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Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 208

22 October 1921, Dornach

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Dreizehnter Vortrag

Thirteenth Lecture

[ 1 ] Wenn Sie sich noch einmal ansehen den Kursus, den ich 1914 gehalten habe über das Leben zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt, so werden Sie darinnen manche Angaben finden, die sich ergänzend verhalten können zu demjenigen, was ich in diesen Tagen und Wochen vorbereitet habe. Heute möchte ich insbesondere aufmerksam machen auf jenen Wechsel in den Lebenszuständen, der auch stattfindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wie hier im Leben zwischen der Geburt und dem Tode der Wechsel zwischen Wachen und Schlafen. Wir haben ja unser normales Bewußtsein, das uns eigentlich zwischen Geburt und Tod zu Menschen macht, eben im Wachen, und sind im Schlafe gewissermaßen heruntergestimmt in unserem Bewußtsein. Unser Bewußtsein ist dann unter der Schwelle unseres Wachseins, und wir erleben die Vorgänge, innerhalb welcher wir stehen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, nur dumpf, entweder ganz dumpf im vollen Schlafe, oder so, daß aus dem Schlafe in Form der Träume gewisse Lebensreminiszenzen oder innere Vorgänge des Organismus im Bilde sich darstellen. Ein ähnlicher Wechsel ist nun auch vorhanden in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Nur ist da alles gewissermaßen umgekehrt im Verhältnis zu den Zuständen, in denen wir jetzt sind. Ich habe Ihnen ja gestern geschildert, wie radikal anders der Mensch erlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt gegenüber dem Erleben hier auf der Erde. So ist es auch mit diesen Bewußtseinswechselzuständen. Wir haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt die Erlebnisse, wie ich sie gestern geschildert habe: die Erlebnisse, die uns unser Ich in seinen Taten, seinen Willensimpulsen zeigen. Dieses Bewußtsein, in dem wir unser Ich haben, das ist für diese geistigen Lebenszustände gewissermaßen das normale, wie hier der Wachzustand der normale ist. Wir haben ja gesehen, daß wir hier gewissermaßen aufgebaut sind aus physischem Leib, Ätherleib; astralischem Leib und Ich, dort aus dem Ich, dem Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmenschen, in der Anlage zunächst. Das Ich also ist das unterste Glied zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber so wie wir uns hier innerlich unseres Ich bewußt werden im Wachbewußtsein, so werden wir uns dort in dem mit dem hiesigen vergleichbaren Bewußtsein unseres Ich gewissermaßen wie eines Außenerlebnisses bewußt in den Taten, in den Willensimpulsen, auf die wir zurückschauen, die von uns so erlebt werden, als strahlten sie uns, wie ich es geschildert habe, von der Erde zurück.

[ 1 ] If you take another look at the course I gave in 1914 on life between “death and a new birth,” you will find in it some information that may complement what I have been preparing in recent days and weeks. Today I would like to draw your attention in particular to that transition in states of consciousness that also takes place between death and a new birth—just as, here in life, the transition between waking and sleeping occurs between birth and death. After all, our normal consciousness—which is what actually makes us human between birth and death—is present precisely when we are awake, while during sleep our consciousness is, so to speak, subdued. Our consciousness is then below the threshold of wakefulness, and we experience the processes we undergo between falling asleep and waking up only dimly—either very dimly in deep sleep, or in such a way that certain life memories or inner processes of the organism appear as images in the form of dreams. A similar transition also exists in the life between death and a new birth. Only there, everything is, so to speak, reversed in relation to the states in which we now find ourselves. I described to you yesterday how radically different a person’s experience is between death and a new birth compared to the experience here on Earth. The same is true of these states of altered consciousness. Between death and a new birth, we have the experiences I described yesterday: the experiences that our “I” reveals to us through its actions and impulses of will. This state of consciousness in which we have our “I” is, in a sense, the normal state for these spiritual states of life, just as the waking state is the normal one here. We have seen, after all, that here we are, so to speak, composed of a physical body, an etheric body, an astral body, and the “I”; there, we are composed—in potential, at least—of the “I,” the spiritual self, the life spirit, and the spiritual human being. The “I,” then, is the lowest link between death and a new birth. But just as we here become inwardly aware of our “I” in waking consciousness, so there, in a state of consciousness comparable to that here, we become aware of our “I” as it were as an external experience—in the actions and impulses of the will that we look back upon, which we experience as if they were radiating back to us from the Earth, as I have described.

[ 2 ] Dieser Zustand wechselt nun mit einem anderen, und zwar so, daß wir hier im Erdenleben sprechen können von Wachbewußitsein, Schlafbewußtsein, daß wir dem Wachbewußtsein gewissermaßen auch ein Unterbewußtsein anschließen können, während wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sprechen müssen von dem eben geschilderten Bewußtsein und einer Art Überbewußtsein, wo in uns bewußt sind höhere Wesenheiten, beziehungsweise höhere Wesenheiten unser Bewußtsein erfüllen.

[ 2 ] This state now alternates with another, in such a way that here in earthly life we can speak of waking consciousness, sleep consciousness, and that we can, in a sense, also associate a subconscious with waking consciousness, whereas between death and a new birth we must speak of the consciousness just described and a kind of superconsciousness, in which higher beings are present within us, or rather, higher beings fill our consciousness.

[ 3 ] Wir sinken in unserem irdischen Schlafzustand ja zu einer Art von Pflanzendasein herab. Wir steigen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hinauf in den überbewußten Zustand zu einer Art Erzengelbewußtsein, zu einem Bewußtsein, das über dem unsrigen liegt. Ich sagte, wir haben, wenn wir in unserem Normalzustande sind, gewissermaßen hinter uns die Hierarchien der höheren geistigen Wesenheiten. In diesem überbewußten Zustande bewegen wir uns förmlich zu ihnen zurück. Wir leben dann in ihnen. Wir erfahren von ihnen mehr, als wir sonst als Menschen wissen könnten. Wenn wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nur das erleben würden, was wir gewissermaßen mit unserem Ich, das uns so nachstrahlt, das aber doch zu uns gehört, erleben — wir würden nicht in der Weise, wie ich es geschildert habe, all die Vorgänge erleben können, die notwendig sind zu erleben, um unseren Organismus in einem neuen Erdendasein wiederum aufzubauen. Das können wir nur dadurch, daß wir diese normalen Bewußtseinszustände abwechselnd haben mit dem Hereindringen von Wissenszuständen der Archangeloi in unser Menschenwesen, sogar der Archai, und diese kommen dann auch gewissermaßen wie Erinnerungen in das normale Bewußtsein herein, so wie die Träume hier aus dem Unterbewußtsein in unser Bewußtsein hereinkommen. Wir leben also zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß wir das gestern beschriebene Bewußtsein haben, aber dazwischen immer überbewußte Zustände, in denen wir auch ein übermenschliches Wissen erlangen, das uns erst die Möglichkeit gibt, wirklich in der Weise unser eigenes Dasein dann im nächsten Erdenleben aufzubauen, wie das eben notwendig ist.

[ 3 ] In our earthly state of sleep, we do indeed descend into a kind of plant-like existence. Between death and a new birth, we ascend into the superconscious state—a kind of archangelic consciousness, a consciousness that lies above our own. I said that when we are in our normal state, we have, so to speak, the hierarchies of higher spiritual beings behind us. In this superconscious state, we literally move back toward them. We then live within them. We learn more from them than we could otherwise know as human beings. If, between death and a new birth, we were to experience only what we experience, so to speak, with our “I”—which radiates from us but still belongs to us—we would not be able to experience, in the way I have described, all the processes that must be experienced in order to rebuild our organism for a new earthly existence. We can do this only by alternating these normal states of consciousness with the influx of states of knowledge from the Archangeloi into our human being—even from the Archai—and these then enter our normal consciousness, so to speak, like memories, just as dreams here flow from the subconscious into our consciousness. We therefore live between death and a new birth in such a way that we have the consciousness described yesterday, but in between there are always superconscious states in which we also attain superhuman knowledge—knowledge that alone gives us the possibility of truly building up our own existence in the next earthly life in the way that is necessary.

