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The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

10 April 1920, Dornach

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Zweiter Vortrag

Lecture Two

[ 1 ] Wir wollen in unserer gestrigen Betrachtung fortfahren. Es hat sich mir gestern namentlich darum gehandelt, Sie darauf aufmerksam zu machen, wie in der gegenwärtigen Kulturperiode der Menschheit man in abstrakten Raumlinien, die aufeinander senkrecht stehen und die drei Dimensionen des Raumes bilden, dasjenige zusammenfaßt, was eigentlich im Leben sich als etwas viel Komplizierteres, viel Konkreteres herausstellt. Nun bekommt man allerdings über diese Sache erst dann eine entsprechende Vorstellung, wenn man sie noch bestimmter faßt. Wir müssen uns die Frage vorlegen: Woher kommt es denn, daß — wenn wir wirklich veranlagt sind, eigentlich unser Denken nach einer durch unsere Symmetrie-Achse gehenden senkrechten Ebene orientiert zu denken, unser Wollen ebenfalls unter dem Bilde einer vertikalen Ebene zu denken, die aber wiederum gewissermaßen auf der Denkebene senkrecht steht, und dann auf beiden Ebenen senkrecht die Gefühlsebene zu denken —, woher kommt es denn, daß wir nicht empfinden oben und unten, rechts und links, vorne und hinten als drei voneinander verschiedene Richtungen, die nicht miteinander verwechselt werden dürfen, sondern daß wir einfach empfinden drei, ich möchte sagen, gleichwertige Raumdimensionen? Wir sagen zwar Länge, Breite und Höhe, aber schließlich, wenn wir uns drei aufeinander senkrechte Richtungen denken, so können wir diese drei Richtungen so anordnen, daß wir eine Linie, die wir zuerst horizontal haben, senkrecht aufstellen; dann sind die beiden anderen horizontal. Kurz, wir können so auf drei verschiedene Arten solch eine Anordnung aufstellen. Das bezeugt eben, daß die ganze Bestimmtheit, durch die diese Richtungen in unseren Menschen hineingebaut sind, verabstrahiert wird, indem sie von uns Menschen heute angewendet wird, sogar um unser gesamtes Weltenbild, in dem Sonne und Sterne drinnen sind, in unserer Anschauung anzuordnen.

[ 1 ] Let us continue our studies of yesterday. I then drew your attention to the fact that at the present period in human thought we compress the whole world within abstract lines of space, standing perpendicular to one another and forming the three dimensions of space, whereas in its life aspect this three-dimensional world proves to be much more complicated and much more concrete. In order to gain an adequate conception of all that this means, we must grasp it in even greater definition. We must ask the question: If it is true that our Thinking is to be associated with the vertical plane which cuts through our axis of symmetry, our Willing with the vertical plane which stands perpendicularly to the thought-plane, while the plane of Feeling rests at right angles to both—how is it that we do not experience above and below, right and left, in front and behind, as three directions distinct in quality from each other and not interchangeable? How is it that we simply feel them as three space dimensions of equal value? We certainly speak of length, breadth and height, but if we form our three planes in this way, each one resting vertically upon the other, we might place the line which was horizontal in the first instance in a vertical position, and the other two would then become horizontal. In short, we could make three different arrangements. This only shows that the exactitude with which these three dimensions are built into the human body, when it is being used by man to describe and explain the whole Universe with the Sun and the stars, is made quite abstract.

[ 2 ] Die Frage ist wichtig: Wie machen wir es denn eigentlich, daß wir aus den konkreten Raumrichtungen abstrakte Raumrichtungen herausbekommen? Ein Tier würde das nicht können. Ein Tier würde nicht ohne weiteres aus den drei konkreten Raumrichtungen abstrakte herausbekommen können. Ein Tier würde stets seine Symmetrie-Ebene als konkrete Symmetrie-Ebene empfinden, und es würde nicht beziehen diese Symmetrie-Ebene auf irgendeine abstrakte Richtung, sondern es würde höchstens, wenn es abstrakt vorstellen könnte oder überhaupt vorstellen könnte im Sinne dessen, was wir Menschen «vorstellen» nennen, es würde die Drehung empfinden. Es ist auch beim Tiere so, daß es die Drehung empfindet, empfindet als eine Abweichung seiner Symmetrie-Ebene von einer Normalrichtung. Da liegen wichtige und wesentliche Dinge für die Tierkunde, die wiederum einmal zutage treten werden, wenn man diese Sache studieren wird aus ihren Wirklichkeitsimpulsen heraus. Daß Tiere, wie Sie es am eklatantesten sehen beim Vogelflug, Richtungen finden, das rührt davon her, daß sie nicht in beliebiger Weise die drei Raumrichtungen empfinden, sondern daß sie gewissermaßen sich zugehörig fühlen zu einer ganz bestimmt orientierten Raumrichtung, und daß sie jedes Abweichen von dieser Raumrichtung eben auch als einen Winkel, als eine Abweichung empfinden.

[ 2 ] The question is important: How do we manage to obtain abstract space dimensions from concrete ones? An animal could not do this! An animal would always feel its plane of symmetry as a concrete ‘symmetry’ plane, and it would not relate this symmetry plane to any abstract direction, but would at most, if it could think at all in the human sense, feel the turning (from one plane to another). The animal in fact does feel this turning as a deviation of its symmetry plane from the normal. Herein lie important and essential problems of Zoology, which will once again be illustrated as soon as man studies them from the standpoint of their impulses in reality. The reason that animals can find direction, as is shown most clearly of all in the case of the migration of birds, is because they do not feel the three directions of space in a nebulous way, but feel themselves as part of a quite definite direction of space, and feel each departure from this direction as an angle, as a deviation.

