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The Rudolf Steiner Archive

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The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

16 April 1920, Dornach

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Vierter Vortrag

Fourth Lecture

[ 1 ] In Wirklichkeit kann die Konstitution des Weltenalls gar nicht betrachtet werden, ohne daß man fortwährend auf den Menschen Bezug nimmt, gewissermaßen immer versucht, dasjenige im Weltenall draußen aufzusuchen, was sich auch in irgendeiner Weise im Menschen findet. Wir wollen diese Vorträge dazu benützen, um gerade von diesem Gesichtspunkte aus vielleicht wenigstens nach einer Richtung hin eine Art plastisch geschlossenen Weltenbildes zu bekommen, das uns dann zu der Beantwortung der Frage führen kann: Wie verhalten sich im Menschen Moral und Naturgesetzmäßigkeit?

[ 1 ] In reality, the constitution of the universe cannot be considered at all without constantly referring to human beings—in a sense, always trying to seek out in the universe what is also found in some way within human beings. We want to use these lectures to, from this very perspective, perhaps arrive—at least in one direction—at a kind of vividly coherent worldview that can then lead us to an answer to the question: How do morality and natural laws relate to one another within human beings?

[ 2 ] Wenn wir — ich wiederhole da nur Dinge, die von den verschiedensten Standpunkten aus besprochen, beschrieben worden sind den Menschen studieren, so gliedert er sich uns ja zunächst in alles dasjenige, was wir als den oberen Menschen bezeichnen, dann dasjenige, was wir als den unteren Menschen bezeichnen, und dann alles dasjenige, was verbindet zwischen beiden, der rhythmische Mensch, der den Ausgleich zwischen diesen beiden Gliedern, dem oberen und dem unteren Menschen, bewirkt.

[ 2 ] When we—and I am merely repeating here what has been discussed and described from a wide variety of perspectives—study human beings, we see that they can initially be divided into what we call the “upper human,” then what we call the “lower human,” and then everything that connects the two: the rhythmic human being, who brings about the balance between these two aspects, the upper and the lower human being.

[ 3 ] Nun müssen wir uns ja sagen, daß zunächst eine völlige Verschiedenheit herrscht in bezug auf die Gesetzmäßigkeit des oberen Menschen und die Gesetzmäßigkeit des unteren Menschen. Diese Verschiedenheit kann sich uns schon dadurch vor die Seele stellen, daß wir darauf Rücksicht nehmen, wie der obere Mensch, der von der Hauptesplastik aus beherrscht wird, zustande kommt durch die Gesetze, möchte ich sagen, einer völlig anderen Welt als unsere Sinneswelt. Dasjenige, was wir hier aus der Sinneswelt haben, aus der Sinneswelt an uns tragen als unseren Gliedmaßenmenschen, das haben wir durch eine Metamorphose, natürlich nicht in bezug auf die äußere Substantialität, aber in bezug auf die Formgestaltung, hindurchzuführen, eine Metamorphose, die ja erst wirkt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Dasjenige, was hier unser Gliedmaßenmensch ist, es wird völlig umgestaltet in seinen Kräften. In seiner übersinnlichen Konstitution wird es umgestaltet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und erscheint dann aus dem Weltenall unserer Hauptesorganisation eingestaltet in unserem neuen Erdenleben. Daran hängt sich, gewissermaßen aus der Welt der Sinne heraus gebildet, der übrige Mensch. Das ist etwas, was heute klar und deutlich schon aus der Embryologie nachgewiesen werden könnte, wenn man nur vernünftig die embryologischen Tatsachen zusammendächte. Dadurch aber ist in alledem, was zusammenhängt mit unserer Hauptesorganisation, etwas von einer Gesetzmäßigkeit drinnen, die ganz und gar nicht dieser Welt eigentlich angehört, die nur in ihrem Beginne, nämlich insoweit sie in der früheren Inkarnation schon da war, dieser Welt angehört. Aber alles das, was umgestaltet hat unseren Gliedmaßenmenschen zu dem Hauptesmenschen, wirkt ja in einer völlig anderen Welt, in der Welt, in der wir uns befinden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da ragt also eine andere Welt in diese Welt herein. Wenn wir den Menschenkopf, das Menschenhaupt ansehen, so ist in ihm verkörpert eine andere Welt. Dieser anderen Welt entspricht aber in einer gewissen Weise dadurch, daß das Haupt die hauptsächlichsten Sinne öffnet nach außen, die Welt, die da draußen im Raume ausgebreitet ist und die in der Zeit verfließt. Denn sie nehmen wir durch unsere Wahrnehmungen auf; sie dringt durch unsere Sinne in uns ein; sie gehört also gewissermaßen doch zu unserer Hauptesorganisation. Dagegen verhalten wir uns zu unserem Gliedmaßenmenschen eigentlich schlafend. Ich habe ja öfter von dieser schlafenden Beziehung des Menschen zu seiner Willensnatur, also zu alledem, was in dem Gliedmaßenmenschen lebt, gesprochen. Wir wissen nicht, wie wir unsere Glieder bewegen, wie der Wille hineinschießt in die Bewegungen, die wir ja nur nachher, geradeso wie ein äußeres Ding, durch Wahrnehmungen für uns erkunden. Wir schlafen in unserem Gliedmaßenmenschen, wir schlafen so in ihm, wie wir im Weltenall schlafen vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 3 ] Now we must admit that, to begin with, there is a complete difference between the laws governing the higher human being and those governing the lower human being. This difference can already present itself to our minds simply by considering how the higher human being—who is governed by the plastic form of the head—comes into being through the laws, I would say, of a world entirely different from our sensory world. That which we have here from the sensory world—which we carry within us from the sensory world as our “limb-human”—we must subject to a metamorphosis—not, of course, in terms of external substance, but in terms of form—a metamorphosis that takes effect only between death and a new birth. That which is here our physical body is completely transformed in its powers. In its supersensible constitution, it is transformed between death and a new birth and then appears in our new earthly life, shaped by our head organization from the universe. Attached to this—formed, as it were, out of the world of the senses—is the rest of the human being. This is something that could already be clearly demonstrated today through embryology, if only one were to reason through the embryological facts sensibly. Consequently, however, there is an element of lawfulness inherent in everything connected with our cranial organization that does not actually belong to this world at all; it belongs to this world only in its beginning—namely, to the extent that it was already present in the previous incarnation. But everything that has transformed our “limb-human” into the “head-human” operates in a completely different world—the world in which we find ourselves between death and a new birth. Thus, another world extends into this world. When we look at the human head, another world is embodied within it. This other world, however, corresponds in a certain way to the world that is spread out there in space and flows by in time, precisely because the head opens the most important senses to the outside. For we take this world in through our perceptions; it penetrates into us through our senses; thus, in a certain sense, it does indeed belong to our head organization. In contrast, our attitude toward our limb-human is actually one of slumber. I have, after all, often spoken of this sleeping relationship of the human being to his volitional nature—that is, to everything that lives within the human being of the limbs. We do not know how we move our limbs, how the will shoots into the movements, which we only explore for ourselves afterward—just like an external thing—through perceptions. We are asleep in our limb-human; we are asleep in it just as we are asleep in the universe, from the moment we fall asleep until we wake up.

[ 4 ] Nun, da sind wir eigentlich vor eine völlig andere Welt gestellt. Und wollen wir uns schematisch einmal diese andere Welt, diesen ganzen Tatbestand vor die Seele rücken, so müssen wir eigentlich sagen: hier ist irgendwie eine Welt (Tafel 7, Mitte unten; rote Partie, von welcher der horizontale rote Pfeil nach links in rote Bögen weist), die nach außen hin dasjenige offenbart, was zu unseren Sinnen spricht. Das, was da zu unseren Sinnen spricht, das nehmen wir durch unsere Augen, durch unsere Ohren und so weiter wahr. Das witd unsere Welt, insofern wir Hauptesmenschen sind. Aber diejenige Welt, die dahinterliegt, der gehören wir auch an, als Gliedmaßenmensch (blau, rechts von rot; Pfeil abwärts und absteigende Bögen blau). Aber in sie schlafen wir nur hinein. In diese Welt schlafen wir hinein, gleichgültig, ob wir in unsere Willensnatur hineinschlafen oder ob wir in das Weltenall hineinschlafen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen.

