Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203
11 March 1921, Stuttgart
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Human Responsibility for Global Development, tr. SOL
Vierzehnter Vortrag
Fourteenth Lecture
[ 1 ] Seit wir uns das letzte Mal hier gesehen haben, hat unsere anthroposophische Bewegung einige wichtige Fortschritte zu verzeichnen. Wir hatten, nachdem ich von hier abgereist war, in Stuttgart eine längere Reihe von Vorträgen vorbereitet, welche zunächst innerhalb Deutschlands gehalten werden sollten. Meine Tätigkeit in den mittleren Februartagen war dazu bestimmt, diese Vortragstätigkeit vorzubereiten. Und etwa dann von Mitte Februar an begann durch eine größere Zahl unserer Freunde, voran die Lehrer der Waldorfschule und die Stuttgarter Mitarbeiter, aber auch durch eine Reihe von jüngeren Freunden, die sich der anthroposophischen Bewegung erst in letzter Zeit angeschlossen haben, eine etwas ausgebreitetere Vortragstätigkeit über die wichtigsten Städte in Deutschland, die erst abgeschlossen sein wird, wenn der Stuttgarter Hochschulkurs am 12. März beginnen wird.
[ 1 ] Since we last saw each other here, our anthroposophical movement has made some significant progress. After I left here, we had prepared a lengthy series of lectures in Stuttgart, which were initially intended to be given within Germany. My activities in mid-February were devoted to preparing for this lecture series. And then, starting around mid-February, a somewhat more extensive series of lectures began in the major cities of Germany, organized by a large number of our friends—led by the teachers at the Waldorf School and our colleagues in Stuttgart, but also including a number of younger friends who have only recently joined the anthroposophical movement—a series that will not be completed until the Stuttgart College Course begins on March 12.
[ 2 ] Diese Vortragstätigkeit ist ja entsprungen aus der Einsicht in die Notwendigkeit, für die anthroposophische Bewegung und alles dasjenige, was ihr Ergebnis ist — oder wenigstens sein sollte —, was mit ihr zusammenhängt, etwas Durchgreifendes zu tun. Es ist natürlich außerordentlich schwierig, in denjenigen Städten, in denen nur kleine Gruppen von unseren Freunden für unsere Sache arbeiten, einigermaßen gefüllte Säle zu erhalten. Allein es muß eben in der gegenwärtigen schwierigen Zeit alles getan werden, was nur irgend möglich ist.
[ 2 ] This lecturing activity arose from the realization that it is necessary to take decisive action on behalf of the anthroposophical movement and everything that results from it—or at least should result from it—and everything connected with it. It is, of course, extremely difficult to fill halls to any significant extent in those cities where only small groups of our friends are working for our cause. Yet in these difficult times, everything that is in any way possible must be done.
[ 3 ] Die Vortragstätigkeit hatte namentlich zu ihrem Inhalte, auf der einen Seite zu zeigen, wie anthroposophische Geisteswissenschaft sich hineinzustellen hat in die großen Kultur- und Zivilisationsfragen der Gegenwart, und dann daraus zu zeigen, welche Konsequenzen für das soziale Leben aus dieser anthroposophischen Grundauffassung zu erfolgen haben, Gerade nach dieser Richtung hin ging der Tenor der Vorträge, die über eine große Anzahl von deutschen Städten eben gehalten worden sind und noch gehalten werden. Von hier hat Dr. Boos mit seiner Tätigkeit zu dieser Vortragsserie beigesteuert und wird noch beisteuern in verschiedenen deutschen Städten, und wir werden sehen, ob gewissermaßen dieser starke Vorstoß, den wir damit zu machen versuchten, auf Verständnis in unserer Gegenwart trifft, auf jenes Verständnis, das unserer Gegenwart so nötig wäre.
[ 3 ] The lectures were specifically intended, on the one hand, to show how anthroposophical spiritual science must engage with the major cultural and civilizational issues of the present, and then to demonstrate the consequences for social life that must flow from this fundamental anthroposophical perspective, The tenor of the lectures—which have just been held and are still being held in a large number of German cities—was precisely along these lines. From here, Dr. Boos has contributed to this lecture series and will continue to do so in various German cities, and we will see whether, in a sense, this bold initiative we have attempted to undertake will meet with understanding in our present time—the very understanding that our present time so desperately needs.
[ 4 ] Nachdem die vorbereitenden Vorträge für diese Vortragstätigkeit am 17. Februar dann beendet waren, konnte ich mich nach Holland begeben, um dort in einer Reihe von Vorträgen für die anthroposophische Geistesbewegung zu wirken. Die Vorträge, welche ich dort gehalten habe, sind im wesentlichen darauf eingestellt gewesen, zu zeigen, wie anthroposophische Geisteswissenschaft hervorgeht aus allen zivilisatorischen Forderungen der Gegenwart, wie dann diese anthroposophische Geisteswissenschaft gerade denjenigen Seelen der Gegenwart etwas Wesentliches und Wichtiges sein könne, die heute wirklich ernstlich suchende Seelen sind. Ich habe in einer Reihe von holländischen Städten vorgetragen über zwei Themen zunächst, über «Die anthroposophische Geisteswissenschaft in ihrem Wesen und in ihrer Beziehung zu den großen Zivilisationsfragen der Gegenwart» und dann über «Erziehungs-, Unterrichts- und praktische Lebensfragen vom Gesichtspunkte anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft».
[ 4 ] Once the preparatory lectures for this speaking tour were completed on February 17, I was able to travel to the Netherlands to give a series of lectures for the anthroposophical spiritual movement. The lectures I gave there were essentially aimed at showing how anthroposophical spiritual science arises from all the demands of contemporary civilization, and how this anthroposophical spiritual science can be something essential and important precisely for those souls of the present who are truly serious seekers today. I gave lectures in a number of Dutch cities on two topics: first, “Anthroposophical Spiritual Science in Its Essence and in Its Relationship to the Great Questions of Contemporary Civilization,” and then “Questions of Education, Instruction, and Practical Life from the Perspective of Anthroposophically Oriented Spiritual Science.”
[ 5 ] Über diese Fragen habe ich gesprochen am 19. Februar in Amsterdam, am 20. in Hilversum, am 21. in Utrecht; am 22. Februar konnte ich dann in den Nachmittagsstunden einen Lichtbildervortrag halten über unseren Dornacher Bau. Am 23. hielt ich einen Vortrag im Haag, am 24. wiederum in Utrecht; am 25. hielt ich einen Vortrag an der Technischen Hochschule in Delft über die wirtschaftliche Gestaltung unter dem Einflusse der Dreigliederung des sozialen Organismus. Der Vortrag für den 26. war angekündigt, fiel aber aus, weil ich dazumal mit meiner Stimme sparen mußte, denn am 27. hatte ich am Vormittag in einem Zweigvortrag vor unseren Hochschulfreunden im Haag vorzutragen und am Abend dieses Tages hatte ich wiederum im Haag einen öffentlichen Vortrag über Erziehungs- und Unterrichtsfragen vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus. Am 28. nachmittags hielt ich im Haag einen Lichtbildervortrag über unseren Dornacher Bau, an demselben Abend den zweiten öffentlichen Vortrag in Amsterdam. Am 1. März hielt ich einen Vortrag in der Universitätsaula in Amsterdam über das Thema «Anthroposophie und Philosophie». Am 2. März hielt ich einen öffentlichen Vortrag in Rotterdam. Am 3. März hielt ich einen öffentlichen Vortrag in Hengelo in Holland. Es ist derjenige Ort, der ganz besonders dadurch interessant ist, daß er ja im Grunde genommen ein, ich möchte sagen, künstlich erstellter Ort ist. In den sechziger, siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts haben da Industrielle zunächst besondere Wohlfahrtseinrichtungen getroffen, und aus eigentlich wirklich industriell-sozialem Denken ist Hengelo allmählich gebildet worden. Es tritt einem das ganz besonders deutlich zutage, wenn man dort die Kleinkinderschule besucht. Ich habe ja nur kurze Zeit gehabt, aber ich habe besucht den Unterricht, und da trat einem ganz besonders das zutage, daß diese kleinen Kinder andersartige kleine Kinder sind als zum Beispiel diejenigen, die man heute, sagen wir, in die erste Volksschulklasse der Waldorfschule hereinbekommt. Die bekommt man eben einfach aus dem Volke heraus, wie es die heutige Zivilisation ergeben hat. Das ist in Hengelo anders. In. Hengelo hatte man zunächst gewisse Wohlfahrtseinrichtungen industrieller Art getroffen, und die Leute, die dort angesiedelt worden sind, haben etwa in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts dort gearbeitet; deren Kinder arbeiten jetzt in den dortigen ausgebreiteten industriellen Etablissements, und die Kinder dieser arbeitenden Menschen, also die zweitnächste Generation, die waren nun in der Kleinkinderschule, Man sah ihnen das ganz genau an; sie sind nicht eben von der Straße hergeholte Kinder, sondern schon durch mehrere Generationen, wenn ich so sagen darf, von einer in einem gewissen Sinne aus der damaligen Denkweise hervorgegangenen Zivilisation künstlich aufgepäppelt, selbstverständlich zu ihrem Vorteil, aber durchaus künstlich aufgepäppelt und tragen das Gepräge einer künstlichen Zivilisation. Es ist natürlich überall schwierig, dem Vorurteil zu begegnen, das sich in der Welt heute ja vielfach geltend macht, gerade wenn man, ich möchte sagen, in ein solches Milieu sich hineinstellt. Ich habe ja in verschiedenen Vorträgen Ihnen angedeutet, wie wir durchaus, gerade als das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts begann, über Europa hin eine Welle von Liberalismus hatten, eine Welle von freier Geistigkeit, die, wenn sie nach der spirituellen Seite hin eine Fortsetzung hätte finden können, wahrscheinlich außerordentlich Bedeutsames würde haben leisten können. Statt dessen sind wir ja in die Reaktion zurückgetrieben worden, weil wir, dem damaligen liberalen Wollen nicht mehr entsprechend, einen materialistischen wissenschaftlichen Geist hatten. Es ist merkwürdig, wie die karmischen Dinge spielen.
