Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I
Human Beings as Physical and Spiritual Entities
in Their Relationship to the World
GA 205
24 June 1921, Dornach
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Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Nach den historischen Betrachtungen, die wir angestellt haben, werden wir uns heute einiges vor die Seele führen über den gegenwärtigen Menschen, das uns dann die Möglichkeit bieten wird, das Hineingestelltsein dieses gegenwärtigen Menschen in die ganze Zeit, in den nächsten Tagen genauer zu betrachten. Wir müssen uns ja klar darüber sein, daß der Mensch, so wie er als geistiges, seelisches, leibliches Wesen vor uns steht, nach drei verschiedenen Richtungen verschieden in der Welt drinnensteht. Das ergibt sich ja schon, wenn wir den Menschen, ich möchte sagen, rein äußerlich betrachten. Seinem Geiste nach geht er unabhängig von den äußeren Erscheinungen durch die Welt; seiner Seele nach ist er nicht so unabhängig von den äußeren Erscheinungen. Man braucht nur gewisse Zusammenhänge, die durch das Leben hin sichtbar sind, zu betrachten, und man wird finden, wie das eigentlich seelische Leben gewisse Zusammenhänge hat mit der äußeren Welt. Man kann seelisch bedrückt sein, man kann seelisch erheitert sein. Erinnern Sie sich, wie oftmals Sie im Traume sich bedrückt fühlten, wie Sie dieses Bedrücktfühlen, wenn Sie aufwachen, zurückführen müssen auf eine Unregelmäßigkeit im Atmungsrhythmus. Das ist eine grobe Erscheinung, könnte man sagen, und dennoch, immer ist alles seelische Leben nicht ganz ohne einen ähnlichen Zusammenhang mit dem rhythmischen Leben, das wir durchmachen in unserem Atmungsrhythmus, in unserem Blutzirkulationsrhythmus und dem äußeren rhythmischen Leben des ganzen Kosmos. Alles, was in der Seele vorgeht, hängt zusammen mit dem Weltenrhythmus. Wenn wir also auf der einen Seite als geistige Wesen bis zu einem hohen Grade uns unabhängig fühlen von unserer Umwelt, können wir es nicht in bezug auf unser seelisches Leben, denn unser seelisches Leben steht im allgemeinen Weltenrhythmus darinnen.
[ 1 ] Following the historical reflections we have made, we will today consider some aspects of contemporary humanity, which will then give us the opportunity to examine more closely, over the next few days, how this contemporary human being is situated within the whole of time. We must be clear that human beings, as they stand before us as spiritual, soul, and physical beings, are situated in the world in three different ways. This becomes evident even when we consider human beings—I would say—purely from an external perspective. In terms of their spirit, they move through the world independently of external appearances; in terms of their soul, they are not quite so independent of external appearances. One need only observe certain connections that are visible throughout life to see how the life of the soul is actually connected to the external world. One can feel emotionally downcast; one can feel emotionally uplifted. Recall how often you have felt downcast in a dream, and how, upon waking, you must trace this feeling of downcastness back to an irregularity in your breathing rhythm. One might say this is a crude manifestation, and yet, all soul life is never entirely without a similar connection to the rhythmic life we experience in our breathing rhythm, in our blood circulation rhythm, and in the outer rhythmic life of the entire cosmos. Everything that takes place in the soul is connected to the rhythm of the world. So while, on the one hand, as spiritual beings we may feel to a high degree independent of our environment, we cannot say the same with regard to our soul life, for our soul life is embedded within the general rhythm of the world.
[ 2 ] Noch mehr stehen wir in den allgemeinen Weltenerscheinungen darinnen als leibliches Wesen. Man braucht wiederum zunächst nur von groben Erscheinungen auszugehen. Man ist als leibliches Wesen schwer, man hat ein Gewicht. Andere bloß mineralische Wesenheiten haben auch ein Gewicht. Mineralische Wesen, pflanzliche Wesen, tierische Wesen und der Mensch als leibliches Wesen, sie alle gliedern sich ein in die allgemeine Schwere, und wir müssen sogar in einem gewissen Sinne uns erheben über diese allgemeine Schwere, wenn wir unseren Leib zum physischen Werkzeug des geistigen Lebens machen wollen. Wir haben das ja öfters erwähnt, wenn es auf das bloße physische Gewicht unseres Gehirnes ankäme, so wäre das ja so groß — eintausenddreihundert bis eintausendfünfhundert Gramm —, daß es uns alle Adern, die unter dem Gehirne sind, zerdrücken würde. Aber dieses Gehirn unterliegt dem Archimedischen Prinzip, indem es im Gehirnwasser schwimmt. Es verliert so viel von seinem Gewichte durch das Schwimmen im Gehirnwasser, daß es eigentlich nur zwanzig Gramm wiegt, also nur mit zwanzig Gramm auf die Adern der Gehirnbasis drückt. Sie sehen daraus, daß eigentlich das Gehirn viel mehr nach oben strebt als nach unten. Es widerstrebt der Schwere. Es reißt sich heraus aus der allgemeinen Schwere. Aber es macht dabei nichts anderes als irgendein anderer Körper, den Sie ins Wasser geben, und der ebensoviel von seinem Gewichte verliert, als das Gewicht des verdrängten Wasserkörpers ist.
[ 2 ] We are even more present in the general phenomena of the world as physical beings. Again, one need only start with gross phenomena. As physical beings, we are heavy; we have weight. Other purely mineral entities also have weight. Mineral beings, plant beings, animal beings, and human beings as physical beings—they all form part of this general heaviness, and in a certain sense we must even rise above this general heaviness if we wish to make our body the physical instrument of spiritual life. As we have often mentioned, if it were merely a matter of the physical weight of our brain, it would be so great—one thousand three hundred to one thousand five hundred grams—that it would crush all the veins located beneath it. But the brain is subject to Archimedes’ principle, in that it floats in cerebrospinal fluid. It loses so much of its weight by floating in the cerebrospinal fluid that it actually weighs only twenty grams, meaning it exerts a pressure of only twenty grams on the veins at the base of the brain. You can see from this that the brain actually strives much more upward than downward. It resists gravity. It breaks free from the general pull of gravity. But in doing so, it does nothing different from any other object you place in water, which loses an amount of its weight equal to the weight of the displaced water.
[ 3 ] Sie sehen also ein Wechselspiel unseres ganzen leiblichen Wesens mit der äußeren Welt. Und zwar ist es so, daß wir hier nicht nur wie mit dem seelischen Weben in einen Rhythmus eingegliedert sind, sondern daß wir ganz drinnenstehen in diesem äußeren physischen Leben. Wenn wir an einer bestimmten Stelle des Erdbodens stehen, drücken wir auf diese Stelle des Erdbodens; wenn wir weggehen nach einer andern Stelle, drücken wir auf eine andere Stelle des Erdbodens. Wir sind also physische Wesen als leiblicher Mensch wie andere physische Wesen der andern Naturreiche auch.
[ 3 ] So you see an interplay between our entire physical being and the external world. And the fact is that here we are not merely integrated into a rhythm, as we are with the weaving of the soul, but that we are completely immersed in this external physical life. When we stand at a certain spot on the ground, we exert pressure on that spot; when we move to another spot, we exert pressure on a different spot on the ground. We are therefore physical beings as physical human beings, just like other physical beings in the other kingdoms of nature.
[ 4 ] Wir können also sagen: Mit unserem geistigen Menschen sind wir in einer gewissen Weise von der Umwelt unabhängig, mit unserem seelischen Menschen sind wir in den Rhythmus der Welt eingegliedert, mit unserem leiblichen Menschen sind wir in die ganze übrige Welt so eingegliedert, wie wenn wir gar nicht Seele und Geist wären. Diese Unterscheidung müssen wir durchaus ins Auge fassen. Denn wir kommen auch nicht zu einem Verständnisse des höheren Wesens des Menschen, wenn wir nicht diese dreifache Stellung des Menschen zu seiner ganzen Umgebung ins Auge fassen. Wir wollen uns jetzt einmal die Umgebung des Menschen ansehen. In der Umgebung des Menschen haben wir zunächst — ich fasse verschiedenes, das wir seit vielen Monaten betrachtet haben, nur von andern Gesichtspunkten aus, jetzt zusammen — alles dasjenige, was von Naturgesetzen beherrscht wird. Stellen Sie sich einmal das Weltenall vor, von Naturgesetzen beherrscht, eingespannt in diese Naturgesetze die gesamte sichtbare oder sonst durch die Sinne wahrnehmbare Welt. Wir wollen dies zunächst als erste Umwelt des Menschen in Betracht ziehen.
