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The Rudolf Steiner Archive

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The Mystery of the Sun
and
The Mystery of Death and Resurrection
Exoteric and Esoteric Christianity
GA 211

1 April 1922, Dornach

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Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung
  1. The Spiritual Backgrounds of the Outer World, tr. SOL

6. Die Erkundung und Formulierung des Weltenwortes in der Ein- und Ausatmung

6. Die Erkundung und Formulierung des Weltenwortes in der Ein- und Ausatmung

[ 1 ] Gewisse Dinge können nur dargestellt werden, wenn man versucht, durch Bilder an die entsprechende Wirklichkeit heranzukommen. Man muß gewissen Dingen gegenüber darauf verzichten, in jener abstrakten, intellektualistischen Weise zu sprechen, in der zu sprechen man heute gewöhnt ist. Man würde in dieser intellektualistischen Weise dasjenige, von dem ich Ihnen heute gerade sprechen will, gar nicht darstellen können. Das also sei durchaus vorausgesetzt für die ganze Art der Darstellung, die ich heute geben will.

[ 1 ] Gewisse Dinge können nur dargestellt werden, wenn man versucht, durch Bilder an die entsprechende Wirklichkeit heranzukommen. Man muß gewissen Dingen gegenüber darauf verzichten, in jener abstrakten, intellektualistischen Weise zu sprechen, in der zu sprechen man heute gewöhnt ist. Man würde in dieser intellektualistischen Weise dasjenige, von dem ich Ihnen heute gerade sprechen will, gar nicht darstellen können. Das also sei durchaus vorausgesetzt für die ganze Art der Darstellung, die ich heute geben will.

Diagram 1Diagram 1

[ 2 ] Nehmen Sie einmal, sagen wir, einen gewissen Innenraum. Ich will die Sache so einfach wie möglich machen. Nehmen wir einen Innenraum, der vielleicht hier ein Fenster hat (siehe Zeichnung a, b). Durch dieses Fenster, nehmen wir an, fiele in diesen Innenraum Licht herein, dieses Licht breitete sich in verschiedener Weise innen aus. Aber der Innenraum, nehmen wir an, sei ausgefüllt mit allerlei durchlässigen Wänden, einer Art durchlässigem Gewölbe. Wir hätten also einen Innenraum, der in der verschiedensten Weise ausgefüllt wäre mit solchen Gewölben, wodurch in der verschiedensten Weise das Licht zum Teil durchgelassen, zum Teil zurückgeworfen wird, so daß dieser Innenraum erfüllt wäre mit einem in der verschiedensten Weise aufgehaltenen, zurückgeworfenen Lichte.

[ 2 ] Nehmen Sie einmal, sagen wir, einen gewissen Innenraum. Ich will die Sache so einfach wie möglich machen. Nehmen wir einen Innenraum, der vielleicht hier ein Fenster hat (siehe Zeichnung a, b). Durch dieses Fenster, nehmen wir an, fiele in diesen Innenraum Licht herein, dieses Licht breitete sich in verschiedener Weise innen aus. Aber der Innenraum, nehmen wir an, sei ausgefüllt mit allerlei durchlässigen Wänden, einer Art durchlässigem Gewölbe. Wir hätten also einen Innenraum, der in der verschiedensten Weise ausgefüllt wäre mit solchen Gewölben, wodurch in der verschiedensten Weise das Licht zum Teil durchgelassen, zum Teil zurückgeworfen wird, so daß dieser Innenraum erfüllt wäre mit einem in der verschiedensten Weise aufgehaltenen, zurückgeworfenen Lichte.

[ 3 ] Nun denken Sie sich, ich würde durch diesen Innenraum Dämpfe strömen lassen, würde sie dann hinaufströmen lassen (rot). Dieser Dampf aber, der wäre lebendig, der wäre ein lebendiges, fühlendes Wesen. Der strömt hinauf und hätte wiederum, sagen wir, einen Abzugskanal, würde also wiederum wegströmen können. Er strömt also durch dieses Licht hindurch und strömt hinein in diesen Innenraum, in glitzerndes Licht, in verschiedentlich durch diese Gewölbe hier verändertes, durchfallendes, zurückgeworfenes, glitzerndes Licht. Der Dampf, der würde also fühlen, was er da in dem Lichte wahrnehmen würde, und dann abströmen. Das heißt aber mit anderen Worten: Dieser Dampf würde abtasten mit seinem Gefühl das, was da als Lichtglitzern in dem Innenraum vorhanden wäre, und er würde auf diese Weise ein inneres Bild bekommen. Er würde in seiner Empfindung ein Bild bekommen von dem, was da lichtglitzernd im Innern ist.

[ 3 ] Nun denken Sie sich, ich würde durch diesen Innenraum Dämpfe strömen lassen, würde sie dann hinaufströmen lassen (rot). Dieser Dampf aber, der wäre lebendig, der wäre ein lebendiges, fühlendes Wesen. Der strömt hinauf und hätte wiederum, sagen wir, einen Abzugskanal, würde also wiederum wegströmen können. Er strömt also durch dieses Licht hindurch und strömt hinein in diesen Innenraum, in glitzerndes Licht, in verschiedentlich durch diese Gewölbe hier verändertes, durchfallendes, zurückgeworfenes, glitzerndes Licht. Der Dampf, der würde also fühlen, was er da in dem Lichte wahrnehmen würde, und dann abströmen. Das heißt aber mit anderen Worten: Dieser Dampf würde abtasten mit seinem Gefühl das, was da als Lichtglitzern in dem Innenraum vorhanden wäre, und er würde auf diese Weise ein inneres Bild bekommen. Er würde in seiner Empfindung ein Bild bekommen von dem, was da lichtglitzernd im Innern ist.

[ 4 ] Nehmen wir nun an, der Dampf würde nach einiger Zeit, indem er wiederum ausströmt, wiedergeben können, was er da drinnen erfahren hat (violett). Wir könnten eine Art von Instrument haben, durch das der Dampf irgendwie, sagen wir durch Anschlagen von musikalischen Tönen oder dergleichen, zum Ausdrucke bringen würde, was er da drinnen im glitzernden, glimmenden Lichte erfahren hat. Stellen Sie sich dieses Bild vor.

[ 4 ] Nehmen wir nun an, der Dampf würde nach einiger Zeit, indem er wiederum ausströmt, wiedergeben können, was er da drinnen erfahren hat (violett). Wir könnten eine Art von Instrument haben, durch das der Dampf irgendwie, sagen wir durch Anschlagen von musikalischen Tönen oder dergleichen, zum Ausdrucke bringen würde, was er da drinnen im glitzernden, glimmenden Lichte erfahren hat. Stellen Sie sich dieses Bild vor.

