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The Rudolf Steiner Archive

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Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203

28 March 1921, Stuttgart

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Siebzehnter Vortrag

Siebzehnter Vortrag

[ 1 ] Es ist in der gegenwärtigen Zeit von einer gewissen Bedeutung, die Gesichtspunkte aufzusuchen, von denen die verschiedenen Geistsucher älterer Zeiten ausgegangen sind, nicht etwa allein darum, weil böswillige und dilettantische Gegnerschaft der hier vertretenen Geisteswissenschaft zumutet, daß sie allerlei aus älteren Zeiten einfach herübergenommen habe, sondern vor allen Dingen darum, weil die Erkenntnis desjenigen, was gegenwärtig aus ursprünglichem geistigem Quell heraus gefunden werden kann, verständlich wird, wenn man es zusammenhält mit den Kräften, welche die Menschheit in älteren Zeiten innegehabt hat, mit den verschiedenen Arten des Suchens nach Geisteserkenntnis in älteren, instinktiven Zeiten der Menschheitsentwickelung. Und um Sie auf so etwas hinzuweisen, möchte ich heute sprechen von einem gewissen Zusammenwerfen, das oftmals gemacht worden ist in bezug auf den Christus Jesus und einen seiner Zeitgenossen, Apollonius von Tyana. Man hat die beiden in einer gewissen Weise zusammengeworfen, und es gibt ja sogar Bestrebungen, welche in unhistorischer Weise das Leben des Apollonius von Tyana mit dem Leben des Christus Jesus vergleichen. Wenn man den Apollonius von Tyana vergleicht mit dem Christus Jesus, so treten ja allerdings eine größere Anzahl von Äußerlichkeiten im biographischen Element zutage, die eine Ähnlichkeit zeigen. Vor allen Dingen wissen wir ja, daß die Evangelienerzählungen, die an den Christus Jesus anknüpfen, manches bringen, was der heutigen Zeit unter den Begriff des Wunders fällt, und auch die Biographen des Apollonius von Tyana erzählen allerlei Wundergeschichten von diesem Apollonius. Die Art und Weise, wie heute solche Dinge erzählt werden, die beweist ja nichts anderes, als daß man sich ganz dilettantisch verhält zu der Menschheitsentwickelung. Was da an Krankenheilungen und ähnlichen Dingen, die in den Evangelien Zeichen genannt werden, erzählt wird, entspricht eben einer ganz anderen Stufe der menschheitlichen Entwickelung, als diejenige ist, in der wir heute leben. Der psychische Einfluß des einen Menschen auf den anderen, ja sogar der psychische Einfluß des Menschen auf die unlebendige Umgebung, sind im Laufe der Zeit für das gewöhnliche Leben sehr zurückgegangen. Und wenn uns für die Zeit vom Beginne unserer christlichen Zeitrechnung von solchen Dingen erzählt wird, so weiß derjenige, welcher die Dinge wirklich innerlich kennt, daß eben das, was ein Mensch in jenen Zeiten darleben konnte, in anderer Weise sich ausnahm als das, was heute in dieser Richtung geschehen kann. Heute muß von anderen Voraussetzungen ausgegangen werden, von Voraussetzungen, die eben durch das geisteswissenschaftliche Erkennen wieder geschaffen werden sollen. Und wenn wir die Evangelien in der rechten Art verstehen wollen, so dürfen wir durchaus nicht den Hauptwert auf die Wundererzählungen legen, sondern wir müssen uns klar sein darüber, daß Wundererzählungen von einem im moralischen Sinne hervorragenden Menschen für die Zeiten, um die es sich hier handelt, etwas ganz selbstverständliches waren. Man setzte gar nicht voraus, daß das anders sein könne bei einem Menschen wie etwa Jesus von Nazareth, in dem der Christus wohnte, oder auch bei einem Menschen wie Apollonius von Tyana.

[ 1 ] Es ist in der gegenwärtigen Zeit von einer gewissen Bedeutung, die Gesichtspunkte aufzusuchen, von denen die verschiedenen Geistsucher älterer Zeiten ausgegangen sind, nicht etwa allein darum, weil böswillige und dilettantische Gegnerschaft der hier vertretenen Geisteswissenschaft zumutet, daß sie allerlei aus älteren Zeiten einfach herübergenommen habe, sondern vor allen Dingen darum, weil die Erkenntnis desjenigen, was gegenwärtig aus ursprünglichem geistigem Quell heraus gefunden werden kann, verständlich wird, wenn man es zusammenhält mit den Kräften, welche die Menschheit in älteren Zeiten innegehabt hat, mit den verschiedenen Arten des Suchens nach Geisteserkenntnis in älteren, instinktiven Zeiten der Menschheitsentwickelung. Und um Sie auf so etwas hinzuweisen, möchte ich heute sprechen von einem gewissen Zusammenwerfen, das oftmals gemacht worden ist in bezug auf den Christus Jesus und einen seiner Zeitgenossen, Apollonius von Tyana. Man hat die beiden in einer gewissen Weise zusammengeworfen, und es gibt ja sogar Bestrebungen, welche in unhistorischer Weise das Leben des Apollonius von Tyana mit dem Leben des Christus Jesus vergleichen. Wenn man den Apollonius von Tyana vergleicht mit dem Christus Jesus, so treten ja allerdings eine größere Anzahl von Äußerlichkeiten im biographischen Element zutage, die eine Ähnlichkeit zeigen. Vor allen Dingen wissen wir ja, daß die Evangelienerzählungen, die an den Christus Jesus anknüpfen, manches bringen, was der heutigen Zeit unter den Begriff des Wunders fällt, und auch die Biographen des Apollonius von Tyana erzählen allerlei Wundergeschichten von diesem Apollonius. Die Art und Weise, wie heute solche Dinge erzählt werden, die beweist ja nichts anderes, als daß man sich ganz dilettantisch verhält zu der Menschheitsentwickelung. Was da an Krankenheilungen und ähnlichen Dingen, die in den Evangelien Zeichen genannt werden, erzählt wird, entspricht eben einer ganz anderen Stufe der menschheitlichen Entwickelung, als diejenige ist, in der wir heute leben. Der psychische Einfluß des einen Menschen auf den anderen, ja sogar der psychische Einfluß des Menschen auf die unlebendige Umgebung, sind im Laufe der Zeit für das gewöhnliche Leben sehr zurückgegangen. Und wenn uns für die Zeit vom Beginne unserer christlichen Zeitrechnung von solchen Dingen erzählt wird, so weiß derjenige, welcher die Dinge wirklich innerlich kennt, daß eben das, was ein Mensch in jenen Zeiten darleben konnte, in anderer Weise sich ausnahm als das, was heute in dieser Richtung geschehen kann. Heute muß von anderen Voraussetzungen ausgegangen werden, von Voraussetzungen, die eben durch das geisteswissenschaftliche Erkennen wieder geschaffen werden sollen. Und wenn wir die Evangelien in der rechten Art verstehen wollen, so dürfen wir durchaus nicht den Hauptwert auf die Wundererzählungen legen, sondern wir müssen uns klar sein darüber, daß Wundererzählungen von einem im moralischen Sinne hervorragenden Menschen für die Zeiten, um die es sich hier handelt, etwas ganz selbstverständliches waren. Man setzte gar nicht voraus, daß das anders sein könne bei einem Menschen wie etwa Jesus von Nazareth, in dem der Christus wohnte, oder auch bei einem Menschen wie Apollonius von Tyana.

[ 2 ] Verstehen wir uns gerade hierin recht; ich möchte sagen, daß man von einem solchen Menschen dasjenige erzählt, was man Wunder nennt, das ist etwas, was sich von selbst versteht. Man meint gar nichts Besonderes mit solchen Erzählungen. Und wenn die heutige Theologie etwa darnach strebt, die Göttlichkeit des Christus Jesus ganz besonders aus dem Umstande erschließen zu wollen, daß er Wunder tat, so zeigt eben diese Theologie nichts anderes, als daß sie nicht auf christlichem Standpunkte steht, abgesehen davon, daß eine solche Auffassung unhistorisch ist. Niemals handelt es sich bei dem Christus Jesus um das Vollbringen der Wunder, sondern immer um dasjenige, was uns anhand der Wundererzählungen dargelegt wird. Immer handelt es sich darum, daß aufmerksam darauf gemacht wurde, daß, während die früheren Menschen, wenn sie groß wirken wollten, mit einer geringeren Kraft des Ich wirkten, der Christus Jesus gerade aus der Kraft des Ich heraus wirkte. Geradeso würden wir das Vaterunser nicht verstehen, wenn wir es damit erklären wollten, daß wir die einzelnen Sätze schon bei früheren Menschen finden und deshalb sagen würden, das Vaterunser sei alt. Wer diese früheren Gestaltungen der Sätze, die sich im Vaterunser finden, mit dem Vaterunser selbst vergleicht, wird sich eben klarwerden darüber, daß es beim Vaterunser überall darauf ankam, herüberzuleiten dasjenige, was früher gewissermaßen nicht mit der Hinlenkung zum Ich gesagt war, nun mit der Hinlenkung zum Ich zu sagen.

[ 2 ] Verstehen wir uns gerade hierin recht; ich möchte sagen, daß man von einem solchen Menschen dasjenige erzählt, was man Wunder nennt, das ist etwas, was sich von selbst versteht. Man meint gar nichts Besonderes mit solchen Erzählungen. Und wenn die heutige Theologie etwa darnach strebt, die Göttlichkeit des Christus Jesus ganz besonders aus dem Umstande erschließen zu wollen, daß er Wunder tat, so zeigt eben diese Theologie nichts anderes, als daß sie nicht auf christlichem Standpunkte steht, abgesehen davon, daß eine solche Auffassung unhistorisch ist. Niemals handelt es sich bei dem Christus Jesus um das Vollbringen der Wunder, sondern immer um dasjenige, was uns anhand der Wundererzählungen dargelegt wird. Immer handelt es sich darum, daß aufmerksam darauf gemacht wurde, daß, während die früheren Menschen, wenn sie groß wirken wollten, mit einer geringeren Kraft des Ich wirkten, der Christus Jesus gerade aus der Kraft des Ich heraus wirkte. Geradeso würden wir das Vaterunser nicht verstehen, wenn wir es damit erklären wollten, daß wir die einzelnen Sätze schon bei früheren Menschen finden und deshalb sagen würden, das Vaterunser sei alt. Wer diese früheren Gestaltungen der Sätze, die sich im Vaterunser finden, mit dem Vaterunser selbst vergleicht, wird sich eben klarwerden darüber, daß es beim Vaterunser überall darauf ankam, herüberzuleiten dasjenige, was früher gewissermaßen nicht mit der Hinlenkung zum Ich gesagt war, nun mit der Hinlenkung zum Ich zu sagen.

