Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I
Human Beings as Physical and Spiritual Entities
in Their Relationship to the World
GA 205
16 June 1921, Stuttgart
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Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist I
Erster Vortrag
Erster Vortrag
[ 1 ] Es war mir ein Bedürfnis, trotzdem dieser mein Aufenthalt in Stuttgart andern Dingen gewidmet sein sollte, an diesem Abend zu Ihnen über ein anthroposophisches Thema zu sprechen, und ich will heute einiges mitteilen über das Verhältnis des Menschen zu der Weltumgebung dieses Menschen, insoferne diese Weltumgebung in das Wesen des Menschen hereinspielt. Ich möchte dieses Thema so gestalten, daß sein Inhalt ganz besonders bezüglich sein kann auf mancherlei, das notwendig ist, gegenüber dem zivilisatorischen Rückgang in unserer Zeit zu bedenken.
[ 1 ] Es war mir ein Bedürfnis, trotzdem dieser mein Aufenthalt in Stuttgart andern Dingen gewidmet sein sollte, an diesem Abend zu Ihnen über ein anthroposophisches Thema zu sprechen, und ich will heute einiges mitteilen über das Verhältnis des Menschen zu der Weltumgebung dieses Menschen, insoferne diese Weltumgebung in das Wesen des Menschen hereinspielt. Ich möchte dieses Thema so gestalten, daß sein Inhalt ganz besonders bezüglich sein kann auf mancherlei, das notwendig ist, gegenüber dem zivilisatorischen Rückgang in unserer Zeit zu bedenken.
[ 2 ] Wenn wir manches zusammennehmen, das wir im Laufe der Jahre aus anthroposophischer Geisteswissenschaft heraus kennengelernt haben über den Menschen, dann kann sich uns vieles zusammenfassen in jener Dreigliederung des Menschen, die ja auch schon öfters vor unsere Seelen hingetreten ist, in der Dreigliederung Geist, Seele, Leib. Wenn wir vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte auf unsere heutige Bildung, auf dasjenige hinschauen, was immer mehr und mehr unsere heutige Bildung durchdringt, dann müssen wir sagen, die Entwickelung der Menschheit ist allmählich dahin gekommen, eigentlich nur das Leibliche am Menschen der Betrachtung zu unterwerfen. In bezug auf diese Betrachtung des Leiblichen haben wir allerdings heute ein umfassendes Wissen und noch mehr ein Bestreben, dieses Leibliche in seiner Beziehung zu den übrigen Welterscheinungen kennenzulernen. Allein wir leben in dem Zeitpunkte, in dem immer mehr und mehr auch wiederum der Blick sich hinrichten muß auf das Seelische und auf das Geistige. Gerade wenn man das Leibliche so sorgfältig betrachtet, wie das durch die heute übliche Erkenntnis der Fall ist, so muß man eigentlich durch diese Betrachtung des Leiblichen hingelenkt werden auch zur Betrachtung des Seelischen und des Geistigen.
[ 2 ] Wenn wir manches zusammennehmen, das wir im Laufe der Jahre aus anthroposophischer Geisteswissenschaft heraus kennengelernt haben über den Menschen, dann kann sich uns vieles zusammenfassen in jener Dreigliederung des Menschen, die ja auch schon öfters vor unsere Seelen hingetreten ist, in der Dreigliederung Geist, Seele, Leib. Wenn wir vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte auf unsere heutige Bildung, auf dasjenige hinschauen, was immer mehr und mehr unsere heutige Bildung durchdringt, dann müssen wir sagen, die Entwickelung der Menschheit ist allmählich dahin gekommen, eigentlich nur das Leibliche am Menschen der Betrachtung zu unterwerfen. In bezug auf diese Betrachtung des Leiblichen haben wir allerdings heute ein umfassendes Wissen und noch mehr ein Bestreben, dieses Leibliche in seiner Beziehung zu den übrigen Welterscheinungen kennenzulernen. Allein wir leben in dem Zeitpunkte, in dem immer mehr und mehr auch wiederum der Blick sich hinrichten muß auf das Seelische und auf das Geistige. Gerade wenn man das Leibliche so sorgfältig betrachtet, wie das durch die heute übliche Erkenntnis der Fall ist, so muß man eigentlich durch diese Betrachtung des Leiblichen hingelenkt werden auch zur Betrachtung des Seelischen und des Geistigen.
[ 3 ] Ich möchte von Erscheinungen ausgehen, welche heute eigentlich gar nicht verstanden werden können, weil man nur das Leibliche betrachtet, und welche dennoch, ich möchte sagen, als große Fragen da sind vor dem Menschen. Wenn wir das menschliche Leibliche betrachten, so fügt es sich ein in die ganze Naturordnung, und die Erkenntnis hat sich allmählich bemüht, diese Naturordnung ganz zusammenzusetzen aus notwendig zusammenhängenden Ursachen und Wirkungen. Eingegliedert denkt man sich auch das menschliche Leibliche in diese Kette von Ursachen und Wirkungen und erklärt es daraus. Das ist ja im weiteren und eigentlichen Sinne der materialistische Charakter unseres heutigen Erkennens, daß man den Blick nur hinrichtet auf die natürlichen Ursachen und Wirkungen und die Art, wie sich das menschliche Leibliche herausgliedert aus diesen Ursachen und Wirkungen mit einer Art mechanischer Notwendigkeit.
[ 3 ] Ich möchte von Erscheinungen ausgehen, welche heute eigentlich gar nicht verstanden werden können, weil man nur das Leibliche betrachtet, und welche dennoch, ich möchte sagen, als große Fragen da sind vor dem Menschen. Wenn wir das menschliche Leibliche betrachten, so fügt es sich ein in die ganze Naturordnung, und die Erkenntnis hat sich allmählich bemüht, diese Naturordnung ganz zusammenzusetzen aus notwendig zusammenhängenden Ursachen und Wirkungen. Eingegliedert denkt man sich auch das menschliche Leibliche in diese Kette von Ursachen und Wirkungen und erklärt es daraus. Das ist ja im weiteren und eigentlichen Sinne der materialistische Charakter unseres heutigen Erkennens, daß man den Blick nur hinrichtet auf die natürlichen Ursachen und Wirkungen und die Art, wie sich das menschliche Leibliche herausgliedert aus diesen Ursachen und Wirkungen mit einer Art mechanischer Notwendigkeit.
[ 4 ] Aber da treten vor den Menschen sogleich gewisse Erscheinungen hin, die allerdings in gewissem Sinne abnorme Erscheinungen sind, die aber wie große Rätsel, wie Fragezeichen dastehen, wenn man bloß stehenbleibt bei der rein natürlichen Erklärung nach Ursache und Wirkung. Wir sehen, wie sich die menschliche Leiblichkeit entfaltet. Der Naturforscher kommt und sucht dieselben Gesetze im menschlichen Leibe, die er draußen in der übrigen Natur sucht. Er sagt vielleicht, sie seien nur komplizierter im menschlichen Leibe, aber sie seien dieselben Gesetze, die auch draußen in der Natur sind. Und siehe da, wir sehen einzelne Gesetze, aus denen heraus, allerdings in abnormer Weise, sich gewisse Erscheinungen bilden, welche unmöglich zunächst in diesen Gang der Naturereignisse eingegliedert werden können. Der materialistische Denker bemüht sich — er ist allerdings heute noch nicht dazugekommen, aber er betrachtet es als ein Ideal —, das gewöhnliche Wollen im Menschen, das gewöhnliche Fühlen im Menschen, das Denken oder Vorstellen im Menschen so als Wirkungen der leiblichen Vorgänge zu erklären, wie wir etwa die Flamme erklären durch die Verbrennung des Brennstoffes. Und man kann durchaus sagen, wenn auch natürlich solche Erklärungen heute noch nicht erreicht sind, so darf in einer gewissen Weise der Naturforscher sagen, es werde einmal die Zeit kommen, wo man auch aus der menschlichen Leiblichkeit heraus erklären wird das Denken, das Fühlen, das Wollen, wie man erklärt die Flamme aus dem Verbrennen des Brennstoffes. Wie aber müßten wir uns zum Beispiel zum menschlichen Vorstellen verhalten, wenn diese Anschauung restlos richtig wäre? Wir unterscheiden solche Vorstellungen im Leben, die wir annehmen, weil wir sie als richtig bezeichnen können, und solche Vorstellungen, die wir abweisen, weil wir sie als unrichtig bezeichnen, weil wir von ihnen sagen, sie seien ein Irrtum. Aber in der Naturordnung kann doch nur alles aus den Ursachen folgen und regelrechte Wirkung der Ursachen sein. Wir können also gemäß der Naturordnung sagen: Der Irrtum, die Täuschung, sie gehen ebenso hervor aus notwendigen Ursachen wie die richtige, die berechtigte Vorstellung. — Da also kommen wir schon vor ein Rätsel: Warum bedingen die Erscheinungen der Natur, die doch alle notwendig sein sollen, das eine Mal im Menschen das Wahre, das andere Mal das Falsche?
[ 4 ] Aber da treten vor den Menschen sogleich gewisse Erscheinungen hin, die allerdings in gewissem Sinne abnorme Erscheinungen sind, die aber wie große Rätsel, wie Fragezeichen dastehen, wenn man bloß stehenbleibt bei der rein natürlichen Erklärung nach Ursache und Wirkung. Wir sehen, wie sich die menschliche Leiblichkeit entfaltet. Der Naturforscher kommt und sucht dieselben Gesetze im menschlichen Leibe, die er draußen in der übrigen Natur sucht. Er sagt vielleicht, sie seien nur komplizierter im menschlichen Leibe, aber sie seien dieselben Gesetze, die auch draußen in der Natur sind. Und siehe da, wir sehen einzelne Gesetze, aus denen heraus, allerdings in abnormer Weise, sich gewisse Erscheinungen bilden, welche unmöglich zunächst in diesen Gang der Naturereignisse eingegliedert werden können. Der materialistische Denker bemüht sich — er ist allerdings heute noch nicht dazugekommen, aber er betrachtet es als ein Ideal —, das gewöhnliche Wollen im Menschen, das gewöhnliche Fühlen im Menschen, das Denken oder Vorstellen im Menschen so als Wirkungen der leiblichen Vorgänge zu erklären, wie wir etwa die Flamme erklären durch die Verbrennung des Brennstoffes. Und man kann durchaus sagen, wenn auch natürlich solche Erklärungen heute noch nicht erreicht sind, so darf in einer gewissen Weise der Naturforscher sagen, es werde einmal die Zeit kommen, wo man auch aus der menschlichen Leiblichkeit heraus erklären wird das Denken, das Fühlen, das Wollen, wie man erklärt die Flamme aus dem Verbrennen des Brennstoffes. Wie aber müßten wir uns zum Beispiel zum menschlichen Vorstellen verhalten, wenn diese Anschauung restlos richtig wäre? Wir unterscheiden solche Vorstellungen im Leben, die wir annehmen, weil wir sie als richtig bezeichnen können, und solche Vorstellungen, die wir abweisen, weil wir sie als unrichtig bezeichnen, weil wir von ihnen sagen, sie seien ein Irrtum. Aber in der Naturordnung kann doch nur alles aus den Ursachen folgen und regelrechte Wirkung der Ursachen sein. Wir können also gemäß der Naturordnung sagen: Der Irrtum, die Täuschung, sie gehen ebenso hervor aus notwendigen Ursachen wie die richtige, die berechtigte Vorstellung. — Da also kommen wir schon vor ein Rätsel: Warum bedingen die Erscheinungen der Natur, die doch alle notwendig sein sollen, das eine Mal im Menschen das Wahre, das andere Mal das Falsche?
[ 5 ] Aber wir werden noch mehr vor ein Rätsel geführt, wenn wir in einzelnen Menschen aufsteigen sehen das, was wir täuschende Visionen, was wir falsche Halluzinationen nennen, von dem wir wissen, daß es uns etwas bis zur Anschaulichkeit vorgaukelt, ohne daß es in einer Wirklichkeit wurzelt. Wie kommen wir dazu, nun etwa zu sagen, wir dürfen etwas als unberechtigte Halluzination hinstellen, wenn doch alles das, was im Menschen sich vollzieht, in notwendiger Weise aus der Naturordnung, die auch in ihm ist, hervorgeht? Wir müßten den Halluzinationen ebenso eine Berechtigung zuschreiben wie demjenigen, was wir wahre Eindrücke und wahre Vorstellungen nennen. Und dennoch, wir sind — und wir dürfen es fühlen und ahnen — mit Recht davon überzeugt, daß Halluzinationen als solche abgewiesen werden müssen. Warum müssen sie abgewiesen werden? Warum dürfen sie nicht als ein berechtigter Inhalt des menschlichen Bewußtseins anerkannt werden? Und wie können wir sie überhaupt als Halluzinationen erkennen?
[ 5 ] Aber wir werden noch mehr vor ein Rätsel geführt, wenn wir in einzelnen Menschen aufsteigen sehen das, was wir täuschende Visionen, was wir falsche Halluzinationen nennen, von dem wir wissen, daß es uns etwas bis zur Anschaulichkeit vorgaukelt, ohne daß es in einer Wirklichkeit wurzelt. Wie kommen wir dazu, nun etwa zu sagen, wir dürfen etwas als unberechtigte Halluzination hinstellen, wenn doch alles das, was im Menschen sich vollzieht, in notwendiger Weise aus der Naturordnung, die auch in ihm ist, hervorgeht? Wir müßten den Halluzinationen ebenso eine Berechtigung zuschreiben wie demjenigen, was wir wahre Eindrücke und wahre Vorstellungen nennen. Und dennoch, wir sind — und wir dürfen es fühlen und ahnen — mit Recht davon überzeugt, daß Halluzinationen als solche abgewiesen werden müssen. Warum müssen sie abgewiesen werden? Warum dürfen sie nicht als ein berechtigter Inhalt des menschlichen Bewußtseins anerkannt werden? Und wie können wir sie überhaupt als Halluzinationen erkennen?
