Nordic and Central European Spiritual Influences
The Feast of the Epiphany
GA 209
24 December 1921, Dornach
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Nordische und mitteleuropäische Geistimpulse.
Das Fest der Erscheinung Christi I
Das Fest der Erscheinung Christi I
[ 1 ] Wenn man mit den Vorstellungen der Gegenwart vernimmt, daß wir über die Weihnachtsfesttage gegenwärtig hier einen Kursus absolvieren, so könnte das vielleicht merkwürdig erscheinen aus dem Grunde, weil man eben die Vorstellung hat, daß mit den großen Festeszeiten des Jahres die Arbeit ruhen soll und der Mensch sich insbesondere zur Weihnachtszeit einzig und allein den religiösen Übungen überlassen soll. Dennoch darf ein tieferer Einblick in die Verhältnisse der Gegenwart heute nicht verkennen, daß anderes gerade in diesen Festeszeiten angemessen ist, als bisher durch lange Zeiten hindurch gegolten hat. Wir leben in schweren Zeiten, und es muß heute als Leichtsinn erscheinen, wenn man ohne Berücksichtigung der schweren Zeiten der Not, in die wir eingetreten sind, einfach die alten Gewohnheiten fortsetzen möchte, unberührt von demjenigen, was in sichtbaren und unsichtbaren Welten gerade in unserer Gegenwart sich vollzieht. Wir sehen, wie zu diesen Festeszeiten die Menschen sich beschenken, wie sie in traditioneller Weise ihren Weihnachtsbaum putzen, wie sie in anderer Weise rein nach der Überlieferung dasjenige tun, was man gewohnt worden ist zu tun seit Jahrhunderten. Gerade heute aber muß man bemerken, wie diese Gewohnheit fast zum Frevel wird.
[ 1 ] Wenn man mit den Vorstellungen der Gegenwart vernimmt, daß wir über die Weihnachtsfesttage gegenwärtig hier einen Kursus absolvieren, so könnte das vielleicht merkwürdig erscheinen aus dem Grunde, weil man eben die Vorstellung hat, daß mit den großen Festeszeiten des Jahres die Arbeit ruhen soll und der Mensch sich insbesondere zur Weihnachtszeit einzig und allein den religiösen Übungen überlassen soll. Dennoch darf ein tieferer Einblick in die Verhältnisse der Gegenwart heute nicht verkennen, daß anderes gerade in diesen Festeszeiten angemessen ist, als bisher durch lange Zeiten hindurch gegolten hat. Wir leben in schweren Zeiten, und es muß heute als Leichtsinn erscheinen, wenn man ohne Berücksichtigung der schweren Zeiten der Not, in die wir eingetreten sind, einfach die alten Gewohnheiten fortsetzen möchte, unberührt von demjenigen, was in sichtbaren und unsichtbaren Welten gerade in unserer Gegenwart sich vollzieht. Wir sehen, wie zu diesen Festeszeiten die Menschen sich beschenken, wie sie in traditioneller Weise ihren Weihnachtsbaum putzen, wie sie in anderer Weise rein nach der Überlieferung dasjenige tun, was man gewohnt worden ist zu tun seit Jahrhunderten. Gerade heute aber muß man bemerken, wie diese Gewohnheit fast zum Frevel wird.
[ 2 ] Wer mit tieferem Herzensanteil die letzten Jahre miterlebt hat, der kommt sich vor, als wenn er Jahrhunderte hätte durchleben müssen, und nur mit einer gewissen Wehmut kann er auf jenen Teil der Menschheit blicken, der heute gewohnheitsmäßig so denkt, wie mit einiger Begründung gedacht werden konnte noch bis zum Beginne oder der Mitte des zweiten Jahrzehntes unseres Jahrhunderts. Für das unbefangene Gemüt müssen heute aus den Zeitereignissen heraus alle Dinge mit Fragen belastet erscheinen, mit Fragen, welche die Urelemente alles menschlichen Lebens angehen. Diejenigen der verehrten Zuhörer, die öfter von mir das eine oder andere gehört haben, werden wissen, wie wenig ich geneigt bin, mitzumachen den Brauch, davon zu sprechen, daß man in einer Übergangszeit lebt. Das kann jede Zeit von sich sagen, denn immer ist der Übergang vom Vergangenen in das Zukünftige selbstverständlich da. Es kommt nur darauf an, worinnen dieser Übergang besteht. Und heute kann man nicht verkennen, daß der Mensch nur dann seines eigentlichen Wesens sich bewußt ist, wenn er Anteil nimmt an dem Gewaltigen, das sich abspielt in der Welt.
[ 2 ] Wer mit tieferem Herzensanteil die letzten Jahre miterlebt hat, der kommt sich vor, als wenn er Jahrhunderte hätte durchleben müssen, und nur mit einer gewissen Wehmut kann er auf jenen Teil der Menschheit blicken, der heute gewohnheitsmäßig so denkt, wie mit einiger Begründung gedacht werden konnte noch bis zum Beginne oder der Mitte des zweiten Jahrzehntes unseres Jahrhunderts. Für das unbefangene Gemüt müssen heute aus den Zeitereignissen heraus alle Dinge mit Fragen belastet erscheinen, mit Fragen, welche die Urelemente alles menschlichen Lebens angehen. Diejenigen der verehrten Zuhörer, die öfter von mir das eine oder andere gehört haben, werden wissen, wie wenig ich geneigt bin, mitzumachen den Brauch, davon zu sprechen, daß man in einer Übergangszeit lebt. Das kann jede Zeit von sich sagen, denn immer ist der Übergang vom Vergangenen in das Zukünftige selbstverständlich da. Es kommt nur darauf an, worinnen dieser Übergang besteht. Und heute kann man nicht verkennen, daß der Mensch nur dann seines eigentlichen Wesens sich bewußt ist, wenn er Anteil nimmt an dem Gewaltigen, das sich abspielt in der Welt.
[ 3 ] Man hat ja öfter getadelt, daß viele Menschen immer mehr und mehr die Christlichkeit darinnen gesehen haben, daß sie gesprochen haben: Herr, Herr! — oder daß sie den Namen des Christus so oft als möglich ausgesprochen haben. Heute haben wir allerdings ein wesentlich anderes nötig: eine Durchchristung unseres ganzen Lebens, der es nicht genügt, den Namen des Christus zu nennen, sondern die es für notwendig hält, sich mit dem Geiste des Christus inniglich zu verbinden. Wir sehen heute, wie fast über die ganze Erde hin große Fragen des Daseins aufgeworfen werden. Wir nehmen es heute schon wahr, daß jenes Gebiet, das europäische Gebiet, das lange Zeit hindurch der eigentliche Schauplatz der Zivilisation der Menschheit war, für die Zukunft dieser Schauplatz nicht mehr wird sein können. Wir nehmen wahr, wie die Fragen der Welt sich über größere Territorien erweitern, und wir nehmen vor allen Dingen wahr heute schon an den symptomatischen Erscheinungen, wie auf allen Gebieten des Lebens die große Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten sich ankündigt.
[ 3 ] Man hat ja öfter getadelt, daß viele Menschen immer mehr und mehr die Christlichkeit darinnen gesehen haben, daß sie gesprochen haben: Herr, Herr! — oder daß sie den Namen des Christus so oft als möglich ausgesprochen haben. Heute haben wir allerdings ein wesentlich anderes nötig: eine Durchchristung unseres ganzen Lebens, der es nicht genügt, den Namen des Christus zu nennen, sondern die es für notwendig hält, sich mit dem Geiste des Christus inniglich zu verbinden. Wir sehen heute, wie fast über die ganze Erde hin große Fragen des Daseins aufgeworfen werden. Wir nehmen es heute schon wahr, daß jenes Gebiet, das europäische Gebiet, das lange Zeit hindurch der eigentliche Schauplatz der Zivilisation der Menschheit war, für die Zukunft dieser Schauplatz nicht mehr wird sein können. Wir nehmen wahr, wie die Fragen der Welt sich über größere Territorien erweitern, und wir nehmen vor allen Dingen wahr heute schon an den symptomatischen Erscheinungen, wie auf allen Gebieten des Lebens die große Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten sich ankündigt.
