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The Rudolf Steiner Archive

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The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

9 April 1920, Dornach

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Erster Vortrag

First Lecture

[ 1 ] Ich werde heute versuchen, weitere Gesichtspunkte Ihnen anzugeben über ein Thema, das in der letzten Zeit hier schon berührt worden ist. Ich habe besprochen, wie für den Menschen der Gegenwart auseinanderfallen die moralischen Anschauungen und die intellektualistischen Anschauungen. Durch seinen Intellektualismus wird der Mensch gebracht zu einer Anerkennung der strengen Naturnotwendigkeit. Nach dieser strengen Naturnotwendigkeit beobachten wir alles unter dem Gesetze der Ursachen und Wirkungen. Wir fragen auch dann, wenn der Mensch eine Handlung vollzieht, was ihn verursacht hat, was in ihm gewirkt hat oder außer ihm, um die Ursache abzugeben zu dieser Handlung. Diese Anerkenntnis der Notwendigkeit alles Geschehens hat in der neueren Zeit mehr einen naturwissenschaftlichen Charakter bekommen. Sie hat in der früheren Zeit einen mehr theologischen Charakter gehabt und hat einen theologischen Charakter noch für sehr viele Menschen. Der naturwissenschaftliche Charakter ergibt sich, wenn man mehr der Meinung ist, was wit tun, das sei abhängig von unserer körperlichen Konstitution und von den Einwirkungen auf unsere körperliche Konstitution. Es gibt ja heute noch immer Menschen, welche so denken, daß der Mensch handelt geradeso notwendig wie etwa ein Stein, wenn er zur Erde fällt. Das wäre die naturwissenschaftliche Färbung des Notwendigkeitsgedankens.

[ 1 ] Today I will try to offer you further perspectives on a topic that has already been touched upon here recently. I have discussed how, for people today, moral views and intellectualist views are diverging. Through intellectualism, people are led to recognize strict natural necessity. According to this strict natural necessity, we observe everything under the law of cause and effect. Even when a person performs an action, we ask what caused it—what acted within them or outside of them—to provide the cause for that action. This recognition of the necessity of all events has taken on a more scientific character in recent times. In earlier times, it had a more theological character, and it still has a theological character for very many people. The scientific character arises when one tends to believe that what we do depends on our physical constitution and on the influences acting upon it. Even today, there are still people who think that a person acts just as necessarily as, say, a stone falling to the ground. That would be the scientific aspect of the concept of necessity.

[ 2 ] Die mehr theologische könnte man etwa dahin charakterisieren, daß man sagt: Es ist alles von irgendeiner göttlichen Macht, göttlichen Vorsehung vorherbestimmt, und der Mensch muß dasjenige ausführen, was ihm von der göttlichen Macht vorausbestimmt ist. In diesen beiden Fällen würde entweder die reine naturwissenschaftliche Notwendigkeit oder nur die unbedingte göttliche Voraussicht gelten. Es würde von Freiheit des Menschen nicht die Rede sein können. Auf der anderen Seite steht die ganze moralische Welt. Diese moralische Welt, von ihr fühlt der Mensch wohl, wie er von ihr nicht sprechen kann, ohne an die Freiheit seiner Willensentschlüsse zu denken. Denn hat der Mensch keine Möglichkeit zu freien Willensentschlüssen, so kann von einer Moralität der Handlungen des Menschen ja nicht die Rede sein. Dennoch fühlt der Mensch Verpflichtungen, moralische Impulse, und er muß eine moralische Welt anerkennen. Ich habe Ihnen auch erwähnt, wie die Unmöglichkeit, eine Brücke zwischen diesen zweien zu schaffen, zwischen der Welt der Notwendigkeit und der Welt des Moralischen, Kant dazu geführt hat, zwei Kritiken zu schreiben: die «Kritik der reinen Vernunft», die sich gewissermaßen damit beschäftigt, alles zu untersuchen, was der natürlichen Weltordnung angehört, und die «Kritik der praktischen Vernunft», die sich damit beschäftigt, das zu untersuchen, was der moralischen Weltordnung angehört. Dann hat er noch die Notwendigkeit empfunden, die «Kritik der Urteilskraft» zu schreiben, die gewissermaßen eine Vermittelung sein sollte zwischen beiden, die aber doch nur ein Kompromißprodukt geworden ist, und die höchstens zu einer Realität übergeht in der Betrachtung der Welt des Schönen, des künstlerischen Schaffens. Das würde aber auch nur bedeuten, daß der Mensch auf der einen Seite die Welt der Notwendigkeit hat, in die er eingesponnen ist, auf der anderen Seite die Welt des freien moralischen Handelns hat, und nichts anderes, was beide verbindet, finden würde, als die Welt des künstletischen Scheins, wo wir, sagen wir, in der Plastik oder in der Malerei eben dem Scheine nach dasjenige vorstellen, was zwar aus der Naturnotwendigkeit genommen ist, dem wir aber einprägen dasjenige, was frei von Naturnotwendigkeit ist, dem wir gewissermaßen den Schein des Freien im Notwendigen geben.

[ 2 ] The more theological view could be characterized, for example, by saying: Everything is predestined by some divine power, by divine providence, and human beings must carry out what has been predestined for them by that divine power. In both of these cases, either pure scientific necessity or only unconditional divine foreknowledge would apply. There could be no question of human freedom. On the other hand, there is the entire moral world. Human beings sense this moral world—they cannot speak of it without thinking of the freedom of their volitional decisions. For if human beings have no capacity for free volitional decisions, then there can be no question of morality in their actions. Nevertheless, human beings feel obligations and moral impulses, and they must acknowledge a moral world. I have also mentioned to you how the impossibility of bridging these two—the world of necessity and the moral world—led Kant to write two Critiques: the *Critique of Pure Reason*, which, in a sense, is concerned with examining everything that belongs to the natural order of the world, and the *Critique of Practical Reason*, which is concerned with examining what belongs to the moral order of the world. He then felt the need to write the “Critique of Judgment,” which was intended, in a sense, to serve as a mediation between the two, but which ultimately became merely a compromise and, at best, becomes a reality only in the contemplation of the world of beauty and artistic creation. But that would also mean that human beings, on the one hand, have the world of necessity in which they are entangled, and on the other hand, the world of free moral action, and would find nothing else connecting the two but the world of artistic appearance, where—let us say—in sculpture or painting we represent, merely in appearance, that which is indeed taken from natural necessity, but into which we imprint that which is free from natural necessity; we give it, so to speak, the appearance of the free within the necessary.

[ 3 ] Man wird auch nicht eine Brücke schlagen können zwischen dieser Welt der Notwendigkeit und der Welt der Freiheit, ohne den Weg zu finden durch die Geisteswissenschaft. Aber Geisteswissenschaft erfordert zu ihrer völligen Ausbildung wirklich eine Erfüllung des, ich möchte sagen, schon seit vielen Jahrhunderten geltend gemachten Spruches, des Apollo-Spruches der Griechen: «Erkenne dich selbst.» Nun, dieses «Erkenne dich selbst» — womit nicht gemeint ist ein Hineinbrüten in seine Subjektivität, sondern ein Erkennen der ganzen Wesenheit des Menschen, wie der Mensch in der Welt drinnensteht —, dieses Suchen, das ist dasjenige, was eingeführt werden muß in unsere ganze geistige Bewegung gerade durch die Geisteswissenschaft.

