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The Mystery of the Sun
and
The Mystery of Death and Resurrection
Exoteric and Esoteric Christianity
GA 211

2 April 1922, Dornach

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7. Exoterisches und Esoterisches Christentum

7. Exoterisches und Esoterisches Christentum

[ 1 ] Die Entwickelung der Menschheit ist aufbewahrt in denjenigen Urkunden, die als religiöse Urkunden oder auch als sonstige Weltanschauungsurkunden erhalten sind. Man muß aber immer wieder betonen, daß zu diesen Urkunden, welche durch die Zeiten hindurch zu der ganzen Menschheit sprechen, und die durchaus in ihrem äußeren Wirken ihre tiefe Berechtigung haben, hinzukommen diejenigen, die wir esoterische Urkunden nennen können.

[ 1 ] Die Entwickelung der Menschheit ist aufbewahrt in denjenigen Urkunden, die als religiöse Urkunden oder auch als sonstige Weltanschauungsurkunden erhalten sind. Man muß aber immer wieder betonen, daß zu diesen Urkunden, welche durch die Zeiten hindurch zu der ganzen Menschheit sprechen, und die durchaus in ihrem äußeren Wirken ihre tiefe Berechtigung haben, hinzukommen diejenigen, die wir esoterische Urkunden nennen können.

[ 2 ] Da, wo man in einem tieferen Sinne von Menschenerkenntnis und menschlicher Weltanschauung gesprochen hat, hat man ja immer unterschieden zwischen einer exoterischen Lehre, durch die man die Dinge mehr äußerlich erkennt, und einer esoterischen Lehre, die erst derjenige durchdringen kann, der sich in seinem eigenen Gemüte die entsprechende Vorbereitung dazu angeeignet hat. Und so muß auch für das Christentum selbst, namentlich für den geistigen Mittelpunkt desselben, für das Mysterium von Golgatha, unterschieden werden zwischen der exoterischen Anschauung und den esoterischen Erkenntnissen. Die exoterische Anschauung ist ja in den Evangelien für alle Welt enthalten. Neben dieser exoterischen Anschauung hat es immer ein esoterisches Christentum für diejenigen gegeben, die sich in entsprechender Weise in ihrem Gemüte für das Empfangen eines solchen esoterischen Christentums vorbereiten wollten.

[ 2 ] Da, wo man in einem tieferen Sinne von Menschenerkenntnis und menschlicher Weltanschauung gesprochen hat, hat man ja immer unterschieden zwischen einer exoterischen Lehre, durch die man die Dinge mehr äußerlich erkennt, und einer esoterischen Lehre, die erst derjenige durchdringen kann, der sich in seinem eigenen Gemüte die entsprechende Vorbereitung dazu angeeignet hat. Und so muß auch für das Christentum selbst, namentlich für den geistigen Mittelpunkt desselben, für das Mysterium von Golgatha, unterschieden werden zwischen der exoterischen Anschauung und den esoterischen Erkenntnissen. Die exoterische Anschauung ist ja in den Evangelien für alle Welt enthalten. Neben dieser exoterischen Anschauung hat es immer ein esoterisches Christentum für diejenigen gegeben, die sich in entsprechender Weise in ihrem Gemüte für das Empfangen eines solchen esoterischen Christentums vorbereiten wollten.

[ 3 ] Das Wichtigste nun in diesem esoterischen Christentum ist das, was gewußt werden kann über den Umgang des auferstandenen Christus, des Christus also, der durch den Tod hindurchgegangen ist, mit denjenigen seiner Schüler, die ihn eben verstehen konnten. Sie wissen ja, daß über den Verkehr des Christus mit seiner Jüngerschar in den Evangelien eigentlich nur andeutend und vorübergehend gesprochen wird. Das, was über diesen Verkehr des auferstandenen Christus mit seinen Jüngern in den Evangelien mitgeteilt wird, gibt zwar den Menschen eine Ahnung, daß der Erdenentwickelung etwas ganz Besonderes einverleibt worden ist durch den auferstandenen Christus, allein es bleibt doch eben, wenn nicht zum Esoterischen vorgeschritten wird, bei bloßen Ahnungen.

[ 3 ] Das Wichtigste nun in diesem esoterischen Christentum ist das, was gewußt werden kann über den Umgang des auferstandenen Christus, des Christus also, der durch den Tod hindurchgegangen ist, mit denjenigen seiner Schüler, die ihn eben verstehen konnten. Sie wissen ja, daß über den Verkehr des Christus mit seiner Jüngerschar in den Evangelien eigentlich nur andeutend und vorübergehend gesprochen wird. Das, was über diesen Verkehr des auferstandenen Christus mit seinen Jüngern in den Evangelien mitgeteilt wird, gibt zwar den Menschen eine Ahnung, daß der Erdenentwickelung etwas ganz Besonderes einverleibt worden ist durch den auferstandenen Christus, allein es bleibt doch eben, wenn nicht zum Esoterischen vorgeschritten wird, bei bloßen Ahnungen.

[ 4 ] Diese Ahnungen finden allerdings eine wichtige Ergänzung, wenn wir hinzufügen das Bekenntnis des Paulus. Dieses Bekenntnis des Paulus erscheint von ganz besonderer Wichtigkeit, denn Paulus spricht seine Überzeugung dahin aus, daß er an den Christus erst glauben konnte von demjenigen Augenblicke an, wo ihm der Christus durch das Ereignis von Damaskus erschienen war, wo er also die Anschauung gewinnen konnte davon, daß der Christus durch den Tod hindurchgegangen ist und nach dem Tode in Verbindung mit der Erdenentwickelung noch lebt. Die Anschauung von dem lebendigen Christus hat Paulus durch das Ereignis von Damaskus bekommen, und man muß nur einmal in Erwägung ziehen, was das gerade aus dem Munde des Paulus bedeutet.

[ 4 ] Diese Ahnungen finden allerdings eine wichtige Ergänzung, wenn wir hinzufügen das Bekenntnis des Paulus. Dieses Bekenntnis des Paulus erscheint von ganz besonderer Wichtigkeit, denn Paulus spricht seine Überzeugung dahin aus, daß er an den Christus erst glauben konnte von demjenigen Augenblicke an, wo ihm der Christus durch das Ereignis von Damaskus erschienen war, wo er also die Anschauung gewinnen konnte davon, daß der Christus durch den Tod hindurchgegangen ist und nach dem Tode in Verbindung mit der Erdenentwickelung noch lebt. Die Anschauung von dem lebendigen Christus hat Paulus durch das Ereignis von Damaskus bekommen, und man muß nur einmal in Erwägung ziehen, was das gerade aus dem Munde des Paulus bedeutet.

[ 5 ] Warum konnte denn Paulus vorher, bevor er durch das Ereignis von Damaskus gegangen war, eine Überzeugung von der Wahrheit des Christus-Wesens nicht erlangen?

[ 5 ] Warum konnte denn Paulus vorher, bevor er durch das Ereignis von Damaskus gegangen war, eine Überzeugung von der Wahrheit des Christus-Wesens nicht erlangen?

[ 6 ] Man muß sich klarmachen, was es für Paulus, den in einer gewissen Weise in die hebräischen Lehren Eingeweihten, bedeutet hat, daß nach menschlichem Urteil dasjenige Wesen, das als der Christus Jesus da war, verurteilt worden ist zu schmachvollem Kreuzestod. Das konnte sich Paulus zunächst nicht denken, daß irgendwie die alten Weissagungen einem Wesen gegenüber in Erfüllung hätten gegangen sein können, das von Menschen nach Rechts wegen hat verurteilt werden können zum schmachvollen Kreuzestode. Das konnte sich Paulus zunächst nicht denken. Es war gewissermaßen für Paulus bis zum Ereignis von Damaskus ein vollgültiger Beweis, daß der Jesus von Nazareth nicht der Messias hat sein können, weil er hat den schmachvollen Kreuzestod erleiden müssen. Und erst als Paulus erlebt hatte die Erscheinung von Damaskus, trotzdem der Jesus von Nazareth, beziehungsweise das Wesen, das in dem Jesus von Nazareth verkörpert war, durch den schmachvollen Kreuzestod hindurchgegangen war, erst nachdem Paulus diese Gewißheit aus dem Ereignis, aus der Erscheinung von Damaskus hatte gewinnen können, kam er zu der Überzeugung von der Wahrheit des Mysteriums von Golgatha. Das bedeutet also gerade, indem Paulus es als seine Überzeugung offenbart, etwas außerordentlich Großes.

[ 6 ] Man muß sich klarmachen, was es für Paulus, den in einer gewissen Weise in die hebräischen Lehren Eingeweihten, bedeutet hat, daß nach menschlichem Urteil dasjenige Wesen, das als der Christus Jesus da war, verurteilt worden ist zu schmachvollem Kreuzestod. Das konnte sich Paulus zunächst nicht denken, daß irgendwie die alten Weissagungen einem Wesen gegenüber in Erfüllung hätten gegangen sein können, das von Menschen nach Rechts wegen hat verurteilt werden können zum schmachvollen Kreuzestode. Das konnte sich Paulus zunächst nicht denken. Es war gewissermaßen für Paulus bis zum Ereignis von Damaskus ein vollgültiger Beweis, daß der Jesus von Nazareth nicht der Messias hat sein können, weil er hat den schmachvollen Kreuzestod erleiden müssen. Und erst als Paulus erlebt hatte die Erscheinung von Damaskus, trotzdem der Jesus von Nazareth, beziehungsweise das Wesen, das in dem Jesus von Nazareth verkörpert war, durch den schmachvollen Kreuzestod hindurchgegangen war, erst nachdem Paulus diese Gewißheit aus dem Ereignis, aus der Erscheinung von Damaskus hatte gewinnen können, kam er zu der Überzeugung von der Wahrheit des Mysteriums von Golgatha. Das bedeutet also gerade, indem Paulus es als seine Überzeugung offenbart, etwas außerordentlich Großes.

[ 7 ] Nun, die Überlieferungen, die in den ersten christlichen Jahrhunderten noch vorhanden waren, sind heute nicht mehr vorhanden. Sie sind höchstens noch als äußere historische Notizen in einzelnen Geheimgesellschaften, die sie aber nicht verstehen, vorhanden. Das, was über die spärlichen Mitteilungen über den Christus nach dem Mysterium von Golgatha hinausgeht, das muß heute durch anthroposophische Geisteswissenschaft wieder gefunden werden. Man muß gewissermaßen wieder finden: Was sprach denn der auferstandene Christus? Was sprach er zu denjenigen Jüngern, die vorhanden waren, die nicht in den Evangelien verzeichnet sind? — Denn, was in den Evangelien verzeichnet wird von den Jüngern, die etwa auf dem Gange nach Emmaus den Christus Jesus trafen, oder was sonst verzeichnet wird von der Apostelschar, das ist ja immer getaucht in eine solche Tradition, daß man es zu tun hat mit möglichst einfachen Gemütern, die nicht bis zu dem Esoterischen vordringen konnten. Man muß also über das hinausgehend fragen: Was sprach denn der Christus nach seiner Auferstehung zu seinen wirklich eingeweihten Schülern?

