Old and New Initiation Methods
Drama and Poetry in the Shift
of Consciousness in the Modern Era
GA 210
8 January 1922, Dornach
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Alte und neue Einweihungsmethoden
3. Die Entwicklung des religiösen Lebens in den nachatlantischen Kulturen
3. Die Entwicklung des religiösen Lebens in den nachatlantischen Kulturen
[ 1 ] Wir wollen heute von einem andern Gesichtspunkte aus, als das gestern geschah, die Differenzierung innerhalb der Menschheit betrachten, und zwar heute von einem historischen Gesichtspunkte aus. Wir wollen einmal mit dem ausgesprochenen Ziel, das Verständnis für die Gegenwart zu fördern, die menschliche Entwickelung von dem Zeitpunkte an betrachten, unmittelbar nachdem die atlantische Katastrophe vorüber war. Wenn wir innerhalb der menschlichen Evolution überhaupt von Zivilisationsentwickelung sprechen, haben wir dann die erste maßgebliche Entwickelungsperiode dieser Art zu suchen in der alten indischen Kulturepoche. Und da finden Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» von einem gewissen Gesichtspunkte aus eine Charakteristik dieser besonderen Kulturart, welche die des uralten Indiens war, jener Kulturart, von der in den mit Recht bewunderten Veden und in der mit Recht bewunderten altindischen Philosophie nur noch Nachklänge vorhanden sind, denn es gibt keine geschriebenen Urkunden aus dem, was in dieser Beziehung als indische Kultur genannt wird. Wenn wir unsere heutigen Worte gebrauchen, so müssen wir diese uralt indische Kultur bezeichnen als eine im eminentesten Sinne religiöse Kultur. Aber wir werden dann trotzdem mit dieser Bezeichnung nur das Richtige treffen, wenn wir uns über das, was eigentlich gemeint ist, mehr aussprechen.
[ 1 ] Wir wollen heute von einem andern Gesichtspunkte aus, als das gestern geschah, die Differenzierung innerhalb der Menschheit betrachten, und zwar heute von einem historischen Gesichtspunkte aus. Wir wollen einmal mit dem ausgesprochenen Ziel, das Verständnis für die Gegenwart zu fördern, die menschliche Entwickelung von dem Zeitpunkte an betrachten, unmittelbar nachdem die atlantische Katastrophe vorüber war. Wenn wir innerhalb der menschlichen Evolution überhaupt von Zivilisationsentwickelung sprechen, haben wir dann die erste maßgebliche Entwickelungsperiode dieser Art zu suchen in der alten indischen Kulturepoche. Und da finden Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» von einem gewissen Gesichtspunkte aus eine Charakteristik dieser besonderen Kulturart, welche die des uralten Indiens war, jener Kulturart, von der in den mit Recht bewunderten Veden und in der mit Recht bewunderten altindischen Philosophie nur noch Nachklänge vorhanden sind, denn es gibt keine geschriebenen Urkunden aus dem, was in dieser Beziehung als indische Kultur genannt wird. Wenn wir unsere heutigen Worte gebrauchen, so müssen wir diese uralt indische Kultur bezeichnen als eine im eminentesten Sinne religiöse Kultur. Aber wir werden dann trotzdem mit dieser Bezeichnung nur das Richtige treffen, wenn wir uns über das, was eigentlich gemeint ist, mehr aussprechen.
[ 2 ] Das religiöse Element dieser uralt indischen Kultur war ein solches, daß es zu gleicher Zeit alles umfaßt hat, was wir von unserem heutigen Gesichtspunkte aus in Wissenschaft und Kunst anerkennen. Das gesamte Geistesleben des vollen Menschen wurde umfaßt von dieser Kultur, die wir, weil es trotzdem die treffendste Bezeichnung ist, als eine religiöse Kultur bezeichnen müssen. Diese religiöse Kultur erzeugt in den Menschen das Gefühl, daß sie in den Tiefen ihres Wesens verbunden sind mit einer göttlich-geistigen Welt. Und dieses Gefühl wurde in einer so intensiven Weise ausgebildet, daß das ganze Leben eigentlich durchleuchtet war von ihm, daß die helleren Bewußtseinszustände des Menschen, die unsere Wachzustände vorbereiteten, und auch seine traumhaften Zustände, die sich dann in unser chaotisches Traum- oder Schlafleben in der weiteren Evolution verloren haben, daß diese beiderlei Zustände durchzogen waren von diesem intensiven Bewußtsein der Verbindung des Menschlichen mit einem Göttlich-Geistigen.
[ 2 ] Das religiöse Element dieser uralt indischen Kultur war ein solches, daß es zu gleicher Zeit alles umfaßt hat, was wir von unserem heutigen Gesichtspunkte aus in Wissenschaft und Kunst anerkennen. Das gesamte Geistesleben des vollen Menschen wurde umfaßt von dieser Kultur, die wir, weil es trotzdem die treffendste Bezeichnung ist, als eine religiöse Kultur bezeichnen müssen. Diese religiöse Kultur erzeugt in den Menschen das Gefühl, daß sie in den Tiefen ihres Wesens verbunden sind mit einer göttlich-geistigen Welt. Und dieses Gefühl wurde in einer so intensiven Weise ausgebildet, daß das ganze Leben eigentlich durchleuchtet war von ihm, daß die helleren Bewußtseinszustände des Menschen, die unsere Wachzustände vorbereiteten, und auch seine traumhaften Zustände, die sich dann in unser chaotisches Traum- oder Schlafleben in der weiteren Evolution verloren haben, daß diese beiderlei Zustände durchzogen waren von diesem intensiven Bewußtsein der Verbindung des Menschlichen mit einem Göttlich-Geistigen.
[ 3 ] Aber wir dürfen nur diese allgemeine Charakteristik des Religiösen von unseren Begriffen hernehmen. Denn unsere Begriffe verführen uns zu stark dazu, das Religiöse als etwas Allgemeines, als etwas von dem übrigen Leben in einer gewissen Weise abstrakt Ferneliegendes zu betrachten. Bei denjenigen Menschen, von denen wir hier sprechen, war das Religiöse so, daß sie in den Inhalten, die sie mit dem Religiösen verbanden, zu gleicher Zeit ganz bestimmte Bilder, also ein bildhaftes Wissen hatten von dem Wesen des Menschen, und daß sie ein ausgebreitetes bildhaftes Wissen hatten von dem Bau des Weltenalls.
[ 3 ] Aber wir dürfen nur diese allgemeine Charakteristik des Religiösen von unseren Begriffen hernehmen. Denn unsere Begriffe verführen uns zu stark dazu, das Religiöse als etwas Allgemeines, als etwas von dem übrigen Leben in einer gewissen Weise abstrakt Ferneliegendes zu betrachten. Bei denjenigen Menschen, von denen wir hier sprechen, war das Religiöse so, daß sie in den Inhalten, die sie mit dem Religiösen verbanden, zu gleicher Zeit ganz bestimmte Bilder, also ein bildhaftes Wissen hatten von dem Wesen des Menschen, und daß sie ein ausgebreitetes bildhaftes Wissen hatten von dem Bau des Weltenalls.