[ 4 ] Sie sehen also: Analogien bestehen schon zwischen dem Leben hier zwischen der Geburt und dem Tode und dem anderen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Aber man muß durchaus die starken, die radikalen Unterschiede in Betracht ziehen, die da zwischen diesen beiden Lebenszuständen bestehen.

[ 4 ] So you see: there are indeed analogies between life here—between birth and death—and the other life—between death and a new birth. But one must certainly take into account the stark, radical differences that exist between these two states of existence.

[ 5 ] Man wird nun in diese Dinge noch genauer hineinsehen, wenn man auch das Vermittelnde zwischen beiden sieht, wenn man sich bekannt macht mit dem, was gewissermaßen als Wesen höherer Art in beide Zustände, in unser Erdenleben und in unser Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hineinragt. Da haben wir ja zunächst im Erdenleben, indem wir unser Dasein durchwandeln, die äußeren Sinneseindrücke. Wir haben gesehen, wie sich mit diesen äußeren Sinneseindrücken die Willens- und Tatimpulse ineinanderweben. Wir haben aber jetzt zunächst unser Augenmerk zu richten auf die äußeren Sinneseindrücke.

[ 5 ] We will now examine these matters in even greater detail, taking into account the mediating factor between the two, and familiarizing ourselves with what, so to speak, as a higher kind of being, extends into both states—our earthly life and our life between death and a new birth. First of all, in our earthly life, as we pass through our existence, we have the external sensory impressions. We have seen how the impulses of will and action are interwoven with these external sensory impressions. But for now, we must first direct our attention to the external sensory impressions.

[ 6 ] Versuchen Sie einen Augenblick sich vor die Seele zu stellen, wie Sie die ganze Zeit, in der Sie wachend durch das Leben wandeln, eine Summe von äußeren Sinneseindrücken durch die sämtlichen menschlichen Sinne haben, wie sich daraus eben dieser Sinnesteppich webt. Gewöhnlich betrachtet man ja diese Sinneseindrücke nur so, daß man sagt, sie seien an den Dingen; die einzelnen Dinge oder Wesenheiten erscheinen in Farben, die auf die Augen einen Eindruck machen. Andere Wesenheiten tönen, machen also wiederum auf das Hörorgan einen Eindruck. Aber wir wollen uns diese gesamte Welt der Sinneseindrücke einmal vor die Seele stellen und wollen uns fragen, was das in der Wirklichkeit eigentlich ist.

[ 6 ] Try for a moment to imagine, as you go through life while awake, how you constantly receive a multitude of external sensory impressions through all your human senses, and how this very tapestry of sensations is woven from them. Usually, we regard these sensory impressions only in such a way that we say they are “on” things; individual things or entities appear in colors that make an impression on the eyes. Other entities produce sounds, thus making an impression on the organ of hearing. But let us once place this entire world of sensory impressions before our soul and ask ourselves what it actually is in reality.

[ 7 ] Ich habe Sie schon öfter darauf aufmerksam gemacht: Davon kann gar keine Rede sein, daß hinter diesen Sinneseindrücken etwa jene phantastische Welt von Atomen webte, wie der Physiker sie träumt, sondern hinter dieser Sinneswelt ist ein Geistiges vorhanden. Also auch innerhalb der Sinneswelt ist Geistiges vorhanden; nur ist es zunächst für das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrnehmbar. Das gewöhnliche Bewußtsein hat eben diesen Sinnesteppich vor sich. Was ist aber eigentlich in diesem Sinnesteppich enthalten? In diesem Sinnesteppich ist in Wirklichkeit enthalten diejenige Summe von Wesenheiten, die Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» zusammengefaßt finden als die Geister der Form. Alles, was uns räumlich erscheint, hat eine gewisse Form. Auch die Farbenoberfläche eines Dinges ist es ja, die dem Ding die Form gibt. In demjenigen, was wir da im Raume sinnesgemäß erleben, leben die Geister der Form, dieselben Wesenheiten, welche im Alten Testament genannt werden die Elohim. Das sind ja die Geister der Form.

[ 7 ] I have pointed this out to you many times before: There is absolutely no question of a fantastical world of atoms—such as physicists dream of—lying behind these sensory impressions; rather, there is a spiritual reality behind this sensory world. Thus, there is also a spiritual reality within the sensory world itself; only it is not initially perceptible to ordinary consciousness. Ordinary consciousness simply has this tapestry of sensory impressions before it. But what is actually contained within this tapestry of sensory impressions? In reality, this tapestry of sensory impressions contains the sum total of beings that you will find summarized in my *Outline of Esoteric Science* as the spirits of form. Everything that appears to us in space has a certain form. Indeed, it is the colored surface of a thing that gives it its form. Within what we experience through our senses in space, the Spirits of Form dwell—the very same beings referred to in the Old Testament as the Elohim. These are, in fact, the Spirits of Form.

[ 8 ] Wir nennen mit Recht diese Welt der Sinneserscheinungen eben eine Erscheinungswelt, eine Welt der Phänomene. Das ist aber nur deshalb richtig, weil wir Menschen zunächst mit dem gewöhnlichen Bewußtsein von dieser Welt weiter nichts wahrnehmen als eben diese Phänomene, die Erscheinungen, den äußeren Schein; wie der Morgenländer sagt: die Maja. Aber in dem Augenblicke, wo das Bewußtsein aufwacht und imaginativ wird, erfüllt sich diese ganze Sinneswelt, oder besser gesagt sogar, sie verwandelt sich in eine Welt webender Bilder. Diese Welt webender Bilder, sie zeigt sogleich in sich eingewoben die Welt der Angeloi, der Engel. Und kommen wir zur Inspiration, so werden wir ja überall aus dieser Welt heraus inspiriert. Sie verwandelt sich in eine Inspirationswelt. In diese Inspiration weben sich ein die Wesenheiten der Archangeloi, der Erzengel. Die Welt der Intuitionen ist es dann, die wir später erleben. Da dringen wir vor, statt daß wir sonst nur die Sinneswelt vor uns haben, zu der Welt der Archai.

[ 8 ] We are right to call this world of sensory phenomena a world of appearances, a world of phenomena. But this is true only because we humans, with our ordinary consciousness, initially perceive nothing more of this world than precisely these phenomena, these appearances, this outward semblance; as the Easterners say: the Maya. But the moment consciousness awakens and becomes imaginative, this entire sensory world is filled—or rather, it transforms into a world of weaving images. This world of weaving images immediately reveals, woven into its very fabric, the world of the Angeloi, the angels. And when we come to inspiration, we are indeed inspired from all around us by this world. It transforms into a world of inspiration. Woven into this inspiration are the beings of the Archangeloi, the archangels. It is then the world of intuitions that we later experience. There we advance—instead of having only the sensory world before us, as is usually the case—into the world of the Archai.

[ 9 ] Nun, allerdings, wenn wir um uns herum vorgedrungen sind zu der Welt der Archai, dann ist es uns auch möglich, mit Hilfe dieser Welt der Archai wiederum zurückzublicken auf das, was wir schon aus höheren Hierarchien in früheren Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erfahren haben. Wir werden gewahr, wie nun hinter den Archai innerhalb dieser Welt die Wesenheiten liegen, die in der Bibel Elohim genannt werden, die Sie in meiner «Geheimwissenschaft» genannt finden die Geister der Form. Wir können also sagen: Indem wir durch unsere Sinne hinausblicken in die Welt, blicken wir eigentlich hinein in die Welt der Geister der Form (siehe Zusammenstellung Seite 40): Sinneswelt.