[ 7 ] Nun, die Überlieferungen, die in den ersten christlichen Jahrhunderten noch vorhanden waren, sind heute nicht mehr vorhanden. Sie sind höchstens noch als äußere historische Notizen in einzelnen Geheimgesellschaften, die sie aber nicht verstehen, vorhanden. Das, was über die spärlichen Mitteilungen über den Christus nach dem Mysterium von Golgatha hinausgeht, das muß heute durch anthroposophische Geisteswissenschaft wieder gefunden werden. Man muß gewissermaßen wieder finden: Was sprach denn der auferstandene Christus? Was sprach er zu denjenigen Jüngern, die vorhanden waren, die nicht in den Evangelien verzeichnet sind? — Denn, was in den Evangelien verzeichnet wird von den Jüngern, die etwa auf dem Gange nach Emmaus den Christus Jesus trafen, oder was sonst verzeichnet wird von der Apostelschar, das ist ja immer getaucht in eine solche Tradition, daß man es zu tun hat mit möglichst einfachen Gemütern, die nicht bis zu dem Esoterischen vordringen konnten. Man muß also über das hinausgehend fragen: Was sprach denn der Christus nach seiner Auferstehung zu seinen wirklich eingeweihten Schülern?

[ 8 ] Wenn man das verstehen will, muß man ausgehen davon, wie in bezug auf das eigentliche Geheimnis von Golgatha die Menschen in alten Zeiten in ihrer ganzen Seelenverfassung gestimmt sein konnten, und wie sie durch dieses Ereignis von Golgatha dann gestimmt werden konnten.

[ 8 ] Wenn man das verstehen will, muß man ausgehen davon, wie in bezug auf das eigentliche Geheimnis von Golgatha die Menschen in alten Zeiten in ihrer ganzen Seelenverfassung gestimmt sein konnten, und wie sie durch dieses Ereignis von Golgatha dann gestimmt werden konnten.

[ 9 ] Es ist für den heutigen Menschen schon außerordentlich schwer verständlich, wenn man eine wichtige Wahrheit für die ältesten Zeiten der irdischen Menschheitsentwickelung ausspricht, die Wahrheit, daß zunächst die ersten Menschen, die auf der Erde gewandelt haben, nicht ein solches Wissen gehabt haben, wie das ist, was wir eben heute Wissen nennen.

[ 9 ] Es ist für den heutigen Menschen schon außerordentlich schwer verständlich, wenn man eine wichtige Wahrheit für die ältesten Zeiten der irdischen Menschheitsentwickelung ausspricht, die Wahrheit, daß zunächst die ersten Menschen, die auf der Erde gewandelt haben, nicht ein solches Wissen gehabt haben, wie das ist, was wir eben heute Wissen nennen.

[ 10 ] Durch ihre atavistischen Hellseherfähigkeiten waren diese ersten auf der Erde wandelnden Menschen in der Lage, Götterweisheit zu empfangen. Das heißt doch nichts Geringeres als: sie konnten belehrt werden durch die Götterwesen, die aus dem Reiche der höheren Hierarchien auf die Erde herunterstiegen, selbstverständlich auf spirituelle Art, auf geistige Art herunterstiegen, und dann auch auf geistige Art die Seelen lehrten.

[ 10 ] Durch ihre atavistischen Hellseherfähigkeiten waren diese ersten auf der Erde wandelnden Menschen in der Lage, Götterweisheit zu empfangen. Das heißt doch nichts Geringeres als: sie konnten belehrt werden durch die Götterwesen, die aus dem Reiche der höheren Hierarchien auf die Erde herunterstiegen, selbstverständlich auf spirituelle Art, auf geistige Art herunterstiegen, und dann auch auf geistige Art die Seelen lehrten.

[ 11 ] Solches Belehrtwerden durch die göttlichen Wesen selbst, die herunterstiegen von den geistigen Welten auf die Erde, kannte man durchaus in den alten Zeiten der irdischen Menschenentwickelungen. Es war ein Zustand der Entrücktheit, in dem sich die Menschen, zumeist solche, die durch die Mysterieneinweihung hindurchgegangen waren, versetzen konnten, wo sie also zum großen Teil außerhalb ihres Leibes mit ihrer Seele waren, so daß sie nicht angewiesen waren auf äußere Sinneswahrnehmungen, nicht angewiesen waren etwa auf ein äußeres Gespräch, das mit dem Munde hätte geführt werden müssen, sondern wo sie in der Lage waren, auf geistige Art Göttermitteilungen zu empfangen. Sie empfingen nicht in dem, was wir heute Traum nennen, sondern in einem lebendigen Verkehr auf geistige Art mit den göttlich-geistigen Wesenheiten das, was diese ansahen als ihre eigentliche Weisheit.

[ 11 ] Solches Belehrtwerden durch die göttlichen Wesen selbst, die herunterstiegen von den geistigen Welten auf die Erde, kannte man durchaus in den alten Zeiten der irdischen Menschenentwickelungen. Es war ein Zustand der Entrücktheit, in dem sich die Menschen, zumeist solche, die durch die Mysterieneinweihung hindurchgegangen waren, versetzen konnten, wo sie also zum großen Teil außerhalb ihres Leibes mit ihrer Seele waren, so daß sie nicht angewiesen waren auf äußere Sinneswahrnehmungen, nicht angewiesen waren etwa auf ein äußeres Gespräch, das mit dem Munde hätte geführt werden müssen, sondern wo sie in der Lage waren, auf geistige Art Göttermitteilungen zu empfangen. Sie empfingen nicht in dem, was wir heute Traum nennen, sondern in einem lebendigen Verkehr auf geistige Art mit den göttlich-geistigen Wesenheiten das, was diese ansahen als ihre eigentliche Weisheit.

[ 12 ] Diese Weisheit erstreckte sich zunächst auf Mitteilungen, welche die Götter dem Menschen machten über den Aufenthalt der menschlichen Seelen in der göttlich-geistigen Welt vor dem Heruntersteigen in den irdischen Leib. Das, was die Seelen erlebten, bevor sie durch die Empfängnis heruntergestiegen waren in einen irdischen Leib, lehrten die Götter die Menschen in dem Zustande, den ich geschildert habe. Die Menschen hatten dabei das Gefühl, daß sie eigentlich nur an etwas erinnert wurden. Sie meinten, indem die Götter ihnen diese Mitteilungen machten, sie würden erinnert an das, was sie eben vor der Geburt, beziehungsweise vor der Empfängnis in der geistig-seelischen Welt erlebt haben. Es klingt noch bei Plato durch, daß so etwas in älteren Zeiten durchaus der Fall war. So daß wir zurückschauen können heute auf eine göttlich-geistige Weisheit, welche die Menschen hier auf der Erde empfingen in den charakterisierten Zuständen, man darf eben durchaus nicht im uneigentlichen Sinne, sondern im ganz eigentlichen Sinne sagen: von den Göttern selbst.

[ 12 ] Diese Weisheit erstreckte sich zunächst auf Mitteilungen, welche die Götter dem Menschen machten über den Aufenthalt der menschlichen Seelen in der göttlich-geistigen Welt vor dem Heruntersteigen in den irdischen Leib. Das, was die Seelen erlebten, bevor sie durch die Empfängnis heruntergestiegen waren in einen irdischen Leib, lehrten die Götter die Menschen in dem Zustande, den ich geschildert habe. Die Menschen hatten dabei das Gefühl, daß sie eigentlich nur an etwas erinnert wurden. Sie meinten, indem die Götter ihnen diese Mitteilungen machten, sie würden erinnert an das, was sie eben vor der Geburt, beziehungsweise vor der Empfängnis in der geistig-seelischen Welt erlebt haben. Es klingt noch bei Plato durch, daß so etwas in älteren Zeiten durchaus der Fall war. So daß wir zurückschauen können heute auf eine göttlich-geistige Weisheit, welche die Menschen hier auf der Erde empfingen in den charakterisierten Zuständen, man darf eben durchaus nicht im uneigentlichen Sinne, sondern im ganz eigentlichen Sinne sagen: von den Göttern selbst.

[ 13 ] Diese Weisheit war von ganz besonderer Art. Sie war nämlich so, daß die Menschen auf der Erde nichts wußten, so sonderbar das dem heutigen Menschen klingt, von dem Tode. Wie gesagt, es wird Ihnen heute sonderbar klingen, und dennoch ist es so, daß die ältesten Erdenbewohner nichts wußten von dem Tode; denn das Kind weiß nichts von dem Tode. Die Menschen, die in dieser Weise unterrichtet wurden, wie ich es angedeutet habe, und die diesen Unterricht wiederum auf die anderen Menschen, die auch noch atavistisches Hellsehen hatten, ausdehnten, diese Menschen bekamen sogleich ein Bewußtsein, daß ihr Seelisches heruntergestiegen ist aus göttlich-geistigen Welten, in einen Körper hineingekommen ist, wiederum aus dem Körper hinausgehen wird, und sie sahen auf diesen Fortschritt des seelisch-geistigen Lebens. Die Geburt und der Tod kamen ihnen als eine Verwandlung vor, nicht als irgend etwas, was Anfang und Ende von etwas ist.

[ 13 ] Diese Weisheit war von ganz besonderer Art. Sie war nämlich so, daß die Menschen auf der Erde nichts wußten, so sonderbar das dem heutigen Menschen klingt, von dem Tode. Wie gesagt, es wird Ihnen heute sonderbar klingen, und dennoch ist es so, daß die ältesten Erdenbewohner nichts wußten von dem Tode; denn das Kind weiß nichts von dem Tode. Die Menschen, die in dieser Weise unterrichtet wurden, wie ich es angedeutet habe, und die diesen Unterricht wiederum auf die anderen Menschen, die auch noch atavistisches Hellsehen hatten, ausdehnten, diese Menschen bekamen sogleich ein Bewußtsein, daß ihr Seelisches heruntergestiegen ist aus göttlich-geistigen Welten, in einen Körper hineingekommen ist, wiederum aus dem Körper hinausgehen wird, und sie sahen auf diesen Fortschritt des seelisch-geistigen Lebens. Die Geburt und der Tod kamen ihnen als eine Verwandlung vor, nicht als irgend etwas, was Anfang und Ende von etwas ist.

[ 14 ] Wenn man schematisch zeichnen wollte, so möchte man sagen: Man sah die menschliche Seele, wie sie sich fortentwickeln kann, und das irdische Leben empfand man als einen Einschnitt.

[ 14 ] Wenn man schematisch zeichnen wollte, so möchte man sagen: Man sah die menschliche Seele, wie sie sich fortentwickeln kann, und das irdische Leben empfand man als einen Einschnitt.