[ 4 ] Wir müssen uns allerdings vorstellen, daß dasjenige, was in der Weltanschauung dieser Menschen an bildhaftem Wissen von dem Bau des Weltenalls lebte, sich in keiner Weise vergleichen läßt mit dem, was wir etwa heute in unseren astronomischen oder astrophysischen Kenntnissen haben. In diesen astronomischen und astrophysischen Kenntnissen haben wir eine Art Mechanismus des Weltenalls. Die alte indische Bevölkerung hatte ein Weltenall, das in den bildhaften Vorstellungen dieser Menschen bewohnt war von göttlich-geistigen Wesenheiten. Von irgendwelchen in äußerlichen, bloß mechanischen Formeln auszusprechenden Beziehungen von Gestirnen und von Bewegungen von Gestirnen in unserem Sinne konnte eigentlich noch nicht die Rede sein. Wenn diese Menschen aufblickten zum gestirnten Himmel, dann war es ja für sie so, daß sie in den äußeren Sternkonstellationen und Sternbewegungen nur etwas sahen, was ihnen in ihrem bildhaften Bewußtsein gut bekannt war, was sie schauten. Es war etwa so, daß man die Sache in der folgenden Art charakterisieren kann:
[ 4 ] Wir müssen uns allerdings vorstellen, daß dasjenige, was in der Weltanschauung dieser Menschen an bildhaftem Wissen von dem Bau des Weltenalls lebte, sich in keiner Weise vergleichen läßt mit dem, was wir etwa heute in unseren astronomischen oder astrophysischen Kenntnissen haben. In diesen astronomischen und astrophysischen Kenntnissen haben wir eine Art Mechanismus des Weltenalls. Die alte indische Bevölkerung hatte ein Weltenall, das in den bildhaften Vorstellungen dieser Menschen bewohnt war von göttlich-geistigen Wesenheiten. Von irgendwelchen in äußerlichen, bloß mechanischen Formeln auszusprechenden Beziehungen von Gestirnen und von Bewegungen von Gestirnen in unserem Sinne konnte eigentlich noch nicht die Rede sein. Wenn diese Menschen aufblickten zum gestirnten Himmel, dann war es ja für sie so, daß sie in den äußeren Sternkonstellationen und Sternbewegungen nur etwas sahen, was ihnen in ihrem bildhaften Bewußtsein gut bekannt war, was sie schauten. Es war etwa so, daß man die Sache in der folgenden Art charakterisieren kann:
[ 5 ] Nehmen wir an, wir haben irgendwo eine reichbelebte Szene gesehen, in der Menschen sich getummelt haben, in der Menschen allerlei verrichtet haben. Wir waren etwa Teilnehmer irgendeines Festes, bei dem man mancherlei vollbracht hat. Wir gehen nach Hause. Am nächsten Tag bekommen wir eine Zeitung mit einem Bericht über dieses Fest, das wir selbst gesehen haben. Wir lassen unseren Blick fallen auf die toten Buchstaben, deren Bedeutung wir allerdings kennen, und die, wenn wir sie lesend verbinden, uns einen schwachen, abgeblaßten Begriff geben von dem, was wir in aller Lebendigkeit am vorhergehenden Tage erlebt haben. So etwa war das, was in dieser uralten indischen Zeit von den Menschen in ihrem instiktiven Schauen erfaßt worden war, und im Verhältnis dazu dasjenige, was sie in den Sternkonstellationen und Sternbewegungen sahen. Diese Sternkonstellationen und Sternbewegungen waren eben nur Schriftzeichen, man könnte sagen blasse Schriftzeichen. Und wenn sie diese Schriftzeichen etwa, sagen wir nur abgemalt hätten und auf Papier gehabt hätten, so würden sie das durchaus als eine bloße Schrift über die Wirklichkeit empfunden haben.
[ 5 ] Nehmen wir an, wir haben irgendwo eine reichbelebte Szene gesehen, in der Menschen sich getummelt haben, in der Menschen allerlei verrichtet haben. Wir waren etwa Teilnehmer irgendeines Festes, bei dem man mancherlei vollbracht hat. Wir gehen nach Hause. Am nächsten Tag bekommen wir eine Zeitung mit einem Bericht über dieses Fest, das wir selbst gesehen haben. Wir lassen unseren Blick fallen auf die toten Buchstaben, deren Bedeutung wir allerdings kennen, und die, wenn wir sie lesend verbinden, uns einen schwachen, abgeblaßten Begriff geben von dem, was wir in aller Lebendigkeit am vorhergehenden Tage erlebt haben. So etwa war das, was in dieser uralten indischen Zeit von den Menschen in ihrem instiktiven Schauen erfaßt worden war, und im Verhältnis dazu dasjenige, was sie in den Sternkonstellationen und Sternbewegungen sahen. Diese Sternkonstellationen und Sternbewegungen waren eben nur Schriftzeichen, man könnte sagen blasse Schriftzeichen. Und wenn sie diese Schriftzeichen etwa, sagen wir nur abgemalt hätten und auf Papier gehabt hätten, so würden sie das durchaus als eine bloße Schrift über die Wirklichkeit empfunden haben.
[ 6 ] Was für das Schauen dieser Menschen hinter diesen Schriftzeichen war, für das entwickelten sie nicht nur eine vorstellungsgemäße Erkenntnis, sondern zu gleicher Zeit ein liebendes Gefühl. Sie konnten das, was sie da in Bildern über das Weltenall erfaßten, nicht etwa bloß mit gleichgültigen Vorstellungen aufnehmen, sondern sie entwickelten dafür ein lebendiges Gefühl. Und zu gleicher Zeit entwickelten sie dafür etwas, was man nennen könnte ein ständiges Empfinden, daß alles, was sie taten, auch die kompliziertesten Handlungen, ein Ausdruck des vom göttlich-geistigen Wesen erfüllten Kosmos waren. Der Mensch fühlte seine Glieder durchdrungen von diesem göttlich-geistigen kosmischen Wesen. Er fühlte seinen Verstand durchdrungen von diesem göttlich-geistigen Wesen, seinen Mut und seinen Willen. So daß der Mensch eben auch sagen konnte, wenn er von seinen eigenen Handlungen sprach: Göttlich-geistige Wesen tun das. - Und da in jenen alten Zeiten die Menschen sehr wohl wußten, daß unter diesen göttlich-geistigen Wesen auch Luzifer und Ahriman sind, so waren sie sich eben auch bewußt, daß, indem Göttlich-Geistiges in ihnen waltete, sie auch das Böse neben dem Guten tun konnten. [Während der folgenden Seiten wird an die Tafel geschrieben. Siehe dazu das Schema am Ende des Vortrages.]
[ 6 ] Was für das Schauen dieser Menschen hinter diesen Schriftzeichen war, für das entwickelten sie nicht nur eine vorstellungsgemäße Erkenntnis, sondern zu gleicher Zeit ein liebendes Gefühl. Sie konnten das, was sie da in Bildern über das Weltenall erfaßten, nicht etwa bloß mit gleichgültigen Vorstellungen aufnehmen, sondern sie entwickelten dafür ein lebendiges Gefühl. Und zu gleicher Zeit entwickelten sie dafür etwas, was man nennen könnte ein ständiges Empfinden, daß alles, was sie taten, auch die kompliziertesten Handlungen, ein Ausdruck des vom göttlich-geistigen Wesen erfüllten Kosmos waren. Der Mensch fühlte seine Glieder durchdrungen von diesem göttlich-geistigen kosmischen Wesen. Er fühlte seinen Verstand durchdrungen von diesem göttlich-geistigen Wesen, seinen Mut und seinen Willen. So daß der Mensch eben auch sagen konnte, wenn er von seinen eigenen Handlungen sprach: Göttlich-geistige Wesen tun das. - Und da in jenen alten Zeiten die Menschen sehr wohl wußten, daß unter diesen göttlich-geistigen Wesen auch Luzifer und Ahriman sind, so waren sie sich eben auch bewußt, daß, indem Göttlich-Geistiges in ihnen waltete, sie auch das Böse neben dem Guten tun konnten. [Während der folgenden Seiten wird an die Tafel geschrieben. Siehe dazu das Schema am Ende des Vortrages.]