[ 3 ] Nor will it be possible to bridge the gap between this world of necessity and the world of freedom without finding the path through spiritual science. But for spiritual science to reach its full development, it truly requires the fulfillment of—I might say—the maxim that has been upheld for many centuries, the Greek maxim of Apollo: “Know thyself.” Now, this “Know thyself”—which does not mean brooding over one’s own subjectivity, but rather recognizing the whole essence of the human being, how the human being stands within the world—this seeking is precisely what must be introduced into our entire spiritual movement through spiritual science.

[ 4 ] Sehen Sie, von diesem Gesichtspunkte aus dürfen wir wirklich sagen — ich will das einleitend jetzt bemerken —, daß der Verlauf, die Entwickelung unserer anthroposophisch orientierten Geistesbewegung in den letzten Tagen einen Anlauf genommen hat, der Geistesbewegung der Menschheit in deutlicher Weise zu zeigen, wie gesucht werden müsse dieses Durchleuchten der heutigen Denkweise, die gewissermaßen den Menschen ganz verloren hat, mit der Menschenerkenntnis. Das war ja etwas, was ganz durchleuchten mußte den eben für Ärzte gehaltenen Kursus, der insofern zu denjenigen Dingen gehört, durch die wir das Geistesleben versuchen mit Menschenerkenntnis zu durchdringen, als eben mit ihm ein erster Versuch gemacht worden ist, in positiver Weise in die Notwendigkeiten, die heute für bestimmte Fachwissenschaften vorliegen, hineinzuleuchten. Und nach außen zeigte sich das durch die Reihe von Vorträgen, die hier von unseren Freunden und von mir gehalten worden sind und in denen gezeigt werden sollte, wie das Verhältnis sich zu gestalten hat der einzelnen Fachwissenschaften zu dem, was sie als Impuls dutch die Geisteswissenschaft erhalten können. Es wäre durchaus wünschenswert, daß ein recht starkes Bewußtsein vorhanden wäre innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung von der Notwendigkeit solcher Unternehmungen. Denn sollen wir gedeihen, so haben wir durchaus nötig, der Außenwelt klarzumachen, sie gewissermaßen zu zwingen zum Verständnis davon, daß hier in keiner Weise der Dilettantismus gefördert werden soll auf irgendeinem Gebiete, sondern daß hier ernste Erkenntnis angestrebt werden muß. Das ist ja dasjenige, was oftmals auch verhindert wird durch die Art, wie aus unseren Kreisen selbst unsere Dinge in die Öffentlichkeit dringen, so daß man von dieser Öffentlichkeit aus dann glaubt — oder auch böswilligerweise es leicht so motivieren kann —, daß hier alles mögliche Sektiererische und aller mögliche Dilettantismus vertreten werde. Immer mehr und mehr muß einfach diese Außenwelt davon überzeugt werden, wie ernst es ist mit dem Streben, das all dem zugrunde liegt, für das dieser Bau hier der Repräsentant ist. Und getragen werden müßten eben im weiteren eigentlich solche Unternehmungen, wie diejenigen waren, die wir nun länger, durch einige Wochen, haben hier ablaufen sehen, von den Kräften der ganzen anthroposophischen Bewegung. Denn dadurch wird der Anfang gemacht mit einer wirklichen Menschenerkenntnis, die die Grundlage bilden muß für alle wahre Geisteskultur. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts ist immer mehr und mehr — ich möchte sagen — filtriert worden, verabstrahiert worden das konkretere Verhältnis, das die Menschen früher zur Welt gehabt haben. Der Mensch wußte allerdings durch atavistische Erkenntnisse viel mehr über sich selbst in alten Zeiten, als er heute weiß. Denn seit der Mitte des 15. Jahrhunderts ist eben über die ganze sogenannte zivilisierte Welt ausgedehnt worden der Intellektualismus. Der Intellektualismus stützt sich nur auf einen kleinen Teil, auf einen ganz kleinen Teil im Wesen des Menschen. Und weil sich dieser Intellektualismus nur auf einen ganz kleinen Teil im Wesen des Menschen stützt, gibt er auch von der Welterkenntnis nur ein abstraktes Netz.

[ 4 ] You see, from this point of view, we can truly say — I want to note this by way of introduction — that the course and development of our anthroposophically oriented spiritual movement has, in recent days, begun to take steps to clearly show humanity’s spiritual movement how this illumination of today’s way of thinking—which, in a sense, has completely lost sight of the human being—must be sought through knowledge of the human being. This was, after all, something that had to thoroughly illuminate the course just held for physicians, which belongs to those endeavors through which we seek to permeate spiritual life with an understanding of the human being, insofar as it represented a first attempt to shed light in a positive way on the necessities facing certain specialized sciences today. And this was evident to the outside world through the series of lectures given here by our friends and by me, in which we sought to show how the relationship between the individual specialized sciences and what they can receive as an impulse through the spiritual sciences should be shaped. It would certainly be desirable for there to be a strong awareness within our spiritual science movement of the necessity of such undertakings. For if we are to flourish, we absolutely must make it clear to the outside world—and, so to speak, compel it to understand—that we are in no way seeking to promote dilettantism in any field, but rather that we must strive for serious knowledge. This is precisely what is often hindered by the way in which our ideas from within our own circles reach the public, so that the public then believes—or, maliciously, can easily be led to believe—that all manner of sectarianism and dilettantism are being promoted here. More and more, the outside world simply must be convinced of the seriousness of the endeavor underlying all of this, of which this building here is the embodiment. And such undertakings—such as those we have now seen taking place here over the past few weeks—should in fact be supported by the forces of the entire anthroposophical movement. For this marks the beginning of a genuine understanding of the human being, which must form the foundation for all true spiritual culture. Since the middle of the 15th century, the more concrete relationship that people once had with the world has, I would say, been increasingly filtered out and abstracted. In ancient times, however, human beings knew far more about themselves through atavistic insights than they do today. For since the middle of the 15th century, intellectualism has spread throughout the entire so-called civilized world. Intellectualism is based on only a small part—a very small part—of human nature. And because this intellectualism is based on only a very small part of human nature, it provides only an abstract framework for understanding the world.

[ 5 ] Was ist denn eigentlich Welterkenntnis geworden im Laufe der letzten Jahrhunderte in der äußeren populären Welt? Welterkenntnis, insofern sie sich bezieht auf das Weltenall, ist geworden mathematisch-mechanische Rechnerei, zu der in der neuesten Zeit noch die Ergebnisse der Spektralanalyse dazugetreten sind, etwas rein Physikalisches, und noch dazu im Physikalischen ein MechanischMathematisches. Der Astronom beobachtet den Gang der Sterne und rechnet; er konstatiert nur diejenigen Kräfte, die eigentlich die Welt, das Weltenall, insofern die Erde drinnen eingespannt ist, als eine große Maschine, als einen großen Mechanismus zeigen. Und wir können sagen, daß diese mechanisch-mathematische Betrachtungsweise dasjenige geworden ist, was einzig und allein heute als wirklich erkenntnismäßig angesehen wird.

