Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203

8 February 1921, Stuttgart

Translate the original German text into any language:

Zwölfter Vortrag

Zwölfter Vortrag

[ 1 ] Ich habe mir vorgenommen, heute noch diesen Vortrag zu halten, weil vor der bevorstehenden längeren Reise doch über einiges, das gerade zusammenhängt mit wichtigen Aufgaben der anthroposophischen Bewegung, wenigstens mit den Intentionen wichtiger Aufgaben, geredet werden sollte. Ich möchte nur aphoristisch heute auf einiges aufmerksam machen. Wir haben gar sehr Veranlassung, die geschichtliche Entwickelung der anthroposophischen Bewegung immer wieder und wiederum uns vor Augen zu führen, denn diese anthroposophische Bewegung hängt davon ab, daß sie von denjenigen, die ihre Träger sein wollen, in der richtigen Weise aufgefaßt und auch angefaßt werde. Wir müssen durchaus eingedenk des Umstandes sein, daß durch ihre eigene Natur, durch ihre ganze Wesenheit diese anthroposophische Bewegung herausgewachsen ist aus demjenigen Stadium, in dem es möglich war, gewissermaßen vor der Welt eine Art unvermerkten Daseins zu führen. Wir dürfen diese Tatsache, die innerhalb der Entwickelung der anthroposophischen Bewegung eine der wichtigsten ist, durchaus nicht übersehen. Wir müssen uns ja klar darüber sein, daß die anthroposophische Bewegung so begonnen hat und eigentlich auch so beginnen mußte, denn man kann ja überall nur aus den realen Verhältnissen heraus irgend etwas schaffen, daß kleine Gruppen zusammentraten und in kleinen Gruppen gruppenmäßig gearbeitet wurde. In diese kleinen Gruppen wurde aber vielfach, das läßt sich nicht leugnen, hineingetragen etwas von dem durchaus Sektiererischen der alten theosophischen Bewegung. Das wurde von verschiedenen Seiten doch auch als, ich möchte sagen, eine Arbeitsgewohnheit mancher unserer Mitglieder angenommen; aber wiederum ist dasjenige, was der Inhalt der hier gemeinten anthroposophischen Geisteswissenschaft ist, vom Anfange an so gewesen, daß es unmöglich in irgendein sektiererisches Gebaren hineinpaßte. Stark hat sich das ja gezeigt bei allem, was einem entgegentreten konnte, als hier in Dornach der Bau dieses Goetheanums begonnen wurde. Man meinte vielfach in Mitgliederkreisen, daß es möglich sei, einen solchen Bau vor die Welt hinzustellen und doch gewisse alte sektiererische Usancen beizubehalten. Solche sektiererischen Usancen sind ja nur allzu begreiflich, denn sie sind üblich in allen Theosophischen Gesellschaften, sie sind üblich in manchen Orden und dergleichen, wo tatsächlich zumeist in dem Sinne gearbeitet wird, den man einen obskuren Sinn nennen kann, wo sorgfältig vermieden wird, sich auseinanderzusetzen mit demjenigen, was nun einmal betrachtet werden muß, wenn eine Bewegung einen allgemeinmenschlichen Charakter in sich tragen soll.

[ 1 ] Ich habe mir vorgenommen, heute noch diesen Vortrag zu halten, weil vor der bevorstehenden längeren Reise doch über einiges, das gerade zusammenhängt mit wichtigen Aufgaben der anthroposophischen Bewegung, wenigstens mit den Intentionen wichtiger Aufgaben, geredet werden sollte. Ich möchte nur aphoristisch heute auf einiges aufmerksam machen. Wir haben gar sehr Veranlassung, die geschichtliche Entwickelung der anthroposophischen Bewegung immer wieder und wiederum uns vor Augen zu führen, denn diese anthroposophische Bewegung hängt davon ab, daß sie von denjenigen, die ihre Träger sein wollen, in der richtigen Weise aufgefaßt und auch angefaßt werde. Wir müssen durchaus eingedenk des Umstandes sein, daß durch ihre eigene Natur, durch ihre ganze Wesenheit diese anthroposophische Bewegung herausgewachsen ist aus demjenigen Stadium, in dem es möglich war, gewissermaßen vor der Welt eine Art unvermerkten Daseins zu führen. Wir dürfen diese Tatsache, die innerhalb der Entwickelung der anthroposophischen Bewegung eine der wichtigsten ist, durchaus nicht übersehen. Wir müssen uns ja klar darüber sein, daß die anthroposophische Bewegung so begonnen hat und eigentlich auch so beginnen mußte, denn man kann ja überall nur aus den realen Verhältnissen heraus irgend etwas schaffen, daß kleine Gruppen zusammentraten und in kleinen Gruppen gruppenmäßig gearbeitet wurde. In diese kleinen Gruppen wurde aber vielfach, das läßt sich nicht leugnen, hineingetragen etwas von dem durchaus Sektiererischen der alten theosophischen Bewegung. Das wurde von verschiedenen Seiten doch auch als, ich möchte sagen, eine Arbeitsgewohnheit mancher unserer Mitglieder angenommen; aber wiederum ist dasjenige, was der Inhalt der hier gemeinten anthroposophischen Geisteswissenschaft ist, vom Anfange an so gewesen, daß es unmöglich in irgendein sektiererisches Gebaren hineinpaßte. Stark hat sich das ja gezeigt bei allem, was einem entgegentreten konnte, als hier in Dornach der Bau dieses Goetheanums begonnen wurde. Man meinte vielfach in Mitgliederkreisen, daß es möglich sei, einen solchen Bau vor die Welt hinzustellen und doch gewisse alte sektiererische Usancen beizubehalten. Solche sektiererischen Usancen sind ja nur allzu begreiflich, denn sie sind üblich in allen Theosophischen Gesellschaften, sie sind üblich in manchen Orden und dergleichen, wo tatsächlich zumeist in dem Sinne gearbeitet wird, den man einen obskuren Sinn nennen kann, wo sorgfältig vermieden wird, sich auseinanderzusetzen mit demjenigen, was nun einmal betrachtet werden muß, wenn eine Bewegung einen allgemeinmenschlichen Charakter in sich tragen soll.

[ 2 ] Die Gewohnheiten des Arbeitens in gewissen Orden und in den theosophischen Bewegungen konnten schon deshalb durchaus nicht anwendbar sein auf dasjenige, was der Inhalt war, der sich auswirkte durch die anthroposophische Bewegung, weil diese anthroposophische Bewegung, trotzdem sie zum Herzen und zum Gemüte eines jeden einzelnen Menschen spricht, doch zu gleicher Zeit vom Anfang an voll gewachsen war allen wissenschaftlichen Anforderungen, die nur in der Gegenwart irgendwie gestellt werden können. Das letztere ist ja eine Tatsache, die von vielen Seiten auch innerhalb der Mitgliedschaft durchaus nicht ernst genommen worden ist. Es liegt ja in der Natur der Menschen, daß sie auf der einen Seite voll drinnen stehen bleiben wollen in demjenigen, was nun einmal ihr, sagen wir, angestammter oder gewohnheitsmäßiger Lebenslauf ist. Innerhalb dieses Lebenslaufes gibt es für sie dann eine gewisse isolierte Provinz. Sie sind nicht einverstanden mit demjenigen, was ihnen ihre religiöse Tradition gebracht hat, sie sind nicht einverstanden mit demjenigen, was sonst im populären Verbreiten einer Weltanschauung ihnen geboten werden kann, und da fühlen sie eine gewisse Befriedigung, wenn ihnen etwas geboten wird, was über dasjenige hinausgeht, was sowohl in der religiösen Tradition wie auch im allgemein platten, populären Weltanschauungsleben aus der materialistischen Denkweise der neueren Zeit heraus gegeben werden kann. Aber man möchte doch gewissermaßen dasjenige, was man da bekommt, als etwas erhalten, dem man sich, ich will nicht sagen wie einer Art Sonntagsvergnügen, aber doch wie einer Sache hingibt, die so für sich dasteht, die nicht in das gewöhnliche Leben störend eingreift.

[ 2 ] Die Gewohnheiten des Arbeitens in gewissen Orden und in den theosophischen Bewegungen konnten schon deshalb durchaus nicht anwendbar sein auf dasjenige, was der Inhalt war, der sich auswirkte durch die anthroposophische Bewegung, weil diese anthroposophische Bewegung, trotzdem sie zum Herzen und zum Gemüte eines jeden einzelnen Menschen spricht, doch zu gleicher Zeit vom Anfang an voll gewachsen war allen wissenschaftlichen Anforderungen, die nur in der Gegenwart irgendwie gestellt werden können. Das letztere ist ja eine Tatsache, die von vielen Seiten auch innerhalb der Mitgliedschaft durchaus nicht ernst genommen worden ist. Es liegt ja in der Natur der Menschen, daß sie auf der einen Seite voll drinnen stehen bleiben wollen in demjenigen, was nun einmal ihr, sagen wir, angestammter oder gewohnheitsmäßiger Lebenslauf ist. Innerhalb dieses Lebenslaufes gibt es für sie dann eine gewisse isolierte Provinz. Sie sind nicht einverstanden mit demjenigen, was ihnen ihre religiöse Tradition gebracht hat, sie sind nicht einverstanden mit demjenigen, was sonst im populären Verbreiten einer Weltanschauung ihnen geboten werden kann, und da fühlen sie eine gewisse Befriedigung, wenn ihnen etwas geboten wird, was über dasjenige hinausgeht, was sowohl in der religiösen Tradition wie auch im allgemein platten, populären Weltanschauungsleben aus der materialistischen Denkweise der neueren Zeit heraus gegeben werden kann. Aber man möchte doch gewissermaßen dasjenige, was man da bekommt, als etwas erhalten, dem man sich, ich will nicht sagen wie einer Art Sonntagsvergnügen, aber doch wie einer Sache hingibt, die so für sich dasteht, die nicht in das gewöhnliche Leben störend eingreift.

[ 3 ] Eine solche Bewegung, wie sie die anthroposophische ist, die mit allen Lebenskräften der Gegenwart rechnet, kann das natürlich nicht. Eine solche Bewegung ergreift den ganzen Menschen, zieht ihre Kreise hinein in alle Einzelheiten des Lebens. Und man kann sie nicht wie irgend etwas Nebenhergehendes betrachten. Man mag sogar in Einzelheiten in gewisse Konflikte hineinkommen, allein diese Dinge sind eigentlich durchaus unvermeidlich, und es läßt sich nicht leben innerhalb der Lebensgewohnheiten der Gegenwart in den verschiedensten Gebieten, indem man gewissermaßen auf der einen Seite wie ein braver Philister sich in dasjenige fügt, wozu einen das Leben gemacht hat, und dann, auf der anderen Seite, anthroposophische Lektüre pflegt, für sein Herz und sein Gemüt das anthroposophische Leben annimmt. Sehen Sie, das wäre ja das zunächst Bequemste, aber es entspricht nicht dem Inhalte desjenigen, was aus den Lebenskräften der Menschheitsentwikkelung in der Gegenwart herausgegriffen ist als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Ebensowenig ist mit dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, die einen Weltblick notwendig hat, einen Blick wirklich auf alles dasjenige, was das Menschenleben und das Weltleben als solches berührt, vereinbar dasjenige, was geliebt wird in dem Treiben gewisser Kreise, die eigentlich nur mehr aus einer gewissen seelischen Wollust heraus kleine abgeschlossene obskure Kreise bilden wollen und sich da allerlei Illusionen vormachen und allerlei obskure Mystik treiben und dergleichen. Mit solchen Dingen ist einmal dasjenige, was mit einem weiten Weltblick auf alle Verhältnisse des Lebens als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft getrieben werden muß, durchaus nicht vereinbar. Und es ist schon notwendig, daß dieses mit aller Klarheit vor die Seelen unserer Mitglieder tritt, daß mit allem, was erinnert an irgendwelche sektiererische Usancen, gebrochen wird, denn heute steht die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so vor der Welt, daß sie zunächst ja von allen Seiten angegriffen wird, von allen möglichen Seiten verlästert wird. Das geschieht irgendeiner obskuren Bewegung durchaus nicht. Und ich kann Ihnen gleich etwas vorgreifend von einem Symptom sprechen, welches einem entgegentritt, wenn man das Februarheft der Monatsschrift «Die Tat» in die Hand nimmt. Ich werde gleich nachher noch ausführlich darüber sprechen, weil gerade dieses «Tat»-Heft symptomatisch ist. Es tritt aber dasjenige, was überhaupt dazu führt, daß jetzt in ganzen Heften die anthroposophische Bewegung behandelt wird, im Falle eines ganz besonders unbegabten Behandlers, ich möchte sagen, mit einer brutalen Klarheit hervor.

[ 3 ] Eine solche Bewegung, wie sie die anthroposophische ist, die mit allen Lebenskräften der Gegenwart rechnet, kann das natürlich nicht. Eine solche Bewegung ergreift den ganzen Menschen, zieht ihre Kreise hinein in alle Einzelheiten des Lebens. Und man kann sie nicht wie irgend etwas Nebenhergehendes betrachten. Man mag sogar in Einzelheiten in gewisse Konflikte hineinkommen, allein diese Dinge sind eigentlich durchaus unvermeidlich, und es läßt sich nicht leben innerhalb der Lebensgewohnheiten der Gegenwart in den verschiedensten Gebieten, indem man gewissermaßen auf der einen Seite wie ein braver Philister sich in dasjenige fügt, wozu einen das Leben gemacht hat, und dann, auf der anderen Seite, anthroposophische Lektüre pflegt, für sein Herz und sein Gemüt das anthroposophische Leben annimmt. Sehen Sie, das wäre ja das zunächst Bequemste, aber es entspricht nicht dem Inhalte desjenigen, was aus den Lebenskräften der Menschheitsentwikkelung in der Gegenwart herausgegriffen ist als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Ebensowenig ist mit dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, die einen Weltblick notwendig hat, einen Blick wirklich auf alles dasjenige, was das Menschenleben und das Weltleben als solches berührt, vereinbar dasjenige, was geliebt wird in dem Treiben gewisser Kreise, die eigentlich nur mehr aus einer gewissen seelischen Wollust heraus kleine abgeschlossene obskure Kreise bilden wollen und sich da allerlei Illusionen vormachen und allerlei obskure Mystik treiben und dergleichen. Mit solchen Dingen ist einmal dasjenige, was mit einem weiten Weltblick auf alle Verhältnisse des Lebens als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft getrieben werden muß, durchaus nicht vereinbar. Und es ist schon notwendig, daß dieses mit aller Klarheit vor die Seelen unserer Mitglieder tritt, daß mit allem, was erinnert an irgendwelche sektiererische Usancen, gebrochen wird, denn heute steht die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so vor der Welt, daß sie zunächst ja von allen Seiten angegriffen wird, von allen möglichen Seiten verlästert wird. Das geschieht irgendeiner obskuren Bewegung durchaus nicht. Und ich kann Ihnen gleich etwas vorgreifend von einem Symptom sprechen, welches einem entgegentritt, wenn man das Februarheft der Monatsschrift «Die Tat» in die Hand nimmt. Ich werde gleich nachher noch ausführlich darüber sprechen, weil gerade dieses «Tat»-Heft symptomatisch ist. Es tritt aber dasjenige, was überhaupt dazu führt, daß jetzt in ganzen Heften die anthroposophische Bewegung behandelt wird, im Falle eines ganz besonders unbegabten Behandlers, ich möchte sagen, mit einer brutalen Klarheit hervor.

[ 4 ] Sie haben da einen Artikel — es sind alles Artikel, vom Anfang bis zum Ende dieses Heftes, über Anthroposophie —, der über «Anthroposophie und Christentum» handelt, der eben von einem ganz besonders unbegabten Behandler herrührt. In diesem Artikel finden Sie, ich möchte sagen, mit plumpen Fingern hingedeutet auf die Gründe, warum jetzt, von der Außenseite her, so viele Auseinandersetzungen stattfinden mit dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ist. Der Herr sagt: «Solange die Anthroposophie esoterisch in Zirkeln gepflegt wurde, konnte man sie sich selbst überlassen, wie viele andere Nebenströmungen der Geistesgeschichte auch. Jetzt aber, da sie mit dem Anspruch hervortritt, die tragfähige Grundlage der gesellschaftlichen Erneuerung zu werden, und das öffentliche, politische, kulturelle und soziale Leben auf das Denken und ihre aus zweiter und dritter Hand stammenden «Wahrheiten» aufzubauen, ist es an der Zeit, diese durch Kultur- und Geistzerfall begünstigte «Geheimwissenschaft> zu durchschauen und gebührend in ihre Grenzen zurückzuweisen, damit den echten Mächten der Erneuerung nicht ein Vorläufer entstehe, der falsches Zeugnis von ihnen ablegt.