[ 15 ] Aber man sah nicht den Punkt a und den Punkt b als Anfang und Ende, sondern man sah das fortströmende geistig-seelische Leben. Man sah zwar auch, daß die Menschen starben. Sie werden mir nicht zumuten, daß ich gerade diese ältesten Menschen mit Tieren vergleiche, denn diese ältesten Menschen hatten, trotzdem sie in bezug auf ihr Außeres den Tieren nahestanden, gerade ein höheres Geistig-Seelisches inne. Ich habe das einmal hier ausgeführt. Aber so wenig heute ein Tier von dem Tode etwas versteht, wenn es ein anderes totes Tier sieht, ebensowenig verstanden diese Menschen, die nur den Begriff bekamen von dem fortströmenden Geistig-Seelischen, etwas von dem Tode. Der Tod war das, was zur Maja, zu der großen Täuschung gehörte. Er machte keinen besonderen Eindruck auf die Menschen. Sie kannten nur das Leben. Sie kannten, trotzdem sie den Tod sahen, den Tod nicht. Sie waren mit ihrem geistig-seelischen Leben eben nicht in den Tod verstrickt. Sie sahen das menschliche Leben nur von innen an. Wenn sie nach der Geburt hinschauten, so dehnte sich dieses menschliche Leben über die Geburt hinaus in das Geistige hinein. Wenn sie nach dem Tode hinschauten, so dehnte sich das geistig-seelische Leben wiederum über den Tod in das Geistige hinein. Geburt und Tod waren von keiner Bedeutung für das Leben. Man kannte nur das Leben, man kannte nicht den Tod.

[ 15 ] Aber man sah nicht den Punkt a und den Punkt b als Anfang und Ende, sondern man sah das fortströmende geistig-seelische Leben. Man sah zwar auch, daß die Menschen starben. Sie werden mir nicht zumuten, daß ich gerade diese ältesten Menschen mit Tieren vergleiche, denn diese ältesten Menschen hatten, trotzdem sie in bezug auf ihr Außeres den Tieren nahestanden, gerade ein höheres Geistig-Seelisches inne. Ich habe das einmal hier ausgeführt. Aber so wenig heute ein Tier von dem Tode etwas versteht, wenn es ein anderes totes Tier sieht, ebensowenig verstanden diese Menschen, die nur den Begriff bekamen von dem fortströmenden Geistig-Seelischen, etwas von dem Tode. Der Tod war das, was zur Maja, zu der großen Täuschung gehörte. Er machte keinen besonderen Eindruck auf die Menschen. Sie kannten nur das Leben. Sie kannten, trotzdem sie den Tod sahen, den Tod nicht. Sie waren mit ihrem geistig-seelischen Leben eben nicht in den Tod verstrickt. Sie sahen das menschliche Leben nur von innen an. Wenn sie nach der Geburt hinschauten, so dehnte sich dieses menschliche Leben über die Geburt hinaus in das Geistige hinein. Wenn sie nach dem Tode hinschauten, so dehnte sich das geistig-seelische Leben wiederum über den Tod in das Geistige hinein. Geburt und Tod waren von keiner Bedeutung für das Leben. Man kannte nur das Leben, man kannte nicht den Tod.

[ 16 ] Aus diesem Zustande kamen die Menschen allmählich heraus. Und wenn man die Menschheitsentwickelung in ihrem Fortschreiten von den ältesten Zeiten bis gegen das Mysterium von Golgatha verfolgt, so kann man sagen: Die Menschen lernten immer mehr und mehr den Tod als etwas, was einen Eindruck auf sie machte, kennen. Ihre Seele verstrickte sich mit dem Tode, und es wurde eine Gefühlsfrage: Was wird denn nur mit der Seele, wenn der Mensch durch den Tod geht?

[ 16 ] Aus diesem Zustande kamen die Menschen allmählich heraus. Und wenn man die Menschheitsentwickelung in ihrem Fortschreiten von den ältesten Zeiten bis gegen das Mysterium von Golgatha verfolgt, so kann man sagen: Die Menschen lernten immer mehr und mehr den Tod als etwas, was einen Eindruck auf sie machte, kennen. Ihre Seele verstrickte sich mit dem Tode, und es wurde eine Gefühlsfrage: Was wird denn nur mit der Seele, wenn der Mensch durch den Tod geht?

[ 17 ] So standen die Menschen in den ältesten Zeiten überhaupt nicht vor der Frage nach dem Tode als einem Ende. Sie haben höchstens nach der besonderen Art der Verwandlung gefragt. Sie haben gefragt, ob es der Hauch ist, der aus dem Menschen hinausgeht und fortströmt, und damit die Seele in die Ewigkeit hinübergeht, oder sie haben sich eine andere Vorstellung gemacht, wie da das geistig-seelische Leben fortströmt. Über die Art dieses Fortströmens haben sie nachgedacht, aber über den Tod als ein Ende haben die Menschen nicht nachgedacht.

[ 17 ] So standen die Menschen in den ältesten Zeiten überhaupt nicht vor der Frage nach dem Tode als einem Ende. Sie haben höchstens nach der besonderen Art der Verwandlung gefragt. Sie haben gefragt, ob es der Hauch ist, der aus dem Menschen hinausgeht und fortströmt, und damit die Seele in die Ewigkeit hinübergeht, oder sie haben sich eine andere Vorstellung gemacht, wie da das geistig-seelische Leben fortströmt. Über die Art dieses Fortströmens haben sie nachgedacht, aber über den Tod als ein Ende haben die Menschen nicht nachgedacht.

[ 18 ] Als das Mysterium von Golgatha herannahte, da fühlten eigentlich erst die Menschen, daß der Tod eine Bedeutung hat, daß das irdische Leben etwas ist, was ein Ende hat. Natürlich wurde das nicht eine philosophisch formulierte wissenschaftliche Frage, aber es legte sich auf die Seele als eine Empfindung. Zu dieser Empfindung mußten die Menschen im irdischen Leben kommen, denn in das irdische Leben mußte eindringen für die Menschheitsentwickelung der Verstand, der Intellekt. Der Intellekt ist aber abhängig davon, daß wir sterben können. Ich habe das öfter ausgeführt.

[ 18 ] Als das Mysterium von Golgatha herannahte, da fühlten eigentlich erst die Menschen, daß der Tod eine Bedeutung hat, daß das irdische Leben etwas ist, was ein Ende hat. Natürlich wurde das nicht eine philosophisch formulierte wissenschaftliche Frage, aber es legte sich auf die Seele als eine Empfindung. Zu dieser Empfindung mußten die Menschen im irdischen Leben kommen, denn in das irdische Leben mußte eindringen für die Menschheitsentwickelung der Verstand, der Intellekt. Der Intellekt ist aber abhängig davon, daß wir sterben können. Ich habe das öfter ausgeführt.

[ 19 ] Der Mensch mußte also in den Tod hinein verstrickt werden. Der Mensch mußte den Tod kennenlernen. Die alten Zeiten, in denen die Menschen den Tod nicht kannten, waren alle unintellektualistisch. Die Menschen bekamen die Vorstellungen durch Eingebungen aus der geistigen Welt, dachten sie nicht aus. Einen Intellekt gab es nicht. Aber der Intellekt mußte Platz greifen. Der Intellekt kann nur dadurch Platz greifen, daß — sprechen wir es auf geistig-seelische Art aus — der Mensch sterben kann, daß er fortwährend die Absterbekräfte in sich trägt. Auf physische Weise könnte man sagen: Der Tod kann nur dadurch eintreten, daß der Mensch nicht nur in seinem übrigen Leibe, sondern auch innerhalb seines Gehirns Salze ablagert, das heißt mineralisch-feste Bestandteile, tote Bestandteile ablagert. Das Gehirn enthält fortwährend die Tendenz nach Salzablagerungen, nach nicht zustande gekommenen Knochenbildungen. So daß das Gehirn fortwährend die Tendenz nach dem Tode hin enthält. Diese Einimpfung des Todes mußte über die Menschheit kommen. Und nur das, was hervorging aus dieser Notwendigkeit, daß der Tod wirklich eine Rolle spielte im menschlichen Leben, das war die äußere Bekanntschaft mit dem Tode. Wären die Menschen so geblieben, wie sie in alten Zeiten waren, daß sie eigentlich den Tod gar nicht gekannt haben, dann hätten sie niemals einen Intellekt entwickeln können, denn der Intellekt ist nur möglich in einer Welt, in welcher der Tod waltet.

[ 19 ] Der Mensch mußte also in den Tod hinein verstrickt werden. Der Mensch mußte den Tod kennenlernen. Die alten Zeiten, in denen die Menschen den Tod nicht kannten, waren alle unintellektualistisch. Die Menschen bekamen die Vorstellungen durch Eingebungen aus der geistigen Welt, dachten sie nicht aus. Einen Intellekt gab es nicht. Aber der Intellekt mußte Platz greifen. Der Intellekt kann nur dadurch Platz greifen, daß — sprechen wir es auf geistig-seelische Art aus — der Mensch sterben kann, daß er fortwährend die Absterbekräfte in sich trägt. Auf physische Weise könnte man sagen: Der Tod kann nur dadurch eintreten, daß der Mensch nicht nur in seinem übrigen Leibe, sondern auch innerhalb seines Gehirns Salze ablagert, das heißt mineralisch-feste Bestandteile, tote Bestandteile ablagert. Das Gehirn enthält fortwährend die Tendenz nach Salzablagerungen, nach nicht zustande gekommenen Knochenbildungen. So daß das Gehirn fortwährend die Tendenz nach dem Tode hin enthält. Diese Einimpfung des Todes mußte über die Menschheit kommen. Und nur das, was hervorging aus dieser Notwendigkeit, daß der Tod wirklich eine Rolle spielte im menschlichen Leben, das war die äußere Bekanntschaft mit dem Tode. Wären die Menschen so geblieben, wie sie in alten Zeiten waren, daß sie eigentlich den Tod gar nicht gekannt haben, dann hätten sie niemals einen Intellekt entwickeln können, denn der Intellekt ist nur möglich in einer Welt, in welcher der Tod waltet.

[ 20 ] So ist das anzusehen von seiten der Menschen. Man kann das aber auch ansehen von seiten der höheren Hierarchien. Da stellt es sich etwas anders dar.

[ 20 ] So ist das anzusehen von seiten der Menschen. Man kann das aber auch ansehen von seiten der höheren Hierarchien. Da stellt es sich etwas anders dar.