[ 5 ] Und nun will ich Ihnen dieses Bild auf eine andere Art aufzeichnen. Sie sehen, ich habe Ihnen statt desGewölbes hier das Innere des menschlichen Hauptes aufgezeichnet, statt des Fensters das Auge, durch das gesehen wird, durch das also die Lichteindrücke kommen. Das, was ich da als Gewölbe gezeichnet habe, sind die Windungen des Gehirnes, die sich ausbreitenden Nerven. Das Licht kommt da herein und breitet sich aus. Statt des Dampfes, den ich dort gezeichnet habe (siehe Seite 92), denken Sie sich die eingeatmete Luft, die heraufströmt und die abtastet, was im Gehirn durch das Licht glitzern, glimmen kann, was im Gehirn sich dann zu Gedanken gestaltet. Die Luft strömt wiederum durch den Rückenmarkskanal herunter. Statt daß da ein Instrument ist, ist der menschliche Kehlkopf da und kann zum Ausdrucke bringen, was erlebt worden ist. Da haben Sie ein Bild von dem, was tatsächlich vorgeht im menschlichen Haupte./

[ 5 ] Und nun will ich Ihnen dieses Bild auf eine andere Art aufzeichnen. Sie sehen, ich habe Ihnen statt desGewölbes hier das Innere des menschlichen Hauptes aufgezeichnet, statt des Fensters das Auge, durch das gesehen wird, durch das also die Lichteindrücke kommen. Das, was ich da als Gewölbe gezeichnet habe, sind die Windungen des Gehirnes, die sich ausbreitenden Nerven. Das Licht kommt da herein und breitet sich aus. Statt des Dampfes, den ich dort gezeichnet habe (siehe Seite 92), denken Sie sich die eingeatmete Luft, die heraufströmt und die abtastet, was im Gehirn durch das Licht glitzern, glimmen kann, was im Gehirn sich dann zu Gedanken gestaltet. Die Luft strömt wiederum durch den Rückenmarkskanal herunter. Statt daß da ein Instrument ist, ist der menschliche Kehlkopf da und kann zum Ausdrucke bringen, was erlebt worden ist. Da haben Sie ein Bild von dem, was tatsächlich vorgeht im menschlichen Haupte./

Diagram 2Diagram 2

[ 6 ] Nun aber sagen wir: Jetzt machen wir das nicht so, sondern wir machen einmal das Fenster hier zu, stellen ein innerlich ganz finsteres Gewölbe her. Wir machen also das Fenster zu, haben nun diese inneren Gewölbe hier, und lassen wiederum Dampf hinaufströmen (rot). Jetzt wird nicht das Licht wahrgenommen, was hereinfällt (siehe erste Zeichnung) und in der verschiedensten Weise abgeschwächt wird, zurückfällt, sondern jetzt werden die Formen, die da drinnen sind, als solche wahrgenommen. Und indem der empfindende Dampf aufströmt, wird er da drinnen die Formen wahrnehmen können, die jemand einmal gemacht hat, sagen wir, die einmal ein Baumeister gemacht hat. Es wird also dieser Dampf empfinden können die Taten dieses Baumeisters. Wenn der Dampf dann abströmt, so kann er wiederum zum Ausdrucke bringen (rot), was da wahrgenommen worden ist als die Taten des Baumeisters.

[ 6 ] Nun aber sagen wir: Jetzt machen wir das nicht so, sondern wir machen einmal das Fenster hier zu, stellen ein innerlich ganz finsteres Gewölbe her. Wir machen also das Fenster zu, haben nun diese inneren Gewölbe hier, und lassen wiederum Dampf hinaufströmen (rot). Jetzt wird nicht das Licht wahrgenommen, was hereinfällt (siehe erste Zeichnung) und in der verschiedensten Weise abgeschwächt wird, zurückfällt, sondern jetzt werden die Formen, die da drinnen sind, als solche wahrgenommen. Und indem der empfindende Dampf aufströmt, wird er da drinnen die Formen wahrnehmen können, die jemand einmal gemacht hat, sagen wir, die einmal ein Baumeister gemacht hat. Es wird also dieser Dampf empfinden können die Taten dieses Baumeisters. Wenn der Dampf dann abströmt, so kann er wiederum zum Ausdrucke bringen (rot), was da wahrgenommen worden ist als die Taten des Baumeisters.

[ 7 ] Aber nehmen wir an, dieser Baumeister hätte in einer ganz besonderen Weise gebaut. Nehmen wir an, dieser Baumeister wäre ein ganz außerordentlich universeller Baumeister, und er hätte das, was er da hineingebaut hat, zu einem Abbild des ganzen Weltenalls gemacht. Dann würde, wenn man nur das Fenster zuschließt, der Dampf da drinnen abtasten die Geheimnisse des ganzen Weltenalls. Sonst nimmt er wahr, was da von außen hereinglitzert; wenn man aber zuschließt, _ nimmt er dasjenige wahr, was innerlich ein Abbild des ganzen Weltenalls ist.

[ 7 ] Aber nehmen wir an, dieser Baumeister hätte in einer ganz besonderen Weise gebaut. Nehmen wir an, dieser Baumeister wäre ein ganz außerordentlich universeller Baumeister, und er hätte das, was er da hineingebaut hat, zu einem Abbild des ganzen Weltenalls gemacht. Dann würde, wenn man nur das Fenster zuschließt, der Dampf da drinnen abtasten die Geheimnisse des ganzen Weltenalls. Sonst nimmt er wahr, was da von außen hereinglitzert; wenn man aber zuschließt, _ nimmt er dasjenige wahr, was innerlich ein Abbild des ganzen Weltenalls ist.

Diagram 3Diagram 3

[ 8 ] Stellen Sie sich also vor, wir haben hier ein Abbild des Weltenalls (siehe Zeichnung). Im menschlichen Haupte, in den wunderbaren Windungen des Gehirnes haben wir ja wirklich ein Abbild des ganzen Weltenalls. Und wenn wir die Sinne zuschließen und dann die Atemluft, die ja durch den Rückenmarkskanal in das Haupt geht, durchströmen lassen, so gibt es eine Möglichkeit, die Geheimnisse dieses Gehirn-Innenraumes abzutasten. Nur darf man da nicht die Atemluft einfach in einer ungeordneten, chaotischen Weise tasten lassen — dann bekommt man nichts heraus —, sondern das muß in einer geordneten Weise geschehen.