[ 3 ] Nun, wenn man die Sache für den Menschen ganz verstehen will, muß man schon zu Hilfe nehmen das, was wir früher über die Gliederung der menschlichen Wesenheit gehört haben. Wir haben ja über diese Gliederung gehört, daß der Mensch in drei Glieder zerfällt, in die eigentliche Kopforganisation, die natürlich nicht bloß den Kopf umfaßt, sondern die nur hauptsächlich im Kopfe ist, sich aber über den ganzen Menschen ausdehnt in ihren Ausläufern. Dann dasjenige, was ich nennen möchte den Zirkulationsmenschen, alles dasjenige, was zu Lunge und Herz gehört und wodurch repräsentiert wird das Rhythmische im Menschen. Und dann der Gliedmaßenmensch mit den Fortsetzungen der Gliedmaßen nach innen, was den Stoffwechselmenschen darstellt.

[ 3 ] Now, if we wish to understand how all this applies to man, we must call to our assistance what we have already learned about the organisation of the human body. We have heard that man is a threefold being, consisting firstly of the characteristic head organisation, which does not of course include the head alone but chiefly functions there, and extends all over the rest of the body. Then there is what I will designate as the ‘Circulation man’—all that belongs to lung and heart, and represents Rhythm in man. And lastly there is the ‘Limb’ man, which also continues inward and constitutes that part of man which is connected with metabolism or the transmutation of substance.

[ 4 ] Nun handelt es sich darum, daß wir diesen dreigliedrigen Menschen, ich möchte sagen, richtig ernst nehmen. Stellen wir ihn uns schematisch vor: Kopfmensch, Rhythmusmensch, Gliedmaßenmensch (Tafel 3, Mitte). Von diesen drei Gliedern des Menschen ist nur der Gliedmaßenmensch mit der Fortsetzung nach innen streng eingegliedert in die Kräfte unseres irdischen Planeten — wir fassen die Kräfte ins Auge, nicht die Substanzen, sondern die Kräfte. Der Gliedmaßenmensch ist streng eingegliedert in die Kräfte unseres Planeten, unserer Erde.

[ 4 ] It now behoves us to study this three-membered man more closely. We will first think of him as Head man, Rhythmic man and Limb man. Of these three, only the third with its continuation inwards is strongly connected with the forces—not the substances, but the forces of our terrestrial planet.

Blackboard DrawingBlackboard Drawing

[ 5 ] Der Kopfmensch ist das nicht, denn was ist dieser Kopfmensch? Dieser Kopfmensch — Sie müssen nicht das Substantielle ins Auge fassen, sondern die Kräfte, die Formkräfte, die Bildungskräfte, die ihn bedingen —, dieser Kopfmensch ist ja die Metamorphose des Gliedmaßenmenschen, der in der vorigen Inkarnation, im vorigen Erdenleben da war. Die Kräfte, die den Gliedmaßenmenschen in der vorigen Inkarnation gebildet haben, die sind in einer Welt gewesen, die wir ja öfter beschrieben haben, zwischen dem letzten Tode und der letzten Geburt, der Geburt, die uns in dieses Dasein gebracht hat. Da haben sie sich metamorphosiert, so daß sie nun den Kopf bilden können. Es ist also ein vollständig polarer Gegensatz zwischen dem Gliedmaßenmenschen und dem Kopfmenschen. Und der mittlere Mensch ist der Ausgleich beider, derjenige, der durch den Rhythmus den Ausgleich beider schafft.

[ 5 ] This does not apply to the Head man, for what is he? (We are not now considering anything substantial but the forces, the formative forces which condition him.) The Head man is the metamorphosis of the Limb man of the previous incarnation. The forces that formed the Limb man in the last incarnation, have, during the period between the last death and the last birth—that birth which brought us into our present existence—been in a world which we have often described. There they were metamorphosed so that they could now form the head. Thus the Head man and the Limb man are complete polar opposites, and the central, Rhythmic man is the adjustment between the two, balancing or reconciling them by means of Rhythm.