[ 4 ] Well, we are actually faced with a completely different world. And if we want to visualize this other world—this entire set of facts—schematically, we must actually say: here is, in a way, a world (Plate 7, center bottom; red section, from which the horizontal red arrow points to the left in red arcs), which outwardly reveals what speaks to our senses. What speaks to our senses there, we perceive through our eyes, our ears, and so on. That is our world, insofar as we are human beings in the primary sense. But we also belong to the world that lies behind it, as “limb-human” (blue, to the right of red; downward arrow and descending arcs in blue). Yet we merely sleep our way into it. We sleep our way into this world, regardless of whether we sleep into our volitional nature or into the universe itself, between falling asleep and waking up.

Blackboard DrawingZeichnung auf einer Tafel

[ 5 ] Diese zwei Welten sind in der Tat so, daß die eine uns gewissermaßen zugekehrt ist; die andere ist uns abgekehrt; sie liegt hinter der Welt der Sinne, aber wir sind aus ihr. Man hat gerade in älteren Zeiten gefühlt und man fühlt noch im Orient, daß eine Vermittelung zwischen diesen beiden Welten besteht. Wir im Abendlande suchen diese Vermittelung auf andere Weise, wie Sie wissen. Aber im Orient versucht man heute noch, obwohl es schon antiquiert ist für die gegenwärtige Menschheit, diese Vermittelung auch bewußt, relativ bewußt aufzusuchen. Wenn wir essen, dann ist es der blaue Strich, der unser Essen eigentlich symbolisiert. Denn indem wir die Speisen zu uns nehmen, geht ein durchaus in der Schlafens-Sphäre sich abspielender Vorgang vor sich. Sie wissen natürlich nicht, was da vor sich geht, wenn Sie irgend etwas, ein Ei oder einen Kohlkopf, verzehren. Das liegt geradeso im Unbewußten, wie die Vorgänge des Schlafes im Unbewußten zunächst liegen. Der Kohlkopf und das Ei wenden die Außenseite der Sinneswahrnehmung zu. Das ist aber die völlig andere Welt. Aber die Vermittelung ist da in unserem Atmen.

[ 5 ] These two worlds are, in fact, such that one is, so to speak, turned toward us; the other is turned away from us; it lies beyond the world of the senses, yet we come from it. People felt this, especially in earlier times, and people in the East still feel it: that there is a mediation between these two worlds. We in the West seek this mediation in a different way, as you know. But in the East, even today—though it is already antiquated for modern humanity—people still try to seek out this mediation consciously, or relatively consciously. When we eat, it is the blue line that actually symbolizes our food. For as we consume our food, a process takes place that unfolds entirely within the sphere of sleep. Of course, you do not know what is happening there when you eat something—an egg or a head of cabbage. This lies just as much in the unconscious as the processes of sleep initially lie in the unconscious. The head of cabbage and the egg turn away from the outer realm of sensory perception. But that is an entirely different world. Yet the mediation is present in our breathing.

[ 6 ] Unser Atmen bleibt allerdings auch bis zu einem gewissen Grade unbewußt, nicht so stark unbewußt wie unser Essen. Aber trotzdem das Atmen nicht so bewußt wird, wie das Sehen oder das Hören bewußt werden, so ist es doch bewußter als der Vorgang des Verdauens zum Beispiel. In der Regel wird auch im Oriente heute nicht mehr aufgesucht, was ja in alten Zeiten durchaus der Fall war: den Vorgang des Verdauens heraufzubringen ins Bewußtsein. Die Schlangen tun es, wenn sie verdauen. Sie bringen den ganzen Vorgang des Verdauens in ihr Bewußtsein, das aber natürlich nicht ein Menschenbewußtsein ist. Der Wiederkäuer tut es auch, der Mensch nicht. Im Oriente wird aber in einer gewissen Weise ins Bewußtsein heraufgebracht der Vorgang des Atmens. Es gibt eine gewisse Trainierung des Atmens, da das Atmen so vollzogen wird, daß es in einem gewissen Sinne verfließt wie eine Sinneswahrnehmung. Sie sehen, es ist das Atmen hineingestellt zwischen die bewußte Sinneswahrnehmung und das ganz Unbewußte des menschlichen Stoffwechsels. So daß der Mensch in der Tat drei Welten angehört: der Welt, die ihm bewußt vorliegt, der Welt, die ganz unbewußt bleibt, und der Welt, die den Vermittler bildet, der Welt des Atmens.

[ 6 ] Our breathing, however, also remains unconscious to a certain degree—though not as unconscious as our eating. But even though breathing does not become as conscious as seeing or hearing, it is still more conscious than the process of digestion, for example. As a rule, even in the East today, people no longer seek to bring the process of digestion into consciousness, as was certainly the case in ancient times. Snakes do this when they digest; they bring the entire process of digestion into their consciousness—though, of course, this is not human consciousness. Ruminants do this as well, but humans do not. In the East, however, the process of breathing is brought into consciousness in a certain way. There is a specific form of breathing training in which breathing is carried out in such a way that, in a certain sense, it flows like a sensory perception. You see, breathing is situated between conscious sensory perception and the entirely unconscious realm of human metabolism. Thus, human beings in fact belong to three worlds: the world that is consciously present to them, the world that remains entirely unconscious, and the world that serves as the mediator—the world of breathing.

[ 7 ] Nun, es ist ja in der Tat auch eine Art von Stoffwechsel, wenigstens sind es stoffliche Vorgänge, aber in Verfeinerungen, die im Atmungsprozesse vor sich gehen. Es ist das Atmen durchaus ein Mittelstadium zwischen dem eigentlichen Stoffwechsel und dem Sinneswahrnehmungsprozeß, dem ganz bewußten Erleben der äußeren Welt.

[ 7 ] Well, it is indeed a kind of metabolism—at least, these are material processes—but they take place in a more refined form within the respiratory process. Breathing is certainly an intermediate stage between actual metabolism and the process of sensory perception, that is, the fully conscious experience of the external world.

[ 8 ] Wenn wir zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen sind, dann spielt sich in der dann vorliegenden Umgebung des Ich für das heutige gewöhnliche Bewußtsein nur dasjenige ab, was in Träumen erlebt wird, in Träumen sich widerspiegelt. Aber im ganzen kann man doch sagen, daß der Mensch da schon gewissermaßen hinüberspringt in die Welt, die ich hier in diesem Schema (die vorige Zeichnung) als das Blaue dargestellt habe. Der Mensch dringt hinüber in diese andere Welt, und gerade die Träume sind es, die schon durch ihre Natur verraten, wie da der Mensch hinüberspringt. Denken Sie nur einmal, wie verwandt die Träume sind dem Atmungsprozesse, dem Rhythmus des Atmens, wie sie den Rhythmus des Atmens, überhaupt den Rhythmus oftmals nachwirken fühlen, wenn Sie träumen. Der Mensch überschreitet gewissermaßen eine Grenze, die ihm sonst gezogen ist in seiner bewußten Welt, indem er in die Welt, in der er ist im Schlafe, wenigstens hineinnippt, wenn er träumt. Die Welt der Imaginationen liegt ja auch da drüben, nur ist sie dann eine vollkommen bewußte — ein wirklich bewußtes Wahrnehmen in derjenigen Welt, an der der Mensch sonst bloß nippt, wenn er träumt.

[ 8 ] When we are between falling asleep and waking up, the only things that take place in the environment of the “I”—as it exists at that moment—that are accessible to ordinary consciousness today are those experienced in dreams and reflected in them. But on the whole, one can say that the human being, in a sense, already leaps over into the world that I have depicted here in this diagram (the previous drawing) as the blue area. The human being penetrates into this other world, and it is precisely dreams that, by their very nature, reveal how the human being makes this leap. Just think for a moment how closely related dreams are to the process of breathing, to the rhythm of breathing—how they often seem to echo the rhythm of breathing, or indeed the rhythm itself, when you dream. In a sense, a person crosses a boundary that is otherwise drawn for them in their conscious world by at least getting a taste of the world in which they find themselves while asleep, when they dream. The world of the imagination lies over there as well; only then is it a fully conscious one—a truly conscious perception in that world, which a person otherwise merely gets a taste of when dreaming.