[ 5 ] What has actually become of our understanding of the world over the course of the last few centuries in the broader, popular world? Understanding of the world, insofar as it relates to the universe, has become a mathematical-mechanical calculation—to which, in recent times, the results of spectral analysis have been added—something purely physical, and, moreover, within the realm of physics, a mechanical-mathematical phenomenon. The astronomer observes the movements of the stars and calculates; he notes only those forces that actually reveal the world—the universe, insofar as the Earth is embedded within it—as a great machine, as a great mechanism. And we can say that this mechanical-mathematical approach has become the only thing that is regarded today as truly scientific.

[ 6 ] Nun, womit rechnet zunächst alles dasjenige, was seine Offenbarung, seinen Ausdruck findet in dieser mathematisch-mechanischen Konstruktion des Weltenalls? Es rechnet auch mit etwas, was gewissermaßen im Wesen des Menschen begründet ist, aber nur in einem sehr kleinen Stück vom Menschen. Es rechnet zunächst mit den abstrakten drei Raumdimensionen. Mit diesen rechnet der Astronom. Er unterscheidet einfach eine Raumdimension, eine zweite und — wenn ich perspektivisch zeichne — eine dritte senkrecht darauf stehende (Tafel 1, links). Und er faßt einen Stern, der sich bewegt, oder die Lage eines Sternes ins Auge, indem er auf diese drei Raumdimensionen sieht. Der Mensch würde nicht sprechen können über diese drei Raumdimensionen, wenn er sie nicht in seinem eigenen Wesen erlebte. Der Mensch erlebt diese drei Raumdimensionen. Zunächst erlebt er in seinem Lebensgang die vertikale Dimension. Er kriecht als Kind und richtet sich auf. Da erlebt er die vertikale Dimension. Es gäbe nicht die Möglichkeit, von der vertikalen Dimension zu sprechen, wenn der Mensch sie nicht erlebte. Wenn die Leute glauben, der Mensch könne etwas anderes im Weltenall finden, als er in sich selber findet, so geben sie sich starken Illusionen hin. Die Vertikaldimension findet der Mensch nur im Weltenall, weil er sie in sich selbst erlebt.

[ 6 ] Well, what, first of all, does everything that finds its revelation and expression in this mathematical-mechanical construction of the universe take into account? It also takes into account something that is, in a sense, rooted in human nature, but only in a very small part of the human being. It relies, first of all, on the three abstract spatial dimensions. The astronomer relies on these. He simply distinguishes one spatial dimension, a second, and—when I draw in perspective—a third that is perpendicular to them (Plate 1, left). And he takes in a star that is moving, or the position of a star, by looking at these three spatial dimensions. Human beings would not be able to speak of these three spatial dimensions if they did not experience them within their own being. Human beings experience these three spatial dimensions. First, in the course of their lives, they experience the vertical dimension. As a child, they crawl and then stand up. That is when they experience the vertical dimension. It would not be possible to speak of the vertical dimension if human beings did not experience it. If people believe that human beings can find anything in the universe other than what they find within themselves, they are succumbing to powerful illusions. Human beings find the vertical dimension in the universe only because they experience it within themselves.

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[ 7 ] Auch diese Dimension (die horizontale) findet der Mensch nur dadurch, daß er sie in sich selbst erlebt. Strecken Sie im Verhältnis zu der Vertikaldimension Ihre Hände aus, Ihre Arme aus, so erleben Sie die zweite Dimension. Und nehmen Sie dazu dasjenige, was Sie erleben, indem Sie atmen, indem Sie sprechen, also indem Sie die Luft einziehen oder ausatmen, oder indem Sie essen, wo die Speisen in Ihrem Körper von vorne nach rückwärts sich bewegen, so erleben Sie dazu die dritte Dimension. Nur dadurch, daß der Mensch in sich diese drei Dimensionen erlebt, projiziert er sie auch hinein in den äußeren Raum. Es gibt schlechterdings nichts, was der Mensch in der Außenwelt finden kann, ohne daß er es zuerst in sich selber findet. Aber das Eigentümliche ist, daß der Mensch in der abstrahierenden Zeit seit der Mitte des 15. Jahrhunderts diese drei Dimensionen zu einem Gleichartigen gemacht hat. Das heißt, er hat die konkreten Unterschiede einfach weggelassen. Er hat weggelassen dasjenige, was die drei Raumdimensionen für ihn zu etwas Verschiedenem macht. Er müßte eigentlich, wenn er sein eigenes Menschenerlebnis gäbe, sagen: meine Aufrechte, meine Wirkende, meine Umfassende oder meine Ausstreckende. Er müßte einen Unterschied zwischen diesen drei Raumdimensionen annehmen. Würde der Mensch aber einen Unterschied zwischen diesen drei Raumdimensionen annehmen, dann würde er auch nicht mehr das astronomische Weltbild in einer solchen Weise abstrakt fassen können, wie er es faßt. Denn dann würde er auf ein nicht so rein intellektualistisches Weltbild kommen. Er würde aber in konkreter Weise erleben müssen, wie er sich in bezug auf diese drei Dimensionen zur Welt verhält. Das erlebt er heute nicht. Er erlebt heute nicht das Sich- Aufrichten, das In-derVertikale-Sein. Daher weiß er auch nicht, daß er in dieser Vertikale aus dem Grunde ist, weil er sich mit der Erde in einer bestimmten Richtung bewegt, welche diese Vertikale einhält (Tafel 2, Mitte oben. Erde mit vertikalem Strich). Und der Mensch weiß auch nicht, daß er auch seine Atembewegung, seine Verdauungs-, Eßbewegung und noch andere Bewegungen, welche in derselben Richtung verlaufen, in einer gewissen Richtung macht, durch die sich die Erde wiederum in einer gewissen Linie bewegt (die vorige Zeichnung wird durch die schwingende Linie ergänzt). All dieses Einhalten von gewissen Richtungen ist ein Sich-Hineinfügen in Bewegungen des Weltenalls. Von diesem konkreten Verstehen der Dimensionen sieht der Mensch heute ganz ab. Daher kann er sich auch nicht einordnen in den Weltenprozeß; daher weiß er auch nicht, wie er in diesem Weltenprozeß drinnensteht, wie er gewissermaßen ein Glied in diesem Weltenptrozesse ist. Es wird immer mehr und mehr dazu kommen müssen, daß Schritte gemacht werden, durch die der Mensch eine gewisse Menschenerkenntnis, eine gewisse Selbsterkenntnis bekommt von seiner Einordnung in das Weltenall.

