The New Spirituality and the
Christ Experience of the Twentieth Century
GA 200
29 October 1920, Dornach
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The New Spirituality and the Christ Experience of the Twentieth Century, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Ich werde in diesen Tagen, heute, morgen und übermorgen, zu sprechen haben von dem, worauf ja vor längerer Zeit schon hingewiesen worden ist, auf die besondere Art, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewissermaßen eine Art von Wiederoffenbarung des Christus-Ereignisses stattfinden soll. Dazu wird einiges vorzubereiten sein, zunächst heute dadurch, daß ich versuchen werde, die Geistesverfassung der zivilisierten Welt noch einmal von einem gewissen Gesichtspunkte aus zu charakterisieren, und von diesem Gesichtspunkte aus darauf aufmerksam zu machen, welche Forderungen in bezug auf die Menschheitsentwickelung, die Menschheitserziehung im großen in der nächsten Zukunft durch die Tatsache dieser Menschheitsentwickelung selber gestellt werden.
[ 1 ] Over the next few days—today, tomorrow, and the day after tomorrow—I will be speaking about what was already pointed out some time ago: the special way in which, in the first half of the 20th century, a kind of re-revelation of the Christ event is to take place, so to speak. To this end, some groundwork will need to be laid—beginning today, as I will attempt to characterize the spiritual state of the civilized world once more from a certain perspective, and from this perspective draw attention to the demands that the very fact of humanity’s development itself will place on human development and education on a grand scale in the near future.
[ 2 ] Wir wissen ja, ein neues Zeitalter in der Entwickelung der zivilisierten Menschheit hat begonnen um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Seit jener Zeit haben wir es zu tun mit einer besonderen Ausbildung des menschlichen Intellekts. Man macht sich heute nicht mehr genaue Vorstellungen von der Seelenverfassung, welche vorhanden war bei den Menschen, die vor diesem großen Wendepunkt der neueren Geschichte gelebt haben. Man bedenkt nicht, was es für eine andere Seelenverfassung gewesen sein muß, und man könnte es doch leicht bedenken, wie anders in Europa die Seelenverfassung gewesen sein muß, welche über weite Territorien hin die Menschen geneigt gemacht hat, die Kreuzzüge nach Asien hinüber, nach dem Orient zu unternehmen, wenn man sich vorstellt, wie unmöglich ein solches, auf ideal-spirituellen Hintergründen stehendes Ereignis seit der Mitte des 15. Jahrhunderts geworden ist. Man bedenkt nicht, welche ganz andersartigen Interessen die Menschheit vor diesem geschichtlichen Wendepunkt gehabt hat, und welche Interessen seit jener Zeit ganz besonders groß geworden sind. Aber wenn man unter den mancherlei Charakteristiken, die man geben kann von diesem neueren Zeitabschnitte, eine als die bedeutsamste hervorheben will, so ist es eben das Überhandnehmen, das immer Intensiverwerden der intellektuellen Kraft des Menschen.
[ 2 ] As we know, a new era in the development of civilized humanity began around the middle of the 15th century. Since that time, we have been dealing with a unique development of the human intellect. Today, people no longer have a clear picture of the state of mind that existed among those who lived before this great turning point in modern history. They do not consider what a different state of mind it must have been, and yet it would be easy to imagine just how different the state of mind must have been in Europe—a state of mind that, across vast territories, inclined people to undertake the Crusades toward Asia, toward the Orient—if one considers how impossible such an event, rooted in ideal-spiritual motives, has become since the mid-15th century. People do not consider what entirely different interests humanity had before this historical turning point, and what interests have become particularly significant since that time. But if, among the various characteristics one can attribute to this more recent period, one wishes to highlight one as the most significant, it is precisely the predominance and ever-increasing intensity of human intellectual power.
[ 3 ] Nun steht ja im Menschen immer eine andere Kraft, sei es als Sehnsucht, sei es als mehr oder weniger klare Bewußtseinstatsache, in dem Untergrunde der Seele. Es ist die Erkenntnissehnsucht. Man kann nun, wenn man zurückblickt in ältere Zeiten, selbst wenn man zurückblickt in das 11., 12., 13., 14. Jahrhundert europäischer Entwickelung, von einer deutlichen Erkenntnissehnsucht sprechen, insofern als dazumal der Mensch in seiner Seele Fähigkeiten hatte, welche ihn dazu brachten, ein Verhältnis zu gewinnen zu der Natur, zu dem, was die Natur an Geist offenbarte, und dadurch ein Verhältnis zur geistigen Welt selber. Gewiß, von Erkenntnissehnsuchten spricht man auch seither viel. Aber man kann, wenn man ganz unbefangen die Menschheitsentwickelung betrachtet, jene Erkenntnissehnsucht, die etwa heute herrscht, gar nicht vergleichen an Intensität mit der Erkenntnissehnsucht, die vor der Mitte des 15. Jahrhunderts herrschte. Es war eine intensive Angelegenheit der menschlichen Seele, nach Erkenntnis zu streben, nach einer solchen Erkenntnis, die auch etwas bedeutete an Glut, an innerer Wärme für den Menschen, die für diesen Menschen auch etwas bedeutete in bezug auf die Antriebe, die ihn dazu brachten, seine Arbeit in der Welt zu verrichten und so weiter. Mit alledem, was da an Erkenntnissehnsucht vorhanden war, läßt sich eben immer weniger und weniger vergleichen, was seit der Mitte des 15. Jahrhunderts heraufzieht. Und selbst wenn wir die großen Philosophen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Betracht ziehen, geniale Ausgestaltungen des menschlichen Ideensystems bieten sie dar, aber eigentlich nur, ich möchte sagen, künstlerische Ausgestaltungen dieses Ideensystems; nicht eigentlich kommt bei ihnen, nicht bei Fichte, nicht bei Schelling, nicht bei Hegel — bei Hegel schon gar nicht — ein rechter Begriff vor von dem, was vorher an Erkenntnissehnsucht da war. Und dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tritt die Erkenntnis, wenn sie auch noch nach alter Gewohnheit abgesondert gepflegt wird, mehr oder weniger in den Dienst des äußeren Lebens. Sie tritt in den Dienst der Technik und bekommt auch die Konfiguration dieser Technik. Woher kommt denn das alles? Ja, gerade davon rührt es her, daß wir in dieser neuesten Zeit die besondere Ausbildung des Intellektes zu verzeichnen haben. Gewiß ist das nicht auf einmal gekommen. Dieser Intellekt hat sich langsam vorbereitet. Die Nachklänge des alten hellseherischen Zustandes waren ja schon lange nur mehr höchst undeutliche. Aber man kann doch sagen: Bis zu einem gewissen Grade waren, wenn auch nicht der alte hellseherische Zustand selbst, so doch seine Nachklänge bis in das 15. Jahrhundert schon noch vorhanden. Die Menschen hatten alle, wenigstens diejenigen, die nach Erkenntnis strebten, eine Vorstellung von dem, was sich aus der menschlichen Seele heraushebt an höheren Fähigkeiten, als es die des alltäglichen Lebens sind. Wenn sich diese Fähigkeiten in alten Zeiten nur traumhaft herausgehoben haben aus der Seele, sie waren eben doch andere Fähigkeiten als die des gewöhnlichen Lebens, und man hat durch solche andere Fähigkeiten eindringen wollen in die Tiefe des Weltenwesens und ist gedrungen bis zur Geistigkeit dieses Weltenwesens. Und das gab dann die Erkenntnis. Als Erkenntnis empfand man es, wenn man aus den Naturerscheinungen, aus den Naturwesen heraus empfand, wahrnahm, wie geistig-elementare Wesenheiten durch die einzelnen Erscheinungen der Natur wirkten, wie da wirkte die göttlich-geistige Wesenheit im großen und ganzen durch die Totalität der Natur. Das empfand man als Erkenntnis, wenn Götter sprachen durch die Naturerscheinungen, wenn Götter sprachen durch die Wanderungen der Gestirne, im Erscheinen der Gestirne. Das verstand man unter Erkenntnis.
[ 3 ] Now, there is always another force within human beings—whether as a longing or as a more or less clear fact of consciousness—lurking in the depths of the soul. It is the longing for knowledge. If we look back to earlier times—even to the 11th, 12th, and 13th 14th centuries of European development, one can speak of a distinct longing for knowledge, insofar as people at that time possessed capacities within their souls that led them to establish a relationship with nature, with what nature revealed of the spirit, and thereby a relationship with the spiritual world itself. Certainly, there has been much talk of such longings for knowledge ever since. But if one observes human development with complete objectivity, the thirst for knowledge that prevails today cannot be compared in intensity to the thirst for knowledge that prevailed before the middle of the 15th century. It was an intense matter of the human soul to strive for knowledge—for a kind of knowledge that also meant something in terms of fervor and inner warmth for the individual, and that also meant something to that individual in terms of the impulses that led him to carry out his work in the world, and so on. What has emerged since the mid-15th century can be compared less and less with the thirst for knowledge that existed back then. And even if we consider the great philosophers of the first half of the 19th century, they offer brilliant elaborations of the human system of ideas, but in reality, I would say, only artistic elaborations of this system of ideas; there is no true concept—not in Fichte, not in Schelling, not in Hegel—and certainly not in Hegel—of what the thirst for knowledge had previously entailed. And then, in the second half of the 19th century, knowledge—even if it is still cultivated in isolation according to old habits—more or less enters the service of external life. It enters the service of technology and also takes on the form of that technology. Where does all this come from? Yes, it stems precisely from the fact that in this most recent era we have witnessed the particular development of the intellect. Certainly, this did not happen all at once. This intellect has been slowly developing. The echoes of the old clairvoyant state had, after all, long since become only highly indistinct. But one can still say: To a certain extent, even if not the old clairvoyant state itself, its echoes were still present well into the 15th century. All people—at least those who strove for knowledge—had a conception of the higher abilities that emerge from the human soul, abilities that transcend those of everyday life. Even if these abilities emerged from the soul only in a dreamlike manner in ancient times, they were nonetheless abilities distinct from those of ordinary life; and through such abilities, people sought to penetrate the depths of the world’s essence and reached the spiritual nature of that world’s essence. And that is what led to insight. It was experienced as insight when, through natural phenomena and natural beings, one sensed and perceived how spiritual-elemental beings worked through the individual phenomena of nature, and how the divine-spiritual being worked, on the whole, through the totality of nature. This was perceived as insight when gods spoke through natural phenomena, when gods spoke through the movements of the celestial bodies and in their appearance. This is what was understood by the term “insight.”