[ 9 ] Nun handelt es sich darum, daß ja ein völliges Entsprechen stattfindet in einer gewissen Beziehung, zunächst durch Zahlen. Ich habe schon oftmals auf dieses Entsprechen aufmerksam gemacht zwischen dem Menschen und der Welt, in der der Mensch und auch die Menschheit sich entwickelt. Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, wie der Mensch ja in seinem Atmungsthythmus — 18 Atemzüge in der Minute — etwas hat, was in einer merkwürdigen Übereinstimmung steht mit anderem im Weltenall. Wir haben 18 Atemzüge, die ausgerechnet für den Tag, wie ich Ihnen ja öfter schon erwähnt habe, 25 920 tägliche Atemzüge ergeben. Das ist aber dieselbe Zahl, die man bekommt, wenn man ausrechnet, wieviel Tage eine so normale Lebensdauer von etwa 72 Jahren hat. Auch das sind ungefähr 25920 Tage. So daß in einem Tag irgend etwas ausatmet unseren astralischen Leib und unser Ich, und wiederum einatmet beim Aufwachen, aber nach demselben Zahlenrhythmus.

[ 9 ] The point is that a complete correspondence does indeed exist in a certain respect, primarily through numbers. I have often drawn attention to this correspondence between the human being and the world in which the individual and humanity as a whole develop. I have pointed out to you how the human being, in his breathing rhythm—18 breaths per minute—possesses something that is in a remarkable correspondence with other phenomena in the universe. We take 18 breaths, which, as I have mentioned to you on several occasions, amounts to 25,920 breaths per day. But this is the same number you get when you calculate how many days a normal lifespan of about 72 years comprises. That, too, is approximately 25,920 days. So in the course of a single day, something exhales from our astral body and our “I,” and inhales again upon waking—but always according to the same numerical rhythm.

[ 10 ] Und wiederum, wenn wir die Zahl der Jahre nehmen, welche die Sonne braucht, wenn sie, scheinbar oder wirklich, darauf kommt es jetzt nicht an, vorrückt in ihrem Frühlingsaufgangspunkte — immer schreitet sie um ein Stückchen vor jedes Jahr —, so braucht sie 25 920 Jahre, um einmal ihren Frühlingsaufgangspunkt um den ganzen Himmel herumzuführen: ein platonisches Jahr.

[ 10 ] And again, if we take the number of years it takes the Sun—whether apparently or actually, for that is not the point here—to advance from its vernal equinox—it always advances a little each year—it takes 25,920 years for the Sun to complete one full circuit of the sky from its vernal equinox: a Platonic year.

[ 11 ] Es ist eigentlich dieses menschliche Leben bis ins Kleinste, bis in den Atemzug und bis in seine irdische Begrenzung zwischen Geburt und Tod nachgebilder den Gesetzen des Weltenalls. Und indem wir da hineinschauen in ein Gebiet des Entsprechens zwischen dem Makrokosmos und dem Mikrokosmos Mensch, sehen wir ja doch in dasjenige hinein, was offenkundig da liegt. Aber es gibt noch andere, sehr bedeutende Entsprechungen. Überlegen Sie sich nämlich einmal das Folgende — ich will Sie heute eben gerade durch die Zahl auf das führen, worauf ich Sie gern aufmerksam machen möchte. Nehmen Sie die 18 Atemzüge in der Minute, das gibt in der Stunde 1080, in 24 Stunden 25 920 Atemzüge. Das heißt, wir mußten multiplizieren 18 mit 60 mal 24, um 25920 Atemzüge im Tage zu bekommen.

[ 11 ] In fact, human life—down to its smallest details, down to every breath, and down to its earthly limits between birth and death—is modeled after the laws of the universe. And as we look into this realm of correspondence between the macrocosm and the human microcosm, we are, after all, looking into what is clearly there. But there are other, very significant correspondences as well. Consider the following, for example—today I want to use numbers to guide you to precisely what I’d like to draw your attention to. Take the 18 breaths per minute; that amounts to 1,080 per hour and 25,920 breaths in 24 hours. That means we had to multiply 18 by 60 times 24 to arrive at 25,920 breaths per day.

[ 12 ] Nehmen wir das aber als den Umlauf des Frühlingspunktes um den Himmel. Würden wir das nun dividieren durch 60 mal 24, so würden wir natürlich wiederum 18 bekommen. Wir würden 18 Jahre bekommen. 18 Jahre, was würde denn das eigentlich sein? Überlegen wir uns das einmal, was diese 18 Jahre bedeuten würden. Die 25920 Atemzüge entsprechen einem 24stündigen Menschentag, beziehungsweise sagen wit, dieser 24stündige Menschentag ist also der Tag des Mikrokosmos. 18 Atemzüge entsprechen der Einheit des Rhythmus.

[ 12 ] But let’s take this as the orbit of the vernal equinox around the heavens. If we were to divide that by 60 times 24, we would, of course, get 18 again. We would get 18 years. 18 years—what would that actually be? Let’s think about what these 18 years would mean. The 25,920 breaths correspond to a 24-hour human day; or, to put it another way, this 24-hour human day is the day of the microcosm. 18 breaths correspond to the unit of the rhythm.

[ 13 ] Nehmen wir jetzt einmal — scheuen wir uns dessen nicht — den ganzen Umlauf des Frühlingspunktes um den Himmel als einen großen Himmelstag, nicht bloß als das platonische Jahr, sondern als einen großen Himmelstag. Nehmen wir ihn als Himmelstag oder Weltentag, wie Sie wollen, als Tag des Makrokosmos. Wenn wir die Atemzüge aufsuchen würden im Makrokosmos, die entsprechen würden den Atemzügen des Menschen in einer Minute, wie lange müßten die denn dauern? Es müßten diese Atemzüge 18 Jahre dauern. Ein 18jähriges Atmen, ausgeführt von demjenigen Wesen, das dem Makrokosmos entspricht.

[ 13 ] Let us now—let us not shy away from this—consider the entire orbit of the vernal equinox around the heavens as a great celestial day, not merely as the Platonic year, but as a great celestial day. Let us regard it as a celestial day or a world day, as you will, as a day of the macrocosm. If we were to look for breaths in the macrocosm that correspond to a human’s breaths in one minute, how long would they have to last? These breaths would have to last 18 years. An 18-year breath, performed by the being that corresponds to the macrocosm.

[ 14 ] Wenn Sie die heutigen Angaben der Astronomie nehmen — was sie bedeuten, darüber werden wir noch sprechen —, so wollen wir einmal dasjenige betrachten, was die Astronomen heute die Nutation der Erdachse nennen. Sie wissen, die Erdachse steht schief zur Ekliptik, und die Astronomen reden von einem Pendeln der Erdachse um diese Lage herum und nennen das Nutation. Die Erdachse dreht sich um diese Lage herum just in 18 Jahren, annähernd wenigstens — es sind genauer 18 Jahre 7 Monate, doch wir brauchen die Bruchteile nicht zu berücksichtigen, sie ließen sich aber auch durchaus in richtiger Weise errechnen. Aber mit diesen 18 Jahren hängt etwas anderes zusammen. Nicht nur geschieht dasjenige, was die Astronomen diese Nutation, dieses Erzittern der Erdachse, dieses Drehen der Erdenachse in einem Doppelkegel um den Mittelpunkt der Erde nennen, nicht nur verläuft dieses in 18 Jahren, sondern mit dem gleichzeitig geschieht etwas anderes. Der Mond nämlich, der erscheint ja jedes Jahr an einem anderen Orte. Ebenso wie die Sonne, auf- und absteigend in der Ekliptik, eine Art pendelnder Bewegung vom Äquator fort und zum Äquator zurück durchläuft, so der Mond. Er braucht 18 Jahre, um wieder an der Stelle am Himmel anzukommen, wo er vor 18 Jahren erschienen ist. Sie sehen, diese Nutation hängt mit dem Himmelsgang des Mondes zusammen, so daß man sagen kann: diese Nutation zeigt überhaupt nichts anderes an als den Himmelsgang des Mondes. Diese Nutation ist nur die Projektion dieser Bewegung des Mondes. Wir können also tatsächlich das Atmen des Makrokosmos beobachten. Wir brauchen nur den Gang der Mondenbahn während 18 Jahren zu beobachten, beziehungsweise die Nutation der Erde zu beobachten (Tafel 8, links oben). Die Erde tanzt, und sie tanzt so, daß ihre Achse einen Kegel, einen Doppelkegel beschreibt in 18 Jahren. Dieses Tanzen, das spiegelt ab das Atmen des Makrokosmos. Es ist im platonischen Jahr gerade so oft vorhanden, wie 18 menschliche Atemzüge in einem Tag. Sie haben also eigentlich ein einminutiges Atmen in dieser Nutationsbewegung. So daß wir sagen können: wir schauen in das Atmen des Makrokosmos hinein durch diese Nutations- beziehungsweise Mondbewegung. Da haben wir das Entsprechende für das Atmen. Aber was besagt denn dieses? Das besagt, daß geradeso wie wir, indem wir in das Schlafen hinübergehen oder beziehungsweise nur von dem völlig Wachen in das Träumen hinübergehen, wie wir da in eine andere Welt hinübergehen, so liegt uns — gegenüber den gewöhnlichen Gesetzmäßigkeiten von Tag, Jahr und so weiter, auch dem platonischen Jahr — in diesem Hereinstellen einer Mondregelmäßigkeit etwas vor, was sich verhält im Makrokosmos, wie sich das Atmen, also das Halbbewußte zu unserem Vollbewußten verhält. Wir haben es also nicht bloß zu tun mit einer Welt, die sich da ausbreitet, sondern mit einer zweiten Welt, die da hereinragt, und die die unsrige durchdringt. Geradeso wie wir ein zweites Glied der menschlichen Wesenheit, nämlich den rhythmischen Menschen, im Atmungsprozesse vor uns haben gegenüber dem Wahrnehmungsmenschen, so haben wir in dem, was als Mondbewegung, JahresMondbewegung erscheint, eben ein Jahr dann wie einen einjährigen Atemzug. Das haben wir da als eine zweite Welt in die unsrige hereinragend vor uns.

