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Human Questions and Cosmic Answers
GA 213

25 June 1922, Dornach

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Menschenfragen und Weltenantworten
  1. Human Questions and Cosmic Answers, tr. SOL

Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ 1 ] Gestern habe ich mich bemüht, in einer etwas abgelegeneren Betrachtung zu zeigen, wie man aus dem Räumlich-Physischen auch der menschlichen Leiblichkeit den Übergang finden kann zu demjenigen, was dann schon dadurch geistig gedacht werden kann, daß eben die drei Raumdimensionen gewissermaßen reduziert werden auf zwei und eine Dimension und auch auf das Punktuelle. Nun möchte ich heute gewissermaßen gegenüberstellen der gestrigen Betrachtung eine Art kosmischer Betrachtung, die Ihnen zeigen soll, wie auf der anderen Seite wiederum die Welt, die unsere Umgebung bildet, in Zusammenhang gedacht werden kann mit dem Geistigen und Seelischen. Es ist ja dem modernen Bewußtsein recht unmöglich, die rein stofflich-physische Welt, die den Menschen umgibt, so anzusehen, daß zu ihr das Seelisch-Geistige im Menschen irgendeine unmittelbare Beziehung hat. Das muß ja durchaus in bezug auf die Erkenntnis gerechtfertigt werden, wenn der moderne Mensch nicht sagen soll, er könne sich nichts darunter vorstellen, wenn Anthroposophie behauptet, das Seelisch-Geistige, das Ich und der astralische Leib also, verlassen den physischen Leib und den Ätherleib und seien dann außerhalb desselben. Wo sind sie? — frägt nun der Mensch, der aus dem heutigen materialistischen Bewußtsein heraus seine Erkenntnisse holt. Daß sich irgendwo im Raume ein Seelisches aufhält, das kann sich natürlich der moderne Mensch nicht denken. Er kann sich höchstens noch denken, daß sich die Luft irgendwo aufhält, daß der Raum lichtdurchsetzt ist; aber daß im Raume irgendein Geistig-Seelisches vorhanden ist, das kann er sich nicht denken. Und von dieser Unmöglichkeit ist dann nur eine kurze Strecke Weges zu der anderen Unmöglichkeit, daß sich eben dieser moderne, aus dem materialistischen Bewußtsein herausgewachsene Mensch keine Vorstellung davon machen kann, wohin das Geistig-Seelische kommt, wenn es mit dem Tode den menschlichen Leib verläßt.

[ 1 ] Gestern habe ich mich bemüht, in einer etwas abgelegeneren Betrachtung zu zeigen, wie man aus dem Räumlich-Physischen auch der menschlichen Leiblichkeit den Übergang finden kann zu demjenigen, was dann schon dadurch geistig gedacht werden kann, daß eben die drei Raumdimensionen gewissermaßen reduziert werden auf zwei und eine Dimension und auch auf das Punktuelle. Nun möchte ich heute gewissermaßen gegenüberstellen der gestrigen Betrachtung eine Art kosmischer Betrachtung, die Ihnen zeigen soll, wie auf der anderen Seite wiederum die Welt, die unsere Umgebung bildet, in Zusammenhang gedacht werden kann mit dem Geistigen und Seelischen. Es ist ja dem modernen Bewußtsein recht unmöglich, die rein stofflich-physische Welt, die den Menschen umgibt, so anzusehen, daß zu ihr das Seelisch-Geistige im Menschen irgendeine unmittelbare Beziehung hat. Das muß ja durchaus in bezug auf die Erkenntnis gerechtfertigt werden, wenn der moderne Mensch nicht sagen soll, er könne sich nichts darunter vorstellen, wenn Anthroposophie behauptet, das Seelisch-Geistige, das Ich und der astralische Leib also, verlassen den physischen Leib und den Ätherleib und seien dann außerhalb desselben. Wo sind sie? — frägt nun der Mensch, der aus dem heutigen materialistischen Bewußtsein heraus seine Erkenntnisse holt. Daß sich irgendwo im Raume ein Seelisches aufhält, das kann sich natürlich der moderne Mensch nicht denken. Er kann sich höchstens noch denken, daß sich die Luft irgendwo aufhält, daß der Raum lichtdurchsetzt ist; aber daß im Raume irgendein Geistig-Seelisches vorhanden ist, das kann er sich nicht denken. Und von dieser Unmöglichkeit ist dann nur eine kurze Strecke Weges zu der anderen Unmöglichkeit, daß sich eben dieser moderne, aus dem materialistischen Bewußtsein herausgewachsene Mensch keine Vorstellung davon machen kann, wohin das Geistig-Seelische kommt, wenn es mit dem Tode den menschlichen Leib verläßt.

[ 2 ] Gewiß, der moderne Mensch behauptet, an diese Dinge glauben zu können. In dem Augenblick aber, wo er sein eigentliches Denkvermögen zu Hilfe nimmt, kommt er sogleich in Konflikte hinein. Diese Konflikte hören auf, wenn man versucht, zum Geisteswissenschaftlichen aufzusteigen. Aber da die Ideen, die man dabei aufnehmen muß, etwas Ungewohntes sind für den Menschen der heutigen Zeit, so kann man sich ihnen eigentlich nur langsam und allmählich nähern. Und da wird es gut sein, an Tatsachen anzuknüpfen des geistig-geschichtlichen Lebens, an Tatsachen, die ja heute der äußeren Welt weniger bekannt sind.

[ 2 ] Gewiß, der moderne Mensch behauptet, an diese Dinge glauben zu können. In dem Augenblick aber, wo er sein eigentliches Denkvermögen zu Hilfe nimmt, kommt er sogleich in Konflikte hinein. Diese Konflikte hören auf, wenn man versucht, zum Geisteswissenschaftlichen aufzusteigen. Aber da die Ideen, die man dabei aufnehmen muß, etwas Ungewohntes sind für den Menschen der heutigen Zeit, so kann man sich ihnen eigentlich nur langsam und allmählich nähern. Und da wird es gut sein, an Tatsachen anzuknüpfen des geistig-geschichtlichen Lebens, an Tatsachen, die ja heute der äußeren Welt weniger bekannt sind.

[ 3 ] Wir wissen alle, daß dasjenige, was heute die Menschen an alten, ehrwürdigen traditionellen Vorstellungen haben, die dann in die Religionen übergegangen sind, an die geglaubt wird, daß diese Vorstellungen zurückführen auf uralte Erkenntnisse; wir wissen, daß es in alten Zeiten Mysterienstätten gegeben hat, welche Kirchen, Schulen und Kunstanstalten in einem zugleich waren, und aus denen auch alles dasjenige hervorgegangen ist, was dann sich verbreitet hat in den Menschenmassen als Erkenntnisse, aber auch als die Impulse, welche das Handeln der Menschen bestimmten.