[ 7 ] Ich möchte mit dieser Auseinandersetzung eine Vorstellung davon hervorrufen, wie den ganzen Menschen erfüllend und den ganzen Menschen in Zusammenhang bringend mit der Fülle des Kosmos diese kosmische Religion beschaffen war, die eine kosmische Weisheit, aber auch zu gleicher Zeit eine den Menschen offenbarende Weisheit war. Und gerade darin besteht der Fortschritt in der Entwickelung der Menschheit, daß nun vor allen Dingen zunächst das allerintensivste religiöse Gefühl abblaßte. Gewiß, Religion blieb für alle späteren Zeiten, aber die Intensität des religiösen Lebens, wie es in diesen ersten indischen Zeiten vorhanden war, die blaßte ab. Vor allen Dingen blaßte zuerst die Empfindung ab für das Darinnenstehen mit seinen Handlungen, mit seinen Willensimpulsen, im Bereich der göttlich-geistigen Wesenheiten. Nicht etwa, als ob der Mensch in der urpersischen Zeit, also in der zweiten nachatlantischen Kulturperiode, dieses Gefühl des Darinnenstehens gar nicht mehr gehabt hätte. Er hat es gehabt, nur abgeblaßt war es. In der ersten Zeit der nachatlantischen Kulturentwickelung war dieses Gefühl etwas Selbstverständliches. In der zweiten nachatlantischen Kulturblüte, in der urpersischen Zeit, blaßte eben das tiefste, das intensivste Religiöse ab, und der Mensch mußte schon beginnen, aus sich heraus etwas zu entwickeln, um in einer mehr aktiven Weise, als das zunächst der Fall war, seine Verbindung mit dem kosmisch Göttlich-Geistigen zu erfassen. So daß man sagen könnte: In der ersten nachatlantischen Zeit hatte man die intensivste Religion, und man hatte in der zweiten nachatlantischen Zeit eine abgeblaßte Religion, aber der Mensch mußte innerlich aktiv etwas entwickeln, was ihn wieder verbindet mit den kosmisch-geistig-seelischen Wesenheiten.
[ 7 ] Ich möchte mit dieser Auseinandersetzung eine Vorstellung davon hervorrufen, wie den ganzen Menschen erfüllend und den ganzen Menschen in Zusammenhang bringend mit der Fülle des Kosmos diese kosmische Religion beschaffen war, die eine kosmische Weisheit, aber auch zu gleicher Zeit eine den Menschen offenbarende Weisheit war. Und gerade darin besteht der Fortschritt in der Entwickelung der Menschheit, daß nun vor allen Dingen zunächst das allerintensivste religiöse Gefühl abblaßte. Gewiß, Religion blieb für alle späteren Zeiten, aber die Intensität des religiösen Lebens, wie es in diesen ersten indischen Zeiten vorhanden war, die blaßte ab. Vor allen Dingen blaßte zuerst die Empfindung ab für das Darinnenstehen mit seinen Handlungen, mit seinen Willensimpulsen, im Bereich der göttlich-geistigen Wesenheiten. Nicht etwa, als ob der Mensch in der urpersischen Zeit, also in der zweiten nachatlantischen Kulturperiode, dieses Gefühl des Darinnenstehens gar nicht mehr gehabt hätte. Er hat es gehabt, nur abgeblaßt war es. In der ersten Zeit der nachatlantischen Kulturentwickelung war dieses Gefühl etwas Selbstverständliches. In der zweiten nachatlantischen Kulturblüte, in der urpersischen Zeit, blaßte eben das tiefste, das intensivste Religiöse ab, und der Mensch mußte schon beginnen, aus sich heraus etwas zu entwickeln, um in einer mehr aktiven Weise, als das zunächst der Fall war, seine Verbindung mit dem kosmisch Göttlich-Geistigen zu erfassen. So daß man sagen könnte: In der ersten nachatlantischen Zeit hatte man die intensivste Religion, und man hatte in der zweiten nachatlantischen Zeit eine abgeblaßte Religion, aber der Mensch mußte innerlich aktiv etwas entwickeln, was ihn wieder verbindet mit den kosmisch-geistig-seelischen Wesenheiten.
[ 8 ] Wenn wir heute ein Wort dafür anwenden wollen, so können wir aus dem Bereich der Worte, die uns bekannt sind, ein Wort wählen, das allerdings erst später geprägt worden ist. Aber wir nehmen es eben doch aus einer Zeit, in der man noch ein Bewußtsein von dem hatte, was eigentlich einmal in Urzeiten in der Menschheitsentwickelung vorhanden war. Wenn der Urinder hinaufschaute zum Himmel, dann empfand er überall einzelne Wesenheiten, diese oder jene göttlich-geistigen Wesenheiten nebeneinander, sozusagen eine Bevölkerung von göttlich-geistigen Wesenheiten. Das war abgeblaßt und, man möchte sagen was individualisiert war, was als einzelne göttlich-geistige Wesenheiten da war, das blaßte so ab, daß es im allgemeinen wie ein geistiger Kosmos war. Man könnte es sich auch unter dem folgenden Bilde vorstellen: Denken Sie sich einmal, Sie sehen meinetwillen einen Vogelschwarm ganz in der Nähe. Sie sehen einzelne Vögel. Diese entfernen sich immer weiter und weiter, und es wird eine schwarze Masse, es wird ein einheitliches Gebilde. So wurde der göttlich-geistige Kosmos, indem sich die Menschen von ihm geistig entfernten, ein einheitliches, in sich verschwommenes Gebilde.
[ 8 ] Wenn wir heute ein Wort dafür anwenden wollen, so können wir aus dem Bereich der Worte, die uns bekannt sind, ein Wort wählen, das allerdings erst später geprägt worden ist. Aber wir nehmen es eben doch aus einer Zeit, in der man noch ein Bewußtsein von dem hatte, was eigentlich einmal in Urzeiten in der Menschheitsentwickelung vorhanden war. Wenn der Urinder hinaufschaute zum Himmel, dann empfand er überall einzelne Wesenheiten, diese oder jene göttlich-geistigen Wesenheiten nebeneinander, sozusagen eine Bevölkerung von göttlich-geistigen Wesenheiten. Das war abgeblaßt und, man möchte sagen was individualisiert war, was als einzelne göttlich-geistige Wesenheiten da war, das blaßte so ab, daß es im allgemeinen wie ein geistiger Kosmos war. Man könnte es sich auch unter dem folgenden Bilde vorstellen: Denken Sie sich einmal, Sie sehen meinetwillen einen Vogelschwarm ganz in der Nähe. Sie sehen einzelne Vögel. Diese entfernen sich immer weiter und weiter, und es wird eine schwarze Masse, es wird ein einheitliches Gebilde. So wurde der göttlich-geistige Kosmos, indem sich die Menschen von ihm geistig entfernten, ein einheitliches, in sich verschwommenes Gebilde.
[ 9 ] Noch die Griechen hatten gewissermaßen ein Nachgefühl davon, daß so etwas eben doch der menschlichen Betrachtung einmal zugrunde gelegen hatte. Daher nahmen sie in ihre Sprache herein das Wort «Sophia». Was als ein göttlich-geistiger Kosmos vorhanden war, das ergoß sich einst in den Menschen selbstverständlich, nahm der Mensch selbstverständlich hin. Dem, was jetzt, man möchte sagen, unter geistiger Entfernung in dieser Vereinheitlichung gesehen wurde, dem mußte man etwas von innen entgegenbringen. Und das bezeichneten dann die Griechen, die noch ein Gefühl davon hatten, mit dem: Ich liebe = philo.— So daß man sagen kann, in dieser zweiten nachatlantischen Periode, in der urpersischen Periode, war bei den Eingeweihten an der Stelle des alten ungeteilten Religiösen eine Zweiheit vorhanden: Philosophie, Religion. Die Philosophie hatte man sich errungen. Die Religion war das Überlieferte, aber das in der Überlieferung abgeblaßt Gewordene.
[ 9 ] Noch die Griechen hatten gewissermaßen ein Nachgefühl davon, daß so etwas eben doch der menschlichen Betrachtung einmal zugrunde gelegen hatte. Daher nahmen sie in ihre Sprache herein das Wort «Sophia». Was als ein göttlich-geistiger Kosmos vorhanden war, das ergoß sich einst in den Menschen selbstverständlich, nahm der Mensch selbstverständlich hin. Dem, was jetzt, man möchte sagen, unter geistiger Entfernung in dieser Vereinheitlichung gesehen wurde, dem mußte man etwas von innen entgegenbringen. Und das bezeichneten dann die Griechen, die noch ein Gefühl davon hatten, mit dem: Ich liebe = philo.— So daß man sagen kann, in dieser zweiten nachatlantischen Periode, in der urpersischen Periode, war bei den Eingeweihten an der Stelle des alten ungeteilten Religiösen eine Zweiheit vorhanden: Philosophie, Religion. Die Philosophie hatte man sich errungen. Die Religion war das Überlieferte, aber das in der Überlieferung abgeblaßt Gewordene.