[ 5 ] I spoke about these issues on February 19 in Amsterdam, on the 20th in Hilversum, and on the 21st in Utrecht; on the afternoon of February 22, I was then able to give a slide presentation on our building in Dornach. On the 23rd, I gave a lecture in The Hague; on the 24th, again in Utrecht; and on the 25th, I gave a lecture at the Technical University in Delft on economic design influenced by the threefold social order. The lecture scheduled for the 26th had been announced but was canceled because I had to rest my voice at that time; on the morning of the 27th, I was to give a follow-up lecture to our university friends in The Hague, and that same evening I was to give another public lecture in The Hague on questions of education and teaching from the perspective of spiritual science. On the afternoon of the 28th, I gave a slide presentation in The Hague on our building in Dornach, and that same evening I gave my second public lecture in Amsterdam. On March 1, I gave a lecture in the university auditorium in Amsterdam on the topic “Anthroposophy and Philosophy.” On March 2, I gave a public lecture in Rotterdam. On March 3, I gave a public lecture in Hengelo, Holland. This is a place that is particularly interesting because it is, in essence, what I would call an artificially created town. In the 1960s and 1970s, industrialists there initially established special social welfare institutions, and Hengelo gradually took shape out of what was essentially an industrial-social vision. This becomes particularly evident when one visits the preschool there. I only had a short time there, but I observed the classes, and what became particularly apparent was that these young children are different from, for example, those who today, let’s say, enter the first grade of a Waldorf school. Those children are simply drawn from the general population, as today’s civilization has shaped it. It’s different in Hengelo. In Hengelo, certain industrial-style welfare institutions had initially been established, and the people who settled there worked there in the 1870s; their children now work in the extensive industrial establishments there, and the children of these working people—that is, the next-but-one generation—were now in the preschool. You could see it very clearly in them; they are not exactly children plucked from the streets, but rather—if I may put it that way—have been artificially nurtured over several generations by a civilization that, in a certain sense, emerged from the mindset of that era; naturally for their own benefit, but thoroughly artificially nurtured nonetheless, and they bear the mark of an artificial civilization. Of course, it is difficult everywhere to counter the prejudice that is so prevalent in the world today, especially when one, I would say, places oneself in such an environment. I have, after all, hinted to you in various lectures how, just as the last third of the 19th century began, we experienced a wave of liberalism sweeping across Europe—a wave of free spirituality—which, had it been able to find a continuation on the spiritual side, could probably have achieved something extraordinarily significant. Instead, we were driven back into reaction because, no longer in keeping with the liberal aspirations of that time, we had adopted a materialistic, scientific mindset. It is remarkable how karmic forces at work.
[ 6 ] Ich habe zum Beispiel jetzt, also in den letzten Tagen, diesen Vortrag in Hengelo gehalten für die dortigen Industriellen, die Leute, die damit verknüpft sind, und habe eben gesehen, wie noch hereinwirkt in die Gegenwart dasjenige, dem eigentlich die Spitze ja abgebrochen worden ist, dem nur die spirituelle Fortsetzung fehlt. Als ich jetzt wiederum hierher gekommen bin, griff ich zufällig aus meinem Bücherständer ein Buch heraus, das ein gewisses Interesse hat im Zusammenhang mit diesen Dingen. Dieses Buch, das als Werk nicht besonders bedeutend ist — es ist ein Buch, welches philosophische Fragen behandelt —, hat zum Verfasser den einstmaligen Bonner Universitätsphilosophen Jürgen Bona Meyer; aber es ist das Exemplar, welches dem bekannten Materialisten Arnold Dodel, der ja in Zürich gewirkt hat, gehörte. In diesem Buche kann man sehen, wie weit er es gelesen hat. Es stehen bis zu, ich glaube Seite 114, es hat, sagen wir 460 Seiten, überall seine Bleistiftzeichen, seine Anmerkungen drinnen, und aus diesen Anmerkungen kann man sehen, wie dazumal geradezu «stiermäßig» der Materialismus ankämpft gegen das, was noch aus der alten Philosophie heraus, wenn auch in der ungeschickten Art des Bonner Universitätsphilosophen Bona Meyer, sich geltend machen will; wie da der Materialismus ankämpft, wie da der Materialismus keift, wie der Materialismus aber außerdem mit einem unglaublichen Hochmut auftritt. Das, sehen Sie, meine lieben Freunde, das ist dasjenige, was einem besseren Wollen damals die Spitze abgebrochen hat und was zeigen kann, daß durchaus notwendig ist eine Vertiefung in ein spirituelles Geistesleben, wenn wir weiterkommen wollen in der Zivilisation, wenn wir nicht in den Niedergang, der überall, besonders auch auf wirtschaftlichem Gebiete so deutlich wahrnehmbar ist, ich möchte sagen, einem überall in die Augen springt, wenn wir nicht in den Niedergang hineinsausen wollen. Denn daß die sechziger und siebziger Jahre eben kein spirituelles geistiges Leben aufkommen ließen, das ist dasjenige, was eigentlich das ganze Unglück der neuesten Zeit bewirkt hat.
[ 6 ] For example, just recently—that is, in the last few days—I gave this lecture in Hengelo to the local industrialists and those connected with that field, and I saw just how what has actually had its pinnacle broken off—and lacks only its spiritual continuation—still exerts an influence on the present. When I came back here, I happened to pull a book off my bookshelf that is of some interest in connection with these matters. This book, which is not particularly significant as a work—it is a book that deals with philosophical questions—was written by Jürgen Bona Meyer, a former philosophy professor at the University of Bonn; but it is the copy that belonged to the well-known materialist Arnold Dodel, who, of course, was active in Zurich. In this book, one can see how far he had read it. It goes up to—I believe—page 114; it has, let’s say, 460 pages, is filled with his pencil marks and annotations, and from these annotations one can see how, back then, materialism fought with sheer “bull-like” ferocity against whatever remnants of old philosophy—even if expressed in the clumsy manner of the Bonn University philosopher Bona Meyer—still sought to assert themselves; how materialism fought back there, how materialism bickered there, and how materialism, moreover, presented itself with incredible arrogance. That, you see, my dear friends, is precisely what stifled any better aspirations back then and what demonstrates that a deepening into a spiritual life is absolutely necessary if we wish to make progress in civilization, if we do not want to plunge into the decline that is so clearly perceptible everywhere—especially in the economic sphere— I would say, a decline that is glaringly obvious everywhere—if we do not want to hurtle headlong into that decline. For the fact that the 1960s and 1970s did not allow a spiritual life to emerge is precisely what has actually caused all the misfortune of recent times.
[ 7 ] Wir haben dann außer diesen Vorträgen, die ich in den verschiedensten Orten gehalten habe, Eurythmieaufführungen gehabt, und zwar am 20. Februar in Hilversum, am 22. Februar in Amsterdam, am 26. Februar in Rotterdam, am 27. Februar im Haag. Am 27. Februar im Haag waren also drei Veranstaltungen: vormittags eine Zweigveranstaltung, am Nachmittag eine eurythmische Vorstellung und am Abend der öffentliche Vortrag. Dann war noch eine Eurythmieveranstaltung am 2.März in Amsterdam, bei der ich aber nicht dabei sein konnte, zu der Herr Stuten die einleitenden Worte gesprochen hat, weil ich an jenem Tage in Rotterdam meinen öffentlichen Vortrag zu halten hatte.
[ 7 ] In addition to these lectures, which I gave in a wide variety of locations, we also held eurythmy performances: on February 20 in Hilversum, on February 22 in Amsterdam, on February 26 in Rotterdam, and on February 27 in The Hague. So there were three events in The Hague on February 27: a branch meeting in the morning, a eurythmy performance in the afternoon, and the public lecture in the evening. There was also a eurythmy event on March 2 in Amsterdam, which I was unable to attend; Mr. Stuten gave the opening remarks because I had to give my public lecture in Rotterdam that day.
