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Human Questions and Cosmic Answers
GA 213

24 June 1922, Dornach

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Menschenfragen und Weltenantworten
  1. Human Questions and Cosmic Answers, tr. SOL

Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Ich werde heute einiges auseinanderzusetzen haben, das scheinbar etwas abliegt von den konkreteren Betrachtungen unserer Anthroposophie, das aber dennoch die Grundlage von vielen Anschauungen bilden muß, und auf das dann in intimeren Betrachtungen manches gebaut werden kann.

[ 1 ] Ich werde heute einiges auseinanderzusetzen haben, das scheinbar etwas abliegt von den konkreteren Betrachtungen unserer Anthroposophie, das aber dennoch die Grundlage von vielen Anschauungen bilden muß, und auf das dann in intimeren Betrachtungen manches gebaut werden kann.

[ 2 ] Wenn wir sprechen von dem Physisch-Leiblichen des Menschen auf der einen Seite und dem Geistig-Seelischen auf der anderen Seite, dann liegt ja für die Erkenntnis, für das Auffassungsvermögen des Menschen eine Schwierigkeit vor. Der Mensch kann verhältnismäßig leicht Vorstellungen gewinnen über das Physisch-Leibliche. Dieses Physisch-Leibliche ist ihm ja durch die Sinne gegeben. Es gehört sozusagen zu demjenigen, was von allen Seiten seiner Umgebung ihm entgegentritt, ohne daß er dazu selbst Wesentliches tut, wenigstens insofern sein Bewußtsein in Betracht kommt. Anders liegt die Sache, wenn von dem Geistig-Seelischen gesprochen wird. Das Geistig-Seelische ist ja von der Art, daß der Mensch, wenn er unbefangen genug ist, ein deutliches Bewußtsein davon hat, daß es vorhanden ist. Die Menschheit hat ja auch immer in ihre Sprachen Bezeichnungen, Worte, Satzwendungen aufgenommen für das Geistig-Seelische, und schon die Tatsache, daß solche Worte, Wendungen, Bezeichnungen innerhalb der Sprache sich befinden, zeigt, daß für das unbefangene Bewußtsein immerhin doch etwas da ist, was den Menschen hinweist auf das Geistig-Seelische.

[ 2 ] Wenn wir sprechen von dem Physisch-Leiblichen des Menschen auf der einen Seite und dem Geistig-Seelischen auf der anderen Seite, dann liegt ja für die Erkenntnis, für das Auffassungsvermögen des Menschen eine Schwierigkeit vor. Der Mensch kann verhältnismäßig leicht Vorstellungen gewinnen über das Physisch-Leibliche. Dieses Physisch-Leibliche ist ihm ja durch die Sinne gegeben. Es gehört sozusagen zu demjenigen, was von allen Seiten seiner Umgebung ihm entgegentritt, ohne daß er dazu selbst Wesentliches tut, wenigstens insofern sein Bewußtsein in Betracht kommt. Anders liegt die Sache, wenn von dem Geistig-Seelischen gesprochen wird. Das Geistig-Seelische ist ja von der Art, daß der Mensch, wenn er unbefangen genug ist, ein deutliches Bewußtsein davon hat, daß es vorhanden ist. Die Menschheit hat ja auch immer in ihre Sprachen Bezeichnungen, Worte, Satzwendungen aufgenommen für das Geistig-Seelische, und schon die Tatsache, daß solche Worte, Wendungen, Bezeichnungen innerhalb der Sprache sich befinden, zeigt, daß für das unbefangene Bewußtsein immerhin doch etwas da ist, was den Menschen hinweist auf das Geistig-Seelische.

[ 3 ] Die Schwierigkeit entsteht aber sofort, wenn der Mensch die Welt des Physisch-Leiblichen und die Welt des Geistig-Seelischen in eine Beziehung bringen will. Und dieses Aufsuchen einer Beziehung bietet gerade für diejenigen, die sich, sagen wir, in philosophischer Weise mit solchen Fragen beschäftigen, die denkbar größten Schwierigkeiten. Sie wissen, daß das Leiblich-Physische im Raume ausgedehnt ist. Sie können sogar dieses Leiblich-Physische im Raume darstellen. Und der Mensch bekommt verhältnismäßig leicht Vorstellungen davon, weil er eben dasjenige, was ihm der Raum darbietet mit seinen drei Dimensionen, verwenden kann zu den Vorstellungen über das Leiblich-Physische. Aber der Mensch findet schließlich nirgends im Raume das Geistige als solches.

[ 3 ] Die Schwierigkeit entsteht aber sofort, wenn der Mensch die Welt des Physisch-Leiblichen und die Welt des Geistig-Seelischen in eine Beziehung bringen will. Und dieses Aufsuchen einer Beziehung bietet gerade für diejenigen, die sich, sagen wir, in philosophischer Weise mit solchen Fragen beschäftigen, die denkbar größten Schwierigkeiten. Sie wissen, daß das Leiblich-Physische im Raume ausgedehnt ist. Sie können sogar dieses Leiblich-Physische im Raume darstellen. Und der Mensch bekommt verhältnismäßig leicht Vorstellungen davon, weil er eben dasjenige, was ihm der Raum darbietet mit seinen drei Dimensionen, verwenden kann zu den Vorstellungen über das Leiblich-Physische. Aber der Mensch findet schließlich nirgends im Raume das Geistige als solches.

[ 4 ] Menschen, die da glauben, nicht materialistisch gesinnt zu sein, die es aber erst recht sind, die möchten sich allerdings auch das Geistig-Seelische im Raume vorstellen und kommen dadurch zu den bekannten spiritistischen Verirrungen. Die spiritistischen Verirrungen sind ja materialistische Verirrungen; sie sind ein Bestreben, das Geistig-Seelische in den Raum hereinzubringen. Aber ganz abgesehen davon ist es ja so, daß der Mensch sich seines eigenen Geistig-Seelischen bewußt ist. Er weiß, wie das Geistig-Seelische wirkt, denn er sagt sich, daß sein Gedanke, den er hegt, wenn er zum Beispiel sich vornimmt, im Raume eine Bewegung zu machen, sich umsetzt in die Bewegung vermittelst des Willens. Die Bewegung ist im Raume; aber von dem Gedanken kann der unbefangene Mensch nicht sagen, daß er im Raume ist. Und so haben sich gerade für das philosophische Denken die größten Schwierigkeiten ergeben. Man frägt: Wie kann das Seelisch-Geistige im Menschen, zu dem auch das Ich gehört, auf das Physisch-Leibliche, das im Raume ist, wirken? Wie kann ein Unräumliches auf ein Räumliches wirken?

[ 4 ] Menschen, die da glauben, nicht materialistisch gesinnt zu sein, die es aber erst recht sind, die möchten sich allerdings auch das Geistig-Seelische im Raume vorstellen und kommen dadurch zu den bekannten spiritistischen Verirrungen. Die spiritistischen Verirrungen sind ja materialistische Verirrungen; sie sind ein Bestreben, das Geistig-Seelische in den Raum hereinzubringen. Aber ganz abgesehen davon ist es ja so, daß der Mensch sich seines eigenen Geistig-Seelischen bewußt ist. Er weiß, wie das Geistig-Seelische wirkt, denn er sagt sich, daß sein Gedanke, den er hegt, wenn er zum Beispiel sich vornimmt, im Raume eine Bewegung zu machen, sich umsetzt in die Bewegung vermittelst des Willens. Die Bewegung ist im Raume; aber von dem Gedanken kann der unbefangene Mensch nicht sagen, daß er im Raume ist. Und so haben sich gerade für das philosophische Denken die größten Schwierigkeiten ergeben. Man frägt: Wie kann das Seelisch-Geistige im Menschen, zu dem auch das Ich gehört, auf das Physisch-Leibliche, das im Raume ist, wirken? Wie kann ein Unräumliches auf ein Räumliches wirken?

[ 5 ] Es sind die verschiedensten 'Theorien entstanden, welche mehr oder weniger alle an der Schwierigkeit leiden, das unräumliche GeistigSeelische in eine Beziehung zu bringen zu dem räumlichen Leiblich-Physischen. Man sagt, im Willen wirke das Geistig-Seelische auf das Leibliche. Aber zunächst kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein niemand sagen, wie der Gedanke in den Willen hineinfließt, und wie der Wille, der selber eine Art Geistiges ist, nun dazu kommt, in äußeren Bewegungsformen, in äußerer Betätigung zum Vorschein zu kommen.

[ 5 ] Es sind die verschiedensten 'Theorien entstanden, welche mehr oder weniger alle an der Schwierigkeit leiden, das unräumliche GeistigSeelische in eine Beziehung zu bringen zu dem räumlichen Leiblich-Physischen. Man sagt, im Willen wirke das Geistig-Seelische auf das Leibliche. Aber zunächst kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein niemand sagen, wie der Gedanke in den Willen hineinfließt, und wie der Wille, der selber eine Art Geistiges ist, nun dazu kommt, in äußeren Bewegungsformen, in äußerer Betätigung zum Vorschein zu kommen.

[ 6 ] Auf der anderen Seite wiederum sind die Vorgänge, die zum Beispiel durch die physische Welt in den Sinnen, also im Leiblichen hervorgerufen werden, im Raume ausgedehnt. Sie verwandeln sich, indem sie ein Geistig-Seelisches werden, in ein Unräumliches. Der Mensch kann aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein heraus nicht sagen, wie das Räumlich-Physische, das geschieht in der Sinneswahrnehmung, eine Wirkung ausübt auf das Nichträumliche, auf das Geistig-Seelische.

[ 6 ] Auf der anderen Seite wiederum sind die Vorgänge, die zum Beispiel durch die physische Welt in den Sinnen, also im Leiblichen hervorgerufen werden, im Raume ausgedehnt. Sie verwandeln sich, indem sie ein Geistig-Seelisches werden, in ein Unräumliches. Der Mensch kann aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein heraus nicht sagen, wie das Räumlich-Physische, das geschieht in der Sinneswahrnehmung, eine Wirkung ausübt auf das Nichträumliche, auf das Geistig-Seelische.