[ 4 ] We can therefore say: Through our spiritual being, we are, in a certain sense, independent of our environment; through our soul, we are integrated into the rhythm of the world; and through our physical body, we are integrated into the rest of the world as if we had no soul or spirit at all. We must certainly take this distinction into account. For we cannot arrive at an understanding of the higher nature of the human being unless we take into account this threefold relationship of the human being to its entire environment. Let us now take a look at the human being’s environment. In the human environment, we first have—I am now summarizing various things we have been considering for many months, albeit from different perspectives—everything that is governed by the laws of nature. Imagine the entire universe, governed by the laws of nature, with the entire visible world—or the world perceptible through the senses—bound by these laws of nature. Let us first consider this as humanity’s primary environment.
[ 5 ] Wenn wir diese Welt in Betracht ziehen — eine einfache Überlegung zeigt, daß wir es ja dann nur mit der eigentlichen irdischen Welt zu tun haben. Nur waghalsige und unbegründete Hypothesen der Physiker können davon sprechen, daß denselben Naturgesetzen, die wir hier auf der Erde beobachten um uns herum, etwa auch der außerirdische Kosmos unterliegt. Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, wie überrascht die Physiker sein würden, wenn sie an die Stelle hinaufkommen könnten, wo die Sonne ist. Die Physiker betrachten ja die Sonne als so etwas wie einen großen Gasofen, allerdings ohne Wände, so ungefähr wie ein brennendes Gas. Man würde dieses brennende Gas nicht finden, wenn man an die Stelle des Kosmos käme, wo die Sonne ist. Man würde an der Stelle des Kosmos, wo die Sonne ist, etwas finden, was allerdings sehr unähnlich ist der Vorstellung der Physiker. Wenn das hier (es wird gezeichnet) den Raum umschließt, den wir uns von der Sonne eingenommen denken, so ist an dieser Stelle nicht nur nichts vorhanden von all den Materien, die wir auf der Erde hier finden, sondern es ist nicht einmal dasjenige vorhanden an dieser Stelle, was wir den leeren Raum nennen. Denken Sie sich einmal zunächst den erfüllten Raum; Sie haben ja, indem Sie hier auf der Erde leben, immer den erfüllten Raum um sich. Ist er nicht von irgendwelchen festen oder flüssigen Substanzen durchsetzt, so ist er durchsetzt von Luft oder mindestens von Wärme, von Licht und so weiter. Kurz, wir haben es stets mit dem erfüllten Raum zu tun. Sie wissen aber, daß man ja auch, wenigstens annähernd, einen leeren Raum herstellen kann, wenn man aus dem Rezipienten der Luftpumpe die Luft auspumpt.
[ 5 ] If we consider this world—a simple reflection shows that we are, in fact, dealing only with the actual earthly world. Only reckless and unfounded hypotheses by physicists could suggest that the same laws of nature we observe all around us here on Earth also apply to the extraterrestrial cosmos. I have often pointed out to you how surprised physicists would be if they could ascend to the place where the Sun is. Physicists regard the Sun as something like a large gas furnace—albeit without walls—roughly like a burning gas. One would not find this burning gas if one were to reach the point in the cosmos where the Sun is. At that point in the cosmos where the Sun is, one would find something that is, however, very unlike the physicists’ conception. If this here (it is drawn) encloses the space we imagine the sun to occupy, then not only is there nothing present at this point of all the matter we find here on Earth, but there is not even present at this point what we call empty space. First, imagine filled space; after all, since you live here on Earth, you are always surrounded by filled space. If it is not filled with some solid or liquid substance, it is filled with air or at least with heat, light, and so on. In short, we are always dealing with filled space. But you know that it is also possible, at least approximately, to create a vacuum by pumping the air out of the air pump’s reservoir.
[ 6 ] Nun stellen Sie sich vor, wir haben irgendeinen erfüllten Raum; wir wollen ihn mit dem Buchstaben A bezeichnen und ein Plus davorsetzen, +A. Jetzt können wir den Raum immer leerer und leerer machen, da wird das A immer kleiner und kleiner werden; aber der Raum ist erfüllt, deshalb bezeichnen wir das immer noch mit Plus. Wir können — obzwar wir das in der Tat nicht mit irdischen Verhältnissen durchführen können, denn wir können den Raum ja nur annähernd leer machen —, aber wir können uns denken, daß immerhin ein luftleerer Raum vollständig herstellbar wäre. Dann wäre eben in dem Teil des Raumes, der dann leer gemacht ist, nur Raum. Ich will ihn als Null bezeichnen. Er hat Null Inhalt. Nun können wir es aber so machen mit dem Raume, wie Sie es mit Ihrem Portemonnaie machen können. Wenn Sie Ihr Portemonnaie gefüllt haben, können Sie immer mehr und mehr herausnehmen; zuletzt ist einmal Null darinnen. Wenn Sie aber jetzt weiter Geld ausgeben wollen, können Sie aus dem Portemonnaie nichts mehr herausnehmen, wenn schon Null drinnen war, aber Sie können Schulden machen. Da ist noch weniger als Null dann im Portemonnaie drinnen, wenn Sie Schulden haben. So können Sie sich auch den Raum denken nicht nur leer, sondern ich möchte sagen saugend, weniger darinnen als Null, -A. Und von diesem Saugeraum, von diesem Raum, der nicht nur leer ist, sondern der einen Inhalt hat, der das Gegenteil von materieller Erfülltheit ist, von diesem Raum ist der Raum eingenommen, den man sich von der Sonne ausgefüllt zu denken hat. Also die Sonne ist innerlich saugend, nicht drückend wie ein Gas. Sie ist von negativer Materialität erfüllt.
[ 6 ] Now imagine we have some filled space; let’s denote it by the letter A and put a plus sign in front of it, +A. Now we can make the space emptier and emptier, and the A will become smaller and smaller; but the space is filled, so we still denote it with a plus sign. We can—although we cannot actually do this under earthly conditions, since we can only make space approximately empty—but we can imagine that a completely vacuumed space could, after all, be created. Then, in the part of the space that has been emptied, there would be nothing but space. I will call it zero. It has zero content. Now, however, we can do with space what you can do with your wallet. When your wallet is full, you can keep taking more and more out of it; eventually, there will be nothing left inside. But if you now want to spend more money, you can’t take anything else out of the wallet—since there was already nothing left inside—but you can go into debt. There is then even less than zero inside the wallet when you are in debt. In the same way, you can conceive of space not merely as empty, but—I would say—as a “sucking” space, containing less than zero, -A. And this suction space—this space that is not only empty but has a content that is the opposite of material fullness—is the space that is occupied by what one must imagine as being filled by the sun. So the sun is internally suction-like, not oppressive like a gas. It is filled with negative materiality.