[ 6 ] Wir werden uns über diese Rätsel nur aufklären können, wenn wir auf anderes hinschauen, das uns zunächst erinnern kann an die Halluzinationen, das aber von uns der Empfindung gemäß nicht in demselben Sinne als unberechtigt anerkannt werden kann wie die Halluzinationen, und das sind die Erzeugnisse der menschlichen Phantasie. Diese Erzeugnisse der menschlichen Phantasie, sie steigen zunächst aus unergründlichen Tiefen des menschlichen Seelenlebens herauf, sie leben sich aus in Bildern, die sich zaubervoll hinstellen vor die menschliche Seele, und sie sind der Ursprung von manchem, was das Leben verschönt, was das Leben erhebt. Alles Künstlerische wäre nicht denkbar ohne diese Erzeugnisse der Phantasie. Dennoch sind wir uns auch gegenüber den Erzeugnissen der Phantasie bewußt, daß sie nicht wurzeln in einer festen Realität, daß wir sie anzusehen haben als etwas, was uns täuscht, wenn wir ihm Wirklichkeit im gewöhnlichen Sinne des Wortes zuschreiben. Dann aber kommen wir noch zu etwas anderem.
[ 6 ] Wir werden uns über diese Rätsel nur aufklären können, wenn wir auf anderes hinschauen, das uns zunächst erinnern kann an die Halluzinationen, das aber von uns der Empfindung gemäß nicht in demselben Sinne als unberechtigt anerkannt werden kann wie die Halluzinationen, und das sind die Erzeugnisse der menschlichen Phantasie. Diese Erzeugnisse der menschlichen Phantasie, sie steigen zunächst aus unergründlichen Tiefen des menschlichen Seelenlebens herauf, sie leben sich aus in Bildern, die sich zaubervoll hinstellen vor die menschliche Seele, und sie sind der Ursprung von manchem, was das Leben verschönt, was das Leben erhebt. Alles Künstlerische wäre nicht denkbar ohne diese Erzeugnisse der Phantasie. Dennoch sind wir uns auch gegenüber den Erzeugnissen der Phantasie bewußt, daß sie nicht wurzeln in einer festen Realität, daß wir sie anzusehen haben als etwas, was uns täuscht, wenn wir ihm Wirklichkeit im gewöhnlichen Sinne des Wortes zuschreiben. Dann aber kommen wir noch zu etwas anderem.
[ 7 ] Wir kennen aus unserer Geisteswissenschaft die erste Stufe der übersinnlichen Erkenntnis. Da sprechen wir von Imagination, da sprechen wir von der imaginativen Erkenntnis, da schildern wir, wie die Seele durch gewisse Übungen dazukommt, in der Anschauung einen bildlichen Inhalt zu haben, der aber von dem Geistesforscher jetzt, trotzdem er als ein bildhafter Inhalt auftritt, nicht als ein Traum angesehen wird, sondern angesehen wird als das, was sich auf eine Wirklichkeit bezieht, was eine Wirklichkeit abbildet.
[ 7 ] Wir kennen aus unserer Geisteswissenschaft die erste Stufe der übersinnlichen Erkenntnis. Da sprechen wir von Imagination, da sprechen wir von der imaginativen Erkenntnis, da schildern wir, wie die Seele durch gewisse Übungen dazukommt, in der Anschauung einen bildlichen Inhalt zu haben, der aber von dem Geistesforscher jetzt, trotzdem er als ein bildhafter Inhalt auftritt, nicht als ein Traum angesehen wird, sondern angesehen wird als das, was sich auf eine Wirklichkeit bezieht, was eine Wirklichkeit abbildet.
[ 8 ] Wir haben gewissermaßen drei Stufen des Seelenlebens vor uns: die Halluzination, die wir als eine völlige Täuschung anerkennen, das Phantasiegebilde, von dem wir wissen, daß wir es irgendwie hervorgeholt haben aus der Wirklichkeit, daß es aber dennoch nicht so, wie es auftritt in uns als Phantasiegebilde, mit der Wirklichkeit unmittelbar etwas zu tun hat, und wir haben drittens die Imagination, die auch als Bild auftaucht oder als eine Summe von Bildern in unserem Seelenleben und die wir beziehen auf eine Wirklichkeit. Der Geistesforscher weiß diese Imagination ebenso durch das Leben auf eine Wirklichkeit zu beziehen, wie er die sichere Wahrnehmung der Farbe oder des Tones auf eine Wirklichkeit bezieht. Und derjenige, welcher sagt, die Imagination, die wirkliche Imagination könne man nicht in ihrer Wirklichkeit beweisen, sie könne auch eine Täuschung sein, dem muß man erwidern —, wer sich eingelebt hat in diesen Dingen des Seelenlebens, der sagt: Du kannst auch nicht wissen, daß ein heißes Stück Stahl ein wirkliches heißes Stück Stahl ist und nicht ein bloß gedachtes, ein bloß vorgestellte. — Beweisen kann man das nicht durch Gedanken, wohl aber durch das Leben. Jeder weiß durch die Art, wie er im Leben in Zusammenhang kommt mit der äußeren physischen Wirklichkeit, das bloß vorgestellte heiße Eisen, das einen nicht brennt, von dem wirklichen heißen Eisen zu unterscheiden. Und so weiß im Leben der Geistesforscher zu unterscheiden eben durch die Berührung, in die er durch die Imagination mit der geistigen Welt kommt, das bloß Vorgestellte dieser geistigen Welt von dem, was.durch die Imagination auf eine Wirklichkeit dieser geistigen Welt hinweist.
[ 8 ] Wir haben gewissermaßen drei Stufen des Seelenlebens vor uns: die Halluzination, die wir als eine völlige Täuschung anerkennen, das Phantasiegebilde, von dem wir wissen, daß wir es irgendwie hervorgeholt haben aus der Wirklichkeit, daß es aber dennoch nicht so, wie es auftritt in uns als Phantasiegebilde, mit der Wirklichkeit unmittelbar etwas zu tun hat, und wir haben drittens die Imagination, die auch als Bild auftaucht oder als eine Summe von Bildern in unserem Seelenleben und die wir beziehen auf eine Wirklichkeit. Der Geistesforscher weiß diese Imagination ebenso durch das Leben auf eine Wirklichkeit zu beziehen, wie er die sichere Wahrnehmung der Farbe oder des Tones auf eine Wirklichkeit bezieht. Und derjenige, welcher sagt, die Imagination, die wirkliche Imagination könne man nicht in ihrer Wirklichkeit beweisen, sie könne auch eine Täuschung sein, dem muß man erwidern —, wer sich eingelebt hat in diesen Dingen des Seelenlebens, der sagt: Du kannst auch nicht wissen, daß ein heißes Stück Stahl ein wirkliches heißes Stück Stahl ist und nicht ein bloß gedachtes, ein bloß vorgestellte. — Beweisen kann man das nicht durch Gedanken, wohl aber durch das Leben. Jeder weiß durch die Art, wie er im Leben in Zusammenhang kommt mit der äußeren physischen Wirklichkeit, das bloß vorgestellte heiße Eisen, das einen nicht brennt, von dem wirklichen heißen Eisen zu unterscheiden. Und so weiß im Leben der Geistesforscher zu unterscheiden eben durch die Berührung, in die er durch die Imagination mit der geistigen Welt kommt, das bloß Vorgestellte dieser geistigen Welt von dem, was.durch die Imagination auf eine Wirklichkeit dieser geistigen Welt hinweist.
[ 9 ] Nun, man versteht nicht die Beziehung dieses dreigliedrigen Systems, Halluzination, Phantasiegebilde, Imagination, wenn man nicht das Wesen des Menschen im Verhältnis zu seiner ganzen Weltumgebung geisteswissenschaftlich zu durchdringen vermag. Der Mensch ist eben durchaus ein Wesen, das sich gliedert in Geist, Seele und Leib. Wenn wir den Menschen zunächst betrachten so, wie er sich uns darbietet zwischen Geburt oder sagen wir Empfängnis und Tod, dann haben wir ihn ja in bezug auf unsere unmittelbaren Erlebnisse in seiner Leiblichkeit vor uns. Diese Leiblichkeit des Menschen, sie versteht man ja auch mit heutiger Wissenschaft nur zu einem sehr geringen Teil. Diese Leiblichkeit ist eine sehr, sehr komplizierte. Sie wird einem immer mehr und mehr ein wunderbares Gebilde, je mehr man sie gerade bis in ihre Einzelheiten zu verfolgen vermag. Aber die Antwort auf die Frage: Wie versteht man diese Leiblichkeit? — sie muß doch von einer andern Seite her kommen und sie kommt uns nur von der Seite, die uns die Geisteswissenschaft dann bietet, wenn sie uns auf den Geist weist.
[ 9 ] Nun, man versteht nicht die Beziehung dieses dreigliedrigen Systems, Halluzination, Phantasiegebilde, Imagination, wenn man nicht das Wesen des Menschen im Verhältnis zu seiner ganzen Weltumgebung geisteswissenschaftlich zu durchdringen vermag. Der Mensch ist eben durchaus ein Wesen, das sich gliedert in Geist, Seele und Leib. Wenn wir den Menschen zunächst betrachten so, wie er sich uns darbietet zwischen Geburt oder sagen wir Empfängnis und Tod, dann haben wir ihn ja in bezug auf unsere unmittelbaren Erlebnisse in seiner Leiblichkeit vor uns. Diese Leiblichkeit des Menschen, sie versteht man ja auch mit heutiger Wissenschaft nur zu einem sehr geringen Teil. Diese Leiblichkeit ist eine sehr, sehr komplizierte. Sie wird einem immer mehr und mehr ein wunderbares Gebilde, je mehr man sie gerade bis in ihre Einzelheiten zu verfolgen vermag. Aber die Antwort auf die Frage: Wie versteht man diese Leiblichkeit? — sie muß doch von einer andern Seite her kommen und sie kommt uns nur von der Seite, die uns die Geisteswissenschaft dann bietet, wenn sie uns auf den Geist weist.
[ 10 ] Aber nehmen Sie wiederum vieles zusammen, was in den verschiedenen Vorträgen der verflossenen Jahre gesagt worden ist, so werden Sie sich eigentlich sagen können: So wie wir zwischen der Geburt und dem Tode vom Menschen seineLeiblichkeit vor uns haben, so haben wir in dem Leben, das der Mensch vollbringt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, seine Geistigkeit, seinen Geist vor uns. Und betrachten wir so, wie ich es getan habe in dem Vortragszyklus, den ich 1914 im Frühjahr in Wien gehalten habe, das Leben des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, dann betrachten wir in derselben Zeit Wachstum und Entwickelung des menschlichen Geistes, wie wir Wachstum und Entwickelung des menschlichen Leibes betrachten, wenn wir den Menschen verfolgen von seiner Geburt bis zum Tode. Es ist wirklich so, wenn wir den Blick richten auf das eben geborene Kind und wenn wir dann die Entwickelung des Menschen verfolgen, wie er sich aus der Kindheit herausentwickelt, wie er immer reifer und reifer wird, wie dann der Verfall kommt, wie dann der Tod eintritt: Wir verfolgen da mit unseren äußeren Sinnen und kombinieren unsere äußeren Sinneseindrücke mit dem Verstande, wir verfolgen da den menschlichen Leib in seinem Werden. Ebenso verfolgen wir den menschlichen Geist in seinem Werden, wenn wir Wachstum, Reifwerden des Geistes betrachten, wenn wir ankommen bei dem, was ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» genannt habe die Mitternachtsstunde des Daseins zwischen Tod und neuer Geburt, wenn wir dann sehen seine Annäherung wiederum zum physischen Leben; wir betrachten da den Geist, und wir müssen dann hinschauen auf die Beziehung dieses Geistes, der uns eigentlich in seiner Urgestalt entgegentritt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zu dem, was uns hier in der physischen Welt als sein Leib in seinem Werden entgegentritt.
[ 10 ] Aber nehmen Sie wiederum vieles zusammen, was in den verschiedenen Vorträgen der verflossenen Jahre gesagt worden ist, so werden Sie sich eigentlich sagen können: So wie wir zwischen der Geburt und dem Tode vom Menschen seineLeiblichkeit vor uns haben, so haben wir in dem Leben, das der Mensch vollbringt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, seine Geistigkeit, seinen Geist vor uns. Und betrachten wir so, wie ich es getan habe in dem Vortragszyklus, den ich 1914 im Frühjahr in Wien gehalten habe, das Leben des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, dann betrachten wir in derselben Zeit Wachstum und Entwickelung des menschlichen Geistes, wie wir Wachstum und Entwickelung des menschlichen Leibes betrachten, wenn wir den Menschen verfolgen von seiner Geburt bis zum Tode. Es ist wirklich so, wenn wir den Blick richten auf das eben geborene Kind und wenn wir dann die Entwickelung des Menschen verfolgen, wie er sich aus der Kindheit herausentwickelt, wie er immer reifer und reifer wird, wie dann der Verfall kommt, wie dann der Tod eintritt: Wir verfolgen da mit unseren äußeren Sinnen und kombinieren unsere äußeren Sinneseindrücke mit dem Verstande, wir verfolgen da den menschlichen Leib in seinem Werden. Ebenso verfolgen wir den menschlichen Geist in seinem Werden, wenn wir Wachstum, Reifwerden des Geistes betrachten, wenn wir ankommen bei dem, was ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» genannt habe die Mitternachtsstunde des Daseins zwischen Tod und neuer Geburt, wenn wir dann sehen seine Annäherung wiederum zum physischen Leben; wir betrachten da den Geist, und wir müssen dann hinschauen auf die Beziehung dieses Geistes, der uns eigentlich in seiner Urgestalt entgegentritt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zu dem, was uns hier in der physischen Welt als sein Leib in seinem Werden entgegentritt.
[ 11 ] Nun, da tritt uns durch die Geistesforschung die bedeutsame, die wichtige Tatsache entgegen, daß das, was wir als Leib hier erleben, was uns als Leib sich offenbart, daß das in einer gewissen Beziehung ein Bild ist, ein äußeres Bild, ein getreues Abbild ist dessen, was wir als Geist beobachten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und das, was wir als Geist betrachten in der zuletzt jetzt angedeuteten Weise, das ist das Vorbild für das, was wir hier im physischen Leben als Leib betrachten. So müssen wir uns eben die Beziehung des Geistigen zum Leiblichen konkret vorstellen. Derjenige, der nichts weiß von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, der weiß im Grunde genommen auch nichts von dem menschlichen Geiste.