[ 4 ] Sie haben da einen Artikel — es sind alles Artikel, vom Anfang bis zum Ende dieses Heftes, über Anthroposophie —, der über «Anthroposophie und Christentum» handelt, der eben von einem ganz besonders unbegabten Behandler herrührt. In diesem Artikel finden Sie, ich möchte sagen, mit plumpen Fingern hingedeutet auf die Gründe, warum jetzt, von der Außenseite her, so viele Auseinandersetzungen stattfinden mit dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ist. Der Herr sagt: «Solange die Anthroposophie esoterisch in Zirkeln gepflegt wurde, konnte man sie sich selbst überlassen, wie viele andere Nebenströmungen der Geistesgeschichte auch. Jetzt aber, da sie mit dem Anspruch hervortritt, die tragfähige Grundlage der gesellschaftlichen Erneuerung zu werden, und das öffentliche, politische, kulturelle und soziale Leben auf das Denken und ihre aus zweiter und dritter Hand stammenden «Wahrheiten» aufzubauen, ist es an der Zeit, diese durch Kultur- und Geistzerfall begünstigte «Geheimwissenschaft> zu durchschauen und gebührend in ihre Grenzen zurückzuweisen, damit den echten Mächten der Erneuerung nicht ein Vorläufer entstehe, der falsches Zeugnis von ihnen ablegt.

[ 5 ] Unserem Geschlecht aber, das in hellen Haufen sich der Anthroposophie zuwendet, entsteht ein Sinnbild in der ergreifenden Szene des ersten Buches Samuelis, als Saul vor seinem Todestag, gottverlassen, sich der Wahrsagerei ergab.»

[ 5 ] Unserem Geschlecht aber, das in hellen Haufen sich der Anthroposophie zuwendet, entsteht ein Sinnbild in der ergreifenden Szene des ersten Buches Samuelis, als Saul vor seinem Todestag, gottverlassen, sich der Wahrsagerei ergab.»

[ 6 ] Sie sehen, was den Leuten Veranlassung gibt, daß sie über die Anthroposophie so schimpfend herziehen. Es ist das, was hier mit plumpen Fingern eben angedeutet und ausgesprochen wird in dem Satze: «Unserem Geschlecht aber, das in hellen Haufen sich der Anthroposophie zuwendet...» Das ist es, daß eben Anthroposophie gewisse Wirkungsquellen in sich enthält, durch die man sagen kann, daß die Leute — verzeihen Sie, wenn ich den Ausdruck wiederhole, er ist geschmacklos genug, weil man sich nicht vorstellen kann, was ein «heller Haufen» ist —, daß die Leute sich in «hellen Haufen» der Anthroposophie zuwenden. Aber das ist dasjenige, was die Angriffe bewirkt, und die Leute würden uns ganz gewiß in Ruhe gelassen haben, wenn wir so gearbeitet hätten, wie etwa, sagen wir, vom Jahre 1900 bis 1907 oder 1909. Ich persönlich bin ja dazumal auch nicht in Ruhe gelassen worden, aber jedenfalls haben die Angriffe, ich möchte sagen, aus einer engeren Ecke herausgeweht und waren nicht von einem solchen Willen zur Vernichtung begleitet, wie sie es jetzt sind.

[ 6 ] Sie sehen, was den Leuten Veranlassung gibt, daß sie über die Anthroposophie so schimpfend herziehen. Es ist das, was hier mit plumpen Fingern eben angedeutet und ausgesprochen wird in dem Satze: «Unserem Geschlecht aber, das in hellen Haufen sich der Anthroposophie zuwendet...» Das ist es, daß eben Anthroposophie gewisse Wirkungsquellen in sich enthält, durch die man sagen kann, daß die Leute — verzeihen Sie, wenn ich den Ausdruck wiederhole, er ist geschmacklos genug, weil man sich nicht vorstellen kann, was ein «heller Haufen» ist —, daß die Leute sich in «hellen Haufen» der Anthroposophie zuwenden. Aber das ist dasjenige, was die Angriffe bewirkt, und die Leute würden uns ganz gewiß in Ruhe gelassen haben, wenn wir so gearbeitet hätten, wie etwa, sagen wir, vom Jahre 1900 bis 1907 oder 1909. Ich persönlich bin ja dazumal auch nicht in Ruhe gelassen worden, aber jedenfalls haben die Angriffe, ich möchte sagen, aus einer engeren Ecke herausgeweht und waren nicht von einem solchen Willen zur Vernichtung begleitet, wie sie es jetzt sind.

[ 7 ] Was aber innerhalb unserer engeren Bewegung durchaus schwer verstanden zu werden scheint, das ist eben die Notwendigkeit, aus dem Sektiererischen sich herauszuarbeiten. Sehen Sie, man kann von allem übrigen absehen — es könnte ja vieles selbstverständlich nach dieser Richtung angeführt werden —, aber man kann nicht ein solches Gebäude aufführen, wie der Dornacher Bau es ist, und weiter sich an gewisse obskure Sektiererusancen halten, wie sie durchaus gerade von der Mitgliederschaft der anthroposophischen Bewegung noch vielfach gepflegt werden. Man kann auch etwas anderes nicht tun. Man kann nicht ohne einen gewissen weltmännischen Sinn, ohne einen erweiterten Weltblick das tun, was wir tun; von der Art, wie wir es tun. Man kann sich ja zusammensetzen in kleinen Kreisen, ob es nun sechs oder vierzig Leute sind, das ist ganz gleichgültig, und irgendwie jemanden ausposaunen meinetwillen zu einer Wiederinkarnation der heiligen Magdalena oder des Christus sogar und so weiter. Wenn das nicht über die engeren Kreise hinauskommt, kann man das ja tun, und man kann sich darinnen sehr wollüstig ergehen in bezug auf seine Seelenempfindungen. Man kann aber zum Beispiel nicht ohne einen gewissen Weltsinn mit so etwas, wie unsere Eurythmie es ist, vor die Öffentlichkeit hintreten. Es setzt voraus, daß diejenigen, welche sich beteiligen an einer solchen Bewegung, keinen muckerischen oder keinen engherzigen Sinn, sondern etwas Weltsinn haben, daß sie nicht irgendwelche sektiererischen Allüren haben, auch nicht irgendwelche Allüren, die dazu führen, sich nur in kleinen Zirkeln wohlzubefinden, sondern es setzt voraus, daß sie eben wirklich in alles das, was sie mit der Welt zusammenhält, dasjenige hineingetragen sehen möchten, was einer solchen Bewegung eigen sein muß, die ja nicht bloß eine Weltanschauungsbewegung ist, sondern die alles in sich schließt, was Geistiges und auch überhaupt Menschenleben ist. Daher ist es schon notwendig, daß die Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem, was als irgendwelche geistigen oder sonstigen Strömungen heute in der Welt existiert, stattfindet. Das Sektiererische hat ja die Eigentümlichkeit, daß es zwar oftmals hochnäsig und mit einer großen Geringschätzung von allem spricht, was außerhalb ist, aber von dem was außerhalb ist, nicht viel versteht, daß es sich eben abschließen will, isolieren will. Das kann bei uns durchaus nicht auf die Dauer durchgeführt werden. Wenn unsere Bewegung ernst genommen werden will, ist es durchaus notwendig, daß nicht in derselben Weise über dieses oder jenes fortgeschwätzt werde, wie es vielfach üblich war, sondern es ist notwendig, daß man mit einem — ich muß das Wort immer wieder gebrauchen — gewissen Weltsinn sich ein Verständnis erwirbt für dasjenige, was vorgeht, und dabei von einem Gesichtspunkte aus, der der anthroposophischen Geisteswissenschaft entnommen ist, diese Dinge beleuchten, behandeln und so weiter kann. Das ist auf allen Gebieten notwendig. Gewiß, man kann sagen, der oder jener habe nicht Gelegenheit, das oder jenes zu tun. Gewiß, man kann von dem, der nicht Gelegenheit hat, das oder jenes zu tun, nicht verlangen, daß er dies oder jenes tue. Wir haben ja gerade in den letzten Wochen ausgiebige Erfahrungen darüber machen können, daß sich gewisse Leute, die in der Bewegung sind, vorgenommen haben, nun auch zu handeln. Dabei ist oftmals etwas ganz Furchtbares herausgekommen. Und dazu muß man sagen: es ist vielleicht nicht durchaus von dem einen oder anderen zu verlangen, das oder jenes zu tun, wozu er sich nicht geeignet glaubt. Aber etwas ist durchaus möglich, nämlich gewisse Dinge zu unterlassen. Denn gewisse Dinge, die nicht unterlassen werden, wirken in der furchtbarsten Weise dann fort.

[ 7 ] Was aber innerhalb unserer engeren Bewegung durchaus schwer verstanden zu werden scheint, das ist eben die Notwendigkeit, aus dem Sektiererischen sich herauszuarbeiten. Sehen Sie, man kann von allem übrigen absehen — es könnte ja vieles selbstverständlich nach dieser Richtung angeführt werden —, aber man kann nicht ein solches Gebäude aufführen, wie der Dornacher Bau es ist, und weiter sich an gewisse obskure Sektiererusancen halten, wie sie durchaus gerade von der Mitgliederschaft der anthroposophischen Bewegung noch vielfach gepflegt werden. Man kann auch etwas anderes nicht tun. Man kann nicht ohne einen gewissen weltmännischen Sinn, ohne einen erweiterten Weltblick das tun, was wir tun; von der Art, wie wir es tun. Man kann sich ja zusammensetzen in kleinen Kreisen, ob es nun sechs oder vierzig Leute sind, das ist ganz gleichgültig, und irgendwie jemanden ausposaunen meinetwillen zu einer Wiederinkarnation der heiligen Magdalena oder des Christus sogar und so weiter. Wenn das nicht über die engeren Kreise hinauskommt, kann man das ja tun, und man kann sich darinnen sehr wollüstig ergehen in bezug auf seine Seelenempfindungen. Man kann aber zum Beispiel nicht ohne einen gewissen Weltsinn mit so etwas, wie unsere Eurythmie es ist, vor die Öffentlichkeit hintreten. Es setzt voraus, daß diejenigen, welche sich beteiligen an einer solchen Bewegung, keinen muckerischen oder keinen engherzigen Sinn, sondern etwas Weltsinn haben, daß sie nicht irgendwelche sektiererischen Allüren haben, auch nicht irgendwelche Allüren, die dazu führen, sich nur in kleinen Zirkeln wohlzubefinden, sondern es setzt voraus, daß sie eben wirklich in alles das, was sie mit der Welt zusammenhält, dasjenige hineingetragen sehen möchten, was einer solchen Bewegung eigen sein muß, die ja nicht bloß eine Weltanschauungsbewegung ist, sondern die alles in sich schließt, was Geistiges und auch überhaupt Menschenleben ist. Daher ist es schon notwendig, daß die Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem, was als irgendwelche geistigen oder sonstigen Strömungen heute in der Welt existiert, stattfindet. Das Sektiererische hat ja die Eigentümlichkeit, daß es zwar oftmals hochnäsig und mit einer großen Geringschätzung von allem spricht, was außerhalb ist, aber von dem was außerhalb ist, nicht viel versteht, daß es sich eben abschließen will, isolieren will. Das kann bei uns durchaus nicht auf die Dauer durchgeführt werden. Wenn unsere Bewegung ernst genommen werden will, ist es durchaus notwendig, daß nicht in derselben Weise über dieses oder jenes fortgeschwätzt werde, wie es vielfach üblich war, sondern es ist notwendig, daß man mit einem — ich muß das Wort immer wieder gebrauchen — gewissen Weltsinn sich ein Verständnis erwirbt für dasjenige, was vorgeht, und dabei von einem Gesichtspunkte aus, der der anthroposophischen Geisteswissenschaft entnommen ist, diese Dinge beleuchten, behandeln und so weiter kann. Das ist auf allen Gebieten notwendig. Gewiß, man kann sagen, der oder jener habe nicht Gelegenheit, das oder jenes zu tun. Gewiß, man kann von dem, der nicht Gelegenheit hat, das oder jenes zu tun, nicht verlangen, daß er dies oder jenes tue. Wir haben ja gerade in den letzten Wochen ausgiebige Erfahrungen darüber machen können, daß sich gewisse Leute, die in der Bewegung sind, vorgenommen haben, nun auch zu handeln. Dabei ist oftmals etwas ganz Furchtbares herausgekommen. Und dazu muß man sagen: es ist vielleicht nicht durchaus von dem einen oder anderen zu verlangen, das oder jenes zu tun, wozu er sich nicht geeignet glaubt. Aber etwas ist durchaus möglich, nämlich gewisse Dinge zu unterlassen. Denn gewisse Dinge, die nicht unterlassen werden, wirken in der furchtbarsten Weise dann fort.

[ 8 ] Meine lieben Freunde, ich meine damit nicht etwa so, daß man sagen könnte: Dann wird uns also zugemutet, daß wir uns in gar keiner Weise beteiligen. — Nein, das meine ich nicht, ich meine das Unterlassen gewisser Dinge, die man schon übersehen kann in ihrem geschwätzigen oder unsinnigen Charakter und dergleichen. Es ist, um nur ein Beispiel herauszugreifen, immerhin die Torheit vorgekommen, daß in Versammlungen, die abgehalten werden, sich in der Gegnerschaft Mitglieder unserer Bewegung beteiligen.

[ 8 ] Meine lieben Freunde, ich meine damit nicht etwa so, daß man sagen könnte: Dann wird uns also zugemutet, daß wir uns in gar keiner Weise beteiligen. — Nein, das meine ich nicht, ich meine das Unterlassen gewisser Dinge, die man schon übersehen kann in ihrem geschwätzigen oder unsinnigen Charakter und dergleichen. Es ist, um nur ein Beispiel herauszugreifen, immerhin die Torheit vorgekommen, daß in Versammlungen, die abgehalten werden, sich in der Gegnerschaft Mitglieder unserer Bewegung beteiligen.

[ 9 ] Diese Dinge sind selbstverständlich schwer zu besprechen, weil man, sobald sie irgendwie in einer falschen Art vor die Welt hinausgetragen werden, sagen kann, es würde ein blinder Tatwille und eine blinde Anhängerschaft verlangt. Das ist durchaus nicht der Fall, sondern es handelt sich bei den Dingen, die ich meine, eben um grobe Taktlosigkeiten, die gerade wiederum in furchtbarster Weise verhindern, daß gewirkt werde. Denn, wenn immer wieder und wiederum vorgebracht wird als Schlagwort von unseren Mitgliedern, was zum Beispiel von mir getan und gesagt und zu tun unterlassen wird, dann können wir natürlich als anthroposophischeBewegung nicht vorwärtskommen.Ich will wiederum als Beispiel eines erwähnen, das sich ebenfalls in diesem «Tat»—Heft findet.

[ 9 ] Diese Dinge sind selbstverständlich schwer zu besprechen, weil man, sobald sie irgendwie in einer falschen Art vor die Welt hinausgetragen werden, sagen kann, es würde ein blinder Tatwille und eine blinde Anhängerschaft verlangt. Das ist durchaus nicht der Fall, sondern es handelt sich bei den Dingen, die ich meine, eben um grobe Taktlosigkeiten, die gerade wiederum in furchtbarster Weise verhindern, daß gewirkt werde. Denn, wenn immer wieder und wiederum vorgebracht wird als Schlagwort von unseren Mitgliedern, was zum Beispiel von mir getan und gesagt und zu tun unterlassen wird, dann können wir natürlich als anthroposophischeBewegung nicht vorwärtskommen.Ich will wiederum als Beispiel eines erwähnen, das sich ebenfalls in diesem «Tat»—Heft findet.

