Old and New Initiation Methods
Drama and Poetry in the Shift
of Consciousness in the Modern Era
GA 210
11 February 1922, Dornach
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Alte und neue Einweihungsmethoden
4. Alte und nene Einweihunsgmethoden I
4. Alte und nene Einweihunsgmethoden I
[ 1 ] Heute möchte ich zu Ihnen über ein Thema sprechen, das vielleicht wiederum einige Gesichtspunkte abgeben kann für die Beurteilung des gegenwärtigen Geisteslebens im Zusammenhange mit dem, was in der Menschheitsentwickelung vorangegangen ist. In der Tat ist das Geistesleben der Menschheit, wie ich oftmals auseinandergesetzt habe, seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts gegenüber früheren Zeiten ein durch und durch anderes geworden, und wir stehen heute vor der Notwendigkeit, in einer gewissen Weise, aber vollbewußt und besonnen, wiederum zurückzukehren zu dem Durchschauen des geistigen Teiles unseres Weltzusammenhanges. Der geistige Teil unseres Weltzusammenhanges wurde ja von alter instinktiver Geistesschau durchdrungen, und am meisten in den ältesten Zeiten der irdischen Zivilisationsentwickelung. Es trat dann immer mehr und mehr die Fähigkeit der Menschen zurück, in dieser instinktiven Weise zum Geistigen vorzudringen, und in der Zeit, in welcher der Rückgang so stark bemerkbar war, daß die Menschheit einen neuen Einschlag brauchte, kam dann das Mysterium von Golgatha.
[ 1 ] Heute möchte ich zu Ihnen über ein Thema sprechen, das vielleicht wiederum einige Gesichtspunkte abgeben kann für die Beurteilung des gegenwärtigen Geisteslebens im Zusammenhange mit dem, was in der Menschheitsentwickelung vorangegangen ist. In der Tat ist das Geistesleben der Menschheit, wie ich oftmals auseinandergesetzt habe, seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts gegenüber früheren Zeiten ein durch und durch anderes geworden, und wir stehen heute vor der Notwendigkeit, in einer gewissen Weise, aber vollbewußt und besonnen, wiederum zurückzukehren zu dem Durchschauen des geistigen Teiles unseres Weltzusammenhanges. Der geistige Teil unseres Weltzusammenhanges wurde ja von alter instinktiver Geistesschau durchdrungen, und am meisten in den ältesten Zeiten der irdischen Zivilisationsentwickelung. Es trat dann immer mehr und mehr die Fähigkeit der Menschen zurück, in dieser instinktiven Weise zum Geistigen vorzudringen, und in der Zeit, in welcher der Rückgang so stark bemerkbar war, daß die Menschheit einen neuen Einschlag brauchte, kam dann das Mysterium von Golgatha.
[ 2 ] Nun möchte ich heute erwähnen, daß vor dem Mysterium von Golgatha die Menschen, insofern sie auf das geistige Leben hingesehen haben, zu gleicher Zeit auch auf jene Institutionen hingesehen haben, die wir in der allgemeinen Menschheitszivilisation als die Mysterien kennen. Man konnte sich gewissermaßen in diesen ältesten Zeiten der Menschheit nicht denken, daß eine geistige Anschauung, daß ein geistiges Wissen sich anders ausbreiten könne, als indem es aus den Mysterien seinen Ursprung nahm. Und wenn wir das Bewußtsein untersuchen, das die Menschen gehabt haben, die in dieser Zeit, wenn sie überhaupt Wissen haben wollten, zu den Mysterien hinschauten, so ergibt sich uns etwa das folgende Bild: Alles, was äußeres, nicht aus den Mysterien stammendes, sondern von den Menschen selbst errungenes Verstandeswissen ist, das kam ja eigentlich erst in der späteren griechischen Zeit auf. Da erst geschah es, daß die Menschen aus sich selbst heraus, ohne Zuhilfenahme der Mysterien, zu gewissen Wahrheiten kommen wollten. Daher rechnet man ja auch, wenn man die Sache richtig versteht, den Gang der wissenschaftlichen Entwickelung erst von der Zeit des Thales an. Ich habe das Nötige in meinen «Rätseln der Philosophie» auseinandergesetzt. Alles, was vorher liegt, sucht Wissen durchaus mit Hilfe der Mysterien. Nun, wenn man dieses Bewußtsein, das da zugrunde lag, untersucht, so kommt man darauf, daß innerhalb der Mysterien von denjenigen, die die Mysterien leiteten und von ihren Schülern ein Wichtigstes in dem gesehen wurde, was man den «Fürsten dieser Welt» nannte — damit meinte man die Erde —, im Gegensatz zu den Fürsten, das heißt zu den Geistwesen anderer Welten.
[ 2 ] Nun möchte ich heute erwähnen, daß vor dem Mysterium von Golgatha die Menschen, insofern sie auf das geistige Leben hingesehen haben, zu gleicher Zeit auch auf jene Institutionen hingesehen haben, die wir in der allgemeinen Menschheitszivilisation als die Mysterien kennen. Man konnte sich gewissermaßen in diesen ältesten Zeiten der Menschheit nicht denken, daß eine geistige Anschauung, daß ein geistiges Wissen sich anders ausbreiten könne, als indem es aus den Mysterien seinen Ursprung nahm. Und wenn wir das Bewußtsein untersuchen, das die Menschen gehabt haben, die in dieser Zeit, wenn sie überhaupt Wissen haben wollten, zu den Mysterien hinschauten, so ergibt sich uns etwa das folgende Bild: Alles, was äußeres, nicht aus den Mysterien stammendes, sondern von den Menschen selbst errungenes Verstandeswissen ist, das kam ja eigentlich erst in der späteren griechischen Zeit auf. Da erst geschah es, daß die Menschen aus sich selbst heraus, ohne Zuhilfenahme der Mysterien, zu gewissen Wahrheiten kommen wollten. Daher rechnet man ja auch, wenn man die Sache richtig versteht, den Gang der wissenschaftlichen Entwickelung erst von der Zeit des Thales an. Ich habe das Nötige in meinen «Rätseln der Philosophie» auseinandergesetzt. Alles, was vorher liegt, sucht Wissen durchaus mit Hilfe der Mysterien. Nun, wenn man dieses Bewußtsein, das da zugrunde lag, untersucht, so kommt man darauf, daß innerhalb der Mysterien von denjenigen, die die Mysterien leiteten und von ihren Schülern ein Wichtigstes in dem gesehen wurde, was man den «Fürsten dieser Welt» nannte — damit meinte man die Erde —, im Gegensatz zu den Fürsten, das heißt zu den Geistwesen anderer Welten.
[ 3 ] Wenn wir heute in unserer Sprache von dem «Fürsten dieser Welt» sprechen, wie er im Bewußtsein der alten Welt lebte, so würden wir etwa von der ahrimanischen Wesenheit sprechen. Wir würden also mit der ahrimanischen Wesenheit etwa diesen Fürsten des irdischen Lebens treffen. Wenn wir auf die Offenbarung im Geistigen sehen, die von der Seite des Fürsten dieser Welt hergeleitet werden kann, so müssen wir gerade auf das Intellektualistische des menschlichen Erkennens hinweisen. Die Mysterienleiter würden das, was im griechischen selbständigen, außerhalb der Mysterien entstandenen Wissen lebte, durchaus bezeichnet haben als ein Wissen, eingegeben von dem Fürsten dieser Welt. Dagegen haben sie die Aufgabe der Mysterien darin gesehen, den Menschen in eine geistige Anschauung einzuführen, die von dem Fürsten dieser Welt abbringt und die menschliche Seele zu einem Sich-Einleben in Welten führt, die nicht von dem Fürsten dieser Welt beherrscht werden. Man muß, wenn man die Dinge, um die es sich da handelt, in der richtigen Weise sehen will, sich solcher Ausdrücke bedienen, und es sollte niemand irgend etwas Abergläubisches oder dergleichen mit dem Gebrauche solcher Ausdrücke verbinden.