[ 7 ] Das will ich nur als Beispiel anführen, damit Sie sehen, daß man nicht irdische Gesetzmäßigkeit so einfach auf den außerirdischen Kosmos übertragen kann. Da sind ganz andere Verhältnisse im außerirdischen Kosmos zu denken als diejenigen, die wir in unserer Umgebung auf der Erde kennenlernen. So daß wir, wenn wir zuerst sprechen von einer gewissen Gesetzmäßigkeit, wir sagen müssen: Wir sind von Gesetzmäßigkeit innerhalb des irdischen Daseins umgeben, und in diese Gesetzmäßigkeit ist die Welt des Stofflichen eingeschlossen, die uns zunächst zugänglich ist. — Stellen Sie sich diese Welt des irdischen Daseins vor: Sie brauchen sich nur die Vorgänge, die in der mineralischen Welt geschehen, vor Augen zu führen, vor die Seele zu rücken, so haben Sie dasjenige, was zunächst, insofern Sie es sehen, ganz eingeschlossen ist in diese Gesetzmäßigkeit des irdischen Daseins. Also wir können sagen: Da ist eingeschlossen erstens die mineralische Welt; zweitens aber ist noch etwas anderes eingeschlossen. Wenn wir herumgehen, oder auch wenn wir herumgetragen werden, kurz, wenn wir uns nur gewissermaßen, wenn ich mich grob ausdrücken darf, als Gegenstände benehmen in dieser physischen Welt, dann leben wir in derselben Gesetzmäßigkeit. Für die irdische Gesetzmäßigkeit ist es nämlich gleichgültig, ob ein Straßenstein herumgetragen wird, bewegt wird, oder ob der Mensch herumgetragen wird oder sich selber bewegt; das ist für die irdische Gesetzmäßigkeit ganz einerlei. Sie brauchen sich das nur zu überlegen. Für die irdische Gesetzmäßigkeit kommt nichts anderes in Betracht als die Ortsveränderung des Menschen, die er allerdings selber bewirken kann. Das hängt dann mit andern Dingen zusammen; aber wenn man bloß irdische Gesetzmäßigkeit studiert, dann kann es einem gleichgültig sein, was innerhalb der Haut des Menschen vorgeht, oder was in der Seele des Menschen vorgeht. Da kommt nur die Lageveränderung im irdischen Raume in Betracht.
[ 7 ] I’m just citing this as an example so you can see that earthly laws cannot be applied so easily to the extraterrestrial cosmos. The conditions in the extraterrestrial cosmos are likely to be quite different from those we experience in our environment here on Earth. So when we first speak of a certain set of laws, we must say: We are surrounded by laws within earthly existence, and these laws encompass the material world, which is initially accessible to us. — Imagine this world of earthly existence: You need only bring to mind the processes that take place in the mineral world, bring them before your soul, and you will have what is, as far as you can see it, entirely encompassed within this lawfulness of earthly existence. So we can say: First, the mineral world is encompassed by it; second, however, something else is also encompassed. When we walk around, or even when we are carried around—in short, when we behave, so to speak, if I may put it crudely, as objects in this physical world—then we live within the same laws. For the laws of earthly existence, it makes no difference whether a paving stone is carried around or moved, or whether a human being is carried around or moves of their own accord; this is entirely irrelevant to the laws of earthly existence. You need only consider this. For the laws of earthly existence, nothing else comes into play except the change in a person’s location, which they can, of course, bring about themselves. This is then connected to other things; but if one studies only earthly laws, then it can be irrelevant what goes on inside a person’s skin or what goes on in a person’s soul. Only the change in position within earthly space is taken into account.
[ 8 ] Wir können also sagen: Das zweite ist, außer der mineralischen Welt, der bewegte Mensch, und zwar der äußerlich bewegte Mensch (siehe Aufstellung Seite 62). — Wir finden keinen andern Bezug der äußeren Welt zum Menschen, insofern sie irdisch ist und vor unseren Sinnen auftritt, als lediglich den Bezug zum äußerlich bewegten Menschen. Wenn wir irgendeinen andern Bezug zum Menschen suchen wollen, dann müssen wir gleich zu etwas anderem unsere Zuflucht nehmen. Und da kommen wir allerdings zum Außerirdischen, zu unserer außerirdischen Umgebung, insofern wir zum Beispiel die Mondenumgebung studieren, dasjenige, was vom Monde ausgeht. Es tritt ja, wenigstens für das Bewußtsein vieler Menschen, noch etwas von der Wirkung des Mondes auf die Erde zutage. Die Menschen glauben in weitem Umkreise an solche Wirkungen des Mondes auf die Erde, zum Beispiel an den Zusammenhang der Mondesbewegungen mit den Regenphasen. Gelehrte Leute der Gegenwart betrachten das als Aberglaube. Ich habe Ihnen, wenigstens einigen von Ihnen, ja erzählt, daß das einmal in Leipzig einen niedlichen Tatsachenbestand gegeben hat.
[ 8 ] We can therefore say: The second, apart from the mineral world, is the moving human being—specifically, the human being who moves externally (see list on page 62). — We find no other connection between the external world and human beings—insofar as it is earthly and appears to our senses—than the connection to the externally moved human being. If we wish to seek any other connection to human beings, then we must immediately turn to something else. And there we do indeed come to the extraterrestrial, to our extraterrestrial environment—insofar as we study, for example, the lunar environment, that which emanates from the Moon. After all, at least for the consciousness of many people, something of the Moon’s effect on Earth still becomes apparent. People in many parts of the world believe in such effects of the Moon on Earth—for example, the connection between the Moon’s movements and rainfall patterns. Contemporary scholars regard this as superstition. I have told you—at least some of you—that there was once a charming set of facts in Leipzig.
[ 9 ] Der interessante Naturphilosoph und Ästhetiker, Gustav Theodor Fechner, hat sogar ein Buch verfaßt über den Einfluß des Mondes auf die Witterungsverhältnisse. Er war der Universitätskollege des bekannten Botanikers und Naturforschers Schleiden. Schleiden war selbstverständlich als moderner Materialist tief davon durchdrungen, daß sich so etwas nur auf Aberglauben stützen könne, was da sein Kollege Gustav Fechner über den Einfluß der Mondesphasen auf die Witterung geltend machte. Nun waren aber außer den beiden Gelehrten an der Universität Leipzig auch derer beiden Frauen, die Frau Schleiden und die Frau Fechner, und es waren dazumal noch so einfache Verhältnisse in Leipzig, daß man Regenwasser für die Wäsche sammelte. Nun behaupteten die Frauen, man könne bei gewissen Mondesphasen eben mehr Regenwasser auffangen und dadurch mehr Wasser zum Waschen bekommen als bei andern Mondesphasen. Und die Frau Professor Fechner sagte, sie glaube an das, was ihr Mann veröffentlicht habe über den Einfluß der Mondesphasen auf die Witterung; deshalb möchte sie mit der Frau Professor Schleiden, die nicht daran glaube, übereinkommen, daß diese ihre Tonnen hinstelle, wie es der Meinung des Professor Schleiden entspreche; sie würde ja nach dessen Meinung geradesoviel Regenwasser bekommen als sie, die Frau Professor Fechner, nach dem guten Rat ihres Mannes bekomme. Und siehe da, trotzdem der Professor Schleiden die Anschauung des Professor Fechner als außerordentlich abergläubisch angesehen hat, ging die Frau Professor Schleiden auf diesen Handel nicht ein, sondern wollte auch zu den andern Mondesphasen ihre Tonnen hinstellen, um das Regenwasser zu bekommen.
[ 9 ] The fascinating natural philosopher and aesthetician, Gustav Theodor Fechner, even wrote a book on the moon’s influence on weather conditions. He was a colleague at the university of the well-known botanist and naturalist Schleiden. Schleiden, of course, as a modern materialist, was deeply convinced that what his colleague Gustav Fechner claimed about the influence of the moon’s phases on the weather could only be based on superstition. However, in addition to the two scholars at the University of Leipzig, there were also their wives—Mrs. Schleiden and Mrs. Fechner—and living conditions in Leipzig at that time were still so modest that people collected rainwater for laundry. The women claimed that during certain phases of the moon, one could collect more rainwater and thus have more water for washing than during other phases. And Professor Fechner’s wife said she believed in what her husband had published about the influence of the moon’s phases on the weather; so she would like to come to an agreement with Professor Schleiden’s wife—who did not believe in it—that the latter would place her barrels in accordance with Professor Schleiden’s opinion; after all, according to his view, she would collect just as much rainwater as Professor Fechner’s wife did, following her husband’s sound advice. And lo and behold, even though Professor Schleiden considered Professor Fechner’s view to be extraordinarily superstitious, Professor Schleiden’s wife did not agree to this arrangement, but instead wanted to place her barrels during the other phases of the moon as well, in order to collect rainwater.