[ 10 ] Sehen Sie, es ist ja wirklich nur aus dem Verlangen unserer Mitgliederschaft heraus die Tatsache entstanden, daß manche Zyklen einfach so gedruckt worden sind, wie sie nachgeschrieben worden sind, weil einem die Arbeiten der anthroposophischen Bewegung ja nicht Zeit gelassen haben, die Dinge wirklich nun so zu machen, wie sie gemacht werden sollten. Das Verlangen nach dem Druck der Zyklen ist ja aus der Mitgliederschaft heraus entstanden, aber gewöhnlich entsteht so etwas, ohne daß man das Verantwortlichkeitsgefühl für eine solche Sache hat. Es ist ja natürlich, wenn so etwas entsteht aus der Mitgliederschaft heraus, aber man muß dann das Verantwortlichkeitsgefühl haben, solch eine Sache nicht entstellen zu lassen. Und das taucht jetzt in der schärfsten Weise im Februarheft der «Tat» auf, wo gesagt wird: «Ich will hier nicht dabei verweilen, daß Steiner einen Teil seiner esoterischen Vorträge, z.B. die über die Evangelien, nach Stenogrammen von seinen Schülern hat edieren lassen, ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen und sich weiter darum zu kümmern (wie er ausdrücklich auf dem Titelblatt versichert).»

[ 10 ] Sehen Sie, es ist ja wirklich nur aus dem Verlangen unserer Mitgliederschaft heraus die Tatsache entstanden, daß manche Zyklen einfach so gedruckt worden sind, wie sie nachgeschrieben worden sind, weil einem die Arbeiten der anthroposophischen Bewegung ja nicht Zeit gelassen haben, die Dinge wirklich nun so zu machen, wie sie gemacht werden sollten. Das Verlangen nach dem Druck der Zyklen ist ja aus der Mitgliederschaft heraus entstanden, aber gewöhnlich entsteht so etwas, ohne daß man das Verantwortlichkeitsgefühl für eine solche Sache hat. Es ist ja natürlich, wenn so etwas entsteht aus der Mitgliederschaft heraus, aber man muß dann das Verantwortlichkeitsgefühl haben, solch eine Sache nicht entstellen zu lassen. Und das taucht jetzt in der schärfsten Weise im Februarheft der «Tat» auf, wo gesagt wird: «Ich will hier nicht dabei verweilen, daß Steiner einen Teil seiner esoterischen Vorträge, z.B. die über die Evangelien, nach Stenogrammen von seinen Schülern hat edieren lassen, ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen und sich weiter darum zu kümmern (wie er ausdrücklich auf dem Titelblatt versichert).»

[ 11 ] Diese Dinge sind ja nicht zur Verbreitung gebracht worden, weil ich sie nötig hätte, sondern weil die Anthroposophische Gesellschaft sie nötig hatte; sie verlangen aber zu gleicher Zeit, daß diese Anthroposophische Gesellschaft ein gewisses Verantwortlichkeitsgefühl entwickelt, daß dasjenige, was um ihretwillen nötig ist, nicht um meinetwillen, nicht immer wiederum rückschlägt auf mich selbst, weil ich ja dadurch gehindert werde, die anthroposophische Sache als solche in der entsprechenden Weise vor der Welt zu vertreten. Es ist durchaus notwendig, daß so etwas klar erkannt werde, sonst wird dasjenige, was Anthroposophische Gesellschaft ist, wirklich im weitesten Sinne die wirkliche Ausbreitung der anthroposophischen Sache behindern. Ich werde natürlich, da wir jetzt vor sehr ernsten Situationen stehen, in diesen Dingen viel strenger werden müssen, als das bisher bloß aus einem gewissen Wohlwollen gegenüber der Mitgliederschaft geschehen ist. Aber es muß außerdem dasjenige, was auf diesem Gebiete zu sagen ist, durchaus gesagt werden. Und in diesem Zusammenhang gerade möchte ich noch einmal betonen, daß es durchaus nicht genügt, in einer solchen Weise, wie es sehr häufig geschehen ist, wenn da oder dort Gegnerschaften gegen uns auftraten — ich habe das schon vorgestern hier gesagt —, bloß diese Gegnerschaften zu widerlegen. Solche Widerlegungen, die man ja allerdings zuweilen machen muß aus einer gewissen Notwendigkeit heraus, sie nützen gar nichts, sie nützen wirklich nichts, denn man hat es in der heutigen Zeit bei gewissen Kategorien, Gruppen von Menschen, die im geistigen oder sonstigen Leben wirken, nicht zu tun mit Leuten, die auf eine Widerlegung, auf eine Verteidigung irgend etwas geben, bei denen es irgendwie auf eine Verteidigung ankäme, sondern man hat es zu tun mit Leuten, denen gar nichts daran liegt, die Wahrheit zu verbreiten, denen es ja darauf ankommt, gerade die Unwahrheiten zu verbreiten.

[ 11 ] Diese Dinge sind ja nicht zur Verbreitung gebracht worden, weil ich sie nötig hätte, sondern weil die Anthroposophische Gesellschaft sie nötig hatte; sie verlangen aber zu gleicher Zeit, daß diese Anthroposophische Gesellschaft ein gewisses Verantwortlichkeitsgefühl entwickelt, daß dasjenige, was um ihretwillen nötig ist, nicht um meinetwillen, nicht immer wiederum rückschlägt auf mich selbst, weil ich ja dadurch gehindert werde, die anthroposophische Sache als solche in der entsprechenden Weise vor der Welt zu vertreten. Es ist durchaus notwendig, daß so etwas klar erkannt werde, sonst wird dasjenige, was Anthroposophische Gesellschaft ist, wirklich im weitesten Sinne die wirkliche Ausbreitung der anthroposophischen Sache behindern. Ich werde natürlich, da wir jetzt vor sehr ernsten Situationen stehen, in diesen Dingen viel strenger werden müssen, als das bisher bloß aus einem gewissen Wohlwollen gegenüber der Mitgliederschaft geschehen ist. Aber es muß außerdem dasjenige, was auf diesem Gebiete zu sagen ist, durchaus gesagt werden. Und in diesem Zusammenhang gerade möchte ich noch einmal betonen, daß es durchaus nicht genügt, in einer solchen Weise, wie es sehr häufig geschehen ist, wenn da oder dort Gegnerschaften gegen uns auftraten — ich habe das schon vorgestern hier gesagt —, bloß diese Gegnerschaften zu widerlegen. Solche Widerlegungen, die man ja allerdings zuweilen machen muß aus einer gewissen Notwendigkeit heraus, sie nützen gar nichts, sie nützen wirklich nichts, denn man hat es in der heutigen Zeit bei gewissen Kategorien, Gruppen von Menschen, die im geistigen oder sonstigen Leben wirken, nicht zu tun mit Leuten, die auf eine Widerlegung, auf eine Verteidigung irgend etwas geben, bei denen es irgendwie auf eine Verteidigung ankäme, sondern man hat es zu tun mit Leuten, denen gar nichts daran liegt, die Wahrheit zu verbreiten, denen es ja darauf ankommt, gerade die Unwahrheiten zu verbreiten.

[ 12 ] So ist es notwendig, auf gewisse sehr stark mit einer solchen ja durchaus geistigen Bewegung, wie es die anthroposophische Bewegung ja ist, zusammenhängende Dinge hinzuweisen. Man kann nicht an gewissen Ereignissen vorübergehen, weil sie sich immerzu wiederholen. Sehen Sie, da bekam ich neulich einen Brief, in dem mir jemand schrieb, daß er sich an den bekannten Max Dessoir gewendet habe, an jenen Max Dessoir, der ja hinlänglich unter Anthroposophen in bezug auf seine moralischen und intellektuellen Qualitäten charakterisiert ist. Nun schrieb mir der Betreffende, daß er mit diesem Max Dessoir ein Gespräch gehabt hat. Selbstverständlich ist solch ein Mensch wie Dessoir doch nicht durch ein Gespräch zu bekehren, das muß man sich doch sparen. Denn erstens will er nicht, und zweitens ist er zu dumm dazu, um irgend etwas Anthroposophisches zu verstehen. Also es hat gar keinen Sinn, irgendwie mit einem solchen Individuum weiter zu diskutieren.

[ 12 ] So ist es notwendig, auf gewisse sehr stark mit einer solchen ja durchaus geistigen Bewegung, wie es die anthroposophische Bewegung ja ist, zusammenhängende Dinge hinzuweisen. Man kann nicht an gewissen Ereignissen vorübergehen, weil sie sich immerzu wiederholen. Sehen Sie, da bekam ich neulich einen Brief, in dem mir jemand schrieb, daß er sich an den bekannten Max Dessoir gewendet habe, an jenen Max Dessoir, der ja hinlänglich unter Anthroposophen in bezug auf seine moralischen und intellektuellen Qualitäten charakterisiert ist. Nun schrieb mir der Betreffende, daß er mit diesem Max Dessoir ein Gespräch gehabt hat. Selbstverständlich ist solch ein Mensch wie Dessoir doch nicht durch ein Gespräch zu bekehren, das muß man sich doch sparen. Denn erstens will er nicht, und zweitens ist er zu dumm dazu, um irgend etwas Anthroposophisches zu verstehen. Also es hat gar keinen Sinn, irgendwie mit einem solchen Individuum weiter zu diskutieren.

[ 13 ] Im Gespräche stellte sich noch dazu heraus, daß Max Dessoir nächstens eine sehr scharfe Arbeit gegen mich schreiben werde, und da habe der Betreffende sich bereit erklärt, er wolle diese Arbeit erst durchlesen und die Fehler herauskorrigieren, damit der Max Dessoir möglichst nicht Irrtümer schreibe! Nun, man kann kaum glauben, daß diese Dinge unter uns, oftmals von Zelebritäten unter uns, wirklich getan werden. Und was ist die Folge? Wenn man eine solche Sache moniert, und es an den Betreffenden herankommt? Der sagt dann womöglich: Wenn man so etwas nicht tue, dann werde es heißen, daß die Anthroposophie sich nicht auseinandersetze mit den Leuten von der Wissenschaft. Ja, meine lieben Freunde, so dürfen wir nicht denken. Da darf man nicht sogleich abstrakt verallgemeinern, sondern es handelt sich darum, daß man es zu tun hat mit dem einzelnen konkreten, mit dem seiner moralischen und intellektuellen Unfähigkeit nach charakterisierten Individuum Max Dessoir, und man also Max Dessoir überhaupt nicht die Ehre antun kann, ihn wissenschaftlich ernst zu nehmen, daß man sich also in eine Diskussion nicht einlassen kann aus einer gewissen inneren geistigen Reinlichkeit. Diese Dinge müssen tatsächlich aufgefaßt und im einzelnen wirklich durchgeführt und durchgedacht werden, sonst werden wir es ja nun wirklich erleben können, daß gegnerische Schriften korrigiert werden können von unseren Mitgliedern, damit diese gegnerischen Schriften möglichst gut wirken und ja keine «Fehler» darinnen sind, weil die schon durch unsere Mitglieder herauskorrigiert wurden. Diese Dinge sind ja durchaus notwendig einmal zu besprechen, denn wir stehen in einem ernsten Momente der anthroposophischen Bewegung. Vieles wird gemacht durchaus so, daß man sagen kann, es kommen Dinge zustande, die eben von uns aus die Sache zerschlagen, vielleicht manchmal, wie in diesem Falle ja auch, durchaus aus bestem Willen heraus; aber der beste Wille kann durchaus zum Unheil ausschlagen, wenn er nicht von einem ernsten — wiederum muß ich das Wort gebrauchen — von Weltsinn durchhauchten Nachdenken durchsetzt ist. Das ist etwas, worauf so ungeheuer viel in der Gegenwart unserer anthroposophischen Bewegung ankommt.

[ 13 ] Im Gespräche stellte sich noch dazu heraus, daß Max Dessoir nächstens eine sehr scharfe Arbeit gegen mich schreiben werde, und da habe der Betreffende sich bereit erklärt, er wolle diese Arbeit erst durchlesen und die Fehler herauskorrigieren, damit der Max Dessoir möglichst nicht Irrtümer schreibe! Nun, man kann kaum glauben, daß diese Dinge unter uns, oftmals von Zelebritäten unter uns, wirklich getan werden. Und was ist die Folge? Wenn man eine solche Sache moniert, und es an den Betreffenden herankommt? Der sagt dann womöglich: Wenn man so etwas nicht tue, dann werde es heißen, daß die Anthroposophie sich nicht auseinandersetze mit den Leuten von der Wissenschaft. Ja, meine lieben Freunde, so dürfen wir nicht denken. Da darf man nicht sogleich abstrakt verallgemeinern, sondern es handelt sich darum, daß man es zu tun hat mit dem einzelnen konkreten, mit dem seiner moralischen und intellektuellen Unfähigkeit nach charakterisierten Individuum Max Dessoir, und man also Max Dessoir überhaupt nicht die Ehre antun kann, ihn wissenschaftlich ernst zu nehmen, daß man sich also in eine Diskussion nicht einlassen kann aus einer gewissen inneren geistigen Reinlichkeit. Diese Dinge müssen tatsächlich aufgefaßt und im einzelnen wirklich durchgeführt und durchgedacht werden, sonst werden wir es ja nun wirklich erleben können, daß gegnerische Schriften korrigiert werden können von unseren Mitgliedern, damit diese gegnerischen Schriften möglichst gut wirken und ja keine «Fehler» darinnen sind, weil die schon durch unsere Mitglieder herauskorrigiert wurden. Diese Dinge sind ja durchaus notwendig einmal zu besprechen, denn wir stehen in einem ernsten Momente der anthroposophischen Bewegung. Vieles wird gemacht durchaus so, daß man sagen kann, es kommen Dinge zustande, die eben von uns aus die Sache zerschlagen, vielleicht manchmal, wie in diesem Falle ja auch, durchaus aus bestem Willen heraus; aber der beste Wille kann durchaus zum Unheil ausschlagen, wenn er nicht von einem ernsten — wiederum muß ich das Wort gebrauchen — von Weltsinn durchhauchten Nachdenken durchsetzt ist. Das ist etwas, worauf so ungeheuer viel in der Gegenwart unserer anthroposophischen Bewegung ankommt.

