meiner innersten Seele wußte ich, wie die Dinge stehen; denn ich wußte, daß, solange die Führer, die aus der alten Zeit herüberragen — ob sie nun die Führer der rechtsstehenden oder die Führer der linksstehenden Parteien, auch der am weitesten linksstehenden, sind —, die Parteien fest in der Hand haben, die Menschen fest in der Hand haben, so lange mit den Menschen nichts anzufangen ist. Aber denken Sie doch, was geschehen wäre, wenn ich gesagt hätte, ich wäre nicht dafür, mich an die weiten Kreise des Volkes zu wenden. Es hätte mir niemand zu glauben gebraucht, aber wenn es. nicht geschehen wäre, so hätte man hinterher gesagt: Hätte er sich nur an die breiten Kreise des Volkes gewendet, dann wäre alles ganz anders geworden! — Wenn es sich um Wirklichkeiten handelt, muß man auch durch Wirklichkeiten beweisen. Und es mußte erst durch die Wirklichkeiten bewiesen werden, daß aus sämtlichen linksstehenden Parteien die Verleumder und Phrasenhelden sich auftaten gegen das, was durch die Dreigliederung eben anfing, den breitesten Massen des Volkes verständlich zu werden. Wir waren auf gutem Wege. Man darf sagen, wir haben von drei zu drei Tagen Tausende von Leuten gewonnen. Aber gerade das Verständnis, das von den breiten Massen des Volkes der Dreigliederung entgegengebracht wurde, gerade das war es, was die alten Führer zu ihren Verleumdungen, zu ihrem Phrasengedresche brachte, und so kam es, daß uns zunächst scheinbar auf dieser Seite der Boden unter den Füßen entzogen wurde.

[ 6 ] Damit Sie sehen, wie die Dinge aufzufassen sind, möchte ich etwas berühren. Bevor ich im Frühling 1919 von der Schweiz aus nach Stuttgart zu der ersten Vortragstournee gefahren bin, kam ein weltbekannter Pazifist zu mir, der den «Aufruf an das Deutsche Volk und die Kulturwelt» unterschreiben wollte, aber etwas zögerte und noch einige Informationen über diesen Aufruf haben wollte. Er sagte mir dazumal: Auf was rechnen Sie eigentlich in Deutschland? — Ich glaube, so sagte er: Sie rechnen auf die zweite Revolution. — Es war Frühling 1919 und man rechnete in Deutschland damals vielfach auf die zweite Revolution nach der ersten vom Herbst 1918. Er glaubte, daß das, was durch die Dreigliederung des sozialen Organismus in die Welt kommen soll, als eine Art Vehikel, als eine Art Weg benutzt werden sollte für das, was in den Impulsen einer zweiten Revolution liege. Ich sagte: Nein! Das ist durchaus nicht meine Meinung. Es ist durchaus nicht meine Meinung, erstens weil ich überhaupt nicht glaube, daß aus denjenigen Leuten, die etwa die zweite Revolution in Deutschland machen würden, irgendein Verständnis für die Dreigliederung des sozialen Organismus in wahrem Sinne unmittelbar hervorgehen könnte, so lange die alten Führer da sind, und zweitens, sagte ich, weil ich überhaupt nicht an eine zweite Revolution glaube. Ich glaube vielmehr, daß diese zweite Revolution in einem chronischen Siechtum bestehen und nicht zu einem akuten Ausbruch kommen wird. Dasjenige, worauf ich einzig und allein rechne, ist, daß sich für das, was aus geistigen Untergründen heraus geboren wird, möglichst viele Seelen finden, die es unbefangen aufnehmen aus den Zeitnotwendigkeiten heraus, ganz abgesehen von dem, was durch die Intentionen der alten Führer geschieht. — Also ich rechnete nicht mit denjenigen Dingen, von denen vielfach geglaubt worden ist, daß ich mit ihnen rechne. Als ich dann nach Stuttgart kam, war es in einem gewissen Sinne selbstverständlich, daß zunächst die breiten Massen des Volkes angesprochen wurden. Diese breiten Massen des Volkes, obwohl auch vielfach gelähmt durch die Ereignisse des Krieges, waren diejenigen, die zunächst etwas hören sollten. In meiner innersten Seele wußte ich, wie die Dinge stehen; denn ich wußte, daß, solange die Führer, die aus der alten Zeit herüberragen — ob sie nun die Führer der rechtsstehenden oder die Führer der linksstehenden Parteien, auch der am weitesten linksstehenden, sind —, die Parteien fest in der Hand haben, die Menschen fest in der Hand haben, so lange mit den Menschen nichts anzufangen ist. Aber denken Sie doch, was geschehen wäre, wenn ich gesagt hätte, ich wäre nicht dafür, mich an die weiten Kreise des Volkes zu wenden. Es hätte mir niemand zu glauben gebraucht, aber wenn es. nicht geschehen wäre, so hätte man hinterher gesagt: Hätte er sich nur an die breiten Kreise des Volkes gewendet, dann wäre alles ganz anders geworden! — Wenn es sich um Wirklichkeiten handelt, muß man auch durch Wirklichkeiten beweisen. Und es mußte erst durch die Wirklichkeiten bewiesen werden, daß aus sämtlichen linksstehenden Parteien die Verleumder und Phrasenhelden sich auftaten gegen das, was durch die Dreigliederung eben anfing, den breitesten Massen des Volkes verständlich zu werden. Wir waren auf gutem Wege. Man darf sagen, wir haben von drei zu drei Tagen Tausende von Leuten gewonnen. Aber gerade das Verständnis, das von den breiten Massen des Volkes der Dreigliederung entgegengebracht wurde, gerade das war es, was die alten Führer zu ihren Verleumdungen, zu ihrem Phrasengedresche brachte, und so kam es, daß uns zunächst scheinbar auf dieser Seite der Boden unter den Füßen entzogen wurde.