[ 11 ] Nun, da tritt uns durch die Geistesforschung die bedeutsame, die wichtige Tatsache entgegen, daß das, was wir als Leib hier erleben, was uns als Leib sich offenbart, daß das in einer gewissen Beziehung ein Bild ist, ein äußeres Bild, ein getreues Abbild ist dessen, was wir als Geist beobachten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und das, was wir als Geist betrachten in der zuletzt jetzt angedeuteten Weise, das ist das Vorbild für das, was wir hier im physischen Leben als Leib betrachten. So müssen wir uns eben die Beziehung des Geistigen zum Leiblichen konkret vorstellen. Derjenige, der nichts weiß von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, der weiß im Grunde genommen auch nichts von dem menschlichen Geiste.
[ 12 ] Aber wenn wir nun vor dem Menschen stehen, wie er uns in der sich uns offenbarenden Leiblichkeit zwischen Geburt und Tod entgegentritt und wir uns dann mit dem Bewußtsein ausrüsten, daß das ein Abbild des vorgeburtlichen Geistigen ist, dann sagen wir uns: Was vermittelt zwischen dem Vorbild und dem Abbild? Was macht, daß das Vorbild, das ja in der Zeit vorangeht dem Abbilde, was macht, daß dieses Vorbild in dem Abbild sich ausgestaltet? — Wir könnten vielleicht auf eine solche Vermittlung erkennend verzichten, wenn der Mensch gleich ganz vollkommen auftreten würde, wenn er gewissermaßen so geboren würde, daß unmittelbar sein geistiges Vorbild sich gleich in den vollkommenen Menschen verwandeln würde und er nicht mehr wachsen und werden müßte, sondern vollkommen vor uns stehen würde. Dann könnten wir sagen: In einer jenseitigen Geisteswelt ist der Geist des Menschen, hier in der physischen Welt ist das physische Abbild. Wir beziehen das physische Abbild auf das geistige Vorbild. — Aber so ist es ja nicht, wie wir wissen, sondern durch die Geburt tritt der Mensch zunächst als ein unvollkommenes Wesen ins sinnliche Dasein und der Mensch wird erst allmählich, langsam ähnlich seinem Vorbilde. Da muß, da der Geist nur bis zu der Empfängnis oder noch etwas in das Embryonalleben hinein wirkt, also bis zur Geburt wirkt, da muß, da der Geist dann gewissermaßen den Menschen entläßt, eine Vermittlung sein, etwas da sein, was zum Beispiel im zwanzigsten Jahre dasjenige, was vorher noch nicht ganz seinem geistigen Vorbild entsprochen hat, auch jetzt noch so gestaltet, daß es immer mehr seinem geistigen Vorbilde entspricht. Und dasjenige, was da im Physischen nachbildet das geistige Vorbild, das ist das Seelische, das ist die Seele.
[ 12 ] Aber wenn wir nun vor dem Menschen stehen, wie er uns in der sich uns offenbarenden Leiblichkeit zwischen Geburt und Tod entgegentritt und wir uns dann mit dem Bewußtsein ausrüsten, daß das ein Abbild des vorgeburtlichen Geistigen ist, dann sagen wir uns: Was vermittelt zwischen dem Vorbild und dem Abbild? Was macht, daß das Vorbild, das ja in der Zeit vorangeht dem Abbilde, was macht, daß dieses Vorbild in dem Abbild sich ausgestaltet? — Wir könnten vielleicht auf eine solche Vermittlung erkennend verzichten, wenn der Mensch gleich ganz vollkommen auftreten würde, wenn er gewissermaßen so geboren würde, daß unmittelbar sein geistiges Vorbild sich gleich in den vollkommenen Menschen verwandeln würde und er nicht mehr wachsen und werden müßte, sondern vollkommen vor uns stehen würde. Dann könnten wir sagen: In einer jenseitigen Geisteswelt ist der Geist des Menschen, hier in der physischen Welt ist das physische Abbild. Wir beziehen das physische Abbild auf das geistige Vorbild. — Aber so ist es ja nicht, wie wir wissen, sondern durch die Geburt tritt der Mensch zunächst als ein unvollkommenes Wesen ins sinnliche Dasein und der Mensch wird erst allmählich, langsam ähnlich seinem Vorbilde. Da muß, da der Geist nur bis zu der Empfängnis oder noch etwas in das Embryonalleben hinein wirkt, also bis zur Geburt wirkt, da muß, da der Geist dann gewissermaßen den Menschen entläßt, eine Vermittlung sein, etwas da sein, was zum Beispiel im zwanzigsten Jahre dasjenige, was vorher noch nicht ganz seinem geistigen Vorbild entsprochen hat, auch jetzt noch so gestaltet, daß es immer mehr seinem geistigen Vorbilde entspricht. Und dasjenige, was da im Physischen nachbildet das geistige Vorbild, das ist das Seelische, das ist die Seele.
[ 13 ] Und so finden wir den Menschen hineingestellt in seine ganze Weltumgebung. Wir verfolgen sein geistiges Dasein dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sein leibliches Dasein dann zwischen der Geburt und dem Tode, und wir schauen auf sein seelisches Dasein hin als auf dasjenige, was das Vorbild herausgestaltet nach und nach in dem physischen Leibe, in dem leiblichen Abbilde. Dann kommt für den Menschen gewissermaßen der Mittelpunkt seiner Erdenentwickelung um das fünfunddreißigste Jahr herum. Dann tritt der Verfall ein. Dann wird gewissermaßen der Mensch immer verhärteter und verhärteter seiner Leiblichkeit nach. Aber das, was da in ihm sich ausgestaltet, das bereitet sich schon vor, um im Tode wiederum in seinem Geistigen, rein Geistigen aufzugehen, damit der Mensch dann wiederum in der geistigen Form zwischen dem Tod und einer nächsten Geburt sich ausleben kann. Was ist es da wiederum, was das Leibliche immer mehr bereit macht, so daß es im Tode wiederum geistig werden kann? Es ist wiederum das Seelische. Dieses Seelische bereitet uns also zu einem Abbilde unseres Geistes in der ersten Hälfte unseres Lebens vor. Es bereitet uns vor, wieder Geist zu werden in der zweiten Hälfte unseres Lebens. Und so bekommen wir die menschliche Trinität Geist, Seele, Leib. So bekommen wir ein konkrete Vorstellung von dieser Beziehung zwischen Geist, Seele, Leib. Aber wir bekommen auch noch eine Vorstellung des Leiblichen, welche in sich klar ist, welche in sich in dem Sinne, wie das sein muß, widerspruchslos ist. Denn wenn das Leibliche ein getreues Abbild des Geistigen ist, dann müssen sich auch alle geistigen Verrichtungen in dem Leiblichen abbilden, dann muß in dem Leib in materieller Form verfolgbar sein das, was geistig ist. Und wir brauchen uns dann nicht zu verwundern, daß in der neueren Erkenntnis aufgetreten ist der Materialismus und gesagt hat, das Leibliche, das wäre der Ursprung des Geistigen. Wenn man nur das nimmt, was sich im Menschen zwischen Geburt und Tod entwickelt, namentlich als Vorstellen entwickelt, so findet man alles das, was im Vorstellungsleben lebt, in den Abbildern des menschlichen Leibes. Man kann den Menschen bis zu seinem Vorstellen hin im Leibe verfolgen, und man kann zu der Täuschung der materialistischen Auffassung kommen, weil man in der Tat jene feinen Verästelungen der leiblichen Organisation finden muß, welche im Denken, im Vorstellen zum Vorschein kommen.
[ 13 ] Und so finden wir den Menschen hineingestellt in seine ganze Weltumgebung. Wir verfolgen sein geistiges Dasein dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sein leibliches Dasein dann zwischen der Geburt und dem Tode, und wir schauen auf sein seelisches Dasein hin als auf dasjenige, was das Vorbild herausgestaltet nach und nach in dem physischen Leibe, in dem leiblichen Abbilde. Dann kommt für den Menschen gewissermaßen der Mittelpunkt seiner Erdenentwickelung um das fünfunddreißigste Jahr herum. Dann tritt der Verfall ein. Dann wird gewissermaßen der Mensch immer verhärteter und verhärteter seiner Leiblichkeit nach. Aber das, was da in ihm sich ausgestaltet, das bereitet sich schon vor, um im Tode wiederum in seinem Geistigen, rein Geistigen aufzugehen, damit der Mensch dann wiederum in der geistigen Form zwischen dem Tod und einer nächsten Geburt sich ausleben kann. Was ist es da wiederum, was das Leibliche immer mehr bereit macht, so daß es im Tode wiederum geistig werden kann? Es ist wiederum das Seelische. Dieses Seelische bereitet uns also zu einem Abbilde unseres Geistes in der ersten Hälfte unseres Lebens vor. Es bereitet uns vor, wieder Geist zu werden in der zweiten Hälfte unseres Lebens. Und so bekommen wir die menschliche Trinität Geist, Seele, Leib. So bekommen wir ein konkrete Vorstellung von dieser Beziehung zwischen Geist, Seele, Leib. Aber wir bekommen auch noch eine Vorstellung des Leiblichen, welche in sich klar ist, welche in sich in dem Sinne, wie das sein muß, widerspruchslos ist. Denn wenn das Leibliche ein getreues Abbild des Geistigen ist, dann müssen sich auch alle geistigen Verrichtungen in dem Leiblichen abbilden, dann muß in dem Leib in materieller Form verfolgbar sein das, was geistig ist. Und wir brauchen uns dann nicht zu verwundern, daß in der neueren Erkenntnis aufgetreten ist der Materialismus und gesagt hat, das Leibliche, das wäre der Ursprung des Geistigen. Wenn man nur das nimmt, was sich im Menschen zwischen Geburt und Tod entwickelt, namentlich als Vorstellen entwickelt, so findet man alles das, was im Vorstellungsleben lebt, in den Abbildern des menschlichen Leibes. Man kann den Menschen bis zu seinem Vorstellen hin im Leibe verfolgen, und man kann zu der Täuschung der materialistischen Auffassung kommen, weil man in der Tat jene feinen Verästelungen der leiblichen Organisation finden muß, welche im Denken, im Vorstellen zum Vorschein kommen.
[ 14 ] Man kann also auf diese Weise Materialist werden. Man kann Materialist werden, weil das Leibliche ein getreues Abbild des Geistigen ist. Und wenn man nichts weiß von dem Geistigen, dann kann man mit dem Leiblichen zufrieden sein, sich beschränken auf das Leibliche, dann kann man glauben, in dem Leiblichen sei der ganze Mensch enthalten. Aber dieses Leibliche entsteht mit dem Embryonalleben, löst sich auf nach dem Tode. Dieses Leibliche ist vergänglich, und alles das, was wir auch als Vorstellungsleben entwickeln, gebunden an dieses Leibliche, ist vergänglich. Und dennoch, es ist ein getreues Abbild des Geistigen. Es ist dieses Leibliche namentlich ein getreues Abbild des Geistigen, wenn wir auf die Tätigkeit dieses Leiblichen hinschauen. Wir üben eine Tätigkeit in den feinen Organisationen unseres Nerven-Sinnessystems aus, und diese feine Tätigkeit ist durchaus ein Abbild einer geistigen Tätigkeit, die sich vollzogen hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 14 ] Man kann also auf diese Weise Materialist werden. Man kann Materialist werden, weil das Leibliche ein getreues Abbild des Geistigen ist. Und wenn man nichts weiß von dem Geistigen, dann kann man mit dem Leiblichen zufrieden sein, sich beschränken auf das Leibliche, dann kann man glauben, in dem Leiblichen sei der ganze Mensch enthalten. Aber dieses Leibliche entsteht mit dem Embryonalleben, löst sich auf nach dem Tode. Dieses Leibliche ist vergänglich, und alles das, was wir auch als Vorstellungsleben entwickeln, gebunden an dieses Leibliche, ist vergänglich. Und dennoch, es ist ein getreues Abbild des Geistigen. Es ist dieses Leibliche namentlich ein getreues Abbild des Geistigen, wenn wir auf die Tätigkeit dieses Leiblichen hinschauen. Wir üben eine Tätigkeit in den feinen Organisationen unseres Nerven-Sinnessystems aus, und diese feine Tätigkeit ist durchaus ein Abbild einer geistigen Tätigkeit, die sich vollzogen hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 15 ] Und wenn wir auf diese leibliche Tätigkeit nun hinschauen, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie sie — ich habe es angedeutet — wie seelisch vermittelt ist, so müssen wir sagen: Diese Leiblichkeit ist Bild, ist Abbild und das Geistige finden wir erst in der zugehörigen Geisteswelt. — Hier in dieser physischen Welt ist der Mensch, sofern er in dieser physischen Welt ist, durchaus ein materielles Wesen, und in der Organisation seiner Materialität drückt sich zu gleicher Zeit aus das getreue Abbild des Geistigen. Allerdings lebt in ihm die Seele, die das Geistige vermittelt, aber zum ganzen Menschen gehört das, was bis zum Embryonalleben hineinlebt, was sich dann verwandelt in dasjenige, in das sich der Mensch nach dem Tode wiederum zurückverwandelt: das Geistige. Geistiges, Seelisches und Leibliches hängen so zusammen.
[ 15 ] Und wenn wir auf diese leibliche Tätigkeit nun hinschauen, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie sie — ich habe es angedeutet — wie seelisch vermittelt ist, so müssen wir sagen: Diese Leiblichkeit ist Bild, ist Abbild und das Geistige finden wir erst in der zugehörigen Geisteswelt. — Hier in dieser physischen Welt ist der Mensch, sofern er in dieser physischen Welt ist, durchaus ein materielles Wesen, und in der Organisation seiner Materialität drückt sich zu gleicher Zeit aus das getreue Abbild des Geistigen. Allerdings lebt in ihm die Seele, die das Geistige vermittelt, aber zum ganzen Menschen gehört das, was bis zum Embryonalleben hineinlebt, was sich dann verwandelt in dasjenige, in das sich der Mensch nach dem Tode wiederum zurückverwandelt: das Geistige. Geistiges, Seelisches und Leibliches hängen so zusammen.
