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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203

8 February 1921, Stuttgart

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Zwölfter Vortrag

Opponents of Anthroposophy

[ 1 ] Ich habe mir vorgenommen, heute noch diesen Vortrag zu halten, weil vor der bevorstehenden längeren Reise doch über einiges, das gerade zusammenhängt mit wichtigen Aufgaben der anthroposophischen Bewegung, wenigstens mit den Intentionen wichtiger Aufgaben, geredet werden sollte. Ich möchte nur aphoristisch heute auf einiges aufmerksam machen. Wir haben gar sehr Veranlassung, die geschichtliche Entwickelung der anthroposophischen Bewegung immer wieder und wiederum uns vor Augen zu führen, denn diese anthroposophische Bewegung hängt davon ab, daß sie von denjenigen, die ihre Träger sein wollen, in der richtigen Weise aufgefaßt und auch angefaßt werde. Wir müssen durchaus eingedenk des Umstandes sein, daß durch ihre eigene Natur, durch ihre ganze Wesenheit diese anthroposophische Bewegung herausgewachsen ist aus demjenigen Stadium, in dem es möglich war, gewissermaßen vor der Welt eine Art unvermerkten Daseins zu führen. Wir dürfen diese Tatsache, die innerhalb der Entwickelung der anthroposophischen Bewegung eine der wichtigsten ist, durchaus nicht übersehen. Wir müssen uns ja klar darüber sein, daß die anthroposophische Bewegung so begonnen hat und eigentlich auch so beginnen mußte, denn man kann ja überall nur aus den realen Verhältnissen heraus irgend etwas schaffen, daß kleine Gruppen zusammentraten und in kleinen Gruppen gruppenmäßig gearbeitet wurde. In diese kleinen Gruppen wurde aber vielfach, das läßt sich nicht leugnen, hineingetragen etwas von dem durchaus Sektiererischen der alten theosophischen Bewegung. Das wurde von verschiedenen Seiten doch auch als, ich möchte sagen, eine Arbeitsgewohnheit mancher unserer Mitglieder angenommen; aber wiederum ist dasjenige, was der Inhalt der hier gemeinten anthroposophischen Geisteswissenschaft ist, vom Anfange an so gewesen, daß es unmöglich in irgendein sektiererisches Gebaren hineinpaßte. Stark hat sich das ja gezeigt bei allem, was einem entgegentreten konnte, als hier in Dornach der Bau dieses Goetheanums begonnen wurde. Man meinte vielfach in Mitgliederkreisen, daß es möglich sei, einen solchen Bau vor die Welt hinzustellen und doch gewisse alte sektiererische Usancen beizubehalten. Solche sektiererischen Usancen sind ja nur allzu begreiflich, denn sie sind üblich in allen Theosophischen Gesellschaften, sie sind üblich in manchen Orden und dergleichen, wo tatsächlich zumeist in dem Sinne gearbeitet wird, den man einen obskuren Sinn nennen kann, wo sorgfältig vermieden wird, sich auseinanderzusetzen mit demjenigen, was nun einmal betrachtet werden muß, wenn eine Bewegung einen allgemeinmenschlichen Charakter in sich tragen soll.

[ 1 ] I have taken on to still give this lecture before the approaching lengthy voyage regarding what relates to important tasks of the Anthroposophical movement—at least with the intention that important tasks need to be spoken about. Through some aphorisms I want to bring things to your attention today. We have every reason to examine the historic development of the Anthroposophical movement again, and will again because this Anthroposophical movement depends on those who want to be its bearers and that they this up and understand it in the right way. We should continuously bear in mind the circumstances out of which, through its own nature, through its entire being, this Anthroposophical movement grew at a stage which enabled it to find its existence to a certain extent unnoticed by the world. This fact we dare never overlook, for it is one of the most important facts in the development of the Anthroposophical movement. We need to be very clear how the Anthroposophical movement had begun and actually had to come into being, because one can only create true relationships out of something real, where small groups came together and work was done by these small cooperating groups. These small groups however multiplied, this we can't deny, contributing something scrupulously sectarian out of the old Theosophic movement. From different sides it was adopted, one could say, like a working habit by some of our members; but then again there were those to whom the content of what is meant in this anthroposophic spiritual science was such that from the beginning, it was impossible to fit any kind of sectarian behaviour into it. It clearly entered everyone strongly and was visible in each individual in the way it was encountered when the Goetheanum Building had been started in Dornach. It was considered possible by many of those in the member's circles that such a building could be created in the world by still retaining old sectarian customs. Such sectarian traditions are all too understandable, they are usually in all Theosophical Societies and in orders where most of them work in a manner which could be called obscure, where things are thoroughly avoided which should in fact be examined if a movement strives to uphold a generally humane character.

[ 2 ] Die Gewohnheiten des Arbeitens in gewissen Orden und in den theosophischen Bewegungen konnten schon deshalb durchaus nicht anwendbar sein auf dasjenige, was der Inhalt war, der sich auswirkte durch die anthroposophische Bewegung, weil diese anthroposophische Bewegung, trotzdem sie zum Herzen und zum Gemüte eines jeden einzelnen Menschen spricht, doch zu gleicher Zeit vom Anfang an voll gewachsen war allen wissenschaftlichen Anforderungen, die nur in der Gegenwart irgendwie gestellt werden können. Das letztere ist ja eine Tatsache, die von vielen Seiten auch innerhalb der Mitgliedschaft durchaus nicht ernst genommen worden ist. Es liegt ja in der Natur der Menschen, daß sie auf der einen Seite voll drinnen stehen bleiben wollen in demjenigen, was nun einmal ihr, sagen wir, angestammter oder gewohnheitsmäßiger Lebenslauf ist. Innerhalb dieses Lebenslaufes gibt es für sie dann eine gewisse isolierte Provinz. Sie sind nicht einverstanden mit demjenigen, was ihnen ihre religiöse Tradition gebracht hat, sie sind nicht einverstanden mit demjenigen, was sonst im populären Verbreiten einer Weltanschauung ihnen geboten werden kann, und da fühlen sie eine gewisse Befriedigung, wenn ihnen etwas geboten wird, was über dasjenige hinausgeht, was sowohl in der religiösen Tradition wie auch im allgemein platten, populären Weltanschauungsleben aus der materialistischen Denkweise der neueren Zeit heraus gegeben werden kann. Aber man möchte doch gewissermaßen dasjenige, was man da bekommt, als etwas erhalten, dem man sich, ich will nicht sagen wie einer Art Sonntagsvergnügen, aber doch wie einer Sache hingibt, die so für sich dasteht, die nicht in das gewöhnliche Leben störend eingreift.

[ 2 ] The work habits in certain orders and in the Theosophical movement can therefore not be applied to the content which is worked through in the Anthroposophical movement, because this Anthroposophical movement, despite speaking to the hearts and minds of every single person, at the same time was fully developed in all scientific challenges from the start, but could only be as it were presented in the present time. The latter is a fact which has not been taken seriously from many sides amongst the membership. It is characteristic that people prefer to remain completely stuck within a habit originating from tradition or from the course of life. Within the course of life it presents a certain isolated territory for you. This is not in agreement with what your religious tradition has brought you, it is in agreement with what the popular spreading of a world view offers you and now you feel a certain satisfaction when something is offered which surpasses that, which is equally from religious tradition as also from the general, wide, popular point of view of the modern materialistic thought processes which are able to come out of a newer time. However, you still prefer to a certain extent what is a given, because you allow yourself, I want to say, in a kind of Sunday pleasure, something which exists but doesn't intervene in a disruptive manner with ordinary life.

[ 3 ] Eine solche Bewegung, wie sie die anthroposophische ist, die mit allen Lebenskräften der Gegenwart rechnet, kann das natürlich nicht. Eine solche Bewegung ergreift den ganzen Menschen, zieht ihre Kreise hinein in alle Einzelheiten des Lebens. Und man kann sie nicht wie irgend etwas Nebenhergehendes betrachten. Man mag sogar in Einzelheiten in gewisse Konflikte hineinkommen, allein diese Dinge sind eigentlich durchaus unvermeidlich, und es läßt sich nicht leben innerhalb der Lebensgewohnheiten der Gegenwart in den verschiedensten Gebieten, indem man gewissermaßen auf der einen Seite wie ein braver Philister sich in dasjenige fügt, wozu einen das Leben gemacht hat, und dann, auf der anderen Seite, anthroposophische Lektüre pflegt, für sein Herz und sein Gemüt das anthroposophische Leben annimmt. Sehen Sie, das wäre ja das zunächst Bequemste, aber es entspricht nicht dem Inhalte desjenigen, was aus den Lebenskräften der Menschheitsentwikkelung in der Gegenwart herausgegriffen ist als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Ebensowenig ist mit dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, die einen Weltblick notwendig hat, einen Blick wirklich auf alles dasjenige, was das Menschenleben und das Weltleben als solches berührt, vereinbar dasjenige, was geliebt wird in dem Treiben gewisser Kreise, die eigentlich nur mehr aus einer gewissen seelischen Wollust heraus kleine abgeschlossene obskure Kreise bilden wollen und sich da allerlei Illusionen vormachen und allerlei obskure Mystik treiben und dergleichen. Mit solchen Dingen ist einmal dasjenige, was mit einem weiten Weltblick auf alle Verhältnisse des Lebens als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft getrieben werden muß, durchaus nicht vereinbar. Und es ist schon notwendig, daß dieses mit aller Klarheit vor die Seelen unserer Mitglieder tritt, daß mit allem, was erinnert an irgendwelche sektiererische Usancen, gebrochen wird, denn heute steht die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so vor der Welt, daß sie zunächst ja von allen Seiten angegriffen wird, von allen möglichen Seiten verlästert wird. Das geschieht irgendeiner obskuren Bewegung durchaus nicht. Und ich kann Ihnen gleich etwas vorgreifend von einem Symptom sprechen, welches einem entgegentritt, wenn man das Februarheft der Monatsschrift «Die Tat» in die Hand nimmt. Ich werde gleich nachher noch ausführlich darüber sprechen, weil gerade dieses «Tat»-Heft symptomatisch ist. Es tritt aber dasjenige, was überhaupt dazu führt, daß jetzt in ganzen Heften die anthroposophische Bewegung behandelt wird, im Falle eines ganz besonders unbegabten Behandlers, ich möchte sagen, mit einer brutalen Klarheit hervor.

[ 3 ] A movement such as the Anthroposophical one which reckons with the life forces of the present, naturally can't do this. Such a movement seizes the entire human being, involves every single detail of life. You can't consider it as something on the side. You may well enter into certain conflicting details because these things are absolutely unavoidable, and it doesn't allow living within the present lifetime habits in the various areas, through submitting on the one side to what life has presented and act as a courageous philistine, and on the other side, continue with your reading of Anthroposophy, accepting through your heart and mind the Anthroposophical life. You see, this would be the most comfortable way, but it denies the content of vital human evolutionary forces which Anthroposophically orientated spiritual science singles out in the present. Just as little as the Anthroposophically orientated spiritual science which necessitates a wide view and a truthful gaze on what moves within mankind and worldly life, can it be united with what is loved in the trade of some circles, which intend, out of a soul lust, the creation of small, inaccessible, obscure circles which demonstrate all kinds of illusions, carry out all kinds of obscure mysticism and so on. Such things are completely unable to be unified into the anthroposophic, wide world view of all life's relationships regarded through spiritual science. It is already necessary that these things appear in all clarity to the souls of our members, who need to break off all sectarian usages, because today the Anthroposophically orientated spiritual science stands in such a situation in the world that it can be attacked from all sides, and be besmirched from all sides. Usually this doesn't happen to some kind of obscure movement. I can let you anticipate a symptom right now which you can find if you take the February edition of the monthly “Die Tat.” Later on I want to speak in greater depth about what makes this “Tat” issue so symptomatic. It appears to actually orientate the entire issue to the Anthroposophical movement which is treated, in this case by a completely untalented author, in what I might call a brutal clarity.

[ 4 ] Sie haben da einen Artikel — es sind alles Artikel, vom Anfang bis zum Ende dieses Heftes, über Anthroposophie —, der über «Anthroposophie und Christentum» handelt, der eben von einem ganz besonders unbegabten Behandler herrührt. In diesem Artikel finden Sie, ich möchte sagen, mit plumpen Fingern hingedeutet auf die Gründe, warum jetzt, von der Außenseite her, so viele Auseinandersetzungen stattfinden mit dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ist. Der Herr sagt: «Solange die Anthroposophie esoterisch in Zirkeln gepflegt wurde, konnte man sie sich selbst überlassen, wie viele andere Nebenströmungen der Geistesgeschichte auch. Jetzt aber, da sie mit dem Anspruch hervortritt, die tragfähige Grundlage der gesellschaftlichen Erneuerung zu werden, und das öffentliche, politische, kulturelle und soziale Leben auf das Denken und ihre aus zweiter und dritter Hand stammenden «Wahrheiten» aufzubauen, ist es an der Zeit, diese durch Kultur- und Geistzerfall begünstigte «Geheimwissenschaft> zu durchschauen und gebührend in ihre Grenzen zurückzuweisen, damit den echten Mächten der Erneuerung nicht ein Vorläufer entstehe, der falsches Zeugnis von ihnen ablegt.