[ 8 ] Was da zu sagen ist, ist eben, daß ja überall durchaus eine gewisse Sehnsucht deutlich bemerkbar ist nach Seelennahrung bei den Menschen, nach demjenigen, was die Seele vorwärtsbringen kann. Eurythmische Vorstellungen sind ja nachträglich dann projektiert, zum Teil schon veranstaltet worden in Köln, in Essen, werden gehalten werden in Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und in Stuttgart. Die anderen Dinge, die ich erwähnen möchte, sind solche, wie sie oftmals hier besprochen werden mußten, die wie ein Schatten unsere Bewegung begleiten; je mehr unsere Bewegung ihre innere Notwendigkeit beweist, um so gröfer wird ja die Gegnerschaft. Diese Gegnerschaft hat das Eigentümliche, daß sie mit ihrer Ausbreitung, mit ihrem Größerwerden zu gleicher Zeit immer gemeiner und niedriger wird. So war zum Beispiel am 28. Februar in Amsterdam, als ich das Konzertgebäude betrat, ein Mann aufgestellt, welcher Flugblätter verbreitete, auf denen sich in einer sehr schmierigen Art ungefähr dieselben Sachen befanden, die auch hier durch Pfarrer Kullys Blatt und durch andere ähnliche Blätter verbreitet werden.
[ 8 ] What needs to be said here is simply that everywhere there is a distinct longing among people for nourishment for the soul—for that which can help the soul move forward. Eurythmy performances have since been planned—some have already taken place in Cologne and Essen, and others will be held in Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, and Stuttgart. The other matters I would like to mention are those that have often had to be discussed here—matters that accompany our movement like a shadow; the more our movement proves its inner necessity, the more crude the opposition becomes. This opposition has the peculiar characteristic that, as it spreads and grows in scale, it simultaneously becomes ever more vulgar and base. For example, on February 28 in Amsterdam, when I entered the concert hall, a man was standing there distributing leaflets that contained, in a very sleazy manner, roughly the same things that are also spread here through Pastor Kully’s newspaper and other similar publications.
[ 9 ] Sie sehen also, die Dinge sind nicht lokalisiert, sondern über die ganze Welt verbreitet, und es wird ja alles getan, um sie zu verbreiten. Die Gegnerschaft ist, das muß ich immer wieder und wiederum erwähnen, eben viel besser organisiert, viel tätiger, als die Anthroposophische Gesellschaft nach dieser Richtung hin organisiert ist oder auch eine organisierte Tätigkeit entfaltet. Im Gegenteil, wenn eine Tätigkeit da oder dort in Angriff genommen wird, dann finden sich zahlreiche unserer Freunde, welchen das nicht gefällt, welche wollen, daß wir uns prügeln ließen und die blauen Flecken herumtragen würden, ohne uns in irgendeiner Weise zu wehren.
[ 9 ] So you see, these things are not confined to a specific location but are spread throughout the world, and every effort is being made to spread them. The opposition—and I must mention this again and again—is simply much better organized and much more active than the Anthroposophical Society is in this regard or in terms of carrying out organized activities. On the contrary, whenever an initiative is launched here or there, there are numerous friends of ours who don’t like it, who want us to let ourselves be beaten up and walk around with bruises without defending ourselves in any way.
[ 10 ] Niedliche Dinge treten einem da entgegen, wenn man zum Beispiel die, man möchte sagen, komisch sich ausnehmende «Weisheitsschule» in Darmstadt betrachtet von dem Grafen Hermann Keyserling. Sie hat eine Art Prospekt herausgegeben, aber ein ziemlich dickes Heft, «Der Weg zur Vollendung», das erschienen ist mit der bekannten sogenannten «Bauchbinde», welche angekündigte Bücher tragen, und dort wird Reklame gemacht damit, daß meine Angriffe «erledigt» würden: «Erledigung der Angriffe Steiners». — Diese Schrift hat tatsächlich erstens etwas außerordentlich Komisches. Es stimmt fast, was mir vor einigen Tagen jemand sagte, der diese Schrift ein bißchen gelesen hat, daß sie nämlich eigentlich zum Inhalte hat: Derjenige, der sich nicht auf dem Parkett der Weisheitsschule in Darmstadt bewegt hat, sei eigentlich in der Welt ein dummer Kerl! — Das ist ja ungefähr tatsächlich der Inhalt dieses «Weges zur Vollendung». Aber ziemlich niedlich ist zum Beispiel auch folgendes. Sie wissen ja, ich habe ganz absichtlich im Öffentlichen Vortrage in Stuttgart den Grafen Hermann Keyserling einen Lügner genannt, weil er wirklich gelogen hat, und das hat er übelgenommen; während er sagt, daß die anderen Beurteilungen, die ich seiner Philosophie habe angedeihen lassen, auf sich beruhen mögen — er läßt sie auf sich beruhen! —, wendet er sich gegen diesen Vorwurf, und zwar mit einer ganz außerordentlich bedeutsamen Begründung: Er sagt: Wenn ich einfach gesagt hätte, daß das, was er behauptet hat, nicht stimmte, dann würde er ja das begreifen; aber er hätte ja keine Zeit zu einer besonderen Steiner-Forschung, daher müsse man es begreifen, daß er auch unrichtige Sachen verbreiten könne. — Nun, sehen Sie, daß ist so richtig charakteristisch für all diese Ignoranten der Gegenwart, die außerdem, daß sie Ignoranten sind, auch noch faul sind, die außerdem entsetzlich faul sind und aus ihrer Faulheit heraus sogar ein gewisses Recht ableiten, gewisse Dinge nicht zu wissen. Wenn man ihnen also vorwirft, sie haben gelogen, so sagen sie, sie haben keine Zeit, Steiner-Forschung zu treiben, das heißt, sie haben keine Zeit, sich zu überzeugen von den Dingen, die sie behaupten. Sie brauchen natürlich keine Steiner-Forschung zu treiben, aber sie sollen dann über das, was sie nicht wissen — ich will höflich sein —, den Mund halten. Wenn sie den Mund halten, wird ihnen ja niemand einen Vorwurf machen; wenn sie aber unrichtige Dinge in die Welt hinausposaunen und dann sagen, sie haben keine Zeit, um die richtigen Dinge kennenzulernen, dann ist das eben durchaus ein Symptom für die fürchterliche moralische und intellektuelle Verlottertheit unserer heutigen sogenannten Geistesmenschen, namentlich eines solchen Parkett-Geistesmenschen, wie es der Graf Hermann Keyserling ist.
[ 10 ] One comes across some charming things there, for example, when looking at Count Hermann Keyserling’s “School of Wisdom” in Darmstadt, which, one might say, stands out in a peculiar way. It has published a kind of brochure—though it’s actually a rather thick booklet—titled *The Path to Perfection*, which came out with the familiar so-called “banner” that promotes upcoming books, and in it they boast that my attacks have been “dealt with”: “Dealing with Steiner’s Attacks.” — First of all, there is actually something extraordinarily comical about this pamphlet. It’s almost true what someone who had read a bit of it told me a few days ago—namely, that its actual content is this: Anyone who hasn’t been part of the inner circle of the School of Wisdom in Darmstadt is, in fact, a fool in this world! — That is, in fact, more or less the content of this “Path to Perfection.” But the following, for example, is also quite amusing. As you know, I quite deliberately called Count Hermann Keyserling a liar in a public lecture in Stuttgart because he really did lie, and he took that badly; whereas he says that the other assessments I have made of his philosophy may stand—he lets them stand! —, he takes issue with this accusation, and does so with an extraordinarily significant line of reasoning: He says: If I had simply said that what he claimed was not true, then he would understand that; but since he has no time for a special study of Steiner, one must therefore understand that he might also spread incorrect information. — Well, you see, that is so characteristic of all these ignorant people of the present day, who, in addition to being ignorant, are also lazy—terribly lazy, in fact—and who, out of their laziness, even derive a certain right not to know certain things. So when you accuse them of lying, they say they don’t have time to do research on Steiner—which means they don’t have time to verify the things they claim. Of course, they don’t need to do research on Steiner, but they should then—to put it politely—keep their mouths shut about what they don’t know. If they keep their mouths shut, no one will reproach them; but if they go around trumpeting falsehoods and then say they don’t have time to learn the truth, then that is indeed a clear symptom of the appalling moral and intellectual decay of today’s so-called intellectuals, particularly a “parlor intellectual” such as Count Hermann Keyserling.