[ 3 ] So dürfen wir auch nicht irgendwie die Ähnlichkeiten aufsuchen, die in bezug auf dieses biographische Moment bei dem Christus Jesus auftraten. Es ist ja auch natürlich, daß in einer gewissen Weise ähnliche Erzählungen dann auftreten werden, wenn es sich um das Verrichten von Wundern handelt, das heißt, um das Verrichten dessen, was man jetzt Wunder nennt. Wir müssen auf ganz anderes hinsehen, wenn wir uns klarwerden wollen, wie eine solche Gestalt wie der Apollonius von Tyana zusammengestellt ist mit dem Christus Jesus. Und da muß zunächst auf das Folgende verwiesen werden.

[ 3 ] So dürfen wir auch nicht irgendwie die Ähnlichkeiten aufsuchen, die in bezug auf dieses biographische Moment bei dem Christus Jesus auftraten. Es ist ja auch natürlich, daß in einer gewissen Weise ähnliche Erzählungen dann auftreten werden, wenn es sich um das Verrichten von Wundern handelt, das heißt, um das Verrichten dessen, was man jetzt Wunder nennt. Wir müssen auf ganz anderes hinsehen, wenn wir uns klarwerden wollen, wie eine solche Gestalt wie der Apollonius von Tyana zusammengestellt ist mit dem Christus Jesus. Und da muß zunächst auf das Folgende verwiesen werden.

[ 4 ] Allerdings wird von Apollonius von Tyana erzählt, wie er schon in seiner Kindheit große Anlagen zeigte, wie er mit diesen großen Anlagen heranwuchs, wie er teilnahm an den vorzüglichsten Unterrichten, die dazumal gegeben werden konnten, wie zum Beispiel dem Unterricht, der aus der Pythagoräerschule herausgewachsen war. Aber dann wird weitererzählt, daß Apollonius von Tyana gerade zur Erlangung des Wissensgroße Reisen angetreten hat, und es werden uns seine Reisen erzählt, zunächst die weniger weit ausholenden, dann aber die weite Reise, die er zu den indischen Weisen gemacht hat. Es wird uns erzählt, wie er die indischen Weisen da verehren und bewundern lernt, wie er durch sie vorgedrungen ist zu gewissen Quellen des Wissens. Es wird uns dann weiter erzählt, wie er wiederum zurückgekommen ist, wie er, man möchte sagen, befeuert von dem, was er angeschaut hat bei diesen indischen Weisen, dann wiederum in Südeuropa in der verschiedensten Weise gelehrt hat. Es wird uns dann aber auch erzählt, wie er nach Ägypten gegangen ist, wie er zunächst im nördlichen Ägypten das aufgenommen hat, was er da aufnehmen konnte und wie es ihm gering erschien, sehr gering gegenüber dem, was er an wunderbarer Weisheit bei den Indern gefunden hatte. Es wird uns dann erzählt, wie er den Nil aufwärts fuhr, zu den Nilquellen hin, aber auch zu den Sitzen der sogenannten Gymnosophisten; das war die Gemeinschaft derjenigen Weisen, die nach den Brahmanen, nach den indischen Weisen, das größte Ansehen in der damaligen Zeit hatten. Es wird aber auch erzählt, wie Apollonius von Tyana schon so durchtränkt war mit indischer Weisheit, daß er unterscheiden konnte zwischen dieser und der geringeren der ägyptischen Gymnosophisten. Und dann wird erzählt, wie er wiederum zurückkehrte, wie er dann seine verschiedenen wunderbaren Reisen machte nach Rom, wo man ihn verfolgte, wo man ihn ins Gefängnis brachte und so weiter.

[ 4 ] Allerdings wird von Apollonius von Tyana erzählt, wie er schon in seiner Kindheit große Anlagen zeigte, wie er mit diesen großen Anlagen heranwuchs, wie er teilnahm an den vorzüglichsten Unterrichten, die dazumal gegeben werden konnten, wie zum Beispiel dem Unterricht, der aus der Pythagoräerschule herausgewachsen war. Aber dann wird weitererzählt, daß Apollonius von Tyana gerade zur Erlangung des Wissensgroße Reisen angetreten hat, und es werden uns seine Reisen erzählt, zunächst die weniger weit ausholenden, dann aber die weite Reise, die er zu den indischen Weisen gemacht hat. Es wird uns erzählt, wie er die indischen Weisen da verehren und bewundern lernt, wie er durch sie vorgedrungen ist zu gewissen Quellen des Wissens. Es wird uns dann weiter erzählt, wie er wiederum zurückgekommen ist, wie er, man möchte sagen, befeuert von dem, was er angeschaut hat bei diesen indischen Weisen, dann wiederum in Südeuropa in der verschiedensten Weise gelehrt hat. Es wird uns dann aber auch erzählt, wie er nach Ägypten gegangen ist, wie er zunächst im nördlichen Ägypten das aufgenommen hat, was er da aufnehmen konnte und wie es ihm gering erschien, sehr gering gegenüber dem, was er an wunderbarer Weisheit bei den Indern gefunden hatte. Es wird uns dann erzählt, wie er den Nil aufwärts fuhr, zu den Nilquellen hin, aber auch zu den Sitzen der sogenannten Gymnosophisten; das war die Gemeinschaft derjenigen Weisen, die nach den Brahmanen, nach den indischen Weisen, das größte Ansehen in der damaligen Zeit hatten. Es wird aber auch erzählt, wie Apollonius von Tyana schon so durchtränkt war mit indischer Weisheit, daß er unterscheiden konnte zwischen dieser und der geringeren der ägyptischen Gymnosophisten. Und dann wird erzählt, wie er wiederum zurückkehrte, wie er dann seine verschiedenen wunderbaren Reisen machte nach Rom, wo man ihn verfolgte, wo man ihn ins Gefängnis brachte und so weiter.

[ 5 ] Aber für uns ist ja vorzugsweise die Tatsache interessant, daß dem Apollonius von Tyana diese großen Reisen zugeschrieben werden, und daß diese Reisen durchaus zusammengebracht werden mit dem steten Erweitern seiner eigenen Weisheit. Apollonius wird immer weiser und weiser dadurch, daß er zusammenkommt mit den weisesten Menschen seiner damaligen Welt. Er wandert sozusagen von Ort zu Ort. Er sucht diejenigen Menschen auf, welche im Besitze der größten Weisheit der damaligen Zeit waren.

[ 5 ] Aber für uns ist ja vorzugsweise die Tatsache interessant, daß dem Apollonius von Tyana diese großen Reisen zugeschrieben werden, und daß diese Reisen durchaus zusammengebracht werden mit dem steten Erweitern seiner eigenen Weisheit. Apollonius wird immer weiser und weiser dadurch, daß er zusammenkommt mit den weisesten Menschen seiner damaligen Welt. Er wandert sozusagen von Ort zu Ort. Er sucht diejenigen Menschen auf, welche im Besitze der größten Weisheit der damaligen Zeit waren.

[ 6 ] Dadurch unterscheidet er sich von dem Christus Jesus, der sein Erdenwandeln auf einem verhältnismäßig kleinen Fleck verbringt, der das, was er der Menschheit zu sagen hat, ganz aus dem Inneren heraus sagt, der nicht von demjenigen zu sprechen hat, was im Umkreise der Erde selber an Weisheit anzutreffen ist, sondern dasjenige der Menschheit mitzuteilen hat, was er aus außerirdischen Welten auf die Erde herabgebracht hat. Es ist ja manchmal sogar der Versuch gemacht worden, auch dem Christus Jesus allerlei Reisen nach Indien zuzuschreiben, allein das ist ja der purste Dilettantismus. Dasjenige, um was es sich eben gerade handelt, das ist, daß sich in demselben Zeitalter gegenüberstehen zwei Wesenheiten, auf der einen Seite der Christus Jesus, der ganz nur aus dem Überirdischen heraus spricht, und auf der anderen Seite Apollonius von Tyana, der dasjenige sammelt, was auf der Erde zu finden ist, wenn er es auch durch seine großen Anlagen in die eigene Seele aufzunehmen in der Lage ist. Das ist der prinzipielle, der bedeutsame Unterschied, und wer ihn nicht schaut, der erkennt eben dasjenige nicht, was der späteren Zeit gesagt wird durch das Dasein dieser zwei Persönlichkeiten.

[ 6 ] Dadurch unterscheidet er sich von dem Christus Jesus, der sein Erdenwandeln auf einem verhältnismäßig kleinen Fleck verbringt, der das, was er der Menschheit zu sagen hat, ganz aus dem Inneren heraus sagt, der nicht von demjenigen zu sprechen hat, was im Umkreise der Erde selber an Weisheit anzutreffen ist, sondern dasjenige der Menschheit mitzuteilen hat, was er aus außerirdischen Welten auf die Erde herabgebracht hat. Es ist ja manchmal sogar der Versuch gemacht worden, auch dem Christus Jesus allerlei Reisen nach Indien zuzuschreiben, allein das ist ja der purste Dilettantismus. Dasjenige, um was es sich eben gerade handelt, das ist, daß sich in demselben Zeitalter gegenüberstehen zwei Wesenheiten, auf der einen Seite der Christus Jesus, der ganz nur aus dem Überirdischen heraus spricht, und auf der anderen Seite Apollonius von Tyana, der dasjenige sammelt, was auf der Erde zu finden ist, wenn er es auch durch seine großen Anlagen in die eigene Seele aufzunehmen in der Lage ist. Das ist der prinzipielle, der bedeutsame Unterschied, und wer ihn nicht schaut, der erkennt eben dasjenige nicht, was der späteren Zeit gesagt wird durch das Dasein dieser zwei Persönlichkeiten.

