Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 208

22 October 1921, Dornach

Translate the original German text into any language:

Dreizehnter Vortrag

Dreizehnter Vortrag

[ 1 ] Wenn Sie sich noch einmal ansehen den Kursus, den ich 1914 gehalten habe über das Leben zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt, so werden Sie darinnen manche Angaben finden, die sich ergänzend verhalten können zu demjenigen, was ich in diesen Tagen und Wochen vorbereitet habe. Heute möchte ich insbesondere aufmerksam machen auf jenen Wechsel in den Lebenszuständen, der auch stattfindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wie hier im Leben zwischen der Geburt und dem Tode der Wechsel zwischen Wachen und Schlafen. Wir haben ja unser normales Bewußtsein, das uns eigentlich zwischen Geburt und Tod zu Menschen macht, eben im Wachen, und sind im Schlafe gewissermaßen heruntergestimmt in unserem Bewußtsein. Unser Bewußtsein ist dann unter der Schwelle unseres Wachseins, und wir erleben die Vorgänge, innerhalb welcher wir stehen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, nur dumpf, entweder ganz dumpf im vollen Schlafe, oder so, daß aus dem Schlafe in Form der Träume gewisse Lebensreminiszenzen oder innere Vorgänge des Organismus im Bilde sich darstellen. Ein ähnlicher Wechsel ist nun auch vorhanden in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nur ist da alles gewissermaßen umgekehrt im Verhältnis zu den Zuständen, in denen wir jetzt sind. Ich habe Ihnen ja gestern geschildert, wie radikal anders der Mensch erlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt gegenüber dem Erleben hier auf der Erde. So ist es auch mit diesen Bewußtseinswechselzuständen. Wir haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt die Erlebnisse, wie ich sie gestern geschildert habe: die Erlebnisse, die uns unser Ich in seinen Taten, seinen Willensimpulsen zeigen. Dieses Bewußtsein, in dem wir unser Ich haben, das ist für diese geistigen Lebenszustände gewissermaßen das normale, wie hier der Wachzustand der normale ist. Wir haben ja gesehen, daß wir hier gewissermaßen aufgebaut sind aus physischem Leib, Ätherleib; astralischem Leib und Ich, dort aus dem Ich, dem Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmenschen, in der Anlage zunächst. Das Ich also ist das unterste Glied zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber so wie wir uns hier innerlich unseres Ich bewußt werden im Wachbewußtsein, so werden wir uns dort in dem mit dem hiesigen vergleichbaren Bewußtsein unseres Ich gewissermaßen wie eines Außenerlebnisses bewußt in den Taten, in den Willensimpulsen, auf die wir zurückschauen, die von uns so erlebt werden, als strahlten sie uns, wie ich es geschildert habe, von der Erde zurück.

[ 1 ] Wenn Sie sich noch einmal ansehen den Kursus, den ich 1914 gehalten habe über das Leben zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt, so werden Sie darinnen manche Angaben finden, die sich ergänzend verhalten können zu demjenigen, was ich in diesen Tagen und Wochen vorbereitet habe. Heute möchte ich insbesondere aufmerksam machen auf jenen Wechsel in den Lebenszuständen, der auch stattfindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wie hier im Leben zwischen der Geburt und dem Tode der Wechsel zwischen Wachen und Schlafen. Wir haben ja unser normales Bewußtsein, das uns eigentlich zwischen Geburt und Tod zu Menschen macht, eben im Wachen, und sind im Schlafe gewissermaßen heruntergestimmt in unserem Bewußtsein. Unser Bewußtsein ist dann unter der Schwelle unseres Wachseins, und wir erleben die Vorgänge, innerhalb welcher wir stehen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, nur dumpf, entweder ganz dumpf im vollen Schlafe, oder so, daß aus dem Schlafe in Form der Träume gewisse Lebensreminiszenzen oder innere Vorgänge des Organismus im Bilde sich darstellen. Ein ähnlicher Wechsel ist nun auch vorhanden in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nur ist da alles gewissermaßen umgekehrt im Verhältnis zu den Zuständen, in denen wir jetzt sind. Ich habe Ihnen ja gestern geschildert, wie radikal anders der Mensch erlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt gegenüber dem Erleben hier auf der Erde. So ist es auch mit diesen Bewußtseinswechselzuständen. Wir haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt die Erlebnisse, wie ich sie gestern geschildert habe: die Erlebnisse, die uns unser Ich in seinen Taten, seinen Willensimpulsen zeigen. Dieses Bewußtsein, in dem wir unser Ich haben, das ist für diese geistigen Lebenszustände gewissermaßen das normale, wie hier der Wachzustand der normale ist. Wir haben ja gesehen, daß wir hier gewissermaßen aufgebaut sind aus physischem Leib, Ätherleib; astralischem Leib und Ich, dort aus dem Ich, dem Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmenschen, in der Anlage zunächst. Das Ich also ist das unterste Glied zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber so wie wir uns hier innerlich unseres Ich bewußt werden im Wachbewußtsein, so werden wir uns dort in dem mit dem hiesigen vergleichbaren Bewußtsein unseres Ich gewissermaßen wie eines Außenerlebnisses bewußt in den Taten, in den Willensimpulsen, auf die wir zurückschauen, die von uns so erlebt werden, als strahlten sie uns, wie ich es geschildert habe, von der Erde zurück.

[ 2 ] Dieser Zustand wechselt nun mit einem anderen, und zwar so, daß wir hier im Erdenleben sprechen können von Wachbewußitsein, Schlafbewußtsein, daß wir dem Wachbewußtsein gewissermaßen auch ein Unterbewußtsein anschließen können, während wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sprechen müssen von dem eben geschilderten Bewußtsein und einer Art Überbewußtsein, wo in uns bewußt sind höhere Wesenheiten, beziehungsweise höhere Wesenheiten unser Bewußtsein erfüllen.

[ 2 ] Dieser Zustand wechselt nun mit einem anderen, und zwar so, daß wir hier im Erdenleben sprechen können von Wachbewußitsein, Schlafbewußtsein, daß wir dem Wachbewußtsein gewissermaßen auch ein Unterbewußtsein anschließen können, während wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sprechen müssen von dem eben geschilderten Bewußtsein und einer Art Überbewußtsein, wo in uns bewußt sind höhere Wesenheiten, beziehungsweise höhere Wesenheiten unser Bewußtsein erfüllen.

[ 3 ] Wir sinken in unserem irdischen Schlafzustand ja zu einer Art von Pflanzendasein herab. Wir steigen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hinauf in den überbewußten Zustand zu einer Art Erzengelbewußtsein, zu einem Bewußtsein, das über dem unsrigen liegt. Ich sagte, wir haben, wenn wir in unserem Normalzustande sind, gewissermaßen hinter uns die Hierarchien der höheren geistigen Wesenheiten. In diesem überbewußten Zustande bewegen wir uns förmlich zu ihnen zurück. Wir leben dann in ihnen. Wir erfahren von ihnen mehr, als wir sonst als Menschen wissen könnten. Wenn wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nur das erleben würden, was wir gewissermaßen mit unserem Ich, das uns so nachstrahlt, das aber doch zu uns gehört, erleben — wir würden nicht in der Weise, wie ich es geschildert habe, all die Vorgänge erleben können, die notwendig sind zu erleben, um unseren Organismus in einem neuen Erdendasein wiederum aufzubauen. Das können wir nur dadurch, daß wir diese normalen Bewußtseinszustände abwechselnd haben mit dem Hereindringen von Wissenszuständen der Archangeloi in unser Menschenwesen, sogar der Archai, und diese kommen dann auch gewissermaßen wie Erinnerungen in das normale Bewußtsein herein, so wie die Träume hier aus dem Unterbewußtsein in unser Bewußtsein hereinkommen. Wir leben also zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß wir das gestern beschriebene Bewußtsein haben, aber dazwischen immer überbewußte Zustände, in denen wir auch ein übermenschliches Wissen erlangen, das uns erst die Möglichkeit gibt, wirklich in der Weise unser eigenes Dasein dann im nächsten Erdenleben aufzubauen, wie das eben notwendig ist.

[ 3 ] Wir sinken in unserem irdischen Schlafzustand ja zu einer Art von Pflanzendasein herab. Wir steigen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hinauf in den überbewußten Zustand zu einer Art Erzengelbewußtsein, zu einem Bewußtsein, das über dem unsrigen liegt. Ich sagte, wir haben, wenn wir in unserem Normalzustande sind, gewissermaßen hinter uns die Hierarchien der höheren geistigen Wesenheiten. In diesem überbewußten Zustande bewegen wir uns förmlich zu ihnen zurück. Wir leben dann in ihnen. Wir erfahren von ihnen mehr, als wir sonst als Menschen wissen könnten. Wenn wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nur das erleben würden, was wir gewissermaßen mit unserem Ich, das uns so nachstrahlt, das aber doch zu uns gehört, erleben — wir würden nicht in der Weise, wie ich es geschildert habe, all die Vorgänge erleben können, die notwendig sind zu erleben, um unseren Organismus in einem neuen Erdendasein wiederum aufzubauen. Das können wir nur dadurch, daß wir diese normalen Bewußtseinszustände abwechselnd haben mit dem Hereindringen von Wissenszuständen der Archangeloi in unser Menschenwesen, sogar der Archai, und diese kommen dann auch gewissermaßen wie Erinnerungen in das normale Bewußtsein herein, so wie die Träume hier aus dem Unterbewußtsein in unser Bewußtsein hereinkommen. Wir leben also zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß wir das gestern beschriebene Bewußtsein haben, aber dazwischen immer überbewußte Zustände, in denen wir auch ein übermenschliches Wissen erlangen, das uns erst die Möglichkeit gibt, wirklich in der Weise unser eigenes Dasein dann im nächsten Erdenleben aufzubauen, wie das eben notwendig ist.

