Nordic and Central European Spiritual Influences
The Feast of the Epiphany
GA 209
23 December 1921, Dornach
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Nordische und mitteleuropäische Geistimpulse.
Der Mensch Als Erdenwesen Und Himmelswesen III
Der Mensch Als Erdenwesen Und Himmelswesen III
[ 1 ] Des öfteren habe ich im Verlauf dieser Vorträge auseinandergesetzt, wie der Schlafzustand des Menschen nicht nur vorhanden ist für den gewöhnlichen Schlaf, sondern wie er hereinspielt in das bewußte Alltagsleben, und zwar so, daß wir auch innerhalb des bewußten Alltagslebens unterscheiden müssen den vollständigen Wachzustand, der nur vorhanden ist mitBezug auf das Vorstellungsleben, von dem, was wir als Gefühlsleben in uns tragen. Dieses ist nicht in demselben Sinne in unseren Wachzustand eingegliedert wie das Vorstellungsleben, sondern für den unbefangenen Betrachter erweist sich das Gefühlsleben gleich dem Traumleben, nur daß das Traumleben in Bildern verläuft und das Gefühlsleben eben in der Art, wie wir es kennen. Doch wird man sehr leicht gewahr werden, wie man auf der einen Seite das Traumleben, das in der bekannten Weise die Bilder von unbekannten Tatsachen, für dasgewöhnliche Bewußtsein unbekannten Tatsachen, hereinzaubert in das Alltagsleben, nur wird beurteilen können mit unserem vorstellenden Unterscheidungsvermögen. Ebenso können wir, und zwar genau so, die Tragweite, die Bedeutung des Gefühlslebens nur beurteilen durch dieses unterscheidende Vorstellungsleben. Und dasjenige, was verläuft bei einem Willensimpuls, bei dem Ausleben, bei dem Wirken eines Willensimpulses, das ist genauso dem gewöhnlichen Bewußtsein verborgen wie dasjenige, was mit dem Menschen als einem seelisch-geistigen Wesen geschieht vom Einschlafen bis zum Aufwachen im traumlosen Schlafzustande. Was da eigentlich vorgeht, wenn wir nur die einfachste Willenshandlung vollziehen, sagen wir, wenn wir nur durch einen Willensimpuls unsere Arme oder unsere Beine heben, das bleibt tatsächlich so verborgen wie die Vorgänge des Schlafens. Nur dadurch, daß wir gewissermaßen den Erfolg der Willenshandlung sehen, tritt die Willenshandlung in unser gewöhnliches Bewußtsein herein. Wir sehen, nachdem wir den Gedanken gefaßt haben, den Arm zu heben — das ist aber ein bloßer Gedanke —, und nachdem der Erfolg eingetreten ist, wie der Arm eben sich hebt. Und diesen Erfolg der Willenshandlung lernen wir wiederum durch das Vorstellungsleben kennen. Dasjenige aber, was sich als eigentliche Willenstatsache abspielt, bleibt dem gewöhnlichen Bewußtsein verborgen, so daß wir alles dasjenige, was Willensimpuls ist, als einen Schlafzustand auch im gewöhnlichen Tagesleben benennen müssen. Und alles dasjenige, was sich als Gefühlsleben abspielt, verläuft gleich dem Traume.
[ 1 ] Des öfteren habe ich im Verlauf dieser Vorträge auseinandergesetzt, wie der Schlafzustand des Menschen nicht nur vorhanden ist für den gewöhnlichen Schlaf, sondern wie er hereinspielt in das bewußte Alltagsleben, und zwar so, daß wir auch innerhalb des bewußten Alltagslebens unterscheiden müssen den vollständigen Wachzustand, der nur vorhanden ist mitBezug auf das Vorstellungsleben, von dem, was wir als Gefühlsleben in uns tragen. Dieses ist nicht in demselben Sinne in unseren Wachzustand eingegliedert wie das Vorstellungsleben, sondern für den unbefangenen Betrachter erweist sich das Gefühlsleben gleich dem Traumleben, nur daß das Traumleben in Bildern verläuft und das Gefühlsleben eben in der Art, wie wir es kennen. Doch wird man sehr leicht gewahr werden, wie man auf der einen Seite das Traumleben, das in der bekannten Weise die Bilder von unbekannten Tatsachen, für dasgewöhnliche Bewußtsein unbekannten Tatsachen, hereinzaubert in das Alltagsleben, nur wird beurteilen können mit unserem vorstellenden Unterscheidungsvermögen. Ebenso können wir, und zwar genau so, die Tragweite, die Bedeutung des Gefühlslebens nur beurteilen durch dieses unterscheidende Vorstellungsleben. Und dasjenige, was verläuft bei einem Willensimpuls, bei dem Ausleben, bei dem Wirken eines Willensimpulses, das ist genauso dem gewöhnlichen Bewußtsein verborgen wie dasjenige, was mit dem Menschen als einem seelisch-geistigen Wesen geschieht vom Einschlafen bis zum Aufwachen im traumlosen Schlafzustande. Was da eigentlich vorgeht, wenn wir nur die einfachste Willenshandlung vollziehen, sagen wir, wenn wir nur durch einen Willensimpuls unsere Arme oder unsere Beine heben, das bleibt tatsächlich so verborgen wie die Vorgänge des Schlafens. Nur dadurch, daß wir gewissermaßen den Erfolg der Willenshandlung sehen, tritt die Willenshandlung in unser gewöhnliches Bewußtsein herein. Wir sehen, nachdem wir den Gedanken gefaßt haben, den Arm zu heben — das ist aber ein bloßer Gedanke —, und nachdem der Erfolg eingetreten ist, wie der Arm eben sich hebt. Und diesen Erfolg der Willenshandlung lernen wir wiederum durch das Vorstellungsleben kennen. Dasjenige aber, was sich als eigentliche Willenstatsache abspielt, bleibt dem gewöhnlichen Bewußtsein verborgen, so daß wir alles dasjenige, was Willensimpuls ist, als einen Schlafzustand auch im gewöhnlichen Tagesleben benennen müssen. Und alles dasjenige, was sich als Gefühlsleben abspielt, verläuft gleich dem Traume.
[ 2 ] Nun handelt es sich darum, daß diese Summe von Tatsachen, die ich eben vorbereitend angeführt habe, ja dem gewöhnlichen Bewußtsein durchaus einleuchten kann. Wenn man in abstracto dieses andeutet, so wird es vielleicht da oder dort nicht gleich verständlich erscheinen. Aber beim Verfolgen der Bewußtseinstatsachen wird man eben finden, daß das Gesagte durchaus richtig ist. Nun aber kann das entwickelte Bewußtsein diese Tatsachen weiter verfolgen, kann namentlich verfolgen, wie das Vorstellungsleben und das Willensleben für den menschlichen Lebenslauf sich im genaueren gestalten. Wir wissen ja, daß aufgestiegen werden kann durch diejenigen Übungen, die ich geschildert habe in verschiedenen Schriften, von der gewöhnlichen, gegenständlichen Erkenntnis zu der imaginativen Erkenntnis. Diese imaginative Erkenntnis zeigt durch ihre Beobachtung erst, wie es sich eigentlich in Wahrheit mit dem Menschen als einer Totalität verhält. Aber es wird noch nützlich sein, sich an gewisse Tatsachen des gewöhnlichen Bewußtseins zu erinnern, bevor ich dasjenige anführe, was die imaginative Erkenntnis zunächst über den Menschen in bezug auf Vorstellen und Wollen zu sagen hat.
