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Perspectives on Human Evolution
The Materialistic Impulse toward Knowledge
and the Task of Anthroposophy
GA 204

17 April 1921, Dornach

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Sechster Vortrag

Sechster Vortrag

[ 1 ] In diesen Tagen habe ich mich bemüht, zu zeigen, wie die abendländische Zivilisation entstanden ist, wie ein bedeutsamer, ein gewaltiger Einschnitt in der Menschheitsentwickelung überhaupt zu verzeichnen ist im 4. nachchristlichen Jahrhundert, und es ist notwendig gewesen, darauf hinzuweisen, wie das Griechentum allmählich gewissermaßen zu dieser Abenddämmerung hin sich entwickelt hat, wie dann aus ganz anderen Impulsen heraus die Mittel- und Westeuropäische Zivilisation entstanden ist, und wie die Auffassung des Christentums sich unter diesen Einflüssen herausgebildet hat. Versuchen wir zunächst von einem gewissen anderen Gesichtspunkte aus noch einmal auf die entsprechenden Tatsachen hinzuweisen. Das Christentum entsteht im westlichen Orient aus dem Mysterium von Golgatha heraus. Die orientalische Kultur war in ihrer besonderen Eigenart schon durchaus im Sinken. Die alte Urweisheit war in ihren letzten Phasen vorhanden in dem, was sich herausbildete gegen Vorderasien, Griechenland zu als Gnosis. Diese Gnosis war immerhin noch eine solche Weisheit, welche in der verschiedensten Art zusammenfaßte, was dem Menschen vorlag an Welt- und Naturetscheinungen. Sie hatte aber doch schon im Verhältnis zu dem unmittelbaren anschaulich-instinktiven Einblicke in die geistige Welt, der eigentlich der orientalischen Entwickelung zugrunde lag, sie hatte demgegenüber einen schon mehr, man könnte sagen intellektuellen, verstandesmäßigen Charakter. Es war das geistige Leben, das im alten Orient alles menschliche Anschauen durchdrang, nicht mehr vorhanden. Und eigentlich aus den letzten Resten der alten Urweisheit heraus suchte man jene philosophisch-menschliche Anschauung zusammenzusetzen, die man als Weisheitsgut anwendete, um das Mysterium von Golgatha zu verstehen. Es wurde gekleidet dasjenige, was im Mysterium von Golgatha lag, in die Weisheit, die sich. ins Griechentum herüber vom Orient gerettet hatte. Nun fassen wir einmal diese Weisheit ganz im geisteswissenschaftlichen Sinne auf. Wenn wir den Menschen betrachten wollen, so wie er sich dieser Weisheit einstmals hingegeben hat, so finden wir, daß im alten Orient das Wesentliche doch war, daß der Mensch mit dem, was in ihm sein astralischer Leib wirkte, mit dem, was er durch seinen astralischen Leib in seiner Seele erleben konnte, die Welt ansah, auch wenn sich Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele herausgebildet hatten. Es war der astralische Leib, welcher in diese seelischen Glieder des Menschen hineinwirkte und welcher den Menschen befähigte, den Blick eigentlich abzuwenden von den irdischen Erscheinungen, dasjenige noch klar zu durchschauen, was im Geistig-Übersinnlichen aus dem Kosmos hereindringt. Der Mensch hatte noch nicht eine Ich-Anschauung der Welt. Sein Ich sprach nur dumpf. Sein Ich war für den Menschen noch nicht eine eigentliche Frage. Der Mensch lebte im Astralischen und in diesem Astralischen lebte er noch in einem gewissen Einklang mit den ihn umgebenden Welterscheinungen. Gewissermaßen war für ihn die eigentlich rätselhafte Welt diejenige, die er mit seinen Augen erblickte, diejenige, die sich abspielte als Menschenwelt um ihn herum. Dagegen war für ihn die verständliche Welt die übersinnliche Götterwelt, die Welt, in welcher die geistigen Wesenheiten ihr Dasein hatten. Der Mensch blickte hinüber zu diesen geistigen Wesenheiten, zu ihren Handlungen, zu ihren Geschicken. Das war ja das Wesentliche in der Anschauung des alten Orients, daß der Blick hingerichtet war auf diese geistigen Welten. Aus den geistigen Welten heraus wollte man die sinnliche Welt verstehen.

[ 1 ] In diesen Tagen habe ich mich bemüht, zu zeigen, wie die abendländische Zivilisation entstanden ist, wie ein bedeutsamer, ein gewaltiger Einschnitt in der Menschheitsentwickelung überhaupt zu verzeichnen ist im 4. nachchristlichen Jahrhundert, und es ist notwendig gewesen, darauf hinzuweisen, wie das Griechentum allmählich gewissermaßen zu dieser Abenddämmerung hin sich entwickelt hat, wie dann aus ganz anderen Impulsen heraus die Mittel- und Westeuropäische Zivilisation entstanden ist, und wie die Auffassung des Christentums sich unter diesen Einflüssen herausgebildet hat. Versuchen wir zunächst von einem gewissen anderen Gesichtspunkte aus noch einmal auf die entsprechenden Tatsachen hinzuweisen. Das Christentum entsteht im westlichen Orient aus dem Mysterium von Golgatha heraus. Die orientalische Kultur war in ihrer besonderen Eigenart schon durchaus im Sinken. Die alte Urweisheit war in ihren letzten Phasen vorhanden in dem, was sich herausbildete gegen Vorderasien, Griechenland zu als Gnosis. Diese Gnosis war immerhin noch eine solche Weisheit, welche in der verschiedensten Art zusammenfaßte, was dem Menschen vorlag an Welt- und Naturetscheinungen. Sie hatte aber doch schon im Verhältnis zu dem unmittelbaren anschaulich-instinktiven Einblicke in die geistige Welt, der eigentlich der orientalischen Entwickelung zugrunde lag, sie hatte demgegenüber einen schon mehr, man könnte sagen intellektuellen, verstandesmäßigen Charakter. Es war das geistige Leben, das im alten Orient alles menschliche Anschauen durchdrang, nicht mehr vorhanden. Und eigentlich aus den letzten Resten der alten Urweisheit heraus suchte man jene philosophisch-menschliche Anschauung zusammenzusetzen, die man als Weisheitsgut anwendete, um das Mysterium von Golgatha zu verstehen. Es wurde gekleidet dasjenige, was im Mysterium von Golgatha lag, in die Weisheit, die sich. ins Griechentum herüber vom Orient gerettet hatte. Nun fassen wir einmal diese Weisheit ganz im geisteswissenschaftlichen Sinne auf. Wenn wir den Menschen betrachten wollen, so wie er sich dieser Weisheit einstmals hingegeben hat, so finden wir, daß im alten Orient das Wesentliche doch war, daß der Mensch mit dem, was in ihm sein astralischer Leib wirkte, mit dem, was er durch seinen astralischen Leib in seiner Seele erleben konnte, die Welt ansah, auch wenn sich Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele herausgebildet hatten. Es war der astralische Leib, welcher in diese seelischen Glieder des Menschen hineinwirkte und welcher den Menschen befähigte, den Blick eigentlich abzuwenden von den irdischen Erscheinungen, dasjenige noch klar zu durchschauen, was im Geistig-Übersinnlichen aus dem Kosmos hereindringt. Der Mensch hatte noch nicht eine Ich-Anschauung der Welt. Sein Ich sprach nur dumpf. Sein Ich war für den Menschen noch nicht eine eigentliche Frage. Der Mensch lebte im Astralischen und in diesem Astralischen lebte er noch in einem gewissen Einklang mit den ihn umgebenden Welterscheinungen. Gewissermaßen war für ihn die eigentlich rätselhafte Welt diejenige, die er mit seinen Augen erblickte, diejenige, die sich abspielte als Menschenwelt um ihn herum. Dagegen war für ihn die verständliche Welt die übersinnliche Götterwelt, die Welt, in welcher die geistigen Wesenheiten ihr Dasein hatten. Der Mensch blickte hinüber zu diesen geistigen Wesenheiten, zu ihren Handlungen, zu ihren Geschicken. Das war ja das Wesentliche in der Anschauung des alten Orients, daß der Blick hingerichtet war auf diese geistigen Welten. Aus den geistigen Welten heraus wollte man die sinnliche Welt verstehen.

[ 2 ] Wir stehen heute als innerhalb unserer Zivilisation befindlich auf dem gegenteiligen Standpunkte. Uns ist die sinnlich-physische Welt gegeben, und von ihr aus wollen wir die geistige Welt irgendwie begreifen, wenn wir das überhaupt wollen, wenn wir es nicht ablehnen, wenn wir nicht im bloßen Materialismus stecken bleiben. Die materielle Welt betrachten wir als das Gegebene. Der alte Orientale betrachtete die geistige Welt als das Gegebene. Aus der materiellen Welt wollen wir etwas herausbekommen, um die Wunderbarkeit der Erscheinungen, die Zweckmäßigkeit des Baues der Organismen und so weiter zu verstehen, und aus dieser physisch-sinnlichen Umwelt wollen wir uns die übersinnliche beweisen. Der alte Orientale wollte die physisch-sinnliche Umwelt aus der ihm gegebenen überphysischen, übersinnlichen Welt verstehen. Aus ihr heraus wollte er das Licht empfangen, er empfing es auch, und ohne es war ihm die physisch-sinnliche Welt überhaupt Finsternis und Bangigkeit. Und so empfand er auch dasjenige, was er als sein innerstes Wesen noch ganz vom astralischen Leibe durchstrahlt empfand, als aus den geistigen Welten hervorgegangen. Er sagte sich nicht: Ich bin herauserwachsen aus dem irdischen Leben —, er sagte sich: Ich bin herauserwachsen aus dem göttlich-geistigen Wesen, ich bin heruntergestiegen aus göttlich-geistigen Welten und das Beste, was ich in mir trage, ist die Erinnerung an diese göttlich-geistigen Welten. Noch Plato, der Philosoph, spricht davon, wie der Mensch Erkenntnisse hat, Erinnerungen aus seinem präexistenten Leben, aus dem Leben, das er geführt hat, bevor er heruntergestiegen ist in die physisch-sinnliche Welt. Der Mensch betrachtete sein Ich durchaus als einen Strahl, der hervorkam aus dem Lichte der übersinnlichen Welt. Für ihn war rätselhaft die sinnliche Welt, nicht die übersinnliche Welt.