[ 16 ] Aber wenn wir das richtig durchschauen — versuchen Sie nur, das, was ich Ihnen vor die Seele gestellt habe, richtig zu durchschauen —, so werden Sie sich sagen: Das, was der Mensch als Kraft des Denkens entfaltet, in das muß hineinspielen, wenn auch nur im Nachklang, durch die Seele vermittelt, das, was vorgegangen ist vor seinem Embryonalleben. — Das heißt mit andern Worten: Wenn ich jetzt Vorstellungen hege, so lebt eine gewisse Kraft in meinem Vorstellungsleben, aber diese Kraft, die ist nicht bloß aus dem Leibe heraus entwickelt; im Leibe ist nur ihr Nachbild. Diese Kraft schwingt gewissermaßen nach, sie ist ein Nachschwingen desjenigen Lebens, das ich vor meinem Embryonalleben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zugebracht habe. Dieses Leben muß in mein heutiges hereinspielen. Wenn der gewöhnliche Mensch der heutigen Zeit vorstellt, so ist es in der Tat so, daß in seinem Vorstellen lebt der Nachklang, das Nachschwingen seines vorgeburtlichen Lebens.
[ 16 ] Aber wenn wir das richtig durchschauen — versuchen Sie nur, das, was ich Ihnen vor die Seele gestellt habe, richtig zu durchschauen —, so werden Sie sich sagen: Das, was der Mensch als Kraft des Denkens entfaltet, in das muß hineinspielen, wenn auch nur im Nachklang, durch die Seele vermittelt, das, was vorgegangen ist vor seinem Embryonalleben. — Das heißt mit andern Worten: Wenn ich jetzt Vorstellungen hege, so lebt eine gewisse Kraft in meinem Vorstellungsleben, aber diese Kraft, die ist nicht bloß aus dem Leibe heraus entwickelt; im Leibe ist nur ihr Nachbild. Diese Kraft schwingt gewissermaßen nach, sie ist ein Nachschwingen desjenigen Lebens, das ich vor meinem Embryonalleben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zugebracht habe. Dieses Leben muß in mein heutiges hereinspielen. Wenn der gewöhnliche Mensch der heutigen Zeit vorstellt, so ist es in der Tat so, daß in seinem Vorstellen lebt der Nachklang, das Nachschwingen seines vorgeburtlichen Lebens.
[ 17 ] Und wie kommt der Mensch dazu, sich ein Sein zuzuschreiben? Er kommt dazu, sich ein Sein zuzuschreiben dadurch, daß er unbewußt eine Erkenntnis davon hat: Indem ich vorstelle, lebt in mir nach, schwingt nach mein vorgeburtliches Sein, und mein Leib ist ein Nachbild dieses vorgeburtlichen Seins. — Wenn er nun selbst anfängt, solch eine Tätigkeit zu entwickeln, wie sie eigentlich nur entwickelt werden soll durch Nachschwingen des vorgeburtlichen Daseins, was dann? Dann entwickelt der Leib in diesem physischen Dasein, weil er einmal ein Nachbild ist, unberechtigterweise aus sich heraus etwas, was der vorstellenden Tätigkeit ähnlich ist. Und das kann in der Tat eintreten. Wenn wir im normalen Leben stehen und denken und vorstellen, schwingt in uns nach unser vorgeburtliches Leben, und da der Mensch dreigliedrig ist, so kann das Nerven-Sinnesleben ausgeschaltet werden und jeder andere Teil kann anfangen nachzuäffen diejenige Tätigkeit aus dem rein Leiblichen heraus, welche eigentlich nachschwingen sollte aus dem vorgeburtlichen Dasein. Wenn der rhythmische Mensch oder der Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch aus sich heraus eine solche Tätigkeit unberechtigterweise entwickelt, die dem berechtigten Vorstellen, das nachschwingt aus dem vorgeburtlichen Leben, ähnlich ist, dann entsteht die Halluzination. Und Sie können haarscharf, wenn Sie geisteswissenschaftlich die Sache betrachten, unterscheiden die berechtigte Vorstellung, die zu gleicher Zeit, indem man sie anerkennt als berechtigte Vorstellung, ein lebendiger Beweis für das präexistente Leben ist, Sie können sie unterscheiden von der Halluzination, die dadurch, daß sie da sein kann, daß sie die Nachäffung der aus dem Ewigen herauskommenden Vorstellungskraft aus dem Leibe heraus ist, ein lebendiger Beweis ist, weil sie Nachäffung ist, daß auch das Ursprüngliche, das sie nachäfft, vorhanden ist, die aber durchaus aus dem Leibe heraus gekocht ist und die daher als Unberechtigtes dasteht. Denn der Leib hat im physischen Leben nicht die Berechtigung, aus sich heraus nachzuäffen diejenige Vorstellungsweise, die geboren sein soll aus dem geistigen Leben des vorgeburtlichen Menschen heraus.
[ 17 ] Und wie kommt der Mensch dazu, sich ein Sein zuzuschreiben? Er kommt dazu, sich ein Sein zuzuschreiben dadurch, daß er unbewußt eine Erkenntnis davon hat: Indem ich vorstelle, lebt in mir nach, schwingt nach mein vorgeburtliches Sein, und mein Leib ist ein Nachbild dieses vorgeburtlichen Seins. — Wenn er nun selbst anfängt, solch eine Tätigkeit zu entwickeln, wie sie eigentlich nur entwickelt werden soll durch Nachschwingen des vorgeburtlichen Daseins, was dann? Dann entwickelt der Leib in diesem physischen Dasein, weil er einmal ein Nachbild ist, unberechtigterweise aus sich heraus etwas, was der vorstellenden Tätigkeit ähnlich ist. Und das kann in der Tat eintreten. Wenn wir im normalen Leben stehen und denken und vorstellen, schwingt in uns nach unser vorgeburtliches Leben, und da der Mensch dreigliedrig ist, so kann das Nerven-Sinnesleben ausgeschaltet werden und jeder andere Teil kann anfangen nachzuäffen diejenige Tätigkeit aus dem rein Leiblichen heraus, welche eigentlich nachschwingen sollte aus dem vorgeburtlichen Dasein. Wenn der rhythmische Mensch oder der Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch aus sich heraus eine solche Tätigkeit unberechtigterweise entwickelt, die dem berechtigten Vorstellen, das nachschwingt aus dem vorgeburtlichen Leben, ähnlich ist, dann entsteht die Halluzination. Und Sie können haarscharf, wenn Sie geisteswissenschaftlich die Sache betrachten, unterscheiden die berechtigte Vorstellung, die zu gleicher Zeit, indem man sie anerkennt als berechtigte Vorstellung, ein lebendiger Beweis für das präexistente Leben ist, Sie können sie unterscheiden von der Halluzination, die dadurch, daß sie da sein kann, daß sie die Nachäffung der aus dem Ewigen herauskommenden Vorstellungskraft aus dem Leibe heraus ist, ein lebendiger Beweis ist, weil sie Nachäffung ist, daß auch das Ursprüngliche, das sie nachäfft, vorhanden ist, die aber durchaus aus dem Leibe heraus gekocht ist und die daher als Unberechtigtes dasteht. Denn der Leib hat im physischen Leben nicht die Berechtigung, aus sich heraus nachzuäffen diejenige Vorstellungsweise, die geboren sein soll aus dem geistigen Leben des vorgeburtlichen Menschen heraus.
[ 18 ] Solche Erwägungen muß man in der Tat anstellen, wenn man über jene törichten Vorstellungen hinwegkommen will, die heute als Definitionen gelten über Halluzinationen und dergleichen. Man muß schon hineinschauen in das Gefüge des ganzen Menschen, wenn man das halluzinatorische Leben unterscheiden will von dem wirklichen Vorstellungsleben. Und wenn dann höher ausgebildet wird das wirkliche Vorstellungsleben, wenn es bewußt aufgenommen wird und wenn ihm hinzugefügt wird dieses Bewußtsein, daß man nicht nur den Nachklang im Vorstellen erlebt vom vorgeburtlichen Leben, sondern wenn man diesen Nachklang nun ganz bewußt zum Bilde macht und dadurch von dem Nachklang zurückschaut zu der Wirklichkeit, dann kommt man zur Imagination. So unterscheidet der wirkliche Geisteswissenschafter Halluzination, die ein Herausgekochtes aus dem physischen Leibe ist, von der Imagination, die ins Geistige hineinweist, die sich zurückversetzt in das Geistige, so daß man sagen kann: Beim Halluzinierenden kombiniert der Leib, beim Imaginierenden, der sich zurückversetzt vom Nachklang in die vorgeburtliche Welt, kombiniert der Geist; er verlängert sein Leben hinaus über das physische Dasein und er läßt den Geist kombinieren. In ihm kombiniert der Geist. Diejenigen Menschen, die aus Vorurteilen oder, wie es heute schon geschieht, aus bösem Willen heraus immer wiederholen, die Imagination der Geisteswissenschaft könne auch Halluzination sein, die übersehen geflissentlich die Tatsache, daß der Geistesforscher streng zu unterscheiden weiß gerade zwischen Halluzination und Imagination, daß er es ist, der im strengsten Sinne des Wortes das eine von dem andern fest abgegrenzt unterschieden hinstellen kann, während das, was heute in der gebräuchlichen Wissenschaft über Halluzinationen gesagt ist, überall ohne Grund und Boden dasteht, überall Willkürdefinitionen sind. Und es ist eigentlich nur ein Beweis dafür, daß die heutige Wissenschaft nicht weiß, was Halluzinationen sind, daß sie das, was ihr als Imagination entgegentritt, nicht unterscheiden kann von dem halluzinatorischen Leben.
[ 18 ] Solche Erwägungen muß man in der Tat anstellen, wenn man über jene törichten Vorstellungen hinwegkommen will, die heute als Definitionen gelten über Halluzinationen und dergleichen. Man muß schon hineinschauen in das Gefüge des ganzen Menschen, wenn man das halluzinatorische Leben unterscheiden will von dem wirklichen Vorstellungsleben. Und wenn dann höher ausgebildet wird das wirkliche Vorstellungsleben, wenn es bewußt aufgenommen wird und wenn ihm hinzugefügt wird dieses Bewußtsein, daß man nicht nur den Nachklang im Vorstellen erlebt vom vorgeburtlichen Leben, sondern wenn man diesen Nachklang nun ganz bewußt zum Bilde macht und dadurch von dem Nachklang zurückschaut zu der Wirklichkeit, dann kommt man zur Imagination. So unterscheidet der wirkliche Geisteswissenschafter Halluzination, die ein Herausgekochtes aus dem physischen Leibe ist, von der Imagination, die ins Geistige hineinweist, die sich zurückversetzt in das Geistige, so daß man sagen kann: Beim Halluzinierenden kombiniert der Leib, beim Imaginierenden, der sich zurückversetzt vom Nachklang in die vorgeburtliche Welt, kombiniert der Geist; er verlängert sein Leben hinaus über das physische Dasein und er läßt den Geist kombinieren. In ihm kombiniert der Geist. Diejenigen Menschen, die aus Vorurteilen oder, wie es heute schon geschieht, aus bösem Willen heraus immer wiederholen, die Imagination der Geisteswissenschaft könne auch Halluzination sein, die übersehen geflissentlich die Tatsache, daß der Geistesforscher streng zu unterscheiden weiß gerade zwischen Halluzination und Imagination, daß er es ist, der im strengsten Sinne des Wortes das eine von dem andern fest abgegrenzt unterschieden hinstellen kann, während das, was heute in der gebräuchlichen Wissenschaft über Halluzinationen gesagt ist, überall ohne Grund und Boden dasteht, überall Willkürdefinitionen sind. Und es ist eigentlich nur ein Beweis dafür, daß die heutige Wissenschaft nicht weiß, was Halluzinationen sind, daß sie das, was ihr als Imagination entgegentritt, nicht unterscheiden kann von dem halluzinatorischen Leben.
[ 19 ] Bei dem Charakter, den die Insinuationen annehmen, die auf diesem Gebiete gemacht werden, muß man heute schon reden von bewußten Verleumdungen, die auf diesem Gebiete getan werden. Es ist nur Faulheit unserer Wissenschafter gegenüber dem, was geisteswissenschaftliche Forschung ist, daß sie überhaupt solche Dinge in die Welt setzen. Würden sie nicht zu faul sein, auf die Geisteswissenschaft einzugehen, so würden sie eben sehen, wie strenge Unterscheidungen zwischen halluzinatorischem und imaginativem Leben in der Geisteswissenschaft statuiert werden.
[ 19 ] Bei dem Charakter, den die Insinuationen annehmen, die auf diesem Gebiete gemacht werden, muß man heute schon reden von bewußten Verleumdungen, die auf diesem Gebiete getan werden. Es ist nur Faulheit unserer Wissenschafter gegenüber dem, was geisteswissenschaftliche Forschung ist, daß sie überhaupt solche Dinge in die Welt setzen. Würden sie nicht zu faul sein, auf die Geisteswissenschaft einzugehen, so würden sie eben sehen, wie strenge Unterscheidungen zwischen halluzinatorischem und imaginativem Leben in der Geisteswissenschaft statuiert werden.
[ 20 ] Das aber muß man in seinem Bewußtsein aufnehmen, wenn man ehrlich sich zu unserer Bewegung bekennen will, daß in unserer Zeitgenossenschaft die Böswilligkeit ist, die aus der Faulheit entstammt, und man muß die Faulheit, die dann bis zur Lügenhaftigkeit führt, in unserer heutigen Zeitbildung verfolgen bis zu ihren Schlupfwinkeln hin; einen andern Weg hat heute das, was Geisteswissenschaft ist, nicht mehr. So daß wir sagen können: Im halluzinatorischen Leben kombiniert der Leib, im imaginativen Leben kombiniert der Geist, und der Mensch fühlt sich auch völlig aus der Welt zwischen Geburt und Tod hinausentrückt, wenn er sich im imaginativen Leben voll drinnen fühlt.