[ 4 ] Here you have an article—the whole thing is an article—from the start to the end of the issue, regarding Anthroposophy—which deals with “Anthroposophy and Christianity,” and only stems from a particularly untalented creator. In this article you will find, I may say, pointed out with awkward fingers, the basis, why at this time, seen from the outside, so many discussions are taking place regarding what the orientation is of spiritual science. The man says: “As long as Anthroposophy is esoterically maintained in circles, it can be left to their own devices, like in so many other side streams of spiritual histories. However, if one comes to the fore with a claim which is to renew the viable basis of social renewal as well as public, political and social life on the basis of thought and its second- and third-hand budding `truths,' then it is time to see through this cultural and spiritually favoured `esoteric lore' and duly reject their borders in order that truthful powers of renewal do not become forerunners blamed of false evidence.

[ 5 ] Unserem Geschlecht aber, das in hellen Haufen sich der Anthroposophie zuwendet, entsteht ein Sinnbild in der ergreifenden Szene des ersten Buches Samuelis, als Saul vor seinem Todestag, gottverlassen, sich der Wahrsagerei ergab.»

[ 5 ] “Our generation however, who turns towards Anthroposophy in great crowds, create a symbol like the moving scene in the First Book of Samuel, when Saul, renounced by God before the day of his death, prove the augury true.”

[ 6 ] Sie sehen, was den Leuten Veranlassung gibt, daß sie über die Anthroposophie so schimpfend herziehen. Es ist das, was hier mit plumpen Fingern eben angedeutet und ausgesprochen wird in dem Satze: «Unserem Geschlecht aber, das in hellen Haufen sich der Anthroposophie zuwendet...» Das ist es, daß eben Anthroposophie gewisse Wirkungsquellen in sich enthält, durch die man sagen kann, daß die Leute — verzeihen Sie, wenn ich den Ausdruck wiederhole, er ist geschmacklos genug, weil man sich nicht vorstellen kann, was ein «heller Haufen» ist —, daß die Leute sich in «hellen Haufen» der Anthroposophie zuwenden. Aber das ist dasjenige, was die Angriffe bewirkt, und die Leute würden uns ganz gewiß in Ruhe gelassen haben, wenn wir so gearbeitet hätten, wie etwa, sagen wir, vom Jahre 1900 bis 1907 oder 1909. Ich persönlich bin ja dazumal auch nicht in Ruhe gelassen worden, aber jedenfalls haben die Angriffe, ich möchte sagen, aus einer engeren Ecke herausgeweht und waren nicht von einem solchen Willen zur Vernichtung begleitet, wie sie es jetzt sind.

[ 6 ] You see what gives people the reason to run down Anthroposophy? It is clearly here where the cumbersome fingers indicated express it in the sentence: “Our generation however, who turn towards Anthroposophy in great crowds ...” It is this, that Anthroposophy also contains certain effective origins within itself, from which one could say that people—forgive me when I repeat the expression, it is tasteless enough even if one can't imagine it, what “great crowds” can be—that people turn to Anthroposophy in “great crowds.” However it is this which causes the attacks and people would certainly leave us in peace if we would have been active for instance, let's say, in the years 1900 to 1907 or 1909. I personally would also not have been left in peace in those days, but anyway the attacks came, I could say, from a more restrictive corner and were not as wilfully destructive as they are now.

[ 7 ] Was aber innerhalb unserer engeren Bewegung durchaus schwer verstanden zu werden scheint, das ist eben die Notwendigkeit, aus dem Sektiererischen sich herauszuarbeiten. Sehen Sie, man kann von allem übrigen absehen — es könnte ja vieles selbstverständlich nach dieser Richtung angeführt werden —, aber man kann nicht ein solches Gebäude aufführen, wie der Dornacher Bau es ist, und weiter sich an gewisse obskure Sektiererusancen halten, wie sie durchaus gerade von der Mitgliederschaft der anthroposophischen Bewegung noch vielfach gepflegt werden. Man kann auch etwas anderes nicht tun. Man kann nicht ohne einen gewissen weltmännischen Sinn, ohne einen erweiterten Weltblick das tun, was wir tun; von der Art, wie wir es tun. Man kann sich ja zusammensetzen in kleinen Kreisen, ob es nun sechs oder vierzig Leute sind, das ist ganz gleichgültig, und irgendwie jemanden ausposaunen meinetwillen zu einer Wiederinkarnation der heiligen Magdalena oder des Christus sogar und so weiter. Wenn das nicht über die engeren Kreise hinauskommt, kann man das ja tun, und man kann sich darinnen sehr wollüstig ergehen in bezug auf seine Seelenempfindungen. Man kann aber zum Beispiel nicht ohne einen gewissen Weltsinn mit so etwas, wie unsere Eurythmie es ist, vor die Öffentlichkeit hintreten. Es setzt voraus, daß diejenigen, welche sich beteiligen an einer solchen Bewegung, keinen muckerischen oder keinen engherzigen Sinn, sondern etwas Weltsinn haben, daß sie nicht irgendwelche sektiererischen Allüren haben, auch nicht irgendwelche Allüren, die dazu führen, sich nur in kleinen Zirkeln wohlzubefinden, sondern es setzt voraus, daß sie eben wirklich in alles das, was sie mit der Welt zusammenhält, dasjenige hineingetragen sehen möchten, was einer solchen Bewegung eigen sein muß, die ja nicht bloß eine Weltanschauungsbewegung ist, sondern die alles in sich schließt, was Geistiges und auch überhaupt Menschenleben ist. Daher ist es schon notwendig, daß die Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem, was als irgendwelche geistigen oder sonstigen Strömungen heute in der Welt existiert, stattfindet. Das Sektiererische hat ja die Eigentümlichkeit, daß es zwar oftmals hochnäsig und mit einer großen Geringschätzung von allem spricht, was außerhalb ist, aber von dem was außerhalb ist, nicht viel versteht, daß es sich eben abschließen will, isolieren will. Das kann bei uns durchaus nicht auf die Dauer durchgeführt werden. Wenn unsere Bewegung ernst genommen werden will, ist es durchaus notwendig, daß nicht in derselben Weise über dieses oder jenes fortgeschwätzt werde, wie es vielfach üblich war, sondern es ist notwendig, daß man mit einem — ich muß das Wort immer wieder gebrauchen — gewissen Weltsinn sich ein Verständnis erwirbt für dasjenige, was vorgeht, und dabei von einem Gesichtspunkte aus, der der anthroposophischen Geisteswissenschaft entnommen ist, diese Dinge beleuchten, behandeln und so weiter kann. Das ist auf allen Gebieten notwendig. Gewiß, man kann sagen, der oder jener habe nicht Gelegenheit, das oder jenes zu tun. Gewiß, man kann von dem, der nicht Gelegenheit hat, das oder jenes zu tun, nicht verlangen, daß er dies oder jenes tue. Wir haben ja gerade in den letzten Wochen ausgiebige Erfahrungen darüber machen können, daß sich gewisse Leute, die in der Bewegung sind, vorgenommen haben, nun auch zu handeln. Dabei ist oftmals etwas ganz Furchtbares herausgekommen. Und dazu muß man sagen: es ist vielleicht nicht durchaus von dem einen oder anderen zu verlangen, das oder jenes zu tun, wozu er sich nicht geeignet glaubt. Aber etwas ist durchaus möglich, nämlich gewisse Dinge zu unterlassen. Denn gewisse Dinge, die nicht unterlassen werden, wirken in der furchtbarsten Weise dann fort.

[ 7 ] What appears to be thoroughly difficult to understand to those close to our movement, is the necessity to extract ourselves from sectarianism. You see one can renounce all the rest—many self-explanatory things can be stated—but one can't refer to such a building as the Dornach Building and still support certain obscure sectarian usages, which are being maintained by many of our members in the Anthroposophical movement. One can't do it any other way. One can't without a certain sophisticated sense, without a broader view of the world do what we do: regarding the way in which we do it. One could sit together in small circles, whether six or forty people, it's the same thing, and somehow make someone broadcast, on my account, something regarding the reincarnation of the holy Magdalene or Christ, or whatever. If it doesn't originate from closer circles one can do it and indulge ecstatically in soul experiences. One can't for instance publically present something like our Eurythmy without having a certain sense about the world. It is assumed that those who participate in such a movement, will have no peeved or no narrow-minded sense but a sense of the world, that one doesn't have some kind of sectarian airs and graces nor such affectations leading to only feeling comfortable in small circles, but it is assumed that one brings together everything connected to the world into what such a movement itself should be, which is not merely a movement of a world view, but includes everything spiritual and actually human life as well. Therefore it is by now necessary for discussions to take place about various spiritual or other movements existing in the world today. Sectarianism has the peculiarity of frequently being haughty and disdainful about everything which is outside its framework and does not understand what is on the outside and want to be cut off and be isolated. With us this can't at all be sustained in the long term. If our movement wants to be taken seriously it is certainly necessary that this or that is not continuously chattered about as it is often done, but it is necessary that we should—I must ever and again use this expression—acquire a certain world sense which enables understanding for what is going on, resulting in a point of view taken from Anthroposophical spiritual science, in order to clarify and treat these things. This is necessary in all areas. Certainly, one may say, someone or other doesn't have the possibility to do this or that. Indeed, one can't expect someone or other to do this or that if the person doesn't get the opportunity. We have actually been able to have extensive experiences of this during the last weeks when certain individuals in our movement have now also decided to act. As a result something quite terrible has come to the fore. It must be added that it is perhaps not absolutely necessary to expect anyone to do what he or she doesn't find suitable. Something is absolutely necessary, namely to abstain from certain things, because certain things, which are not carried out, work further in the most fruitful way.

[ 8 ] Meine lieben Freunde, ich meine damit nicht etwa so, daß man sagen könnte: Dann wird uns also zugemutet, daß wir uns in gar keiner Weise beteiligen. — Nein, das meine ich nicht, ich meine das Unterlassen gewisser Dinge, die man schon übersehen kann in ihrem geschwätzigen oder unsinnigen Charakter und dergleichen. Es ist, um nur ein Beispiel herauszugreifen, immerhin die Torheit vorgekommen, daß in Versammlungen, die abgehalten werden, sich in der Gegnerschaft Mitglieder unserer Bewegung beteiligen.

[ 8 ] My dear friends, I don't mean it in such a way that one could say: We are therefore encouraged not to participate in any way.—No, I don't mean this; I mean refraining from certain things which we can already see is of a gossipy or unreasonable nature. It is so, to take only one example, that folly refrained from being expressed in gatherings, finds a way to expresses itself in the opposition members of our movement.

[ 9 ] Diese Dinge sind selbstverständlich schwer zu besprechen, weil man, sobald sie irgendwie in einer falschen Art vor die Welt hinausgetragen werden, sagen kann, es würde ein blinder Tatwille und eine blinde Anhängerschaft verlangt. Das ist durchaus nicht der Fall, sondern es handelt sich bei den Dingen, die ich meine, eben um grobe Taktlosigkeiten, die gerade wiederum in furchtbarster Weise verhindern, daß gewirkt werde. Denn, wenn immer wieder und wiederum vorgebracht wird als Schlagwort von unseren Mitgliedern, was zum Beispiel von mir getan und gesagt und zu tun unterlassen wird, dann können wir natürlich als anthroposophischeBewegung nicht vorwärtskommen.Ich will wiederum als Beispiel eines erwähnen, das sich ebenfalls in diesem «Tat»—Heft findet.

[ 9 ] These things are of course difficult to discuss because as soon as something is presented in some false way to the world one can say it becomes a blind act of will attracting blind supporters. That is absolutely not the case, but it is about those things which as a result of unrefined tactlessness, in turn in the most terrible way prevent things from working. Hence, when a saying is continuously repeated by our members, for example from something I have refrained from doing or saying, then we will naturally as an Anthroposophical movement not make any progress. I want to again mention the example, which is found in this “Tat” publication.