[ 2 ] Wir stehen heute als innerhalb unserer Zivilisation befindlich auf dem gegenteiligen Standpunkte. Uns ist die sinnlich-physische Welt gegeben, und von ihr aus wollen wir die geistige Welt irgendwie begreifen, wenn wir das überhaupt wollen, wenn wir es nicht ablehnen, wenn wir nicht im bloßen Materialismus stecken bleiben. Die materielle Welt betrachten wir als das Gegebene. Der alte Orientale betrachtete die geistige Welt als das Gegebene. Aus der materiellen Welt wollen wir etwas herausbekommen, um die Wunderbarkeit der Erscheinungen, die Zweckmäßigkeit des Baues der Organismen und so weiter zu verstehen, und aus dieser physisch-sinnlichen Umwelt wollen wir uns die übersinnliche beweisen. Der alte Orientale wollte die physisch-sinnliche Umwelt aus der ihm gegebenen überphysischen, übersinnlichen Welt verstehen. Aus ihr heraus wollte er das Licht empfangen, er empfing es auch, und ohne es war ihm die physisch-sinnliche Welt überhaupt Finsternis und Bangigkeit. Und so empfand er auch dasjenige, was er als sein innerstes Wesen noch ganz vom astralischen Leibe durchstrahlt empfand, als aus den geistigen Welten hervorgegangen. Er sagte sich nicht: Ich bin herauserwachsen aus dem irdischen Leben —, er sagte sich: Ich bin herauserwachsen aus dem göttlich-geistigen Wesen, ich bin heruntergestiegen aus göttlich-geistigen Welten und das Beste, was ich in mir trage, ist die Erinnerung an diese göttlich-geistigen Welten. Noch Plato, der Philosoph, spricht davon, wie der Mensch Erkenntnisse hat, Erinnerungen aus seinem präexistenten Leben, aus dem Leben, das er geführt hat, bevor er heruntergestiegen ist in die physisch-sinnliche Welt. Der Mensch betrachtete sein Ich durchaus als einen Strahl, der hervorkam aus dem Lichte der übersinnlichen Welt. Für ihn war rätselhaft die sinnliche Welt, nicht die übersinnliche Welt.

[ 3 ] In Griechenland hatte dann diese Anschauung ihre Ausläufer gefunden. Der Grieche fühlte sich schon in seinem Leibe, aber er fühlte noch nicht in seinem Leibe irgendwie etwas, was diesen Leib besonders erklären konnte. Er hatte noch die Überlieferungen des alten Orients. Er schaute sich in gewissem Sinne an als etwas, was heruntergestiegen war aus den geistigen Welten, aber was in gewissem Sinne das Bewußtsein von diesen geistigen Welten schon verloren hatte. Es ist tatsächlich die letzte Phase des orientalischen Weisheitslebens, die in Griechenland auftrat. Und aus dieser Weltempfindung heraus sollte das Mysterium von Golgatha verstanden werden. Es legte ja dieses Mysterium dem Menschen das große Problem vor, dieses ungeheure Lebensproblem: Wie hat das überweltliche, das übersinnliche Wesen, das kosmische Wesen, der Christus, seinen Platz finden können im menschlichen Leibe? — Die Durchdringung des Jesus mit dem Christus, das war das große Problem, und wir sehen es aufleuchten überall in den gnostischen Bestrebungen. Aber der Mensch hatte ja von sich aus kein solches Verständnis des Zusammenhanges zwischen dem Übersinnlichen seines eigenen Wesens und dem Sinnlich-Physischen dieses Eigenwesens, und weil er an sich die Erkenntnis des Zusammenhanges des GeistigSeelischen und des Leiblich-Physischen nicht hatte, wurde gerade für dasjenige, was unter dem Einfluß der griechischen Anschauung stand, das Mysterium von Golgatha ein unauflösliches Problem, aber ein Problem, mit dem das Griechentum rang, dem es seine besten Weisheitskräfte widmete. Die Geschichte überliefert viel zu wenig von dem, was da eigentlich stattfand an geistigen Kämpfen.

[ 3 ] In Griechenland hatte dann diese Anschauung ihre Ausläufer gefunden. Der Grieche fühlte sich schon in seinem Leibe, aber er fühlte noch nicht in seinem Leibe irgendwie etwas, was diesen Leib besonders erklären konnte. Er hatte noch die Überlieferungen des alten Orients. Er schaute sich in gewissem Sinne an als etwas, was heruntergestiegen war aus den geistigen Welten, aber was in gewissem Sinne das Bewußtsein von diesen geistigen Welten schon verloren hatte. Es ist tatsächlich die letzte Phase des orientalischen Weisheitslebens, die in Griechenland auftrat. Und aus dieser Weltempfindung heraus sollte das Mysterium von Golgatha verstanden werden. Es legte ja dieses Mysterium dem Menschen das große Problem vor, dieses ungeheure Lebensproblem: Wie hat das überweltliche, das übersinnliche Wesen, das kosmische Wesen, der Christus, seinen Platz finden können im menschlichen Leibe? — Die Durchdringung des Jesus mit dem Christus, das war das große Problem, und wir sehen es aufleuchten überall in den gnostischen Bestrebungen. Aber der Mensch hatte ja von sich aus kein solches Verständnis des Zusammenhanges zwischen dem Übersinnlichen seines eigenen Wesens und dem Sinnlich-Physischen dieses Eigenwesens, und weil er an sich die Erkenntnis des Zusammenhanges des GeistigSeelischen und des Leiblich-Physischen nicht hatte, wurde gerade für dasjenige, was unter dem Einfluß der griechischen Anschauung stand, das Mysterium von Golgatha ein unauflösliches Problem, aber ein Problem, mit dem das Griechentum rang, dem es seine besten Weisheitskräfte widmete. Die Geschichte überliefert viel zu wenig von dem, was da eigentlich stattfand an geistigen Kämpfen.

[ 4 ] Ich habe aufmerksam darauf gemacht, daß ja die gnostische Literatur ausgerottet worden ist. Würde sie noch da sein, diese gnostische Literatur, so würde man in ihr sehen dieses tragische Ringen um das Verstehen des Zusammenlebens des übersinnlichen Christus mit dem sinnlichen Jesus, man würde dieses so außerordentlich tiefe Problem in seiner Entwickelung sehen. Aber dieses Ringen ist ausgelöscht worden. Diesem Ringen wurde ein Ende gemacht durch das nüchterne, abstrakte Wesen, das vom Romanismus ausging, das nur durch, ich möchte sagen, Aufpeitschung der Emotionen dazu kommt, Innerlichkeit hineinzutragen in die Abstraktionen. Die Gnosis wurde überschüttet, und Dogmatik und Konzilsbeschlüsse wurden an die Stelle gesetzt. Durchtränkt wurden die tiefen Anschauungen des Orients, die nichts vom Juristischen hatten, mit einer Form, die das Christentum annahm in der mehr westlichen Welt, der damals westlichen Welt, der römischen Welt.

[ 4 ] Ich habe aufmerksam darauf gemacht, daß ja die gnostische Literatur ausgerottet worden ist. Würde sie noch da sein, diese gnostische Literatur, so würde man in ihr sehen dieses tragische Ringen um das Verstehen des Zusammenlebens des übersinnlichen Christus mit dem sinnlichen Jesus, man würde dieses so außerordentlich tiefe Problem in seiner Entwickelung sehen. Aber dieses Ringen ist ausgelöscht worden. Diesem Ringen wurde ein Ende gemacht durch das nüchterne, abstrakte Wesen, das vom Romanismus ausging, das nur durch, ich möchte sagen, Aufpeitschung der Emotionen dazu kommt, Innerlichkeit hineinzutragen in die Abstraktionen. Die Gnosis wurde überschüttet, und Dogmatik und Konzilsbeschlüsse wurden an die Stelle gesetzt. Durchtränkt wurden die tiefen Anschauungen des Orients, die nichts vom Juristischen hatten, mit einer Form, die das Christentum annahm in der mehr westlichen Welt, der damals westlichen Welt, der römischen Welt.

[ 5 ] Aus diesem Römertum ging das Christentum hervor, indem es sozusagen durchjuristet wurde, indem überall juristische Begriffe einzogen, indem die römischen Staatsbegriffe über das Christentum sich ausbreiteten. Das Christentum nahm die Form des römischen Staatskörpers an, und wir sehen hervorgehen aus demjenigen, was einstmals die Weltenhauptstadt Rom war, die christliche Hauptstadt Rom. Wir sehen, wie dieses christliche Rom annimmt vom alten Rom die besonderen Anschauungen, wie man Menschen regieren muß, wie man über Menschen seine Herrschaft ausdehnen muß. Wir sehen, wie sich ausbreitet eine Art kirchlicher Imperialismus, indem hineingegossen wird dasjenige, was das Christentum ist, in die römische Staatsform. Was in spirituelle Erkenntnisformen gegossen war, ging ein in juristisch-menschliche Staatsform. Das erste Mal wurde in einer gewissen Weise zusammengeschmiedet Christentum und äußerliche Staatsweisheit, und in dieser Form breitete sich da das Christentum dann aus. Im Christentum sind so tiefe Kräfte, im Christentum sind so gewaltige Impulse, daß sie natürlich tätig und fortwirkend sein konnten, trotzdem sie in die Form des römischen Staatstums hineingegossen waren. Und es konnten sich eben, als diese römische Staatsform die westliche Welt ergriff, neben dem forterhalten die schlichten Erzählungen, das Tatsächliche, was in Palästina geschehen ist.