[ 7 ] Und was war von der andern Seite zu hoffen? Nun, es nützt ja nichts, sich in diesen Dingen einen Nebel vor die Augen zu machen, sondern einzig und allein hilft uns in der Gegenwart, die Wahrheit zu sprechen. Mir sagte damals eine führende Persönlichkeit, die herausgewachsen war aus derjenigen Partei, die sich durch eine sonderbare Interpretation des Wortes «Deutsch-Demokratische» Partei nannte und nennt, die in einer jener Versammlungen erschien, die dazumal gehalten worden sind: Ja, wissen Sie, wenn wir in der Lage wären, mehr Leute vor den breiten Massen des Volkes reden zu lassen, die die Dinge in dieser Weise zum Verständnis bringen können, dann gut, dann könnte man ja mitmachen. Aber auf zwei Augen darf das nicht gestellt sein und deshalb verlassen wir uns vorläufig mehr auf die Schießgewehre, auf die Gewalt, und werden es noch für die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre dahin bringen, die breiten Massen des Volkes damit niederzuhalten. — Das war im wesentlichen die herrschende Bourgeoisiegesinnung; das andere war die Proletarierwirtschaft.

[ 7 ] Und was war von der andern Seite zu hoffen? Nun, es nützt ja nichts, sich in diesen Dingen einen Nebel vor die Augen zu machen, sondern einzig und allein hilft uns in der Gegenwart, die Wahrheit zu sprechen. Mir sagte damals eine führende Persönlichkeit, die herausgewachsen war aus derjenigen Partei, die sich durch eine sonderbare Interpretation des Wortes «Deutsch-Demokratische» Partei nannte und nennt, die in einer jener Versammlungen erschien, die dazumal gehalten worden sind: Ja, wissen Sie, wenn wir in der Lage wären, mehr Leute vor den breiten Massen des Volkes reden zu lassen, die die Dinge in dieser Weise zum Verständnis bringen können, dann gut, dann könnte man ja mitmachen. Aber auf zwei Augen darf das nicht gestellt sein und deshalb verlassen wir uns vorläufig mehr auf die Schießgewehre, auf die Gewalt, und werden es noch für die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre dahin bringen, die breiten Massen des Volkes damit niederzuhalten. — Das war im wesentlichen die herrschende Bourgeoisiegesinnung; das andere war die Proletarierwirtschaft.

[ 8 ] So bleibt denn eigentlich nichts anderes übrig als das, was aus geistigen Untergründen herausgeholt worden ist, eben in der Weise zu vertreten, daß sich immer mehr und mehr Menschen finden, in deren Köpfe die Sache hineingeht. Dahinter muß aber namentlich noch das stehen, was aus dem herausgeboren ist und hätte gepflegt werden sollen, das noch vor dem Krieg an die Grenze der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands hingestellt worden ist, damit es von Mitteleuropa hinausschaut in die weite Welt, hinausschaut besonders nach dem Westen, und was dann auch seinen Namen erhalten hat, den es haben muß: den Namen des Goetheanum. Denn heute stehen wir in geistigen Dingen vor Weltaufgaben! Heute stehen wir vor geistigen Dingen nicht so wie vor etwa bloß persönlichen Angelegenheiten. Denn dieses Stehen vor geistigen Dingen wie vor persönlichen Angelegenheiten würde uns eben in den Ruin hineinführen. Das ist es schließlich, was meine Tätigkeit in der letzten Zeit auf Süddeutschland und die Schweiz beschränken mußte. Ich sehne mich wahrhaftig danach, daß auch eine andere Zeit wieder anbricht, wo der Horizont des Wirkens wiederum größer werden kann. Allein, das hängt ja nicht von mir allein ab, das hängt vor allen Dingen von dem Verständnis ab, das man der Sache entgegenbringt. Ich werde vielleicht noch in diesen Tagen Gelegenheit haben, auf einiges hinzuweisen von jener Art des Verstehens, die von gewissen Kreisen ausgeht, die mehr im Unterirdischen durch Brieffälschungen, durch Interviewfälschungen, durch Verleumdungen und Lügen arbeiten.