[ 8 ] Stellen Sie sich also vor, wir haben hier ein Abbild des Weltenalls (siehe Zeichnung). Im menschlichen Haupte, in den wunderbaren Windungen des Gehirnes haben wir ja wirklich ein Abbild des ganzen Weltenalls. Und wenn wir die Sinne zuschließen und dann die Atemluft, die ja durch den Rückenmarkskanal in das Haupt geht, durchströmen lassen, so gibt es eine Möglichkeit, die Geheimnisse dieses Gehirn-Innenraumes abzutasten. Nur darf man da nicht die Atemluft einfach in einer ungeordneten, chaotischen Weise tasten lassen — dann bekommt man nichts heraus —, sondern das muß in einer geordneten Weise geschehen.

[ 9 ] Sie wissen, wenn man, sagen wir, Seide konstatieren will, so muß man ja auch in einer bestimmten Weise tasten. Man muß entgegenkommen dem, was man ertasten will. Aber wenn man das kann, wenn man entgegenkommen kann dem, was man ertasten will, dann kann man eben durchaus dasjenige finden, was da zu ertasten ist.

[ 9 ] Sie wissen, wenn man, sagen wir, Seide konstatieren will, so muß man ja auch in einer bestimmten Weise tasten. Man muß entgegenkommen dem, was man ertasten will. Aber wenn man das kann, wenn man entgegenkommen kann dem, was man ertasten will, dann kann man eben durchaus dasjenige finden, was da zu ertasten ist.

[ 10 ] In der Zeit, von der ich Ihnen gesprochen habe in diesen Tagen, wo die Menschen durch eine Regulierung ihres Atemprozesses zu den höheren Erkenntnissen kommen wollten, in der Zeit, in der das alte JogaSystem des Orients nun wirklich in seiner Blüte stand — denn das, wovon heute als der Joga-Übung gesprochen wird, das ist ja vielfach ein bloß Sekundäres —, da war tatsächlich das Bewußtsein vorhanden: Wenn du einatmest, wenn du die Atemluft in dein Haupt schickst, so kannst du die Geheimnisse des Weltenalls in dem Abbild dieses Weltenalls, in der besonderen Ausbreitung des Nervensystems in deinem Haupte ergreifen. Du mußt nur in der entsprechenden Weise dich mit dem Einatmungsprozesse verhalten.

[ 10 ] In der Zeit, von der ich Ihnen gesprochen habe in diesen Tagen, wo die Menschen durch eine Regulierung ihres Atemprozesses zu den höheren Erkenntnissen kommen wollten, in der Zeit, in der das alte JogaSystem des Orients nun wirklich in seiner Blüte stand — denn das, wovon heute als der Joga-Übung gesprochen wird, das ist ja vielfach ein bloß Sekundäres —, da war tatsächlich das Bewußtsein vorhanden: Wenn du einatmest, wenn du die Atemluft in dein Haupt schickst, so kannst du die Geheimnisse des Weltenalls in dem Abbild dieses Weltenalls, in der besonderen Ausbreitung des Nervensystems in deinem Haupte ergreifen. Du mußt nur in der entsprechenden Weise dich mit dem Einatmungsprozesse verhalten.

[ 11 ] Ich spreche jetzt nicht von dem, was später in einer dekadenten Weise da war, sondern von dem Ursprünglichen. Und das Ursprüngliche war dieses. Man sagte sich: Wenn man einatmet und den Atem so gestaltet, daß man ihn hinaufschickt in dieses innere Gewölbe des Hauptes, das ein Abdruck des ganzen Weltenalls ist, aber so, daß man in die Atemluft hineinlegt einen Laut, der zwischen a und o ist oder zwischen a und u, wenn man also a-u hineingibt in die Atemluft, dann formt man sie so, daß so, wie die Hand geeignet ist außen etwas abzutasten, der Ton geeignet wird, das Weltengeheimnis da drinnen abzutasten. Und man bekommt es in das Bewußtsein herein, wenn man dann diesen Atemprozeß so fortsetzt, daß man ihn auslaufen läßt in absolut devotionelle Stimmung gegenüber dem, was man da abgetastet hat. Wenn man also das hat, was man erlangt, indem man einatmet, indem man die Atemluft ausschickt und in dem a-u mit ihr abtastet, wenn man dann in die devotionelle Stimmung sich versetzt, hingebungsvoll zur Welt wird, und dasjenige, was man da erkundet hat, ausgießt in eine absolute Hingabe, dann den Atmungsprozeß auslaufen läßt in «m», so hat man in einem solchen Atmungsprozeß, der sich innerlich formt zu dem «aum», dann aufgefangen — aus der Nachbildung, aus der Nerven-Nachbildung des Weltenalls im Innern — das Geheimnis des Weltenalls. Und man hat es zum Leben gebracht, das bewußt werden kann in der, in dem Laute «m» ausgehauchten Luft. Sie haben in dem, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, einen Hinweis darauf,wovon ausgegangen ist einmal die ursprüngliche Joga-Schulung.

[ 11 ] Ich spreche jetzt nicht von dem, was später in einer dekadenten Weise da war, sondern von dem Ursprünglichen. Und das Ursprüngliche war dieses. Man sagte sich: Wenn man einatmet und den Atem so gestaltet, daß man ihn hinaufschickt in dieses innere Gewölbe des Hauptes, das ein Abdruck des ganzen Weltenalls ist, aber so, daß man in die Atemluft hineinlegt einen Laut, der zwischen a und o ist oder zwischen a und u, wenn man also a-u hineingibt in die Atemluft, dann formt man sie so, daß so, wie die Hand geeignet ist außen etwas abzutasten, der Ton geeignet wird, das Weltengeheimnis da drinnen abzutasten. Und man bekommt es in das Bewußtsein herein, wenn man dann diesen Atemprozeß so fortsetzt, daß man ihn auslaufen läßt in absolut devotionelle Stimmung gegenüber dem, was man da abgetastet hat. Wenn man also das hat, was man erlangt, indem man einatmet, indem man die Atemluft ausschickt und in dem a-u mit ihr abtastet, wenn man dann in die devotionelle Stimmung sich versetzt, hingebungsvoll zur Welt wird, und dasjenige, was man da erkundet hat, ausgießt in eine absolute Hingabe, dann den Atmungsprozeß auslaufen läßt in «m», so hat man in einem solchen Atmungsprozeß, der sich innerlich formt zu dem «aum», dann aufgefangen — aus der Nachbildung, aus der Nerven-Nachbildung des Weltenalls im Innern — das Geheimnis des Weltenalls. Und man hat es zum Leben gebracht, das bewußt werden kann in der, in dem Laute «m» ausgehauchten Luft. Sie haben in dem, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, einen Hinweis darauf,wovon ausgegangen ist einmal die ursprüngliche Joga-Schulung.