[ 7 ] Man ist ja in der neuesten Zeit zu dem Auskunftsmittel gekommen, das ich schon öfter erwähnt habe: man redet von «psychophysischem Parallelismus». Das ist eigentlich das Eingeständnis, daß man nichts zu sagen weiß über die Beziehung des Leiblich-Physischen und des Geistig-Seelischen. Man sagt zum Beispiel: Der Mensch geht, seine Beine bewegen sich, er verändert den Ort im äußeren Raume. Das alles stellt ein Räumliches, ein Physisch-Leibliches dar.

[ 7 ] Man ist ja in der neuesten Zeit zu dem Auskunftsmittel gekommen, das ich schon öfter erwähnt habe: man redet von «psychophysischem Parallelismus». Das ist eigentlich das Eingeständnis, daß man nichts zu sagen weiß über die Beziehung des Leiblich-Physischen und des Geistig-Seelischen. Man sagt zum Beispiel: Der Mensch geht, seine Beine bewegen sich, er verändert den Ort im äußeren Raume. Das alles stellt ein Räumliches, ein Physisch-Leibliches dar.

[ 8 ] Gleichzeitig damit, wenn in seinem Leibe etwas vorgeht, wickelt sich ein Geistig-Seelisches ab, ein Gedanklich-Gefühlsmäßig-Willensmäßiges. Man weiß nur, so sagt man, daß wenn sich das LeiblichPhysische räumlich abspielt und zeitlich, daß sich dann das GeistigSeelische auch abspielt. Aber wie das eine auf das andere wirkt, davon kann man sich keine Vorstellung machen. Psychophysischer Parallelismus heißt: es läuft ein psychischer, ein seelischer Prozeß ab, während ein leiblicher abläuft. Aber über dieses, möchte man sagen, also ausgesprochene Geheimnis, daß die beiden Vorgänge parallel ablaufen, kommt man nicht hinaus. Man kommt nicht zu einer Vorstellung, wie die beiden aufeinander wirken. So ist es dann, wenn die Menschen sich eine Vorstellung machen wollen über das Vorhandensein, das Dasein des Geistig-Seelischen überhaupt.

[ 8 ] Gleichzeitig damit, wenn in seinem Leibe etwas vorgeht, wickelt sich ein Geistig-Seelisches ab, ein Gedanklich-Gefühlsmäßig-Willensmäßiges. Man weiß nur, so sagt man, daß wenn sich das LeiblichPhysische räumlich abspielt und zeitlich, daß sich dann das GeistigSeelische auch abspielt. Aber wie das eine auf das andere wirkt, davon kann man sich keine Vorstellung machen. Psychophysischer Parallelismus heißt: es läuft ein psychischer, ein seelischer Prozeß ab, während ein leiblicher abläuft. Aber über dieses, möchte man sagen, also ausgesprochene Geheimnis, daß die beiden Vorgänge parallel ablaufen, kommt man nicht hinaus. Man kommt nicht zu einer Vorstellung, wie die beiden aufeinander wirken. So ist es dann, wenn die Menschen sich eine Vorstellung machen wollen über das Vorhandensein, das Dasein des Geistig-Seelischen überhaupt.

[ 9 ] Im 19. Jahrhundert, in dem die Menschen in ihren Anschauungen so sehr durchsetzt worden sind vom Materialismus, entstand ja bei Materialisten auch die Frage: Wo im Weltenraume halten sich denn die Seelen eigentlich auf, wenn sie den Leib verlassen haben? Und es hat sogar Leute gegeben, die den Spiritualismus dadurch widerlegen wollten, daß sie versuchten, die Unmöglichkeit ins Auge zu fassen, die darin gegeben ist, daß, da so viele Menschen sterben und so viele Menschen schon gestorben sind, in der ganzen Raumeswelt eigentlich kein Platz sei, um all den Seelen, die von gestorbenen Menschen herrühren, einen Aufenthaltsort zu geben. Diese absurde Anschauungsweise ist ja tatsächlich gerade im 19. Jahrhundert oftmals aufgetreten. Man hat gesagt: Der Mensch kann nicht unsterblich sein, denn es müßten schon alle Räume der Welt mit den unsterblichen Seelen erfüllt sein. Alle diese Dinge weisen darauf hin, welche Schwierigkeiten auftauchen, wenn in Frage kommt die Beziehung zwischen dem deutlich im Raume ausgedehnten Leiblich-Physischen und demjenigen, was man zunächst nicht in den Raum versetzen kann, dem GeistigSeelischen.

[ 9 ] Im 19. Jahrhundert, in dem die Menschen in ihren Anschauungen so sehr durchsetzt worden sind vom Materialismus, entstand ja bei Materialisten auch die Frage: Wo im Weltenraume halten sich denn die Seelen eigentlich auf, wenn sie den Leib verlassen haben? Und es hat sogar Leute gegeben, die den Spiritualismus dadurch widerlegen wollten, daß sie versuchten, die Unmöglichkeit ins Auge zu fassen, die darin gegeben ist, daß, da so viele Menschen sterben und so viele Menschen schon gestorben sind, in der ganzen Raumeswelt eigentlich kein Platz sei, um all den Seelen, die von gestorbenen Menschen herrühren, einen Aufenthaltsort zu geben. Diese absurde Anschauungsweise ist ja tatsächlich gerade im 19. Jahrhundert oftmals aufgetreten. Man hat gesagt: Der Mensch kann nicht unsterblich sein, denn es müßten schon alle Räume der Welt mit den unsterblichen Seelen erfüllt sein. Alle diese Dinge weisen darauf hin, welche Schwierigkeiten auftauchen, wenn in Frage kommt die Beziehung zwischen dem deutlich im Raume ausgedehnten Leiblich-Physischen und demjenigen, was man zunächst nicht in den Raum versetzen kann, dem GeistigSeelischen.

[ 10 ] Nun aber ist es allmählich dahin gekommen, daß das rein intellektualistische menschliche Denken schroff nebeneinandergestellt hat Leiblich-Physisches auf der einen Seite und Geistig-Seelisches auf der anderen Seite. Die beiden stehen für das heutige Bewußtsein ohne alle Vermittelung nebeneinander. Ja, so wie die Menschen allmählich dazu gekommen sind, zu denken über das Leiblich-Physische auf der einen und das Geistig-Seelische auf der anderen Seite, so gibt es überhaupt keine Möglichkeit, eine Beziehung aufzufinden. Der Mensch denkt sich eben heute einfach das Räumlich-Physische so, daß das Seelische darinnen nirgends unterzubringen ist, und wiederum das Seelische so schroff geschieden von dem Physisch-Räumlichen, daß das ganz unräumliche Geistig-Seelische nirgends dazu kommen kann, das Physische zu stoßen oder dergleichen. Man hat aber erst nach und nach diesen schroffen Gegensatz herausgebildet. Man muß eine ganz andere Betrachtungsweise zugrunde legen, eine Betrachtungsweise, die erst wiederum heraufkommen kann dadurch, daß angeknüpft wird an dasjenige, was anthroposophische Geisteswissenschaft zu sagen hat. Anthroposophische Geisteswissenschaft muß zunächst den Willen betrachten. Zunächst liefert eine unbefangene Anschauung zweifellos den Beweis, daß der Wille des Menschen seinen Bewegungen überallhin folgt, und daß die Bewegungen des Menschen, die er äußerlich im Raume vollführt, indem er sich selber bewegt, aber auch die Bewegungen, die in ihm vorgehen, indem seine alltäglichen Funktionen sich vollziehen, daß überhaupt alle Betätigung des Menschen hier in der physischen Welt räumlich dreidimensional ist. Darüber kann ja der unbefangene Mensch in keinem Zweifel sein. Alle diese Bewegungen werden begleitet vom Willen, der Wille muß also überall hinkommen, wo die drei Dimensionen ausgedehnt sind. Darüber kann auch kein Zweifel sein.

[ 10 ] Nun aber ist es allmählich dahin gekommen, daß das rein intellektualistische menschliche Denken schroff nebeneinandergestellt hat Leiblich-Physisches auf der einen Seite und Geistig-Seelisches auf der anderen Seite. Die beiden stehen für das heutige Bewußtsein ohne alle Vermittelung nebeneinander. Ja, so wie die Menschen allmählich dazu gekommen sind, zu denken über das Leiblich-Physische auf der einen und das Geistig-Seelische auf der anderen Seite, so gibt es überhaupt keine Möglichkeit, eine Beziehung aufzufinden. Der Mensch denkt sich eben heute einfach das Räumlich-Physische so, daß das Seelische darinnen nirgends unterzubringen ist, und wiederum das Seelische so schroff geschieden von dem Physisch-Räumlichen, daß das ganz unräumliche Geistig-Seelische nirgends dazu kommen kann, das Physische zu stoßen oder dergleichen. Man hat aber erst nach und nach diesen schroffen Gegensatz herausgebildet. Man muß eine ganz andere Betrachtungsweise zugrunde legen, eine Betrachtungsweise, die erst wiederum heraufkommen kann dadurch, daß angeknüpft wird an dasjenige, was anthroposophische Geisteswissenschaft zu sagen hat. Anthroposophische Geisteswissenschaft muß zunächst den Willen betrachten. Zunächst liefert eine unbefangene Anschauung zweifellos den Beweis, daß der Wille des Menschen seinen Bewegungen überallhin folgt, und daß die Bewegungen des Menschen, die er äußerlich im Raume vollführt, indem er sich selber bewegt, aber auch die Bewegungen, die in ihm vorgehen, indem seine alltäglichen Funktionen sich vollziehen, daß überhaupt alle Betätigung des Menschen hier in der physischen Welt räumlich dreidimensional ist. Darüber kann ja der unbefangene Mensch in keinem Zweifel sein. Alle diese Bewegungen werden begleitet vom Willen, der Wille muß also überall hinkommen, wo die drei Dimensionen ausgedehnt sind. Darüber kann auch kein Zweifel sein.

[ 11 ] Wenn also vom Willen als von einem Geistig-Seelischen gesprochen wird, kann gar keine Frage sein darüber, daß dieser Wille, trotzdem er ein Geistig-Seelisches ist, ein Dreidimensionales ist, dreidimensionale Gestaltung hat. Wir müssen einfach so denken: Wenn wir durch unseren Willen, sagen wir eine Bewegung ausführen mit der Hand, so schmiegt sich der Wille in alle die Lagen hinein, welche im Raume von Arm und Hand ausgeführt werden. Der Wille geht überall mit, wo irgendeine Bewegung eines Gliedes sich vollzieht. So daß wir vom Willen selber als von demjenigen Seelischen sprechen müssen, das eine dreidimensionale Gestaltung annehmen kann.