[ 11 ] Es ist ja überhaupt das Bemerkenswerte dieses, daß man heute schon deutlich sieht: wissenschaftlich können diese Leute doch nichts machen, wissenschaftlich können sie schon deshalb nichts machen, weil sie viel zu bequem sind, sich überhaupt, insofern sie in wissenschaftlichen Stellungen oder irgendwie in literarischen Positionen sind, ernsthaftig mit der Geisteswissenschaft zu befassen. In dieser Lage sind namentlich auch Leute wie Professor Fuchs in Göttingen. Weil diese Leute wissenschaftlich mit der Geisteswissenschaft nichts anzufangen wissen, so greifen sie zu anderen Mitteln, und diese anderen Mittel bestehen darin, auf irgendeine fragwürdige Weise die Bewegung eben zur Vernichtung zu bringen. Als ich von Holland aus wiederum in Stuttgart ankam, wurde ich nämlich überrascht mit dem ja mittlerweile natürlich weitergegangenen Artikel der «Frankfurter Zeitung», der überschrieben ist wegen unserer Maßnahmen in bezug auf die oberschlesische Frage: «Verräter am Deutschtum», der von Landesverrat und von allem Möglichen redet. Es ist ja sehr charakteristisch, daß man diese Dinge benützt, um von hinten herum diese Sache zu vernichten.
[ 11 ] What is truly remarkable about this is that it is already clear today: scientifically speaking, these people are incapable of doing anything; they are incapable of doing anything scientifically simply because they are far too complacent—insofar as they hold academic or literary positions—to seriously engage with the science of the spirit. People like Professor Fuchs in Göttingen, in particular, find themselves in this situation. Because these people do not know how to approach the science of the spirit from a scholarly standpoint, they resort to other means, and these other means consist of bringing about the destruction of the movement in some questionable way. When I returned to Stuttgart from Holland, I was surprised to find the article in the *Frankfurter Zeitung*—which, of course, had since been published—headlined “Traitors to Germanhood” in reference to our measures regarding the Upper Silesian question, and which speaks of treason and all sorts of things. It is, of course, very characteristic that such things are used to destroy this cause from behind the scenes.
[ 12 ] Nun, es sind diese Dinge nur ein Beweis dafür, zu welch niedrigen Mitteln unsere Vertreter des gegenwärtigen Geisteslebens greifen, und Sie können aus diesen Dingen ersehen, daß nun wirklich kein Wort unberechtigt hier gesprochen worden ist, daß ich gerade unsere Bildungsanstalten, namentlich die Hochschulen, in einer entsprechenden Weise zu charakterisieren genötigt war. Daß wir hier eine gründliche Metamorphose brauchen, daß wir eine gründliche Umgestaltung gerade unserer Hochschulen brauchen, das ist dasjenige, was immer mehr und mehr eingesehen werden muß. Und von diesem Gesichtspunkte aus ist es ja ganz gewiß freudig zu begrüßen, daß immerhin, trotz der wütenden Gegnerschaft, die dann wiederum von der anderen Seite her entsteht, ein kleiner Kreis Hochschuljugend sich jetzt zusammenfindet, der daran arbeitet, gerade in das Hochschulwesen die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft hineinzubringen. Das zeigt sich ja bei der Vorbereitung solcher Unternehmungen, wie es der Stuttgarter Hochschulkursus sein wird, und wie es der ja wiederum hier zu haltende Hochschulkursus sein wird, der am 3. April beginnt.
[ 12 ] Well, these things are merely proof of the low tactics to which our representatives of contemporary intellectual life resort, and you can see from them that not a single word spoken here has been unwarranted, that I was compelled to characterize our educational institutions—namely, the universities—in this manner. That we need a thorough metamorphosis here, that we need a thorough restructuring of our universities in particular—this is what must be recognized more and more. And from this perspective, it is certainly a cause for joy to welcome the fact that, despite the fierce opposition that inevitably arises from the other side, a small circle of university students is now coming together to work on introducing anthroposophically oriented spiritual science into the university system. This is evident in the preparations for initiatives such as the Stuttgart university course and the university course to be held here, which begins on April 3.
[ 13 ] Das, meine lieben Freunde, wollte ich Ihnen vorbringen, um Ihnen ein Bild zu geben von der Tätigkeit der letzten Wochen.
[ 13 ] That, my dear friends, is what I wanted to share with you to give you a picture of what has been happening over the past few weeks.
[ 14 ] Was ich heute vor Ihnen besprechen möchte, das soll sein eine Art Zusammenfassung von Wahrheiten, die wir von dieser oder jener Seite her schon kennen, die aber immer wieder und wiederum vor unsere Seele treten müssen, wenn wir uns aus der ganzen Tiefe des geisteswissenschaftlichen Wissens heraus Impulse bilden wollen für das, was dem Menschenwirken in der Gegenwart notwendig ist.
[ 14 ] What I would like to discuss with you today is a kind of summary of truths that we already know from one perspective or another, but which must continually come to the forefront of our consciousness if we are to draw inspiration from the full depth of spiritual scientific knowledge for what is necessary for human activity in the present.
[ 15 ] Ich habe Ihnen ja öfter davon gesprochen, wie verschiedene Strömungen zusammenwirken zu unserer Gesamtwelt, in die der Mensch hineingestellt ist, und wir kennen ja die Terminologie: Luziferisches, Ahrimanisches und das, was gewissermaßen der Gleichgewichtszustand der beiden Strömungen ist und was sich für uns am besten dadurch ausdrückt, daß wir von der Christus-Strömung sprechen. Sie wissen ja, daß die Mittelpunktsgruppe unseres Baues gerade das Geheimnis dieser Trinität des Luziferisch-Ahrimanisch-Christlichen zum Ausdrucke bringen soll.
[ 15 ] I have often spoken to you about how various currents interact to form our overall world, within which human beings are placed, and we are familiar with the terminology: the Luciferic, the Ahrimanic, and that which is, so to speak, the state of equilibrium between the two currents—and which is best expressed for us by speaking of the Christ current. As you know, the central group of our building is intended precisely to give expression to the mystery of this trinity of the Luciferic, the Ahrimanic, and the Christic.
[ 16 ] Wir können, wenn wir den Menschen betrachten, der ja schließlich doch der Zusammenfluß der Kräfte des Kosmos ist, genau sehen, wie diese drei Strömungen, man möchte sagen, durch ihn hindurchwirken. Wir wissen ja, daß wir deutlich zu unterscheiden haben am Menschen, was in der Hauptsache — Sie wissen, wie das aufzufassen ist— die Hauptes- oder Kopforganisation ist, die im wesentlichen auch der Träger ist des Nerven-Sinnessystems. Wir wissen, daß dann das rhythmische System zu unterscheiden ist, das als bedeutendsten Teil umfaßt den Atmungsrhythmus und die Zirkulation des Blutes, also alles dasjenige, was rhythmisch abläuft, daß dann als drittes Glied des äußeren Menschen zu betrachten ist das Stoffwechselsystem, und dieses hängt ja innig zusammen mit der Entfaltung des Gliedmaßensystems. Wir wissen aber auch, daß wir diese Trinität des menschlichen Wesens seelisch auffassen können. Denn die Nerven-Sinnesorganisation, die Hauptes- oder Kopforganisation ist im wesentlichen der Träger alles desjenigen, was Vorstellung, Denkleben ist. Die rhythmische Organisation ist der Träger alles dessen, was das Gefühlsleben ist, und die Stoffwechselorganisation ist der Träger des Willenslebens.
[ 16 ] When we look at the human being—who, after all, is the confluence of the forces of the cosmos—we can see exactly how these three currents, one might say, work through him. We know, of course, that we must clearly distinguish in the human being what is, in the main—you know how to understand this—the head organization, which is essentially also the bearer of the nervous-sensory system. We know that we must then distinguish the rhythmic system, which, as its most significant part, encompasses the respiratory rhythm and the circulation of the blood—in other words, everything that proceeds rhythmically—and that the third component of the outer human being is the metabolic system, which is, of course, intimately connected with the development of the limb system. But we also know that we can perceive this trinity of the human being on a soul level. For the nervous-sensory organization—the head organization—is essentially the vehicle for everything that constitutes imagination and the life of thought. The rhythmic organization is the vehicle for everything that constitutes the life of feeling, and the metabolic organization is the vehicle for the life of the will.
[ 17 ] Nun seien wir uns aber über folgendes klar: Ein wirkliches Tagbewußtsein, ein von vollem Lichte durchdrungenes Tagbewußtsein haben wir nur durch unser Nerven-Sinnessystem, durch das Vorstellungsleben, das sich in diesem Nerven-Sinnessystem entwickelt. Das rhythmische System, oder, wir können auch sagen, das Brustsystem, ist der Träger des Gefühlslebens. Da entwickeln sich im mittleren Seelenteil die Gefühle. Und dasjenige, woran die Gefühle ihre körperliche Widerlage haben, das ist das rhythmische System. Dieses Gefühlsleben, wir haben öfter davon gesprochen, ist nicht in derselben Weise von klarem hellem Bewußtsein durchzogen wie das Vorstellungswesen. Wir können, wenn wir unbefangen auf das menschliche Seelenleben eingehen, nicht anders sagen als: Das Gefühlsleben hat keine größere Bewußtseinshelligkeit als das Traumleben. Traumleben, das zwar in Bildern abläuft, und Gefühlsleben sind gleich bewußt und gleich unbewußt. Sie nehmen sich nur anders aus, weil das Gefühlsleben nicht in Bildern erfahren wird, sondern eben in Seelisch-Wesenhaftem, das sich bis zum Bilde nicht konturiert. Die Träume leben sich in Bildern aus. Dadurch unterscheidet sich Gefühlsleben und Traumleben. Aber in bezug auf die Bewußtseinsintensität unterscheiden sich die beiden nicht.