[ 4 ] In dem Augenblick, in dem die Menschheit darauf verzichtete, das Geistige zu vernehmen aus den Erscheinungen der Welt, kam auch der Erkenntnisbegriff mehr oder weniger in einen Niedergang hinein. Und das Abnehmen der eigentlichen Erkenntnisintensität, das müssen wir verzeichnen für den neuesten Zeitraum der Menschheitsentwickelung.
[ 4 ] The moment humanity ceased to perceive the spiritual in the phenomena of the world, the concept of knowledge also began, to a greater or lesser extent, to decline. And we must note this decline in the actual intensity of knowledge as a characteristic of the most recent period of human development.
[ 5 ] Was ist da notwendig geworden? Das, was jetzt nur in dem kleinen Kreise anthroposophisch strebender Menschen vorhanden ist, was aber immer allgemeiner und allgemeiner werden muß. Ja, zu den alten Menschen haben die Naturerscheinungen so gesprochen, daß sie ihnen Geistiges offenbart haben. Aus jeder Quelle, aus jeder Wolke, aus jeder Pflanze hat Geistiges gesprochen. Die Menschen haben dadurch, daß sie in ihrer Art die Naturerscheinungen und Naturwesen kennenlernten, das Geistige kennengelernt. Das ist nun nicht mehr der Fall. Ein Zwischenzustand ist nur der Zustand des Intellektualismus. Denn dieser Intellektualismus, was hat er denn als seine tiefste Eigentümlichkeit? Daß man mit ihm, mit der reinen Intellektualität, überhaupt nichts erkennen kann. Der Intellekt ist nämlich gar nicht zum Erkennen da. Das ist der große Irrtum, dem sich der Mensch hingeben kann, daß der Intellekt zum Erkennen da sei. Erkennen werden die Menschen erst wiederum, wenn sie eingehen auf dasjenige, was der geisteswissenschaftlichen Forschung zugrunde liegt, was zum mindesten durch Imagination vermittelt wird. Erkennen werden die Menschen erst wiederum, wenn sie sich sagen: In alten Zeiten haben aus den Naturerscheinungen geistig-göttliche Wesenheiten gesprochen. Für den Intellekt sprechen sie nicht. Für die höheren, für die übersinnlichen Erkenntnisse werden zwar nicht die Naturerscheinungen unmittelbar sprechen, denn die Natur wirkt als solche stumm, aber es werden zu dem Menschen Wesenheiten sprechen, die ihm in Imaginationen erscheinen werden, die ihn inspirieren werden, mit denen er intuitiv vereinigt wird, und die er wiederum wird auf die Naturerscheinungen beziehen können. — So kann man sagen: In alten Zeiten ist dem Menschen durch die Natur das Geistige erschienen. In unserem Zwischenzustande hat der Mensch den Intellekt. Die Natur bleibt geistlos. Der Mensch wird sich hinaufschwingen zu einem Zustande, wo er wieder erkennen kann, wo ihm zwar die Natur nicht mehr vom GöttlichGeistigen sprechen wird, wo er aber das Göttlich-Geistige in übersinnlicher Erkenntnis ergreifen wird, und wo er dadurch wiederum dieses Geistige auf die Natur wird beziehen können.
[ 5 ] What has become necessary here? That which currently exists only within the small circle of people striving toward anthroposophy, but which must become more and more widespread. Yes, natural phenomena spoke to the people of old in such a way that they revealed the spiritual to them. The spiritual spoke from every spring, every cloud, every plant. By coming to know natural phenomena and natural beings in their own way, people came to know the spiritual. That is no longer the case. Intellectualism is merely an intermediate state. For what is the deepest characteristic of this intellectualism? That with it—with pure intellectuality—one cannot recognize anything at all. For the intellect is not at all meant for recognition. This is the great error to which human beings can succumb: the belief that the intellect is meant for recognition. People will only come to know again when they engage with that which underlies spiritual scientific research—that which is conveyed, at the very least, through imagination. People will only come to know again when they say to themselves: In ancient times, spiritual-divine beings spoke through natural phenomena. They do not speak to the intellect. For higher, supersensible knowledge, natural phenomena will not speak directly—for nature, as such, is silent—but beings will speak to human beings; these beings will appear to them in imaginations, will inspire them, will unite with them intuitively, and they will in turn be able to relate these beings to natural phenomena. — Thus one can say: In ancient times, the spiritual appeared to human beings through nature. In our intermediate state, human beings possess the intellect. Nature remains spiritless. Human beings will rise to a state where they can once again recognize—where, although nature will no longer speak to them of the divine-spiritual, they will nevertheless grasp the divine-spiritual through supersensible knowledge, and through this will once again be able to relate this spiritual aspect to nature.
[ 6 ] Das ist das Eigentümliche des alten orientalischen Geisteslebens, der alten orientalischen Erkenntnis, von der wir wissen, daß sie als Erbschaft weiterlebte in der abendländischen Zivilisation, daß die Orientalen in der Zeit ihrer Erkenntnisblüte in allen Naturerscheinungen zu gleicher Zeit ein Geistiges wahrgenommen haben, daß das GöttlichGeistige eben durch die Natur gesprochen hat, sei es durch die niederen elementaren Wesenheiten in den einzelnen Dingen und einzelnen Erscheinungen, oder sei es, daß durch die ganze Natur das umfassende Göttlich-Geistige gesprochen hat. Innerhalb der Erdenmitte hat sich dann später ausgebildet dasjenige, was unter dem juristisch-dialektischen Geiste stand. Aus dem heraus wurde ja die Intellektualität geboren. Der Mensch behielt die geistige Kultur als Erbschaft aus dem alten Orient. Und als man noch die letzte Sehnsucht hatte, aus dem Orient etwas zu erfahren — man hat auch etwas erfahren durch die Kreuzzüge, hat es nach Europa gebracht —, und nachdem man diese letzte Sehnsucht durch die Kreuzzüge gestillt hatte, da lagerte sich vor den Orient auf der einen Seite dasjenige vor, was Peter der Große stiftete, der die Reste der orientalischen Seelenverfassung gegen die europäische Seite hin vernichtete; auf der anderen Seite lagerten die Türken sich vor, die ja gerade in dem Beginne des Zeitabschnittes, den wir den fünften nachatlantischen nennen, in Europa ihre Herrschaft festsetzten. Es wurde gewissermaßen die europäische Bildung nach dem Orient hin abgeschlossen. Sie mußte sich weiter entwickeln. Sie konnte sich nur entwickeln unter dem Einflusse des juristisch-dialektischen Lebens, unter dem Einflusse des von Westen heraufkommenden Wirtschaftslebens und in dem dekadenten Fortgehen dessen, was man an Geistesleben vom Orient erhalten hatte, gegen den aber die Tore auf die Weise zugemacht worden waren, wie ich das charakterisiert habe. Damit ist ja auch vorbereitet worden der Zustand, in dem wir jetzt leben, wo wir darauf angewiesen sind, aus uns selbst heraus wiederum die Tore zur geistigen Welt zu eröffnen, durch Imagination und Inspiration und Intuition zur Anschauung der geistigen Welt zu kommen.
[ 6 ] This is the distinctive feature of ancient Eastern spiritual life, of ancient Eastern knowledge, which we know lived on as a legacy in Western civilization: that during the heyday of their spiritual insight, the Easterners perceived a spiritual dimension in all natural phenomena at the same time—that the divine-spiritual spoke through nature, whether through the lower elemental beings in individual things and phenomena, or through the all-encompassing divine-spiritual speaking through nature as a whole. Later, within the center of the Earth, that which was governed by the juridical-dialectical spirit took shape. It was from this that intellectuality was born. Humanity retained spiritual culture as a legacy from the ancient East. And when people still harbored a final longing to learn something from the East—they did indeed learn something through the Crusades and brought it to Europe— and after this final longing had been satisfied through the Crusades, on one side of the Orient emerged what Peter the Great established, who eradicated the remnants of the Oriental spiritual disposition in favor of the European side; on the other side stood the Turks, who, precisely at the beginning of the period we call the fifth post-Atlantic era, established their rule in Europe. In a sense, European culture was closed off from the East. It had to develop further. It could only develop under the influence of legal-dialectical life, under the influence of economic life emerging from the West, and amid the decadent decline of what had been received from the East in terms of spiritual life—yet the gates to the East had been closed off in the manner I have described. This, in fact, also paved the way for the situation in which we now live, where we are dependent on opening the gates to the spiritual world anew from within ourselves, and on attaining a vision of the spiritual world through imagination, inspiration, and intuition.