[ 11 ] Wenn also vom Willen als von einem Geistig-Seelischen gesprochen wird, kann gar keine Frage sein darüber, daß dieser Wille, trotzdem er ein Geistig-Seelisches ist, ein Dreidimensionales ist, dreidimensionale Gestaltung hat. Wir müssen einfach so denken: Wenn wir durch unseren Willen, sagen wir eine Bewegung ausführen mit der Hand, so schmiegt sich der Wille in alle die Lagen hinein, welche im Raume von Arm und Hand ausgeführt werden. Der Wille geht überall mit, wo irgendeine Bewegung eines Gliedes sich vollzieht. So daß wir vom Willen selber als von demjenigen Seelischen sprechen müssen, das eine dreidimensionale Gestaltung annehmen kann.

[ 12 ] Eine weitere Frage ist aber diese, ob alles Seelische eine dreidimensionale Gestaltung annimmt. Und gehen wir da über vom Willen auf die Welt des Fühlens, auf die Welt des Gefühles, so wird der Mensch zunächst, wenn er einfach mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein über diese Dinge nachdenkt, sich ja allerdings sagen: Wenn ich, sagen wir, hier auf der rechten Seite des Gesichtes, des Kopfes, von einer Nadel gestochen werde, so fühle ich das; wenn ich auf der linken Seite gestochen werde, fühle ich es auch. Er kann also mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die Meinung haben, sein Gefühl ist in seinem ganzen Leibe ausgedehnt. Und dann wird er auch vom Fühlen im selben Sinne als dreidimensional gestaltet sprechen, wie er vom Willen als dreidimensional gestaltet spricht.

[ 12 ] Eine weitere Frage ist aber diese, ob alles Seelische eine dreidimensionale Gestaltung annimmt. Und gehen wir da über vom Willen auf die Welt des Fühlens, auf die Welt des Gefühles, so wird der Mensch zunächst, wenn er einfach mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein über diese Dinge nachdenkt, sich ja allerdings sagen: Wenn ich, sagen wir, hier auf der rechten Seite des Gesichtes, des Kopfes, von einer Nadel gestochen werde, so fühle ich das; wenn ich auf der linken Seite gestochen werde, fühle ich es auch. Er kann also mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die Meinung haben, sein Gefühl ist in seinem ganzen Leibe ausgedehnt. Und dann wird er auch vom Fühlen im selben Sinne als dreidimensional gestaltet sprechen, wie er vom Willen als dreidimensional gestaltet spricht.

[ 13 ] Aber da gibt er sich doch einer Täuschung hin. Es ist nicht so. Es ist vielmehr so, daß da berücksichtigt werden muß, wie der Mensch zunächst gewisse Erfahrungen an sich selber machen kann, und von diesen Erfahrungen wollen wir ausgehen. Die heutige Betrachtung wird etwas subtil sein, aber ohne solche subtilen Betrachtungen kann ganz gründlich doch das Geisteswissenschaftliche nicht verstanden werden.

[ 13 ] Aber da gibt er sich doch einer Täuschung hin. Es ist nicht so. Es ist vielmehr so, daß da berücksichtigt werden muß, wie der Mensch zunächst gewisse Erfahrungen an sich selber machen kann, und von diesen Erfahrungen wollen wir ausgehen. Die heutige Betrachtung wird etwas subtil sein, aber ohne solche subtilen Betrachtungen kann ganz gründlich doch das Geisteswissenschaftliche nicht verstanden werden.

[ 14 ] Fassen Sie nur einmal ins Auge, ich meine ins Seelenauge, wie das ist, wenn Sie Ihre linke Hand mit der rechten Hand selber berühren. Dadurch haben Sie die Wahrnehmung von sich selbst. Wie Sie einen äußeren Gegenstand sonst empfinden, so empfinden Sie sich selbst, wenn Sie die rechte Hand mit der linken berühren, sagen wir durch Vermittelung der einzelnen Finger.

[ 14 ] Fassen Sie nur einmal ins Auge, ich meine ins Seelenauge, wie das ist, wenn Sie Ihre linke Hand mit der rechten Hand selber berühren. Dadurch haben Sie die Wahrnehmung von sich selbst. Wie Sie einen äußeren Gegenstand sonst empfinden, so empfinden Sie sich selbst, wenn Sie die rechte Hand mit der linken berühren, sagen wir durch Vermittelung der einzelnen Finger.

[ 15 ] Noch viel deutlicher haben Sie aber das Faktum, das da vorliegt, wenn Sie daran denken, daß Sie zwei Augen haben, und daß, wenn Sie einen Gegenstand fixieren mit beiden Augen, Sie ja den Willen zunächst anstrengen müssen. Man denkt oftmals an diese Willensanstrengung nicht. Sie müssen, um zum Beispiel einen sehr nahen Gegenstand zu fixieren, wobei es eben stärker hervortritt als sonst, das linke Auge nach rechts wenden, das rechte Auge nach links, und Sie fixieren den Gegenstand dadurch, daß Sie die Sehlinien in einer ähnlichen Weise miteinander in Berührung bringen, wie Sie die rechte Hand mit der linken in Berührung bringen, wenn Sie sich sozusagen selber angreifen.

[ 15 ] Noch viel deutlicher haben Sie aber das Faktum, das da vorliegt, wenn Sie daran denken, daß Sie zwei Augen haben, und daß, wenn Sie einen Gegenstand fixieren mit beiden Augen, Sie ja den Willen zunächst anstrengen müssen. Man denkt oftmals an diese Willensanstrengung nicht. Sie müssen, um zum Beispiel einen sehr nahen Gegenstand zu fixieren, wobei es eben stärker hervortritt als sonst, das linke Auge nach rechts wenden, das rechte Auge nach links, und Sie fixieren den Gegenstand dadurch, daß Sie die Sehlinien in einer ähnlichen Weise miteinander in Berührung bringen, wie Sie die rechte Hand mit der linken in Berührung bringen, wenn Sie sich sozusagen selber angreifen.

[ 16 ] Sie können auf diese Weise sehen, wie es einfach eine gewisse Bedeutung für den Menschen hat in bezug auf seine Weltorientierung, das Linke auf das Rechte zu beziehen, das Linke mit dem Rechten in eine gewisse Beziehung zu bringen.

[ 16 ] Sie können auf diese Weise sehen, wie es einfach eine gewisse Bedeutung für den Menschen hat in bezug auf seine Weltorientierung, das Linke auf das Rechte zu beziehen, das Linke mit dem Rechten in eine gewisse Beziehung zu bringen.

[ 17 ] Nun, viel weiter, als sich das hier zugrunde liegende ganz bedeutungsvolle Faktum durch die Berührung der Hände, durch die Kreuzung der Sehvisierlinie zum Bewußtsein zu bringen, kommt das gewöhnliche Bewußtsein meistens nicht; aber man kann diese Betrachtung weiter fortsetzen.

[ 17 ] Nun, viel weiter, als sich das hier zugrunde liegende ganz bedeutungsvolle Faktum durch die Berührung der Hände, durch die Kreuzung der Sehvisierlinie zum Bewußtsein zu bringen, kommt das gewöhnliche Bewußtsein meistens nicht; aber man kann diese Betrachtung weiter fortsetzen.

[ 18 ] Nehmen wir an, daß wir auf unserer rechten Körperhälfte mit einer Nadel gestochen werden: Wir empfinden, wir fühlen den Stich. Aber wir dürfen nicht ohne weiteres sagen, wo wir den Stich fühlen, indem wir etwa bei diesem Wo hinweisen auf unsere Körperoberfläche. Denn ohne daß alle einzelnen Glieder unseres Organismus miteinander in einem Verhältnisse, und zwar in einem lebendigen Wechselverhältnisse stehen, so daß sie aufeinander wirken, ohne das würde unser leiblich-seelisch-menschliches Wesen überhaupt nicht dasjenige sein, was es ist. Und es ist immer, auch wenn wir nicht die linke Hand durch die rechte angreifen, um so die linke Hand durch die rechte Hand zu fühlen, und auch wenn unser Organismus, sagen wir, auf seiner rechten Seite gestochen wird, eine Leitung vorhanden von der rechten Seite nach der Symmetrieebene in der Mitte, und die linke Körperhälfte muß in eine Beziehung treten zu der rechten Körperhälfte, damit die Empfindung, das Gefühl zustande kommen kann.

[ 18 ] Nehmen wir an, daß wir auf unserer rechten Körperhälfte mit einer Nadel gestochen werden: Wir empfinden, wir fühlen den Stich. Aber wir dürfen nicht ohne weiteres sagen, wo wir den Stich fühlen, indem wir etwa bei diesem Wo hinweisen auf unsere Körperoberfläche. Denn ohne daß alle einzelnen Glieder unseres Organismus miteinander in einem Verhältnisse, und zwar in einem lebendigen Wechselverhältnisse stehen, so daß sie aufeinander wirken, ohne das würde unser leiblich-seelisch-menschliches Wesen überhaupt nicht dasjenige sein, was es ist. Und es ist immer, auch wenn wir nicht die linke Hand durch die rechte angreifen, um so die linke Hand durch die rechte Hand zu fühlen, und auch wenn unser Organismus, sagen wir, auf seiner rechten Seite gestochen wird, eine Leitung vorhanden von der rechten Seite nach der Symmetrieebene in der Mitte, und die linke Körperhälfte muß in eine Beziehung treten zu der rechten Körperhälfte, damit die Empfindung, das Gefühl zustande kommen kann.

[ 19 ] Es ist verhältnismäßig leicht, sich zu sagen: Wenn ich hier, von vorne nach rückwärts angesehen, die Symmetrieebene habe, dann berührt die rechte Hand die linke Hand, und das Gefühl der beiden Hände, jeder Hand durch die andere, kommt in der Symmetrieebene zustande. Das wird offenbar so gesehen, und es ist verhältnismäßig leicht, von der Kreuzung der Visierlinie des Auges zu sprechen. Aber es ist immer, wenn wir zum Beispiel rechts gestochen werden, eine Leitung vorhanden (rot), und die linke Körperhälfte kreuzt sich in diesen Leitungen mit der rechten Körperhälfte, sonst würde die Empfindung nicht zustande kommen. Bei allen Empfindungs- und Gefühlswegen spielt die Tatsache, daß wir eine rechte und eine linke Körperhälfte haben, daß wir symmetrisch gebaut sind, eine ungeheuer bedeutsame Rolle. Wir beziehen dadurch immer dasjenige, was uns rechts geschieht, auf das Linke, indem immer, gewissermaßen unsichtbar vom Linken etwas herübergreift, um sich mit dem, was vom Rechten herüberströmt, zu kreuzen.