[ 3 ] Wenn wir heute in unserer Sprache von dem «Fürsten dieser Welt» sprechen, wie er im Bewußtsein der alten Welt lebte, so würden wir etwa von der ahrimanischen Wesenheit sprechen. Wir würden also mit der ahrimanischen Wesenheit etwa diesen Fürsten des irdischen Lebens treffen. Wenn wir auf die Offenbarung im Geistigen sehen, die von der Seite des Fürsten dieser Welt hergeleitet werden kann, so müssen wir gerade auf das Intellektualistische des menschlichen Erkennens hinweisen. Die Mysterienleiter würden das, was im griechischen selbständigen, außerhalb der Mysterien entstandenen Wissen lebte, durchaus bezeichnet haben als ein Wissen, eingegeben von dem Fürsten dieser Welt. Dagegen haben sie die Aufgabe der Mysterien darin gesehen, den Menschen in eine geistige Anschauung einzuführen, die von dem Fürsten dieser Welt abbringt und die menschliche Seele zu einem Sich-Einleben in Welten führt, die nicht von dem Fürsten dieser Welt beherrscht werden. Man muß, wenn man die Dinge, um die es sich da handelt, in der richtigen Weise sehen will, sich solcher Ausdrücke bedienen, und es sollte niemand irgend etwas Abergläubisches oder dergleichen mit dem Gebrauche solcher Ausdrücke verbinden.
[ 4 ] Ich will Ihnen ein Bild entwerfen, wie etwa ein in die griechischen oder ägyptischen, in die persischen oder in andere Mysterien Eingeweihter über den Fürsten dieser Welt in älteren Zeiten gedacht hat. Da muß man sich schon klar darüber sein, daß wenn die Betreffenden auch andere Namen gehabt haben, sie dennoch durchaus von dem Christus-Wesen gesprochen haben, Man spricht ja nicht nur von dem Christus-Wesen, wenn man den Christus-Namen ausspricht. Wenn wir auch selbstverständlich den Christus-Namen aussprechen müssen, indem wir von dem Christus-Wesen sprechen, bezeichnen wir doch mit dem Christus eigentlich erst die in Betracht kommende Wesenheit, nachdem sie durch das Mysterium von Golgatha durchgegangen ist und sich mit der Erdenzivilisation verbunden hat. Sie war eben vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit der Erdenzivilisation verbunden. Sie lebte gewissermaßen als das große Sonnenwesen außerhalb der irdischen Welt. Erst das Mysterium von Golgatha bezeichnet die Verbindung dieses außerhalb der irdischen Welt lebenden Wesens mit der Erdenwelt selber. Aber als solches außerirdisches Wesen kannten es durchaus die in die Mysterien Eingeweihten. Als solches Wesen erkannte es auch derjenige, den man den Fürsten dieser Welt nannte, das geistige Wesen ahrimanischer Natur. Er fühlte sich gewissermaßen — wie gesagt, ich schildere, was im Bewußtsein der Mysterieneingeweihten lebte — als Herr der Erde. Er konnte sich sagen: Was die Menschen durch die Kräfte der Erde haben, das haben sie von mir. — Dagegen wußte er auch, daß außerhalb der Erde der Christus lebte und auf das menschliche Leben einen Einfluß hatte, und zwar auf Umwegen durch die Mysterien, deren Lehren dann popularisiert und hinausgetragen wurden unter die Völker.
[ 4 ] Ich will Ihnen ein Bild entwerfen, wie etwa ein in die griechischen oder ägyptischen, in die persischen oder in andere Mysterien Eingeweihter über den Fürsten dieser Welt in älteren Zeiten gedacht hat. Da muß man sich schon klar darüber sein, daß wenn die Betreffenden auch andere Namen gehabt haben, sie dennoch durchaus von dem Christus-Wesen gesprochen haben, Man spricht ja nicht nur von dem Christus-Wesen, wenn man den Christus-Namen ausspricht. Wenn wir auch selbstverständlich den Christus-Namen aussprechen müssen, indem wir von dem Christus-Wesen sprechen, bezeichnen wir doch mit dem Christus eigentlich erst die in Betracht kommende Wesenheit, nachdem sie durch das Mysterium von Golgatha durchgegangen ist und sich mit der Erdenzivilisation verbunden hat. Sie war eben vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit der Erdenzivilisation verbunden. Sie lebte gewissermaßen als das große Sonnenwesen außerhalb der irdischen Welt. Erst das Mysterium von Golgatha bezeichnet die Verbindung dieses außerhalb der irdischen Welt lebenden Wesens mit der Erdenwelt selber. Aber als solches außerirdisches Wesen kannten es durchaus die in die Mysterien Eingeweihten. Als solches Wesen erkannte es auch derjenige, den man den Fürsten dieser Welt nannte, das geistige Wesen ahrimanischer Natur. Er fühlte sich gewissermaßen — wie gesagt, ich schildere, was im Bewußtsein der Mysterieneingeweihten lebte — als Herr der Erde. Er konnte sich sagen: Was die Menschen durch die Kräfte der Erde haben, das haben sie von mir. — Dagegen wußte er auch, daß außerhalb der Erde der Christus lebte und auf das menschliche Leben einen Einfluß hatte, und zwar auf Umwegen durch die Mysterien, deren Lehren dann popularisiert und hinausgetragen wurden unter die Völker.
[ 5 ] Will man das, was da im Bewußtsein lebte, noch genauer beschreiben, so muß man sagen, die Eingeweihten der Mysterien dachten sich: Der Fürst dieser Welt hat seinen hauptsächlichsten Einfluß auf die physische Leiblichkeit des Menschen; diese steht ganz in seiner Botmäßigkeit, und er fühlt sich als Herr dieser physischen Leiblichkeit des Menschen. Nicht konnte er sich als Herr dessen fühlen, was die ätherische und astralische Wesenheit des Menschen, also der Lebensleib und das Seelische waren. Diesen Lebensleib und das Seelische sah man unter dem Einflusse einer außerirdischen Wesenheit stehen; da sah man schon immer die Kräfte der Christus-Wesenheit in den Menschen einfließen. Nur konnte der Mensch das, was von der Christus-Wesenheit in ihn einfließen sollte, überhaupt nicht durch die Kräfte seiner Seele erhalten, sondern nur dadurch, daß er sich an dasjenige wandte, was der Mysterieneingeweihte bekam, nachdem er in der entsprechenden Weise vorbereitet war. Man stellte sich die Mysterien eben so vor, daß durch sie das Außerirdische gewissermaßen aufgefangen und zu dem Menschen geleitet wurde. So daß sich der Fürst dieser Welt sagte: Hier auf dieser Erde bin ich Herr. Hier aus dieser Erde zieht der physische Leib des Menschen seine Kräfte, und zu diesen Kräften des physischen Leibes gehört auch der menschliche irdische Verstand. Da bin ich Herr. Hier auf dieser Erde macht mir nichts meine Herrschaft streitig. Es fließt ein auf diese Erde das Außerirdische auf dem Umwege durch die Mysterien. Das will ich dulden.
[ 5 ] Will man das, was da im Bewußtsein lebte, noch genauer beschreiben, so muß man sagen, die Eingeweihten der Mysterien dachten sich: Der Fürst dieser Welt hat seinen hauptsächlichsten Einfluß auf die physische Leiblichkeit des Menschen; diese steht ganz in seiner Botmäßigkeit, und er fühlt sich als Herr dieser physischen Leiblichkeit des Menschen. Nicht konnte er sich als Herr dessen fühlen, was die ätherische und astralische Wesenheit des Menschen, also der Lebensleib und das Seelische waren. Diesen Lebensleib und das Seelische sah man unter dem Einflusse einer außerirdischen Wesenheit stehen; da sah man schon immer die Kräfte der Christus-Wesenheit in den Menschen einfließen. Nur konnte der Mensch das, was von der Christus-Wesenheit in ihn einfließen sollte, überhaupt nicht durch die Kräfte seiner Seele erhalten, sondern nur dadurch, daß er sich an dasjenige wandte, was der Mysterieneingeweihte bekam, nachdem er in der entsprechenden Weise vorbereitet war. Man stellte sich die Mysterien eben so vor, daß durch sie das Außerirdische gewissermaßen aufgefangen und zu dem Menschen geleitet wurde. So daß sich der Fürst dieser Welt sagte: Hier auf dieser Erde bin ich Herr. Hier aus dieser Erde zieht der physische Leib des Menschen seine Kräfte, und zu diesen Kräften des physischen Leibes gehört auch der menschliche irdische Verstand. Da bin ich Herr. Hier auf dieser Erde macht mir nichts meine Herrschaft streitig. Es fließt ein auf diese Erde das Außerirdische auf dem Umwege durch die Mysterien. Das will ich dulden.
[ 6 ] Aber gerade deswegen lehnte sich der Fürst dieser Welt auf gegen das Mysterium von Golgatha, weil er nun seine Erdenherrschaft teilen sollte mit dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha auf die Erde heruntergestiegen war. Als einen Nebenbuhler in der Erdenherrschaft empfand der Fürst dieser Welt den Christus. Er hätte sich gut gefallen lassen gewissermaßen die Mitregierung von außerhalb der Erde herein, aber er wollte sich nicht gefallen lassen die Nebenbuhlerschaft hier innerhalb dieses Erdenbereiches selbst.