[ 7 ] Die ganze Sache hängt damit zusammen, daß in jenen alten Zeiten, in denen der orientalische Mensch zu seinen Erkenntnissen aufstieg, dasjenige besonders wichtig war, was an Fähigkeiten, an Kräften der Mensch durch die Geburt in das physische Dasein hereintrug. Im Grunde genommen lag in diesen Zeiten der orientalischen Weisheit, trotz dem, was da als Zivilisation sich abspielte, weisheitdurchleuchtet war, es lag in diesen orientalischen Zeiten alles im Blute; aber das, was im Blute lag, war zu gleicher Zeit geistig anerkannt. Aus den Mysterien heraus wurde bestimmt, wer durch seine Blutsabstammung zur Menschenführerschaft berufen war. Da gab es keinen Widerspruch. Derjenige, der zur Menschenführerschaft aus den Mysterien heraus berufen war, war gewissermaßen dadurch auf seinen Platz gestellt, daß seine Blutsabstammung das äußere Zeichen war. Da gab es keinen irgendwie gearteten juristischen Nachweis, ob irgend jemand richtig an seinen Platz gestellt sei, denn gegen den Götterausspruch, nach welchem die Leute da an ihre Plätze gestellt wurden, gab es keinen Einspruch. Die Jurisprudenz kannte man nicht im Orient. Theokratie, gewiß, Weltenregiment kannte man. Von der geistigen Welt herunter war dem Menschen seine Mission hier in der Sinneswelt angewiesen. An die Stelle dessen, was man empfand, indem man sich sagte: Ein Mensch, der an seinen Platz gestellt ist, dessen Blutsabstammung die Götter so dirigiert haben, daß er an seinen richtigen Platz gestellt werden konnte —, an die Stelle dieser Empfindung trat die andere, die ein juristisch-dialektisches Kleid trug, aus der heraus man disputieren konnte aus Rechtsgründen heraus, ob irgend jemandem es zukam, an seiner Stelle zu stehen, das oder jenes zu tun und so weiter.
[ 7 ] The whole matter is connected with the fact that in those ancient times, when the people of the East were ascending to their insights, what was particularly important were the abilities and powers that a person brought with them into physical existence at birth. Essentially, in those times of Eastern wisdom—despite what was unfolding there as “civilization,” which was imbued with wisdom—everything lay in the blood; yet what lay in the blood was at the same time spiritually acknowledged. It was determined through the Mysteries who, by virtue of their bloodline, was called to lead humanity. There was no contradiction. The one who was called to leadership through the Mysteries was, so to speak, placed in his position by the fact that his bloodline served as the outward sign. There was no legal proof of any kind as to whether anyone had been correctly placed in his position, for there was no objection to the divine decree by which people were placed in their positions. Jurisprudence was unknown in the Orient. Theocracy, certainly; divine rule of the world was known. From the spiritual world, a person’s mission here in the sensory world was assigned to them. In place of what one felt when saying to oneself: A person who has been placed in his rightful position, whose bloodline the gods have directed in such a way that he could be placed in his rightful position—in place of this feeling came another, one clothed in a legal-dialectical guise, from which one could argue on legal grounds whether anyone was entitled to stand in his place, to do this or that, and so on.
[ 8 ] Die Art und Weise der Seelenverfassung — das bereitete sich schon aus dem Griechentum heraus vor, besonders aber aus dem Römertum heraus —, durch die man anfing in Mitteleuropa aus Begriffen, aus Dialektik heraus zu nehmen, was Rechtens ist, diese Seelenverfassung, ich habe es von den verschiedensten Gesichtspunkten schon ausgesprochen, die kannte allerdings der Orient nicht, die war ihm ganz fremd. Bei ihm handelte es sich darum, den Willen der Götter zu ergründen. Und da gab es keine Dialektik, darüber zu entscheiden, was die Götter wollten.
[ 8 ] The nature of the soul—which had already been developing out of Greek culture, but especially out of Roman culture—through which people in Central Europe began to derive what is right from concepts and dialectics; this nature of the soul—as I have already explained from a wide variety of perspectives—was, however, unknown to the East; it was entirely foreign to it. For the Orient, the concern was to fathom the will of the gods. And there was no dialectic involved in determining what the gods wanted.
[ 9 ] Aber jetzt stehen wir wiederum an einer Wende. Jetzt tritt in die Menschheit die Notwendigkeit herein, auch dieses Dialektisch-Juristische genauer ins Auge zu fassen. Denn ganz verstrickt mit diesem Zustande, der herausgekommen ist durch das Dialektisch-Juristische, ist schon das Wirtschaftliche, das wirtschaftliche Element, das vom Westen aus die Welt mit Hilfe der Technik erobert hat. Das Wirtschaftliche bildete ein untergeordnetes Element in den alten Kulturen, die ganz theokratisch waren, ganz Gott-Geistdurchdrungen waren. Da tat eben im wirtschaftlichen Leben der Mensch das, was sich von selbst ergab nach der Stellung und Würde, in die ihn die Götter hineingestellt hatten durch die Aussprüche der Mysterienweisen. Gewissermaßen eingefaßt in die Fäden des dialektisch-juristischen Lebens war nun das Wirtschaftsleben, das ja auch primitiv wieder anfing; denn als das Mittelalter, das sogenannte Mittelalter begann, hatten vor allen Dingen die Römer kein Geld mehr. Die Geldwirtschaft verlor sich allmählich, und in Europa breitete sich die dialektisch-juristische Kultur im Grunde genommen unter einer Art Naturalwirtschaft aus. Der erste Teil des Mittelalters war im Grunde genommen geldarm; daher kamen alle diejenigen Formen des Heereswesens herauf, die notwendig waren, weil man den Truppen kein Geld bezahlen konnte. Die Römer hatten ihre Truppen mit Geld entlöhnt. Im Mittelalter bildete sich das Lehenswesen aus, ein besonderer Soldatenstand bildete sich aus. Das alles, weil der selbst an die Scholle gebundene Mensch unter dem Einfluß der Naturalwirtschaft nicht weite Kriegszüge unternehmen konnte. Also in eine Art Naturalwirtschaft wuchs dieses Dialektisch-Juristische hinein, und erst als von Westen her die Technik dieses Wirtschaftsleben durchdrang, kam die neuere Zeit herauf. Dieses neuere Zivilisationsleben, das jetzt so brüchig wird, ist im Grunde genommen ganz und gar entstanden im fünften nachatlantischen Zeitraume durch die Technik. Ich habe das ja schon in der verschiedensten Weise ausgeführt. Ich habe ausgeführt, wie der äußeren Zählung nach auf unserer Erde am Ende des 19. Jahrhunderts eintausendvierhundert Millionen Menschen wohnten, daß aber eigentlich so viel Arbeit verrichtet wurde, als ob zweitausend Millionen Menschen da wohnten. Das ist aus dem Grunde, weil so ungeheuer viel Arbeit von Maschinen verrichtet wird. Die Maschinentechnik mit ihrer kolossalen Umgestaltung des Wirtschaftslebens, auch mit ihrer kolossalen Umgestaltung des sozialen Lebens ist heraufgezogen.
[ 9 ] But now we find ourselves at another turning point. Now humanity is faced with the necessity of taking a closer look at this dialectical-legal aspect as well. For the economic sphere—the economic element that has conquered the world from the West with the aid of technology—is already deeply entangled with this state of affairs that has emerged through the dialectical-legal. The economic sphere constituted a subordinate element in the ancient cultures, which were entirely theocratic, entirely imbued with the divine spirit. In economic life, people simply did what naturally followed from the position and dignity into which the gods had placed them through the pronouncements of the mystery sages. Economic life—which, in a sense, was woven into the fabric of dialectical-juridical life—was now beginning anew in a primitive form; for when the Middle Ages, the so-called Middle Ages, began, the Romans, above all, no longer had any money. The monetary economy gradually faded away, and in Europe, dialectical-legal culture essentially spread under a kind of subsistence economy. The early Middle Ages were, in essence, cash-strapped; hence all those forms of military organization emerged that were necessary because the troops could not be paid in money. The Romans had paid their troops with money. In the Middle Ages, the feudal system developed, and a distinct class of soldiers emerged. All of this occurred because people, bound to the land, could not undertake long military campaigns under the influence of a subsistence economy. Thus, this dialectical-legal system developed within a kind of natural economy, and it was only when technology from the West permeated this economic life that the modern era dawned. This modern civilization, which is now becoming so fragile, essentially arose entirely during the fifth post-Atlantean epoch through technology. I have already elaborated on this in various ways. I have explained how, according to external estimates, there were 1,400 million people living on our Earth at the end of the 19th century, but that in reality as much work was being done as if there were 2,000 million people living there. This is because such an immense amount of work is performed by machines. Mechanization, with its colossal transformation of economic life—and also its colossal transformation of social life—has emerged.