[ 10 ] Sehen Sie, es ist ja wirklich nur aus dem Verlangen unserer Mitgliederschaft heraus die Tatsache entstanden, daß manche Zyklen einfach so gedruckt worden sind, wie sie nachgeschrieben worden sind, weil einem die Arbeiten der anthroposophischen Bewegung ja nicht Zeit gelassen haben, die Dinge wirklich nun so zu machen, wie sie gemacht werden sollten. Das Verlangen nach dem Druck der Zyklen ist ja aus der Mitgliederschaft heraus entstanden, aber gewöhnlich entsteht so etwas, ohne daß man das Verantwortlichkeitsgefühl für eine solche Sache hat. Es ist ja natürlich, wenn so etwas entsteht aus der Mitgliederschaft heraus, aber man muß dann das Verantwortlichkeitsgefühl haben, solch eine Sache nicht entstellen zu lassen. Und das taucht jetzt in der schärfsten Weise im Februarheft der «Tat» auf, wo gesagt wird: «Ich will hier nicht dabei verweilen, daß Steiner einen Teil seiner esoterischen Vorträge, z.B. die über die Evangelien, nach Stenogrammen von seinen Schülern hat edieren lassen, ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen und sich weiter darum zu kümmern (wie er ausdrücklich auf dem Titelblatt versichert).»

[ 10 ] You see, it is really out of our membership's requests that such things come about, like cycles (of lectures) simply being printed as they were copied, while the work of the Anthroposophical movement is not given the time to do things in the way they should actually be done. The demand for printing the cycles has indeed originated from members, but normally something like this arises without anyone developing a feeling of responsibility for such a thing. It is natural that something like this arises from the members but a sense of responsibility must develop to not allow a distortion of it. This appears in the most harsh way in the February edition of the “Tat,” where it is said: “I don't want to spend time regarding Steiner who has left some of his disciples to edit the shorthand notes of a part of his esoteric lectures, for example the Evangelists, without taking on the responsibility to bother himself with it any further (as it is strictly assured on the title-page).”

[ 11 ] Diese Dinge sind ja nicht zur Verbreitung gebracht worden, weil ich sie nötig hätte, sondern weil die Anthroposophische Gesellschaft sie nötig hatte; sie verlangen aber zu gleicher Zeit, daß diese Anthroposophische Gesellschaft ein gewisses Verantwortlichkeitsgefühl entwickelt, daß dasjenige, was um ihretwillen nötig ist, nicht um meinetwillen, nicht immer wiederum rückschlägt auf mich selbst, weil ich ja dadurch gehindert werde, die anthroposophische Sache als solche in der entsprechenden Weise vor der Welt zu vertreten. Es ist durchaus notwendig, daß so etwas klar erkannt werde, sonst wird dasjenige, was Anthroposophische Gesellschaft ist, wirklich im weitesten Sinne die wirkliche Ausbreitung der anthroposophischen Sache behindern. Ich werde natürlich, da wir jetzt vor sehr ernsten Situationen stehen, in diesen Dingen viel strenger werden müssen, als das bisher bloß aus einem gewissen Wohlwollen gegenüber der Mitgliederschaft geschehen ist. Aber es muß außerdem dasjenige, was auf diesem Gebiete zu sagen ist, durchaus gesagt werden. Und in diesem Zusammenhang gerade möchte ich noch einmal betonen, daß es durchaus nicht genügt, in einer solchen Weise, wie es sehr häufig geschehen ist, wenn da oder dort Gegnerschaften gegen uns auftraten — ich habe das schon vorgestern hier gesagt —, bloß diese Gegnerschaften zu widerlegen. Solche Widerlegungen, die man ja allerdings zuweilen machen muß aus einer gewissen Notwendigkeit heraus, sie nützen gar nichts, sie nützen wirklich nichts, denn man hat es in der heutigen Zeit bei gewissen Kategorien, Gruppen von Menschen, die im geistigen oder sonstigen Leben wirken, nicht zu tun mit Leuten, die auf eine Widerlegung, auf eine Verteidigung irgend etwas geben, bei denen es irgendwie auf eine Verteidigung ankäme, sondern man hat es zu tun mit Leuten, denen gar nichts daran liegt, die Wahrheit zu verbreiten, denen es ja darauf ankommt, gerade die Unwahrheiten zu verbreiten.

[ 11 ] These things should not be propagated further because of my needs, but because the Anthroposophical society needs it; it requires however at the same time that this Anthroposophical society develops a sense of responsibility for that which is necessary for its own sake, not for my sake, not always striking back on me personally because as a result it restricts me representing Anthroposophy as such in the appropriate way towards the world. It is quite necessary that this must be clearly understood otherwise what the Anthroposophical society really presents will in the widest sense prohibit the actual spreading of the Anthroposophic way. I should naturally become much more strict as we face a more serious situation here, than what has merely happened up to now through goodwill amongst the members. Besides, what is to be said in this area nevertheless has to be said. In this context I want to stress once again that it is not enough to merely disprove opposition as it has frequently happened in this way, when from this or that side the opposition turns against us—I have mentioned this already the day before yesterday. Such dismissals which have to be made now and then out of necessity, are worthless, supports nothing really, because today there are definite categories or groups of people who are active in a spiritual or other life, who have nothing to do with people who represent a rebuff and with whom it somehow comes down to a defence, a rebuff, but here we have people who do not care to spread the truth but with whom it finally comes down to spreading untruths.

[ 12 ] So ist es notwendig, auf gewisse sehr stark mit einer solchen ja durchaus geistigen Bewegung, wie es die anthroposophische Bewegung ja ist, zusammenhängende Dinge hinzuweisen. Man kann nicht an gewissen Ereignissen vorübergehen, weil sie sich immerzu wiederholen. Sehen Sie, da bekam ich neulich einen Brief, in dem mir jemand schrieb, daß er sich an den bekannten Max Dessoir gewendet habe, an jenen Max Dessoir, der ja hinlänglich unter Anthroposophen in bezug auf seine moralischen und intellektuellen Qualitäten charakterisiert ist. Nun schrieb mir der Betreffende, daß er mit diesem Max Dessoir ein Gespräch gehabt hat. Selbstverständlich ist solch ein Mensch wie Dessoir doch nicht durch ein Gespräch zu bekehren, das muß man sich doch sparen. Denn erstens will er nicht, und zweitens ist er zu dumm dazu, um irgend etwas Anthroposophisches zu verstehen. Also es hat gar keinen Sinn, irgendwie mit einem solchen Individuum weiter zu diskutieren.

[ 12 ] Thus it is very necessary in such a strong and thoroughly spiritual movement which the Anthroposophical movement is, to point out interrelationships. One can't skip certain events because they become repetitive. For instance, I recently received a letter in which it was written that the writer had turned to the famous Max Dessoir, to this Max Dessoir who has been characterised as adequate among Anthroposophists for his moral and intellectual qualities. Now the relevant person wrote to me that he had a conversation with this Max Dessoir. Obviously such a person as Dessoir can't be converted by a conversation, that we must spare him—because firstly he doesn't want it and secondly it appears stupid to him to have to understand something Anthroposophically. So it makes no sense to try some way or another to continue a discussion with such an individual.

[ 13 ] Im Gespräche stellte sich noch dazu heraus, daß Max Dessoir nächstens eine sehr scharfe Arbeit gegen mich schreiben werde, und da habe der Betreffende sich bereit erklärt, er wolle diese Arbeit erst durchlesen und die Fehler herauskorrigieren, damit der Max Dessoir möglichst nicht Irrtümer schreibe! Nun, man kann kaum glauben, daß diese Dinge unter uns, oftmals von Zelebritäten unter uns, wirklich getan werden. Und was ist die Folge? Wenn man eine solche Sache moniert, und es an den Betreffenden herankommt? Der sagt dann womöglich: Wenn man so etwas nicht tue, dann werde es heißen, daß die Anthroposophie sich nicht auseinandersetze mit den Leuten von der Wissenschaft. Ja, meine lieben Freunde, so dürfen wir nicht denken. Da darf man nicht sogleich abstrakt verallgemeinern, sondern es handelt sich darum, daß man es zu tun hat mit dem einzelnen konkreten, mit dem seiner moralischen und intellektuellen Unfähigkeit nach charakterisierten Individuum Max Dessoir, und man also Max Dessoir überhaupt nicht die Ehre antun kann, ihn wissenschaftlich ernst zu nehmen, daß man sich also in eine Diskussion nicht einlassen kann aus einer gewissen inneren geistigen Reinlichkeit. Diese Dinge müssen tatsächlich aufgefaßt und im einzelnen wirklich durchgeführt und durchgedacht werden, sonst werden wir es ja nun wirklich erleben können, daß gegnerische Schriften korrigiert werden können von unseren Mitgliedern, damit diese gegnerischen Schriften möglichst gut wirken und ja keine «Fehler» darinnen sind, weil die schon durch unsere Mitglieder herauskorrigiert wurden. Diese Dinge sind ja durchaus notwendig einmal zu besprechen, denn wir stehen in einem ernsten Momente der anthroposophischen Bewegung. Vieles wird gemacht durchaus so, daß man sagen kann, es kommen Dinge zustande, die eben von uns aus die Sache zerschlagen, vielleicht manchmal, wie in diesem Falle ja auch, durchaus aus bestem Willen heraus; aber der beste Wille kann durchaus zum Unheil ausschlagen, wenn er nicht von einem ernsten — wiederum muß ich das Wort gebrauchen — von Weltsinn durchhauchten Nachdenken durchsetzt ist. Das ist etwas, worauf so ungeheuer viel in der Gegenwart unserer anthroposophischen Bewegung ankommt.

[ 13 ] During conversations it also came out that Max Dessoir soon would write a piercing statement against me and my letter writer declared himself available to first read through this work and correct any mistakes so that Max Dessoir at least would not make errors! Now, one can hardly believe that such things, often through celebrities, can actually be done. And what are the results? When one complains and reproaches the person concerned, he would possibly say: “If something like this is not done then it means Anthroposophy doesn't allow itself to argue with scientific people.” Yes, my dear friends, we should not think like this. We should not immediately generalize abstractly, because it concerns the separate, specific moral and intellectual inability of the characterised individual Max Dessoir, and one can't do Max Dessoir the honour by saying we seriously consider him scientific and that we can't get involved in a discussion due to a certain inner spiritual cleanliness. These things must actually be grasped and individually actually followed through and thought through or otherwise we would really experience that writings by the opposition could possibly work well and that no “errors” would appear because these would have been corrected by our members. It is quite necessary to discuss these things because we have arrived at a serious time in our Anthroposophical movement. Much is done this way so one can say, things come about because we crush them, perhaps sometimes, as in this case also, quite out of goodwill; but the best will can turn out quite evil when it is not seriously—here I must use this word again—enlivened by a World sense and thought through. This is something which quite unbelievably often comes from our present Anthroposophical movement.

[ 14 ] Sehen Sie, es kommt heute also nicht an auf solches bloßes Verteidigen. Sagen Sie aber jetzt nicht, ich habe etwas gegen das Verteidigen, selbstverständlich muß das ja getan werden, aber es kommt heute darauf an, tatsächlich die Bewegungen, die da sind, als solche zu charakterisieren. In einem solchen Menschen wie Frohnmeyer hat man es ja nicht zu tun mit einem bloßen Gegner und Angreifer der Anthroposophie. Viel wichtiger ist es, wie er das tut und welcher Wahrheitssinn in ihm herrscht. Viel wichtiger ist es, zu wissen, daß ja dieser Pfarrer Frohnmeyer aus einer ganz breiten Masse von Leuten, die ganz genau ebenso sind, herauswächst. Er ist nur etwas freier als diese Masse, er stellt diesen Typus von Menschen, diese Gruppe von Menschen, die eine sehr große ist, als solche vor die Welt hin. Man kann heute nicht hoffen, daß diejenigen Menschen, die aus solchem Sinn heraus reden, irgendwie bekehrt werden. Das ist vollständiger Unsinn, die wollen nicht bekehrt werden. Denen tun wir den größten Gefallen, wenn wir nicht die Wahrheit ihnen entgegenstellen, sondern Dummheiten, denn dann können sie besser zu ihrem Rechte kommen. Also nicht darum handelt es sich, sich irgendwie bloß zu verteidigen gegen solche Leute. Da kommt man außerdem in einen Bandwurm hinein von Rede und Widerrede. Worauf es ankommt, ist, zu charakterisieren, aus welchem geistigen Grund und Boden heraus gearbeitet wird und was das bedeutet für die ganze Versumpfung und Degeneration unseres gegenwärtigen Geisteslebens. Auf diesen allgemeinen großen weltmännischen Standpunkt müssen die Dinge unbedingt gehoben werden, denn man kann leicht mit dem bloßen Verteidigen beim Keifen und Gegenkeifen stehenbleiben. Das ist aber dasjenige, worauf es bei uns nicht ankommt, sondern bei uns kommt es auf umfassende Charakteristik derjenigen Geistesbestrebungen an, die heute durchaus überwunden werden müssen. Nur dadurch kann man den Frohnmeyers und den Gogartens und den Bruhns und den Leeses und so weiter beikommen. Es ist ja gar nicht so ungeheuer wichtig, daß irgendeiner, der in einer solchen Bewegung drinnensteht, gerade Zeit hat, sich hinzusetzen und ein Buch zu schreiben; das kann fast jeder heute, der irgend etwas gelernt hat; sondern darauf kommt es an, aus welchem geistigen Untergrunde heraus diese Dinge vor die Welt sich hinstellen. Man muß ja sich ganz klar sein darüber, daß solche Menschen wie Frohnmeyer gar nicht anders urteilen können über Anthroposophie, als sie eben urteilen. Man sollte da ganz absehen von dem Persönlichen. Mir kommt es niemals auf das Persönliche an. Ich will niemals irgendwie mich verteidigen oder angreifen einen Frohnmeyer oder Bruhns oder einen Heinzelmann oder wie sie alle heißen, sondern ich will dasjenige charakterisieren, was als Geistesströmung dasteht, aus der diese Leute hervorwachsen. Persönlich mögen diese Leute im heutigen Wortsinn ehrenwerte Männer sein — ehrenwerte Männer sind sie ja alle, ich erinnere nur an Shakespeares Drama —, darauf kommt es gar nicht an. Ich will gar nicht den Leuten persönlich etwas anheften. Es kommt zum Beispiel nicht einmal auf den Pfarrer Kully an, der ja auch nur das Produkt einer gewissen Strömung innerhalb der katholischen Kirche ist.