[ 17 ] But let us be clear about the following: We have true daytime consciousness—a consciousness permeated by full light—only through our nervous-sensory system, through the life of imagination that develops within this nervous-sensory system. The rhythmic system—or, as we might also say, the chest system—is the vehicle of the emotional life. It is here, in the middle part of the soul, that emotions develop. And that which provides the physical counterpart to these emotions is the rhythmic system. This emotional life—as we have often discussed—is not permeated by clear, bright consciousness in the same way as the life of imagination. If we approach human soul life with an open mind, we cannot help but say: The emotional life has no greater clarity of consciousness than the dream life. The dream life—which, admittedly, unfolds in images—and the emotional life are equally conscious and equally unconscious. They only appear different because the emotional life is not experienced in images, but rather in something soul-essential that does not take on the contours of an image. Dreams play out in images. This is what distinguishes the emotional life from the dream life. But in terms of the intensity of consciousness, the two do not differ.
[ 18 ] Ganz in Unbewußtheit gehüllt, wie der Mensch sonst im Schlafen ist, vom Einschlafen bis zum Aufwachen, ist dann das Willensleben, dessen körperliche Widerlage das Stoffwechsel- und Gliedmaßensystem ist. In bezug auf das Willensleben ist der Mensch, indem er wacht, durchaus ein schlafendes Wesen. Der Mensch sieht, indem er will, eigentlich nur dasjenige, was durch seinen Willen zustande kommt, das stellt er dann vor, wie er etwas anderes auch vorstellt. Aber das, was im Willen eigentlich tätig ist, das innere Seelenerleben im Wollen, das wird eigentlich verschlafen, wie das Gefühlsleben verträumt wird.
[ 18 ] The life of the will is then completely shrouded in unconsciousness, just as a person normally is while asleep—from the moment of falling asleep until waking up—and its physical counterpart is the metabolic and limb system. With regard to the life of the will, a person who is awake is, in fact, a sleeping being. When a person sees through their will, they actually see only what comes about through their will; they then imagine this just as they imagine anything else. But what is actually at work in the will—the inner soul experience of willing—is, in fact, slept through, just as the life of feeling is dreamt away.


[ 19 ] Nun aber betrachten wir dennoch dieses schlafende Willensleben beziehungsweise dessen körperliche Widerlage, dieses schlafende Stoffwechsel- und Gliedmaßenleben. Der Mensch steht mit seinem ganzen Wesen ja nicht bloß in der physischen natürlichen Umwelt darinnen, sondern er steht in einer geistigen Welt darinnen. Er steht mit seinem ganzen Wesen, gleichgültig in welchem Bewußtseinsgrade dieses Wesen auftritt, im geistigen Kosmos darinnen. Nun betrachten wir den Willen. Wir können etwa so sagen: Wenn das der geistige Kosmos ist (siehe Zeichnung, hell), den ich zunächst vorläufig nicht weiter charakterisieren will — Sie wissen, «geistiger Kosmos» ist ja sehr universell, man kann immer nur einen Teil herausnehmen —, so wäre das hier (rot) ein gewisser Teil des geistigen Kosmos, nämlich derjenige, dem vorzugsweise angehört unser Willens- beziehungsweise unser StoffwechselGliedmaßenleben. So daß also, wenn Sie vom Menschen herausgetrennt denken das Willensleben seelisch, das Stoffwechsel-Gliedmaßenleben leiblich, und sich dann fragen: Wie ist das eingegliedert in einen geistigen Kosmos? — so soll dieses ganze Verhältnis zu einem geistigen Kosmos zunächst durch diese Zeichnung dargestellt werden. Und für uns entsteht die Frage: Was ist das Weiße hier? — Von dem Roten wissen wir, es ist das menschliche Willensleben, seelisch betrachtet, oder das menschliche Stoffwechsel-Gliedmaßenleben, leiblich betrachtet; aber was ist dasjenige, zu dem gewissermaßen dieses Leben gehört? — Ich möchte mich noch mit anderen Worten ausdrücken. Wenn Sie beim Menschen irgendein Glied seines Organismus betrachten, sagen wir zum Beispiel die Leber, so werden Sie sich sagen: Diese Leber gehört dem ganzen Organismus an und sie hat eine Bedeutung innerhalb des ganzen Organismus. — Ebenso können wir innerhalb eines großen Organismus, eines Weltorganismus, der hier weiß dargestellt ist, das ganze menschliche Stoffwechsel-Gliedmaßensystem, das Willenssystem, als ein Glied betrachten. Und dann entsteht die Frage: Welches ist denn dieser große kosmische Organismus, in den da eingebettet gewissermaßen ist das menschliche Willenserleben und Stoffwechsel-Gliedmaßenerleben?
[ 19 ] But let us now nevertheless consider this dormant life of the will—or rather, its physical counterpart—this dormant metabolic and limb life. After all, the human being stands within the physical, natural environment not merely with his entire being, but also within a spiritual world. He stands within the spiritual cosmos with his entire being, regardless of the level of consciousness at which this being manifests. Now let us consider the will. We might say something like this: If this is the spiritual cosmos (see diagram, light-colored), which I do not wish to characterize further for the time being—you know, “spiritual cosmos” is, after all, a very universal term; one can only ever single out a part of it—then this here (red) would be a certain part of the spiritual cosmos, namely the one to which our life of will, or rather our metabolic and limb life, primarily belongs. So, if you think of the life of the will as belonging to the soul and the life of metabolism and the limbs as belonging to the body—separate from the human being—and then ask yourself: How is this integrated into a spiritual cosmos?—then this entire relationship to a spiritual cosmos is to be represented, for the time being, by this diagram. And the question arises for us: What is the white part here? — We know that the red part represents the human life of the will, viewed from the soul’s perspective, or the human metabolic and limb life, viewed from the body’s perspective; but what is that to which this life, so to speak, belongs? — I would like to put it another way. If you consider any part of the human organism—let’s say, for example, the liver—you will say to yourself: This liver belongs to the entire organism and has a significance within the entire organism. — Similarly, within a large organism—a world organism, depicted here in white—we can regard the entire human system of metabolism and limb function, as well as the system of will, as a limb. And then the question arises: What, then, is this great cosmic organism into which, so to speak, the human experience of will and the experience of metabolism and limb function are embedded?
[ 20 ] Sehen Sie, das, in welches ja der Mensch eingebettet ist in bezug auf sein drittes Glied, ist das kosmische Leben derjenigen geistigen Wesenheiten, welche die Bibel Elohim nennt. Tatsächlich, so wie wir in der äußeren Natur leben, die wir durch unsere Sinne sehen, so leben wir mit diesem Teil unseres Wesens, den wir eigentlich in seiner Tätigkeit verschlafen, das Leben der Elohim mit.
[ 20 ] You see, what human beings are embedded in—with regard to their third member—is the cosmic life of those spiritual beings whom the Bible calls Elohim. In fact, just as we live in the outer nature that we perceive through our senses, so too do we live the life of the Elohim with that part of our being whose activity we are actually unaware of.
[ 21 ] Nun, wir wollen diese Dinge schon genauer besprechen; ich will sie Ihnen zunächst nur charakterisieren. Betrachten wir in der ganzen kosmischen Evolution dieses Leben der Elohim. Wenn Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» nachlesen, so werden Sie finden, das sind die Geister der Form; sie stiegen auf von früheren Entwickelungsstufen. Gehen wir zurück, so kommen wir zu der früheren Entwickelungsstufe des kosmischen Mondendaseins. Da waren diese Geister der Form Archai, Urkräfte, Urbeginne. Gehen wir zum Sonnendasein zurück, da waren sie Erzengel; gehen wir zum Saturndasein zurück, da waren sie Engel. Also seit jener Zeit sind sie aufgestiegen und sind in das Elohimdasein gekommen, in das Dasein der Geister der Form.
[ 21 ] Well, we will discuss these things in more detail later; for now, I just want to give you a general idea of them. Let us consider the life of the Elohim throughout the entire course of cosmic evolution. If you look it up in my *Outline of Esoteric Science*, you will find that these are the spirits of form; they ascended from earlier stages of development. If we go back, we come to the earlier stage of development of the cosmic lunar existence. There, these Spirits of Form were Archai, primal forces, primordial beginnings. If we go back to the Solar stage, they were archangels; if we go back to the Saturn stage, they were angels. So since that time, they have ascended and entered into the existence of the Elohim, into the existence of the Spirits of Form.