[ 14 ] Sehen Sie, es kommt heute also nicht an auf solches bloßes Verteidigen. Sagen Sie aber jetzt nicht, ich habe etwas gegen das Verteidigen, selbstverständlich muß das ja getan werden, aber es kommt heute darauf an, tatsächlich die Bewegungen, die da sind, als solche zu charakterisieren. In einem solchen Menschen wie Frohnmeyer hat man es ja nicht zu tun mit einem bloßen Gegner und Angreifer der Anthroposophie. Viel wichtiger ist es, wie er das tut und welcher Wahrheitssinn in ihm herrscht. Viel wichtiger ist es, zu wissen, daß ja dieser Pfarrer Frohnmeyer aus einer ganz breiten Masse von Leuten, die ganz genau ebenso sind, herauswächst. Er ist nur etwas freier als diese Masse, er stellt diesen Typus von Menschen, diese Gruppe von Menschen, die eine sehr große ist, als solche vor die Welt hin. Man kann heute nicht hoffen, daß diejenigen Menschen, die aus solchem Sinn heraus reden, irgendwie bekehrt werden. Das ist vollständiger Unsinn, die wollen nicht bekehrt werden. Denen tun wir den größten Gefallen, wenn wir nicht die Wahrheit ihnen entgegenstellen, sondern Dummheiten, denn dann können sie besser zu ihrem Rechte kommen. Also nicht darum handelt es sich, sich irgendwie bloß zu verteidigen gegen solche Leute. Da kommt man außerdem in einen Bandwurm hinein von Rede und Widerrede. Worauf es ankommt, ist, zu charakterisieren, aus welchem geistigen Grund und Boden heraus gearbeitet wird und was das bedeutet für die ganze Versumpfung und Degeneration unseres gegenwärtigen Geisteslebens. Auf diesen allgemeinen großen weltmännischen Standpunkt müssen die Dinge unbedingt gehoben werden, denn man kann leicht mit dem bloßen Verteidigen beim Keifen und Gegenkeifen stehenbleiben. Das ist aber dasjenige, worauf es bei uns nicht ankommt, sondern bei uns kommt es auf umfassende Charakteristik derjenigen Geistesbestrebungen an, die heute durchaus überwunden werden müssen. Nur dadurch kann man den Frohnmeyers und den Gogartens und den Bruhns und den Leeses und so weiter beikommen. Es ist ja gar nicht so ungeheuer wichtig, daß irgendeiner, der in einer solchen Bewegung drinnensteht, gerade Zeit hat, sich hinzusetzen und ein Buch zu schreiben; das kann fast jeder heute, der irgend etwas gelernt hat; sondern darauf kommt es an, aus welchem geistigen Untergrunde heraus diese Dinge vor die Welt sich hinstellen. Man muß ja sich ganz klar sein darüber, daß solche Menschen wie Frohnmeyer gar nicht anders urteilen können über Anthroposophie, als sie eben urteilen. Man sollte da ganz absehen von dem Persönlichen. Mir kommt es niemals auf das Persönliche an. Ich will niemals irgendwie mich verteidigen oder angreifen einen Frohnmeyer oder Bruhns oder einen Heinzelmann oder wie sie alle heißen, sondern ich will dasjenige charakterisieren, was als Geistesströmung dasteht, aus der diese Leute hervorwachsen. Persönlich mögen diese Leute im heutigen Wortsinn ehrenwerte Männer sein — ehrenwerte Männer sind sie ja alle, ich erinnere nur an Shakespeares Drama —, darauf kommt es gar nicht an. Ich will gar nicht den Leuten persönlich etwas anheften. Es kommt zum Beispiel nicht einmal auf den Pfarrer Kully an, der ja auch nur das Produkt einer gewissen Strömung innerhalb der katholischen Kirche ist.

[ 14 ] Sehen Sie, es kommt heute also nicht an auf solches bloßes Verteidigen. Sagen Sie aber jetzt nicht, ich habe etwas gegen das Verteidigen, selbstverständlich muß das ja getan werden, aber es kommt heute darauf an, tatsächlich die Bewegungen, die da sind, als solche zu charakterisieren. In einem solchen Menschen wie Frohnmeyer hat man es ja nicht zu tun mit einem bloßen Gegner und Angreifer der Anthroposophie. Viel wichtiger ist es, wie er das tut und welcher Wahrheitssinn in ihm herrscht. Viel wichtiger ist es, zu wissen, daß ja dieser Pfarrer Frohnmeyer aus einer ganz breiten Masse von Leuten, die ganz genau ebenso sind, herauswächst. Er ist nur etwas freier als diese Masse, er stellt diesen Typus von Menschen, diese Gruppe von Menschen, die eine sehr große ist, als solche vor die Welt hin. Man kann heute nicht hoffen, daß diejenigen Menschen, die aus solchem Sinn heraus reden, irgendwie bekehrt werden. Das ist vollständiger Unsinn, die wollen nicht bekehrt werden. Denen tun wir den größten Gefallen, wenn wir nicht die Wahrheit ihnen entgegenstellen, sondern Dummheiten, denn dann können sie besser zu ihrem Rechte kommen. Also nicht darum handelt es sich, sich irgendwie bloß zu verteidigen gegen solche Leute. Da kommt man außerdem in einen Bandwurm hinein von Rede und Widerrede. Worauf es ankommt, ist, zu charakterisieren, aus welchem geistigen Grund und Boden heraus gearbeitet wird und was das bedeutet für die ganze Versumpfung und Degeneration unseres gegenwärtigen Geisteslebens. Auf diesen allgemeinen großen weltmännischen Standpunkt müssen die Dinge unbedingt gehoben werden, denn man kann leicht mit dem bloßen Verteidigen beim Keifen und Gegenkeifen stehenbleiben. Das ist aber dasjenige, worauf es bei uns nicht ankommt, sondern bei uns kommt es auf umfassende Charakteristik derjenigen Geistesbestrebungen an, die heute durchaus überwunden werden müssen. Nur dadurch kann man den Frohnmeyers und den Gogartens und den Bruhns und den Leeses und so weiter beikommen. Es ist ja gar nicht so ungeheuer wichtig, daß irgendeiner, der in einer solchen Bewegung drinnensteht, gerade Zeit hat, sich hinzusetzen und ein Buch zu schreiben; das kann fast jeder heute, der irgend etwas gelernt hat; sondern darauf kommt es an, aus welchem geistigen Untergrunde heraus diese Dinge vor die Welt sich hinstellen. Man muß ja sich ganz klar sein darüber, daß solche Menschen wie Frohnmeyer gar nicht anders urteilen können über Anthroposophie, als sie eben urteilen. Man sollte da ganz absehen von dem Persönlichen. Mir kommt es niemals auf das Persönliche an. Ich will niemals irgendwie mich verteidigen oder angreifen einen Frohnmeyer oder Bruhns oder einen Heinzelmann oder wie sie alle heißen, sondern ich will dasjenige charakterisieren, was als Geistesströmung dasteht, aus der diese Leute hervorwachsen. Persönlich mögen diese Leute im heutigen Wortsinn ehrenwerte Männer sein — ehrenwerte Männer sind sie ja alle, ich erinnere nur an Shakespeares Drama —, darauf kommt es gar nicht an. Ich will gar nicht den Leuten persönlich etwas anheften. Es kommt zum Beispiel nicht einmal auf den Pfarrer Kully an, der ja auch nur das Produkt einer gewissen Strömung innerhalb der katholischen Kirche ist.

[ 15 ] Also das sind die Dinge, die unbedingt heute bei diesem Ernst, in dem wir drinnenstehen, berücksichtigt werden müssen. Das ist dasjenige, auf das wir unter allen Umständen hinschauen müssen. Wir müssen ein geistiges Auge haben für dasjenige, was überall als dekadente Geistesbewegung da ist, und was charakterisiert werden muß. Denn man muß sich darüber klar sein, daß heute die Weltlage so ist: In einer ganz großen Anzahl von Menschen sind einfach die Anlagen dazu vorhanden, Geisteswissenschaft durch sich selber einzusehen und alles dasjenige zu ihrem Lebensinhalt zu machen, was aus der Geisteswissenschaft kommt. Vor allen Dingen, wenn Sie suchen und prüfen könnten, was heute als Jugend heranwächst, so würden Sie sich sagen müssen: innerhalb dieser Jugend sind Anlagen, Fähigkeiten durchaus vorhanden, die aus dieser Jugend heraus Geisteswissenschaft als etwas Selbstverständliches erscheinen lassen. Aber das ist auf der anderen Seite das Eigentümliche, daß noch genug Kräfte da sind, die niederhalten können, was eigentlich an die Oberfläche des Daseins kommen will, geradeso wie wir es im politischen Leben auch haben.

[ 15 ] Also das sind die Dinge, die unbedingt heute bei diesem Ernst, in dem wir drinnenstehen, berücksichtigt werden müssen. Das ist dasjenige, auf das wir unter allen Umständen hinschauen müssen. Wir müssen ein geistiges Auge haben für dasjenige, was überall als dekadente Geistesbewegung da ist, und was charakterisiert werden muß. Denn man muß sich darüber klar sein, daß heute die Weltlage so ist: In einer ganz großen Anzahl von Menschen sind einfach die Anlagen dazu vorhanden, Geisteswissenschaft durch sich selber einzusehen und alles dasjenige zu ihrem Lebensinhalt zu machen, was aus der Geisteswissenschaft kommt. Vor allen Dingen, wenn Sie suchen und prüfen könnten, was heute als Jugend heranwächst, so würden Sie sich sagen müssen: innerhalb dieser Jugend sind Anlagen, Fähigkeiten durchaus vorhanden, die aus dieser Jugend heraus Geisteswissenschaft als etwas Selbstverständliches erscheinen lassen. Aber das ist auf der anderen Seite das Eigentümliche, daß noch genug Kräfte da sind, die niederhalten können, was eigentlich an die Oberfläche des Daseins kommen will, geradeso wie wir es im politischen Leben auch haben.

[ 16 ] Glauben Sie zum Beispiel, daß in den besiegten oder Siegerländern nicht zahlreiche Persönlichkeiten da sind, die heute, wenn sie irgendwie zur Wirksamkeit kommen könnten, etwas Vernünftiges tun könnten? Gewiß, es sind zahlreiche Menschen da, aber man kommt nicht auf sie, weil mit eiserner Hand diejenigen, die das Unglück verursacht haben, die mit allen alten, degenerierten Welt- und Lebensanschauungen zusammenhängen, immer wieder und wiederum an die Oberfläche geworfen werden. Solange man nicht einsieht, daß es ganz unmöglich ist, mit den Menschen, die aus den alten geistigen Strömungen kommen, selbst wenn sie in den radikalen Parteien der Gegenwart drinnenstehen, irgend etwas zu machen, solange man verhandelt mit alle denen, die schwachsinnig herausgewachsen sind aus den alten geistigen Strukturen, solange kommt man nicht weiter. Wir brauchen die Pflege tatsächlich neuer Kräfte, und dasjenige, was das Heft in der Hand hart, hält diese neuen Kräfte zurück.

[ 16 ] Glauben Sie zum Beispiel, daß in den besiegten oder Siegerländern nicht zahlreiche Persönlichkeiten da sind, die heute, wenn sie irgendwie zur Wirksamkeit kommen könnten, etwas Vernünftiges tun könnten? Gewiß, es sind zahlreiche Menschen da, aber man kommt nicht auf sie, weil mit eiserner Hand diejenigen, die das Unglück verursacht haben, die mit allen alten, degenerierten Welt- und Lebensanschauungen zusammenhängen, immer wieder und wiederum an die Oberfläche geworfen werden. Solange man nicht einsieht, daß es ganz unmöglich ist, mit den Menschen, die aus den alten geistigen Strömungen kommen, selbst wenn sie in den radikalen Parteien der Gegenwart drinnenstehen, irgend etwas zu machen, solange man verhandelt mit alle denen, die schwachsinnig herausgewachsen sind aus den alten geistigen Strukturen, solange kommt man nicht weiter. Wir brauchen die Pflege tatsächlich neuer Kräfte, und dasjenige, was das Heft in der Hand hart, hält diese neuen Kräfte zurück.

[ 17 ] So ist es aber auch im allgemeinen Geistesleben. Wir müssen einen dicken Strich ziehen eigentlich zwischen demjenigen, was sich in die Welt hineinarbeiten will als unsere heutige Jugend, und dem, was die Lehrstühle und dergleichen besetzt hat und die Abstempelung durch das Examen gibt. Das ist dasjenige, was ein furchtbarer Druck ist. Es muß eingesehen werden, daß man mit dem, was da hereingezogen ist und besetzt hält die Examina und die Lehrstühle, durchaus nicht zu einer lichtvollen Anschauung desjenigen kommen kann, was heute durchaus not tut. Der Pessimismus, der da etwa sagt, die Kräfte seien nicht da, ist ganz unberechtigt. Man lasse nur einmal irgend etwas kommen, was möglich macht, aus der Degeneration herauszukommen. Hilft es uns denn, wenn wir hier noch so schöne Hochschulkurse halten? Gewiß, wir können einzelne junge Leute begeistern damit. Das ist auch ganz gewiß geschehen und wird noch mannigfaltig geschehen. Aber diese jungen Leute haben Begeisterung so eine Zeitlang, dann wachsen sie ganz und gar in ihre Umgebung, in die Examina und in das Philisterium hinein, weil sie ja ihr Brot suchen müssen, weil sie gar nicht zurecht kommen, weil natürlich niedergedrückt wird die Entwickelung eines wirklich zukunftsicheren Strebens und Schaffens. Diese Dinge müssen doch durchschaut werden, und nach der Richtung hin muß gearbeitet werden, daß diese Dinge überwunden werden. Das können wir nicht, wenn wir heute, in diesem ernsten Momente der Entwickelung sowohl der Menschheit wie namentlich auch unserer anthroposophischen Bewegung, uns nicht besinnen wollen, daß diese Dinge da sind. Und recht charakteristisch ist eben so etwas, wie dieses «Tat»-Heft.

[ 17 ] So ist es aber auch im allgemeinen Geistesleben. Wir müssen einen dicken Strich ziehen eigentlich zwischen demjenigen, was sich in die Welt hineinarbeiten will als unsere heutige Jugend, und dem, was die Lehrstühle und dergleichen besetzt hat und die Abstempelung durch das Examen gibt. Das ist dasjenige, was ein furchtbarer Druck ist. Es muß eingesehen werden, daß man mit dem, was da hereingezogen ist und besetzt hält die Examina und die Lehrstühle, durchaus nicht zu einer lichtvollen Anschauung desjenigen kommen kann, was heute durchaus not tut. Der Pessimismus, der da etwa sagt, die Kräfte seien nicht da, ist ganz unberechtigt. Man lasse nur einmal irgend etwas kommen, was möglich macht, aus der Degeneration herauszukommen. Hilft es uns denn, wenn wir hier noch so schöne Hochschulkurse halten? Gewiß, wir können einzelne junge Leute begeistern damit. Das ist auch ganz gewiß geschehen und wird noch mannigfaltig geschehen. Aber diese jungen Leute haben Begeisterung so eine Zeitlang, dann wachsen sie ganz und gar in ihre Umgebung, in die Examina und in das Philisterium hinein, weil sie ja ihr Brot suchen müssen, weil sie gar nicht zurecht kommen, weil natürlich niedergedrückt wird die Entwickelung eines wirklich zukunftsicheren Strebens und Schaffens. Diese Dinge müssen doch durchschaut werden, und nach der Richtung hin muß gearbeitet werden, daß diese Dinge überwunden werden. Das können wir nicht, wenn wir heute, in diesem ernsten Momente der Entwickelung sowohl der Menschheit wie namentlich auch unserer anthroposophischen Bewegung, uns nicht besinnen wollen, daß diese Dinge da sind. Und recht charakteristisch ist eben so etwas, wie dieses «Tat»-Heft.

[ 18 ] Sehen Sie, man sollte schon ein wenig darauf geben, wie diese Dinge, die hier auf dem Boden der Geisteswissenschaft erwachsen, aus der breiten Wirklichkeit heraus gedacht sind. Es könnte ja für alles noch — wenn es nicht zunächst darauf ankäme, die Hauptlinien zu ziehen eine viel breitere Beweisführung getroffen werden. In meinem Buche «Von Seelenrätseln» habe ich auf diese Dessoirsche Fähigkeit hingewiesen: Dessoir erzählt ganz naiv als ein sehr schönes Beispiel für seine ganz besondere Geistesanlage in dem Schandbuch, das er geschrieben hat und das sehr viel Anerkennung in der Welt gefunden hat, wie es ihm passieren kann, wenn er einmal vorträgt und meint, so mitten in seinen Gedanken drinnen zu leben, er plötzlich nicht weiter kann. Nun, ich habe das als etwas besonders Charakteristisches angeführt für ein so geartetes Denken, das eben denkt und denkt und dann nicht weiter kann. Ja, nun! Ich fand das außerordentlich charakteristisch. [Lücke im Stenogramm.] Es sind eben Vorbedingungen da dafür, daß man ihn nicht für einen ernsten Gelehrten anzusehen hat, und, nicht wahr, man hat es ja mit einer solchen Welt heute zu tun, aus der heraus so etwas wächst wie die «Tat».

[ 18 ] Sehen Sie, man sollte schon ein wenig darauf geben, wie diese Dinge, die hier auf dem Boden der Geisteswissenschaft erwachsen, aus der breiten Wirklichkeit heraus gedacht sind. Es könnte ja für alles noch — wenn es nicht zunächst darauf ankäme, die Hauptlinien zu ziehen eine viel breitere Beweisführung getroffen werden. In meinem Buche «Von Seelenrätseln» habe ich auf diese Dessoirsche Fähigkeit hingewiesen: Dessoir erzählt ganz naiv als ein sehr schönes Beispiel für seine ganz besondere Geistesanlage in dem Schandbuch, das er geschrieben hat und das sehr viel Anerkennung in der Welt gefunden hat, wie es ihm passieren kann, wenn er einmal vorträgt und meint, so mitten in seinen Gedanken drinnen zu leben, er plötzlich nicht weiter kann. Nun, ich habe das als etwas besonders Charakteristisches angeführt für ein so geartetes Denken, das eben denkt und denkt und dann nicht weiter kann. Ja, nun! Ich fand das außerordentlich charakteristisch. [Lücke im Stenogramm.] Es sind eben Vorbedingungen da dafür, daß man ihn nicht für einen ernsten Gelehrten anzusehen hat, und, nicht wahr, man hat es ja mit einer solchen Welt heute zu tun, aus der heraus so etwas wächst wie die «Tat».