[ 6 ] Aber gerade deswegen lehnte sich der Fürst dieser Welt auf gegen das Mysterium von Golgatha, weil er nun seine Erdenherrschaft teilen sollte mit dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha auf die Erde heruntergestiegen war. Als einen Nebenbuhler in der Erdenherrschaft empfand der Fürst dieser Welt den Christus. Er hätte sich gut gefallen lassen gewissermaßen die Mitregierung von außerhalb der Erde herein, aber er wollte sich nicht gefallen lassen die Nebenbuhlerschaft hier innerhalb dieses Erdenbereiches selbst.
[ 7 ] Und da haben wir aus dem Geiste der alten Mysterien heraus den Hinweis auf die eigentliche Gegnerschaft des Fürsten dieser Welt gegenüber dem Christus. Diese Gegnerschaft wurde wiederum stark empfunden durch das ganze Mittelalter hindurch bis in das 15. Jahrhundert herein, bei denen, die in diese Dinge eingeweiht waren. Wenn man bis in das 15. Jahrhundert herein von dem Fürsten dieser Welt und von dem Christus sprach, so geschah es durchaus in diesem Sinne. Und man hatte ein gewisses Bewußtsein davon, daß sozusagen zwei Herrschaften da sind: Eine, die früher, vor dem Mysterium von Golgatha, in berechtigter Weise die menschliche Leiblichkeit beherrscht hat, die jetzt aber mit Bezug auf die menschliche Leiblichkeit ihr Wirken teilen muß mit der andern Herrschaft, mit dem Christus. Denn der Christus strahlt nun nicht mehr bloß auf das Seelische, das heißt auf das Astralische und das Ätherische, seine Wirkungen aus, sondern er will nunmehr auch seine Wirkungen ausstrahlen auf die physische Leiblichkeit des Menschen, das heißt auf das, was sich durch die physische Leiblichkeit des Menschen äußert, nämlich auf das Intellektualistische, auf die eigenen Fähigkeiten des Menschen im weitesten Sinne. Der Christus sollte leben in der ganzen menschlichen Natur. Das war es ja im Grunde genommen, was durch das Mysterium von Golgatha in die Menschheit gekommen ist.
[ 7 ] Und da haben wir aus dem Geiste der alten Mysterien heraus den Hinweis auf die eigentliche Gegnerschaft des Fürsten dieser Welt gegenüber dem Christus. Diese Gegnerschaft wurde wiederum stark empfunden durch das ganze Mittelalter hindurch bis in das 15. Jahrhundert herein, bei denen, die in diese Dinge eingeweiht waren. Wenn man bis in das 15. Jahrhundert herein von dem Fürsten dieser Welt und von dem Christus sprach, so geschah es durchaus in diesem Sinne. Und man hatte ein gewisses Bewußtsein davon, daß sozusagen zwei Herrschaften da sind: Eine, die früher, vor dem Mysterium von Golgatha, in berechtigter Weise die menschliche Leiblichkeit beherrscht hat, die jetzt aber mit Bezug auf die menschliche Leiblichkeit ihr Wirken teilen muß mit der andern Herrschaft, mit dem Christus. Denn der Christus strahlt nun nicht mehr bloß auf das Seelische, das heißt auf das Astralische und das Ätherische, seine Wirkungen aus, sondern er will nunmehr auch seine Wirkungen ausstrahlen auf die physische Leiblichkeit des Menschen, das heißt auf das, was sich durch die physische Leiblichkeit des Menschen äußert, nämlich auf das Intellektualistische, auf die eigenen Fähigkeiten des Menschen im weitesten Sinne. Der Christus sollte leben in der ganzen menschlichen Natur. Das war es ja im Grunde genommen, was durch das Mysterium von Golgatha in die Menschheit gekommen ist.
[ 8 ] Vor dem Mysterium von Golgatha ist denen, die um diese Dinge wußten, gar nicht eingefallen, das Wissen von den ewigen Dingen innerhalb des Bereiches dessen zu suchen, was der menschliche Kopf ersinnen kann, oder was die andern Seelenkräfte, auch die Gemütskräfte, aus sich selbst heraus erlangen können. Das wurde den Mysterien überlassen. Es war also durchaus vor dem Mysterium von Golgatha ein starkes Bewußtsein davon vorhanden, daß irdisches Wissen, irdisches Empfinden etwas anderes ist als das Empfinden der überirdischen Mächte. Und man versteht die ersten Jahrhunderte des Mittelalters nur in ihrer besonderen geistigen Konfiguration, wenn man eben ein klares Bewußtsein von diesem Tatbestand hat.
[ 8 ] Vor dem Mysterium von Golgatha ist denen, die um diese Dinge wußten, gar nicht eingefallen, das Wissen von den ewigen Dingen innerhalb des Bereiches dessen zu suchen, was der menschliche Kopf ersinnen kann, oder was die andern Seelenkräfte, auch die Gemütskräfte, aus sich selbst heraus erlangen können. Das wurde den Mysterien überlassen. Es war also durchaus vor dem Mysterium von Golgatha ein starkes Bewußtsein davon vorhanden, daß irdisches Wissen, irdisches Empfinden etwas anderes ist als das Empfinden der überirdischen Mächte. Und man versteht die ersten Jahrhunderte des Mittelalters nur in ihrer besonderen geistigen Konfiguration, wenn man eben ein klares Bewußtsein von diesem Tatbestand hat.
[ 9 ] Nun kann es vielleicht über diesen Tatbestand ganz besonders aufklärend sein, wenn man hinsieht auf etwas, das ja als eine Art von Hauptsache innerhalb der verschiedensten Mysterienstätten angesehen worden ist. Gewiß, die Vorbereitungen und die späteren Prüfungen und so weiter, die der Mysterienschüler, der Einzuweihende, durchzumachen hatte, waren für die verschiedenen Mysterienstätten verschieden. Aber das Verschiedene nimmt sich auf diesen Gebieten auch nur so aus, wie etwa wenn man von verschiedenen Seiten auf einen Berg hinaufsteigt und oben doch, trotz der verschiedenen Wege, auf dem einen Gipfel ankommt. Zuletzt führte alles doch zu dem einen Mysterienziel. Nun kann man, wenn die Dinge auch modifiziert waren, dennoch zwei Maßnahmen dieser Mysterien, denen sich jeder zu unterwerfen hatte, als die Hauptsache bezeichnen. Das war der sogenannte Vergessenheitstrunk, und als zweites etwas, was innerhalb der Mysterienvorgänge so auf den Menschen wirkte wie ein starker Schreck, wie das Hineinleben in eine starke Angst. Beide Dinge dürfen heute nicht mehr in derselben Weise durchgemacht werden zum Behufe der Erlangung höherer übersinnlicher Erkenntnisse. Es muß heute alles seelisch-geistig durchgemacht werden, während die Mysterienschüler der alten Zeiten die Dinge so durchgemacht haben, daß sie dabei immer Physisches in Anspruch nehmen mußten. Aber bewirkt wird doch etwas Ähnliches, nur daß bei dem heutigen geistigen Erstreben der höheren Erkenntnis alles in die Sphäre des Bewußtseins hereinfällt, während es früher in die Sphäre des Instinktiven, des Traumhaften hineingefallen ist. Denn dadurch, daß so etwas wie der Vergessenheitstrunk in allen Mysterien gereicht worden ist und so etwas herbeigeführt wurde wie ein physischer Schreck, dadurch wurde in der Tat der Mensch abgedämpft in bezug auf seinen äußeren Intellektualismus, der zwar dumpfer war als der heutige, ihn aber doch beherrschte in bezug auf dasjenige, was sich auf die äußere Welt bezog.