[ 3 ] Wir wissen alle, daß dasjenige, was heute die Menschen an alten, ehrwürdigen traditionellen Vorstellungen haben, die dann in die Religionen übergegangen sind, an die geglaubt wird, daß diese Vorstellungen zurückführen auf uralte Erkenntnisse; wir wissen, daß es in alten Zeiten Mysterienstätten gegeben hat, welche Kirchen, Schulen und Kunstanstalten in einem zugleich waren, und aus denen auch alles dasjenige hervorgegangen ist, was dann sich verbreitet hat in den Menschenmassen als Erkenntnisse, aber auch als die Impulse, welche das Handeln der Menschen bestimmten.

[ 4 ] In diesen Mysterienstätten waren die sogenannten Eingeweihten, welche durch die besonderen Vorgänge, denen sie sich unterworfen hatten, eben zu höheren Erkenntnissen gekommen waren. Durch diese Prüfungen, durch die sie hindurchgegangen waren, hatten sie aber auch ein gewisses Verhältnis zur Welt gewonnen, zum Beispiel ein solches Verhältnis zur Welt, durch das sie ablauschen konnten den Weltenvorgängen, dem Weltenverlaufe dasjenige, was sie über die Welt wissen wollten.

[ 4 ] In diesen Mysterienstätten waren die sogenannten Eingeweihten, welche durch die besonderen Vorgänge, denen sie sich unterworfen hatten, eben zu höheren Erkenntnissen gekommen waren. Durch diese Prüfungen, durch die sie hindurchgegangen waren, hatten sie aber auch ein gewisses Verhältnis zur Welt gewonnen, zum Beispiel ein solches Verhältnis zur Welt, durch das sie ablauschen konnten den Weltenvorgängen, dem Weltenverlaufe dasjenige, was sie über die Welt wissen wollten.

[ 5 ] In der äußeren Geschichte sind ja eigentlich nur die, ich möchte sagen, schon verderbten Arten von solchen Ablauschungen gegenüber den Weltenvorgängen vorhanden. Sie alle haben gelesen, wie in griechischen Tempelstätten, Orakelstätten man herangezogen hat gewisse Persönlichkeiten wie zu einer Art von Medien, die dann etwa über aufsteigenden Erdendünsten in dasjenige gekommen sind, was man in der neueren Zeit bei jenen Menschen, die doch immer dilettantisch nur bleiben in bezug auf das Geistige, Trance nennt, durch die man ja etwas Wahres, etwas Wirkliches nicht gewinnen kann, sondern die eigentlich ein unberechtigter Hokuspokus ist. Aber in den Zeiten, in denen die ältere Art, zu der Welt sich in Beziehung zu setzen, schon in die Verderbnis gekommen war, hat man zu solchen Orakelstätten seine Zuflucht genommen. Und was dann da hereingeholt worden war in einer Art von tranceartigem Zustand, hat man als Offenbarung genommen, um etwas zu wissen, sozusagen was die wirklich geistigen Mächte als Absichten hegen, die göttlich-geistigen Mächte, die hinter dem Verlaufe der Weltenerscheinungen stehen. Nach solchen Orakelsprüchen hat man sich dann gerichtet.

[ 5 ] In der äußeren Geschichte sind ja eigentlich nur die, ich möchte sagen, schon verderbten Arten von solchen Ablauschungen gegenüber den Weltenvorgängen vorhanden. Sie alle haben gelesen, wie in griechischen Tempelstätten, Orakelstätten man herangezogen hat gewisse Persönlichkeiten wie zu einer Art von Medien, die dann etwa über aufsteigenden Erdendünsten in dasjenige gekommen sind, was man in der neueren Zeit bei jenen Menschen, die doch immer dilettantisch nur bleiben in bezug auf das Geistige, Trance nennt, durch die man ja etwas Wahres, etwas Wirkliches nicht gewinnen kann, sondern die eigentlich ein unberechtigter Hokuspokus ist. Aber in den Zeiten, in denen die ältere Art, zu der Welt sich in Beziehung zu setzen, schon in die Verderbnis gekommen war, hat man zu solchen Orakelstätten seine Zuflucht genommen. Und was dann da hereingeholt worden war in einer Art von tranceartigem Zustand, hat man als Offenbarung genommen, um etwas zu wissen, sozusagen was die wirklich geistigen Mächte als Absichten hegen, die göttlich-geistigen Mächte, die hinter dem Verlaufe der Weltenerscheinungen stehen. Nach solchen Orakelsprüchen hat man sich dann gerichtet.

[ 6 ] Aber diese Orakelsprüche waren ja gar nicht das Ursprüngliche. Das bestand in etwas ganz anderem. Als man zu solchen Orakelsprüchen seine Zuflucht nahm, da war es durchaus schon so, daß man die alten Fähigkeiten, welche die Eingeweihten in den Mysterien gepflegt haben, verloren hatte, und man zu äußerlichen Maßnahmen seine Zuflucht nahm. Ich möchte Ihnen einen der Vorgänge schildern, durch den in sehr alten Zeiten die Eingeweihten, die Initiierten der Mysterien, der Welt ihre Geheimnisse abgelauscht haben, diejenigen Geheimnisse, welche in den Absichten der hinter den Naturerscheinungen stehenden göttlich-geistigen Wesenheiten vorhanden waren.

[ 6 ] Aber diese Orakelsprüche waren ja gar nicht das Ursprüngliche. Das bestand in etwas ganz anderem. Als man zu solchen Orakelsprüchen seine Zuflucht nahm, da war es durchaus schon so, daß man die alten Fähigkeiten, welche die Eingeweihten in den Mysterien gepflegt haben, verloren hatte, und man zu äußerlichen Maßnahmen seine Zuflucht nahm. Ich möchte Ihnen einen der Vorgänge schildern, durch den in sehr alten Zeiten die Eingeweihten, die Initiierten der Mysterien, der Welt ihre Geheimnisse abgelauscht haben, diejenigen Geheimnisse, welche in den Absichten der hinter den Naturerscheinungen stehenden göttlich-geistigen Wesenheiten vorhanden waren.