[ 21 ] Die höheren Hierarchien enthalten in ihrem Wesen die Kräfte, welche gebildet haben Saturn, Sonne, Mond und zuletzt die Erde. Wenn die höheren Hierarchien nun ihre Lehre gewissermaßen unter sich ausgesprochen hätten bis zum Mysterium von Golgatha hin, so würden sie gesagt haben: Wir können aus Saturn, Sonne und Mond heraus die Erde gestalten. Aber die Erde würde, wenn sie nur das in sich enthielte, was wir dem Saturn, der Sonne, dem Monde haben einverleiben können, niemals Wesen entwickeln können, welche vom Sterben etwas wissen, welche daher Intellekt in sich entwickeln können. Wir höheren Hierarchien sind imstande, aus dem Monde hervorgehen zu lassen eine Erde, in der die Menschen nichts vom Sterben wissen, in der sie aber auch nicht den Intellekt entwickeln können. Es ist uns höheren Hierarchien unmöglich, die Erde so zu gestalten, daß sie die Kräfte hergibt, damit Menschen zum Intellekt kommen. Da müssen wir uns einlassen auf ein ganz anderes Wesen, auf ein Wesen, das von anderen Wegen herkommt, als wir hergekommen sind, auf das ahrimanische Wesen. Ahriman ist ein Wesen, das nicht zu unserer Hierarchie gehört. Ahriman kommt auf anderem Wege in die Evolutionsströmung herein. Wir müssen uns mit diesem Ahriman einlassen. Wenn wir den Ahriman dulden innerhalb der Erdenentwickelung, wenn wir ihm einen Anteil gewähren, dann bringt er uns den Tod und damit den Intellekt, und wir können in die menschliche Wesenheit Tod und Intellekt aufnehmen. Ahriman kennt den Tod. Ahriman kennt ihn, weil er verquickt mit der Erde ist, weil er Wege gegangen ist, durch die er mit der Erdenentwickelung zusammenhängt. Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.

[ 21 ] Die höheren Hierarchien enthalten in ihrem Wesen die Kräfte, welche gebildet haben Saturn, Sonne, Mond und zuletzt die Erde. Wenn die höheren Hierarchien nun ihre Lehre gewissermaßen unter sich ausgesprochen hätten bis zum Mysterium von Golgatha hin, so würden sie gesagt haben: Wir können aus Saturn, Sonne und Mond heraus die Erde gestalten. Aber die Erde würde, wenn sie nur das in sich enthielte, was wir dem Saturn, der Sonne, dem Monde haben einverleiben können, niemals Wesen entwickeln können, welche vom Sterben etwas wissen, welche daher Intellekt in sich entwickeln können. Wir höheren Hierarchien sind imstande, aus dem Monde hervorgehen zu lassen eine Erde, in der die Menschen nichts vom Sterben wissen, in der sie aber auch nicht den Intellekt entwickeln können. Es ist uns höheren Hierarchien unmöglich, die Erde so zu gestalten, daß sie die Kräfte hergibt, damit Menschen zum Intellekt kommen. Da müssen wir uns einlassen auf ein ganz anderes Wesen, auf ein Wesen, das von anderen Wegen herkommt, als wir hergekommen sind, auf das ahrimanische Wesen. Ahriman ist ein Wesen, das nicht zu unserer Hierarchie gehört. Ahriman kommt auf anderem Wege in die Evolutionsströmung herein. Wir müssen uns mit diesem Ahriman einlassen. Wenn wir den Ahriman dulden innerhalb der Erdenentwickelung, wenn wir ihm einen Anteil gewähren, dann bringt er uns den Tod und damit den Intellekt, und wir können in die menschliche Wesenheit Tod und Intellekt aufnehmen. Ahriman kennt den Tod. Ahriman kennt ihn, weil er verquickt mit der Erde ist, weil er Wege gegangen ist, durch die er mit der Erdenentwickelung zusammenhängt. Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.

[ 22 ] Die Götter mußten sich — wenn man so sagen darf — einlassen mit Ahriman. Sie mußten sich sagen: Die Evolution kann ohne Ahriman nicht fortschreiten. Es handelt sich darum, daß Ahriman in die Evolution aufgenommen werden kann. Aber wenn Ahriman in die Evolution aufgenommen wird und er nun der Herr wird über den Tod und damit über den Intellekt, dann entfällt uns die Erde, dann nimmt Ahriman, der nur ein Interesse daran hat, die ganze Erde zu verintellektualisieren, die Erde für sich in Anspruch.

[ 22 ] Die Götter mußten sich — wenn man so sagen darf — einlassen mit Ahriman. Sie mußten sich sagen: Die Evolution kann ohne Ahriman nicht fortschreiten. Es handelt sich darum, daß Ahriman in die Evolution aufgenommen werden kann. Aber wenn Ahriman in die Evolution aufgenommen wird und er nun der Herr wird über den Tod und damit über den Intellekt, dann entfällt uns die Erde, dann nimmt Ahriman, der nur ein Interesse daran hat, die ganze Erde zu verintellektualisieren, die Erde für sich in Anspruch.

[ 23 ] Die Götter standen vor der großen Frage, die Herrschaft über die Erde an Ahriman in einem gewissen Sinne zu verlieren. Da ergab sich nur die eine Möglichkeit, daß die Götter selber etwas kennenlernten, was sie in ihren Götterwelten, die nicht von Ahriman durchdrungen waren, nicht haben kennenlernen können, daß die Götter durch einen ihrer Abgesandten, den Christus, den Tod auf der Erde selber kennenlernten. Es mußte ein Gott sterben auf der Erde, und er mußte so sterben, daß das nicht in der Götterweisheit, sondern in dem menschlichen Irrtum begründet ist, der Platz greifen würde, wenn Ahriman allein die Herrschaft hätte, Es mußte ein Gott durch den Tod gehen, und er mußte den Tod überwinden. So daß das Mysterium von Golgatha für die Götter bedeutete: die Bereicherung ihres Wissens durch die Weisheit vom Tode. Wäre kein Gott durch den Tod gegangen, so wäre die Erde ganz intellektualistisch geworden, ohne jemals in die Evolution hineinzukommen, die die Götter von vorneherein für sie bestimmt haben.

[ 23 ] Die Götter standen vor der großen Frage, die Herrschaft über die Erde an Ahriman in einem gewissen Sinne zu verlieren. Da ergab sich nur die eine Möglichkeit, daß die Götter selber etwas kennenlernten, was sie in ihren Götterwelten, die nicht von Ahriman durchdrungen waren, nicht haben kennenlernen können, daß die Götter durch einen ihrer Abgesandten, den Christus, den Tod auf der Erde selber kennenlernten. Es mußte ein Gott sterben auf der Erde, und er mußte so sterben, daß das nicht in der Götterweisheit, sondern in dem menschlichen Irrtum begründet ist, der Platz greifen würde, wenn Ahriman allein die Herrschaft hätte, Es mußte ein Gott durch den Tod gehen, und er mußte den Tod überwinden. So daß das Mysterium von Golgatha für die Götter bedeutete: die Bereicherung ihres Wissens durch die Weisheit vom Tode. Wäre kein Gott durch den Tod gegangen, so wäre die Erde ganz intellektualistisch geworden, ohne jemals in die Evolution hineinzukommen, die die Götter von vorneherein für sie bestimmt haben.

[ 24 ] Die Menschen haben den Tod nicht gekannt in alten Zeiten. Sie haben den Tod aber kennengelernt. Sie mußten vor der Empfindung stehen: Mit dem Tode, das heißt mit dem Intellekt, gehen wir in eine ganz andere Entwickelungsströmung hinein, als die ist, von der wir hergekommen sind. Nun lehrte der Christus seinen Eingeweihten, er sei aus einer Welt gekommen, in der man den Tod nicht kannte; er habe auf der Erde den Tod kennengelernt, er habe den Tod besiegt. Versteht man diesen Zusammenhang der irdischen Welt mit der göttlichen Welt, dann weiß man den Intellekt wiederum zurückzuführen zu der Spiritualität. So ungefähr könnte man aussprechen das, was der Inhalt jener esoterischen Lehren war, die der Christus seinen eingeweihten Schülern gegeben hat. Das, was er ihnen gegeben hat, war eben die Lehre von dem Tode, wie er sich von dem Schauplatze der Götterwelt ausnimmt.

[ 24 ] Die Menschen haben den Tod nicht gekannt in alten Zeiten. Sie haben den Tod aber kennengelernt. Sie mußten vor der Empfindung stehen: Mit dem Tode, das heißt mit dem Intellekt, gehen wir in eine ganz andere Entwickelungsströmung hinein, als die ist, von der wir hergekommen sind. Nun lehrte der Christus seinen Eingeweihten, er sei aus einer Welt gekommen, in der man den Tod nicht kannte; er habe auf der Erde den Tod kennengelernt, er habe den Tod besiegt. Versteht man diesen Zusammenhang der irdischen Welt mit der göttlichen Welt, dann weiß man den Intellekt wiederum zurückzuführen zu der Spiritualität. So ungefähr könnte man aussprechen das, was der Inhalt jener esoterischen Lehren war, die der Christus seinen eingeweihten Schülern gegeben hat. Das, was er ihnen gegeben hat, war eben die Lehre von dem Tode, wie er sich von dem Schauplatze der Götterwelt ausnimmt.

[ 25 ] Man muß, wenn man die ganze Tiefe dieser esoterischen Lehre einsehen will, sich klar sein darüber, daß es für den Menschen, der die ganze Menschheitsevolution versteht, eine Erkenntnis ist: Die Götter haben Ahriman besiegt, indem sie seine Kräfte für die Erde nutzbar gemacht haben, aber abgestumpft haben sie seine Macht, indem sie selber den Tod kennenlernten in der Wesenheit des Christus. Die Götter haben zwar den Ahriman eingefügt in die Erdenentwickelung, aber sie haben, indem sie ihn benutzt haben, ihn gezwungen, herunterzukommen in die Erdenentwickelung, nicht seine eigene Herrschaft bis zum Ende durchzuführen.

[ 25 ] Man muß, wenn man die ganze Tiefe dieser esoterischen Lehre einsehen will, sich klar sein darüber, daß es für den Menschen, der die ganze Menschheitsevolution versteht, eine Erkenntnis ist: Die Götter haben Ahriman besiegt, indem sie seine Kräfte für die Erde nutzbar gemacht haben, aber abgestumpft haben sie seine Macht, indem sie selber den Tod kennenlernten in der Wesenheit des Christus. Die Götter haben zwar den Ahriman eingefügt in die Erdenentwickelung, aber sie haben, indem sie ihn benutzt haben, ihn gezwungen, herunterzukommen in die Erdenentwickelung, nicht seine eigene Herrschaft bis zum Ende durchzuführen.

[ 26 ] Derjenige, der nun Ahriman kennenlernt seit dem Mysterium von Golgatha, und der ihn vorher kennt, der weiß, daß Ahriman gewartet hat auf den welthistorischen Augenblick, in dem er so eingreifen kann, daß diese Wirkung nicht nur, wie es schon seit der atlantischen Zeit war — das wissen Sie aus meiner «Geheimwissenschaft» —, auf das Unbewußte und Unterbewußte der Menschen ausgeübt wurde, sondern wie er eingreifen konnte auch in das Bewußtsein der Menschen. Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte.