[ 10 ] Nun, weniger sichtbar ist zunächst für unser heutiges wissenschaftliches Bewußtsein der Einfluß von den Kräften anderer planetarischer Weltenkörper. Aber würde man — wie das nun geschehen soll inunserem wissenschaftlich-physiologischen Institut in Stuttgart — einmal genauer studieren zum Beispiel die Linie, nach der die Pflanzenblätter am Stengel wachsen, so würde man finden, wie jede einzelne Linie sich an die Bewegung der Planeten anschließt, wie diese Linien gewissermaßen Miniaturbilder der Planetenbewegungen darstellen. Und man würde finden, daß man manches auf der Oberfläche der Erde nur begreift, wenn man das Außerirdische kennt und dieses Außerirdische nicht einfach identifiziert mit dem Irdischen; wenn man voraussetzt, daß eine Gesetzmäßigkeit vorhanden ist, die kosmisch und nicht tellurisch ist.
[ 10 ] Well, what is less apparent to our modern scientific understanding is the influence of the forces of other planetary bodies. But if one were to study more closely—as is now to be done at our scientific-physiological institute in Stuttgart—for example, the line along which plant leaves grow on the stem, one would find how every single line corresponds to the motion of the planets, how these lines, so to speak, represent miniature images of planetary movements. And one would discover that many things on the Earth’s surface can only be understood if one is familiar with the extraterrestrial realm and does not simply equate this extraterrestrial realm with the terrestrial one; if one assumes that there is a law at work that is cosmic rather than terrestrial.


[ 11 ] Also wir können sagen, wir haben eine zweite Gesetzmäßigkeit innerhalb des kosmischen Daseins. Wird man einmal studieren diese kosmischen Einflüsse — und man wird das ganz empirisch studieren können —, dann wird man erst eine wirkliche Botanik haben. Denn was als unsere Pflanzenwelt auf der Erde wächst, wächst nicht in der Weise aus der Erde heraus, wie es sich die materialistische Botanik vorstellt, sondern wird herausgezogen aus der Erde durch die kosmischen Kräfte. Und was durch die kosmischen Kräfte so im Pflanzenwachstum herausgezogen wird, durchsetzt wird es von den mineralischen Kräften, die gewissermaßen das kosmische Pflanzengerippe durchsetzen, so daß es sinnlich sichtbar wird. So daß wir sagen können, eingeschlossen ist in diese kosmische Gesetzmäßigkeit erstens die pflanzliche Welt; zweitens — aber allerdings so, daß es nicht so leicht zu konstatieren ist wie bei der pflanzlichen Welt, weil es sich eine gewisse Selbständigkeit erringt und unabhängig wird von dem Rhythmus der äußeren Vorgänge, dennoch aber den Rhythmus innerlich nachahmt — wird eingeschlossen in diese kosmische Gesetzmäßigkeit alles das, was innere Bewegung des Menschen ist, also durchaus physische, aber innere Bewegung des Menschen. In die irdische Gesetzmäßigkeit ist also erstens der äußerlich bewegte Mensch eingeschlossen; wenn Sie aber hinschauen auf Ihre Verdauung, auf die Bewegung der Nahrungsstoffe in den Verdauungsorganen, wenn Sie im weiteren schauen jetzt nicht auf den Rhythmus, sondern auf die Bewegung des Blutes durch die Blutgefäße — und es gibt noch vieles andere, was sich im Inneren des Menschen bewegt —, dann haben Sie ein Bild von dem, was im Inneren des Menschen sich bewegt, gleichgültig, ob er steht oder geht. Das kann nicht so ohne weiteres eingegliedert werden in die erste Gesetzmäßigkeit, sondern das muß eingegliedert werden in die kosmische Gesetzmäßigkeit, geradeso wie die Form und auch die Bewegungen der Pflanzen; nur gehen diese beim Menschen langsamer vor sich als die Formen und die Bewegungen der Pflanzen. So daß wir sagen können: Zweitens sind da eingegliedert die inneren Bewegungen des Menschen (siehe Aufstellung Seite 62).
[ 11 ] So we can say that we have a second law within cosmic existence. Once we begin to study these cosmic influences—and we will be able to study them entirely empirically—only then will we have a true botany. For what grows as our plant world on Earth does not grow out of the earth in the way that materialistic botany imagines, but is drawn out of the earth by cosmic forces. And what is thus drawn out by the cosmic forces in the course of plant growth is permeated by the mineral forces, which, so to speak, permeate the cosmic plant skeleton, making it visibly perceptible to the senses. So we can say that this cosmic law encompasses, first, the plant world; secondly—though admittedly in a way that is not as easy to observe as in the plant world, because it attains a certain degree of autonomy and becomes independent of the rhythm of external processes, yet still imitates that rhythm internally—this cosmic law also encompasses everything that constitutes the inner movement of the human being, that is, a movement that is entirely physical yet internal to the human being. Thus, the earthly law of nature encompasses, first, the human being moved by external forces; but if you look at your digestion, at the movement of nutrients in the digestive organs, and if you further look not at the rhythm but at the movement of blood through the blood vessels—and there are many other things that move within the human being—then you have a picture of what moves within the human being, regardless of whether he is standing or walking. This cannot simply be incorporated into the first law, but must be incorporated into the cosmic law, just as the form and movements of plants are; only in the human being do these take place more slowly than the forms and movements of plants. So that we can say: Second, the inner movements of the human being are incorporated here (see table on page 62).
[ 12 ] Sie können nun den Kosmos nehmen, ich möchte sagen bis in unbestimmte Entfernungen, irgendwie hat alles in dieser Weise Einfluß auf das Leben, das sich auf der Erdoberfläche entwickelt. Aber wenn dieses beides nur vorhanden wäre, wenn nur vorhanden wäre irdische Gesetzmäßigkeit und kosmische Gesetzmäßigkeit in dem Sinne, wie ich sie jetzt vor Sie hingestellt habe, so würde nichts anderes auf der Erde vorhanden sein können als die mineralische Welt und die pflanzliche Welt, denn der Mensch könnte da natürlich nicht vorhanden sein. Bewegen könnte er sich, wenn er vorhanden sein könnte, und innerliche Bewegungen könnten vorhanden sein, aber das gibt natürlich noch nicht den Menschen. Auch nicht Tiere könnten auf der Erde vorhanden sein, real könnten nur vorhanden sein Mineralien und Pflanzen. Es muß dasjenige, was zunächst kosmische Gesetzmäßigkeit und kosmischer Seinsinhalt ist, durchsetzt und durchwebt sein von etwas, das wir überhaupt nicht mehr zum Raume rechnen können, demgegenüber wir nicht mehr vom Raume sprechen können.
[ 12 ] You can now consider the cosmos—I would say to indefinite distances—and somehow everything in this way influences the life that develops on the Earth’s surface. But if only these two things existed—if only earthly laws and cosmic laws existed in the sense I have just presented them to you—then nothing else could exist on Earth except the mineral world and the plant world, for human beings, of course, could not exist there. They could move, if they were possible, and inner movements could exist, but that, of course, does not yet constitute a human being. Nor could animals exist on Earth; in reality, only minerals and plants could exist. That which is, first and foremost, cosmic law and the content of cosmic being must be permeated and interwoven with something that we can no longer even count as part of space—in contrast to which we can no longer speak of space.