[ 9 ] Well, indeed, once we have advanced into the world of the Archai, it is also possible for us, with the help of this world of the Archai, to look back in turn at what we have already experienced from higher hierarchies in earlier lives between death and a new birth. We become aware of how, behind the Archai within this world, lie the beings called Elohim in the Bible—whom you will find referred to in my *Secret Science* as the Spirits of Form. We can therefore say: By looking out into the world through our senses, we are actually looking into the world of the Spirits of Form (see summary on page 40): the sensory world.

[ 10 ] Nun können wir, wenn wir die Sinneswelt vor unsere Seele gerückt haben und da sagen müßten, daß wir mit ihr in der Welt der Geister der Form weben, jetzt wiederum mehr in unser Inneres selbst hineingehen, in jenes Innere aber, das noch mit der Außenwelt in einem sehr innigen Verhältnis steht, das bestimmt ist, die Außenwelt für uns innerlich so abzubilden, daß wir sie erinnerungsmäßig in uns tragen können. Wir können, mit anderen Worten, vorrücken von der Sinneswelt nach dem Inneren zu unserer Gedankenwelt (siehe Zusammenstellung Seite 40).

[ 10 ] Now, once we have brought the sensory world before our soul and are compelled to say that we weave with it in the world of spirit forms, we can now turn our attention once more inward—but to that inner realm which still maintains a very intimate relationship with the external world, a realm designed to represent the external world within us in such a way that we can carry it within as a memory. In other words, we can move forward from the sensory world toward the inner world of our thoughts (see summary on page 40).

[ 11 ] Die Gedankenwelt nun ist uns ja zunächst gegeben als die Welt der bildhaften Gedanken. Sie werden gar nicht versucht sein, das, was zunächst in Ihnen als Gedanke lebt, so wie es in diesem gewöhnlichen Bewußtsein lebt, als eine Realität anzusehen. Aber geradeso wie in der Sinneswelt sich Realitäten verbergen, nämlich die Realitäten der Geister der Form, so ist es auch mit der Gedankenwelt. Dem gewöhnlichen Bewußtsein sind die Gedanken zunächst eben jene flüchtigen inneren Gebilde, als welche wir sie kennen; aber so wie in dem Gewebe der Sinneswelt geistige Wesenheiten entdeckt werden, wenn wir so, wie ich das beschrieben habe, durch Imagination, Inspiration zu höheren Erkenntnissen aufsteigen, so kann auch innerhalb der Gedankenwelt das Wirken von geistigen Wesenheiten wahrgenommen werden. Diese geistigen Wesenheiten, die sind es auch, welche in den Begleiterscheinungen der Gedanken leben, die in uns sich abspielen, während wir denken.

[ 11 ] The world of thought is, after all, initially given to us as the world of pictorial thoughts. You will not be tempted to regard what initially lives within you as a thought—just as it lives in this ordinary consciousness—as a reality. But just as realities are hidden in the sensory world—namely, the realities of the spirits of form—so it is also with the world of thought. To ordinary consciousness, thoughts are at first precisely those fleeting inner formations as which we know them; but just as spiritual beings are discovered in the fabric of the sensory world when we ascend to higher insights through imagination and inspiration, as I have described, so too can the activity of spiritual beings be perceived within the world of thought. It is these spiritual beings who dwell in the accompanying phenomena of the thoughts that unfold within us as we think.

[ 12 ] Sie wissen ja aus früheren Vorträgen, was sich in uns abspielt, während wir denken. Während wir denken, spielen sich in uns fortwährend Prozesse ab, die wir vergleichsweise so schildern können, wie wenn, sagen wir, das Salz in einem Glase Wasser sich auflöst, so daß es völlig aufgelöst ist und das Glas durchsichtig ist. Wenn wir nun das Wasser etwas abkühlen lassen, so trübt es sich, es lagert sich das Salz aus dem Wasser heraus ab. Ebenso finden solche Trübungsprozesse in uns statt, welche Verdichtungsprozesse sind, während wir denken. Es ist durchaus eine Art Mineralisierungsprozeß in uns, während wir denken. Mit diesem Mineralisierungsprozeß in uns, der stattfindet, während wir denken, haben es nun die geistigen Wesenheiten zu tun, die eben eigentlich das Gedankenelement durchweben. Es sind jene Wesenheiten, die wir immer die Archai, die Urkräfte genannt haben. So daß wir wissen können: Leben wir in unseren Gedanken, so sind bei uns innerhalb unseres Gedankenlebens die Archai, wie es innerhalb unseres Sinneswahrnehmens die Elohim, die Geister der Form sind.

[ 12 ] As you know from previous lectures, there are processes taking place within us while we think. While we think, processes are constantly occurring within us that we can describe, by way of comparison, as if, say, salt were dissolving in a glass of water until it is completely dissolved and the glass is clear. If we now let the water cool down a bit, it becomes cloudy; the salt precipitates out of the water. In the same way, such clouding processes take place within us—processes of condensation—while we are thinking. It is indeed a kind of mineralization process within us while we think. It is this mineralization process within us—which takes place while we think—that the spiritual beings, who actually interweave the element of thought, are concerned with. These are the beings we have always called the Archai, the primal forces. Thus we can know: When we live in our thoughts, the Archai are present within our thought life, just as the Elohim, the spirits of form, are present within our sensory perception.

[ 13 ] In der Außenwelt können dann diese Geister der Form nur durch die imaginative Erkenntnis wahrgenommen werden. Wenn wir die Außenwelt studieren mit dem Bewußtsein, das der Mensch heute als sein normales hat, so kommt er auf sogenannte Naturgesetze. Diese Naturgesetze sind Abstraktionen. Sobald man zur imaginativen Erkenntnis vorrückt, hat man nicht solche abstrakten Naturgesetze, die man in Sätzen formuliert, sondern man hat Bilder, ein Bilderleben. Das sind jetzt nicht dieselben Bilder, von denen ich früher gesprochen habe, sondern das sind nun Bilder, die sich als trübende Bilder, gewissermaßen als tingierende Bilder in die Bilder, die wir bekommen beim Anblicke der Elohim, hineinverdichten. Da haben wir das Wirken der Archai in der Außenwelt. Wir können es in der Außenwelt, wir können es in der Innenwelt verfolgen.

[ 13 ] In the external world, these spirits of form can then be perceived only through imaginative cognition. When we study the external world with the consciousness that people today regard as normal, we arrive at what are called the laws of nature. These laws of nature are abstractions. As soon as one advances to imaginative cognition, one no longer has such abstract laws of nature, which are formulated in sentences, but rather one has images, a life of images. These are not the same images I spoke of earlier, but rather images that condense into the images we receive when beholding the Elohim as obscuring images, as it were, as tingeing images. There we have the activity of the Archai in the outer world. We can observe it in the outer world; we can observe it in the inner world.

[ 14 ] Nun ist es vielleicht ganz besonders nützlich, wenn Sie jetzt weniger nach dem Inneren des Menschen den Blick richten, sondern wenn Sie nach einer Lebensäußerung hinschauen. Der Gedanke lebt zunächst in uns, trotzdem wir durch ihn in einem Verhältnis zu der Außenwelt stehen, trotzdem sich uns die Geheimnisse der äußeren Welt ja durch die Gedanken enthüllen — der Gedanke lebt zunächst innerlich. Aber er spricht sich aus. Er spricht sich aus, wenn wir uns dem anderen Menschen mitteilen. Und die Sprache ist durchaus ein Element im menschlichen Leben, durch das wir unsere Gedanken in eine äußere Erscheinung bringen.

[ 14 ] Now it may be particularly useful if, rather than focusing on the inner life of a person, you look instead at an expression of life. The thought lives within us first and foremost, even though it connects us to the outside world, even though the mysteries of the external world are revealed to us through our thoughts—the thought lives within us first and foremost. But it expresses itself. It expresses itself when we communicate with another person. And language is indeed an element of human life through which we give our thoughts an outward form.