[ 12 ] Diese Joga-Schulung sagte sich: In meinem Haupte ist das Geheimnis des ganzen Weltenalls. Ich kann es abtasten, indem ich einatme. Im Einatmen wird das Geheimnis des Weltenalls durch mich selbst enthüllt. Ich erfasse es, dieses Geheimnis des Weltenalls. Aber ich kann es nur behalten — es bleibt sonst im Unbewußten liegen —, wenn ich in absolut devotioneller Hingabe an das Weltenall mich dann auslebe. Und so wird denn erkannt, indem gestaltet wird der Einatmungsprozeß zu dem Weltenworte, zu dem, was schöpferisch schaffend die Welt durchwellt und durchwebt, und indem das erfaßt wird und in der absoluten Hingabe an das Weltenall ausgehaucht wird: Einatmung, das ist Offenbarung des Weltenwortes, Ausatmung, das ist innerliche Verdichtung des Weltenwortes, das Bekenntnis zum Weltenwort. So wird zusammengefaßt die Erkundung des Weltenwortes durch den Menschen und die Formulierung des Weltenwortes durch den Menschen, indem erkannt wird: Einatmung ist Offenbarung, Ausatmung ist Bekenntnis, und «aum» ist die Zusammenfassung von Offenbarung und Bekenntnis, das Beleben des Weltengeheimnisses in sich, das Sichbekennen zu diesem Weltengeheimnis in sich.

[ 12 ] Diese Joga-Schulung sagte sich: In meinem Haupte ist das Geheimnis des ganzen Weltenalls. Ich kann es abtasten, indem ich einatme. Im Einatmen wird das Geheimnis des Weltenalls durch mich selbst enthüllt. Ich erfasse es, dieses Geheimnis des Weltenalls. Aber ich kann es nur behalten — es bleibt sonst im Unbewußten liegen —, wenn ich in absolut devotioneller Hingabe an das Weltenall mich dann auslebe. Und so wird denn erkannt, indem gestaltet wird der Einatmungsprozeß zu dem Weltenworte, zu dem, was schöpferisch schaffend die Welt durchwellt und durchwebt, und indem das erfaßt wird und in der absoluten Hingabe an das Weltenall ausgehaucht wird: Einatmung, das ist Offenbarung des Weltenwortes, Ausatmung, das ist innerliche Verdichtung des Weltenwortes, das Bekenntnis zum Weltenwort. So wird zusammengefaßt die Erkundung des Weltenwortes durch den Menschen und die Formulierung des Weltenwortes durch den Menschen, indem erkannt wird: Einatmung ist Offenbarung, Ausatmung ist Bekenntnis, und «aum» ist die Zusammenfassung von Offenbarung und Bekenntnis, das Beleben des Weltengeheimnisses in sich, das Sichbekennen zu diesem Weltengeheimnis in sich.

[ 13 ] Bei uns heute, in unserer gegenwärtigen Epoche, ist der Ton weiter heraufgerückt. Der Ton lebt sich aus in den wirklichen, konkreten, nicht in den intellektualistischen Gedanken. So daß wir sagen können: Die Einatmung wird zum Gedanken, und die Ausatmung wird zu dem willentlichen Ausleben des Gedankens. Das heißt, wir zerlegen dasjenige, was einstmals Einatmung als Offenbarung, Ausatmung als Bekenntnis war, in Gedankenübung und Willensübung, und bekommen dadurch — ebenfalls in Gedanken, aber in dem in der Meditation erübten Gedanken — die Offenbarung, und in den Willensübungen, die ja auf der anderen Seite ausgeführt werden, das Bekenntnis zu dem Geoffenbarten.

[ 13 ] Bei uns heute, in unserer gegenwärtigen Epoche, ist der Ton weiter heraufgerückt. Der Ton lebt sich aus in den wirklichen, konkreten, nicht in den intellektualistischen Gedanken. So daß wir sagen können: Die Einatmung wird zum Gedanken, und die Ausatmung wird zu dem willentlichen Ausleben des Gedankens. Das heißt, wir zerlegen dasjenige, was einstmals Einatmung als Offenbarung, Ausatmung als Bekenntnis war, in Gedankenübung und Willensübung, und bekommen dadurch — ebenfalls in Gedanken, aber in dem in der Meditation erübten Gedanken — die Offenbarung, und in den Willensübungen, die ja auf der anderen Seite ausgeführt werden, das Bekenntnis zu dem Geoffenbarten.

[ 14 ] Für die neuere Menschheit ist es so: Was vorher im bloßen AtmungsProzesse erlebt worden ist, und was im Einatmungsprozesse zum Vokalton, im Ausatmungsprozesse zum Konsonantenton geformt worden ist, das lebt sich auf mehr seelische Art aus in dem innerlich kontemplierten Gedanken, der aber vom Willen durchdrungen wird in devotioneller Hingabe an das Weltenall. So ist der Prozeß derselbe, nur verseelischt, verinnerlicht. Aber auch hier besteht der Prozeß darin, daß wahrgenommen wird das innerliche Erleben des Weltenalls in seinen Geheimnissen und das Bekennen zu diesem Weltenall, zu der geistigen Grundlage dieses Weltenalls.

[ 14 ] Für die neuere Menschheit ist es so: Was vorher im bloßen AtmungsProzesse erlebt worden ist, und was im Einatmungsprozesse zum Vokalton, im Ausatmungsprozesse zum Konsonantenton geformt worden ist, das lebt sich auf mehr seelische Art aus in dem innerlich kontemplierten Gedanken, der aber vom Willen durchdrungen wird in devotioneller Hingabe an das Weltenall. So ist der Prozeß derselbe, nur verseelischt, verinnerlicht. Aber auch hier besteht der Prozeß darin, daß wahrgenommen wird das innerliche Erleben des Weltenalls in seinen Geheimnissen und das Bekennen zu diesem Weltenall, zu der geistigen Grundlage dieses Weltenalls.