[ 6 ] Diesen Gegensatz zwischen dem Kopfmenschen und dem Gliedmaßenmenschen müssen wir nun ein wenig ins Auge fassen. Wir können uns vielleicht zuerst nähern dem, was uns notwendig ist auf diesem Gebiete, wenn wir das Folgende aus einem anderen Felde ins Auge fassen. Betrachten Sie die Pflanze, zunächst nicht eine Baumpflanze, sondern eine einjährige Pflanze, die vom Samen aus in die Wurzel schießt und es im Jahreslaufe bis zu der Frucht- und Samenbildung bringt (Tafel 3, rechts). Eine solche Pflanze wächst dadurch, daß sie den Keim in die Erde gepflanzt erhält, daß aus dem Keim dann, indem er in die Erde gepflanzt ist, die Wurzel und das andere entsteht, die Blätter heraufwachsen bis zur Blüte, in der Blüte durch die Frucht sich der neue Samen entwickelt. Ein Kreislauf der Pflanze ist vollendet. Wir können schematisch diesen Kreislauf so zeichnen: Die Pflanze geht von dem Samen aus, der sich dutch die Erde entfaltet. Sie wächst hinauf über die Erdoberfläche. Sie wird empfangen von der Lichtwirkung, von der Sonnenwirkung, von der Licht- und Wärmewirkung. Da wächst sie weiter, vollendet ihren Kreislauf und kommt wiederum zurück zur Samenbildung. Aber da ist sie jetzt, indem sie zurückkommt in der Samenbildung im Herbste, da ist sie nun nicht unter der Erde, sondern da ist sie über der Erde; da ist sie auch den ganzen Sommer hindurch abhängig gewesen von den außerirdischen Kräften, von den Kräften, die gerade das Wachstum befördern aus dem Außertellurischen. Da ist also die Pflanze gewachsen bis zur neuen Samenbildung, jetzt nicht unter dem Einfluß der Erde, sondern sie ist gewissermaßen herausgezogen worden durch das Außerirdische aus der Erde. Sie ist wiederum das geworden, was sie früher war, und doch etwas anderes. Sie ist etwas anderes geworden. Inwiefern ist sie etwas anderes geworden? Ja, sie ist insofern etwas anderes geworden, als dieser Same das Wachstum abschließt. Da hört es auf, und dieser Kreis (Tafel 3, links oben), der vollendet sich jetzt nicht, wenn wir nicht den Samen aus seiner Region wegnehmen und ihn wieder zurückbringen, gewissermaßen auf ein tieferes Niveau bringen, ihn wiederum unter die Erde hineinbringen. Wir müssen also, indem wir den Samen verfolgen bis hinauf in das Gebiet, wo er im Bereiche des Außertellurischen ist, wir müssen den Samen wiederum hinunterbringen unter die Erde. Dann wächst er wiederum dem Himmel entgegen, und wir müssen ihn immer wiederum hinunterbringen (Tafel 3, links unten). Das heißt, das Weiterwachsen ist davon abhängig, daß wir gewissermaßen auf ein tieferes Niveau den Samen wiederum hinunterbringen. Wir müssen dasjenige, was der Himmel hervorgebracht hat, wiederum der Erde zurückgeben. So ist es nicht getan mit dem bloßen Kreislauf, sondern es handelt sich darum, daß gewissermaßen die Bildung der Pflanze sich selbst entläuft, und wenn sie bis zu einem gewissen Grade sich selbst entlaufen ist, muß sie wieder auf den ursprünglichen Standort zurückgebracht werden. Dann wird sie von denselben Kräften empfangen und der Kreislauf beginnt von neuem. So daß ich auch die Sache so zeichnen kann, daß jetzt, nachdem die Pflanze hierhergekommen ist, sie nun nicht weitergehen kann (Tafel 4, links. Vom Samen abwärts und erster Anstieg). Daher muß ich sagen: Wenn hier das Niveau der Erde ist (Horizontale), so muß ich den Kreislauf der Pflanze so zeichnen. Aber die Pflanze muß jetzt wieder in die Erde hinein. Wenn ich also mehrere Jahresläufe der Pflanze zeichne, so muß ich immer um ein Stück weitergehen. Das ist der Niveauunterschied. Ich muß immer wiederum den Samen zurücktragen auf ein anderes Niveau.

[ 6 ] This antithesis between the Head man and the Limb man must be still further examined. We shall, perhaps, be able more easily to approach the matters it is necessary to understand in this domain, if we examine the following example taken from another sphere. Consider the plant—not, for the moment, a perennial plant, but an annual which develops from seed to root and stem and during the year forms its fruit and seed. Such a plant grows from the seed that has been planted in the earth; out of the seed emerge the roots, then the leaves and the flowers, in which latter, during the fruit stage, is developed the new seed. This is the evolutionary cycle of the plant. The plant proceeds from the seed-formation in the Earth, grows until it reaches the surface, when it receives the effects of the light—from the Sun—and the effects of warmth. Under these influences it grows still further and completes its cycle by returning again to the stage of seed-formation. But now, when it returns to the seeding period in autumn we have the plant not below in the soil but above the Earth; and here it has been during the whole summer, dependent upon extra-terrestrial influences. These influences helped to promote its growth to the point of new seed-formation; it has therefore grown to the point of a fresh seed-formation not under the influences of the Earth, but while drawn away from these by extra-terrestrial forces. It has become once more what it was before and yet something different. In what sense different? The completion of the new seed terminates the process of growth. Development ends here, and the cycle cannot be completed unless we take the seed from its own plane or region and return it once more to the Earth. That is to say, if we follow that seed up into the sphere in which it is beyond the earthly element, we must then bring it down again, under the Earth. Then once more it grows up towards Heaven, and then again we must bring it down again to Earth. That is to say, further growth depends upon bringing the seed down again to a deeper level—we must return to the Earth that which has been generated by the forces of Heaven. Therefore it is not sufficient to consider the cycle merely from seed to seed. We are concerned with the fact that the plant in a sense outgrows itself, and when it has outgrown itself to a certain stage, we must bring it back again to its original place, where it is once more received by the same forces and the cycle begins anew. We can now draw the process in a diagram. If we have here the Earth level, then the cycle of evolution for the plant must be drawn thus. But the plant must again return to Earth, and so if we draw several annual processes, we must advance a little further each time. There you have the difference of level. We must again and again bring the plant back to another level.

[ 7 ] Das habe ich Ihnen zunächst als ein Bild vorgeführt. Aber betrachten wir an diesem Bilde noch etwas weiteres. Sie brauchen ja nur, um das, was ich meine, zu betrachten, die Entstehung der Bohnenpflanze aus dem Bohnensamen ins Auge zu fassen, und Sie werden sehen, wie sich im einzelnen das vollzieht. Klarer werden Sie die Sache noch sehen, wenn Sie eine Pflanze, die ihren Stengel windet, ins Auge fassen, wenn Sie also die Pflanze verfolgen, wie sie nicht veranlaßt wird, ganz geradlinig zu wachsen, sondern gewisse Kräfte frei wirken können, wie etwa bei der Winde, die so wächst dem Samen zu (Tafel 4, rechts, aber nur die Spirale mit dem alten und neuen Samen). So vollendet sie ihren Kreislauf.