[ 15 ] Betrachten wir also nach der Gedankenwelt die Sprachwelt. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch natürlich mehr von seiner Sprachwelt als von seiner Gedankenwelt erlebt. Diese fließt ein in das Sprechen. Obwohl Wille auch einfließt in das Gedankenelement, so wird das ja nur in sehr geringem Grade vom gewöhnlichen Bewußtsein bemerkt. Aber in das Sprechen fließt, schon bemerkbar für das gewöhnliche Bewußtsein, stark der menschliche Wille ein. Aber das, was in der Sprache eigentlich lebt, das wird doch von dem gewöhnlichen Bewußtsein außerordentlich wenig erfaßt. Es nimmt der Mensch von dem, was im Laute lebt, heute in dem intellektualistischen Zeitalter kaum mehr wahr als etwas Zeichenartiges, als etwas, was ihm etwas anderes bezeichnet. Das innere Leben des Lautes ist ja etwas, was für die gegenwärtige Menschheit sehr hinter das Bewußtsein zurückgetreten ist. Man kann für den heutigen Menschen nur noch hinweisen darauf, wie er sich besinnen kann, wie im Laute, im Tönen der Laute etwas liegt, was man als ein eigenes Lebenselement erfassen kann.

[ 15 ] Let us now turn our attention from the world of thought to the world of language. I have often pointed out that human beings naturally experience their world of language more than their world of thought. This flows into speech. Although the will also influences the element of thought, this is noticed only to a very limited extent by ordinary consciousness. But the human will flows strongly into speech—to the point where it is already noticeable to ordinary consciousness. Yet what actually lives in language is grasped to an extraordinarily small degree by ordinary consciousness. In today’s intellectualistic age, people perceive what lives in sound as little more than a kind of sign—something that designates something else to them. The inner life of sound is, after all, something that has receded far beyond the consciousness of present-day humanity. For people today, one can only point out how they can reflect on the fact that there is something in sound—in the tones of sounds—that can be grasped as a distinct element of life.

[ 16 ] Nehmen wir zum Beispiel ein Wort, wo Sie zwei E darinnen haben: gehen. Diese zwei E in «gehen», in denen kann man, wenn man dafür links oben ein Gefühl hat, gut das ruhige Hinwandeln, das einen nicht aufregt, das ruhige Gehen fühlen. Es ist durchaus in den zwei E dieses ruhige Hinwandeln vorhanden. Wenn Sie an der Stelle des E zum Beispiel ein A haben wie in «laufen», so fühlen Sie in dem Laute A das, was Sie erleben beim nicht gemächlichen Gehen, sondern bei demjenigen, das an Ihr Atmen größere Anforderungen stellt. Sie können fühlen, was Sie im schnelleren Atmen erleben, dadurch, daß Sie das in dem Au zum Ausdrucke bringen. Sie könnten nicht besser erleben das gemächliche Gehen als durch die beiden nun auch gemächlich zu erlebenden E-Laute, und das Laufen in dem Au, das da drinnen ist. Die Sprache hat eine Geistigkeit in sich, und ich habe Sie ja schon zu wiederholten Malen an den verschiedensten Beispielen darauf aufmerksam gemacht, wie die Sprache durchaus einen innerlichen Genius hat. Es lebt also für den heutigen Menschen wenig, aber in den anderen Zeitaltern, wo der Mensch noch für die Laute das richtige innere Erleben hatte, da lebte, mehr bewußt als für die Sinneswahrnehmung und das Denken, die Gedankenwelt, da lebte mehr in der Sprache dasjenige, was man schon fühlen kann als ein geistiges Weben und Leben.

[ 16 ] Let’s take, for example, a word that contains two E’s: gehen. In these two E’s in “gehen,” if you have a sense of them in the upper left, you can clearly feel the calm, unhurried walking—the kind that doesn’t agitate you—the peaceful walking. That calm, leisurely stroll is definitely present in those two E’s. If, for example, you have an A in place of the E, as in “laufen,” then in the sound of the A you feel what you experience not in a leisurely walk, but in one that places greater demands on your breathing. You can feel what you experience in faster breathing by expressing it through the “Au.” You could not experience leisurely walking any better than through the two “E” sounds—which are now also to be experienced leisurely—and the running in the “Au” that is contained within it. Language possesses a spiritual quality, and I have already drawn your attention to this on repeated occasions through a wide variety of examples, showing how language certainly has an inner genius. So for people today, this is largely dormant, but in other eras, when people still had the proper inner experience of the sounds, the world of thought lived more consciously—more so than through sensory perception and thinking—and what one can already sense as a spiritual weaving and life lived more fully within language.

[ 17 ] In dem, was da Sprachelement ist, in dieser Sprachwelt leben nun, geradeso wie in der Gedankenwelt die Archai, die Archangeloi. Und weil sie in dem Sprachgenius leben, sind sie auch das, als was ich öfter die Archangeloi geschildert habe: sie sind durchaus die führenden Geister der Völker, die Volksgeister. Und sie leben sich aus eben in dem Elemente des Sprechens.

[ 17 ] Within what constitutes the world of language, the Archai and the Archangeloi now dwell, just as they do in the world of thought. And because they live within the genius of language, they are also what I have often described as the Archangeloi: they are indeed the guiding spirits of the peoples, the national spirits. And they express themselves precisely through the element of speech.

[ 18 ] Viel mehr als man meint, ist der Mensch nun selber ein Ergebnis seiner Sprache, wie er auf der anderen Seite ein Ergebnis ist seiner Gedankenwelt. Unsere Form haben wir ganz und gar von der Außenwelt, und wir gießen wiederum Form in die Außenwelt mit unserem Willen hinein. Das, was unser Leben ist, das stammt aus derselben Region, aus der unsere Gedanken stammen. Darinnen leben die Archai. Was sich in unserer Sprache ausdrückt, wodurch wir einem Volke angehören, darinnen drücken sich alle jene physischen Eigenschaften aus, die uns nun schon in einem viel stärkeren Maße als Menschen beschränken, als das beim Gedankenelemente der Fall ist. Die Gedanken haben die Menschen gleich, die Sprache haben sie verschieden. Die Menschen differenzieren sich in der Sprache; aber sie haben immerhin in der Sprache etwas gegeben — der Mensch gehört ja einem kleinen oder einem großen Volke an —, was sie mit vielen Menschen gemeinsam haben.

[ 18 ] Far more than one might think, human beings are themselves a product of their language, just as they are, on the other hand, a product of their world of thought. We derive our form entirely from the external world, and in turn we imbue the external world with form through our will. What constitutes our life originates from the same realm as our thoughts. The Archai dwell within it. What is expressed in our language—through which we belong to a people—conveys all those physical characteristics that now limit us as human beings to a far greater extent than is the case with the elements of thought. People share the same thoughts, but their languages differ. People differentiate themselves through language; yet they have, after all, something in common in their language—for a person belongs to a small or large people—that they share with many others.