[ 5 ] Aus diesem Römertum ging das Christentum hervor, indem es sozusagen durchjuristet wurde, indem überall juristische Begriffe einzogen, indem die römischen Staatsbegriffe über das Christentum sich ausbreiteten. Das Christentum nahm die Form des römischen Staatskörpers an, und wir sehen hervorgehen aus demjenigen, was einstmals die Weltenhauptstadt Rom war, die christliche Hauptstadt Rom. Wir sehen, wie dieses christliche Rom annimmt vom alten Rom die besonderen Anschauungen, wie man Menschen regieren muß, wie man über Menschen seine Herrschaft ausdehnen muß. Wir sehen, wie sich ausbreitet eine Art kirchlicher Imperialismus, indem hineingegossen wird dasjenige, was das Christentum ist, in die römische Staatsform. Was in spirituelle Erkenntnisformen gegossen war, ging ein in juristisch-menschliche Staatsform. Das erste Mal wurde in einer gewissen Weise zusammengeschmiedet Christentum und äußerliche Staatsweisheit, und in dieser Form breitete sich da das Christentum dann aus. Im Christentum sind so tiefe Kräfte, im Christentum sind so gewaltige Impulse, daß sie natürlich tätig und fortwirkend sein konnten, trotzdem sie in die Form des römischen Staatstums hineingegossen waren. Und es konnten sich eben, als diese römische Staatsform die westliche Welt ergriff, neben dem forterhalten die schlichten Erzählungen, das Tatsächliche, was in Palästina geschehen ist.

[ 6 ] Aber in dieser westlichen Welt war man in einer ganz besonderen Weise auf das Christentum vorbereitet und man war so vorbereitet, daß der Mensch sich aus seiner physischen Natur heraus erfaßte, sein Ich fühlte aus seiner physischen Natur heraus. Es zeigte sich da der Unterschied, als gewissermaßen das Christentum durchging durch die griechische Welt und diese griechische Welt abschmolz, es zeigte sich der gewaltige Unterschied dieses griechischen Christentums und desjenigen Christentums, das dann das eigentlich staatliche Christentum war, das Hertschaftschristentum, das romanische Christentum. Und es zeigte sich dann mehr vom Norden herein jenes Christentum, welches hineingegossen wurde in die nördlichen Menschen, die von den Griechen und Römern die Barbaren genannt worden sind, in jene nördlichen Menschen, welche aus ihrer Natur heraus, ich möchte sagen, ihr eigenes Wesen zusammenfassend ihr Ich fühlten und aus dem ganzen Menschen im Physisch-Sinnlichen, aus der menschlich-physisch-sinnlichen Ich-Verkörperung heraus sich begriffen und nun auch dasjenige begreifen wollten, was als schlichte Erzählung sich bis zu ihnen fortpflanzte von den Vorgängen in Palästina. Und so stießen zusammen in dieser barbarischen Welt die schlichte Erzählung von den Vorgängen in Palästina mit dem, was Ich-Gefühl, ich möchte sagen, Bluts-Ich-Gefühl war, namentlich in der mittleren europäischen Welt und in der nordischen europäischen Welt. Diese Dinge stießen zusammen. Und man wollte begreifen, aus diesem Ich-Erfassen des Menschen heraus wollte man begreifen die schlichte Erzählung über die Vorgänge in Palästina. Ihren tieferen Gehalt wollte man nicht erfassen. Mit Weisheit wollte man sie nicht durchdringen. Man wollte sie nur eben in das Physisch-Sinnlich-Menschliche hereinziehen.

[ 6 ] Aber in dieser westlichen Welt war man in einer ganz besonderen Weise auf das Christentum vorbereitet und man war so vorbereitet, daß der Mensch sich aus seiner physischen Natur heraus erfaßte, sein Ich fühlte aus seiner physischen Natur heraus. Es zeigte sich da der Unterschied, als gewissermaßen das Christentum durchging durch die griechische Welt und diese griechische Welt abschmolz, es zeigte sich der gewaltige Unterschied dieses griechischen Christentums und desjenigen Christentums, das dann das eigentlich staatliche Christentum war, das Hertschaftschristentum, das romanische Christentum. Und es zeigte sich dann mehr vom Norden herein jenes Christentum, welches hineingegossen wurde in die nördlichen Menschen, die von den Griechen und Römern die Barbaren genannt worden sind, in jene nördlichen Menschen, welche aus ihrer Natur heraus, ich möchte sagen, ihr eigenes Wesen zusammenfassend ihr Ich fühlten und aus dem ganzen Menschen im Physisch-Sinnlichen, aus der menschlich-physisch-sinnlichen Ich-Verkörperung heraus sich begriffen und nun auch dasjenige begreifen wollten, was als schlichte Erzählung sich bis zu ihnen fortpflanzte von den Vorgängen in Palästina. Und so stießen zusammen in dieser barbarischen Welt die schlichte Erzählung von den Vorgängen in Palästina mit dem, was Ich-Gefühl, ich möchte sagen, Bluts-Ich-Gefühl war, namentlich in der mittleren europäischen Welt und in der nordischen europäischen Welt. Diese Dinge stießen zusammen. Und man wollte begreifen, aus diesem Ich-Erfassen des Menschen heraus wollte man begreifen die schlichte Erzählung über die Vorgänge in Palästina. Ihren tieferen Gehalt wollte man nicht erfassen. Mit Weisheit wollte man sie nicht durchdringen. Man wollte sie nur eben in das Physisch-Sinnlich-Menschliche hereinziehen.

[ 7 ] Man sieht, wie im «Heliand» ganz vermenschlicht und ganz in die europäische menschliche Welt, in diese Ich-Welt hereingezogen erscheinen diese Erzählungen über die Vorgänge in Palästina. Wir sehen, wie da alles vermenschlicht wird, wie da kein Vermögen vorhanden ist, so wie es Griechenland gemacht hat, mit Weisheitsgut zu durchdringen das Mysterium von Golgatha. Und es entwickelte sich der Drang, ohne Aufblick zum Übersinnlichen auch als schlichte menschliche Vorgänge darzustellen das Wirken des Christus Jesus in der Welt, immer mehr und mehr diese Erzählungen zu vermenschlichen. Und dahinein wurde geschoben dasjenige, was sich vom romanisch-christlichen Imperium dogmatisch als Konzilsbeschlüsse ausbreitete; wie zwei einander fremde Welten schoben sich diese ineinander, jenes Christentum, welches sozusagen vereuropäisierte die Palästinaerzählung, und jenes Christentum, welches verjuristet-romanisiertes Griechentum war, abstrakt geworden war. Das ist dasjenige, was nun in den Jahrhunderten fortlebte, und in das sich hineinstellen konnten nur einzelne in der Weise, wie ich es gestern erzählt habe von den Weisen, die die Vorstellung über den Gral ausgebildet haben und die darauf hingewiesen haben, daß ja einstmals in orientalische Weisheit gekleidet war der Impuls des Christentums, daß aber der Träger dieser orientalischen Auffassung, die Heilige Gralsschale, der Heilige Gral nach Europa nur so gebracht werden konnte, daß er über der Erde schwebend gehalten wurde von überirdischen Geistern, und dann erst ihm eine verborgene Burg gebaut wurde, die Gralsburg auf dem Montsalvatsch. Aber es war auch zugleich daran die Vorstellung gefügt, daß der Mensch sich allein durch unwegsame Gebiete nähern könne demjenigen, was die Wunder des Heiligen Grales sind. Dann sagten diese Weisen nicht: Sechzig Meilen ist der Umkreis, den man unwegsam zu absolvieren hat, wenn man zu den Wundern des Grales kommen will —, sondern dann sagten sie in einer viel esoterischeren Weise, wie dieser Weg zum Heiligen Gral eigentlich ist, dann sagten sie: Oh, diese Menschen Europas, sie kommen nicht zu dem Heiligen Gral, denn der Weg, den sie gehen sollen, um zum Heiligen Gral zu kommen, der ist so weit, wie der Weg von der Geburt bis zum Tode, und erst, wenn die Menschen am Tode ankommen, indem sie den für Europa unwegsamen Weg durchgemacht haben, der da sich erstreckt von der Geburt bis zum Tode, erst dann kommen sie bei der Gralsburg auf dem Montsalvatsch an. — Das war im Grunde genommen das esoterische Geheimnis, das dem Schüler mitgeteilt wurde. Mitgeteilt wurde den Schülern — weil noch nicht erwacht war die Zeit, in der die Menschen mit klarem Bewußtsein sehen konnten, wie die geistige Welt wiederum gefunden werden kann -, mitgeteilt wurde den Schülern aus diesem Grunde, daß sie nur in einzelnen Lichtblitzen hineinkommen können zu der heiligen Gralsburg. Aber besonders tief wurde ihnen eingeschärft, daß sie zu fragen hatten, daß die Zeit gekommen sei in der Menschheitsentwickelung, in der der Mensch, wenn er nicht frägt, das heißt, wenn er nicht sein Inneres entwickelt, wenn er nicht aus sich heraus den Impuls der Wahrheit sucht, wenn er passiv bleibt, er nicht zu einem Erleben seines Selbstes kommen könne. — Denn der Mensch muß sein Ich finden aus seiner physischen Organisation heraus. Und dieses Ich, das aus der physischen Organisation heraus sich findet, das muß durch seine eigene Kraft sich wiederum hinaufschwingen, um sich da zu sehen, wo selbst noch in der älteren griechischen Zivilisation dieses Selbst gesehen worden ist, in übersinnlichen Welten. Das Ich muß sich erst wiederum hinaufheben, um sich zu erkennen als ein Übersinnliches. |