[ 4 ] Sie sehen also: Analogien bestehen schon zwischen dem Leben hier zwischen der Geburt und dem Tode und dem anderen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Aber man muß durchaus die starken, die radikalen Unterschiede in Betracht ziehen, die da zwischen diesen beiden Lebenszuständen bestehen.

[ 4 ] Sie sehen also: Analogien bestehen schon zwischen dem Leben hier zwischen der Geburt und dem Tode und dem anderen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Aber man muß durchaus die starken, die radikalen Unterschiede in Betracht ziehen, die da zwischen diesen beiden Lebenszuständen bestehen.

[ 5 ] Man wird nun in diese Dinge noch genauer hineinsehen, wenn man auch das Vermittelnde zwischen beiden sieht, wenn man sich bekannt macht mit dem, was gewissermaßen als Wesen höherer Art in beide Zustände, in unser Erdenleben und in unser Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hineinragt. Da haben wir ja zunächst im Erdenleben, indem wir unser Dasein durchwandeln, die äußeren Sinneseindrücke. Wir haben gesehen, wie sich mit diesen äußeren Sinneseindrücken die Willens- und Tatimpulse ineinanderweben. Wir haben aber jetzt zunächst unser Augenmerk zu richten auf die äußeren Sinneseindrücke.

[ 5 ] Man wird nun in diese Dinge noch genauer hineinsehen, wenn man auch das Vermittelnde zwischen beiden sieht, wenn man sich bekannt macht mit dem, was gewissermaßen als Wesen höherer Art in beide Zustände, in unser Erdenleben und in unser Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hineinragt. Da haben wir ja zunächst im Erdenleben, indem wir unser Dasein durchwandeln, die äußeren Sinneseindrücke. Wir haben gesehen, wie sich mit diesen äußeren Sinneseindrücken die Willens- und Tatimpulse ineinanderweben. Wir haben aber jetzt zunächst unser Augenmerk zu richten auf die äußeren Sinneseindrücke.

[ 6 ] Versuchen Sie einen Augenblick sich vor die Seele zu stellen, wie Sie die ganze Zeit, in der Sie wachend durch das Leben wandeln, eine Summe von äußeren Sinneseindrücken durch die sämtlichen menschlichen Sinne haben, wie sich daraus eben dieser Sinnesteppich webt. Gewöhnlich betrachtet man ja diese Sinneseindrücke nur so, daß man sagt, sie seien an den Dingen; die einzelnen Dinge oder Wesenheiten erscheinen in Farben, die auf die Augen einen Eindruck machen. Andere Wesenheiten tönen, machen also wiederum auf das Hörorgan einen Eindruck. Aber wir wollen uns diese gesamte Welt der Sinneseindrücke einmal vor die Seele stellen und wollen uns fragen, was das in der Wirklichkeit eigentlich ist.

[ 6 ] Versuchen Sie einen Augenblick sich vor die Seele zu stellen, wie Sie die ganze Zeit, in der Sie wachend durch das Leben wandeln, eine Summe von äußeren Sinneseindrücken durch die sämtlichen menschlichen Sinne haben, wie sich daraus eben dieser Sinnesteppich webt. Gewöhnlich betrachtet man ja diese Sinneseindrücke nur so, daß man sagt, sie seien an den Dingen; die einzelnen Dinge oder Wesenheiten erscheinen in Farben, die auf die Augen einen Eindruck machen. Andere Wesenheiten tönen, machen also wiederum auf das Hörorgan einen Eindruck. Aber wir wollen uns diese gesamte Welt der Sinneseindrücke einmal vor die Seele stellen und wollen uns fragen, was das in der Wirklichkeit eigentlich ist.

[ 7 ] Ich habe Sie schon öfter darauf aufmerksam gemacht: Davon kann gar keine Rede sein, daß hinter diesen Sinneseindrücken etwa jene phantastische Welt von Atomen webte, wie der Physiker sie träumt, sondern hinter dieser Sinneswelt ist ein Geistiges vorhanden. Also auch innerhalb der Sinneswelt ist Geistiges vorhanden; nur ist es zunächst für das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrnehmbar. Das gewöhnliche Bewußtsein hat eben diesen Sinnesteppich vor sich. Was ist aber eigentlich in diesem Sinnesteppich enthalten? In diesem Sinnesteppich ist in Wirklichkeit enthalten diejenige Summe von Wesenheiten, die Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» zusammengefaßt finden als die Geister der Form. Alles, was uns räumlich erscheint, hat eine gewisse Form. Auch die Farbenoberfläche eines Dinges ist es ja, die dem Ding die Form gibt. In demjenigen, was wir da im Raume sinnesgemäß erleben, leben die Geister der Form, dieselben Wesenheiten, welche im Alten Testament genannt werden die Elohim. Das sind ja die Geister der Form.

[ 7 ] Ich habe Sie schon öfter darauf aufmerksam gemacht: Davon kann gar keine Rede sein, daß hinter diesen Sinneseindrücken etwa jene phantastische Welt von Atomen webte, wie der Physiker sie träumt, sondern hinter dieser Sinneswelt ist ein Geistiges vorhanden. Also auch innerhalb der Sinneswelt ist Geistiges vorhanden; nur ist es zunächst für das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrnehmbar. Das gewöhnliche Bewußtsein hat eben diesen Sinnesteppich vor sich. Was ist aber eigentlich in diesem Sinnesteppich enthalten? In diesem Sinnesteppich ist in Wirklichkeit enthalten diejenige Summe von Wesenheiten, die Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» zusammengefaßt finden als die Geister der Form. Alles, was uns räumlich erscheint, hat eine gewisse Form. Auch die Farbenoberfläche eines Dinges ist es ja, die dem Ding die Form gibt. In demjenigen, was wir da im Raume sinnesgemäß erleben, leben die Geister der Form, dieselben Wesenheiten, welche im Alten Testament genannt werden die Elohim. Das sind ja die Geister der Form.

[ 8 ] Wir nennen mit Recht diese Welt der Sinneserscheinungen eben eine Erscheinungswelt, eine Welt der Phänomene. Das ist aber nur deshalb richtig, weil wir Menschen zunächst mit dem gewöhnlichen Bewußtsein von dieser Welt weiter nichts wahrnehmen als eben diese Phänomene, die Erscheinungen, den äußeren Schein; wie der Morgenländer sagt: die Maja. Aber in dem Augenblicke, wo das Bewußtsein aufwacht und imaginativ wird, erfüllt sich diese ganze Sinneswelt, oder besser gesagt sogar, sie verwandelt sich in eine Welt webender Bilder. Diese Welt webender Bilder, sie zeigt sogleich in sich eingewoben die Welt der Angeloi, der Engel. Und kommen wir zur Inspiration, so werden wir ja überall aus dieser Welt heraus inspiriert. Sie verwandelt sich in eine Inspirationswelt. In diese Inspiration weben sich ein die Wesenheiten der Archangeloi, der Erzengel. Die Welt der Intuitionen ist es dann, die wir später erleben. Da dringen wir vor, statt daß wir sonst nur die Sinneswelt vor uns haben, zu der Welt der Archai.

[ 8 ] Wir nennen mit Recht diese Welt der Sinneserscheinungen eben eine Erscheinungswelt, eine Welt der Phänomene. Das ist aber nur deshalb richtig, weil wir Menschen zunächst mit dem gewöhnlichen Bewußtsein von dieser Welt weiter nichts wahrnehmen als eben diese Phänomene, die Erscheinungen, den äußeren Schein; wie der Morgenländer sagt: die Maja. Aber in dem Augenblicke, wo das Bewußtsein aufwacht und imaginativ wird, erfüllt sich diese ganze Sinneswelt, oder besser gesagt sogar, sie verwandelt sich in eine Welt webender Bilder. Diese Welt webender Bilder, sie zeigt sogleich in sich eingewoben die Welt der Angeloi, der Engel. Und kommen wir zur Inspiration, so werden wir ja überall aus dieser Welt heraus inspiriert. Sie verwandelt sich in eine Inspirationswelt. In diese Inspiration weben sich ein die Wesenheiten der Archangeloi, der Erzengel. Die Welt der Intuitionen ist es dann, die wir später erleben. Da dringen wir vor, statt daß wir sonst nur die Sinneswelt vor uns haben, zu der Welt der Archai.

[ 9 ] Nun, allerdings, wenn wir um uns herum vorgedrungen sind zu der Welt der Archai, dann ist es uns auch möglich, mit Hilfe dieser Welt der Archai wiederum zurückzublicken auf das, was wir schon aus höheren Hierarchien in früheren Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erfahren haben. Wir werden gewahr, wie nun hinter den Archai innerhalb dieser Welt die Wesenheiten liegen, die in der Bibel Elohim genannt werden, die Sie in meiner «Geheimwissenschaft» genannt finden die Geister der Form. Wir können also sagen: Indem wir durch unsere Sinne hinausblicken in die Welt, blicken wir eigentlich hinein in die Welt der Geister der Form (siehe Zusammenstellung Seite 40): Sinneswelt.

[ 9 ] Nun, allerdings, wenn wir um uns herum vorgedrungen sind zu der Welt der Archai, dann ist es uns auch möglich, mit Hilfe dieser Welt der Archai wiederum zurückzublicken auf das, was wir schon aus höheren Hierarchien in früheren Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erfahren haben. Wir werden gewahr, wie nun hinter den Archai innerhalb dieser Welt die Wesenheiten liegen, die in der Bibel Elohim genannt werden, die Sie in meiner «Geheimwissenschaft» genannt finden die Geister der Form. Wir können also sagen: Indem wir durch unsere Sinne hinausblicken in die Welt, blicken wir eigentlich hinein in die Welt der Geister der Form (siehe Zusammenstellung Seite 40): Sinneswelt.