[ 19 ] Steigen wir aber herunter zu der Wesenheit der Angeloi, dann hat — wie ich Ihnen ja öfter und auch in diesem Vortrage wiederum auseinandergesetzt habe — der Mensch das singuläre, das individuelle Verhältnis zu seinem Angelos. Dieses individuelle Verhältnis, das der Mensch zu seinem Angelos hat, das drückt sich in einer zweifachen Weise aus. Es drückt sich aus nach innen, wenn der Mensch sich seinem Inneren so überläßt, daß er eigentlich in seinem Inneren selbst über sich hinausgeht. Im gewöhnlichen Leben wird allerdings, weil das ja ein intimes Erleben des Menschen ist, sogleich etwas Luziferisches in die Sache hineinkommen können; aber immerhin: der Mensch kann innerlich über sich hinausgehen und gewissermaßen innerlich etwas Objektives erleben in der Phantasie. Die Phantasie ist ja in vieler Beziehung etwas ebenso Schöpferisches, aber individuell Schöpferisches wie die Sprache, und im Grunde genommen liegt der Sprache die Phantasietätigkeit zugrunde. So wie der Mensch gewöhnlich von der Sprache nur etwas Abstraktes erlebt, so wie er den Sprachgenius, der ein Archangelos ist, in der Sprache nicht immer, ich möchte sagen, seine Fittiche entfalten spürt, so nimmt der Mensch auch in der Phantasie — die, wenn sie luziferisch durchwebt wird, zur Phantastik wird —, es nimmt der Mensch auch nicht in der Phantasie wahr, daß eigentlich ein Engel durchschlüpft durch sein individuelles Leben, indem er in der Phantasie lebt.

[ 19 ] But if we descend to the essence of the Angeloi, then—as I have explained to you on several occasions, and again in this lecture—human beings have a unique, individual relationship with their Angelos. This individual relationship that human beings have with their Angelos is expressed in two ways. It is expressed inwardly when a human being surrenders to his or her inner self to such an extent that he or she actually transcends himself or herself within that inner self. In everyday life, however—since this is, after all, an intimate human experience—something Luciferic can immediately creep into the matter; but nevertheless: a human being can transcend himself or herself inwardly and, in a sense, experience something objective within the imagination. Imagination is, in many respects, something just as creative—but individually creative—as language, and, fundamentally speaking, the activity of imagination underlies language. Just as a person usually experiences language only as something abstract, just as they do not always sense the linguistic genius—who is an Archangelos—in language, I would say, spread his wings—so too in the imagination—which, when interwoven with Luciferic forces, becomes fantasy—so too does the human being fail to perceive in the imagination that an angel is actually slipping through his individual life as he lives within the imagination.

[ 20 ] Der wirkliche Dichter, der wirkliche Künstler, der nicht zum Zyniker oder zum Frivolling oder zum Oberflächling geworden ist, der weiß aber, daß ihn durchsetzt, indem er künstlerisch schafft, eine höhere Geistigkeit. Es ist dieselbe höhere Geistigkeit, die uns eigentlich von Leben zu Leben wie ein individueller Schutzgeist trägt: der Angelos, der Engel. Und es ist durchaus eigentlich das Denken des Angelos, das in die geregelte menschliche Phantasie hereinspielt. Man kann durchaus in gewissen Aussprüchen Goethes, ich möchte sagen, in einer dezenten Form erkennen, wie er sich bewußt ist, daß eigentlich ein Unbewußtes da hereinspielt, das aber eben in der Phantasie real wirkt.

[ 20 ] The true poet, the true artist—one who has not become a cynic, a frivolous person, or a superficial person—knows, however, that a higher spirituality permeates him as he creates art. It is this same higher spirituality that actually carries us from life to life like an individual guardian spirit: the Angelos, the angel. And it is, in fact, the thinking of the Angelos that plays a role in the regulated human imagination. One can certainly recognize in certain statements by Goethe—I would say, in a subtle way—how he is aware that something unconscious is actually at work here, yet it has a real effect precisely within the imagination.

[ 21 ] Wenn der Mensch nun aber nicht innerlich aus sich herausgeht, sondern im Schlafe wirklich aus sich heraus ist, und er im Schlafe dann eindringt in die Region, in der sonst die wachende Phantasie wurzelt, dann kündigt sich dasselbe, was sich in der Phantasie besonnen ankündigt, mehr unter dem Bewußtsein an als das Träumen. Geradeso wie die Phantasie zur Phantastik ausarten kann, wenn sie luziferisch durchsetzt wird, so kann das Träumen ausarten zu allem möglichen Irregulären, das der Mensch dann sogar für eine Realität hält, indem ahrimanische Einflüsse auf das Träumen stattfinden. Das Träumen als solches geht ja in die luziferische Region hinein, kann aber ahrimanisch durchsetzt werden. Aber eigentlich lebt in unseren Träumen, wenn sie, möchte man sagen, unschuldig und rein menschlich sind, wiederum das, was wir den Angelos nennen, diejenige Wesenheit, die also auch in der Phantasie uns durchsetzt, wenn wir innerlich gewissermaßen aus uns herausgehen.

[ 21 ] But if a person does not step outside of themselves inwardly, but is truly outside of themselves during sleep, and if they then penetrate, in sleep, the region where the waking imagination is otherwise rooted, then the same thing that announces itself thoughtfully in the imagination manifests itself more within consciousness than in dreaming. Just as the imagination can degenerate into fantasy when it is permeated by Luciferic forces, so too can dreaming degenerate into all manner of irregularities, which a person then even takes to be reality, when Ahrimanic influences act upon the dreaming process. Dreaming as such does indeed extend into the Luciferic realm, but it can be permeated by Ahrimanic forces. Yet in reality, when our dreams are—one might say—innocent and purely human, they are inhabited by what we call the Angelos, the very being that also permeates us in the imagination when we, so to speak, step outward from within ourselves.

[ 22 ] Nun schattet sich die Sprachwelt, die der Erzengel beherrscht, nach innen ab zu einer Welt, die zwischen Gefühl und Gedanken mitten drinnen lebt: zu der Welt der Vorstellungen; man könnte auch sagen: zu der Welt der gefühlsmäßigen Vorstellung (siehe Zusammenstellung). Die Phantasie und das Träumen schatten sich ab zu der Welt der Gefühle selbst — Gefühle und desjenigen, was in den Gefühlen lebt als Willensmäßiges; wir könnten auch sagen: willensmäßige Gefühle. Indem wir nun aber weiter herabsteigen, von dem Angelos weiter nach abwärts steigen, wohin kommen wir da? Nun, da kommen wir zu uns selbst, da kommen wir zum menschlichen Ich. Im menschlichen Ich, da müssen wir nun in einer intensiveren Weise aus uns herausgehen, als wir dann aus uns herausgehen, wenn der Angelos in uns lebt. Und dieses Herausgehen findet statt, wenn wir eben Willensimpulse in äußeren Handlungen ausführen, wie ich gestern gezeigt habe.

[ 22 ] Now the world of language, which the Archangel governs, recedes inward into a world that exists right in the midst of feeling and thought: the world of ideas; one could also say: the world of emotional ideas (see compilation). Imagination and dreaming give way to the world of feelings themselves—feelings and that which lives within them as a matter of the will; we could also say: feelings of the will. But as we now descend further, moving downward from the Angelos, where do we arrive? Well, there we arrive at ourselves; there we arrive at the human “I.” In the human “I,” we must now step out of ourselves in a more intense way than we do when the Angelos lives within us. And this stepping out takes place precisely when we carry out impulses of the will in external actions, as I demonstrated yesterday.

Elohim, Geister der Form: Sinneswelt

Archai: Gedankenwelt
Archangeloi: Sprachwelt: Gefühlsvorstellung
Angeloi: Phantasie. Träumen: Willensmäßig, Gefühl
Menschliches Ich: Willenshandlung: Wille

Elohim, Spirits of Form: The Sensory World

Archai: World of Thought
Archangeloi: World of Language: Emotional Imagination
Angeloi: Imagination. Dreaming: Volitional, Emotional
Human Ego: Volitional Action: Will

[ 23 ] Wir sind durchaus, wenn wir träumen, außer uns, aber wir gehen nur geistig aus uns heraus. Wir gehen in der Willenshandlung zwar nicht physisch aus uns heraus, aber wir bringen unseren physischen Leib in Bewegung, und auf diesen Willensimpulsen beruht eigentlich das Ich. So daß wir sagen können: In der Willenshandlung lebt — nun, es lebt eben der Wille in der Willenshandlung, und der Wille, der gräbt sich gewissermaßen in die Außenwelt ein. Wir sind hinuntergelangt bis zur physischen Welt. Wir entwickeln uns eigentlich in der physischen Welt selbständig nur in unseren Willenshandlungen. Nur in demjenigen, was uns dann im Tode verbleibt als das, was ich gestern als die Summe aller unserer Aktionen aufgezeichnet habe, da lebt unser Ich, auf das wir dann zurückschauen. Aber in allem anderen, in Phantasie und Träumen, in der Sprachwelt, in der Gedankenwelt, im Sinnesinhalte leben eigentlich höhere Geistigkeiten, die uns als Menschen fortwährend durchsetzen.