[ 10 ] Wenn wir weiter vorrücken zu der dritten nachatlantischen Periode, so kommen wir zu einem weiteren Abblassen des Religiösen. Wir kommen aber auch zu einem Abblassen der Philosophie, und wir müssen uns den konkret-realen Vorgang in der folgenden Weise vorstellen: Während in der urpersischen Zeit durchaus dieses Einheitsgebilde der kosmischen Wesenheiten vorhanden war und empfunden wurde als das den Weltenraum durchziehende Licht, das Urlicht, die Ur-Aura, Ahura Mazdao, kamen jetzt die Menschen, indem sie sich noch weiter entfernten von dieser Anschauung, dazu, schon in einer gewissen Weise den Gang der Sterne, die Konstellation der Sterne mehr in Betracht zu ziehen, nicht mehr in erster Linie zu empfinden das wesenhafte Göttlich-Geistige dahinter, sondern mehr zu empfinden die Schrift. Und daraus entstand dann etwas, was wir in der chaldäischen Weisheit, in der ägyptischen Weisheit, in zwei verschiedenen Formen haben. Es entstand dasjenige, was in sich schloß eine Erkenntnis über die Sternkonstellation, über die Sternbewegungen. Aber die innere Aktivität des Menschen war noch bedeutsamer geworden. Der Mensch mußte jetzt seine Liebe nicht nur verbinden mit dieser göttlichen Sophia, die als das Urlicht die Welt durchglänzte, sondern der Mensch mußte verbinden sein eigenes Schicksal, seine eigene Stellung in der Welt mit dem, was da in einer Weltenschrift durch die Sternkonstellation und durch die Sternbewegungen zu schauen war innerhalb des Kosmos. Und dasjenige, was jetzt neu errungen wurde, war daher eine Kosmo-Sophia. Diese Kosmosophie enthielt zwar noch durchaus den Hinweis auf die göttlich-geistigen Wesenheiten, aber man sah schon mehr das, was nur der kosmische Schriftausdruck für die Taten dieser Wesenheit ist. Und daneben blieb eben wiederum abgeblaßt das, was Philosophie und was Religion war.
[ 10 ] Wenn wir weiter vorrücken zu der dritten nachatlantischen Periode, so kommen wir zu einem weiteren Abblassen des Religiösen. Wir kommen aber auch zu einem Abblassen der Philosophie, und wir müssen uns den konkret-realen Vorgang in der folgenden Weise vorstellen: Während in der urpersischen Zeit durchaus dieses Einheitsgebilde der kosmischen Wesenheiten vorhanden war und empfunden wurde als das den Weltenraum durchziehende Licht, das Urlicht, die Ur-Aura, Ahura Mazdao, kamen jetzt die Menschen, indem sie sich noch weiter entfernten von dieser Anschauung, dazu, schon in einer gewissen Weise den Gang der Sterne, die Konstellation der Sterne mehr in Betracht zu ziehen, nicht mehr in erster Linie zu empfinden das wesenhafte Göttlich-Geistige dahinter, sondern mehr zu empfinden die Schrift. Und daraus entstand dann etwas, was wir in der chaldäischen Weisheit, in der ägyptischen Weisheit, in zwei verschiedenen Formen haben. Es entstand dasjenige, was in sich schloß eine Erkenntnis über die Sternkonstellation, über die Sternbewegungen. Aber die innere Aktivität des Menschen war noch bedeutsamer geworden. Der Mensch mußte jetzt seine Liebe nicht nur verbinden mit dieser göttlichen Sophia, die als das Urlicht die Welt durchglänzte, sondern der Mensch mußte verbinden sein eigenes Schicksal, seine eigene Stellung in der Welt mit dem, was da in einer Weltenschrift durch die Sternkonstellation und durch die Sternbewegungen zu schauen war innerhalb des Kosmos. Und dasjenige, was jetzt neu errungen wurde, war daher eine Kosmo-Sophia. Diese Kosmosophie enthielt zwar noch durchaus den Hinweis auf die göttlich-geistigen Wesenheiten, aber man sah schon mehr das, was nur der kosmische Schriftausdruck für die Taten dieser Wesenheit ist. Und daneben blieb eben wiederum abgeblaßt das, was Philosophie und was Religion war.
[ 11 ] Wenn wir dies verstehen wollen, dann müssen wir uns eben klar sein darüber, daß das, was wir heute noch Philosophie nennen, natürlich nur ein ganz schwaches, abgeblaßtes Schattenbild ist von dem, was etwa in den Mysterien der dritten nachatlantischen Epoche noch als etwas Lebendigeres empfunden wurde, was dann die Griechen in einer weiteren Abblassung Philosophie genannt haben. Wenn wir aber die dritte nachatlantische Epoche betrachten, so sehen wir überall in deren Kultur diese drei Glieder des menschlichen Geisteswesens ausgesprochen: eine Kosmosophie, eine Philosophie, eine Religion. Und wir bekommen nur die rechten Vorstellungen davon, wenn wir uns zu sagen wissen, daß bis in diesen Zeitpunkt hinein die Menschen so lebten, daß sie eigentlich mit ihrer Seele mehr außer dem Irdischen als im Irdischen lebten. Wenn wir von diesem Gesichtspunkte aus zum Beispiel die ägyptische Kultur betrachten — bei der chaldäischen war es noch ausgesprochener —, so sehen wir sie nur in richtiger Weise, wenn wir uns sagen: Ja, diejenigen Menschen, die überhaupt Anteil hatten an dieser Kultur, die verfolgten mit innigem Anteil, wenn der Abend herankam, die Konstellation der Gestirne. Sie erwarteten zum Beispiel gewisse Erscheinungen des Sirius, sie sahen sich die Planetenkonstellationen an, und sie bezogen das, was sie da anschauen konnten, darauf, wie ihnen der Nil dasjenige gab, was sie zu ihrem irdischen Leben brauchten. Aber sie sprachen eigentlich nicht in erster Linie von dem Irdischen. Dieses Irdische war ihnen ein Feld ihrer Arbeit. Aber wenn sie über das Feld sprachen, das sie bearbeiteten, so sprachen sie eigentlich so darüber, daß sie es anschauten als in Beziehung stehend zu dem Außerirdischen. Und sie bezeichneten die verschiedenen Gestaltungen, welche der von ihnen bewohnte Erdenfleck im Laufe der Jahreszeiten annahm, nach dem, wie die Gestirne sich in diesen aufeinanderfolgenden Jahreszeiten offenbarten. Sie beurteilten die Erde nach dem Himmel. Der Tag war ihnen etwas, das ihnen vom seelischen Standpunkte aus eigentlich Dunkelheit entgegenbrachte. Und Helligkeit kam in diese Dunkelheit hinein, wenn sie das, was der Tag brachte, deuten konnten aus dem, was sie erschauen konnten in der Nacht am gestirnten Himmel.