[ 7 ] Solche Eingeweihte, nachdem sie ihren ganzen Menschen in langer Zeit dafür zubereitet hatten, auf die feineren Vorgänge des Lebens sorgfältig zu achten, konnten dann dahin kommen, daß sie namentlich der aufgehenden Sonne gegenüber sich in einen besonderen Gemütszustand brachten. Das war eine Übung, welche der alte Eingeweihte in den Mysterien immer wieder vornahm: der aufgehenden Sonne, der heraufkommenden Morgenröte gegenüber zu einer recht empfänglichen, geistempfänglichen Stimmung zu kommen. Gerade die Morgenröte und die auf ihr erscheinende Sonne war etwas, was eine ehrfürchtige, aber zugleich von allerlei hingebungsvollen inneren Stimmungen durchsetzte Seelenverfassung hervorrufen sollte bei diesen alten Eingeweihten. Von der zum Teil aus Andacht, zum Teil aber auch aus Wißbegierde zusammengewobenen Stimmung, in die alte Eingeweihte gegenüber dem Sonnenaufgang gekommen sind, wenn sie dazu in der richtigen Weise vorbereitet waren, von dieser Stimmung macht man sich heute gar keinen Begriff mehr. Ich glaube, daß die letzte Empfindung aus der äußeren Welt von solchen Stimmungen eigentlich nur noch etwas zur Vorstellung kommen kann, wenn man die wunderschönen Schilderungen liest — die aber jetzt auch schon wiederum mehr als ein Jahrhundert hinter uns liegen —, die noch Johann Gottfried Herder, der ausgezeichnete deutsche Dichter und Schriftsteller, gerade vom Sonnenaufgang gegeben hat, aber nicht etwa so, wie es triviale neuere Dichter ja auch machen können, sondern vom Sonnenaufgang, insofern dieser eine Art Symbolum ist für alles Erwachende, Erwachende nicht nur in der Natur, sondern im Menschengemüt, in der Menschenseele. Gewissermaßen dasjenige, was hervorruft in der Menschenseele selber eine Art Morgenröte, in die dann die Sonne wie innerlich hinein aufgeht, das hat ja Herder in einer wunderbaren Weise geschildert, als er darzustellen suchte, wie die poetische Stimmung einmal in der Menschheitsentwickelung Platz gegriffen hat, und wie diese poetische Stimmung ihren Ausgangspunkt nehmen konnte von alledem, was der Mensch erleben kann bei Morgenröte und Sonnenaufgang.

[ 7 ] Solche Eingeweihte, nachdem sie ihren ganzen Menschen in langer Zeit dafür zubereitet hatten, auf die feineren Vorgänge des Lebens sorgfältig zu achten, konnten dann dahin kommen, daß sie namentlich der aufgehenden Sonne gegenüber sich in einen besonderen Gemütszustand brachten. Das war eine Übung, welche der alte Eingeweihte in den Mysterien immer wieder vornahm: der aufgehenden Sonne, der heraufkommenden Morgenröte gegenüber zu einer recht empfänglichen, geistempfänglichen Stimmung zu kommen. Gerade die Morgenröte und die auf ihr erscheinende Sonne war etwas, was eine ehrfürchtige, aber zugleich von allerlei hingebungsvollen inneren Stimmungen durchsetzte Seelenverfassung hervorrufen sollte bei diesen alten Eingeweihten. Von der zum Teil aus Andacht, zum Teil aber auch aus Wißbegierde zusammengewobenen Stimmung, in die alte Eingeweihte gegenüber dem Sonnenaufgang gekommen sind, wenn sie dazu in der richtigen Weise vorbereitet waren, von dieser Stimmung macht man sich heute gar keinen Begriff mehr. Ich glaube, daß die letzte Empfindung aus der äußeren Welt von solchen Stimmungen eigentlich nur noch etwas zur Vorstellung kommen kann, wenn man die wunderschönen Schilderungen liest — die aber jetzt auch schon wiederum mehr als ein Jahrhundert hinter uns liegen —, die noch Johann Gottfried Herder, der ausgezeichnete deutsche Dichter und Schriftsteller, gerade vom Sonnenaufgang gegeben hat, aber nicht etwa so, wie es triviale neuere Dichter ja auch machen können, sondern vom Sonnenaufgang, insofern dieser eine Art Symbolum ist für alles Erwachende, Erwachende nicht nur in der Natur, sondern im Menschengemüt, in der Menschenseele. Gewissermaßen dasjenige, was hervorruft in der Menschenseele selber eine Art Morgenröte, in die dann die Sonne wie innerlich hinein aufgeht, das hat ja Herder in einer wunderbaren Weise geschildert, als er darzustellen suchte, wie die poetische Stimmung einmal in der Menschheitsentwickelung Platz gegriffen hat, und wie diese poetische Stimmung ihren Ausgangspunkt nehmen konnte von alledem, was der Mensch erleben kann bei Morgenröte und Sonnenaufgang.

[ 8 ] In einer noch intensiveren Weise haben die Geheimnisse der Morgenröte und des Sonnenaufgangs Menschen wie etwa Jakob Böhme empfunden, dessen erstes Werk, wie Ihnen ja bekannt ist, «Aurora oder die Morgenröte im Aufgang» heißt. Und nicht ohne Bezug auf diese Geheimnisse des Morgenrotes sind ja Worte wie die aus Goethes «Faust»: «Auf, bade Schüler, unverdrossen, die ird’sche Brust im Morgenrot!» Je weiter wir zurückgehen in der Geschichte der Menschheitsentwickelung, desto wunderbarer finden wir die Stimmungen der Menschenseele bei dem ersten Hereindringen der Sonnenstrahlen des Morgens, wo sie gewissermaßen noch auf ihren Wellen hereintragen das tätige, aktive Weltenlicht. Und alte Initiierte in den Mysterienstätten, die hatten sich dazu vorbereitet, daß sie ihre ernstesten, ihre heiligsten Fragen an die Weltengeister während des Morgenrotes gewissermaßen aus ihren Herzen hinaussandten in die Weiten der Welt. Sie sagten sich: Wenn die Sonne ihren ersten Strahl hereinsendet auf die Erde, dann ist den Menschenfragen der beste Weg gegeben, um hinauszudringen in die Weiten des Kosmos. Und so strahlten gewissermaßen die alten Eingeweihten ihre Fragen, ihre Herzens- und Menschenrätsel in die Weiten der Welt hinaus. Und dann gingen sie nicht so trivial, banal etwa an die Antwort, wie wir das heute in unserer physischen Wissenschaft gewöhnt sind, sondern sie kamen in die Stimmung hinein, in der sie sich sagten: Wir haben jetzt unsere Rätselfragen der Weite der Welt übergeben; im Weltenschoße ruhen sie, die Götter empfangen unsere Rätselfragen.