[ 19 ] Herausgeber der «Tat» ist der Jenenser Verleger Eugen Diederichs. Ich traf ihn einmal in einer Versammlung, die Diederichs abgehalten hatte vor Jenenser Studenten, wo dann in der Diskussion Max Scheler der Hauptredner war. Diederichs hatte mir einige Zeit vorher geschrieben, daß er ein Buch von mir zum Verlegen haben wollte. Es war 1902 oder 1903. Das, was er wollte, das «Christentum als mystische Tatsache», war vorher schon erschienen.. Vor dem Worte «Theosophie» zuckte er sogleich zurück. Dann am nächsten Tage wollte er mit mir sprechen. Dieses Gespräch handelte sonst über eine Verlegerangelegenheit, aus der aber nichts wurde, denn selbstverständlich, bei Diederichs konnte nichts werden, ... [Lücke im Stenogramm]. Er sagte, die mystischen Schriften, Plotin sowohl wie die Schriften der weiteren Mystiker, sollte man viel mehr pflegen, denn die machen so auf das allgemeine Wohlbefinden des Menschen einen ganz besonderen Eindruck. Es ist so, wie wenn man süßen Wein oder so etwas trinkt, das dann so seelisch durch den menschlichen Organismus rinnt. — Und man konnte sich tatsächlich nicht enthalten, den Gedanken zu haben, daß der mit einem etwas dicken Bäuchlein Dasitzende bei dem Verdauen der Mystik sich eben an das dicke Bäuchlein mit den flachen Händen schlage!

[ 19 ] Herausgeber der «Tat» ist der Jenenser Verleger Eugen Diederichs. Ich traf ihn einmal in einer Versammlung, die Diederichs abgehalten hatte vor Jenenser Studenten, wo dann in der Diskussion Max Scheler der Hauptredner war. Diederichs hatte mir einige Zeit vorher geschrieben, daß er ein Buch von mir zum Verlegen haben wollte. Es war 1902 oder 1903. Das, was er wollte, das «Christentum als mystische Tatsache», war vorher schon erschienen.. Vor dem Worte «Theosophie» zuckte er sogleich zurück. Dann am nächsten Tage wollte er mit mir sprechen. Dieses Gespräch handelte sonst über eine Verlegerangelegenheit, aus der aber nichts wurde, denn selbstverständlich, bei Diederichs konnte nichts werden, ... [Lücke im Stenogramm]. Er sagte, die mystischen Schriften, Plotin sowohl wie die Schriften der weiteren Mystiker, sollte man viel mehr pflegen, denn die machen so auf das allgemeine Wohlbefinden des Menschen einen ganz besonderen Eindruck. Es ist so, wie wenn man süßen Wein oder so etwas trinkt, das dann so seelisch durch den menschlichen Organismus rinnt. — Und man konnte sich tatsächlich nicht enthalten, den Gedanken zu haben, daß der mit einem etwas dicken Bäuchlein Dasitzende bei dem Verdauen der Mystik sich eben an das dicke Bäuchlein mit den flachen Händen schlage!

[ 20 ] Später gründete ja dann jener Herr Mystiker die «Tat», und dieses zweite Heft vom Jahre 1921 enthält nun lauter Artikel über die Anthroposophie, zuerst einen, der wirklich von einem Menschen geschrieben ist, der angestellt sein soll von gewissen Gesellschaften zur besonderen Bekämpfung der Anthroposophie. Was er schreibt, ist aus lauter Unverschämtheiten und Unsinn zusammengesetzt: I.W. Hauer «Die Anthroposophie als Weg zum Geist». — Als zweiter Artikel ist eine Widerlegung dieses ersten vorhanden von Walter Johannes Stein, «Anthroposophie als Monismus und als Theosophie», denn Diederichs will zeigen, daß er objektiv ist, wie er meint. Also lädt er natürlich auch die Anhänger ein; aber dadurch ist dieses Heft ganz besonders raffiniert, denn dadurch, daß die Anhänger drinnenstehen, sind die Leute, die das lesen, natürlich sofort überzeugt davon, daß der Diederichs ein objektiver Mann ist, der Gegner und Anhänger zum Worte kommen läßt. Der Unterschied ist der, daß nun unter den Anhänger-Artikeln wirklich ein recht gut geschriebener ist von einem Mann, Wil Salewski, «Das Goetheanum in Dornach bei Basel und die anthroposophischen Hochschulkurse im Herbst 1920». Gewiß, es sind solche einzelne gute Artikel drinnen, aber dasjenige, was gerade just in diesem Heft von Gegnern geschrieben ist, das zeichnet sich nämlich aus durch ganz grandiose Dummkeit, durch ein absolutes Nichtverstehen desjenigen, was eigentlich durch Anthroposophie bewirkt werden soll, was sie bedeutet und so weiter.

[ 20 ] Später gründete ja dann jener Herr Mystiker die «Tat», und dieses zweite Heft vom Jahre 1921 enthält nun lauter Artikel über die Anthroposophie, zuerst einen, der wirklich von einem Menschen geschrieben ist, der angestellt sein soll von gewissen Gesellschaften zur besonderen Bekämpfung der Anthroposophie. Was er schreibt, ist aus lauter Unverschämtheiten und Unsinn zusammengesetzt: I.W. Hauer «Die Anthroposophie als Weg zum Geist». — Als zweiter Artikel ist eine Widerlegung dieses ersten vorhanden von Walter Johannes Stein, «Anthroposophie als Monismus und als Theosophie», denn Diederichs will zeigen, daß er objektiv ist, wie er meint. Also lädt er natürlich auch die Anhänger ein; aber dadurch ist dieses Heft ganz besonders raffiniert, denn dadurch, daß die Anhänger drinnenstehen, sind die Leute, die das lesen, natürlich sofort überzeugt davon, daß der Diederichs ein objektiver Mann ist, der Gegner und Anhänger zum Worte kommen läßt. Der Unterschied ist der, daß nun unter den Anhänger-Artikeln wirklich ein recht gut geschriebener ist von einem Mann, Wil Salewski, «Das Goetheanum in Dornach bei Basel und die anthroposophischen Hochschulkurse im Herbst 1920». Gewiß, es sind solche einzelne gute Artikel drinnen, aber dasjenige, was gerade just in diesem Heft von Gegnern geschrieben ist, das zeichnet sich nämlich aus durch ganz grandiose Dummkeit, durch ein absolutes Nichtverstehen desjenigen, was eigentlich durch Anthroposophie bewirkt werden soll, was sie bedeutet und so weiter.

[ 21 ] Ganz tragisch-humoristisch, spaßig, möchte ich sagen, ist aber eine Auseinandersetzung, die dann der Verleger Eugen Diederichs gibt, betitelt: «Zum anthroposophischen Sonderheft.» Gestatten Sie, daß ich Ihnen den Schleim vorlese: «Dieses Heft ist der Versuch einer nach Fruchtbarkeit strebenden Auseinandersetzung von religiösen Männern, die über jedem Konfessionalismus stehen, mit dem anthroposophischen Gedankenkreis und dem Führer dieser Bewegung, Dr. Rudolf Steiner. Wie ein solcher Versuch gerät, hängt von den Persönlichkeiten ab, die man dafür als Mitarbeiter findet. Ich muß gestehen, es ist mir trotz allen Bemühens nicht so recht gelungen, die Jünger Steiners zu einer stärkeren Mitarbeiterschaft heranzuziehen.»

[ 21 ] Ganz tragisch-humoristisch, spaßig, möchte ich sagen, ist aber eine Auseinandersetzung, die dann der Verleger Eugen Diederichs gibt, betitelt: «Zum anthroposophischen Sonderheft.» Gestatten Sie, daß ich Ihnen den Schleim vorlese: «Dieses Heft ist der Versuch einer nach Fruchtbarkeit strebenden Auseinandersetzung von religiösen Männern, die über jedem Konfessionalismus stehen, mit dem anthroposophischen Gedankenkreis und dem Führer dieser Bewegung, Dr. Rudolf Steiner. Wie ein solcher Versuch gerät, hängt von den Persönlichkeiten ab, die man dafür als Mitarbeiter findet. Ich muß gestehen, es ist mir trotz allen Bemühens nicht so recht gelungen, die Jünger Steiners zu einer stärkeren Mitarbeiterschaft heranzuziehen.»

[ 22 ] Ich wollte, sie hätten gar nicht angebissen, damit nicht der Diederichs sein «Tat»-Heft anfüllen konnte mit demjenigen, was gerade aus unserem Kreise kommt.

[ 22 ] Ich wollte, sie hätten gar nicht angebissen, damit nicht der Diederichs sein «Tat»-Heft anfüllen konnte mit demjenigen, was gerade aus unserem Kreise kommt.

[ 23 ] «Man möchte sagen, es liegt vielleicht an ihrem mangelnden Verhältnis zur im Sinne Mennickes, aber als Herausgeber fühle ich die Pflicht, ganz unparteiisch zu sein und kann die Tatsache nur konstatieren. Ich hoffe aber, daß später noch ein Anthroposoph vom Range des Pfarrers Rittelmeyer ernsthaft sein eigenes Christuserlebnis den Aufsätzen von Michel, Gogarten und Mennicke gegenüberstellen wird.

[ 23 ] «Man möchte sagen, es liegt vielleicht an ihrem mangelnden Verhältnis zur im Sinne Mennickes, aber als Herausgeber fühle ich die Pflicht, ganz unparteiisch zu sein und kann die Tatsache nur konstatieren. Ich hoffe aber, daß später noch ein Anthroposoph vom Range des Pfarrers Rittelmeyer ernsthaft sein eigenes Christuserlebnis den Aufsätzen von Michel, Gogarten und Mennicke gegenüberstellen wird.

[ 24 ] Als Privatperson kann ich nur bekennen, daß es mir bisher noch nicht gelungen ist, zur Anthroposophie eine bejahende Stellung zu gewinnen.»

[ 24 ] Als Privatperson kann ich nur bekennen, daß es mir bisher noch nicht gelungen ist, zur Anthroposophie eine bejahende Stellung zu gewinnen.»

[ 25 ] Sie scheint eben nicht so wie süßer Wein zu schmecken und nur so hinunterzurinnen!

[ 25 ] Sie scheint eben nicht so wie süßer Wein zu schmecken und nur so hinunterzurinnen!

[ 26 ] «Ich stehe da ganz und gar persönlich auf Mennickes Standpunkt, daß die Anthroposophie der Endpunkt des Materialismus und auch des Rationalismus ist und daher letzten Endes auch keinen neuen Aufbau bedeutet. Das schließt nicht aus, daß sie eine Übergangserscheinung zum neuen Aufbau sein kann und daß sie darum allerhand Werte in sich birgt, wie jeder Eklektizismus, der sich auf Werten der Vergangenheit aufbaut. Die Anthroposophie scheint mir nicht aus dem «Unmittelbaren» herzukommen...» — das «Unmittelbare», das kommt wohl in diesem Fall zumeist aus einer unrichtig wirkenden Magensäure — «und darum auch nicht zeugend zu sein — trotz allem Reden von Intuition, Schöpfertum und Goetheschem Schauen. Ich weiß, die Theosophen werden diese Behauptung als höchste Verständnislosigkeit bezeichnen, aber sei es drum, sie ist aus einer eigenen Einstellung zu den geheimnisvollen Kräften des Unterbewußtseins gesprochen.»

[ 26 ] «Ich stehe da ganz und gar persönlich auf Mennickes Standpunkt, daß die Anthroposophie der Endpunkt des Materialismus und auch des Rationalismus ist und daher letzten Endes auch keinen neuen Aufbau bedeutet. Das schließt nicht aus, daß sie eine Übergangserscheinung zum neuen Aufbau sein kann und daß sie darum allerhand Werte in sich birgt, wie jeder Eklektizismus, der sich auf Werten der Vergangenheit aufbaut. Die Anthroposophie scheint mir nicht aus dem «Unmittelbaren» herzukommen...» — das «Unmittelbare», das kommt wohl in diesem Fall zumeist aus einer unrichtig wirkenden Magensäure — «und darum auch nicht zeugend zu sein — trotz allem Reden von Intuition, Schöpfertum und Goetheschem Schauen. Ich weiß, die Theosophen werden diese Behauptung als höchste Verständnislosigkeit bezeichnen, aber sei es drum, sie ist aus einer eigenen Einstellung zu den geheimnisvollen Kräften des Unterbewußtseins gesprochen.»

[ 27 ] Diese «Einstellung» habe ich Ihnen ja gerade erzählt! «So sehe ich aus dieser persönlichen Einstellung heraus (die durchaus kein Angriff auf die Anthroposophie sein soll, sondern nur ein Bekenntnis).»

[ 27 ] Diese «Einstellung» habe ich Ihnen ja gerade erzählt! «So sehe ich aus dieser persönlichen Einstellung heraus (die durchaus kein Angriff auf die Anthroposophie sein soll, sondern nur ein Bekenntnis).»

[ 28 ] Also nicht wahr, es ist sehr nett, denn jetzt können sich diejenigen, die schlau genug sind dazu, sagen: Der greift ja die Anthroposophie gar nicht an. — Es ist ja auch ziemlich gleichgültig, ob er sie angreift. Also er sagt: «So sehe ich ... in ihr eine Gefahr für die geistige Fundierung des kommenden Deutschlands, und halte es für dringende Notwendigkeit, daß sich nicht nur der Leserkreis der «Tat», sondern vor allem auch die neue Jugend mit Rudolf Steiner und mit der von ihm ausgehenden Bewegung gedanklich auseinandersetzt. Denn es liegt gerade heute so nahe, sich aus dem Chaos des neuen Werdens auf einen sicheren Turm retten zu wollen.»

[ 28 ] Also nicht wahr, es ist sehr nett, denn jetzt können sich diejenigen, die schlau genug sind dazu, sagen: Der greift ja die Anthroposophie gar nicht an. — Es ist ja auch ziemlich gleichgültig, ob er sie angreift. Also er sagt: «So sehe ich ... in ihr eine Gefahr für die geistige Fundierung des kommenden Deutschlands, und halte es für dringende Notwendigkeit, daß sich nicht nur der Leserkreis der «Tat», sondern vor allem auch die neue Jugend mit Rudolf Steiner und mit der von ihm ausgehenden Bewegung gedanklich auseinandersetzt. Denn es liegt gerade heute so nahe, sich aus dem Chaos des neuen Werdens auf einen sicheren Turm retten zu wollen.»

[ 29 ] Regierungen haben sich manchmal auf «sichere Türme» gerettet während der Zeit der Revolutionen und Krawalle; davon könnte einiges erzählt werden! Nun aber schließt der Herausgeber: «Mein Mitarbeiter Ernst Michel, den Lesern dieser Zeitschrift durch seine Goetheaufsätze und Goethebücher wohl bekannt, ist in diesem Heft der Anthroposophie vom katholischen Gottes- und Weltgefühl aus gegenübergerreten.»

[ 29 ] Regierungen haben sich manchmal auf «sichere Türme» gerettet während der Zeit der Revolutionen und Krawalle; davon könnte einiges erzählt werden! Nun aber schließt der Herausgeber: «Mein Mitarbeiter Ernst Michel, den Lesern dieser Zeitschrift durch seine Goetheaufsätze und Goethebücher wohl bekannt, ist in diesem Heft der Anthroposophie vom katholischen Gottes- und Weltgefühl aus gegenübergerreten.»