[ 7 ] Man sieht, wie im «Heliand» ganz vermenschlicht und ganz in die europäische menschliche Welt, in diese Ich-Welt hereingezogen erscheinen diese Erzählungen über die Vorgänge in Palästina. Wir sehen, wie da alles vermenschlicht wird, wie da kein Vermögen vorhanden ist, so wie es Griechenland gemacht hat, mit Weisheitsgut zu durchdringen das Mysterium von Golgatha. Und es entwickelte sich der Drang, ohne Aufblick zum Übersinnlichen auch als schlichte menschliche Vorgänge darzustellen das Wirken des Christus Jesus in der Welt, immer mehr und mehr diese Erzählungen zu vermenschlichen. Und dahinein wurde geschoben dasjenige, was sich vom romanisch-christlichen Imperium dogmatisch als Konzilsbeschlüsse ausbreitete; wie zwei einander fremde Welten schoben sich diese ineinander, jenes Christentum, welches sozusagen vereuropäisierte die Palästinaerzählung, und jenes Christentum, welches verjuristet-romanisiertes Griechentum war, abstrakt geworden war. Das ist dasjenige, was nun in den Jahrhunderten fortlebte, und in das sich hineinstellen konnten nur einzelne in der Weise, wie ich es gestern erzählt habe von den Weisen, die die Vorstellung über den Gral ausgebildet haben und die darauf hingewiesen haben, daß ja einstmals in orientalische Weisheit gekleidet war der Impuls des Christentums, daß aber der Träger dieser orientalischen Auffassung, die Heilige Gralsschale, der Heilige Gral nach Europa nur so gebracht werden konnte, daß er über der Erde schwebend gehalten wurde von überirdischen Geistern, und dann erst ihm eine verborgene Burg gebaut wurde, die Gralsburg auf dem Montsalvatsch. Aber es war auch zugleich daran die Vorstellung gefügt, daß der Mensch sich allein durch unwegsame Gebiete nähern könne demjenigen, was die Wunder des Heiligen Grales sind. Dann sagten diese Weisen nicht: Sechzig Meilen ist der Umkreis, den man unwegsam zu absolvieren hat, wenn man zu den Wundern des Grales kommen will —, sondern dann sagten sie in einer viel esoterischeren Weise, wie dieser Weg zum Heiligen Gral eigentlich ist, dann sagten sie: Oh, diese Menschen Europas, sie kommen nicht zu dem Heiligen Gral, denn der Weg, den sie gehen sollen, um zum Heiligen Gral zu kommen, der ist so weit, wie der Weg von der Geburt bis zum Tode, und erst, wenn die Menschen am Tode ankommen, indem sie den für Europa unwegsamen Weg durchgemacht haben, der da sich erstreckt von der Geburt bis zum Tode, erst dann kommen sie bei der Gralsburg auf dem Montsalvatsch an. — Das war im Grunde genommen das esoterische Geheimnis, das dem Schüler mitgeteilt wurde. Mitgeteilt wurde den Schülern — weil noch nicht erwacht war die Zeit, in der die Menschen mit klarem Bewußtsein sehen konnten, wie die geistige Welt wiederum gefunden werden kann -, mitgeteilt wurde den Schülern aus diesem Grunde, daß sie nur in einzelnen Lichtblitzen hineinkommen können zu der heiligen Gralsburg. Aber besonders tief wurde ihnen eingeschärft, daß sie zu fragen hatten, daß die Zeit gekommen sei in der Menschheitsentwickelung, in der der Mensch, wenn er nicht frägt, das heißt, wenn er nicht sein Inneres entwickelt, wenn er nicht aus sich heraus den Impuls der Wahrheit sucht, wenn er passiv bleibt, er nicht zu einem Erleben seines Selbstes kommen könne. — Denn der Mensch muß sein Ich finden aus seiner physischen Organisation heraus. Und dieses Ich, das aus der physischen Organisation heraus sich findet, das muß durch seine eigene Kraft sich wiederum hinaufschwingen, um sich da zu sehen, wo selbst noch in der älteren griechischen Zivilisation dieses Selbst gesehen worden ist, in übersinnlichen Welten. Das Ich muß sich erst wiederum hinaufheben, um sich zu erkennen als ein Übersinnliches. |

[ 8 ] Im alten Orient sah man, was in dem astralischen Leibe vorging, und in dem astralischen Leibe sah man die Folge der früheren Erdenleben. Daher sprach man da von Karma. In Griechenland war die Vorstellung bereits abgeschattet. Man nahm nur noch dumpf astralisch die Weltgeschehnisse war. Daher sprach man unbestimmt vom Schicksal, vom Fatum. Diese Anschauung vom Schicksal, vom Fatum, ist nur eine Abschwächung, eine Ablähmung der vollen konkreten Vorstellung des alten Orients von dem Durchgang des Menschen dutch die wiederholten Erdenleben, deren Folgen sich in dem Erleben innerhalb des astralischen Leibes, wenn auch nur instinktiv, abet doch ankündigten, so daß gesprochen werden konnte vom Karma, das sich ausbildete in den wiederholten Erdenleben, und dessen Folgen eben da waren in dem astralischen Erleben.

[ 8 ] Im alten Orient sah man, was in dem astralischen Leibe vorging, und in dem astralischen Leibe sah man die Folge der früheren Erdenleben. Daher sprach man da von Karma. In Griechenland war die Vorstellung bereits abgeschattet. Man nahm nur noch dumpf astralisch die Weltgeschehnisse war. Daher sprach man unbestimmt vom Schicksal, vom Fatum. Diese Anschauung vom Schicksal, vom Fatum, ist nur eine Abschwächung, eine Ablähmung der vollen konkreten Vorstellung des alten Orients von dem Durchgang des Menschen dutch die wiederholten Erdenleben, deren Folgen sich in dem Erleben innerhalb des astralischen Leibes, wenn auch nur instinktiv, abet doch ankündigten, so daß gesprochen werden konnte vom Karma, das sich ausbildete in den wiederholten Erdenleben, und dessen Folgen eben da waren in dem astralischen Erleben.

[ 9 ] Jetzt rückte man vor gegen den Westen zu in dem Ich-Erleben. Aber dieses Ich-Erleben war zunächst gebunden an den physischen Leib. Dieses Ich-Erleben war egoistisch in sich selber abgeschlossen. Dieses Ich-Erleben lebte zunächst in der Dumpfheit, das lebte, selbst wenn in ihm ein starker Impuls nach übersinnlichen Welten hin war, in der Dumpfheit; und Parzival, der pilgert nach dem Heiligen Gral, wird uns als ein Mensch in der Dumpfheit geschildert. Man muß es durchaus verstehen, daß, als der Mithrasdienst sich ausbreitete herüber aus dem Orient nach dem Westen, er von dem Westen zurückgewiesen wurde, nicht verstanden wurde. Denn der da auf dem Stier saß, der der Besieger werden sollte der niederen Kräfte, der fand sich ja selbst als aus niederen Kräften hervorgehend. Sah der westliche Mensch den auf dem Stiere reitenden Mithras, so verstand er dieses Wesen nicht, denn dieses Wesen konnte ja nicht dasjenige sein, was das Ich herausempfindet und -erlebt aus seiner physischen Organisation. Es verging, verglomm das Verständnis für diesen reitenden Mithras.

[ 9 ] Jetzt rückte man vor gegen den Westen zu in dem Ich-Erleben. Aber dieses Ich-Erleben war zunächst gebunden an den physischen Leib. Dieses Ich-Erleben war egoistisch in sich selber abgeschlossen. Dieses Ich-Erleben lebte zunächst in der Dumpfheit, das lebte, selbst wenn in ihm ein starker Impuls nach übersinnlichen Welten hin war, in der Dumpfheit; und Parzival, der pilgert nach dem Heiligen Gral, wird uns als ein Mensch in der Dumpfheit geschildert. Man muß es durchaus verstehen, daß, als der Mithrasdienst sich ausbreitete herüber aus dem Orient nach dem Westen, er von dem Westen zurückgewiesen wurde, nicht verstanden wurde. Denn der da auf dem Stier saß, der der Besieger werden sollte der niederen Kräfte, der fand sich ja selbst als aus niederen Kräften hervorgehend. Sah der westliche Mensch den auf dem Stiere reitenden Mithras, so verstand er dieses Wesen nicht, denn dieses Wesen konnte ja nicht dasjenige sein, was das Ich herausempfindet und -erlebt aus seiner physischen Organisation. Es verging, verglomm das Verständnis für diesen reitenden Mithras.

[ 10 ] Man kann sagen: Das alles mußte geschehen, denn das Ich mußte seinen Impuls in der physischen Organisation erleben. Das Ich mußte sich fest binden an die physische Organisation, aber es darf sich nicht in diesem Sich-fest-Fühlen in der physischen Organisation versteifen. — Es war das eine gewaltige Reaktion auf die Weisheitsgüter des Orients, als man im Westen immer mehr und mehr drang auf das aus dem reinen Physischen heraus sich Entwickelnde. Diese Reaktion mußte da sein. Es fand sich auch in Europa alles mögliche zusammen, um diese Reaktion zu einer recht starken zu machen. Aber sie durfte sich nicht länger als einige Jahrhunderte in dieses geistige Streben hinein erstrecken. Eine neue Geistigkeit ist ja dann heraufgezogen, aber eine abstrakte Geistigkeit, eine sublimierte Geistigkeit, eine filtrierte Geistigkeit seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts.

[ 10 ] Man kann sagen: Das alles mußte geschehen, denn das Ich mußte seinen Impuls in der physischen Organisation erleben. Das Ich mußte sich fest binden an die physische Organisation, aber es darf sich nicht in diesem Sich-fest-Fühlen in der physischen Organisation versteifen. — Es war das eine gewaltige Reaktion auf die Weisheitsgüter des Orients, als man im Westen immer mehr und mehr drang auf das aus dem reinen Physischen heraus sich Entwickelnde. Diese Reaktion mußte da sein. Es fand sich auch in Europa alles mögliche zusammen, um diese Reaktion zu einer recht starken zu machen. Aber sie durfte sich nicht länger als einige Jahrhunderte in dieses geistige Streben hinein erstrecken. Eine neue Geistigkeit ist ja dann heraufgezogen, aber eine abstrakte Geistigkeit, eine sublimierte Geistigkeit, eine filtrierte Geistigkeit seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts.