[ 10 ] Noch nicht angekommen — eben weil das intellektuelle Leben noch alles überflutet —, ist dasjenige, was nun gerade die maschinelle Wirtschaftstechnik in die moderne Zivilisation hereintragen muß. Man kann in bezug auf das, was ja der Menschheit in Aussicht steht, heute die merkwürdigsten Erfahrungen machen. Es gibt heute schon viele Menschen, insbesondere auf dem Boden, wo sich die Leute Praktiker nennen, die zum Beispiel ihre Praxis in die Regierungsstellen hineintragen, wo dann diese Praxis gewöhnlich verduftet; das bißchen Praxis, das noch vorhanden ist, verduftet gewöhnlich, wenn die Leute ihre Praxis in die Regierungsstellen hineintragen. Bei solchen «regierenden Praktikern» oder «praktischen Regierern» — man muß das unter Gänsefüßchen heute sagen — entstehen heute sonderbare Ideen. So äußerte sich mir jemand vor kurzem: Ja, das neuere Zeitalter hat uns die Maschinen und damit das städtische Leben gebracht; wir müssen das Leben wiederum auf das Land hinausbringen. — Als ob man das Maschinenzeitalter aus der Welt schaffen könnte! Es werden einfach die Maschinen mit auf das Land hinausgehen, sagte ich dem Manne. Ich sagte ihm: Alles kann vergessen werden, die Geistkultur kann vergessen werden, aber die Maschinen werden bleiben, man wird einfach die Maschinen mit aufs Land hinausnehmen. Dasjenige, was in den Städten aufgegangen ist, wird sich aufs Land hinaus verpflanzen.
[ 10 ] What mechanical economic technology must now bring into modern civilization has not yet arrived—precisely because intellectual life still overwhelms everything. With regard to what lies ahead for humanity, one can have the most remarkable experiences today. There are already many people today—especially among those who call themselves “practitioners,” who, for example, bring their practical expertise into government offices, where it usually vanishes; that little bit of practical expertise that still remains usually vanishes when people bring it into government offices. Such “governing practitioners” or “practical rulers”—one has to put that in quotation marks today—are coming up with strange ideas these days. Someone recently said to me: “Yes, the modern age has brought us machines and, with them, urban life; we must bring life back out to the countryside.”—As if one could simply do away with the machine age! “The machines will simply go out to the countryside with us,” I told the man. I said to him: “Everything can be forgotten—even spiritual culture can be forgotten—but the machines will remain; we’ll simply take the machines out to the countryside with us. What has blossomed in the cities will take root in the countryside.”
[ 11 ] Die Leute werden eben im großen Stil Reaktionäre, wenn sie keine Neigungen mehr haben — und das ist überhaupt heute das Charakteristikum der Menschen, daß sie keinen Willen haben —, sich Ideen über den wahren Fortschritt zu machen. So möchten sie am liebsten alte Zustände wieder herbeiführen auf dem Lande draußen. Sie stellen sich vor, daß man das so machen kann. Sie glauben, daß man ausschalten kann, was die Jahrhunderte gebracht haben. Unsinn ist das! Aber diesen Unsinn lieben die Menschen heute ganz ungeheuer, weil sie zu bequem sind, das Neue zu erfassen, und sich mit dem Alten mehr zu helfen wissen. Das maschinelle Zeitalter ist heraufgezogen. Das zeigen zunächst die Maschinen, daß mit ihnen Menschenkraft erspart worden ist. Es müßten heute einfach fünfhundert Millionen Menschen das leisten, was die Maschinen leisten, wenn es durch Menschen geleistet werden sollte auf der Erde.
[ 11 ] People simply become reactionaries on a massive scale when they no longer have any inclination—and that is, in fact, the defining characteristic of people today, that they lack the will—to form ideas about true progress. So they would most like to restore the old ways out in the countryside. They imagine that this can be done. They believe that they can do away with what the centuries have brought about. That’s nonsense! But people today love this nonsense immensely, because they are too complacent to grasp the new, and know better how to cope with the old. The age of machinery has dawned. The machines themselves demonstrate this, showing that they have saved human labor. Today, it would simply take five hundred million people to accomplish what the machines accomplish, if it were to be done by human hands on Earth.
[ 12 ] Und im Grunde genommen ist all dieses maschinelle Arbeiten in der abendländischen Zivilisation entstanden. Es ist in der abendländischen Zivilisation heraufgekommen, hat sich erst ganz spät nach dem Orient hingezogen, und ist da eben durchaus nicht in derselben Weise eingewöhnt, wie es in der abendländischen Zivilisation eingewöhnt ist. Aber das ist eine Übergangszeit. Und jetzt fassen Sie einen Gedanken, aber so sonderbar Ihnen der Gedanke erscheinen wird, fassen Sie ihn ernst: Nehmen wir an, der alte Mensch hatte eine Wolke, er hatte vielleicht einen Fluß, allerlei Gewächse und so weiter vor sich. Er sah darinnen nicht bloß dasjenige, was der heutige Mensch sieht, tote Natur; er sah darinnen geistige Elementarwesen, bis hinauf zu den göttlich-geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das sah er gewissermaßen durch die Natur hindurch. Die Natur spricht eben nicht mehr von diesen göttlich-geistigen Wesen. Wir müssen sie als Geistiges erfassen, jenseits von der Natur, dann können wir es wiederum auf die Natur beziehen. Die Übergangszeit kam. Der Mensch schuf zu der Natur hinzu die Maschinen. Diese sieht der Mensch zunächst in aller Abstraktion an. Er wirtschaftet mit ihnen in aller Abstraktion. Er hat seine Mathematik, er hat seine Geometrie, seine Mechanik. Er konstruiert damit seine Maschinen und sieht sie so in aller Abstraktion an. Aber er wird sehr bald eine gewisse Entdeckung machen. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheinen mag, daß diese Entdeckung gemacht wird, der Mensch wird die Entdeckung machen, daß bei all dem Maschinellen, das er dem Wirtschaftsleben einverleibt, die Geister wieder wirken werden, die er früher in der Natur wahrgenommen hat. In seinen technischen Wirtschaftsmechanismen wird er wahrnehmen: er hat sie fabriziert, er hat sie gemacht, aber sie gewinnen ein eigenes Leben nach und nach, zunächst allerdings nur ein Leben, das er noch ableugnen kann, weil es sich im Wirtschaftlichen kundgibt. Aber er wird es immer mehr und mehr bemerken durch das, was er da selber schafft, wie das ein eigenes Leben gewinnt, wie er es, trotzdem er es aus dem Intellekt heraus geboren hat, mit dem Intellekt nicht mehr erfassen kann. Vielleicht kann man sich heute noch nicht einmal eine gute Vorstellung davon machen, dennoch wird es so sein. Die Menschen werden nämlich entdecken, wie ihre Wirtschaftsobjekte durchaus die Träger von Dämonen werden.
[ 12 ] And, essentially, all this mechanized work originated in Western civilization. It emerged in Western civilization, spread to the East only very late, and has by no means become as deeply ingrained there as it is in Western civilization. But this is a transitional period. And now consider this idea—however strange it may seem to you—and take it seriously: Let’s assume that ancient man saw a cloud, perhaps a river, all kinds of plants, and so on. In them, he saw not merely what modern man sees—dead nature—but spiritual elemental beings, all the way up to the divine-spiritual beings of the higher hierarchies. He saw these, so to speak, through nature. Nature simply no longer speaks of these divine-spiritual beings. We must grasp them as spiritual, beyond nature; then we can relate them back to nature. The transitional period arrived. Humanity added machines to nature. At first, people view these machines in complete abstraction. They work with them in complete abstraction. They have their mathematics, their geometry, their mechanics. With these, he constructs his machines and thus views them in a state of complete abstraction. But he will very soon make a certain discovery. As strange as it may still seem to people today that this discovery will be made, humanity will discover that, in all the machinery it incorporates into economic life, the spirits it once perceived in nature will begin to act once more. In his technical economic mechanisms, he will perceive: he has fabricated them, he has made them, but they gradually take on a life of their own—at first, however, only a life that he can still deny, because it manifests itself in the economic sphere. But through what they themselves create, they will notice more and more how it takes on a life of its own, how—even though they have brought it into being through their intellect—they can no longer grasp it with their intellect. Perhaps we cannot even form a clear picture of this today, yet it will be so. For people will discover how their economic objects become, in every sense, the bearers of demons.