[ 20 ] Das aber muß man in seinem Bewußtsein aufnehmen, wenn man ehrlich sich zu unserer Bewegung bekennen will, daß in unserer Zeitgenossenschaft die Böswilligkeit ist, die aus der Faulheit entstammt, und man muß die Faulheit, die dann bis zur Lügenhaftigkeit führt, in unserer heutigen Zeitbildung verfolgen bis zu ihren Schlupfwinkeln hin; einen andern Weg hat heute das, was Geisteswissenschaft ist, nicht mehr. So daß wir sagen können: Im halluzinatorischen Leben kombiniert der Leib, im imaginativen Leben kombiniert der Geist, und der Mensch fühlt sich auch völlig aus der Welt zwischen Geburt und Tod hinausentrückt, wenn er sich im imaginativen Leben voll drinnen fühlt.
[ 21 ] Zwischen beiden steht die Seele. Die Seele ist die Vermittlerin, gewissermaßen das Geistig-Flüssige, welches vom Geiste, dem Vorbild, zum Leibe, dem Nachbild, hin vermittelt. Das darf nicht nach irgendeiner Seite hin scharf konturiert sein, das muß flüssige Konturen haben, verschwimmende Konturen haben; demgegenüber darf man nicht in bestimmter Weise sagen, es wurzelt in der Wirklichkeit, oder es wurzelt nicht in der Wirklichkeit. Bei den Halluzinationen, weil sie nur gekocht sind aus dem Leibe heraus, der aber nichts Wirkliches kochen kann, wenn er nicht im Nachklange des vorgeburtlichen Lebens lebt, bei dem Leibe und seinen Halluzinationen kann man sagen, das wurzelt nicht in der Wirklichkeit. Bei den Imaginationen und bei ihren abstrakten Abbildern, den Gedanken, kann man sagen, sie wurzeln in der Wirklichkeit.
[ 21 ] Zwischen beiden steht die Seele. Die Seele ist die Vermittlerin, gewissermaßen das Geistig-Flüssige, welches vom Geiste, dem Vorbild, zum Leibe, dem Nachbild, hin vermittelt. Das darf nicht nach irgendeiner Seite hin scharf konturiert sein, das muß flüssige Konturen haben, verschwimmende Konturen haben; demgegenüber darf man nicht in bestimmter Weise sagen, es wurzelt in der Wirklichkeit, oder es wurzelt nicht in der Wirklichkeit. Bei den Halluzinationen, weil sie nur gekocht sind aus dem Leibe heraus, der aber nichts Wirkliches kochen kann, wenn er nicht im Nachklange des vorgeburtlichen Lebens lebt, bei dem Leibe und seinen Halluzinationen kann man sagen, das wurzelt nicht in der Wirklichkeit. Bei den Imaginationen und bei ihren abstrakten Abbildern, den Gedanken, kann man sagen, sie wurzeln in der Wirklichkeit.
[ 22 ] Bei den Gebilden, die aus der Kombination der Seele hervorgehen, bei den Phantasiegebilden haben wir nun etwas Verschwimmendes; sie sind wirklich-unwirklich. Sie werden aus der Wirklichkeit genommen, die scharfen Konturen der Wirklichkeit werden abgetönt, verblassend gemacht, verschwimmend gemacht. Wir fühlen uns herausgehoben aus der Wirklichkeit, aber wir fühlen zu gleicher Zeit, daß das doch etwas ist, was für unser Innenleben, für unser ganzes Weltenleben etwas bedeutet. Wir fühlen den Zwischenzustand zwischen Halluzination, zwischen täuschender Halluzination und wirklicher Imagination in dem vermittelnden Phantasiegebilde, und wir dürfen sagen: In der Halluzination kombiniert der Leib, in den Phantasiegebilden kombiniert die Seele, in der Imagination, deren Abbild die abstrakten Gedanken für das gewöhnliche Leben sind, kombiniert der Geist.— Hier haben Sie die dreifache Wesenheit des Menschen in seiner Betätigung und in seinem Verhältnis zu seiner Weltumgebung. Wir dürfen sagen: Stehen wir im Geiste, ob in dem schattenhaften Abbilde der Gedanken, ob in der Imagination, durch die wir uns dann hinauferheben zu den höheren Stufen der Erkenntnis, kombinieren wir die Wirklichkeit;
[ 22 ] Bei den Gebilden, die aus der Kombination der Seele hervorgehen, bei den Phantasiegebilden haben wir nun etwas Verschwimmendes; sie sind wirklich-unwirklich. Sie werden aus der Wirklichkeit genommen, die scharfen Konturen der Wirklichkeit werden abgetönt, verblassend gemacht, verschwimmend gemacht. Wir fühlen uns herausgehoben aus der Wirklichkeit, aber wir fühlen zu gleicher Zeit, daß das doch etwas ist, was für unser Innenleben, für unser ganzes Weltenleben etwas bedeutet. Wir fühlen den Zwischenzustand zwischen Halluzination, zwischen täuschender Halluzination und wirklicher Imagination in dem vermittelnden Phantasiegebilde, und wir dürfen sagen: In der Halluzination kombiniert der Leib, in den Phantasiegebilden kombiniert die Seele, in der Imagination, deren Abbild die abstrakten Gedanken für das gewöhnliche Leben sind, kombiniert der Geist.— Hier haben Sie die dreifache Wesenheit des Menschen in seiner Betätigung und in seinem Verhältnis zu seiner Weltumgebung. Wir dürfen sagen: Stehen wir im Geiste, ob in dem schattenhaften Abbilde der Gedanken, ob in der Imagination, durch die wir uns dann hinauferheben zu den höheren Stufen der Erkenntnis, kombinieren wir die Wirklichkeit;
[ 23 ] an stehen wir innerhalb der Seele und ihrer Phantasiegebilde, so kombinieren wir etwas, was hin- und herschwebt zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit; kombiniert der Leib, dann gaukeln uns die Halluzinationen etwas vor, was tatsächlich einer Unwirklichkeit entsprechen kann.
[ 23 ] an stehen wir innerhalb der Seele und ihrer Phantasiegebilde, so kombinieren wir etwas, was hin- und herschwebt zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit; kombiniert der Leib, dann gaukeln uns die Halluzinationen etwas vor, was tatsächlich einer Unwirklichkeit entsprechen kann.
[ 24 ] Wenn Sie das, was ich jetzt entwickelt habe, nehmen, dann werden Sie sich sagen: Ja, eine unbefangene Betrachtung des Menschen liefert uns diese Trinität Geist, Seele, Leib. Und sogar in bezug auf das, was sich betätigt durch die Wesenheit des Menschen, können wir in dreifacher Art unterscheiden Halluzination, Phantasiegebilde, Imagination, und werden da hingewiesen auf Leib, Seele und Geist. — Sehen Sie, so ist es bei Anthroposophie, daß man immer tiefer und tiefer in ihr Wesen eindringen muß, um zu sehen, wie sie aus ihrer Ganzheit heraus die Einzelheiten belegt.
[ 24 ] Wenn Sie das, was ich jetzt entwickelt habe, nehmen, dann werden Sie sich sagen: Ja, eine unbefangene Betrachtung des Menschen liefert uns diese Trinität Geist, Seele, Leib. Und sogar in bezug auf das, was sich betätigt durch die Wesenheit des Menschen, können wir in dreifacher Art unterscheiden Halluzination, Phantasiegebilde, Imagination, und werden da hingewiesen auf Leib, Seele und Geist. — Sehen Sie, so ist es bei Anthroposophie, daß man immer tiefer und tiefer in ihr Wesen eindringen muß, um zu sehen, wie sie aus ihrer Ganzheit heraus die Einzelheiten belegt.
[ 25 ] Wir sehen, wie man zuerst hinstellen muß in einer mehr abstrakten Weise die Gliederung des Menschen in Leib, Seele und Geist, wie das dann sich anfüllt immer mehr und mehr mit konkretem Inhalte. Wenn man die Beziehungen sucht zwischen so etwas, das man so hingestellt hat, zum anderen, so bekommt man immer mehr und mehr Belege. Aber das ist notwendig beim anthroposophischen Leben, daß man immer weiter und weiter dringt. Das ist aber das, was gerade der heutige Mensch, der sich so furchtbar gescheit fühlt, nicht liebt. Der heutige Mensch liebt es nicht, sich etwa zu sagen: Ich habe jetzt einen anthroposophischen Aufsatz gelesen, ich habe einen anthroposophischen Vortrag gehört, ja, klar ist mir die Sache noch nicht, aber ich werde warten, ich werde sehen, was da noch alles kommt. — Würde er warten, dann würde er sehen, daß immer weiter zu andern Dingen vorgeschritten wird, und daß zuletzt dann bestimmt alles zutrifft, daß das eine der Beweis des andern wird. Und demjenigen, der da sagt: Wenn das eine der Beweis des andern ist, dann ist ja das Ganze im Weltenall doch ohne Grund und Boden, dann hält immer eins das andere —, demjenigen, der diese Einwendung macht, sagen Sie nur, er könne nicht annehmen die Beschreibung, die ihm die Astronomie von der Erde gibt. Da wird ihm auch gesagt, daß ein Stück der Erde die ganze trage und daß das Ganze ohne Grund und Boden dasteht. Derjenige, der andere Beweise als dieses Tragen des einen durch das andere will, er beachtet nicht, daß in dem Falle, wo man zu Totalitäten kommt, dies eben das Charakteristische ist, daß eins das andere trägt.
[ 25 ] Wir sehen, wie man zuerst hinstellen muß in einer mehr abstrakten Weise die Gliederung des Menschen in Leib, Seele und Geist, wie das dann sich anfüllt immer mehr und mehr mit konkretem Inhalte. Wenn man die Beziehungen sucht zwischen so etwas, das man so hingestellt hat, zum anderen, so bekommt man immer mehr und mehr Belege. Aber das ist notwendig beim anthroposophischen Leben, daß man immer weiter und weiter dringt. Das ist aber das, was gerade der heutige Mensch, der sich so furchtbar gescheit fühlt, nicht liebt. Der heutige Mensch liebt es nicht, sich etwa zu sagen: Ich habe jetzt einen anthroposophischen Aufsatz gelesen, ich habe einen anthroposophischen Vortrag gehört, ja, klar ist mir die Sache noch nicht, aber ich werde warten, ich werde sehen, was da noch alles kommt. — Würde er warten, dann würde er sehen, daß immer weiter zu andern Dingen vorgeschritten wird, und daß zuletzt dann bestimmt alles zutrifft, daß das eine der Beweis des andern wird. Und demjenigen, der da sagt: Wenn das eine der Beweis des andern ist, dann ist ja das Ganze im Weltenall doch ohne Grund und Boden, dann hält immer eins das andere —, demjenigen, der diese Einwendung macht, sagen Sie nur, er könne nicht annehmen die Beschreibung, die ihm die Astronomie von der Erde gibt. Da wird ihm auch gesagt, daß ein Stück der Erde die ganze trage und daß das Ganze ohne Grund und Boden dasteht. Derjenige, der andere Beweise als dieses Tragen des einen durch das andere will, er beachtet nicht, daß in dem Falle, wo man zu Totalitäten kommt, dies eben das Charakteristische ist, daß eins das andere trägt.
[ 26 ] Das, was notwendig ist, um überhaupt so etwas, wie wir es heute entwickelt haben, vor unsere Seele hinzustellen, das ist, daß nicht nur geredet wird immer vom Geiste — man kann natürlich gut vom Geiste reden und eigentlich einen blauen Dunst meinen —, sondern daß man geistig vom Geiste redet, daß man tatsächlich vom Geiste erfaßt ist und das eine an das andere in der Welt so gliedert, daß das Schaffen des Geistes zum Vorschein kommt. Derjenige, der nur materiell denkt, der kann eben nicht unterscheiden Halluzination von Imagination und von Phantasiegebilden, wenn er sie nebeneinanderstellt. Derjenige aber, der den lebendigen Geist sieht in der Vermittlung der drei, der zieht die Fäden von dem einen zu dem andern hinüber, der ist in seiner Betrachtungsweise mit lebendigem Seeleninhalte erfüllt, der redet, indem der Geist in seinen Worten lebt. Man soll nicht bloß von dem Geiste reden in der Wissenschaft, man soll den Geist reden lassen in der Geisteswissenschaft. Bitte, denken Sie über diesen Satz nach, der in der Tat sehr wichtig ist, wenn das Wesen der Geisteswissenschaft verstanden werden soll: Man soll nicht bloß über den Geist oder von dem Geist reden, man soll in geistiger Weise den Geist reden lassen. — Gerade darin wird man frei, denn der Geist nimmt einen in freier Weise auf und man drückt durch den eigenen Geist das Wesen desselben aus. Über den Geist muß in geistiger Art gesprochen werden, das ist mit flüssigem Denken, nicht mit den verhärteten Gedanken, die einer materialistisch denkenden Wissenschaft entsprechen.
[ 26 ] Das, was notwendig ist, um überhaupt so etwas, wie wir es heute entwickelt haben, vor unsere Seele hinzustellen, das ist, daß nicht nur geredet wird immer vom Geiste — man kann natürlich gut vom Geiste reden und eigentlich einen blauen Dunst meinen —, sondern daß man geistig vom Geiste redet, daß man tatsächlich vom Geiste erfaßt ist und das eine an das andere in der Welt so gliedert, daß das Schaffen des Geistes zum Vorschein kommt. Derjenige, der nur materiell denkt, der kann eben nicht unterscheiden Halluzination von Imagination und von Phantasiegebilden, wenn er sie nebeneinanderstellt. Derjenige aber, der den lebendigen Geist sieht in der Vermittlung der drei, der zieht die Fäden von dem einen zu dem andern hinüber, der ist in seiner Betrachtungsweise mit lebendigem Seeleninhalte erfüllt, der redet, indem der Geist in seinen Worten lebt. Man soll nicht bloß von dem Geiste reden in der Wissenschaft, man soll den Geist reden lassen in der Geisteswissenschaft. Bitte, denken Sie über diesen Satz nach, der in der Tat sehr wichtig ist, wenn das Wesen der Geisteswissenschaft verstanden werden soll: Man soll nicht bloß über den Geist oder von dem Geist reden, man soll in geistiger Weise den Geist reden lassen. — Gerade darin wird man frei, denn der Geist nimmt einen in freier Weise auf und man drückt durch den eigenen Geist das Wesen desselben aus. Über den Geist muß in geistiger Art gesprochen werden, das ist mit flüssigem Denken, nicht mit den verhärteten Gedanken, die einer materialistisch denkenden Wissenschaft entsprechen.