[ 11 ] Die Menschen haben die physische Astronomie ergriffen, auch die physische Medizin, und mußten zunächst diese Anregung aus diesem physisch erfühlten Ich-Impuls heraus haben. Aber es darf sich weiterhin nicht versteifen in der europäischen Zivilisation, wenn diese europäische Zivilisation nicht ihren Niedergang finden will. Und Niedergangskräfte sind ja genug schon da, Reste, die eben nur Reste sein sollten, die man als Reste erkennen sollte. Man bedenke nur einmal, wie gerade die modernste Theologie, ich habe das oftmals hervorgehoben, verloren hat die Möglichkeit, den Christus zu begreifen, wie sie immer mehr und mehr dazu gekommen ist, den Christus Jesus ganz zu verirdischen, ganz zu vermenschlichen, wie sie den «schlichten Mann aus Nazareth» an die Stelle des Christus Jesus setzte, wie in einem materialistisch gestalteten Herrschaftsverhältnis vom Romanismus aus immer mehr und mehr verloren wurde die lebendige Geistigkeit, durch die das Mysterium von Golgatha wirklich dem Menschen nahegebracht werden kann. Und man sehe, wie sich eine Wissenschaft herausentwickelt in der neueren Zeit, welche alles, was äußerlich ist, begreifen will, welche aber nicht herandringen will zum Menschen. Und man sehe, wie im Gefolge dieser Wissenschaft Impulse im sozialen Leben entstehen, die nur menschliche physische Ordnung herbeiführen wollen und die nicht durchdringen wollen die menschlichen physischen Ordnungen mit demjenigen, was das göttlich-geistige, das übersinnlich-geistige Prinzip ist.

[ 11 ] Die Menschen haben die physische Astronomie ergriffen, auch die physische Medizin, und mußten zunächst diese Anregung aus diesem physisch erfühlten Ich-Impuls heraus haben. Aber es darf sich weiterhin nicht versteifen in der europäischen Zivilisation, wenn diese europäische Zivilisation nicht ihren Niedergang finden will. Und Niedergangskräfte sind ja genug schon da, Reste, die eben nur Reste sein sollten, die man als Reste erkennen sollte. Man bedenke nur einmal, wie gerade die modernste Theologie, ich habe das oftmals hervorgehoben, verloren hat die Möglichkeit, den Christus zu begreifen, wie sie immer mehr und mehr dazu gekommen ist, den Christus Jesus ganz zu verirdischen, ganz zu vermenschlichen, wie sie den «schlichten Mann aus Nazareth» an die Stelle des Christus Jesus setzte, wie in einem materialistisch gestalteten Herrschaftsverhältnis vom Romanismus aus immer mehr und mehr verloren wurde die lebendige Geistigkeit, durch die das Mysterium von Golgatha wirklich dem Menschen nahegebracht werden kann. Und man sehe, wie sich eine Wissenschaft herausentwickelt in der neueren Zeit, welche alles, was äußerlich ist, begreifen will, welche aber nicht herandringen will zum Menschen. Und man sehe, wie im Gefolge dieser Wissenschaft Impulse im sozialen Leben entstehen, die nur menschliche physische Ordnung herbeiführen wollen und die nicht durchdringen wollen die menschlichen physischen Ordnungen mit demjenigen, was das göttlich-geistige, das übersinnlich-geistige Prinzip ist.

[ 12 ] Dabei ist es immer nur so, wie wenn in den Menschenseelen, in einigen Menschenseelen zurückbliebe so ein einzelner Lichtblick. ‚Wenn ein Strahl von dem, was noch immer in ihnen von diesem Astralischen lebt, mit diesem Ich sich vermischt, dann bekommen sie solche Lichtblicke, und es gehört zu den eindrucksvollsten Erscheinungen des neueren Europa, wenn wir sehen, wie aus dem Osten herüberstrahlt eine gewaltige Mahnung in der Religionsphilosophie, in der ganz, ich möchte sagen, in östliche Schwüle getauchten Religionsphilosophie des Solowjow, wie da herüberstrahlt etwas von dem: es müsse durchdringen die irdische soziale Ordnung ein Übersinnlich-Geistiges. Wir sehen gewissermaßen, wie dieser Solowjow eine Art Christus-Staat träumt. Er kann diesen Christus-Staat träumen, weil letzte Reste eines das Ich durchstrahlenden astralischen subjektiven Erlebens in ihm sind.

[ 12 ] Dabei ist es immer nur so, wie wenn in den Menschenseelen, in einigen Menschenseelen zurückbliebe so ein einzelner Lichtblick. ‚Wenn ein Strahl von dem, was noch immer in ihnen von diesem Astralischen lebt, mit diesem Ich sich vermischt, dann bekommen sie solche Lichtblicke, und es gehört zu den eindrucksvollsten Erscheinungen des neueren Europa, wenn wir sehen, wie aus dem Osten herüberstrahlt eine gewaltige Mahnung in der Religionsphilosophie, in der ganz, ich möchte sagen, in östliche Schwüle getauchten Religionsphilosophie des Solowjow, wie da herüberstrahlt etwas von dem: es müsse durchdringen die irdische soziale Ordnung ein Übersinnlich-Geistiges. Wir sehen gewissermaßen, wie dieser Solowjow eine Art Christus-Staat träumt. Er kann diesen Christus-Staat träumen, weil letzte Reste eines das Ich durchstrahlenden astralischen subjektiven Erlebens in ihm sind.

[ 13 ] Halten wir neben diese Träume eines durchchristeten Staates, halten wir daneben dasjenige, was mit der Ablehnung allesGeistigen nunmehr im Osten aufgerichtet worden ist, das, was nur Niedergangsktäfte in sich birgt — ein ungeheurer, ein kolossaler Kontrast! Die Welt müßte aufmerksam werden auf einen solchen kolossalen Kontrast. Und wenn man heute schon Distanz genug hätte, diese Dinge zu sehen, man würde hinstellen auf die eine Seite den Forderer des durchchristeten Staates, des durchchristeten sozialen Gebildes, Solowjow, man würde ihn betrachten als jemanden, der noch von orientalischem Wesen angeregt war und gewissermaßen einen letzten Funken hinwarf in dieses erstarrende Europa, um es von diesem Gesichtspunkte aus zu beleben. Man würde dann auf der anderen Seite ruhig zusammenstellen können den Zaren Nikolaus oder seine Vorgänger und den Zaren Lenin, denn daß sie verschieden schwatzen in die Weltenentwickelung der Menschheit hinein, das macht ihren Unterschied im Grunde genommen nicht aus. Nur das macht es aus, was an weltgestaltenden Kräften in ihnen lebt, und da lebt das gleiche in Lenin, das gleiche in dem russischen Zaren; da ist im Grunde genommen kein besonderer Unterschied. Es ist selbstverständlich schwer, innerhalb dieser durcheinanderwogenden, aus der Vorzeit in die europäische Zivilisation hereinragenden Kräfte sich zurechtzufinden. Ein Gewoge ist es zunächst, und zu suchen ist eine feste Richtung. In nichts anderem kann diese feste Richtung gefunden werden, als in dem Hinaufheben des Ich zu einem geistigen Be-. greifen der Welt. In einem geistigen Begreifen der Welt muß der christliche Impuls wiedergeboren werden. Was angestrebt worden ist für die äußere Welt seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, das muß für den Menschen angestrebt werden, der ganze Mensch muß aus der Welt heraus begriffen werden. Im Einklange muß geschaut werden Weltbegreifen und Menschheitsbegreifen. In Phasen, in Metamorphosen müssen wir die Erdenentwickelung begreifen. Frühere Verkörperungen unserer Erde müssen wir sehen, aber nicht müssen wir hinschauen auf menschenleere Urnebel. Hinschauen müssen wir auf Saturn, Sonne und Mond, welche schon durchtätigt waren von der Menschenwesenheit, hinschauen müssen wir, wie die jetzige Gestaltung der. Menschenwesenheit aus der Gestaltung der früheren Metamorphosen des Erdenplaneten entstanden ist, wie da schon die menschliche Gestaltung ebenfalls in früher Phase tätig wat. Den Menschen müssen wir erkennen in der Welt, und aus dieser Erkenntnis des Menschen in der Welt wird auch wiederum ein Verständnis hervorquellen können des Mysteriums von Golgatha. Die Menschen müssen lernen zu verstehen, warum eine unwegsarne Gegend um die Gralsburg herum ist, warum der Weg zwischen der Geburt und dem Tode unwegsam ist. Und wenn sie verstehen, warum et unwegsam ist, wenn sie verstehen, daß das Ich sich darinnen nun erfühlt aus der physischen Organisation heraus, wenn sie fühlen, wie unmöglich eine bloße physische Astronomie ist, wenn sie fühlen, wie unmöglich eine bloße physische Medizin ist, dann werden sie sich selbst die Wege bahnen, dann werden sie in dieses bisher unwegsame Leben zwischen der Geburt und dem Tode etwas hineinbringen, was durch die eigene Seelenarbeit des Menschen entsteht. Aus dem Material der Seele, des Geistes heraus selber müssen die Werkzeuge geschaffen werden, durch die zustande kommen die Spatenstiche auf jenem Felde, das ein Seelisches sein muß, das hinführt zur Gralsburg, zum Geheimnis des Brotes und des Blutes, zur Erfüllung des Wortes: Tuet dies zu meinem Angedenken. - Denn vergessen ist dieses Angedenken, unbewußt ist worden dasjenige, was in den Worten lebt: Tuet dieses zu meinem Angedenken. Denn man tut dieses zum Angedenken an den großen Moment von Golgatha, wenn man versteht, in dem Symbolum des Brotes, das heißt desjenigen, was aus der Erde sich heraus entwickelt durch die Synthesis der kosmischen Kräfte, und wenn man versteht, in einer wiederum durchgeistigten Kosmologie und Astronomie die Welt zu begreifen, und wenn man lernt, den Menschen zu verstehen aus demjenigen, was sein Extrakt ist, das dasjenige ist, wo das Geistige in ihm unmittelbar eingreift, wenn man versteht das Mysterium des Blutes. Hingefunden werden muß durch die Arbeit am Inneren der Menschenseelen der Weg zum Heiligen Gral. Das ist eine Erkenntnisaufgabe, das ist eine soziale Aufgabe. Das ist aber auch eine Aufgabe, welche im weitesten Umfange in der Gegenwart gehaßt wird.