[ 10 ] Nun können wir, wenn wir die Sinneswelt vor unsere Seele gerückt haben und da sagen müßten, daß wir mit ihr in der Welt der Geister der Form weben, jetzt wiederum mehr in unser Inneres selbst hineingehen, in jenes Innere aber, das noch mit der Außenwelt in einem sehr innigen Verhältnis steht, das bestimmt ist, die Außenwelt für uns innerlich so abzubilden, daß wir sie erinnerungsmäßig in uns tragen können. Wir können, mit anderen Worten, vorrücken von der Sinneswelt nach dem Inneren zu unserer Gedankenwelt (siehe Zusammenstellung Seite 40).

[ 10 ] Nun können wir, wenn wir die Sinneswelt vor unsere Seele gerückt haben und da sagen müßten, daß wir mit ihr in der Welt der Geister der Form weben, jetzt wiederum mehr in unser Inneres selbst hineingehen, in jenes Innere aber, das noch mit der Außenwelt in einem sehr innigen Verhältnis steht, das bestimmt ist, die Außenwelt für uns innerlich so abzubilden, daß wir sie erinnerungsmäßig in uns tragen können. Wir können, mit anderen Worten, vorrücken von der Sinneswelt nach dem Inneren zu unserer Gedankenwelt (siehe Zusammenstellung Seite 40).

[ 11 ] Die Gedankenwelt nun ist uns ja zunächst gegeben als die Welt der bildhaften Gedanken. Sie werden gar nicht versucht sein, das, was zunächst in Ihnen als Gedanke lebt, so wie es in diesem gewöhnlichen Bewußtsein lebt, als eine Realität anzusehen. Aber geradeso wie in der Sinneswelt sich Realitäten verbergen, nämlich die Realitäten der Geister der Form, so ist es auch mit der Gedankenwelt. Dem gewöhnlichen Bewußtsein sind die Gedanken zunächst eben jene flüchtigen inneren Gebilde, als welche wir sie kennen; aber so wie in dem Gewebe der Sinneswelt geistige Wesenheiten entdeckt werden, wenn wir so, wie ich das beschrieben habe, durch Imagination, Inspiration zu höheren Erkenntnissen aufsteigen, so kann auch innerhalb der Gedankenwelt das Wirken von geistigen Wesenheiten wahrgenommen werden. Diese geistigen Wesenheiten, die sind es auch, welche in den Begleiterscheinungen der Gedanken leben, die in uns sich abspielen, während wir denken.

[ 11 ] Die Gedankenwelt nun ist uns ja zunächst gegeben als die Welt der bildhaften Gedanken. Sie werden gar nicht versucht sein, das, was zunächst in Ihnen als Gedanke lebt, so wie es in diesem gewöhnlichen Bewußtsein lebt, als eine Realität anzusehen. Aber geradeso wie in der Sinneswelt sich Realitäten verbergen, nämlich die Realitäten der Geister der Form, so ist es auch mit der Gedankenwelt. Dem gewöhnlichen Bewußtsein sind die Gedanken zunächst eben jene flüchtigen inneren Gebilde, als welche wir sie kennen; aber so wie in dem Gewebe der Sinneswelt geistige Wesenheiten entdeckt werden, wenn wir so, wie ich das beschrieben habe, durch Imagination, Inspiration zu höheren Erkenntnissen aufsteigen, so kann auch innerhalb der Gedankenwelt das Wirken von geistigen Wesenheiten wahrgenommen werden. Diese geistigen Wesenheiten, die sind es auch, welche in den Begleiterscheinungen der Gedanken leben, die in uns sich abspielen, während wir denken.

[ 12 ] Sie wissen ja aus früheren Vorträgen, was sich in uns abspielt, während wir denken. Während wir denken, spielen sich in uns fortwährend Prozesse ab, die wir vergleichsweise so schildern können, wie wenn, sagen wir, das Salz in einem Glase Wasser sich auflöst, so daß es völlig aufgelöst ist und das Glas durchsichtig ist. Wenn wir nun das Wasser etwas abkühlen lassen, so trübt es sich, es lagert sich das Salz aus dem Wasser heraus ab. Ebenso finden solche Trübungsprozesse in uns statt, welche Verdichtungsprozesse sind, während wir denken. Es ist durchaus eine Art Mineralisierungsprozeß in uns, während wir denken. Mit diesem Mineralisierungsprozeß in uns, der stattfindet, während wir denken, haben es nun die geistigen Wesenheiten zu tun, die eben eigentlich das Gedankenelement durchweben. Es sind jene Wesenheiten, die wir immer die Archai, die Urkräfte genannt haben. So daß wir wissen können: Leben wir in unseren Gedanken, so sind bei uns innerhalb unseres Gedankenlebens die Archai, wie es innerhalb unseres Sinneswahrnehmens die Elohim, die Geister der Form sind.

[ 12 ] Sie wissen ja aus früheren Vorträgen, was sich in uns abspielt, während wir denken. Während wir denken, spielen sich in uns fortwährend Prozesse ab, die wir vergleichsweise so schildern können, wie wenn, sagen wir, das Salz in einem Glase Wasser sich auflöst, so daß es völlig aufgelöst ist und das Glas durchsichtig ist. Wenn wir nun das Wasser etwas abkühlen lassen, so trübt es sich, es lagert sich das Salz aus dem Wasser heraus ab. Ebenso finden solche Trübungsprozesse in uns statt, welche Verdichtungsprozesse sind, während wir denken. Es ist durchaus eine Art Mineralisierungsprozeß in uns, während wir denken. Mit diesem Mineralisierungsprozeß in uns, der stattfindet, während wir denken, haben es nun die geistigen Wesenheiten zu tun, die eben eigentlich das Gedankenelement durchweben. Es sind jene Wesenheiten, die wir immer die Archai, die Urkräfte genannt haben. So daß wir wissen können: Leben wir in unseren Gedanken, so sind bei uns innerhalb unseres Gedankenlebens die Archai, wie es innerhalb unseres Sinneswahrnehmens die Elohim, die Geister der Form sind.

[ 13 ] In der Außenwelt können dann diese Geister der Form nur durch die imaginative Erkenntnis wahrgenommen werden. Wenn wir die Außenwelt studieren mit dem Bewußtsein, das der Mensch heute als sein normales hat, so kommt er auf sogenannte Naturgesetze. Diese Naturgesetze sind Abstraktionen. Sobald man zur imaginativen Erkenntnis vorrückt, hat man nicht solche abstrakten Naturgesetze, die man in Sätzen formuliert, sondern man hat Bilder, ein Bilderleben. Das sind jetzt nicht dieselben Bilder, von denen ich früher gesprochen habe, sondern das sind nun Bilder, die sich als trübende Bilder, gewissermaßen als tingierende Bilder in die Bilder, die wir bekommen beim Anblicke der Elohim, hineinverdichten. Da haben wir das Wirken der Archai in der Außenwelt. Wir können es in der Außenwelt, wir können es in der Innenwelt verfolgen.

[ 13 ] In der Außenwelt können dann diese Geister der Form nur durch die imaginative Erkenntnis wahrgenommen werden. Wenn wir die Außenwelt studieren mit dem Bewußtsein, das der Mensch heute als sein normales hat, so kommt er auf sogenannte Naturgesetze. Diese Naturgesetze sind Abstraktionen. Sobald man zur imaginativen Erkenntnis vorrückt, hat man nicht solche abstrakten Naturgesetze, die man in Sätzen formuliert, sondern man hat Bilder, ein Bilderleben. Das sind jetzt nicht dieselben Bilder, von denen ich früher gesprochen habe, sondern das sind nun Bilder, die sich als trübende Bilder, gewissermaßen als tingierende Bilder in die Bilder, die wir bekommen beim Anblicke der Elohim, hineinverdichten. Da haben wir das Wirken der Archai in der Außenwelt. Wir können es in der Außenwelt, wir können es in der Innenwelt verfolgen.

[ 14 ] Nun ist es vielleicht ganz besonders nützlich, wenn Sie jetzt weniger nach dem Inneren des Menschen den Blick richten, sondern wenn Sie nach einer Lebensäußerung hinschauen. Der Gedanke lebt zunächst in uns, trotzdem wir durch ihn in einem Verhältnis zu der Außenwelt stehen, trotzdem sich uns die Geheimnisse der äußeren Welt ja durch die Gedanken enthüllen — der Gedanke lebt zunächst innerlich. Aber er spricht sich aus. Er spricht sich aus, wenn wir uns dem anderen Menschen mitteilen. Und die Sprache ist durchaus ein Element im menschlichen Leben, durch das wir unsere Gedanken in eine äußere Erscheinung bringen.

[ 14 ] Nun ist es vielleicht ganz besonders nützlich, wenn Sie jetzt weniger nach dem Inneren des Menschen den Blick richten, sondern wenn Sie nach einer Lebensäußerung hinschauen. Der Gedanke lebt zunächst in uns, trotzdem wir durch ihn in einem Verhältnis zu der Außenwelt stehen, trotzdem sich uns die Geheimnisse der äußeren Welt ja durch die Gedanken enthüllen — der Gedanke lebt zunächst innerlich. Aber er spricht sich aus. Er spricht sich aus, wenn wir uns dem anderen Menschen mitteilen. Und die Sprache ist durchaus ein Element im menschlichen Leben, durch das wir unsere Gedanken in eine äußere Erscheinung bringen.