[ 7 ] I have given you this as an illustration, and before we pass on, something else must be considered in connection with it. Notice the way in which the bean plant arises out of the seed. and you will understand what I mean. You will realise it still better, if you observe a plant with a twining stem, one that is naturally inclined not to grow up in a straight line if certain forces are able to act freely. The bindweed is an instance of such a plant.

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[ 8 ] Betrachten wir dieses Bild im Zusammenhang mit dem Menschen. Wenn wir beim Menschen, statt jetzt den Jahreskreislauf der Pflanze ins Auge zu fassen, ins Auge fassen jenen Kreislauf, der von einem Lebenslauf durch die geistige Welt bis zum nächsten Lebenslauf hinübergeht, dann haben wir etwas Ähnliches, etwas ganz merkwürdig Ähnliches. Wir schauen, sagen wir, bei jedem von Ihnen auf den Gliedmaßenorganismus in der vorigen Inkarnation und schauen jetzt auf Ihren Kopf in dieser Inkarnation. Der entsteht durch eine Metamorphose, indem nur unterbrochen ist die sichtbare Verwandlung durch alles das, was geschieht zwischen Tod und neuer Geburt. Dieser Kopf entsteht so, wie hier (Tafel 3, links) im Laufe des Wachstums entsteht der neue Same aus dem alten. Aber das ganze übrige Pflanzenleben liegt dazwischen. So daß Sie sich sagen können: Im Menschen liegt seiner Formbildung nach so etwas vor, wie wenn die Wurzel von ihm in der vorigen Inkarnation dagewesen wäre, und aus dieser Wurzel ist aufgesprossen der Kopf dieser Inkarnation. Dieser Kopf, der stellt also damit etwas Ähnliches dar wie der Same hier. Nur ist beim Menschen alles, ich möchte sagen, auf einem anderen Niveau gelegen. Es liegt in einer höheren Region. Es ist auch komplizierter.

[ 8 ] Now let us pass on to consider this picture in connection with man. If instead of thinking of the yearly cycle of the plant, we turn our attention to that cycle which leads man from one earthly life, through the spiritual world, to the next earthly life, we have there something quite remarkably similar. Think of your limb organism in the previous incarnation, and your head in this incarnation. The head is formed through a metamorphosis, and it is only the visible change that is interrupted by all that takes place between death and a new birth. The head is formed in the same way as the new seed in the plant is formed out of the old. But the whole of the intermediate life of the plant lies between. So that we may say: From the point of view of the organisation of his form, it is as if in man the root existed in the previous incarnation, and out of this root has grown the head of the present incarnation. The head, therefore, represents something analogous to the seed. But in man all this takes place, one may say, upon a higher level—in a higher region—and is, besides, more complicated.

[ 9 ] Nun fassen Sie aber, um die Vorstellung fertig zu bekommen, die ganze Metamorphose der Pflanzen ins Auge. Wenn Sie bei der Winde sich das ansehen, so werden Sie aus dem spiralig gewundenen Stengel oder eigentlich schraubenförmig gewundenen Stengel sehen, daß die Kräfte, die da wirken von außen, nicht bloß gerade hinaufwirken, sondern daß sie in der Tat die Pflanze spiralig fortschreiten lassen. Die Pflanze hat eine Spiraltendenz. Nur wenn wieder der neue Same sich bildet, da widerstrebt dieser Same der Spiraltendenz, da zieht sich alles zusammen in ein Körnchen. Da entzieht sich der Same dem Einflusse des Weltenalls. Beim Menschen ist das so, daß vor allen Dingen der Gliedmaßenmensch dem Einflusse der Erde unterliegt. Beim rhythmischen Menschen ist das etwas anders, darauf werden wir noch zu sprechen kommen. Aber der Kopf ist etwas, was sich entzieht dem Erdeneinflusse, was diesen nicht mitmacht. Geradeso wie der Same hier nicht mitmacht die außerirdischen Einflüsse, so macht der Kopf nicht mit die Erdeneinflüsse. Der Kopf entzieht sich vollständig den Erdeneinflüssen. Nur dadurch ist es möglich, daß wir Menschen abstrahieren, daß wit Menschen in abstrakten Gedanken denken. Würde unser Kopf sich nicht entziehen können den Erdeneinflüssen, so könnte er nicht abstrakt denken. Er kann nur dadurch abstrakt denken, daß er sich dem Erdeneinflusse entzieht. Das drückt sich übrigens schon aus in der menschlichen Gestalt. Denken Sie doch nur einmal, daß Ihr Kopf ja wirklich der umgewandelte Gliedmaßenmensch ist. Aber dieser Gliedmaßenmensch — hier auf der Erde geht er, er wandelt auf der Erde. Der Kopf macht nicht mit. Der Kopf verhält sich ungefähr, trotzdem er auch nur ein Mensch ist, wenn auch ein Mensch späterer Metamorphose, der Kopf verhält sich so, wie wenn Sie sich bequem hineinsetzen ins Auto oder in den Eisenbahnzug, sich nicht regen und doch vorwärtskommen. Gerade in dieselbe Lage versetzt sich Ihr Kopf gegenüber dem übrigen Organismus. Der übrige Organismus, der schreitet vorwärts; der Kopf, der ist wie in einer Kutsche, der ruht und macht die Bewegungen nicht mit. Der entzieht sich also in anschaulicher Weise dem Erdeneinflusse. Das ist der Mensch, der sich vom anderen Menschen befördern läßt.