[ 11 ] Wenn wir dies verstehen wollen, dann müssen wir uns eben klar sein darüber, daß das, was wir heute noch Philosophie nennen, natürlich nur ein ganz schwaches, abgeblaßtes Schattenbild ist von dem, was etwa in den Mysterien der dritten nachatlantischen Epoche noch als etwas Lebendigeres empfunden wurde, was dann die Griechen in einer weiteren Abblassung Philosophie genannt haben. Wenn wir aber die dritte nachatlantische Epoche betrachten, so sehen wir überall in deren Kultur diese drei Glieder des menschlichen Geisteswesens ausgesprochen: eine Kosmosophie, eine Philosophie, eine Religion. Und wir bekommen nur die rechten Vorstellungen davon, wenn wir uns zu sagen wissen, daß bis in diesen Zeitpunkt hinein die Menschen so lebten, daß sie eigentlich mit ihrer Seele mehr außer dem Irdischen als im Irdischen lebten. Wenn wir von diesem Gesichtspunkte aus zum Beispiel die ägyptische Kultur betrachten — bei der chaldäischen war es noch ausgesprochener —, so sehen wir sie nur in richtiger Weise, wenn wir uns sagen: Ja, diejenigen Menschen, die überhaupt Anteil hatten an dieser Kultur, die verfolgten mit innigem Anteil, wenn der Abend herankam, die Konstellation der Gestirne. Sie erwarteten zum Beispiel gewisse Erscheinungen des Sirius, sie sahen sich die Planetenkonstellationen an, und sie bezogen das, was sie da anschauen konnten, darauf, wie ihnen der Nil dasjenige gab, was sie zu ihrem irdischen Leben brauchten. Aber sie sprachen eigentlich nicht in erster Linie von dem Irdischen. Dieses Irdische war ihnen ein Feld ihrer Arbeit. Aber wenn sie über das Feld sprachen, das sie bearbeiteten, so sprachen sie eigentlich so darüber, daß sie es anschauten als in Beziehung stehend zu dem Außerirdischen. Und sie bezeichneten die verschiedenen Gestaltungen, welche der von ihnen bewohnte Erdenfleck im Laufe der Jahreszeiten annahm, nach dem, wie die Gestirne sich in diesen aufeinanderfolgenden Jahreszeiten offenbarten. Sie beurteilten die Erde nach dem Himmel. Der Tag war ihnen etwas, das ihnen vom seelischen Standpunkte aus eigentlich Dunkelheit entgegenbrachte. Und Helligkeit kam in diese Dunkelheit hinein, wenn sie das, was der Tag brachte, deuten konnten aus dem, was sie erschauen konnten in der Nacht am gestirnten Himmel.
[ 12 ] Was die Leute in der damaligen Zeit empfanden, würde man etwa so aussprechen:
[ 12 ] Was die Leute in der damaligen Zeit empfanden, würde man etwa so aussprechen:
O dunkel ist der Erde Antlitz
Wenn die Sonne blendend dunkel:
Doch hell wird mir mein Tagefeld
Wenn die Seele es beleuchtet durch Sternenweisheit
O dunkel ist der Erde Antlitz
Wenn die Sonne blendend dunkel:
Doch hell wird mir mein Tagefeld
Wenn die Seele es beleuchtet durch Sternenweisheit
[ 13 ] Wenn man einen solchen Satz aufschreibt, so kann man in ihm empfinden, wie eigentlich die Gefühlswelt dieser dritten nachatlantischen Periode war. Und man bekommt vielleicht gerade von einer solchen Betrachtung aus ein Gefühl davon, wie diejenigen Menschen, die noch darinnenstanden in den Nachklängen eines solchen Empfindens, zu den späteren Griechen, zu den Angehörigen der vierten nachatlantischen Kulturperiode sagen konnten: Eure Anschauung der Welt, euer ganzes Leben ist kindlich, denn ihr wißt eigentlich nur noch etwas von der Erde. Eure Vorfahren in alten Zeiten haben gewußt, die Erde mit dem Licht des Himmels zu beleuchten, ihr aber lebt im Dunkel der Erde.
[ 13 ] Wenn man einen solchen Satz aufschreibt, so kann man in ihm empfinden, wie eigentlich die Gefühlswelt dieser dritten nachatlantischen Periode war. Und man bekommt vielleicht gerade von einer solchen Betrachtung aus ein Gefühl davon, wie diejenigen Menschen, die noch darinnenstanden in den Nachklängen eines solchen Empfindens, zu den späteren Griechen, zu den Angehörigen der vierten nachatlantischen Kulturperiode sagen konnten: Eure Anschauung der Welt, euer ganzes Leben ist kindlich, denn ihr wißt eigentlich nur noch etwas von der Erde. Eure Vorfahren in alten Zeiten haben gewußt, die Erde mit dem Licht des Himmels zu beleuchten, ihr aber lebt im Dunkel der Erde.
[ 14 ] Allerdings empfanden die Griechen schon dieses Dunkel der Erde als hell. Die Griechen hatten schon durchaus die Tendenz, die Kosmosophie allmählich zu überwinden und sie zu verwandeln. Und indem alles das, was von den Himmelsweiten hereinschaute, noch weiter abgeblaßt wurde, hatten sie schon die Kosmosophie in eine Geosophie verwandelt. Und die Kosmosophie war für sie eigentlich nur eine Tradition. Sie war für sie etwas, was sie lernen konnten, wenn sie zurückblickten zu denen, die ihnen das Entsprechende überlassen hatten.
[ 14 ] Allerdings empfanden die Griechen schon dieses Dunkel der Erde als hell. Die Griechen hatten schon durchaus die Tendenz, die Kosmosophie allmählich zu überwinden und sie zu verwandeln. Und indem alles das, was von den Himmelsweiten hereinschaute, noch weiter abgeblaßt wurde, hatten sie schon die Kosmosophie in eine Geosophie verwandelt. Und die Kosmosophie war für sie eigentlich nur eine Tradition. Sie war für sie etwas, was sie lernen konnten, wenn sie zurückblickten zu denen, die ihnen das Entsprechende überlassen hatten.
[ 15 ] So etwa stand Pythagoras, man möchte sagen an der Schwelle des vierten nachatlantischen Zeitalters, indem er herumzog bei den Ägyptern, Chaldäern und weiter hinein nach Asien, um da aufzunehmen, was diese Menschen noch ihm überliefern konnten von der Weisheit, die ihre Urväter in den Mysterien als ihre Kosmosophie, als ihre Philosophie, als ihre Religion gehabt hatten. Und dasjenige, was dann noch verstanden werden konnte, war dann eben Kosmosophie, Philosophie, Religion.
[ 15 ] So etwa stand Pythagoras, man möchte sagen an der Schwelle des vierten nachatlantischen Zeitalters, indem er herumzog bei den Ägyptern, Chaldäern und weiter hinein nach Asien, um da aufzunehmen, was diese Menschen noch ihm überliefern konnten von der Weisheit, die ihre Urväter in den Mysterien als ihre Kosmosophie, als ihre Philosophie, als ihre Religion gehabt hatten. Und dasjenige, was dann noch verstanden werden konnte, war dann eben Kosmosophie, Philosophie, Religion.
[ 16 ] Nur war diese Geosophie der Griechen — das beachtet man heute viel zu wenig — doch noch in bezug auf das Irdische ein solches Wissen, eine solche Weisheit, daß der Mensch wirklich sich verbunden fühlte mit der Erde, und daß dieses Verbundensein mit der Erde einen durchaus seelischen Charakter hatte. Bei dem gebildeten Griechen hatte das Verbundensein mit der Erde einen seelischen Charakter. Die besondere Art, welche die Griechen hatten, Quellen zu beleben mit Nymphen, den Olymp zu beleben mit den Göttern — kurz, alles das als eine Lebensanschauung auszubilden, was nicht auf eine Geologie hinweist, wo man nur mit Begriffen die Erde umspannt, sondern auf eine Geosophie, wo eben Wesenhaftes in der Erde erlebend erkannt und erkennend erlebt wird — das war etwas, was die heutige Menschheit nur noch in der Abstraktion kennt, was aber noch durchaus lebendig war bis in das vierte nachchristliche Jahrhundert herein.
[ 16 ] Nur war diese Geosophie der Griechen — das beachtet man heute viel zu wenig — doch noch in bezug auf das Irdische ein solches Wissen, eine solche Weisheit, daß der Mensch wirklich sich verbunden fühlte mit der Erde, und daß dieses Verbundensein mit der Erde einen durchaus seelischen Charakter hatte. Bei dem gebildeten Griechen hatte das Verbundensein mit der Erde einen seelischen Charakter. Die besondere Art, welche die Griechen hatten, Quellen zu beleben mit Nymphen, den Olymp zu beleben mit den Göttern — kurz, alles das als eine Lebensanschauung auszubilden, was nicht auf eine Geologie hinweist, wo man nur mit Begriffen die Erde umspannt, sondern auf eine Geosophie, wo eben Wesenhaftes in der Erde erlebend erkannt und erkennend erlebt wird — das war etwas, was die heutige Menschheit nur noch in der Abstraktion kennt, was aber noch durchaus lebendig war bis in das vierte nachchristliche Jahrhundert herein.