[ 2 ] Nun handelt es sich darum, daß diese Summe von Tatsachen, die ich eben vorbereitend angeführt habe, ja dem gewöhnlichen Bewußtsein durchaus einleuchten kann. Wenn man in abstracto dieses andeutet, so wird es vielleicht da oder dort nicht gleich verständlich erscheinen. Aber beim Verfolgen der Bewußtseinstatsachen wird man eben finden, daß das Gesagte durchaus richtig ist. Nun aber kann das entwickelte Bewußtsein diese Tatsachen weiter verfolgen, kann namentlich verfolgen, wie das Vorstellungsleben und das Willensleben für den menschlichen Lebenslauf sich im genaueren gestalten. Wir wissen ja, daß aufgestiegen werden kann durch diejenigen Übungen, die ich geschildert habe in verschiedenen Schriften, von der gewöhnlichen, gegenständlichen Erkenntnis zu der imaginativen Erkenntnis. Diese imaginative Erkenntnis zeigt durch ihre Beobachtung erst, wie es sich eigentlich in Wahrheit mit dem Menschen als einer Totalität verhält. Aber es wird noch nützlich sein, sich an gewisse Tatsachen des gewöhnlichen Bewußtseins zu erinnern, bevor ich dasjenige anführe, was die imaginative Erkenntnis zunächst über den Menschen in bezug auf Vorstellen und Wollen zu sagen hat.
[ 3 ] Betrachten wir einmal unser eigentliches Denkleben, das Vorstellungsleben. Sie werden sich ohne weiteres sagen müssen: Dieses Vorstellungsieben wird eigentlich nicht bei einem unbefangenen Erleben als Realität empfunden. Die Vorstellungen treten in unserem Seelenleben auf, und es ist ja zweifellos, daß für den äußeren Verlauf einer Tatsache der innere Vorstellungsverlauf des Menschen etwas Hinzugekommenes ist. Der äußere Verlauf der Tatsache verlangt nicht unmittelbar, daß er begleitet werde von dem inneren Erlebnis des Vorstellens. Dieselbe Tatsache, die wir vorstellen, könnte sich auch abspielen, ohne daß wir sie vorstellend erleben. Aber auch das Sich-Versenken in die Vorstellungen lehrt uns, wie wir im Vorstellungsleben in etwas Unrealem zunächst gegenüber der Außenwelt leben. Dagegen gerade mit Bezug auf das Willensleben, das sich für das gewöhnliche Bewußtsein wie im Schlafe erlebt ausnimmt, werden wir uns unserer eigenen Realität und der realen Beziehungen von uns zur Welt bewußt. Indem wir bloß vorstellen, müssen wir immer mehr und mehr darauf kommen: Die Vorstellungen leben in uns, wie Bilder von Gegenständen im Spiegel vorhanden sind. Und so wenig wir mit Bezug auf das, was wir gewöhnlich die reale Welt nennen, die Bilder im Spiegel als etwas auch Reales empfinden, ebenso wenig können wir bei gesunder Vernunft die Vorstellungen als solche als etwas Reales empfinden.
[ 3 ] Betrachten wir einmal unser eigentliches Denkleben, das Vorstellungsleben. Sie werden sich ohne weiteres sagen müssen: Dieses Vorstellungsieben wird eigentlich nicht bei einem unbefangenen Erleben als Realität empfunden. Die Vorstellungen treten in unserem Seelenleben auf, und es ist ja zweifellos, daß für den äußeren Verlauf einer Tatsache der innere Vorstellungsverlauf des Menschen etwas Hinzugekommenes ist. Der äußere Verlauf der Tatsache verlangt nicht unmittelbar, daß er begleitet werde von dem inneren Erlebnis des Vorstellens. Dieselbe Tatsache, die wir vorstellen, könnte sich auch abspielen, ohne daß wir sie vorstellend erleben. Aber auch das Sich-Versenken in die Vorstellungen lehrt uns, wie wir im Vorstellungsleben in etwas Unrealem zunächst gegenüber der Außenwelt leben. Dagegen gerade mit Bezug auf das Willensleben, das sich für das gewöhnliche Bewußtsein wie im Schlafe erlebt ausnimmt, werden wir uns unserer eigenen Realität und der realen Beziehungen von uns zur Welt bewußt. Indem wir bloß vorstellen, müssen wir immer mehr und mehr darauf kommen: Die Vorstellungen leben in uns, wie Bilder von Gegenständen im Spiegel vorhanden sind. Und so wenig wir mit Bezug auf das, was wir gewöhnlich die reale Welt nennen, die Bilder im Spiegel als etwas auch Reales empfinden, ebenso wenig können wir bei gesunder Vernunft die Vorstellungen als solche als etwas Reales empfinden.
[ 4 ] Es hindert uns aber noch etwas, die Vorstellungen als etwas Reales aufzufassen. Das ist unser Freiheitsgefühl. Denken Sie sich einmal: Indem wir vorstellen,lebten wir in unseren Vorstellungen so, daß dieseVorstellungen in uns wie Naturwirkungen abliefen. Das Vorstellungsleben wäre so etwas wie ein äußeres Geschehen der Natur, das sich als Notwendiges abspielt. Wir würden da eingesponnen sein in eine Kette von Notwendigkeiten. Wir würden nur dasjenige denken können, was in der Kette der äußeren Naturnotwendigkeiten drinnensteht. Wir würden niemals das Gefühl der Freiheit, das aber als solches eine Tatsache ist, haben können. Als freieMenschen können wir uns nur empfinden, wenn dasjenige, was als freie Impulse in uns lebt, aus Bildern entspringt, die sich heraussetzen aus der gewöhnlichen Kette der notwendigen Naturtatsachen. Nur weil wir in unseren Vorstellungen in Bildern leben, die nicht in die Reihe der notwendigen Naturerscheinungen eingegliedert sind, können wir aus diesen Vorstellungen heraus die freien Willensimpulse erleben.
[ 4 ] Es hindert uns aber noch etwas, die Vorstellungen als etwas Reales aufzufassen. Das ist unser Freiheitsgefühl. Denken Sie sich einmal: Indem wir vorstellen,lebten wir in unseren Vorstellungen so, daß dieseVorstellungen in uns wie Naturwirkungen abliefen. Das Vorstellungsleben wäre so etwas wie ein äußeres Geschehen der Natur, das sich als Notwendiges abspielt. Wir würden da eingesponnen sein in eine Kette von Notwendigkeiten. Wir würden nur dasjenige denken können, was in der Kette der äußeren Naturnotwendigkeiten drinnensteht. Wir würden niemals das Gefühl der Freiheit, das aber als solches eine Tatsache ist, haben können. Als freieMenschen können wir uns nur empfinden, wenn dasjenige, was als freie Impulse in uns lebt, aus Bildern entspringt, die sich heraussetzen aus der gewöhnlichen Kette der notwendigen Naturtatsachen. Nur weil wir in unseren Vorstellungen in Bildern leben, die nicht in die Reihe der notwendigen Naturerscheinungen eingegliedert sind, können wir aus diesen Vorstellungen heraus die freien Willensimpulse erleben.
[ 5 ] Wenn wir also das Vorstellungsleben in dieser Art betrachten, empfinden wir es überall als etwas Irreales. Dagegen ist eben das Willensleben dasjenige, was uns unsere Realität versichert. Dasjenige, was als Willenshandlung zutage tritt, bringt Veränderungen in der äußeren Welt hervor, die wir als Realitäten ansehen müssen. Wir greifen durch unseren Willen real in die äußere Welt ein. Deshalb können wir auch nur die Empfindung haben, daß, indem wir Willenswesen sind, wir real in der Außenwelt drinnenstehen. Wenn wir nun von diesen schon durch das gewöhnliche Bewußtsein leicht zu konstatierenden Tatsachen vorschreiten zu dem, was uns die Imagination sagen kann, so gelangen wir zu folgendem: Es ist wirklich so, daß wenn wir die imaginative Erkenntnis uns aneignen und dann von dieser aus versuchen, zu einer Selbsterkenntnis des Menschen zu kommen, dann nimmt sich der Mensch vor dieser imaginativen Erkenntnis zunächst in zweifacher Art als ein ganz anderes Wesen aus, als er es für das gewöhnliche Bewußtsein ist. Für das gewöhnliche Bewußtsein steht unser physischer Leib so vor uns, daß er gewissermaßen eine in sich abgeschlossene, ruhende Wesenheit ist. Wir unterscheiden am physischen Leibe seine einzelnen Organe, und wir bekommen, indem wir so mit dem gewöhnlichen Bewußtseinszustand diese einzelnen Organe des physischen Leibes betrachten, den Eindruck, es mit abgeschlossenen Leibesgliedern zu tun zu haben, die wir aufzeichnen können, die also festgeschlossene Konturen haben, die ein in sich Ruhendes sind.