[ 19 ] Es ist verhältnismäßig leicht, sich zu sagen: Wenn ich hier, von vorne nach rückwärts angesehen, die Symmetrieebene habe, dann berührt die rechte Hand die linke Hand, und das Gefühl der beiden Hände, jeder Hand durch die andere, kommt in der Symmetrieebene zustande. Das wird offenbar so gesehen, und es ist verhältnismäßig leicht, von der Kreuzung der Visierlinie des Auges zu sprechen. Aber es ist immer, wenn wir zum Beispiel rechts gestochen werden, eine Leitung vorhanden (rot), und die linke Körperhälfte kreuzt sich in diesen Leitungen mit der rechten Körperhälfte, sonst würde die Empfindung nicht zustande kommen. Bei allen Empfindungs- und Gefühlswegen spielt die Tatsache, daß wir eine rechte und eine linke Körperhälfte haben, daß wir symmetrisch gebaut sind, eine ungeheuer bedeutsame Rolle. Wir beziehen dadurch immer dasjenige, was uns rechts geschieht, auf das Linke, indem immer, gewissermaßen unsichtbar vom Linken etwas herübergreift, um sich mit dem, was vom Rechten herüberströmt, zu kreuzen.

[ 20 ] Dadurch allein kommt das Fühlen zustande. Das Fühlen kommt niemals im dreidimensionalen Raume zustande, das Fühlen kommt immer in der Ebene zustande. Die Gefühlswelt ist in Wirklichkeit gar nicht dreidimensional ausgebreitet, die Gefühlswelt ist in Wahrheit nur zweidimensional ausgebreitet. Die Gefühlswelt erlebt der Mensch nur in derjenigen Ebene, die, wenn man sie als eine Schnittebene vollziehen würde, den Menschen in zwei symmetrische Hälften spalten würde.

[ 20 ] Dadurch allein kommt das Fühlen zustande. Das Fühlen kommt niemals im dreidimensionalen Raume zustande, das Fühlen kommt immer in der Ebene zustande. Die Gefühlswelt ist in Wirklichkeit gar nicht dreidimensional ausgebreitet, die Gefühlswelt ist in Wahrheit nur zweidimensional ausgebreitet. Die Gefühlswelt erlebt der Mensch nur in derjenigen Ebene, die, wenn man sie als eine Schnittebene vollziehen würde, den Menschen in zwei symmetrische Hälften spalten würde.

[ 21 ] Das Gefühlsleben ist nämlich eigentlich so wie ein Gemälde, das auf einer Leinwand gemalt ist, wobei man aber nicht bloß von der einen Seite malt, sondern von beiden Seiten malt. Denken Sie sich, ich spanne mir eine Leinwand auf, bemale sie von rechts nach links und von links nach rechts, und ich lasse in der Anschauung durcheinanderwirken dasjenige, was ich von vorne und von rückwärts, das heißt, von rechts nach links und von links nach rechts bemalt habe. Und das Gemälde, das da ist, das ist durchaus nur zweidimensional. Alles, was dreidimensional ist, ist, wenn ich so sagen darf, auf die zwei Dimensionen projiziert.

[ 21 ] Das Gefühlsleben ist nämlich eigentlich so wie ein Gemälde, das auf einer Leinwand gemalt ist, wobei man aber nicht bloß von der einen Seite malt, sondern von beiden Seiten malt. Denken Sie sich, ich spanne mir eine Leinwand auf, bemale sie von rechts nach links und von links nach rechts, und ich lasse in der Anschauung durcheinanderwirken dasjenige, was ich von vorne und von rückwärts, das heißt, von rechts nach links und von links nach rechts bemalt habe. Und das Gemälde, das da ist, das ist durchaus nur zweidimensional. Alles, was dreidimensional ist, ist, wenn ich so sagen darf, auf die zwei Dimensionen projiziert.

[ 22 ] Sie könnten sich die Vorstellung auch noch anders bilden. Denken Sie sich, Sie wären imstande, auf einer Fläche Gegenstände, welche rechts sind, und Gegenstände, welche links sind, in Schattenbilder zu werfen. Dann würden Sie Schatten von rechten Gegenständen, von linken Gegenständen auf der aufgespannten Wand haben. So ist es mit unserer Gefühlswelt. Sie ist nicht dreidimensional, sie ist zweidimensional. Der Mensch ist im Grunde genommen ein von zwei Seiten her arbeitender Maler, indem er sich nicht einfach in den Raum fühlend hineinlebt, sondern indem er durch seinen dreidimensionalen Willen alles dasjenige, was ihm im Raume als Gefühlswirkung begegnet, indem er durch den Willen, der allerdings dreidimensional ist — der ist der Maler, der Wille —, alles auf eine von vorne nach rückwärts durchgehende Ebene in Schattenbildungen, in Gemälden entwirft. Der Mensch lebt fühlend in einem Gemälde, das durch seinen Leib zweidimensional gezogen ist, das nur eben von beiden Seiten bemalt wird. So daß wir, wenn wir für uns selbst, für die Menschen, im Seelischen den Übergang suchen wollen vom Willen zum Gefühl, aus dem Dreidimensionalen in das Zweidimensionale übergehen müssen.

[ 22 ] Sie könnten sich die Vorstellung auch noch anders bilden. Denken Sie sich, Sie wären imstande, auf einer Fläche Gegenstände, welche rechts sind, und Gegenstände, welche links sind, in Schattenbilder zu werfen. Dann würden Sie Schatten von rechten Gegenständen, von linken Gegenständen auf der aufgespannten Wand haben. So ist es mit unserer Gefühlswelt. Sie ist nicht dreidimensional, sie ist zweidimensional. Der Mensch ist im Grunde genommen ein von zwei Seiten her arbeitender Maler, indem er sich nicht einfach in den Raum fühlend hineinlebt, sondern indem er durch seinen dreidimensionalen Willen alles dasjenige, was ihm im Raume als Gefühlswirkung begegnet, indem er durch den Willen, der allerdings dreidimensional ist — der ist der Maler, der Wille —, alles auf eine von vorne nach rückwärts durchgehende Ebene in Schattenbildungen, in Gemälden entwirft. Der Mensch lebt fühlend in einem Gemälde, das durch seinen Leib zweidimensional gezogen ist, das nur eben von beiden Seiten bemalt wird. So daß wir, wenn wir für uns selbst, für die Menschen, im Seelischen den Übergang suchen wollen vom Willen zum Gefühl, aus dem Dreidimensionalen in das Zweidimensionale übergehen müssen.

[ 23 ] Damit aber haben Sie ein anderes Verhältnis zunächst desjenigen Seelischen, das sich im Fühlen ausspricht, zu dem Räumlichen, als wenn Sie einfach vom Seelischen sagen, es sei unräumlich. Die Ebene hat zwei Dimensionen, aber sie ist nicht räumlich. Sie können die Tafel eine Ebene nennen, aber sie ist in Wirklichkeit ein Körper, denn sie hat eine Dicke. Eine Ebene ist zwar im Raume drinnen, aber sie ist nicht selber räumlich; der Raum muß immer drei Dimensionen haben. Und in diesen dreidimensionalen Raum geht nur der Wille hinein. Aber das Gefühl, das geht nicht in die drei Dimensionen des Raumes hinein. Es ist zweidimensional. Aber es hat dennoch Beziehungen zum Raume, geradeso wie das Schattenbild Beziehungen zum Raume hat.

[ 23 ] Damit aber haben Sie ein anderes Verhältnis zunächst desjenigen Seelischen, das sich im Fühlen ausspricht, zu dem Räumlichen, als wenn Sie einfach vom Seelischen sagen, es sei unräumlich. Die Ebene hat zwei Dimensionen, aber sie ist nicht räumlich. Sie können die Tafel eine Ebene nennen, aber sie ist in Wirklichkeit ein Körper, denn sie hat eine Dicke. Eine Ebene ist zwar im Raume drinnen, aber sie ist nicht selber räumlich; der Raum muß immer drei Dimensionen haben. Und in diesen dreidimensionalen Raum geht nur der Wille hinein. Aber das Gefühl, das geht nicht in die drei Dimensionen des Raumes hinein. Es ist zweidimensional. Aber es hat dennoch Beziehungen zum Raume, geradeso wie das Schattenbild Beziehungen zum Raume hat.

[ 24 ] Ich weise Sie damit aber auch hin auf eine außerordentlich bedeutungsvolle Tatsache, die gar nicht so leicht durchschaut werden kann, aus dem Grunde, weil der Mensch mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein in der Regel gar nicht geneigt ist, das Eigentümliche seiner Gefühlswelt aufzufassen. Diese Gefühlswelt ist ja immer von der Willenswelt durchsetzt. Denken Sie doch nur einmal, wenn Sie wirklich den Stich, von dem ich gesprochen habe, auf Ihre rechte Körperseite bekommen, da trennen Sie ja nicht gleich das Gefühl vom Willen. Sie werden ganz zweifellos diesen Stich nicht sehr geduldig empfangen, sondern abgesehen davon, daß Sie vielleicht äußerlich dahin greifen werden, also mit Ihrem Willen sehr in den dreidimensionalen Raum hineinfahren werden, wenn Sie gestochen werden, abgesehen davon haben Sie eine nach außen nicht hervortretende Abwehrbewegung, die sich nur in allerlei kleinen, intimen Strömungen des Blutes und des Atems zeigt. Dasjenige, was man als Abwehrbewegung macht, wenn man von einer Mücke gestochen wird und man greift hin, das ist ja eben auch nur das Grobklotzigste. Das Feinere, die Abwehrbewegung, die man eigentlich nur mit der Blutbewegung, mit der Atembewegung, mit allerlei anderem im Inneren macht, die beachtet man gewöhnlich nicht. Und so trennt man nicht dasjenige, was da der Wille tut, von demjenigen, was eigentlich Gefüblsinhalt ist. Dasjenige, was Gefühlsinhalt ist, ist auch zu scheu. Dazu kann man es nur bringen in sehr, sehr sorgfältiger Meditation. Wenn Sie aber einmal alles, was zum Willen gehört, ausschließen können von dem Fühlen, dann schrumpfen Sie allerdings zusammen von rechts und links, und Sie werden in der Mitte die Ebene. Und dann, wenn Sie in der Mitte die Ebene sind und gewissermaßen nun bewußt als Maler Ihre Erlebnisse auf dieser Ebene abmalen, dann fangen Sie an zu begreifen, warum sich die Gefühlswelt so außerordentlich unterscheidet von dem gewöhnlichen Erleben.