[ 13 ] Halten wir neben diese Träume eines durchchristeten Staates, halten wir daneben dasjenige, was mit der Ablehnung allesGeistigen nunmehr im Osten aufgerichtet worden ist, das, was nur Niedergangsktäfte in sich birgt — ein ungeheurer, ein kolossaler Kontrast! Die Welt müßte aufmerksam werden auf einen solchen kolossalen Kontrast. Und wenn man heute schon Distanz genug hätte, diese Dinge zu sehen, man würde hinstellen auf die eine Seite den Forderer des durchchristeten Staates, des durchchristeten sozialen Gebildes, Solowjow, man würde ihn betrachten als jemanden, der noch von orientalischem Wesen angeregt war und gewissermaßen einen letzten Funken hinwarf in dieses erstarrende Europa, um es von diesem Gesichtspunkte aus zu beleben. Man würde dann auf der anderen Seite ruhig zusammenstellen können den Zaren Nikolaus oder seine Vorgänger und den Zaren Lenin, denn daß sie verschieden schwatzen in die Weltenentwickelung der Menschheit hinein, das macht ihren Unterschied im Grunde genommen nicht aus. Nur das macht es aus, was an weltgestaltenden Kräften in ihnen lebt, und da lebt das gleiche in Lenin, das gleiche in dem russischen Zaren; da ist im Grunde genommen kein besonderer Unterschied. Es ist selbstverständlich schwer, innerhalb dieser durcheinanderwogenden, aus der Vorzeit in die europäische Zivilisation hereinragenden Kräfte sich zurechtzufinden. Ein Gewoge ist es zunächst, und zu suchen ist eine feste Richtung. In nichts anderem kann diese feste Richtung gefunden werden, als in dem Hinaufheben des Ich zu einem geistigen Be-. greifen der Welt. In einem geistigen Begreifen der Welt muß der christliche Impuls wiedergeboren werden. Was angestrebt worden ist für die äußere Welt seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, das muß für den Menschen angestrebt werden, der ganze Mensch muß aus der Welt heraus begriffen werden. Im Einklange muß geschaut werden Weltbegreifen und Menschheitsbegreifen. In Phasen, in Metamorphosen müssen wir die Erdenentwickelung begreifen. Frühere Verkörperungen unserer Erde müssen wir sehen, aber nicht müssen wir hinschauen auf menschenleere Urnebel. Hinschauen müssen wir auf Saturn, Sonne und Mond, welche schon durchtätigt waren von der Menschenwesenheit, hinschauen müssen wir, wie die jetzige Gestaltung der. Menschenwesenheit aus der Gestaltung der früheren Metamorphosen des Erdenplaneten entstanden ist, wie da schon die menschliche Gestaltung ebenfalls in früher Phase tätig wat. Den Menschen müssen wir erkennen in der Welt, und aus dieser Erkenntnis des Menschen in der Welt wird auch wiederum ein Verständnis hervorquellen können des Mysteriums von Golgatha. Die Menschen müssen lernen zu verstehen, warum eine unwegsarne Gegend um die Gralsburg herum ist, warum der Weg zwischen der Geburt und dem Tode unwegsam ist. Und wenn sie verstehen, warum et unwegsam ist, wenn sie verstehen, daß das Ich sich darinnen nun erfühlt aus der physischen Organisation heraus, wenn sie fühlen, wie unmöglich eine bloße physische Astronomie ist, wenn sie fühlen, wie unmöglich eine bloße physische Medizin ist, dann werden sie sich selbst die Wege bahnen, dann werden sie in dieses bisher unwegsame Leben zwischen der Geburt und dem Tode etwas hineinbringen, was durch die eigene Seelenarbeit des Menschen entsteht. Aus dem Material der Seele, des Geistes heraus selber müssen die Werkzeuge geschaffen werden, durch die zustande kommen die Spatenstiche auf jenem Felde, das ein Seelisches sein muß, das hinführt zur Gralsburg, zum Geheimnis des Brotes und des Blutes, zur Erfüllung des Wortes: Tuet dies zu meinem Angedenken. - Denn vergessen ist dieses Angedenken, unbewußt ist worden dasjenige, was in den Worten lebt: Tuet dieses zu meinem Angedenken. Denn man tut dieses zum Angedenken an den großen Moment von Golgatha, wenn man versteht, in dem Symbolum des Brotes, das heißt desjenigen, was aus der Erde sich heraus entwickelt durch die Synthesis der kosmischen Kräfte, und wenn man versteht, in einer wiederum durchgeistigten Kosmologie und Astronomie die Welt zu begreifen, und wenn man lernt, den Menschen zu verstehen aus demjenigen, was sein Extrakt ist, das dasjenige ist, wo das Geistige in ihm unmittelbar eingreift, wenn man versteht das Mysterium des Blutes. Hingefunden werden muß durch die Arbeit am Inneren der Menschenseelen der Weg zum Heiligen Gral. Das ist eine Erkenntnisaufgabe, das ist eine soziale Aufgabe. Das ist aber auch eine Aufgabe, welche im weitesten Umfange in der Gegenwart gehaßt wird.

[ 14 ] Denn was die Menschen vermöge ihres Darinnenstehens in der Ich-Erziehung der westlichen Zivilisation in sich entwickeln, das ist vor allen Dingen eine Sehnsucht, innerlich-seelisch passiv zu bleiben, sich nicht aus dem Weltendasein geben zu lassen, was die Seelen vorwärtsbringen sollte. Das aktive Erfassen der Seelenkräfte, das innerliche Erleben, das ja nicht gleich eine okkulte Entwickelung zu sein braucht, sondern das Erleben des Seelischen überhaupt, das ist das, was eine Menschheit in Europa nicht will, welche fortsetzen will, was für das uns unmittelbar vorangegangene Zeitalter selbstverständlich war: die Ich-Entwickelung, was aber hineinführt in den krassesten Egoismus, in das blindeste Wüten der Instinkte, wenn es ausgedehnt wird über seine Zeit hinaus. In die nationalen Chauvinismen hinein hat sich dieses über sein Zeitmaß hinaus erstreckende Ich-Gefühl zunächst begeben; in den nationalen Chauvinismen erscheint es, und aus den nationalen Chauvinismen kommen die Geister heraus, welche den Weg zum Heiligen Gral unwegsam erhalten wollen. Aber die Verpflichtung ist ja, alles zu tun, was getan werden kann, um die Menschenseelen aufzurufen zur Aktivität sowohl auf dem Erkenntnisgebiete wie auf sozialem Gebiete. Aber gegen einen solchen Aufruf erstehen eben alle diejenigen Kräfte, die von Haß erfüllt sind gegen diese Aktivität der Seele. Hat man denn die Menschen nicht lange genug dazu erzogen,daß sie sich gesagt haben: Wir sollen als ketzerisch ansehen die eigene Arbeit der Seelen, um von Schuld frei zu werden, wir sollen das Sünden- und Schuldbewutßtsein recht entwickeln, denn wir sollen nicht durch uns vorwärtskommen, wir sollen in Passivität durch den Christus auch erlöst werden?

[ 14 ] Denn was die Menschen vermöge ihres Darinnenstehens in der Ich-Erziehung der westlichen Zivilisation in sich entwickeln, das ist vor allen Dingen eine Sehnsucht, innerlich-seelisch passiv zu bleiben, sich nicht aus dem Weltendasein geben zu lassen, was die Seelen vorwärtsbringen sollte. Das aktive Erfassen der Seelenkräfte, das innerliche Erleben, das ja nicht gleich eine okkulte Entwickelung zu sein braucht, sondern das Erleben des Seelischen überhaupt, das ist das, was eine Menschheit in Europa nicht will, welche fortsetzen will, was für das uns unmittelbar vorangegangene Zeitalter selbstverständlich war: die Ich-Entwickelung, was aber hineinführt in den krassesten Egoismus, in das blindeste Wüten der Instinkte, wenn es ausgedehnt wird über seine Zeit hinaus. In die nationalen Chauvinismen hinein hat sich dieses über sein Zeitmaß hinaus erstreckende Ich-Gefühl zunächst begeben; in den nationalen Chauvinismen erscheint es, und aus den nationalen Chauvinismen kommen die Geister heraus, welche den Weg zum Heiligen Gral unwegsam erhalten wollen. Aber die Verpflichtung ist ja, alles zu tun, was getan werden kann, um die Menschenseelen aufzurufen zur Aktivität sowohl auf dem Erkenntnisgebiete wie auf sozialem Gebiete. Aber gegen einen solchen Aufruf erstehen eben alle diejenigen Kräfte, die von Haß erfüllt sind gegen diese Aktivität der Seele. Hat man denn die Menschen nicht lange genug dazu erzogen,daß sie sich gesagt haben: Wir sollen als ketzerisch ansehen die eigene Arbeit der Seelen, um von Schuld frei zu werden, wir sollen das Sünden- und Schuldbewutßtsein recht entwickeln, denn wir sollen nicht durch uns vorwärtskommen, wir sollen in Passivität durch den Christus auch erlöst werden?

[ 15 ] Den Christus verkennt man, wenn man ihn nicht so erkennt, daß er diejenige Weltenkraft ist, die sich ganz mit uns vereinigt, wenn wir uns durch Fragen, durch innere Aktivität zu ihm hindurcharbeiten. Und überall sieht man heute aufstehen aus den Bekenntnissen heraus, aus der Theologie, aus denjenigen, die mit der Theologie immer verbunden waren, aus dem Soldatentum, aus der Wissenschaft, überall sieht man diejenigen Mächte heute aufsteigen, die den Weg der Aktivität verbauen wollen.

[ 15 ] Den Christus verkennt man, wenn man ihn nicht so erkennt, daß er diejenige Weltenkraft ist, die sich ganz mit uns vereinigt, wenn wir uns durch Fragen, durch innere Aktivität zu ihm hindurcharbeiten. Und überall sieht man heute aufstehen aus den Bekenntnissen heraus, aus der Theologie, aus denjenigen, die mit der Theologie immer verbunden waren, aus dem Soldatentum, aus der Wissenschaft, überall sieht man diejenigen Mächte heute aufsteigen, die den Weg der Aktivität verbauen wollen.