[ 7 ] People can also discover this dimension (the horizontal one) only by experiencing it within themselves. If you extend your hands and arms in relation to the vertical dimension, you will experience the second dimension. And if you add to this what you experience when you breathe, when you speak—that is, when you inhale or exhale air—or when you eat, as the food moves from front to back within your body, you experience the third dimension as well. It is only by experiencing these three dimensions within themselves that human beings project them into external space. There is absolutely nothing that a person can find in the external world without first finding it within themselves. But the peculiar thing is that, in the age of abstraction since the mid-15th century, people have reduced these three dimensions to a single, uniform entity. That is to say, they have simply omitted the concrete differences. They have omitted what makes the three spatial dimensions distinct for them. If they were to give expression to their own human experience, they would actually have to say: my vertical dimension, my active dimension, my encompassing dimension, or my extending dimension. They would have to acknowledge a distinction between these three spatial dimensions. But if a person were to acknowledge a difference between these three spatial dimensions, then he would no longer be able to conceive of the astronomical worldview in such an abstract way as he does. For then he would arrive at a worldview that is not so purely intellectualistic. Instead, he would have to experience in a concrete way how he relates to the world with regard to these three dimensions. He does not experience this today. Today he does not experience the act of standing upright, of being in the vertical. Therefore, he also does not know that he is in this vertical plane fundamentally because he moves with the Earth in a certain direction that maintains this vertical (Plate 2, center top. Earth with a vertical line). Nor does the human being realize that his breathing, his digestive and eating movements, and other movements that proceed in the same direction, all occur in a certain direction through which the Earth, in turn, moves along a certain line (the previous drawing is supplemented by the wavy line). All this alignment with certain directions is a process of integrating oneself into the movements of the universe. Today, human beings completely disregard this concrete understanding of the dimensions. Consequently, they cannot place themselves within the cosmic process; consequently, they also do not know how they are situated within this cosmic process, how they are, so to speak, a link in this cosmic process. It will become increasingly necessary to take steps through which human beings gain a certain understanding of humanity—a certain self-knowledge—regarding their place within the universe.

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[ 8 ] Nun sind zunächst die drei Raumdimensionen wirklich schon so abstrakt geworden für den Menschen, daß er sich außerordentlich schwer erziehen kann zu fühlen, wie er gewisse Bewegungen der Erde und des ganzen Planetensystems mitmacht, indem er in diesen drei Raumdimensionen etwas zu tun hat. Aber geisteswissenschaftliche Denkweise, sie kann ausgedehnt werden auf Menschenerkenntnis, wenn zunächst wenigstens ein Ersatz gesucht wird für dieses schwer zu erringende Verständnis der drei Raumdimensionen. Und wir können schon leichter uns zu dieser Raumerkenntnis des Menschen aufschwingen, wenn wir nun nicht die drei Raumlinien, die aufeinander senkrecht stehen, ins Auge fassen, sondern wenn wir drei Raumebenen betrachten. Da bitte ich Sie, nur zunächst einmal folgendes zu betrachten: Sie werden leicht einsehen können, daß Ihre Symmetrie etwas zu tun hat mit Ihrem Denken, wenn Sie darauf achten, daß Sie eine elementar naturgegebene Gebärde machen, wenn Sie das urteilende Denken gebärdenhaft ausdrücken wollen. Sie fahren, indem Sie sich geradezu den Finger auf die Nase legen, durch diese vertikale Symmetrieebene, die Sie in einen linken und in einen rechten Menschen zerschneidet (Tafel 2, rechts). Diese Ebene, die mittendurch geht durch Ihre Nase, durch Ihren Körper, und die Symmetrieebene darstellen soll, ist dasjenige, dessen Sie sich bewußt werden können als etwas, das zu tun hat mit allem Unterscheiden in Ihnen, allem unterscheidenden Denken, unterscheidenden Urteilen. Es ist möglich, ausgehend von dieser elementaren Geste, sich tatsächlich ein Bewußtsein davon zu verschaffen, daß man als Mensch in allen seinen Verrichtungen mit dieser Ebene etwas zu tun hat.

[ 8 ] Now, to begin with, the three spatial dimensions have indeed become so abstract for human beings that it is extremely difficult for them to train themselves to feel how they participate in certain movements of the Earth and the entire planetary system by being active within these three spatial dimensions. But the way of thinking in the spiritual sciences can be extended to human understanding if, at least initially, a substitute is sought for this difficult-to-attain understanding of the three spatial dimensions. And we can more easily rise to this spatial understanding of the human being if, instead of focusing on the three spatial lines that are perpendicular to one another, we consider three spatial planes. Here I ask you to consider the following, at least for now: You will easily see that your symmetry has something to do with your thinking if you pay attention to the fact that you make an elementary, naturally given gesture when you want to express judgmental thinking through gesture. By placing your finger directly on your nose, you pass through this vertical plane of symmetry, which divides you into a “left” and a “right” person (Plate 2, right). This plane, which runs straight through your nose and through your body and is meant to represent the plane of symmetry, is the one you can become aware of as something related to all the distinguishing that takes place within you—all distinguishing thought and all distinguishing judgments. Starting from this elementary gesture, it is possible to actually become aware that, as a human being, one has something to do with this plane in all one’s activities.

[ 9 ] Nehmen Sie nur einmal die Funktion Ihres Sehens. Sie sehen mit zwei Augen. Sie sehen mit zwei Augen so, daß Sie dasjenige, was die beiden Augen machen, hier zur Kreuzung bringen (Tafel 2, links). Einen Punkt, der hier ist, Sie sehen ihn von links und von rechts, aber Sie sehen ihn nur einmal, weil die Sehlinien, die Visierlinien sich schneiden, und sie schneiden sich so, daß sie sich in der Ebene, die ich hier gezeichnet habe, schneiden. Unsere menschliche Tätigkeit ist vielfach so angeordnet, daß das Verstehen, das Auffassen mit dieser Ebene etwas zu tun hat.

[ 9 ] Consider, for a moment, how your vision works. You see with two eyes. You see with two eyes in such a way that what the two eyes do converges here (Figure 2, left). A point located here—you see it from the left and from the right—but you see it only once, because the lines of sight intersect, and they intersect in such a way that they meet in the plane I have drawn here. Much of our human activity is organized in such a way that understanding and perception have something to do with this plane.

[ 10 ] Wir können dann hinsehen auf eine andere Ebene, welche etwa gehen würde mitten durch unser Herz, und welche trennen würde den Menschen rückwärts von dem Menschen vorne. Der Mensch vorne ist physiognomisch gegliedert. Er ist der Ausdruck seines seelischen Wesens. Diese physiognomisch-seelische Gliederung des Menschen ist durch eine Ebene, die auf der ersten Ebene senkrecht steht, von der hinteren Gliederung getrennt (vorige Zeichnung, zweite vertikale Ebene). Wie unser rechter und linker Mensch durch eine Ebene getrennt sind, so sind unser vorderer und rückwärtiger Mensch durch eine Ebene getrennt. Sie brauchen ja nur die Arme, die Hände auszustrecken und den physiognomischen Teil der Hände — im Gegensatz zu dem, was bloß der organische Teil ist — nach vorne zu richten, den organischen Teil nach rückwärts, so können Sie dann durch die Hauptpunkte, die Hauptlinien, die dadurch entstehen, eine Ebene legen, und bekommen diese Ebene, die ich hier meine. — Ebenso können Sie eine dritte Ebene legen, welche alles dasjenige, was nach oben sich gliedert als Kopf und Antlitz, von dem abgrenzen würde, was nach unten sich gliedert in Rumpf und Gliedmaßen. So würden Sie bekommen eine dritte Ebene, die wiederum auf den beiden andern senkrecht steht, die horizontal ist und die etwa durchgehen würde ganz durch Ihre Arme, wenn Sie die Arme so halten (seitlich ausgestreckt, die Handflächen nach unten). Ihre Hände würden dann in diese Ebene fallen.