[ 24 ] Ich weise Sie damit aber auch hin auf eine außerordentlich bedeutungsvolle Tatsache, die gar nicht so leicht durchschaut werden kann, aus dem Grunde, weil der Mensch mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein in der Regel gar nicht geneigt ist, das Eigentümliche seiner Gefühlswelt aufzufassen. Diese Gefühlswelt ist ja immer von der Willenswelt durchsetzt. Denken Sie doch nur einmal, wenn Sie wirklich den Stich, von dem ich gesprochen habe, auf Ihre rechte Körperseite bekommen, da trennen Sie ja nicht gleich das Gefühl vom Willen. Sie werden ganz zweifellos diesen Stich nicht sehr geduldig empfangen, sondern abgesehen davon, daß Sie vielleicht äußerlich dahin greifen werden, also mit Ihrem Willen sehr in den dreidimensionalen Raum hineinfahren werden, wenn Sie gestochen werden, abgesehen davon haben Sie eine nach außen nicht hervortretende Abwehrbewegung, die sich nur in allerlei kleinen, intimen Strömungen des Blutes und des Atems zeigt. Dasjenige, was man als Abwehrbewegung macht, wenn man von einer Mücke gestochen wird und man greift hin, das ist ja eben auch nur das Grobklotzigste. Das Feinere, die Abwehrbewegung, die man eigentlich nur mit der Blutbewegung, mit der Atembewegung, mit allerlei anderem im Inneren macht, die beachtet man gewöhnlich nicht. Und so trennt man nicht dasjenige, was da der Wille tut, von demjenigen, was eigentlich Gefüblsinhalt ist. Dasjenige, was Gefühlsinhalt ist, ist auch zu scheu. Dazu kann man es nur bringen in sehr, sehr sorgfältiger Meditation. Wenn Sie aber einmal alles, was zum Willen gehört, ausschließen können von dem Fühlen, dann schrumpfen Sie allerdings zusammen von rechts und links, und Sie werden in der Mitte die Ebene. Und dann, wenn Sie in der Mitte die Ebene sind und gewissermaßen nun bewußt als Maler Ihre Erlebnisse auf dieser Ebene abmalen, dann fangen Sie an zu begreifen, warum sich die Gefühlswelt so außerordentlich unterscheidet von dem gewöhnlichen Erleben.

[ 25 ] Man kann schon dieses Flächenhafte, dieses Ebenenhafte des Fühlens erleben; aber man muß es meditativ erleben. Man muß das ganze Schattendasein der Gefühle gegenüber den robusten Erlebnissen im dreidimensionalen Raum haben. Man muß sich erst vorbereiten dazu, es zu haben. Dann aber kann man es auch haben. Und dann wird man allmählich sich dieser Wahrheit nähern, daß das Fühlen zweidimensional verläuft. Und das Denken, das läßt sich ja einfach dadurch charakterisieren, daß man mit unbefangenem Gemüte sich gesteht, wie wenig man doch sagen kann, daß ein Gedanke im Raume drinnen ist. Er ist doch nirgends eigentlich im Raume drinnen, der Gedanke. Aber eine Beziehung zum Raume muß er doch haben. Denn zweifellos ist ja das Gehirn, wenn auch nicht das Werkzeug, so doch die Unterlage des Denkens. Ohne Gehirn kann man nicht denken. Wenn aber das Denken, das also im Zusammenhange mit der Gehirntätigkeit verläuft, gar nichts mit dem Raum zu tun hätte, dann würde sich die kuriose Tatsache ergeben, daß, wenn man mit zwölf Jahren gut denken kann und man dann mit seinem Kopfe herausgewachsen ist über die Lage, in der man war mit zwölf Jahren, man dann aus seinem Denken herausgewachsen wäre. Das ist nicht der Fall. Indem man wächst, verläßt man das Denken nicht. Und schon das weist darauf hin, daß man mit dem Wachsen doch auch mit dem Denken im Raume drinnen ist.

[ 25 ] Man kann schon dieses Flächenhafte, dieses Ebenenhafte des Fühlens erleben; aber man muß es meditativ erleben. Man muß das ganze Schattendasein der Gefühle gegenüber den robusten Erlebnissen im dreidimensionalen Raum haben. Man muß sich erst vorbereiten dazu, es zu haben. Dann aber kann man es auch haben. Und dann wird man allmählich sich dieser Wahrheit nähern, daß das Fühlen zweidimensional verläuft. Und das Denken, das läßt sich ja einfach dadurch charakterisieren, daß man mit unbefangenem Gemüte sich gesteht, wie wenig man doch sagen kann, daß ein Gedanke im Raume drinnen ist. Er ist doch nirgends eigentlich im Raume drinnen, der Gedanke. Aber eine Beziehung zum Raume muß er doch haben. Denn zweifellos ist ja das Gehirn, wenn auch nicht das Werkzeug, so doch die Unterlage des Denkens. Ohne Gehirn kann man nicht denken. Wenn aber das Denken, das also im Zusammenhange mit der Gehirntätigkeit verläuft, gar nichts mit dem Raum zu tun hätte, dann würde sich die kuriose Tatsache ergeben, daß, wenn man mit zwölf Jahren gut denken kann und man dann mit seinem Kopfe herausgewachsen ist über die Lage, in der man war mit zwölf Jahren, man dann aus seinem Denken herausgewachsen wäre. Das ist nicht der Fall. Indem man wächst, verläßt man das Denken nicht. Und schon das weist darauf hin, daß man mit dem Wachsen doch auch mit dem Denken im Raume drinnen ist.

[ 26 ] Nun, geradeso wie man die Welt des Fühlens, die Welt des Erlebens der Gefühle für sich selbst fühlen kann, indem man auf seine Symmetrieebene allmählich kommt, läßt sich wiederum meditativ das Denken erleben als dasjenige, das eigentlich nur die Ausdehnung oben und unten hat. Das Denken ist durchaus eindimensional, verläuft im Menschen in der Linie. Man muß also sagen: Der Wille gestaltet sich dreidimensional, das Gefühl zweidimensional und das Denken eindimensional.

[ 26 ] Nun, geradeso wie man die Welt des Fühlens, die Welt des Erlebens der Gefühle für sich selbst fühlen kann, indem man auf seine Symmetrieebene allmählich kommt, läßt sich wiederum meditativ das Denken erleben als dasjenige, das eigentlich nur die Ausdehnung oben und unten hat. Das Denken ist durchaus eindimensional, verläuft im Menschen in der Linie. Man muß also sagen: Der Wille gestaltet sich dreidimensional, das Gefühl zweidimensional und das Denken eindimensional.

[ 27 ] Sie sehen, wenn wir im Raume differenzieren, dann kommen wir nicht zu einem so schroffen Übergang, wie es der bloße Intellekt tut. Wir kommen zu einem allmählichen Übergang. Der bloße Intellekt sagt: Das Physische ist dreidimensional räumlich ausgedehnt; das Geistig-Seelische ist gar nicht ausgedehnt, also kann man keine Beziehung finden, denn man kann zwischen dem Ausdehnungslosen und dem Ausgedehnten selbstverständlich keine Beziehungen finden. Wird man aber aufmerksam, daß der Wille dreidimensional gestaltet ist, so findet man, daß der Wille überall sich hinergießt in die dreidimensionale Welt. Weiß man, daß das Gefühl zweidimensional gestaltet ist, dann muß man, indem man von den drei Dimensionen auf die zwei übergeht, zu etwas kommen, was zwar noch Beziehungen darstellt, was aber nur nicht mehr räumlich ist, denn die bloße Ebene, die bloßen zwei Dimensionen sind eben nicht räumlich. Aber sie sind im Raume drinnen, sie sind nicht völlig aus dem Raume draußen.

[ 27 ] Sie sehen, wenn wir im Raume differenzieren, dann kommen wir nicht zu einem so schroffen Übergang, wie es der bloße Intellekt tut. Wir kommen zu einem allmählichen Übergang. Der bloße Intellekt sagt: Das Physische ist dreidimensional räumlich ausgedehnt; das Geistig-Seelische ist gar nicht ausgedehnt, also kann man keine Beziehung finden, denn man kann zwischen dem Ausdehnungslosen und dem Ausgedehnten selbstverständlich keine Beziehungen finden. Wird man aber aufmerksam, daß der Wille dreidimensional gestaltet ist, so findet man, daß der Wille überall sich hinergießt in die dreidimensionale Welt. Weiß man, daß das Gefühl zweidimensional gestaltet ist, dann muß man, indem man von den drei Dimensionen auf die zwei übergeht, zu etwas kommen, was zwar noch Beziehungen darstellt, was aber nur nicht mehr räumlich ist, denn die bloße Ebene, die bloßen zwei Dimensionen sind eben nicht räumlich. Aber sie sind im Raume drinnen, sie sind nicht völlig aus dem Raume draußen.