[ 5 ] Wenn wir also das Vorstellungsleben in dieser Art betrachten, empfinden wir es überall als etwas Irreales. Dagegen ist eben das Willensleben dasjenige, was uns unsere Realität versichert. Dasjenige, was als Willenshandlung zutage tritt, bringt Veränderungen in der äußeren Welt hervor, die wir als Realitäten ansehen müssen. Wir greifen durch unseren Willen real in die äußere Welt ein. Deshalb können wir auch nur die Empfindung haben, daß, indem wir Willenswesen sind, wir real in der Außenwelt drinnenstehen. Wenn wir nun von diesen schon durch das gewöhnliche Bewußtsein leicht zu konstatierenden Tatsachen vorschreiten zu dem, was uns die Imagination sagen kann, so gelangen wir zu folgendem: Es ist wirklich so, daß wenn wir die imaginative Erkenntnis uns aneignen und dann von dieser aus versuchen, zu einer Selbsterkenntnis des Menschen zu kommen, dann nimmt sich der Mensch vor dieser imaginativen Erkenntnis zunächst in zweifacher Art als ein ganz anderes Wesen aus, als er es für das gewöhnliche Bewußtsein ist. Für das gewöhnliche Bewußtsein steht unser physischer Leib so vor uns, daß er gewissermaßen eine in sich abgeschlossene, ruhende Wesenheit ist. Wir unterscheiden am physischen Leibe seine einzelnen Organe, und wir bekommen, indem wir so mit dem gewöhnlichen Bewußtseinszustand diese einzelnen Organe des physischen Leibes betrachten, den Eindruck, es mit abgeschlossenen Leibesgliedern zu tun zu haben, die wir aufzeichnen können, die also festgeschlossene Konturen haben, die ein in sich Ruhendes sind.
[ 6 ] Das hört in dem Augenblicke auf, wo wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen und dann unser Leibesleben von dem Gesichtspunkte der imaginativen Erkenntnis aus betrachten. Da gibt es also kein Ruhendes, das wir, wenn wir nicht schematisch werden wollen schematisch kann man natürlich alles zeichnen —, als in sich abgeschlossene Figuren zeichnen können. Wir können dasjenige, was uns die imaginative Erkenntnis gibt über Lunge, Herz, Leber und so weiter nicht in abgeschlossenen Konturen aufzeigen, sondern dasjenige, was uns über den physischen Leib die imaginative Erkenntnis gibt, ist ein fortwährendes in sich Bewegliches, ist ein Geschehen, ist kein Ruhendes. Es ist ein Prozeß, ein Werden. Es ist ein Fluß, den wir gewahr werden, wenn wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen. Alles brodelt, möchte ich sagen, alles bewegt sich innerlich, und zwar nicht nur räumlich, sondern auch in intensivem Sinne; das eine fließt in das andere über. Wir haben nicht mehr ruhende Organe, nicht mehr in sich geschlossene Organe vor uns, wir haben ein lebendiges Werden, ein Leben und Weben vor uns. Wir können nicht mehr sprechen von Lunge, Herz und Leber, sondern wir müssen sprechen von dem Lungenprozeß, von dem Herzensprozeß, von dem Leberprozeß. Und wiederum, diese einzelnen Prozesse setzen sich zusammen zu dem Gesamtprozeß Mensch. Das ist das Eigenrümliche, daß sich der Mensch in dem Augenblicke, wo er vom Gesichtspunkt der imaginativen Erkenntnis aus betrachtet wird, sich ausnimmt als ein in sich Bewegliches, als ein fortdauernd in jedem Augenblicke Werdendes.
[ 6 ] Das hört in dem Augenblicke auf, wo wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen und dann unser Leibesleben von dem Gesichtspunkte der imaginativen Erkenntnis aus betrachten. Da gibt es also kein Ruhendes, das wir, wenn wir nicht schematisch werden wollen schematisch kann man natürlich alles zeichnen —, als in sich abgeschlossene Figuren zeichnen können. Wir können dasjenige, was uns die imaginative Erkenntnis gibt über Lunge, Herz, Leber und so weiter nicht in abgeschlossenen Konturen aufzeigen, sondern dasjenige, was uns über den physischen Leib die imaginative Erkenntnis gibt, ist ein fortwährendes in sich Bewegliches, ist ein Geschehen, ist kein Ruhendes. Es ist ein Prozeß, ein Werden. Es ist ein Fluß, den wir gewahr werden, wenn wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen. Alles brodelt, möchte ich sagen, alles bewegt sich innerlich, und zwar nicht nur räumlich, sondern auch in intensivem Sinne; das eine fließt in das andere über. Wir haben nicht mehr ruhende Organe, nicht mehr in sich geschlossene Organe vor uns, wir haben ein lebendiges Werden, ein Leben und Weben vor uns. Wir können nicht mehr sprechen von Lunge, Herz und Leber, sondern wir müssen sprechen von dem Lungenprozeß, von dem Herzensprozeß, von dem Leberprozeß. Und wiederum, diese einzelnen Prozesse setzen sich zusammen zu dem Gesamtprozeß Mensch. Das ist das Eigenrümliche, daß sich der Mensch in dem Augenblicke, wo er vom Gesichtspunkt der imaginativen Erkenntnis aus betrachtet wird, sich ausnimmt als ein in sich Bewegliches, als ein fortdauernd in jedem Augenblicke Werdendes.
[ 7 ] Beachten Sie aber, welche Bedeutung dieser veränderte Anblick des Menschen hat. Wenn wir den menschlichen Leib mit seinen festkonturierten Gliedern betrachten und dann den Seelenblick werfen auf unser inneres Seelenleben, dann sehen wir im Seelenleben niemals etwas, was wir mit festen Konturen aufzeichnen könnten. Wir sehen im Seelenleben etwas, was in der Zeit verläuft, was immer wird und niemals ruhend ist. Das Seelenleben stellt sich uns zwar dar als ein nur innerlich geistig-seelisch anschaubarer, aber doch deutlich vorliegender Prozeß. Dieser Prozeß des Seelenlebens, der schon für das gewöhnliche Bewußtsein bei einer unbefangenen Innenschau des Menschen da ist, dieses Werden des Seelenlebens ist sehr wenig ähnlich dem in sich ruhenden Leibesleben. Gewiß, das Leibesleben zeigt uns auch Bewegung, die Atmungsbewegung, die Zirkulationsbewegung; allein ich möchte sagen, da haben wir einen Übergang zu dem Beweglichen, als das sich uns der Mensch darstellt vor der imaginativen Erkenntnis. Aber gegenüber den feinen, subtilen Bewegungen, die der imaginativen Erkenntnis sich ergeben von dem menschlichen physischen Leibe, verhält sich dasjenige, was uns als Blutzirkulation, als Atmungsbewegung, als sonstige Bewegung im Leibe auftritt, doch wie ein etwas verhältnismäßig Ruhendes. Kurz, dasjenige, was man mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in der gegenständlichen Erkenntnis als den menschlichen Leib wahrnimmt, das ist sehr verschieden von dem, was man wahrnimmt als das Seelenleben, das ein immerwährendes Werdendes, ein in sich Bewegliches, ein nie Ruhendes ist. Wenn wir aber imaginativ den menschlichen Leib betrachten, dann wird er innerlich beweglich, das heißt, er wird in seinem Anblicke dem Seelenleben ähnlicher. So liefert uns die imaginative Erkenntnis die Möglichkeit, ich möchte sagen, den Anblick des physischen Leibes in das Seelische heraufzuheben. Seele und Leib nähern sich. Der Leib, der physische Körper wird seelenähnlicher für die imaginative Erkenntnis.