[ 22 ] Wenn wir unsere menschliche Entwickelung betrachten, so müssen wir uns sagen: Wir entwickeln uns auch; wann werden wir auf der Höhe sein, auf der diese Geister jetzt sind? — Wir werden auf dieser Höhe sein, wenn wir durchgemacht haben Jupiter-, Venus-, Vulkandasein, und in dem sind, was dann kommt. Wenn Sie das zusammenzählen, was ich in meiner «Geheimwissenschaft» dargestellt habe so haben Sie sieben aufeinanderfolgende Entwickelungsstufen, sieben aufeinanderfolgende, man könnte auch sagen, Entwickelungssphären. Und die Geister der Form, die Elohim, sind eingetreten in die achte Entwickelungssphäre.
[ 22 ] When we consider our human evolution, we must ask ourselves: We, too, are evolving; when will we reach the level that these spirits are now at? — We will reach that level when we have gone through the stages of Jupiter, Venus, and Vulcan, and have entered the stage that follows. If you add up what I have described in my *Secret Science*, you have seven successive stages of development—seven successive, one might also say, spheres of development. And the spirits of form, the Elohim, have entered the eighth sphere of development.


[ 23 ] Das ist es ja, was, ich möchte sagen, die Lage der Elohim charakterisiert. Sie waren, als die Erde wurde, auf jener Stufe, die wir für uns Menschen als Vulkandasein zu charakterisieren haben. Sie stiegen auf in die achte Sphäre. Nun war die große Frage, die große kosmische Frage: Wie steht es oder wie stand es während dieses Erdendaseins mit den Menschen? — Sehen Sie, der Mensch war in der Lage, so wie er vorher ein Glied in der Entwickelung der Elohim war, ein solches Glied zu bleiben. Die Elohim entwickelten sich durch Saturn-, Sonnen-, Mondendasein bis zu der Stufe, die ich Ihnen beschrieben habe jetzt. Da trugen sie gewissermaßen in ihrem Schoße den Menschen so, wie Sie ihn beschrieben finden in meiner «Geheimwissenschaft». Aber all das, was ich da beschrieben habe, ruhte ja im Schoße der Elohim. Es ist ja so beschrieben, wie wenn ich Ihnen die Leber in ihrer Entwickelung beschreiben würde. Wenn man sie beschreibt in ihren Stadien, so ruht sie ja im Schoße des Menschen. So ruhte die ganze Entwickelung, die ich beschrieben habe von dem Menschen, im Schoße der Elohim.
[ 23 ] That is precisely what, I would say, characterizes the situation of the Elohim. When the Earth came into being, they were at that stage which we, as human beings, must characterize as a volcanic existence. They ascended into the eighth sphere. Now the great question, the great cosmic question, was: What is the situation—or what was the situation—regarding human beings during this earthly existence? — You see, human beings were in a position to remain a link in the development of the Elohim, just as they had been previously. The Elohim developed through their Saturn, Sun, and Moon phases up to the stage I have just described to you. There, they carried humanity, so to speak, in their bosom, just as you will find it described in my *Secret Science*. But everything I have described there rested, as it were, within the bosom of the Elohim. It is described in the same way as if I were to describe the liver to you in its development. When one describes its various stages, it remains within the human being. In the same way, the entire development of humankind that I have described rested within the bosom of the Elohim.
[ 24 ] Als nun die Erde wurde, da war die Frage: Werden nun die Menschen einfach ein unselbständiges Glied in dem großen Organismus bleiben, der zu seiner achten Sphäre aufstieg, in dem großen kosmischen Organismus der Elohim, oder werden sie sich zur Freiheit herausbilden, werden sie selbständig werden? — Diese Frage: Werden die Menschen selbständig werden? — die entschied sich durch eine ganz bestimmte kosmische Tatsache. In bezug auf unser Willenssystem seelisch und auf unser Stoffwechsel-Gliedmaßensystem leiblich sind wir ja Teile der Elohim; da schlafen wir ja. Da sind wir nicht herausgesondert. Wir sind herausgesondert in bezug auf unser Kopfsystem.
[ 24 ] When the Earth came into being, the question arose: Will human beings simply remain a dependent part of the great organism that ascended to its eighth sphere—the great cosmic organism of the Elohim—or will they evolve toward freedom and become independent? — This question—Will human beings become independent?—was decided by a very specific cosmic fact. In terms of our system of will (spiritually) and our system of metabolic limbs (physically), we are, after all, parts of the Elohim; there we are, as it were, asleep. There we are not set apart. We are set apart in terms of our head system.
[ 25 ] Und wodurch geschah diese Heraussonderung? — Diese Heraussonderung geschah dadurch, daß gewisse geistige Wesenheiten, welche in der Evolution, wenn sie regelrecht fortgeschritten wären, auch Elohim geworden wären, daß die nicht Elohim geworden sind, sondern zurückgeblieben sind, zurückgeblieben auf der Stufe der Archai oder Archangeloi. Wir können also sagen, das sind Wesenheiten, die eigentlich, wenn sie regelrecht fortgeschritten wären, Elohim hätten sein können. Aber sie schritten nicht regelrecht vor, sie blieben zurück. Sie gehören, wenn wir sie heute okkult betrachten, derselben Sphäre an, der die Engel, die Erzengel angehören; aber sie sind nicht von derselben Art wie die Angeloi oder Archangeloi oder Archai, sondern sie sind eigentlich von derselben Art wie die Elohim, wie die Geister der Form, nur sind sie zurückgeblieben in ihrer Entwickelung und sind daher in die Schar der Engel und Erzengel hineingeraten, tun sich in derselben Sphäre kund, und ihre Wirksamkeit hat sich dadurch darauf beschränken müssen, jetzt nicht auf den ganzen Menschen zu wirken und auf dasjenige zu wirken, was vorzugsweise erst auf der Erde vom Menschen erworben worden ist: das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem, sondern sie wirken auf das Kopfsystem des Menschen. So daß wir sagen: In bezug auf das Kopfsystem des Menschen — wenn ich das also hier als den Gegenpol von dem Willenssystem, von dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem zeichne (siehe Zeichnung S.257, rosa) —, da wirkt nicht dieser große kosmische Organismus der Elohim, sondern da wirken die zurückgebliebenen Elohim, die ich so zeichnen will (gelb). In dieser Sphäre drinnen wirken auch Angeloi, Archangeloi und Archai. Diese Wesenheiten, die zurückgebliebene Elohim sind, sind eigentlich die Gegner der anderen Elohim. Die anderen Elohim haben den Menschen von sich abgeschnürt; aber sie hätten ihm nicht geben können die Freiheit, weil sie auf den ganzen Menschen ihren Einfluß haben. Dagegen die zurückgebliebenen Geister der Form, die beschränken sich auf den Kopf, und dadurch gaben sie dem Menschen die Vernunft, den Verstand. Das sind im wesentlichen die luziferischen Geister. Sie sind, wie Sie jetzt sehen können aus der Darstellung, auf einer niedrigeren Stufe Willensgeber. Die Elohim geben den Willen dem ganzen Menschen, sie aber geben dem Kopf seinen Willen. Der Kopf wäre sonst nur durchsetzt von willenslosen Vorstellungen. Vernünftig werden die Vorstellungen nur dadurch, daß sie, vom Willen durchsetzt, zur Urteilskraft werden. Das . rührt von diesen Geistern her.
[ 25 ] And how did this separation come about? — This separation occurred because certain spiritual beings—who, had they progressed properly in evolution, would also have become Elohim—did not become Elohim but remained behind, remaining at the level of the Archai or Archangeloi. We can therefore say that these are beings who, had they progressed properly, could actually have become Elohim. But they did not progress properly; they remained behind. If we view them from an occult perspective today, they belong to the same sphere as the angels and the archangels; but they are not of the same nature as the Angeloi, Archangeloi, or Archai; rather, they are actually of the same nature as the Elohim, as the Spirits of Form, only they have lagged behind in their development and have therefore found themselves among the ranks of the angels and archangels, manifesting themselves in the same sphere, and their activity has consequently had to be limited to not to act upon the whole human being or upon that which has been acquired by human beings primarily on Earth—the metabolic-limb system—but rather they act upon the human head system. So we say: With regard to the human head system—if I depict this here as the opposite pole of the will system and the metabolic-limb system (see diagram on p. 257, pink)—it is not this great cosmic organism of the Elohim that acts there, but rather the lagging Elohim, whom I will depict as such (yellow). Within this sphere, Angeloi, Archangeloi, and Archai also act. These beings, who are the remaining Elohim, are in fact the adversaries of the other Elohim. The other Elohim have cut humanity off from themselves; but they could not have given humanity freedom, because they exert their influence over the whole human being. In contrast, the lingering spirits of form confine themselves to the head, and through this they gave human beings reason and intellect. These are essentially the Luciferic spirits. As you can now see from the illustration, they are givers of will on a lower level. The Elohim give will to the whole human being, but these spirits give the head its will. Otherwise, the head would be filled only with will-less ideas. Ideas become rational only when, imbued with will, they develop into the power of judgment. This stems from these spirits.