[ 9 ] Nun kann es vielleicht über diesen Tatbestand ganz besonders aufklärend sein, wenn man hinsieht auf etwas, das ja als eine Art von Hauptsache innerhalb der verschiedensten Mysterienstätten angesehen worden ist. Gewiß, die Vorbereitungen und die späteren Prüfungen und so weiter, die der Mysterienschüler, der Einzuweihende, durchzumachen hatte, waren für die verschiedenen Mysterienstätten verschieden. Aber das Verschiedene nimmt sich auf diesen Gebieten auch nur so aus, wie etwa wenn man von verschiedenen Seiten auf einen Berg hinaufsteigt und oben doch, trotz der verschiedenen Wege, auf dem einen Gipfel ankommt. Zuletzt führte alles doch zu dem einen Mysterienziel. Nun kann man, wenn die Dinge auch modifiziert waren, dennoch zwei Maßnahmen dieser Mysterien, denen sich jeder zu unterwerfen hatte, als die Hauptsache bezeichnen. Das war der sogenannte Vergessenheitstrunk, und als zweites etwas, was innerhalb der Mysterienvorgänge so auf den Menschen wirkte wie ein starker Schreck, wie das Hineinleben in eine starke Angst. Beide Dinge dürfen heute nicht mehr in derselben Weise durchgemacht werden zum Behufe der Erlangung höherer übersinnlicher Erkenntnisse. Es muß heute alles seelisch-geistig durchgemacht werden, während die Mysterienschüler der alten Zeiten die Dinge so durchgemacht haben, daß sie dabei immer Physisches in Anspruch nehmen mußten. Aber bewirkt wird doch etwas Ähnliches, nur daß bei dem heutigen geistigen Erstreben der höheren Erkenntnis alles in die Sphäre des Bewußtseins hereinfällt, während es früher in die Sphäre des Instinktiven, des Traumhaften hineingefallen ist. Denn dadurch, daß so etwas wie der Vergessenheitstrunk in allen Mysterien gereicht worden ist und so etwas herbeigeführt wurde wie ein physischer Schreck, dadurch wurde in der Tat der Mensch abgedämpft in bezug auf seinen äußeren Intellektualismus, der zwar dumpfer war als der heutige, ihn aber doch beherrschte in bezug auf dasjenige, was sich auf die äußere Welt bezog.
[ 10 ] In ein dumpfes Leben wurde also der Mensch sowohl durch den Vergessenheitstrunk wie durch das andere, das einem Schreck, einem Angsterregen verglichen werden kann, hineingeführt. Was hatte der Vergessenheitstrunk denn für eine Bedeutung? Es kam dabei nicht darauf an, daß der Mensch irgend etwas vergaß. Er vergaß allerdings durch diesen Trunk. Aber die Wirkung, die dieser haben sollte, erhielt er dadurch, daß er in ein bestimmtes Zeremonial getaucht war, daß er in einer bestimmten Weise zubereitet war, daß gewisse Vorbereitungen gemacht wurden, bevor man den Trunk bekam. Es war aber durchaus ein physischer Trunk, der durch die Art und Weise, wie er gereicht wurde, allerdings bewirkte, was man nennen kann: Der Mensch vergaß sein Leben seit der Geburt. Es ist das etwas, was durch seelisch-geistige Entwickelung heute auch wiederum erreicht wird. Nur wird es heute dadurch erreicht, daß zuerst ein deutliches Bewußtsein von einem großen Lebenstableau hervorgerufen wird, das alles umfaßt seit der Geburt. Dann wird das unterdrückt, und dadurch wird der Mensch in die geistige Weise seines Lebens vor der Geburt oder vor der Konzeption eingeführt. Das wurde in der mehr physischen Weise erreicht im alten Vergessenheitstrunk.
[ 10 ] In ein dumpfes Leben wurde also der Mensch sowohl durch den Vergessenheitstrunk wie durch das andere, das einem Schreck, einem Angsterregen verglichen werden kann, hineingeführt. Was hatte der Vergessenheitstrunk denn für eine Bedeutung? Es kam dabei nicht darauf an, daß der Mensch irgend etwas vergaß. Er vergaß allerdings durch diesen Trunk. Aber die Wirkung, die dieser haben sollte, erhielt er dadurch, daß er in ein bestimmtes Zeremonial getaucht war, daß er in einer bestimmten Weise zubereitet war, daß gewisse Vorbereitungen gemacht wurden, bevor man den Trunk bekam. Es war aber durchaus ein physischer Trunk, der durch die Art und Weise, wie er gereicht wurde, allerdings bewirkte, was man nennen kann: Der Mensch vergaß sein Leben seit der Geburt. Es ist das etwas, was durch seelisch-geistige Entwickelung heute auch wiederum erreicht wird. Nur wird es heute dadurch erreicht, daß zuerst ein deutliches Bewußtsein von einem großen Lebenstableau hervorgerufen wird, das alles umfaßt seit der Geburt. Dann wird das unterdrückt, und dadurch wird der Mensch in die geistige Weise seines Lebens vor der Geburt oder vor der Konzeption eingeführt. Das wurde in der mehr physischen Weise erreicht im alten Vergessenheitstrunk.
[ 11 ] Aber das ist ja nicht das Wesentliche, daß der Mensch vergißt. Das Negative ist überhaupt niemals das Wesentliche. Das Positive, was dadurch erreicht wurde, das ist, daß das Denken beweglicher und intensiver wurde. Aber dumpfer wurde es auch. Es wurde traumhafter, weil eben an den physischen Organismus herangegangen wurde. Die Wirkung dieses Vergessenheitstrunkes auf den physischen Organismus war — man kann sie ganz genau beschreiben —, daß das Gehirn, wenn ich mich so ausdrücken darf, flüssiger gemacht wurde als es im gewöhnlichen Leben ist. Dadurch, daß das Gehirn flüssiger gemacht wurde, daß also der Mensch mehr mit dem Gehirnwasser statt mit den festen Bestandteilen dachte, dadurch wurde sein Denken beweglicher, intensiver.
[ 11 ] Aber das ist ja nicht das Wesentliche, daß der Mensch vergißt. Das Negative ist überhaupt niemals das Wesentliche. Das Positive, was dadurch erreicht wurde, das ist, daß das Denken beweglicher und intensiver wurde. Aber dumpfer wurde es auch. Es wurde traumhafter, weil eben an den physischen Organismus herangegangen wurde. Die Wirkung dieses Vergessenheitstrunkes auf den physischen Organismus war — man kann sie ganz genau beschreiben —, daß das Gehirn, wenn ich mich so ausdrücken darf, flüssiger gemacht wurde als es im gewöhnlichen Leben ist. Dadurch, daß das Gehirn flüssiger gemacht wurde, daß also der Mensch mehr mit dem Gehirnwasser statt mit den festen Bestandteilen dachte, dadurch wurde sein Denken beweglicher, intensiver.
[ 12 ] Heute muß das auf dem direkten Weg erreicht werden, nämlich durch seelisch-geistige Entwickelung, wie das beschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß». Dazumal wurde aber das Gehirn sozusagen durch äußere Einwirkungen flüssiger gemacht. Damit aber wurde erreicht, daß des Menschen geistig-seelische Wesenheit, so wie sie ist, bevor der Mensch durch die Konzeption sich mit einer physischen Leiblichkeit verbindet, wie sie also in der geistigen Welt ist, als Geistig-Seelisches sich wiederum durchdrängen kann durch das Gehirn. Das ist das Wesentliche.
[ 12 ] Heute muß das auf dem direkten Weg erreicht werden, nämlich durch seelisch-geistige Entwickelung, wie das beschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß». Dazumal wurde aber das Gehirn sozusagen durch äußere Einwirkungen flüssiger gemacht. Damit aber wurde erreicht, daß des Menschen geistig-seelische Wesenheit, so wie sie ist, bevor der Mensch durch die Konzeption sich mit einer physischen Leiblichkeit verbindet, wie sie also in der geistigen Welt ist, als Geistig-Seelisches sich wiederum durchdrängen kann durch das Gehirn. Das ist das Wesentliche.
[ 13 ] Graphisch aufgezeichnet, würde das sich so ausnehmen [Hier beginnt die Zeichnung zu Tafel 5]: Nehmen Sie an, das wäre die Konstitution des Gehirnes ( grün), dann ist das so für den Menschen, der geboren ist, daß das Geistig-Seelische (rot) halt davor macht. Das Gehirn ist so konstituiert, daß dieses innere Geistig-Seelische, das der Mensch hat, nicht durch das Gehirn durch kann. Der Mensch ist da drinnen nicht erfüllt von diesem Geistig-Seelischen. Dafür aber können die äußeren Wahrnehmungen herein und können sich durch die Sinne — ich habe hier das Auge gezeichnet — im Gehirn geltend machen. Ich möchte sagen, so geartet ist das Gehirn in der heutigen Konstitution, daß dasjenige, was im Menschen das Ewige ist, nicht herauf kann in das Gehirn. Dadurch aber können die äußeren Eindrücke hinein. Indem der Mensch den Vergessenheitstrunk bekam, erhielt er die Möglichkeit, in das Gehirn dasjenige hineinzubekommen, was geistig-seelisch vor der Konzeption oder vor der Geburt war (rot). Das ist das eine.