[ 13 ] Sehen wir dieselbe Sache von einer anderen Seite her an. Aus dem bloßen Intellekt, aus dem ödesten Verstande heraus ist das LeninTrotzkijsche System entstanden, das ein Wirtschaftsleben in Rußland bauen will. Geistesleben, trotz Lunatscharskij, interessiert die Leute nicht. Das soll ja nur Ideologie aus dem Wirtschaftsleben sein. Daß gerade das Dialektisch-Juristische sehr stark ist im Trotzkij-LeninSystem, wird man ja nicht behaupten können. Aber auf das Wirtschaftliche soll alles hinorientiert sein. Man will den Intellekt gewissermaßen verkörpern im Wirtschaftsleben. Würde man es können eine Zeitlang — dieses erste Experiment wird gar nicht gehen —, aber nehmen wir an, man würde es können, dann würde einem das Wirtschaftsleben über den Kopf wachsen, dann würde das Wirtschaftsleben überall zerstörerische, dämonische Kräfte aus sich hervorbringen. Es würde nicht gehen, weil der Intellekt das nicht handhaben kann, was überall hervordringen würde an wirtschaftlichen Forderungen! So wie der alte Mensch auf die Natur und die Naturerscheinungen hingesehen hat und in ihnen Dämonisches gesehen hat, so muß der neuere Mensch lernen, bei dem, was er selber hervorbringt im Wirtschaftsleben, auf Dämonisches zu sehen. Vorläufig sind diese Dämonen, die die Leute nicht in die Maschinen abgeleitet haben, noch in die Menschen gefahren und machen sich als die zerstörenden in sozialen Revolutionen geltend. Nichts anderes sind diese zerstörenden sozialen Revolutionen als das Ergebnis der Nichtanerkennung des Dämonischen in unserem Wirtschaftsleben. Elementarische Geistigkeit muß im Wirtschaftsleben gesucht werden, wie in der Natur in alten Zeiten elementarische Geistigkeit gesucht worden ist, Und das bloße intellektuelle Leben ist nur ein Zwischenzustand, der überhaupt für die Natur und das, was der Mensch hervorbringt, keine Bedeutung hat, sondern nur für den Menschen selbst. Die Menschen haben den Intellekt ausgebildet, damit sie frei werden können. Die Menschen müssen gerade eine Fähigkeit ausbilden, die gar nichts zu tun hat weder mit der Natur noch mit der Maschine, sondern die nur mit dem Menschen selbst zu tun hat. Wenn der Mensch Fähigkeiten ausbildet, die zu der Natur in einem Verhältnis stehen, ist er ja nicht frei. Will er ins Wirtschaftsleben fliehen, ist er auch nicht frei, denn die Maschinen überwältigen ihn nur. Wenn er aber Fähigkeiten ausbildet, die weder mit der Erkenntnis noch mit dem praktischen Leben etwas zu tun haben, wie die reine Intelligenz, kann er sich die Freiheit im Laufe der Kulturentwickelung anerziehen. Gerade durch eine ohne in Beziehung zur Welt stehende Fähigkeit, wie der Intellekt es ist, könnte die Freiheit heraufkommen. Aber zu diesem Intellekt muß, damit der Mensch nicht abreißt von der Natur, damit er in die Natur wiederum herauswirken kann, wiederum die Imagination, muß alles dasjenige hinzukommen, was geisteswissenschaftliche Forschung finden will.
[ 13 ] Let’s look at the same issue from a different angle. The Lenin-Trotsky system, which aims to build an economic life in Russia, arose from pure intellect, from the driest of minds. Intellectual life, despite Lunacharsky, does not interest people. It is supposed to be nothing more than ideology derived from economic life. One certainly cannot claim that the dialectical-legal aspect is particularly strong in the Lenin-Trotsky system. But everything is supposed to be oriented toward the economic. They want, so to speak, to embody the intellect in economic life. If one could do this for a while—this first experiment won’t work at all—but let’s assume one could, then economic life would get out of hand; it would give rise to destructive, demonic forces everywhere. It wouldn’t work because the intellect cannot handle the economic demands that would emerge everywhere! Just as the ancient human being looked upon nature and natural phenomena and saw the demonic in them, so must the modern human being learn to recognize the demonic in what he himself brings forth in economic life. For the time being, these demons—which people have not channeled into machines—have still taken hold of human beings and are asserting themselves as destructive forces in social revolutions. These destructive social revolutions are nothing other than the result of the failure to recognize the demonic in our economic life. Elemental spirituality must be sought in economic life, just as elemental spirituality was sought in nature in ancient times. And mere intellectual life is only an intermediate state that has no significance whatsoever for nature or for what human beings produce, but only for human beings themselves. Human beings have developed the intellect so that they may become free. Human beings must develop precisely a capacity that has nothing to do with either nature or the machine, but only with human beings themselves. When human beings develop capacities that relate to nature, they are not free. If they seek refuge in economic life, they are not free either, for the machines merely overwhelm them. But if they cultivate abilities that have nothing to do with either knowledge or practical life—such as pure intelligence—they can acquire freedom in the course of cultural development. It is precisely through a faculty that stands in no relation to the world—such as the intellect—that freedom could emerge. But to this intellect—so that the human being does not become detached from nature, so that he can once again exert an influence upon nature—imagination must be added, along with everything that spiritual scientific research seeks to discover.
[ 14 ] Dazu kommt noch ein anderes. Ich sagte schon, für den alten Orientalen waren von ganz besonderer Wichtigkeit die Blutsabstammungsverhältnisse; denn danach richteten sich als nach göttlichen Zeichen die Mysterienweisen, wenn sie den Menschen ihre Stellen anwiesen. Diese Dinge alle, die ragen dann noch wie Nachzügler, wie Gespenster in spätere Zeiten herein. Dann kam das dialektisch-juristische Element. Die Staatsabstempelung wurde das Wesentliche. Das Diplom, das Examensergebnis beziehungsweise das, was auf dem Papier vom Examensergebnis stand, das wurde das Wesentliche; während das Blut in den alten Zeiten der Theokratie das Ausschlaggebende war, wurde nun das Papier das Ausschlaggebende. Jene Zeiten rückten heran, welche man ja durch mancherlei gekennzeichnet findet; mir sagte einmal ein Rechtsanwalt bei einer Diskussion, die ich mit ihm hatte: Ja, darauf kommt es nicht an, daß Sie geboren sind, daß Sie da sind! — Das interessierte ihn nicht, sondern der Taufschein oder der Geburtsschein muß da sein; da muß es daraufstehen. Also das stellvertretende Papier! Das Dialektisch-Juristische, nicht wahr, das kam dann herauf. Das ist auch zugleich der Ausdruck für das Scheinhafte in bezug auf die Welt, für das Scheinhafte des Intellekts. Aber gerade im Menschen selbst konnte sich als das Gegenspiel dieses Scheinhaften für die Welt dasjenige entwickeln, was dem Menschen die Freiheit gab.
[ 14 ] There is another point to consider. As I have already said, bloodlines were of particular importance to the ancient Orientals; for the initiates of the mysteries relied on them as divine signs when assigning people their places. All these things then lingered on like stragglers, like ghosts, into later times. Then came the dialectical-legal element. State certification became the essential factor. The diploma, the exam result—or rather, what was written on the paper regarding the exam result—became the essential factor; whereas blood had been the decisive factor in the ancient times of theocracy, paper now became the decisive factor. Those times were drawing near, times characterized by all sorts of things; a lawyer once said to me during a discussion I had with him: “Yes, it doesn’t matter that you were born, that you’re here!”—That didn’t interest him; rather, the baptismal certificate or birth certificate had to be there; it had to be written on it. In other words, the substitute piece of paper! The dialectical-juridical aspect—isn’t that right?—came to the fore then. This is also, at the same time, an expression of the illusory nature of the world, of the illusory nature of the intellect. But it was precisely within human beings themselves that the antithesis of this illusory nature of the world could develop—that which gave human beings freedom.
[ 15 ] Nun aber entwickelt sich heraus aus dem, was ja das Papier bedeutet — was früher das Blut bedeutet hat —, was Adelsbrief oder sonst dergleichen Papier bedeutet, aus dem bildet sich das heraus, was heute schon sich zeigt, was aber bleiben wird, wenn die Dinge weitergehen, und sie werden weitergehen. Die Blutsabstammung wird keine Bedeutung mehr haben, der Adelsbrief oder etwas Ähnliches wird keine Bedeutung mehr haben, sondern höchstens noch das, was der Mensch nun sich an Besitz gerettet hat aus den alten Zeiten. Ein Warum war nicht möglich, als die Götter noch des Menschen Platz auf der Welt bestimmten. Über das Warum konnte man diskutieren im juristisch-dialektischen Zeitalter. Nun hört alles Diskutieren auf, denn das rein Faktische liegt nur noch da, das Tatsächliche, das, was sich der Mensch noch gerettet hat. In dem Augenblicke, wo man gar nicht mehr an das Papier glauben wird, wird man auch nicht mehr diskutieren, sondern wird die Sachen einfach wegnehmen, die sich der Mensch gerettet hat. Da gibt es nichts anderes, da die Natur nicht mehr das Geistige offenbart, um die Menschheit überhaupt weiterzubringen, als eine Umkehrung zu vollziehen zum Geistigen selbst hin. Und auf der anderen Seite in dem Wirtschaftlichen selber dasjenige zu finden, was man früher in der Natur gefunden hat.
[ 15 ] But now, out of what the paper signifies—what blood used to signify—out of what a letter of nobility or other such documents signify, there is emerging what is already evident today, but which will remain as things continue to unfold—and they will continue to unfold. Bloodline will no longer have any significance; a letter of nobility or something similar will no longer have any significance; at most, only what people have managed to preserve from the old times will remain. Asking “why” was not possible when the gods still determined man’s place in the world. One could discuss the “why” during the legal-dialectical age. Now all discussion ceases, for only the purely factual remains—the actual reality, that which people have managed to preserve. At the very moment when people no longer believe in the paper at all, they will no longer discuss it either, but will simply take away the things that people have managed to preserve. There is no other option—since nature no longer reveals the spiritual to advance humanity at all—than to turn back toward the spiritual itself. And, on the other hand, to find within the economic sphere itself what was once found in nature.
[ 16 ] Das aber läßt sich nur finden durch die Assoziation. Was der einzelne Mensch nicht mehr finden kann, kann die Assoziation finden, die wiederum eine Art Gruppenseele entwickeln wird, die auf dasjenige gehen wird, was jetzt nicht der einzelne entscheidet. Im mittleren Zeitalter, im Zeitalter des Intellektes war der einzelne der Wirtschafter, in der Zukunft wird es die Assoziation sein. Und in der Assoziation müssen die Menschen zusammenstehen. Da kann dann wiederum, wenn man anerkennt, daß ein Geistiges gebändigt werden muß im Wirtschaftsleben, etwas herauskommen, was Blutsabstammung und Patent ersetzen kann. Denn dem Menschen würde das Wirtschaftsleben über den Kopf wachsen, wenn er ihm nicht gewachsen wäre, wenn er nicht Geistiges mitbrächte, um dieses Wirtschaftsleben zu leiten. Keiner wird sich mit einem anderen assoziieren, wenn der andere nichts mitbringt, was ihn tüchtig macht im Wirtschaftsleben, was ihn berechtigt, die Geister wirklich zu bändigen, die sich im Wirtschaftsleben geltend machen. Ein ganz neuer Geist wird heraufziehen. Und warum wird das sein?