[ 15 ] Wir können auch noch folgende Gedanken vor uns hinstellen. Wir können sagen: Der Mensch wird aus dem Lichte heraus geboren, und sein Inneres, das Innere seines Hauptes ist Ergebnis des Lichtes. Das ganze Nervensystem ist ja Ergebnis des Lichtes. Nicht bloß durch das Auge, sondern auch durch die anderen Sinne wird Licht vermittelt. Das Auge ist nur dasjenige, was im hauptsächlichsten Sinne Licht vermittelt. Wir können von blinden Menschen nicht sagen, daß sie vom Lichte ganz abgeschlossen sind. Das Licht arbeitet in ihnen; es ist nur ihre bewußte Wahrnehmung des Lichtes weg.

[ 15 ] Wir können auch noch folgende Gedanken vor uns hinstellen. Wir können sagen: Der Mensch wird aus dem Lichte heraus geboren, und sein Inneres, das Innere seines Hauptes ist Ergebnis des Lichtes. Das ganze Nervensystem ist ja Ergebnis des Lichtes. Nicht bloß durch das Auge, sondern auch durch die anderen Sinne wird Licht vermittelt. Das Auge ist nur dasjenige, was im hauptsächlichsten Sinne Licht vermittelt. Wir können von blinden Menschen nicht sagen, daß sie vom Lichte ganz abgeschlossen sind. Das Licht arbeitet in ihnen; es ist nur ihre bewußte Wahrnehmung des Lichtes weg.

[ 16 ] Und der Ton, der lebt eigentlich im ganzen Organismus. Der Ton lebt in uns. Der Ton lebt nicht nur im Ohre, das Ohr ist nur ein Wahrnehmungsorgan für den Ton. Indem wir einen Ton erleben, erleben wir ihn mit dem ganzen Organismus. Eine Symphonie erleben wir immer mit dem ganzen Organismus. Wenn wir einem Musikstück zuhören, so ist eigentlich der innere Vorgang der folgende: Wir versetzen unseren ganzen Atmungsprozeß in eine ganz bestimmte Rhythmik, in ganz bestimmte musikalische Vorgänge, die eben durch die Komposition veranlaßt werden. Diese Gestaltungen unseres luftförmigen Inneren schlagen an die Formen des Gehirnes an; wie sie da zurückgestoßen werden, das gibt uns den musikalischen Eindruck. Es ist eigentlich immer in uns ein Abtasten des Lichtes durch den Ton.

[ 16 ] Und der Ton, der lebt eigentlich im ganzen Organismus. Der Ton lebt in uns. Der Ton lebt nicht nur im Ohre, das Ohr ist nur ein Wahrnehmungsorgan für den Ton. Indem wir einen Ton erleben, erleben wir ihn mit dem ganzen Organismus. Eine Symphonie erleben wir immer mit dem ganzen Organismus. Wenn wir einem Musikstück zuhören, so ist eigentlich der innere Vorgang der folgende: Wir versetzen unseren ganzen Atmungsprozeß in eine ganz bestimmte Rhythmik, in ganz bestimmte musikalische Vorgänge, die eben durch die Komposition veranlaßt werden. Diese Gestaltungen unseres luftförmigen Inneren schlagen an die Formen des Gehirnes an; wie sie da zurückgestoßen werden, das gibt uns den musikalischen Eindruck. Es ist eigentlich immer in uns ein Abtasten des Lichtes durch den Ton.

[ 17 ] Halten Sie das fest, daß in uns fortwährend stattfindet ein Abtasten des Lichtes durch den Ton. Die Tonwelt in uns, der tönende Organismus, der ist eigentlich ein Tastorgan für das Licht. Das Licht ist eigentlich immer das Äußere, der Ton ist eigentlich immer das Innere.

[ 17 ] Halten Sie das fest, daß in uns fortwährend stattfindet ein Abtasten des Lichtes durch den Ton. Die Tonwelt in uns, der tönende Organismus, der ist eigentlich ein Tastorgan für das Licht. Das Licht ist eigentlich immer das Äußere, der Ton ist eigentlich immer das Innere.

[ 18 ] Gedanken — Einatmung: Offenbarung

[ 18 ] Gedanken — Einatmung: Offenbarung

[ 19 ] Willen — Ausatmung: Bekenntnis

[ 19 ] Willen — Ausatmung: Bekenntnis

[ 20 ] Abtasten des Lichtes -> Äußeres durch den Ton -> Inneres

[ 20 ] Abtasten des Lichtes -> Äußeres durch den Ton -> Inneres

[ 21 ] Abtasten der Weltgedanken durch den Menschenwillen.

[ 21 ] Abtasten der Weltgedanken durch den Menschenwillen.

[ 22 ] Das Innere tastet das Außere ab. Wir fassen uns unserem Wesen nach eigentlich auch nur in der richtigen Weise, wenn wir uns als ein Spezialwesen, herausgehoben aus der Sphärenharmonie der Welt, erfassen. Dieses Wesen, das tastet im Lichte herum, und in den Konfigurationen des Lichtes erkennt der Ton das Wesen der Welt. Nur in unserer Epoche ist es so, daß wir eigentlich ein Abtasten der Weltgedanken durch den Menschenwillen haben (siehe Schema). Wir tasten mit dem Willen die Weltgedanken ab. Der Wille steht hier statt des Tones. Der Gedanke steht nach der anderen Seite statt des Lichtes. Wie gesagt, diese Dinge sind sehr schwer in intellektualistisch-abstrakte Formen zu bringen. Aber das, was ich bildlich vor Sie hinzustellen versuchte, das wird Sie in diese Dinge hineinbringen, wenn Sie ein wenig darüber nachsinnen, wenn Sie sich klar werden, daß das Darinnenstehen des Menschen in der Welt wirklich so ist, daß der Mensch in seinem Haupte ein Abbild hat des ganzen Kosmos. Der Mensch ist in der Tat in bezug auf sein Haupt ein Abbild des ganzen Kosmos.

[ 22 ] Das Innere tastet das Außere ab. Wir fassen uns unserem Wesen nach eigentlich auch nur in der richtigen Weise, wenn wir uns als ein Spezialwesen, herausgehoben aus der Sphärenharmonie der Welt, erfassen. Dieses Wesen, das tastet im Lichte herum, und in den Konfigurationen des Lichtes erkennt der Ton das Wesen der Welt. Nur in unserer Epoche ist es so, daß wir eigentlich ein Abtasten der Weltgedanken durch den Menschenwillen haben (siehe Schema). Wir tasten mit dem Willen die Weltgedanken ab. Der Wille steht hier statt des Tones. Der Gedanke steht nach der anderen Seite statt des Lichtes. Wie gesagt, diese Dinge sind sehr schwer in intellektualistisch-abstrakte Formen zu bringen. Aber das, was ich bildlich vor Sie hinzustellen versuchte, das wird Sie in diese Dinge hineinbringen, wenn Sie ein wenig darüber nachsinnen, wenn Sie sich klar werden, daß das Darinnenstehen des Menschen in der Welt wirklich so ist, daß der Mensch in seinem Haupte ein Abbild hat des ganzen Kosmos. Der Mensch ist in der Tat in bezug auf sein Haupt ein Abbild des ganzen Kosmos.