[ 17 ] Bis in das vierte nachchristliche Jahrhundert herein hatte man noch etwas von einer solchen Geosophie. Und auch von dieser Geosophie blieb noch einiges in der Tradition erhalten. Was wir bei Scotus Eriugena finden zum Beispiel, der von der irischen Insel und deren Mysterien das mitgebracht hatte, was er dann in seiner Schrift «Über die Teilung der Natur» zum Ausdrucke gebracht hat, das kann nur verstanden werden, wenn man das, was sich als das Ergebnis einer solchen Tradition ergibt, aus einer Geosophie heraus auffaßt. Denn in der fünften nachatlantischen Periode, die sich dann vorbereitete und die mit dem 15. Jahrhundert heraufkam, blaßte auch diese Geosophie ab, und was jetzt kam, das war, daß der Mensch eigentlich verloren hatte das innerliche Miterleben mit dem Weltenall. Geosophie verwandelte sich, möchte man sagen, in Geologie. Das ist im weitesten Sinne zu fassen, nicht nur wie die heutige Schulphilosophie das meint. Kosmosophie verwandelte sich in Kosmologie; Philosophie behielt man bei, machte aber ein abstraktes Wesen daraus, das eigentlich in Wahrheit Philologie genannt werden müßte, wenn nicht der Name schon in Anspruch genommen wäre von etwas noch viel Greulicherem, als man in der Philosophie haben möchte.
[ 17 ] Bis in das vierte nachchristliche Jahrhundert herein hatte man noch etwas von einer solchen Geosophie. Und auch von dieser Geosophie blieb noch einiges in der Tradition erhalten. Was wir bei Scotus Eriugena finden zum Beispiel, der von der irischen Insel und deren Mysterien das mitgebracht hatte, was er dann in seiner Schrift «Über die Teilung der Natur» zum Ausdrucke gebracht hat, das kann nur verstanden werden, wenn man das, was sich als das Ergebnis einer solchen Tradition ergibt, aus einer Geosophie heraus auffaßt. Denn in der fünften nachatlantischen Periode, die sich dann vorbereitete und die mit dem 15. Jahrhundert heraufkam, blaßte auch diese Geosophie ab, und was jetzt kam, das war, daß der Mensch eigentlich verloren hatte das innerliche Miterleben mit dem Weltenall. Geosophie verwandelte sich, möchte man sagen, in Geologie. Das ist im weitesten Sinne zu fassen, nicht nur wie die heutige Schulphilosophie das meint. Kosmosophie verwandelte sich in Kosmologie; Philosophie behielt man bei, machte aber ein abstraktes Wesen daraus, das eigentlich in Wahrheit Philologie genannt werden müßte, wenn nicht der Name schon in Anspruch genommen wäre von etwas noch viel Greulicherem, als man in der Philosophie haben möchte.
[ 18 ] Es blieb dasjenige übrig, was Religion ist, was schon ganz abseits steht von der eigentlichen Erkenntnis, was im Grunde genommen von dem Menschen nur noch aus den Traditionen angenommen wird. Denn religionsschöpferische Naturen treten in dieser fünften nachatlantischen Periode nicht mehr im allgemeinen Zivilisationsleben auf. Betrachten Sie alles, was da kam: religionsschöpferische Naturen im eigentlichen Sinne des Wortes waren nicht mehr da. Aber das hat ja auch seine Berechtigung. In den Zeiträumen vorher, in der ersten, zweiten, dritten, vierten nachatlantischen Periode gab es immer religiös schöpferische Naturen, religionsschöpferische Persönlichkeiten, denn es konnte noch immer etwas hereingeholt werden aus dem Kosmos, oder wenigstens konnte noch etwas heraufgeholt werden aus der Erde. Und in den griechischen Mysterien, in denjenigen Mysterien, die man im Gegensatze zu den Himmelsmysterien die chthonischen Mysterien nennt, die aus den Tiefen der Erde heraufholten ihre Inspiration auf die verschiedenste Weise, in diesen Mysterien kam vorzugsweise die Geosophie zustande.
[ 18 ] Es blieb dasjenige übrig, was Religion ist, was schon ganz abseits steht von der eigentlichen Erkenntnis, was im Grunde genommen von dem Menschen nur noch aus den Traditionen angenommen wird. Denn religionsschöpferische Naturen treten in dieser fünften nachatlantischen Periode nicht mehr im allgemeinen Zivilisationsleben auf. Betrachten Sie alles, was da kam: religionsschöpferische Naturen im eigentlichen Sinne des Wortes waren nicht mehr da. Aber das hat ja auch seine Berechtigung. In den Zeiträumen vorher, in der ersten, zweiten, dritten, vierten nachatlantischen Periode gab es immer religiös schöpferische Naturen, religionsschöpferische Persönlichkeiten, denn es konnte noch immer etwas hereingeholt werden aus dem Kosmos, oder wenigstens konnte noch etwas heraufgeholt werden aus der Erde. Und in den griechischen Mysterien, in denjenigen Mysterien, die man im Gegensatze zu den Himmelsmysterien die chthonischen Mysterien nennt, die aus den Tiefen der Erde heraufholten ihre Inspiration auf die verschiedenste Weise, in diesen Mysterien kam vorzugsweise die Geosophie zustande.
[ 19 ] Mit dem Hineingehen in die fünfte nachatlantische Periode und dann mit dem Darinnenstehen in diesem Zeitabschnitt wurde der Mensch auf sich selbst zurückgewiesen. Er brachte die «Logie», er brachte dasjenige, was nun aus ihm selbst herauskommt, zum Vorschein, zur Offenbarung. Und so wird die Welterkenntnis eine Welt der abstrakten, der logischen Begriffe, eine Welt der abstrakten Ideen. In dieser Welt der abstrakten Ideen lebt der Mensch seit dem 15. Jahrhundert. Mit dieser Welt der abstrakten Ideen, die er dann zusammenrechnet in die Naturgesetze, sucht er jetzt von sich aus dasjenige zu erfassen, was dem früheren Menschen sich geoffenbart hat. Daß es in dieser Periode nicht mehr religionsschöpferische Naturen gibt, hat eine gewisse Berechtigung, denn es fällt in den vierten nachatlantischen Zeitraum das Mysterium von Golgatha, und dieses Mysterium von Golgatha gibt die letzte Synthesis des religiösen Lebens. Das gibt diejenige Religion, die der Abschluß der irdischen Religionsströmungen und -strebungen sein sollte. Und in religiöser Beziehung können eigentlich alle folgenden Zeiten nur auf dieses Mysterium von Golgatha zurück weisen.
[ 19 ] Mit dem Hineingehen in die fünfte nachatlantische Periode und dann mit dem Darinnenstehen in diesem Zeitabschnitt wurde der Mensch auf sich selbst zurückgewiesen. Er brachte die «Logie», er brachte dasjenige, was nun aus ihm selbst herauskommt, zum Vorschein, zur Offenbarung. Und so wird die Welterkenntnis eine Welt der abstrakten, der logischen Begriffe, eine Welt der abstrakten Ideen. In dieser Welt der abstrakten Ideen lebt der Mensch seit dem 15. Jahrhundert. Mit dieser Welt der abstrakten Ideen, die er dann zusammenrechnet in die Naturgesetze, sucht er jetzt von sich aus dasjenige zu erfassen, was dem früheren Menschen sich geoffenbart hat. Daß es in dieser Periode nicht mehr religionsschöpferische Naturen gibt, hat eine gewisse Berechtigung, denn es fällt in den vierten nachatlantischen Zeitraum das Mysterium von Golgatha, und dieses Mysterium von Golgatha gibt die letzte Synthesis des religiösen Lebens. Das gibt diejenige Religion, die der Abschluß der irdischen Religionsströmungen und -strebungen sein sollte. Und in religiöser Beziehung können eigentlich alle folgenden Zeiten nur auf dieses Mysterium von Golgatha zurück weisen.