[ 7 ] Nun aber weist uns dasjenige, was sich gerade an die Person des Apollonius von Tyana knüpft, auf gewisse Eigentümlichkeiten älterer Zeiten hin. Ich meine jetzt Zeiten, die weit hinter dem Mysterium zurückliegen, also sehr alte Zeiten der Menschheit. Einiges davon hat sich ja dann in der späteren Menschheit erhalten, und wir werden sehen, wie Apollonius von Tyana das, was sich so erhalten hat, sowohl bei den indischen Weisen, bei den Brahmanen, wie bei den Gymnosophisten in Ägypten antrifft. Aber man erkennt dasjenige, um was es sich handelt, ganz klar, wenn man mit geisteswissenschaftlicher Geschichtsforschung in ältere Zeiten zurückgeht, und Apollonius von Tyana selbst weist — nach seinem Biographen — mit starken Worten auf das hin, worauf es hier ankommt. Er weist darauf hin, wie die schier unermeßliche Weisheit, die er bei den Indern angetroffen hat, gebunden ist an die außerirdischen Einflüsse, die auf den Menschen an einem bestimmten Erdenflecke herabströmen. Hingewiesen werden wir da darauf, daß der Mensch ja nicht nur irdischen Einflüssen ausgesetzt ist. Diese irdischen Einflüsse sind leicht zu studieren, obwohl sie ja auch beim Menschen gegenüber anderen Einflüssen selbst heute noch zurücktreten. Gewisse niedere organische Wesen bekommen die Färbung desjenigen, was sie genießen, dem reinen Stoffwechsel nach. Wir können bei gewissen niederen organischen Wesen genau sehen, wie das, was sie an Stoffwechselprodukten aufnehmen, ihnen ihre Färbung, ihre sonstigen Eigenschaften gibt. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie aus der Scholastik heraus Vincenz Knauer, mein alter Freund aus dem Benediktiner-Orden — das heißt nicht, daß ich etwa in diesem Orden war, sondern er war drinnen —, darauf aufmerksam gemacht hat, daß ja doch dasjenige, was in dem geistigen Inhalt des Begriffes liegt, etwas Reales gegenüber dem bloß sinnlichen Dasein des Materiellen ist. Er sagte ja im Sinne der Scholastiker: Wenn man einen Wolf abschließen könnte, und ihm lange Zeit nur Lammfleisch geben könnte, so würde aus dem Wolf noch immer kein Lamm werden, trotzdem er dann aus lauter Lammfleisch bestehen würde. Das bezeugt für Vincenz Knauer, daß im Wolf, in der Gestalt, in der Konfiguration des Wolfes, also in dem, was der Begriff Wolf umfaßt, doch noch etwas anderes liegt als das Materielle, denn dem Materiellen nach wäre der Wolf ja ein Lamm, wenn er immer nur Lämmer gegessen hätte. Das wird er aber nicht. Das ist also schon gewissermaßen bei den höheren Tieren anders als bei den ganz niederen organischen Wesen; die zeigen durchaus bis in die Farbe hinein die Einflüsse ihres Stoffwechsels. Bei Menschen ist das ja nun in einem noch höheren Maße der Fall als beim Wolf, daß sie nicht die Einflüsse des Stoffwechsels zeigen; sonst müßte es in den Gegenden, wo viel Paprika genossen wird, ja bloß gelbe Menschen geben, und man weiß ja, daß höchstens, wenn gewisse Dinge vom Menschen genossen werden, gelbsuchtähnliche Zustände eintreten und dergleichen. Der Mensch ist schon auch jetzt noch in einem hohen Grade unabhängig von den irdischen Stoffwechseleinflüssen. Aber er ist auch heute im materialistischen Zeitalter, das ja nicht nur einen theoretischen, sondern einen durchaus realen Untergrund hat, weniger den Einflüssen der außerirdischen Welt, des Kosmos ausgesetzt, als das früher der Fall war. Und die alte indische Weisheit ist im wesentlichen zurückzuführen — um es zusammenfassend auszudrücken — auf den besonderen Einfall des Sonnenstrahles in den indischen Gegenden. Der Sonnenstrahl fällt dort unter einem anderen Winkel ein als anderswo. Das bedeutet, daß die außerirdischen, die kosmischen Einflüsse auf den Menschen andere sind als woanders. Und wenn so ein alter Inder ganz aus seinem Bewußtsein heraus gesprochen hätte, so hätte er, wenn er überhaupt davon gewußt hätte, was Europa ist und so weiter, etwa folgendes gesagt. Ach, da drüben in Europa können die Menschen niemals zu irgendeiner Weisheit kommen, bei denen fällt ja die Sonne nicht so ein, daß sie zu irgendeiner Weisheit kommen können; die können nur gebunden sein an das, was der Stoffwechsel heraufkocht aus dem Irdischen. Von einer Weisheit kann drüben in Europa nicht die Rede sein. Da sind nur Menschen minderer Sorte, das sind die Halbtiere, denn sie haben gar nicht ein solches Sonnenlicht, wie man es haben muß, wenn man ein weiser Mensch werden will. — So würde der alte Inder, wenn er über diese Dinge überhaupt gesprochen hätte, gesagt haben. Er würde wegen dieses seines besonderen Verhältnisses zum Einfall der Sonnenstrahlen kaum viel anders geredet haben über das, was da als Menschengeschmeiß in Europa ist, wie der heutige Mensch über seine Haustiere redet. Nicht als ob er diese Menschen niederer Sorte nicht geliebt hätte, der Mensch kann ja auch seine Haustiere sehr lieben, aber er wird sie nicht an geistiger Kapazität für gleichwertig halten.

[ 7 ] Nun aber weist uns dasjenige, was sich gerade an die Person des Apollonius von Tyana knüpft, auf gewisse Eigentümlichkeiten älterer Zeiten hin. Ich meine jetzt Zeiten, die weit hinter dem Mysterium zurückliegen, also sehr alte Zeiten der Menschheit. Einiges davon hat sich ja dann in der späteren Menschheit erhalten, und wir werden sehen, wie Apollonius von Tyana das, was sich so erhalten hat, sowohl bei den indischen Weisen, bei den Brahmanen, wie bei den Gymnosophisten in Ägypten antrifft. Aber man erkennt dasjenige, um was es sich handelt, ganz klar, wenn man mit geisteswissenschaftlicher Geschichtsforschung in ältere Zeiten zurückgeht, und Apollonius von Tyana selbst weist — nach seinem Biographen — mit starken Worten auf das hin, worauf es hier ankommt. Er weist darauf hin, wie die schier unermeßliche Weisheit, die er bei den Indern angetroffen hat, gebunden ist an die außerirdischen Einflüsse, die auf den Menschen an einem bestimmten Erdenflecke herabströmen. Hingewiesen werden wir da darauf, daß der Mensch ja nicht nur irdischen Einflüssen ausgesetzt ist. Diese irdischen Einflüsse sind leicht zu studieren, obwohl sie ja auch beim Menschen gegenüber anderen Einflüssen selbst heute noch zurücktreten. Gewisse niedere organische Wesen bekommen die Färbung desjenigen, was sie genießen, dem reinen Stoffwechsel nach. Wir können bei gewissen niederen organischen Wesen genau sehen, wie das, was sie an Stoffwechselprodukten aufnehmen, ihnen ihre Färbung, ihre sonstigen Eigenschaften gibt. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie aus der Scholastik heraus Vincenz Knauer, mein alter Freund aus dem Benediktiner-Orden — das heißt nicht, daß ich etwa in diesem Orden war, sondern er war drinnen —, darauf aufmerksam gemacht hat, daß ja doch dasjenige, was in dem geistigen Inhalt des Begriffes liegt, etwas Reales gegenüber dem bloß sinnlichen Dasein des Materiellen ist. Er sagte ja im Sinne der Scholastiker: Wenn man einen Wolf abschließen könnte, und ihm lange Zeit nur Lammfleisch geben könnte, so würde aus dem Wolf noch immer kein Lamm werden, trotzdem er dann aus lauter Lammfleisch bestehen würde. Das bezeugt für Vincenz Knauer, daß im Wolf, in der Gestalt, in der Konfiguration des Wolfes, also in dem, was der Begriff Wolf umfaßt, doch noch etwas anderes liegt als das Materielle, denn dem Materiellen nach wäre der Wolf ja ein Lamm, wenn er immer nur Lämmer gegessen hätte. Das wird er aber nicht. Das ist also schon gewissermaßen bei den höheren Tieren anders als bei den ganz niederen organischen Wesen; die zeigen durchaus bis in die Farbe hinein die Einflüsse ihres Stoffwechsels. Bei Menschen ist das ja nun in einem noch höheren Maße der Fall als beim Wolf, daß sie nicht die Einflüsse des Stoffwechsels zeigen; sonst müßte es in den Gegenden, wo viel Paprika genossen wird, ja bloß gelbe Menschen geben, und man weiß ja, daß höchstens, wenn gewisse Dinge vom Menschen genossen werden, gelbsuchtähnliche Zustände eintreten und dergleichen. Der Mensch ist schon auch jetzt noch in einem hohen Grade unabhängig von den irdischen Stoffwechseleinflüssen. Aber er ist auch heute im materialistischen Zeitalter, das ja nicht nur einen theoretischen, sondern einen durchaus realen Untergrund hat, weniger den Einflüssen der außerirdischen Welt, des Kosmos ausgesetzt, als das früher der Fall war. Und die alte indische Weisheit ist im wesentlichen zurückzuführen — um es zusammenfassend auszudrücken — auf den besonderen Einfall des Sonnenstrahles in den indischen Gegenden. Der Sonnenstrahl fällt dort unter einem anderen Winkel ein als anderswo. Das bedeutet, daß die außerirdischen, die kosmischen Einflüsse auf den Menschen andere sind als woanders. Und wenn so ein alter Inder ganz aus seinem Bewußtsein heraus gesprochen hätte, so hätte er, wenn er überhaupt davon gewußt hätte, was Europa ist und so weiter, etwa folgendes gesagt. Ach, da drüben in Europa können die Menschen niemals zu irgendeiner Weisheit kommen, bei denen fällt ja die Sonne nicht so ein, daß sie zu irgendeiner Weisheit kommen können; die können nur gebunden sein an das, was der Stoffwechsel heraufkocht aus dem Irdischen. Von einer Weisheit kann drüben in Europa nicht die Rede sein. Da sind nur Menschen minderer Sorte, das sind die Halbtiere, denn sie haben gar nicht ein solches Sonnenlicht, wie man es haben muß, wenn man ein weiser Mensch werden will. — So würde der alte Inder, wenn er über diese Dinge überhaupt gesprochen hätte, gesagt haben. Er würde wegen dieses seines besonderen Verhältnisses zum Einfall der Sonnenstrahlen kaum viel anders geredet haben über das, was da als Menschengeschmeiß in Europa ist, wie der heutige Mensch über seine Haustiere redet. Nicht als ob er diese Menschen niederer Sorte nicht geliebt hätte, der Mensch kann ja auch seine Haustiere sehr lieben, aber er wird sie nicht an geistiger Kapazität für gleichwertig halten.