[ 14 ] If we take today’s astronomical data—we’ll discuss what they mean later—let’s consider what astronomers today call the nutation of the Earth’s axis. As you know, the Earth’s axis is tilted relative to the ecliptic, and astronomers speak of the Earth’s axis oscillating around this position, calling this phenomenon “nutation.” The Earth’s axis completes a full rotation around this position in exactly 18 years—or at least approximately so; to be precise, it is 18 years and 7 months, though we need not take the fractions into account, even though they could certainly be calculated accurately. But there is something else connected to these 18 years. Not only does what astronomers call this nutation—this wobble of the Earth’s axis, this rotation of the Earth’s axis in a double cone around the center of the Earth—not only does this take place over 18 years, but something else happens at the same time. Namely, the Moon appears in a different place every year. Just as the Sun, rising and setting along the ecliptic, undergoes a kind of pendulum-like motion away from and back toward the equator, so does the Moon. It takes 18 years for the Moon to return to the same point in the sky where it appeared 18 years earlier. You see, this nutation is connected to the Moon’s celestial path, so that one can say: this nutation indicates nothing other than the Moon’s celestial path. This nutation is merely the projection of the Moon’s movement. We can thus actually observe the breathing of the macrocosm. We need only observe the course of the Moon’s orbit over 18 years, or rather, observe the Earth’s nutation (Plate 8, top left). The Earth dances, and it dances in such a way that its axis traces a cone—a double cone—over the course of 18 years. This dancing reflects the breathing of the macrocosm. It occurs in the Platonic year exactly as often as 18 human breaths in a day. So this nutation movement actually represents a one-minute breath. Thus we can say: we are looking into the breathing of the macrocosm through this nutation—or lunar—movement. There we have the counterpart to breathing. But what does this mean? It means that just as we, when we drift off to sleep or, respectively, simply transition from full wakefulness to dreaming—just as we pass into another world there—so too do we find—in contrast to the ordinary laws of day, year, and so on—including the Platonic year—in this introduction of a lunar regularity, we encounter something that relates to the macrocosm in the same way that breathing—that is, the semi-conscious—relates to our fully conscious state. We are therefore not merely dealing with a world that spreads out before us, but with a second world that reaches into ours and permeates it. Just as we have before us a second aspect of human being—namely, the rhythmic human being in the process of breathing—as opposed to the perceptive human being, so too do we have, in what appears as the movement of the Moon and the annual lunar cycle, a year that is like a one-year breath. This is what we have before us as a second world projecting into our own.

[ 15 ] Es kann sich also gar nicht darum handeln, daß wir in unserer Umgebung nur eine einzige Welt haben. Wir haben in unserer Umgebung diejenige Welt, die wir als die Welt der Sinne verfolgen können; dann aber eine Welt, der eine andere Gesetzmäßigkeit zugrunde liegt, die zu der unsrigen sich verhält wie unser Atmen zu unserem Bewußtsein und die sich uns verrät, wenn wir in der richtigen Weise die Mondbewegung zu deuten verstehen, respektive ihren Ausdruck, die Nutation der Erde.

[ 15 ] It cannot, therefore, be the case that we have only a single world in our surroundings. In our surroundings, we have the world that we can perceive through our senses; but there is also a world based on a different set of laws, which relates to ours as our breathing relates to our consciousness, and which reveals itself to us when we know how to interpret the motion of the Moon correctly—or rather, its manifestation, the nutation of the Earth.

[ 16 ] Sehen Sie, daraus sollen Sie entnehmen, daß es unmöglich ist, die Gesetzmäßigkeiten, die in der Welt sich uns offenbaren, nur in eindeutiger Weise zu suchen. Der heutige materialistische Denker sucht eine Gesetzmäßigkeit der Welt. Er geht irre, denn er sollte sagen: Alles dasjenige, was Welt der Sinne ist, das ist ja wohl eine Welt, in die wir eingebettet sind, zu der wir gehören, das ist die Welt, die uns unsere Naturwissenschaft nach Ursache und Wirkung auseinandersetzt. Aber da ragt eine andere Welt herein, die andere Gesetzmäßigkeiten hat. (Tafel 7, rechts in der Mitte, schräge Schraffur gelb, horizontale blau). Beide Welten durchdringen sich nur. Beiden Welten muß eine eigene Gesetzmäßigkeit zugeschrieben werden. Solange man der Meinung ist, eine einzige Art von Gesetzmäßigkeit genüge für unsere Welt, alles hänge nur an dem Faden von Ursache und Wirkung, solange gibt man sich greulichen Irrtümern hin. Nur wenn man an so etwas, wie es die Nutation der Erde und die Mondbewegungen sind, ermessen kann, daß in der Tat eine andere Welt da hereinragt, dann kommt man zurecht.

[ 16 ] You see, from this you should conclude that it is impossible to seek the laws that reveal themselves to us in the world in any unambiguous way. Today’s materialist thinker seeks a law governing the world. He is mistaken, for he should say: Everything that constitutes the world of the senses—that is, after all, a world in which we are embedded, to which we belong—is the world that our natural science explains to us in terms of cause and effect. But another world intrudes upon it, one that has different laws. (Panel 7, center right, diagonal hatching in yellow, horizontal hatching in blue). The two worlds merely interpenetrate one another. Each world must be attributed its own set of laws. As long as one believes that a single kind of law suffices for our world—that everything hangs solely on the thread of cause and effect—one is succumbing to terrible errors. Only when one can discern, through phenomena such as the Earth’s nutation and the movements of the Moon, that another world does indeed intrude upon ours, can one come to terms with it.