[ 13 ] Natürlich ist alles, was unter eins und zwei fällt, im Raume zu denken, aber wir müssen von etwas sprechen, was nicht mehr im Raume als vorhanden gedacht werden kann, was aber zunächst durchsetzt alle kosmische Gesetzmäßigkeit. Sie brauchen nur daran zu denken, wie beim Menschen seine Bewegungen, seine inneren Bewegungen mit seinem Rhythmus zusammenhängen. Zunächst landet ja gewissermaßen dasjenige, was die Bewegung unserer Nahrungsstoffe in uns ist, in der Blutbewegung. Aber die Blutbewegung findet ja nicht so statt, daß das Blut einfach als der Nahrungssaft die Adern durchläuft. Das Blut bewegt sich rhythmisch, und außerdem steht dieser Rhythmus wiederum in einem bestimmten Verhältnis zum Atmungsrhythmus, indem Sauerstoff für die Blutbildung verbraucht wird. Wir haben diesen doppelten Rhythmus. Ich habe einmal darauf hingewiesen, wie auf diesem Verhältnis des Blutrhythmus zum Atmungsrhythmus, von vier zu eins, innere seelische Gesetzmäßigkeit so beruht, daß Metrik und Versmaß eigentlich davon abhängen.
[ 13 ] Of course, everything that falls under points one and two can be conceived of as existing in space, but we must speak of something that can no longer be conceived of as existing in space, yet which, for the time being, permeates all cosmic laws. You need only think of how, in human beings, their movements—their inner movements—are connected to their rhythm. To begin with, what constitutes the movement of our nutrients within us ultimately finds its way, so to speak, into the circulation. But the circulation does not simply consist of blood flowing through the veins as a nutrient-rich fluid. The blood moves rhythmically, and moreover, this rhythm stands in a specific relationship to the respiratory rhythm, in that oxygen is consumed in the process of blood formation. We have this dual rhythm. I once pointed out how this ratio of the blood rhythm to the respiratory rhythm—four to one—forms the basis of an inner psychological law, such that meter and verse form actually depend on it.
[ 14 ] Wir sehen also, daß dasjenige, was sich da abspielt als innere Bewegung, mit dem Rhythmus zusammenhängt, und von dem Rhythmus haben wir gesagt, daß er in Beziehung steht zum Seelenleben des Menschen. Ebenso müssen wir das, was wir in den Bewegungen der Sterne haben, in Beziehung bringen zur Weltenseele. So daß wir zum dritten sprechen können von der Gesetzmäßigkeit innerhalb der Weltenseele (siehe Aufstellung Seite 62), und darinnen haben wir eingeschlossen erstens die Tierwelt und zweitens alles dasjenige, was zunächst mit Bezug auf den leiblichen Menschen seine rhythmischen Vorgänge sind. Diese rhythmischen Vorgänge innerhalb des Menschen stehen ja im Verhältnisse zum gesamten Weltenrhythmus. Wir haben auch davon schon gesprochen, wollen uns aber das jetzt für die nächsten Betrachtungen dieser Tage wieder vor die Seele führen.
[ 1 ] We see, then, that what is taking place there as an inner movement is connected to rhythm, and we have said that this rhythm is related to the human soul life. Similarly, we must relate what we find in the movements of the stars to the world soul. Thus, thirdly, we can speak of the laws within the world soul (see table on page 62), and within this we have included, first, the animal world, and second, all that pertains to the rhythmic processes of the physical human being. These rhythmic processes within the human being stand, after all, in relation to the overall rhythm of the world. We have already spoken of this, but let us now bring it to mind again for the reflections we will be making over the next few days.
[ 15 ] Sie wissen, achtzehn Atemzüge hat ungefähr der Mensch in der Minute. Rechnen Sie das sechzigmal, so bekommen Sie die Atemzüge in der Stunde. Nehmen Sie das vierundzwanzigmal, so bekommen Sie die Atemzüge des Tages: Sie bekommen ungefähr 25920 Atemzüge für den normalen Menschen im Laufe des Tages. Diese Zahl der Atemzüge bildet also den Tag- und Nachtrhythmus im Menschen. Wir wissen, daß der Frühlingsaufgangspunkt der Sonne mit jedem Jahr etwas weiterrückt, so daß gewissermaßen die Sonne um das Himmelsgewölbe ihren Frühlingsaufgangspunkt vorwärtsrückt. Und die Dauer der Zeit, nach welcher dieser Frühlingsaufgangspunkt wieder an seinen alten Ort zurückkommt, ist 25920 Jahre. Das ist der Rhythmus zunächst unseres Weltenalls, und unser Atemrhythmus in vierundzwanzig Stunden ist ein Miniaturabbild davon. Wir befinden uns also mit unserem Rhythmus eingesponnen in den Weltenrhythmus, durch unsere Seele in die Gesetzmäßigkeit der Weltenseele.
[ 15 ] As you know, a person takes about eighteen breaths per minute. Multiply that by sixty, and you get the number of breaths per hour. Multiply that by twenty-four, and you get the number of breaths per day: for a normal person, that comes to about 25,920 breaths over the course of a day. This number of breaths thus forms the day-and-night rhythm in human beings. We know that the spring equinox point of the sun shifts slightly further each year, so that, in a sense, the sun moves its spring equinox point forward across the celestial sphere. And the duration of time after which this spring equinox point returns to its former position is 25,920 years. This is, first and foremost, the rhythm of our universe, and our breathing rhythm over twenty-four hours is a miniature reflection of it. We are thus, through our rhythm, woven into the rhythm of the universe, and through our soul, into the laws of the world soul.
[ 16 ] Das vierte, das wir betrachten können, ist nun die Gesetzmäßigkeit, die dem ganzen Weltenall zugrunde liegt, wie auch alle drei früheren Gesetzmäßigkeiten, jene Gesetzmäßigkeiten, innerhalb welcher wir uns fühlen, wenn wir unserer selbst als geistige Menschen uns bewußt werden. Wenn wir unserer selbst als geistige Menschen uns bewußt werden, dann ist das ja so, daß wir uns klar darüber sein müssen: Wir können zunächst das oder jenes von der Welt nicht begreifen, denn mit dem heutigen Intellektualismus, der schon einmal die allgemeine geistige Kulturkraft ist, wird ja das wenigste begriffen; wir begreifen also mit unserem Geiste in einem bestimmten menschlichen Entwickelungszustande zunächst wenig. Aber es liegt in der Selbstauffassung des Geistes selber, daß er sich sagt: Wenn er sich entwickelt, so können ihm keine Grenzen gegeben sein. Er muß sich in das Weltenall hinein erkennend, fühlend, wollend entwickeln können. Und so müssen wir, indem wir unseren Geist in uns tragen, ihn beziehen auf eine vierte Gesetzmäßigkeit innerhalb des Weltengeistes (siehe Aufstellung).
[ 16 ] The fourth principle we can consider is the law that underlies the entire universe—just as with the three previous principles—those laws within which we find ourselves when we become aware of ourselves as spiritual beings. When we become aware of ourselves as spiritual human beings, we must be clear about this: At first, we cannot comprehend this or that aspect of the world, for with today’s intellectualism—which is, after all, the general spiritual cultural force—very little is actually understood; thus, with our spirit at a certain stage of human development, we initially comprehend very little. But it lies in the spirit’s very self-conception that it tells itself: If it develops, no limits can be set for it. It must be able to develop into the universe through knowing, feeling, and willing. And so, as we carry our spirit within us, we must relate it to a fourth law within the world spirit (see table on page 62).
[ 17 ] Und nun erst kommen wir zu dem, was darinnen eingeschlossen ist als reales Wesen, denn der Mensch könnte ja innerhalb der andern Gesetzmäßigkeiten gar nicht da sein. Da kommen wir erst dazu, den Menschen zu finden, aber im Speziellen vom Menschen dasjenige, was sein Nerven-Sinnesapparat ist, alles das, was zunächst der physische Träger des geistigen Lebens ist, also die Nerven-Sinnesvorgänge. Es ist ja beim Menschen so, daß zunächst der ganze Mensch in Betracht kommt, der seinen Kopf, das heißt, den hauptsächlichsten Berger der Nerven-Sinnesorgane trägt, und dann dieser Kopf selber. Der Mensch ist gewissermaßen dadurch Mensch, daß er seinen Kopf hat, und das menschlichste am Menschen ist der Kopf, ist das Haupt.