[ 8 ] Ich wollte damit nur darauf hinweisen, wie dasjenige, was gerade an älterer Weisheit den Menschen eigen war, abhängig war vom Orte der Erde. Das hängt ja auch mit etwas anderem noch zusammen. In älteren Zeiten der Erdenentwickelung hat sich die Menschheit überhaupt viel mehr durch diese Abhängigkeit differenziert, als das später der Fall war. Die Differenzierung der Menschen ist sogleich aufgetreten, wenn irgendwo seßhafte Menschen den Ort ihrer Seßhaftigkeit verlassen haben und nach anderen Gegenden gezogen sind. Sie haben sich verändert, sie sind seelisch, ja physisch andere geworden. Damit hängt ja die Differenzierung über die Erde hin zusammen. Es war also im wesentlichen dasjenige, was der alte Mensch vom Umkreis der Erde hatte, was er wiederum darstellte, wenn er in entsprechender Weise diese Einflüsse des Umkreises der Erde in sich aufnahm. So können wir sagen: ein richtiger Weiser war in älteren Zeiten derjenige, der an demjenigen Orte der Erde lebte, wo man eben weise werden kann. Aus diesem Grunde sahen diese Alten aber auch mit einem gewissen Rechte nach diesem Orte hin. Würde man heute etwa in derselben Weise glauben, daß die Weisheit irgendwo in Asien umschlossen sei, so würde man damit nur den Beweis liefern, daß man nicht in seiner Zeit, nämlich nicht in der heutigen Zeit lebt. Es gibt ja allerdings merkwürdige Leute, die heute noch immer von solchen besonders günstigen Orten auf der Erdoberfläche reden; aber diese Dinge sind eben in höherem Sinne, im Sinne einer wirklichen Geist-Erkenntnis durchaus dilettantisch zu nennen. Aber wenn wir in die ältesten Zeiten zurückgehen, müssen wir schon den Menschen, der weise war, verbunden denken mit seinem Orte.

[ 8 ] Ich wollte damit nur darauf hinweisen, wie dasjenige, was gerade an älterer Weisheit den Menschen eigen war, abhängig war vom Orte der Erde. Das hängt ja auch mit etwas anderem noch zusammen. In älteren Zeiten der Erdenentwickelung hat sich die Menschheit überhaupt viel mehr durch diese Abhängigkeit differenziert, als das später der Fall war. Die Differenzierung der Menschen ist sogleich aufgetreten, wenn irgendwo seßhafte Menschen den Ort ihrer Seßhaftigkeit verlassen haben und nach anderen Gegenden gezogen sind. Sie haben sich verändert, sie sind seelisch, ja physisch andere geworden. Damit hängt ja die Differenzierung über die Erde hin zusammen. Es war also im wesentlichen dasjenige, was der alte Mensch vom Umkreis der Erde hatte, was er wiederum darstellte, wenn er in entsprechender Weise diese Einflüsse des Umkreises der Erde in sich aufnahm. So können wir sagen: ein richtiger Weiser war in älteren Zeiten derjenige, der an demjenigen Orte der Erde lebte, wo man eben weise werden kann. Aus diesem Grunde sahen diese Alten aber auch mit einem gewissen Rechte nach diesem Orte hin. Würde man heute etwa in derselben Weise glauben, daß die Weisheit irgendwo in Asien umschlossen sei, so würde man damit nur den Beweis liefern, daß man nicht in seiner Zeit, nämlich nicht in der heutigen Zeit lebt. Es gibt ja allerdings merkwürdige Leute, die heute noch immer von solchen besonders günstigen Orten auf der Erdoberfläche reden; aber diese Dinge sind eben in höherem Sinne, im Sinne einer wirklichen Geist-Erkenntnis durchaus dilettantisch zu nennen. Aber wenn wir in die ältesten Zeiten zurückgehen, müssen wir schon den Menschen, der weise war, verbunden denken mit seinem Orte.

[ 9 ] Was ist daher Apollonius von Tyana für ein Mensch? Apollonius von Tyana will weise werden auf der Erde, trotzdem er nicht an solchen Orten lebt- auch die Gegend in der Nähe der Nilquellen, wo die Gymnosophisten lebten, war ein solcher Ort, wo man in einem ganz hervorragenden Maße weise werden konnte. Er hatte nur den Drang nach solchem Weisewerden in sich. Daher begab er sich auf die Reise, wie ja einstmals Pythagoras auch, der in demselben Falle war.

[ 9 ] Was ist daher Apollonius von Tyana für ein Mensch? Apollonius von Tyana will weise werden auf der Erde, trotzdem er nicht an solchen Orten lebt- auch die Gegend in der Nähe der Nilquellen, wo die Gymnosophisten lebten, war ein solcher Ort, wo man in einem ganz hervorragenden Maße weise werden konnte. Er hatte nur den Drang nach solchem Weisewerden in sich. Daher begab er sich auf die Reise, wie ja einstmals Pythagoras auch, der in demselben Falle war.

[ 10 ] Und so sehen wir, wie Apollonius von Tyana in einem gewissen Sinne ein Mensch ist, der in der Weite der Erde dasjenige sucht, was den Menschen mit innerer Befriedigung erfüllen soll, was ihn dazu bringt, innerliche Geistigkeit sich zu erringen. Denn diejenigen Zeiten, in denen das, was ich jetzt von der Gebundenheit des Menschen an einen Ort der Erde gesagt habe, ganz besonders galt, diese Zeiten lebten ja in der Zeit des Apollonius von Tyana mehr oder weniger nur im Nachklange. Es war noch etwas geblieben im alten Indien von dem, was es einstmals war, und das lernte Apollonius von Tyana kennen. Aber er stellte bereits den Repräsentanten einer neueren Zeit dar, denjenigen Menschen, der darauf angewiesen ist, an jedem Orte der Erde dasjenige zu suchen, was im höchsten Sinne menschliche Weisheit sein kann. Nur ist er darauf angewiesen, es auf weiten Wanderungen zu suchen.

[ 10 ] Und so sehen wir, wie Apollonius von Tyana in einem gewissen Sinne ein Mensch ist, der in der Weite der Erde dasjenige sucht, was den Menschen mit innerer Befriedigung erfüllen soll, was ihn dazu bringt, innerliche Geistigkeit sich zu erringen. Denn diejenigen Zeiten, in denen das, was ich jetzt von der Gebundenheit des Menschen an einen Ort der Erde gesagt habe, ganz besonders galt, diese Zeiten lebten ja in der Zeit des Apollonius von Tyana mehr oder weniger nur im Nachklange. Es war noch etwas geblieben im alten Indien von dem, was es einstmals war, und das lernte Apollonius von Tyana kennen. Aber er stellte bereits den Repräsentanten einer neueren Zeit dar, denjenigen Menschen, der darauf angewiesen ist, an jedem Orte der Erde dasjenige zu suchen, was im höchsten Sinne menschliche Weisheit sein kann. Nur ist er darauf angewiesen, es auf weiten Wanderungen zu suchen.

[ 11 ] Hier stellt sich richtunggebend für die neuere MenschheitsentwickeJung eben das Mysterium von Golgatha vor uns, stellt sich so vor uns, daß wir sagen können: dadurch, daß in dem Jesus von Nazareth der Christus gewohnt hat, wurde Jesus von Nazareth zugleich diejenige Wesenheit der Erde, die tonangebend geworden ist für dieses Suchen, unabhängig von der Lokalisation auf der Erde selber. Dadurch sind Apollonius von Tyana und der Christus Jesus die größten Gegensätze. Apollonius von Tyana ist gewissermaßen der Zeitgenosse des Christus Jesus, welcher seiner menschheitlichen Verfassung nach nicht mehr in der alten Zeit, sondern schon in einer neuen Zeit lebt. Aber in dieser neuen Zeit kann man nur mit dem Christus-Einschlag leben. Der Christus-Einschlag kommt von dem Jesus von Nazareth. Jesus von Nazareth und Apollonius von Tyana sind die beiden Pole von Menschen vom Beginne unserer Zeitrechnung.

[ 11 ] Hier stellt sich richtunggebend für die neuere MenschheitsentwickeJung eben das Mysterium von Golgatha vor uns, stellt sich so vor uns, daß wir sagen können: dadurch, daß in dem Jesus von Nazareth der Christus gewohnt hat, wurde Jesus von Nazareth zugleich diejenige Wesenheit der Erde, die tonangebend geworden ist für dieses Suchen, unabhängig von der Lokalisation auf der Erde selber. Dadurch sind Apollonius von Tyana und der Christus Jesus die größten Gegensätze. Apollonius von Tyana ist gewissermaßen der Zeitgenosse des Christus Jesus, welcher seiner menschheitlichen Verfassung nach nicht mehr in der alten Zeit, sondern schon in einer neuen Zeit lebt. Aber in dieser neuen Zeit kann man nur mit dem Christus-Einschlag leben. Der Christus-Einschlag kommt von dem Jesus von Nazareth. Jesus von Nazareth und Apollonius von Tyana sind die beiden Pole von Menschen vom Beginne unserer Zeitrechnung.