[ 14 ] You see, it doesn't come down to being merely defensive today. Yet if nothing is said in defence, due to the fact that I have something against defending, it is obvious something must be done and it calls for the actual characterisation of the movement as such. In a person such as Frohnmeyer it doesn't merely concern a bare opponent and aggressor of Anthroposophy. It is much more important to establish the manner in which it is done and what kind of sense of truth controls him. It is far more important to know that this priest, Frohnmeyer, has developed out of quite a wide mass of people who are also similar. He is only somewhat freer than the mass; he represents a type of person within these groups which are as such really quite large in the world. Today we can't hope that people who argue from such a basis can't somehow be converted. It is complete nonsense that they do not wish to be converted. We do them the greatest favour when we don't present an opposing truth but stupidities, because then their values are better challenged. So it doesn't come down to mere defence against such people. This would result in an endless discourse of statement and counter-statement. What it boils down to is to characterize out of what spiritual ground and basis this originates and what it means for the entire dampening and degeneration of our present spiritual life. From this general sophisticated viewpoint things must at all costs be lifted because one can hardly remain stuck at mere defensive nagging and counter nagging. This is really what doesn't concern us because for us the concern is about the all-inclusive characteristics of these spiritual endeavours which need to be conquered today. Only through doing this can we effectively counter the Frohnmeyers, Gogartens, Bruhns and Leeses. It's not so tremendously important that someone within such a movement has the time to sit down and write a book; this anyone with a little learning can do, but it depends out of which spiritual foundation these things are presented to the world. One must be completely clear that people like Frohnmeyer can't criticize Anthroposophy differently than the way they do it. One should refrain from the personal. For me it never depends upon the personal. I never want to defend or attack a Frohnmeyer or Bruhns or Heinselmann or whoever they are all called, but I want to characterize this existing spiritual stream out of which these people develop. Individually these people according to today's sense of the word could be honourable men—honourable men they all are when I remind myself of Shakespeare's dramas—but this is irrelevant. I don't want to attach anything to these people personally. For example it doesn't include someone like the priest Kully who actually is the product of certain streams within the Catholic Church.

[ 15 ] Also das sind die Dinge, die unbedingt heute bei diesem Ernst, in dem wir drinnenstehen, berücksichtigt werden müssen. Das ist dasjenige, auf das wir unter allen Umständen hinschauen müssen. Wir müssen ein geistiges Auge haben für dasjenige, was überall als dekadente Geistesbewegung da ist, und was charakterisiert werden muß. Denn man muß sich darüber klar sein, daß heute die Weltlage so ist: In einer ganz großen Anzahl von Menschen sind einfach die Anlagen dazu vorhanden, Geisteswissenschaft durch sich selber einzusehen und alles dasjenige zu ihrem Lebensinhalt zu machen, was aus der Geisteswissenschaft kommt. Vor allen Dingen, wenn Sie suchen und prüfen könnten, was heute als Jugend heranwächst, so würden Sie sich sagen müssen: innerhalb dieser Jugend sind Anlagen, Fähigkeiten durchaus vorhanden, die aus dieser Jugend heraus Geisteswissenschaft als etwas Selbstverständliches erscheinen lassen. Aber das ist auf der anderen Seite das Eigentümliche, daß noch genug Kräfte da sind, die niederhalten können, was eigentlich an die Oberfläche des Daseins kommen will, geradeso wie wir es im politischen Leben auch haben.

[ 15 ] This is how things must be considered at all costs in today's serious time in which we stand. This is what we must consider under all circumstances. We must develop a spiritual eye, above all, for every decadent spiritual movement, which needs to be identified, characterized. We need clarity regarding today's world situation: amongst quite a large number of people it is simply the case that spiritual science is seen for itself and everything within the content of their lives is made to come out of spiritual science. Above all, when you could search and find proof of what is growing within today's youth then you'll have to say to yourself: these youths inherently have definite inclinations and abilities for which spiritual science is allowed to appear as something natural. On the other hand is the curiosity that there are still enough forces to hold down what actually wants to rise to the surface of existence just as we see it in politics.

[ 16 ] Glauben Sie zum Beispiel, daß in den besiegten oder Siegerländern nicht zahlreiche Persönlichkeiten da sind, die heute, wenn sie irgendwie zur Wirksamkeit kommen könnten, etwas Vernünftiges tun könnten? Gewiß, es sind zahlreiche Menschen da, aber man kommt nicht auf sie, weil mit eiserner Hand diejenigen, die das Unglück verursacht haben, die mit allen alten, degenerierten Welt- und Lebensanschauungen zusammenhängen, immer wieder und wiederum an die Oberfläche geworfen werden. Solange man nicht einsieht, daß es ganz unmöglich ist, mit den Menschen, die aus den alten geistigen Strömungen kommen, selbst wenn sie in den radikalen Parteien der Gegenwart drinnenstehen, irgend etwas zu machen, solange man verhandelt mit alle denen, die schwachsinnig herausgewachsen sind aus den alten geistigen Strukturen, solange kommt man nicht weiter. Wir brauchen die Pflege tatsächlich neuer Kräfte, und dasjenige, was das Heft in der Hand hart, hält diese neuen Kräfte zurück.

[ 16 ] Do you believe for instance that in the defeated or conqueror's countries there aren't innumerable individuals who, if they somehow could be brought to act, they wouldn't be able to do something sensible? There are certainly many such people but you don't encounter them because those connected to all old, degenerating world and life attitudes (Weltanschauungen) and who have caused this misfortune, are repeatedly thrown back with an iron fist to the surface. As long as one doesn't get the insight that it is quite impossible to do something with people who come out of old spiritual streams, even when they are in radical parties of the present, as long as one deals with those who have grown out of feeble minded and old spiritual structures, one will get no further. We need to maintain actual new forces, and those who are running the show are holding these forces back.

[ 17 ] So ist es aber auch im allgemeinen Geistesleben. Wir müssen einen dicken Strich ziehen eigentlich zwischen demjenigen, was sich in die Welt hineinarbeiten will als unsere heutige Jugend, und dem, was die Lehrstühle und dergleichen besetzt hat und die Abstempelung durch das Examen gibt. Das ist dasjenige, was ein furchtbarer Druck ist. Es muß eingesehen werden, daß man mit dem, was da hereingezogen ist und besetzt hält die Examina und die Lehrstühle, durchaus nicht zu einer lichtvollen Anschauung desjenigen kommen kann, was heute durchaus not tut. Der Pessimismus, der da etwa sagt, die Kräfte seien nicht da, ist ganz unberechtigt. Man lasse nur einmal irgend etwas kommen, was möglich macht, aus der Degeneration herauszukommen. Hilft es uns denn, wenn wir hier noch so schöne Hochschulkurse halten? Gewiß, wir können einzelne junge Leute begeistern damit. Das ist auch ganz gewiß geschehen und wird noch mannigfaltig geschehen. Aber diese jungen Leute haben Begeisterung so eine Zeitlang, dann wachsen sie ganz und gar in ihre Umgebung, in die Examina und in das Philisterium hinein, weil sie ja ihr Brot suchen müssen, weil sie gar nicht zurecht kommen, weil natürlich niedergedrückt wird die Entwickelung eines wirklich zukunftsicheren Strebens und Schaffens. Diese Dinge müssen doch durchschaut werden, und nach der Richtung hin muß gearbeitet werden, daß diese Dinge überwunden werden. Das können wir nicht, wenn wir heute, in diesem ernsten Momente der Entwickelung sowohl der Menschheit wie namentlich auch unserer anthroposophischen Bewegung, uns nicht besinnen wollen, daß diese Dinge da sind. Und recht charakteristisch ist eben so etwas, wie dieses «Tat»-Heft.

[ 17 ] This is generally happening in spiritual life. We must draw a thick line between what wants to be worked at into today's youth out of the world, and whoever occupied the professorial chair and given the stamp of approval in the exam. This causes terrible pressure. Insight must develop for the content held by the examiner and the learned chair-person for what is involved here, because no lucid insight can arise for what is absolutely needed today. Pessimism says something, the forces are simply not there, it is not permitted. Only once we allow something to happen can we make it possible to get out of degeneration. Is it any use then that we conduct such a beautiful university course? Certainly, we can inspire several young individuals—that actually happened and will happen many times in the future. These young people are inspired for a time but they grow up in an environment of exams and philistinism and of course need to earn their daily bread because they will not manage otherwise and thus their development is of course weighed down and prevented from real striving and creativity in future. These things must be inspected thoroughly and on this track something must be done in order to overcome these things. We can't do this if today, during these earnest times of development, mankind as well as also our Anthroposophical movement refrain from reflecting that these things are present. This kind of thing is aptly depicted in this “Tat” publication.

[ 18 ] Sehen Sie, man sollte schon ein wenig darauf geben, wie diese Dinge, die hier auf dem Boden der Geisteswissenschaft erwachsen, aus der breiten Wirklichkeit heraus gedacht sind. Es könnte ja für alles noch — wenn es nicht zunächst darauf ankäme, die Hauptlinien zu ziehen eine viel breitere Beweisführung getroffen werden. In meinem Buche «Von Seelenrätseln» habe ich auf diese Dessoirsche Fähigkeit hingewiesen: Dessoir erzählt ganz naiv als ein sehr schönes Beispiel für seine ganz besondere Geistesanlage in dem Schandbuch, das er geschrieben hat und das sehr viel Anerkennung in der Welt gefunden hat, wie es ihm passieren kann, wenn er einmal vorträgt und meint, so mitten in seinen Gedanken drinnen zu leben, er plötzlich nicht weiter kann. Nun, ich habe das als etwas besonders Charakteristisches angeführt für ein so geartetes Denken, das eben denkt und denkt und dann nicht weiter kann. Ja, nun! Ich fand das außerordentlich charakteristisch. [Lücke im Stenogramm.] Es sind eben Vorbedingungen da dafür, daß man ihn nicht für einen ernsten Gelehrten anzusehen hat, und, nicht wahr, man hat es ja mit einer solchen Welt heute zu tun, aus der heraus so etwas wächst wie die «Tat».

[ 18 ] You see we need to give attention to how these things which grow out of the basis of spiritual science come from thoughts of broad reality. For everything, when it comes down to it, is the main thread found in a far wider line of argument. In my book “Riddles of the Soul” I point out these Dessoir talents: Dessoir relates a very naive and quite beautiful example of his extraordinary spiritual predisposition in his “Schandbuch” (Book of Shame?) which he wrote and which has found much recognition in the world, that it can happen to him while in the middle of lecturing and immersed within his thoughts, he suddenly is unable to continue. Now, I find this a quite extraordinarily characteristic for such thought, that it can be thought and thought and suddenly can't continue. Yes indeed! I find this extraordinarily characteristic ... (Gap in short-hand notes). It is even a precondition that one can't regard him as a serious scholar, is that not so; one comes across such people today, who create something like the “Tat.”