[ 27 ] Wenn wir aber dieses nehmen, dann ist es, was gerade, ich möchte sagen, in den Kernpunkt dessen führt, was eigentlich innerste Aufgabe unserer Zeit ist, und was uns allein hinüberretten kann über den Verfall, der als ein so starker Impuls in unserer ganzen heutigen Zivilisation drinnen ist. Wir können sagen: Fühlen wir uns heute ganz unbefangen mit echter, wirklicher Hingabe an das Erkennen in der Welt darinnen, dann werden wir wie durch eine sich über uns ausgießende Weltengnade dazu geführt, so zu denken, daß wir geistig über die Welt denken. Dies ist dasjenige, was im Grunde genommen als eine Eigenschaft der Weltenentwickelung erst eingetreten ist am Ende des 19. Jahrhunderts. Derjenige, der unbefangen die Menschheitsentwickelung verfolgt, der wird sehen, daß die Weltenentwickelung so war, daß sie vor dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine andere Aufgabe hatte, daß aber, man möchte sagen, die Tore des Geistigen sich geöffnet haben und daß wir heute vor der Aufgabe stehen, nachdem die materialistische Betrachtung der Natur die großen Triumphe gefeiert hat, die Welt wiederum geistig zu betrachten. Denn rhythmische Bewegung ist auch des Menschen Werden, durch das der Mensch als einzelner hindurchgeht im Rhythmus der wiederholten Erdenleben. Rhythmisch ist dieses Leben. In rhythmischer Wiederkehr geht der Mensch dasjenige durch, was sich einmal auslebt in solchem geistigen Menschheitsstreben, wie es zum Beispiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Höhepunkt hatte, wo man nur den Sinn auf das Materielle hinrichtete und alles materiell erklären will, und unserer jetzigen Zeit, wo wir wiederum zurückkehren müssen zu einer geistigen Betrachtung, weil, wenn wir unbefangen unsere Seele erfüllen lassen von dem, was aus der Welt kommt, diese Seele eben angefüllt wird mit dem Drang zu einer geistigen Betrachtung der Welt.
[ 27 ] Wenn wir aber dieses nehmen, dann ist es, was gerade, ich möchte sagen, in den Kernpunkt dessen führt, was eigentlich innerste Aufgabe unserer Zeit ist, und was uns allein hinüberretten kann über den Verfall, der als ein so starker Impuls in unserer ganzen heutigen Zivilisation drinnen ist. Wir können sagen: Fühlen wir uns heute ganz unbefangen mit echter, wirklicher Hingabe an das Erkennen in der Welt darinnen, dann werden wir wie durch eine sich über uns ausgießende Weltengnade dazu geführt, so zu denken, daß wir geistig über die Welt denken. Dies ist dasjenige, was im Grunde genommen als eine Eigenschaft der Weltenentwickelung erst eingetreten ist am Ende des 19. Jahrhunderts. Derjenige, der unbefangen die Menschheitsentwickelung verfolgt, der wird sehen, daß die Weltenentwickelung so war, daß sie vor dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine andere Aufgabe hatte, daß aber, man möchte sagen, die Tore des Geistigen sich geöffnet haben und daß wir heute vor der Aufgabe stehen, nachdem die materialistische Betrachtung der Natur die großen Triumphe gefeiert hat, die Welt wiederum geistig zu betrachten. Denn rhythmische Bewegung ist auch des Menschen Werden, durch das der Mensch als einzelner hindurchgeht im Rhythmus der wiederholten Erdenleben. Rhythmisch ist dieses Leben. In rhythmischer Wiederkehr geht der Mensch dasjenige durch, was sich einmal auslebt in solchem geistigen Menschheitsstreben, wie es zum Beispiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Höhepunkt hatte, wo man nur den Sinn auf das Materielle hinrichtete und alles materiell erklären will, und unserer jetzigen Zeit, wo wir wiederum zurückkehren müssen zu einer geistigen Betrachtung, weil, wenn wir unbefangen unsere Seele erfüllen lassen von dem, was aus der Welt kommt, diese Seele eben angefüllt wird mit dem Drang zu einer geistigen Betrachtung der Welt.
[ 28 ] Das ist im Grunde genommen das Geheimnis, möchte ich sagen, des heutigen Tages. Derjenige, der heute mit dem Geiste lebt, der muß sich sagen: Die Tore von der übersinnlichen Welt zur sinnlichen Welt sind eröffnet für das Erdendasein. So wie die Dinge der sinnlichen Außenwelt zu uns sprechen durch Farben und Töne, so spricht heute deutlich eine geistige Welt zu den Menschen. Aber die Menschen sind noch gewöhnt, die alte, bloß abbildliche materielle Welt zu sich sprechen zu lassen, und sie haben daher den Kampf eröffnet in allen Formen gegen das Hereinströmen der geistigen Art der Betrachtung. Dieser Kampf tritt auf in der materialistisch wissenschaftlichen Betrachtungsweise; dieser Kampf tritt auf in den furchtbaren materialistischen Kämpfen, die den Anfang des 20. Jahrhunderts erschüttert haben. Aber geradeso wie in einer älteren Zeit der Menschheitsentwickelung einmal die Menschen zu stark zum Geistigen aufgestrebt haben und daher in Illusionen und Schwärmereien verfallen sind, welche in ihrem Leibe haben aussprechen lassen wollen das Geistige, so gerät derjenige, der heute den Geist bekämpft, wie es im Grunde genommen noch die Mehrzahl der zivilisierten Menschen tun, in die Fangarme der Macht, die dem Herabkommen des Geistigen in die physische Welt heute widerstrebt. Und wir haben daher heraufziehen sehen das, was unbedingt kommt in diejenigen Seelen, die dem Hereinströmen des Geistigen widerstreben: wir kommen zu dem, was das Auftreten der Lüge ist, was wir so furchtbar haben hereinströmen sehen während der Zeit des Weltkrieges. Es war allerdings schon vorher vorbereitet, und wir leben heute in einer Zeit, wo nicht nur die Welt widerstrebt der Erkenntnis, wo die Welt geradezu in einer furchtbaren Weise den Hang entwickelt, Unwahres zu sagen. Und Unwahres ist im Grunde genommen das meiste von dem, was heute gerade gegen Anthroposophie und gegen alles das, was mit Anthroposophie zusammenhängt, von den Gegnern heraufgebracht wird. Welch tiefe Unwahrhaftigkeit tritt bei denjenigen auf, welche heute sich geradezu gerieren als die Träger der Wahrheit, welche sich nennen die Verkünder der Wahrheit!
[ 28 ] Das ist im Grunde genommen das Geheimnis, möchte ich sagen, des heutigen Tages. Derjenige, der heute mit dem Geiste lebt, der muß sich sagen: Die Tore von der übersinnlichen Welt zur sinnlichen Welt sind eröffnet für das Erdendasein. So wie die Dinge der sinnlichen Außenwelt zu uns sprechen durch Farben und Töne, so spricht heute deutlich eine geistige Welt zu den Menschen. Aber die Menschen sind noch gewöhnt, die alte, bloß abbildliche materielle Welt zu sich sprechen zu lassen, und sie haben daher den Kampf eröffnet in allen Formen gegen das Hereinströmen der geistigen Art der Betrachtung. Dieser Kampf tritt auf in der materialistisch wissenschaftlichen Betrachtungsweise; dieser Kampf tritt auf in den furchtbaren materialistischen Kämpfen, die den Anfang des 20. Jahrhunderts erschüttert haben. Aber geradeso wie in einer älteren Zeit der Menschheitsentwickelung einmal die Menschen zu stark zum Geistigen aufgestrebt haben und daher in Illusionen und Schwärmereien verfallen sind, welche in ihrem Leibe haben aussprechen lassen wollen das Geistige, so gerät derjenige, der heute den Geist bekämpft, wie es im Grunde genommen noch die Mehrzahl der zivilisierten Menschen tun, in die Fangarme der Macht, die dem Herabkommen des Geistigen in die physische Welt heute widerstrebt. Und wir haben daher heraufziehen sehen das, was unbedingt kommt in diejenigen Seelen, die dem Hereinströmen des Geistigen widerstreben: wir kommen zu dem, was das Auftreten der Lüge ist, was wir so furchtbar haben hereinströmen sehen während der Zeit des Weltkrieges. Es war allerdings schon vorher vorbereitet, und wir leben heute in einer Zeit, wo nicht nur die Welt widerstrebt der Erkenntnis, wo die Welt geradezu in einer furchtbaren Weise den Hang entwickelt, Unwahres zu sagen. Und Unwahres ist im Grunde genommen das meiste von dem, was heute gerade gegen Anthroposophie und gegen alles das, was mit Anthroposophie zusammenhängt, von den Gegnern heraufgebracht wird. Welch tiefe Unwahrhaftigkeit tritt bei denjenigen auf, welche heute sich geradezu gerieren als die Träger der Wahrheit, welche sich nennen die Verkünder der Wahrheit!
[ 29 ] Dafür ein Beispiel — ich muß immer naheliegende Beispiele anführen, so leid es mir tut —: Es erscheint in Stuttgart ein Blatt, das heißt sich: Stuttgarter Evangelisches Sonntagsblatt. Dieses Stuttgarter Evangelische Sonntagsblatt brachte in Nr. 19 auf Seite 149 einige Sätze, welche unter anderem das Folgende enthalten. Da hat jemand etwas vorgetragen, ein Stadtpfarrer a.D. Jehle, über die kirchenfeindlichen Strömungen der Gegenwart. Da sei viel Wertvolles zum Verständnis des Monismus und des Freidenkertums gesagt worden, und da legte jener Stadtpfarrer a.D. Jehle die tieferen Gründe des von A. Drews so erbittert geführten Kampfes gegen die Geschichtlichkeit Jesu klar, und er beleuchtet sodann die christliche Wissenschaft, die im schärfsten Gegensatz zur materialistischen Weltauffassung alles Materielle für unwirklich erklärt, und weiter: «die Theosophie Steiners, der den Pfarrer Rittelmeyer zum Dank für seine Gefolgschaft zum wiedergekommenen Bernhard von Clairvaux erklärt».
[ 29 ] Dafür ein Beispiel — ich muß immer naheliegende Beispiele anführen, so leid es mir tut —: Es erscheint in Stuttgart ein Blatt, das heißt sich: Stuttgarter Evangelisches Sonntagsblatt. Dieses Stuttgarter Evangelische Sonntagsblatt brachte in Nr. 19 auf Seite 149 einige Sätze, welche unter anderem das Folgende enthalten. Da hat jemand etwas vorgetragen, ein Stadtpfarrer a.D. Jehle, über die kirchenfeindlichen Strömungen der Gegenwart. Da sei viel Wertvolles zum Verständnis des Monismus und des Freidenkertums gesagt worden, und da legte jener Stadtpfarrer a.D. Jehle die tieferen Gründe des von A. Drews so erbittert geführten Kampfes gegen die Geschichtlichkeit Jesu klar, und er beleuchtet sodann die christliche Wissenschaft, die im schärfsten Gegensatz zur materialistischen Weltauffassung alles Materielle für unwirklich erklärt, und weiter: «die Theosophie Steiners, der den Pfarrer Rittelmeyer zum Dank für seine Gefolgschaft zum wiedergekommenen Bernhard von Clairvaux erklärt».
[ 30 ] Nun, meine lieben Freunde, ein Freund von uns hat sich bemüht, eine Richtigstellung dieser Sache zu erlangen. Die Sache ist auch an den Pfarrer Rittelmeyer herangekommen, und der Pfarrer Rittelmeyer hat dann an diejenigen, die so etwas in die Welt setzen, den folgenden Brief geschrieben:
[ 30 ] Nun, meine lieben Freunde, ein Freund von uns hat sich bemüht, eine Richtigstellung dieser Sache zu erlangen. Die Sache ist auch an den Pfarrer Rittelmeyer herangekommen, und der Pfarrer Rittelmeyer hat dann an diejenigen, die so etwas in die Welt setzen, den folgenden Brief geschrieben:
[ 31 ] «In Nr.19 des Stuttgarter Evangelischen Sonntagsblattes vom 8. Mai lese ich soeben einen Bericht über die Jahresversammlung der Evangelisch-Kirchlichen Vereinigung, auf der Herr Pfarrer Jehle in einem Vortrag über die kirchenfeindlichen Strömungen der Gegenwart behauptet hat, Herr Dr. Steiner habe «den Pfarrer Rittelmeyer zum Dank für seine Gefolgschaft zum wiedergekommenen Bernhard von Clairvaux erklärt. Dieser Satz widerspricht in allem völlig der Wahrheit. Weder hat Herr Dr. Steiner mich je direkt oder andeutend zum wiedergekommenen Bernhard von Clairvaux oder zu etwas Ähnlichem erklärt — weder mir selbst gegenüber, noch, wie ich mit Bestimmtheit sagen kann, irgend einem andern gegenüber — noch habe ich selbst etwas Derartiges von mir gesagt oder gedacht. Ich bitte Sie, auf Grund der Pressegepflogenheiten dieser Richtigstellung nach ihrem vollen Inhalt Raum zu geben. Gestatten Sie noch, daß ich meiner tiefen Trauer Ausdruck gebe über den Tiefstand der kirchlichen Polemik, die hier wieder einmal zum Ausdruck kommt. Jedes törichte Geschwätz ist willkommen, wenn es nur den vermeintlichen Gegner herabsetzt, und nicht einmal die unter anständigen Menschen sonst allgemein üblichen Gepflogenheiten der vorherigen Vergewisserung werden eingehalten. Ich erhoffe mir doch recht sehr von Ihnen eine Empfindung dafür, welche niedrige Gesinnung hier Herrn Dr. Steiner sowohl wie mir zugetraut ist, und an welche tiefstehenden Instinkte sich eine solche Mitteilung, nur auf Grund eines leicht als unwahr festzustellenden Klatsches, im Hörer und im Leser wendet.»