[ 12 ] Und gerade dadurch werden wir auf das hingewiesen, was in die Menschheit hereingekommen ist durch den Christus Jesus. Was ich gestern erwähnt habe, daß vor allen Dingen dasjenige, was in die Menschheit hereingekommen ist, in dem Auferstehungsgedanken zum Ausdrucke kommt, das ist vor allen Dingen wichtig für uns zu erfassen. Der Auferstehungsgedanke sagt, daß der Mensch nicht unterzugehen brauche durch dasjenige, was ihn an die Erde bindet, sondern daß er in sich etwas finden kann, was sich erhebt aus dem an die Erde Gebundenen, wenn er den Christus-Impuls aufnimmt. Alles, was da zerrt, was da quält an dem Schmerzensmanne, der am Kreuze hängt, das sind zuletzt doch die Kräfte, die vom Erdendasein aus dem menschlichen Leib und damit dem Menschen überhaupt eingefügt sind. Schauen wir hinauf zu dem Kruzifixus mit dem leidensdurchtränkten Gesichte, mit dem schmerzdurchwühlten Leibe, dann finden wir den tiefsten Ausdruck desjenigen, was das Erdendasein den Menschen einprägen kann. Schauen wir aber zu demjenigen hinauf, worauf ich gestern aufmerksam gemacht habe, das wir im Grunde genommen über dem Kreuze als den Auferstehenden erblicken sollen, dann werden wir aufmerksam auf das, was im Menschen immerdar auferstehen kann, was sich erheben kann aus dem, was die Erdenkräfte nur enthält, und was uns zeigt, wie der Mensch ein kosmisches Wesen ist, wie die Erde nur einem Teil von ihm ihre Kräfte einprägt, wie aber aus diesen Kräften auferstehen kann, was kosmisches Ingrediens des Menschen eigentlich ist.

[ 12 ] Und gerade dadurch werden wir auf das hingewiesen, was in die Menschheit hereingekommen ist durch den Christus Jesus. Was ich gestern erwähnt habe, daß vor allen Dingen dasjenige, was in die Menschheit hereingekommen ist, in dem Auferstehungsgedanken zum Ausdrucke kommt, das ist vor allen Dingen wichtig für uns zu erfassen. Der Auferstehungsgedanke sagt, daß der Mensch nicht unterzugehen brauche durch dasjenige, was ihn an die Erde bindet, sondern daß er in sich etwas finden kann, was sich erhebt aus dem an die Erde Gebundenen, wenn er den Christus-Impuls aufnimmt. Alles, was da zerrt, was da quält an dem Schmerzensmanne, der am Kreuze hängt, das sind zuletzt doch die Kräfte, die vom Erdendasein aus dem menschlichen Leib und damit dem Menschen überhaupt eingefügt sind. Schauen wir hinauf zu dem Kruzifixus mit dem leidensdurchtränkten Gesichte, mit dem schmerzdurchwühlten Leibe, dann finden wir den tiefsten Ausdruck desjenigen, was das Erdendasein den Menschen einprägen kann. Schauen wir aber zu demjenigen hinauf, worauf ich gestern aufmerksam gemacht habe, das wir im Grunde genommen über dem Kreuze als den Auferstehenden erblicken sollen, dann werden wir aufmerksam auf das, was im Menschen immerdar auferstehen kann, was sich erheben kann aus dem, was die Erdenkräfte nur enthält, und was uns zeigt, wie der Mensch ein kosmisches Wesen ist, wie die Erde nur einem Teil von ihm ihre Kräfte einprägt, wie aber aus diesen Kräften auferstehen kann, was kosmisches Ingrediens des Menschen eigentlich ist.

[ 13 ] Das sind die Dinge, welchegesehen werden müssen im Zusammenhange mit dem Auferstehungsgedanken, und das sind die Dinge, die besonders in unserer Zeit, wo wir nach der Auferstehung der Geist-Erkenntnis streben, eingesehen werden müssen. Was wir vor allen Dingen erfassen müssen an dem Auferstehungsgedanken, das ist, daß ja in älteren Zeiten eine instinktive Weisheit vorhanden war. Was da vorhanden war, war etwas Großes, mit der ewigen Wesenheit des Menschen durchaus Zusammenhängendes. Wenn wir aber in die alten Zeitalter zurückgehen, so war diese Weisheit immer zugleich etwas Suggestives, etwas, was den Menschen überkam, etwas, worinnen der Mensch nicht in seiner Freiheit lebte. Die Willensnatur des Menschen war in allen älteren Zeiten weniger ausgedrückt. Die Willensnatur des Menschen ist es, die sich in derjenigen Zeit der Erdenentwickelung besonders ausbilden muß, welche auf das Mysterium von Golgatha folgt. In bezug auf seinen Willen lebte der alte Mensch durchaus in einem dumpfen Zustande. Der Wille aber muß durchsetzt werden von Weisheit, von Ideenkraft, von Spiritualität. Darauf kommt es an. Daher ist es vor allen Dingen nötig, daß der Christus-Impuls in den Willen des Menschen seinen Einzug hält. Das muß nur im richtigen Sinne verstanden werden. Auf die Ausbildung des Willens kommt es von der Gegenwart in die Zukunft hinein ganz besonders an. Der Mensch muß in bezug auf seinen Willen immer bewußter und bewußter werden. Heute erleben wir im allgemeinen Zivilisationsleben eben nur die Reaktion, die herausgeboren ist aus dem bequemen Festhalten an alten Vorurteilen, die Reaktion gegen die Ausbildung des Willens. Man möchte in der Gegenwart nur ja nicht den Willen irgendwie ausbilden. Man haßt es geradezu, den Willen auszubilden. Wie benimmt sich in dieser Richtung der Mensch?

[ 13 ] Das sind die Dinge, welchegesehen werden müssen im Zusammenhange mit dem Auferstehungsgedanken, und das sind die Dinge, die besonders in unserer Zeit, wo wir nach der Auferstehung der Geist-Erkenntnis streben, eingesehen werden müssen. Was wir vor allen Dingen erfassen müssen an dem Auferstehungsgedanken, das ist, daß ja in älteren Zeiten eine instinktive Weisheit vorhanden war. Was da vorhanden war, war etwas Großes, mit der ewigen Wesenheit des Menschen durchaus Zusammenhängendes. Wenn wir aber in die alten Zeitalter zurückgehen, so war diese Weisheit immer zugleich etwas Suggestives, etwas, was den Menschen überkam, etwas, worinnen der Mensch nicht in seiner Freiheit lebte. Die Willensnatur des Menschen war in allen älteren Zeiten weniger ausgedrückt. Die Willensnatur des Menschen ist es, die sich in derjenigen Zeit der Erdenentwickelung besonders ausbilden muß, welche auf das Mysterium von Golgatha folgt. In bezug auf seinen Willen lebte der alte Mensch durchaus in einem dumpfen Zustande. Der Wille aber muß durchsetzt werden von Weisheit, von Ideenkraft, von Spiritualität. Darauf kommt es an. Daher ist es vor allen Dingen nötig, daß der Christus-Impuls in den Willen des Menschen seinen Einzug hält. Das muß nur im richtigen Sinne verstanden werden. Auf die Ausbildung des Willens kommt es von der Gegenwart in die Zukunft hinein ganz besonders an. Der Mensch muß in bezug auf seinen Willen immer bewußter und bewußter werden. Heute erleben wir im allgemeinen Zivilisationsleben eben nur die Reaktion, die herausgeboren ist aus dem bequemen Festhalten an alten Vorurteilen, die Reaktion gegen die Ausbildung des Willens. Man möchte in der Gegenwart nur ja nicht den Willen irgendwie ausbilden. Man haßt es geradezu, den Willen auszubilden. Wie benimmt sich in dieser Richtung der Mensch?

[ 14 ] Wenn an ihn die Anforderung gestellt wird, ein ganzer Mensch, ein Vollmensch zu sein, der auch in seinem Willen von der Weisheit ergriffen werde, dann sagt er: Darauf lasse ich mich nicht ein, meinen Willen mag die Kirche lenken. Die Kirche hat ihre alten Gebote, die Kirche wird mir sagen, wie ich mit meinem Willen verfahren soll. Oder wenn er nicht dieses sagt, so sagt der Mensch heute noch anderes; er sagt: Ach, was soll ich meinem Willen eine Richtung geben, ich habe den Staat. Der Staat, der hat seine Gesetze, der Staat hat seine Einrichtungen, der Staat macht alles. Der Staat übernimmt das Kind. Er übernimmt es jetzt schon, wenn es nur irgendwie über die größten Schwierigkeiten hinaus ist. Es wird auch die Zeit noch kommen, wo der Staat es zuwege bringen wird, die Pflege des Kindes auch schon in dem Lebensalter zu übernehmen, wo diese Schwierigkeiten noch mit allerlei verknüpft sind. Aber warum sollte es denn nicht auch Hofleute für das Trockenlegen geben und ein Ministerium des Trockenlegens geben! Das wären ja allerlei interessante Dinge für die zukünftige Gestaltung von irgendwelchen Behörden und dergleichen.

[ 14 ] Wenn an ihn die Anforderung gestellt wird, ein ganzer Mensch, ein Vollmensch zu sein, der auch in seinem Willen von der Weisheit ergriffen werde, dann sagt er: Darauf lasse ich mich nicht ein, meinen Willen mag die Kirche lenken. Die Kirche hat ihre alten Gebote, die Kirche wird mir sagen, wie ich mit meinem Willen verfahren soll. Oder wenn er nicht dieses sagt, so sagt der Mensch heute noch anderes; er sagt: Ach, was soll ich meinem Willen eine Richtung geben, ich habe den Staat. Der Staat, der hat seine Gesetze, der Staat hat seine Einrichtungen, der Staat macht alles. Der Staat übernimmt das Kind. Er übernimmt es jetzt schon, wenn es nur irgendwie über die größten Schwierigkeiten hinaus ist. Es wird auch die Zeit noch kommen, wo der Staat es zuwege bringen wird, die Pflege des Kindes auch schon in dem Lebensalter zu übernehmen, wo diese Schwierigkeiten noch mit allerlei verknüpft sind. Aber warum sollte es denn nicht auch Hofleute für das Trockenlegen geben und ein Ministerium des Trockenlegens geben! Das wären ja allerlei interessante Dinge für die zukünftige Gestaltung von irgendwelchen Behörden und dergleichen.