[ 16 ] But this can only be found through association. What the individual can no longer find, association can find; and association, in turn, will develop a kind of group soul that will focus on what the individual no longer decides. In the Middle Ages, the Age of the Intellect, the individual was the manager; in the future, it will be the association. And within the association, people must stand together. Then, if one recognizes that a spiritual element must be harnessed in economic life, something can emerge that can replace bloodline and patent. For economic life would become too much for a person to handle if they were not up to the task, if they did not bring a spiritual element to guide this economic life. No one will associate with another if that other person brings nothing to the table that makes him capable in economic life, nothing that entitles him to truly harness the forces at work in economic life. A completely new spirit will emerge. And why will that be?
[ 17 ] Ja, in jenen alten Zeiten, in denen man nach dem Blute geurteilt hat, da war wichtig für die Menschen dasjenige, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis sich abgespielt hatte, denn das brachten sie durch das Blut herein in die physische Welt; wenn auch vergessen worden war das vorgeburtliche Leben, in der Anerkennung der Blutsabstammung lebte noch fort diese Anerkennung des vorgeburtlichen Lebens. Dann kam das Dialektisch-Juristische. Der Mensch wurde nur anerkannt in bezug auf das, was er als physischer Mensch auslebte. Jetzt ragt herein das andere, das dämonisch werdende Wirtschaftsleben. Jetzt muß auch wiederum anerkannt werden der Mensch nach seinem geistig-seelischen Kern, und ebenso, wie man hinsehen wird auf das Dämonische des Wirtschaftslebens, wird man anfangen müssen, hinzusehen auf das, was der Mensch durch die wiederholten Erdenleben trägt. Man wird hinzusehen haben auf das, womit er hereinkommt in dieses Leben. Das wird man in dem geistigen Teil des sozialen Organismus zu lösen haben. Wenn man nach dem Blute urteilt, braucht man im Grunde genommen gar keine Pädagogik, sondern nur eine Erkenntnis eben des Symbolischen, durch das die Götter ausdrükken, wo sie einen Menschen hingestellt sein lassen. Solang man bloß juristisch-dialektisch urteilt, braucht man eine abstrakte Pädagogik, eine Pädagogik, die im Allgemeinen von dem Menschenkinde spricht. Wenn man aber den Menschen hineinstellen soll in das assoziative Leben, so daß er drinnen tüchtig ist, dann muß man das Folgende berücksichtigen, dann muß man sich zunächst klar sein: Die ersten sieben Jahre, in denen der Mensch seine physische Leiblichkeit entwickelt, die sind nicht bedeutsam für das, was er später im sozialen Leben leisten kann; er muß nur im allgemein-menschlichen Sinne tüchtig gemacht werden. In der Zeit vom siebenten bis vierzehnten Jahre, in der eigentlich der Ätherleib seine Ausbildung erlangt, da muß zunächst der Mensch erkannt werden; es muß das erkannt werden, was dann mit dem vierzehnten, fünfzehnten Jahre herauskommt als astralischer Leib, und was in Betracht kommt, wenn der eigentliche geistig-seelische Wesenskern des Menschen ihn hinstellen soll an den Platz, an dem er stehen soll. Da wird der Erziehungsfaktor ein besonderer sozialer Faktor. Da handelt es sich darum, daß nun wirklich aus der Erkenntnis des Kindes, das man heranerzieht, sich ergeben kann: Das taugt für das, dies taugt für jenes, und das zeigt sich klar nicht früher als gerade in dem Momente, wo das Kind aus der Volksschule entlassen wird. Und es wird hinzugehören zur künstlerischen Pädagogik und Didaktik, die Entscheidung treffen zu können: Der eine ist zu dem, der andere ist zu jenem geeignet. Darnach werden jene Entscheidungen getroffen werden, welche in den «Kernpunkten der sozialen Frage» gefordert werden für die Zirkulation des Kapitals, das heißt der Produktionsmittel. Eine ganz neue geistige Anschauung muß heraufkommen, die erstens das Wirtschaftsleben in seiner inneren geistigen Lebendigkeit durchschaut und auf der anderen Seite weiß, welche Rolle das Geistesleben spielen muß, wie das Geistesleben das Wirtschaftsleben konfigurieren muß. Das kann nur sein, wenn das Geistesleben selbständig ist, wenn das Wirtschaftsleben ihm nicht irgend etwas aufdrängt. Gerade wenn man innerlich erfaßt den ganzen Gang der Menschheitsentwickelung, dann erkennt man, wie diese Menschheitsentwickelung die Dreigliederung des sozialen Organismus fordert.
[ 17 ] Yes, in those ancient times when people were judged by their blood, what had taken place before birth—or rather, before conception—was important to them, for they brought that into the physical world through their blood; even if prenatal life had been forgotten, this recognition of prenatal life still lived on in the acknowledgment of bloodline. Then came the dialectical-legal approach. Human beings were recognized only in terms of what they lived out as physical human beings. Now the other aspect—economic life, which is becoming demonic—is intruding. Now, once again, the human being must be recognized according to his spiritual-soul core; and just as one will look at the demonic aspect of economic life, one will have to begin to look at what the human being carries through his repeated earthly lives. One will have to look at what he brings with him into this life. This will have to be resolved in the spiritual part of the social organism. If one judges by bloodline, one essentially needs no pedagogy at all, but only an understanding of the symbolic through which the gods express where they have placed a human being. As long as one judges merely in legal-dialectical terms, one needs an abstract pedagogy—a pedagogy that speaks generally of the human child. But if one is to place a person within associative life so that they can function effectively there, then one must take the following into account; one must first be clear about this: The first seven years, during which a person develops their physical body, are not significant for what they will later be able to accomplish in social life; they must simply be made capable in a generally human sense. During the period from the seventh to the fourteenth year, when the etheric body actually undergoes its development, the human being must first be understood; one must recognize what then emerges around the fourteenth or fifteenth year as the astral body, and what comes into play when the human being’s actual spiritual-soul core is to place him in the position where he is meant to stand. This is where the educational factor becomes a special social factor. The point is that an understanding of the child being raised can truly lead to the conclusion: “This child is suited for that, and that child is suited for this”—and this becomes clear no earlier than the very moment the child leaves elementary school. And it will be part of artistic pedagogy and didactics to be able to make the decision: “This one is suited for this, that one is suited for that.” Based on this, the decisions will be made that are called for in the “Key Points of the Social Question” regarding the circulation of capital—that is, the means of production. A completely new spiritual perspective must emerge—one that, on the one hand, penetrates economic life in its inner spiritual vitality and, on the other hand, understands the role that spiritual life must play and how spiritual life must shape economic life. This can only happen if spiritual life is independent, if economic life does not impose anything upon it. It is precisely when one grasps inwardly the entire course of human development that one recognizes how this development calls for the threefold structure of the social organism.
[ 18 ] Also wir brauchen wiederum, weil uns auf der einen Seite die Türkei, auf der anderen Seite der Petrinismus Peters des Großen durch die neuere Zeit abgeschlossen haben von dem Orient, wir brauchen ein selbständiges Geistesleben, ein Geistesleben, das wirklich die geistige Welt erkennt in einer neuen Form, nicht so, wie es in alten Zeiten der Fall war, wo man die Natur zu sich sprechen ließ. Man wird dann dieses Geistesleben auf die Natur beziehen können. Man wird aber auch dieses Geistesleben, nachdem man es gefunden hat, so in dem Menschen heranbilden können, daß es zum Inhalt seiner Geschicklichkeiten wird, daß er durch dieses Geistesleben im assoziativen Zusammenwirken das immer lebendiger und lebendiger werdende Wirtschaftsleben befriedigt. Diese Gedanken, die müssen eigentlich sein in einer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Daher kann eine solche Geisteswissenschaft nur herausgeboren sein aus einer Erkenntnis des Ganges der Menschheitsentwickelung.
[ 18 ] So, once again, because on the one hand Turkey and on the other hand Peter the Great’s Petrinism have, in recent times, cut us off from the Orient, we need an independent spiritual life—a spiritual life that truly perceives the spiritual world in a new form, not as was the case in ancient times, when one allowed nature to speak to oneself. One will then be able to relate this spiritual life to nature. But once this spiritual life has been found, one will also be able to cultivate it within the human being in such a way that it becomes the substance of his skills, so that through this spiritual life, in associative interaction, he satisfies the economic life that is becoming ever more and more vibrant. These ideas must actually be present in an anthroposophically oriented spiritual science. Therefore, such a spiritual science can only arise from an understanding of the course of human evolution.