[ 13 ] Graphisch aufgezeichnet, würde das sich so ausnehmen [Hier beginnt die Zeichnung zu Tafel 5]: Nehmen Sie an, das wäre die Konstitution des Gehirnes ( grün), dann ist das so für den Menschen, der geboren ist, daß das Geistig-Seelische (rot) halt davor macht. Das Gehirn ist so konstituiert, daß dieses innere Geistig-Seelische, das der Mensch hat, nicht durch das Gehirn durch kann. Der Mensch ist da drinnen nicht erfüllt von diesem Geistig-Seelischen. Dafür aber können die äußeren Wahrnehmungen herein und können sich durch die Sinne — ich habe hier das Auge gezeichnet — im Gehirn geltend machen. Ich möchte sagen, so geartet ist das Gehirn in der heutigen Konstitution, daß dasjenige, was im Menschen das Ewige ist, nicht herauf kann in das Gehirn. Dadurch aber können die äußeren Eindrücke hinein. Indem der Mensch den Vergessenheitstrunk bekam, erhielt er die Möglichkeit, in das Gehirn dasjenige hineinzubekommen, was geistig-seelisch vor der Konzeption oder vor der Geburt war (rot). Das ist das eine.


[ 14 ] Das andere ist das, was ich nannte: eine Art Schreck wurde auf den Menschen ausgeübt. Nun, nehmen Sie einmal, wie der Schreck auf den Menschen wirkt: man erstarrt. Und es kann einen Schreck geben, der wirklich eine Art Erstarrung des ganzen Menschen hervorruft. Beim Menschen, so wie er im gewöhnlichen Leben ist, wo er herumlaufen kann — der erstarrte, der kataleptische Mensch kann nicht herumlaufen, bei dem sind eben die Muskeln erstarrt —, bei dem nicht erstarrten Menschen also saugt der übrige Körper dieses Ewige auf (weiß mit rot). Es wird in unserem Blute, in unseren Muskeln unten, das Geistig-Seelische, das Ewige aufgesogen. Dadurch kann es wiederum nicht wahrgenommen werden. Ins Gehirn kann es nicht herauf, da unten wird es aufgesogen. Es kann also nicht wahrgenommen werden, aber es tritt frei und selbständig heraus, wenn die Muskeln erstarren.
[ 14 ] Das andere ist das, was ich nannte: eine Art Schreck wurde auf den Menschen ausgeübt. Nun, nehmen Sie einmal, wie der Schreck auf den Menschen wirkt: man erstarrt. Und es kann einen Schreck geben, der wirklich eine Art Erstarrung des ganzen Menschen hervorruft. Beim Menschen, so wie er im gewöhnlichen Leben ist, wo er herumlaufen kann — der erstarrte, der kataleptische Mensch kann nicht herumlaufen, bei dem sind eben die Muskeln erstarrt —, bei dem nicht erstarrten Menschen also saugt der übrige Körper dieses Ewige auf (weiß mit rot). Es wird in unserem Blute, in unseren Muskeln unten, das Geistig-Seelische, das Ewige aufgesogen. Dadurch kann es wiederum nicht wahrgenommen werden. Ins Gehirn kann es nicht herauf, da unten wird es aufgesogen. Es kann also nicht wahrgenommen werden, aber es tritt frei und selbständig heraus, wenn die Muskeln erstarren.
[ 15 ] Diese Muskelstarre wurde hervorgerufen durch die Schockwirkung. Und dadurch wurde nun von dem übrigen Organismus, außer dem Gehirn, nicht aufgesogen das Geistig-Seelische, sondern es wurde frei. So daß der Mensch im Gehirn drinnen das Geistig-Seelische hatte, weil ihm sein Gehirn durch den Vergessenheitstrunk weich geworden war, und der übrige Organismus wurde gewissermaßen verhindert an dem Aufsaugen des Geistig-Seelischen. Dadurch wurde das Geistig-Seelische wahrgenommen. Der Mensch bekam also von zwei Seiten her die Möglichkeit, sein Geistig-Seelisches wahrzunehmen. Im gewöhnlichen Leben konnte er es nicht wahrnehmen, denn durch das Gehirn, durch das er sonst wahrnimmt, konnte er es nicht aufnehmen; da kommt es nicht hinein. Aus dem übrigen Organismus, durch das Wollen und so weiter, konnte es auch nicht wahrgenommen werden, denn der übrige Organismus sog es auf. Nun wurde ihm sein Gehirn verweicht, natürlich nur für die Momente der Erkenntnis. Dadurch schoß das Geistig-Seelische in das Gehirn hinein. Der übrige Körper wurde ihm erstarrt. Dadurch sog er das Geistig-Seelische nicht auf. Und der Mensch stand gewissermaßen in seinem verweichten Gehirn einerseits und in seinem erstarrten Organsystem andererseits wie in einem Gehäuse da; er stand da im Geistig-Seelischen, das ihm nach zwei Seiten gegeben war.
[ 15 ] Diese Muskelstarre wurde hervorgerufen durch die Schockwirkung. Und dadurch wurde nun von dem übrigen Organismus, außer dem Gehirn, nicht aufgesogen das Geistig-Seelische, sondern es wurde frei. So daß der Mensch im Gehirn drinnen das Geistig-Seelische hatte, weil ihm sein Gehirn durch den Vergessenheitstrunk weich geworden war, und der übrige Organismus wurde gewissermaßen verhindert an dem Aufsaugen des Geistig-Seelischen. Dadurch wurde das Geistig-Seelische wahrgenommen. Der Mensch bekam also von zwei Seiten her die Möglichkeit, sein Geistig-Seelisches wahrzunehmen. Im gewöhnlichen Leben konnte er es nicht wahrnehmen, denn durch das Gehirn, durch das er sonst wahrnimmt, konnte er es nicht aufnehmen; da kommt es nicht hinein. Aus dem übrigen Organismus, durch das Wollen und so weiter, konnte es auch nicht wahrgenommen werden, denn der übrige Organismus sog es auf. Nun wurde ihm sein Gehirn verweicht, natürlich nur für die Momente der Erkenntnis. Dadurch schoß das Geistig-Seelische in das Gehirn hinein. Der übrige Körper wurde ihm erstarrt. Dadurch sog er das Geistig-Seelische nicht auf. Und der Mensch stand gewissermaßen in seinem verweichten Gehirn einerseits und in seinem erstarrten Organsystem andererseits wie in einem Gehäuse da; er stand da im Geistig-Seelischen, das ihm nach zwei Seiten gegeben war.
[ 16 ] Sie sehen also, worauf diese Dinge, die so äußerlich beschrieben werden, eigentlich hinausmünden. Ich bemerke ausdrücklich, daß heute diese Dinge nicht nachgemacht werden können. Die Menschen würden auch nicht wissen, wie sie sie nachmachen sollen. Es würde ihnen heute auch nicht gut bekommen. Heute muß eben alles auf geistig-seelische Weise erreicht werden. Aber man kann durchaus sagen: Wenn so in den Mysterien die Menschen den Vergessenheitstrunk bekommen hatten und die andere Wirkung der physischen Erstarrung ihnen das Wahrnehmen des Geistig-Seelischen in sich ermöglichte, dann waren sie «Christen». In den Mysterien wurden sie Christen.
[ 16 ] Sie sehen also, worauf diese Dinge, die so äußerlich beschrieben werden, eigentlich hinausmünden. Ich bemerke ausdrücklich, daß heute diese Dinge nicht nachgemacht werden können. Die Menschen würden auch nicht wissen, wie sie sie nachmachen sollen. Es würde ihnen heute auch nicht gut bekommen. Heute muß eben alles auf geistig-seelische Weise erreicht werden. Aber man kann durchaus sagen: Wenn so in den Mysterien die Menschen den Vergessenheitstrunk bekommen hatten und die andere Wirkung der physischen Erstarrung ihnen das Wahrnehmen des Geistig-Seelischen in sich ermöglichte, dann waren sie «Christen». In den Mysterien wurden sie Christen.
[ 17 ] Es ist das durchaus im Bewußtsein der ersten Kirchenväter vorhanden gewesen. Das wird nur heute den Leuten nicht gesagt, oder es wird sogar geleugnet. Bei den ersten Kirchenvätern ist ein deutliches Bewußtsein vorhanden gewesen, daß die Menschen durch die Mysterien Christen geworden waren. Daher finden wir Stellen bei den ersten Kirchenvätern, daß Heraklit und Sokrates, trotzdem sie vor dem Mysterium von Golgatha lebten, Christen waren, wenn sie auch zu ihrer Zeit Atheisten genannt worden sind. Diese Stelle habe ich ja öfter zitiert, sie findet sich bei den ersten Kirchenvätern.