[ 9 ] And now in order to complete this conception, think of the whole metamorphosis of the plant. If you observe the bindweed, you will see from the spiral or screw-like form of the stem, that the forces acting from outside are not such as to cause it merely to grow in a straight line, they induce it to grow in a spiral form. The plant has a tendency to spiral formation. Only when the new seed is developed, does the seed resist this tendency; it is entirely concentrated in this small grain. The seed then withdraws from the influence of the Universe. In the case of man the Limb man is most under the influence of the Earth. (In the Rhythmic man the case is different and we will speak about this later.) But the head is something which withdraws itself from the Earth-forces and takes no part in them, just as the seed takes no part in the extra-mundane influences. Only because the head withdraws from the Earth-forces are we men able to think in abstract thoughts. Were it impossible for our head to separate itself entirely from Earth influences, we could not think in the abstract. This fact is indeed expressed in the form of man. Think for a moment that your head actually represents the transformed Limb man. The latter however walks upon the Earth's surface, not so the head. The head may be compared with a man who is comfortably seated in a motor car or in a train; he does not move and yet goes forward. The head is in this position in respect to the rest of the organism; the latter advances forward, and the head rests as though in a vehicle, not taking part in any of the movements, but withdrawing itself in a very evident way from the Earth forces. The head is like the man who lets himself be carried forward by other people.

[ 10 ] So ist aber überhaupt dieses Haupt des Menschen organisiert. Es entzieht sich dem Erdeneinflusse. Und so können wir sagen: dieses Haupt des Menschen, es stellt etwas — wenigstens zunächst im Bilde — Ähnliches dar wie der Same, der sich dem himmlischen Einflusse der Pflanzenbildung entzieht. Nun aber beim Menschen ist es nicht so, wie es bei der Pflanze ist. Bei der Pflanze ist es so, daß sie von der Erde nach oben wächst, daß sie also entgegenwächst dem himmlischen Einflusse. Der Mensch wächst nach unten. Er hat dasjenige, was sich zunächst dem Erdeneinflusse entzieht, oben, und alles dasjenige, was in den Erdeneinfluß hineinwächst, das ist dasjenige, was nach unten wächst. Wenn der Mensch ankommt bei der Konzeption oder bei der Geburt, so kommt er zunächst — auch die äußere Embryologie ist ein vollständiger Beweis dafür — als ein Kopfgebilde an. Den Kopf bringt er sich schon mit als ein metamorphosiertes Produkt aus dem vorigen Erdenleben. Hier in diesem Erdenleben wächst ihm aus den Kräften dieses Erdenlebens vor allem der Gliedmaßenmensch zu, wächst an den Kopf daran und ist jetzt noch nicht so weit wie der Kopf, ist den Erdeneinflüssen vollständig ausgesetzt. Der Kopf entzieht sich den Erdeneinflüssen. So daß wir sagen können: Wenn wir Pflanzen beobachten, so können wir an dem spiraligen oder schraubenförmigen Bau der Pflanze verfolgen, daß die Kräfte von den außerirdischen Körpern kommen, die der Pflanze diese schraubenförmige Windung geben. Wenn wir in den Menschen hineinschauen, so können wir sehen, wie er der Erde entgegenwächst. Und fragen können wir uns: Was hat denn dem Menschen diese Möglichkeit gegeben, entgegengesetzt dem Wachstum der Pflanze, die von unten nach oben wächst, von oben nach unten zu wachsen und in die Erdeneinflüsse hinein sich zu fügen? Was hat dem Menschen diese Möglichkeit gegeben? Wie hängt das alles zusammen? Das ist eine wesentliche und wichtige Frage für das Studium der menschlichen Gestaltenlehre, der Morphologie, aber auch für das Studium der ganzen menschlichen Wesenheit. Sehen Sie, würden wir angewiesen sein darauf, unser Seelenleben ohne unsern Kopf zu führen, so würde es etwas anderes sein. Wenn wir unser Seelenleben ohne unsern Kopf führten, so würden wir keine Abstraktionen bilden. Wir würden vor allen Dingen nicht den bloßen dreidimensionalen Raum als Abstraktion bilden. Wir würden streng unterscheiden: vorne, rückwärts; links, rechts; oben, unten. Das würden für uns konkret voneinander verschiedene Dinge sein. Das tut auch unser Organismus. In dem Augenblicke, wo Sie sich durch die geisteswissenschaftliche Methode nur bis zur imaginativen Anschauung der Welt erheben, da hört die bequeme Dreidimensionalität auf, da ist sie nicht mehr da. Da müssen Sie unterscheiden, denn Sie begehen ja das Eigentümliche, daß Sie die gewöhnliche Kopforganisation ausschalten und bis zu der ätherischen Organisation des Menschen zurückkehren. Die ist im Vergleich zum physischen Kopforganismus wesentlich anders. So daß erst durch den vollkommenen, von der vorigen in diese Inkarnation errungenen Menschenkopf die Abstraktionen zustande kommen. Alles abstrakte Denken, alles Denken in bloßen Gedanken ist gebunden an diese Kopforganisation, die wir aber erst erhalten dadurch, daß wir verlassen die geistige Welt, in die irdische Welt hereinkommen und dasjenige, was früher abhängig war von der Erdenorganisation, nunmehr von ihr unabhängig machen.