[ 23 ] When we dream, we are certainly outside ourselves, but we step outside ourselves only mentally. Although we do not physically step outside ourselves in an act of will, we set our physical body in motion, and the “I” is actually based on these impulses of will. So we can say: In the act of the will—well, it is the will itself that lives in the act of the will, and the will, so to speak, burrows into the external world. We have descended all the way to the physical world. We actually develop independently in the physical world only through our acts of the will. Only in that which remains to us at death—as I described yesterday as the sum of all our actions—does our “I” live, upon which we then look back. But in everything else—in imagination and dreams, in the world of language, in the world of thought, and in sensory perceptions—higher spiritual forces actually live, which continually permeate us as human beings.

[ 24 ] Sehen Sie, nun haben Sie aus dem gewöhnlichen Leben herausgeholt die Beziehung des Menschen zu dem geistigen Kosmos. Nun können wir aber auch noch durch die folgende Vorstellung dem nahekommen, was sich der Geisteswissenschaft aus der übersinnlichen Anschauung ergibt. Nehmen Sie einmal Ihr Leben in der Sinneswelt. Sie gehen durch diese Sinneswelt hindurch. Sie haben jetzt gewisse Eindrücke. Sie können sich vielleicht an diejenigen Eindrücke, die Sie jetzt haben, morgen noch erinnern. Ich will ja nicht sagen, daß das jeder tut, denn ich weiß nicht, ob man annehmen darf, daß zum Beispiel jeder, der hier sitzt, morgen noch ein inneres Erlebnis von dem hat, was er hier heute als Vortrag hört! Aber im allgemeinen kann man doch sagen, daß das, was der Mensch aus seiner Umgebung herein wahrnimmt, dann in seinem Inneren als Erinnerung weiterlebt.

[ 24 ] You see, you have now extracted from ordinary life the relationship between human beings and the spiritual cosmos. But now, through the following idea, we can also come closer to what spiritual science derives from supersensible perception. Take your life in the sensory world, for example. You move through this sensory world. You now have certain impressions. You may still remember those impressions you have now tomorrow. I don’t mean to say that everyone does this, for I don’t know whether we can assume, for example, that everyone sitting here will still have an inner experience tomorrow of what they are hearing here today as a lecture! But in general, one can say that what a person perceives from their surroundings continues to live on within them as a memory.

[ 25 ] Ich möchte Ihnen das einmal, damit wir etwas weiter kommen in Betracht (schraffierte Fläche), und sie nehmen wir eigentlich von innen gezeichnet die Welt der Umgebung (siehe Zeichnungen, hell); hier sei der Mensch (rot). Das, was Welt der Umgebung ist, lebt nun im Menschen weiter. Es lebt auf seelische Art weiter. Das, was Sie mit der Umwelt zusammen erleben — ich habe es hier aufgezeichnet —, das lebt als seelische Welt in Ihnen weiter. Sehen Sie, das ist in gewissem Sinne ein sehr abstraktes Erlebnis zunächst. Wenigstens lebt die Umwelt, die wir ja nur in der Form des sinnlichen Scheines erleben, sie lebt in den abstrakten Seelenerlebnissen, in Gedanken, Gefühlen weiter, die dann Willensimpulse anregen. Aber Sie können doch sagen — wollen wir das ganz genau vor unsere Seele führen —: Was ich im Inneren seelisch mit mir trage, ist das Ergebnis meines Erlebens zwischen Geburt und Tod respektive zwischen der Geburt und dem jetzigen Augenblick.

[ 25 ] I’d like you to consider this for a moment so we can make some progress (hatched area), and let’s imagine we’re actually drawing the world of the environment from the inside (see drawings, light-colored); here is the human being (red). What constitutes the world of the environment now lives on within the human being. It lives on in a spiritual way. What you experience together with the environment—I have depicted it here—lives on within you as a soul world. You see, in a certain sense, this is initially a very abstract experience. At the very least, the environment—which we experience only in the form of sensory appearances—lives on in abstract soul experiences, in thoughts and feelings, which then stimulate impulses of the will. But you can certainly say—if we bring this very clearly before our soul—that what I carry within myself as a soul experience is the result of my experiences between birth and death, or rather, between birth and the present moment.

[ 26 ] Nun wenden wir aber unseren Blick auf dasjenige, was wir nicht bloß so seelisch abstrakt in uns tragen, so bildhaft in uns tragen, sondern wenden wir den Blick auf das, was wir, ich möchte sagen, materiell konkreter in uns tragen: auf die innerhalb unserer Haut liegenden Organe, Lunge, Herz, Leber und so weiter. Das ist nun auch etwas, was wir innerlich in uns tragen. So ein richtiger Mystiker wird sagen: Das interessiert mich ja gar nicht. Mich interessiert nur das Geistige, das Seelische. Ich bin schon zufrieden, daß ich von der Umwelt meine seelischen Eindrücke in mir trage. Das Materielle ist mir viel zu minder, zu unwichtig. — Ja, aber darin, in solcher Rede zeigt eben der Mystiker gerade, wie tief materialistisch er eigentlich noch ist; wie er noch nicht weiß, daß das, was scheinbar materiell auftritt, eigentlich in Wirklichkeit ein Geistiges ist. Nicht nur das, was wir in abstrakter Weise in uns tragen als seelische Erlebnisse, die Nachklänge sind der äußeren Erlebnisse zwischen Geburt und Tod, nicht nur das ist Geistiges, sondern geistig ist auch unsere Lunge, unsere Leber. Sie erscheinen uns nur, unserem gewöhnlichen Bewußtsein, in materieller Form; sie sind durchaus Geist-Ergebnisse. Wenn Sie in Ihrem Kämmerchen sitzen, da fällt Ihnen ein: Der Mensch besteht aus physischem Leib, ÄÄtherleib, astralischem Leib, Ich. — Das haben Sie als Ihren innerlichen Besitz. Einmal war es Äußeres. Es ist zum erstenmal, meinetwillen aus einem Buch oder einem Vortrage, also von der Außenwelt heraus an Sie herangekommen, ich habe das schematisch hier aufgezeichnet. Sie tragen aber auch Lunge, Herz, Leber, Gehirn und so weiter in sich, materiell innerlich. Das tragen Sie auch als ein Ergebnis von Erlebnissen in sich. Wenn Sie also einfach schematisch den Menschen aufzeichnen würden mit seinen einzelnen Organen (Tafel 4, links unten), so ist dieses Innere das Ergebnis von alldem — natürlich nicht der physischen Materie, die erst kommt mit der Konzeption, Geburt und so weiter, sondern seiner Form, seinem inneren Organisiertsein nach ist es das Ergebnis dessen, was zwischen dem Tod und neuer Geburt durchlebt wird. So wie Sie hier hören, was ich rede, und das dann Ihr seelisches Erlebnis wird, so wird Ihr Herz, Ihre Lunge, Ihre Leber Ergebnis dessen, was Sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchleben. Wir können also sagen: Was ich im Inneren körperlich organisiert in mir trage, ist Ergebnis meines Erlebens zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 26 ] But now let us turn our attention to that which we carry within us not merely in an abstract, spiritual sense—not merely as an image—but let us turn our attention to that which we carry within us, I would say, in a more concrete, material sense: to the organs lying within our skin—the lungs, the heart, the liver, and so on. This, too, is something we carry within us. A true mystic would say: That doesn’t interest me at all. I’m only interested in the spiritual and the psychological. I am already content that I carry within me my soulful impressions of the world around me. The material is far too insignificant to me, too unimportant.” — Yes, but in such talk, the mystic precisely reveals how deeply materialistic he actually still is; how he does not yet know that what appears to be material is, in reality, spiritual. It is not only what we carry within us in an abstract sense as soul experiences—the aftereffects of external experiences between birth and death—that is spiritual; our lungs and our liver are also spiritual. They merely appear to us, in our ordinary consciousness, in material form; they are entirely the products of the spirit. When you sit in your little room, it occurs to you: The human being consists of a physical body, an etheric body, an astral body, and the I. — You possess this as part of your inner being. Once upon a time, it was something external. It first came to you—perhaps from a book or a lecture, that is, from the outside world—and I have sketched it out schematically here. But you also carry within you lungs, a heart, a liver, a brain, and so on, materially and internally. You carry these within you as well as a result of experiences. So if you were to simply sketch a diagram of a human being with their individual organs (Plate 4, bottom left), this inner aspect is the result of all of that—not, of course, the physical matter, which comes only with conception, birth, and so on, but in terms of its form, its inner organization, it is the result of what is experienced between death and a new birth. Just as you hear what I am saying here, and this then becomes your soul experience, so your heart, your lungs, and your liver become the result of what you experience between death and a new birth. We can therefore say: What I carry within me, physically organized, is the result of my experiences between death and a new birth.