[ 7 ] Beachten Sie aber, welche Bedeutung dieser veränderte Anblick des Menschen hat. Wenn wir den menschlichen Leib mit seinen festkonturierten Gliedern betrachten und dann den Seelenblick werfen auf unser inneres Seelenleben, dann sehen wir im Seelenleben niemals etwas, was wir mit festen Konturen aufzeichnen könnten. Wir sehen im Seelenleben etwas, was in der Zeit verläuft, was immer wird und niemals ruhend ist. Das Seelenleben stellt sich uns zwar dar als ein nur innerlich geistig-seelisch anschaubarer, aber doch deutlich vorliegender Prozeß. Dieser Prozeß des Seelenlebens, der schon für das gewöhnliche Bewußtsein bei einer unbefangenen Innenschau des Menschen da ist, dieses Werden des Seelenlebens ist sehr wenig ähnlich dem in sich ruhenden Leibesleben. Gewiß, das Leibesleben zeigt uns auch Bewegung, die Atmungsbewegung, die Zirkulationsbewegung; allein ich möchte sagen, da haben wir einen Übergang zu dem Beweglichen, als das sich uns der Mensch darstellt vor der imaginativen Erkenntnis. Aber gegenüber den feinen, subtilen Bewegungen, die der imaginativen Erkenntnis sich ergeben von dem menschlichen physischen Leibe, verhält sich dasjenige, was uns als Blutzirkulation, als Atmungsbewegung, als sonstige Bewegung im Leibe auftritt, doch wie ein etwas verhältnismäßig Ruhendes. Kurz, dasjenige, was man mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in der gegenständlichen Erkenntnis als den menschlichen Leib wahrnimmt, das ist sehr verschieden von dem, was man wahrnimmt als das Seelenleben, das ein immerwährendes Werdendes, ein in sich Bewegliches, ein nie Ruhendes ist. Wenn wir aber imaginativ den menschlichen Leib betrachten, dann wird er innerlich beweglich, das heißt, er wird in seinem Anblicke dem Seelenleben ähnlicher. So liefert uns die imaginative Erkenntnis die Möglichkeit, ich möchte sagen, den Anblick des physischen Leibes in das Seelische heraufzuheben. Seele und Leib nähern sich. Der Leib, der physische Körper wird seelenähnlicher für die imaginative Erkenntnis.
[ 8 ] Aber ich habe Ihnen jetzt eigentlich zwei Dinge vorgeführt, welche auf ganz verschiedenen Feldern liegen. Ich habe Ihnen vorgeführt den Anblick, den der physische Leib für die imaginative Erkenntnis bietet, habe Ihnen vorgeführt, daß er da ein in sich Bewegliches, ein fortwährend Werdendes ist, und ich habe Ihnen dann gezeigt, wie schon für das gewöhnliche Bewußtsein in der Innenschau das gewöhnliche Seelenleben ein solches Werdendes, ein nie Ruhendes, ein in der Zeit Verlaufendes, ein Leben ist, das wir eben nicht in feste Konturen fassen und etwa in solchen aufzeichnen können.
[ 8 ] Aber ich habe Ihnen jetzt eigentlich zwei Dinge vorgeführt, welche auf ganz verschiedenen Feldern liegen. Ich habe Ihnen vorgeführt den Anblick, den der physische Leib für die imaginative Erkenntnis bietet, habe Ihnen vorgeführt, daß er da ein in sich Bewegliches, ein fortwährend Werdendes ist, und ich habe Ihnen dann gezeigt, wie schon für das gewöhnliche Bewußtsein in der Innenschau das gewöhnliche Seelenleben ein solches Werdendes, ein nie Ruhendes, ein in der Zeit Verlaufendes, ein Leben ist, das wir eben nicht in feste Konturen fassen und etwa in solchen aufzeichnen können.
[ 9 ] Wenn wir aber zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen, so verändert sich auch für die Innenschau dieses Seelenleben, und es verändert sich in der entgegengesetzten Richtung wie das Leibesleben. Das ist ja das Merkwürdige, daß, indem wir uns mit imaginativen Erkenntnissen durchtränken, wir nicht mehr fühlen diese freie Beweglichkeit in den Gedanken, diese freie Beweglichkeit in der Verbindung des einen Gedankens mit dem andern. Wir fühlen auch, daß, indem wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen, unsere Gedanken etwas unser Seelenleben Bezwingendes haben. Im gewöhnlichen Bewußtsein können wir einen Gedanken zu dem andern hinzufügen. Wir können ganz mit innerlicher Freiheit ein Subjekt mit einem Prädikat verbinden. Wir können es auch unterlassen, und wir fühlen uns frei in dieser Verbindung der einen Vorstellung mit der andern.
[ 9 ] Wenn wir aber zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen, so verändert sich auch für die Innenschau dieses Seelenleben, und es verändert sich in der entgegengesetzten Richtung wie das Leibesleben. Das ist ja das Merkwürdige, daß, indem wir uns mit imaginativen Erkenntnissen durchtränken, wir nicht mehr fühlen diese freie Beweglichkeit in den Gedanken, diese freie Beweglichkeit in der Verbindung des einen Gedankens mit dem andern. Wir fühlen auch, daß, indem wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen, unsere Gedanken etwas unser Seelenleben Bezwingendes haben. Im gewöhnlichen Bewußtsein können wir einen Gedanken zu dem andern hinzufügen. Wir können ganz mit innerlicher Freiheit ein Subjekt mit einem Prädikat verbinden. Wir können es auch unterlassen, und wir fühlen uns frei in dieser Verbindung der einen Vorstellung mit der andern.
[ 10 ] Das ist nicht so, wenn wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen. Da fühlen wir uns in der Gedankenwelt wie in etwas, das sich durch seine eigenen Kräfte abspielt. Da fühlen wir uns wie eingesponnen in das Gedankennetz, so daß sich nicht durch uns, sondern durch die eigenen Kräfte ein Gedanke mit dem andern verbindet. Wir können gar nicht mehr sagen, wenn wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen: Ich denke. — Wir müssen beginnen dann zu sagen: Es denkt. — Und wir sind in dieses «Es denkt» eingesponnen. Wir fangen an, das Denken als einen realen Prozeß zu empfinden. Wir fühlen es so als einen realen Prozeß in uns, wie wir etwa im gewöhnlichen Alltagsleben fühlen, daß uns dieser Schmerz ergreift und wieder verläßt, diese Lust kommt und wieder geht. Wir fühlen Realität in der Gedankenwelt, indem wir uns zur imaginativen Erkenntnis erheben. Wir fühlen etwas in unserer Gedankenwelt, was ähnlich wird dem Erleben, das wir gegenüber dem physischen Leibe sonst haben. Daraus ersehen Sie, daß durch die imaginative Erkenntnis das vorstellende Seelenleben noch mehr ähnlicher wird dem Leibesleben, als das Seelenleben ähnlich diesem Leibesleben ist, das für das gewöhnliche Bewußtsein in Innenschau ergriffen wird. Kurz, für die imaginative Erkenntnis wird der Leib sehr seelenähnlich. Die Seele aber wird leibesähnlich, allerdings ähnlich den Leibesvorgängen, wie sie sich als Werdendes dem imaginativen Bewußtsein enthüllen. So nähert sich das Seelische dem Leiblichen für die imaginative Erkenntnis, und das Leibliche dem Seelischen. Wir sehen gewissermaßen ineinanderdringen, einander ähnlich werden Seelisch-Geistiges und Körperlich-Physisches, indem wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen. Wir werden gewissermaßen im Erleben des Seelischen von einem Materialismus ergriffen, und unser Anschauen des Leibeslebens, des physischen Lebens überhaupt, wird spiritualisiert. Das ist eine wichtige Tatsache, die sich für die imaginative Erkenntnis ergibt.