[ 16 ] Daß dies der Fall ist, darauf mußte ich seit langer Zeit hinweisen und seit langer Zeit mußte ich immer wieder und wiederum sagen: Was heraufzieht als gegnerische Mächte, das wird immer heftiger und heftiger werden; und bis heute ist das durchaus eingetroffen. Und nicht etwa ist es möglich, heute zu sagen, daß diese Gegnerschaft ihren Höhepunkt erreicht habe. Diese Gegnerschaft hat noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht. Diese Gegnerschaft hat eine starke organisierende Kraft im Zusammenfassen alles desjenigen, was zwar in Wirklichkeit zum Untergange bestimmt ist, was aber in seinem Untergehen durchaus für die Zeit aufhalten kann dasjenige, was mit den Aufgangskräften arbeitet. Und demgegenüber sind die Kräfte, die hinarbeiten zur Aktivität der Seelen, heute schwach. Diejenigen Kräfte sind schwach, welche aus dem Erfassen der geistigen Welt heraus die Aufgangskräfte zu den Kräften ihrer eigenen Seele machen wollen. Die Welt hat einen ahrimanischen Charakter angenommen. Denn das mußte geschehen, daß das Ich, indem es sich im Physischen erfaßte, dann, wenn es nicht zur rechten Zeit sich hinaufhebt zum geistigen Sich-Erfassen als eines Geisteswesens, daß es dann, wenn es im Physischen bleibt, von den ahrimanischen Mächten ergriffen wird. Und dieses Ergriffenwerden von den ahrimanischen Mächten, das sehen wit; das sehen wir daran, daß, sowenig es sich die schläfrigen Seelen gestehen wollen, geradezu eine Hinneigung zum Bösen heute sich überall geltend macht. Eine Hinneigung zum Bösen ist ja deutlich wahrzunehmen gerade in der Kampfesart, die zum Beispiel gegen anthroposophische Geisteswissenschaft und alles dasjenige unternommen wird, was mit dieser zusammenhängt. Aus den trübsten Pfützen wird dasjenige entnommen, mit dem heute Persönlichkeiten gegen anthroposophische Geisteswissenschaft kämpfen, die in der Welt sogar ein wissenschaftliches oder theologisches Ansehen genießen. Nicht wird gefragt nach der Wahrheit, sondern nur gesehen wird darauf, welche Verleumdung diesen Persönlichkeiten besser gefällt, welche Verleumdung ihnen sympathischer sein kann; es ist ein starkes Besessensein der Menschheit von den Kräften des Bösen, von der Liebe zum Bösen. Und wer heute nicht zu rechnen versteht mit dieser Liebe zum Bösen, mit diesem Immer-größer-und-größer-Werden gerade dieser Liebe zum Bösen in dem Kampf gegen anthroposophische Geisteswissenschaft, der wird ein Gefühl, eine Erkenntnis nicht in sich entwickeln können von dem, was noch alles heraufziehen wird an gegnerischen Kräften und gegnerischen Mächten. Seit Jahren wird gesprochen von mir von diesem Immer-größer-und-größer-Werden. Und wenn zunächst auch nichts anderes zu erlangen ist als ein deutliches Gefühl davon, dann muß wenigstens dieses deutliche Gefühl, das immerhin auch eine Macht ist, aufrechterhalten werden. Man muß hineinschauen in die Welt, wie sie uns heute umgibt, und man muß nüchternen Blickes sehen, was eigentlich mit so etwas gegeben ist, wie mit den Schmutzereien, die jetzt bei unseren Gegnern auftauchen und die um so mehr Eindruck machen, je trüberen Pfützen sie entstammen.

[ 16 ] Daß dies der Fall ist, darauf mußte ich seit langer Zeit hinweisen und seit langer Zeit mußte ich immer wieder und wiederum sagen: Was heraufzieht als gegnerische Mächte, das wird immer heftiger und heftiger werden; und bis heute ist das durchaus eingetroffen. Und nicht etwa ist es möglich, heute zu sagen, daß diese Gegnerschaft ihren Höhepunkt erreicht habe. Diese Gegnerschaft hat noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht. Diese Gegnerschaft hat eine starke organisierende Kraft im Zusammenfassen alles desjenigen, was zwar in Wirklichkeit zum Untergange bestimmt ist, was aber in seinem Untergehen durchaus für die Zeit aufhalten kann dasjenige, was mit den Aufgangskräften arbeitet. Und demgegenüber sind die Kräfte, die hinarbeiten zur Aktivität der Seelen, heute schwach. Diejenigen Kräfte sind schwach, welche aus dem Erfassen der geistigen Welt heraus die Aufgangskräfte zu den Kräften ihrer eigenen Seele machen wollen. Die Welt hat einen ahrimanischen Charakter angenommen. Denn das mußte geschehen, daß das Ich, indem es sich im Physischen erfaßte, dann, wenn es nicht zur rechten Zeit sich hinaufhebt zum geistigen Sich-Erfassen als eines Geisteswesens, daß es dann, wenn es im Physischen bleibt, von den ahrimanischen Mächten ergriffen wird. Und dieses Ergriffenwerden von den ahrimanischen Mächten, das sehen wit; das sehen wir daran, daß, sowenig es sich die schläfrigen Seelen gestehen wollen, geradezu eine Hinneigung zum Bösen heute sich überall geltend macht. Eine Hinneigung zum Bösen ist ja deutlich wahrzunehmen gerade in der Kampfesart, die zum Beispiel gegen anthroposophische Geisteswissenschaft und alles dasjenige unternommen wird, was mit dieser zusammenhängt. Aus den trübsten Pfützen wird dasjenige entnommen, mit dem heute Persönlichkeiten gegen anthroposophische Geisteswissenschaft kämpfen, die in der Welt sogar ein wissenschaftliches oder theologisches Ansehen genießen. Nicht wird gefragt nach der Wahrheit, sondern nur gesehen wird darauf, welche Verleumdung diesen Persönlichkeiten besser gefällt, welche Verleumdung ihnen sympathischer sein kann; es ist ein starkes Besessensein der Menschheit von den Kräften des Bösen, von der Liebe zum Bösen. Und wer heute nicht zu rechnen versteht mit dieser Liebe zum Bösen, mit diesem Immer-größer-und-größer-Werden gerade dieser Liebe zum Bösen in dem Kampf gegen anthroposophische Geisteswissenschaft, der wird ein Gefühl, eine Erkenntnis nicht in sich entwickeln können von dem, was noch alles heraufziehen wird an gegnerischen Kräften und gegnerischen Mächten. Seit Jahren wird gesprochen von mir von diesem Immer-größer-und-größer-Werden. Und wenn zunächst auch nichts anderes zu erlangen ist als ein deutliches Gefühl davon, dann muß wenigstens dieses deutliche Gefühl, das immerhin auch eine Macht ist, aufrechterhalten werden. Man muß hineinschauen in die Welt, wie sie uns heute umgibt, und man muß nüchternen Blickes sehen, was eigentlich mit so etwas gegeben ist, wie mit den Schmutzereien, die jetzt bei unseren Gegnern auftauchen und die um so mehr Eindruck machen, je trüberen Pfützen sie entstammen.

[ 17 ] Es ist schon notwendig, daß man sich mit dieser besonderen Eigenart, die immer mehr und mehr auftreten wird, mit dieser Liebe zum Bösen bekanntmacht und daß man nicht in einer schläfrigen Weise immer wieder und wiederum in Entschuldigungsgründen schwelgt, daß die Gegner von diesen Dingen überzeugt seien. Glauben Sie überhaupt, daß Sie in einem solchen Menschen, wie der, der als der neueste Gegner aufgetreten ist gegen anthroposophische Geisteswissenschaft, glauben Sie denn, daß in dem überhaupt die Möglichkeit einer inneren Überzeugungskraft vorhanden ist? — Es ist in ihm gar nicht die Möglichkeit einer Überzeugungskraft vorhanden. Er handelt aus ganz anderen Untergründen heraus. Und es ist schon, ich möchte sagen, ein schlauer Griff, gerade nach dieser Seite hin zu suchen, zu suchen nach derjenigen Art, die Dinge anzuschauen, die ja gerade darauf beruht, den Gegner zu täuschen. Wann ist man ein besserer Feldherr? - Wenn man besser den Gegner täuschen kann! - Wenn aber übertragen wird dieses Prinzip auf die Kampfesweise um die Wahrheit, dann ist dieser Kampf ein Kampf der Lüge, der personifizierten Lüge gegen die Wahrheit. Und damit muß man sich bekanntmachen, daß dieser Kampf der personifizier ten Lüge gegen die Wahrheit zu allem fähig ist, daß er dasjenige, was wir versuchten und versuchen, namentlich an äußeren Stützen zu gewinnen, um der Wahrheit Träger zu finden in der Zivilisation, . daß er uns das durchaus wird nehmen wollen. Es ist nicht über trieben, wenn gesagt wird: Alles dasjenige, was da ist als «Waldorf schule» und so weiter, als dieser Bau, es ist demgegenüber die tiefste, gründlichste Sehnsucht in der Welt vorhanden, uns das zu nehmen! Und wenn wir darauf nicht aufmerksam sind, wenn wir nicht einmal ein Gefühl von der ganzen Art und Weise dieser Kampfesweise in uns entwickeln, dann bleiben wir eben schlafende Seelen, dann er greifen wir doch nicht mit innerer Wachsamkeit dasjenige, was durch anthroposophische Geisteswissenschaft quellen will.