[ 30 ] Nun, das bitte ich Sie, nun doch etwas genauer anzuhören, denn da werden Sie auf etwas aufmerksam, was ich Ihnen aus den verschiedensten Untergründen ja schon charakterisiert habe, und Sie werden ja nächstens erleben, daß der Katholizismus in einer scheinbar verjüngten Gestalt, zu einer Art Katholo-dadaismus geworden, auch unterkriecht bei Eugen Diederichs in der « Tat». «Sein Aufsatz bildet den Auftakt zu . einem im April erscheinenden, sich an dieses Heft anschließenden Sonderheft der jungkatholischen Bewegung.»

[ 30 ] Nun, das bitte ich Sie, nun doch etwas genauer anzuhören, denn da werden Sie auf etwas aufmerksam, was ich Ihnen aus den verschiedensten Untergründen ja schon charakterisiert habe, und Sie werden ja nächstens erleben, daß der Katholizismus in einer scheinbar verjüngten Gestalt, zu einer Art Katholo-dadaismus geworden, auch unterkriecht bei Eugen Diederichs in der « Tat». «Sein Aufsatz bildet den Auftakt zu . einem im April erscheinenden, sich an dieses Heft anschließenden Sonderheft der jungkatholischen Bewegung.»

[ 31 ] Also, das meine ich, wenn ich sage Katholo-dadaistische Bewegung. Ich sage das auch nicht ohne Grund, denn ich werde Ihnen gleich nachher einiges von jenem Artikel Ernst Michels: «Anthroposophie und Christentum» noch sagen und da Gelegenheit haben, Sie mit einem Vertreter des religiösen Dadaismus bekanntzumachen.

[ 31 ] Also, das meine ich, wenn ich sage Katholo-dadaistische Bewegung. Ich sage das auch nicht ohne Grund, denn ich werde Ihnen gleich nachher einiges von jenem Artikel Ernst Michels: «Anthroposophie und Christentum» noch sagen und da Gelegenheit haben, Sie mit einem Vertreter des religiösen Dadaismus bekanntzumachen.

[ 32 ] «Es ist mir eine besondere Genugtuung, mit dem katholischen Heft dem vorwiegend protestantischen Leserkreis der «Tat» die Möglichkeit zu geben, ihren protestantischen Individualismus an dem katholischen Gemeinschaftsgeist zu messen. Ich hoffe, daß aus allen gedanklichen Auseinandersetzungen heraus der Grundgedanke der «Tat» neue Förderung erhält: Stärkung des Verantwortlichkeitsgefühls gegenüber seiner.eigenen Entwicklung und damit auch gegenüber dem Volksganzen.»

[ 32 ] «Es ist mir eine besondere Genugtuung, mit dem katholischen Heft dem vorwiegend protestantischen Leserkreis der «Tat» die Möglichkeit zu geben, ihren protestantischen Individualismus an dem katholischen Gemeinschaftsgeist zu messen. Ich hoffe, daß aus allen gedanklichen Auseinandersetzungen heraus der Grundgedanke der «Tat» neue Förderung erhält: Stärkung des Verantwortlichkeitsgefühls gegenüber seiner.eigenen Entwicklung und damit auch gegenüber dem Volksganzen.»

[ 33 ] Das sind die Worte des Herrn Eugen Diederichs. Hier ist also die Rede von einer jungkatholischen Bewegung, zu der der Auftakt gegeben ist durch den Aufsatz von Ernst Michel: «Anthroposophie und Christentum.» Ich habe ja immer wiederum auf dasjenige hingedeutet, habe auch in den letzten zwei Betrachtungen mit sehr großer Energie darauf hingedeutet, was gerade von dieser Seite her dem modernen Geistesleben droht. Aber nun ist dieser Aufsatz von Ernst Michel in der «Tat», «Anthroposophie und Christentum», eigentlich durch und durch religiöser Dadaismus. Die ältesten Ableger des katholischen, römischkatholischen Christentums werden da in einer schwülstigen Sprache den Lesern aufgebauscht. Man kann da tatsächlich ganz außerordentlich interessante Entdeckungen über diesen religiösen Dadaismus machen. So zum Beispiel findet Ernst Michel eine Grundwahrheit des Christentums: «Es ist eine Grundwahrheit des Christentums, daß der Mensch, die Urschuld gegen Gott, erbhaft im Blute und dem Zustande der Heiligung wesenhaft entrückt, aus eigener Kraft nicht über sich hinauskommt: daß er von sich und aus seinen Anlagen zu keiner höheren Stufe des Menschentums aufzusteigen vermag; daß die Durchbrüche von Zustand zu Zustand, dem Urstand entgegen, echte Zeugungsakte Gottes an der willigen Kreatur sind.»

[ 33 ] Das sind die Worte des Herrn Eugen Diederichs. Hier ist also die Rede von einer jungkatholischen Bewegung, zu der der Auftakt gegeben ist durch den Aufsatz von Ernst Michel: «Anthroposophie und Christentum.» Ich habe ja immer wiederum auf dasjenige hingedeutet, habe auch in den letzten zwei Betrachtungen mit sehr großer Energie darauf hingedeutet, was gerade von dieser Seite her dem modernen Geistesleben droht. Aber nun ist dieser Aufsatz von Ernst Michel in der «Tat», «Anthroposophie und Christentum», eigentlich durch und durch religiöser Dadaismus. Die ältesten Ableger des katholischen, römischkatholischen Christentums werden da in einer schwülstigen Sprache den Lesern aufgebauscht. Man kann da tatsächlich ganz außerordentlich interessante Entdeckungen über diesen religiösen Dadaismus machen. So zum Beispiel findet Ernst Michel eine Grundwahrheit des Christentums: «Es ist eine Grundwahrheit des Christentums, daß der Mensch, die Urschuld gegen Gott, erbhaft im Blute und dem Zustande der Heiligung wesenhaft entrückt, aus eigener Kraft nicht über sich hinauskommt: daß er von sich und aus seinen Anlagen zu keiner höheren Stufe des Menschentums aufzusteigen vermag; daß die Durchbrüche von Zustand zu Zustand, dem Urstand entgegen, echte Zeugungsakte Gottes an der willigen Kreatur sind.»

[ 34 ] Also so viel Worte, so viel Phrasen! — Man könnte nun jeden Satz durchnehmen und würde die kindischsten Bekenntnisse zu einem «Katechismus catholicus» herausfinden können. Interessant ist es nur, daß Ernst Michel sagt, es komme einem einzelnen Menschen nicht zu, eine letzte geistige Wahrheit auszumachen. Sie haben es ja gerade gehört, es kommt bei diesen Dingen auf die «Durchbrüche» an, also es «bricht durch». Der Mensch empfängt das aus Gnade, dann brichts durch. Dem muß man sich überlassen. Es darf der Mensch nicht aus Eigenem zu irgendwelchen höchsten Wahrheiten streben: «Es gibt keine geistige Entwicklung, es gibt nur Entfaltung und Durchbruch.»

[ 34 ] Also so viel Worte, so viel Phrasen! — Man könnte nun jeden Satz durchnehmen und würde die kindischsten Bekenntnisse zu einem «Katechismus catholicus» herausfinden können. Interessant ist es nur, daß Ernst Michel sagt, es komme einem einzelnen Menschen nicht zu, eine letzte geistige Wahrheit auszumachen. Sie haben es ja gerade gehört, es kommt bei diesen Dingen auf die «Durchbrüche» an, also es «bricht durch». Der Mensch empfängt das aus Gnade, dann brichts durch. Dem muß man sich überlassen. Es darf der Mensch nicht aus Eigenem zu irgendwelchen höchsten Wahrheiten streben: «Es gibt keine geistige Entwicklung, es gibt nur Entfaltung und Durchbruch.»

[ 35 ] Aber es ist doch außerordentlich niedlich, wie dieser Ernst Michel von seinem primitivsten dadaistischen Katechismusstandpunkt aus sagt: Ja, die Dogmen, mit denen ist es was anderes, die muß man glauben, das sind Wahrheiten! — «Im Dogma aber formuliert nicht der Mensch oder eine Gemeinschaft begrifflich ihre religiösen Grunderlebnisse (als «Ansprache des Menschen an Gott:), sondern Gott, das Haupt der Kirche, spricht als heiliger Geist direkt und unmittelbar durch die sichtbare Kirche...»

[ 35 ] Aber es ist doch außerordentlich niedlich, wie dieser Ernst Michel von seinem primitivsten dadaistischen Katechismusstandpunkt aus sagt: Ja, die Dogmen, mit denen ist es was anderes, die muß man glauben, das sind Wahrheiten! — «Im Dogma aber formuliert nicht der Mensch oder eine Gemeinschaft begrifflich ihre religiösen Grunderlebnisse (als «Ansprache des Menschen an Gott:), sondern Gott, das Haupt der Kirche, spricht als heiliger Geist direkt und unmittelbar durch die sichtbare Kirche...»

[ 36 ] Also die Väter der Konzilien, die beisammen sind, oder gar der Papst, der ex cathedra spricht, das ist nicht ein Mensch, nicht wahr! Aber zum Überdrusse beruft sich der Dadaist der Religion noch auf den heiligen Paulus, der auch gesagt haben soll, daß man als einzelner Mensch nicht nach den letzten Wahrheiten forschen darf: «Hier ist die Stelle, wo wir, ohne die Gefahr gnostischer Ausdeutung fürchten zu müssen, St. Pauli Worte an die Korinther anführen können: «Was wir reden ist Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, welche Gott verordnet hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat... Uns aber hat es Gott enthüllt durch den Geist, denn der Geist erforscht alle Dinge, selbst die Tiefen Gottes. Unter Menschen — wer von ihnen kennt das Innere eines Menschen, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch noch niemand das Innere Gottes ergründet, als der Geist Gottes. Doch wir haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, um damit zu verstehen, was uns von Gott geschenkt ist>...» und so weiter.

[ 36 ] Also die Väter der Konzilien, die beisammen sind, oder gar der Papst, der ex cathedra spricht, das ist nicht ein Mensch, nicht wahr! Aber zum Überdrusse beruft sich der Dadaist der Religion noch auf den heiligen Paulus, der auch gesagt haben soll, daß man als einzelner Mensch nicht nach den letzten Wahrheiten forschen darf: «Hier ist die Stelle, wo wir, ohne die Gefahr gnostischer Ausdeutung fürchten zu müssen, St. Pauli Worte an die Korinther anführen können: «Was wir reden ist Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, welche Gott verordnet hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat... Uns aber hat es Gott enthüllt durch den Geist, denn der Geist erforscht alle Dinge, selbst die Tiefen Gottes. Unter Menschen — wer von ihnen kennt das Innere eines Menschen, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch noch niemand das Innere Gottes ergründet, als der Geist Gottes. Doch wir haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, um damit zu verstehen, was uns von Gott geschenkt ist>...» und so weiter.

[ 37 ] Nun, sehen Sie, wenn man dieses Paulus-Wort für die Art und Weise der Anthroposophie anführt, so kann das alles stimmen. Wenn man aber den Menschen erst verbietet, irgendwie durch den Geist zur Wahrheit zu kommen und dann diese Worte anführt, muß man ein religiöser Dadaist sein. Ebenso ist es mit der Beschreibung des Christus-Erlebnisses und so weiter. In solche Köpfe geht das natürlich nicht hinein. In weltliche Köpfe kann das hineingehen, aber in solche Köpfe geht dasjenige natürlich nicht hinein, was Anthroposophie auch über den Christus zu sagen hat. Daher ist das ausgewalztestes Blech, was hier über das Christus-Problem in Anknüpfung an die Anthroposophie gesagt wird. Nun, der Ernst Michel ist es ja auch, der sich hier darüber ausspricht, daß man zur Sprache auch ein religiöses Verhältnis haben muß, und aus diesem religiösen Verhältnis, das er zur Sprache hat, gingen ja eben die «hellen Haufen» hervor, welche ich Ihnen vorher zitiert habe. Nicht wahr, das ist ein besonderer Sprachstil.

[ 37 ] Nun, sehen Sie, wenn man dieses Paulus-Wort für die Art und Weise der Anthroposophie anführt, so kann das alles stimmen. Wenn man aber den Menschen erst verbietet, irgendwie durch den Geist zur Wahrheit zu kommen und dann diese Worte anführt, muß man ein religiöser Dadaist sein. Ebenso ist es mit der Beschreibung des Christus-Erlebnisses und so weiter. In solche Köpfe geht das natürlich nicht hinein. In weltliche Köpfe kann das hineingehen, aber in solche Köpfe geht dasjenige natürlich nicht hinein, was Anthroposophie auch über den Christus zu sagen hat. Daher ist das ausgewalztestes Blech, was hier über das Christus-Problem in Anknüpfung an die Anthroposophie gesagt wird. Nun, der Ernst Michel ist es ja auch, der sich hier darüber ausspricht, daß man zur Sprache auch ein religiöses Verhältnis haben muß, und aus diesem religiösen Verhältnis, das er zur Sprache hat, gingen ja eben die «hellen Haufen» hervor, welche ich Ihnen vorher zitiert habe. Nicht wahr, das ist ein besonderer Sprachstil.

[ 38 ] Dagegen ergeht sich jener Artikel des Dadaisten in Religionssachen in besonderem Geschimpfe über meinen Stil. Aber gerade das ist das Charakteristischste,daß solch plumpe,schmierige Finger nirgends an dasjenige herankommen, was wirklich nötig ist,um darzustellen die geistigen Wahrheiten. Da ist nötig eine gewisse Unbequemlichkeit des Stiles. Da ist nötig, hinauszukommen über einen solchen dadaistischen Schwulst, wie ihn der Herr Ernst Michel entfaltet. Das kann man ja begreifen, daß für Herrn Ernst Michel meine Mysterien nichts sind. Er versteht ganz und gar nichts davon. Er sagt zum Beispiel: «Das Mysterium liegt sicherlich nicht im Nackt-Übersinnlichen: wer es dort sucht, ist Materialist so gut wie der, der es im Stoff sucht. Und man hat kein Mysterium geschaffen, wenn man Ideen-Gespenstern oder magischen Wundern in die Begriffskleider hilft und sie auf der Bühne nach dem Schema «Wirklichkeit agieren läßt. Sondern: das Geheimnis liegt in der schöpferischen Verbindung von Natur und Geist zur unsagbaren Gestalt... »

[ 38 ] Dagegen ergeht sich jener Artikel des Dadaisten in Religionssachen in besonderem Geschimpfe über meinen Stil. Aber gerade das ist das Charakteristischste,daß solch plumpe,schmierige Finger nirgends an dasjenige herankommen, was wirklich nötig ist,um darzustellen die geistigen Wahrheiten. Da ist nötig eine gewisse Unbequemlichkeit des Stiles. Da ist nötig, hinauszukommen über einen solchen dadaistischen Schwulst, wie ihn der Herr Ernst Michel entfaltet. Das kann man ja begreifen, daß für Herrn Ernst Michel meine Mysterien nichts sind. Er versteht ganz und gar nichts davon. Er sagt zum Beispiel: «Das Mysterium liegt sicherlich nicht im Nackt-Übersinnlichen: wer es dort sucht, ist Materialist so gut wie der, der es im Stoff sucht. Und man hat kein Mysterium geschaffen, wenn man Ideen-Gespenstern oder magischen Wundern in die Begriffskleider hilft und sie auf der Bühne nach dem Schema «Wirklichkeit agieren läßt. Sondern: das Geheimnis liegt in der schöpferischen Verbindung von Natur und Geist zur unsagbaren Gestalt... »