[ 19 ] Herausgeber der «Tat» ist der Jenenser Verleger Eugen Diederichs. Ich traf ihn einmal in einer Versammlung, die Diederichs abgehalten hatte vor Jenenser Studenten, wo dann in der Diskussion Max Scheler der Hauptredner war. Diederichs hatte mir einige Zeit vorher geschrieben, daß er ein Buch von mir zum Verlegen haben wollte. Es war 1902 oder 1903. Das, was er wollte, das «Christentum als mystische Tatsache», war vorher schon erschienen.. Vor dem Worte «Theosophie» zuckte er sogleich zurück. Dann am nächsten Tage wollte er mit mir sprechen. Dieses Gespräch handelte sonst über eine Verlegerangelegenheit, aus der aber nichts wurde, denn selbstverständlich, bei Diederichs konnte nichts werden, ... [Lücke im Stenogramm]. Er sagte, die mystischen Schriften, Plotin sowohl wie die Schriften der weiteren Mystiker, sollte man viel mehr pflegen, denn die machen so auf das allgemeine Wohlbefinden des Menschen einen ganz besonderen Eindruck. Es ist so, wie wenn man süßen Wein oder so etwas trinkt, das dann so seelisch durch den menschlichen Organismus rinnt. — Und man konnte sich tatsächlich nicht enthalten, den Gedanken zu haben, daß der mit einem etwas dicken Bäuchlein Dasitzende bei dem Verdauen der Mystik sich eben an das dicke Bäuchlein mit den flachen Händen schlage!

[ 19 ] The publisher of the “Tat” is the former Eugen Diederichs. I once came across a collection which Diederichs held to former students, where the discussion was led by Max Scheler as main speaker. Some time before that Diederichs had written to me with the request of wanting to publish one of my books. It was either in 1902 or 1903. The one he wanted was “Christianity as Mystical Fact” which had been published before already. In front of the word “Theosophy” he winced. The next day he wanted to speak to me. This conversation dealt with a publisher's concern out of which nothing came because obviously, nothing could come out of Diederichs ... (Gap in short-hand notes). He said—the mystical writing of Plotin, as well as other mystics should much rather be fostered because, regarding the general wellbeing of mankind, these make such a particularly good impression. It is just like when one drinks sweet wine or something similar and it runs in such a soulful manner through the entire human organism.—And one can hardly abstain from having the thought of him sitting there with rather a full little belly trying to digest the mystical by slapping his full belly with his flat hands!

[ 20 ] Später gründete ja dann jener Herr Mystiker die «Tat», und dieses zweite Heft vom Jahre 1921 enthält nun lauter Artikel über die Anthroposophie, zuerst einen, der wirklich von einem Menschen geschrieben ist, der angestellt sein soll von gewissen Gesellschaften zur besonderen Bekämpfung der Anthroposophie. Was er schreibt, ist aus lauter Unverschämtheiten und Unsinn zusammengesetzt: I.W. Hauer «Die Anthroposophie als Weg zum Geist». — Als zweiter Artikel ist eine Widerlegung dieses ersten vorhanden von Walter Johannes Stein, «Anthroposophie als Monismus und als Theosophie», denn Diederichs will zeigen, daß er objektiv ist, wie er meint. Also lädt er natürlich auch die Anhänger ein; aber dadurch ist dieses Heft ganz besonders raffiniert, denn dadurch, daß die Anhänger drinnenstehen, sind die Leute, die das lesen, natürlich sofort überzeugt davon, daß der Diederichs ein objektiver Mann ist, der Gegner und Anhänger zum Worte kommen läßt. Der Unterschied ist der, daß nun unter den Anhänger-Artikeln wirklich ein recht gut geschriebener ist von einem Mann, Wil Salewski, «Das Goetheanum in Dornach bei Basel und die anthroposophischen Hochschulkurse im Herbst 1920». Gewiß, es sind solche einzelne gute Artikel drinnen, aber dasjenige, was gerade just in diesem Heft von Gegnern geschrieben ist, das zeichnet sich nämlich aus durch ganz grandiose Dummkeit, durch ein absolutes Nichtverstehen desjenigen, was eigentlich durch Anthroposophie bewirkt werden soll, was sie bedeutet und so weiter.

[ 20 ] Later every Mister Mystic supported the “Tat,” and the second publication in 1921 contained nothing other than an article on Anthroposophy, firstly one which was actually written by someone who had been elected by certain communities for the particular battle against Anthroposophy. What he wrote is combined out of pure impertinence and nonsense: I.W. Hauer: “Anthroposophy as the way to the Spirit.”—As second article appeared a refutation of the first from Walter Johannes Stein, “Anthroposophy as monism and as theosophy,” because Diederichs wanted to illustrate his objectivity. Of course he also invited supporters because they were within it all, they were people who read it and obviously were immediately convinced that Diederichs was an objective man, who allows both opponents and supporters to have their say. The distinction is that among the supporter articles a really well written one came from a man, Wil Salewski, “The Goetheanum in Dornach near Basel and the Anthroposophical High School course in Autumn 1920.” Certainly some good articles appeared in it but particularly those written by opponents show a grand stupidity, an absolute misunderstanding for what really should work through Anthroposophy, what it means and so on.

[ 21 ] Ganz tragisch-humoristisch, spaßig, möchte ich sagen, ist aber eine Auseinandersetzung, die dann der Verleger Eugen Diederichs gibt, betitelt: «Zum anthroposophischen Sonderheft.» Gestatten Sie, daß ich Ihnen den Schleim vorlese: «Dieses Heft ist der Versuch einer nach Fruchtbarkeit strebenden Auseinandersetzung von religiösen Männern, die über jedem Konfessionalismus stehen, mit dem anthroposophischen Gedankenkreis und dem Führer dieser Bewegung, Dr. Rudolf Steiner. Wie ein solcher Versuch gerät, hängt von den Persönlichkeiten ab, die man dafür als Mitarbeiter findet. Ich muß gestehen, es ist mir trotz allen Bemühens nicht so recht gelungen, die Jünger Steiners zu einer stärkeren Mitarbeiterschaft heranzuziehen.»

[ 21 ] Quite tragic-comic, even joking, I might say, however is a discussion which the publisher Eugen Diederichs presents, entitled: “Towards an Anthroposophic Special Edition.” Permit me to quote the slime: “This booklet is the research from fruitful, striving discussions of religious men who preside over the non-confessional, within the circles of anthroposophic thought, and the director of this movement, Dr Rudolf Steiner. How such an attempt comes across depends on the personality traits found amongst members. I must confess, despite all efforts I was not successful in attracting the Steiner followers into a stronger collaboration.”

[ 22 ] Ich wollte, sie hätten gar nicht angebissen, damit nicht der Diederichs sein «Tat»-Heft anfüllen konnte mit demjenigen, was gerade aus unserem Kreise kommt.

[ 22 ] I wanted, but they didn't fall for it, not for Diederichs to compliment his “Tat” with something which comes right out of our circles.

[ 23 ] «Man möchte sagen, es liegt vielleicht an ihrem mangelnden Verhältnis zur im Sinne Mennickes, aber als Herausgeber fühle ich die Pflicht, ganz unparteiisch zu sein und kann die Tatsache nur konstatieren. Ich hoffe aber, daß später noch ein Anthroposoph vom Range des Pfarrers Rittelmeyer ernsthaft sein eigenes Christuserlebnis den Aufsätzen von Michel, Gogarten und Mennicke gegenüberstellen wird.

[ 23 ] “One could say, it is based perhaps on their relation lacking `humility' in the sense of Mennickes, yet as publisher I feel it my duty to be quite impartial and state facts. I hope however that later, another anthroposophist from the priest's rank, Rittelmeyer, will contrast his own serious Christ experience in opposition to those of Michel, Gogarten and Mennicke.

[ 24 ] Als Privatperson kann ich nur bekennen, daß es mir bisher noch nicht gelungen ist, zur Anthroposophie eine bejahende Stellung zu gewinnen.»

[ 24 ] “As private person I can only admit that up to now I have not succeeded to acquire an affirming position regarding Anthroposophy.”

[ 25 ] Sie scheint eben nicht so wie süßer Wein zu schmecken und nur so hinunterzurinnen!

[ 25 ] It doesn't appear to taste like sweet wine and thus can only be run down!

[ 26 ] «Ich stehe da ganz und gar persönlich auf Mennickes Standpunkt, daß die Anthroposophie der Endpunkt des Materialismus und auch des Rationalismus ist und daher letzten Endes auch keinen neuen Aufbau bedeutet. Das schließt nicht aus, daß sie eine Übergangserscheinung zum neuen Aufbau sein kann und daß sie darum allerhand Werte in sich birgt, wie jeder Eklektizismus, der sich auf Werten der Vergangenheit aufbaut. Die Anthroposophie scheint mir nicht aus dem «Unmittelbaren» herzukommen...» — das «Unmittelbare», das kommt wohl in diesem Fall zumeist aus einer unrichtig wirkenden Magensäure — «und darum auch nicht zeugend zu sein — trotz allem Reden von Intuition, Schöpfertum und Goetheschem Schauen. Ich weiß, die Theosophen werden diese Behauptung als höchste Verständnislosigkeit bezeichnen, aber sei es drum, sie ist aus einer eigenen Einstellung zu den geheimnisvollen Kräften des Unterbewußtseins gesprochen.»

[ 26 ] “I personally stand completely with Mennikes' point of view that Anthroposophy is the end point of materialism as well as rationalism and as a result this end point indicates no new developments. This doesn't exclude that it can be a transformative constructive phenomenon with new construction and that it therefore contains all kinds of worth, like constructive eclecticism built on values of the past. Anthroposophy doesn't appear to me as coming directly ....”—what is `direct' in this case is at most working from an inaccurately active gastric acid—“and therefore also doesn't give any evidence—despite all the talk about intuition, creativity and Goethe's observation. I know the Theosophists claim this assertion as their highest lack of understanding nevertheless it is spoken out in a singular attitude of secret subconscious powers.”

[ 27 ] Diese «Einstellung» habe ich Ihnen ja gerade erzählt! «So sehe ich aus dieser persönlichen Einstellung heraus (die durchaus kein Angriff auf die Anthroposophie sein soll, sondern nur ein Bekenntnis).»

[ 27 ] Regarding this `attitude', I've already spoken to you about it! “So I see from this personal attitude (which should absolutely not be an attack on Anthroposophy, but only a confession).”

[ 28 ] Also nicht wahr, es ist sehr nett, denn jetzt können sich diejenigen, die schlau genug sind dazu, sagen: Der greift ja die Anthroposophie gar nicht an. — Es ist ja auch ziemlich gleichgültig, ob er sie angreift. Also er sagt: «So sehe ich ... in ihr eine Gefahr für die geistige Fundierung des kommenden Deutschlands, und halte es für dringende Notwendigkeit, daß sich nicht nur der Leserkreis der «Tat», sondern vor allem auch die neue Jugend mit Rudolf Steiner und mit der von ihm ausgehenden Bewegung gedanklich auseinandersetzt. Denn es liegt gerade heute so nahe, sich aus dem Chaos des neuen Werdens auf einen sicheren Turm retten zu wollen.»

[ 28 ] Really, it is not very nice, because now someone who is smart enough will say: `He isn't attacking Anthroposophy.'—He is apparently indifferent whether he attacks it or not. Thus he says: “So I see ... it is a danger for the mental investment of the upcoming Germany, and is urgently necessary, not only for the readership of the `Tat,' but above all for the youth with Rudolf Steiner and with those of his spreading movement that it is intellectually dealt with. Because today it has become so close that we need to save ourselves from the chaos of our new development in a safe tower.”

[ 29 ] Regierungen haben sich manchmal auf «sichere Türme» gerettet während der Zeit der Revolutionen und Krawalle; davon könnte einiges erzählt werden! Nun aber schließt der Herausgeber: «Mein Mitarbeiter Ernst Michel, den Lesern dieser Zeitschrift durch seine Goetheaufsätze und Goethebücher wohl bekannt, ist in diesem Heft der Anthroposophie vom katholischen Gottes- und Weltgefühl aus gegenübergerreten.»

[ 29 ] Governments have sometimes saved themselves in “safe towers” during revolutions and riots; something can be said about that! Now however the publisher ends with: “My colleague Ernst Michel, well known to readers of this newspaper through his Goethean sayings and books, in this issue about Anthroposophy is faced with Catholic God- and World-feelings.”

[ 30 ] Nun, das bitte ich Sie, nun doch etwas genauer anzuhören, denn da werden Sie auf etwas aufmerksam, was ich Ihnen aus den verschiedensten Untergründen ja schon charakterisiert habe, und Sie werden ja nächstens erleben, daß der Katholizismus in einer scheinbar verjüngten Gestalt, zu einer Art Katholo-dadaismus geworden, auch unterkriecht bei Eugen Diederichs in der « Tat». «Sein Aufsatz bildet den Auftakt zu . einem im April erscheinenden, sich an dieses Heft anschließenden Sonderheft der jungkatholischen Bewegung.»