[ 17 ] Und sehen Sie, hier liegen die Dinge, in denen sich Geistiges und Materielles, wie wir es nennen, oder sagen wir Seelisches und Materielles, berühren. Derjenige, welcher faktisch beobachten kann dasjenige, was im eigenen Selbst enthalten ist, der kommt auf das Folgende. Sehen Sie, meine lieben Freunde — auf solche Dinge muß die Menschheit allmählich aufmerksam werden —, ich glaube, viele sind unter Ihnen, die schon den Zeitpunkt von 18 Jahren und ungefähr 7 Monaten überschritten haben. Das war ein wichtiger Zeitpunkt. Mehrere sind wohl auch unter Ihnen, die 37 Jahre 2 Monate überschritten haben. Das war wiederum ein wichtiger Zeitpunkt. Und dann kommt wieder ein sehr wichtiger Zeitpunkt: 55 Jahre 9 Monate. Es kann in der Gegenwart noch nicht der einzelne Mensch, weil er ja nicht in der Weise erzogen wird, wie es sein sollte, diese Zeitpunkte ordentlich abpassen. Würde er sie ordentlich abpassen, dann würde er wahrnehmen, daß in der Tat in diesen Zeitpunkten Wichtigstes mit der Seele vor sich geht. Die Nächte, die der Mensch zu diesen Zeitpunkten durchlebt, sie sind die wichtigsten Nächte des menschlichen Lebens. Da ist es, wo der Makrokosmos seine 18 Atemzüge vollendet, eine Minute vollendet, und da ist es, wo der Mensch gewissermaßen ein Fenster geöffnet hat gegenüber einer ganz anderen Welt. Nun, ich sagte, der Mensch kann es heute nicht abpassen. Aber es könnte jeder versuchen, auf solche Zeitpunkte im menschlichen Leben zurückzublicken. Wer über 55 Jahre alt geworden ist, kann auf volle drei solche wichtige Abschnitte zurückblicken, manche auf zwei, die meisten unter Ihnen wohl auf einen. In solchen Etappen gehen die Dinge vor sich, die aus einer ganz anderen Welt hereinfließen in diese unsere Welt. Da öffnet sich unsere Welt einer anderen Welt.

[ 17 ] And you see, this is where the spiritual and the material—as we call them—or, let’s say, the soul and the material, intersect. Anyone who is actually able to observe what is contained within their own self will come to the following conclusion. You see, my dear friends—humanity must gradually become aware of such things—I believe there are many among you who have already passed the milestone of 18 years and about 7 months. That was an important milestone. There are probably also several among you who have passed 37 years and 2 months. That, too, was an important milestone. And then comes another very important milestone: 55 years and 9 months. At present, the individual human being is not yet able to properly mark these milestones, because he is not educated in the way he should be. If he were to mark them properly, he would perceive that, in fact, the most important things happen to the soul at these milestones. The nights that a person experiences at these points in time are the most important nights of human life. That is where the macrocosm completes its 18 breaths, completes a minute, and that is where the person has, so to speak, opened a window onto a completely different world. Well, I said that people today cannot time these moments properly. But everyone could try to look back on such moments in human life. Anyone who has reached the age of 55 can look back on three full such important periods; some on two; most of you probably on one. It is during such stages that things take place which flow in from a completely different world into our own world. That is when our world opens up to another world.

[ 18 ] Sehen Sie, soll man genauer bezeichnen, wie sich da unsere Welt einer anderen Welt öffnet, so muß man sagen: da öffnet sich unsere Welt der astralischen Welt neu. Astralische Ströme fließen ein und aus. Allerdings, sie fließen jährlich ein und aus; aber wir haben es da gewissermaßen mit 18 Atemzügen in der Minute zu tun nach diesen 18 Jahren. Kurz, wir werden da gewissermaßen durch die Weltenuhr aufmerksam auf das Atmen des Makrokosmos, in das wir eingefügt sind. Dieses Kortespondieren mit einer anderen Welt, das sich gerade ausdrückt durch die Bewegungen des Mondes, das ist außerordentlich wichtig. Denn sehen Sie, diese Welt, die da hereinragt, sie ist ja gerade diejenige, in die wir hinüberschlafen, wenn wir mit unserem Ich und unserem astralischen Leibe herausgehen aus unserem physischen und unserem Ätherleib. Es ist nicht so, daß man sagen kann, die Welt, die uns umgibt, die ist nur abstrakt durchdrungen von der astralischen Welt, sondern sie atmet die astralische Welt, und wir können in ihren Atmungsprozeß, das Astralische, hineinschauen durch die Mondbewegung, beziehungsweise dutch die Nutation. Sehen Sie, jetzt haben Sie schon etwas außerordentlich Bedeutsames: Sie haben auf der einen Seite unsere Welt, wie sie gewöhnlich angeschaut wird, dazu den materialistischen Aberglauben, der zum Beispiel dazu sich versteigt, daß man hinaufschaut und meint, die Sonne da oben sei ein Gasball, wie man ihn ja beschrieben findet in den Büchern. Es ist Unsinn. Es ist kein Gasball, sondern es ist weniger als Raum dort (Tafel 7, rechts unten, noch ohne Strahlen), es ist ein Saugekörper dort, weniger als Raum, während gerade ringsherum noch dasjenige ist, was bis zu einem gewissen Grade drückt. So daß wir es mit dem, was von der Sonne kommt, nicht zu tun haben mit irgend etwas, was etwa durch Verbrennen in der Sonne entsteht oder so etwas, sondern es ist alles zurückgestrahlt (die Rückstrahlung wird eingezeichnet), was erst hingestrahlt ist aus dem Weltenall. Da ist es leerer als leer, wo die Sonne ist.

[ 18 ] You see, if one were to describe more precisely how our world opens up to another world, one would have to say: our world is opening up anew to the astral world. Astral currents flow in and out. Admittedly, they flow in and out annually; but we are dealing here, so to speak, with 18 breaths per minute over the course of these 18 years. In short, through the world clock, we become attuned, so to speak, to the breathing of the macrocosm into which we are embedded. This correspondence with another world—which is expressed precisely through the movements of the Moon—is extraordinarily important. For you see, this world that reaches in here is precisely the one into which we drift as we sleep, when we step out of our physical and etheric bodies with our I and our astral body. It is not the case that one can say the world around us is merely abstractly permeated by the astral world; rather, it breathes the astral world, and we can glimpse into its breathing process—the astral—through the Moon’s movement, or rather through nutation. You see, now you already have something extraordinarily significant: on the one hand, you have our world as it is usually viewed, along with the materialistic superstition that, for example, goes so far as to make people look up and think that the sun up there is a ball of gas, just as it is described in the books. That is nonsense. It is not a ball of gas, but rather it is less than space there (Plate 7, bottom right, still without rays); it is a suction body there—less than space—while all around it is still that which exerts pressure to a certain degree. So what comes from the sun has nothing to do with anything produced by burning within the sun or anything of the sort; rather, it is all reflected back (the reflection is shown in the diagram) that was first radiated from the universe. It is emptier than empty where the sun is.

[ 19 ] Aber leerer als leer ist es überall im Weltenall, wo Äther ist. Deshalb wird es den Physikern so schwer, vom Äther zu sprechen, weil sie immer denken, der Äther ist auch Materie, aber dünner: dünner als die gewöhnliche Materie. Auf das Dünnere läßt sich der Materialismus noch ein, sowohl der naturwissenschaftliche Materialismus wie auch der theosophische Materialismus — aufs Dünnere, aufs immer Dünnere läßt er sich noch ein. Dichte Materie, die Äthermaterie ist dünner, die astralische Materie wieder dünner, und dann, nun dann sind da diese mentalischen Materien und was da alles ist immer dünner und dünner. Aufs Dünnere läßt sich dieser theosophische Materialismus ein, gerade wie der naturwissenschaftliche Materialismus, nur daß der eine etwas mehr Nummern aufzählt im Dünnerwerden als der andere. Aber es handelt sich beim Übergang von der gewöhnlichen wägbaren, gewichtigen Materie zum Äther gar nicht darum, daß es dünner wird. Wer da glaubt — ich möchte das Bild noch einmal vor Ihre Seele hinstellen —, daß es sich beim Äther nur um das Dünnerwerden der Materie handelt, der steht auf demselben Boden wie der, der sagt: Ich habe hier eine Schatulle voll Geld, nehme davon weg und nehme davon weg, das Geld wird immer weniger und weniger. Zuletzt wird es Null und man ist am Ende. — Aber nicht wahr, es kann ja noch weniger werden, wenn man Schulden macht. Da wird es weniger als Null. So wird die Materie nicht bloß leerer Raum, sondern sie wird negativ, sie wird weniger als nichts, sie wird saugend. Und der Äther ist saugend. Die Materie ist drückend, der Äther ist saugend. Die Sonne ist ganz ein Ball, der eigentlich saugt. Und überall, wo Äther ist, ist Saugekraft.