[ 15 ] Betrachten wir also nach der Gedankenwelt die Sprachwelt. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch natürlich mehr von seiner Sprachwelt als von seiner Gedankenwelt erlebt. Diese fließt ein in das Sprechen. Obwohl Wille auch einfließt in das Gedankenelement, so wird das ja nur in sehr geringem Grade vom gewöhnlichen Bewußtsein bemerkt. Aber in das Sprechen fließt, schon bemerkbar für das gewöhnliche Bewußtsein, stark der menschliche Wille ein. Aber das, was in der Sprache eigentlich lebt, das wird doch von dem gewöhnlichen Bewußtsein außerordentlich wenig erfaßt. Es nimmt der Mensch von dem, was im Laute lebt, heute in dem intellektualistischen Zeitalter kaum mehr wahr als etwas Zeichenartiges, als etwas, was ihm etwas anderes bezeichnet. Das innere Leben des Lautes ist ja etwas, was für die gegenwärtige Menschheit sehr hinter das Bewußtsein zurückgetreten ist. Man kann für den heutigen Menschen nur noch hinweisen darauf, wie er sich besinnen kann, wie im Laute, im Tönen der Laute etwas liegt, was man als ein eigenes Lebenselement erfassen kann.

[ 15 ] Betrachten wir also nach der Gedankenwelt die Sprachwelt. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch natürlich mehr von seiner Sprachwelt als von seiner Gedankenwelt erlebt. Diese fließt ein in das Sprechen. Obwohl Wille auch einfließt in das Gedankenelement, so wird das ja nur in sehr geringem Grade vom gewöhnlichen Bewußtsein bemerkt. Aber in das Sprechen fließt, schon bemerkbar für das gewöhnliche Bewußtsein, stark der menschliche Wille ein. Aber das, was in der Sprache eigentlich lebt, das wird doch von dem gewöhnlichen Bewußtsein außerordentlich wenig erfaßt. Es nimmt der Mensch von dem, was im Laute lebt, heute in dem intellektualistischen Zeitalter kaum mehr wahr als etwas Zeichenartiges, als etwas, was ihm etwas anderes bezeichnet. Das innere Leben des Lautes ist ja etwas, was für die gegenwärtige Menschheit sehr hinter das Bewußtsein zurückgetreten ist. Man kann für den heutigen Menschen nur noch hinweisen darauf, wie er sich besinnen kann, wie im Laute, im Tönen der Laute etwas liegt, was man als ein eigenes Lebenselement erfassen kann.

[ 16 ] Nehmen wir zum Beispiel ein Wort, wo Sie zwei E darinnen haben: gehen. Diese zwei E in «gehen», in denen kann man, wenn man dafür links oben ein Gefühl hat, gut das ruhige Hinwandeln, das einen nicht aufregt, das ruhige Gehen fühlen. Es ist durchaus in den zwei E dieses ruhige Hinwandeln vorhanden. Wenn Sie an der Stelle des E zum Beispiel ein A haben wie in «laufen», so fühlen Sie in dem Laute A das, was Sie erleben beim nicht gemächlichen Gehen, sondern bei demjenigen, das an Ihr Atmen größere Anforderungen stellt. Sie können fühlen, was Sie im schnelleren Atmen erleben, dadurch, daß Sie das in dem Au zum Ausdrucke bringen. Sie könnten nicht besser erleben das gemächliche Gehen als durch die beiden nun auch gemächlich zu erlebenden E-Laute, und das Laufen in dem Au, das da drinnen ist. Die Sprache hat eine Geistigkeit in sich, und ich habe Sie ja schon zu wiederholten Malen an den verschiedensten Beispielen darauf aufmerksam gemacht, wie die Sprache durchaus einen innerlichen Genius hat. Es lebt also für den heutigen Menschen wenig, aber in den anderen Zeitaltern, wo der Mensch noch für die Laute das richtige innere Erleben hatte, da lebte, mehr bewußt als für die Sinneswahrnehmung und das Denken, die Gedankenwelt, da lebte mehr in der Sprache dasjenige, was man schon fühlen kann als ein geistiges Weben und Leben.

[ 16 ] Nehmen wir zum Beispiel ein Wort, wo Sie zwei E darinnen haben: gehen. Diese zwei E in «gehen», in denen kann man, wenn man dafür links oben ein Gefühl hat, gut das ruhige Hinwandeln, das einen nicht aufregt, das ruhige Gehen fühlen. Es ist durchaus in den zwei E dieses ruhige Hinwandeln vorhanden. Wenn Sie an der Stelle des E zum Beispiel ein A haben wie in «laufen», so fühlen Sie in dem Laute A das, was Sie erleben beim nicht gemächlichen Gehen, sondern bei demjenigen, das an Ihr Atmen größere Anforderungen stellt. Sie können fühlen, was Sie im schnelleren Atmen erleben, dadurch, daß Sie das in dem Au zum Ausdrucke bringen. Sie könnten nicht besser erleben das gemächliche Gehen als durch die beiden nun auch gemächlich zu erlebenden E-Laute, und das Laufen in dem Au, das da drinnen ist. Die Sprache hat eine Geistigkeit in sich, und ich habe Sie ja schon zu wiederholten Malen an den verschiedensten Beispielen darauf aufmerksam gemacht, wie die Sprache durchaus einen innerlichen Genius hat. Es lebt also für den heutigen Menschen wenig, aber in den anderen Zeitaltern, wo der Mensch noch für die Laute das richtige innere Erleben hatte, da lebte, mehr bewußt als für die Sinneswahrnehmung und das Denken, die Gedankenwelt, da lebte mehr in der Sprache dasjenige, was man schon fühlen kann als ein geistiges Weben und Leben.

[ 17 ] In dem, was da Sprachelement ist, in dieser Sprachwelt leben nun, geradeso wie in der Gedankenwelt die Archai, die Archangeloi. Und weil sie in dem Sprachgenius leben, sind sie auch das, als was ich öfter die Archangeloi geschildert habe: sie sind durchaus die führenden Geister der Völker, die Volksgeister. Und sie leben sich aus eben in dem Elemente des Sprechens.

[ 17 ] In dem, was da Sprachelement ist, in dieser Sprachwelt leben nun, geradeso wie in der Gedankenwelt die Archai, die Archangeloi. Und weil sie in dem Sprachgenius leben, sind sie auch das, als was ich öfter die Archangeloi geschildert habe: sie sind durchaus die führenden Geister der Völker, die Volksgeister. Und sie leben sich aus eben in dem Elemente des Sprechens.

[ 18 ] Viel mehr als man meint, ist der Mensch nun selber ein Ergebnis seiner Sprache, wie er auf der anderen Seite ein Ergebnis ist seiner Gedankenwelt. Unsere Form haben wir ganz und gar von der Außenwelt, und wir gießen wiederum Form in die Außenwelt mit unserem Willen hinein. Das, was unser Leben ist, das stammt aus derselben Region, aus der unsere Gedanken stammen. Darinnen leben die Archai. Was sich in unserer Sprache ausdrückt, wodurch wir einem Volke angehören, darinnen drücken sich alle jene physischen Eigenschaften aus, die uns nun schon in einem viel stärkeren Maße als Menschen beschränken, als das beim Gedankenelemente der Fall ist. Die Gedanken haben die Menschen gleich, die Sprache haben sie verschieden. Die Menschen differenzieren sich in der Sprache; aber sie haben immerhin in der Sprache etwas gegeben — der Mensch gehört ja einem kleinen oder einem großen Volke an —, was sie mit vielen Menschen gemeinsam haben.

[ 18 ] Viel mehr als man meint, ist der Mensch nun selber ein Ergebnis seiner Sprache, wie er auf der anderen Seite ein Ergebnis ist seiner Gedankenwelt. Unsere Form haben wir ganz und gar von der Außenwelt, und wir gießen wiederum Form in die Außenwelt mit unserem Willen hinein. Das, was unser Leben ist, das stammt aus derselben Region, aus der unsere Gedanken stammen. Darinnen leben die Archai. Was sich in unserer Sprache ausdrückt, wodurch wir einem Volke angehören, darinnen drücken sich alle jene physischen Eigenschaften aus, die uns nun schon in einem viel stärkeren Maße als Menschen beschränken, als das beim Gedankenelemente der Fall ist. Die Gedanken haben die Menschen gleich, die Sprache haben sie verschieden. Die Menschen differenzieren sich in der Sprache; aber sie haben immerhin in der Sprache etwas gegeben — der Mensch gehört ja einem kleinen oder einem großen Volke an —, was sie mit vielen Menschen gemeinsam haben.

[ 19 ] Steigen wir aber herunter zu der Wesenheit der Angeloi, dann hat — wie ich Ihnen ja öfter und auch in diesem Vortrage wiederum auseinandergesetzt habe — der Mensch das singuläre, das individuelle Verhältnis zu seinem Angelos. Dieses individuelle Verhältnis, das der Mensch zu seinem Angelos hat, das drückt sich in einer zweifachen Weise aus. Es drückt sich aus nach innen, wenn der Mensch sich seinem Inneren so überläßt, daß er eigentlich in seinem Inneren selbst über sich hinausgeht. Im gewöhnlichen Leben wird allerdings, weil das ja ein intimes Erleben des Menschen ist, sogleich etwas Luziferisches in die Sache hineinkommen können; aber immerhin: der Mensch kann innerlich über sich hinausgehen und gewissermaßen innerlich etwas Objektives erleben in der Phantasie. Die Phantasie ist ja in vieler Beziehung etwas ebenso Schöpferisches, aber individuell Schöpferisches wie die Sprache, und im Grunde genommen liegt der Sprache die Phantasietätigkeit zugrunde. So wie der Mensch gewöhnlich von der Sprache nur etwas Abstraktes erlebt, so wie er den Sprachgenius, der ein Archangelos ist, in der Sprache nicht immer, ich möchte sagen, seine Fittiche entfalten spürt, so nimmt der Mensch auch in der Phantasie — die, wenn sie luziferisch durchwebt wird, zur Phantastik wird —, es nimmt der Mensch auch nicht in der Phantasie wahr, daß eigentlich ein Engel durchschlüpft durch sein individuelles Leben, indem er in der Phantasie lebt.