[ 30 ] Now, I ask you to listen even more carefully, because then you will notice what I have already characterized for you out of the most varied backgrounds the experience of Catholicism in an apparent rejuvenated gesture becoming a kind of Catholic-Dadaism, finding shelter under Eugen Diederichs in the “Tat.” “His article forms a prelude to the April edition which will connect with the Sonderheft of the Catholic youth movement.”

[ 31 ] Also, das meine ich, wenn ich sage Katholo-dadaistische Bewegung. Ich sage das auch nicht ohne Grund, denn ich werde Ihnen gleich nachher einiges von jenem Artikel Ernst Michels: «Anthroposophie und Christentum» noch sagen und da Gelegenheit haben, Sie mit einem Vertreter des religiösen Dadaismus bekanntzumachen.

[ 31 ] So this is what I mean when I call it the Catholic-Dadaistic movement. I don't say this without foundation because I immediately want to introduce you to something from Ernst Michel's article: “Anthroposophy and Christianity” and through this have the opportunity to familiarize you with a representative of religious Dadaism.

[ 32 ] «Es ist mir eine besondere Genugtuung, mit dem katholischen Heft dem vorwiegend protestantischen Leserkreis der «Tat» die Möglichkeit zu geben, ihren protestantischen Individualismus an dem katholischen Gemeinschaftsgeist zu messen. Ich hoffe, daß aus allen gedanklichen Auseinandersetzungen heraus der Grundgedanke der «Tat» neue Förderung erhält: Stärkung des Verantwortlichkeitsgefühls gegenüber seiner.eigenen Entwicklung und damit auch gegenüber dem Volksganzen.»

[ 32 ] “It gives me particular satisfaction to have the opportunity to take the Catholic publication with its predominantly Protestant readers of the `Tat' and measure the Protestant individualism against the Roman Catholic community spirit. I hope that out of all the intellectual discussions the basic idea of the `Tat' gets support: the strengthening of its feeling for responsibility for its own development and as a result for the nation as a whole.”

[ 33 ] Das sind die Worte des Herrn Eugen Diederichs. Hier ist also die Rede von einer jungkatholischen Bewegung, zu der der Auftakt gegeben ist durch den Aufsatz von Ernst Michel: «Anthroposophie und Christentum.» Ich habe ja immer wiederum auf dasjenige hingedeutet, habe auch in den letzten zwei Betrachtungen mit sehr großer Energie darauf hingedeutet, was gerade von dieser Seite her dem modernen Geistesleben droht. Aber nun ist dieser Aufsatz von Ernst Michel in der «Tat», «Anthroposophie und Christentum», eigentlich durch und durch religiöser Dadaismus. Die ältesten Ableger des katholischen, römischkatholischen Christentums werden da in einer schwülstigen Sprache den Lesern aufgebauscht. Man kann da tatsächlich ganz außerordentlich interessante Entdeckungen über diesen religiösen Dadaismus machen. So zum Beispiel findet Ernst Michel eine Grundwahrheit des Christentums: «Es ist eine Grundwahrheit des Christentums, daß der Mensch, die Urschuld gegen Gott, erbhaft im Blute und dem Zustande der Heiligung wesenhaft entrückt, aus eigener Kraft nicht über sich hinauskommt: daß er von sich und aus seinen Anlagen zu keiner höheren Stufe des Menschentums aufzusteigen vermag; daß die Durchbrüche von Zustand zu Zustand, dem Urstand entgegen, echte Zeugungsakte Gottes an der willigen Kreatur sind.»

[ 33 ] These are the words of Mr Eugen Diederichs. Here, therefore, is a statement of the young catholic movement, which was given out of the prelude of Ernst Michel's article: “Anthroposophy and Christianity.” I have often indicated, also in the last two studies pointed out with great energy, what actually threatens the modern spiritual life from this side. However, now this article of Ernst Michel in the “Tat,” entitled “Anthroposophy and Christianity” is actually total religious Dadaism. The oldest catholic branch of Roman Catholic Christianity is here puffed out to its readers in bombastic words. Extraordinarily interesting discoveries can actually be made regarding this religious Dadaism. For example Ernst Michel noticed a basic truth of Christianity: “It is a basic Christian truth that a person with original sin against God, inherited through blood and essentially enraptured by conditions of sanctification, is unable to extricate himself through his own forces: that he has the independent inclination of wanting to rise to a higher stage of humanity; that the break through from one condition to the next, despite the original cause, appear as real procreative acts of God to this willing creature.”

[ 34 ] Also so viel Worte, so viel Phrasen! — Man könnte nun jeden Satz durchnehmen und würde die kindischsten Bekenntnisse zu einem «Katechismus catholicus» herausfinden können. Interessant ist es nur, daß Ernst Michel sagt, es komme einem einzelnen Menschen nicht zu, eine letzte geistige Wahrheit auszumachen. Sie haben es ja gerade gehört, es kommt bei diesen Dingen auf die «Durchbrüche» an, also es «bricht durch». Der Mensch empfängt das aus Gnade, dann brichts durch. Dem muß man sich überlassen. Es darf der Mensch nicht aus Eigenem zu irgendwelchen höchsten Wahrheiten streben: «Es gibt keine geistige Entwicklung, es gibt nur Entfaltung und Durchbruch.»

[ 34 ] So many words, so many sentences!—Each sentence can be sifted through and a childish confession found towards a `catholic catechism'. It's interesting that according to Ernst Michel it isn't up to single individuals to discover a final spiritual truth. You have just heard how it depends on `successful outcomes' and so it `breaks through'. A person receives this through grace and then breaks through. One needs to submit to this. A person should not out of his own kind of higher truth strive by claiming: “There is no spiritual development; there is only development and a successful outcome, a break-through.”

[ 35 ] Aber es ist doch außerordentlich niedlich, wie dieser Ernst Michel von seinem primitivsten dadaistischen Katechismusstandpunkt aus sagt: Ja, die Dogmen, mit denen ist es was anderes, die muß man glauben, das sind Wahrheiten! — «Im Dogma aber formuliert nicht der Mensch oder eine Gemeinschaft begrifflich ihre religiösen Grunderlebnisse (als «Ansprache des Menschen an Gott:), sondern Gott, das Haupt der Kirche, spricht als heiliger Geist direkt und unmittelbar durch die sichtbare Kirche...»

[ 35 ] It is exceptionally nice how Ernst Michel from this standpoint of Dadaistic catechism says: yes, with dogmas there is something else, they have to be believed as truths!—“Dogmas are not formulated by a person or the community as their basic religious experience (as in `addressing God') but God, the head of the church, speaks as Holy Ghost directly and immediately through the visible church ...”

[ 36 ] Also die Väter der Konzilien, die beisammen sind, oder gar der Papst, der ex cathedra spricht, das ist nicht ein Mensch, nicht wahr! Aber zum Überdrusse beruft sich der Dadaist der Religion noch auf den heiligen Paulus, der auch gesagt haben soll, daß man als einzelner Mensch nicht nach den letzten Wahrheiten forschen darf: «Hier ist die Stelle, wo wir, ohne die Gefahr gnostischer Ausdeutung fürchten zu müssen, St. Pauli Worte an die Korinther anführen können: «Was wir reden ist Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, welche Gott verordnet hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat... Uns aber hat es Gott enthüllt durch den Geist, denn der Geist erforscht alle Dinge, selbst die Tiefen Gottes. Unter Menschen — wer von ihnen kennt das Innere eines Menschen, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch noch niemand das Innere Gottes ergründet, als der Geist Gottes. Doch wir haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, um damit zu verstehen, was uns von Gott geschenkt ist>...» und so weiter.

[ 36 ] Thus the fathers of the councils, who are united, or even the Pope who speaks ex cathedra, is not a single person, not so? Now to go into excess, invoke the Dadaism of religion on top of holy Paul who had also said that the single human being dare not research the final truths: “At this point we can listen to the words of St Paul to the Corinthians without the fear of Gnostic interpretation: What we are talking about is God's secret wisdom, that which is hidden, which God prescribed for all times for our glory, which none of the rulers if this world has acknowledged ... to us however God is revealed through the spirit because the spirit explores all things, even God's depths. Speaking of people—who of you know the inner being of someone according to how the spirit lives in him? Just so nobody has ever fathomed the depth of God as the spirit of God. Yet we haven't received the spirit of the world but the spirit which comes out of God, in order for us to understand what gift God has given us ...” and so on.

[ 37 ] Nun, sehen Sie, wenn man dieses Paulus-Wort für die Art und Weise der Anthroposophie anführt, so kann das alles stimmen. Wenn man aber den Menschen erst verbietet, irgendwie durch den Geist zur Wahrheit zu kommen und dann diese Worte anführt, muß man ein religiöser Dadaist sein. Ebenso ist es mit der Beschreibung des Christus-Erlebnisses und so weiter. In solche Köpfe geht das natürlich nicht hinein. In weltliche Köpfe kann das hineingehen, aber in solche Köpfe geht dasjenige natürlich nicht hinein, was Anthroposophie auch über den Christus zu sagen hat. Daher ist das ausgewalztestes Blech, was hier über das Christus-Problem in Anknüpfung an die Anthroposophie gesagt wird. Nun, der Ernst Michel ist es ja auch, der sich hier darüber ausspricht, daß man zur Sprache auch ein religiöses Verhältnis haben muß, und aus diesem religiösen Verhältnis, das er zur Sprache hat, gingen ja eben die «hellen Haufen» hervor, welche ich Ihnen vorher zitiert habe. Nicht wahr, das ist ein besonderer Sprachstil.

[ 37 ] Now you see, when these words of Paul are stated in the way of Anthroposophy, it all appears to agree. When however one is forbidden to somehow come to the truth through the spirit and then quote these words, one must be a religious Dadaist. It is the same with the description of the Christ experience and so on. In such minds it naturally will not be considered. In worldly minds it may be considered but of course what Anthroposophy has to say about Christ will not enter into such minds. This is where the circulating nonsense comes from which covers the Christ problem in relation to what Anthroposophy has to say about it. Of course one finds the Ernst Michel type who has to say one should have a religious relationship and out of this relationship so to say comes even such expressions as the “great crowds” which I quoted to you before. It's true, this is a particular style of expression.

[ 38 ] Dagegen ergeht sich jener Artikel des Dadaisten in Religionssachen in besonderem Geschimpfe über meinen Stil. Aber gerade das ist das Charakteristischste,daß solch plumpe,schmierige Finger nirgends an dasjenige herankommen, was wirklich nötig ist,um darzustellen die geistigen Wahrheiten. Da ist nötig eine gewisse Unbequemlichkeit des Stiles. Da ist nötig, hinauszukommen über einen solchen dadaistischen Schwulst, wie ihn der Herr Ernst Michel entfaltet. Das kann man ja begreifen, daß für Herrn Ernst Michel meine Mysterien nichts sind. Er versteht ganz und gar nichts davon. Er sagt zum Beispiel: «Das Mysterium liegt sicherlich nicht im Nackt-Übersinnlichen: wer es dort sucht, ist Materialist so gut wie der, der es im Stoff sucht. Und man hat kein Mysterium geschaffen, wenn man Ideen-Gespenstern oder magischen Wundern in die Begriffskleider hilft und sie auf der Bühne nach dem Schema «Wirklichkeit agieren läßt. Sondern: das Geheimnis liegt in der schöpferischen Verbindung von Natur und Geist zur unsagbaren Gestalt... »

[ 38 ] On the contrary this article of Dadaistic aspects in religious affairs indulges particularly in scolding my style. This is exactly characteristic of such plump, grimy fingers which just don't manage to arrive at what is really necessary—to state spiritual truths. For this it is necessary to have a certain uncomfortable style. It is necessary to exit from such Dadaistic bombast as Ernst Michel depicts. Understandably my mysteries mean nothing to Ernst Michel. He understands absolutely nothing about it. He says for example: “Mystery certainly doesn't come from the naked-extrasensory: whoever looks for it there is a materialist, just as much as someone who looks for it in matter. No mystery is created by taking ideas of ghosts or magical wonders, dressing them in conceptual clothing and presenting them on stage under the theme of `Reality'. No indeed, the secret lies in the creative combination of nature and spirit into an indescribable gesture ...”