[ 17 ] Es ist schon notwendig, daß man sich mit dieser besonderen Eigenart, die immer mehr und mehr auftreten wird, mit dieser Liebe zum Bösen bekanntmacht und daß man nicht in einer schläfrigen Weise immer wieder und wiederum in Entschuldigungsgründen schwelgt, daß die Gegner von diesen Dingen überzeugt seien. Glauben Sie überhaupt, daß Sie in einem solchen Menschen, wie der, der als der neueste Gegner aufgetreten ist gegen anthroposophische Geisteswissenschaft, glauben Sie denn, daß in dem überhaupt die Möglichkeit einer inneren Überzeugungskraft vorhanden ist? — Es ist in ihm gar nicht die Möglichkeit einer Überzeugungskraft vorhanden. Er handelt aus ganz anderen Untergründen heraus. Und es ist schon, ich möchte sagen, ein schlauer Griff, gerade nach dieser Seite hin zu suchen, zu suchen nach derjenigen Art, die Dinge anzuschauen, die ja gerade darauf beruht, den Gegner zu täuschen. Wann ist man ein besserer Feldherr? - Wenn man besser den Gegner täuschen kann! - Wenn aber übertragen wird dieses Prinzip auf die Kampfesweise um die Wahrheit, dann ist dieser Kampf ein Kampf der Lüge, der personifizierten Lüge gegen die Wahrheit. Und damit muß man sich bekanntmachen, daß dieser Kampf der personifizier ten Lüge gegen die Wahrheit zu allem fähig ist, daß er dasjenige, was wir versuchten und versuchen, namentlich an äußeren Stützen zu gewinnen, um der Wahrheit Träger zu finden in der Zivilisation, . daß er uns das durchaus wird nehmen wollen. Es ist nicht über trieben, wenn gesagt wird: Alles dasjenige, was da ist als «Waldorf schule» und so weiter, als dieser Bau, es ist demgegenüber die tiefste, gründlichste Sehnsucht in der Welt vorhanden, uns das zu nehmen! Und wenn wir darauf nicht aufmerksam sind, wenn wir nicht einmal ein Gefühl von der ganzen Art und Weise dieser Kampfesweise in uns entwickeln, dann bleiben wir eben schlafende Seelen, dann er greifen wir doch nicht mit innerer Wachsamkeit dasjenige, was durch anthroposophische Geisteswissenschaft quellen will.

[ 18 ] Im Grunde genommen sollte eigentlich der Zeitpunkt nicht gekommen sein, wo man sich verwundert, daß die Gegner so werden konnten; denn das konnte lange voraus gewußt werden. Und wir stehen ja durchaus heute unter dem Eindrucke dessen, daß wir zuwenige Persönlichkeiten haben, die sich zu aktiven Trägern unserer Geistessttömung machen. Es ist im allgemeinen unter Menschen heute noch leichter, dutch Gewalt und Macht und Unrecht zu wirken als durch die Freiheit. Diejenige Wahrheit, die durch anthroposophische Geisteswissenschaft verkündet werden soll, sie darf nur rechnen auf die Freiheit der Menschen. Sie muß Frager finden. Und man darf gar nicht sagen: Warum hat diese Wahrheit nicht in sich selber durch göttlich-geistige Macht die Gewalt, die Seelen zu zwingen? — Das will sie nicht, das kann sie nicht. Sondern weil sie, was sie immer tun wird, die innere Freiheit, die Freiheit des Menschen überhaupt als das Unantastbarste ansehen wird. Soll der Mensch zur anthroposophischen Geisteswissenschaft mit seinem Urteil kommen, er muß ein Frager werden, er muß in der innersten Freiheit des Urteiles sich selber überzeugen. Gesprochen werden soll zu ihm das Wort von der geistigen Wahrheit; überzeugen muß er sich selber. Soll er mittätig sein im sozialen Leben, so muß er das aus dem innersten Impuls seines Herzens heraus tun. Frager müssen diejenigen Menschen werden, die im wahren Sinne des Wortes zur anthroposophischen Geisteswissenschaft gehören.

[ 18 ] Im Grunde genommen sollte eigentlich der Zeitpunkt nicht gekommen sein, wo man sich verwundert, daß die Gegner so werden konnten; denn das konnte lange voraus gewußt werden. Und wir stehen ja durchaus heute unter dem Eindrucke dessen, daß wir zuwenige Persönlichkeiten haben, die sich zu aktiven Trägern unserer Geistessttömung machen. Es ist im allgemeinen unter Menschen heute noch leichter, dutch Gewalt und Macht und Unrecht zu wirken als durch die Freiheit. Diejenige Wahrheit, die durch anthroposophische Geisteswissenschaft verkündet werden soll, sie darf nur rechnen auf die Freiheit der Menschen. Sie muß Frager finden. Und man darf gar nicht sagen: Warum hat diese Wahrheit nicht in sich selber durch göttlich-geistige Macht die Gewalt, die Seelen zu zwingen? — Das will sie nicht, das kann sie nicht. Sondern weil sie, was sie immer tun wird, die innere Freiheit, die Freiheit des Menschen überhaupt als das Unantastbarste ansehen wird. Soll der Mensch zur anthroposophischen Geisteswissenschaft mit seinem Urteil kommen, er muß ein Frager werden, er muß in der innersten Freiheit des Urteiles sich selber überzeugen. Gesprochen werden soll zu ihm das Wort von der geistigen Wahrheit; überzeugen muß er sich selber. Soll er mittätig sein im sozialen Leben, so muß er das aus dem innersten Impuls seines Herzens heraus tun. Frager müssen diejenigen Menschen werden, die im wahren Sinne des Wortes zur anthroposophischen Geisteswissenschaft gehören.

[ 19 ] Was erblicken wir auf der gegnerischen Seite? — Glauben Sie nicht, daß da nur diejenigen sich zusammen organisieren, die irgendwie einseitig sind in irgendeinem Bekenntnis. Nein, in Stuttgart wird in einer katholischen Kirche gepredigt: Gehet hinein zu dem Vortrag des Herrn vor Gleich, denn dadurch könnt ihr eure katholischen Seelen stärken, ihr könnt die Gegner eurer katholischen Seelen überwinden! - Und die katholischen Seelen gehen hinein, der katholische General von Gleich hält einen Vortrag und schließt mit einem Lutherlied! Schöne Vereinigung hüben und drüben, zusammen organisieren sich Gegner! — Es kommt nicht darauf an daß sie irgendwie in ihrem Glauben, in ihren Meinungen einig sind.

[ 19 ] Was erblicken wir auf der gegnerischen Seite? — Glauben Sie nicht, daß da nur diejenigen sich zusammen organisieren, die irgendwie einseitig sind in irgendeinem Bekenntnis. Nein, in Stuttgart wird in einer katholischen Kirche gepredigt: Gehet hinein zu dem Vortrag des Herrn vor Gleich, denn dadurch könnt ihr eure katholischen Seelen stärken, ihr könnt die Gegner eurer katholischen Seelen überwinden! - Und die katholischen Seelen gehen hinein, der katholische General von Gleich hält einen Vortrag und schließt mit einem Lutherlied! Schöne Vereinigung hüben und drüben, zusammen organisieren sich Gegner! — Es kommt nicht darauf an daß sie irgendwie in ihrem Glauben, in ihren Meinungen einig sind.

[ 20 ] Für uns kommt es aber an auf die Kraft, festzustehen auf dem als richtig erkannten Boden. Ja, es wird nichts unversucht bleiben, um diesen Boden zu untergraben, dessen können Sie sicher sein. Ich mußte das noch einmal aussprechen, gerade in Anlehnung an die Betrachtungen des Herganges der europäischen Zivilisation, denn es ist notwendig, daß wenigstens die Absicht entsteht, sich fest zu stellen auf den Boden, den wir als den richtigen erkennen müssen. Und es ist notwendig, daß man unter uns sich nicht den ja auch so beliebten Illusionen über die Gegnerschaften hingibt. Es wird darauf ausgegangen, uns den Boden zu unterhöhlen. An uns ist es, so viel zu arbeiten, als nur irgend geht, und wenn der Boden unterhöhlt werden sollte und wir hineinfielen in den Spalt, dann müßte unsere Arbeit dennoch so gewesen sein, daß sie ihren geistigen Weg durch die Welt findet. Denn was da auftritt, es ist das letzte Zucken einer untergehenden Welt; aber sie kann auch noch, wenn es das letzte Zucken ist, wie ein Tobsüchtiger um sich schlagen; man kann unter diesem tobsüchtigen Umsichschlagen sein Leben verlieren. Deshalb muß wenigstens erkannt werden, aus welchen Impulsen heraus das tobsüchtige Umsichschlagen geschieht. Mit kleinen Mitteln wird nichts erreicht; an das große müssen wir appellieren. Versuchen wir, gewachsen zu sein einem solchen Appellieren!

[ 20 ] Für uns kommt es aber an auf die Kraft, festzustehen auf dem als richtig erkannten Boden. Ja, es wird nichts unversucht bleiben, um diesen Boden zu untergraben, dessen können Sie sicher sein. Ich mußte das noch einmal aussprechen, gerade in Anlehnung an die Betrachtungen des Herganges der europäischen Zivilisation, denn es ist notwendig, daß wenigstens die Absicht entsteht, sich fest zu stellen auf den Boden, den wir als den richtigen erkennen müssen. Und es ist notwendig, daß man unter uns sich nicht den ja auch so beliebten Illusionen über die Gegnerschaften hingibt. Es wird darauf ausgegangen, uns den Boden zu unterhöhlen. An uns ist es, so viel zu arbeiten, als nur irgend geht, und wenn der Boden unterhöhlt werden sollte und wir hineinfielen in den Spalt, dann müßte unsere Arbeit dennoch so gewesen sein, daß sie ihren geistigen Weg durch die Welt findet. Denn was da auftritt, es ist das letzte Zucken einer untergehenden Welt; aber sie kann auch noch, wenn es das letzte Zucken ist, wie ein Tobsüchtiger um sich schlagen; man kann unter diesem tobsüchtigen Umsichschlagen sein Leben verlieren. Deshalb muß wenigstens erkannt werden, aus welchen Impulsen heraus das tobsüchtige Umsichschlagen geschieht. Mit kleinen Mitteln wird nichts erreicht; an das große müssen wir appellieren. Versuchen wir, gewachsen zu sein einem solchen Appellieren!

[ 21 ] Ich mußte dieses einschließen, damit gefühlt werde, daß wir in einem wichtigen, bedeutungsvollen, entscheidungsvollen Momente stehen und daß wir zu überlegen haben, wie wir die Kraft finden sollen, um durchzukommen.

[ 21 ] Ich mußte dieses einschließen, damit gefühlt werde, daß wir in einem wichtigen, bedeutungsvollen, entscheidungsvollen Momente stehen und daß wir zu überlegen haben, wie wir die Kraft finden sollen, um durchzukommen.