Was ich im Inneren seelisch mit mir trage,
ist Ergebnis meines Erlebens zwischen Geburt und Tod.

Was ich im Inneren körperlich organisiert in mir trage,
ist Ergebnis meines Lebens zwischen Tod und Geburt.

What I carry within me emotionally,
is the result of my experiences between birth and death.

What I carry within me, physically organized,
is the result of my life between death and birth.

[ 27 ] Natürlich wird der Materialist einwenden: Das alles, was da als Organe im Menschen ist, ist ja physisch ererbt von den Vorfahren. —Das ist ein vollständiger Irrtum. So ist es nicht. Gewiß, die Materie ist ererbt von den Vorfahren, aber das, was Keim ist, wird ja gewöhnlich ganz falsch angesehen. Es muß auch, wenn man es nur materiell anschaut, falsch angesehen werden. Denn die Befruchtung besteht nicht darin, daß der Mensch materiell von den Generationen heruntergeholt wird, sondern daß gewissermaßen leerer Raum entsteht, daß im Menschen Materie abgebaut wird und das ganze Universum hineinbaut in den Menschen. In diesen Geistbau — Lunge, Herz, Leber sind durchaus Geistbau —, in den schiebt sich dann die Materie hinein. Aber das, was organisierende Kräfte sind, das ist durchaus aus dem ganzen Universum, aus dem Erleben zwischen Tod und neuer Geburt heraus gestaltet. Das ist es eben, was der Mensch in der Weise, wie ich es vorhin geschildert habe, in dem überwachen Bewußtsein erlebt, wenn wir hinaufgehoben werden in die Region der Archangeloi und Archai. Er erlebt bewußt — überbewußt, muß man sagen, zwischen Tod und neuer Geburt das, was er dann in seine Organe hineinbaut.

[ 27 ] Of course, the materialist will object: Everything that constitutes the human organs is, after all, physically inherited from our ancestors. —That is a complete error. It is not so. Certainly, the matter is inherited from ancestors, but what constitutes the germ is usually viewed quite incorrectly. It must also be viewed incorrectly if one considers it solely from a material perspective. For fertilization does not consist in the human being being “brought down” materially from previous generations, but rather in the creation, as it were, of empty space—in the breakdown of matter within the human being and the incorporation of the entire universe into the human being. Matter then pushes its way into this spiritual structure—the lungs, heart, and liver are entirely spiritual structures. But the organizing forces are shaped entirely from the entire universe, from the experience between death and new birth. This is precisely what the human being experiences—in the manner I described earlier—in a state of heightened consciousness when we are lifted up into the region of the Archangeloi and Archai. Between death and new birth, the human being consciously—or rather, superconsciously—experiences what is then built into his or her organs.

[ 28 ] Unsere Organe sind durchaus so gebaut, daß sie unserem Karma entsprechen, daß sie dem entsprechen, was wir aus früheren Erdenleben mitbringen. Was also scheinbar in der Generationenfolge als bloße physische Vorgänge sich abspielt, das sind nicht bloße physische Vorgänge, sondern das sind Vorgänge, die durchaus von dem ganzen Universum bewirkt werden.

[ 28 ] Our organs are indeed structured in such a way that they correspond to our karma—that is, to what we bring with us from previous earthly lives. So what appears to be mere physical processes unfolding over generations are not merely physical processes, but processes that are indeed brought about by the entire universe.

[ 29 ] Ich habe ja oftmals schon ein Bild gebraucht, mit dem man sich helfen kann, wenn eben gewöhnliche materialistische Triviallinge kommen und sagen: Erkläre uns nur nicht die Entstehung des Menschen im Leibe der Mutter durch das ganze Universum, führe uns ja nicht ins Universum hinaus; das mußt du eben durch die Kontinuität des Keimplasmas durch die Generationen hindurch erklären. — Ich habe gesagt, man kann sich da so behelfen, daß man sagt: Irgend jemand hat eine Magnetnadel, die weist nach Norden und nach Süden. Nun kommt einer und sagt: Da gibt es verrückte Physiker, die sagen, daß die ganze Erde ein Magnet sei und daß der magnetische Erdsüdpol diesen Pol zu sich hinzieht. Die Gründe, daß die Magnetnadel sich so stellt, die darf man nur in der Magnetnadel selber suchen. Was geht da die Erde diese Magnetnadel an! — So ungefähr aber sprechen heute unsere Biologen, wenn sie von dem Keim sprechen. Sie schauen nur auf den Keim hin. Geradeso wie aber in der Magnetnadel die ganze Erde tätig ist, so ist das ganze Universum beim Gestalten des Keimes tätig. Nur liegt natürlich der Anteil, den der Mensch daran hat, zurück im Unbewußten.

[ 29 ] I have often needed an analogy to help explain things when ordinary, materialistic, trivial-minded people come along and say: “Just don’t explain the origin of the human being in the mother’s womb by referring to the entire universe; don’t take us out into the universe; you simply have to explain it through the continuity of the germ plasma across generations.” — I said that one can get around this by saying: Someone has a magnetic needle that points north and south. Now someone comes along and says: There are crazy physicists who claim that the entire Earth is a magnet and that the Earth’s magnetic south pole attracts this needle toward itself. The reasons why the magnetic needle aligns this way can only be found within the magnetic needle itself. What does the Earth have to do with this magnetic needle! — But that is more or less how our biologists speak today when they talk about the germ. They look only at the germ. Just as the entire Earth is at work in the magnetic needle, so the entire universe is at work in the formation of the germ. Only, of course, the part that the human being plays in this lies hidden in the unconscious.

[ 30 ] Sie sehen, der Mensch wird, wenn man die Sache so betrachtet, mit seinem ganzen Dasein an ein materielles und an ein geistiges Universum angeknüpft. Wir sagen uns: Im Erkennen, im gewöhnlichen bewußten Erleben machen wir die Außenwelt zu einer Innenwelt. Von einem gewissen Gesichtspunkte aus habe ich Ihnen gestern gesagt: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so wird das Innere Äußeres, das Äußere wird Inneres. Nun habe ich Ihnen heute einen anderen Gesichtspunkt vorgebracht, aus dem Sie ersehen können, wie das, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Konzeption liegt, so zu behandeln ist, daß wir unser körperliches Inneres in der Außenwelt suchen müssen, in seinen vorbereitenden Prozessen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt: Das Äußere wird Inneres. Das, was wir gewissermaßen in Ausbreitung im ganzen Universum erleben, das wird tief unbewußtes Erlebnis in unseren Organen.