[ 19 ] Steigen wir aber herunter zu der Wesenheit der Angeloi, dann hat — wie ich Ihnen ja öfter und auch in diesem Vortrage wiederum auseinandergesetzt habe — der Mensch das singuläre, das individuelle Verhältnis zu seinem Angelos. Dieses individuelle Verhältnis, das der Mensch zu seinem Angelos hat, das drückt sich in einer zweifachen Weise aus. Es drückt sich aus nach innen, wenn der Mensch sich seinem Inneren so überläßt, daß er eigentlich in seinem Inneren selbst über sich hinausgeht. Im gewöhnlichen Leben wird allerdings, weil das ja ein intimes Erleben des Menschen ist, sogleich etwas Luziferisches in die Sache hineinkommen können; aber immerhin: der Mensch kann innerlich über sich hinausgehen und gewissermaßen innerlich etwas Objektives erleben in der Phantasie. Die Phantasie ist ja in vieler Beziehung etwas ebenso Schöpferisches, aber individuell Schöpferisches wie die Sprache, und im Grunde genommen liegt der Sprache die Phantasietätigkeit zugrunde. So wie der Mensch gewöhnlich von der Sprache nur etwas Abstraktes erlebt, so wie er den Sprachgenius, der ein Archangelos ist, in der Sprache nicht immer, ich möchte sagen, seine Fittiche entfalten spürt, so nimmt der Mensch auch in der Phantasie — die, wenn sie luziferisch durchwebt wird, zur Phantastik wird —, es nimmt der Mensch auch nicht in der Phantasie wahr, daß eigentlich ein Engel durchschlüpft durch sein individuelles Leben, indem er in der Phantasie lebt.

[ 20 ] Der wirkliche Dichter, der wirkliche Künstler, der nicht zum Zyniker oder zum Frivolling oder zum Oberflächling geworden ist, der weiß aber, daß ihn durchsetzt, indem er künstlerisch schafft, eine höhere Geistigkeit. Es ist dieselbe höhere Geistigkeit, die uns eigentlich von Leben zu Leben wie ein individueller Schutzgeist trägt: der Angelos, der Engel. Und es ist durchaus eigentlich das Denken des Angelos, das in die geregelte menschliche Phantasie hereinspielt. Man kann durchaus in gewissen Aussprüchen Goethes, ich möchte sagen, in einer dezenten Form erkennen, wie er sich bewußt ist, daß eigentlich ein Unbewußtes da hereinspielt, das aber eben in der Phantasie real wirkt.

[ 20 ] Der wirkliche Dichter, der wirkliche Künstler, der nicht zum Zyniker oder zum Frivolling oder zum Oberflächling geworden ist, der weiß aber, daß ihn durchsetzt, indem er künstlerisch schafft, eine höhere Geistigkeit. Es ist dieselbe höhere Geistigkeit, die uns eigentlich von Leben zu Leben wie ein individueller Schutzgeist trägt: der Angelos, der Engel. Und es ist durchaus eigentlich das Denken des Angelos, das in die geregelte menschliche Phantasie hereinspielt. Man kann durchaus in gewissen Aussprüchen Goethes, ich möchte sagen, in einer dezenten Form erkennen, wie er sich bewußt ist, daß eigentlich ein Unbewußtes da hereinspielt, das aber eben in der Phantasie real wirkt.

[ 21 ] Wenn der Mensch nun aber nicht innerlich aus sich herausgeht, sondern im Schlafe wirklich aus sich heraus ist, und er im Schlafe dann eindringt in die Region, in der sonst die wachende Phantasie wurzelt, dann kündigt sich dasselbe, was sich in der Phantasie besonnen ankündigt, mehr unter dem Bewußtsein an als das Träumen. Geradeso wie die Phantasie zur Phantastik ausarten kann, wenn sie luziferisch durchsetzt wird, so kann das Träumen ausarten zu allem möglichen Irregulären, das der Mensch dann sogar für eine Realität hält, indem ahrimanische Einflüsse auf das Träumen stattfinden. Das Träumen als solches geht ja in die luziferische Region hinein, kann aber ahrimanisch durchsetzt werden. Aber eigentlich lebt in unseren Träumen, wenn sie, möchte man sagen, unschuldig und rein menschlich sind, wiederum das, was wir den Angelos nennen, diejenige Wesenheit, die also auch in der Phantasie uns durchsetzt, wenn wir innerlich gewissermaßen aus uns herausgehen.

[ 21 ] Wenn der Mensch nun aber nicht innerlich aus sich herausgeht, sondern im Schlafe wirklich aus sich heraus ist, und er im Schlafe dann eindringt in die Region, in der sonst die wachende Phantasie wurzelt, dann kündigt sich dasselbe, was sich in der Phantasie besonnen ankündigt, mehr unter dem Bewußtsein an als das Träumen. Geradeso wie die Phantasie zur Phantastik ausarten kann, wenn sie luziferisch durchsetzt wird, so kann das Träumen ausarten zu allem möglichen Irregulären, das der Mensch dann sogar für eine Realität hält, indem ahrimanische Einflüsse auf das Träumen stattfinden. Das Träumen als solches geht ja in die luziferische Region hinein, kann aber ahrimanisch durchsetzt werden. Aber eigentlich lebt in unseren Träumen, wenn sie, möchte man sagen, unschuldig und rein menschlich sind, wiederum das, was wir den Angelos nennen, diejenige Wesenheit, die also auch in der Phantasie uns durchsetzt, wenn wir innerlich gewissermaßen aus uns herausgehen.

[ 22 ] Nun schattet sich die Sprachwelt, die der Erzengel beherrscht, nach innen ab zu einer Welt, die zwischen Gefühl und Gedanken mitten drinnen lebt: zu der Welt der Vorstellungen; man könnte auch sagen: zu der Welt der gefühlsmäßigen Vorstellung (siehe Zusammenstellung). Die Phantasie und das Träumen schatten sich ab zu der Welt der Gefühle selbst — Gefühle und desjenigen, was in den Gefühlen lebt als Willensmäßiges; wir könnten auch sagen: willensmäßige Gefühle. Indem wir nun aber weiter herabsteigen, von dem Angelos weiter nach abwärts steigen, wohin kommen wir da? Nun, da kommen wir zu uns selbst, da kommen wir zum menschlichen Ich. Im menschlichen Ich, da müssen wir nun in einer intensiveren Weise aus uns herausgehen, als wir dann aus uns herausgehen, wenn der Angelos in uns lebt. Und dieses Herausgehen findet statt, wenn wir eben Willensimpulse in äußeren Handlungen ausführen, wie ich gestern gezeigt habe.

[ 22 ] Nun schattet sich die Sprachwelt, die der Erzengel beherrscht, nach innen ab zu einer Welt, die zwischen Gefühl und Gedanken mitten drinnen lebt: zu der Welt der Vorstellungen; man könnte auch sagen: zu der Welt der gefühlsmäßigen Vorstellung (siehe Zusammenstellung). Die Phantasie und das Träumen schatten sich ab zu der Welt der Gefühle selbst — Gefühle und desjenigen, was in den Gefühlen lebt als Willensmäßiges; wir könnten auch sagen: willensmäßige Gefühle. Indem wir nun aber weiter herabsteigen, von dem Angelos weiter nach abwärts steigen, wohin kommen wir da? Nun, da kommen wir zu uns selbst, da kommen wir zum menschlichen Ich. Im menschlichen Ich, da müssen wir nun in einer intensiveren Weise aus uns herausgehen, als wir dann aus uns herausgehen, wenn der Angelos in uns lebt. Und dieses Herausgehen findet statt, wenn wir eben Willensimpulse in äußeren Handlungen ausführen, wie ich gestern gezeigt habe.

Elohim, Geister der Form: Sinneswelt

Archai: Gedankenwelt
Archangeloi: Sprachwelt: Gefühlsvorstellung
Angeloi: Phantasie. Träumen: Willensmäßig, Gefühl
Menschliches Ich: Willenshandlung: Wille

Elohim, Geister der Form: Sinneswelt

Archai: Gedankenwelt
Archangeloi: Sprachwelt: Gefühlsvorstellung
Angeloi: Phantasie. Träumen: Willensmäßig, Gefühl
Menschliches Ich: Willenshandlung: Wille

[ 23 ] Wir sind durchaus, wenn wir träumen, außer uns, aber wir gehen nur geistig aus uns heraus. Wir gehen in der Willenshandlung zwar nicht physisch aus uns heraus, aber wir bringen unseren physischen Leib in Bewegung, und auf diesen Willensimpulsen beruht eigentlich das Ich. So daß wir sagen können: In der Willenshandlung lebt — nun, es lebt eben der Wille in der Willenshandlung, und der Wille, der gräbt sich gewissermaßen in die Außenwelt ein. Wir sind hinuntergelangt bis zur physischen Welt. Wir entwickeln uns eigentlich in der physischen Welt selbständig nur in unseren Willenshandlungen. Nur in demjenigen, was uns dann im Tode verbleibt als das, was ich gestern als die Summe aller unserer Aktionen aufgezeichnet habe, da lebt unser Ich, auf das wir dann zurückschauen. Aber in allem anderen, in Phantasie und Träumen, in der Sprachwelt, in der Gedankenwelt, im Sinnesinhalte leben eigentlich höhere Geistigkeiten, die uns als Menschen fortwährend durchsetzen.