[ 17 ] Es ist das durchaus im Bewußtsein der ersten Kirchenväter vorhanden gewesen. Das wird nur heute den Leuten nicht gesagt, oder es wird sogar geleugnet. Bei den ersten Kirchenvätern ist ein deutliches Bewußtsein vorhanden gewesen, daß die Menschen durch die Mysterien Christen geworden waren. Daher finden wir Stellen bei den ersten Kirchenvätern, daß Heraklit und Sokrates, trotzdem sie vor dem Mysterium von Golgatha lebten, Christen waren, wenn sie auch zu ihrer Zeit Atheisten genannt worden sind. Diese Stelle habe ich ja öfter zitiert, sie findet sich bei den ersten Kirchenvätern.
[ 18 ] So könnte man also sagen: Um diesen Menschen, der da herauskam aus dem andern, machte sich der Fürst dieser Welt nach der Ansicht der älteren Mysterienleiter und Eingeweihten nichts zu tun; den überließ er dem Christus. Aber er wollte nicht, daß der Christus auf die Erde herunterkommt und vom ganzen Menschen Besitz ergreift. Das ist in den Evangelien dadurch angedeutet, daß die Dämonen, das heißt die unteren Diener des Fürsten dieser Welt, vernahmen: Der Christus ist angekommen, er ist da. — Da lehnten sie sich auf. Das ist in den Evangelien klar angedeutet. Sie erkannten ihn, und sie wurden wild.
[ 18 ] So könnte man also sagen: Um diesen Menschen, der da herauskam aus dem andern, machte sich der Fürst dieser Welt nach der Ansicht der älteren Mysterienleiter und Eingeweihten nichts zu tun; den überließ er dem Christus. Aber er wollte nicht, daß der Christus auf die Erde herunterkommt und vom ganzen Menschen Besitz ergreift. Das ist in den Evangelien dadurch angedeutet, daß die Dämonen, das heißt die unteren Diener des Fürsten dieser Welt, vernahmen: Der Christus ist angekommen, er ist da. — Da lehnten sie sich auf. Das ist in den Evangelien klar angedeutet. Sie erkannten ihn, und sie wurden wild.
[ 19 ] Wir müssen uns also durchaus klar sein, daß, wenn wir über irdische Entwickelungsverhältnisse sprechen, wir ein Wesentliches des Mysteriums von Golgatha darin sehen müssen, daß diejenige geistige Macht, welche bis zum Mysterium von Golgatha hin den durchaus berechtigten Einfluß auf die menschliche Leiblichkeit hatte, in der Folgezeit diesen Einfluß mit dem Christus zu teilen hatte. Daher nennt das Mittelalter den Fürsten dieser Welt den «widerrechtlichen Fürsten dieser Welt». Dieser Ausdruck ist eigentlich nicht gerechtfertigt innerhalb der alten heidnischen Anschauung, aber er trat als eine durchaus durch die Sache gerechtfertigte Bezeichnung dann innerhalb des Mittelalters ein.
[ 19 ] Wir müssen uns also durchaus klar sein, daß, wenn wir über irdische Entwickelungsverhältnisse sprechen, wir ein Wesentliches des Mysteriums von Golgatha darin sehen müssen, daß diejenige geistige Macht, welche bis zum Mysterium von Golgatha hin den durchaus berechtigten Einfluß auf die menschliche Leiblichkeit hatte, in der Folgezeit diesen Einfluß mit dem Christus zu teilen hatte. Daher nennt das Mittelalter den Fürsten dieser Welt den «widerrechtlichen Fürsten dieser Welt». Dieser Ausdruck ist eigentlich nicht gerechtfertigt innerhalb der alten heidnischen Anschauung, aber er trat als eine durchaus durch die Sache gerechtfertigte Bezeichnung dann innerhalb des Mittelalters ein.
[ 20 ] Das ist das Wesentliche in bezug auf die geistige Entwickelung der Menschheit, daß für die älteren Zeiten gewissermaßen der Leib von dem Geistig-Seelischen zurückgezogen worden ist. Die Gehirnwirkung wurde aufgehoben, indem das Gehirn von dem Vergessenheitstrunk weicher gemacht wurde. Die aufsaugende Kraft des übrigen Organismus wurde aufgehoben, indem der übrige Organismus verhärtet wurde durch den Schock. Also der Leib wurde zurückgezogen in diesen älteren Zeiten von dem Geistig-Seelischen.
[ 20 ] Das ist das Wesentliche in bezug auf die geistige Entwickelung der Menschheit, daß für die älteren Zeiten gewissermaßen der Leib von dem Geistig-Seelischen zurückgezogen worden ist. Die Gehirnwirkung wurde aufgehoben, indem das Gehirn von dem Vergessenheitstrunk weicher gemacht wurde. Die aufsaugende Kraft des übrigen Organismus wurde aufgehoben, indem der übrige Organismus verhärtet wurde durch den Schock. Also der Leib wurde zurückgezogen in diesen älteren Zeiten von dem Geistig-Seelischen.
[ 21 ] Die neuere Bestrebung besteht darin, daß nun nicht der Leib zurückgezogen wird, sondern daß der Geist herausgezogen wird, indem die geistig-seelischen Kräfte verstärkt, erkraftet werden. Es muß also durchaus das Umgekehrte in unserer Zeit stattfinden, es muß der Geist herausgezogen werden. Es darf gewissermaßen keine Veränderung eintreten innerhalb des Physisch-Leiblichen. Denn der Mensch ist, namentlich seit dem 15. Jahrhundert, so organisiert, daß eine Veränderung in seiner Leiblichkeit in der Weise, wie sie durchaus üblich war bei den alten Mysterienschülern, ein Krankhaftes bedeuten würde. Es würde pathologisch sein, und das darf bei einer normalen Entwickelung nicht eintreten.
[ 21 ] Die neuere Bestrebung besteht darin, daß nun nicht der Leib zurückgezogen wird, sondern daß der Geist herausgezogen wird, indem die geistig-seelischen Kräfte verstärkt, erkraftet werden. Es muß also durchaus das Umgekehrte in unserer Zeit stattfinden, es muß der Geist herausgezogen werden. Es darf gewissermaßen keine Veränderung eintreten innerhalb des Physisch-Leiblichen. Denn der Mensch ist, namentlich seit dem 15. Jahrhundert, so organisiert, daß eine Veränderung in seiner Leiblichkeit in der Weise, wie sie durchaus üblich war bei den alten Mysterienschülern, ein Krankhaftes bedeuten würde. Es würde pathologisch sein, und das darf bei einer normalen Entwickelung nicht eintreten.
[ 22 ] Ich charakterisiere Ihnen das alles, um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was unter dem immer wiederkehrenden Begriff älterer Zeiten von dem Fürsten dieser Welt zu verstehen ist. Dieser Fürst dieser Welt, der dann im Mittelalter zu dem «widerrechtlichen Fürsten dieser Welt» geworden ist, ist eine ahrimanartige Wesenheit. Wir können eine solche Wesenheit überall verfolgen, in der äußeren Natur und im Inneren des Menschen. Und eigentlich erst dann, wenn wir in die Lage kommen, eine solche Wesenheit in ihren Wirkungen sowohl in der äußeren Natur wie im Inneren des Menschen zu verfolgen, lernen wir allmählich eine solche Wesenheit verstehen.
[ 22 ] Ich charakterisiere Ihnen das alles, um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was unter dem immer wiederkehrenden Begriff älterer Zeiten von dem Fürsten dieser Welt zu verstehen ist. Dieser Fürst dieser Welt, der dann im Mittelalter zu dem «widerrechtlichen Fürsten dieser Welt» geworden ist, ist eine ahrimanartige Wesenheit. Wir können eine solche Wesenheit überall verfolgen, in der äußeren Natur und im Inneren des Menschen. Und eigentlich erst dann, wenn wir in die Lage kommen, eine solche Wesenheit in ihren Wirkungen sowohl in der äußeren Natur wie im Inneren des Menschen zu verfolgen, lernen wir allmählich eine solche Wesenheit verstehen.
[ 23 ] Wenden Sie den Blick in die äußere Natur. Sie finden in der äußeren Natur zwei Kontraste. Man muß diese Kontraste nur in ihrer ganzen Eigentümlichkeit empfinden. Denken Sie einmal an den blauen Himmel. Gewiß, der blaue Himmel kann, insbesondere in südlichen Gegenden, in einer ganz andern Weise beurteilt werden als ich es hier charakterisieren muß. Das ist dann der Fall, wenn die Erde eingehüllt ist, gewissermaßen die Luftschichte der Erde durchdrungen ist von Sonnenwirkung. Dann hat man nicht die reine Wirkung des bloß blauen Himmels, dann ist diese durch etwas anderes gewissermaßen überzogen. Wenn man aber die reine Wirkung des blauen Himmels hat, dann hat man eine Kältewirkung. Der blaue Himmel als solcher wirkt kalt. Und das, was Sie empfinden können bei einem kalten blauen Himmel, der nicht gemildert ist durch Erdenschwüle, das ist im weiten Umkreise das Ahrimanische. Man möchte sagen, das Ahrimanische bewirkt, daß der Raum in die Bläue erstarrt. Beachten Sie diesen Ausdruck! Er hat allerdings etwas Ungewöhnliches, aber wenn Sie nach und nach fühlen lernen, was das heißt, «der Raum erstarrt in die Bläue», dann haben Sie für die äußere Natur den ahrimanischen Einschlag.