[ 10 ] We can then look at another plane that would run roughly through the center of our heart and that would separate the person at the back from the person at the front. The person at the front is structured physiognomically. He is the expression of his soul being. This physiognomic-soul structure of the human being is separated from the rear structure by a plane that is perpendicular to the first plane (previous drawing, second vertical plane). Just as our right and left selves are separated by a plane, so too are our front and rear selves separated by a plane. All you need to do is extend your arms and hands and direct the physiognomic part of the hands—as opposed to what is merely the organic part—forward, and the organic part backward; then, through the main points and main lines that result, you can establish a plane, and you will obtain this plane that I am referring to here. — Similarly, you can establish a third plane that would separate everything above—the head and face—from everything below—the torso and limbs. This would give you a third plane that is perpendicular to the other two, is horizontal, and would run roughly all the way through your arms if you held them like this (extended to the sides, palms facing down). Your hands would then lie within this plane.

[ 11 ] Man kann sich ein Gefühl von diesen drei Ebenen erwerben. Wie man sich ein Gefühl erwirbt von der ersten Ebene, das habe ich schon gesagt. Sie ist zu fühlen als die Ebene des unterscheidenden Denkens. Die zweite Ebene, welche den Menschen in ein Vorderes und Rückwärtiges trennt, sie würde diejenige Ebene sein, welche geradezu auf dasjenige hinweist, wodurch der Mensch Mensch ist. Denn nicht in derselben Weise könnten Sie diese Ebene in ein Tier hineinzeichnen. Die Symmetrie-Ebene können Sie in das Tier hineinzeichnen, die andere vertikale Ebene nicht. Diese zweite vertikale Ebene, die würde zusammenhängen mit alledem, was menschliches Wollen ist. Und die dritte, die darauf senkrechte horizontale Ebene würde zusammenhängen mit alledem, was menschliches Fühlen ist. Versuchen Sie nur einmal wiederum aus den elementaren Gesten sich eine Anschauung von diesen Dingen zu verschaffen. Sie werden sehen, daß man das kann, daß man in der Lage ist, so etwas zu machen. Schließlich nähert sich alles dasjenige, worinnen der Mensch sein Fühlen zum Ausdrucke bringt, sei es ein grüßendes Fühlen, ein dankendes Fühlen oder sonstiges Mitfühlen, in einer gewissen Weise der Horizontalebene.

[ 11 ] One can develop a sense of these three levels. I have already explained how to develop a sense of the first level. It can be understood as the level of discriminating thought. The second level, which divides the human being into a front and a back, would be the very level that points directly to what makes a human being human. For you could not draw this level onto an animal in the same way. You can draw the plane of symmetry onto an animal, but not the other vertical plane. This second vertical plane is connected to everything that constitutes human volition. And the third, the horizontal plane perpendicular to it, is connected to everything that constitutes human feeling. Just try once again to gain a sense of these things from the elementary gestures. You will see that this is possible, that you are capable of doing something like this. After all, everything in which a person expresses their feelings—whether it be a feeling of greeting, a feeling of gratitude, or any other form of empathy—approaches the horizontal plane in a certain way.

[ 12 ] Ebenso können Sie sehen, daß Sie in einer gewissen Weise immer das Wollen werden in Zusammenhang bringen müssen mit der angegebenen Vertikalebene. Es ist möglich, sich anzuerziehen ein Gefühl für diese drei Ebenen. Wenn der Mensch nun ein Gefühl für diese drei Ebenen bekommt, dann wird er genötigt sein, das Weltenall ebenso im Sinne dieser drei Ebenen aufzufassen, wie er, wenn er nur in abstrakter Weise die drei Raumdimensionen auffaßt, in mechanisch-mathematischer Weise galileisch oder kopernikanisch das Weltenall in seinen Bewegungen und Stellungen berechnet. Nur werden ihm dann konkrete Verhältnisse hineinkommen in dieses Weltenall. Er wird nicht mehr bloß nach den drei Raumdimensionen rechnen, sondern er wird aufmerksam darauf werden, daß da in ihm selbst, indem er die drei Ebenen fühlen lernt, zwischen rechts und links ein Unterschied ist, zwischen oben und unten ein Unterschied ist, zwischen vorne und hinten ein Unterschied ist. Für das Mathematische ist es gleichgültig, ob etwas ein Stückchen weiter nach rechts oder nach links, nach vorne oder rückwärts ist. Wenn wir bloß messen, so messen wir von unten nach oben, messen von rechts nach links, von vorne nach rückwärts. Ob drei Meter in dieser oder jener Lage gelegen sind, es sind drei Meter. Höchstens unterscheiden wit, damit wir zur Bewegung übergehen können, eben die aufeinander senkrecht stehenden Dimensionen. Das tun wir aber auch nur, weil wir eben beim bloßen Messen nicht stehenbleiben können, denn es würde uns dann die Welt in eine gerade Linie ausschrumpfen. Lernen wir aber, konkret Denken, Fühlen, Wollen in diesen drei Ebenen zu charakterisieren, und lernen wir uns selbst hineinzustellen als seelisch-geistige Wesen mit unserm Denken, Fühlen und Wollen in den Raum, dann lernen wir — ebenso, wie wir als Stück vom Menschen die drei Dimensionen anzuwenden lernten auf die Astronomie — auch diese Gliederung des Menschen anzuwenden auf die Astronomie. Und wir bekommen dann die Möglichkeit, wenn wir hier — wir könnten ebensogut ein anderes Schema zugrunde legen —, wenn wir hier Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Merkur, Venus, Mond, dann Erde haben (Tafel 1, Mitte), die Sonne nach ihrer äußeren Offenbarung wie etwas Scheidendes, etwas Trennendes anzusehen. Und wir werden durch die Sonne uns eine Ebene gelegt denken müssen (die Horizontale wird gezeichnet) und werden dann nicht mehr bloß dimensional ansehen dasjenige, was über der Ebene ist und was darunter ist, sondern wir werden diese Ebene als etwas Trennendes ansehen und werden nun unterscheiden das Obere und das Untere. Wir werden also nicht mehr nur sagen, der Mars ist so und so viele Meilen, die Venus so und so viele Meilen von der Sonne entfernt, denn wir werden die Menschenerkenntnis auf die Welterkenntnis anzuwenden lernen und wir werden uns sagen: Geradeso, wie es nicht einfach mit den Dimensionen abgetan ist, wenn ich sage, der menschliche Kopf oder die Nase ist von der horizontalen Ebene, die ich als die Ebene des Fühlens bezeichnet habe, so weit entfernt, das Herz ist so weit entfernt, sondern ich das Entferntsein nach unten und nach oben mit der Gestaltung, mit der Bildung in einen Zusammenhang bringen werde; ebenso wenig werde ich dann bloß sagen: Mars und Merkur — der eine ist so weit, der andere so weit von der Sonne entfernt, sondern ich werde wissen, daß, wenn ich die Sonne als etwas Trennendes betrachte, der Mars nach oben eine andere Natur als der Merkur nach unten haben muß. Und ich werde jetzt auch legen können, sagen wir, eine solche Ebene, die darauf senkrecht steht, durch die Sonne (die Vertikale wird gezeichnet). Dann wird der Jupiter oder der Mars sich einmal so bewegen, daß er rechts von dieser Ebene steht (r), und er wird sich herüberbewegen und so stehen, daß er links von der Ebene steht (l). Gehe ich bloß abstrakt nach den Dimensionen vor, so ist er einmal rechts, einmal links so und so viele Meilen von der Ebene entfernt. Konkretisiere ich in den Weltenraum hinein, wie ich in mich selber als Mensch hinein konkretisieren muß, dann ist es mir nicht gleichgültig, ob der Planet einmal rechts, einmal links steht, sondern ich werde sagen, da ist ein Unterschied, ob er rechts oder links steht, wie etwa zwischen einem rechten und einem linken Organ. Es ist nicht genügend, daß ich sage, die Leber im Menschen ist so und so viele Zentimeter von der Symmetrieebene rechts, der Magen so und so viele Zentimeter links, sondern die beiden sind verschieden in ihrer Gestaltung dadurch, daß das eine Organ rechts, das andere links ist. Hier ist es so, daß der Jupiter etwas anderes wird, wenn er rechts steht, etwas anderes, wenn er links steht, rein für den Augenschein.