[ 15 ] Dann aber, in späteren Zeiten, wo die Dinge nicht mehr so unbehaglich sind, wo sie reinlicher sind in bezug auf die Kindesführung, da läßt sich ja der Staat nicht mehr ein darauf, irgendwie noch jemanden ein Urteil zuzutrauen, und die Menschen sind in ihrer Gänze im Grunde genommen durchaus damit zufrieden. Sie brauchen nicht nachzudenken, was ihren Kindern zum Beispiel frommt, denn — darüber denkt allerdings der Staat auch nicht richtig nach, aber man glaubt wenigstens, daß er nachdenkt. Nun, ich könnte diese Betrachtung noch lange fortsetzen. Wo der Mensch darnach trachten soll, seinen Willen in Tätigkeit zu versetzen, mit Weisheit zu durchtränken, da wird heute der Mensch durchaus dasjenige Wesen, das da appelliert an etwas anderes, was nur ja nicht im Zentrum seines Willens sitzt und dort etwa einiges Licht ausstrahlend ist. Aber darauf kommt es nämlich gerade an, daß der Wille die lichtvollen Impulse aufnimmt, und das ist es gerade, was im richtig verstandenen Christus-Gedanken liegt.

[ 15 ] Dann aber, in späteren Zeiten, wo die Dinge nicht mehr so unbehaglich sind, wo sie reinlicher sind in bezug auf die Kindesführung, da läßt sich ja der Staat nicht mehr ein darauf, irgendwie noch jemanden ein Urteil zuzutrauen, und die Menschen sind in ihrer Gänze im Grunde genommen durchaus damit zufrieden. Sie brauchen nicht nachzudenken, was ihren Kindern zum Beispiel frommt, denn — darüber denkt allerdings der Staat auch nicht richtig nach, aber man glaubt wenigstens, daß er nachdenkt. Nun, ich könnte diese Betrachtung noch lange fortsetzen. Wo der Mensch darnach trachten soll, seinen Willen in Tätigkeit zu versetzen, mit Weisheit zu durchtränken, da wird heute der Mensch durchaus dasjenige Wesen, das da appelliert an etwas anderes, was nur ja nicht im Zentrum seines Willens sitzt und dort etwa einiges Licht ausstrahlend ist. Aber darauf kommt es nämlich gerade an, daß der Wille die lichtvollen Impulse aufnimmt, und das ist es gerade, was im richtig verstandenen Christus-Gedanken liegt.

[ 16 ] Christus ist diejenige Wesenheit, die niemals von Gruppen irgendwie Besitz ergreift, die niemals sich zu tun macht mit irgendwelchen Gruppen. Das größte Unding ist es, von einem deutschen, von einem französischen, von einem skandinavischen, von einem holländischen, montenegrinischen Christus, oder von einem Christus, sagen wir, von Marokko oder dergleichen zu sprechen, sondern der Christus ist dasjenige Wesen, das keine Gruppen kennt, das nur einzelne Individuen kennt, und jeder mißversteht das Christus-Wesen, der glaubt, es gebe vom Christus-Wesen aus irgendwelchen Zusammenhang in den Gruppen.

[ 16 ] Christus ist diejenige Wesenheit, die niemals von Gruppen irgendwie Besitz ergreift, die niemals sich zu tun macht mit irgendwelchen Gruppen. Das größte Unding ist es, von einem deutschen, von einem französischen, von einem skandinavischen, von einem holländischen, montenegrinischen Christus, oder von einem Christus, sagen wir, von Marokko oder dergleichen zu sprechen, sondern der Christus ist dasjenige Wesen, das keine Gruppen kennt, das nur einzelne Individuen kennt, und jeder mißversteht das Christus-Wesen, der glaubt, es gebe vom Christus-Wesen aus irgendwelchen Zusammenhang in den Gruppen.

[ 17 ] Aber dieses Christus-Verständnis, es muß ja erst kommen, es muß kommen mit dem Verständnis der menschlichen Individualität überhaupt. Dann, wenn das eintritt, wird auch wieder der Auferstehungsgedanke da sein, denn auferstehen kann der Geist eben nur in der einzelnen menschlichen Individualität. Auferstehen kann der Geist nur, wenn den einzelnen menschlichen Individualitäten die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entfalten. Das kann natürlich nur geschehen, wenn man das Geistesleben in seiner Verwaltung herausnimmt aus der übrigen staatlichen Konfiguration, so wie es gemeint ist durch die Dreigliederung des sozialen Organismus. Es kann heute vielen Menschen noch, ich möchte sagen, gewaltsam gedacht erscheinen, wenn man den Auferstehungsgedanken zusammenbringt mit so etwas, wie es der Dreigliederungsgedanke ist. Aber derjenige, der Sinn und Verständnis hat für die Einheitlichkeit der menschlichen Zivilisation, der wird auch begreifen, wie dasjenige, was für das soziale Leben gedacht ist, durchaus hervorgehen muß aus demjenigen Erfassen, das für den Menschen nach dem Höchsten, das ihm überhaupt zugänglich ist, hingeht. Der Auferstehungsgedanke, er muß im geistigen Sinne erfaßt werden. Das wird er nur, wenn man nicht sich bloß auf das Betrachten, das heißt, auf das Intellektualistische verlegt, sondern wenn man in der richtigen Weise zu verstehen versucht, wie der Wille des Menschen ergriffen werden muß.

[ 17 ] Aber dieses Christus-Verständnis, es muß ja erst kommen, es muß kommen mit dem Verständnis der menschlichen Individualität überhaupt. Dann, wenn das eintritt, wird auch wieder der Auferstehungsgedanke da sein, denn auferstehen kann der Geist eben nur in der einzelnen menschlichen Individualität. Auferstehen kann der Geist nur, wenn den einzelnen menschlichen Individualitäten die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entfalten. Das kann natürlich nur geschehen, wenn man das Geistesleben in seiner Verwaltung herausnimmt aus der übrigen staatlichen Konfiguration, so wie es gemeint ist durch die Dreigliederung des sozialen Organismus. Es kann heute vielen Menschen noch, ich möchte sagen, gewaltsam gedacht erscheinen, wenn man den Auferstehungsgedanken zusammenbringt mit so etwas, wie es der Dreigliederungsgedanke ist. Aber derjenige, der Sinn und Verständnis hat für die Einheitlichkeit der menschlichen Zivilisation, der wird auch begreifen, wie dasjenige, was für das soziale Leben gedacht ist, durchaus hervorgehen muß aus demjenigen Erfassen, das für den Menschen nach dem Höchsten, das ihm überhaupt zugänglich ist, hingeht. Der Auferstehungsgedanke, er muß im geistigen Sinne erfaßt werden. Das wird er nur, wenn man nicht sich bloß auf das Betrachten, das heißt, auf das Intellektualistische verlegt, sondern wenn man in der richtigen Weise zu verstehen versucht, wie der Wille des Menschen ergriffen werden muß.

[ 18 ] Und Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, ist ja durchaus etwas, was auf den Willen des Menschen geht. Alles übrige Reden versteht die Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, doch nicht. Nehmen Sie alles dasjenige, was in unserer Literatur steht. Wozu werden denn die Menschen kommen, wenn sie nur darauf gehen wollen, das, was in unserer Literatur an Begriffen, an Ideen steht, bloß mit dem Intellekt zu umfassen? Nur zu holperigen Diskussionen! Sie werden allerlei profane Diskussionen anstellen können über dasjenige, was die Geisteswissenschaft sagt. Aber dasjenige, was in der Geisteswissenschaft an Gedanken und Ideen enthalten ist, das will vom Willen ergriffen werden, das will den ganzen Menschen in Anspruch nehmen. Man muß schon begreifen wollen, wenn man Geisteswissenschaft verstehen will. Und so fängt die Willenskultur gegenüber der Geisteswissenschaft eben schon im Begreifen an.

[ 18 ] Und Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, ist ja durchaus etwas, was auf den Willen des Menschen geht. Alles übrige Reden versteht die Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, doch nicht. Nehmen Sie alles dasjenige, was in unserer Literatur steht. Wozu werden denn die Menschen kommen, wenn sie nur darauf gehen wollen, das, was in unserer Literatur an Begriffen, an Ideen steht, bloß mit dem Intellekt zu umfassen? Nur zu holperigen Diskussionen! Sie werden allerlei profane Diskussionen anstellen können über dasjenige, was die Geisteswissenschaft sagt. Aber dasjenige, was in der Geisteswissenschaft an Gedanken und Ideen enthalten ist, das will vom Willen ergriffen werden, das will den ganzen Menschen in Anspruch nehmen. Man muß schon begreifen wollen, wenn man Geisteswissenschaft verstehen will. Und so fängt die Willenskultur gegenüber der Geisteswissenschaft eben schon im Begreifen an.

[ 19 ] Ich möchte sagen, diese müßte so recht eingehen in das ganze menschliche Wesen derjenigen, welche sich hineinstellen in dasjenige, was hier die geisteswissenschaftliche Bewegung genannt wird. Diese geisteswissenschaftliche, diese anthroposophische Bewegung mußte ja erst aus ihrem Wesen heraus, aber namentlich aus ihrem Verhältnis zur Zeitentwickelung heraus in der neuesten Zeit sich auch nach allem möglichen Praktischen wenden. Nicht um irgend etwas, ich möchte sagen, anzüglich zu charakterisieren — das liegt mir in diesem Augenblicke ganz fern —, aber um auf einiges aufmerksam zu machen, was so oder so sein kann, sei das Folgende angeführt.

[ 19 ] Ich möchte sagen, diese müßte so recht eingehen in das ganze menschliche Wesen derjenigen, welche sich hineinstellen in dasjenige, was hier die geisteswissenschaftliche Bewegung genannt wird. Diese geisteswissenschaftliche, diese anthroposophische Bewegung mußte ja erst aus ihrem Wesen heraus, aber namentlich aus ihrem Verhältnis zur Zeitentwickelung heraus in der neuesten Zeit sich auch nach allem möglichen Praktischen wenden. Nicht um irgend etwas, ich möchte sagen, anzüglich zu charakterisieren — das liegt mir in diesem Augenblicke ganz fern —, aber um auf einiges aufmerksam zu machen, was so oder so sein kann, sei das Folgende angeführt.