[ 23 ] Wenden Sie den Blick in die äußere Natur. Sie finden in der äußeren Natur zwei Kontraste. Man muß diese Kontraste nur in ihrer ganzen Eigentümlichkeit empfinden. Denken Sie einmal an den blauen Himmel. Gewiß, der blaue Himmel kann, insbesondere in südlichen Gegenden, in einer ganz andern Weise beurteilt werden als ich es hier charakterisieren muß. Das ist dann der Fall, wenn die Erde eingehüllt ist, gewissermaßen die Luftschichte der Erde durchdrungen ist von Sonnenwirkung. Dann hat man nicht die reine Wirkung des bloß blauen Himmels, dann ist diese durch etwas anderes gewissermaßen überzogen. Wenn man aber die reine Wirkung des blauen Himmels hat, dann hat man eine Kältewirkung. Der blaue Himmel als solcher wirkt kalt. Und das, was Sie empfinden können bei einem kalten blauen Himmel, der nicht gemildert ist durch Erdenschwüle, das ist im weiten Umkreise das Ahrimanische. Man möchte sagen, das Ahrimanische bewirkt, daß der Raum in die Bläue erstarrt. Beachten Sie diesen Ausdruck! Er hat allerdings etwas Ungewöhnliches, aber wenn Sie nach und nach fühlen lernen, was das heißt, «der Raum erstarrt in die Bläue», dann haben Sie für die äußere Natur den ahrimanischen Einschlag.
[ 24 ] Die Kontrastwirkung haben Sie, wenn Sie rötlich oder gelblich die ziehenden Wolken erblicken. Es ist genau die entgegengesetzte Wirkung. Es hat etwas Warmes. Das kann natürlich auch da wiederum durch die Kälte der Erdenumgebung kaschiert sein, aber im ganzen hat die rötlich umsäumte Wolke, die gelbliche Wolke etwas Warmes. Das ist die entgegengesetzte Wirkung, sie ist eine Luftwirkung. Zwischen beiden polarischen Gegensätzen spielt sich dann ab, was eigentlich dem Erdenleben des Menschen frommt. So daß man sagen kann: Der mittelalterliche Mensch dachte sich in dem Wirken des zur Bläue erstarrten Raumes auf die Erde die kosmische Wirkung des Fürsten dieser Welt.
[ 24 ] Die Kontrastwirkung haben Sie, wenn Sie rötlich oder gelblich die ziehenden Wolken erblicken. Es ist genau die entgegengesetzte Wirkung. Es hat etwas Warmes. Das kann natürlich auch da wiederum durch die Kälte der Erdenumgebung kaschiert sein, aber im ganzen hat die rötlich umsäumte Wolke, die gelbliche Wolke etwas Warmes. Das ist die entgegengesetzte Wirkung, sie ist eine Luftwirkung. Zwischen beiden polarischen Gegensätzen spielt sich dann ab, was eigentlich dem Erdenleben des Menschen frommt. So daß man sagen kann: Der mittelalterliche Mensch dachte sich in dem Wirken des zur Bläue erstarrten Raumes auf die Erde die kosmische Wirkung des Fürsten dieser Welt.
[ 25 ] Sehen wir dann in den Menschen hinein, dann haben wir in ihm einen Zustand zu verzeichnen, durch den der Mensch blaß wird. Sie wissen, das Blasse des Menschen hat immer etwas Fahles, Bläuliches. Dieses Blaßwerden des Menschen, dieses Sich-Erfühlen in der Kälte, das ist das Erfühlen der ahrimanischen Wirkung im Menschen, während die Gerötetheit das Luziferische in der Menschennatur ausmacht. Erst wenn man aus allen diesen Einzelheiten zusammensetzt, was die ahrimanische Wesenheit, die Wesenheit des Fürsten dieser Welt eigentlich ist, bekommt man eine vollständige Vorstellung davon. Dann wiederum, wenn man die blassen, manchmal so gescheiten, aber immer linienhaften Gedanken des Menschen nimmt, wenn man das eigentlich Intellektualistische nimmt, dann hat man wiederum in bezug auf die Kopfwirkung des Menschen das Ahrimanische, das des Fürsten dieser Welt.
[ 25 ] Sehen wir dann in den Menschen hinein, dann haben wir in ihm einen Zustand zu verzeichnen, durch den der Mensch blaß wird. Sie wissen, das Blasse des Menschen hat immer etwas Fahles, Bläuliches. Dieses Blaßwerden des Menschen, dieses Sich-Erfühlen in der Kälte, das ist das Erfühlen der ahrimanischen Wirkung im Menschen, während die Gerötetheit das Luziferische in der Menschennatur ausmacht. Erst wenn man aus allen diesen Einzelheiten zusammensetzt, was die ahrimanische Wesenheit, die Wesenheit des Fürsten dieser Welt eigentlich ist, bekommt man eine vollständige Vorstellung davon. Dann wiederum, wenn man die blassen, manchmal so gescheiten, aber immer linienhaften Gedanken des Menschen nimmt, wenn man das eigentlich Intellektualistische nimmt, dann hat man wiederum in bezug auf die Kopfwirkung des Menschen das Ahrimanische, das des Fürsten dieser Welt.
[ 26 ] Diese Dinge müssen heute vom Geistig-Seelischen aus durchschaut werden. Man muß fühlen in der Bläue, in dem menschlichen Blaßwerden, in dem Sich-innerlich-Verzehren, Sich-kalt-Erfühlen, in dem Durchdrungensein mit blassen abstrakten Gedanken, in all dem muß man fühlen das Ahrimanische, die Herrschaft des Fürsten dieser Welt. Und man muß die wärmende Wirkung des Christus-Impulses fühlen.
[ 26 ] Diese Dinge müssen heute vom Geistig-Seelischen aus durchschaut werden. Man muß fühlen in der Bläue, in dem menschlichen Blaßwerden, in dem Sich-innerlich-Verzehren, Sich-kalt-Erfühlen, in dem Durchdrungensein mit blassen abstrakten Gedanken, in all dem muß man fühlen das Ahrimanische, die Herrschaft des Fürsten dieser Welt. Und man muß die wärmende Wirkung des Christus-Impulses fühlen.
[ 27 ] Es ist für die Gegenwart dieses Erkennen der einerseits ganz andersartigen Einweihung der alten Zeiten gegenüber unserem Einweihungsprinzip in einem gewissen Sinne lehrreich und auch notwendig. Es ist ja einmal so, daß es durchaus schon Menschen in der Gegenwart gibt, die nur noch nicht den Mut haben, zur anthroposophischen Bewegung heranzukommen, die aber eine tiefe Sehnsucht haben nach demjenigen, was zuletzt doch nur die anthroposophische Bewegung geben kann, nach dem Verwandeln der Seele, um erst nach der Verwandlung zu den maßgebenden Erkenntnissen zu kommen. Natürlich lehnt der größte Teil der heutigen Menschheit dieses Verwandeln der Seele ab und glaubt, man könne zu dem, was der Mensch überhaupt an Wissen erlangen kann, durch die gewöhnliche Seelenverfassung kommen, die man durch die gewöhnliche Erziehung und durch das gewöhnliche Leben erlangt. So sagte mir während meiner letzten Reise ein Mann, der sich viel bemüht, aus den philosophischen Möglichkeiten der Gegenwart heraus, aber ohne Anthroposophie, zu einer Art Erkenntnis zu kommen: Ja, es wäre doch an der Anthroposophie vor allen Dingen interessant und wäre wichtig darzutun, wie diese höheren Erkenntnisse erlangt werden, denn überall — dieses «überall» ist natürlich sehr relativ zu nehmen — träte in den heutigen Weltanschauungen die Erkenntnis auf, daß es nicht allein vom Intellekt, sondern vom Willen abhänge, ob der Mensch wirkliche Erkenntnisse erlangen könne oder nicht. Und um die Umarbeitung des Willens handelte es sich ja auch bei den alten Mysterien.