[ 20 ] Indem also gesagt wird, daß seit der fünften nachatlantischen Kulturzeit nicht eigentlich mehr religiös produktive Naturen auftreten können, wird damit nicht etwas Tadelndes, etwas Kritisches gegenüber der Geschichtsentwickelung gesagt, sondern es wird etwas gesagt, was gerade etwas Positives ist, weil es sich durch das Auftreten des Mysteriums von Golgatha rechtfertigen läßt.
[ 20 ] Indem also gesagt wird, daß seit der fünften nachatlantischen Kulturzeit nicht eigentlich mehr religiös produktive Naturen auftreten können, wird damit nicht etwas Tadelndes, etwas Kritisches gegenüber der Geschichtsentwickelung gesagt, sondern es wird etwas gesagt, was gerade etwas Positives ist, weil es sich durch das Auftreten des Mysteriums von Golgatha rechtfertigen läßt.
[ 21 ] So können wir uns den Gang der Menschheitsentwickelung in Bezug auf die geistigen Strömungen und die geistigen Bestrebungen vor Augen stellen. So können wir sehen, wie es dazu gekommen ist, daß wir heute drinnenstehen in dem, was im Grunde genommen nicht mehr einen Zusammenhang mit der Umwelt hat, sondern was etwas aus dem Menschen Herausgesponnenes ist, aber etwas, in dem der Mensch doch produktiv ist und immer mehr produktiv werden muß. Denn indem er dieses Abstrakte weiter ausbildet, wird er eben durch Imagination wiederum zu einer Art Geosophie und Kosmosophie aufrücken. Er wird durch die Inspiration die Kosmosophie vertiefen und zu einer wahren Philosophie aufrücken, und er wird dann durch Intuition die Philosophie vertiefen und zu einer wirklich religiösen Weltauffassung, die nun auch mit der Erkenntnis wiederum eins sein kann, vorrücken können.
[ 21 ] So können wir uns den Gang der Menschheitsentwickelung in Bezug auf die geistigen Strömungen und die geistigen Bestrebungen vor Augen stellen. So können wir sehen, wie es dazu gekommen ist, daß wir heute drinnenstehen in dem, was im Grunde genommen nicht mehr einen Zusammenhang mit der Umwelt hat, sondern was etwas aus dem Menschen Herausgesponnenes ist, aber etwas, in dem der Mensch doch produktiv ist und immer mehr produktiv werden muß. Denn indem er dieses Abstrakte weiter ausbildet, wird er eben durch Imagination wiederum zu einer Art Geosophie und Kosmosophie aufrücken. Er wird durch die Inspiration die Kosmosophie vertiefen und zu einer wahren Philosophie aufrücken, und er wird dann durch Intuition die Philosophie vertiefen und zu einer wirklich religiösen Weltauffassung, die nun auch mit der Erkenntnis wiederum eins sein kann, vorrücken können.
[ 22 ] Man möchte sagen, daß wir eigentlich heute erst im Allerelementarsten dieses Fortschrittes stecken. Selbst mit dem, was wir nun heute schon fassen können als eine Wiedergabe von geistigen Offenbarungen, die ja seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aus der geistigen Welt in die irdische hereinleuchten und in dieser Idee aufgefaßt und empfangen werden konnten, selbst damit stehen wir eigentlich im Anfange, in einem Anfange, der einem ein Bild aufdrängt, welches charakteristisch sein kann für die Auffassung, die heute von der äußeren, ganz abstrakten Kultur den ersten konkreten Äußerungen und Mitteilungen aus der geistigen Welt entgegengebracht wird. Wenn man heute über die geistige Welt spricht, und die anerkannte Erkenntnis hört das in ihren Vertretern, dann wird diesen Auseinandersetzungen über die geistige Welt eine solche Art des Verständnisses entgegengebracht, die man natürlich ein Unverständnis nennen muß. Denn was da entgegengebracht wird, läßt sich vergleichen mit dem Folgenden:
[ 22 ] Man möchte sagen, daß wir eigentlich heute erst im Allerelementarsten dieses Fortschrittes stecken. Selbst mit dem, was wir nun heute schon fassen können als eine Wiedergabe von geistigen Offenbarungen, die ja seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aus der geistigen Welt in die irdische hereinleuchten und in dieser Idee aufgefaßt und empfangen werden konnten, selbst damit stehen wir eigentlich im Anfange, in einem Anfange, der einem ein Bild aufdrängt, welches charakteristisch sein kann für die Auffassung, die heute von der äußeren, ganz abstrakten Kultur den ersten konkreten Äußerungen und Mitteilungen aus der geistigen Welt entgegengebracht wird. Wenn man heute über die geistige Welt spricht, und die anerkannte Erkenntnis hört das in ihren Vertretern, dann wird diesen Auseinandersetzungen über die geistige Welt eine solche Art des Verständnisses entgegengebracht, die man natürlich ein Unverständnis nennen muß. Denn was da entgegengebracht wird, läßt sich vergleichen mit dem Folgenden:
[ 23 ] Nehmen wir an, ich würde einen Satz hier aufschreiben, und derjenige, der dann das Stückchen Papier bekommt, würde, um zu einem Verständnis dessen zukommen, was ihm da gegeben worden ist, die Tinte analysieren. So etwa ist es, wenn unsere Zeitgenossen über Anthroposophie schreiben, wie wenn jemand, der einen Brief bekommt, die Tinte analysiert. Diesen Eindruck hat man immer. Dieses Bild kann einem eben naheliegen, wenn man ausgegangen ist von einer Betrachtung, daß ja selbst die Sternkonstellation und die Sternbewegung für die erste Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Periode nur etwas wie ein Schriftausdruck waren für das, was sie als die geistige Bevölkerung, möchte ich sagen, des Kosmos erlebte.
[ 23 ] Nehmen wir an, ich würde einen Satz hier aufschreiben, und derjenige, der dann das Stückchen Papier bekommt, würde, um zu einem Verständnis dessen zukommen, was ihm da gegeben worden ist, die Tinte analysieren. So etwa ist es, wenn unsere Zeitgenossen über Anthroposophie schreiben, wie wenn jemand, der einen Brief bekommt, die Tinte analysiert. Diesen Eindruck hat man immer. Dieses Bild kann einem eben naheliegen, wenn man ausgegangen ist von einer Betrachtung, daß ja selbst die Sternkonstellation und die Sternbewegung für die erste Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Periode nur etwas wie ein Schriftausdruck waren für das, was sie als die geistige Bevölkerung, möchte ich sagen, des Kosmos erlebte.
[ 24 ] Man stellt heute solche Dinge vor eine gewisse Zahl von Menschen hin, um doch ein Gefühl dafür hervorzurufen, daß dasjenige, was als Anthroposophie auftritt, nicht aus irgendwelchen phantastischen Untergründen geschöpft ist, sondern daß es geschöpft ist aus wirklichen Erkenntnisquellen, und daher sich als tauglich erweist, die Menschheit der Erde nach ihrer Wesenheit zu erkennen. Anthroposophie ist tauglich, Licht zu verbreiten über die Menschheitsdifferenzierung in unserer Gegenwart vom Westen durch die Mitte zum Osten hin, wie wir das gestern versucht haben. Sie ist aber auch tauglich, über diejenigen Differenzierungen Licht zu verbreiten, die im Laufe der Zeiten in der Menschheitsevolution aufgetreten sind. Und eigentlich erst dadurch, daß man alles das, was man über die Differenzierung der Erdengebiete in der Gegenwart wissen kann, mit dem verbindet, was man darüber wissen kann, wie das alles geworden ist, erst dadurch gewinnt man ein Verständnis dessen, was an Menschen heute lebt hier auf dem Erdenrund.