[ 26 ] Sie sehen jetzt vielleicht gerade an dieser Darstellung wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus, wie man nicht philiströse Begriffe anwenden darf, wenn man die kosmischen Gegensätzlichkeiten ins Auge fassen will. Man darf nicht die luziferischen Geister, wenn ich mich so ausdrücken darf, einfach über die Achsel anschauen, sondern man muß sich klar sein: das sind Geister von wesentlich höherer Ordnung, als der Mensch selber ist. Sie sind im Grunde genommen nicht eigentlich Gegner des Menschen, sie sind Gegner der Elohim, weil sie zurückgeblieben sind, und sie beschränken sich auf das menschliche Haupt. Das ist dasjenige, was wir daran ins Auge fassen müssen.
[ 26 ] Perhaps you can see from this description—again, from a certain point of view—how one must not apply philistine concepts when one wishes to grasp cosmic opposites. One must not, if I may put it this way, simply shrug off the Luciferic spirits, but must be clear about this: these are spirits of a far higher order than human beings themselves. They are not, strictly speaking, enemies of humanity; they are enemies of the Elohim because they have fallen behind, and they confine themselves to the human head. That is what we must keep in mind.
[ 27 ] Wenn Sie sich nun vorstellen, was eigentlich diese Geister erreichen würden, wenn sie ganz freie Hand hätten über die menschliche Evolution, so kommen Sie auf folgendes. Sie werden sich sagen: Nun ja, als die Erde wurde, da sind die Elohim zu ihrer Würde aufgerückt, die anderen sind zurückgeblieben auf früheren Stufen der Entwickelung; sie sind also die Träger desjenigen, was dem Menschen vorzugsweise eingeprägt wird von der Vergangenheit, vom Saturn-, Sonnen-, Mondendasein, die Träger desjenigen, was in den Menschen gesetzt werden soll von der erhabenen Vergangenheit, die wir in den drei vorigen Metamorphosen der Entwickelung durchgemacht haben.
[ 27 ] If you now imagine what these spirits would actually accomplish if they had complete freedom over human evolution, you will arrive at the following conclusion. You will say to yourself: Well, when the Earth came into being, the Elohim rose to their rightful place, while the others remained behind at earlier stages of development; they are thus the bearers of that which is primarily imprinted upon human beings from the past—from the Saturn, Sun, and Moon stages of existence—the bearers of that which is to be instilled in human beings from the sublime past we have undergone in the three previous metamorphoses of evolution.
[ 28 ] Dadurch, daß sie zurückgeblieben sind, gewissermaßen sich widersetzend dem, was die Elohim mit den Menschen der Erde vorhatten, dadurch können wir sie in bezug auf den Menschen auch charakterisieren so, daß wir sagen: Diese Geister, die eigentlich Geister der Form sind, die uns aber entgegentreten in der geistigen Welt unter den Scharen der Angeloi, Archangeloi und Archai, diese Geister prägen dem Menschen alles dasjenige ein, was ihn nicht hinuntersteigen lassen möchte zum vollen Erdendasein. Sie möchten ihn eigentlich über dem mineralischen Reiche erhalten. Sie möchten am liebsten, daß der Mensch nur das erlebte, was in der sprossenden Pflanzenwelt ist, was in der tierischen Welt lebt, was in der menschlichen Welt selber ist. Aber sie möchten ihn nicht herunterkommen lassen zur toten mineralischen Welt. Und insbesondere haben diese Geister gar keinen Hang, dem Menschen irgendwie vermitteln zu lassen alles das, was mit unserer Technik zusammenhängt. Auf das sind sie gewissermaßen wütend. Sie möchten den Menschen in einer geistigen Sphäre erhalten, sie möchten den Menschen nicht heruntersteigen lassen zu dem Irdischen. Daher sind sie auch Gegner der Elohim, weil die Elohim, die den Menschen verfestigt haben im Staub der Erde, wie es die Bibel ausdrückt, ihn ins Mineralreich hinuntergezogen haben. Dem allerdings verdankt er seine Freiheit. Aber auf Freiheit, auf die Freiheit, die der Mensch erleben soll im Irdischen, kommt es gerade den Geistern, die den Menschen freihalten wollen vom Irdischen, eigentlich nicht an.
[ 28 ] Because they have fallen behind—in a sense, resisting what the Elohim had planned for the people of Earth—we can also characterize them in relation to humankind by saying: These spirits, who are actually spirits of form but who oppose us in the spiritual world among the hosts of the Angeloi, Archangeloi, and Archai, instill in human beings everything that seeks to prevent them from descending into a full earthly existence. They actually wish to keep humanity above the mineral kingdom. They would prefer that humanity experience only what is found in the sprouting plant world, what lives in the animal world, and what exists in the human world itself. But they do not want to let humanity descend into the lifeless mineral world. And in particular, these spirits have absolutely no inclination to allow humanity to gain any understanding of anything related to our technology. In a sense, they are furious about this. They wish to keep humanity in a spiritual sphere; they do not want humanity to descend into the earthly realm. That is why they are also opponents of the Elohim, because the Elohim—who, as the Bible puts it, “formed humanity from the dust of the earth”—have drawn humanity down into the mineral kingdom. Yet it is to this that humanity owes its freedom. But freedom—the freedom that humans are meant to experience in the earthly realm—is not actually what matters to the spirits who want to keep humans free from the earthly realm.
[ 29 ] Nun ist der Mensch gewissermaßen hineingestellt worden durch die Elohim in die mineralisch-irdische Welt. Dadurch aber haben andere Geister wiederum den Zugang erhalten. Nun achten Sie auf den Unterschied zwischen den Geistern, von denen ich eben gesprochen habe, und den Geistern, von denen ich jetzt werde noch zu sprechen haben. Die, von denen ich jetzt gesprochen habe, sind in der Sphäre, wo die Angeloi, Archangeloi, Archai sind. Wir finden sie unter den Scharen dieser Geister, und sie sind es, die in den menschlichen Kopf Beweglichkeit, bewegliche Vernünftigkeit hineinbringen, Phantasietätigkeit, Kunsttätigkeit und so weiter. Dadurch aber, daß der Mensch ins mineralische Reich hinuntergedrängt worden ist, daß die Elohim ihm eine Selbständigkeit gegeben haben, aber diese Selbständigkeit doch wieder keine volle Selbständigkeit ist, denn er durchlebt sie schlafend in seinem Willen und in seinem Stoffwechsel-Gliedmaßensysterm, dadurch haben andere Geister den Zutritt. Diese anderen Geister, die schleichen sich gewissermaßen in die Evolution hinein. Die Geister, von denen ich gesprochen habe, waren bei der Evolution dabei, sie sind nur zurückgeblieben; sie haben sie nicht mitmachen können, aber sind zurückgebliebene Elohim, sie waren im Kosmos dabei bei den Elohim und wollen nur den Menschen nicht ganz auf die Erde herunterlassen. Er ist aber nun auf die Erde heruntergekommen durch die Elohim. Da kommen nun von auswärts andere Geister. Wir finden sie, wenn wir den okkulten Blick richten auf die Scharen der Cherubime, Seraphime und Throne. Von diesen Geistern, die eigentlich dieser Artung angehören, sind auch einzelne zurückgeblieben. Sie sind nicht in diese Scharen hineingekommen, sie sind nur Geister der Weisheit geworden. Diese geistigen Wesenheiten zeigen sich so, daß man von ihnen sagen kann: sie möchten eigentlich in der Erde eine ganz neue Schöpfung beginnen, sie möchten den Erdenmenschen so recht konservieren. Wie er im Mineralreich durch die Elohim verkörpert ist, so möchten sie ihn als einen Anfang nehmen, und von diesem Anfang an möchten sie weiterführen die Entwickelung. Sie möchten alle Vergangenheit auslöschen: Ach was, Vergangenheit — sagen sie —, das kümmert uns nicht weiter; der Mensch ist einmal ins Mineralreich herunter gekommen, nun — reißen wir ihn weg von den Elohim, die Elohim brauchen ihn ja nicht; reißen wir ihn weg von den Elohim und fangen wir eine neue Evolution an. Lassen wir ihn das Anfangsglied sein, damit er dann weiter und weiter lebt!