[ 39 ] Nun, soll man sich das vorstellen, die «unsagbare Gestalt», und nachher sich sagen lassen: «in der Einheit von Stoff und Form, von Kraft und Richtung», in der «geprägten Form, die lebend sich entwickelt», das ist natürlich Goethe-Zitat! Jetzt kommt ein Satz — man muß schon ein dadaistisch religiöses Verhältnis zur Sprache haben, um überhaupt so etwas auszuhalten und nicht dabei solche Dinge eben als eine Ausschleimung zu betrachten, die, wenn man sie auf die Zunge nehmen muß, eben zu dem Ausschleimen oder auch zu etwas Stärkerem Veranlassung geben —: «Die Sprache ist das Geheimnis», ja, es steht so da, das ist ein Satz: «Die Sprache ist das Geheimnis, der Menschensohn Jesus Christus ist das Geheimnis...» und «das Kreuz ... ist das Geheimnis». Sehen Sie, man begreift es ganz gut, daß dasjenige, was als anthroposophische Literatur vorliegt, für solchen Sprachstil durchaus nicht geschaffen ist, wenn auch selbstverständlich in den nachgeschriebenen Vorträgen, die von mir nicht korrigiert sind, manches anders stehen könnte. Aber das hindert doch nicht, daß man darauf hinweist, wie es nun wirklich ein starkes Stück ist, wenn durch Diederichs «Verantwortungsgefühl» derlei Zeug vor das Volksganze hingestellt werden soll, und man dadurch in die Notwendigkeit versetzt ist, sich damit auseinanderzusetzen, in die Lage versetzt ist, es auch ein wenig feiner zu charakterisieren. Es ist schon sonderbar, wenn solch ein Dadaist des Religiösen behauptet, daß eine Umsetzung innerer Wirklichkeit in den Klang und Rhythmus des Sprachelementes bei mir nicht zu finden wäre. Er führt dann für diejenigen, bei denen eine solche Umsetzung stattgefunden habe, zwei Menschen an, Nietzsche und Hölderlin. Das ist sehr charakteristisch, solch ein Schmutzfink des Geisteslebens hat nämlich gar kein Gefühl dafür, daß der Stil zu gleicher Zeit, wenn man schwierige geistige Materie darzustellen hat, etwas ist, wodurch man sich in diejenige Lebenslage zu versetzen hat, durch die verhindert werden kann, daß dann, wenn der Stil ein solcher wird, wie bei Hölderlin und bei Nietzsche, jener tragische Ausgang zutage tritt, der bei Hölderlin und Nietzsche zutage trat. Die ganze ruchlose Gedankenlosigkeit dieser zeitgenössischen Sippschaft tritt gerade an solchen Stellen hervor; sie hat weder irgendein Gefühl für die Tragik eines Hölderlin und Nietzsche, noch für die Notwendigkeiten eines objektiven Stiles, der nötig ist, geistige Wahrheiten und geistige Tatsachen zum Ausdrucke zu bringen. Es ist nötig heute, darauf hinzuweisen, daß man einmal in die Lage versetzt ist, sich mit solchen Diederichs-Schmutzfinken auseinanderzusetzen, und es muß auch in energischer Weise geschehen. Man muß sehen, aus welchen Kloaken, aus welchem Dadaismus heraus heute dasjenige, was als anthroposophische Gegnerschaft sich in den Mantel der Objektivität hüllt, seine geistige Nahrung schöpft.

[ 39 ] Now, just imagine such “indescribable gestures” and then say to yourself: “in the unity of matter and form, from power and direction” in the “emerging form, the living develops itself,” this is of course a quote from Goethe! Now comes the sentence—and you must retain the relevant Dadaistic-religious correlation here in order to tolerate it at all, and not only allow this to be considered as slimy when it must be rolled on the tongue or give it an even stronger instigation—“Speech is the mystery,” yes, it is stated thus in one sentence: “Speech is the mystery, the Son of Man Jesus Christ is the mystery.” You see, you can well understand that the style in which Anthroposophical literature is presented throughout isn't created in this style and it then becomes obvious in copied lectures which have not been corrected by me, that something else can be expressed. It doesn't matter that this is pointed out, how it is in fact quite a strong piece when Diederichs presents the entire nation with such things as a “sense of responsibility,” and as a result transfer the necessity to have a good look at what is transferred by not analysing it a bit more finely. It is really extraordinary when such a Dadaist of religions claims, that such a transfer of inner reality in sound and rhythm in the element of speech, was not connected with me. He then refers to two people where such a transfer has taken place; Nietzsche and Hölderlin. Typical of such a gossipmonger who has no feeling for the spiritual life, when confronted with difficult spiritual content and is challenged by his life's hindrances, he changes his style to that of Nietzsche and Hölderlin, and in this style tragic elements emerge just as they do in Nietzsche and Hölderlin today. The entire wicked thoughtlessness of this contemporary bunch appears precisely at such a point; they have neither any feeling for the tragedy of a Hölderlin or Nietzsche, nor for the necessity of an objective style, which is necessary in bringing to expression spiritual truths and spiritual facts. It is necessary today to point out that once one has shifted into a position to examine such Diederichs-gossipmongers, it must be done in an energetic way. One must see out of which sewers such Dadaism springs today which appears as the Anthroposophical opposition cloaked in the mantel of objectivity and from where it gets its spiritual nourishment.

[ 40 ] Diese Dinge können nicht anders ausgesprochen werden als so in diesem gegenwärtigen ernsten Momente, denn es darf nicht etwa auch unter Anthroposophen die Meinung auftauchen, daß eine solche «Objektivität» etwas anderes ist als eine Raffiniertheit, um dasjenige, was Anthroposophie ist und in ihr lebt, in Grund und Boden zu bohren. Davon haben solche Leute wie Ernst Michel in ihrem religiösen Dadaismus, und auch ein Eugen Diederichs in seiner Bauchmystik, selbstverständlich nicht den geringsten Dunst. Das ist aber dasjenige, was man wissen muß und was bedacht werden muß. Es ist heute notwendig, eine ernste Sprache zu führen und nicht einzugehen auf dasjenige, was in dieser Weise sich vor die Welt hinstellt. Es muß gesagt werden und muß in allen Formen vor die Welt treten, daß gerade durch dasjenige, was sich als geistige Bestrebungen dieser Art gibt, unsere Menschheit immer mehr und mehr in die Degeneration, in den Sumpf hineingetrieben wird, und daß es notwendig ist, daß Anthroposophie durchaus bei einer Arbeit stehen bleibt, die reinlich ist, und die keine Gemeinschaft kennt mit solchen Sumpfblumen.

[ 40 ] These things can't be expressed in a different way than this, in these present serious times, because it should not appear in the attitude amongst Anthroposophist that such “objectivity” is different to a refinement in what Anthroposophy is and what lives in her, sunk in her very ground and soil. People like Ernst Michel and their religious Dadaism as well as a Eugen Diederichs and his stomach-mysticism obviously don't have the slightest inkling. This is what we must be aware of and what we need to examine. Today it is necessary to give rise to a serious attitude towards language and not be pulled into something which presents itself to the world in this way. It must be said and must appear in all forms in the world that exactly through what is presented in this way as spiritual striving, mankind becomes gradually increasingly drawn into degeneration, into the morass, and that it is necessary for Anthroposophy to remain standing in work which is pure and not be familiar with something which flourishes in a decaying society.

[ 41 ] Es interessiert mich durchaus nicht, wenn irgendwo von solcher Seite her auch irgend etwas Lobendes erscheint, denn ich gebe weder auf Lob noch auf Tadel etwas, was von einer Seite kommt, die unfähig ist — weil der Wille unfähig ist, nicht der Verstand — heranzukommen an dasjenige, was zum Heile der Menschheit Anthroposophie will. Dieser religiöse Dadaismus kann natürlich auch nicht anders, als dann in solche Sätze auslaufen, wie: «Die Kraft, durch die der Mensch auf dem Fundament des Glaubens zum Geheimnis emporwächst, ist auch nicht in erster Linie die Erkenntnis, sondern die dem Schauen folgende und tiefer wieder ins Schauen hineinführende Liebe.»

[ 41 ] It fails to interest me when something praiseworthy appears because I give neither praise nor reproach from something incompetent—while the will is incompetent but not the mind—which Anthroposophy wants to heal in mankind. This religious Dadaism of course can't do otherwise than come up with such sentences as: “The power in which people grow up as the foundation of the mystery of faith is also not first in the line of knowledge but in the show of the continued and ever deeper show of introduced love.”

[ 42 ] Damit ist aber nichts anderes gemeint als die seelische Wollust, die solche Leute im Auge haben, und der nicht gedient wird durch dasjenige, was in reinem geistigem Schaffen zutage tritt, wo keinen Platz haben dürfen diese ins Seelisch-Geistige umgesetzten religiös-sexuellen Dadaismen, die, wenn sie auch unter allen möglichen Mänteln auftreten, doch nichts anderes sind als schamloses Ausleben seelischer Wollust, wie ja sehr vieles, was sich als religiös drapiert, nichts weiter ist als schamloses Ausleben seelischer Wollust.

[ 42 ] With that nothing other is meant but soulful sensuality which these people keep in mind and which is not supported by what appears in pure spiritual creativity today, where there is no place for these soul-spiritual distortions into religious sexual Dadaism, which, when it also appears under all possible guises, is nothing other than the shameless living of soul sensuality which a good many disguise as religious, but which is nothing other than the shameless living in soulful sensuality.

[ 43 ] Demgegenüber müssen wir uns immer wieder und wiederum klar sein darüber, daß einmal in unserer Zeit lebt dasjenige, was dann sich entfalten kann, wenn es durchkommt gegen alle solche Widerstände, was hinführt zu einem wirklichen Ergreifen des geistigen Lebens, das schaffend an dem materiellen Leben tätig ist. Wir müssen uns immer wieder klar sein darüber, daß wir die Pflege dieser in der Gegenwart vorhandenen Fähigkeiten der Menschen brauchen, daß wir uns durchaus mit jeder Faser unserer Seele dieser Pflege widmen müssen und daß keine Nuance des Ernstes stark genug ist, um zu bezeichnen dasjenige, was an hingebungsvoller Energie aufgewendet werden muß, um auf dieser Bahn vorwärts zu kommen. Da dürfen keine Kompromisse geschlossen werden. Man muß seine Pflicht tun. Man muß selbstverständlich überall da, wo Anthroposophie gehört werden will, Anthroposophie zum Hören bringen; man muß seine Pflicht tun. Man darf sich aber durch keine Weise irgendwelchen Illusionen hingeben. Denn es ist notwendig, kompromißlos aus der Sache selber heraus zu arbeiten. Jeder von uns hat die Verpflichtung, so viel er kann, an der Gesundung der anthroposophischen Bewegung selber zu arbeiten, daß sie herauskomme aus jeglichem Outsidertum, aus jeder Engherzigkeit, und daß sie herauskomme aus jeder seelisch wollüstigen Mystik, daß sie wirklich durchdringe zu einem freien weltsinnigen Ergreifen der Geheimnisse des Daseins. Denn nur dann, wenn in einer solchen Weise die Geheimnisse des Daseins ergriffen werden, kann auch hingewirkt werden auf die Ziele des praktischen Lebens, die ja doch bewältigt werden müssen, wenn sie nicht die Hemmschuhe auf dem weiteren Fortentwickelungswege der Menschheit werden sollen. Gerade auf dem letzteren Gebiete aber wird man in jeglicher Weise mißverstanden. Was geschieht alles, um diese Dinge in der schamlosesten Weise zu verzerren! In dem bekannten «Berliner Tageblatt» wird ein Artikel fabriziert über alles mögliche kloakenhafte Zeug, was sich in Berlin als Wahrsagerei und als Prophetentum dümmster Art geltend macht, und mitten drinnen wird auf die Anthroposophie und mich hingewiesen. Dieser Artikel wird dann hinausgeschickt in die Welt. Er erscheint in englischen ebenso wie in schweizerischen Zeitungen. Es wird in der infamsten, schamlosesten Weise durch fabrizierte Artikel an der Vernichtung anthroposophischer Weltanschauung gearbeitet. Das ist dasjenige, was durchschaut werden muß, und da kommt man nicht bloß mit irgendwelchen Widerlegungen zurecht, sondern man muß die Leute selbst charakterisieren. Es wäre ja gar nicht so schwer durchzukommen selbstverständlich, wenn man den Grund und Boden, aus dem heraus all das Zeug wächst, charakterisierte und ihm im Spiegel sein eigenes Wesen vorhielte. Das ist es aber, was notwendig ist und immer notwendiger wird. Wir können uns nicht bloß darauf beschränken, auf der einen Seite eine anthroposophische Dogmatik hinzustellen und auf der anderen Seite zu verteidigen, wenn angegriffen wird, sondern wir brauchen eine Auseinandersetzung mit alledem, was gegenwärtig in der Welt an der Verblödung und an der Degenerierung der Menschheit arbeitet. Und dessen ist sehr, sehr viel. Das ist dasjenige, was wir uns gewissermaßen jeden Morgen sagen müssen, und was hier wahrhaftig ohne Fanatismus ausgesprochen wird. Denn ich habe ja tatsächlich über diese Dinge nicht immer in dieser Weise gesprochen, und ich rede selten, redete früher selten über diese Dinge, jetzt nur öfter, weil tatsächlich Ihr Blick hingelenkt werden muß auf solchen Unfug, der aus der ganzen Dekadenz unserer Zeit herausfließt, wie dieser in Berlin fabrizierte Artikel, der jetzt seine Runde durch die Welt macht, wie auch andere Dinge ihre Runde durch die Welt machen, und man hätte wahrhaftig ungeheuer viel zu tun, wenn man alle diese Dinge widerlegen wollte. Man könnte wirklich vierundzwanzig Stunden an der Widerlegung dieses Schandzeuges arbeiten. Dann kommen die Frohnmeyers und sagen, sie haben dasjenige, was sie geschrieben haben, niemals widerlegt bekommen. Dr. Boos hat es widerlegt, hat geschrieben an die betreffende Redaktion, die hat aber die Widerlegung nicht aufgenommen, so daß der Frohnmeyer hinterher wohl dasjenige aus dem Blatte herausgenommen hat, was der betreffende Pfarrer, der da war und die Sache gesehen hat, gelogen hat; aber die Erwiderung ist eben einfach nicht aufgenommen worden. Und dann hat, glaube ich, auch noch eine Korrespondenz stattgefunden, in der man gar nichts erwähnt hat davon, daß diese Erwiderung gekommen ist und nicht aufgenommen worden ist. Man hätte eben wirklich sehr viel zu tun, wenn man diese Dinge alle widerlegen wollte. Es ist Frohnmeyersche und Heinzelmannsche Bequemlichkeit, sich darauf zu berufen — wenn sie irgend etwas sagen wollen, was mit der Wirklichkeit durchaus nicht übereinstimmt —, das Betreffende sei da oder dort entlehnt worden und man habe eben geglaubt, daß das wahr sei. Derjenige, der etwas schreibt, hat die Verpflichtung, diese Dinge zu untersuchen, seine Quellen zu untersuchen.