[ 4 ] Der Westen hat entfacht ein junges Geistesleben aus mechanischnaturalistischen Untergrundlagen heraus. Nur derjenige sieht dieses Geistesleben richtig an, der die Meinung hegt, daß es erst im Anfange seines Werdens ist. Aber man muß von diesem anfänglichen Geistesleben des Westens hinüberschauen zum Osten, mit dem wir immer mehr und mehr auch geographisch-historisch kulturell verbunden werden und mit dem der Westen sich auseinandersetzen muß.
[ 4 ] Der Westen hat entfacht ein junges Geistesleben aus mechanischnaturalistischen Untergrundlagen heraus. Nur derjenige sieht dieses Geistesleben richtig an, der die Meinung hegt, daß es erst im Anfange seines Werdens ist. Aber man muß von diesem anfänglichen Geistesleben des Westens hinüberschauen zum Osten, mit dem wir immer mehr und mehr auch geographisch-historisch kulturell verbunden werden und mit dem der Westen sich auseinandersetzen muß.
[ 5 ] Im Osten ist vorhanden ein altes Geistesleben, das in Jahrtausende zurückweist. Und man bekommt vor dem, was in diesem Osten heute allerdings in Dekadenz vorhanden ist, einen ungeheuren Respekt, eine unermeßliche Ehrfurcht, wenn man von dem heute Dekadenten auf dasjenige zurückblickt, wovon es als von einer Urweisheit der Menschheit seinen Ausgangspunkt genommen hat. Ein Wort tönt herüber aus dem Osten, wenn wir auf die mehr geistigen Angelegenheiten des Lebens sehen, das uns immer, gerade wenn wir uns auf den Gesichtspunkt des Westens stellen, merkwürdig ins Herz hereinklingen muß. Es ist das Wort, welches ausdrücken soll in der Sprache des Ostens die Eigentümlichkeit der physischen Welt, die wir ringsherum um uns mit unseren Sinnen wahrnehmen. Diese physisch-sinnliche Welt ist der Osten, von Indien ausgehend, gewohnt worden, ob er das nun mehr oder weniger deutlich ausspricht oder nicht, eine Maja, eine große Täuschung zu nennen.
[ 5 ] Im Osten ist vorhanden ein altes Geistesleben, das in Jahrtausende zurückweist. Und man bekommt vor dem, was in diesem Osten heute allerdings in Dekadenz vorhanden ist, einen ungeheuren Respekt, eine unermeßliche Ehrfurcht, wenn man von dem heute Dekadenten auf dasjenige zurückblickt, wovon es als von einer Urweisheit der Menschheit seinen Ausgangspunkt genommen hat. Ein Wort tönt herüber aus dem Osten, wenn wir auf die mehr geistigen Angelegenheiten des Lebens sehen, das uns immer, gerade wenn wir uns auf den Gesichtspunkt des Westens stellen, merkwürdig ins Herz hereinklingen muß. Es ist das Wort, welches ausdrücken soll in der Sprache des Ostens die Eigentümlichkeit der physischen Welt, die wir ringsherum um uns mit unseren Sinnen wahrnehmen. Diese physisch-sinnliche Welt ist der Osten, von Indien ausgehend, gewohnt worden, ob er das nun mehr oder weniger deutlich ausspricht oder nicht, eine Maja, eine große Täuschung zu nennen.
[ 6 ] So also steht vor dem Osten — wenn das auch heute alles, wie gesagt, nur in dekadenter Weise vorhanden ist —, so steht vor dem Osten die äußere Welt, welche die Augen schauen, die Ohren hören, vor dem Menschen als eine große Illusion, als eine Maja. Wer die besonderen Eigentümlichkeiten der Lebensauffassungen dieses Ostens kennenlernt, der muß erfahren, daß diese Anschauung von der Maja nicht ursprünglich der Urweisheit des Ostens eigen war. Wir können gerade mit Hilfe anthroposophischer Geisteswissenschaft in eine jahrtausendelange Entwickelung der östlichen Zivilisation hineinschauen. Dann blicken wir zurück hinter das 3. vorchristliche Jahrtausend und finden dann, indem wir weiter und weiter in das graue Altertum zurückgehen, immer weniger und weniger diese Anschauung von der Maja, von der großen Illusion der äußeren sinnlich-physischen Wirklichkeit. Wenn wir approximativ einen Zeitpunkt angeben wollen, so können wir sagen, erstan der Wende des 3. zum 4. vorchristlichen Jahrtausend tritt diese Anschauung als eine Überzeugung des Ostens auf, daß die physischsinnliche Welt um den Menschen herum keine Wirklichkeit ist, sondern eine große Illusion, eine Maja.
[ 6 ] So also steht vor dem Osten — wenn das auch heute alles, wie gesagt, nur in dekadenter Weise vorhanden ist —, so steht vor dem Osten die äußere Welt, welche die Augen schauen, die Ohren hören, vor dem Menschen als eine große Illusion, als eine Maja. Wer die besonderen Eigentümlichkeiten der Lebensauffassungen dieses Ostens kennenlernt, der muß erfahren, daß diese Anschauung von der Maja nicht ursprünglich der Urweisheit des Ostens eigen war. Wir können gerade mit Hilfe anthroposophischer Geisteswissenschaft in eine jahrtausendelange Entwickelung der östlichen Zivilisation hineinschauen. Dann blicken wir zurück hinter das 3. vorchristliche Jahrtausend und finden dann, indem wir weiter und weiter in das graue Altertum zurückgehen, immer weniger und weniger diese Anschauung von der Maja, von der großen Illusion der äußeren sinnlich-physischen Wirklichkeit. Wenn wir approximativ einen Zeitpunkt angeben wollen, so können wir sagen, erstan der Wende des 3. zum 4. vorchristlichen Jahrtausend tritt diese Anschauung als eine Überzeugung des Ostens auf, daß die physischsinnliche Welt um den Menschen herum keine Wirklichkeit ist, sondern eine große Illusion, eine Maja.
[ 7 ] Was ist die Ursache dieses gewaltigen Umschwunges in der Lebensauffassung des Ostens? Diese Ursache liegt in der Seelenentwickelung der Menschheit tief begründet. Wenn wir auf die Urweisheit des Ostens hinblicken, wie sie nachträglich sich in dichterischer Weise in den Veden abgesetzt hat, in philosophischer Weise in der Vedantaphilosophie, wie sie dann zur Jogalehre geworden ist, wenn wir zum Beispiel achtgeben auf das Grandiose, wie diese Ostlehre enthalten ist in der Bhagavad Gita, dann finden wir, daß einstmals das Wesentliche dieser Ostweisheit das war, daß der Mensch nicht nur die äußere sinnliche Welt, sondern daß der Mensch innerhalb dieser äußeren sinnlichen Welt in all dem, was er mit Augen gesehen, mit Ohren gehört, mit den Händen angetastet hat, ein Göttlich-Geistiges wahrgenommen hat.
[ 7 ] Was ist die Ursache dieses gewaltigen Umschwunges in der Lebensauffassung des Ostens? Diese Ursache liegt in der Seelenentwickelung der Menschheit tief begründet. Wenn wir auf die Urweisheit des Ostens hinblicken, wie sie nachträglich sich in dichterischer Weise in den Veden abgesetzt hat, in philosophischer Weise in der Vedantaphilosophie, wie sie dann zur Jogalehre geworden ist, wenn wir zum Beispiel achtgeben auf das Grandiose, wie diese Ostlehre enthalten ist in der Bhagavad Gita, dann finden wir, daß einstmals das Wesentliche dieser Ostweisheit das war, daß der Mensch nicht nur die äußere sinnliche Welt, sondern daß der Mensch innerhalb dieser äußeren sinnlichen Welt in all dem, was er mit Augen gesehen, mit Ohren gehört, mit den Händen angetastet hat, ein Göttlich-Geistiges wahrgenommen hat.