[ 10 ] Das ist nicht so, wenn wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen. Da fühlen wir uns in der Gedankenwelt wie in etwas, das sich durch seine eigenen Kräfte abspielt. Da fühlen wir uns wie eingesponnen in das Gedankennetz, so daß sich nicht durch uns, sondern durch die eigenen Kräfte ein Gedanke mit dem andern verbindet. Wir können gar nicht mehr sagen, wenn wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen: Ich denke. — Wir müssen beginnen dann zu sagen: Es denkt. — Und wir sind in dieses «Es denkt» eingesponnen. Wir fangen an, das Denken als einen realen Prozeß zu empfinden. Wir fühlen es so als einen realen Prozeß in uns, wie wir etwa im gewöhnlichen Alltagsleben fühlen, daß uns dieser Schmerz ergreift und wieder verläßt, diese Lust kommt und wieder geht. Wir fühlen Realität in der Gedankenwelt, indem wir uns zur imaginativen Erkenntnis erheben. Wir fühlen etwas in unserer Gedankenwelt, was ähnlich wird dem Erleben, das wir gegenüber dem physischen Leibe sonst haben. Daraus ersehen Sie, daß durch die imaginative Erkenntnis das vorstellende Seelenleben noch mehr ähnlicher wird dem Leibesleben, als das Seelenleben ähnlich diesem Leibesleben ist, das für das gewöhnliche Bewußtsein in Innenschau ergriffen wird. Kurz, für die imaginative Erkenntnis wird der Leib sehr seelenähnlich. Die Seele aber wird leibesähnlich, allerdings ähnlich den Leibesvorgängen, wie sie sich als Werdendes dem imaginativen Bewußtsein enthüllen. So nähert sich das Seelische dem Leiblichen für die imaginative Erkenntnis, und das Leibliche dem Seelischen. Wir sehen gewissermaßen ineinanderdringen, einander ähnlich werden Seelisch-Geistiges und Körperlich-Physisches, indem wir zur imaginativen Erkenntnis aufsteigen. Wir werden gewissermaßen im Erleben des Seelischen von einem Materialismus ergriffen, und unser Anschauen des Leibeslebens, des physischen Lebens überhaupt, wird spiritualisiert. Das ist eine wichtige Tatsache, die sich für die imaginative Erkenntnis ergibt.
[ 11 ] Und wenn dann weiter vorgeschritten wird zur inspirierten Erkenntnis, dann enthülltsich uns ein weiteres Geheimnis über die menschliche Wesenheit. Wir lernen nachher durch die inspirierte Erkenntnis das Denken, das Vorstellen nach seinem materiellen Charakter noch mehr kennen. Wir durchschauen, was eigentlich sich abspielt, indem wir denken. Ich sagte: Wir kommen heraus aus der Freiheit des Gedankenlebens. Es denkt, und wir sind in dieses «Es denkt» eingesponnen. Es sind unter Umständen dieselben Gedanken, die wir in freier Weise im gewöhnlichen Bewußtsein verbinden und trennen, und die wir im imaginativen Erleben wie in innerer Notwendigkeit sich abspielend verspüren. Daraus ersehen wir, daß nicht im Gedankenleben als solchem Freiheit und Notwendigkeit liegt, sondern in unserem Zustande, in unserem Verhältnisse zu dem Gedankenleben im gewöhnlichen physischen Bewußtsein. Aber wir lernen erkennen, wie es eigentlich steht mit dem im gewöhnlichen Bewußtsein vorhandenen Erleben der Irrealität der Gedanken. Wir lernen verstehen, warum wir die Gedanken als irreal erleben. Folgendes nämlich stellt sich heraus: Der organische Prozeß, der in uns vorgeht, verläuft ja so, daß unser Organismus sich Stoffe aneignet und auch Stoffe abscheidet. Aber nicht allein diejenigen Stoffe, welche sich aus dem organischen Prozesse unseres Leibes heraussondern, werden durch die Abscheidungsorgane nach außen gestoßen, sondern es lagern sich fortwährend in uns selber solche Stoffe ab. Die bleiben gewissermaßen längs unserer Nervenbahn und an sonstigen Orten unseres Organismus liegen; die werden ausgestoßen aus dem Lebensprozeß. Wir haben es fortwährend in unserem Lebensprozeß damit zu tun, daß sich Lebloses aussondert. Wer im Genauen verfolgen kann den menschlichen Lebensprozeß, der wird wahrnehmen können, daß sich überall im Organismus unorganische Stoffe ablagern. Die groben Massen werden ausgeschieden; aber in feiner Weise lagern sich überall Stoffe ab. So daß wir sagen können: Der menschliche Organismus lebt so, daß er zunächst den organischen Prozeß in sich trägt, den ich Ihnen hier mit weißer Kreide schematisch darstellen will. Aber innerhalb dieses organischen Prozesses sehen wir überall unorganische, leblose Stoffe, die nicht ausgeschieden werden, sondern sich überall ablagern, die ich hier mit roter Kreide schematisch einzeichnen will. Ich zeichnete oben die roten Punkte besonders dicht, weil hauptsächlich diese sich nicht ausscheidenden leblosen Stoffe in dem Kopforgan des Menschen sich absondern, wo sie liegen bleiben. Nun ist der ganze menschliche Organismus von dem Ich durchdrungen. Ich zeichne mit grüner Kreide dieses Ich in die schematische Zeichnung ein. Es kommt innerhalb unseres Organismus das Ich mit den leblos ausgeschiedenen Stoffen in Berührung. Es durchdtringt sie. Es gibt also in unserem Organismus etwas, das sich so ausnimmt, daß auf der einen Seite das Ich durchdringt den organischen Prozeß, den Prozeß, innerhalb welchem die Stoffe als lebendige Stoffe enthalten sind, daß aber das Ich auch durchdringt dasjenige, was Lebloses, ich möchte sagen, Mineralisiertes in unserem Organismus ist. Wenn wir denken, so geht fortwährend das vor sich, daß, angeregt durch die äußeren Sinneswahrnehmungen oder auch durch die Erinnerungen, das Ich gewissermaßen sich bemächtigt dieser leblosen Stoffe und sie im Sinne der äußeren Sinnesanregungen oder der Anregung durch die Erinnerungen aufpendelt, mit ihnen in uns, ich darf schon sagen, zeichnet. Denn es ist keine bildliche Vorstellung, sondern es entspricht durchaus der Realität, daß dasIch diese unorganischen Stoffe wirklich so verwendet, wie wenn ich etwa jetzt, vergleichsweise gesprochen, mir hier Kreide pulverisieren würde und dann mit dem Finger das Kreidepulver nehmen würde und dann mit diesem bekreideten Finger allerlei Figuren hinzeichnete. Es ist so, daß tatsächlich das Ich diese leblosen Stoffe aufpendelt, sich ihrer bemächtigt und in uns Figuren einzeichnet, die allerdings den Figuren, die wir gewöhnlich äußerlich aufzeichnen, nicht ganz ähnlich sehen. Aber es wird in uns durch das Ich mit Hilfe des leblosen Stoffes tatsächlich gezeichnet, kristallisiert, wenn auch nicht in den Kristallgestalten, die wir im mineralischen Reiche finden (siehe Schema, rot). Dasjenige, was sich so abspielt zwischen dem Ich und dem, was in uns mineralisch geworden ist, und zwar sich als sogar fein-feste, mineralisierte Substanzen absondert, das ist dasjenige, was als Materielles unserem Denken zugrunde liegt. Der inspirierten Erkenntnis ergibt sich also der Denkprozeß, der Vorstellungsprozeß tatsächlich als eine Behandlung des Mineralisierten im menschlichen Organismus durch das Ich. Das ist die genauere Schilderung desjenigen; was ich oftmals abstrakt charakterisiert habe, wenn ich sagte: Indem wir denken, sterben wir fortwährend ab. Das in uns Ersterbende, das sich aus dem Leben Heraushebende, das sich Mineralisierende ist dasjenige, mit dem das Ich in uns zeichnet, und mit dem das Ich tatsächlich die Summe unserer Gedanken zeichnet. Es ist ein Wirken und Weben des Ich im mineralischen Reiche, in jenem mineralischen Reiche, das in uns erst wird, das wir als unser Denken haben.