[ 29 ] Now, in a sense, human beings have been placed by the Elohim into the mineral-earthly world. As a result, however, other spirits have in turn gained access. Now pay attention to the difference between the spirits I have just spoken of and the spirits I am about to speak of. Those I have just spoken of are in the sphere where the Angeloi, Archangeloi, and Archai dwell. We find them among the hosts of these spirits, and it is they who bring into the human mind agility, flexible reasoning, imaginative activity, artistic activity, and so on. But because human beings have been pushed down into the mineral kingdom—because the Elohim have granted them a degree of independence, though this independence is not yet full independence, since they experience it in a dormant state within their will and their metabolic-limb system—other spirits have gained access. These other spirits, so to speak, creep into the course of evolution. The spirits I have spoken of were present during evolution; they have simply been left behind. They were unable to participate in it, but they are Elohim who have been left behind; they were present in the cosmos alongside the Elohim and simply do not want to let humanity descend fully to Earth. Yet humanity has now descended to Earth through the Elohim. Now other spirits are coming from outside. We find them when we direct our occult gaze toward the hosts of cherubim, seraphim, and thrones. Of these spirits, who actually belong to this order, some individuals have also been left behind. They did not enter into these hosts; they have merely become spirits of wisdom. These spiritual beings manifest themselves in such a way that one can say of them: they actually wish to begin a completely new creation within the Earth; they wish to truly preserve the earthly human being. Just as he is embodied in the mineral kingdom through the Elohim, so they wish to take him as a starting point, and from this starting point they wish to continue his development. They wish to erase all of the past: “Oh, the past,” they say, “that doesn’t concern us any further; humanity once descended into the mineral kingdom—well, let’s tear them away from the Elohim, for the Elohim have no need of them; let’s tear them away from the Elohim and begin a new evolution. Let them be the first link, so that they may then live on and on!”
[ 30 ] Das sind die ahrimanischen Wesenheiten. Diese ahrimanischen Wesenheiten, die wollen alle Vergangenheit auslöschen und wollen dem Menschen nur das als ein Ergebnis lassen, was also unmittelbar er auf der Erde errungen hat.
[ 30 ] These are the Ahrimanic beings. These Ahrimanic beings all want to erase the past and leave human beings with only what they have directly achieved on Earth.
[ 31 ] Sie sehen, wie die Elohim mittendrinnen stehen. Die Elohim möchten Vergangenheit mit Zukunft verknüpfen. Diejenigen Geister, die ich vorhin geschildert habe, sie möchten den Menschen mit seiner erhabenen Vergangenheit durchdringen. Die anderen Geister möchten die ganze Vergangenheit auslöschen, den Elohim wegnehmen das, was der Mensch aus dem Staub der Erde ist, und einen neuen Anfang machen, von der Erde aus erst die Entwickelung machen. Weg mit diesem «Ballon» des Kosmos, mit Saturn, Sonne und Mond, davon soll gar nichts für den Menschen eine Bedeutung haben. Mit der Erde soll eine neue Evolution beginnen, die soll ein neuer Saturn sein, dann die Sonne kommen und so weiter. Das ist das Ideal dieser anderen Wesenheiten. Sie stürmen ins Unbewußte des Menschen herein, in das Willensleben, das StoffwechselGliedmaßenleben, da stürmen sie herein. Sie sind dasjenige Geschlecht unter den geistigen Wesenheiten, die dem Menschen beibringen wollen ein besonderes Interesse für alles Mineralisch-Materielle, die dem Menschen beibringen wollen ein Interesse für alles dasjenige, was zum Beispiel Außerlich-Maschinelles, Mechanisches ist. Sie möchten am liebsten alles dasjenige, was die Erde sich vom alten Monde her mitgebracht hat, zerstören, möchten, daß die Tierwelt verschwinde, daß die physische Menschenwelt verschwinde, die Pflanzenwelt verschwinde, daß vom Mineralreich nur die physischen Gesetze bleiben, aber namentlich, daß die Menschen von der Erde weggenommen würden; und einen neuen Saturn aus Maschinen möchten sie bilden, eine neue Welt aus lauter Maschinen. So soll die Welt dann weitergehen. Das ist eigentlich ihr Ideal. Auf äußerem wissenschaftlichem Gebiete haben sie das Ideal, alles zur Materie zu machen, zu mechanisieren. Auf religiösem Gebiete haben wir diese zwei Gegensätze deutlich wahrnehmbar.
[ 31 ] You can see how the Elohim stand right in the middle of it all. The Elohim wish to link the past with the future. The spirits I described earlier wish to permeate humanity with its sublime past. The other spirits wish to erase the entire past, to take away from the Elohim that which humanity is—made from the dust of the earth—and to make a new beginning, to start the process of evolution from the earth itself. Away with this “balloon” of the cosmos—with Saturn, the Sun, and the Moon—none of that is to have any significance for humankind. A new evolution is to begin with the Earth; it is to be a new Saturn, then the Sun will come, and so on. That is the ideal of these other beings. They storm into the human unconscious, into the life of the will, the life of metabolism and the limbs—that is where they storm in. They are the group among the spiritual beings who want to instill in humanity a special interest in all that is mineral and material, who want to instill in humanity an interest in everything that is, for example, external, machine-like, and mechanical. They would most like to destroy everything that the Earth has brought with it from the ancient Moon; they want the animal world to disappear, the physical human world to disappear, the plant world to disappear, so that only the physical laws of the mineral kingdom remain—but above all, they want human beings to be removed from the Earth; and they want to create a new Saturn out of machines, a new world consisting entirely of machines. That is how the world is then to continue. That is, in fact, their ideal. In the external realm of science, their ideal is to turn everything into matter, to mechanize it. In the religious realm, these two opposites are clearly discernible.
[ 32 ] In älteren Zeiten — Sie wissen das aus anderen Vorträgen, die ich auch hier an dieser Stelle gehalten habe — waren die Menschen mehr den Geistern der ersteren Art, welche auf den Kopf wirken, ausgesetzt. Da finden Sie noch bei Plato, daß man ganz besonders, wenn man von der Ewigkeit der Menschenseele gesprochen hat, von dem vorgeburtlichen Dasein gesprochen hat, von dem, woran sich der Mensch eigentlich erinnert aus dem vorigen Dasein. Das hört dann auf, je weiter wir ins Mittelalter hereinkommen, bis die Kirche den Glauben an die Präexistenz ganz verbietet; und heute gilt ja der Glaube an die Präexistenz des Menschen für die Kirche als eine Ketzerei. Da ist also auf der einen Seite die Hinneigung zu dem Wissen von der Präexistenz; auf der anderen Seite ist die verahrimanisierte Kirche, welche das Leben des Menschen nur über den Tod hinaus fortsetzt und es dann nur ein Ergebnis sein läßt dessen, was der Mensch auf der Erde hier ist.
[ 32 ] In earlier times—as you know from other lectures I have given here—people were more exposed to spirits of the former kind, which act on the head. You can still find in Plato that, especially when speaking of the eternity of the human soul, people spoke of pre-birth existence—of what a person actually remembers from their previous life. This practice then ceased as we moved further into the Middle Ages, until the Church completely prohibited belief in pre-existence; and today, belief in the pre-existence of the human being is considered heresy by the Church. So on the one hand, there is a tendency toward the knowledge of pre-existence; on the other hand, there is the Ahrimanized Church, which continues human life only beyond death and then allows it to be merely a result of what a person is here on Earth.
[ 33 ] Da haben Sie das als ein Glaubensbekenntnis: Was der Mensch hier in dem physischen Leib erlebt, das trägt er mit durch den Tod. Seine Seele schaut immer wiederum auf das zurück. — Es ist eigentlich das ganze folgende Leben nur die Fortsetzung desjenigen, was hier zwischen seiner Geburt und dem Tode da war. Es ist genau dasselbe, was die ahrimanischen Geister wollen. Das sind gerade die wichtigen Fragen, die vor der gegenwärtigen Menschheit liegen: Soll es dabei bleiben, daß der ahrimanische Glaube fortwuchert, als ob es nur ein Leben nach dem Tode gebe, oder soll wiederum das Bewußtsein von der Präexistenz erwachen und soll es dann dazu kommen, zu verbinden Präexistenz und Postexistenz durch dasjenige, was mittleres Gleichgewicht ist?
[ 33 ] There you have it as a creed: What a person experiences here in the physical body, they carry with them through death. Their soul always looks back on that. — In fact, the entire life that follows is merely a continuation of what existed here between birth and death. This is precisely what the Ahrimanic spirits want. These are precisely the important questions facing humanity today: Should the Ahrimanic belief continue to spread, as if there were only one life after death, or should the awareness of pre-existence be reawakened, leading to the unification of pre-existence and post-existence through that which is the middle balance?
[ 34 ] Das ist dasjenige, was Geisteswissenschaft suchen muß, dieses Christus-Prinzip, das Äquilibrium, das Gleichgewicht zwischen dem Luziferisch-Ahrimanischen — auf der einen Seite der Präexistenz, und der Postexistenz auf der anderen Seite. Das sind die wichtigen Fragen der Gegenwart, daß wir, nachdem eine Zeitlang die Menschheit sich hingegeben hat dem ahrimanischen Glauben an die bloße Postexistenz, wiederum hinzufügen auch das Bewußtsein, die Erkenntnis von der Präexistenz, um dadurch zu einem Begreifen der vollen Menschheit zu kommen.
[ 34 ] This is what spiritual science must seek: this Christ principle, this equilibrium, this balance between the Luciferic-Ahrimanic—on the one hand, pre-existence—and post-existence on the other. These are the important questions of our time: that, after humanity has for a time devoted itself to the Ahrimanic belief in mere post-existence, we may once again add to this the awareness and recognition of pre-existence, thereby arriving at an understanding of the fullness of humanity.