[ 17 ] And only now do we come to what is contained within it as a real being, for human beings could not possibly exist within the other laws of nature. Only then do we come to find the human being—but specifically, that aspect of the human being which is his nervous-sensory apparatus, everything that is, first and foremost, the physical vehicle of spiritual life, that is, the nervous-sensory processes. For with human beings, it is the case that first the whole human being comes into consideration—the one who bears his head, that is, the primary repository of the nervous-sensory organs—and then the head itself. Human beings are, so to speak, human precisely because they have a head, and the most human aspect of a human being is the head.
1.) Gesetzmäßigkeit innerhalb des irdischen Daseins
Eingeschlossen: 1) Die mineralische Welt 2) Der äußerlich bewegte Mensch2.) Geserzmäßigkeit innerhalb des kosmischen Daseins
Eingeschlossen: 1) Die pflanzliche Welt 2) Die inneren Bewegungen des Menschen3.) Gesetzmäßigkeit innerhalb der Weltenseele
Eingeschlossen: 1) Die Tierwelt 2) Die rhythmischen Vorgänge4.) Gesetzmäßigkeit innerhalb des Weltengeistes
Eingeschlossen: 1) Der Mensch 2) Die Nerven-Sinnesvorgänge
1.) Lawfulness within earthly existence
Included: 1) The mineral world 2) The human being subject to external forces2.) Rhythmic Patterns Within Cosmic Existence
Included: 1) The plant world 2) The inner movements of human beings3.) Lawfulness within the World Soul
Included: 1) The animal kingdom 2) Rhythmic processes4.) Lawfulness within the World Spirit
Included: 1) Human beings 2) Nervous and sensory processes
[ 8 ] So daß uns schon da der Mensch zweimal begegnen darf. Nun gibt uns das zunächst — wenn wir es als Zusammenfassung betrachten von dem, was wir in den letzten Wochen besprochen haben — ein Bild des Zusammenhanges der Menschen mit der Umwelt, aber mit jener Umwelt, die nicht bloß die räumliche ist, denn auf die räumliche Welt bezieht sich nur eins und zwei, sondern auch mit derjenigen Welt, die die nichträumliche ist. Darauf bezieht sich dann drei und vier. Das wird ja insbesondere den Menschen der Gegenwart schwer, zu denken, daß irgend etwas nicht im Raume sein könnte, oder daß es keinen Sinn hat, vom Raume zu reden, wenn man auch von Realitäten spricht. Ohne das kann man aber nicht zu einer geistigen Wissenschaft aufsteigen. Wer im Raume bleiben will, kann nicht zu geistigen Entitäten aufsteigen.
[ 8 ] So we already encounter the human being twice here. Now, if we consider this as a summary of what we have discussed in recent weeks, it first gives us a picture of the relationship between human beings and the environment—but not merely the spatial environment, since only points one and two refer to the spatial world—but also the non-spatial world. Points three and four then refer to this. It is particularly difficult for people today to conceive that anything could exist outside of space, or that it makes no sense to speak of space even when discussing realities. Without this, however, one cannot ascend to a spiritual science. Those who wish to remain within space cannot ascend to spiritual entities.
[ 19 ] Ich habe Ihnen das letzte Mal, als ich hier sprach, von der Weltanschauung der Griechen gesprochen, um Sie darauf hinzuweisen, wie zu andern Zeiten die Menschen die Welt anders angesehen haben, als das heute der Fall ist. Dieses Bild, von dem ich Ihnen eben gesprochen habe, ergibt sich dem Menschen der Gegenwart; es ergibt sich ihm, wenn er einfach vorurteilslos, ungehindert durch das, was an Schutt die heutige Wissenschaft aufwirft, die Welt betrachtet.
[ 19 ] The last time I spoke here, I talked to you about the Greeks’ worldview to show you how, in other eras, people viewed the world differently than we do today. This picture I have just described to you is revealed to people today; it is revealed to them when they simply observe the world without prejudice, unhindered by the debris that modern science throws up.
[ 20 ] Nun muß ich zu dem, was ich Ihnen über die griechische Anschauung gesagt habe, noch einiges hinzufügen, damit wir den Anschluß finden an dasjenige, was ich durch dieses Schema Ihnen habe sagen wollen. Wenn der Mensch ganz gescheit ist, dann sagt er: Die räumliche Welt besteht aus etlichen siebzig Elementen, die verschiedene Atomgewichte haben und so weiter, und diese Elemente gehen Synthesen ein, man kann Analysen mit ihnen vollführen und so weiter. Auf chemischen Verbindungen und chemischen Entbindungen beruht dasjenige, was in der Welt vorgeht in bezug auf diese etlichen siebzig Elemente. Daß sie weiter zurückgeführt werden können auf etwas Ursprünglicheres, darum wollen wir uns im gegenwärtigen Augenblicke weniger kümmern. Im allgemeinen gelten ja der populären Wissenschaft heute diese etlichen siebzig Elemente.
[ 20 ] Now I must add a few more things to what I have told you about the Greek worldview, so that we can connect it to what I have been trying to convey to you through this outline. If a person is truly intelligent, they will say: The physical world consists of some seventy elements, which have different atomic weights and so on, and these elements form compounds; one can perform analyses on them and so on. What takes place in the world with regard to these seventy or so elements is based on chemical combinations and chemical decompositions. We need not concern ourselves at this moment with the fact that they can be traced back to something more primordial. In general, these seventy or so elements are accepted by popular science today.
[ 21 ] Ein Grieche, nicht in seiner gegenwärtigen Verkörperung, da würde er ja natürlich auch so denken wie die gegenwärtigen Menschen, wenn er gelehrt wäre, aber sagen wir, wenn er als alter Grieche wiederum hereingeschneit kommen könnte in die gegenwärtige Welt, dann würde er sagen: Ja, das ist ja ganz schön, diese etlichen siebzig Elemente, aber mit dem kommt man nicht weit, die sagen eigentlich nichts über die Welt aus. Da haben wir ganz anders über die Welt gedacht. Wir haben gedacht, die Welt besteht aus Feuer, Luft, Wasser, Erde.
[ 21 ] A Greek—not in his present incarnation, since in that case he would naturally think just like people today if he were educated—but let’s say if he could suddenly appear in the present world as an ancient Greek, then he would say: “Yes, that’s all well and good, these seventy-odd elements, but they don’t get you very far; they don’t really tell us anything about the world. We used to think about the world quite differently. We thought the world consisted of fire, air, water, and earth.”
[ 22 ] Da würde der Mann der Gegenwart sagen: Das ist eben einer kindlichen Auffassungsweise eigen. Über das sind wir längst hinaus. Wir lassen ja in den Aggregatzuständen, in den gasigen Aggregatzuständen das Luftförmige gelten, im flüssigen Aggregatzustand das Wässerige und im festen Aggregatzustand lassen wir die Erde gelten. Aber Wärme gilt uns überhaupt nicht mehr als irgend etwas, das man so anspricht wie du. Wir sind eben über diese kindlichen Vorstellungen hinaus. Wir haben dasjenige, was die Welt für uns konstituiert, in unseren etlichen siebzig Elementen.
[ 22 ] A person today would say: That’s just characteristic of a childlike way of thinking. We’ve long since moved beyond that. After all, in the states of matter—in the gaseous states, we consider the airy; in the liquid state, the watery; and in the solid state, we consider the earthy. But heat no longer counts for us as anything that one would refer to as you do. We have simply moved beyond these childish notions. We have what constitutes the world for us in our seventy-odd elements.
[ 23 ] Da würde der Grieche sagen: Ganz schön, aber Feuer oder Wärme, Luft, Wasser, Erde, das ist uns etwas ganz anderes, als was du dir darunter vorstellst. Und was wir uns darunter vorgestellt haben, davon verstehst du gar nichts. — Nun würde zuerst der heutige Gelehrte etwas sonderbar berührt sein davon, und er würde meinen, er stünde eben einem Menschen auf kindlicherer Kulturentwickelungsstufe gegenüber. Aber der Grieche würde vielleicht — denn er würde gleich überschauen, was der moderne Gelehrte eigentlich in seinem Kopfe hat —, er würde sich ganz gewiß nicht zurückhaltend verhalten, sondern er würde sagen: Ja, weißt du, was du deine zweiundsiebzig Elemente nennst, das gehört alles für uns zu der Erde dazu; es ist ja schön, daß du das differenzierst, daß du das weiter spezifizierst, aber die Eigenschaften, die du bei deinen zweiundsiebzig Elementen anerkennst, die gehören für uns zur Erde dazu. Von Wasser, Luft und Feuer verstehst du gar nichts, davon weißt du gar nichts.