[ 8 ] Es waren für diese Urmenschen nicht so nüchtern Bäume da, wie wir sie heute sehen. Es war in jedem Baume, in jedem Strauch, in jeder Wolke, in jedem Quell etwas, das sich als geistig-seelischer kosmischer Welteninhalt ankündigte. Überall, wohin man schaute, sah man Sinnliches durchdrungen von Geistigem. Die Quelle rieselte nicht nur in unartikulierten Tönen, sondern aus dem Tönen der Quelle heraus hörte man geistig-seelischen Inhalt. Der Wald rauschte nicht unartikuliert; aus dem Rauschen des Waldes vernahm man die Sprache des ewigen Weltenwortes, einer geistig-seelischen Wesenheit. Von der ungeheuren Lebendigkeit, mit der der Mensch in diesen grauen Vorzeiten die Welt erlebte, kann sich der gegenwärtige Mensch nur eine sehr geringe Vorstellung machen.
[ 8 ] Es waren für diese Urmenschen nicht so nüchtern Bäume da, wie wir sie heute sehen. Es war in jedem Baume, in jedem Strauch, in jeder Wolke, in jedem Quell etwas, das sich als geistig-seelischer kosmischer Welteninhalt ankündigte. Überall, wohin man schaute, sah man Sinnliches durchdrungen von Geistigem. Die Quelle rieselte nicht nur in unartikulierten Tönen, sondern aus dem Tönen der Quelle heraus hörte man geistig-seelischen Inhalt. Der Wald rauschte nicht unartikuliert; aus dem Rauschen des Waldes vernahm man die Sprache des ewigen Weltenwortes, einer geistig-seelischen Wesenheit. Von der ungeheuren Lebendigkeit, mit der der Mensch in diesen grauen Vorzeiten die Welt erlebte, kann sich der gegenwärtige Mensch nur eine sehr geringe Vorstellung machen.
[ 9 ] Aber die Lebendigkeit des Geistes, mit welcher der Mensch in seiner Umgebung lebte, lähmte sich ab gegen das 3. vorchristliche Jahrtausend. Und wenn wir uns hineinversetzen in die Entwickelung der Zeit, dann werden wir gewahr, wie gewissermaßen die Menschheit, jetzt als ein Ganzes aufgefaßt, als Ostmenschheit, mit einem gewissen wehmütigen Gefühle die Welterscheinungen so wahrnahm, als wenn sich die Götter zurückzögen, als wenn sie unter der Oberfläche der Dinge verschwänden. Und wohl manches ganz besonders tiefe Menschengemüt wird wie betend diese Empfindung so ausgesprochen haben, daß es sagte: Die alten Götter sind hingeschwunden hinter die Oberfläche der äußeren Sinnesdinge. Die Welt ist leer geworden von den Göttern, und weil sie als götterleere Welt erscheint, ist sie Maja, ist sie eine große Illusion.
[ 9 ] Aber die Lebendigkeit des Geistes, mit welcher der Mensch in seiner Umgebung lebte, lähmte sich ab gegen das 3. vorchristliche Jahrtausend. Und wenn wir uns hineinversetzen in die Entwickelung der Zeit, dann werden wir gewahr, wie gewissermaßen die Menschheit, jetzt als ein Ganzes aufgefaßt, als Ostmenschheit, mit einem gewissen wehmütigen Gefühle die Welterscheinungen so wahrnahm, als wenn sich die Götter zurückzögen, als wenn sie unter der Oberfläche der Dinge verschwänden. Und wohl manches ganz besonders tiefe Menschengemüt wird wie betend diese Empfindung so ausgesprochen haben, daß es sagte: Die alten Götter sind hingeschwunden hinter die Oberfläche der äußeren Sinnesdinge. Die Welt ist leer geworden von den Göttern, und weil sie als götterleere Welt erscheint, ist sie Maja, ist sie eine große Illusion.
[ 10 ] Nicht vom Anfange an hat man davon gesprochen, daß die Welt diese große Illusion sei, sondern weil die Welt götterleer geworden ist, empfand man sie als eine große Illusion, als Maja. Wenn man auf das ganz Lebendige dieser Anschauung. zurückgehen will, so muß man sogar hinter die atlantische Katastrophe gehen, bis zu der atlantischen Menschheit. Denn schon gleich nach der atlantischen Katastrophe taucht in der allgemeinen Zivilisation leise diese Hinweisung auf, die Welt der äußeren sinnlich-physischen Erscheinung noch wie etwas Unwirkliches zu betrachten. Aber noch war viel von der Götterwahrnehmung in der physisch-sinnlichen Welt bis zum Ende des 4. vorchristlichen Jahrtausends vorhanden. So viel war vorhanden, daß man bis dahin gegenüber dem, was man als die Unwirklichkeit in der Welt empfand, noch nicht einen eigentlichen Trost brauchte. Von dem Ende des 4. Jahrtausends an brauchte man einen Trost. Und dieser Trost wurde gesucht von den Eingeweihten, von den Initiierten, von den Lehrern und Priestern der Mysterien für die Menschheit, und er wurde gesucht aus der Sprache der Sterne. Hier auf Erden, so sagte man, ist keine Wirklichkeit. Wenn man aber die Sterne erforscht, dann findet man aus der Sprache der Sterne heraus, wie sich ergießt aus weltenfernen Himmelsgegenden auf die Erde herunter die Wirklichkeit. Die Sterne sprechen eine Sprache, die, wenn wir sie hören, so klingt, daß die Maja der Welt einen wirklichen Sinn erhält.
[ 10 ] Nicht vom Anfange an hat man davon gesprochen, daß die Welt diese große Illusion sei, sondern weil die Welt götterleer geworden ist, empfand man sie als eine große Illusion, als Maja. Wenn man auf das ganz Lebendige dieser Anschauung. zurückgehen will, so muß man sogar hinter die atlantische Katastrophe gehen, bis zu der atlantischen Menschheit. Denn schon gleich nach der atlantischen Katastrophe taucht in der allgemeinen Zivilisation leise diese Hinweisung auf, die Welt der äußeren sinnlich-physischen Erscheinung noch wie etwas Unwirkliches zu betrachten. Aber noch war viel von der Götterwahrnehmung in der physisch-sinnlichen Welt bis zum Ende des 4. vorchristlichen Jahrtausends vorhanden. So viel war vorhanden, daß man bis dahin gegenüber dem, was man als die Unwirklichkeit in der Welt empfand, noch nicht einen eigentlichen Trost brauchte. Von dem Ende des 4. Jahrtausends an brauchte man einen Trost. Und dieser Trost wurde gesucht von den Eingeweihten, von den Initiierten, von den Lehrern und Priestern der Mysterien für die Menschheit, und er wurde gesucht aus der Sprache der Sterne. Hier auf Erden, so sagte man, ist keine Wirklichkeit. Wenn man aber die Sterne erforscht, dann findet man aus der Sprache der Sterne heraus, wie sich ergießt aus weltenfernen Himmelsgegenden auf die Erde herunter die Wirklichkeit. Die Sterne sprechen eine Sprache, die, wenn wir sie hören, so klingt, daß die Maja der Welt einen wirklichen Sinn erhält.
[ 11 ] Das war der große Eindruck, den die Sternenweisheit der Chaldäer, die Sternenweisheit der alten Ägypter auf die Menschheit machte, daß diese Sternenweisheit empfunden wurde als dasjenige, welches der Maja Realität gab. Hier auf dieser Erde kann man nur das Irreale finden, so sagte man. Man muß aufblicken zu dem ewigen Weltenworte, das in den Bewegungen und Stellungen der Sterne für den Empfänglichen sich ausspricht, dann offenbart sich innerhalb der Maja die Wirklichkeit. Wollte man etwas Wichtiges, etwas für das Leben Bedeutungsvolles erkennen, so suchte man dieses aus den Sternen und ihrer Sprache zu erforschen. Und so blieb die menschliche Seelenverfassung bis in die Zeiten, in welche das Mysterium von Golgatha fiel.