[ 27 ] Es ist für die Gegenwart dieses Erkennen der einerseits ganz andersartigen Einweihung der alten Zeiten gegenüber unserem Einweihungsprinzip in einem gewissen Sinne lehrreich und auch notwendig. Es ist ja einmal so, daß es durchaus schon Menschen in der Gegenwart gibt, die nur noch nicht den Mut haben, zur anthroposophischen Bewegung heranzukommen, die aber eine tiefe Sehnsucht haben nach demjenigen, was zuletzt doch nur die anthroposophische Bewegung geben kann, nach dem Verwandeln der Seele, um erst nach der Verwandlung zu den maßgebenden Erkenntnissen zu kommen. Natürlich lehnt der größte Teil der heutigen Menschheit dieses Verwandeln der Seele ab und glaubt, man könne zu dem, was der Mensch überhaupt an Wissen erlangen kann, durch die gewöhnliche Seelenverfassung kommen, die man durch die gewöhnliche Erziehung und durch das gewöhnliche Leben erlangt. So sagte mir während meiner letzten Reise ein Mann, der sich viel bemüht, aus den philosophischen Möglichkeiten der Gegenwart heraus, aber ohne Anthroposophie, zu einer Art Erkenntnis zu kommen: Ja, es wäre doch an der Anthroposophie vor allen Dingen interessant und wäre wichtig darzutun, wie diese höheren Erkenntnisse erlangt werden, denn überall — dieses «überall» ist natürlich sehr relativ zu nehmen — träte in den heutigen Weltanschauungen die Erkenntnis auf, daß es nicht allein vom Intellekt, sondern vom Willen abhänge, ob der Mensch wirkliche Erkenntnisse erlangen könne oder nicht. Und um die Umarbeitung des Willens handelte es sich ja auch bei den alten Mysterien.
[ 28 ] Wenn Sie nun nachsehen, was ich beschrieben habe von den alten Mysterien in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», dann werden Sie sehen, daß der durchgreifende, der radikale Unterschied dieses alten Erkenntnisstrebens gegenüber dem heutigen darin besteht, daß beim alten Erkenntnisstreben durchaus Vorbereitungen des Willens notwendig waren. Der Wille mußte eine andere Richtung einnehmen als er sie im gewöhnlichen Leben hatte. Der Wille mußte gereinigt, geläutert werden, er mußte gewissermaßen sich umwandeln und auf eine höhere Stufe kommen. Der Mensch mußte sein weltliches Wollen, das unter der Herrschaft des Fürsten dieser Welt steht, in eine andere Richtung bringen. Er mußte also erst durch eine Willenskultur hinkommen an denjenigen Ort, wo man dann Erkenntnisse gewinnen kann, während der heutige Mensch glaubt, man könne da stehenbleiben, wo man eben durch die gewöhnliche Erziehung steht. Und das intellektuelle Leben ist ja nur vorhanden durch die gewöhnliche Konfiguration des Gehirnes. Wird diese verweicht, wie ich es angedeutet habe, dann tritt vor allen Dingen im Gehirn die starke Möglichkeit auf, die Gedanken zu wollen, überall die Gedanken zu wollen. Und wiederum wird das Wollen bewußt, indem der Leib erstarrt; das heißt, es treten im Wollen selber Gedanken auf. Das tritt auch heute auf, wenn auf den Wegen, wie sie von mir geschildert worden sind, eben Erkenntnisse höherer Welten möglich geworden sind.
[ 28 ] Wenn Sie nun nachsehen, was ich beschrieben habe von den alten Mysterien in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», dann werden Sie sehen, daß der durchgreifende, der radikale Unterschied dieses alten Erkenntnisstrebens gegenüber dem heutigen darin besteht, daß beim alten Erkenntnisstreben durchaus Vorbereitungen des Willens notwendig waren. Der Wille mußte eine andere Richtung einnehmen als er sie im gewöhnlichen Leben hatte. Der Wille mußte gereinigt, geläutert werden, er mußte gewissermaßen sich umwandeln und auf eine höhere Stufe kommen. Der Mensch mußte sein weltliches Wollen, das unter der Herrschaft des Fürsten dieser Welt steht, in eine andere Richtung bringen. Er mußte also erst durch eine Willenskultur hinkommen an denjenigen Ort, wo man dann Erkenntnisse gewinnen kann, während der heutige Mensch glaubt, man könne da stehenbleiben, wo man eben durch die gewöhnliche Erziehung steht. Und das intellektuelle Leben ist ja nur vorhanden durch die gewöhnliche Konfiguration des Gehirnes. Wird diese verweicht, wie ich es angedeutet habe, dann tritt vor allen Dingen im Gehirn die starke Möglichkeit auf, die Gedanken zu wollen, überall die Gedanken zu wollen. Und wiederum wird das Wollen bewußt, indem der Leib erstarrt; das heißt, es treten im Wollen selber Gedanken auf. Das tritt auch heute auf, wenn auf den Wegen, wie sie von mir geschildert worden sind, eben Erkenntnisse höherer Welten möglich geworden sind.
[ 29 ] Das ist ein sehr bedeutsames Zeichen, daß es heute schon wiederum Menschen gibt, die davon durchdrungen sind, man reiche mit dem bloßen Intellektualismus nicht aus, es brauche eine Willenskultur, um zu den den Menschen möglichen Erkenntnissen zu kommen. Und so sieht man, wenn man auf die im Großen einem entgegentretenden Erscheinungen blickt, daß eben zahlreiche Menschen herankommen, um von geistigen Dingen zu hören. Auch aus den Dingen, die einem, ich möchte sagen in den Zwischenzeiten vor das Seelenauge treten, sieht man, daß es Menschen gibt, die nun wiederum glauben, daß eine Willenskultur notwendig ist, um zur Erkenntnis zu kommen. Alles das zeigt aber, daß heute ein starkes Bedürfnis nach geistigem Leben vorhanden ist. Die Menschen glauben freilich, weil sie nicht den Mut haben, zur Anthroposophie heranzukommen, weil sie die Anthroposophie für etwas Absonderliches halten, auf allerlei andern Wegen das erreichen zu können, was sie eigentlich erstreben. Es wird sich aber die Welt überzeugen müssen, daß es eben nur auf anthroposophischem Wege erreicht werden kann. Das heißt, mißverstehen Sie mich nicht: Was bis heute schon als Anthroposophie hervorgetreten ist, will ich durchaus nicht als ein allgemein Gültiges, als ein Selbstverständliches ansehen. Nur die Richtung, in der sich diese Anthroposophie bewegt, die möchte ich als das Bedeutsame hinstellen und als dasjenige, was eben zur Befriedigung der stark vorhandenen Sehnsuchten in der Gegenwart führen kann, Sehnsuchten, ohne deren Befriedigung einfach die Zivilisation der Menschheitsentwickelung nicht weitergehen kann.
[ 29 ] Das ist ein sehr bedeutsames Zeichen, daß es heute schon wiederum Menschen gibt, die davon durchdrungen sind, man reiche mit dem bloßen Intellektualismus nicht aus, es brauche eine Willenskultur, um zu den den Menschen möglichen Erkenntnissen zu kommen. Und so sieht man, wenn man auf die im Großen einem entgegentretenden Erscheinungen blickt, daß eben zahlreiche Menschen herankommen, um von geistigen Dingen zu hören. Auch aus den Dingen, die einem, ich möchte sagen in den Zwischenzeiten vor das Seelenauge treten, sieht man, daß es Menschen gibt, die nun wiederum glauben, daß eine Willenskultur notwendig ist, um zur Erkenntnis zu kommen. Alles das zeigt aber, daß heute ein starkes Bedürfnis nach geistigem Leben vorhanden ist. Die Menschen glauben freilich, weil sie nicht den Mut haben, zur Anthroposophie heranzukommen, weil sie die Anthroposophie für etwas Absonderliches halten, auf allerlei andern Wegen das erreichen zu können, was sie eigentlich erstreben. Es wird sich aber die Welt überzeugen müssen, daß es eben nur auf anthroposophischem Wege erreicht werden kann. Das heißt, mißverstehen Sie mich nicht: Was bis heute schon als Anthroposophie hervorgetreten ist, will ich durchaus nicht als ein allgemein Gültiges, als ein Selbstverständliches ansehen. Nur die Richtung, in der sich diese Anthroposophie bewegt, die möchte ich als das Bedeutsame hinstellen und als dasjenige, was eben zur Befriedigung der stark vorhandenen Sehnsuchten in der Gegenwart führen kann, Sehnsuchten, ohne deren Befriedigung einfach die Zivilisation der Menschheitsentwickelung nicht weitergehen kann.