[ 12 ] Similarly, you can see that, in a certain sense, you must always relate volition to the specified vertical plane. It is possible to develop a sense of these three planes. Once a person develops a sense of these three planes, he will be compelled to conceive of the universe in terms of these three planes, just as he—when he conceives of the three spatial dimensions only in an abstract way—calculates the universe’s movements and positions in a mechanical-mathematical manner, whether Galilean or Copernican. But then concrete relationships will enter into this universe for them. They will no longer calculate merely according to the three spatial dimensions, but will become aware that within themselves—as they learn to sense the three planes—there is a difference between right and left, a difference between up and down, and a difference between front and back. From a mathematical standpoint, it makes no difference whether something is a little further to the right or to the left, forward or backward. When we merely measure, we measure from bottom to top, from right to left, and from front to back. Whether three meters are located in this or that position, they are still three meters. At most, we distinguish between the dimensions that are perpendicular to one another so that we can move on to motion. But we do this only because we cannot stop at mere measurement; otherwise, the world would shrink down to a straight line for us. But if we learn to characterize concrete thinking, feeling, and willing within these three planes, and if we learn to place ourselves—as soul-spiritual beings with our thinking, feeling, and willing—into space, then we will learn—just as we learned to apply the three dimensions to astronomy as part of our understanding of the human being—to apply this structure of the human being to astronomy as well. And we will then have the opportunity—if we take Saturn, Jupiter, Mars, the Sun, Mercury, Venus, the Moon, and then the Earth here (Plate 1, center)—to view the Sun, based on its outward manifestation, as something that divides, something that separates. And we will have to imagine a plane established by the Sun (the horizontal line is drawn) and will then no longer view what is above the plane and what is below it merely in terms of distance, but we will regard this plane as something that separates, and will now distinguish between the upper and the lower. So we will no longer simply say that Mars is so many miles away from the Sun, or Venus so many miles away, for we will learn to apply human understanding to our understanding of the world, and we will say to ourselves: Just as it is not simply a matter of dimensions when I say that the human head or nose is this far from the horizontal plane—which I have called the plane of feeling—and the heart is that far away, but rather I will relate this distance—both downward and upward—to form and structure; so too will I no longer merely say: Mars and Mercury—one is this far, the other that far from the Sun—but I will know that, if I regard the Sun as something that separates, Mars above must have a different nature than Mercury below. And I will now also be able to draw, let’s say, a plane perpendicular to it, passing through the Sun (the vertical line is drawn). Then Jupiter or Mars will move in such a way that it is to the right of this plane (r), and it will move across to stand to the left of the plane (l). If I proceed purely abstractly according to the dimensions, it is sometimes to the right, sometimes to the left, so many miles away from the plane. If I concretize this in outer space—just as I must concretize it within myself as a human being—then it is not indifferent to me whether the planet is sometimes on the right and sometimes on the left; rather, I will say that there is a difference between whether it is on the right or on the left, much like the difference between a right-sided and a left-sided organ. It is not enough for me to say that the human liver is so many centimeters to the right of the plane of symmetry and the stomach so many centimeters to the left; rather, the two differ in their structure precisely because one organ is on the right and the other on the left. Here, Jupiter becomes something different when it is on the right and something different when it is on the left—purely to the eye.

[ 13 ] Ebenso könnte ich eine dritte Ebene legen, und ich müßte wiederum meine Beurteilung einrichten nach dem, wie das ist. Aber ich würde zu gleicher Zeit, wenn ich nun meine Menschenerkenntnis ausdehnte auf das Weltenall, genötigt sein, alles dasjenige, was sich auf die eine Ebene bezieht, in ähnlicher Art zu betrachten, wie ich das menschliche Denken betrachte; was sich auf die zweite Ebene bezieht, in ähnlicher Weise zu betrachten wie das menschliche Fühlen; die dritte Ebene zu betrachten wie das menschliche Wollen.

[ 13 ] Similarly, I could introduce a third level, and I would again have to base my judgment on how that level is. But at the same time, if I were to extend my understanding of humanity to the entire universe, I would be compelled to view everything pertaining to the first level in a manner similar to how I view human thought; to view everything pertaining to the second level in a manner similar to how I view human feeling; and to view the third level in a manner similar to how I view human volition.

[ 14 ] Ich wollte Ihnen damit nur zeigen, daß für diese neueste Weltanschauung ein letzter Rest geblieben ist von äußerster Abstraktion: drei gleichgültig aufeinander senkrecht stehende Linien, auf die man Stellungen und Bewegungen der Sterne bezieht, und nach diesen Stellungen und Bewegungen der Sterne Berechnungen macht des Weltenalls wie eines Mechanismus. Man bezieht nur dieses ezze, den ganz abstrakten Raum mit seinen Punktverhältnissen, auf das Weltenall in der galileischen astronomischen Anschauung. Man kann das ausdehnen auf eine stärkere Menschenerkenntnis. Man kann sagen: Der Mensch ist ein Wesen — denkend, fühlend, wollend. Als äußerlich räumliches Wesen hat sein Denken etwas zu tun mit einer Ebene, sein Wollen mit einer darauf senkrecht stehenden Ebene, sein Fühlen wiederum mit einer darauf senkrecht stehenden Ebene. Dies muß sich auch beziehen auf die äußere Welt. Eigentlich richtig wissen tut ja der Mensch seit der Mitte des 15. Jahrhunderts überhaupt gar nichts anderes, als daß er nach den drei abstrakten Dimensionen ausgedehnt ist. Das andere sind ja bloß Wissensnotizen, das andere ist bloß aufgesammeltes Beobachtungsmaterial. Es muß wiederum errungen werden eine wirkliche Menschenerkenntnis, dann wird auf dem Umwege durch die Menschenerkenntnis auch eine Welterkenntnis errungen werden. Und dann wird man verstehen lernen, wie Notwendigkeit und Freiheit zusammenhängen können, wie sie beide im Menschen Platz haben können, indem der Mensch aus der Welt heraus geboren ist. Denn natürlich, wenn man nur diesen letzten Rest menschlichen Wesens, die drei aufeinander senkrecht stehenden Dimensionen, nimmt und als dasjenige auffaßt, was man noch begreifen will, dann erscheint einem auch das Weltenall ungeheuer arm, unendlich arm. Und unendlich arm ist unsere heutige astronomische Weltanschauung. Aber sie wird nicht reicher werden, wenn wir nicht erst zu einer wirklichen Menschenerkenntnis vordringen, wenn wir nicht erst lernen, in den Menschen wirklich hineinzuschauen.