[ 11 ] Das war der große Eindruck, den die Sternenweisheit der Chaldäer, die Sternenweisheit der alten Ägypter auf die Menschheit machte, daß diese Sternenweisheit empfunden wurde als dasjenige, welches der Maja Realität gab. Hier auf dieser Erde kann man nur das Irreale finden, so sagte man. Man muß aufblicken zu dem ewigen Weltenworte, das in den Bewegungen und Stellungen der Sterne für den Empfänglichen sich ausspricht, dann offenbart sich innerhalb der Maja die Wirklichkeit. Wollte man etwas Wichtiges, etwas für das Leben Bedeutungsvolles erkennen, so suchte man dieses aus den Sternen und ihrer Sprache zu erforschen. Und so blieb die menschliche Seelenverfassung bis in die Zeiten, in welche das Mysterium von Golgatha fiel.
[ 12 ] Mysterien-Weise verkündeten der Menschheit aus den Sternen dasjenige, was wirklich ist, denn auf der Erde glaubte man dieses Wirkliche nicht zu finden. Wer das griechische Wesen in seiner Wahrheit versteht, der wird doch wahrnehmen — trotzdem immer von einer gewissen oberflächlichen Anschauung gesagt wird, das griechische Wesen verliefe wie eine Art kindlicher Freude über die Wirklichkeit —, er wird doch empfinden, wie über dem griechischen Wesen etwas Tragisches lastet, etwas, das sich sehnt nach einer Art Erlösung innerhalb des menschlichen Lebens. Und das ist nichts anderes als der Nachklang jener orientalischen Empfindung, von der ich eben gesprochen habe.
[ 12 ] Mysterien-Weise verkündeten der Menschheit aus den Sternen dasjenige, was wirklich ist, denn auf der Erde glaubte man dieses Wirkliche nicht zu finden. Wer das griechische Wesen in seiner Wahrheit versteht, der wird doch wahrnehmen — trotzdem immer von einer gewissen oberflächlichen Anschauung gesagt wird, das griechische Wesen verliefe wie eine Art kindlicher Freude über die Wirklichkeit —, er wird doch empfinden, wie über dem griechischen Wesen etwas Tragisches lastet, etwas, das sich sehnt nach einer Art Erlösung innerhalb des menschlichen Lebens. Und das ist nichts anderes als der Nachklang jener orientalischen Empfindung, von der ich eben gesprochen habe.
[ 13 ] Und wir gegenwärtigen Menschen haben es dazu gebracht, daß sich für unsere gegenwärtige Zivilisation gewissermaßen wie ein inneres höchstes Gut der Gedanke entwickelt, der Gedanke sich allseitig entfaltet. Aber wir haben es nicht dazu gebracht, diesen Gedanken als eine Realität zu erkennen. Wir fühlen uns, indem wir uns dem Gedankenleben hingeben, wie in einer Irrealität. Und eine große Zahl von Menschen spricht davon, daß das Leben in Gedanken eine Ideologie sei. Eine große Zahl von Menschen will mit diesem Worte Ideologie gegenüber dem inneren Seelenleben dasselbe andeuten, was das Morgenland gegenüber der äußeren physisch-sinnlichen Wirklichkeit empfunden hat, indem es diese eine Maja genannt hat. Wir könnten ebenso, wie wir von Ideologie sprechen, von Maja sprechen, müßten aber dann unser inneres Seelenleben meinen.
[ 13 ] Und wir gegenwärtigen Menschen haben es dazu gebracht, daß sich für unsere gegenwärtige Zivilisation gewissermaßen wie ein inneres höchstes Gut der Gedanke entwickelt, der Gedanke sich allseitig entfaltet. Aber wir haben es nicht dazu gebracht, diesen Gedanken als eine Realität zu erkennen. Wir fühlen uns, indem wir uns dem Gedankenleben hingeben, wie in einer Irrealität. Und eine große Zahl von Menschen spricht davon, daß das Leben in Gedanken eine Ideologie sei. Eine große Zahl von Menschen will mit diesem Worte Ideologie gegenüber dem inneren Seelenleben dasselbe andeuten, was das Morgenland gegenüber der äußeren physisch-sinnlichen Wirklichkeit empfunden hat, indem es diese eine Maja genannt hat. Wir könnten ebenso, wie wir von Ideologie sprechen, von Maja sprechen, müßten aber dann unser inneres Seelenleben meinen.
[ 14 ] Was für das Morgenland in einem bestimmten Zeitraume die intensivste Wirklichkeit war, das Seelisch-Geistige, das ist für uns die Maja geworden, und was für das Morgenland Maja war, die äußere physischsinnliche Welt, ist unsere naturalistische Wirklichkeit geworden. Und so leben wir, indem wir Ideologie oder Maja dasjenige nennen, was uns selbst innerlich bis zur Gedankenreife durchsetzt. Das Morgenland hat einstmals in der äußeren sinnlichen Natur Götter gesehen. Diese Götter sind ihm entschwunden. Den Gedanken hat es nicht in der Weise gehabt, wie wir ihn heute haben. Das ist das Spezielle des Abendlandes, daß der Gedanke, die reinste, lichtvollste Ausgestaltung des Seelenlebens, errungen worden ist. Aber es ist uns das Göttliche in den Gedanken noch nicht aufgegangen. Wir warten darauf, daß das Göttliche in den Gedanken aufgehen soll. Dasjenige, was aus der äußeren Sinnlichkeit für das Morgenland verschwunden ist, wodurch diese äußere Sinnlichkeit zur Maja geworden ist, das ist für unsere Ideenwelt, für unsere gedankliche Innenwelt noch nicht da. In der historischen Entwickelung ist die äußere Sinneswelt für das Morgenland allmählich götterleer geworden. Unser Gedanke ist noch götterleer. Wir können ihn nur so verstehen, wenn wir es wie eine Art Prophetie empfinden, daß die Maja unseres Denkens dereinst erfüllt werde von innerer Wirklichkeit.
[ 14 ] Was für das Morgenland in einem bestimmten Zeitraume die intensivste Wirklichkeit war, das Seelisch-Geistige, das ist für uns die Maja geworden, und was für das Morgenland Maja war, die äußere physischsinnliche Welt, ist unsere naturalistische Wirklichkeit geworden. Und so leben wir, indem wir Ideologie oder Maja dasjenige nennen, was uns selbst innerlich bis zur Gedankenreife durchsetzt. Das Morgenland hat einstmals in der äußeren sinnlichen Natur Götter gesehen. Diese Götter sind ihm entschwunden. Den Gedanken hat es nicht in der Weise gehabt, wie wir ihn heute haben. Das ist das Spezielle des Abendlandes, daß der Gedanke, die reinste, lichtvollste Ausgestaltung des Seelenlebens, errungen worden ist. Aber es ist uns das Göttliche in den Gedanken noch nicht aufgegangen. Wir warten darauf, daß das Göttliche in den Gedanken aufgehen soll. Dasjenige, was aus der äußeren Sinnlichkeit für das Morgenland verschwunden ist, wodurch diese äußere Sinnlichkeit zur Maja geworden ist, das ist für unsere Ideenwelt, für unsere gedankliche Innenwelt noch nicht da. In der historischen Entwickelung ist die äußere Sinneswelt für das Morgenland allmählich götterleer geworden. Unser Gedanke ist noch götterleer. Wir können ihn nur so verstehen, wenn wir es wie eine Art Prophetie empfinden, daß die Maja unseres Denkens dereinst erfüllt werde von innerer Wirklichkeit.