[ 28 ] Und wiederum, wenn wir vom Fühlen zum Denken übergehen, so gehen wir von den zwei Dimensionen zu der einen Dimension über, also noch immer nicht ganz aus dem Raume heraus. Wir gehen allmählich von dem Räumlichen in das Unräumliche hinein. Ich habe es ja öfter ausgesprochen, daß das Tragische des Materialismus darinnen besteht, daß er gerade das Materielle, das Stoflliche in seiner dreidimensionalen Ausdehnung nicht versteht. Er glaubt es zu verstehen, aber er versteht gerade das Stoffliche nicht. Und im 19. Jahrhundert sind historisch mancherlei bedeutsame Erscheinungen hervorgetreten, die mit dem gewöhnlichen Bewußtsein heute doch nicht in ordentlicher Weise enträtselt werden können. Denken Sie doch nur an das große Aufsehen, das bei vielen denkenden Menschen das Schopenhauersche philosophische System gemacht hat: «Die Welt als Wille und Vorstellung.» Danach hat nur die Vorstellung etwas Unwirkliches, der Wille allein ist das Wirkliche. Ja, warum ist denn Schopenhauer za der Vorstellung gekommen, daß die Welt nur Wille ist? Weil er doch auch vom Materialismus angefressen war! Denn in die Welt, in der die Materie sich dreidimensional ausdehnt, da ist eben nur der Wille ergossen. Wer auch die Gefühle in diese Welt hineinstellen will, der muß die Beziehung aufsuchen, die besteht zwischen einem dreidimensionalen Ding und einem zweidimensionalen Schattenbilde. Was wir erleben in den Gefühlen, sind Schattenbilder desjenigen, worinnen auch unser Wille als dreidimensionale Gestaltung lebt. Und was wir erleben im Denken, das sind Gestaltungen in einer einzigen Dimension. Und erst wenn wir ganz aus den Dimensionen herausgehen, wenn wir übergehen zu dem dimensionslosen Punkte, dann sind wir bei unserem Ich angekommen. Das hat nun wirklich gar keine Ausdehnung, das ist ganz punktuell. So daß wir sagen können: Wir gehen über von dem Dreidimensionalen (weiß) zu dem Zweidimensionalen (rot), zu dem Eindimensionalen (gelb) und zu dem Punktuellen (blau).

[ 28 ] Und wiederum, wenn wir vom Fühlen zum Denken übergehen, so gehen wir von den zwei Dimensionen zu der einen Dimension über, also noch immer nicht ganz aus dem Raume heraus. Wir gehen allmählich von dem Räumlichen in das Unräumliche hinein. Ich habe es ja öfter ausgesprochen, daß das Tragische des Materialismus darinnen besteht, daß er gerade das Materielle, das Stoflliche in seiner dreidimensionalen Ausdehnung nicht versteht. Er glaubt es zu verstehen, aber er versteht gerade das Stoffliche nicht. Und im 19. Jahrhundert sind historisch mancherlei bedeutsame Erscheinungen hervorgetreten, die mit dem gewöhnlichen Bewußtsein heute doch nicht in ordentlicher Weise enträtselt werden können. Denken Sie doch nur an das große Aufsehen, das bei vielen denkenden Menschen das Schopenhauersche philosophische System gemacht hat: «Die Welt als Wille und Vorstellung.» Danach hat nur die Vorstellung etwas Unwirkliches, der Wille allein ist das Wirkliche. Ja, warum ist denn Schopenhauer za der Vorstellung gekommen, daß die Welt nur Wille ist? Weil er doch auch vom Materialismus angefressen war! Denn in die Welt, in der die Materie sich dreidimensional ausdehnt, da ist eben nur der Wille ergossen. Wer auch die Gefühle in diese Welt hineinstellen will, der muß die Beziehung aufsuchen, die besteht zwischen einem dreidimensionalen Ding und einem zweidimensionalen Schattenbilde. Was wir erleben in den Gefühlen, sind Schattenbilder desjenigen, worinnen auch unser Wille als dreidimensionale Gestaltung lebt. Und was wir erleben im Denken, das sind Gestaltungen in einer einzigen Dimension. Und erst wenn wir ganz aus den Dimensionen herausgehen, wenn wir übergehen zu dem dimensionslosen Punkte, dann sind wir bei unserem Ich angekommen. Das hat nun wirklich gar keine Ausdehnung, das ist ganz punktuell. So daß wir sagen können: Wir gehen über von dem Dreidimensionalen (weiß) zu dem Zweidimensionalen (rot), zu dem Eindimensionalen (gelb) und zu dem Punktuellen (blau).

[ 29 ] Aber indem wir beim Dreidimensionalen noch bleiben, haben wir in den drei Dimensionen unseren Willen drinnen. Es steckt auch das Fühlen, es steckt auch das Denken drinnen, aber nicht dreidimensional ausgedehnt. Indem wir die dritte Dimension weglassen und nur zu zwei Dimensionen kommen, haben wir den Schatten des äußeren Daseins, in dem sich aber dasjenige Geistig-Seelische ausdehnt, das im Fühlen lebt. Wir kommen schon mehr aus dem Raume heraus. Gehen wir zum Denken, dann kommen wir noch mehr aus dem Raume heraus, und indem wir zum Ich übergehen, kommen wir noch mehr aus dem Raume heraus. Da werden wir gewissermaßen Stück für Stück aus dem Raume herausgeführt. Und wir sehen, daß es einfach keinen Sinn hat, bloß zu sprechen von dem Gegensatz des Geistig-Seelischen und des Physisch-Leiblichen. Es hat keinen Sinn, denn man muß fragen, wenn man die Beziehung entdecken will zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Physisch-Leiblichen: Wie verhalten sich Dinge, die im dreidimensionalen Raum ausgedehnt sind, zum Beispiel unser eigener Körper, zu dem Seelischen als Willenswesen? Wie verhält sich das Körperlich-Leibliche beim Menschen zu der Seele als einem Gefühlswesen? Zu der Seele als Willenswesen verhält sich das Leiblich-Physische als ein Körperliches so, daß eben einfach das Leiblich-Physische, wie ein Schwamm vom Wasser, vom Willen nach allen Seiten, nach allen Dimensionen durchtränkt wird.

[ 29 ] Aber indem wir beim Dreidimensionalen noch bleiben, haben wir in den drei Dimensionen unseren Willen drinnen. Es steckt auch das Fühlen, es steckt auch das Denken drinnen, aber nicht dreidimensional ausgedehnt. Indem wir die dritte Dimension weglassen und nur zu zwei Dimensionen kommen, haben wir den Schatten des äußeren Daseins, in dem sich aber dasjenige Geistig-Seelische ausdehnt, das im Fühlen lebt. Wir kommen schon mehr aus dem Raume heraus. Gehen wir zum Denken, dann kommen wir noch mehr aus dem Raume heraus, und indem wir zum Ich übergehen, kommen wir noch mehr aus dem Raume heraus. Da werden wir gewissermaßen Stück für Stück aus dem Raume herausgeführt. Und wir sehen, daß es einfach keinen Sinn hat, bloß zu sprechen von dem Gegensatz des Geistig-Seelischen und des Physisch-Leiblichen. Es hat keinen Sinn, denn man muß fragen, wenn man die Beziehung entdecken will zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Physisch-Leiblichen: Wie verhalten sich Dinge, die im dreidimensionalen Raum ausgedehnt sind, zum Beispiel unser eigener Körper, zu dem Seelischen als Willenswesen? Wie verhält sich das Körperlich-Leibliche beim Menschen zu der Seele als einem Gefühlswesen? Zu der Seele als Willenswesen verhält sich das Leiblich-Physische als ein Körperliches so, daß eben einfach das Leiblich-Physische, wie ein Schwamm vom Wasser, vom Willen nach allen Seiten, nach allen Dimensionen durchtränkt wird.

[ 30 ] Zum Gefühl verhält sich aber das Leiblich-Physische so, wie Gegenstände sich verhalten, die ihre Schatten werfen auf eine Wand. Und wiederum, wenn wir von dem Gefühlsmäßigen zu dem Gedankenhaften übergehen wollen, dann müssen wir gar ein eigentümlicher Maler werden. Da müssen wir auf einer Linie dasjenige wiederum extra aufmalen, was sonst in den zwei Dimensionen des Gemäldes ist.

[ 30 ] Zum Gefühl verhält sich aber das Leiblich-Physische so, wie Gegenstände sich verhalten, die ihre Schatten werfen auf eine Wand. Und wiederum, wenn wir von dem Gefühlsmäßigen zu dem Gedankenhaften übergehen wollen, dann müssen wir gar ein eigentümlicher Maler werden. Da müssen wir auf einer Linie dasjenige wiederum extra aufmalen, was sonst in den zwei Dimensionen des Gemäldes ist.

[ 31 ] Legen Sie sich einmal die folgende Frage vor. Das ist natürlich etwas, was einige Ansprüche stellt an das innere Anschauen, aber stellen Sie sich vor, Sie stünden, sagen wir, vor dem «Abendmahl» des Leonardo da Vinci. Sie haben es zunächst in der Fläche vor sich. Dasjenige, was in Betracht kommt, ist zweidimensional. Wir können ja natürlich von der Dicke der Farbflecken absehen, nicht wahr; aber das, was Sie vor sich haben als Gemälde, ist zweidimensional. Nun aber denke ich mir eine Linie gezogen in der Mitte von oben nach unten, und diese Linie stelle dar ein eindimensionales Wesen. Dieses eindimensionale Wesen hätte die Eigentümlichkeit, daß, sagen wir, der Judas hier (S.22) ihm nicht gleichgültig wäre; sondern daß der Judas da ist, das empfindet dieses Wesen in einer gewissen Beziehung. Das empfindet dieses Wesen so: Da, wo der Judas den Kopf hinüberneigt, da empfindet es mehr, wo der Judas sich abneigt, da empfindet es weniger; und von allen übrigen Gestalten empfindet dieses eindimensionale Wesen, je nachdem diese Gestalt in einer blauen, in einer gelben Farbe ist, anders. Alles dasjenige, was da links und rechts ist, das empfindet dieses eindimensionale Wesen. Dann ist alles das, was auf diesem Gemälde ist, lebendig von diesem eindimensionalen Wesen gefühlt.

[ 31 ] Legen Sie sich einmal die folgende Frage vor. Das ist natürlich etwas, was einige Ansprüche stellt an das innere Anschauen, aber stellen Sie sich vor, Sie stünden, sagen wir, vor dem «Abendmahl» des Leonardo da Vinci. Sie haben es zunächst in der Fläche vor sich. Dasjenige, was in Betracht kommt, ist zweidimensional. Wir können ja natürlich von der Dicke der Farbflecken absehen, nicht wahr; aber das, was Sie vor sich haben als Gemälde, ist zweidimensional. Nun aber denke ich mir eine Linie gezogen in der Mitte von oben nach unten, und diese Linie stelle dar ein eindimensionales Wesen. Dieses eindimensionale Wesen hätte die Eigentümlichkeit, daß, sagen wir, der Judas hier (S.22) ihm nicht gleichgültig wäre; sondern daß der Judas da ist, das empfindet dieses Wesen in einer gewissen Beziehung. Das empfindet dieses Wesen so: Da, wo der Judas den Kopf hinüberneigt, da empfindet es mehr, wo der Judas sich abneigt, da empfindet es weniger; und von allen übrigen Gestalten empfindet dieses eindimensionale Wesen, je nachdem diese Gestalt in einer blauen, in einer gelben Farbe ist, anders. Alles dasjenige, was da links und rechts ist, das empfindet dieses eindimensionale Wesen. Dann ist alles das, was auf diesem Gemälde ist, lebendig von diesem eindimensionalen Wesen gefühlt.