[ 23 ] Wir sind durchaus, wenn wir träumen, außer uns, aber wir gehen nur geistig aus uns heraus. Wir gehen in der Willenshandlung zwar nicht physisch aus uns heraus, aber wir bringen unseren physischen Leib in Bewegung, und auf diesen Willensimpulsen beruht eigentlich das Ich. So daß wir sagen können: In der Willenshandlung lebt — nun, es lebt eben der Wille in der Willenshandlung, und der Wille, der gräbt sich gewissermaßen in die Außenwelt ein. Wir sind hinuntergelangt bis zur physischen Welt. Wir entwickeln uns eigentlich in der physischen Welt selbständig nur in unseren Willenshandlungen. Nur in demjenigen, was uns dann im Tode verbleibt als das, was ich gestern als die Summe aller unserer Aktionen aufgezeichnet habe, da lebt unser Ich, auf das wir dann zurückschauen. Aber in allem anderen, in Phantasie und Träumen, in der Sprachwelt, in der Gedankenwelt, im Sinnesinhalte leben eigentlich höhere Geistigkeiten, die uns als Menschen fortwährend durchsetzen.

[ 24 ] Sehen Sie, nun haben Sie aus dem gewöhnlichen Leben herausgeholt die Beziehung des Menschen zu dem geistigen Kosmos. Nun können wir aber auch noch durch die folgende Vorstellung dem nahekommen, was sich der Geisteswissenschaft aus der übersinnlichen Anschauung ergibt. Nehmen Sie einmal Ihr Leben in der Sinneswelt. Sie gehen durch diese Sinneswelt hindurch. Sie haben jetzt gewisse Eindrücke. Sie können sich vielleicht an diejenigen Eindrücke, die Sie jetzt haben, morgen noch erinnern. Ich will ja nicht sagen, daß das jeder tut, denn ich weiß nicht, ob man annehmen darf, daß zum Beispiel jeder, der hier sitzt, morgen noch ein inneres Erlebnis von dem hat, was er hier heute als Vortrag hört! Aber im allgemeinen kann man doch sagen, daß das, was der Mensch aus seiner Umgebung herein wahrnimmt, dann in seinem Inneren als Erinnerung weiterlebt.

[ 24 ] Sehen Sie, nun haben Sie aus dem gewöhnlichen Leben herausgeholt die Beziehung des Menschen zu dem geistigen Kosmos. Nun können wir aber auch noch durch die folgende Vorstellung dem nahekommen, was sich der Geisteswissenschaft aus der übersinnlichen Anschauung ergibt. Nehmen Sie einmal Ihr Leben in der Sinneswelt. Sie gehen durch diese Sinneswelt hindurch. Sie haben jetzt gewisse Eindrücke. Sie können sich vielleicht an diejenigen Eindrücke, die Sie jetzt haben, morgen noch erinnern. Ich will ja nicht sagen, daß das jeder tut, denn ich weiß nicht, ob man annehmen darf, daß zum Beispiel jeder, der hier sitzt, morgen noch ein inneres Erlebnis von dem hat, was er hier heute als Vortrag hört! Aber im allgemeinen kann man doch sagen, daß das, was der Mensch aus seiner Umgebung herein wahrnimmt, dann in seinem Inneren als Erinnerung weiterlebt.

[ 25 ] Ich möchte Ihnen das einmal, damit wir etwas weiter kommen in Betracht (schraffierte Fläche), und sie nehmen wir eigentlich von innen gezeichnet die Welt der Umgebung (siehe Zeichnungen, hell); hier sei der Mensch (rot). Das, was Welt der Umgebung ist, lebt nun im Menschen weiter. Es lebt auf seelische Art weiter. Das, was Sie mit der Umwelt zusammen erleben — ich habe es hier aufgezeichnet —, das lebt als seelische Welt in Ihnen weiter. Sehen Sie, das ist in gewissem Sinne ein sehr abstraktes Erlebnis zunächst. Wenigstens lebt die Umwelt, die wir ja nur in der Form des sinnlichen Scheines erleben, sie lebt in den abstrakten Seelenerlebnissen, in Gedanken, Gefühlen weiter, die dann Willensimpulse anregen. Aber Sie können doch sagen — wollen wir das ganz genau vor unsere Seele führen —: Was ich im Inneren seelisch mit mir trage, ist das Ergebnis meines Erlebens zwischen Geburt und Tod respektive zwischen der Geburt und dem jetzigen Augenblick.

[ 25 ] Ich möchte Ihnen das einmal, damit wir etwas weiter kommen in Betracht (schraffierte Fläche), und sie nehmen wir eigentlich von innen gezeichnet die Welt der Umgebung (siehe Zeichnungen, hell); hier sei der Mensch (rot). Das, was Welt der Umgebung ist, lebt nun im Menschen weiter. Es lebt auf seelische Art weiter. Das, was Sie mit der Umwelt zusammen erleben — ich habe es hier aufgezeichnet —, das lebt als seelische Welt in Ihnen weiter. Sehen Sie, das ist in gewissem Sinne ein sehr abstraktes Erlebnis zunächst. Wenigstens lebt die Umwelt, die wir ja nur in der Form des sinnlichen Scheines erleben, sie lebt in den abstrakten Seelenerlebnissen, in Gedanken, Gefühlen weiter, die dann Willensimpulse anregen. Aber Sie können doch sagen — wollen wir das ganz genau vor unsere Seele führen —: Was ich im Inneren seelisch mit mir trage, ist das Ergebnis meines Erlebens zwischen Geburt und Tod respektive zwischen der Geburt und dem jetzigen Augenblick.

[ 26 ] Nun wenden wir aber unseren Blick auf dasjenige, was wir nicht bloß so seelisch abstrakt in uns tragen, so bildhaft in uns tragen, sondern wenden wir den Blick auf das, was wir, ich möchte sagen, materiell konkreter in uns tragen: auf die innerhalb unserer Haut liegenden Organe, Lunge, Herz, Leber und so weiter. Das ist nun auch etwas, was wir innerlich in uns tragen. So ein richtiger Mystiker wird sagen: Das interessiert mich ja gar nicht. Mich interessiert nur das Geistige, das Seelische. Ich bin schon zufrieden, daß ich von der Umwelt meine seelischen Eindrücke in mir trage. Das Materielle ist mir viel zu minder, zu unwichtig. — Ja, aber darin, in solcher Rede zeigt eben der Mystiker gerade, wie tief materialistisch er eigentlich noch ist; wie er noch nicht weiß, daß das, was scheinbar materiell auftritt, eigentlich in Wirklichkeit ein Geistiges ist. Nicht nur das, was wir in abstrakter Weise in uns tragen als seelische Erlebnisse, die Nachklänge sind der äußeren Erlebnisse zwischen Geburt und Tod, nicht nur das ist Geistiges, sondern geistig ist auch unsere Lunge, unsere Leber. Sie erscheinen uns nur, unserem gewöhnlichen Bewußtsein, in materieller Form; sie sind durchaus Geist-Ergebnisse. Wenn Sie in Ihrem Kämmerchen sitzen, da fällt Ihnen ein: Der Mensch besteht aus physischem Leib, ÄÄtherleib, astralischem Leib, Ich. — Das haben Sie als Ihren innerlichen Besitz. Einmal war es Äußeres. Es ist zum erstenmal, meinetwillen aus einem Buch oder einem Vortrage, also von der Außenwelt heraus an Sie herangekommen, ich habe das schematisch hier aufgezeichnet. Sie tragen aber auch Lunge, Herz, Leber, Gehirn und so weiter in sich, materiell innerlich. Das tragen Sie auch als ein Ergebnis von Erlebnissen in sich. Wenn Sie also einfach schematisch den Menschen aufzeichnen würden mit seinen einzelnen Organen (Tafel 4, links unten), so ist dieses Innere das Ergebnis von alldem — natürlich nicht der physischen Materie, die erst kommt mit der Konzeption, Geburt und so weiter, sondern seiner Form, seinem inneren Organisiertsein nach ist es das Ergebnis dessen, was zwischen dem Tod und neuer Geburt durchlebt wird. So wie Sie hier hören, was ich rede, und das dann Ihr seelisches Erlebnis wird, so wird Ihr Herz, Ihre Lunge, Ihre Leber Ergebnis dessen, was Sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchleben. Wir können also sagen: Was ich im Inneren körperlich organisiert in mir trage, ist Ergebnis meines Erlebens zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 26 ] Nun wenden wir aber unseren Blick auf dasjenige, was wir nicht bloß so seelisch abstrakt in uns tragen, so bildhaft in uns tragen, sondern wenden wir den Blick auf das, was wir, ich möchte sagen, materiell konkreter in uns tragen: auf die innerhalb unserer Haut liegenden Organe, Lunge, Herz, Leber und so weiter. Das ist nun auch etwas, was wir innerlich in uns tragen. So ein richtiger Mystiker wird sagen: Das interessiert mich ja gar nicht. Mich interessiert nur das Geistige, das Seelische. Ich bin schon zufrieden, daß ich von der Umwelt meine seelischen Eindrücke in mir trage. Das Materielle ist mir viel zu minder, zu unwichtig. — Ja, aber darin, in solcher Rede zeigt eben der Mystiker gerade, wie tief materialistisch er eigentlich noch ist; wie er noch nicht weiß, daß das, was scheinbar materiell auftritt, eigentlich in Wirklichkeit ein Geistiges ist. Nicht nur das, was wir in abstrakter Weise in uns tragen als seelische Erlebnisse, die Nachklänge sind der äußeren Erlebnisse zwischen Geburt und Tod, nicht nur das ist Geistiges, sondern geistig ist auch unsere Lunge, unsere Leber. Sie erscheinen uns nur, unserem gewöhnlichen Bewußtsein, in materieller Form; sie sind durchaus Geist-Ergebnisse. Wenn Sie in Ihrem Kämmerchen sitzen, da fällt Ihnen ein: Der Mensch besteht aus physischem Leib, ÄÄtherleib, astralischem Leib, Ich. — Das haben Sie als Ihren innerlichen Besitz. Einmal war es Äußeres. Es ist zum erstenmal, meinetwillen aus einem Buch oder einem Vortrage, also von der Außenwelt heraus an Sie herangekommen, ich habe das schematisch hier aufgezeichnet. Sie tragen aber auch Lunge, Herz, Leber, Gehirn und so weiter in sich, materiell innerlich. Das tragen Sie auch als ein Ergebnis von Erlebnissen in sich. Wenn Sie also einfach schematisch den Menschen aufzeichnen würden mit seinen einzelnen Organen (Tafel 4, links unten), so ist dieses Innere das Ergebnis von alldem — natürlich nicht der physischen Materie, die erst kommt mit der Konzeption, Geburt und so weiter, sondern seiner Form, seinem inneren Organisiertsein nach ist es das Ergebnis dessen, was zwischen dem Tod und neuer Geburt durchlebt wird. So wie Sie hier hören, was ich rede, und das dann Ihr seelisches Erlebnis wird, so wird Ihr Herz, Ihre Lunge, Ihre Leber Ergebnis dessen, was Sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchleben. Wir können also sagen: Was ich im Inneren körperlich organisiert in mir trage, ist Ergebnis meines Erlebens zwischen Tod und neuer Geburt.