[ 39 ] Nun, soll man sich das vorstellen, die «unsagbare Gestalt», und nachher sich sagen lassen: «in der Einheit von Stoff und Form, von Kraft und Richtung», in der «geprägten Form, die lebend sich entwickelt», das ist natürlich Goethe-Zitat! Jetzt kommt ein Satz — man muß schon ein dadaistisch religiöses Verhältnis zur Sprache haben, um überhaupt so etwas auszuhalten und nicht dabei solche Dinge eben als eine Ausschleimung zu betrachten, die, wenn man sie auf die Zunge nehmen muß, eben zu dem Ausschleimen oder auch zu etwas Stärkerem Veranlassung geben —: «Die Sprache ist das Geheimnis», ja, es steht so da, das ist ein Satz: «Die Sprache ist das Geheimnis, der Menschensohn Jesus Christus ist das Geheimnis...» und «das Kreuz ... ist das Geheimnis». Sehen Sie, man begreift es ganz gut, daß dasjenige, was als anthroposophische Literatur vorliegt, für solchen Sprachstil durchaus nicht geschaffen ist, wenn auch selbstverständlich in den nachgeschriebenen Vorträgen, die von mir nicht korrigiert sind, manches anders stehen könnte. Aber das hindert doch nicht, daß man darauf hinweist, wie es nun wirklich ein starkes Stück ist, wenn durch Diederichs «Verantwortungsgefühl» derlei Zeug vor das Volksganze hingestellt werden soll, und man dadurch in die Notwendigkeit versetzt ist, sich damit auseinanderzusetzen, in die Lage versetzt ist, es auch ein wenig feiner zu charakterisieren. Es ist schon sonderbar, wenn solch ein Dadaist des Religiösen behauptet, daß eine Umsetzung innerer Wirklichkeit in den Klang und Rhythmus des Sprachelementes bei mir nicht zu finden wäre. Er führt dann für diejenigen, bei denen eine solche Umsetzung stattgefunden habe, zwei Menschen an, Nietzsche und Hölderlin. Das ist sehr charakteristisch, solch ein Schmutzfink des Geisteslebens hat nämlich gar kein Gefühl dafür, daß der Stil zu gleicher Zeit, wenn man schwierige geistige Materie darzustellen hat, etwas ist, wodurch man sich in diejenige Lebenslage zu versetzen hat, durch die verhindert werden kann, daß dann, wenn der Stil ein solcher wird, wie bei Hölderlin und bei Nietzsche, jener tragische Ausgang zutage tritt, der bei Hölderlin und Nietzsche zutage trat. Die ganze ruchlose Gedankenlosigkeit dieser zeitgenössischen Sippschaft tritt gerade an solchen Stellen hervor; sie hat weder irgendein Gefühl für die Tragik eines Hölderlin und Nietzsche, noch für die Notwendigkeiten eines objektiven Stiles, der nötig ist, geistige Wahrheiten und geistige Tatsachen zum Ausdrucke zu bringen. Es ist nötig heute, darauf hinzuweisen, daß man einmal in die Lage versetzt ist, sich mit solchen Diederichs-Schmutzfinken auseinanderzusetzen, und es muß auch in energischer Weise geschehen. Man muß sehen, aus welchen Kloaken, aus welchem Dadaismus heraus heute dasjenige, was als anthroposophische Gegnerschaft sich in den Mantel der Objektivität hüllt, seine geistige Nahrung schöpft.

[ 39 ] Nun, soll man sich das vorstellen, die «unsagbare Gestalt», und nachher sich sagen lassen: «in der Einheit von Stoff und Form, von Kraft und Richtung», in der «geprägten Form, die lebend sich entwickelt», das ist natürlich Goethe-Zitat! Jetzt kommt ein Satz — man muß schon ein dadaistisch religiöses Verhältnis zur Sprache haben, um überhaupt so etwas auszuhalten und nicht dabei solche Dinge eben als eine Ausschleimung zu betrachten, die, wenn man sie auf die Zunge nehmen muß, eben zu dem Ausschleimen oder auch zu etwas Stärkerem Veranlassung geben —: «Die Sprache ist das Geheimnis», ja, es steht so da, das ist ein Satz: «Die Sprache ist das Geheimnis, der Menschensohn Jesus Christus ist das Geheimnis...» und «das Kreuz ... ist das Geheimnis». Sehen Sie, man begreift es ganz gut, daß dasjenige, was als anthroposophische Literatur vorliegt, für solchen Sprachstil durchaus nicht geschaffen ist, wenn auch selbstverständlich in den nachgeschriebenen Vorträgen, die von mir nicht korrigiert sind, manches anders stehen könnte. Aber das hindert doch nicht, daß man darauf hinweist, wie es nun wirklich ein starkes Stück ist, wenn durch Diederichs «Verantwortungsgefühl» derlei Zeug vor das Volksganze hingestellt werden soll, und man dadurch in die Notwendigkeit versetzt ist, sich damit auseinanderzusetzen, in die Lage versetzt ist, es auch ein wenig feiner zu charakterisieren. Es ist schon sonderbar, wenn solch ein Dadaist des Religiösen behauptet, daß eine Umsetzung innerer Wirklichkeit in den Klang und Rhythmus des Sprachelementes bei mir nicht zu finden wäre. Er führt dann für diejenigen, bei denen eine solche Umsetzung stattgefunden habe, zwei Menschen an, Nietzsche und Hölderlin. Das ist sehr charakteristisch, solch ein Schmutzfink des Geisteslebens hat nämlich gar kein Gefühl dafür, daß der Stil zu gleicher Zeit, wenn man schwierige geistige Materie darzustellen hat, etwas ist, wodurch man sich in diejenige Lebenslage zu versetzen hat, durch die verhindert werden kann, daß dann, wenn der Stil ein solcher wird, wie bei Hölderlin und bei Nietzsche, jener tragische Ausgang zutage tritt, der bei Hölderlin und Nietzsche zutage trat. Die ganze ruchlose Gedankenlosigkeit dieser zeitgenössischen Sippschaft tritt gerade an solchen Stellen hervor; sie hat weder irgendein Gefühl für die Tragik eines Hölderlin und Nietzsche, noch für die Notwendigkeiten eines objektiven Stiles, der nötig ist, geistige Wahrheiten und geistige Tatsachen zum Ausdrucke zu bringen. Es ist nötig heute, darauf hinzuweisen, daß man einmal in die Lage versetzt ist, sich mit solchen Diederichs-Schmutzfinken auseinanderzusetzen, und es muß auch in energischer Weise geschehen. Man muß sehen, aus welchen Kloaken, aus welchem Dadaismus heraus heute dasjenige, was als anthroposophische Gegnerschaft sich in den Mantel der Objektivität hüllt, seine geistige Nahrung schöpft.

[ 40 ] Diese Dinge können nicht anders ausgesprochen werden als so in diesem gegenwärtigen ernsten Momente, denn es darf nicht etwa auch unter Anthroposophen die Meinung auftauchen, daß eine solche «Objektivität» etwas anderes ist als eine Raffiniertheit, um dasjenige, was Anthroposophie ist und in ihr lebt, in Grund und Boden zu bohren. Davon haben solche Leute wie Ernst Michel in ihrem religiösen Dadaismus, und auch ein Eugen Diederichs in seiner Bauchmystik, selbstverständlich nicht den geringsten Dunst. Das ist aber dasjenige, was man wissen muß und was bedacht werden muß. Es ist heute notwendig, eine ernste Sprache zu führen und nicht einzugehen auf dasjenige, was in dieser Weise sich vor die Welt hinstellt. Es muß gesagt werden und muß in allen Formen vor die Welt treten, daß gerade durch dasjenige, was sich als geistige Bestrebungen dieser Art gibt, unsere Menschheit immer mehr und mehr in die Degeneration, in den Sumpf hineingetrieben wird, und daß es notwendig ist, daß Anthroposophie durchaus bei einer Arbeit stehen bleibt, die reinlich ist, und die keine Gemeinschaft kennt mit solchen Sumpfblumen.

[ 40 ] Diese Dinge können nicht anders ausgesprochen werden als so in diesem gegenwärtigen ernsten Momente, denn es darf nicht etwa auch unter Anthroposophen die Meinung auftauchen, daß eine solche «Objektivität» etwas anderes ist als eine Raffiniertheit, um dasjenige, was Anthroposophie ist und in ihr lebt, in Grund und Boden zu bohren. Davon haben solche Leute wie Ernst Michel in ihrem religiösen Dadaismus, und auch ein Eugen Diederichs in seiner Bauchmystik, selbstverständlich nicht den geringsten Dunst. Das ist aber dasjenige, was man wissen muß und was bedacht werden muß. Es ist heute notwendig, eine ernste Sprache zu führen und nicht einzugehen auf dasjenige, was in dieser Weise sich vor die Welt hinstellt. Es muß gesagt werden und muß in allen Formen vor die Welt treten, daß gerade durch dasjenige, was sich als geistige Bestrebungen dieser Art gibt, unsere Menschheit immer mehr und mehr in die Degeneration, in den Sumpf hineingetrieben wird, und daß es notwendig ist, daß Anthroposophie durchaus bei einer Arbeit stehen bleibt, die reinlich ist, und die keine Gemeinschaft kennt mit solchen Sumpfblumen.

[ 41 ] Es interessiert mich durchaus nicht, wenn irgendwo von solcher Seite her auch irgend etwas Lobendes erscheint, denn ich gebe weder auf Lob noch auf Tadel etwas, was von einer Seite kommt, die unfähig ist — weil der Wille unfähig ist, nicht der Verstand — heranzukommen an dasjenige, was zum Heile der Menschheit Anthroposophie will. Dieser religiöse Dadaismus kann natürlich auch nicht anders, als dann in solche Sätze auslaufen, wie: «Die Kraft, durch die der Mensch auf dem Fundament des Glaubens zum Geheimnis emporwächst, ist auch nicht in erster Linie die Erkenntnis, sondern die dem Schauen folgende und tiefer wieder ins Schauen hineinführende Liebe.»

[ 41 ] Es interessiert mich durchaus nicht, wenn irgendwo von solcher Seite her auch irgend etwas Lobendes erscheint, denn ich gebe weder auf Lob noch auf Tadel etwas, was von einer Seite kommt, die unfähig ist — weil der Wille unfähig ist, nicht der Verstand — heranzukommen an dasjenige, was zum Heile der Menschheit Anthroposophie will. Dieser religiöse Dadaismus kann natürlich auch nicht anders, als dann in solche Sätze auslaufen, wie: «Die Kraft, durch die der Mensch auf dem Fundament des Glaubens zum Geheimnis emporwächst, ist auch nicht in erster Linie die Erkenntnis, sondern die dem Schauen folgende und tiefer wieder ins Schauen hineinführende Liebe.»

[ 42 ] Damit ist aber nichts anderes gemeint als die seelische Wollust, die solche Leute im Auge haben, und der nicht gedient wird durch dasjenige, was in reinem geistigem Schaffen zutage tritt, wo keinen Platz haben dürfen diese ins Seelisch-Geistige umgesetzten religiös-sexuellen Dadaismen, die, wenn sie auch unter allen möglichen Mänteln auftreten, doch nichts anderes sind als schamloses Ausleben seelischer Wollust, wie ja sehr vieles, was sich als religiös drapiert, nichts weiter ist als schamloses Ausleben seelischer Wollust.

[ 42 ] Damit ist aber nichts anderes gemeint als die seelische Wollust, die solche Leute im Auge haben, und der nicht gedient wird durch dasjenige, was in reinem geistigem Schaffen zutage tritt, wo keinen Platz haben dürfen diese ins Seelisch-Geistige umgesetzten religiös-sexuellen Dadaismen, die, wenn sie auch unter allen möglichen Mänteln auftreten, doch nichts anderes sind als schamloses Ausleben seelischer Wollust, wie ja sehr vieles, was sich als religiös drapiert, nichts weiter ist als schamloses Ausleben seelischer Wollust.

[ 43 ] Demgegenüber müssen wir uns immer wieder und wiederum klar sein darüber, daß einmal in unserer Zeit lebt dasjenige, was dann sich entfalten kann, wenn es durchkommt gegen alle solche Widerstände, was hinführt zu einem wirklichen Ergreifen des geistigen Lebens, das schaffend an dem materiellen Leben tätig ist. Wir müssen uns immer wieder klar sein darüber, daß wir die Pflege dieser in der Gegenwart vorhandenen Fähigkeiten der Menschen brauchen, daß wir uns durchaus mit jeder Faser unserer Seele dieser Pflege widmen müssen und daß keine Nuance des Ernstes stark genug ist, um zu bezeichnen dasjenige, was an hingebungsvoller Energie aufgewendet werden muß, um auf dieser Bahn vorwärts zu kommen. Da dürfen keine Kompromisse geschlossen werden. Man muß seine Pflicht tun. Man muß selbstverständlich überall da, wo Anthroposophie gehört werden will, Anthroposophie zum Hören bringen; man muß seine Pflicht tun. Man darf sich aber durch keine Weise irgendwelchen Illusionen hingeben. Denn es ist notwendig, kompromißlos aus der Sache selber heraus zu arbeiten. Jeder von uns hat die Verpflichtung, so viel er kann, an der Gesundung der anthroposophischen Bewegung selber zu arbeiten, daß sie herauskomme aus jeglichem Outsidertum, aus jeder Engherzigkeit, und daß sie herauskomme aus jeder seelisch wollüstigen Mystik, daß sie wirklich durchdringe zu einem freien weltsinnigen Ergreifen der Geheimnisse des Daseins. Denn nur dann, wenn in einer solchen Weise die Geheimnisse des Daseins ergriffen werden, kann auch hingewirkt werden auf die Ziele des praktischen Lebens, die ja doch bewältigt werden müssen, wenn sie nicht die Hemmschuhe auf dem weiteren Fortentwickelungswege der Menschheit werden sollen. Gerade auf dem letzteren Gebiete aber wird man in jeglicher Weise mißverstanden. Was geschieht alles, um diese Dinge in der schamlosesten Weise zu verzerren! In dem bekannten «Berliner Tageblatt» wird ein Artikel fabriziert über alles mögliche kloakenhafte Zeug, was sich in Berlin als Wahrsagerei und als Prophetentum dümmster Art geltend macht, und mitten drinnen wird auf die Anthroposophie und mich hingewiesen. Dieser Artikel wird dann hinausgeschickt in die Welt. Er erscheint in englischen ebenso wie in schweizerischen Zeitungen. Es wird in der infamsten, schamlosesten Weise durch fabrizierte Artikel an der Vernichtung anthroposophischer Weltanschauung gearbeitet. Das ist dasjenige, was durchschaut werden muß, und da kommt man nicht bloß mit irgendwelchen Widerlegungen zurecht, sondern man muß die Leute selbst charakterisieren. Es wäre ja gar nicht so schwer durchzukommen selbstverständlich, wenn man den Grund und Boden, aus dem heraus all das Zeug wächst, charakterisierte und ihm im Spiegel sein eigenes Wesen vorhielte. Das ist es aber, was notwendig ist und immer notwendiger wird. Wir können uns nicht bloß darauf beschränken, auf der einen Seite eine anthroposophische Dogmatik hinzustellen und auf der anderen Seite zu verteidigen, wenn angegriffen wird, sondern wir brauchen eine Auseinandersetzung mit alledem, was gegenwärtig in der Welt an der Verblödung und an der Degenerierung der Menschheit arbeitet. Und dessen ist sehr, sehr viel. Das ist dasjenige, was wir uns gewissermaßen jeden Morgen sagen müssen, und was hier wahrhaftig ohne Fanatismus ausgesprochen wird. Denn ich habe ja tatsächlich über diese Dinge nicht immer in dieser Weise gesprochen, und ich rede selten, redete früher selten über diese Dinge, jetzt nur öfter, weil tatsächlich Ihr Blick hingelenkt werden muß auf solchen Unfug, der aus der ganzen Dekadenz unserer Zeit herausfließt, wie dieser in Berlin fabrizierte Artikel, der jetzt seine Runde durch die Welt macht, wie auch andere Dinge ihre Runde durch die Welt machen, und man hätte wahrhaftig ungeheuer viel zu tun, wenn man alle diese Dinge widerlegen wollte. Man könnte wirklich vierundzwanzig Stunden an der Widerlegung dieses Schandzeuges arbeiten. Dann kommen die Frohnmeyers und sagen, sie haben dasjenige, was sie geschrieben haben, niemals widerlegt bekommen. Dr. Boos hat es widerlegt, hat geschrieben an die betreffende Redaktion, die hat aber die Widerlegung nicht aufgenommen, so daß der Frohnmeyer hinterher wohl dasjenige aus dem Blatte herausgenommen hat, was der betreffende Pfarrer, der da war und die Sache gesehen hat, gelogen hat; aber die Erwiderung ist eben einfach nicht aufgenommen worden. Und dann hat, glaube ich, auch noch eine Korrespondenz stattgefunden, in der man gar nichts erwähnt hat davon, daß diese Erwiderung gekommen ist und nicht aufgenommen worden ist. Man hätte eben wirklich sehr viel zu tun, wenn man diese Dinge alle widerlegen wollte. Es ist Frohnmeyersche und Heinzelmannsche Bequemlichkeit, sich darauf zu berufen — wenn sie irgend etwas sagen wollen, was mit der Wirklichkeit durchaus nicht übereinstimmt —, das Betreffende sei da oder dort entlehnt worden und man habe eben geglaubt, daß das wahr sei. Derjenige, der etwas schreibt, hat die Verpflichtung, diese Dinge zu untersuchen, seine Quellen zu untersuchen.