[ 10 ] Such is the organisation of the head of man. It withdraws from the Earth's influences, and we can therefore say: The head of man shows itself—at least in this comparison—similar to the seed that withdraws from the heavenly influences of plant-formation. But with man it is not the same as with the plant. The latter grows from the Earth upwards—towards the Heavenly influences. Man grows downwards. When he arrives at conception or birth, he is in the first place a head structure; external embryology affords absolute proof of this. He brings with him his head as a transformed product of the last incarnation. During this earthly life—through the forces of it—the Limb man develops most especially. It grows on to the head. It is less evolved than the head and entirely under the influence of the Earth forces. The head on the other hand is entirely withdrawn from the Earth forces. We can therefore say: When we observe plants, we can trace, in the spiral or screw-like construction, whence come the forces that give the plant its spiral form; they come from extra-terrestrial bodies. But when we consider man, and see how he grows towards the Earth, we must ask ourselves: What has given man this potentiality to grow in opposition to the laws governing the growth of the plant which grows upwards? For man grows downwards and gradually succumbs to the earthly influence. How is all this explained? This is a most important, indeed an essential question, concerning not only Morphology, the study of the human form, but the whole being of Man. You see, if we were obliged to live our soul-life without a head, it would be entirely different; we should be incapable of any abstract conceptions! Above all, we could not conceive of three-dimensional space as abstract, but would strictly differentiate between front and back, right and left, above and below. All these directions would be for us quite distinct in character. This is, in fact, what our organism does. As soon as you have advanced, through the methods of Spiritual Science, to the imaginative conception of the Universe, this comfortable three-dimensionality ceases. Now you must discriminate, for you have performed something quite remarkable—you have eliminated the ordinary organism of the head and have gone back to the etheric organism of man. Now the etheric organisation is essentially different from the physical organisation of the head. It is only through the completely organised head, brought over to this incarnation from the previous one, that abstractions have become possible. All abstract thinking, all thinking on the plane of pure thought, is bound to this head organism, which we attain only by leaving the spiritual world and coming into this physical world, in order to make independent of the Earth-organisation that which formerly was dependent on it.

[ 11 ] Das weist Sie darauf hin, daß wir als Menschen ebenso auf der einen Seite hineingestellt sind in die Kräfte des Weltenalls wie die Pflanze. Nur weil wir uns mit unserem Kopfe unabhängig machen, machen wir diese Kräfte nicht mit. Unser übriger Organismus, der würde sich sofort, wenn er kopflos dächte — das kann er ja —, sich sofort in der ganzen Weltenorganisation drinnenfühlen.

[ 11 ] This will show you that Man, like the plant, is embedded into the earthly influences, but with this difference, that man makes himself independent of them through his head organism. If the rest of our organism were to think without the instrumentality of the head—as indeed it can—man would at once feel himself one with the whole organism of the Universe.

[ 12 ] Wenn man einen sehr bequemen Schlafwagen zustande bekommen könnte — in der gegenwärtigen Zeit wird es ja nicht so leicht möglich sein —, gar nicht hinausschauen könnte und es gar nicht rattern hörte und so weiter, könnte man vielleicht in die Illusion verfallen, daß man in einem ruhigen Zimmer ist. Man könnte nichts bemerken von der ganzen Wagenbewegung. Aber sobald Sie wiederum zum Fenster hinausschauen, dann merken Sie doch, trotzdem Sie ruhig sitzen, daß es vorwärtsgeht. Sobald Sie sich von dem, was Ihnen Ihr Kopf dadurch vorgaukelt, daß er sich von der Erdenorganisation frei macht, wiederum befreien, merken Sie, daß Sie mit der Erdenorganisation die Bewegungen der Erde mitmachen. Das heißt, es ist möglich, wenn man sich von der gewöhnlichen gegenständlichen Vorstellungsweise, wie ich sie in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» genannt habe, zur Imagination erhebt, die Bewegungen der Erde zu fühlen, weil man nämlich da zum Fenster hinausschaut: man schaut in die geistige Welt hinein. Geradeso, wie Sie beim Eisenbahnzug zum Fenster hinausschauen und merken, daß da draußen sich das Bild fortwährend ändert, so schauen Sie, indem Sie von dieser physisch-sinnlichen Welt an die geistige kommen, zum Fenster hinaus, und an der Veränderung der geistigen Welt, da merken Sie, wie Sie da vorbeifahren, daß Sie mit der Erde nicht in Ruhe sind, sondern mit der Erde sich weiterbewegen. Man kann daher nicht zu einer wirklichen Auffassung eines räumlichen Weltenbildes der Astronomie kommen, wenn man es konstruieren will just mit dem Glied unseres Organismus, das sich unabhängig macht. Denken Sie doch einmal, was wit seit dem Beginn dieses fünften nachatlantischen Zeitraumes als zivilisierte Menschheit eigentlich getan haben. Wir haben mit unserem Kopf über die Welt gedacht. Aber just der Kopf ist es, der sich ganz unabhängig gemacht hat von der Welt, der die Weltenrichtungen bis zur Abstraktion der drei Raumrichtungen filtriert hat. Wir haben also ein Weltenbild, das kopernikanische Weltenbild entworfen mit dem denkbar ungeeignetsten Mittel dazu, mit dem Menschenkopf, dessen wesentliche Eigenschaft gerade darinnen besteht, daß er sich emanzipiert von dem Mitmachen der Weltbewegungen. Es ist etwa geradeso, wie wenn Sie ein Bild bekommen wollten von, sagen wir, den Bewegungen des Eisenbahnzuges, die Sie mitmachen, indem Sie im Eisenbahnzug fahren, aus einer Zeichnung, die Sie mit Ihren Fingern machen, und wobei Sie sich gar nicht richten nach der Bewegung des Eisenbahnzuges, sondern nach Ihren Ideen. Sie zeichnen ja etwas auf, Sie machen sich unabhängig. Das können Sie nicht als ein Bild der Bewegung des Eisenbahnzuges ansehen, denn es ist ganz unabhängig davon. So unabhängig eigentlich ist dasjenige Bild, das wir entwerfen von dem äußeren räumlich-astronomischen Weltgeschehen, wenn wir das dazu ungeeignetste Mittel verwenden.