[ 26 ] Derjenige, der nun Ahriman kennenlernt seit dem Mysterium von Golgatha, und der ihn vorher kennt, der weiß, daß Ahriman gewartet hat auf den welthistorischen Augenblick, in dem er so eingreifen kann, daß diese Wirkung nicht nur, wie es schon seit der atlantischen Zeit war — das wissen Sie aus meiner «Geheimwissenschaft» —, auf das Unbewußte und Unterbewußte der Menschen ausgeübt wurde, sondern wie er eingreifen konnte auch in das Bewußtsein der Menschen. Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte.

[ 27 ] Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zu bringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.

[ 27 ] Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zu bringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.

[ 28 ] Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer. Und man darf zum Beispiel sagen, daß in Ahrimans Gemüt — wenn man bei Ahriman von Gemüt sprechen darf, aber es ist ja vergleichsweise — besondere Freude herrschte — immer gebrauche ich menschliche Ausdrücke für das, wofür eigentlich andere ersonnen werden müßten —, daß in Ahrimans Gemüt besondere Freude herrschte in der Zeit von den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts bis gegen das Ende des neunzehnten Jahrhunderts, denn in der vorwiegenden Herrschaft des Materialismus konnte Ahriman wieder hoffen für seine Herrschaft über die Erde.

[ 28 ] Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer. Und man darf zum Beispiel sagen, daß in Ahrimans Gemüt — wenn man bei Ahriman von Gemüt sprechen darf, aber es ist ja vergleichsweise — besondere Freude herrschte — immer gebrauche ich menschliche Ausdrücke für das, wofür eigentlich andere ersonnen werden müßten —, daß in Ahrimans Gemüt besondere Freude herrschte in der Zeit von den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts bis gegen das Ende des neunzehnten Jahrhunderts, denn in der vorwiegenden Herrschaft des Materialismus konnte Ahriman wieder hoffen für seine Herrschaft über die Erde.

[ 29 ] Es ist doch sogar gelungen, daß in dieser Zeit die Theologie materialistisch geworden ist. Ich habe erwähnt, wie die Theologie unchristlich geworden ist, wie der Basler Theologe Overbeck ein Buch geschrieben hat, in dem er zu beweisen versuchte, daß die moderne Theologie gar nicht mehr christlich ist. Da konnte Ahriman wiederum hoffen.

[ 29 ] Es ist doch sogar gelungen, daß in dieser Zeit die Theologie materialistisch geworden ist. Ich habe erwähnt, wie die Theologie unchristlich geworden ist, wie der Basler Theologe Overbeck ein Buch geschrieben hat, in dem er zu beweisen versuchte, daß die moderne Theologie gar nicht mehr christlich ist. Da konnte Ahriman wiederum hoffen.

[ 30 ] Und eine Gegnerschaft gegen Ahriman ist eigentlich heute nur in solchen Lehren vorhanden, wie sie durch die Anthroposophie fließen. Wenn durch die Anthroposophie wiederum den Menschen klar wird die Selbständigkeit des geistig-seelischen Wesens, unabhängig von dem körperlichen Wesen, dann muß Ahriman zunächst seine Hoffnung aufgeben. Dieses Kämpfen des Christus gegen Ahriman ist schon wiederum möglich, so daß eine Ahnung davon entstehen kann im Evangelium in der Versuchungsgeschichte. Aber ganz verstehen wird man die Sache eben nur, wenn man das, was ich auch schon öfter hier ausgeführt habe, durchdringt, daß für die ältere Menschheitsentwickelung mehr Luzifer eine Rolle spielt und Ahriman auf das menschliche Bewußtsein erst einen Einfluß gewinnt seit der Zeit des Mysteriums von Golgatha. Vorher hatte er auch einen Einfluß auf die Menschheit, aber nicht eigentlich auf das Bewußtsein.

[ 30 ] Und eine Gegnerschaft gegen Ahriman ist eigentlich heute nur in solchen Lehren vorhanden, wie sie durch die Anthroposophie fließen. Wenn durch die Anthroposophie wiederum den Menschen klar wird die Selbständigkeit des geistig-seelischen Wesens, unabhängig von dem körperlichen Wesen, dann muß Ahriman zunächst seine Hoffnung aufgeben. Dieses Kämpfen des Christus gegen Ahriman ist schon wiederum möglich, so daß eine Ahnung davon entstehen kann im Evangelium in der Versuchungsgeschichte. Aber ganz verstehen wird man die Sache eben nur, wenn man das, was ich auch schon öfter hier ausgeführt habe, durchdringt, daß für die ältere Menschheitsentwickelung mehr Luzifer eine Rolle spielt und Ahriman auf das menschliche Bewußtsein erst einen Einfluß gewinnt seit der Zeit des Mysteriums von Golgatha. Vorher hatte er auch einen Einfluß auf die Menschheit, aber nicht eigentlich auf das Bewußtsein.

[ 31 ] Wenn man in das menschliche Gemüt hineinschaut, so muß man sagen: Es ist der wichtigste Punkt der irdischen Menschheitsentwickelung da, wo der Mensch erkennen lernt, daß in dem Christus-Impuls eine Kraft lebt, durch die er selbst, wenn er sich mit ihr verbindet, den Tod in sich überwindet.

[ 31 ] Wenn man in das menschliche Gemüt hineinschaut, so muß man sagen: Es ist der wichtigste Punkt der irdischen Menschheitsentwickelung da, wo der Mensch erkennen lernt, daß in dem Christus-Impuls eine Kraft lebt, durch die er selbst, wenn er sich mit ihr verbindet, den Tod in sich überwindet.

[ 32 ] Von der geistigen Außenwelt angesehen, bedeutet das, daß von der Seite der zu Saturn, Sonne, Mond, Erde und so weiter gehörigen Hierarchien Ahriman hereingezogen worden ist in die Erdenentwickelung, aber seine Herrschaftsansprüche beschränkt worden sind, indem sie in den Dienst der Erdenentwickelung hereingestellt werden. Gewissermaßen ist Ahriman hereingezwungen worden in die Erdenentwickelung. Ohne ihn hätten die Götter nicht den Intellektualismus in die Menschheit hineinbringen können. Wenn sie nicht durch das ChristusEreignis es dahin gebracht hätten, daß der Herrschaft des Ahriman die Spitze abgebrochen wäre, so würde Ahriman die ganze Erde innerlich verintellektualisiert, äußerlich vermaterialisiert haben. Wir haben eben in dem Mysterium von Golgatha nicht bloß ein inneres mystisches Ereignis zu sehen, sondern wir haben durchaus ein äußeres Ereignis zu sehen, das aber nicht im Sinne der äußeren materiellen Geschichtsforschung dargestellt werden darf, sondern das dargestellt werden muß so, daß es das Aufnehmen des Ahrimanismus in die Erdenentwickelung bedeutet, aber zu gleicher Zeit in einer gewissen Weise das Überwinden des Ahrimanismus.

[ 32 ] Von der geistigen Außenwelt angesehen, bedeutet das, daß von der Seite der zu Saturn, Sonne, Mond, Erde und so weiter gehörigen Hierarchien Ahriman hereingezogen worden ist in die Erdenentwickelung, aber seine Herrschaftsansprüche beschränkt worden sind, indem sie in den Dienst der Erdenentwickelung hereingestellt werden. Gewissermaßen ist Ahriman hereingezwungen worden in die Erdenentwickelung. Ohne ihn hätten die Götter nicht den Intellektualismus in die Menschheit hineinbringen können. Wenn sie nicht durch das ChristusEreignis es dahin gebracht hätten, daß der Herrschaft des Ahriman die Spitze abgebrochen wäre, so würde Ahriman die ganze Erde innerlich verintellektualisiert, äußerlich vermaterialisiert haben. Wir haben eben in dem Mysterium von Golgatha nicht bloß ein inneres mystisches Ereignis zu sehen, sondern wir haben durchaus ein äußeres Ereignis zu sehen, das aber nicht im Sinne der äußeren materiellen Geschichtsforschung dargestellt werden darf, sondern das dargestellt werden muß so, daß es das Aufnehmen des Ahrimanismus in die Erdenentwickelung bedeutet, aber zu gleicher Zeit in einer gewissen Weise das Überwinden des Ahrimanismus.

[ 33 ] Wir haben also einen Götterkampf, der sich abspielte durch das Mysterium von Golgatha. Daß sich da ein Götterkampf abgespielt hat, das war eben etwas, was auch zu dem Inhalte der esoterischen Lehren gehörte, die der Christus seinen eingeweihten Schülern nach seiner Auferstehung beibrachte. Wenn man das bezeichnete, was da als esoterisches Christentum waltete, so kann man sagen, daß die Menschen in alten Zeiten der Erdenentwickelung gewußt haben: sie hingen zusammen mit den Götterwelten. Sie wußten von den Götterwelten durch die Offenbarungen, die ich Ihnen charakterisiert habe. Aber aus diesen Götterwelten konnte ihnen keine Mitteilung kommen von dem Tode, denn in diesen Götterwelten gab es den Tod nicht, und für den Menschen selber gab es den Tod nicht, indem man nur das gleichmäßige, kontinuierliche Fortschreiten des Geistig-Seelischen durch die Götterinstitutionen erkennen konnte. Der Mensch sah herankommen die Bedeutung des Todes hier. Er konnte sich erringen eine gewisse Kraft, sich zu halten an den Christus, um den Tod zu überwinden. Das ist innermenschliche Entwickelung. Aber das Esoterische, das der Christus seinen eingeweihten Schülern gegeben hat, bestand eben darin, daß er ihnen gesagt hat: Was sich auf Golgatha vollzogen hat, ist der Abglanz von überirdischen Ereignissen, von einem Verhältnis, das sich abspielte zwischen den Götterwelten, die mit Saturn, Sonne und Mond zusammenhängen und mit der bisherigen Erde, und Ahriman. Daß man auf das Kreuz von Golgatha nicht bloß so hinschauen kann, als ob damit etwas Irdisches zum Ausdrucke käme, sondern daß das Kreuz von Golgatha eine Bedeutung hat für den ganzen Kosmos, das war das, was Inhalt des esoterischen Christentums war.