[ 8 ] In einer noch intensiveren Weise haben die Geheimnisse der Morgenröte und des Sonnenaufgangs Menschen wie etwa Jakob Böhme empfunden, dessen erstes Werk, wie Ihnen ja bekannt ist, «Aurora oder die Morgenröte im Aufgang» heißt. Und nicht ohne Bezug auf diese Geheimnisse des Morgenrotes sind ja Worte wie die aus Goethes «Faust»: «Auf, bade Schüler, unverdrossen, die ird’sche Brust im Morgenrot!» Je weiter wir zurückgehen in der Geschichte der Menschheitsentwickelung, desto wunderbarer finden wir die Stimmungen der Menschenseele bei dem ersten Hereindringen der Sonnenstrahlen des Morgens, wo sie gewissermaßen noch auf ihren Wellen hereintragen das tätige, aktive Weltenlicht. Und alte Initiierte in den Mysterienstätten, die hatten sich dazu vorbereitet, daß sie ihre ernstesten, ihre heiligsten Fragen an die Weltengeister während des Morgenrotes gewissermaßen aus ihren Herzen hinaussandten in die Weiten der Welt. Sie sagten sich: Wenn die Sonne ihren ersten Strahl hereinsendet auf die Erde, dann ist den Menschenfragen der beste Weg gegeben, um hinauszudringen in die Weiten des Kosmos. Und so strahlten gewissermaßen die alten Eingeweihten ihre Fragen, ihre Herzens- und Menschenrätsel in die Weiten der Welt hinaus. Und dann gingen sie nicht so trivial, banal etwa an die Antwort, wie wir das heute in unserer physischen Wissenschaft gewöhnt sind, sondern sie kamen in die Stimmung hinein, in der sie sich sagten: Wir haben jetzt unsere Rätselfragen der Weite der Welt übergeben; im Weltenschoße ruhen sie, die Götter empfangen unsere Rätselfragen.

[ 9 ] Ich schildere nur. Man mag denken wie man will über diese Dinge, sie waren einmal da, man übte sie so. Und dann haben solche Initiierte gewartet und in nächtlicher Stunde ihre Herzen bereitgemacht, etwas entgegenzunehmen. Das war jetzt auch wiederum eine hingebungsvolle, aber nicht eine, ich möchte sagen, die Frage aufwerfende Stimmung, sondern sie gaben ihre Herzen hin einer ganz empfänglichen, einer auch andächtigen, aber empfänglichen Stimmung. Und so haben sie entgegengestellt ihre Andacht dem hereinbrechenden Schein des Vollmondes. Und da haben sie gefühlt: Jetzt bekommen sie zurück die Antwort aus dem Weltenall.

[ 9 ] Ich schildere nur. Man mag denken wie man will über diese Dinge, sie waren einmal da, man übte sie so. Und dann haben solche Initiierte gewartet und in nächtlicher Stunde ihre Herzen bereitgemacht, etwas entgegenzunehmen. Das war jetzt auch wiederum eine hingebungsvolle, aber nicht eine, ich möchte sagen, die Frage aufwerfende Stimmung, sondern sie gaben ihre Herzen hin einer ganz empfänglichen, einer auch andächtigen, aber empfänglichen Stimmung. Und so haben sie entgegengestellt ihre Andacht dem hereinbrechenden Schein des Vollmondes. Und da haben sie gefühlt: Jetzt bekommen sie zurück die Antwort aus dem Weltenall.

[ 10 ] Das war in älteren Mysterien ein sehr gewöhnlicher Vorgang. Man hat zu einer gewissen Zeit seine Rätselfragen mit der Welt abgemacht, indem man sie hinausgesendet hat in die Weltenweiten, und hat sich die Antworten geholt, die vom Vollmonde aus, im Scheine des Vollmondes die Götter der Erde wiederum zugesendet haben.

[ 10 ] Das war in älteren Mysterien ein sehr gewöhnlicher Vorgang. Man hat zu einer gewissen Zeit seine Rätselfragen mit der Welt abgemacht, indem man sie hinausgesendet hat in die Weltenweiten, und hat sich die Antworten geholt, die vom Vollmonde aus, im Scheine des Vollmondes die Götter der Erde wiederum zugesendet haben.

[ 11 ] So korrespondierte der Mensch einmal mit der Welt. Er war nicht so hochmütig, daß er etwa wie ein heutiger Philosoph in seinem Kopf die Fragen aufgeworfen hätte, dann auch wiederum flugs die Antworten dazu gesucht hätte, er war nicht so hochmütig, zu glauben, daß man sich über ein Stück weißes Papier setzen, und daß der Menschenkopf nun mit sich allein die großen Rätselfragen des Daseins abmachen könne. Er war vielmehr des Glaubens, dieser alte Initiierte, daß mit demjenigen, was als göttlich-geistige Mächte die Welt durchwellt und durchwallt, daß man mit dem zusammen besprechen müsse dasjenige, was man abmachen will über Fragen und Antworten bezüglich der Weltenrätsel. Er tat das aus dem Grunde, weil er wußte: Da draußen in der Welt, da sind nicht nur die physisch-sinnlichen Wahrnehmungsinhalte, da waltet und webt überall Geistiges. Und indem der Sonnenstrahl zu mir dringt, kann ich ihm entgegensenden dasjenige, was der Inhalt meines Willens ist.

[ 11 ] So korrespondierte der Mensch einmal mit der Welt. Er war nicht so hochmütig, daß er etwa wie ein heutiger Philosoph in seinem Kopf die Fragen aufgeworfen hätte, dann auch wiederum flugs die Antworten dazu gesucht hätte, er war nicht so hochmütig, zu glauben, daß man sich über ein Stück weißes Papier setzen, und daß der Menschenkopf nun mit sich allein die großen Rätselfragen des Daseins abmachen könne. Er war vielmehr des Glaubens, dieser alte Initiierte, daß mit demjenigen, was als göttlich-geistige Mächte die Welt durchwellt und durchwallt, daß man mit dem zusammen besprechen müsse dasjenige, was man abmachen will über Fragen und Antworten bezüglich der Weltenrätsel. Er tat das aus dem Grunde, weil er wußte: Da draußen in der Welt, da sind nicht nur die physisch-sinnlichen Wahrnehmungsinhalte, da waltet und webt überall Geistiges. Und indem der Sonnenstrahl zu mir dringt, kann ich ihm entgegensenden dasjenige, was der Inhalt meines Willens ist.

[ 12 ] Dieses Geheimnis ist dem Menschenforschen ganz verlorengegangen. Aber es war einmal ein wirkliches Wissen, eine wirkliche Erkenntnis der Menschheit. Und einer der letzten in Europa, die eine allerdings nicht deutliche, aber doch lebendige Tradition gehabt haben von diesen Dingen, und die auch dafür kämpfen wollten, war Julian Apostata. Er war so unvorsichtig, diese Dinge noch ernst zu nehmen, und ist ja dadurch gerade ein Opfer seiner Gegner geworden.