[ 24 ] Man stellt heute solche Dinge vor eine gewisse Zahl von Menschen hin, um doch ein Gefühl dafür hervorzurufen, daß dasjenige, was als Anthroposophie auftritt, nicht aus irgendwelchen phantastischen Untergründen geschöpft ist, sondern daß es geschöpft ist aus wirklichen Erkenntnisquellen, und daher sich als tauglich erweist, die Menschheit der Erde nach ihrer Wesenheit zu erkennen. Anthroposophie ist tauglich, Licht zu verbreiten über die Menschheitsdifferenzierung in unserer Gegenwart vom Westen durch die Mitte zum Osten hin, wie wir das gestern versucht haben. Sie ist aber auch tauglich, über diejenigen Differenzierungen Licht zu verbreiten, die im Laufe der Zeiten in der Menschheitsevolution aufgetreten sind. Und eigentlich erst dadurch, daß man alles das, was man über die Differenzierung der Erdengebiete in der Gegenwart wissen kann, mit dem verbindet, was man darüber wissen kann, wie das alles geworden ist, erst dadurch gewinnt man ein Verständnis dessen, was an Menschen heute lebt hier auf dem Erdenrund.
[ 25 ] Traditionen des Alten haben sich immer erhalten, auf dem einen Erdengebiete mehr, auf dem andern weniger. Auch nach diesen Traditionen unterscheiden sich die Völker des Erdballs. Wenn wir nach dem Osten hinüberblicken, finden wir ja, wie in der späteren Zeit — aufgezeichnet worden ist dasjenige, was unaufgezeichnet vorhanden war in der ersten nachatlantischen Kulturepoche, wie es uns entgegenglänzt in den Veden, in der Vedantaphilosophie, wie uns seine Innigkeit berührt in der echten Jogaphilosophie. Und wenn wir das alles auf uns wirken lassen vom Bewußtsein der Gegenwart aus, dann bekommen wir ein Gefühl: In diese Dinge muß man sich vertiefen, immer mehr und mehr vertiefen, dann fühlt man selbst in den Schriftwerken noch etwas leben von dem, was in den Urzeiten vorhanden war. Aber man möchte sagen: daß die morgenländische Welt noch innerhalb dieses lebendigen Nachklanges seiner Urweltweisheit lebt, das macht diese morgenländische Welt auch ungeeignet, neue Ansätze zu empfangen.
[ 25 ] Traditionen des Alten haben sich immer erhalten, auf dem einen Erdengebiete mehr, auf dem andern weniger. Auch nach diesen Traditionen unterscheiden sich die Völker des Erdballs. Wenn wir nach dem Osten hinüberblicken, finden wir ja, wie in der späteren Zeit — aufgezeichnet worden ist dasjenige, was unaufgezeichnet vorhanden war in der ersten nachatlantischen Kulturepoche, wie es uns entgegenglänzt in den Veden, in der Vedantaphilosophie, wie uns seine Innigkeit berührt in der echten Jogaphilosophie. Und wenn wir das alles auf uns wirken lassen vom Bewußtsein der Gegenwart aus, dann bekommen wir ein Gefühl: In diese Dinge muß man sich vertiefen, immer mehr und mehr vertiefen, dann fühlt man selbst in den Schriftwerken noch etwas leben von dem, was in den Urzeiten vorhanden war. Aber man möchte sagen: daß die morgenländische Welt noch innerhalb dieses lebendigen Nachklanges seiner Urweltweisheit lebt, das macht diese morgenländische Welt auch ungeeignet, neue Ansätze zu empfangen.
[ 26 ] Die westliche Welt hat weniger Traditionen. Höchstens in den Aufzeichnungen gewisser Geheimorden hat sie Traditionen aus der dritten nachatlantischen Kulturepoche, aus der Zeit der Kosmosophie, aber Traditionen, die nicht mehr verstanden werden, sondern in unverstandenen Symbolen vor die Menschheit hingebracht werden. Aber in diesem Westen ist zu gleicher Zeit vorhanden eine elementarische Kraft, neue Entwickelungsimpulse zur Entfaltung zu bringen.
[ 26 ] Die westliche Welt hat weniger Traditionen. Höchstens in den Aufzeichnungen gewisser Geheimorden hat sie Traditionen aus der dritten nachatlantischen Kulturepoche, aus der Zeit der Kosmosophie, aber Traditionen, die nicht mehr verstanden werden, sondern in unverstandenen Symbolen vor die Menschheit hingebracht werden. Aber in diesem Westen ist zu gleicher Zeit vorhanden eine elementarische Kraft, neue Entwickelungsimpulse zur Entfaltung zu bringen.
[ 27 ] So daß man sagen könnte: Es waren einstmals die Urimpulse da. Sie entwickelten sich, indem sie immer schwächer und schwächer wurden, bis gegen den vierten nachatlantischen Zeitraum hin, wo sie sich gewissermaßen in sich selbst verloren in dem eigentümlichen griechischen Kulturleben. Und heraus entwickelte sich dann, mit der Hinweisung auf ein Neues, die abstrakte, die prosaische Nüchternheit des Römertums (es wird gezeichnet). Das aber muß wiederum aufnehmen Geistigkeit und muß wiederum, indem es mächtiger und mächtiger wird, von innerlicher Geistigkeit durchdrungen werden. Und wir bekommen auf diese Weise dann, ich möchte sagen, symbolisch das, was wir als die wirbelnde Bewegung der Menschheitsimpulse durch die Zeitenfolge hindurch bezeichnen können.
[ 27 ] So daß man sagen könnte: Es waren einstmals die Urimpulse da. Sie entwickelten sich, indem sie immer schwächer und schwächer wurden, bis gegen den vierten nachatlantischen Zeitraum hin, wo sie sich gewissermaßen in sich selbst verloren in dem eigentümlichen griechischen Kulturleben. Und heraus entwickelte sich dann, mit der Hinweisung auf ein Neues, die abstrakte, die prosaische Nüchternheit des Römertums (es wird gezeichnet). Das aber muß wiederum aufnehmen Geistigkeit und muß wiederum, indem es mächtiger und mächtiger wird, von innerlicher Geistigkeit durchdrungen werden. Und wir bekommen auf diese Weise dann, ich möchte sagen, symbolisch das, was wir als die wirbelnde Bewegung der Menschheitsimpulse durch die Zeitenfolge hindurch bezeichnen können.
[ 28 ] Solch eine Figur war ja immer eine Art Symbolum für Wichtigstes im Weltenall; und das ist sie auch. Wenn man schon von einer atomistischen Welt spricht, so muß man auch diese nicht so abstrakt vorstellen, wie das heute vielfach der Fall ist, sondern unter dem Bilde dieses Wirbels, was auch oftmals getan worden ist. Aber auch im Größten muß man diese Wirbelbewegung sehen. Und wir haben sie heute, wie ich glaube, in einer ganz selbstverständlich elementaren Weise aus einer konkreten Betrachtung des Ganges der menschheitlichen Geistesentwickelung heraus gewonnen.
[ 28 ] Solch eine Figur war ja immer eine Art Symbolum für Wichtigstes im Weltenall; und das ist sie auch. Wenn man schon von einer atomistischen Welt spricht, so muß man auch diese nicht so abstrakt vorstellen, wie das heute vielfach der Fall ist, sondern unter dem Bilde dieses Wirbels, was auch oftmals getan worden ist. Aber auch im Größten muß man diese Wirbelbewegung sehen. Und wir haben sie heute, wie ich glaube, in einer ganz selbstverständlich elementaren Weise aus einer konkreten Betrachtung des Ganges der menschheitlichen Geistesentwickelung heraus gewonnen.
[ 29 ] Das ist dasjenige, was ich Ihnen heute vorbringen wollte.
[ 29 ] Das ist dasjenige, was ich Ihnen heute vorbringen wollte.
[ 30 ] Da ich wiederum vor einer Reise stehe, werden längere Zeit jetzt hier keine Vorträge sein. Die nächsten Vorträge werde ich Ihnen, meine lieben Freunde, wiederum ankündigen lassen.
[ 30 ] Da ich wiederum vor einer Reise stehe, werden längere Zeit jetzt hier keine Vorträge sein. Die nächsten Vorträge werde ich Ihnen, meine lieben Freunde, wiederum ankündigen lassen.