[ 15 ] So teilt sich die Entwickelungsgeschichte der Menschheit in zwei bedeutsame Teile. Der eine entwickelt sich von der Göttererfülltheit bis zur Götterleerheit. Der andere, an dessen Anfang wir stehen, entwickelt sich von der Götterleerheit zu der zu erhoffenden Götterfülle. Und in der Mitte zwischen diesen zwei Entwickelungsströmungen ist aufgerichtet das Kreuz auf Golgatha. Dieses Kreuz auf Golgatha, wie steht es im Bewußtsein der Menschheit da? Wir blicken zurück, sechs Jahrhunderte etwa weiter zurück vom Mysterium von Golgatha: wir sehen den Buddha, der verehrt wird allmählich von einer großen Gemeinde. Wir sehen diesen Buddha, wie er die Heimat verläßt, in die Welt hinausgeht und wie er unter dem Mannigfaltigen, das er sieht, einen Leichnam sieht. Der Anblick dieses Leichnams wirkt in seiner Seele so, daß er sich abwendet von der Maja der äußeren Welt. Der Leichnam wirkt abschreckend auf den Buddha. Und weil er den Tod, den Leichnam sehen muß, fühlt er sich gedrungen, von der Welt aufzublicken zu einem andern, zu einem Göttlich-Geistigen, das nicht in der Welt zu finden ist. Der Anblick des toten Menschen ist der Ausgangspunkt für den Buddha, die Welt zu verlassen und hinzuflüchten in ein außerweltliches Gebiet des Wirklichen.
[ 15 ] So teilt sich die Entwickelungsgeschichte der Menschheit in zwei bedeutsame Teile. Der eine entwickelt sich von der Göttererfülltheit bis zur Götterleerheit. Der andere, an dessen Anfang wir stehen, entwickelt sich von der Götterleerheit zu der zu erhoffenden Götterfülle. Und in der Mitte zwischen diesen zwei Entwickelungsströmungen ist aufgerichtet das Kreuz auf Golgatha. Dieses Kreuz auf Golgatha, wie steht es im Bewußtsein der Menschheit da? Wir blicken zurück, sechs Jahrhunderte etwa weiter zurück vom Mysterium von Golgatha: wir sehen den Buddha, der verehrt wird allmählich von einer großen Gemeinde. Wir sehen diesen Buddha, wie er die Heimat verläßt, in die Welt hinausgeht und wie er unter dem Mannigfaltigen, das er sieht, einen Leichnam sieht. Der Anblick dieses Leichnams wirkt in seiner Seele so, daß er sich abwendet von der Maja der äußeren Welt. Der Leichnam wirkt abschreckend auf den Buddha. Und weil er den Tod, den Leichnam sehen muß, fühlt er sich gedrungen, von der Welt aufzublicken zu einem andern, zu einem Göttlich-Geistigen, das nicht in der Welt zu finden ist. Der Anblick des toten Menschen ist der Ausgangspunkt für den Buddha, die Welt zu verlassen und hinzuflüchten in ein außerweltliches Gebiet des Wirklichen.
[ 16 ] Und jetzt wenden wir uns zu dem Zeitpunkte, der etwa sechshundert Jahre nach dem Mysterium von Golgatha liegt. Viele Menschen blicken hin zu dem großen Symbolum: zu demKruzifixus, zu dem Kreuz, an dem der Leichnam hängt. Der tote Mensch wird angeschaut. Aber der tote Mensch wird angeschaut, nicht um zu fliehen, nicht um ihn zu verlassen und zu einer andern Wirklichkeit zu gehen, sondern in diesem toten Menschen sieht man dasjenige, zu dem man seine Zuflucht nehmen soll. In zwölf Jahrhunderten hat sich die Menschheit so gewandelt, daß man lieben gelernt hat den Tod am Kreuze, den Tod, vor dem Buddha geflohen ist. Nichts kann einem für das Gemüt tiefer andeuten den großen Umschwung, der durch das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hat, das in der Mitte zwischen diesen zwei Zeitpunkten drinnen liegt. Und indem wir unsere Gedanken in dieser Art zu dem Mysterium von Golgatha wenden, müssen wir desjenigen gedenken, was eigentlich da im Sinne ursprünglichen Christentums verehrt worden ist.
[ 16 ] Und jetzt wenden wir uns zu dem Zeitpunkte, der etwa sechshundert Jahre nach dem Mysterium von Golgatha liegt. Viele Menschen blicken hin zu dem großen Symbolum: zu demKruzifixus, zu dem Kreuz, an dem der Leichnam hängt. Der tote Mensch wird angeschaut. Aber der tote Mensch wird angeschaut, nicht um zu fliehen, nicht um ihn zu verlassen und zu einer andern Wirklichkeit zu gehen, sondern in diesem toten Menschen sieht man dasjenige, zu dem man seine Zuflucht nehmen soll. In zwölf Jahrhunderten hat sich die Menschheit so gewandelt, daß man lieben gelernt hat den Tod am Kreuze, den Tod, vor dem Buddha geflohen ist. Nichts kann einem für das Gemüt tiefer andeuten den großen Umschwung, der durch das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hat, das in der Mitte zwischen diesen zwei Zeitpunkten drinnen liegt. Und indem wir unsere Gedanken in dieser Art zu dem Mysterium von Golgatha wenden, müssen wir desjenigen gedenken, was eigentlich da im Sinne ursprünglichen Christentums verehrt worden ist.
[ 17 ] Paulus, ein Eingeweihter in die Mysterien seiner Zeit, konnte an den lebenden Jesus nicht glauben; er bekämpfte den lebenden Jesus. Als er dann auf seinem Wege nach Damaskus gewahr wurde, daß der Christus lebt, daß der Christus aus dem Dunkel der Welt sich offenbart, da glaubte Paulus nun nicht an den lebenden Jesus, aber an den auferstandenen Christus, und der lebende Jesus wurde ihm wert, weil er der Träger war des auferstandenen Christus. Aus dem Tod heraus quoll durch diese besondere Einsicht in den Weltzusammenhang für Paulus die Sicherheit in bezug auf das göttlich-geistige Leben.
[ 17 ] Paulus, ein Eingeweihter in die Mysterien seiner Zeit, konnte an den lebenden Jesus nicht glauben; er bekämpfte den lebenden Jesus. Als er dann auf seinem Wege nach Damaskus gewahr wurde, daß der Christus lebt, daß der Christus aus dem Dunkel der Welt sich offenbart, da glaubte Paulus nun nicht an den lebenden Jesus, aber an den auferstandenen Christus, und der lebende Jesus wurde ihm wert, weil er der Träger war des auferstandenen Christus. Aus dem Tod heraus quoll durch diese besondere Einsicht in den Weltzusammenhang für Paulus die Sicherheit in bezug auf das göttlich-geistige Leben.
[ 18 ] Das hatte sich für die Menschheit vollzogen, daß, während man früher Trost empfangen hat, indem man von der Erde aufgeschaut hat zu den Sternen, woher das ewige Wort gesprochen hat, man jetzt hinblickte auf das geschichtliche Ereignis von Golgatha, daß man hinblickte auf eine menschliche Hülle, die das Geheimnis des Daseins enthält. Und dieses Geheimnis des Daseins — der Apostel Johannes wollte es aussprechen mit den Worten: «Im Urbeginne war das Wort!»
[ 18 ] Das hatte sich für die Menschheit vollzogen, daß, während man früher Trost empfangen hat, indem man von der Erde aufgeschaut hat zu den Sternen, woher das ewige Wort gesprochen hat, man jetzt hinblickte auf das geschichtliche Ereignis von Golgatha, daß man hinblickte auf eine menschliche Hülle, die das Geheimnis des Daseins enthält. Und dieses Geheimnis des Daseins — der Apostel Johannes wollte es aussprechen mit den Worten: «Im Urbeginne war das Wort!»