[ 14 ] I merely wanted to show you that this latest worldview retains a final remnant of the utmost abstraction: three lines standing perpendicular to one another in any order, to which the positions and movements of the stars are related, and based on these positions and movements of the stars, calculations are made of the universe as if it were a mechanism. In the Galilean astronomical view, one relates only this “ezze”—this entirely abstract space with its point relationships—to the universe. One can extend this to a deeper understanding of human nature. One can say: Human beings are beings—thinking, feeling, willing. As outwardly spatial beings, their thinking has something to do with one plane, their willing with a plane perpendicular to it, and their feeling, in turn, with a plane perpendicular to that one. This must also relate to the external world. In fact, since the mid-15th century, human beings have known nothing else at all except that they extend across the three abstract dimensions. The rest is merely notes of knowledge; the rest is merely collected observational material. A true understanding of the human being must be regained; then, by way of this understanding of the human being, an understanding of the world will also be attained. And then we will learn to understand how necessity and freedom can be connected, how both can find a place within the human being, in that the human being is born out of the world. For, of course, if one takes only this last remnant of human nature—the three mutually perpendicular dimensions—and regards it as the very thing one still wishes to comprehend, then the entire universe also appears to us as immensely poor, infinitely poor. And our current astronomical worldview is infinitely poor. But it will not become richer unless we first advance to a true understanding of the human being, unless we first learn to truly look into the human being.

[ 15 ] Das hängt zusammen mit gewissen Dingen, die ich vorgestern hier im öffentlichen Vortrage vorgebracht habe, das hängt damit zusammen, daß anthroposophisch orientierte Weltanschauung gerade in das wirkliche Geist-Erkennen das Materielle hineinführt. Stehen denn nicht solche Dinge wie Denken, Fühlen und Wollen wie furchtbar kahle Abstraktionen heute vor der menschlichen Erkenntnis? Die Menschen prüfen sich nur nicht genügend. Die Menschen fragen sich eigentlich gar nicht, was sie in dem haben, wofür sie Worte anwenden. Daher ist ja so vieles zur Phrase geworden. Es sollte jemand wirklich nur sich gewissenhaft fragen, wenn er das Wort Denken ausspricht, ob er denn wirklich klar sich etwas dabei vorstellt, gar nicht zu reden von Fühlen und Wollen. Aber bedenken Sie, wie das phrasenhafte Sich-Ergehen in Worten in Anschauung übergeht, wenn man wirklich zum Bilde zurückkehrt. Wenn man auch nur das eine Bild hat für das Denken, daß man sich an die Nase greift — man braucht es ja nicht immer zu tun, aber man weiß, daß diese Bewegung immer in der Situation ausgeführt werden will, wenn wit denken sollen; oder wir deuten auch auf unser Kinn, wenn wir aufpassen sollen —, also, wir greifen gerade in diese Ebene hinein, weil wir da auch urteilen wollen über dasjenige, dem wir zuhören. Wir teilen gewissermaßen unseren Organismus in eine linke und rechte Hälfte, weil wir immer mit dem linken Sinnesorgan eigentlich etwas anderes verrichten als mit dem rechten. Wie Sie mit dem linken Sinnesorgan etwas anderes verrichten als mit dem rechten, das können Sie ja daran ermessen, daß Sie eigentlich immer mit dem linken Sinnesorgan etwas tun, was auch im Denken wie ein Befühlen des Gegenstandes ist. Mit dem rechten Sinnesorgan befühlen Sie gewissermaßen wiederum Ihr Befühlen. Dadurch wird es erst Ihr Eigentum. Sie würden ja niemals zu der Ich-Vorstellung kommen können, wenn Sie nicht dasjenige, was Sie links erleben, wiederum wahrnehmen könnten mit dem, was Sie rechts erleben. Indem Sie einfach Ihre Hände übereinanderlegen, ist das ein Bild des Ich-Vorstellens. Das muß gesagt werden, daß der Mensch, indem er von dem bloßen Leben in Phrase übergeht zur Anschaulichkeit, daß er dadurch innerlich reicher wird, dadurch auch die Möglichkeit gewinnt, das Weltenall reicher vorzustellen.

[ 15 ] This is connected to certain points I raised here the day before yesterday in a public lecture; it is connected to the fact that an anthroposophically oriented worldview leads the material realm directly into true spiritual knowledge. Do not things like thinking, feeling, and willing appear today as terribly barren abstractions to human understanding? People simply do not examine themselves closely enough. People do not actually ask themselves what they mean by the words they use. That is why so much has become mere phraseology. One should really ask oneself conscientiously, when uttering the word “thinking,” whether one actually has a clear mental image of what it means—not to mention “feeling” and “willing.” But consider how this phraseological use of words gives way to a concrete vision when one truly returns to the image. Even if we have just this one image for thinking—reaching for our nose—we don’t always have to do it, but we know that this movement always wants to be performed in the situation when we are supposed to think; or we also point to our chin when we are supposed to pay attention—so, we reach right into this plane because we also want to judge there what we are listening to. We divide our organism, so to speak, into a left and a right half, because we always do something different with the left sensory organ than with the right. You can gauge how you do something different with the left sensory organ than with the right by the fact that you actually always do something with the left sensory organ that, even in thinking, is like a feeling of the object. With the right sensory organ, you, so to speak, sense your own sensing. Only then does it become your own. You would never be able to arrive at the concept of the “I” if you could not perceive what you experience on the left through what you experience on the right. Simply placing your hands one on top of the other is an image of the concept of the “I.” It must be said that when a person moves from mere verbal expression of life to vivid imagery, they thereby become richer inwardly and also gain the ability to imagine the universe in a richer way.

[ 16 ] Dadurch, daß dieser Weg angetreten wird, wird wiederum Leben hineinkommen in dieses Weltenall und in uns als Menschen das Gefühl von der Teilnahme an dem Leben des Weltenalls. Dann wird es wieder einen Sinn bekommen, das Weltenall mit dem Menschen zu verbinden, eine Brücke zu schlagen vom Weltenall zum Menschen hin. Wenn diese Brücke geschlagen wird, dann kann erst eingesehen werden, ob denn nun wirklich für alles, was im Menschen vorliegt, eine naturnotwendige Impulsation im Weltenall vorliegt; ob das Weltenall uns durch und durch determiniert oder ob es uns in einer gewissen Weise frei läßt. Solange wir nur in Abstraktionen leben, so lange können wir unmöglich irgendeine Brücke schlagen zwischen dem Moralischen und dem Naturgemäßen. Wir müssen uns erst fragen können: Wie weit reicht im Weltenall das Naturgemäße und wo tritt im Weltenall etwas auf, das wir nicht unter den Gesichtspunkt des Naturgemäßen bringen können? Dann kommen wir zu einer Beziehung, die auch für den Menschen eine Bedeutung hat, zwischen dem Naturgemäßen und dem Freien, dem Moralischen. Auf diese Weise werden Sie lernen, wiederum einen Sinn mit den Worten zu verknüpfen: Mars ist ein sonnenferner, Venus ein sonnennaher Planet. — Damit, daß Sie einfach in abstrakten Zahlen die Entfernungen angeben, haben Sie ja gar nichts gesagt, oder wenigstens sehr wenig gesagt. Denn alles dasjenige, was in dieser Weise — und im Grunde wird ja alles, was die heutige Astronomie angeht, in dieser Weise angegeben —, alles, was in dieser Weise nur bestimmt wird, das ist gerade so bestimmt, wie wenn Sie sagen, Sie sehen einmal auf jene Linie, welche durchgeht durch die beiden Arme und Hände des Menschen, und sprechen dann von einem Organ, das zweieinhalb Dezimeter entfernt ist von dieser Linie. Ja, aber das eine Organ, das von dieser Linie (Tafel 2, Mitte unten) entfernt ist, das kann nach unten entfernt sein, das andere Organ kann nach oben entfernt sein. Es ist nicht nur das wichtig, daß diese Organe so und so weit entfernt sind, sondern es macht etwas aus, daß das eine Organ nach oben so weit entfernt ist, und das andere Organ nach unten. Wenn es keinen Unterschied gäbe zwischen dem Oben und Unten, dann wäre kein Unterschied zwischen Ihrer Nase und Ihrem Magen oder zwischen Ihren Augen und Ihrem Magen. Das Auge ist nur dadurch Auge, daß es oberhalb dieser Linie liegt, der Magen nur dadurch Magen, daß er unterhalb dieser Linie liegt. Das innere Wesen wird bedingt von dieser Stellung.