Was ich im Inneren seelisch mit mir trage,
ist Ergebnis meines Erlebens zwischen Geburt und Tod.

Was ich im Inneren körperlich organisiert in mir trage,
ist Ergebnis meines Lebens zwischen Tod und Geburt.

Was ich im Inneren seelisch mit mir trage,
ist Ergebnis meines Erlebens zwischen Geburt und Tod.

Was ich im Inneren körperlich organisiert in mir trage,
ist Ergebnis meines Lebens zwischen Tod und Geburt.

[ 27 ] Natürlich wird der Materialist einwenden: Das alles, was da als Organe im Menschen ist, ist ja physisch ererbt von den Vorfahren. —Das ist ein vollständiger Irrtum. So ist es nicht. Gewiß, die Materie ist ererbt von den Vorfahren, aber das, was Keim ist, wird ja gewöhnlich ganz falsch angesehen. Es muß auch, wenn man es nur materiell anschaut, falsch angesehen werden. Denn die Befruchtung besteht nicht darin, daß der Mensch materiell von den Generationen heruntergeholt wird, sondern daß gewissermaßen leerer Raum entsteht, daß im Menschen Materie abgebaut wird und das ganze Universum hineinbaut in den Menschen. In diesen Geistbau — Lunge, Herz, Leber sind durchaus Geistbau —, in den schiebt sich dann die Materie hinein. Aber das, was organisierende Kräfte sind, das ist durchaus aus dem ganzen Universum, aus dem Erleben zwischen Tod und neuer Geburt heraus gestaltet. Das ist es eben, was der Mensch in der Weise, wie ich es vorhin geschildert habe, in dem überwachen Bewußtsein erlebt, wenn wir hinaufgehoben werden in die Region der Archangeloi und Archai. Er erlebt bewußt — überbewußt, muß man sagen, zwischen Tod und neuer Geburt das, was er dann in seine Organe hineinbaut.

[ 27 ] Natürlich wird der Materialist einwenden: Das alles, was da als Organe im Menschen ist, ist ja physisch ererbt von den Vorfahren. —Das ist ein vollständiger Irrtum. So ist es nicht. Gewiß, die Materie ist ererbt von den Vorfahren, aber das, was Keim ist, wird ja gewöhnlich ganz falsch angesehen. Es muß auch, wenn man es nur materiell anschaut, falsch angesehen werden. Denn die Befruchtung besteht nicht darin, daß der Mensch materiell von den Generationen heruntergeholt wird, sondern daß gewissermaßen leerer Raum entsteht, daß im Menschen Materie abgebaut wird und das ganze Universum hineinbaut in den Menschen. In diesen Geistbau — Lunge, Herz, Leber sind durchaus Geistbau —, in den schiebt sich dann die Materie hinein. Aber das, was organisierende Kräfte sind, das ist durchaus aus dem ganzen Universum, aus dem Erleben zwischen Tod und neuer Geburt heraus gestaltet. Das ist es eben, was der Mensch in der Weise, wie ich es vorhin geschildert habe, in dem überwachen Bewußtsein erlebt, wenn wir hinaufgehoben werden in die Region der Archangeloi und Archai. Er erlebt bewußt — überbewußt, muß man sagen, zwischen Tod und neuer Geburt das, was er dann in seine Organe hineinbaut.

[ 28 ] Unsere Organe sind durchaus so gebaut, daß sie unserem Karma entsprechen, daß sie dem entsprechen, was wir aus früheren Erdenleben mitbringen. Was also scheinbar in der Generationenfolge als bloße physische Vorgänge sich abspielt, das sind nicht bloße physische Vorgänge, sondern das sind Vorgänge, die durchaus von dem ganzen Universum bewirkt werden.

[ 28 ] Unsere Organe sind durchaus so gebaut, daß sie unserem Karma entsprechen, daß sie dem entsprechen, was wir aus früheren Erdenleben mitbringen. Was also scheinbar in der Generationenfolge als bloße physische Vorgänge sich abspielt, das sind nicht bloße physische Vorgänge, sondern das sind Vorgänge, die durchaus von dem ganzen Universum bewirkt werden.

[ 29 ] Ich habe ja oftmals schon ein Bild gebraucht, mit dem man sich helfen kann, wenn eben gewöhnliche materialistische Triviallinge kommen und sagen: Erkläre uns nur nicht die Entstehung des Menschen im Leibe der Mutter durch das ganze Universum, führe uns ja nicht ins Universum hinaus; das mußt du eben durch die Kontinuität des Keimplasmas durch die Generationen hindurch erklären. — Ich habe gesagt, man kann sich da so behelfen, daß man sagt: Irgend jemand hat eine Magnetnadel, die weist nach Norden und nach Süden. Nun kommt einer und sagt: Da gibt es verrückte Physiker, die sagen, daß die ganze Erde ein Magnet sei und daß der magnetische Erdsüdpol diesen Pol zu sich hinzieht. Die Gründe, daß die Magnetnadel sich so stellt, die darf man nur in der Magnetnadel selber suchen. Was geht da die Erde diese Magnetnadel an! — So ungefähr aber sprechen heute unsere Biologen, wenn sie von dem Keim sprechen. Sie schauen nur auf den Keim hin. Geradeso wie aber in der Magnetnadel die ganze Erde tätig ist, so ist das ganze Universum beim Gestalten des Keimes tätig. Nur liegt natürlich der Anteil, den der Mensch daran hat, zurück im Unbewußten.

[ 29 ] Ich habe ja oftmals schon ein Bild gebraucht, mit dem man sich helfen kann, wenn eben gewöhnliche materialistische Triviallinge kommen und sagen: Erkläre uns nur nicht die Entstehung des Menschen im Leibe der Mutter durch das ganze Universum, führe uns ja nicht ins Universum hinaus; das mußt du eben durch die Kontinuität des Keimplasmas durch die Generationen hindurch erklären. — Ich habe gesagt, man kann sich da so behelfen, daß man sagt: Irgend jemand hat eine Magnetnadel, die weist nach Norden und nach Süden. Nun kommt einer und sagt: Da gibt es verrückte Physiker, die sagen, daß die ganze Erde ein Magnet sei und daß der magnetische Erdsüdpol diesen Pol zu sich hinzieht. Die Gründe, daß die Magnetnadel sich so stellt, die darf man nur in der Magnetnadel selber suchen. Was geht da die Erde diese Magnetnadel an! — So ungefähr aber sprechen heute unsere Biologen, wenn sie von dem Keim sprechen. Sie schauen nur auf den Keim hin. Geradeso wie aber in der Magnetnadel die ganze Erde tätig ist, so ist das ganze Universum beim Gestalten des Keimes tätig. Nur liegt natürlich der Anteil, den der Mensch daran hat, zurück im Unbewußten.

[ 30 ] Sie sehen, der Mensch wird, wenn man die Sache so betrachtet, mit seinem ganzen Dasein an ein materielles und an ein geistiges Universum angeknüpft. Wir sagen uns: Im Erkennen, im gewöhnlichen bewußten Erleben machen wir die Außenwelt zu einer Innenwelt. Von einem gewissen Gesichtspunkte aus habe ich Ihnen gestern gesagt: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so wird das Innere Äußeres, das Äußere wird Inneres. Nun habe ich Ihnen heute einen anderen Gesichtspunkt vorgebracht, aus dem Sie ersehen können, wie das, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Konzeption liegt, so zu behandeln ist, daß wir unser körperliches Inneres in der Außenwelt suchen müssen, in seinen vorbereitenden Prozessen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt: Das Äußere wird Inneres. Das, was wir gewissermaßen in Ausbreitung im ganzen Universum erleben, das wird tief unbewußtes Erlebnis in unseren Organen.