[ 19 ] Ja, im Urbeginne hat das Wort gesprochen aus dem Gang und der Stellung der Sterne. Aus dem Kosmos herunter ertönte es, dieses Wort. Dieses Wort ward aber nicht auf der Erde gefunden, dieses Wort drang herein aus Himmelsweiten, aus der Vaterheimat in und auf die Erde. Aber es wagte der Schreiber des Johannes-Evangeliums das Wort zu sprechen: «Und das Wort, es ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet.» Das heißt, dasjenige, was da draußen in den Sternen lebt, in dem Körper hat es gewohnt, der am Kreuze gehangen hat. In einem Menschen sollte gesehen werden dasjenige, was früher in Weltenweiten gesucht worden ist. Zu den Menschen herabgestiegen sollte dasjenige sein, was nur im Lichtesglanz vorher auf die Erde herabgeflossen war. Die Lebensansicht wurde geleitet von einer weltenweiten Kosmologie zu einer Anschauung des Mittelpunktsmenschen, der durchdrungen war von dem, was aus den Sternen herunterleuchtete, der durchdrungen war von dem lebendigen Weltenworte.
[ 19 ] Ja, im Urbeginne hat das Wort gesprochen aus dem Gang und der Stellung der Sterne. Aus dem Kosmos herunter ertönte es, dieses Wort. Dieses Wort ward aber nicht auf der Erde gefunden, dieses Wort drang herein aus Himmelsweiten, aus der Vaterheimat in und auf die Erde. Aber es wagte der Schreiber des Johannes-Evangeliums das Wort zu sprechen: «Und das Wort, es ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet.» Das heißt, dasjenige, was da draußen in den Sternen lebt, in dem Körper hat es gewohnt, der am Kreuze gehangen hat. In einem Menschen sollte gesehen werden dasjenige, was früher in Weltenweiten gesucht worden ist. Zu den Menschen herabgestiegen sollte dasjenige sein, was nur im Lichtesglanz vorher auf die Erde herabgeflossen war. Die Lebensansicht wurde geleitet von einer weltenweiten Kosmologie zu einer Anschauung des Mittelpunktsmenschen, der durchdrungen war von dem, was aus den Sternen herunterleuchtete, der durchdrungen war von dem lebendigen Weltenworte.
[ 20 ] Daß man zu dem Ursprung des Weltlichen auch dadurch hinblicken kann, daß man hineinsieht in das menschliche Innere des Jesus und ein inniges Verhältnis gründet von dem eigenen menschlichen Inneren zu diesem menschlichen Inneren des Jesus, wie man früher ein Verhältnis gegründet hat von dem auf der Erde lebenden Menschen zu dem ewigen Weltenworte, das aus den Sternen spricht, das ist der Sinn, der geoffenbart werden soll der Menschheit durch das Mysterium von Golgatha. Und es ist schon der wichtigste Einschnitt in die Erdenentwickelung, dieses Mysterium von Golgatha. Und es wird uns dieses angedeutet durch das Neue Testament.
[ 20 ] Daß man zu dem Ursprung des Weltlichen auch dadurch hinblicken kann, daß man hineinsieht in das menschliche Innere des Jesus und ein inniges Verhältnis gründet von dem eigenen menschlichen Inneren zu diesem menschlichen Inneren des Jesus, wie man früher ein Verhältnis gegründet hat von dem auf der Erde lebenden Menschen zu dem ewigen Weltenworte, das aus den Sternen spricht, das ist der Sinn, der geoffenbart werden soll der Menschheit durch das Mysterium von Golgatha. Und es ist schon der wichtigste Einschnitt in die Erdenentwickelung, dieses Mysterium von Golgatha. Und es wird uns dieses angedeutet durch das Neue Testament.
[ 21 ] Es ist von wunderbarer Tiefe, und es ist unermeßlich ergreifend, wie im Sinne der Evangelien — das eine Mal erzählt das eine, das andere Mal erzählt das andere Evangelium- die Menschen unterrichtet werden von der Erscheinung des Christus Jesus. Auf der einen Seite sind es die drei Weisen, die Magier aus dem Morgenlande, die Träger der alten Sternenweisheit, die Erkunder des Weltenwortes aus der Sternenschrift des Kosmos. Sie sind begabt mit der höchsten Weisheit, die der Menschheit damals zugänglich war. Und angedeutet wird durch das Evangelium, wie die höchste Weisheit nichts anderes sprechen kann für den damaligen Zeitpunkt als: Der Christus Jesus erscheint, die Sterne sagen es uns. Das ewige Weltenwort, das in den Sternen kam, in Sternkonstellationen lebt, das sagt uns, daß der Christus Jesus erscheinen wird.
[ 21 ] Es ist von wunderbarer Tiefe, und es ist unermeßlich ergreifend, wie im Sinne der Evangelien — das eine Mal erzählt das eine, das andere Mal erzählt das andere Evangelium- die Menschen unterrichtet werden von der Erscheinung des Christus Jesus. Auf der einen Seite sind es die drei Weisen, die Magier aus dem Morgenlande, die Träger der alten Sternenweisheit, die Erkunder des Weltenwortes aus der Sternenschrift des Kosmos. Sie sind begabt mit der höchsten Weisheit, die der Menschheit damals zugänglich war. Und angedeutet wird durch das Evangelium, wie die höchste Weisheit nichts anderes sprechen kann für den damaligen Zeitpunkt als: Der Christus Jesus erscheint, die Sterne sagen es uns. Das ewige Weltenwort, das in den Sternen kam, in Sternkonstellationen lebt, das sagt uns, daß der Christus Jesus erscheinen wird.
[ 22 ] In den Schulen, in den Weisheitsschulen wurde verkündet: 354 mal seit der Entstehung der gegenwärtigen Erdenmenschheit hat der Jupiter seine Planetenbahn vollendet. Ein Jupiterjahr, ein großes Jupiterjahr ist vollendet seit der Zeit, seit welcher zum Beispiel die alten Hebräer das Dasein der Menschheit auf Erden ansetzen. Im Sinne dieser damaligen Weltanschauung hatte ein gewöhnliches Jahr 354 Tage. 354 Jupitertage sind verflossen und diese 354 Jupitertage sind etwas, was spricht aus der Weltenweisheit, wie der Satz, der große Satz, und die einzelnen Worte darinnen geben an die Umläufe des Merkurius, und sieben mal sieben ist neunundvierzigmal ein Merkurtag in derselben Zeit verflossen, in der ein Jupitertag verflossen ist.
[ 22 ] In den Schulen, in den Weisheitsschulen wurde verkündet: 354 mal seit der Entstehung der gegenwärtigen Erdenmenschheit hat der Jupiter seine Planetenbahn vollendet. Ein Jupiterjahr, ein großes Jupiterjahr ist vollendet seit der Zeit, seit welcher zum Beispiel die alten Hebräer das Dasein der Menschheit auf Erden ansetzen. Im Sinne dieser damaligen Weltanschauung hatte ein gewöhnliches Jahr 354 Tage. 354 Jupitertage sind verflossen und diese 354 Jupitertage sind etwas, was spricht aus der Weltenweisheit, wie der Satz, der große Satz, und die einzelnen Worte darinnen geben an die Umläufe des Merkurius, und sieben mal sieben ist neunundvierzigmal ein Merkurtag in derselben Zeit verflossen, in der ein Jupitertag verflossen ist.
[ 23 ] Solche Zusammenhänge suchten diese alten Weisen in der Sternenschrift. Und was ihnen in die Seele inspiriert wurde durch solches Entziffern der Sternenschrift, das legten sie so aus, daß sie es in die Worte kleiden konnten: Der Christus Jesus erscheint, denn die Zeit ist erfüllet. Die Jupiterzeit, die Merkurzeit ist erfüllet. Der große Weltenzeitmesser, der in den Sternen sich befindet, spricht davon, daß die Zeit erfüllet ist. Das künden die Evangelien von der einen Seite. Von der andern Seite künden sie, wie auf dem Felde die armen Hirten aus dem Traum, der aus ihrem einfachen Herzen quillt, ohne alle Weisheit, bloß hinhorchend auf die fromme, einfältige Stimme der menschlichen Seele, was die armen Hirten aus dieser Tiefe der Menschenbrust heraus geoffenbart erhielten. Und es ist dieselbe Kundschaft: Der Christus erscheint.