[ 19 ] But nowhere in the universe where ether exists is it emptier than empty. That is why physicists find it so difficult to speak of ether, because they always think that ether is also matter, but thinner: thinner than ordinary matter. Materialism can still accept the thinner forms—both scientific materialism and theosophical materialism—it can still accept the thinner, the ever-thinner forms. Dense matter; etheric matter is thinner; astral matter is even thinner; and then—well, then there are these mental forms and everything else that is ever thinner and thinner. This theosophical materialism accepts the increasingly subtle, just like scientific materialism, except that one lists a few more stages of subtlety than the other. But the transition from ordinary, weighable, substantial matter to the ether is not at all a matter of it becoming more subtle. Anyone who believes—and I’d like to paint this picture for you once more—that the ether is merely a matter of matter becoming thinner stands on the same ground as someone who says: “I have a box full of money here; I take some out, and then some more—the money keeps getting less and less.” Eventually it becomes zero, and that’s the end of it. — But isn’t it true that it can become even less if you go into debt? Then it becomes less than zero. Thus, matter does not merely become empty space, but it becomes negative; it becomes less than nothing; it becomes suction-like. And the ether is suction-like. Matter is oppressive; the ether is suction-like. The sun is entirely a sphere that actually sucks. And wherever there is ether, there is suction.

[ 20 ] Da kommt man hinüber in das andere des dreidimensionalen Raumes, aus dem Drückenden ins Saugende. Dasjenige, was zunächst uns in der Welt umgibt, woraus wir als physischer Mensch und als Äthermensch bestehen, das ist ein Drückendes und ein Saugendes. Auch wir selbst bestehen aus einem Drückenden und Saugenden. Nur sind wir eben gemischt aus Drückendem und Saugendem, während die Sonne bloß Saugendes ist, bloß Äther. Aber dieses Gewoge von Drückendem und Saugendem, von wägbarer Materie und Äther, das ist in lebendiger Organisation. Das atmet fortwährend, indem sich das Atmen ausdrückt durch die Mondbewegungen, durch die Nutation; das atmet fortwährend Astralisches. So daß wir also auch da nun schon gewissermaßen ahnen ein zweites Glied der Welt überhaupt, das eine Glied der Welt drückend und saugend, physisch und ätherisch, und dann ein zweites Glied der Welt: Astralisches. Das ist weder das Eine noch das Andere, sondern das wird ein- und ausgeatmet, und die Nutation kündigt uns das an.

[ 20 ] There we cross over into the other aspect of three-dimensional space, from the pressing to the drawing. That which initially surrounds us in the world, of which we as physical human beings and as etheric human beings are composed, consists of a pressing and a drawing force. We ourselves, too, consist of a pressing and a drawing force. The difference is that we are a mixture of the oppressive and the drawing-in, whereas the Sun is purely the drawing-in, purely ether. But this interplay of the oppressive and the drawing-in, of weighable matter and ether, exists within a living organism. It breathes continuously, expressing this breathing through the movements of the Moon, through nutation; it breathes the astral realm continuously. So that even here we can already, in a sense, sense a second aspect of the world as a whole: one aspect of the world that is compressing and drawing in—physical and ethereal—and then a second aspect of the world: the astral. This is neither one nor the other, but rather it is breathed in and out, and nutation announces this to us.

[ 21 ] Nun, sehen Sie, es ist uralt, daß man eine gewisse astronomische Tatsache beobachtet hat. Viele tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung war es den Ägyptern bekannt, daß nach 72 Jahren die Fixsterne in ihrer scheinbaren Bewegung der Sonne um einen Tag vorausgeeilt sind. Zunächst sieht es ja so aus, nicht wahr, daß die Fixsterne sich scheinbar drehen, die Sonne sich scheinbar dreht. Aber die Sonne dreht sich wesentlich langsamer als die Fixsterne, und nach 72 Jahren sind die Fixsterne schon ein Stück vorausgeeilt. Deshalb verschiebt sich ja der Frühlingspunkt, weil die Fixsterne vorauseilen. Wenn der Frühlingspunkt weiter und weiter rückt, dann müssen sich ja die Fixsterne gegenüber dem Stand der Sonne verschoben haben. Nun, die Sache ist so, daß nach 72 Jahren tatsächlich die Fixsterne der Sonne um einen Tag voraus sind. So findet man, daß nach 72 Jahren die Sterne Ende des 30. Dezember an einem bestimmten Punkte ankommen, die Sonne kommt erst Ende des 31. Dezember an demselben Punkte an. Sie ist also langsamer gegangen um einen Tag. Nach 25920 Jahren bleibt sie so weit zurück, daß der ganze Umkreis vollendet ist, daß sie wiederum an den Punkt zurückkommt, den wir vorher notiert haben. Nach 72 Jahren also ist die Sonne um einen Tag zurückgeblieben hinter den Fixsternen. Das ist aber eben ungefähr die normale Lebensdauer eines Menschen, das sind die 72 Jahre, die 25920 Tage sind.

[ 21 ] Well, you see, it has long been known that a certain astronomical fact has been observed. Many thousands of years before our era, the Egyptians knew that after 72 years, the fixed stars had moved one day ahead of the Sun in their apparent motion. At first glance, it does seem, doesn’t it, that the fixed stars appear to rotate, and the Sun appears to rotate. But the Sun rotates much more slowly than the fixed stars, and after 72 years, the fixed stars have already moved a bit ahead. That is why the vernal equinox shifts—because the fixed stars are moving ahead. If the vernal equinox keeps moving further and further, then the fixed stars must have shifted relative to the Sun’s position. Well, the fact is that after 72 years, the fixed stars are indeed one day ahead of the Sun. Thus, we find that after 72 years, the stars reach a certain point at the end of December 30, while the Sun does not reach the same point until the end of December 31. It has therefore lagged behind by one day. After 25,920 years, it falls so far behind that the entire cycle is complete, and it returns to the point we noted earlier. So after 72 years, the Sun has fallen one day behind the fixed stars. But that is roughly the normal lifespan of a human being—those 72 years, which amount to 25,920 days.

[ 22 ] Und nehmen wir diese 72 Jahre 360 mal, dann haben wir, eben wenn wir das Menschenleben als einen Tag betrachten und 360 Weltentage annehmen, in denen die Sonne einmal herumgeht, da haben wir dann das Menschenleben als einen Tag des Makrokosmos — der Mensch gleichsam ausgeatmet aus dem Makrokosmos —, das Menschenleben als einen Tag im makrokosmischen Jahr.

[ 22 ] And if we multiply these 72 years by 360, then—if we regard human life as a single day and assume 360 cosmic days in which the sun completes one full cycle—we have human life as a single day of the macrocosm—humanity, as it were, breathed forth from the macrocosm—human life as a single day in the macrocosmic year.

[ 23 ] Auf dieses ganze scheinbare Umlaufen des Frühlingspunktes haben tausende von Jahren vor unserer Zeitrechnung die Ägypter hingewiesen, denn sie haben in der 72jährigen Periode etwas sehr Wichtiges gesehen, und sie haben damit auf dieses makrokosmische Jahr hingedeutet. In diesem Herumgehen des Frühlingspunktes zeigt sich uns wiederum etwas an, was zu tun hat mit Leben und Sterben des Menschen im Weltenall draußen, also Leben und Sterben des Makrokosmos. Das Gesetz des Lebens und Sterbens des Menschen ist etwas, was wir ja verfolgen müssen. Auch dasjenige, was Nutation ist, weist uns ja auf eine andere Welt hin, so wie uns unsere Wahrnehmungswelt auf die Atmungswelt hinweist. Was Sie in der gegenwärtigen Astronomie als Präzession finden, das Vorrücken der Tag- und Nachtgleichen also, in dem finden Sie wiederum etwas wie den Übergang zum vollständigen Schlafen, den Übergang zu einer dritten Welt, die ich nun wiederum als eine andere, hereinragend in diese (Tafel 7, Zeichnung rechts, Mitte, 2. horizontale Schraffur, tot) zeichnen müßte. Drei Welten, die sich gegenseitig durchdringen, gegenseitig auch aufeinander beziehen, die man aber nicht einfach unter dem Gesichtspunkte der Kausalität zusammenfassen darf — drei Welten, das heißt eine dreigliedrige Welt, wie einen dreigliedrigen Menschen. Eine erste Welt, die Welt, die uns umgibt, die wir wahrnehmen; eine zweite Welt, die sich herein ankündigt durch die Bewegungen des Mondes; eine dritte Welt, die sich herein ankündigt durch die Bewegungen des Aufgangspunktes der Sonne, also in gewissem Sinne, müssen wir sagen: dutch den Weg des Sonnenweges. Da sehen wir auf eine dritte Welt hin, die allerdings so unbekannt bleibt, wie die Welt unseres Willens dem gewöhnlichen Bewußtsein unbekannt bleibt.