[ 43 ] Against this we must evermore be clear that for once in our time something, when it is allowed to come through, can unfold despite all these oppositions, and can penetrate into the real understanding of spiritual life which is creatively active in material life. We must evermore be clear that we need care in the present for existing abilities in people; we must thoroughly, with every fibre of our soul dedicate this care and that no nuance of seriousness is strong enough to describe the devoted energy required in order to make progress on this path. Here no compromises can be chosen. Duty must be done. Obviously everywhere where Anthroposophy wants to be heard, Anthroposophy must be heard: our duty must be done. We must not allow the slightest illusion to come about in any way. It is necessary to work out of things themselves without compromise. Every one of us has the obligation, as far as possible, to work out of ourselves towards the recovery of the Anthroposophical movement, that it may extract itself from every kind of outsider tendency, from every pettiness, and that it leaves behind any emotional, sensual mysticism, that it really penetrates through to a free contemporary well-informed understanding of existential mysteries. Because only then, when we have seized the mysteries of existence in this way, can it be worked through the soul into practical life which still has to be mastered in order not to become a hindrance towards further progressive development of mankind. Exactly in this last arena the human being is misunderstood in some way. What doesn't all have to happen to distort things most shamelessly! In the well known “Berlin Daily Newspaper” an article was fabricated regarding all sorts of sewer-like stuff which in Berlin is claimed as fortune telling and predictions of the most idiotic manner and in the middle of it all is a reference to Anthroposophy and myself. This article has been sent out into the world. It appears in both English and Swiss publications. In the most infamous, shameless manner this fabricated article is working towards the destruction of the Anthroposophical point of view. It is precisely this that must be seen through, for by merely presenting some opposition will not suffice; the culprits themselves must be characterized. Obviously it would not be so difficult to get through this if the very basis out of which all this stuff is rising is characterized and a mirror held up so they can see their own identity. This is essentially what is necessary and what becomes increasingly necessary. We can't restrict ourselves by placing a kind of anthroposophic dogma on the one side and raise a defence on the other when opposition comes along, but we need to examine everything which is active in the stupefaction and degeneration directed at humanity. This appears very, very often. We need to reiterate this to ourselves every morning in some way, expressed in truth and without fanaticism. I have not in fact spoken about these thing exactly in this way, and I seldom reason, and previously seldom reasoned about these things, but now it has become more frequent because actually your gaze must be directed towards such childish prattle which flows out of the entire decadence of our time, like this fabricated article in Berlin, which is now doing the rounds in the world, like other things also do the rounds, and we really have unbelievable much to do if we want to oppose these things. We could in fact work for twenty four hours against this shameful witnessing. Then the Frohnmeyers come along and say that what they had written was never presented as disapproval. Dr Boos disproved it, had written to the relevant editor, and the editor actually didn't accept the refutation and thus Frohnmeyer had afterwards removed some of it out of the publication which the relevant priest who had been there had seen, and had told a lie; so the reply had simply never been accepted. Consequently, I believe, further correspondence took place in which no mention was made of it, that this reply was made and no comment given. We will really have to be very active if we want to oppose all these things. It is a comfort to a Frohnmeyer or Heinzelmann to focus on something or other they wish to say which doesn't correlate in any way to reality, the relevant item borrowed, letting one believe that it is the truth. Whoever writes something has the duty to do research, to investigate the source.

[ 44 ] Man wird mit diesen Leuten, die durchaus aus Böswilligkeit und auch aus einem überwiegenden Unverstand heraus ihre Anschauungen entwickeln, nicht fertig, wenn man bloß widerlegen will. Es handelt sich aber darum, die geistigen Untergründe, die man überall finden kann, nun wirklich in das rechte Licht zu setzen.

[ 44 ] With these kinds of people who develop constantly out of malice and also a predominant ignorance in their point of view, one finds no end by mere opposition. Essentially it pertains to the spiritual basis which can be found everywhere and really place this in a truthful light.

[Lücke im Stenogramm; es folgen die Schlußworte:]

(Gap in short-hand notes—the closing words follow:)

[ 45 ] Im Interesse der Sache und nicht aus persönlichen Gründen ist es, wenn ich sage, daß ich seit dem April 1919 in Stuttgart unzählige Vorträge gehalten habe, in denen die wichtigsten ökonomischen Tatsachen und Wahrheiten enthalten sind, in denen auch enthalten sind viele Charakteristiken zeitgenössischer Geistesströmungen, die ausgebeutet hätten werden sollen. Es handelt sich durchaus darum, daß da ein wichtiges Material vorhanden wäre. — Es ist «eingesargt». Die Dinge werden gedruckt, werden an die Mitglieder der Dreigliederungskreise gesandt, an die Dreigliederungsbünde gesandt, werden da vorgelesen in kleinen Zirkeln. Dasjenige, was «weltmännisch» gedacht war, wurde wiederum zu einem Sektiererischen gemacht. Es tut einem im Interesse der Sache weh, daß die Dinge nicht aufgegriffen, sondern so behandelt werden.

[ 45 ] With reference to these things and not from personal grounds I would like to mention that since April 1919 I have given countless lectures in Stuttgart which contained the most important economic facts and truths as well as giving references to characteristic contemporary spiritual streams which should be exploited. Throughout it is stressed that important material is about to be revealed.—it is “defiled.” Items are printed and sent to members of the tripartite circle and the tripartite unions and are read in small circles. Whatever appears sophisticated is made sectarian. Anyone who is interested in this is wronged because things are not taken up but handled this way.

[ 46 ] Im Grunde genommen eine verlorene Arbeit, die verwendet ist auf so etwas — was wahrhaftig aus Weiten hergeholt wird! —, wenn es nicht aufgegriffen wird, nicht weiterverarbeitet wird, wenn nicht gearbeitet wird in diesem Sinne.

[ 46 ] Basically this is lost work, directed towards something like this—which is actually so far-fetched—if it is not grasped, not laboured further, not worked out in this sense.

[ 47 ] Das ist aber dasjenige, was notwendig ist, und was wir heute vor allen Dingen nötig haben!

[ 47 ] Above all else, this is what is really needed today!

[ 48 ] Es geht nicht, daß wir diese Dinge in sektiererischer Art in kleinen Zirkeln vorlesen; sondern es sind durchaus Sachen, an denen man weiterarbeiten kann. Überall sind Keimpunkte zur Weiterarbeit! Und warum erarbeitet man denn so etwas, wenn es dann einfach daliegt als gedrucktes Material, und sich niemand im Ernste doch eigentlich darum kümmert? Aber darum handelt es sich: Wenn weitergearbeitet wird, kann man wirklich diejenigen Dinge, auf die im Speziellen hingewiesen worden ist, weiter verfolgen. Das ist es, was nötig ist, daß man die Dinge weiter verfolgt in der Arbeit; es sind ja da Keime, die gegeben werden auf Erden. Wirklich tatkräftiges Arbeiten ist das: Herausheben unserer Bewegung aus dem Zeichen des Sektiererischen, währenddem wir, wenn wir die Dinge einfach so nehmen, wie sie sind, und sie wieder ins Sektiererische hineintragen, nicht weiterkommen können. Es ist der Inhalt der Sachen, die durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gegeben werden, nicht so, daß er irgendwie sich eignet für eine sektiererische Bewegung; sondern er ist durchaus so, daß er hineingestellt werden kann als etwas, was Impulse abgeben kann für Weltwirkung.

[ 48 ] It is not only unacceptable that these things are read in a sectarian way in small circles, but these are the things which can be worked through further. Everywhere are growing points for further work! One could ask, why should one work further on something when it simply lies there as printed material, and no one is seriously worrying about it any further? This is what it is about: when it is studied further one can really do extended research into what becomes special within it. This is needed, the further research into the seeds which are given on earth. This is the real active work: by lifting our movement out of any sectarian signs and then taking things simply as they are and allowing them to again enter into sectarianism, we won't make any progress. The content of anthroposophically orientated spiritual science is actually not suitable for some or other sectarian movement; the content is something which can by all means convey the impulse for having an effect in the world.

[ 49 ] Aber dazu ist eben notwendig, daß jeder seine Kraft einsetzt. Wir stehen heute vor der Notwendigkeit, die Dinge auch ins Praktische hineinzutreiben. Wir kommen nicht vorwärts, wenn das nicht ernstlich aufgenommen wird, wenn nicht tatsächlich eingesehen wird, wie der wahre Geist auch in die wahre Praxis hinein arbeiten kann.

[ 49 ] For this to happen it is absolutely necessary that everyone join forces. Today we are confronted with the necessity that things need practical application. We will not progress if this is not earnestly accepted, if nothing is really comprehended as to how the true spirit also penetrates into actual practical applications.

[ 50 ] Dann muß aber eben so etwas getan werden, was nicht die Dinge einsargt, sondern was sie aufnimmt, was sie in lebendigem Sinne fortwirkend erweist.

[ 50 ] Then something must be done in such a way which doesn't defile it but instead that it is grasped and actively pursued in a lively way, proving itself.

[ 51 ] Das ist dasjenige, was ich auch noch sagen wollte zum Schlusse: Es braucht sich niemand, wahrhaftig niemand durch diese Dinge getroffen fühlen. Allein in einer Zeit, in der möglich ist, was ich auch vor kurzem hier zitiert habe: daß durch Feuilletons so gearbeitet wird gegen diese anthroposophische Geisteswissenschaft und gegen dasjenige, was sie getan hat, daß sie ausklingen: der geistigen Feuerfunken seien genug da; es sei jetzt notwendig, daß demnächst auch der wirkliche, physische Feuerfunke über diesem Dornacher Hügel niedergehe — in der Zeit, in der aus der Böswilligkeit der Untergründe dieses an die Oberfläche getrieben werden kann, in dieser Zeit sind schon ernste Worte durchaus notwendig.

[ 51 ] Now I still want to say this in conclusion: No one, really no one needs to feel affected by these things. Only in a time in which, as I have recently quoted, it is this possible that publications opposing anthroposophical spiritual science as well as opposing its actions can they end by saying: there is enough spiritual sparks and they are necessary because also the actual, physical fire sparks should descend on this Dornach hill—during a time when malice is basically attributed to superficiality, is it a time for serious words by all means.

[ 52 ] Deshalb habe ich Sie heute noch einmal gebeten, hierher zu kommen. Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn die Gelegenheit wahrgenommen worden ist, um ein ganz ernstes Wort zu sprechen! Ich mußte einmal das vor dieser Reise vor Ihre Herzen, vor Ihren Sinn, vor Ihre Gemüter bringen!

[ 52 ] For this reason I asked you to come here once again. Don't take me amiss when the opportunity came along for me to utter some really earnest words! Before this journey I simply had to bring this to your hearts, to your minds, to your consciousness!