[ 19 ] Das erste ist, daß hingesteuert werden muß zu einem wirklichen Wissen von dem Geiste. Jenes allgemeine Reden von dem Geiste in leeren, abstrakten Worten, wie es heute die offiziellen Philosophen und andere Kreise beherrscht, und wie es auch populär geworden ist, das wird für die Zukunft nichts taugen. Die geistige Welt ist anders als die physische. Daher kann man nicht durch Abstraktion von der physischen Anschauung über die geistige Welt etwas gewinnen, sondern man muß durch unmittelbare Geistesforschung Anschauungen über die geistige Welt gewinnen. Die erscheinen selbstverständlich dann als etwas ganz anderes als das, was der Mensch wissen kann, wenn er nur von der physischen Welt weiß. Die Menschen, die nur von der physischen Welt wissen wollen aus Bequemlichkeit, die mögen es heute phantastisch nennen, wenn man von der Mondenzeit, von der Sonnenzeit, von der Saturnzeit spricht. Sie finden, da äußert man Ideen, wenn man von diesen vorhergehenden Verkörperungen der Erde spricht, die an nichts bei ihnen anschlagen. Da beschreibt man Dinge, von denen sie keinen Dunst haben. Es ist natürlich, daß sie keinen Dunst haben, denn sie wollen ja von der geistigen Welt nichts wissen. Nun wird ihnen von der geistigen Welt erzählt, und da finden sie: Ja, es stimmt mit nichts überein von dem, was wir schon wissen! — Darauf kommt es ja gerade an, daß Welten gefunden werden, die mit nichts stimmen, was man schon weiß. Nicht wahr, so ungefähr urteilt jener Philosophieprofessor wie zum Beispiel Arthur Drews über Geisteswissenschaft; das stimmt mit nichts von dem zusammen, was er sich schon vorgestellt hat. Ja, der Postmeister von Berlin hat auch, als die Eisenbahn von Berlin nach Potsdam gebaut werden sollte, gesagt: Nun soll ich noch nach Potsdam heraus Eisenbahnen fahren lassen! Ich lasse in der Woche vier Postkutschen hinausfahren, und da sitzt niemand drinnen. Wenn die Leute ihr Geld zum Fenster hinauswerfen wollen, so mögen sie es gleich direkt machen! — Natürlich haben die Eisenbahnen dann anders ausgeschaut als die Postkutschen des biederen Postmeisters von Berlin aus den dreißiger Jahren. Aber so sieht natürlich auch die Beschreibung der geistigen Welt anders aus als dasjenige, was in solchen Köpfen drinnen nistet, wie der Arthur Drews einer ist. Aber er ist nur charakteristisch für alle anderen, er ist sogar noch immer einer der Besseren, das muß man kurioserweise schon sagen, nicht weil er gut ist, sondern weil die anderen nämlich noch schlechter sind.
[ 19 ] The first is that we must strive toward a genuine understanding of the spirit. That general talk about the spirit in empty, abstract terms—as is prevalent today among official philosophers and other circles, and as has also become popular—will be of no use in the future. The spiritual world is different from the physical world. Therefore, one cannot gain any insight into the spiritual world through abstraction from physical perception; rather, one must gain insights into the spiritual world through direct spiritual research. These insights naturally appear to be something entirely different from what a person can know if they are familiar only with the physical world. People who, out of convenience, want to know only about the physical world may today call it fanciful when one speaks of the Lunar Age, the Solar Age, or the Saturnian Age. They think one is merely expressing ideas when speaking of these previous incarnations of the Earth, which mean nothing to them. One is describing things of which they have not the faintest idea. It is only natural that they have no clue, for they want to know nothing of the spiritual world. Now they are told about the spiritual world, and they find: “Yes, it doesn’t correspond to anything we already know!” — But that is precisely the point: that worlds are discovered which do not correspond to anything one already knows. Isn’t that roughly how a philosophy professor like Arthur Drews, for example, judges spiritual science? It doesn’t align with anything he’s already imagined. Yes, even the postmaster of Berlin said, when the railroad from Berlin to Potsdam was to be built: “Now I’m supposed to run trains all the way out to Potsdam!” I send out four stagecoaches a week, and there’s no one sitting in them. If people want to throw their money out the window, they might as well do it directly! — Of course, the railroads looked different back then than the stagecoaches of the staid postmaster from Berlin in the 1830s. But of course, the description of the spiritual world also looks different from what lurks inside minds like that of Arthur Drews. Yet he is merely representative of all the others; he is even still one of the better ones—curiously enough, one must say that—not because he is good, but because the others are even worse.
[ 20 ] Es war zunächst eine Notwendigkeit, zu zeigen, wie man wirklich, ganz auf strengem Boden des Wissenschaftlichen stehenbleibend, in die geistige Welt vordringen kann. Das war ja zunächst, was unser Hochschulkursus in diesem Herbste angestrebt hat. Und es ist, wenn auch alles das im Anfange ist, doch zum mindesten gezeigt worden, wie auf gewissen Gebieten aus den Wissenschaften selbst hinaufgehoben werden kann das Erkennen zu dem Erkennen des Geistigen als solchem, und wie wiederum das Geistige dann durchdringen kann das, was die Sinneserkenntnis gewinnt.
[ 20 ] It was first and foremost necessary to show how one can truly penetrate the spiritual world while remaining firmly grounded in the strict realm of science. That, after all, was the primary aim of our university course this fall. And although all of this is still in its infancy, it has at least been shown how, in certain fields, knowledge can be elevated from the sciences themselves to the recognition of the spiritual as such, and how, in turn, the spiritual can then permeate what sensory perception gains.
[ 21 ] Aber unvollständig würde bleiben, was so nach der Erkenntnisseite hin gewonnen werden kann, und was gegen die landläufigen Bestrebungen der Schulwissenschaft doch errungen werden wird — denn darinnen zeigen sich die schönsten Anfänge; man konnte immerhin schon zeigen, wie Psychologie, ja selbst Mathematik hinaufweist in geistige Gebiete —, aber es würde etwas unvollständig getan werden, und deshalb doch nicht unserer zugrunde gehenden Zivilisation aufgeholfen werden können, wenn nicht ein wirklich elementares, ein wirklich intensives Wollen auch aus dem Gebiete herkommen würde, das man das Gebiet des praktischen wirtschaftlichen Lebens nennt. Das ist notwendig, daß wirklich die alten Usancen, die alten Gewohnheiten verlassen werden, und daß auch da durchdrungen werde das unmittelbare Leben mit der Geistigkeit. Das ist etwas, was eben als eine Blüte der anthroposophischen Bewegung kommen muß, daß herangetragen werde mit Hilfe jener Seelengesinnung, die aus Geisteswissenschaft hervorgehen kann, ein Durchschauen des praktischen Lebens, namentlich des praktischen wirtschaftlichen Lebens, und daß gezeigt werde, wie der Niedergang abgewendet werden kann, wenn man hineinträgt in dieses Wirtschaftsleben das Bewußtsein davon, daß man eigentlich etwas Lebendiges schafft.
[ 21 ] But what can be gained in terms of knowledge, and what will ultimately be achieved in spite of the prevailing tendencies of academic scholarship, would remain incomplete—for it is there that the most beautiful beginnings are revealed; it has already been shown, after all, how psychology, and indeed even mathematics, point upward toward spiritual realms—but the effort would remain incomplete, and thus would be unable to aid our crumbling civilization, unless a truly fundamental, truly intense will were to arise from the realm known as practical economic life. It is necessary that the old customs and habits truly be abandoned, and that spiritual awareness also permeate everyday life. This is something that must come about as a flowering of the anthroposophical movement: that, with the help of that spiritual attitude which can arise from spiritual science, an insight into practical life—namely, practical economic life—be brought forth, and that it be shown how decline can be averted by bringing into this economic life the awareness that one is actually creating something living.
[ 22 ] Man sollte jeden Tag, möchte ich sagen, aufs neue hinblicken auf die so kraß hervortretenden Zeichen unseres niedergehenden Wirtschaftslebens. Galvanisieren läßt sich dieses alte Wirtschaftsleben nicht. Es läßt sich die Menschheit nur weiterbringen durch Schaffen neuer Wirtschaftszentren. Denn wie heute niemand stolz sein sollte auf das, was er aus der usuellen Wissenschaft heraus gewinnt — denn das würde die Menschheit durchaus in die von Oswald Spengler prophezeite Zukunft hineinbringen —, so sollte aber auch nicht jemand stolz sein auf das, was er aus dem alten Wirtschaftsleben heraus an einer diesem Wirtschaftsleben entsprechenden Tüchtigkeit gewinnen kann. Niemand kann heute stolz darauf sein, ein Physiker, ein Mathematiker, ein Biologe im usuellen Sinne zu sein. Aber niemand kann auch darauf stolz sein, ein Kaufmann, ein Industrieller im alten Sinne zu sein. Und dieser alte Sinn ist heute doch einzig und allein noch da. Wir sehen heute noch nirgends irgendwie etwas aufgehen, was wahrhaftige Assoziationen schon darstellen würde. Das wäre notwendig, daß, wenn wir wiederum, gewissermaßen als eine zweite Veranstaltung dieses Goetheanums, hier so etwas hätten, wie dieser Kursus jetzt gewesen ist, daß dann gesehen werden könnte etwas, was konkret ergriffen werden kann aus dem praktischen Leben heraus selber, neben den Wissenschaften stehend. Nicht durch dasjenige, was die eine Strömung bloß enthält, kommen wir weiter, sondern einzig und allein dadurch kommen wir weiter, daß nun wirklich auch diese andere Seite des Strebens sich zeigt.