[ 30 ] You see, when viewed in this way, human beings are linked with their entire existence to both a material and a spiritual universe. We tell ourselves: Through cognition, through ordinary conscious experience, we transform the external world into an inner world. From a certain point of view, I told you yesterday: When a human being passes through the gate of death, the inner becomes outer, and the outer becomes inner. Today I have presented another perspective from which you can see how what lies before birth—or rather, before conception—must be approached in such a way that we must seek our physical inner world in the outer world, in its preparatory processes during the life between death and a new birth: The external becomes internal. What we experience, as it were, spreading throughout the entire universe becomes a deeply unconscious experience within our organs.

[ 31 ] Diese Organe in uns sind ja in der Tat so, daß in ihnen eine ganze Welt lebt. Und wenn wir einzig und allein das betrachten, was die äußere Anatomie und Physiologie gibt von unseren inneren Organen, so haben wir da eigentlich eine viel stärkere Maja vor uns, als wir in der äußeren Welt vor uns haben.

[ 31 ] These organs within us are, in fact, such that an entire world lives within them. And if we consider solely what external anatomy and physiology reveal about our internal organs, we actually have a much stronger form of Maya before us than we do in the external world.

[ 32 ] Wenn wir in die Sinneswelt hinausblicken, sagte ich Ihnen, blicken wir bis zu den Elohim hin. Wenn wir aber jetzt in unser körperliches Innere hinunterschauen, da müssen wir für das, was nun in uns so lebt, daß es unsere Organe bildet, weiter hinaufsteigen. Sie wissen ja, Sie finden in meiner «Geheimwissenschaft» über den Geistern der Form andere Wesenheiten. Und diese anderen Wesenheiten, die sind nun nicht etwa bloß außerhalb des Menschen, sondern sie wirken im Menschen. Von ihnen erfahren wir zwischen dem 'Tod und einer neuen Geburt, indem wir uns allerdings mit dem eigenen Bewußtsein nur hinaufleben bis zu den Archai, aber wir erfahren da durch die Archai von diesen Wesenheiten. Und in diesem Überbewußtsein erfahren wir von ihnen das, was wir dann in unsere Organisation hineingießen. Wir tragen tatsächlich die Welt der Hierarchien in unserer inneren Gestaltung mit durch das Leben.

[ 32 ] As I told you, when we look out into the sensory world, we look as far as the Elohim. But when we now look down into the innermost depths of our physical being, we must ascend even further to find that which lives within us in such a way that it forms our organs. As you know, in my *Secret Science* you will find other beings associated with the spirits of form. And these other beings are not merely outside the human being; rather, they are at work within the human being. We come to know them between death and a new birth—though with our own consciousness we ascend only as far as the Archai—but through the Archai we learn of these beings. And in this superconsciousness, we learn from them what we then infuse into our own being. We actually carry the world of the hierarchies within our inner constitution through life.

[ 33 ] Solche Dinge kann man heute wieder erforschen. Solche Dinge hat man aus einem gewissen instinktiv hellseherischen Bewußtsein in alten Zeiten gewußt, in jenen Zeiten, in denen man davon gesprochen hat, daß der menschliche Organismus ein Tempel der Götter ist, in solchen Zeiten, in denen man gerade innerhalb des menschlichen Mikrokosmos durch die Deutung dieses Mikrokosmos versucht hat, sich Erkenntnis zu verschaffen von der ganzen Welt.

[ 33 ] Such things can be explored again today. In ancient times, such things were known through a certain instinctive, clairvoyant awareness—in those times when it was said that the human organism is a temple of the gods, in those times when people sought to gain insight into the entire world precisely within the human microcosm by interpreting that microcosm.

[ 34 ] Ist es denn nicht so, daß wir von der Welt, die wir, seit wir zum Bewußtsein gekommen sind hier im Erdenleben, die wir da als unsere Welt durchlebt haben, durch unsere Erinnerung wissen? Wir können uns einmal besinnen auf alles das, was wir nur herausbringen können aus unserer Erinnerung. Wir blicken da in unser Inneres und wir haben die Welt, die wir äußerlich erlebt haben, in uns, können gewissermaßen diese Bilder, die wir da in uns seelisch tragen, so anschauen, daß dieses Leben da draußen in diese Bilder eingeflossen ist. Wir verstehen unser Erleben neuerdings, wenn wir zurückblicken auf diese Erinnerungsbilder. Blicken wir jetzt auf unsere körperliche Organisation, verstehen wir diese körperliche Organisation, dann verstehen wir dadurch den Weltenprozeß. Durch unsere Erinnerung im Inneren verstehen wir unser Erleben. Durch unsere gesamte menschliche Organisation verstehen wir, wenn wir sie richtig anzuschauen wissen, den Weltenprozeß. Aber das ist erst Anthroposophie, wenn man den Menschen durch und durch verstehen kann.

[ 34 ] Is it not the case that we know about the world—the world we have lived through here in our earthly life since we first became conscious, the world we have experienced as our own—through our memories? We can reflect on everything we are able to draw from our memories. We look within ourselves and find the world we have experienced externally within us; we can, so to speak, view these images that we carry within our souls in such a way that this life out there has flowed into them. We come to understand our experiences anew when we look back on these images of memory. If we now look at our physical constitution and understand it, we thereby understand the world process. Through our inner memories, we understand our experiences. Through our entire human constitution—if we know how to view it correctly—we understand the world process. But this is only true anthroposophy when one can understand the human being through and through.

[ 35 ] Aber Anthroposophie ist damit zu gleicher Zeit Kosmosophie. Denn so wie Erinnerung von uns Vergegenwärtigung unseres Lebens ist, so ist anthroposophische Erkenntnis Welterinnerung, Vergegenwärtigung des gesamten Weltenprozesses, Kosmosophie. Beide sind in Trennung voneinander gar nicht zu denken. Kosmosophie und Anthroposophie gehören zusammen, Der Mensch ist in der Welt, die Welt im Menschen zu finden. Daher ist es auch nicht Anthropomorphismus in meiner «Geheimwissenschaft», wenn, indem die Entwickelung gegeben ist durch Saturn, Sonne, Mond und so weiter, zu gleicher Zeit eine Menschheitsentwickelung gegeben ist. Weltenentwickelung ist gegeben, Menschheitsentwickelung ist gegeben, weil, je weiter man eindringt in die Geheimnisse des Daseins, um so mehr fließen Welt und Mensch zusammen; um so mehr zeigt sich, daß jene Trennung, die wir für unser Erdenleben haben zwischen Welt und Mensch, eigentlich nur eine Täuschung ist; daß der Mensch der Welt, die Welt dem Menschen angehört, in der Welt der Mensch, im Menschen die Welt zu finden ist.

[ 35 ] But anthroposophy is, at the same time, cosmosophy. For just as memory is, for us, a bringing to mind of our own lives, so anthroposophical knowledge is a memory of the world—a bringing to mind of the entire process of the world—cosmosophy. The two cannot be conceived of separately from one another. Cosmosophy and anthroposophy belong together; humanity is to be found in the world, and the world in humanity. Therefore, it is not anthropomorphism in my *Secret Science* when, as development is brought about by Saturn, the Sun, the Moon, and so on, there is at the same time a development of humanity. World evolution is a given, and human evolution is a given, because the deeper one penetrates into the mysteries of existence, the more the world and humanity flow together; the more it becomes apparent that the separation we experience in our earthly life between the world and humanity is actually nothing but an illusion; that humanity belongs to the world and the world to humanity; that humanity is to be found in the world and the world in humanity.