[ 43 ] Demgegenüber müssen wir uns immer wieder und wiederum klar sein darüber, daß einmal in unserer Zeit lebt dasjenige, was dann sich entfalten kann, wenn es durchkommt gegen alle solche Widerstände, was hinführt zu einem wirklichen Ergreifen des geistigen Lebens, das schaffend an dem materiellen Leben tätig ist. Wir müssen uns immer wieder klar sein darüber, daß wir die Pflege dieser in der Gegenwart vorhandenen Fähigkeiten der Menschen brauchen, daß wir uns durchaus mit jeder Faser unserer Seele dieser Pflege widmen müssen und daß keine Nuance des Ernstes stark genug ist, um zu bezeichnen dasjenige, was an hingebungsvoller Energie aufgewendet werden muß, um auf dieser Bahn vorwärts zu kommen. Da dürfen keine Kompromisse geschlossen werden. Man muß seine Pflicht tun. Man muß selbstverständlich überall da, wo Anthroposophie gehört werden will, Anthroposophie zum Hören bringen; man muß seine Pflicht tun. Man darf sich aber durch keine Weise irgendwelchen Illusionen hingeben. Denn es ist notwendig, kompromißlos aus der Sache selber heraus zu arbeiten. Jeder von uns hat die Verpflichtung, so viel er kann, an der Gesundung der anthroposophischen Bewegung selber zu arbeiten, daß sie herauskomme aus jeglichem Outsidertum, aus jeder Engherzigkeit, und daß sie herauskomme aus jeder seelisch wollüstigen Mystik, daß sie wirklich durchdringe zu einem freien weltsinnigen Ergreifen der Geheimnisse des Daseins. Denn nur dann, wenn in einer solchen Weise die Geheimnisse des Daseins ergriffen werden, kann auch hingewirkt werden auf die Ziele des praktischen Lebens, die ja doch bewältigt werden müssen, wenn sie nicht die Hemmschuhe auf dem weiteren Fortentwickelungswege der Menschheit werden sollen. Gerade auf dem letzteren Gebiete aber wird man in jeglicher Weise mißverstanden. Was geschieht alles, um diese Dinge in der schamlosesten Weise zu verzerren! In dem bekannten «Berliner Tageblatt» wird ein Artikel fabriziert über alles mögliche kloakenhafte Zeug, was sich in Berlin als Wahrsagerei und als Prophetentum dümmster Art geltend macht, und mitten drinnen wird auf die Anthroposophie und mich hingewiesen. Dieser Artikel wird dann hinausgeschickt in die Welt. Er erscheint in englischen ebenso wie in schweizerischen Zeitungen. Es wird in der infamsten, schamlosesten Weise durch fabrizierte Artikel an der Vernichtung anthroposophischer Weltanschauung gearbeitet. Das ist dasjenige, was durchschaut werden muß, und da kommt man nicht bloß mit irgendwelchen Widerlegungen zurecht, sondern man muß die Leute selbst charakterisieren. Es wäre ja gar nicht so schwer durchzukommen selbstverständlich, wenn man den Grund und Boden, aus dem heraus all das Zeug wächst, charakterisierte und ihm im Spiegel sein eigenes Wesen vorhielte. Das ist es aber, was notwendig ist und immer notwendiger wird. Wir können uns nicht bloß darauf beschränken, auf der einen Seite eine anthroposophische Dogmatik hinzustellen und auf der anderen Seite zu verteidigen, wenn angegriffen wird, sondern wir brauchen eine Auseinandersetzung mit alledem, was gegenwärtig in der Welt an der Verblödung und an der Degenerierung der Menschheit arbeitet. Und dessen ist sehr, sehr viel. Das ist dasjenige, was wir uns gewissermaßen jeden Morgen sagen müssen, und was hier wahrhaftig ohne Fanatismus ausgesprochen wird. Denn ich habe ja tatsächlich über diese Dinge nicht immer in dieser Weise gesprochen, und ich rede selten, redete früher selten über diese Dinge, jetzt nur öfter, weil tatsächlich Ihr Blick hingelenkt werden muß auf solchen Unfug, der aus der ganzen Dekadenz unserer Zeit herausfließt, wie dieser in Berlin fabrizierte Artikel, der jetzt seine Runde durch die Welt macht, wie auch andere Dinge ihre Runde durch die Welt machen, und man hätte wahrhaftig ungeheuer viel zu tun, wenn man alle diese Dinge widerlegen wollte. Man könnte wirklich vierundzwanzig Stunden an der Widerlegung dieses Schandzeuges arbeiten. Dann kommen die Frohnmeyers und sagen, sie haben dasjenige, was sie geschrieben haben, niemals widerlegt bekommen. Dr. Boos hat es widerlegt, hat geschrieben an die betreffende Redaktion, die hat aber die Widerlegung nicht aufgenommen, so daß der Frohnmeyer hinterher wohl dasjenige aus dem Blatte herausgenommen hat, was der betreffende Pfarrer, der da war und die Sache gesehen hat, gelogen hat; aber die Erwiderung ist eben einfach nicht aufgenommen worden. Und dann hat, glaube ich, auch noch eine Korrespondenz stattgefunden, in der man gar nichts erwähnt hat davon, daß diese Erwiderung gekommen ist und nicht aufgenommen worden ist. Man hätte eben wirklich sehr viel zu tun, wenn man diese Dinge alle widerlegen wollte. Es ist Frohnmeyersche und Heinzelmannsche Bequemlichkeit, sich darauf zu berufen — wenn sie irgend etwas sagen wollen, was mit der Wirklichkeit durchaus nicht übereinstimmt —, das Betreffende sei da oder dort entlehnt worden und man habe eben geglaubt, daß das wahr sei. Derjenige, der etwas schreibt, hat die Verpflichtung, diese Dinge zu untersuchen, seine Quellen zu untersuchen.

[ 44 ] Man wird mit diesen Leuten, die durchaus aus Böswilligkeit und auch aus einem überwiegenden Unverstand heraus ihre Anschauungen entwickeln, nicht fertig, wenn man bloß widerlegen will. Es handelt sich aber darum, die geistigen Untergründe, die man überall finden kann, nun wirklich in das rechte Licht zu setzen.

[ 44 ] Man wird mit diesen Leuten, die durchaus aus Böswilligkeit und auch aus einem überwiegenden Unverstand heraus ihre Anschauungen entwickeln, nicht fertig, wenn man bloß widerlegen will. Es handelt sich aber darum, die geistigen Untergründe, die man überall finden kann, nun wirklich in das rechte Licht zu setzen.

[Lücke im Stenogramm; es folgen die Schlußworte:]

[Lücke im Stenogramm; es folgen die Schlußworte:]

[ 45 ] Im Interesse der Sache und nicht aus persönlichen Gründen ist es, wenn ich sage, daß ich seit dem April 1919 in Stuttgart unzählige Vorträge gehalten habe, in denen die wichtigsten ökonomischen Tatsachen und Wahrheiten enthalten sind, in denen auch enthalten sind viele Charakteristiken zeitgenössischer Geistesströmungen, die ausgebeutet hätten werden sollen. Es handelt sich durchaus darum, daß da ein wichtiges Material vorhanden wäre. — Es ist «eingesargt». Die Dinge werden gedruckt, werden an die Mitglieder der Dreigliederungskreise gesandt, an die Dreigliederungsbünde gesandt, werden da vorgelesen in kleinen Zirkeln. Dasjenige, was «weltmännisch» gedacht war, wurde wiederum zu einem Sektiererischen gemacht. Es tut einem im Interesse der Sache weh, daß die Dinge nicht aufgegriffen, sondern so behandelt werden.

[ 45 ] Im Interesse der Sache und nicht aus persönlichen Gründen ist es, wenn ich sage, daß ich seit dem April 1919 in Stuttgart unzählige Vorträge gehalten habe, in denen die wichtigsten ökonomischen Tatsachen und Wahrheiten enthalten sind, in denen auch enthalten sind viele Charakteristiken zeitgenössischer Geistesströmungen, die ausgebeutet hätten werden sollen. Es handelt sich durchaus darum, daß da ein wichtiges Material vorhanden wäre. — Es ist «eingesargt». Die Dinge werden gedruckt, werden an die Mitglieder der Dreigliederungskreise gesandt, an die Dreigliederungsbünde gesandt, werden da vorgelesen in kleinen Zirkeln. Dasjenige, was «weltmännisch» gedacht war, wurde wiederum zu einem Sektiererischen gemacht. Es tut einem im Interesse der Sache weh, daß die Dinge nicht aufgegriffen, sondern so behandelt werden.

[ 46 ] Im Grunde genommen eine verlorene Arbeit, die verwendet ist auf so etwas — was wahrhaftig aus Weiten hergeholt wird! —, wenn es nicht aufgegriffen wird, nicht weiterverarbeitet wird, wenn nicht gearbeitet wird in diesem Sinne.

[ 46 ] Im Grunde genommen eine verlorene Arbeit, die verwendet ist auf so etwas — was wahrhaftig aus Weiten hergeholt wird! —, wenn es nicht aufgegriffen wird, nicht weiterverarbeitet wird, wenn nicht gearbeitet wird in diesem Sinne.

[ 47 ] Das ist aber dasjenige, was notwendig ist, und was wir heute vor allen Dingen nötig haben!

[ 47 ] Das ist aber dasjenige, was notwendig ist, und was wir heute vor allen Dingen nötig haben!

[ 48 ] Es geht nicht, daß wir diese Dinge in sektiererischer Art in kleinen Zirkeln vorlesen; sondern es sind durchaus Sachen, an denen man weiterarbeiten kann. Überall sind Keimpunkte zur Weiterarbeit! Und warum erarbeitet man denn so etwas, wenn es dann einfach daliegt als gedrucktes Material, und sich niemand im Ernste doch eigentlich darum kümmert? Aber darum handelt es sich: Wenn weitergearbeitet wird, kann man wirklich diejenigen Dinge, auf die im Speziellen hingewiesen worden ist, weiter verfolgen. Das ist es, was nötig ist, daß man die Dinge weiter verfolgt in der Arbeit; es sind ja da Keime, die gegeben werden auf Erden. Wirklich tatkräftiges Arbeiten ist das: Herausheben unserer Bewegung aus dem Zeichen des Sektiererischen, währenddem wir, wenn wir die Dinge einfach so nehmen, wie sie sind, und sie wieder ins Sektiererische hineintragen, nicht weiterkommen können. Es ist der Inhalt der Sachen, die durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gegeben werden, nicht so, daß er irgendwie sich eignet für eine sektiererische Bewegung; sondern er ist durchaus so, daß er hineingestellt werden kann als etwas, was Impulse abgeben kann für Weltwirkung.

[ 48 ] Es geht nicht, daß wir diese Dinge in sektiererischer Art in kleinen Zirkeln vorlesen; sondern es sind durchaus Sachen, an denen man weiterarbeiten kann. Überall sind Keimpunkte zur Weiterarbeit! Und warum erarbeitet man denn so etwas, wenn es dann einfach daliegt als gedrucktes Material, und sich niemand im Ernste doch eigentlich darum kümmert? Aber darum handelt es sich: Wenn weitergearbeitet wird, kann man wirklich diejenigen Dinge, auf die im Speziellen hingewiesen worden ist, weiter verfolgen. Das ist es, was nötig ist, daß man die Dinge weiter verfolgt in der Arbeit; es sind ja da Keime, die gegeben werden auf Erden. Wirklich tatkräftiges Arbeiten ist das: Herausheben unserer Bewegung aus dem Zeichen des Sektiererischen, währenddem wir, wenn wir die Dinge einfach so nehmen, wie sie sind, und sie wieder ins Sektiererische hineintragen, nicht weiterkommen können. Es ist der Inhalt der Sachen, die durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gegeben werden, nicht so, daß er irgendwie sich eignet für eine sektiererische Bewegung; sondern er ist durchaus so, daß er hineingestellt werden kann als etwas, was Impulse abgeben kann für Weltwirkung.

[ 49 ] Aber dazu ist eben notwendig, daß jeder seine Kraft einsetzt. Wir stehen heute vor der Notwendigkeit, die Dinge auch ins Praktische hineinzutreiben. Wir kommen nicht vorwärts, wenn das nicht ernstlich aufgenommen wird, wenn nicht tatsächlich eingesehen wird, wie der wahre Geist auch in die wahre Praxis hinein arbeiten kann.

[ 49 ] Aber dazu ist eben notwendig, daß jeder seine Kraft einsetzt. Wir stehen heute vor der Notwendigkeit, die Dinge auch ins Praktische hineinzutreiben. Wir kommen nicht vorwärts, wenn das nicht ernstlich aufgenommen wird, wenn nicht tatsächlich eingesehen wird, wie der wahre Geist auch in die wahre Praxis hinein arbeiten kann.

[ 50 ] Dann muß aber eben so etwas getan werden, was nicht die Dinge einsargt, sondern was sie aufnimmt, was sie in lebendigem Sinne fortwirkend erweist.

[ 50 ] Dann muß aber eben so etwas getan werden, was nicht die Dinge einsargt, sondern was sie aufnimmt, was sie in lebendigem Sinne fortwirkend erweist.

[ 51 ] Das ist dasjenige, was ich auch noch sagen wollte zum Schlusse: Es braucht sich niemand, wahrhaftig niemand durch diese Dinge getroffen fühlen. Allein in einer Zeit, in der möglich ist, was ich auch vor kurzem hier zitiert habe: daß durch Feuilletons so gearbeitet wird gegen diese anthroposophische Geisteswissenschaft und gegen dasjenige, was sie getan hat, daß sie ausklingen: der geistigen Feuerfunken seien genug da; es sei jetzt notwendig, daß demnächst auch der wirkliche, physische Feuerfunke über diesem Dornacher Hügel niedergehe — in der Zeit, in der aus der Böswilligkeit der Untergründe dieses an die Oberfläche getrieben werden kann, in dieser Zeit sind schon ernste Worte durchaus notwendig.

[ 51 ] Das ist dasjenige, was ich auch noch sagen wollte zum Schlusse: Es braucht sich niemand, wahrhaftig niemand durch diese Dinge getroffen fühlen. Allein in einer Zeit, in der möglich ist, was ich auch vor kurzem hier zitiert habe: daß durch Feuilletons so gearbeitet wird gegen diese anthroposophische Geisteswissenschaft und gegen dasjenige, was sie getan hat, daß sie ausklingen: der geistigen Feuerfunken seien genug da; es sei jetzt notwendig, daß demnächst auch der wirkliche, physische Feuerfunke über diesem Dornacher Hügel niedergehe — in der Zeit, in der aus der Böswilligkeit der Untergründe dieses an die Oberfläche getrieben werden kann, in dieser Zeit sind schon ernste Worte durchaus notwendig.

[ 52 ] Deshalb habe ich Sie heute noch einmal gebeten, hierher zu kommen. Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn die Gelegenheit wahrgenommen worden ist, um ein ganz ernstes Wort zu sprechen! Ich mußte einmal das vor dieser Reise vor Ihre Herzen, vor Ihren Sinn, vor Ihre Gemüter bringen!

[ 52 ] Deshalb habe ich Sie heute noch einmal gebeten, hierher zu kommen. Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn die Gelegenheit wahrgenommen worden ist, um ein ganz ernstes Wort zu sprechen! Ich mußte einmal das vor dieser Reise vor Ihre Herzen, vor Ihren Sinn, vor Ihre Gemüter bringen!