[ 11 ] Und wenn dann weiter vorgeschritten wird zur inspirierten Erkenntnis, dann enthülltsich uns ein weiteres Geheimnis über die menschliche Wesenheit. Wir lernen nachher durch die inspirierte Erkenntnis das Denken, das Vorstellen nach seinem materiellen Charakter noch mehr kennen. Wir durchschauen, was eigentlich sich abspielt, indem wir denken. Ich sagte: Wir kommen heraus aus der Freiheit des Gedankenlebens. Es denkt, und wir sind in dieses «Es denkt» eingesponnen. Es sind unter Umständen dieselben Gedanken, die wir in freier Weise im gewöhnlichen Bewußtsein verbinden und trennen, und die wir im imaginativen Erleben wie in innerer Notwendigkeit sich abspielend verspüren. Daraus ersehen wir, daß nicht im Gedankenleben als solchem Freiheit und Notwendigkeit liegt, sondern in unserem Zustande, in unserem Verhältnisse zu dem Gedankenleben im gewöhnlichen physischen Bewußtsein. Aber wir lernen erkennen, wie es eigentlich steht mit dem im gewöhnlichen Bewußtsein vorhandenen Erleben der Irrealität der Gedanken. Wir lernen verstehen, warum wir die Gedanken als irreal erleben. Folgendes nämlich stellt sich heraus: Der organische Prozeß, der in uns vorgeht, verläuft ja so, daß unser Organismus sich Stoffe aneignet und auch Stoffe abscheidet. Aber nicht allein diejenigen Stoffe, welche sich aus dem organischen Prozesse unseres Leibes heraussondern, werden durch die Abscheidungsorgane nach außen gestoßen, sondern es lagern sich fortwährend in uns selber solche Stoffe ab. Die bleiben gewissermaßen längs unserer Nervenbahn und an sonstigen Orten unseres Organismus liegen; die werden ausgestoßen aus dem Lebensprozeß. Wir haben es fortwährend in unserem Lebensprozeß damit zu tun, daß sich Lebloses aussondert. Wer im Genauen verfolgen kann den menschlichen Lebensprozeß, der wird wahrnehmen können, daß sich überall im Organismus unorganische Stoffe ablagern. Die groben Massen werden ausgeschieden; aber in feiner Weise lagern sich überall Stoffe ab. So daß wir sagen können: Der menschliche Organismus lebt so, daß er zunächst den organischen Prozeß in sich trägt, den ich Ihnen hier mit weißer Kreide schematisch darstellen will. Aber innerhalb dieses organischen Prozesses sehen wir überall unorganische, leblose Stoffe, die nicht ausgeschieden werden, sondern sich überall ablagern, die ich hier mit roter Kreide schematisch einzeichnen will. Ich zeichnete oben die roten Punkte besonders dicht, weil hauptsächlich diese sich nicht ausscheidenden leblosen Stoffe in dem Kopforgan des Menschen sich absondern, wo sie liegen bleiben. Nun ist der ganze menschliche Organismus von dem Ich durchdrungen. Ich zeichne mit grüner Kreide dieses Ich in die schematische Zeichnung ein. Es kommt innerhalb unseres Organismus das Ich mit den leblos ausgeschiedenen Stoffen in Berührung. Es durchdtringt sie. Es gibt also in unserem Organismus etwas, das sich so ausnimmt, daß auf der einen Seite das Ich durchdringt den organischen Prozeß, den Prozeß, innerhalb welchem die Stoffe als lebendige Stoffe enthalten sind, daß aber das Ich auch durchdringt dasjenige, was Lebloses, ich möchte sagen, Mineralisiertes in unserem Organismus ist. Wenn wir denken, so geht fortwährend das vor sich, daß, angeregt durch die äußeren Sinneswahrnehmungen oder auch durch die Erinnerungen, das Ich gewissermaßen sich bemächtigt dieser leblosen Stoffe und sie im Sinne der äußeren Sinnesanregungen oder der Anregung durch die Erinnerungen aufpendelt, mit ihnen in uns, ich darf schon sagen, zeichnet. Denn es ist keine bildliche Vorstellung, sondern es entspricht durchaus der Realität, daß dasIch diese unorganischen Stoffe wirklich so verwendet, wie wenn ich etwa jetzt, vergleichsweise gesprochen, mir hier Kreide pulverisieren würde und dann mit dem Finger das Kreidepulver nehmen würde und dann mit diesem bekreideten Finger allerlei Figuren hinzeichnete. Es ist so, daß tatsächlich das Ich diese leblosen Stoffe aufpendelt, sich ihrer bemächtigt und in uns Figuren einzeichnet, die allerdings den Figuren, die wir gewöhnlich äußerlich aufzeichnen, nicht ganz ähnlich sehen. Aber es wird in uns durch das Ich mit Hilfe des leblosen Stoffes tatsächlich gezeichnet, kristallisiert, wenn auch nicht in den Kristallgestalten, die wir im mineralischen Reiche finden (siehe Schema, rot). Dasjenige, was sich so abspielt zwischen dem Ich und dem, was in uns mineralisch geworden ist, und zwar sich als sogar fein-feste, mineralisierte Substanzen absondert, das ist dasjenige, was als Materielles unserem Denken zugrunde liegt. Der inspirierten Erkenntnis ergibt sich also der Denkprozeß, der Vorstellungsprozeß tatsächlich als eine Behandlung des Mineralisierten im menschlichen Organismus durch das Ich. Das ist die genauere Schilderung desjenigen; was ich oftmals abstrakt charakterisiert habe, wenn ich sagte: Indem wir denken, sterben wir fortwährend ab. Das in uns Ersterbende, das sich aus dem Leben Heraushebende, das sich Mineralisierende ist dasjenige, mit dem das Ich in uns zeichnet, und mit dem das Ich tatsächlich die Summe unserer Gedanken zeichnet. Es ist ein Wirken und Weben des Ich im mineralischen Reiche, in jenem mineralischen Reiche, das in uns erst wird, das wir als unser Denken haben.


[ 12 ] Sehen Sie, das, was ich Ihnen hier charakterisiere, ist es, was, ich möchte sagen, in einer irrtümlichen Ahnung dem Materialismus des 19. Jahrhunderts aufgegangen ist. Dieser Materialismus kam in seinen besten Vertretern — einer der besten Vertreter dieses Materialismus war ja Czolbe —, zu der Ahnung davon, daß, während in uns Gedanken abfließen, physische Prozesse sich vollziehen; nur vergaß dieser Materialismus, und deshalb war die Ahnung eine irrtümliche, daß es das rein geistige Ich ist, das mit dem Mineralisierten in uns innerlich zeichnet. Gerade das also, was wir als das eigentliche Aufwachen des gewöhnlichen Bewußtseins erkennen, das beruht auf diesem innerlichen Zeichnen mit den in uns mineralisierten Stoffen.