[ 23 ] The Greek would say: “All right, but fire or heat, air, water, earth—these are something quite different to us than what you imagine them to be. And you don’t understand a thing about what we have imagined them to be.” — Now, today’s scholar would at first be somewhat taken aback by this, and he would think he was dealing with someone at a more childlike stage of cultural development. But the Greek might—since he would immediately grasp what the modern scholar actually has in mind—certainly not hold back, but would say: “Yes, you know, what you call your seventy-two elements—for us, all of that is part of the earth; it’s nice that you differentiate them, that you specify them further, but the properties you attribute to your seventy-two elements—for us, those are part of the earth. You don’t understand anything about water, air, and fire; you know nothing about them at all.”
[ 24 ] Und er würde weiter reden, der Grieche — Sie sehen, ich wähle nicht eine weit im Orient zurückgelegene Kulturepoche, sondern nur einen wissenden Griechen —, er würde sagen: Was du da von deinen zweiundsiebzig Elementen mit ihren Synthesen und Analysen sagst, ist ja alles ganz schön, aber was glaubst du, worauf sich das bezieht? Es bezieht sich ja alles lediglich auf den physischen Menschen, wenn er gestorben ist und im Grabe liegt. Da gehen seine Stoffe, da geht sein ganzer physischer Leib die Prozesse durch, die du kennenlernst in deiner Physik, in deiner Chemie. Das, was du innerhalb der Strukturverhältnisse deiner etlichen siebzig Elemente kennenlernen kannst, das bezieht sich ja gar nicht auf den lebenden Menschen. Du weißt gar nichts von dem lebenden Menschen, weil du nichts weißt von Wasser, Luft und Feuer. Man muß erst etwas wissen von Wasser, Luft und Feuer, dann weiß man etwas vom lebenden Menschen. Durch das, was du mit deiner Chemie umfassest, weißt du nur etwas von dem, was mit dem Menschen geschieht, wenn er gestorben ist und im Grabe liegt, von dem, was der Leichnam als seine Prozesse durchmacht. Von dem weißt du nur, wenn du mit deinen etlichen siebzig Elementen kommst.
[ 24 ] And the Greek would go on to say—you see, I’m not referring to some cultural epoch long past in the Orient, but simply to a knowledgeable Greek—he would say: What you’re saying there about your seventy-two elements with their syntheses and analyses is all well and good, but what do you think this refers to? It all refers merely to the physical human being once he has died and lies in the grave. There, his substances—there, his entire physical body—undergo the processes you learn about in your physics and chemistry. What you can learn within the structural relationships of your seventy-odd elements has absolutely nothing to do with the living human being. You know nothing at all about the living human being, because you know nothing about water, air, and fire. One must first know something about water, air, and fire; only then does one know anything about the living human being. Through what you cover in your chemistry, you know only what happens to a human being after they have died and lie in the grave—the processes the corpse undergoes. You know this only when you approach it with your seventy-odd elements.
[ 25 ] Er würde ja nun mit dem weiteren bei dem gegenwärtigen Gelehrten nicht sonderlich Glück haben, der Grieche, aber er würde sich vielleicht in der folgenden Weise bemühen, ihm noch etwas klarzumachen. Er würde ihm sagen: Sieh einmal, wenn du deine zweiundsiebzig Elemente betrachtest, so ist das für uns alles Erde. Wir betrachteten zwar nur das Allgemeine; aber wenn du das auch spezifizierst: es ist eben nur ein genaueres Kennen, und durch das genauere Kennen dringt man nicht in die Tiefen. Wenn du aber wüßtest, was wir als Wasser bezeichnen, so hättest du ein Element, an dem, sobald es überhaupt in sein Weben und Leben kommt, nicht mehr bloß die irdischen Verhältnisse tätig sind, sondern das Wasser in seiner ganzen Wirksamkeit unterliegt kosmischen Verhältnissen.
[ 25 ] The Greek wouldn’t have much luck with the rest of his argument when dealing with the modern scholar, but he might try to clarify things a bit more in the following way. He would say to him: “Look, when you consider your seventy-two elements, to us that is all earth.” We are, of course, only considering the general; but even if you specify it further, it is merely a more precise understanding, and through that more precise understanding one does not penetrate to the depths. But if you knew what we call water, you would have an element in which, as soon as it begins to move and come to life, it is no longer governed solely by earthly conditions, but rather, water in all its activity is subject to cosmic conditions.
[ 26 ] Der Grieche verstand unter dem Wasser nicht das physische Wasser, sondern er verstand darunter all das, was an Gesetzmäßigkeit vom Kosmos auf die Erde hereinspielt, in das die Wasser — Stoffbewegung einbezogen ist. Und innerhalb dieser Wasser — Stoffbewegung lebt wiederum das pflanzliche Element. Der Grieche schaute — indem er von allem Erdigen dasjenige unterschied, was im lebend-webenden Wasserelement ist — in diesem lebend-webenden Elemente zu gleicher Zeit die ganze Gesetzmäßigkeit des vegetabilischen Lebens, das eingespannt ist in dieses wässerige Element. So daß wir sagen können: Dieses wässerige Element können wir schematisch irgendwohin auf die Erde in irgendeiner Weise hinstellen, aber vom Kosmos aus determiniert hinstellen. Und nun können wir von unten hinauf irgendwie sprossend, in allerlei Weise sprossend das mineralische Element denken, das eigentlich irdische Element, das dann die Pflanzen durchsetzt, gewissermaßen durchspritzt mit dem irdischen Elemente. Aber was der Grieche sich unter dem wässerigen Elemente dachte, war etwas wesentlich Neues, und es war das für ihn eine ganz positive Anschauung. Und er schaute das nicht in Begriffen an, er schaute das in Bildern an, in Imaginationen. Wir müssen allerdings bis in die platonische Zeit zurückgehen — denn durch Aristoteles ist diese Anschauungsweise verdorben worden —, wir müssen bis auf Plato, auf die vorplatonische Zeit zurückgehen, und finden dann, wie der wirklich wissende Grieche in Imagination dasjenige angeschaut, hat, was da im wässerigen Element lebte und die Vegetation eigentlich trug, und was er durchaus auf den Kosmos bezog.
[ 26 ] By “water,” the Greeks did not mean physical water, but rather everything that flows from the cosmos onto the Earth in terms of natural laws, including the movement of water and matter. And within this movement of water and matter, the plant element, in turn, lives. By distinguishing within all earthly phenomena that which is contained in the living, weaving water element, the Greeks saw in this living, weaving element, at the same time, the entire order of plant life, which is embedded in this watery element. So that we can say: We can schematically place this watery element somewhere on Earth in some way, but we must place it in a way determined by the cosmos. And now we can conceive of the mineral element—the truly earthly element—as sprouting upward from below in all manner of ways, an element that then permeates the plants, infusing them, as it were, with the earthly element. But what the Greeks conceived of as the watery element was something essentially new, and for them it was a wholly positive conception. And they did not view it in terms of concepts; they viewed it in images, in imaginations. We must, however, go back to the Platonic era—for this way of viewing things was corrupted by Aristotle— we must go back to Plato, to the pre-Platonic era, and then we will find how the truly knowledgeable Greek, through imagination, perceived that which lived within the watery element and actually sustained vegetation, and how he related this entirely to the cosmos.