[ 31 ] «In Nr.19 des Stuttgarter Evangelischen Sonntagsblattes vom 8. Mai lese ich soeben einen Bericht über die Jahresversammlung der Evangelisch-Kirchlichen Vereinigung, auf der Herr Pfarrer Jehle in einem Vortrag über die kirchenfeindlichen Strömungen der Gegenwart behauptet hat, Herr Dr. Steiner habe «den Pfarrer Rittelmeyer zum Dank für seine Gefolgschaft zum wiedergekommenen Bernhard von Clairvaux erklärt. Dieser Satz widerspricht in allem völlig der Wahrheit. Weder hat Herr Dr. Steiner mich je direkt oder andeutend zum wiedergekommenen Bernhard von Clairvaux oder zu etwas Ähnlichem erklärt — weder mir selbst gegenüber, noch, wie ich mit Bestimmtheit sagen kann, irgend einem andern gegenüber — noch habe ich selbst etwas Derartiges von mir gesagt oder gedacht. Ich bitte Sie, auf Grund der Pressegepflogenheiten dieser Richtigstellung nach ihrem vollen Inhalt Raum zu geben. Gestatten Sie noch, daß ich meiner tiefen Trauer Ausdruck gebe über den Tiefstand der kirchlichen Polemik, die hier wieder einmal zum Ausdruck kommt. Jedes törichte Geschwätz ist willkommen, wenn es nur den vermeintlichen Gegner herabsetzt, und nicht einmal die unter anständigen Menschen sonst allgemein üblichen Gepflogenheiten der vorherigen Vergewisserung werden eingehalten. Ich erhoffe mir doch recht sehr von Ihnen eine Empfindung dafür, welche niedrige Gesinnung hier Herrn Dr. Steiner sowohl wie mir zugetraut ist, und an welche tiefstehenden Instinkte sich eine solche Mitteilung, nur auf Grund eines leicht als unwahr festzustellenden Klatsches, im Hörer und im Leser wendet.»
[ 32 ] Nun, sehen Sie, die letzten Worte hat das Stuttgarter Evangelische Sonntagsblatt überhaupt nicht abgedruckt, von der niedrigen Gesinnung und so weiter, sondern nur die ersten Worte, und läßt dazusetzen:
[ 32 ] Nun, sehen Sie, die letzten Worte hat das Stuttgarter Evangelische Sonntagsblatt überhaupt nicht abgedruckt, von der niedrigen Gesinnung und so weiter, sondern nur die ersten Worte, und läßt dazusetzen:
[ 33 ] «Zu dieser Erklärung» — die also unvollständig abgedruckt ist! — «können wir hier nur bemerken: Persönliche Mitteilungen des Redners (die dann auch dem Betroffenen zugegangen sind) sowie seine so vielen unserer Leser bekannte und bewährte Persönlichkeit schließen für jeden, der ihn kennt, auch den leisesten Zweifel aus, daß er die Außerung nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben hat.» Also man muß hören, daß derjenige, der zunächst apostrophiert wird, erstens sagt, daß die ganze Sache erlogen ist, zweitens sagt, daß die Sache von einer niedrigen Gesinnung ist. Dann zieht man sich in dieser Weise aus der Affäre und fügt noch hinzu: «Betreffs ihrer Formulierung und Wiedergabe im Bericht unseres Blattes, die ohne Wissen und Willen des Redners und ohne die letzte Durchsicht des mittlerweile in Urlaub gereisten Schriftleiters erfolgt ist» — also der Redner hat das zwar gesagt, aber man entschuldigt die Wiedergabe damit, daß man ihm die Wiedergabe nicht gesagt hat, und man entschuldigt denjenigen, der in übler Weise demjenigen, der dann die Wiedergabe getadelt hat, gedient hat, entschuldigt diesen wieder damit, daß er im Bade ist — «bedauert der Berichterstatter und mit ihm der Redner wie der Schriftleiter, daß sie wider unsere Absicht von verschiedenen Lesern» — also sie bedauern nicht, daß sie eine Lüge verbreitet haben, sondern das Folgende, sie bedauern — «daß sie wider unsere Absicht von verschiedenen Lesern, wie Herr Pfarrer Dr. Rittelmeyer uns mitteilt, dahin mißverstanden werden konnte, als trauten wir ihm die Eitelkeit zu, an solcher Ernennung Freude zu haben, und als hätte Herr Dr. Steiner mit dieser Eitelkeit gerechnet.»
[ 33 ] «Zu dieser Erklärung» — die also unvollständig abgedruckt ist! — «können wir hier nur bemerken: Persönliche Mitteilungen des Redners (die dann auch dem Betroffenen zugegangen sind) sowie seine so vielen unserer Leser bekannte und bewährte Persönlichkeit schließen für jeden, der ihn kennt, auch den leisesten Zweifel aus, daß er die Außerung nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben hat.» Also man muß hören, daß derjenige, der zunächst apostrophiert wird, erstens sagt, daß die ganze Sache erlogen ist, zweitens sagt, daß die Sache von einer niedrigen Gesinnung ist. Dann zieht man sich in dieser Weise aus der Affäre und fügt noch hinzu: «Betreffs ihrer Formulierung und Wiedergabe im Bericht unseres Blattes, die ohne Wissen und Willen des Redners und ohne die letzte Durchsicht des mittlerweile in Urlaub gereisten Schriftleiters erfolgt ist» — also der Redner hat das zwar gesagt, aber man entschuldigt die Wiedergabe damit, daß man ihm die Wiedergabe nicht gesagt hat, und man entschuldigt denjenigen, der in übler Weise demjenigen, der dann die Wiedergabe getadelt hat, gedient hat, entschuldigt diesen wieder damit, daß er im Bade ist — «bedauert der Berichterstatter und mit ihm der Redner wie der Schriftleiter, daß sie wider unsere Absicht von verschiedenen Lesern» — also sie bedauern nicht, daß sie eine Lüge verbreitet haben, sondern das Folgende, sie bedauern — «daß sie wider unsere Absicht von verschiedenen Lesern, wie Herr Pfarrer Dr. Rittelmeyer uns mitteilt, dahin mißverstanden werden konnte, als trauten wir ihm die Eitelkeit zu, an solcher Ernennung Freude zu haben, und als hätte Herr Dr. Steiner mit dieser Eitelkeit gerechnet.»
[ 34 ] Also es wird nicht zugestanden, daß man eine Lüge verbreitet hat, sondern bedauert, daß die Leser so etwas verstanden haben, als ob man auf die Eitelkeit gerechnet hätte. Und nun geht es weiter: «So sehr wir aus sachlichen Gründen die Förderung der Sache Rudolf Steiners durch einen Vertreter der Kirche bedauern, so fern lag uns doch der Gedanke einer persönlichen Herabsetzung. Wir zweifeln auch nicht, daß Herr Pfarrer Rittelmeyer von dem Gedanken an eine solche Ernennung durch Rudolf Steiner peinlich überrascht worden ist.»
[ 34 ] Also es wird nicht zugestanden, daß man eine Lüge verbreitet hat, sondern bedauert, daß die Leser so etwas verstanden haben, als ob man auf die Eitelkeit gerechnet hätte. Und nun geht es weiter: «So sehr wir aus sachlichen Gründen die Förderung der Sache Rudolf Steiners durch einen Vertreter der Kirche bedauern, so fern lag uns doch der Gedanke einer persönlichen Herabsetzung. Wir zweifeln auch nicht, daß Herr Pfarrer Rittelmeyer von dem Gedanken an eine solche Ernennung durch Rudolf Steiner peinlich überrascht worden ist.»
[ 35 ] Da wird also der Schein hervorgerufen, als ob Herr Pfarrer Rittelmeyer peinlich überrascht worden wäre, als er hörte, daß ich ihn dazu ernannt habe, während er ausdrücklich meint, er sei peinlich überrascht worden, daß eine solche Lüge von dem Evangelischen Sonntagsblatt verbreitet wird.
[ 35 ] Da wird also der Schein hervorgerufen, als ob Herr Pfarrer Rittelmeyer peinlich überrascht worden wäre, als er hörte, daß ich ihn dazu ernannt habe, während er ausdrücklich meint, er sei peinlich überrascht worden, daß eine solche Lüge von dem Evangelischen Sonntagsblatt verbreitet wird.
[ 36 ] «Im übrigen kennen uns, glaube ich, unsere regelmäßigen Leser zu gut, um uns eine Absicht persönlicher Verunglimpfung oder gar falscher Nachrede zuzutrauen, sie wissen auch, daß wir mit besserer und schönerer Arbeit reichlich beschäftigt sind.» — Dies zu beurteilen, überlasse ich den Lesern des Evangelischen Stuttgarter Sonntagsblattes.
[ 36 ] «Im übrigen kennen uns, glaube ich, unsere regelmäßigen Leser zu gut, um uns eine Absicht persönlicher Verunglimpfung oder gar falscher Nachrede zuzutrauen, sie wissen auch, daß wir mit besserer und schönerer Arbeit reichlich beschäftigt sind.» — Dies zu beurteilen, überlasse ich den Lesern des Evangelischen Stuttgarter Sonntagsblattes.
[ 37 ] Sehen Sie, so arbeiten heute diejenigen, die sich die Vertreter, die offiziellen Vertreter der Wahrheit nennen und welche zahlreiche Menschen für verpflichtet halten zu dieser Vertretung der Wahrheit. Man braucht nur so etwas hinzustellen, um aufmerksam darauf zu machen, wo heute der Hang zur Unwahrheit ist. Aber es ist noch nicht in genug weite Kreise der Abscheu, der genügend große Abscheu verbreitet vor solcher Unmoral, vor solcher Wider-Religion, die sich christlicher Sonntags-Gottesdienst nennt.
[ 37 ] Sehen Sie, so arbeiten heute diejenigen, die sich die Vertreter, die offiziellen Vertreter der Wahrheit nennen und welche zahlreiche Menschen für verpflichtet halten zu dieser Vertretung der Wahrheit. Man braucht nur so etwas hinzustellen, um aufmerksam darauf zu machen, wo heute der Hang zur Unwahrheit ist. Aber es ist noch nicht in genug weite Kreise der Abscheu, der genügend große Abscheu verbreitet vor solcher Unmoral, vor solcher Wider-Religion, die sich christlicher Sonntags-Gottesdienst nennt.
[ 38 ] Man braucht ja nur auf ein einzelnes solches Symptom, von denen man heute Hunderte vorführen könnte, hinzuweisen, um zu zeigen, wo überall heute — und das wird noch viel schlimmer werden, denn wir leben eben in unserer Zeit —, wo heute die Ausgangspunkte sind, die sich dann zusammenballen zu jenen pöbelhaften Auftritten, wie sie bei unseren letzten Eurythmievorstellungen in Frankfurt und Baden-Baden stattgefunden haben. Genau dieselbe Eurythmievorstellung, die man hier mit voller Anteilnahme am letzten Sonntag gesehen hat, dieselbe Eurythmievorstellung wurde in Frankfurt und Baden-Baden mit allerlei Schlüsseln und ähnlichen Instrumenten ausgejohlt und ausgepfiffen, natürlich nicht aus sachlichem Urteil, sondern aus dem Zusammentreffen von zwei Dingen. Erstens aus dem Kampf, der geführt wird aus Gründen, die Sie ja wohl wiederum heute und schon öfter von mir gehört haben, in weiter Ausdehnung geführt wird gegen die Geltendmachung des Hereinströmens des geistigen Lebens in unsere physische Welt und geltend gemacht wird heraus aus dem Hang zur Unwahrhaftigkeit. Man hat nicht viel Augen noch für sie, aber sie muß verfolgt werden bis in ihre äußersten Schlupfwinkel hinein. Und das andere, das ist die Unfähigkeit, die mit der Faulheit, mit der Unbequemlichkeit im Bunde ist. Wenn sich ein angesehenes Blatt von hier, ich habe es bereits hier erwähnt, dazu herbeiläßt, ein autoritatives Urteil für seine Leser prägen zu wollen, dann wendet es sich an eine der gegenwärtigen Autoritäten, zum Beispiel den Professor Traub in Tübingen; und in einem dieser Artikel, ich habe es hier schon erwähnt, fand man ganz merkwürdige Worte. Da schreibt einfach dieser Universitätsprofessor hin, der das Recht heute noch hat, so viele junge Seelen, wie man sagt, für ihren Beruf vorzubereiten, da schreibt der hin: In der Weltanschauung Rudolf Steiners bewegen sich die geistigen Dinge, geistigen Wesenheiten in der geistigen Welt wie Tische und Stühle in der physischen Welt! — Nun, hat jemand schon jemals bei nüchternem Kopfe Tische und Stühle sich bewegen sehen in der physischen Welt? Der Professor Traub in Tübingen, der hat den Stil, nunmehr zu schreiben, daß ich in meinen Schriften davon rede, daß sich in der geistigen Welt die Wesenheiten bewegen wie Tische und Stühle in der physischen Welt. Da er wahrscheinlich nicht zugibt, ein Spiritist zu sein, der Professor Traub, so will ich wenigstens nicht so unhöflich sein, ihm den andern Zustand zuzumuten, während er diesen Artikel geschrieben hat, in dem man gewöhnlich die Tische und Stühle bewegt sieht.