[ 23 ] Indem der menschliche Embryo im Mutterleibe gebildet wird, wird er auch zunächst als ein Abbild des Kosmos gebildet. Das erste ist, daß ja im Leibe der Mutter der Mensch als ein Abbild des Kosmos gebildet wird. Zuerst ist der Mensch im Grunde genommen Gehirn, Abbild des Kosmos. Sie können den Kosmos studieren, indem Sie den menschlichen Embryo in seinen ersten Stadien studieren. Erst später kommt über ihn das, was nun nicht mehr ein Abbild des Kosmos ist, sondern was man so beschreiben muß: Wenn Sie hier die Erde haben, darauf den Menschen, so tritt — indem ein Stück genommen wird vom Embryo — hinzu das, was an Kräften, parallel der Oberfläche, die Erde in Rhythmen umkreist. Es wird der Brustorganismus gebildet, der eigentlich aus Strömungen geschaffen wird, die um die Erde herumkreisen. Sie haben ja, wenn Sie wollen, diese Strömungen noch in den Rippen nachgebildet. Zuallerletzt kommt die Wirkung des Erdenorganismus selber. Da werden die Strömungen von unten heraufgeschickt: Sie haben ja in den beiden Beinen ganz genau den Ausdruck davon, wie diese Strömungen verlaufen. So daß ich den Menschen zeichnen kann als Strömungen, die von der Erde ausgehen, als Strömungen, die die Erde umkreisen, die mit seiner Brustorganisation zusammenhängen, und oben als Kopf, das Abbild des ganzen Weltenalls.

[ 23 ] Indem der menschliche Embryo im Mutterleibe gebildet wird, wird er auch zunächst als ein Abbild des Kosmos gebildet. Das erste ist, daß ja im Leibe der Mutter der Mensch als ein Abbild des Kosmos gebildet wird. Zuerst ist der Mensch im Grunde genommen Gehirn, Abbild des Kosmos. Sie können den Kosmos studieren, indem Sie den menschlichen Embryo in seinen ersten Stadien studieren. Erst später kommt über ihn das, was nun nicht mehr ein Abbild des Kosmos ist, sondern was man so beschreiben muß: Wenn Sie hier die Erde haben, darauf den Menschen, so tritt — indem ein Stück genommen wird vom Embryo — hinzu das, was an Kräften, parallel der Oberfläche, die Erde in Rhythmen umkreist. Es wird der Brustorganismus gebildet, der eigentlich aus Strömungen geschaffen wird, die um die Erde herumkreisen. Sie haben ja, wenn Sie wollen, diese Strömungen noch in den Rippen nachgebildet. Zuallerletzt kommt die Wirkung des Erdenorganismus selber. Da werden die Strömungen von unten heraufgeschickt: Sie haben ja in den beiden Beinen ganz genau den Ausdruck davon, wie diese Strömungen verlaufen. So daß ich den Menschen zeichnen kann als Strömungen, die von der Erde ausgehen, als Strömungen, die die Erde umkreisen, die mit seiner Brustorganisation zusammenhängen, und oben als Kopf, das Abbild des ganzen Weltenalls.

Diagram 4Diagram 4

[ 24 ] Was sich im Kopfe abspielt, ist eigentlich immer ein Abbild des ganzen Weltenalls, durch das ganze Leben hindurch. Der Mensch, indem er die Kopforganisation hat, trägt in sich ein Abbild des ganzen Weltenalls. Er muß es nur wahrnehmen. Er würde es nicht wahrnehmen, wenn er nicht von der Erde aus dazu organisiert wäre. Eigentlich nimmt die Erde das Weltenall durch den Menschen wahr: der Brustorganismus ist die Vermittelung. Vom Kosmos herein wird die Einatmung bewirkt, von der Erde wird die Ausatmung bewirkt. Der Kosmos gibt uns den reinen Sauerstoff, die Erde bewirkt, daß sich dieser Sauerstoff durchdringt mit Kohlenstoff und so zu der totmachenden, ausgeatmeten Luft formiert wird. Aber indem diese Totenluft da gebildet wird, wird begriffen.

[ 24 ] Was sich im Kopfe abspielt, ist eigentlich immer ein Abbild des ganzen Weltenalls, durch das ganze Leben hindurch. Der Mensch, indem er die Kopforganisation hat, trägt in sich ein Abbild des ganzen Weltenalls. Er muß es nur wahrnehmen. Er würde es nicht wahrnehmen, wenn er nicht von der Erde aus dazu organisiert wäre. Eigentlich nimmt die Erde das Weltenall durch den Menschen wahr: der Brustorganismus ist die Vermittelung. Vom Kosmos herein wird die Einatmung bewirkt, von der Erde wird die Ausatmung bewirkt. Der Kosmos gibt uns den reinen Sauerstoff, die Erde bewirkt, daß sich dieser Sauerstoff durchdringt mit Kohlenstoff und so zu der totmachenden, ausgeatmeten Luft formiert wird. Aber indem diese Totenluft da gebildet wird, wird begriffen.

Diagram 5Diagram 5

[ 25 ] Das Begreifen hat immer zu tun mit dem Absterbenden im Menschen. Wir sterben eigentlich durch unser Begreifen, wir leben durch den Kosmos. Aber wir würden sehr rasch leben, wenn wir nur dem Kosmos hingegeben wären. Der Kosmos versorgt uns am meisten mit Leben noch während unseres Embryozustandes, dann nimmt uns allmählich der Umkreis der Erde in Arbeit, später das, was von der Erde heraufströmt. Dadurch wird dasjenige vermittelt, was der Kosmos unserem Organismus an Leben gibt, bis das Quantum von Leben, das uns der Kosmos gibt, eben aufgezehrt ist. Der Kosmos belebt uns, die Erde tötet uns als physischen Organismus und auch als ätherischen Organismus. Nur ist es so, daß an unserem ätherischen Organismus vorzugsweise der Kosmos seinen Anteil hat, an unserem physischen Organismus hat vorzugsweise unsere Erde ihren Anteil.