[ 22 ] I would say that every day we should take a fresh look at the strikingly obvious signs of our declining economic life. This old economic life cannot be revitalized. Humanity can only be advanced by creating new economic centers. For just as no one today should take pride in what they gain from conventional science—since that would certainly lead humanity into the future prophesied by Oswald Spengler—so, too, no one should take pride in what they can gain from the old economic life through competence suited to that economic life. No one today can be proud of being a physicist, a mathematician, or a biologist in the conventional sense. But neither can anyone be proud of being a merchant or an industrialist in the old sense. And yet this old sense is the only one that still exists today. We still see nothing emerging anywhere today that would already represent true associations. It would be necessary that, if we were to have here—as it were, as a second event of this Goetheanum—something like this course has now been, then we might see something that can be concretely grasped from practical life itself, standing alongside the sciences. We do not make progress through what one current merely contains; rather, we make progress solely through the fact that this other side of our striving is now truly revealed as well.
[ 23 ] Das ist heute noch das besonders charakteristische Kennzeichen unserer gegenwärtigen Menschheitsentwickelung: Auf der einen Seite die traditionellen Träger des alten Geisteslebens, die einen verketzern, verleumden, wenn man aus der modernen Wissenschaftlichkeit heraus eine Durchgeistigung anstrebt. Sie tun es heute schon ganz bewußt, weil sie kein Interesse haben für den Fortgang der Menschheitsentwickelung, und weil sie zunächst nur daran denken, diese Menschheitsentwickelung zurückzuhalten. Sie tun es manchmal in so grotesker Weise wie jener sonderbare Gelehrte, der neulich auch über Anthroposophie in Zürich gesprochen hat, und der so kraß geredet hat, daß es selbst seinen Amtsgenossen zu toll geworden ist, so daß, wie es scheint, eine Art kleiner Reklame gerade aus dieser Bekämpfung der Anthroposophie geworden ist. Aber sie tun es; sie werden es noch viel mehr tun, denn sie werden mit ganz großen Verleumdungen aufrücken. Da sieht man eben das, um was es sich handelt, in Form von Verleumdungen und so weiter auftreten, in Form des Unwahren.
[ 23 ] This remains the most distinctive feature of humanity’s current development: On the one hand, there are the traditional guardians of the old spiritual life, who condemn and slander anyone who seeks to infuse modern science with spirituality. They do this quite deliberately today because they have no interest in the progress of human development, and because their primary concern is simply to hold back this development. They sometimes do so in such a grotesque manner as that peculiar scholar who recently spoke about anthroposophy in Zurich and who spoke so outrageously that even his colleagues found it too much, so that, it seems, this very attack on anthroposophy has turned into a kind of small-scale publicity. But they do it; they will do it even more, for they will come forward with very serious slanders. There one sees precisely what is at stake, manifesting itself in the form of slanders and so on, in the form of falsehoods.
[ 24 ] Auf der anderen Seite ist heute noch ein starker Widerstand zu bemerken, der aber im Grunde im Unbewußten spielt. Und das ist ein schmerzliches Erlebnis; da, auf diesem Gebiete, ist durchaus zu sprechen von einer inneren Opposition, die zuweilen gar nicht so gemeint ist, gegen das, was eigentlich in der Richtung des geisteswissenschaftlichen Strebens liegen muß. Es wird sich darum handeln, daß gerade auf diesem Gebiete gelernt werden muß ein volles Mitgehen mit dem, was Geisteswissenschaft da wollen kann. Denn die Beurteilung dessen, was aus dem Geisteswissenschaftlichen heraus gewollt werden muß, nach dem bisher üblichen Subjektiven, das würde ja auf diesem Gebiete genau dasselbe sein, was die Pfarrer und die anderen tun auf anderen Gebieten, indem sie Geisteswissenschaft verketzern. Das ist, was unsere anthroposophische Bewegung schwierig macht, daß im Grunde genommen gerade auf diesem Gebiete deutlich bemerkbar ist eine Art innerer Opposition. Man kann schon sagen, gerade auf diesem Gebiete zeigt sich am klarsten, was in so merkwürdiger Weise gewisse Anschuldigungen beleuchtet, die von mancher Seite kommen. Da wird gesagt: In dieser Anthroposophischen Gesellschaft, da sprechen ja alle doch nur dem einen nach, — und in Wirklichkeit sprechen sie gar nicht nach, sondern das, was jeder selber meint, das sagt er, daß der eine es möchte. Das haben wir ja so vielfach erfahren, nicht wahr? Was einer gerade möchte, davon sagt er sehr häufig, daß ich es ihm gesagt habe, wenn er auch genau das Gegenteil von mir gehört hat. Das ist der nun wirklich herrschende Autoritätsglaube. Sonderbarer Autoritätsglaube! Es hat sich ja das in vielen Fällen gezeigt. Aber von einer besonderen Schädlichkeit wäre, wenn dieses, was ja eine merkwürdige Art von Opposition ist — Opposition hat es ja eigentlich in Wirklichkeit immer mehr gegeben als Autoritätsglaube, und daher ist die Beschuldigung des Autoritätsglaubens wirklich eine recht ungerechte —, noch verhängnisvoller wäre es, wenn das, was ich hier andeute als innere Opposition, gerade auf dem Gebiete des praktischen Lebens weitere Dimensionen annehmen würde. Denn dann würden, solange es noch geht, selbstverständlich die Gegner des anthroposophischen Strebens sagen: Na ja, eine sektiererisch phantastische Bewegung, die doch nicht praktisch sein kann. — Sie kann natürlich nicht praktisch sein, wenn die Praktiker sich nicht auf sie einlassen, geradesowenig wie man schließlich nähen kann, wenn man keine Nadel hat, wenn man es noch so gut versteht, das Nähen.
[ 24 ] On the other hand, there is still strong resistance today, though it essentially plays out in the unconscious. And this is a painful experience; for in this area, there is certainly an inner opposition—which is sometimes not even intentional—against what must actually be in line with the aspirations of spiritual science. The task will be to learn, precisely in this area, to fully go along with what spiritual science seeks to achieve there. For judging what must be intended from the perspective of spiritual science according to the subjective standards that have been customary up to now would, in this field, amount to exactly the same thing that pastors and others do in other fields when they denounce spiritual science. This is what makes our anthroposophical movement difficult: that, fundamentally speaking, a kind of inner opposition is clearly discernible precisely in this field. One could even say that it is precisely in this field that what sheds light in such a curious way on certain accusations coming from various quarters becomes most clearly evident. People say: “In this Anthroposophical Society, everyone is just parroting one person’s views”—and in reality, they aren’t parroting at all, but rather, whatever each person thinks for themselves, they say it as if that is what the other person wants. We’ve experienced this so many times, haven’t we? Very often, when someone wants something, they claim I told them to do it—even if they’ve heard the exact opposite from me. That is the belief in authority that truly prevails. A most peculiar belief in authority! This has been evident in many cases. But it would be particularly harmful if this—which is, after all, a strange kind of opposition —and in reality, there has actually always been more opposition than belief in authority, which is why the accusation of belief in authority is truly quite unfair—, it would be even more disastrous if what I am referring to here as inner opposition were to take on further dimensions precisely in the realm of practical life. For then, as long as it is still possible, the opponents of the anthroposophical endeavor would naturally say: Well, it’s a sectarian, fanciful movement that can’t possibly be practical. — Of course it cannot be practical if practitioners do not engage with it, just as one cannot sew without a needle, no matter how well one understands the art of sewing.
[ 25 ] Ich möchte dadurch nur auf etwas hindeuten, was notwendig zu beachten ist. Ich spreche damit nicht eine Kritik aus, deute überhaupt auf nichts Vergangenes hin, sondern ich deute auf etwas hin, was für die Zukunft notwendig ist. Allerdings, ich würde selbstverständlich nicht hindeuten, wenn ich nicht allerlei Rauchwolken heraufsteigen sehen würde. Aber ich deute wirklich nur auf etwas hin, was gewissermaßen als eine Aufforderung zu gelten hat, nun wirklich von allen Seiten mitzuarbeiten und ja nicht hinter die reaktionäre Praxis sich zu verschanzen und hinter den Schanzen der reaktionären Praxis Anthroposophie, trotzdem man ihr vielleicht aufhelfen will, im Grunde genommen zu vernichten. Also nicht auf irgend etwas, was schon geschehen ist, deute ich hin, sondern auf dasjenige deute ich hin, was für die Zukunft notwendig ist. Es ist schon notwendig, daß man über diese Dinge nachdenkt.
[ 25 ] I simply want to point out something that must be taken into account. I am not expressing criticism here, nor am I alluding to anything in the past; rather, I am pointing to something that is necessary for the future. Of course, I would not be making this point if I did not see all sorts of plumes of smoke rising. But I am really only pointing to something that must be regarded, so to speak, as a call to truly work together from all sides—and certainly not to entrench oneself behind reactionary practices, thereby—despite perhaps wanting to help it—essentially destroying anthroposophy behind the ramparts of those reactionary practices. So I am not pointing to anything that has already happened, but rather to what is necessary for the future. It is indeed necessary to reflect on these things.
[ 26 ] Ich werde es heute bei diesen Bemerkungen müssen bewenden lassen. Wir werden dann an diese Vorrede, von der Sie schon sehen werden, daß sie doch eine Einleitung ist zu der Christus-Betrachtung für das 20. Jahrhundert, morgen und übermorgen anzuknüpfen haben.
[ 26 ] I will have to leave it at these remarks for today. We will then have to follow up on this preface—which, as you will see, is in fact an introduction to the contemplation of Christ for the 20th century—tomorrow and the day after tomorrow.