[ 38 ] Man braucht ja nur auf ein einzelnes solches Symptom, von denen man heute Hunderte vorführen könnte, hinzuweisen, um zu zeigen, wo überall heute — und das wird noch viel schlimmer werden, denn wir leben eben in unserer Zeit —, wo heute die Ausgangspunkte sind, die sich dann zusammenballen zu jenen pöbelhaften Auftritten, wie sie bei unseren letzten Eurythmievorstellungen in Frankfurt und Baden-Baden stattgefunden haben. Genau dieselbe Eurythmievorstellung, die man hier mit voller Anteilnahme am letzten Sonntag gesehen hat, dieselbe Eurythmievorstellung wurde in Frankfurt und Baden-Baden mit allerlei Schlüsseln und ähnlichen Instrumenten ausgejohlt und ausgepfiffen, natürlich nicht aus sachlichem Urteil, sondern aus dem Zusammentreffen von zwei Dingen. Erstens aus dem Kampf, der geführt wird aus Gründen, die Sie ja wohl wiederum heute und schon öfter von mir gehört haben, in weiter Ausdehnung geführt wird gegen die Geltendmachung des Hereinströmens des geistigen Lebens in unsere physische Welt und geltend gemacht wird heraus aus dem Hang zur Unwahrhaftigkeit. Man hat nicht viel Augen noch für sie, aber sie muß verfolgt werden bis in ihre äußersten Schlupfwinkel hinein. Und das andere, das ist die Unfähigkeit, die mit der Faulheit, mit der Unbequemlichkeit im Bunde ist. Wenn sich ein angesehenes Blatt von hier, ich habe es bereits hier erwähnt, dazu herbeiläßt, ein autoritatives Urteil für seine Leser prägen zu wollen, dann wendet es sich an eine der gegenwärtigen Autoritäten, zum Beispiel den Professor Traub in Tübingen; und in einem dieser Artikel, ich habe es hier schon erwähnt, fand man ganz merkwürdige Worte. Da schreibt einfach dieser Universitätsprofessor hin, der das Recht heute noch hat, so viele junge Seelen, wie man sagt, für ihren Beruf vorzubereiten, da schreibt der hin: In der Weltanschauung Rudolf Steiners bewegen sich die geistigen Dinge, geistigen Wesenheiten in der geistigen Welt wie Tische und Stühle in der physischen Welt! — Nun, hat jemand schon jemals bei nüchternem Kopfe Tische und Stühle sich bewegen sehen in der physischen Welt? Der Professor Traub in Tübingen, der hat den Stil, nunmehr zu schreiben, daß ich in meinen Schriften davon rede, daß sich in der geistigen Welt die Wesenheiten bewegen wie Tische und Stühle in der physischen Welt. Da er wahrscheinlich nicht zugibt, ein Spiritist zu sein, der Professor Traub, so will ich wenigstens nicht so unhöflich sein, ihm den andern Zustand zuzumuten, während er diesen Artikel geschrieben hat, in dem man gewöhnlich die Tische und Stühle bewegt sieht.
[ 39 ] Aber das sind die Autoritäten, an die man sich wendet, wenn man ein Urteil verlangt über das, was als Geisteswissenschaft heute auftritt. Diese Dinge werden nur immer nicht mit genügender Schärfe hingestellt, und sie werden vor allen Dingen auch von vielen unserer Freunde nicht mit genügender Schärfe gedacht und empfunden. Und immer wiederum erleben wir es, daß das geschieht, daß wenn jemand irgend etwas gegen uns sagt und wir schildern ihn seinem ganzen Charakter nach, daß man nicht ihm das übel nimmt, daß er ein Lügner ist, sondern man nimmt uns das übel, daß wir sagen, er ist ein Lügner. Das haben wir gerade in den letzten Wochen, man möchte sagen, von Tag zu Tag gerade hier und sonstwo erlebt.
[ 39 ] Aber das sind die Autoritäten, an die man sich wendet, wenn man ein Urteil verlangt über das, was als Geisteswissenschaft heute auftritt. Diese Dinge werden nur immer nicht mit genügender Schärfe hingestellt, und sie werden vor allen Dingen auch von vielen unserer Freunde nicht mit genügender Schärfe gedacht und empfunden. Und immer wiederum erleben wir es, daß das geschieht, daß wenn jemand irgend etwas gegen uns sagt und wir schildern ihn seinem ganzen Charakter nach, daß man nicht ihm das übel nimmt, daß er ein Lügner ist, sondern man nimmt uns das übel, daß wir sagen, er ist ein Lügner. Das haben wir gerade in den letzten Wochen, man möchte sagen, von Tag zu Tag gerade hier und sonstwo erlebt.
[ 40 ] Man darf schon von einer Unfähigkeit sprechen, wenn solches Zeug hingeschrieben wird, wie der Professor Traub in Tübingen hinschrieb, der außerdem in demselben Aufsatz geschrieben hat: Geheimwissenschaft kann keine Wissenschaft sein, einfach weil sich die Begriffe «geheim» und «Wissenschaft» ausschließen; was geheim ist, ist keine Wissenschaft. — Nun frage ich Sie, wenn einer ein wissenschaftliches Buch schrieb und ein anderer die Schrulle hat, das hundert Jahre geheimzuhalten, ist das deshalb weniger wissenschaftlich, weil es geheimgehalten wurde? Wissenschaftlich ist es doch gewiß nicht dadurch, daß es geheim oder öffentlich gehalten wird, sondern durch seinen wissenschaftlichen Charakter! Man muß wirklich von allen Geistern eines gesunden Denkens verlassen sein, wenn man einen solchen Satz nur hinschreiben kann.
[ 40 ] Man darf schon von einer Unfähigkeit sprechen, wenn solches Zeug hingeschrieben wird, wie der Professor Traub in Tübingen hinschrieb, der außerdem in demselben Aufsatz geschrieben hat: Geheimwissenschaft kann keine Wissenschaft sein, einfach weil sich die Begriffe «geheim» und «Wissenschaft» ausschließen; was geheim ist, ist keine Wissenschaft. — Nun frage ich Sie, wenn einer ein wissenschaftliches Buch schrieb und ein anderer die Schrulle hat, das hundert Jahre geheimzuhalten, ist das deshalb weniger wissenschaftlich, weil es geheimgehalten wurde? Wissenschaftlich ist es doch gewiß nicht dadurch, daß es geheim oder öffentlich gehalten wird, sondern durch seinen wissenschaftlichen Charakter! Man muß wirklich von allen Geistern eines gesunden Denkens verlassen sein, wenn man einen solchen Satz nur hinschreiben kann.
[ 41 ] Und ein anderes, hier darf es gesagt werden, wir sind unter uns, es muß eben von mir manches gesagt werden, weil es leider von anderer Seite zu wenig gesagt wird. Wir bemühen uns jetzt in der Begleitung der Eurythmie seit vielen Jahren einer Rezitations- und Deklamationskunst, welche wiederum zu den alten guten Kunstprinzipien zurückgeht, wiederum erinnert an dasjenige, was in der Poesie eigentlich Kunst ist, der Rhythmus, der Takt, das Tonhafte, das Bildhafte, während in unserer unkünstlerischen Zeit eigentlich die Dichtung nur mehr prosaisch rezitiert wird. Man rezitiert das Prosaische, das Wortwörtliche, man geht nicht zurück zu dem Untergrunde des Rhythmischen, des Taktmäßigen; und weil in Begleitung unserer Eurythmie das wiederum gesucht wird, was zum Beispiel Goethe meinte, als er mit dem Taktstock wie ein Kapellmeister selbst seine Jambendramen einstudierte mit seinen Schauspielern, indem er auf das wirklich Künstlerische in der Poesie hinwies, weil wir von einem Unkünstlerschen wiederum zu einem Künstlerischen zurückgehen, deshalb erheben die Protektoren oder die Leute selbst, die heute, während sie vorgeben, Dichterisches zu rezitieren, allerlei Prosaisches quaken und blöken, die erheben sich quakend und blökend aus ihrer Unfähigkeit heraus und pöbeln an diejenigen, die sich widmen dem Rezitieren, das wiederum die wirkliche Kunst dieses Rezitierens zur Geltung bringen will.
[ 41 ] Und ein anderes, hier darf es gesagt werden, wir sind unter uns, es muß eben von mir manches gesagt werden, weil es leider von anderer Seite zu wenig gesagt wird. Wir bemühen uns jetzt in der Begleitung der Eurythmie seit vielen Jahren einer Rezitations- und Deklamationskunst, welche wiederum zu den alten guten Kunstprinzipien zurückgeht, wiederum erinnert an dasjenige, was in der Poesie eigentlich Kunst ist, der Rhythmus, der Takt, das Tonhafte, das Bildhafte, während in unserer unkünstlerischen Zeit eigentlich die Dichtung nur mehr prosaisch rezitiert wird. Man rezitiert das Prosaische, das Wortwörtliche, man geht nicht zurück zu dem Untergrunde des Rhythmischen, des Taktmäßigen; und weil in Begleitung unserer Eurythmie das wiederum gesucht wird, was zum Beispiel Goethe meinte, als er mit dem Taktstock wie ein Kapellmeister selbst seine Jambendramen einstudierte mit seinen Schauspielern, indem er auf das wirklich Künstlerische in der Poesie hinwies, weil wir von einem Unkünstlerschen wiederum zu einem Künstlerischen zurückgehen, deshalb erheben die Protektoren oder die Leute selbst, die heute, während sie vorgeben, Dichterisches zu rezitieren, allerlei Prosaisches quaken und blöken, die erheben sich quakend und blökend aus ihrer Unfähigkeit heraus und pöbeln an diejenigen, die sich widmen dem Rezitieren, das wiederum die wirkliche Kunst dieses Rezitierens zur Geltung bringen will.
[ 42 ] Ich bedaure, daß ich das selbst sagen muß, aber was nützt es; wenn die Dinge nicht formuliert werden von andern, so müssen sie eben schon von mir formuliert werden. Und ich kann nicht anders, als gerade in diesem Kampf sehen eine andere Form des Kampfes der Unfähigkeit, wie sie zum Beispiel bei Traub bis in die Gedankenlosigkeit hinein nachgewiesen werden kann, ein Kampf der Unfähigkeit der Blöker gegen das, was versucht, eine wirkliche Rezitation zu sein. Man kann begreifen, daß das, was aus der Unfähigkeit heraus wirkt, selbst blökt oder seine Protektoren blöken läßt, aber wir haben die Verpflichtung, das Geistesgut zu schützen, und wir müssen, wenn es uns auch übelgenommen wird, mit starken Worten auf das hinweisen, was der Grundschaden unserer Zeit ist. Ich habe Ihnen heute gesprochen von einem der Geisteswissenschaft entsprechenden Thema und ich mußte — nun, es war schon in der Zeit, wo unsere Stunde vorüber war, es war also eine Zugabe — wiederum auslaufen lassen meine Betrachtungen in etwas, was aber zeitgeschichtlich gar sehr mit dem rein geisteswissenschaftlichen Hauptthema zusammenhängt. Ich bedaure es, daß ich meine Betrachtungen in solche Auseinandersetzungen auslaufen lassen muß, allein wir leben nicht in einem Wolkenkuckucksheim, wir leben in der Welt drinnen, und wenn wir den nötigen Enthusiasmus haben, wenn wir fühlen die heilige Verpflichtung, heute einzutreten für die Sache der anthroposophischen Erkenntnis und ihres Auswirkens, dann müssen wir mit klaren Augen sehen, wo die Gegnerschaft liegt, und dann müssen wir in uns, indem wir uns über diese Dinge verständigen, den starken Willen entwickeln, dieser Gegnerschaft heimzuleuchten. Denn einzig und allein dadurch werden wir uns verbinden demjenigen, was gegenüber dem Niedergang wiederum zu einem Aufgang führt, was die Impulse sind, die gegenüber dem Kampf gegen Geist und Seele die Geltendmachung des Geistes und der Seele im irdischen Leben bewirken wollen. Damit wir in richtigem Sinne miteinander zusammen empfinden können in der starken Geltendmachung der Kraft, die Geist und Seele zur Geltung bringen will, zur Geltung bringen kann, darum müssen wir uns verständigen über all das, was wider Geist und wider Seele ist.
[ 42 ] Ich bedaure, daß ich das selbst sagen muß, aber was nützt es; wenn die Dinge nicht formuliert werden von andern, so müssen sie eben schon von mir formuliert werden. Und ich kann nicht anders, als gerade in diesem Kampf sehen eine andere Form des Kampfes der Unfähigkeit, wie sie zum Beispiel bei Traub bis in die Gedankenlosigkeit hinein nachgewiesen werden kann, ein Kampf der Unfähigkeit der Blöker gegen das, was versucht, eine wirkliche Rezitation zu sein. Man kann begreifen, daß das, was aus der Unfähigkeit heraus wirkt, selbst blökt oder seine Protektoren blöken läßt, aber wir haben die Verpflichtung, das Geistesgut zu schützen, und wir müssen, wenn es uns auch übelgenommen wird, mit starken Worten auf das hinweisen, was der Grundschaden unserer Zeit ist. Ich habe Ihnen heute gesprochen von einem der Geisteswissenschaft entsprechenden Thema und ich mußte — nun, es war schon in der Zeit, wo unsere Stunde vorüber war, es war also eine Zugabe — wiederum auslaufen lassen meine Betrachtungen in etwas, was aber zeitgeschichtlich gar sehr mit dem rein geisteswissenschaftlichen Hauptthema zusammenhängt. Ich bedaure es, daß ich meine Betrachtungen in solche Auseinandersetzungen auslaufen lassen muß, allein wir leben nicht in einem Wolkenkuckucksheim, wir leben in der Welt drinnen, und wenn wir den nötigen Enthusiasmus haben, wenn wir fühlen die heilige Verpflichtung, heute einzutreten für die Sache der anthroposophischen Erkenntnis und ihres Auswirkens, dann müssen wir mit klaren Augen sehen, wo die Gegnerschaft liegt, und dann müssen wir in uns, indem wir uns über diese Dinge verständigen, den starken Willen entwickeln, dieser Gegnerschaft heimzuleuchten. Denn einzig und allein dadurch werden wir uns verbinden demjenigen, was gegenüber dem Niedergang wiederum zu einem Aufgang führt, was die Impulse sind, die gegenüber dem Kampf gegen Geist und Seele die Geltendmachung des Geistes und der Seele im irdischen Leben bewirken wollen. Damit wir in richtigem Sinne miteinander zusammen empfinden können in der starken Geltendmachung der Kraft, die Geist und Seele zur Geltung bringen will, zur Geltung bringen kann, darum müssen wir uns verständigen über all das, was wider Geist und wider Seele ist.
[ 43 ] Nicht wollte ich über die Gegner klagen oder schimpfen, zu Ihnen aber wollte ich sprechen, um das anklingen zu lassen, was notwendig ist, damit unsere Seelen zusammenklingen in der Arbeit für Geist und Seele. Davon dann weiter, wenn wir uns wiederum sehen.
[ 43 ] Nicht wollte ich über die Gegner klagen oder schimpfen, zu Ihnen aber wollte ich sprechen, um das anklingen zu lassen, was notwendig ist, damit unsere Seelen zusammenklingen in der Arbeit für Geist und Seele. Davon dann weiter, wenn wir uns wiederum sehen.