[ 12 ] Dieses Geheimnis ist dem Menschenforschen ganz verlorengegangen. Aber es war einmal ein wirkliches Wissen, eine wirkliche Erkenntnis der Menschheit. Und einer der letzten in Europa, die eine allerdings nicht deutliche, aber doch lebendige Tradition gehabt haben von diesen Dingen, und die auch dafür kämpfen wollten, war Julian Apostata. Er war so unvorsichtig, diese Dinge noch ernst zu nehmen, und ist ja dadurch gerade ein Opfer seiner Gegner geworden.

[ 13 ] Der heutige Mensch zeichnet — es ist nur eine schematische Zeichnung, aber sie soll ja auch nur versinnlichen, um was es sich handelt — die Erde und die Sonne — natürlich müßte ich es viel weiter hinauszeichnen — so, daß die Sonne ihre Strahlen zur Erde heruntersendet. Der alte Eingeweihte würde gesagt haben: Das ist ja nur physisch; das Geistige davon ist das, daß auf der Erde die Menschen wohnen, und die Menschen entwickeln auf der Erde ihren Willen (rot), und während die Sonnenstrahlen von der Sonne auf die Erde herunterkommen, kann der Mensch seinen Willen in der Richtung der Sonne in den Weltenraum hinaussenden (Pfeile). Gewissermaßen auf den Wogen des Willens, der von der Erde zur Sonne hinstrahlt, sandten die alten Eingeweihten ihre Fragen in das Weltenall hinaus. Und wenn der moderne Mensch sagt: Auf der anderen Seite ist irgendwie der Mond, der seinen Schein auf die Erde hereinstrahlen läßt (gelb), so sagte der alte Eingeweihte:: Das ist aber nur das Physische; in Wahrheit kommen die Gedanken auf den Wellen dieses Scheins zur Erde herein (orange). Und soübergab der.alte Eingeweihte den Willensstrahlen, die von der Erde zur Sonne gehen, seine Fragen, und empfing von den Gedankenstrahlen, die vom Mond zur Erde kommen, die Antworten. Die heutige Wissenschaft kennt nur die eine Seite der Sache. Die sieht auf das Physische der Sonne und des Mondes. Der alte Eingeweihte aber sagte: Während die Sonne fortwährend ihr Licht zur Erde sendet, sendet die Erde in den Weltenraum die Willensstrahlungen, den Willen von all den Menschen, die auf der Erde leben, fortwährend in die Welt hinaus. Und wenn der Mensch im Scheine des Mondes sich aufhält, dann werden ihm die Gedankenstrahlen aus dem Kosmos geschickt.

[ 13 ] Der heutige Mensch zeichnet — es ist nur eine schematische Zeichnung, aber sie soll ja auch nur versinnlichen, um was es sich handelt — die Erde und die Sonne — natürlich müßte ich es viel weiter hinauszeichnen — so, daß die Sonne ihre Strahlen zur Erde heruntersendet. Der alte Eingeweihte würde gesagt haben: Das ist ja nur physisch; das Geistige davon ist das, daß auf der Erde die Menschen wohnen, und die Menschen entwickeln auf der Erde ihren Willen (rot), und während die Sonnenstrahlen von der Sonne auf die Erde herunterkommen, kann der Mensch seinen Willen in der Richtung der Sonne in den Weltenraum hinaussenden (Pfeile). Gewissermaßen auf den Wogen des Willens, der von der Erde zur Sonne hinstrahlt, sandten die alten Eingeweihten ihre Fragen in das Weltenall hinaus. Und wenn der moderne Mensch sagt: Auf der anderen Seite ist irgendwie der Mond, der seinen Schein auf die Erde hereinstrahlen läßt (gelb), so sagte der alte Eingeweihte:: Das ist aber nur das Physische; in Wahrheit kommen die Gedanken auf den Wellen dieses Scheins zur Erde herein (orange). Und soübergab der.alte Eingeweihte den Willensstrahlen, die von der Erde zur Sonne gehen, seine Fragen, und empfing von den Gedankenstrahlen, die vom Mond zur Erde kommen, die Antworten. Die heutige Wissenschaft kennt nur die eine Seite der Sache. Die sieht auf das Physische der Sonne und des Mondes. Der alte Eingeweihte aber sagte: Während die Sonne fortwährend ihr Licht zur Erde sendet, sendet die Erde in den Weltenraum die Willensstrahlungen, den Willen von all den Menschen, die auf der Erde leben, fortwährend in die Welt hinaus. Und wenn der Mensch im Scheine des Mondes sich aufhält, dann werden ihm die Gedankenstrahlen aus dem Kosmos geschickt.

[ 14 ] Die menschliche Organisation hat sich geändert. So könnte der heute nach übersinnlicher Erkenntnis Suchende nicht verfahren. Die menschliche Auffassung ist gröber geworden, als sie in alten Zeiten war. Gewiß, auch heute gehen unsere Willensstrahlen ins Weltenall hinaus. Aber der Mensch empfindet seine Fragen nicht so brennend, wie man sie einmal empfunden hat, als daß seine Willensstrahlen nun wirklich diese Fragen mit hinausnehmen würden. Wir sind als Menschen heute zu intellektualistisch geworden, und der Intellekt, der kühlt alles Fragen ab. Von der Riesenwißbegierde, welche einmal die Menschen in bezug auf die heiligsten Fragen des Daseins entwickelt haben, haben wir heute nicht viel Empfindung. Wir sind nicht mehr so wißbegierig; wir sind eigentlich nur noch neugierig und möchten schnell alles wissen, ohne daß wir uns mit der Welt auseinandersetzen. Und im Mondenschein träumen höchstens noch die Liebenden; die Gelehrten würden es als einen furchtbaren Aberglauben betrachten, wenn sie nun auch von dem Scheine des Mondes die Antworten auf die brennenden Rätselfragen des Daseins empfangen sollten.

[ 14 ] Die menschliche Organisation hat sich geändert. So könnte der heute nach übersinnlicher Erkenntnis Suchende nicht verfahren. Die menschliche Auffassung ist gröber geworden, als sie in alten Zeiten war. Gewiß, auch heute gehen unsere Willensstrahlen ins Weltenall hinaus. Aber der Mensch empfindet seine Fragen nicht so brennend, wie man sie einmal empfunden hat, als daß seine Willensstrahlen nun wirklich diese Fragen mit hinausnehmen würden. Wir sind als Menschen heute zu intellektualistisch geworden, und der Intellekt, der kühlt alles Fragen ab. Von der Riesenwißbegierde, welche einmal die Menschen in bezug auf die heiligsten Fragen des Daseins entwickelt haben, haben wir heute nicht viel Empfindung. Wir sind nicht mehr so wißbegierig; wir sind eigentlich nur noch neugierig und möchten schnell alles wissen, ohne daß wir uns mit der Welt auseinandersetzen. Und im Mondenschein träumen höchstens noch die Liebenden; die Gelehrten würden es als einen furchtbaren Aberglauben betrachten, wenn sie nun auch von dem Scheine des Mondes die Antworten auf die brennenden Rätselfragen des Daseins empfangen sollten.