[ 20 ] Sehen Sie, wir haben in der letzten Zeit allerlei praktische Einrichtungen getroffen. Zu den praktischen Einrichtungen brauchen wir Menschen, wir müssen Menschen in ihnen beschäftigen. Wir beschäftigen selbstverständlich diejenigen, die von den Intentionen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung sind, etwas verstehen, wenigstens etwas verstehen sollten. Nun setzt man voraus — das könnte die eine Art der Auffassung sein, ich will nur Eventualitäten hinstellen —, daß Anthroposophen nun in unsere praktischen Stellungen hineinkommen und aus dem ganzen Feuer der Anthroposophie heraus in diesen praktischen Stellungen wirken und sich sagen: Jetzt muß, wenn die praktischen Dinge gemacht werden, aus einem anderen Untergrunde heraus gewirkt werden; ich bin nun, wie ich stehe, wirklich als Anthroposoph drinnen in der ganzen Sache, und es kommt mir nicht darauf an, auch einmal viel mehr zu tun, als es sonst üblich ist in der heutigen Zeit. Ich bin eins mit demjenigen, was da gewollt wird durch diese praktischen Dinge. — Das wäre eine mögliche Auffassung. Die andere mögliche Auffassung wäre diese, daß gesehen wird: Nun ja, da sind allerlei praktische Einrichtungen, da gibt es eine Möglichkeit, nun auch irgendwie sich zu betätigen als Anthroposoph. Aber ich bin Anthroposoph, deshalb will ich mich nicht so behandeln lassen, wie es bei den alten Ämtern und dergleichen üblich war. Ja, bei den alten Ämtern, da mußte man pünktlich erscheinen, pünktlich wiederum verlassen — das gibt es nun nicht mehr, da gehe ich hinein, wie es mir gefällt, gehe wieder heraus, wie es mir gefällt, zuweilen gehe ich gar nicht hin, oder ich mache irgend etwas anderes, als gemacht werden soll, denn in der Anthroposophie muß es anders zugehen als in der alten philiströsen Welt. — Das wäre die extreme andere Auffassung. Ich will nur Eventualitäten hinstellen, denn auf diese Eventualitäten darf schon heute aufmerksam gemacht werden, weil dasjenige, mit dem wir zu tun haben, allerdings viel zu ernst ist, als daß wir etwa weiter fortsetzen könnten dasjenige, was ganz aus den selbstverständlichen Untergründen heraus weitere Kreise von Anthroposophen, die am alten sektiererischen Geist solcher Dinge Lust haben, weiter verbreiten. Diese Kreise finden es ja zuweilen als das allernatürlichste: Nun ja, seit so und so vielen Zeiten trinken die Menschen Tee, haben die Menschen beim Tee geredet — nun ja, lassen wir das weg, über was alles die Menschen beim Tee oder Kaffee oder nach dem schwarzen Kaffee am Nachmittag geredet haben! Aber warum soll man nicht einmal auch reden beim Tee oder Kaffee von Saturn, Sonne, Mond, warum nicht auch von Wiederverkörperungen, warum soll man da nicht sich allerlei ausdenken über dasjenige, was dieser oder jener Mensch in der vorigen Inkarnation gewesen sein könnte! Warum soll man mit anderen Worten, nicht etwas Salon-Anthroposophie oder so etwas ähnliches treiben?

[ 20 ] Sehen Sie, wir haben in der letzten Zeit allerlei praktische Einrichtungen getroffen. Zu den praktischen Einrichtungen brauchen wir Menschen, wir müssen Menschen in ihnen beschäftigen. Wir beschäftigen selbstverständlich diejenigen, die von den Intentionen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung sind, etwas verstehen, wenigstens etwas verstehen sollten. Nun setzt man voraus — das könnte die eine Art der Auffassung sein, ich will nur Eventualitäten hinstellen —, daß Anthroposophen nun in unsere praktischen Stellungen hineinkommen und aus dem ganzen Feuer der Anthroposophie heraus in diesen praktischen Stellungen wirken und sich sagen: Jetzt muß, wenn die praktischen Dinge gemacht werden, aus einem anderen Untergrunde heraus gewirkt werden; ich bin nun, wie ich stehe, wirklich als Anthroposoph drinnen in der ganzen Sache, und es kommt mir nicht darauf an, auch einmal viel mehr zu tun, als es sonst üblich ist in der heutigen Zeit. Ich bin eins mit demjenigen, was da gewollt wird durch diese praktischen Dinge. — Das wäre eine mögliche Auffassung. Die andere mögliche Auffassung wäre diese, daß gesehen wird: Nun ja, da sind allerlei praktische Einrichtungen, da gibt es eine Möglichkeit, nun auch irgendwie sich zu betätigen als Anthroposoph. Aber ich bin Anthroposoph, deshalb will ich mich nicht so behandeln lassen, wie es bei den alten Ämtern und dergleichen üblich war. Ja, bei den alten Ämtern, da mußte man pünktlich erscheinen, pünktlich wiederum verlassen — das gibt es nun nicht mehr, da gehe ich hinein, wie es mir gefällt, gehe wieder heraus, wie es mir gefällt, zuweilen gehe ich gar nicht hin, oder ich mache irgend etwas anderes, als gemacht werden soll, denn in der Anthroposophie muß es anders zugehen als in der alten philiströsen Welt. — Das wäre die extreme andere Auffassung. Ich will nur Eventualitäten hinstellen, denn auf diese Eventualitäten darf schon heute aufmerksam gemacht werden, weil dasjenige, mit dem wir zu tun haben, allerdings viel zu ernst ist, als daß wir etwa weiter fortsetzen könnten dasjenige, was ganz aus den selbstverständlichen Untergründen heraus weitere Kreise von Anthroposophen, die am alten sektiererischen Geist solcher Dinge Lust haben, weiter verbreiten. Diese Kreise finden es ja zuweilen als das allernatürlichste: Nun ja, seit so und so vielen Zeiten trinken die Menschen Tee, haben die Menschen beim Tee geredet — nun ja, lassen wir das weg, über was alles die Menschen beim Tee oder Kaffee oder nach dem schwarzen Kaffee am Nachmittag geredet haben! Aber warum soll man nicht einmal auch reden beim Tee oder Kaffee von Saturn, Sonne, Mond, warum nicht auch von Wiederverkörperungen, warum soll man da nicht sich allerlei ausdenken über dasjenige, was dieser oder jener Mensch in der vorigen Inkarnation gewesen sein könnte! Warum soll man mit anderen Worten, nicht etwas Salon-Anthroposophie oder so etwas ähnliches treiben?

[ 21 ] Über diese Dinge sind wir allerdings hinaus. Das geht nicht mehr. Darauf kann der Blick nicht mehr fallen. Der Blick kann heute nur fallen auf die zwei anderen Eventualitäten. Ich will ja nur charakterisieren und sage jetzt auch gar nicht, daß ich irgend etwas, was es schon gibt, hinstellen möchte, sondern ich mache nur darauf aufmerksam, daß diese zwei Eventualitäten ja so wären ungefähr, daß man mit der einen gut vorwärtskommen könnte, daß mit der anderen, wo die Anthroposophen gerade einen anderen, einen neuen Ton, etwas ganz Besonderes wollen und nicht mehr etwa um acht Uhr erscheinen, sondern um halb elf Uhr, weil sie bis dahin meditieren müssen vielleicht und so weiter, daß mit dieser Eventualität sich ganz gewiß eine richtige Willenskultur, wie sie jetzt charakterisiert werden mußte, nicht eigentlich verbinden lassen wird. Die Zeit ist zu ernst, um nicht doch diese zwei polaren Gegensätze anthroposophischer Handhabung der Dinge ins Auge zu fassen. Ich will darüber selber nichts aussagen, aber ich rate Ihnen an, ein wenig Umschau zu halten, ob diese zwei Eventualitäten vorhanden sind, und sich dann ein Urteil zu bilden, und eventuell nach diesem Urteil dann in irgendeiner Weise sich zu verhalten. Es ist sehr schön, sich zu bekennen zum Anthroposophentum; aber das ist für die heutige Zeit nicht genug. Die heutige Zeit erfordert vom Menschen dasjenige, was an den Willen geht, dasjenige, was auch unbedingt fördernd in die Menschheitsentwickelung selber eingreift.

[ 21 ] Über diese Dinge sind wir allerdings hinaus. Das geht nicht mehr. Darauf kann der Blick nicht mehr fallen. Der Blick kann heute nur fallen auf die zwei anderen Eventualitäten. Ich will ja nur charakterisieren und sage jetzt auch gar nicht, daß ich irgend etwas, was es schon gibt, hinstellen möchte, sondern ich mache nur darauf aufmerksam, daß diese zwei Eventualitäten ja so wären ungefähr, daß man mit der einen gut vorwärtskommen könnte, daß mit der anderen, wo die Anthroposophen gerade einen anderen, einen neuen Ton, etwas ganz Besonderes wollen und nicht mehr etwa um acht Uhr erscheinen, sondern um halb elf Uhr, weil sie bis dahin meditieren müssen vielleicht und so weiter, daß mit dieser Eventualität sich ganz gewiß eine richtige Willenskultur, wie sie jetzt charakterisiert werden mußte, nicht eigentlich verbinden lassen wird. Die Zeit ist zu ernst, um nicht doch diese zwei polaren Gegensätze anthroposophischer Handhabung der Dinge ins Auge zu fassen. Ich will darüber selber nichts aussagen, aber ich rate Ihnen an, ein wenig Umschau zu halten, ob diese zwei Eventualitäten vorhanden sind, und sich dann ein Urteil zu bilden, und eventuell nach diesem Urteil dann in irgendeiner Weise sich zu verhalten. Es ist sehr schön, sich zu bekennen zum Anthroposophentum; aber das ist für die heutige Zeit nicht genug. Die heutige Zeit erfordert vom Menschen dasjenige, was an den Willen geht, dasjenige, was auch unbedingt fördernd in die Menschheitsentwickelung selber eingreift.