[ 23 ] Thousands of years before our era, the Egyptians pointed out this entire apparent oscillation of the vernal equinox, for they saw something very important in the 72-year cycle, and through it they alluded to this macrocosmic year. In this wandering of the vernal equinox, we again see something that has to do with the life and death of human beings in the universe out there—that is, the life and death of the macrocosm. The law of human life and death is something we must indeed pursue. Nutation, too, points us toward another world, just as our world of perception points us toward the world of breathing. What you find in modern astronomy as precession—that is, the advance of the equinoxes—reveals something akin to the transition into complete sleep, the transition to a third world, which I would now have to depict as a separate realm extending into this one (Plate 7, drawing on the right, center, 2nd horizontal hatch, dead). Three worlds that interpenetrate one another, that also relate to one another, but which must not simply be summarized from the standpoint of causality—three worlds, that is, a threefold world, like a threefold human being. A first world, the world that surrounds us, which we perceive; a second world, which announces its presence through the movements of the Moon; a third world that announces itself through the movements of the point where the sun rises—that is, in a certain sense, we must say, through the path of the sun. There we look toward a third world that, however, remains as unknown as the world of our will remains unknown to ordinary consciousness.

[ 24 ] Es handelt sich also darum, daß wir überall solche Entsprechungen suchen, solches Bezogensein des menschlichen Mikrokosmos auf den Makrokosmos. Und wenn im Orient heute noch, allerdings in der Dekadenz, aber früher in der Blüte der alten orientalischen Weisheit, ein Atmungsbewußtsein gesucht wurde, so war es das Bedürfnis, hinüberzuschlüpfen in diese andere Welt, die sich sonst nur ankündigt durch dasjenige, möchte ich sagen, was der Mond in unserer Welt will. Aber man hat auch in anderer Beziehung auf diese innere Gesetzmäßigkeit wohl hinzuweisen gewußt in den Zeiten, in denen es noch eine, in anderer Art, als wir sie suchen müssen, zum Menschen gekommene Urweisheit gab. Im Alten Testamente gebrauchte man bei den Eingeweihten, die diese Dinge wußten, immer ein Bild, das Sie ja auch in einer gewissen Weise — ich habe auch darauf schon einmal früher aufmerksam gemacht — in den Evangelien finden, man brauchte das Bild von dem Mondenlichte im Verhältnis zum Sonnenlichte. Es ist ja so, nicht wahr, daß man das Mondenlicht ansieht als in gewisser Beziehung nur Sonnenlicht zurückstrahlend. (Tafel 8, unten, rot; der kleine Kreis links blau). Jetzt spreche ich im Sinne der Physik — ich werde ja wohl auch davon noch zu sprechen haben, daß diese Ausdrücke sehr wenig genau sind —, wir sprechen im Sinne der Physik, denn sie lag ja auch den Vorstellungen zugrunde, die da waren. Dieses Mondenlicht das galt im Alten Testament als der Repräsentant der Jahve-Kraft. Die Jahve-Kraft stellte man sich vor als zurückgeworfene Kraft, und die Eingeweihten, natürlich nicht die orthodoxen Rabbiner des Alten Testaments, aber die Eingeweihten sagten: Der Messias, der Christus wird kommen, der wird das direkte Sonnenlicht sein, Jahve ist bloß die vorhergehende Reflexion. Das ist dasselbe, aber es ist nicht das direkte Sonnenlicht. — Es ist natürlich, daß jetzt nicht das physische Sonnenlicht gedacht werden darf, sondern das Spirituelle dabei in Betracht kommt.

[ 24 ] The point, then, is that we should seek such correspondences everywhere—such connections between the human microcosm and the macrocosm. And if in the East today—albeit in a state of decadence, but formerly in the heyday of ancient Eastern wisdom—a consciousness of breathing was sought, it was out of the need to slip over into this other world, which otherwise reveals itself only through, I might say, what the moon intends in our world. But people also knew how to point to this inner law in other respects during the times when there was still a primordial wisdom that had come to humanity in a different way than we must seek it today. In the Old Testament, the initiates who knew these things always used an image—which you can also find, in a certain sense, in the Gospels, as I have pointed out before—namely, the image of moonlight in relation to sunlight. It is true, isn’t it, that moonlight is regarded, in a certain sense, as merely reflecting sunlight. (Plate 8, bottom, red; the small circle on the left, blue). Now I am speaking in the sense of physics—though I will likely have to mention later that these terms are not very precise—we are speaking in the sense of physics, for it was the basis for the concepts that existed at the time. This moonlight was regarded in the Old Testament as the representative of the power of Yahweh. The power of Yahweh was conceived as reflected power, and the initiates—not, of course, the orthodox rabbis of the Old Testament, but the initiates—said: The Messiah, the Christ, will come; he will be the direct sunlight; Yahweh is merely the preceding reflection. It is the same thing, but it is not the direct sunlight. — It goes without saying that we must not think of physical sunlight here, but rather consider the spiritual aspect.

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[ 25 ] Nun trat Christus in der Zeit in die Menschheitsentwickelung ein, und dasjenige trat ein, was früher nur in der Reflexion, nur indirekt in der Jahve-Gestalt da war. Zunächst war daher eine Notwendigkeit vorliegend, den Christus, der in Jesus lebte, nach einer anderen Gesetzmäßigkeit zu denken, als nach der Gesetzmäßigkeit, welche der gewöhnlichen Naturerkenntnis vorliegt. Wenn man aber eine solche Gesetzmäßigkeit nicht gelten läßt, wenn man glaubt, die Welt hänge nur nach Ursachen und Wirkungen zusammen und sei eine kausal zusammenhängende Welt, da ist kein Platz für dasjenige, was der Christus ist. Man muß erst vorbereiten den Platz für den Christus, indem man die drei sich ineinander gliedernden Welten ins Auge faßt. Dann gibt es auch eine Möglichkeit, zu sagen: Wenn auch in der Welt, die unsere Sinne vor sich haben, überall alles nach Ursache und Wirkung so zusammenhängt, wie die Naturwissenschaft es faßt — eine andere Welt durchdringt diese. Da hinein gehört dasjenige, was das Geschehen ist, das sich an das Ereignis von Golgatha anknüpft. Wenn in unserer Zeit immer mehr das Bedürfnis auftauchen wird, Verständnis zu bekommen für diese Dinge, so handelt es sich darum, daß dieses Verständnis eben gesucht werden muß durch eine Anerkenntnis der ineinander sich gliedernden Welten, die aber durchaus von einander verschieden sind. Es handelt sich darum, daß man dreierlei Gesetzmäßigkeiten sucht, nicht eine bloß. Und diese dreierlei Gesetzmäßigkeiten werden wir eben im Menschen zu suchen haben. Aber wenn Sie dies ins Auge fassen, was ich jetzt gesagt habe, dann werden Sie verstehen, daß es sich darum handelt, nicht bloß so, wie es das kopernikanische, galileische Weltensystem macht, aufzuzeichnen irgendwelche Ellipsen (Tafel 7, links unten; rot), die darstellen sollen die Bahnen von Saturn, Jupiter, Mars; von Erde, Venus, Merkur und dann Sonne. Darum kann es sich nicht handeln; sondern es handelt sich darum, die Gesetze, die zunächst da walten, wo die Welt vorliegt, die sich uns durch das sinnlich Wahrnehmbare ausdrückt, daß wir diese durchkreuzt uns denken müssen von anderer Gesetzmäßigkeit, und daß vor allen Dingen unser jetziger Mond in seiner Bewegung etwas darstellt, was nun seinerseits gar nicht zusammenhängt kausal mit dem übrigen Sternensystem. Er gehört nicht dazu wie die anderen Planeten. Er deutet auf eine Welt, die in die unsrige eben hereingeschoben ist. Er deutet auf den Atmungsprozeß unseres Weltensystems, wie die Sonne hindeutet auf das Durchdrungensein von dem Äther.