[ 15 ] Man sieht eben durchaus die Welt entgeistigt. Man weiß nichts mehr von dem Geist, der die Welt überall durchsetzt, oder wenn man davon spricht, so spricht man in verschwommen-pantheistischer Weise, nicht in der konkreten Weise, daß man weiß, wie sich des Menschen Willensstrahlen zu den Sonnenstrahlen verhalten, wie sich des Menschen Gedankenformen zu dem Schein des Mondes verhalten.

[ 15 ] Man sieht eben durchaus die Welt entgeistigt. Man weiß nichts mehr von dem Geist, der die Welt überall durchsetzt, oder wenn man davon spricht, so spricht man in verschwommen-pantheistischer Weise, nicht in der konkreten Weise, daß man weiß, wie sich des Menschen Willensstrahlen zu den Sonnenstrahlen verhalten, wie sich des Menschen Gedankenformen zu dem Schein des Mondes verhalten.

[ 16 ] Aber wir können auch in der modernen Initiation wiederum zu einem Verkehr mit dem Kosmos und mit dem Geist der Welt kommen. Nur macht es die heutige Initiation anders. Die vorbereitenden Übungen zur Initiation, Sie finden sie ja geschildert in meinen Büchern, namentlich in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Aber das alles, das tendiert ja darauf hin, das zielt ja darauf hin, daß der Mensch wirklich dazu komme, durch solche Übungen auch heute noch Antwort zu bekommen, allerdings nicht so, wie man es im heutigen Hochmut tut, die Fragen im Kopfe zu wälzen und mit dem Kopfe die Antworten zu geben. Da bekommt man doch nichts anderes heraus als die Dinge, die ja sehr gescheit sind; aber Gescheitheit ist nicht etwas, was zu einer wirklichen Antwort über die Rätselfragen des Lebens führt. Durch dieses Wälzen im Kopfe schließt man sich ab von der Welt. Man muß durchaus, wenn man Antwort haben will von der Welt, aus sich herausgehen. Man muß mit der Welt in Beziehung treten. Und so ist es denn, daß der moderne Initiierte auch seine Fragen stellen muß und auch Geduld haben muß, wenn er nicht gleich eine Antwort erhält. Der moderne Initiierte kommt nämlich immer mehr und mehr dazu, die Außenwelt nicht bloß so anzuschauen, daß er nun seine Neugierde befriedigen läßt durch dasjenige, was als Eindruck auf seine Augen, auf seine Ohren, auf seine sonstigen Sinne gemacht wird. Gewiß, er empfängt auch diese Sinneswahrnehmungen von außen, aber indem er ebenso genau, ebenso intim sich die Blumen, die Sonne, den Mond, die Sterne, andere Menschen, Pflanzen, Tiere und so weiter anschaut, indem er überallhin seine Sinne richtet und dasjenige gewissermaßen durch sich hindurchgehen läßt, was er als Eindrücke von den äußeren Sinnen empfängt, schickt er dem eine Strömung aus sich selbst entgegen. Und das ist die Strömung, welche in ihm die Rätselfrage des Daseins bedeutet. Man sieht eine schöne Blume. Man sieht sie an, aber nicht bloß passiv, sondern man lenkt zum Beispiel den Blick auf das Gelb. Man läßt das Gelb auf sich einen Eindruck machen. Aber zu gleicher Zeit sendet man dem Gelb seine Rätselfrage entgegen, und man läßt untertauchen in das Gelb der Blume oder meinetwillen auch in das Morgenrot untertauchen dasjenige, was man als Rätselfragen des Daseins zu stellen hat.

[ 16 ] Aber wir können auch in der modernen Initiation wiederum zu einem Verkehr mit dem Kosmos und mit dem Geist der Welt kommen. Nur macht es die heutige Initiation anders. Die vorbereitenden Übungen zur Initiation, Sie finden sie ja geschildert in meinen Büchern, namentlich in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Aber das alles, das tendiert ja darauf hin, das zielt ja darauf hin, daß der Mensch wirklich dazu komme, durch solche Übungen auch heute noch Antwort zu bekommen, allerdings nicht so, wie man es im heutigen Hochmut tut, die Fragen im Kopfe zu wälzen und mit dem Kopfe die Antworten zu geben. Da bekommt man doch nichts anderes heraus als die Dinge, die ja sehr gescheit sind; aber Gescheitheit ist nicht etwas, was zu einer wirklichen Antwort über die Rätselfragen des Lebens führt. Durch dieses Wälzen im Kopfe schließt man sich ab von der Welt. Man muß durchaus, wenn man Antwort haben will von der Welt, aus sich herausgehen. Man muß mit der Welt in Beziehung treten. Und so ist es denn, daß der moderne Initiierte auch seine Fragen stellen muß und auch Geduld haben muß, wenn er nicht gleich eine Antwort erhält. Der moderne Initiierte kommt nämlich immer mehr und mehr dazu, die Außenwelt nicht bloß so anzuschauen, daß er nun seine Neugierde befriedigen läßt durch dasjenige, was als Eindruck auf seine Augen, auf seine Ohren, auf seine sonstigen Sinne gemacht wird. Gewiß, er empfängt auch diese Sinneswahrnehmungen von außen, aber indem er ebenso genau, ebenso intim sich die Blumen, die Sonne, den Mond, die Sterne, andere Menschen, Pflanzen, Tiere und so weiter anschaut, indem er überallhin seine Sinne richtet und dasjenige gewissermaßen durch sich hindurchgehen läßt, was er als Eindrücke von den äußeren Sinnen empfängt, schickt er dem eine Strömung aus sich selbst entgegen. Und das ist die Strömung, welche in ihm die Rätselfrage des Daseins bedeutet. Man sieht eine schöne Blume. Man sieht sie an, aber nicht bloß passiv, sondern man lenkt zum Beispiel den Blick auf das Gelb. Man läßt das Gelb auf sich einen Eindruck machen. Aber zu gleicher Zeit sendet man dem Gelb seine Rätselfrage entgegen, und man läßt untertauchen in das Gelb der Blume oder meinetwillen auch in das Morgenrot untertauchen dasjenige, was man als Rätselfragen des Daseins zu stellen hat.