[ 8 ] So bleibt denn eigentlich nichts anderes übrig als das, was aus geistigen Untergründen herausgeholt worden ist, eben in der Weise zu vertreten, daß sich immer mehr und mehr Menschen finden, in deren Köpfe die Sache hineingeht. Dahinter muß aber namentlich noch das stehen, was aus dem herausgeboren ist und hätte gepflegt werden sollen, das noch vor dem Krieg an die Grenze der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands hingestellt worden ist, damit es von Mitteleuropa hinausschaut in die weite Welt, hinausschaut besonders nach dem Westen, und was dann auch seinen Namen erhalten hat, den es haben muß: den Namen des Goetheanum. Denn heute stehen wir in geistigen Dingen vor Weltaufgaben! Heute stehen wir vor geistigen Dingen nicht so wie vor etwa bloß persönlichen Angelegenheiten. Denn dieses Stehen vor geistigen Dingen wie vor persönlichen Angelegenheiten würde uns eben in den Ruin hineinführen. Das ist es schließlich, was meine Tätigkeit in der letzten Zeit auf Süddeutschland und die Schweiz beschränken mußte. Ich sehne mich wahrhaftig danach, daß auch eine andere Zeit wieder anbricht, wo der Horizont des Wirkens wiederum größer werden kann. Allein, das hängt ja nicht von mir allein ab, das hängt vor allen Dingen von dem Verständnis ab, das man der Sache entgegenbringt. Ich werde vielleicht noch in diesen Tagen Gelegenheit haben, auf einiges hinzuweisen von jener Art des Verstehens, die von gewissen Kreisen ausgeht, die mehr im Unterirdischen durch Brieffälschungen, durch Interviewfälschungen, durch Verleumdungen und Lügen arbeiten.

[ 9 ] Für jetzt sei das, was ich eben gesagt habe, nur gesagt, um hinzudeuten auf die Gründe, die es notwendig gemacht haben, daß die Berliner Tätigkeit von uns selber für eine Zeit verlassen werden mußte, um auf die Umstände hinzudeuten, die es notwendig machten, auch für Berlin zu appellieren an das, woran man eben appellieren mußte in dieser Zeit. Haben wir denn nicht durch fast zwei Jahrzehnte Anthroposophie über ein großes Territorium hin getrieben? Durfte man da nicht hoffen, daß sich Menschen finden würden, die selbständig weiterarbeiten? Sie haben sich auch gefunden. Sie haben sich auch hier in Berlin gefunden, und mit Hilfe dieser Freunde muß zunächst versucht werden, die Berliner Arbeit fortzusetzen. Zu diesem Zwecke sind wir hier zunächst zusammengekommen. In dieser Generalversammlung soll geurteilt werden über die Fortsetzung der Arbeit hier in Berlin.

[ 9 ] Für jetzt sei das, was ich eben gesagt habe, nur gesagt, um hinzudeuten auf die Gründe, die es notwendig gemacht haben, daß die Berliner Tätigkeit von uns selber für eine Zeit verlassen werden mußte, um auf die Umstände hinzudeuten, die es notwendig machten, auch für Berlin zu appellieren an das, woran man eben appellieren mußte in dieser Zeit. Haben wir denn nicht durch fast zwei Jahrzehnte Anthroposophie über ein großes Territorium hin getrieben? Durfte man da nicht hoffen, daß sich Menschen finden würden, die selbständig weiterarbeiten? Sie haben sich auch gefunden. Sie haben sich auch hier in Berlin gefunden, und mit Hilfe dieser Freunde muß zunächst versucht werden, die Berliner Arbeit fortzusetzen. Zu diesem Zwecke sind wir hier zunächst zusammengekommen. In dieser Generalversammlung soll geurteilt werden über die Fortsetzung der Arbeit hier in Berlin.