[ 22 ] Es ist ja ganz außerordentlich erhebend vielleicht, zu sagen: Da oder dort, irgendwo im Verborgenen unzugänglich, da sitzt dieser oder jener «Meister». — Von gewisser Seite her wurde ja einmal für Ungarn ein solcher bestimmter Ort angegeben, und einige naive Budapester haben dann nachforschen lassen in den Polizeiakten und haben an dem betreffenden Ort diesen Meistersitz nicht gefunden! Wenn einem dann so etwas erzählt worden ist, daß auf diese Weise nachgegangen worden ist den großen geistigen Mächten der Erde, dann konnte man ja nichts anderes tun, als zu diesen Dingen etwas lächeln, denn es war eben auf seiten derjenigen, die den Dingen nachgingen, auf diese Art, die also gewissermaßen nach den Postadressen der geistigen Leiter der Menschheit suchten, naiv; wie es manchmal naiv war auf seiten derjenigen, die so hindeuteten auf diese Dinge, als ob man nach Postadressen fragen könnte. Das will ich aber lieber nicht ausführen! Über diese Dinge haben allerdings mancherlei Menschen mancherlei Ansichten. So zum Beispiel trieb sich einmal unter uns herum ein gewisser — ja, wie nannte er sich dazumal? In seinen Büchern nannte er sich dann Max Heindel, aber hier hatte er einen anderen Namen, Grashof nannte er sich. Dieser Mann hatte hier zunächst alles dasjenige aufgenommen, was er in öffentlichen Vorträgen und Büchern aufnehmen konnte. Davon hat er, etwas mystisch, ein Buch «Rosicrucian Cosmo Conception» gemacht, und dann hat er in eine zweite Auflage auch dasjenige aufgenommen, was in den Zyklen steht, und was er sich sonst abgeschrieben hat. Dann hat er seinen Leuten drüben in Amerika erzählt, daß er ja allerdings die erste Stufe hier aufgenommen habe, aber um die zweite zu erringen, sei er tief nach Ungarn gewandert zu einem Meister. Von dem behauptete er dann dasjenige bekommen zu haben, was allerdings bloß abgeschrieben war aus den Zyklen, die er bekommen hatte, und namentlich aus all denjenigen Vorträgen, die er sich erlistet hatte, und die nachzuschreiben ein bloßes Plagiat war! Einige von Ihnen werden ja wissen, daß dann auch noch das Urkomische eingetreten ist, daß diese Sache wiederum zurückübersetzt worden ist ins Deutsche, mit dem Bemerken, daß man ja zwar in Europa auch so etwas haben kann, daß es aber besser sei, es in derjenigen Gestalt zu bekommen, in der es entstehen konnte unter der freien Sonne Amerikas.

[ 22 ] Es ist ja ganz außerordentlich erhebend vielleicht, zu sagen: Da oder dort, irgendwo im Verborgenen unzugänglich, da sitzt dieser oder jener «Meister». — Von gewisser Seite her wurde ja einmal für Ungarn ein solcher bestimmter Ort angegeben, und einige naive Budapester haben dann nachforschen lassen in den Polizeiakten und haben an dem betreffenden Ort diesen Meistersitz nicht gefunden! Wenn einem dann so etwas erzählt worden ist, daß auf diese Weise nachgegangen worden ist den großen geistigen Mächten der Erde, dann konnte man ja nichts anderes tun, als zu diesen Dingen etwas lächeln, denn es war eben auf seiten derjenigen, die den Dingen nachgingen, auf diese Art, die also gewissermaßen nach den Postadressen der geistigen Leiter der Menschheit suchten, naiv; wie es manchmal naiv war auf seiten derjenigen, die so hindeuteten auf diese Dinge, als ob man nach Postadressen fragen könnte. Das will ich aber lieber nicht ausführen! Über diese Dinge haben allerdings mancherlei Menschen mancherlei Ansichten. So zum Beispiel trieb sich einmal unter uns herum ein gewisser — ja, wie nannte er sich dazumal? In seinen Büchern nannte er sich dann Max Heindel, aber hier hatte er einen anderen Namen, Grashof nannte er sich. Dieser Mann hatte hier zunächst alles dasjenige aufgenommen, was er in öffentlichen Vorträgen und Büchern aufnehmen konnte. Davon hat er, etwas mystisch, ein Buch «Rosicrucian Cosmo Conception» gemacht, und dann hat er in eine zweite Auflage auch dasjenige aufgenommen, was in den Zyklen steht, und was er sich sonst abgeschrieben hat. Dann hat er seinen Leuten drüben in Amerika erzählt, daß er ja allerdings die erste Stufe hier aufgenommen habe, aber um die zweite zu erringen, sei er tief nach Ungarn gewandert zu einem Meister. Von dem behauptete er dann dasjenige bekommen zu haben, was allerdings bloß abgeschrieben war aus den Zyklen, die er bekommen hatte, und namentlich aus all denjenigen Vorträgen, die er sich erlistet hatte, und die nachzuschreiben ein bloßes Plagiat war! Einige von Ihnen werden ja wissen, daß dann auch noch das Urkomische eingetreten ist, daß diese Sache wiederum zurückübersetzt worden ist ins Deutsche, mit dem Bemerken, daß man ja zwar in Europa auch so etwas haben kann, daß es aber besser sei, es in derjenigen Gestalt zu bekommen, in der es entstehen konnte unter der freien Sonne Amerikas.

[ 23 ] Die Menschheit läßt sich eben sehr gern dasjenige bieten, was sie ohne den Willen aufnehmen darf. Die Willenskultur, die bringt schon auch durchaus, wenn sie wirklich durchgeführt wird, dasjenige, daß so etwas nicht möglich sein kann. Wenn der Wille schwach bleibt, dann wird er auch immer schwächer und schwächer gegenüber der Beurteilungsmöglichkeit desjenigen, was ihm von der Außenwelt entgegentritt. Wir müssen lernen das Höchste anzuknüpfen an dasjenige, was wir im Alltag erleben. Wir dürfen doch nicht über diese Dinge gewissermaßen eine getrennte Buchführung haben. Wir müssen uns klarsein, daß wir, wenn wir den Geist erfassen, dann auch über die oberflächliche Beurteilung des gewöhnlichen Lebens hinauskommen. Und wenn wir gefühlsmäßig manches vorbringen, dann sind wir, so sonderbar das erscheinen kann, wenn man es so ausspricht, dem Elemente des Auferstehungsglaubens nahe, das wir heute gerade brauchen. Wir brauchen das erste Element, möchte ich sagen, den allerersten Anfang, der darinnen besteht, daß wir in unseren Willen aufnehmen dasjenige, was aus Geisteswissenschaft kommen kann. Dann liegt in der Linie, die wir da einschlagen, in der Richtung, in der wir gewiesen werden, der Weg zum wahren Auferstehungsglauben. Wir müssen heute zu einer Erweiterung des Ostergedankens kommen. Wir müssen zusammenbringen dasjenige, was uns als Menschen Anthroposophie sein soll, mit demjenigen, was eigentlich heute für die Menschen im weiteren Umkreise nur ein Wort ist, das eigentlich keinen Inhalt mehr hat. Und ein solches Wort ist das Wort Auferstehung, das Wort Ostern für die weitesten Kreise der Menschen. Sinn muß wiederum verbunden werden können mit diesen Dingen. Wir müssen im Menschen Erkenntnis erringen, Erkenntnis der menschheitlichen Entwickelung, und wir müssen wieder verstehen lernen, allerdings vom vollen klaren Lichte menschlichen Bewußtseins aus, was das paulinische Wort bedeutet: «Ist Christus nicht auferstanden, dann ist euer Glaube eitel.» Eitel ist auch alles Erkenntnis- und alles menschliche Streben, wenn es nicht den wirklichen Ostergedanken von der Auferstehung in das Innerste des menschlichen Gemütes aufnehmen kann.

[ 23 ] Die Menschheit läßt sich eben sehr gern dasjenige bieten, was sie ohne den Willen aufnehmen darf. Die Willenskultur, die bringt schon auch durchaus, wenn sie wirklich durchgeführt wird, dasjenige, daß so etwas nicht möglich sein kann. Wenn der Wille schwach bleibt, dann wird er auch immer schwächer und schwächer gegenüber der Beurteilungsmöglichkeit desjenigen, was ihm von der Außenwelt entgegentritt. Wir müssen lernen das Höchste anzuknüpfen an dasjenige, was wir im Alltag erleben. Wir dürfen doch nicht über diese Dinge gewissermaßen eine getrennte Buchführung haben. Wir müssen uns klarsein, daß wir, wenn wir den Geist erfassen, dann auch über die oberflächliche Beurteilung des gewöhnlichen Lebens hinauskommen. Und wenn wir gefühlsmäßig manches vorbringen, dann sind wir, so sonderbar das erscheinen kann, wenn man es so ausspricht, dem Elemente des Auferstehungsglaubens nahe, das wir heute gerade brauchen. Wir brauchen das erste Element, möchte ich sagen, den allerersten Anfang, der darinnen besteht, daß wir in unseren Willen aufnehmen dasjenige, was aus Geisteswissenschaft kommen kann. Dann liegt in der Linie, die wir da einschlagen, in der Richtung, in der wir gewiesen werden, der Weg zum wahren Auferstehungsglauben. Wir müssen heute zu einer Erweiterung des Ostergedankens kommen. Wir müssen zusammenbringen dasjenige, was uns als Menschen Anthroposophie sein soll, mit demjenigen, was eigentlich heute für die Menschen im weiteren Umkreise nur ein Wort ist, das eigentlich keinen Inhalt mehr hat. Und ein solches Wort ist das Wort Auferstehung, das Wort Ostern für die weitesten Kreise der Menschen. Sinn muß wiederum verbunden werden können mit diesen Dingen. Wir müssen im Menschen Erkenntnis erringen, Erkenntnis der menschheitlichen Entwickelung, und wir müssen wieder verstehen lernen, allerdings vom vollen klaren Lichte menschlichen Bewußtseins aus, was das paulinische Wort bedeutet: «Ist Christus nicht auferstanden, dann ist euer Glaube eitel.» Eitel ist auch alles Erkenntnis- und alles menschliche Streben, wenn es nicht den wirklichen Ostergedanken von der Auferstehung in das Innerste des menschlichen Gemütes aufnehmen kann.