[ 23 ] Solche Zusammenhänge suchten diese alten Weisen in der Sternenschrift. Und was ihnen in die Seele inspiriert wurde durch solches Entziffern der Sternenschrift, das legten sie so aus, daß sie es in die Worte kleiden konnten: Der Christus Jesus erscheint, denn die Zeit ist erfüllet. Die Jupiterzeit, die Merkurzeit ist erfüllet. Der große Weltenzeitmesser, der in den Sternen sich befindet, spricht davon, daß die Zeit erfüllet ist. Das künden die Evangelien von der einen Seite. Von der andern Seite künden sie, wie auf dem Felde die armen Hirten aus dem Traum, der aus ihrem einfachen Herzen quillt, ohne alle Weisheit, bloß hinhorchend auf die fromme, einfältige Stimme der menschlichen Seele, was die armen Hirten aus dieser Tiefe der Menschenbrust heraus geoffenbart erhielten. Und es ist dieselbe Kundschaft: Der Christus erscheint.
[ 24 ] Höchste Weisheit und äußerste menschliche Einfältigkeit klingen zusammen in dem Worte: Der Christus erscheint. — Die höchste menschliche Weisheit ist dazumal in der Dekadenz, die höchste menschliche Weisheit ist im Abglimmen. Im Aufglimmen ist dasjenige, was aus dem menschlichen Inneren selberkommt. Und aus dem menschlichen Inneren ist seither gekommen der Gedanke. Wir können ihn noch nicht bis zur Realität erheben, er ist uns noch eine Maja. Aber wir stehen heute vor der Notwendigkeit, immer mehr und mehr einzusehen, wie dieser Gedanke zur Realität kommen kann. Zu den Sternen hat der Mensch in der vorchristlichen Zeit aufgeschaut, um Realität zu empfinden. Zu dem Christus müssen wir schauen, um Realität für unser Inneres zu haben. «Nicht ich, der Christus in mir», das ist das Wort, das dem Gedanken innerlich Schwere, das dem Gedanken innerlich Realität geben wird.
[ 24 ] Höchste Weisheit und äußerste menschliche Einfältigkeit klingen zusammen in dem Worte: Der Christus erscheint. — Die höchste menschliche Weisheit ist dazumal in der Dekadenz, die höchste menschliche Weisheit ist im Abglimmen. Im Aufglimmen ist dasjenige, was aus dem menschlichen Inneren selberkommt. Und aus dem menschlichen Inneren ist seither gekommen der Gedanke. Wir können ihn noch nicht bis zur Realität erheben, er ist uns noch eine Maja. Aber wir stehen heute vor der Notwendigkeit, immer mehr und mehr einzusehen, wie dieser Gedanke zur Realität kommen kann. Zu den Sternen hat der Mensch in der vorchristlichen Zeit aufgeschaut, um Realität zu empfinden. Zu dem Christus müssen wir schauen, um Realität für unser Inneres zu haben. «Nicht ich, der Christus in mir», das ist das Wort, das dem Gedanken innerlich Schwere, das dem Gedanken innerlich Realität geben wird.
[ 25 ] Die Theologie des 19. Jahrhunderts hat immer mehr aus dem Christus Jesus die bloße menschliche Gestalt gemacht, die auch die äußere Geschichte anerkennen kann: Jesus, den schlichten, obwohl höchststehenden Mann aus Nazareth. Der Christus aber ist verlorengegangen. Der wird erst erscheinen in seiner wahren Gestalt durch das Wiederaufleben einer auf das Übersinnliche gehenden Weltanschauung, einer Lebensauffassung, die von dem Sinnlichen zu dem Übersinnlichen hinschaut. In demselben Maße, in dem die Menschheit verloren hat aus dem Sinnlichen das Geistige, muß sie gewinnen in dem bis zur, allerdings leuchtenden, aber abstrakten Weise vorgedrungenen Gedanken die innere Realität.
[ 25 ] Die Theologie des 19. Jahrhunderts hat immer mehr aus dem Christus Jesus die bloße menschliche Gestalt gemacht, die auch die äußere Geschichte anerkennen kann: Jesus, den schlichten, obwohl höchststehenden Mann aus Nazareth. Der Christus aber ist verlorengegangen. Der wird erst erscheinen in seiner wahren Gestalt durch das Wiederaufleben einer auf das Übersinnliche gehenden Weltanschauung, einer Lebensauffassung, die von dem Sinnlichen zu dem Übersinnlichen hinschaut. In demselben Maße, in dem die Menschheit verloren hat aus dem Sinnlichen das Geistige, muß sie gewinnen in dem bis zur, allerdings leuchtenden, aber abstrakten Weise vorgedrungenen Gedanken die innere Realität.
[ 26 ] Diese innere Realität wird sie gewinnen, indem sie in den Vorgängen, die sich abspielen in Anknüpfung an das Mysterium von Golgatha, auf unserer Erde selber etwas schaut, was nur durch übersinnliche Begriffe vor die menschliche Seele hintreten kann. In demselben Maße, in dem man sich entschließen wird, das Mysterium von Golgatha durch übersinnliches Erkennen zu erfassen, in demselben Maße wird innerhalb der menschlichen Zivilisationsentwickelung der Christus neu geboren werden. Von dem Aufnehmen der übersinnlichen Erkenntnis darf die Menschheit erhoffen ein wirkliches perennierendes Bethlehem. Einen tiefen Sinn muß ein Ahnungswort bekommen, wie es etwa Angelus Silesius ausgesprochen hat:
[ 26 ] Diese innere Realität wird sie gewinnen, indem sie in den Vorgängen, die sich abspielen in Anknüpfung an das Mysterium von Golgatha, auf unserer Erde selber etwas schaut, was nur durch übersinnliche Begriffe vor die menschliche Seele hintreten kann. In demselben Maße, in dem man sich entschließen wird, das Mysterium von Golgatha durch übersinnliches Erkennen zu erfassen, in demselben Maße wird innerhalb der menschlichen Zivilisationsentwickelung der Christus neu geboren werden. Von dem Aufnehmen der übersinnlichen Erkenntnis darf die Menschheit erhoffen ein wirkliches perennierendes Bethlehem. Einen tiefen Sinn muß ein Ahnungswort bekommen, wie es etwa Angelus Silesius ausgesprochen hat:
[ 27 ] Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.
[ 27 ] Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.
[ 28 ] Aber nicht allein in leeren Redensarten, sondern in allem Wissen, in aller Erkenntnis muß der Christus geboren werden. Wir müssen in die Lage kommen, anzusehen dasjenige, was wir durch die bloße Weltbeobachtung gewinnen können, so, wie angesehen hat Paulus dasjenige, was ihm die äußere Welt war, bevor er an das Ereignis von Damaskus herangetreten ist, bevor er die Erdenwelt erfüllt geschaut hat von der Kraft des lebendigen Christus. Diese Kraft des lebendigen Christus müssen wir in alles Erkennen hineinbringen. Wir müssen durchwärmen die kalte, abstrakte Erkenntnis, die uns hineingeführt hat in die Not der Gegenwart. Wir müssen durchdringen diese Erkenntnis mit der lebendigen Kraft des Christus.
[ 28 ] Aber nicht allein in leeren Redensarten, sondern in allem Wissen, in aller Erkenntnis muß der Christus geboren werden. Wir müssen in die Lage kommen, anzusehen dasjenige, was wir durch die bloße Weltbeobachtung gewinnen können, so, wie angesehen hat Paulus dasjenige, was ihm die äußere Welt war, bevor er an das Ereignis von Damaskus herangetreten ist, bevor er die Erdenwelt erfüllt geschaut hat von der Kraft des lebendigen Christus. Diese Kraft des lebendigen Christus müssen wir in alles Erkennen hineinbringen. Wir müssen durchwärmen die kalte, abstrakte Erkenntnis, die uns hineingeführt hat in die Not der Gegenwart. Wir müssen durchdringen diese Erkenntnis mit der lebendigen Kraft des Christus.