[ 33 ] Wir haben also einen Götterkampf, der sich abspielte durch das Mysterium von Golgatha. Daß sich da ein Götterkampf abgespielt hat, das war eben etwas, was auch zu dem Inhalte der esoterischen Lehren gehörte, die der Christus seinen eingeweihten Schülern nach seiner Auferstehung beibrachte. Wenn man das bezeichnete, was da als esoterisches Christentum waltete, so kann man sagen, daß die Menschen in alten Zeiten der Erdenentwickelung gewußt haben: sie hingen zusammen mit den Götterwelten. Sie wußten von den Götterwelten durch die Offenbarungen, die ich Ihnen charakterisiert habe. Aber aus diesen Götterwelten konnte ihnen keine Mitteilung kommen von dem Tode, denn in diesen Götterwelten gab es den Tod nicht, und für den Menschen selber gab es den Tod nicht, indem man nur das gleichmäßige, kontinuierliche Fortschreiten des Geistig-Seelischen durch die Götterinstitutionen erkennen konnte. Der Mensch sah herankommen die Bedeutung des Todes hier. Er konnte sich erringen eine gewisse Kraft, sich zu halten an den Christus, um den Tod zu überwinden. Das ist innermenschliche Entwickelung. Aber das Esoterische, das der Christus seinen eingeweihten Schülern gegeben hat, bestand eben darin, daß er ihnen gesagt hat: Was sich auf Golgatha vollzogen hat, ist der Abglanz von überirdischen Ereignissen, von einem Verhältnis, das sich abspielte zwischen den Götterwelten, die mit Saturn, Sonne und Mond zusammenhängen und mit der bisherigen Erde, und Ahriman. Daß man auf das Kreuz von Golgatha nicht bloß so hinschauen kann, als ob damit etwas Irdisches zum Ausdrucke käme, sondern daß das Kreuz von Golgatha eine Bedeutung hat für den ganzen Kosmos, das war das, was Inhalt des esoterischen Christentums war.

[ 34 ] Vielleicht kann man sich eine Empfindung verschaffen von dem, was da mit dem esoterischen Christentum gemeint sein soll, wenn man die Sache etwa so ausspricht: Man nehme an, zwei esoterische Schüler des Christus, die immer weiter und weiter vorrückten unter Aufnahme des esoterischen Christentums, sprachen miteinander während sie sich noch aus Zweifeln herausrangen. Der eine hätte zu dem anderen das Folgende sagen können: Der Christus, der uns lehrt, ist aus denjenigen Welten heruntergestiegen, die man aus alten Zeiten kennt. Man wußte von den Göttern, aber von denjenigen Göttern, die nicht reden konnten von dem Tode. Wenn wir nur bei ihnen stehen geblieben wären, hätten wir niemals von dem Wesen des Todes etwas erfahren. Die Götter mußten selbst erst ein Wesen herunterschicken auf die Erde, um durch einen der ihrigen kennenzulernen das Wesen des Todes. Was die Götter tun mußten, um die Erdenentwickelung zum richtigen Ende zu führen, das scheint uns der Christus nach seiner Auferstehung zu lehren. Wenn wir uns an ihn halten, so erfahren wir etwas, was die Menschen bisher nicht haben wissen können. Wir erfahren, was die Götter gemacht haben hinter den Kulissen des Weltendaseins, um die Erdenentwickelung in der richtigen Weise zu fördern. Wir erfahren, wie sie die Kräfte des Ahriman hereingeführt haben und sie nicht zum Verderben der Menschen werden ließen, sondern zum Nutzen der Menschen.

[ 34 ] Vielleicht kann man sich eine Empfindung verschaffen von dem, was da mit dem esoterischen Christentum gemeint sein soll, wenn man die Sache etwa so ausspricht: Man nehme an, zwei esoterische Schüler des Christus, die immer weiter und weiter vorrückten unter Aufnahme des esoterischen Christentums, sprachen miteinander während sie sich noch aus Zweifeln herausrangen. Der eine hätte zu dem anderen das Folgende sagen können: Der Christus, der uns lehrt, ist aus denjenigen Welten heruntergestiegen, die man aus alten Zeiten kennt. Man wußte von den Göttern, aber von denjenigen Göttern, die nicht reden konnten von dem Tode. Wenn wir nur bei ihnen stehen geblieben wären, hätten wir niemals von dem Wesen des Todes etwas erfahren. Die Götter mußten selbst erst ein Wesen herunterschicken auf die Erde, um durch einen der ihrigen kennenzulernen das Wesen des Todes. Was die Götter tun mußten, um die Erdenentwickelung zum richtigen Ende zu führen, das scheint uns der Christus nach seiner Auferstehung zu lehren. Wenn wir uns an ihn halten, so erfahren wir etwas, was die Menschen bisher nicht haben wissen können. Wir erfahren, was die Götter gemacht haben hinter den Kulissen des Weltendaseins, um die Erdenentwickelung in der richtigen Weise zu fördern. Wir erfahren, wie sie die Kräfte des Ahriman hereingeführt haben und sie nicht zum Verderben der Menschen werden ließen, sondern zum Nutzen der Menschen.

[ 35 ] Es war etwas tief Ergreifendes, was da als esoterische Lehre von dem auferstandenen Christus an die eingeweihten Schüler herangegebracht worden ist. Und solch ein Schüler, wie ich ihn Ihnen jetzt angeführt habe, hätte weiter sagen können: Wir würden ja heute überhaupt gar nichts mehr wissen von den Göttern, denn wir sind in den Tod verstrickt, wenn der Christus nicht gestorben und auferstanden wäre und nach seiner Auferstehung uns die Göttererfahrungen über den Tod mitgeteilt hätte. Wir würden als Menschen in eine Zeit versinken, wo wir von den Göttern gar nichts mehr wissen können. Die Götter haben sich einen Weg gesucht, um wiederum zu uns sprechen zu können. Und dieser Weg ging durch das Mysterium von Golgatha.

[ 35 ] Es war etwas tief Ergreifendes, was da als esoterische Lehre von dem auferstandenen Christus an die eingeweihten Schüler herangegebracht worden ist. Und solch ein Schüler, wie ich ihn Ihnen jetzt angeführt habe, hätte weiter sagen können: Wir würden ja heute überhaupt gar nichts mehr wissen von den Göttern, denn wir sind in den Tod verstrickt, wenn der Christus nicht gestorben und auferstanden wäre und nach seiner Auferstehung uns die Göttererfahrungen über den Tod mitgeteilt hätte. Wir würden als Menschen in eine Zeit versinken, wo wir von den Göttern gar nichts mehr wissen können. Die Götter haben sich einen Weg gesucht, um wiederum zu uns sprechen zu können. Und dieser Weg ging durch das Mysterium von Golgatha.

[ 36 ] Daß die Menschen dem Göttlichen wiederum nahe gekommen sind, von dem sie sich entfernt hatten, das war das Wesentliche, was überging aus dem esoterischen Christentum in die Jünger. Die Jünger waren in den ersten Zeiten der christlichen Entwickelung von dieser erschütternden Lehre durchdrungen. Und mancher, von dem uns in der Geschichte nur erzählt wird durch äußere Angaben, der trug in sich das Wissen, das ihm nur hat kommen können dadurch, daß er entweder in den ersten Zeiten den Unterricht des auferstandenen Christus selbst gehabt hat, oder aber in Beziehung gestanden hat zu Lehrern, die eben diesen Unterricht gehabt haben. Später wurden alle diese Dinge veräußerlicht. Sie wurden so veräußerlicht, daß die ersten Verkünder des Christentums ja allerdings einen großen Wert darauf legten, sagen zu können, sie hätten einen Lehrer gehabt, der wäre noch Schüler eines Apostelschülers gewesen. Es war ein kontinuierliches Fortentwickeln, so daß derjenige, der sie gelehrt hat, noch einen gesehen hatte, der einen Apostel und damit einen gesehen hatte, der den Herrn selber nach seiner Auferstehung kennengelernt hatte.

[ 36 ] Daß die Menschen dem Göttlichen wiederum nahe gekommen sind, von dem sie sich entfernt hatten, das war das Wesentliche, was überging aus dem esoterischen Christentum in die Jünger. Die Jünger waren in den ersten Zeiten der christlichen Entwickelung von dieser erschütternden Lehre durchdrungen. Und mancher, von dem uns in der Geschichte nur erzählt wird durch äußere Angaben, der trug in sich das Wissen, das ihm nur hat kommen können dadurch, daß er entweder in den ersten Zeiten den Unterricht des auferstandenen Christus selbst gehabt hat, oder aber in Beziehung gestanden hat zu Lehrern, die eben diesen Unterricht gehabt haben. Später wurden alle diese Dinge veräußerlicht. Sie wurden so veräußerlicht, daß die ersten Verkünder des Christentums ja allerdings einen großen Wert darauf legten, sagen zu können, sie hätten einen Lehrer gehabt, der wäre noch Schüler eines Apostelschülers gewesen. Es war ein kontinuierliches Fortentwickeln, so daß derjenige, der sie gelehrt hat, noch einen gesehen hatte, der einen Apostel und damit einen gesehen hatte, der den Herrn selber nach seiner Auferstehung kennengelernt hatte.

[ 37 ] Auf dieses lebendige Fortentwickeln legte man in den ersten Jahrhunderten noch einen Wert; aber so, wie das dann auf die spätere Menschheit gekommen ist, war es schon veräußerlicht. Es war zu einer äußerlichen historischen Darstellung gekommen. Aber im wesentlichen geht es zurück auf dasjenige, was ich Ihnen hier eben charakterisiert habe. Und die Einverleibung des Intellektes, die ja insbesondere schon im vierten, fünften Jahrhundert nach dem Mysterium von Golgatha beginnt, die dann den besonderen Umschwung erlebt im fünfzehnten Jahrhundert, wo der fünfte nachatlantische Zeitraum beginnt, diese Entwickelung des Intellektes brachte es dahin, daß man die alte Weisheit nicht mehr hatte, durch die man so etwas noch einsehen konnte, und die neue Weisheit noch nicht entwickelt war. Die Menschen vergaßen gewissermaßen ein Zeitalter hindurch dasjenige, worauf es esoterisch im Christentum ankam. Wie gesagt, Notizen blieben darüber vorhanden in Geheimgesellschaften, deren Mitglieder aber jedenfalls in der heutigen Zeit nicht mehr verstehen, worauf sich diese Notizen beziehen; in Wirklichkeit beziehen sie sich darauf, daß Lehren erteilt wurden von dem auferstandenen Christus an gewisse eingeweihte Schüler.

[ 37 ] Auf dieses lebendige Fortentwickeln legte man in den ersten Jahrhunderten noch einen Wert; aber so, wie das dann auf die spätere Menschheit gekommen ist, war es schon veräußerlicht. Es war zu einer äußerlichen historischen Darstellung gekommen. Aber im wesentlichen geht es zurück auf dasjenige, was ich Ihnen hier eben charakterisiert habe. Und die Einverleibung des Intellektes, die ja insbesondere schon im vierten, fünften Jahrhundert nach dem Mysterium von Golgatha beginnt, die dann den besonderen Umschwung erlebt im fünfzehnten Jahrhundert, wo der fünfte nachatlantische Zeitraum beginnt, diese Entwickelung des Intellektes brachte es dahin, daß man die alte Weisheit nicht mehr hatte, durch die man so etwas noch einsehen konnte, und die neue Weisheit noch nicht entwickelt war. Die Menschen vergaßen gewissermaßen ein Zeitalter hindurch dasjenige, worauf es esoterisch im Christentum ankam. Wie gesagt, Notizen blieben darüber vorhanden in Geheimgesellschaften, deren Mitglieder aber jedenfalls in der heutigen Zeit nicht mehr verstehen, worauf sich diese Notizen beziehen; in Wirklichkeit beziehen sie sich darauf, daß Lehren erteilt wurden von dem auferstandenen Christus an gewisse eingeweihte Schüler.