[ 16 ] By embarking on this path, life will once again flow into the universe, and we as human beings will experience a sense of participation in the life of the universe. Then it will once again make sense to connect the universe with humanity, to build a bridge from the universe to humanity. Only when this bridge is built can we begin to understand whether there truly is a naturally necessary impulse in the universe for everything that exists within human beings; whether the universe determines us through and through, or whether it leaves us free in a certain way. As long as we live only in abstractions, it is impossible for us to build any bridge between the moral and the natural. We must first be able to ask ourselves: How far does the natural extend in the universe, and where does something occur in the universe that we cannot subsume under the concept of the natural? Then we arrive at a relationship—one that is also significant for human beings—between the natural and the free, the moral. In this way, you will learn once again to associate meaning with the words: Mars is a planet far from the Sun, Venus a planet close to the Sun. — By simply stating the distances in abstract numbers, you have said nothing at all, or at least very little. For everything that is described in this way—and, after all, everything in modern astronomy is described in this way—everything that is merely defined in this way is defined in exactly the same way as if you were to look at the line that runs through a person’s two arms and hands and then speak of an organ that is two and a half decimeters away from that line. Yes, but the one organ that is located at a distance from this line (Plate 2, center bottom) may be located downward from it, while the other organ may be located upward from it. It is not merely important that these organs are located at such-and-such a distance, but it makes a difference that one organ is located so far upward and the other so far downward. If there were no difference between above and below, then there would be no difference between your nose and your stomach or between your eyes and your stomach. The eye is an eye only because it lies above this line; the stomach is a stomach only because it lies below this line. The inner nature is determined by this position.

[ 17 ] Und so wird auch das innere Wesen des Mars bedingt von seiner Stellung außerhalb der Sonnenbahn und das Wesen der Venus von ihrer Stellung innerhalb der Sonnenbahn. Und wer nicht begreift, welcher innere wesenhafte Unterschied zwischen einem Organ des menschlichen Kopfes und einem Organ des menschlichen Rumpfes ist, von denen das eine über, das andere unterhalb dieser Ebene liegt, für den geht auch nicht eine Erkenntnis davon auf, daß wesensverschieden sind Mars und Venus oder Mars und Merkur. Die Möglichkeit, das Weltenall organisiert zu denken, hängt davon ab, daß wir est dasjenige, worin uns die Hieroglyphe des Organisierens vor Augen gestellt ist, zu lesen verstehen. Wir müssen lernen, den Menschen als eine Hieroglyphe des Weltenalls aufzufassen, denn der Mensch gibt uns die Gelegenheit, aus der Nähe zu sehen, wie die wesenhafte Verschiedenheit ist des Oben und Unten von etwas, des Rechts und Links von etwas, des Vorne und Hinten von etwas. Und am Menschen müssen wir das lernen. Dann werden wir das auch im Weltenall finden.

[ 17 ] And so, too, the inner nature of Mars is determined by its position outside the Sun’s orbit, and the nature of Venus by its position within the Sun’s orbit. And anyone who does not understand the intrinsic difference between an organ of the human head and an organ of the human torso—one of which lies above and the other below this level—will also fail to grasp that Mars and Venus, or Mars and Mercury, are fundamentally different in nature. The ability to conceive of the universe as organized depends on our ability to read that in which the hieroglyph of organization is presented before our eyes. We must learn to view the human being as a hieroglyph of the universe, for the human being gives us the opportunity to see up close what the essential difference is between the top and bottom of something, the right and left of something, the front and back of something. And we must learn this from the human being. Then we will also find it in the universe.

[ 18 ] Weil die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung eigentlich ein Weltbild gibt mit Ausschluß des Menschen — den Menschen erkennt sie ja nur an als höchstes der Tiere, das heißt, als eine Abstraktion —, weil in dieser Weltanschauung der Mensch gar nicht drinnen ist, erscheint dieser Weltanschauung alles dasjenige, was Universum ist, bloß in einem mathematischen Bilde. In diesem mathematischen Bilde wird niemals der universelle Ursprung der Freiheit und des Moralischen erkannt werden können. Das aber ist das Allerwichtigste der Gegenwart, daß wir lernen können wissenschaftlich zu durchschauen den Zusammenhang des Moralischen mit dem Naturnotwendigen, so daß diese zwei nicht weiter auseinanderfallen. Und ich habe heute versucht, Ihnen in etwas subtilen Begriffen etwas vor die Seele zu führen, was Ihnen, ich möchte sagen intim einen Weg weisen kann, wie Menschenerkenntnis zu erwerben ist und von der Menschenerkenntnis aus wiederum Welterkenntnis. Sehen Sie, den Ärzten konnte ich zeigen in einer streng wissenschaftlichen Weise, wie dieser Weg für Medizin, Physiologie und Biologie gesucht werden muß. Hier müssen wir sehen, wie er für eine allgemeine menschliche Weltanschauung, die wir brauchen zu unserem neuzeitlichen sozialen Leben, gesucht werden muß.

[ 18 ] Because today’s scientific worldview actually presents a picture of the world that excludes human beings—it recognizes humans only as the highest of animals, that is, as an abstraction—and because human beings are not included in this worldview at all, everything that constitutes the universe appears to this worldview merely as a mathematical image. Within this mathematical framework, the universal origin of freedom and morality can never be recognized. Yet this is the most important thing of our time: that we may learn to scientifically comprehend the connection between morality and natural necessity, so that these two do not drift further apart. And today I have attempted to present to you, in somewhat subtle terms, something that can—I would say—intimately point the way to how knowledge of humanity can be acquired, and from that knowledge of humanity, in turn, knowledge of the world. You see, I was able to show doctors, in a strictly scientific manner, how this path must be sought for medicine, physiology, and biology. Here we must see how it must be sought for a general human worldview, which we need for our modern social life.

[ 19 ] Davon dann morgen weiter.

[ 19 ] More on that tomorrow.