[ 30 ] Sie sehen, der Mensch wird, wenn man die Sache so betrachtet, mit seinem ganzen Dasein an ein materielles und an ein geistiges Universum angeknüpft. Wir sagen uns: Im Erkennen, im gewöhnlichen bewußten Erleben machen wir die Außenwelt zu einer Innenwelt. Von einem gewissen Gesichtspunkte aus habe ich Ihnen gestern gesagt: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so wird das Innere Äußeres, das Äußere wird Inneres. Nun habe ich Ihnen heute einen anderen Gesichtspunkt vorgebracht, aus dem Sie ersehen können, wie das, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Konzeption liegt, so zu behandeln ist, daß wir unser körperliches Inneres in der Außenwelt suchen müssen, in seinen vorbereitenden Prozessen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt: Das Äußere wird Inneres. Das, was wir gewissermaßen in Ausbreitung im ganzen Universum erleben, das wird tief unbewußtes Erlebnis in unseren Organen.

[ 31 ] Diese Organe in uns sind ja in der Tat so, daß in ihnen eine ganze Welt lebt. Und wenn wir einzig und allein das betrachten, was die äußere Anatomie und Physiologie gibt von unseren inneren Organen, so haben wir da eigentlich eine viel stärkere Maja vor uns, als wir in der äußeren Welt vor uns haben.

[ 31 ] Diese Organe in uns sind ja in der Tat so, daß in ihnen eine ganze Welt lebt. Und wenn wir einzig und allein das betrachten, was die äußere Anatomie und Physiologie gibt von unseren inneren Organen, so haben wir da eigentlich eine viel stärkere Maja vor uns, als wir in der äußeren Welt vor uns haben.

[ 32 ] Wenn wir in die Sinneswelt hinausblicken, sagte ich Ihnen, blicken wir bis zu den Elohim hin. Wenn wir aber jetzt in unser körperliches Innere hinunterschauen, da müssen wir für das, was nun in uns so lebt, daß es unsere Organe bildet, weiter hinaufsteigen. Sie wissen ja, Sie finden in meiner «Geheimwissenschaft» über den Geistern der Form andere Wesenheiten. Und diese anderen Wesenheiten, die sind nun nicht etwa bloß außerhalb des Menschen, sondern sie wirken im Menschen. Von ihnen erfahren wir zwischen dem 'Tod und einer neuen Geburt, indem wir uns allerdings mit dem eigenen Bewußtsein nur hinaufleben bis zu den Archai, aber wir erfahren da durch die Archai von diesen Wesenheiten. Und in diesem Überbewußtsein erfahren wir von ihnen das, was wir dann in unsere Organisation hineingießen. Wir tragen tatsächlich die Welt der Hierarchien in unserer inneren Gestaltung mit durch das Leben.

[ 32 ] Wenn wir in die Sinneswelt hinausblicken, sagte ich Ihnen, blicken wir bis zu den Elohim hin. Wenn wir aber jetzt in unser körperliches Innere hinunterschauen, da müssen wir für das, was nun in uns so lebt, daß es unsere Organe bildet, weiter hinaufsteigen. Sie wissen ja, Sie finden in meiner «Geheimwissenschaft» über den Geistern der Form andere Wesenheiten. Und diese anderen Wesenheiten, die sind nun nicht etwa bloß außerhalb des Menschen, sondern sie wirken im Menschen. Von ihnen erfahren wir zwischen dem 'Tod und einer neuen Geburt, indem wir uns allerdings mit dem eigenen Bewußtsein nur hinaufleben bis zu den Archai, aber wir erfahren da durch die Archai von diesen Wesenheiten. Und in diesem Überbewußtsein erfahren wir von ihnen das, was wir dann in unsere Organisation hineingießen. Wir tragen tatsächlich die Welt der Hierarchien in unserer inneren Gestaltung mit durch das Leben.

[ 33 ] Solche Dinge kann man heute wieder erforschen. Solche Dinge hat man aus einem gewissen instinktiv hellseherischen Bewußtsein in alten Zeiten gewußt, in jenen Zeiten, in denen man davon gesprochen hat, daß der menschliche Organismus ein Tempel der Götter ist, in solchen Zeiten, in denen man gerade innerhalb des menschlichen Mikrokosmos durch die Deutung dieses Mikrokosmos versucht hat, sich Erkenntnis zu verschaffen von der ganzen Welt.

[ 33 ] Solche Dinge kann man heute wieder erforschen. Solche Dinge hat man aus einem gewissen instinktiv hellseherischen Bewußtsein in alten Zeiten gewußt, in jenen Zeiten, in denen man davon gesprochen hat, daß der menschliche Organismus ein Tempel der Götter ist, in solchen Zeiten, in denen man gerade innerhalb des menschlichen Mikrokosmos durch die Deutung dieses Mikrokosmos versucht hat, sich Erkenntnis zu verschaffen von der ganzen Welt.

[ 34 ] Ist es denn nicht so, daß wir von der Welt, die wir, seit wir zum Bewußtsein gekommen sind hier im Erdenleben, die wir da als unsere Welt durchlebt haben, durch unsere Erinnerung wissen? Wir können uns einmal besinnen auf alles das, was wir nur herausbringen können aus unserer Erinnerung. Wir blicken da in unser Inneres und wir haben die Welt, die wir äußerlich erlebt haben, in uns, können gewissermaßen diese Bilder, die wir da in uns seelisch tragen, so anschauen, daß dieses Leben da draußen in diese Bilder eingeflossen ist. Wir verstehen unser Erleben neuerdings, wenn wir zurückblicken auf diese Erinnerungsbilder. Blicken wir jetzt auf unsere körperliche Organisation, verstehen wir diese körperliche Organisation, dann verstehen wir dadurch den Weltenprozeß. Durch unsere Erinnerung im Inneren verstehen wir unser Erleben. Durch unsere gesamte menschliche Organisation verstehen wir, wenn wir sie richtig anzuschauen wissen, den Weltenprozeß. Aber das ist erst Anthroposophie, wenn man den Menschen durch und durch verstehen kann.

[ 34 ] Ist es denn nicht so, daß wir von der Welt, die wir, seit wir zum Bewußtsein gekommen sind hier im Erdenleben, die wir da als unsere Welt durchlebt haben, durch unsere Erinnerung wissen? Wir können uns einmal besinnen auf alles das, was wir nur herausbringen können aus unserer Erinnerung. Wir blicken da in unser Inneres und wir haben die Welt, die wir äußerlich erlebt haben, in uns, können gewissermaßen diese Bilder, die wir da in uns seelisch tragen, so anschauen, daß dieses Leben da draußen in diese Bilder eingeflossen ist. Wir verstehen unser Erleben neuerdings, wenn wir zurückblicken auf diese Erinnerungsbilder. Blicken wir jetzt auf unsere körperliche Organisation, verstehen wir diese körperliche Organisation, dann verstehen wir dadurch den Weltenprozeß. Durch unsere Erinnerung im Inneren verstehen wir unser Erleben. Durch unsere gesamte menschliche Organisation verstehen wir, wenn wir sie richtig anzuschauen wissen, den Weltenprozeß. Aber das ist erst Anthroposophie, wenn man den Menschen durch und durch verstehen kann.

[ 35 ] Aber Anthroposophie ist damit zu gleicher Zeit Kosmosophie. Denn so wie Erinnerung von uns Vergegenwärtigung unseres Lebens ist, so ist anthroposophische Erkenntnis Welterinnerung, Vergegenwärtigung des gesamten Weltenprozesses, Kosmosophie. Beide sind in Trennung voneinander gar nicht zu denken. Kosmosophie und Anthroposophie gehören zusammen, Der Mensch ist in der Welt, die Welt im Menschen zu finden. Daher ist es auch nicht Anthropomorphismus in meiner «Geheimwissenschaft», wenn, indem die Entwickelung gegeben ist durch Saturn, Sonne, Mond und so weiter, zu gleicher Zeit eine Menschheitsentwickelung gegeben ist. Weltenentwickelung ist gegeben, Menschheitsentwickelung ist gegeben, weil, je weiter man eindringt in die Geheimnisse des Daseins, um so mehr fließen Welt und Mensch zusammen; um so mehr zeigt sich, daß jene Trennung, die wir für unser Erdenleben haben zwischen Welt und Mensch, eigentlich nur eine Täuschung ist; daß der Mensch der Welt, die Welt dem Menschen angehört, in der Welt der Mensch, im Menschen die Welt zu finden ist.

[ 35 ] Aber Anthroposophie ist damit zu gleicher Zeit Kosmosophie. Denn so wie Erinnerung von uns Vergegenwärtigung unseres Lebens ist, so ist anthroposophische Erkenntnis Welterinnerung, Vergegenwärtigung des gesamten Weltenprozesses, Kosmosophie. Beide sind in Trennung voneinander gar nicht zu denken. Kosmosophie und Anthroposophie gehören zusammen, Der Mensch ist in der Welt, die Welt im Menschen zu finden. Daher ist es auch nicht Anthropomorphismus in meiner «Geheimwissenschaft», wenn, indem die Entwickelung gegeben ist durch Saturn, Sonne, Mond und so weiter, zu gleicher Zeit eine Menschheitsentwickelung gegeben ist. Weltenentwickelung ist gegeben, Menschheitsentwickelung ist gegeben, weil, je weiter man eindringt in die Geheimnisse des Daseins, um so mehr fließen Welt und Mensch zusammen; um so mehr zeigt sich, daß jene Trennung, die wir für unser Erdenleben haben zwischen Welt und Mensch, eigentlich nur eine Täuschung ist; daß der Mensch der Welt, die Welt dem Menschen angehört, in der Welt der Mensch, im Menschen die Welt zu finden ist.