[ 25 ] Now Christ entered into the course of human development, and what had previously existed only in reflection—only indirectly in the form of Yahweh—came into being. At first, therefore, it was necessary to conceive of the Christ who lived in Jesus according to a different set of laws than those underlying ordinary scientific understanding of nature. But if one does not accept such a law, if one believes that the world is connected solely by causes and effects and is a causally interconnected world, then there is no place for what Christ is. One must first prepare a place for Christ by taking into account the three worlds that are interwoven. Then there is also a possibility of saying: Even if, in the world that our senses perceive, everything is interconnected everywhere through cause and effect, just as natural science conceives it—another world permeates this one. This is where the events that follow on from the event at Golgotha belong. If, in our time, the need to gain an understanding of these things continues to grow, then the point is that this understanding must be sought precisely through a recognition of the worlds that are structured within one another, yet are entirely distinct from one another. The point is to seek three kinds of laws, not just one. And it is precisely within the human being that we will have to seek these three kinds of laws. But if you consider what I have just said, you will understand that the point is not merely to draw, as the Copernican and Galilean world systems do, certain ellipses (Plate 7, bottom left; red) that are supposed to represent the orbits of Saturn, Jupiter, Mars; of Earth, Venus, Mercury, and then the Sun. That cannot be the point; rather, the point is that we must conceive of the laws that initially govern the world as it presents itself to us—as expressed through what is perceptible to the senses—as being intersected by a different set of laws, and that, above all, our present Moon, in its motion, represents something that, for its part, has no causal connection whatsoever with the rest of the solar system. It does not belong to it like the other planets. It points to a world that has just been thrust into our own. It points to the breathing process of our world system, just as the Sun points to the permeation by the ether.

[ 26 ] Ehe man also Astronomie treibt, sollte man vor allen Dingen sich qualitativ über dasjenige unterrichten, was sich da im Raum bewegt und was im Raum von einander abhängig ist. Denn man sollte sich klar sein, daß man nicht einfach miteinander in Beziehungen bringen darf Sonnenmaterie und irgendeine andere Materie, irgendeine Erdenmaterie. Die Sonnenmaterie ist im Verhältnis zur Erdenmaterie eine saugende, während die Erdenmaterie eine drückende ist. Und die Bewegungen, die sich ausdrücken in der Nutation, sind Bewegungen, die von der Astralität herrühren, nicht von irgend etwas, was durch Newtonsche Prinzipien aufgesucht werden darf. Aber dieser Newtonismus, er ist gerade dasjenige, was uns in so furchtbarer Weise in den Materialismus hineingeschmettert hat, denn er hat zur äußersten Abstraktion gegriffen. Er redet von einer Gravitationsktaft: Die Sonne zieht die Erde an, oder die Erde zieht den Mond an — eine Kraft, eine Anziehungskraft von dem Monde zur Erde hin, oder von der Erde zur Sonne hin, so irgendein unsichtbarer Strick (Tafel 7, rechts oben). Aber bestände bloß diese Anziehungskraft, so wäre ja kein Grund vorhanden, daß sich etwa der Mond um die Erde, oder die Erde um die Sonne dreht, sondern es wäre nur ein Grund vorhanden, daß der Mond auf die Erde herunterfiele — er wäre schon längst heruntergefallen, wenn bloß die Gravitationskraft da wäre — oder die Erde in die Sonne hineinfiele. Das geht also doch nicht, daß man bloß die Gravitation annimmt, um die gedachten oder wirklichen Bewegungen der Himmelskörper zu erklären. Also was tut man? Man sagt so: Nehmen wir an, hier ist ein Planet (dieselbe Tafel, Mitte oben), er möchte eigentlich fortwährend in die Sonne hineinfallen, wenn bloß die Anziehungskraft wäre. Aber es ist ihm eine Kraft, eine Tangentialkraft, ein mächtiger Stoß einmal verliehen worden, und da wirkt hier der Stoß so stark, die Anziehungskraft vielleicht so stark; nun, da bewegt er sich eben nicht so, daß er hereinfällt, sondern er bewegt sich dann in der resultierenden Linie.

[ 26 ] Before engaging in astronomy, one should, above all, gain a qualitative understanding of what moves in space and what is interdependent within it. For one must be clear that one cannot simply establish a relationship between solar matter and any other matter—such as terrestrial matter. Solar matter is, in relation to terrestrial matter, an absorbing force, whereas terrestrial matter is a compressing force. And the movements expressed in nutation are movements that originate in the astral realm, not from anything that can be explained by Newtonian principles. But this Newtonianism is precisely what has hurled us so terribly into materialism, for it has resorted to the utmost abstraction. It speaks of a gravitational force: the Sun attracts the Earth, or the Earth attracts the Moon—a force, a force of attraction from the Moon toward the Earth, or from the Earth toward the Sun, like some invisible string (Plate 7, top right). But if only this force of attraction existed, there would be no reason for the Moon to revolve around the Earth, or for the Earth to revolve around the Sun; rather, there would only be a reason for the Moon to fall down onto the Earth—it would have fallen long ago if only the force of gravity were present—or for the Earth to fall into the Sun. So it doesn’t work to simply assume gravity to explain the imagined or actual movements of the celestial bodies. So what do we do? We say this: Let’s assume there is a planet here (the same plate, top center); it would actually be constantly falling into the Sun if only the force of attraction were present. But a force—a tangential force, a powerful impulse—has been imparted to it once, and here the impulse acts so strongly, the gravitational force perhaps just as strongly; well, then it does not move in such a way that it falls in, but rather it moves along the resulting line.

[ 27 ] Sie sehen, dieser Newtonismus hat nötig, daß jeder Planet, überhaupt jeder bewegte Himmelskörper, einen Urstoß erhalten hat. Da muß also immer ein extramundaner Gott da sein, der da stößt, der da die Tangentialkraft gibt. Das ist überall vorausgesetzt. Diese Annahme ist aber in einer Zeit gemacht, wo man gar keine Ahnung mehr hatte, wie man das Geistige mit dem Materiellen in irgendeine Verbindung bringen sollte, wo man beim alleräußersten Anstoß stehen geblieben war. Darinnen spricht sich schon dieses DieMaterie-nicht-Begreifenkönnen des Materialismus aus. Das ist es ja, worauf ich in der letzten Zeit so häufig hingewiesen habe. Er kann daher auch nicht die Bewegungen des Materiellen verstehen, sondern er muß sie ganz anthropomorphistisch erklären, indem er sich den Gott ganz als Mensch denkt und — hups — bekommt der Mond einen Stoß, dann die Erde, dann ziehen sich die an, und dann resultieren aus dem Hups-Stoß und aus der Anziehungskraft die Bewegungen.

[ 27 ] You see, this Newtonian theory requires that every planet—indeed, every moving celestial body—have received an initial impulse. So there must always be an extra-mundane God who imparts that impulse, who provides the tangential force. This is assumed everywhere. But this assumption was made at a time when people no longer had any idea how to connect the spiritual with the material in any way, when they had come to a standstill at the very point of the initial impulse. This already reveals materialism’s inability to comprehend matter. That is precisely what I have pointed out so frequently of late. Consequently, materialism cannot understand the movements of the material world either; instead, it must explain them in a completely anthropomorphic way by conceiving of God entirely as a human being—and—whoops—the moon gets a push, then the Earth; they are drawn to one another, and the movements result from that “whoops” push and the force of attraction.

[ 28 ] In diesen Dingen stehen wir heute darinnen. Aus diesen Dingen heraus konstruieren wir uns unser Weltensystem. Aber zum Begreifen desjenigen, was ist, ist mehr notwendig; dazu ist notwendig, daß man in einer solchen Weise überall die Verbindungen verstehen lernt zwischen dem, was im Menschen lebt und dem, was draußen im Makrokosmos lebt. Denn der Mensch ist ein wirklicher Mikrokosmos im Makrokosmos. Davon dann morgen weiter.

[ 28 ] This is where we stand today. It is from these things that we construct our worldview. But to understand what is, more is needed; it is necessary to learn to understand, in every respect, the connections between what lives within the human being and what lives outside in the macrocosm. For the human being is a true microcosm within the macrocosm. More on this tomorrow.