[ 12 ] If it were possible to invent a very comfortable sleeping car—it is at the present time perhaps unlikely—but a car from which you did not look out and from which all noise and rattle were eliminated, you might fall into the illusion that you were in a still and silent room, for you would perceive nothing of its movement. But upon looking out of the window, you would see that it is moving forward, although you are sitting quietly in the car. Similarly, as soon as you also release yourself from the illusion which your head organism produces in you during the process of making itself independent of the Earth-organisation, you observe that you are taking part in the motion of the Earth. That is to say, it is possible, through the transition from what, in my book Knowledge of the Higher Worlds I have called the present-day mode of forming ideas to what I have called Imagination—it is possible to feel the movements of the Earth, because you are then ‘looking out of the window’. You look into the spiritual world. In just the same way as you look through the window of a train and notice the landscape outside continually changing, so do you, when looking out of the physical sense-world into the spiritual, perceive in the alterations in the latter as you pass by, that you with the Earth are not at rest, but moving forward. Hence we cannot arrive at a true astronomical space-conception if we insist upon constructing it just with that part of our organism which has made itself independent! Consider for a moment what we as civilised humanity have done since the beginning of this Fifth post-Atlantean epoch. We have thought about the Universe with our head. And it is the head—that part of us which has made itself quite independent of the Earth—that has contracted the world-movements into the abstraction of the three dimensions. We have the Copernican conception of the Universe, designed for us by the least appropriate instrument, the head, the essential characteristic of which is its emancipation from co-operation in the world movements. It would be somewhat as though you wished to obtain an idea, shall we say, of the movement of a railway train in which you are traveling, from a picture of it you draw with your hand, without reference to the movement of the train, but solely according to your own ideas. You draw something; you make yourself independent. But you cannot consider such a drawing as depicting the movement of the railway train; it has nothing whatever to do with it! And just as little to do with the world-process has a picture of it that we have designed according to external spatial astronomy, using for the purpose the instrument that is the most inadequate for its conception.

[ 13 ] Nun denken Sie sich, wozu man genötigt ist durch eine wirklichkeitsgemäße Auffassung in der Gegenwart. Man ist genötigt, zu sagen, das räumliche astronomische Weltenbild ist mit dem ungeeignetsten Mittel konstruiert worden. Kein Wunder, daß es allem widerstrebt, was herauskommt, sobald man geeignete Mittel verwendet. Natürlich, für gewisse Zwecke eignet sich zunächst dieses Weltenbild. Denn warum? Weil wir uns ja angewöhnt haben und angewöhnen mußten seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, seit dem Entstehen der fünften nachatlantischen Periode, unabhängig vom Weltenall zu denken. Wir werden morgen hören, warum das so gekommen ist. Aber dadurch haben wir die Möglichkeit verloren, nun wirklich etwas zu wissen über jene Bewegungen, die wir mit der Weltbewegung der Erde mitmachen und die dann herauskommen in dem Augenblicke, wo wir uns dazu erziehen, die sonst abstrakten Raumdimensionen konkret zu empfinden, wie ich es Ihnen gestern kurz schon skizziert habe. Und wir werden auf diese Dinge immer weiter und weiter eingehen. Man kann sie nicht anders als, ich möchte sagen, aufbauend in Kreisen vollziehen.

[ 13 ] Now just observe to what conclusion a really truthful and commensurate conception of things leads us. We are compelled to admit that our spatial astronomical picture of the world has been built up with the most inadequate means. No wonder it contradicts the results that are obtained when the proper instrument is used! Of course, for certain purposes this conception is well adapted, because since the middle of the fifteenth century, when the Fifth post-Atlantean period began, we have had gradually to learn to form thoughts independently of the Universe. We shall hear in the next lecture how that came about. But we have thereby lost the capacity of really knowing anything of the movements in which we have trained ourselves to feel concretely the otherwise abstract dimensions of space. We shall come back to these things again and again; for we cannot arrive at a complete picture in any other way than by building up our ideas, as it were, in cycles.

[ 14 ] Nun hat nach den gestrigen Andeutungen Herr Dr. Stein sich die Mühe gegeben, hier ein Modell aufzustellen für die Bewegung, die etwa herauskommt, wenn man den Menschen verfolgt mit der Erde, also mit anderen Worten, für die Bewegung der Erde, rein absolut genommen. Statt daß ich hier (Tafel 4, rechts) die Bewegung der Pflanzenkräfte in Spiralen verfolge, komme ich, wenn ich die Bewegung, die der Mensch mit der Erde mitmacht, also die Bewegung der Erde verfolge, komme ich auch auf eine solche Spirale, die aber fortschreitet. Und diese Spirale, sie gibt mir ein Bild der wirklichen Erdenbewegung. Sie gibt mir aber zu gleicher Zeit ein Bild der Sonnenbewegung. Denn sehen Sie, nehmen Sie an, hier wäre die Erde, da wäre die Sonne (in die Zeichnung werden Stellungen von Sonne und Erde hineingezeichnet). Ein Beschauer sieht hier die Sonne in dieser Richtung gehen. Die Erde schreitet fort, aber genau der Linie hinter der Sonne nach. So sieht der Beschauer die Sonne in der anderen Richtung, wenn das jetzt die Erde ist. Jetzt geht die Sonne hier weiter, die Erde hier ihr nach; jetzt ist die Sonne hier, die Erde hier. Der Beschauer sieht wiederum die Sonne in der anderen Richtung. Das heißt, indem in dieser Weise die Erde hinter der Sonne herläuft, sieht ein Beschauer das eine Mal die Sonne rechts, das andere Mal sieht er sie links.