[ 38 ] Nehmen wir einmal an, die alte hebräische Lehre hätte nicht eine Regeneration erfahren durch das Christentum, es hätte ja dasjenige herauskommen müssen, was für Paulus eine unbedingte Überzeugung vor dem Ereignis von Damaskus war. Paulus hat etwa so gedacht: Es gibt eine althergebrachte Lehre. Ursprünglich war sie vorhanden als eine göttlich-geistige Offenbarung, die an die Menschen geistig herangekommen war in Urzeiten, so wie ich es eben heute charakterisiert habe. Dann ist sie durch das Schrifttum aufbewahrt worden. Unter den hebräischen Menschen gab es Schriftgelehrte, die aus der Schrift wußten, was da noch aufbewahrt worden war von der alten Götterweisheit her. Aus diesen Schriftgelehrten heraus entstand das Urteil, das den Christus Jesus zum Tode verurteilt hat. Solch ein Mensch wie Paulus, als er noch Saulus war, sieht also hinauf zu der Urgötterweisheit. Aus der strömt herunter bis zu den Schriftgelehrten seiner Zeit dasjenige, was diese Götterweisheit dem Menschen geworden ist. Indem hervorragende Menschen sich hingegeben haben dem Schrifttum, konnte diese Götterweisheit nur dazu führen, daß gerechte Urteile gesprochen wurden. Ein Unschuldiger, der zum Kreuzestod verurteilt wird: unmöglich, unmöglich! wenn sich alles so vollzog, wie es sich vollzogen hat bei der Verurteilung des Christus Jesus. Nur der römische Landpfleger Pontius Pilatus, der war schon instinktiv hineinverstrickt in eine ganz andere Weltanschauung, der konnte das inhaltsvolle Wort aussprechen: Was ist Wahrheit? — Für Paulus, als er noch Saulus war, war keine Möglichkeit, auch nur daran zu denken, daß das, was nach gerechtem Urteile sich vollzogen hat, nicht hätte Wahrheit sein sollen.

[ 38 ] Nehmen wir einmal an, die alte hebräische Lehre hätte nicht eine Regeneration erfahren durch das Christentum, es hätte ja dasjenige herauskommen müssen, was für Paulus eine unbedingte Überzeugung vor dem Ereignis von Damaskus war. Paulus hat etwa so gedacht: Es gibt eine althergebrachte Lehre. Ursprünglich war sie vorhanden als eine göttlich-geistige Offenbarung, die an die Menschen geistig herangekommen war in Urzeiten, so wie ich es eben heute charakterisiert habe. Dann ist sie durch das Schrifttum aufbewahrt worden. Unter den hebräischen Menschen gab es Schriftgelehrte, die aus der Schrift wußten, was da noch aufbewahrt worden war von der alten Götterweisheit her. Aus diesen Schriftgelehrten heraus entstand das Urteil, das den Christus Jesus zum Tode verurteilt hat. Solch ein Mensch wie Paulus, als er noch Saulus war, sieht also hinauf zu der Urgötterweisheit. Aus der strömt herunter bis zu den Schriftgelehrten seiner Zeit dasjenige, was diese Götterweisheit dem Menschen geworden ist. Indem hervorragende Menschen sich hingegeben haben dem Schrifttum, konnte diese Götterweisheit nur dazu führen, daß gerechte Urteile gesprochen wurden. Ein Unschuldiger, der zum Kreuzestod verurteilt wird: unmöglich, unmöglich! wenn sich alles so vollzog, wie es sich vollzogen hat bei der Verurteilung des Christus Jesus. Nur der römische Landpfleger Pontius Pilatus, der war schon instinktiv hineinverstrickt in eine ganz andere Weltanschauung, der konnte das inhaltsvolle Wort aussprechen: Was ist Wahrheit? — Für Paulus, als er noch Saulus war, war keine Möglichkeit, auch nur daran zu denken, daß das, was nach gerechtem Urteile sich vollzogen hat, nicht hätte Wahrheit sein sollen.

[ 39 ] Zu welcher Überzeugung mußte sich denn Paulus durchringen? Zu der Überzeugung, daß bei den Menschen Irrtum sein kann dasjenige, was einmal von den Göttern als Wahrheit gekommen ist, daß die Menschen es haben zum Irrtume machen können, zu solch starkem Irrtum, daß der Schuldloseste durch den Kreuzestod geht.

[ 39 ] Zu welcher Überzeugung mußte sich denn Paulus durchringen? Zu der Überzeugung, daß bei den Menschen Irrtum sein kann dasjenige, was einmal von den Göttern als Wahrheit gekommen ist, daß die Menschen es haben zum Irrtume machen können, zu solch starkem Irrtum, daß der Schuldloseste durch den Kreuzestod geht.

[ 40 ] Um ganz klar zu werden, machen wir uns davon eine schematische Zeichnung:

[ 40 ] Um ganz klar zu werden, machen wir uns davon eine schematische Zeichnung:

[ 41 ] Ursprüngliche Götterweisheit, sie strömt herunter bis zu der Weisheit der Schriftgelehrten, die die Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha innerhalb des Hebräertums waren (weiß). Da kann nur die Wahrheit drinnen sein, so mußte Saulus denken. Aber man mußte anders denken. Paulus, als er noch Saulus war, sagte sich: Ist das wirklich der Christus, der Messias, der durch den Kreuzestod gegangen ist, so muß da drinnen in dieser Strömung (rot) Irrtum sein. Da muß Irrtum zugemischt sein der Wahrheit, denn der Irrtum muß es sein, der den Christus ans Kreuz gebracht hat; das heißt, die einstige Götterwahrheit muß in den Menschen zum Irrtum geworden sein.

[ 41 ] Ursprüngliche Götterweisheit, sie strömt herunter bis zu der Weisheit der Schriftgelehrten, die die Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha innerhalb des Hebräertums waren (weiß). Da kann nur die Wahrheit drinnen sein, so mußte Saulus denken. Aber man mußte anders denken. Paulus, als er noch Saulus war, sagte sich: Ist das wirklich der Christus, der Messias, der durch den Kreuzestod gegangen ist, so muß da drinnen in dieser Strömung (rot) Irrtum sein. Da muß Irrtum zugemischt sein der Wahrheit, denn der Irrtum muß es sein, der den Christus ans Kreuz gebracht hat; das heißt, die einstige Götterwahrheit muß in den Menschen zum Irrtum geworden sein.

[ 42] Selbstverständlich konnte der Saulus sich nur überzeugen durch die Tatsache, daß das so ist. Nur der Christus selbst konnte ihn überzeugen, wenn er ihm erschien, wie das durch das Ereignis von Damaskus geschehen ist. Was bedeutete das aber für den Saulus? Das bedeutete, daß eben nicht mehr die alte Götterweisheit war, sondern daß in diese das Ahrimanische hereingeströmt war.

[ 42] Selbstverständlich konnte der Saulus sich nur überzeugen durch die Tatsache, daß das so ist. Nur der Christus selbst konnte ihn überzeugen, wenn er ihm erschien, wie das durch das Ereignis von Damaskus geschehen ist. Was bedeutete das aber für den Saulus? Das bedeutete, daß eben nicht mehr die alte Götterweisheit war, sondern daß in diese das Ahrimanische hereingeströmt war.

[ 43 ] So kam Paulus dazu, einzusehen, daß die Menschheitsentwickelung von einem Feinde ergriffen war, und daß dieser Feind der Quell des Irrtums auf der Erde ist.

[ 43 ] So kam Paulus dazu, einzusehen, daß die Menschheitsentwickelung von einem Feinde ergriffen war, und daß dieser Feind der Quell des Irrtums auf der Erde ist.

[ 44 ] Indem er den Intellekt bringt, bringt er zugleich die Möglichkeit des Irrtums, und indem der Irrtum in seiner größten Ausbildung erschien, wird er zu demjenigen Irrtum, der den Schuldlosen ans Kreuz bringt. Man mußte ja erst diese Überzeugung gewinnen können, daß der Schuldlose ans Kreuz kommen kann. Dadurch empfing man erst eine Anschauung darüber, wie Ahriman in die Menschheitsentwickelung herein seinen Weg gefunden hat, und wie in der menschlichen Ich-Entwickelung, indem das Mysterium von Golgatha sich abspielte, eben ein übersinnlich-überirdisches Ereignis vorhanden war. Das Esoterische kann niemals ein bloßes Mystisches sein. Es ist immer ein gewaltiges Mißverständnis, wenn man die bloße Mystik zur Esoterik umdeutet. Das Esoterische ist immer ein Erkennen von Tatsachen, die sich in der geistigen Welt als solche abspielen, die hinter dem Schleier des Sinnlichen stehen. Und hinter dem Schleier der Sinnlichkeit steht die Ausgleichung zwischen der Götterwelt und der ahrimanischen Welt, wie sie sich abspielt durch den Kreuzestod des Christus Jesus.

[ 44 ] Indem er den Intellekt bringt, bringt er zugleich die Möglichkeit des Irrtums, und indem der Irrtum in seiner größten Ausbildung erschien, wird er zu demjenigen Irrtum, der den Schuldlosen ans Kreuz bringt. Man mußte ja erst diese Überzeugung gewinnen können, daß der Schuldlose ans Kreuz kommen kann. Dadurch empfing man erst eine Anschauung darüber, wie Ahriman in die Menschheitsentwickelung herein seinen Weg gefunden hat, und wie in der menschlichen Ich-Entwickelung, indem das Mysterium von Golgatha sich abspielte, eben ein übersinnlich-überirdisches Ereignis vorhanden war. Das Esoterische kann niemals ein bloßes Mystisches sein. Es ist immer ein gewaltiges Mißverständnis, wenn man die bloße Mystik zur Esoterik umdeutet. Das Esoterische ist immer ein Erkennen von Tatsachen, die sich in der geistigen Welt als solche abspielen, die hinter dem Schleier des Sinnlichen stehen. Und hinter dem Schleier der Sinnlichkeit steht die Ausgleichung zwischen der Götterwelt und der ahrimanischen Welt, wie sie sich abspielt durch den Kreuzestod des Christus Jesus.

[ 45 ] Nur in einer Welt — so konnte jetzt Paulus empfinden —, in welcher ergriffen wird die menschliche Wesenheit von den ahrimanischen Mächten, kann der Irrtum eintreten, der zum Kreuzestod hat führen können. Und jetzt, als er das begriffen hatte, erkannte er eben erst die Wahrheit des esoterischen Christentums.