[ 12 ] Sehen Sie, das, was ich Ihnen hier charakterisiere, ist es, was, ich möchte sagen, in einer irrtümlichen Ahnung dem Materialismus des 19. Jahrhunderts aufgegangen ist. Dieser Materialismus kam in seinen besten Vertretern — einer der besten Vertreter dieses Materialismus war ja Czolbe —, zu der Ahnung davon, daß, während in uns Gedanken abfließen, physische Prozesse sich vollziehen; nur vergaß dieser Materialismus, und deshalb war die Ahnung eine irrtümliche, daß es das rein geistige Ich ist, das mit dem Mineralisierten in uns innerlich zeichnet. Gerade das also, was wir als das eigentliche Aufwachen des gewöhnlichen Bewußtseins erkennen, das beruht auf diesem innerlichen Zeichnen mit den in uns mineralisierten Stoffen.
[ 13 ] Sehen wir jetzt nach der andern Seite des Menschen hin, nach der Seite der Willensimpulse. Wenn Sie auf dasjenige noch einmal zurückblicken, was ich eben charakterisiert habe, so sehen Sie darinnen vielleicht ein Gefangennehmen des Ich durch das Mineralisierte in uns. Unser Ich ist eben in der Lage, mit diesem Mineralisierten zu hantieren, innerlich zu zeichnen. Das Ich kann sich hineinversenken in dasjenige, was in uns mineralisiert wird.
[ 13 ] Sehen wir jetzt nach der andern Seite des Menschen hin, nach der Seite der Willensimpulse. Wenn Sie auf dasjenige noch einmal zurückblicken, was ich eben charakterisiert habe, so sehen Sie darinnen vielleicht ein Gefangennehmen des Ich durch das Mineralisierte in uns. Unser Ich ist eben in der Lage, mit diesem Mineralisierten zu hantieren, innerlich zu zeichnen. Das Ich kann sich hineinversenken in dasjenige, was in uns mineralisiert wird.
[ 14 ] Betrachten wir auf der andern Seite jene Lebensprozesse, in denen eben die nichtmineralisierten, die im lebendigen Prozesse befindlichen Stoffe sind, dann kommen wir, ich möchte sagen, auf das Materielle der Willenswirkungen. Im Schlafe ist ja das Ich aus dem physischen Leibe heraus. Im Wollen ist das Ich aus gewissen Orten unseres Organismus heraus. Das ist dadurch der Fall, daß an diesem Orte sich in gewissen Zeitaugenblicken eben nichts mineralisiert, sondern daß da alles lebt. Aus denjenigen Stellen unseres Organismus, in denen alles lebt, in denen in dem entsprechenden Augenblicke nichts Mineralisiertes sich ablöst, abscheidet, da entfalten sich die Willensimpulse. Da wird aber das Ich ausgestoßen. In das Mineralische wird das Ich hineingezogen. Mit dem Mineralischen kann es hantieren; mit demjenigen, was lebendig ist, kann es nicht hantieren. Aus dem wird es herausgetrieben, wie in der Nacht, wenn wir schlafen, dieses Ich aus dem ganzen physischen Leibe herausgetrieben wird. Nun ist aber dann das Ich außerhalb des Leibes. Durch das Mineralisieren wird das Ich in den Leib hineingetrieben. Durch das Vitalisieren wird das Ich aus Teilen des Leibes herausgetrieben. Es ist dann gerade so außerhalb dieser Teile, wie es im Schlafe ganz außerhalb des physischen Leibes ist. Und wir können daher sagen: bei einer Willensbetätigung sind immer Teile des Ich außerhalb derjenigen Orte des physischen Leibes, denen sie eigentlich zugeteilt sind. Und wo sind dann diese Teile des Ich, die außerhalb der ihnen entsprechenden Teile des physischen Leibes sind? Nun, sie sind eben außerhalb, im übrigen Raume. Sie sind eingegliedert in die Kräfte, welche diesen Raum durchweben. Wir sind, indem wir unseren Willen betätigen, mit einem Teil unseres Ich außerhalb unser. Wir gliedern uns Kräfte ein, die durch die Welt gelegt sind. Wenn ich einen Arm bewege, so bewege ich ihn nicht durch etwas, was im Inneren des Organismus entspringt, sondern durch eine Kraft, die außerhalb meines Armes ist, und in die das Ich hineinkommt dadurch, daß es aus gewissen Orten meines Armes herausgetrieben wird. Im Wollen komme ich außerhalb meines Leibes, und durch Kräfte, die außerhalb meiner liegen, bewege ich mich. Man hebt das Bein nicht durch Kräfte, die im Inneren sind, sondern man hebt das Bein durch Kräfte, die tatsächlich von außerhalb wirken; ebenso den Arm. Während man also im Denken nach innen getrieben wird durch das Verhältnis des Ich. zu dem mineralisierten Teil des menschlichen Organismus, wird man im Wollen geradeso wie im Schlafe. nach außen getrieben. Und niemand versteht das Wollen, der nicht den Menschen als kosmisches Wesen auffaßt, der nicht hinausgeht aus den Grenzen des menschlichen Leibes, der nicht weiß, daß der Mensch im Wollen sich außerhalb seines Leibes liegende Kräfte eingliedert. Wir versenken uns in die Welt, wir geben uns an die Welt hin, indem wir wollen. So daß wir sagen können: Die materielle Begleiterscheinung des Denkens ist ein mineralischer Prozeß in uns, ein Zeichnen des Ich in mineralisierte Teile des menschlichen Organismus. Das Wollen in uns stellt dar ein Vitalisieren, ein Herausbreiten des Ich, ein Eingliedern des Ich in die geistige Außenwelt, und ein Wirken auf den Leib vom Ich aus, aus der geistigen Außenwelt herein.