[ 14 ] After yesterday's suggestions Dr. Stein has taken the trouble to construct a model showing the movements which result when we follow Man together with the Earth, or in other words the movement of the Earth taken in its absolute sense. If instead of following this time the motion of plant-forces in spirals, I follow the movements described by Man with the Earth, I again come upon a spiral, but one which is progressive. This spiral gives us an illustration of the real movement of the Earth, and at the same time a picture of that of the Sun. Suppose for a moment that the Earth is here and the Sun there. An observer sees the Sun in this direction. (diagram). The Earth progresses, but exactly in a line behind the Sun. When the Earth is here, the observer now sees the Sun in another direction. The Sun advances still further, the Earth following, and once again the observer sees the Sun in the other direction. That is to say, he sees the Sun at one time on the right, and another time on the left, owing to the way in which the Earth follows the Sun.

[ 15 ] Das wurde interpretiert dahingehend, daß die Sonne stillsteht und die Erde um die Sonne sich herumbewegt. In Wahrheit bewegt sich nicht die Erde um die Sonne herum, sondern die Erde läuft hinter der Sonne nach. Der Beschauer sieht, wenn die Sonne an diesem Punkte der Schraubenlinie angekommen ist, und die Erde dahin gekommen ist, die Sonne rechts; hier sieht er die Sonne links, hier rechts, hier links. Das gibt für den äußeren Anblick, wenn man nicht wahrnimmt die eigene Bewegung, gar nichts anderes, als wenn die Erde nicht herumlaufen würde.

[ 15 ] This has been interpreted as demonstrating that the Sun stands still and the Earth revolves round it. In reality, it is not so; the Earth moves along behind the Sun. The observer sees the Sun to the right when the latter has arrived at one point of the spiral path, while the Earth is here. Next he sees the Sun to the left, then again right, then left, and so on. All this gives the observer, who judges by outward appearances and loses sight of his own movement, the impression that the Earth revolves round the Sun.

[ 16 ] Sie sehen daraus, welche Täuschungsmöglichkeit vorliegt, wenn man nach dem äußeren Anblicke urteilt, denn in dieser Beziehung liegt wirklich eine Relativität der Bewegung vor. Man kann wirklich sagen, die eigene Bewegung wird auch von denjenigen nicht wahrgenommen, die jetzt rechnen und die die scheinbare Bewegung der Sonne ja in Rechnung ziehen, aber die nicht in Rechnung ziehen das Verhältnis der Erde zur Sonne.

[ 16 ] From this you will realise how great a possibility of deception arises when one judges by exterior appearances; for here indeed a relativity of motion exists. We can really affirm that those who now calculate the apparent motion of the Sun do not perceive their own motion, and omit to take into consideration the relation between the Sun and the Earth.

[ 17 ] Nun möchte ich, daß Sie versuchen, dasjenige, was ich jetzt über das Laufen in der Schraubenlinie gesagt habe, sich einmal etwas vorzustellen. Denn man muß in der Tat sich erst an einem solchen Modell richtig vorstellen das Hinterherlaufen der Erde hinter der Sonne, das Nachlaufen, und man wird dann weiterschreiten können zu dem, wozu wir, ich glaube morgen kommen, nämlich zu einem wirklichen Erkennenlernen dessen, was da eigentlich vorliegt. Ich habe absichtlich heute nur Andeutungen gegeben, und, ich möchte sagen, geflissentlich manche Fragen offengelassen. Aber diese Fragen werden schon morgen oder in den nächsten Vorträgen zur Beantwortung kommen. Ich wollte ganz einfach mitteilend dasjenige Ihnen vorführen, was derjenige erlebt, welcher aus der physischen Welt zum Fenster hinausschaut und die geistige Welt draußen wahrnimmt, das Vorübersausen der geistigen Welt draußen wahrnimmt, so daß er ein Urteil bekommen kann, welches die wirkliche Bewegung der Erde ist und welches auch die wirkliche Bewegung der Sonne ist. Ich werde Ihnen aber zeigen, daß darüber, wie nun die Erde zu der Sonne steht — daß sie wirklich hinter ihr nachläuft —, eine Vorstellung erst zu bekommen ist, wenn man das Einzige aufsucht, woran man wirklich finden kann das Verhältnis der Erde zur Sonne, nämlich wenn man findet das Verhältnis gewisser Vorgänge im menschlichen Organismus zu dem menschlichen Repräsentanten der Sonne, zu dem menschlichen Herzen. Denn ausgehend von der Erkenntnis des Menschen müssen wir wiederum eine Anschauung über das Weltenall gewinnen.

[ 17 ] I should like you to try to form a true idea of what I have said about course or motion in a screw-like line, because one must visualise, in a model such as this, the fact of the Earth following in the wake of the Sun; and then we shall be able to go on to what I should like us to attain tomorrow, namely a true understanding of the facts before us. Today I have intentionally given suggestions only, and purposely left many questions open, but they will be answered tomorrow or in one of the subsequent lectures. I wanted to show you in a quite simple way the experiences of one who looks out through the windows of the physical world, and observes the spiritual world outside as it rushes by. In this way he can form an idea of the real motion of the Earth and also of the Sun. But I will show you first how to gain a conception of the true relation of the Earth to the Sun—that the Earth actually follows the Sun in its path—by searching for the one thing that will show us this relationship, namely certain processes in the human organism connected with the representative of the Sun in man—the human heart. For it is by taking our start from the knowledge of Man that we must seek to attain to a knowledge of the Universe.

[ 18 ] Davon wollen wir dann morgen weiter reden.

[ 18 ] Not translated