[ 32 ] So ist aber wirklich unser Denken in uns. Unser Denken ist ein solches eindimensionales Wesen und lebt das übrige unseres menschlichen Wesens nur dadurch mit, daß es erstens in Beziehung steht zu dem Gemälde, das uns entzweischneidet als einen rechten und als einen linken Menschen, und daß es auf dem Umwege durch dieses Gemälde dann in Beziehung steht zu der dreifach gestalteten Willenswelt.

[ 32 ] So ist aber wirklich unser Denken in uns. Unser Denken ist ein solches eindimensionales Wesen und lebt das übrige unseres menschlichen Wesens nur dadurch mit, daß es erstens in Beziehung steht zu dem Gemälde, das uns entzweischneidet als einen rechten und als einen linken Menschen, und daß es auf dem Umwege durch dieses Gemälde dann in Beziehung steht zu der dreifach gestalteten Willenswelt.

[ 33 ] Wenn wir von unserem geistig-seelischen Wesen, nur insoferne es wollend, fühlend, denkend ist, zunächst sogar ohne das Ich eine Vorstellung bekommen wollen, müssen wir es eigentlich nicht vorstellen als eine Nebelwolke, sondern indem wir innerlich-seelisch etwas vollziehen. Wir wollen uns also das Geistig-Seelische schematisch vorstellen. Wir müssen gewissermaßen hinschauen: Da stellt es sich uns zunächst als eine Wolke dar. Aber das ist zunächst nur ein Willenswesen. Das hat immerfort die Tendenz, sich zusammenzuquetschen; da wird es Gefühlswesen. Wir sehen als erstes eine Lichtwolke, dann aber eine solche Lichtwolke, die in der Mitte sich selber als eine Ebene erzeugt und sich dadurch fühlt. Und diese Ebene wiederum hat das Bestreben, zur Linie zu werden. Wir müssen also fortwährend uns vorstellen: Wolke, Ebene, Linie, als ein in sich lebendes Gebilde: etwas, was fortwährend Wolke sein will, von der Wolke aber zur Ebene sich zusammenquetschen will, zur Linie sich verlängern will. Wenn Sie sich eine Linie vorstellen, die Ebene wird, die Ebene wird wiederum dreidimensionale Wolke, wenn Sie sich also vorstellen: Wolke, Ebene, Linie — Linie, Ebene, Wolke und so weiter, dann haben Sie dasjenige, was Ihnen nun schematisch veranschaulichen kann, was Ihre Seele in ihrem innerlichen Wesen, in ihrer innerlichen Wesenhaftigkeit eigentlich ist. Sie kommen nicht aus mit einer Vorstellung, die nur in sich ruhig bleibt. Keine Vorstellung, die in sich ruhig bleibt, gibt dasjenige, was das Seelische ist, wieder. Sie müssen eine solche Vorstellung haben, die selber eine innerliche Tätigkeit ausführt, und zwar eine solche innerliche Tätigkeit, daß die Seele, indem sie sich vorstellt, spielt mit den Dimensionen des Raumes: Sie läßt verschwinden die dritte Dimension, verliert dadurch den Willen, läßt verschwinden die zweite Dimension, verliert dadurch das Gefühl; und das Denken verliert man erst, wenn man auch die erste Dimension verschwinden läßt. Dann kommt man bei dem Punktuellen an. Dann geht es erst zu dem Ich über.

[ 33 ] Wenn wir von unserem geistig-seelischen Wesen, nur insoferne es wollend, fühlend, denkend ist, zunächst sogar ohne das Ich eine Vorstellung bekommen wollen, müssen wir es eigentlich nicht vorstellen als eine Nebelwolke, sondern indem wir innerlich-seelisch etwas vollziehen. Wir wollen uns also das Geistig-Seelische schematisch vorstellen. Wir müssen gewissermaßen hinschauen: Da stellt es sich uns zunächst als eine Wolke dar. Aber das ist zunächst nur ein Willenswesen. Das hat immerfort die Tendenz, sich zusammenzuquetschen; da wird es Gefühlswesen. Wir sehen als erstes eine Lichtwolke, dann aber eine solche Lichtwolke, die in der Mitte sich selber als eine Ebene erzeugt und sich dadurch fühlt. Und diese Ebene wiederum hat das Bestreben, zur Linie zu werden. Wir müssen also fortwährend uns vorstellen: Wolke, Ebene, Linie, als ein in sich lebendes Gebilde: etwas, was fortwährend Wolke sein will, von der Wolke aber zur Ebene sich zusammenquetschen will, zur Linie sich verlängern will. Wenn Sie sich eine Linie vorstellen, die Ebene wird, die Ebene wird wiederum dreidimensionale Wolke, wenn Sie sich also vorstellen: Wolke, Ebene, Linie — Linie, Ebene, Wolke und so weiter, dann haben Sie dasjenige, was Ihnen nun schematisch veranschaulichen kann, was Ihre Seele in ihrem innerlichen Wesen, in ihrer innerlichen Wesenhaftigkeit eigentlich ist. Sie kommen nicht aus mit einer Vorstellung, die nur in sich ruhig bleibt. Keine Vorstellung, die in sich ruhig bleibt, gibt dasjenige, was das Seelische ist, wieder. Sie müssen eine solche Vorstellung haben, die selber eine innerliche Tätigkeit ausführt, und zwar eine solche innerliche Tätigkeit, daß die Seele, indem sie sich vorstellt, spielt mit den Dimensionen des Raumes: Sie läßt verschwinden die dritte Dimension, verliert dadurch den Willen, läßt verschwinden die zweite Dimension, verliert dadurch das Gefühl; und das Denken verliert man erst, wenn man auch die erste Dimension verschwinden läßt. Dann kommt man bei dem Punktuellen an. Dann geht es erst zu dem Ich über.

[ 34 ] Deshalb kommt ja diese Schwierigkeit zustande. Die Menschen möchten das Seelische erkennen, sie sind aber gewöhnt, nur räumliche Vorstellungen sich zu machen. Nun machen sie sich auch, wenn auch noch so verdünnte, räumliche Vorstellungen vom Seelischen. Aber da hat man ja nur das Willenshafte. Man müßte sich das Seelische stets so vorstellen, daß man, indem man sich etwa eine Wolke vorstellt, diese Wolke gleichzeitig fortwährend zusammengepreßt und wiederum auch eindimensional vorstellen würde. Ohne daß man das Denken innerlich beweglich macht, bekommt man überhaupt keine Vorstellung von dem Geistig-Seelischen. Einer, der ein Geistig-Seelisches sich vorstellen will und in zwei aufeinanderfolgenden Augenblicken sich das Gleiche vorstellt, der hat sich nur ein Willenshaftes vorgestellt. Man darf sich einfach das Geistig-Seelische in zwei aufeinanderfolgenden Augenblicken nicht gleichgestaltet vorstellen. Man muß innerlich beweglich werden, und zwar nicht nur so, daß man von einem Raumpunkte zum anderen übergeht, sondern daß man von einer Dimension in die andere übergeht. Das ist dasjenige, was gewöhnlich dem heutigen Bewußtsein schwer wird. Das hat ja sogar dazu geführt, daß nun die gutmütigsten Menschen — gutmütig in bezug auf die Vorstellung des Geistigen — aus dem Raume schon heraus möchten, die drei Dimensionen überwinden möchten. Dann kommen sie zu einer vierten Dimension. Das ist ja ganz nett, vom Dreidimensionalen zu einem Vierdimensionalen überzugehen. Solange man im Mathematischen bleibt, sind auch alle die Gedanken, die man sich darüber macht, ganz zutreffend, es stimmt alles. Nur wenn man übergeht zur Realität, stimmt es nicht mehr, denn das Eigentümliche ist, daß wenn man real die vierte Dimension denkt, dann hebt sie einem die dritte auf. Durch die vierte Dimension verschwindet die dritte Dimension, und durch die fünfte Dimension verschwindet die zweite, und durch die sechste verschwindet die erste; dann ist man beim Punkt angekommen.

[ 34 ] Deshalb kommt ja diese Schwierigkeit zustande. Die Menschen möchten das Seelische erkennen, sie sind aber gewöhnt, nur räumliche Vorstellungen sich zu machen. Nun machen sie sich auch, wenn auch noch so verdünnte, räumliche Vorstellungen vom Seelischen. Aber da hat man ja nur das Willenshafte. Man müßte sich das Seelische stets so vorstellen, daß man, indem man sich etwa eine Wolke vorstellt, diese Wolke gleichzeitig fortwährend zusammengepreßt und wiederum auch eindimensional vorstellen würde. Ohne daß man das Denken innerlich beweglich macht, bekommt man überhaupt keine Vorstellung von dem Geistig-Seelischen. Einer, der ein Geistig-Seelisches sich vorstellen will und in zwei aufeinanderfolgenden Augenblicken sich das Gleiche vorstellt, der hat sich nur ein Willenshaftes vorgestellt. Man darf sich einfach das Geistig-Seelische in zwei aufeinanderfolgenden Augenblicken nicht gleichgestaltet vorstellen. Man muß innerlich beweglich werden, und zwar nicht nur so, daß man von einem Raumpunkte zum anderen übergeht, sondern daß man von einer Dimension in die andere übergeht. Das ist dasjenige, was gewöhnlich dem heutigen Bewußtsein schwer wird. Das hat ja sogar dazu geführt, daß nun die gutmütigsten Menschen — gutmütig in bezug auf die Vorstellung des Geistigen — aus dem Raume schon heraus möchten, die drei Dimensionen überwinden möchten. Dann kommen sie zu einer vierten Dimension. Das ist ja ganz nett, vom Dreidimensionalen zu einem Vierdimensionalen überzugehen. Solange man im Mathematischen bleibt, sind auch alle die Gedanken, die man sich darüber macht, ganz zutreffend, es stimmt alles. Nur wenn man übergeht zur Realität, stimmt es nicht mehr, denn das Eigentümliche ist, daß wenn man real die vierte Dimension denkt, dann hebt sie einem die dritte auf. Durch die vierte Dimension verschwindet die dritte Dimension, und durch die fünfte Dimension verschwindet die zweite, und durch die sechste verschwindet die erste; dann ist man beim Punkt angekommen.