[ 29 ] Das ist etwas, was als eine bedeutsame Aufgabe der Gegenwart dasteht. Wir müssen das Gefühl haben, daß wir zu dem Christus erst hingelangen müssen. Wir müssen zu einer Verinnerlichung des ChristusGedankens kommen. Wir müssen uns klar darüber sein, daß die Not der Zeit zu groß ist, um bloß an den äußerlichen Weihnachtsbräuchen festzuhalten. Wir müssen uns aufschwingen zu der Überzeugung, daß ein solches Festhalten gegenüber den sonstigen Anschauungen der heutigen Zeit eine Lüge ist. Wir müssen uns klar sein, daß die große Auseinandersetzung zwischen dem Osten und dem Westen auch auf geistigem Gebiete geschehen muß, daß die Maja des Ostens und die Maja des Westens, die Maja der äußeren Sinneswelt und die Maja des Gedankens, zu einer harmonischen Verständigung kommen müssen.
[ 29 ] Das ist etwas, was als eine bedeutsame Aufgabe der Gegenwart dasteht. Wir müssen das Gefühl haben, daß wir zu dem Christus erst hingelangen müssen. Wir müssen zu einer Verinnerlichung des ChristusGedankens kommen. Wir müssen uns klar darüber sein, daß die Not der Zeit zu groß ist, um bloß an den äußerlichen Weihnachtsbräuchen festzuhalten. Wir müssen uns aufschwingen zu der Überzeugung, daß ein solches Festhalten gegenüber den sonstigen Anschauungen der heutigen Zeit eine Lüge ist. Wir müssen uns klar sein, daß die große Auseinandersetzung zwischen dem Osten und dem Westen auch auf geistigem Gebiete geschehen muß, daß die Maja des Ostens und die Maja des Westens, die Maja der äußeren Sinneswelt und die Maja des Gedankens, zu einer harmonischen Verständigung kommen müssen.
[ 30 ] Wir dürfen nicht glauben, daß wir den Christus haben innerhalb unserer gegenwärtigen Zeit. Wir müssen uns vorkommen wie die armen Hirten, die sich ihrer Not bewußt waren. Wir müssen suchen den Christus in dem Innersten des menschlichen Wesens, wie die Hirten gesucht haben den Christus im Stall zu Bethlehem. Opfern müssen wir diesem Christus, der uns die Maja der Gedanken verwandelt in Wirklichkeiten. Wir müssen die Demut haben, uns zum Verständnis der Geburt Christi erst aufzuschwingen. Wir müssen wissen, daß wir erst ein Verstehen des Weihnachtsgedankens brauchen, bevor wir Weihnachten in der richtigen Weise werden würdigen können. Wir müssen alles, was die einzelnen Lebensgebiete sind, durchdringen mit der lebendigen Kraft des Christus. Wir müssen arbeiten, und wir werden die Feste am besten begehen, wenn wir arbeiten in der Not der Zeit, um im geistigen Sinne das zu bewirken, was als ein Symbolum, allerdings ein Symbolum der Wirklichkeit, von der Schädelstätte von Golgatha her historisch uns anblickt.
[ 30 ] Wir dürfen nicht glauben, daß wir den Christus haben innerhalb unserer gegenwärtigen Zeit. Wir müssen uns vorkommen wie die armen Hirten, die sich ihrer Not bewußt waren. Wir müssen suchen den Christus in dem Innersten des menschlichen Wesens, wie die Hirten gesucht haben den Christus im Stall zu Bethlehem. Opfern müssen wir diesem Christus, der uns die Maja der Gedanken verwandelt in Wirklichkeiten. Wir müssen die Demut haben, uns zum Verständnis der Geburt Christi erst aufzuschwingen. Wir müssen wissen, daß wir erst ein Verstehen des Weihnachtsgedankens brauchen, bevor wir Weihnachten in der richtigen Weise werden würdigen können. Wir müssen alles, was die einzelnen Lebensgebiete sind, durchdringen mit der lebendigen Kraft des Christus. Wir müssen arbeiten, und wir werden die Feste am besten begehen, wenn wir arbeiten in der Not der Zeit, um im geistigen Sinne das zu bewirken, was als ein Symbolum, allerdings ein Symbolum der Wirklichkeit, von der Schädelstätte von Golgatha her historisch uns anblickt.
[ 31 ] Und so müssen wir verstehen, daß für uns heute der wichtigste Weihnachtsgedanke der ist: Weltenweihnachten durch ein rechtes Verstehen des Christentums herbeizuführen. Diese innere Stimme, diese innere Sehnsucht, sie können uns hinübergeleiten im Sinne der heutigen Not der Zeit über die Weihenacht. Denn das Fest vom Jahresende, die Weihnachten, sie können heute nur lebendig werden, wenn man die Sehnsucht empfindet, diese Weihnachten als eine Aufforderung anzuschauen, hineinzublicken in dasjenige, was die Menschheit in ihrer Entwickelung braucht.So daß ausstrahlen kann für uns von dem Festesgefühl, das wir in dieser Jahreszeit empfinden, etwas davon, daß wir durch die Kraft der inneren Wirklichkeitserfassung dessen, was für uns noch Maja ist, zu einer Auferstehung jener göttlich-geistigen Wirklichkeit kommen, die abgeglommen ist in älterer Zeit und die deshalb zur Anschauung von der Maja geführt hat.
[ 31 ] Und so müssen wir verstehen, daß für uns heute der wichtigste Weihnachtsgedanke der ist: Weltenweihnachten durch ein rechtes Verstehen des Christentums herbeizuführen. Diese innere Stimme, diese innere Sehnsucht, sie können uns hinübergeleiten im Sinne der heutigen Not der Zeit über die Weihenacht. Denn das Fest vom Jahresende, die Weihnachten, sie können heute nur lebendig werden, wenn man die Sehnsucht empfindet, diese Weihnachten als eine Aufforderung anzuschauen, hineinzublicken in dasjenige, was die Menschheit in ihrer Entwickelung braucht.So daß ausstrahlen kann für uns von dem Festesgefühl, das wir in dieser Jahreszeit empfinden, etwas davon, daß wir durch die Kraft der inneren Wirklichkeitserfassung dessen, was für uns noch Maja ist, zu einer Auferstehung jener göttlich-geistigen Wirklichkeit kommen, die abgeglommen ist in älterer Zeit und die deshalb zur Anschauung von der Maja geführt hat.
[ 32 ] In die Maja ist die Menschheit gekommen, in die äußere Maja. Aus der inneren Maja heraus muß die Menschheit zur wahren geistig-seelischen Wirklichkeit sich entwickeln. Verstehen wir dieses, dann wird erfüllt der einzelne Weihnachtsgedanke zur Festeszeit von einem Weltgefühl, das wir heute brauchen, wenn wir wahren Menschenwert und wahre Menschenwürde empfinden wollen. Dann strömt aus der Empfindung gegenüber dem einzelnen Feste dasjenige in uns, was in uns das Geständnis herausfordert: Wir müssen feiern in der Zeit der Not so, daß wir allmählich die neuen Weihnachtslichter eines neuen Geisteslebens sehen. Wir müssen feiern lernen nicht nur eine einzelne Weihnachtszeit, wir müssen feiern lernen Weltenweihenacht.
[ 32 ] In die Maja ist die Menschheit gekommen, in die äußere Maja. Aus der inneren Maja heraus muß die Menschheit zur wahren geistig-seelischen Wirklichkeit sich entwickeln. Verstehen wir dieses, dann wird erfüllt der einzelne Weihnachtsgedanke zur Festeszeit von einem Weltgefühl, das wir heute brauchen, wenn wir wahren Menschenwert und wahre Menschenwürde empfinden wollen. Dann strömt aus der Empfindung gegenüber dem einzelnen Feste dasjenige in uns, was in uns das Geständnis herausfordert: Wir müssen feiern in der Zeit der Not so, daß wir allmählich die neuen Weihnachtslichter eines neuen Geisteslebens sehen. Wir müssen feiern lernen nicht nur eine einzelne Weihnachtszeit, wir müssen feiern lernen Weltenweihenacht.