[ 27 ] Nun würde er weiter sagen: Siehst du, das, was da im Grabe liegt, wenn der Mensch gestorben ist, und was gesetzmäßig durchzogen ist von den Strukturgesetzen, die in deinen etlichen siebzig Elementen wirken, das ist eingespannt zwischen der Geburt, oder sagen wir der Empfängnis und dem Tode, in das ätherische Leben, in das aus dem Kosmos hereinwirkende ätherische Leben. Von dem bist du durchsetzt, wenn du ein lebendiger Mensch bist, und von dem verstehst du nichts, wenn du nicht von Wasser als einem besonderen Elemente redest, und wenn du nicht hinausschaust in die Pflanzenwelt als eingespannt in das wässerige Element, wenn du nicht diese Bilder, diese Imaginationen siehst.
[ 27 ] Now he would go on to say: You see, what lies there in the grave when a human being has died—and what is lawfully permeated by the structural laws that operate within your seventy-odd elements—is bound, between birth—or let us say conception—and death, to the etheric life, to the etheric life that acts from the cosmos. You are permeated by this if you are a living human being, and you understand nothing of it unless you speak of water as a special element, and unless you look out into the plant world as embedded in the watery element, unless you see these images, these imaginations.
[ 28 ] Wir Griechen — würde er sagen —, wir redeten gewiß vom Ätherleib des Menschen, aber wir erdichteten nichts über den Ätherleib, sondern wir sagten: Was einem da erscheinen kann vor dem Seelenauge, wenn man im Frühling die aufsprießende, grünwerdende Pflanzenwelt sieht, wenn man die allmählich sich verschieden färbende Pflanzenwelt sieht, wenn man diese Pflanzenwelt zum Fruchten kommen sieht im Sommer und die Blätter welk werden sieht gegen den Herbst zu, was einem da erscheinen kann, wenn man einen solchen Jahreslauf in der Vegetation sieht und ein inneres Verständnis dafür hat, das setzt sich zu einem ebenso in Bezug, wie man sich durch Brot und Fleisch, die man ißt, zur mineralischen Welt in Bezug setzt; ebenso setzt man sich zu dem in Bezug, was im Jahreslauf draußen sichtbar ist in der vegetabilischen Welt. Und durchdringt man sich mit der Anschauung, daß überhaupt ja alles in uns im vierundzwanzigstündigen Lauf wie in einem Miniaturbild abläuft und dann sich durch das ganze Leben hindurch wiederholt, so haben wir in uns ein Miniaturbild dessen, was da draußen aus dem wässerigen, ätherischen Elemente heraus, aus dem Kosmos heraus die Umwelt konstituiert. Wir können, wenn wir mit Verständnis diese äußere Welt anschauen, sagen: Das, was da draußen ist, lebt in unserem Inneren. — Geradeso wie wir sagen: Der Spinat wächst da draußen, ich pflücke ihn, ich koche ihn und esse ihn und dadurch habe ich ihn im Magen, das heißt in meinem physischen Leibe —, so können wir sagen: Da draußen im Jahreslaufe webt und lebt ein ätherisches Leben, und das habe ich in mir.
[ 28 ] We Greeks—he would say—certainly spoke of the human etheric body, but we did not invent anything about the etheric body; rather, we said: What may appear to the soul’s eye when, in spring, one sees the sprouting, greening plant world; when one sees the plant world gradually taking on different colors; when one sees this plant world bearing fruit in summer and the leaves withering toward fall—what may appear there, when one observes such a cycle of the year in the vegetation and has an inner understanding of it—this establishes a connection just as one establishes a connection to the mineral world through the bread and meat one eats; in the same way, one establishes a connection to what is visible in the plant world throughout the course of the year. And if we imbue ourselves with the insight that, in fact, everything within us unfolds in the twenty-four-hour cycle as in a miniature image—and then repeats itself throughout our entire life—then we have within us a miniature image of what out there, emerging from the watery, ethereal elements, from the cosmos, constitutes our environment. If we observe this outer world with understanding, we can say: What is out there lives within us. — Just as we say: “The spinach grows out there; I pick it, cook it, and eat it, and as a result I have it in my stomach—that is, in my physical body”—so we can say: “Out there, throughout the course of the year, an ethereal life weaves and lives, and I have that within me.”
[ 29 ] Nicht das physische Wasser ist es, an das der Grieche dachte, aber das, was er in diesen Imaginationen erfaßte und zum Menschen in lebendige Beziehung brachte, das lag seiner Anschauung zugrunde. Und so würde er weiter sagen zu seinem Unterredner: Du studierst den Leichnam, der im Grabe liegt, weil du nur Erde studierst, denn deine etlichen siebzig Elemente sind Erde. Wir studierten den lebenden Menschen. Wir studierten während unserer Zeit auch den Menschen, der noch nicht gestorben ist, der aus innerer Regsamkeit heraus wächst und sich bewegt. Das kann man nicht, wenn man nicht aufsteigt zu den andern Elementen.
[ 29 ] It was not physical water that the Greek had in mind, but rather what he grasped in these imaginings and brought into a living relationship with human beings—that was the foundation of his worldview. And so he would go on to say to his interlocutor: You study the corpse lying in the grave because you study only earth; for your seventy-odd elements are earth. We studied the living human being. During our time, we also studied the human being who has not yet died, who grows and moves out of inner vitality. One cannot do this unless one ascends to the other elements.
[ 30 ] So war es bei den Griechen, und würden wir weiter zurückkommen, dann würde uns mit aller Deutlichkeit das Luftelement und das Feuer- oder Wärmeelement entgegentreten. Das wollen wir später auch noch betrachten; aber ich will zunächst heute darauf hinweisen, wie dieses, daß der Mensch in seinem Inneren nicht die richtigen Kräftezusammenhänge sieht, in der Tat davon abhängt, daß er diese Kräftezusammenhänge auch in der Außenwelt nicht finden kann, daß er verzichtet auf diese Kräftezusammenhänge. Und das ist das Charakteristische unserer Kulturentwickelung seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, daß das Verständnis für diese Zusammenhänge der Elemente einfach verlorengegangen ist, damit aber auch verlorengegangen ist das Verständnis für den lebendigen Menschen. Wir studieren den Leichnam in der offiziellen Wissenschaft. Wir haben ja öfter gehört, daß diese Phase schon einmal in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit kommen mußte, aus andern Gründen allerdings kommen mußte, nämlich damit die Menschheit durch die Phase der Freiheitsentwickelung durchgehen könne. Aber ein gewisses Verständnis für Natur und Mensch ist seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts verlorengegangen. Das Verständnis hat sich bisher beschränkt auf dieses bloße eine Element, die Erde. Und wir müssen wiederum den Rückweg antreten. Wir müssen uns wiederum zurückfinden durch die Imagination zu dem Elemente des Wassers, durch die Inspiration zu dem Elemente der Luft, durch die Intuition zu dem Elemente des Feuers. Im Grunde genommen ist es auch ein Aufstieg zu den Elementen, was wir als einen Aufstieg in der höheren Erkenntnis gesehen und gedeutet haben, den Aufstieg von dem gewöhnlichen gegenständlichen Erkennen durch die Imagination, Inspiration zur Intuition. Davon wollen wir dann übermorgen weiterreden.
[ 30 ] This was the case with the Greeks, and if we were to go back even further, we would clearly encounter the element of air and the element of fire or heat. We will consider this later as well; but today I would first like to point out how the fact that human beings do not perceive the proper interrelationships of forces within themselves actually depends on their inability to find these interrelationships in the external world as well—that they have abandoned these interrelationships. And this is the defining feature of our cultural development since the first third of the 15th century: the understanding of these relationships among the elements has simply been lost, and with it has also been lost the understanding of the living human being. In official science, we study the corpse. We have often heard that this phase was bound to occur at some point in the history of human development—though for different reasons, namely so that humanity could pass through the phase of the development of freedom. But a certain understanding of nature and the human being has been lost since the first third of the 15th century. Understanding has so far been limited to this single element, the earth. And we must now set out on the return journey. We must find our way back, through imagination, to the element of water; through inspiration, to the element of air; and through intuition, to the element of fire. Essentially, what we have viewed and interpreted as an ascent into higher knowledge—the ascent from ordinary, concrete cognition through imagination and inspiration to intuition—is also an ascent to the elements. We will continue this discussion the day after tomorrow.