[ 25 ] Das Begreifen hat immer zu tun mit dem Absterbenden im Menschen. Wir sterben eigentlich durch unser Begreifen, wir leben durch den Kosmos. Aber wir würden sehr rasch leben, wenn wir nur dem Kosmos hingegeben wären. Der Kosmos versorgt uns am meisten mit Leben noch während unseres Embryozustandes, dann nimmt uns allmählich der Umkreis der Erde in Arbeit, später das, was von der Erde heraufströmt. Dadurch wird dasjenige vermittelt, was der Kosmos unserem Organismus an Leben gibt, bis das Quantum von Leben, das uns der Kosmos gibt, eben aufgezehrt ist. Der Kosmos belebt uns, die Erde tötet uns als physischen Organismus und auch als ätherischen Organismus. Nur ist es so, daß an unserem ätherischen Organismus vorzugsweise der Kosmos seinen Anteil hat, an unserem physischen Organismus hat vorzugsweise unsere Erde ihren Anteil.

Diagram 6Diagram 6

[ 26 ] Wenn Sie das alles bedenken und sich sagen: Einmal wurde zur Pflege des höheren Wissens ein geregelter Atmungsprozeß vollzogen, zu dem Zwecke vollzogen, um die Geheimnisse des Weltenalls im Menschen zu erkunden, dann werden Sie darauf kommen, wie in den Zeiten ursprünglicher Menschenbestrebungen der Mensch innerlich fühlte, wie er zusammenhängt mit dem ganzen Weltenall, und wie er erleben wollte das Weltenwort durch den Einatmungsprozeß, opfern wollte dem Weltenworte durch den Ausatmungsprozeß; wie er sich hineinstellen wollte im Joga-Atmen in den Weltenprozeß mit seinem Bewußtsein. Unbewußt steht er ja natürlich stets drinnen in diesem Weltenprozeß. Aus der äußeren Beschreibung, die heute gegeben wird von diesem Joga-Atmen, erlangt man keine wirkliche Erkenntnis darüber, was damit eigentlich angestrebt worden ist. Aber man erlangt eine solche wirkliche Erkenntnis dadurch, daß man sich durch die heutige anthroposophische Geisteswissenschaft zu solcher Erkenntnis durchringt. Die Menschen haben keine Dokumente über die Art und Weise, wie das ursprünglich war. In den Zeiten, aus denen man Dokumente darüber hat, da waren diese Dinge schon nicht mehr in der ursprünglichen Weise vorhanden. Auf die eigentlichen Geheimnisse des Menschenursprungs auf der Erde muß man ohne Dokumente kommen, sonst muß man darauf verzichten. Wer also nur durch äußere Dokumente, die sich erhalten haben aus älteren Zeiten, auf die Dinge kommen will, der kommt eben nicht darauf, sondern lediglich der wird darauf kommen, der zurückschauen kann auf viel ursprünglichere Zustände als diejenigen, die durch äußere Dokumente bekundet werden. Auf das Geheimnis des orientalischen Aum-Gebetes, wenn ich es so nennen darf — ich könnte ebensogut sagen: der Aum-Erkenntnisformel, denn beides war darinnen —, kommt man nur, wenn man den Zusammenhang des Menschen mit der Welt in Ein- und Ausatmen wirklich kennt. Wenn man weiß, daß, wie die Luft, die sonst eben durchaus nicht bestimmte Töne gibt, zu bestimmten Tönen geformt wird, sobald man verschieden gestimmte Saiten hat, daß ebenso die eingeatmete Luft, die man mit dem Aum-Laute durch das Gehirn schickt, innerlich das ganze Weltengeheimnis ausdrückt, wenn man das weiß, dann kennt man den Menschenzusammenhang mit dem Weltenall. Man tastet ab, wie man eigentlich geworden ist. Indem der Mensch vor seiner Empfängnis in der geistig-seelischen Welt gelebt hat, war er ja eben in der Geistwelt. Aber indem er jetzt heruntersteigt, geht er durch die ganze Konfiguration des Kosmos im Äther durch, sammelt sich den Äther. In diesem Momente nimmt er alle Geheimnisse des Weltenalls auf, prägt sie dann nach und nach in sein Gehirn ein. Und das ganz kleine Kind prägt eigentlich noch das, was die Seele vom Gesamtgeheimnis des Weltenalls erlebt hat, nach und nach in das Gehirn hinein. Und später findet man wiederum dieses Geheimnis, wenn man — in alten Zeiten in der Atemluft und jetzt mit dem Gedanken — innerlich dieses Weltengeheimnis wiederum zu erleben strebt.

[ 26 ] Wenn Sie das alles bedenken und sich sagen: Einmal wurde zur Pflege des höheren Wissens ein geregelter Atmungsprozeß vollzogen, zu dem Zwecke vollzogen, um die Geheimnisse des Weltenalls im Menschen zu erkunden, dann werden Sie darauf kommen, wie in den Zeiten ursprünglicher Menschenbestrebungen der Mensch innerlich fühlte, wie er zusammenhängt mit dem ganzen Weltenall, und wie er erleben wollte das Weltenwort durch den Einatmungsprozeß, opfern wollte dem Weltenworte durch den Ausatmungsprozeß; wie er sich hineinstellen wollte im Joga-Atmen in den Weltenprozeß mit seinem Bewußtsein. Unbewußt steht er ja natürlich stets drinnen in diesem Weltenprozeß. Aus der äußeren Beschreibung, die heute gegeben wird von diesem Joga-Atmen, erlangt man keine wirkliche Erkenntnis darüber, was damit eigentlich angestrebt worden ist. Aber man erlangt eine solche wirkliche Erkenntnis dadurch, daß man sich durch die heutige anthroposophische Geisteswissenschaft zu solcher Erkenntnis durchringt. Die Menschen haben keine Dokumente über die Art und Weise, wie das ursprünglich war. In den Zeiten, aus denen man Dokumente darüber hat, da waren diese Dinge schon nicht mehr in der ursprünglichen Weise vorhanden. Auf die eigentlichen Geheimnisse des Menschenursprungs auf der Erde muß man ohne Dokumente kommen, sonst muß man darauf verzichten. Wer also nur durch äußere Dokumente, die sich erhalten haben aus älteren Zeiten, auf die Dinge kommen will, der kommt eben nicht darauf, sondern lediglich der wird darauf kommen, der zurückschauen kann auf viel ursprünglichere Zustände als diejenigen, die durch äußere Dokumente bekundet werden. Auf das Geheimnis des orientalischen Aum-Gebetes, wenn ich es so nennen darf — ich könnte ebensogut sagen: der Aum-Erkenntnisformel, denn beides war darinnen —, kommt man nur, wenn man den Zusammenhang des Menschen mit der Welt in Ein- und Ausatmen wirklich kennt. Wenn man weiß, daß, wie die Luft, die sonst eben durchaus nicht bestimmte Töne gibt, zu bestimmten Tönen geformt wird, sobald man verschieden gestimmte Saiten hat, daß ebenso die eingeatmete Luft, die man mit dem Aum-Laute durch das Gehirn schickt, innerlich das ganze Weltengeheimnis ausdrückt, wenn man das weiß, dann kennt man den Menschenzusammenhang mit dem Weltenall. Man tastet ab, wie man eigentlich geworden ist. Indem der Mensch vor seiner Empfängnis in der geistig-seelischen Welt gelebt hat, war er ja eben in der Geistwelt. Aber indem er jetzt heruntersteigt, geht er durch die ganze Konfiguration des Kosmos im Äther durch, sammelt sich den Äther. In diesem Momente nimmt er alle Geheimnisse des Weltenalls auf, prägt sie dann nach und nach in sein Gehirn ein. Und das ganz kleine Kind prägt eigentlich noch das, was die Seele vom Gesamtgeheimnis des Weltenalls erlebt hat, nach und nach in das Gehirn hinein. Und später findet man wiederum dieses Geheimnis, wenn man — in alten Zeiten in der Atemluft und jetzt mit dem Gedanken — innerlich dieses Weltengeheimnis wiederum zu erleben strebt.