[ 45 ] Nur in einer Welt — so konnte jetzt Paulus empfinden —, in welcher ergriffen wird die menschliche Wesenheit von den ahrimanischen Mächten, kann der Irrtum eintreten, der zum Kreuzestod hat führen können. Und jetzt, als er das begriffen hatte, erkannte er eben erst die Wahrheit des esoterischen Christentums.

[ 46 ] Paulus war also durchaus einer von denjenigen, die in diesem Sinne zu den Eingeweihten gehörten. Aber diese Einweihung verglomm allmählich gerade unter dem Einfluß des Intellektualismus. Und heute haben wir nötig, wiederum zurückzukehren zu einer Erkenntnis des esoterischen Christentums. Heute haben wir nötig, wiederum zu wissen, daß nicht nur dasjenige zum Christentum gehört, was exoterisch ist, wovon die Evangelien Ahnungen zwar erwecken können. Vom Esoterischen wird heute noch wenig geredet. Aber die Menschheit muß zurückkehren zu dem, wofür ja kaum äußere Dokumente vorhanden sind, was eben durch anthroposophische Geisteswissenschaft durchschaut werden muß, was der Christus selber nach seiner Auferstehung seinen eingeweihten Schülern gelehrt hat unter der Voraussetzung, daß er es nur lehren konnte, nachdem er auf Erden ein Erlebnis gehabt hat, das er in der Götterwelt oben nicht hätte haben können, denn in der Götterwelt gibt es keinen Tod bis zu dem Mysterium von Golgatha. Da war niemals ein Wesen durch den Tod gegangen. Christus ist der Erstgeborene, der durch den Tod gegangen ist aus der Welt der Hierarchien, die mit der Erdenentwickelung in Saturn, Sonne und Mond zusammenhängen.

[ 46 ] Paulus war also durchaus einer von denjenigen, die in diesem Sinne zu den Eingeweihten gehörten. Aber diese Einweihung verglomm allmählich gerade unter dem Einfluß des Intellektualismus. Und heute haben wir nötig, wiederum zurückzukehren zu einer Erkenntnis des esoterischen Christentums. Heute haben wir nötig, wiederum zu wissen, daß nicht nur dasjenige zum Christentum gehört, was exoterisch ist, wovon die Evangelien Ahnungen zwar erwecken können. Vom Esoterischen wird heute noch wenig geredet. Aber die Menschheit muß zurückkehren zu dem, wofür ja kaum äußere Dokumente vorhanden sind, was eben durch anthroposophische Geisteswissenschaft durchschaut werden muß, was der Christus selber nach seiner Auferstehung seinen eingeweihten Schülern gelehrt hat unter der Voraussetzung, daß er es nur lehren konnte, nachdem er auf Erden ein Erlebnis gehabt hat, das er in der Götterwelt oben nicht hätte haben können, denn in der Götterwelt gibt es keinen Tod bis zu dem Mysterium von Golgatha. Da war niemals ein Wesen durch den Tod gegangen. Christus ist der Erstgeborene, der durch den Tod gegangen ist aus der Welt der Hierarchien, die mit der Erdenentwickelung in Saturn, Sonne und Mond zusammenhängen.

[ 47 ] Die Aufnahme des Todes in das Leben, das ist das Geheimnis von Golgatha. Vorher hatte man das Leben ohne den Tod gekannt, jetzt lernte man den Tod als einen Bestandteil des Lebens kennen, als ein Erlebnis, welches verstärkt das Leben. Es war ein schwächeres Leben, durch das die Menschheit gegangen ist, als sie noch nicht den Tod gekannt hat. Die Menschheit muß stärker leben, wenn sie durch den Tod durchgehen will und dennoch leben will. Und der Tod bedeutet in dieser Beziehung zugleich den Intellekt. Die Menschen hatten ein verhältnismäßig schwaches Lebensgefühl notwendig, als sie sich noch nicht mit dem Intellekt zu plagen hatten. Die älteren Menschen, die in ihre inneren Offenbarungen bildhaft hereinbekamen das Wissen von den göttlichen Welten, die starben innerlich nicht. Sie blieben immer lebendig. Sie konnten lachen über den Tod, weil sie ja doch innerlich lebendig blieben. Die Griechen erzählen noch davon, wie glücklich die Alten waren, weil sie, bevor sie ans Sterben kamen, so innerlich betäubt wurden, gewissermaßen, daß sie nicht merkten, daß es dem Tode entgegenging. Das war aber schon der letzte Ausläufer dieser Weltanschauung, die nichts von dem Tode wußte. Der neuere Mensch erlebt den Intellekt. Der Intellekt macht uns innerlich kalt, macht uns innerlich tot. Der Intellekt lähmt uns. Wir leben eigentlich nicht, wenn wir den Intellekt entwickeln. Man muß das nur empfinden, daß man ja eigentlich nicht lebt, wenn man denkt, daß man sein Leben ausgießt in tote Verstandesbilder, und daß man ein starkes Leben braucht, um dasjenige, was in der toten Verstandesbildung ist, nun dennoch als schaffendes Leben zu empfinden, wenn man sich auf dasjenige Gebiet begibt, wo aus der Kraft des reinen Denkens heraus die sittlichen Impulse kommen, wo man die Freiheit des Menschen verstehen lernt aus den Impulsen des reinen Denkens heraus.

[ 47 ] Die Aufnahme des Todes in das Leben, das ist das Geheimnis von Golgatha. Vorher hatte man das Leben ohne den Tod gekannt, jetzt lernte man den Tod als einen Bestandteil des Lebens kennen, als ein Erlebnis, welches verstärkt das Leben. Es war ein schwächeres Leben, durch das die Menschheit gegangen ist, als sie noch nicht den Tod gekannt hat. Die Menschheit muß stärker leben, wenn sie durch den Tod durchgehen will und dennoch leben will. Und der Tod bedeutet in dieser Beziehung zugleich den Intellekt. Die Menschen hatten ein verhältnismäßig schwaches Lebensgefühl notwendig, als sie sich noch nicht mit dem Intellekt zu plagen hatten. Die älteren Menschen, die in ihre inneren Offenbarungen bildhaft hereinbekamen das Wissen von den göttlichen Welten, die starben innerlich nicht. Sie blieben immer lebendig. Sie konnten lachen über den Tod, weil sie ja doch innerlich lebendig blieben. Die Griechen erzählen noch davon, wie glücklich die Alten waren, weil sie, bevor sie ans Sterben kamen, so innerlich betäubt wurden, gewissermaßen, daß sie nicht merkten, daß es dem Tode entgegenging. Das war aber schon der letzte Ausläufer dieser Weltanschauung, die nichts von dem Tode wußte. Der neuere Mensch erlebt den Intellekt. Der Intellekt macht uns innerlich kalt, macht uns innerlich tot. Der Intellekt lähmt uns. Wir leben eigentlich nicht, wenn wir den Intellekt entwickeln. Man muß das nur empfinden, daß man ja eigentlich nicht lebt, wenn man denkt, daß man sein Leben ausgießt in tote Verstandesbilder, und daß man ein starkes Leben braucht, um dasjenige, was in der toten Verstandesbildung ist, nun dennoch als schaffendes Leben zu empfinden, wenn man sich auf dasjenige Gebiet begibt, wo aus der Kraft des reinen Denkens heraus die sittlichen Impulse kommen, wo man die Freiheit des Menschen verstehen lernt aus den Impulsen des reinen Denkens heraus.

[ 48 ] Das habe ich versucht darzustellen in meiner «Philosophie der Freiheit». Diese «Philosophie der Freiheit» ist eigentlich eine Moralanschauung, welche eine Anleitung dazu sein will, die toten Gedanken als Moralimpulse zu beleben, zur Auferstehung zu bringen. Insofern ist innerliches Christentum durchaus in einer solchen Freiheitsphilosophie.

[ 48 ] Das habe ich versucht darzustellen in meiner «Philosophie der Freiheit». Diese «Philosophie der Freiheit» ist eigentlich eine Moralanschauung, welche eine Anleitung dazu sein will, die toten Gedanken als Moralimpulse zu beleben, zur Auferstehung zu bringen. Insofern ist innerliches Christentum durchaus in einer solchen Freiheitsphilosophie.

[ 49 ] Ich wollte Ihnen mit diesen Auseinandersetzungen heute einmal von einem gewissen Gesichtspunkte aus etwas von dem esoterischen Christentum vor die Seele stellen. Es ist nötig in unserer Zeit, wo ja so viel an Streit herrscht gerade über das Wesen des Christentums exoterisch-historisch, auf diese esoterische Lehre des Christentums hinzuweisen. Das ist dasjenige, was ich heute gewollt habe. Ich hoffe, daß gerade diese Dinge nicht leicht hingenommen, sondern daß sie mit der nötigen Schwere empfunden werden. Man hat ja immer das Gefühl, wenn man gerade über solche Dinge spricht, daß es schwer ist, in die schon abstrakt gewordenen Worte der heutigen Sprache diese Dinge hineinzubringen. Deshalb versuchte ich gestern, Ihre Seelen dafür zu stimmen dadurch, daß ich in Bildern die inneren Vorgänge des Menschen darstellte, um heute gewissermaßen von dem einzelnen Menschen hinauszuführen zu demjenigen, was nun im esoterischen Sinne diejenige historische Entwickelung der Menschheit ist, die das Mysterium von Golgatha als etwas Wesentliches in sich aufnimmt. Wenn ich von der Reise zurückkomme, so wollen wir dann gerade vielleicht die Möglichkeit haben, auf einer anderen Ebene das Verhältnis der menschlichen Seele zur Weltenentwickelung zu betrachten.

[ 49 ] Ich wollte Ihnen mit diesen Auseinandersetzungen heute einmal von einem gewissen Gesichtspunkte aus etwas von dem esoterischen Christentum vor die Seele stellen. Es ist nötig in unserer Zeit, wo ja so viel an Streit herrscht gerade über das Wesen des Christentums exoterisch-historisch, auf diese esoterische Lehre des Christentums hinzuweisen. Das ist dasjenige, was ich heute gewollt habe. Ich hoffe, daß gerade diese Dinge nicht leicht hingenommen, sondern daß sie mit der nötigen Schwere empfunden werden. Man hat ja immer das Gefühl, wenn man gerade über solche Dinge spricht, daß es schwer ist, in die schon abstrakt gewordenen Worte der heutigen Sprache diese Dinge hineinzubringen. Deshalb versuchte ich gestern, Ihre Seelen dafür zu stimmen dadurch, daß ich in Bildern die inneren Vorgänge des Menschen darstellte, um heute gewissermaßen von dem einzelnen Menschen hinauszuführen zu demjenigen, was nun im esoterischen Sinne diejenige historische Entwickelung der Menschheit ist, die das Mysterium von Golgatha als etwas Wesentliches in sich aufnimmt. Wenn ich von der Reise zurückkomme, so wollen wir dann gerade vielleicht die Möglichkeit haben, auf einer anderen Ebene das Verhältnis der menschlichen Seele zur Weltenentwickelung zu betrachten.