[ 35 ] In Wirklichkeit kommt man nämlich beim Übergang von der dritten in die vierte Dimension in das Geistige hinein, und man kommt, indem man Dimensionen wegläßt, nicht indem man sie hinzufügt, immer mehr und mehr in das Geistige hinein. Man bekommt: aber durch solche Vorstellungen auch Einblicke in die menschliche Gestalt.

[ 35 ] In Wirklichkeit kommt man nämlich beim Übergang von der dritten in die vierte Dimension in das Geistige hinein, und man kommt, indem man Dimensionen wegläßt, nicht indem man sie hinzufügt, immer mehr und mehr in das Geistige hinein. Man bekommt: aber durch solche Vorstellungen auch Einblicke in die menschliche Gestalt.

[ 36 ] Ist es denn nicht für ein künstlerisches Empfinden so, daß man eigentlich, ich möchte sagen, brutal den Menschen anschaut, wenn man ihn anschaut, wie er sich mit seinen drei Dimensionen nach allen Seiten hin in die Welt hineinstellt? Gewiß, so tut man es; aber das ist doch nicht das einzige. Man hat doch im allgemeinen ein Gefühl dafür, daß die linke und die rechte Körperhälfte im wesentlichen symmetrisch sind. Und das führt einen über die drei Dimensionen hinaus, indem man den Menschen zusammenfaßt in seiner Mittelebene. Man geht da schon über zu dieser Mittelebene; und von der einen Dimension, in der der Mensch wächst, da hat man erst dann eine recht deutliche Vorstellung. Künstlerisch verwendet man schon diesen Übergang von drei zu zwei zu einer Dimension. Und würde man mehr pflegen dieses künstlerische Anschauen des Menschen, dann würde man auch leichter den Übergang finden zu dem Seelischen. Sie würden niemals ein Wesen als ein einheitlich fühlendes Wesen empfinden können, das nicht symmetrisch gestaltet ist.

[ 36 ] Ist es denn nicht für ein künstlerisches Empfinden so, daß man eigentlich, ich möchte sagen, brutal den Menschen anschaut, wenn man ihn anschaut, wie er sich mit seinen drei Dimensionen nach allen Seiten hin in die Welt hineinstellt? Gewiß, so tut man es; aber das ist doch nicht das einzige. Man hat doch im allgemeinen ein Gefühl dafür, daß die linke und die rechte Körperhälfte im wesentlichen symmetrisch sind. Und das führt einen über die drei Dimensionen hinaus, indem man den Menschen zusammenfaßt in seiner Mittelebene. Man geht da schon über zu dieser Mittelebene; und von der einen Dimension, in der der Mensch wächst, da hat man erst dann eine recht deutliche Vorstellung. Künstlerisch verwendet man schon diesen Übergang von drei zu zwei zu einer Dimension. Und würde man mehr pflegen dieses künstlerische Anschauen des Menschen, dann würde man auch leichter den Übergang finden zu dem Seelischen. Sie würden niemals ein Wesen als ein einheitlich fühlendes Wesen empfinden können, das nicht symmetrisch gestaltet ist.

[ 37 ] Wenn Sie einen Seestern anschauen, der nicht symmetrisch gestaltet, sondern fünfstrahlig ist, so können Sie ja selbstverständlich gefühllos an ihm vorübergehen, aber Sie können niemals, wenn Sie sich gefühlsmäßig fragen, sich sagen, der hat ein einheitliches Gefühl. Der Seestern kann unmöglich ein Rechtes auf ein Linkes beziehen, ein Rechtes mit einem Linken umgreifen, sondern er muß fortwährend den einen Strahl mit einem oder mit zweien oder mit dreien oder mit allen vier anderen in eine Beziehung bringen. Dadurch lebt dasjenige, was wir als Fühlen kennen, überhaupt nicht im Seestern.

[ 37 ] Wenn Sie einen Seestern anschauen, der nicht symmetrisch gestaltet, sondern fünfstrahlig ist, so können Sie ja selbstverständlich gefühllos an ihm vorübergehen, aber Sie können niemals, wenn Sie sich gefühlsmäßig fragen, sich sagen, der hat ein einheitliches Gefühl. Der Seestern kann unmöglich ein Rechtes auf ein Linkes beziehen, ein Rechtes mit einem Linken umgreifen, sondern er muß fortwährend den einen Strahl mit einem oder mit zweien oder mit dreien oder mit allen vier anderen in eine Beziehung bringen. Dadurch lebt dasjenige, was wir als Fühlen kennen, überhaupt nicht im Seestern.

[ 38 ] Wie ist es mit demjenigen — ich bitte Sie, bei diesem intimen Gedankengang mir zu folgen -, was wir als Gefühl kennen? Was wir als Gefühl kennen, kommt von rechts, kommt von links und hält in der Mitte die Ruhe. Wir gehen durch die Welt, indem wir uns mit unserem Gefühl ruhend in die Welt hineinstellen. Der Seestern kann das nicht. Er kann dasjenige, was er von hier aus auf sich als Wirkung der Welt hat (roter Pfeil), nicht symmetrisch auf etwas anderes beziehen. Er kann es beziehen auf (rot) eins oder zwei oder auf den dritten oder vierten anderen Strahl, er wird aber immer hier ein Mächtigeres haben (gelb). Daher hat der Seestern nicht innerlich das ruhende Fühlen, sondern wenn er gewissermaßen die Aufmerksamkeit nach der einen Seite hinwendet, dann wird durch seine Anordnung in ihm das Erlebnis entstehen: Du strahlst dahin, du schickst dahin einen Strahl (gelber Pfeil). Wenn er von dort empfindet, so fühlt er, als ob es schießen würde aus ihm. Er hat kein ruhendes Gefühl. Er hat das Gefühl, aus sich herauszuschießen. Er fühlt sich als hinstrahlend in der Welt.

[ 38 ] Wie ist es mit demjenigen — ich bitte Sie, bei diesem intimen Gedankengang mir zu folgen -, was wir als Gefühl kennen? Was wir als Gefühl kennen, kommt von rechts, kommt von links und hält in der Mitte die Ruhe. Wir gehen durch die Welt, indem wir uns mit unserem Gefühl ruhend in die Welt hineinstellen. Der Seestern kann das nicht. Er kann dasjenige, was er von hier aus auf sich als Wirkung der Welt hat (roter Pfeil), nicht symmetrisch auf etwas anderes beziehen. Er kann es beziehen auf (rot) eins oder zwei oder auf den dritten oder vierten anderen Strahl, er wird aber immer hier ein Mächtigeres haben (gelb). Daher hat der Seestern nicht innerlich das ruhende Fühlen, sondern wenn er gewissermaßen die Aufmerksamkeit nach der einen Seite hinwendet, dann wird durch seine Anordnung in ihm das Erlebnis entstehen: Du strahlst dahin, du schickst dahin einen Strahl (gelber Pfeil). Wenn er von dort empfindet, so fühlt er, als ob es schießen würde aus ihm. Er hat kein ruhendes Gefühl. Er hat das Gefühl, aus sich herauszuschießen. Er fühlt sich als hinstrahlend in der Welt.

[ 39 ] Wenn Sie Ihre Gefühle fein entwickeln, dann werden Sie auch beim Anschauen des Seesternes das erleben können. Gucken Sie an irgendeinen Endpunkt eines Strahles und beziehen Sie das dann auf den ganzen Seestern, dann beginnt in Ihrer Vorstellung der Seestern nach diesem einen Strahl hin sich in Bewegung zu setzen, wie wenn er dahinwanderndes, strömendes Licht wäre. Und so ist es bei anderen Tieren, die nicht symmetrisch gebaut sind, die nicht eine wirkliche Symmetrieachse haben.

[ 39 ] Wenn Sie Ihre Gefühle fein entwickeln, dann werden Sie auch beim Anschauen des Seesternes das erleben können. Gucken Sie an irgendeinen Endpunkt eines Strahles und beziehen Sie das dann auf den ganzen Seestern, dann beginnt in Ihrer Vorstellung der Seestern nach diesem einen Strahl hin sich in Bewegung zu setzen, wie wenn er dahinwanderndes, strömendes Licht wäre. Und so ist es bei anderen Tieren, die nicht symmetrisch gebaut sind, die nicht eine wirkliche Symmetrieachse haben.

[ 40 ] Der Mensch könnte, wenn er auf dieses feinere Fühlen nur einmal einginge, wenn er nur nicht im Laufe der Zeit dadurch, daß er ein intellektuelles Wesen geworden ist, sich bloß dem Intellektuellen übergeben würde, er könnte viel feiner sich hineinfühlen in die Welt.

[ 40 ] Der Mensch könnte, wenn er auf dieses feinere Fühlen nur einmal einginge, wenn er nur nicht im Laufe der Zeit dadurch, daß er ein intellektuelles Wesen geworden ist, sich bloß dem Intellektuellen übergeben würde, er könnte viel feiner sich hineinfühlen in die Welt.

[ 41 ] So ist es auch in einem gewissen Sinne der Pflanzenwelt gegenüber. So ist es all dem gegenüber, was uns umgibt. Und wirkliche Selbsterkenntnis trägt uns auch immer weiter und weiter in das Innere der Dinge hinein.

[ 41 ] So ist es auch in einem gewissen Sinne der Pflanzenwelt gegenüber. So ist es all dem gegenüber, was uns umgibt. Und wirkliche Selbsterkenntnis trägt uns auch immer weiter und weiter in das Innere der Dinge hinein.

[ 42 ] Auf das, was ich heute in einer abgelegeneren Weise, möchte ich sagen, entwickelt habe, möchte ich dann morgen und in der kommenden Zeit einiges aufbauen.

[ 42 ] Auf das, was ich heute in einer abgelegeneren Weise, möchte ich sagen, entwickelt habe, möchte ich dann morgen und in der kommenden Zeit einiges aufbauen.