[ 27 ] Es konfiguriert sich auch die Gedankenkraft, die ja nichts anderes ist als eine verdünnte Atemkraft, wenn sie wirklich durch das Gehirn geleitet wird. Der moderne Mensch tut das nicht. Der moderne Mensch leitet eigentlich nicht Gedankenkraft durch das Gehirn, sondern er hört überall die Worte, die in seiner Sprache gesprochen werden und in denen auch so die Gedanken drinnen leben, und dann leitet er das, was er innerlich nachplappert aus seinem Nationalbestand, durch sich durch. Und dabei erobert er sich gar nichts an inneren Erkenntnissen, sondern schreibt höchstens dann Bücher darüber, daß man ja nur die Sprache hat, und durch die Sprache nichts erkennen kann. Er schreibt dann eine Kritik der Sprache, weil er keine Ahnung davon hat, worauf die Gedankenkraft stößt, weil er nur weiß, was gewissermaßen aufgezeichnet ist in den Worten. Der moderne Mensch ist ja nur ein Resonanzboden für die Worte. Und wenn er dann scharfsinnig ist, wie Fritz Mauthner, dann schreibt er eben Bücher darüber, daß die Worte ja eigentlich nichts vom Wesen der Welt enthalten.

[ 27 ] Es konfiguriert sich auch die Gedankenkraft, die ja nichts anderes ist als eine verdünnte Atemkraft, wenn sie wirklich durch das Gehirn geleitet wird. Der moderne Mensch tut das nicht. Der moderne Mensch leitet eigentlich nicht Gedankenkraft durch das Gehirn, sondern er hört überall die Worte, die in seiner Sprache gesprochen werden und in denen auch so die Gedanken drinnen leben, und dann leitet er das, was er innerlich nachplappert aus seinem Nationalbestand, durch sich durch. Und dabei erobert er sich gar nichts an inneren Erkenntnissen, sondern schreibt höchstens dann Bücher darüber, daß man ja nur die Sprache hat, und durch die Sprache nichts erkennen kann. Er schreibt dann eine Kritik der Sprache, weil er keine Ahnung davon hat, worauf die Gedankenkraft stößt, weil er nur weiß, was gewissermaßen aufgezeichnet ist in den Worten. Der moderne Mensch ist ja nur ein Resonanzboden für die Worte. Und wenn er dann scharfsinnig ist, wie Fritz Mauthner, dann schreibt er eben Bücher darüber, daß die Worte ja eigentlich nichts vom Wesen der Welt enthalten.

[ 28 ] Aber damit kommt man dem Menschen nicht nahe. Und man kommt der Welt nicht nahe, insbesondere nicht dem Verhältnis des Menschen zur Welt. Man muß sich schon klar darüber sein, daß es ein tiefes Wahrwort ist, daß der Mensch «Mensch» ist durch den göttlichen Odem, durch die eingeatmete Luft. Denn dadurch, durch diese eingeatmete Luft, entdeckt er die ganze Welt in sich, entdeckt er, wie er ein Mikrokosmos ist.

[ 28 ] Aber damit kommt man dem Menschen nicht nahe. Und man kommt der Welt nicht nahe, insbesondere nicht dem Verhältnis des Menschen zur Welt. Man muß sich schon klar darüber sein, daß es ein tiefes Wahrwort ist, daß der Mensch «Mensch» ist durch den göttlichen Odem, durch die eingeatmete Luft. Denn dadurch, durch diese eingeatmete Luft, entdeckt er die ganze Welt in sich, entdeckt er, wie er ein Mikrokosmos ist.

[ 29 ] Wenn Sie das, was ich gerade heute dargelegt habe, nach allen Seiten durchsinnen, dann werden Sie sehen, daß Sie auf ganz bedeutsame Zusammenhänge nach und nach gestoßen werden. Sie müssen nur nicht glauben, es sei so eine Schrulle, daß ich zunächst bloß ein Bild hingemalt habe. Es ist schon notwendig, daß man nicht mit unseren abstrakten Worten diese Dinge charakterisiert, sondern daß man dem Tatbestande durch Bilder nahezukommen sucht.

[ 29 ] Wenn Sie das, was ich gerade heute dargelegt habe, nach allen Seiten durchsinnen, dann werden Sie sehen, daß Sie auf ganz bedeutsame Zusammenhänge nach und nach gestoßen werden. Sie müssen nur nicht glauben, es sei so eine Schrulle, daß ich zunächst bloß ein Bild hingemalt habe. Es ist schon notwendig, daß man nicht mit unseren abstrakten Worten diese Dinge charakterisiert, sondern daß man dem Tatbestande durch Bilder nahezukommen sucht.

[ 30 ] Damit habe ich Ihnen, wie ich glaube, ein sehr wichtiges Kapitel der anthroposophischen Geisteswissenschaft angedeutet und werde es dann morgen weiter ausgestalten.

[ 30 ] Damit habe ich Ihnen, wie ich glaube, ein sehr wichtiges Kapitel der anthroposophischen Geisteswissenschaft angedeutet und werde es dann morgen weiter ausgestalten.