[ 17 ] Man übergibt nun nicht einem bestimmten Eindrucke, wie der aufgehenden Sonne, sozusagen alle Fragen seines Herzens, sondern man gießt sie aus in alle Sinneswahrnehmungen. Würde man nun wiederum erwarten, daß einem die Sinneswahrnehmungen selbst die Antworten geben, so wäre das, wie wenn der alte Eingeweihte dem Morgenrot der aufgehenden Sonne seine Rätselfragen entgegengesendet hätte, um dann von diesem auch die Antwort zu empfangen, und nicht von dem Vollmonde, auf den er dann gewartet hat.

[ 17 ] Man übergibt nun nicht einem bestimmten Eindrucke, wie der aufgehenden Sonne, sozusagen alle Fragen seines Herzens, sondern man gießt sie aus in alle Sinneswahrnehmungen. Würde man nun wiederum erwarten, daß einem die Sinneswahrnehmungen selbst die Antworten geben, so wäre das, wie wenn der alte Eingeweihte dem Morgenrot der aufgehenden Sonne seine Rätselfragen entgegengesendet hätte, um dann von diesem auch die Antwort zu empfangen, und nicht von dem Vollmonde, auf den er dann gewartet hat.

[ 18 ] Mindestens mußte so ein alter Eingeweihter vierzehn Tage warten; denn er hat während des Neumondes der aufgehenden Sonne seine Fragen gestellt, und während des Vollmondes dann die Antworten empfangen. So lange wartet kein moderner Philosoph, denn — wenigstens in der Zeit, in der man noch leichter gedruckt hat — dann mußte ja das Buch schon beim Buchdrucker sein!

[ 18 ] Mindestens mußte so ein alter Eingeweihter vierzehn Tage warten; denn er hat während des Neumondes der aufgehenden Sonne seine Fragen gestellt, und während des Vollmondes dann die Antworten empfangen. So lange wartet kein moderner Philosoph, denn — wenigstens in der Zeit, in der man noch leichter gedruckt hat — dann mußte ja das Buch schon beim Buchdrucker sein!

[ 19 ] Nun muß man aber Geduld haben. Wenn man seine Fragen übergibt den Sinneseindrücken, wenn man sie untertauchen läßt in alle Dinge, so darf man nicht erwarten, daß einem die Sinneseindrücke nun auch irgend etwas enthüllen, und man muß — und es gelingt einem dieses auch, wenn man lange genug die Vorbereitungen dazu gemacht hat — nunmehr warten, bis einem dasjenige — man muß den Augenblick manchmal lange abwarten —, was man nach außen der Welt übergeben hat, von innen heraufkommt als Antwort.

[ 19 ] Nun muß man aber Geduld haben. Wenn man seine Fragen übergibt den Sinneseindrücken, wenn man sie untertauchen läßt in alle Dinge, so darf man nicht erwarten, daß einem die Sinneseindrücke nun auch irgend etwas enthüllen, und man muß — und es gelingt einem dieses auch, wenn man lange genug die Vorbereitungen dazu gemacht hat — nunmehr warten, bis einem dasjenige — man muß den Augenblick manchmal lange abwarten —, was man nach außen der Welt übergeben hat, von innen heraufkommt als Antwort.

[ 20 ] Sie können ganz sicher sein: Wenn Sie die Fragen aufwerfen ins Blaue hinaus, werden Sie Zufallsantworten bekommen, die schließlich für den einzelnen eine egoistische Befriedigung gewähren können, die aber doch nicht wirkliche Antworten sind. Sie müssen untertauchen in Blume und Meer, in das Firmament, in die Sterne, in alles dasjenige, was von außen auf Sie als Eindruck kommt, in das müssen Sie untertauchen Ihre Rätselfragen, und dann müssen Sie abwarten, bis einmal aus Ihrem Inneren die Antworten auftauchen. Sie können nicht vierzehn Tage warten, Sie können nicht einmal die Zeit bestimmen, die die alten Eingeweihten bestimmen konnten. Sie müssen warten, bis der richtige Moment gekommen ist, daß das Äußere ein Inneres geworden ist, und aus Ihrem Inneren heraus die Antwort kommt.

[ 20 ] Sie können ganz sicher sein: Wenn Sie die Fragen aufwerfen ins Blaue hinaus, werden Sie Zufallsantworten bekommen, die schließlich für den einzelnen eine egoistische Befriedigung gewähren können, die aber doch nicht wirkliche Antworten sind. Sie müssen untertauchen in Blume und Meer, in das Firmament, in die Sterne, in alles dasjenige, was von außen auf Sie als Eindruck kommt, in das müssen Sie untertauchen Ihre Rätselfragen, und dann müssen Sie abwarten, bis einmal aus Ihrem Inneren die Antworten auftauchen. Sie können nicht vierzehn Tage warten, Sie können nicht einmal die Zeit bestimmen, die die alten Eingeweihten bestimmen konnten. Sie müssen warten, bis der richtige Moment gekommen ist, daß das Äußere ein Inneres geworden ist, und aus Ihrem Inneren heraus die Antwort kommt.

[ 21 ] Darin besteht gerade die Kunst der geistigen Weltenforschung, daß man warten kann, daß man nicht glaubt, flugs die Antworten zu bekommen. Aber man bekommt natürlich auch nicht Antworten, ohne daß man die Fragen gestellt hat. Wenn Sie sich bei solchen Menschen erkundigen, die wirklich zu Erkenntnissen im Sinne der modernen Initiation gekommen sind, so werden sie Ihnen alle erzählen: Ich war vielleicht fünfunddreißig Jahre alt, da habe ich diese oder jene große Rätselfrage an das Dasein ganz besonders tief empfunden; ich habe dazumal diese Rätselfrage irgendwelchen besonderen äußeren Eindrücken übergeben, und als ich fünfzig Jahre alt geworden bin, da ging mir aus meinem Inneren die Antwort hervor.

[ 21 ] Darin besteht gerade die Kunst der geistigen Weltenforschung, daß man warten kann, daß man nicht glaubt, flugs die Antworten zu bekommen. Aber man bekommt natürlich auch nicht Antworten, ohne daß man die Fragen gestellt hat. Wenn Sie sich bei solchen Menschen erkundigen, die wirklich zu Erkenntnissen im Sinne der modernen Initiation gekommen sind, so werden sie Ihnen alle erzählen: Ich war vielleicht fünfunddreißig Jahre alt, da habe ich diese oder jene große Rätselfrage an das Dasein ganz besonders tief empfunden; ich habe dazumal diese Rätselfrage irgendwelchen besonderen äußeren Eindrücken übergeben, und als ich fünfzig Jahre alt geworden bin, da ging mir aus meinem Inneren die Antwort hervor.