[ 14 ] Betrachten wir auf der andern Seite jene Lebensprozesse, in denen eben die nichtmineralisierten, die im lebendigen Prozesse befindlichen Stoffe sind, dann kommen wir, ich möchte sagen, auf das Materielle der Willenswirkungen. Im Schlafe ist ja das Ich aus dem physischen Leibe heraus. Im Wollen ist das Ich aus gewissen Orten unseres Organismus heraus. Das ist dadurch der Fall, daß an diesem Orte sich in gewissen Zeitaugenblicken eben nichts mineralisiert, sondern daß da alles lebt. Aus denjenigen Stellen unseres Organismus, in denen alles lebt, in denen in dem entsprechenden Augenblicke nichts Mineralisiertes sich ablöst, abscheidet, da entfalten sich die Willensimpulse. Da wird aber das Ich ausgestoßen. In das Mineralische wird das Ich hineingezogen. Mit dem Mineralischen kann es hantieren; mit demjenigen, was lebendig ist, kann es nicht hantieren. Aus dem wird es herausgetrieben, wie in der Nacht, wenn wir schlafen, dieses Ich aus dem ganzen physischen Leibe herausgetrieben wird. Nun ist aber dann das Ich außerhalb des Leibes. Durch das Mineralisieren wird das Ich in den Leib hineingetrieben. Durch das Vitalisieren wird das Ich aus Teilen des Leibes herausgetrieben. Es ist dann gerade so außerhalb dieser Teile, wie es im Schlafe ganz außerhalb des physischen Leibes ist. Und wir können daher sagen: bei einer Willensbetätigung sind immer Teile des Ich außerhalb derjenigen Orte des physischen Leibes, denen sie eigentlich zugeteilt sind. Und wo sind dann diese Teile des Ich, die außerhalb der ihnen entsprechenden Teile des physischen Leibes sind? Nun, sie sind eben außerhalb, im übrigen Raume. Sie sind eingegliedert in die Kräfte, welche diesen Raum durchweben. Wir sind, indem wir unseren Willen betätigen, mit einem Teil unseres Ich außerhalb unser. Wir gliedern uns Kräfte ein, die durch die Welt gelegt sind. Wenn ich einen Arm bewege, so bewege ich ihn nicht durch etwas, was im Inneren des Organismus entspringt, sondern durch eine Kraft, die außerhalb meines Armes ist, und in die das Ich hineinkommt dadurch, daß es aus gewissen Orten meines Armes herausgetrieben wird. Im Wollen komme ich außerhalb meines Leibes, und durch Kräfte, die außerhalb meiner liegen, bewege ich mich. Man hebt das Bein nicht durch Kräfte, die im Inneren sind, sondern man hebt das Bein durch Kräfte, die tatsächlich von außerhalb wirken; ebenso den Arm. Während man also im Denken nach innen getrieben wird durch das Verhältnis des Ich. zu dem mineralisierten Teil des menschlichen Organismus, wird man im Wollen geradeso wie im Schlafe. nach außen getrieben. Und niemand versteht das Wollen, der nicht den Menschen als kosmisches Wesen auffaßt, der nicht hinausgeht aus den Grenzen des menschlichen Leibes, der nicht weiß, daß der Mensch im Wollen sich außerhalb seines Leibes liegende Kräfte eingliedert. Wir versenken uns in die Welt, wir geben uns an die Welt hin, indem wir wollen. So daß wir sagen können: Die materielle Begleiterscheinung des Denkens ist ein mineralischer Prozeß in uns, ein Zeichnen des Ich in mineralisierte Teile des menschlichen Organismus. Das Wollen in uns stellt dar ein Vitalisieren, ein Herausbreiten des Ich, ein Eingliedern des Ich in die geistige Außenwelt, und ein Wirken auf den Leib vom Ich aus, aus der geistigen Außenwelt herein.
[ 15 ] Wollen wir schematisch das Verhältnis des Denkens zum Wollen zeichnen, so müssen wir das in der folgenden Weise tun. Sie sehen, man kann durchaus den Weg machen von der Innenschau des Seelenlebens zu dem physischen Korrelat dieses Seelenlebens, ohne daß man dadurch versucht wird, in einseitiger Weise in den Materialismus zu verfallen. Man lernt erkennen dasjenige, was sich materiell abspielt im Denken und im Wollen. Aber man verliert niemals das Ich, indem man erkennt, wie das Ich innerlich aktiv wird mit dem Unorganischen im Denken, und auf der andern Seite erkennt, wie das Ich in den Geist hineingetrieben wird durch das organische Vitalisieren im Leib. Indem das Ich aus dem Leibe herausgetrieben wird, wird es mit den Kräften des Kosmos zusammengebracht, und von dem geistigen Teil des Kosmos aus, also von außerhalb herein, entfaltet das Ich das Wollen.
[ 15 ] Wollen wir schematisch das Verhältnis des Denkens zum Wollen zeichnen, so müssen wir das in der folgenden Weise tun. Sie sehen, man kann durchaus den Weg machen von der Innenschau des Seelenlebens zu dem physischen Korrelat dieses Seelenlebens, ohne daß man dadurch versucht wird, in einseitiger Weise in den Materialismus zu verfallen. Man lernt erkennen dasjenige, was sich materiell abspielt im Denken und im Wollen. Aber man verliert niemals das Ich, indem man erkennt, wie das Ich innerlich aktiv wird mit dem Unorganischen im Denken, und auf der andern Seite erkennt, wie das Ich in den Geist hineingetrieben wird durch das organische Vitalisieren im Leib. Indem das Ich aus dem Leibe herausgetrieben wird, wird es mit den Kräften des Kosmos zusammengebracht, und von dem geistigen Teil des Kosmos aus, also von außerhalb herein, entfaltet das Ich das Wollen.


[ 16 ] Dadurch ist auf der einen Seite der Materialismus gerechtfertigt, und auf der andern Seite zugleich überwunden. Dilettantisch bleibt es immer, wenn man den Materialismus bloß bekämpft. Denn dasjenige, was er im positiven Sinne zu sagen hat, das ist ein durchaus Berechtigtes. Falsch ist an ihm nur, wenn er einseitig sich zu dem ganzen Um und Auf der Weltanschauung des Menschen machen will. Überhaupt kommt man immer mehr und mehr darauf, wenn man geistig innerlich die Welt und ihr Geschehen verfolgt, daß dasjenige, was die einzelnen menschlichen Standpunkte als Positives zu sagen haben, ein Berechtigtes ist, daß sie unberechtigt erst werden, wenn sie Negatives sagen wollen. Und in dieser Beziehung ist der Spiritualismus oftmals ebenso einseitig wie der Materialismus. In dem, was der Materialismus Positives zu sagen hat, hat er recht; in dem, was der Spiritualismus Positives zu sagen hat, hat er recht. Erst wenn sie beide negativ werden, verfallen sie in das Unrecht und in den Irrtum. Und es ist kein geringer Irrtum, wenn in laienhaft dilettantischer Weise Leute, die sich einbilden, eine spirituelle Weltanschauung sich errungen zu haben, ohne irgend etwas zu verstehen von den materiellen Vorgängen, auf den Materialismus herabsehen. Die materielle Welt ist durchgeistigt; aber man muß sie auch in ihren materiellen Eigentümlichkeiten kennenlernen, nicht einseitig werden, sondern wissen, daß man die Wirklichkeit von den verschiedensten Seiten ansehen muß, um zur vollen Bedeutung dieser Wirklichkeit zu kommen.
[ 16 ] Dadurch ist auf der einen Seite der Materialismus gerechtfertigt, und auf der andern Seite zugleich überwunden. Dilettantisch bleibt es immer, wenn man den Materialismus bloß bekämpft. Denn dasjenige, was er im positiven Sinne zu sagen hat, das ist ein durchaus Berechtigtes. Falsch ist an ihm nur, wenn er einseitig sich zu dem ganzen Um und Auf der Weltanschauung des Menschen machen will. Überhaupt kommt man immer mehr und mehr darauf, wenn man geistig innerlich die Welt und ihr Geschehen verfolgt, daß dasjenige, was die einzelnen menschlichen Standpunkte als Positives zu sagen haben, ein Berechtigtes ist, daß sie unberechtigt erst werden, wenn sie Negatives sagen wollen. Und in dieser Beziehung ist der Spiritualismus oftmals ebenso einseitig wie der Materialismus. In dem, was der Materialismus Positives zu sagen hat, hat er recht; in dem, was der Spiritualismus Positives zu sagen hat, hat er recht. Erst wenn sie beide negativ werden, verfallen sie in das Unrecht und in den Irrtum. Und es ist kein geringer Irrtum, wenn in laienhaft dilettantischer Weise Leute, die sich einbilden, eine spirituelle Weltanschauung sich errungen zu haben, ohne irgend etwas zu verstehen von den materiellen Vorgängen, auf den Materialismus herabsehen. Die materielle Welt ist durchgeistigt; aber man muß sie auch in ihren materiellen Eigentümlichkeiten kennenlernen, nicht einseitig werden, sondern wissen, daß man die Wirklichkeit von den verschiedensten Seiten ansehen muß, um zur vollen Bedeutung dieser Wirklichkeit zu kommen.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was uns als ein Bestes lehren kann eine Weltanschauung wie diejenige, die als anthroposophische gemeint ist.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was uns als ein Bestes lehren kann eine Weltanschauung wie diejenige, die als anthroposophische gemeint ist.