[ 22 ] Man muß heute in den Strom der Zeit versenken dasjenige, was man als das große Gespräch mit dem Kosmos entfalten will, wie in den Schoß des Raumes die alten Eingeweihten ihre Fragen gelegt haben, damit sie ihnen wiedergeboren werden konnten aus dem Raume heraus: das Sonnenhafte aus dem Mondenhaften. Und das Kosmische muß wiedererscheinen, wiedergeboren werden aus der Menschenseele heraus nach einer Zeit, die die kosmischen Mächte selbst bestimmen, und man muß nur dazu kommen, in der richtigen Weise zu empfinden, wann eine wirkliche Götterantwort im Inneren da ist, nicht bloß eine Menschenantwort, auf Fragen, die man gestellt hat.

[ 22 ] Man muß heute in den Strom der Zeit versenken dasjenige, was man als das große Gespräch mit dem Kosmos entfalten will, wie in den Schoß des Raumes die alten Eingeweihten ihre Fragen gelegt haben, damit sie ihnen wiedergeboren werden konnten aus dem Raume heraus: das Sonnenhafte aus dem Mondenhaften. Und das Kosmische muß wiedererscheinen, wiedergeboren werden aus der Menschenseele heraus nach einer Zeit, die die kosmischen Mächte selbst bestimmen, und man muß nur dazu kommen, in der richtigen Weise zu empfinden, wann eine wirkliche Götterantwort im Inneren da ist, nicht bloß eine Menschenantwort, auf Fragen, die man gestellt hat.

[ 23 ] So ist in einer gewissen Weise dasjenige wieder da in einer anderen Form, was den Inhalt der alten Einweihung gebildet hat. Aber Sie sehen, auf was es in diesem Falle ankommt. Sie sehen, daß es darauf ankommt, daß der Mensch, wenn er an die großen Rätselfragen des Daseins herandringen will, sich in eine geistig-seelische Beziehung zu den geistig-seelischen Mächten des Kosmos zu setzen in der Lage ist, daß der Mensch nicht ein Eremit des Daseins bleibt, der alles mit sich selbst in egoistischer Weise abmachen möchte, sondern daß er warten kann, bis ihm der Kosmos dasjenige beantwortet, was er erst selbst hineingestrahlt hat in diesen Kosmos als Rätselfragen.

[ 23 ] So ist in einer gewissen Weise dasjenige wieder da in einer anderen Form, was den Inhalt der alten Einweihung gebildet hat. Aber Sie sehen, auf was es in diesem Falle ankommt. Sie sehen, daß es darauf ankommt, daß der Mensch, wenn er an die großen Rätselfragen des Daseins herandringen will, sich in eine geistig-seelische Beziehung zu den geistig-seelischen Mächten des Kosmos zu setzen in der Lage ist, daß der Mensch nicht ein Eremit des Daseins bleibt, der alles mit sich selbst in egoistischer Weise abmachen möchte, sondern daß er warten kann, bis ihm der Kosmos dasjenige beantwortet, was er erst selbst hineingestrahlt hat in diesen Kosmos als Rätselfragen.

[ 24 ] Nun, sehen Sie, die Sache ist ja so, daß wenn man auf der einen Seite einmal gelernt hat, das Seelische gewissermaßen hinauszustrahlen in den Kosmos und es wiederum zu empfangen, daß man dann auch in einer besseren Weise vorbereitet wird, Geburt und Tod zu verstehen. Wer einmal anfängt zu verstehen, wie das Seelische im Willenselement zur Sonne strömt, den Sonnenstrahlen entgegenströmt, wie es in all dasjenige hineinströmt, was als äußere Eindrücke uns von der Außenwelt gegeben wird, der beginnt auch zu verstehen, wie das Geistig-Seelische auf den Wogen des Geistigen des Kosmos hinausströmt in die Welt, wenn der physische Mensch dem Tode verfällt. Und er lernt auch verstehen, wie das Geistige wiederum zurückkommt vom Mondenhaften, vom Scheinhaften der Welt, wenn er gelernt hat, wie er seine besten Gedanken eben auch wiederum aus dem Kosmos zurückbekommt, wenn das auch beim modernen Menschen so ist, daß diese Gedanken im Inneren aufsteigen; es ist das Mondenhafte in dem eigenen menschlichen Organismus, aus dem dann die Gedanken heraufkommen.

[ 24 ] Nun, sehen Sie, die Sache ist ja so, daß wenn man auf der einen Seite einmal gelernt hat, das Seelische gewissermaßen hinauszustrahlen in den Kosmos und es wiederum zu empfangen, daß man dann auch in einer besseren Weise vorbereitet wird, Geburt und Tod zu verstehen. Wer einmal anfängt zu verstehen, wie das Seelische im Willenselement zur Sonne strömt, den Sonnenstrahlen entgegenströmt, wie es in all dasjenige hineinströmt, was als äußere Eindrücke uns von der Außenwelt gegeben wird, der beginnt auch zu verstehen, wie das Geistig-Seelische auf den Wogen des Geistigen des Kosmos hinausströmt in die Welt, wenn der physische Mensch dem Tode verfällt. Und er lernt auch verstehen, wie das Geistige wiederum zurückkommt vom Mondenhaften, vom Scheinhaften der Welt, wenn er gelernt hat, wie er seine besten Gedanken eben auch wiederum aus dem Kosmos zurückbekommt, wenn das auch beim modernen Menschen so ist, daß diese Gedanken im Inneren aufsteigen; es ist das Mondenhafte in dem eigenen menschlichen Organismus, aus dem dann die Gedanken heraufkommen.

[ 25 ] Man lernt dann aber auch solche Übergangserscheinungen in der richtigen Weise bewerten, die, ich möchte sagen, zwischen dem rein Physisch-Kosmischen und dem Kosmisch-Geistigen mitten drinnen stehen. Der moderne Mensch, der seine Schulung bloß im materialistischen Bewußtsein erlangt hat, der schildert ja alles auch bloß physisch. Er sagt: Es gibt Sonnenfinsternisse; eine Sonnenfinsternis kommt dadurch zustande, daß der Mond zwischen der Erde und der Sonne steht und sich vor die Sonnenstrahlen hinstellt, so daß er die Sonne verfinstert. — Eine physische Erklärung, vom nächsten Physischen genommen. Wenn da ein Licht steht, und da ein Auge ist, und ich halte die Hand vor, so ist das Licht verfinstert — eine rein räumliche Erklärung. Bei dem bleibt aber das moderne Bewußtsein stehen. Wir müssen uns wiederum hindurchringen zu einer Erkenntnis solcher nicht jeden Tag, sondern seltener vorkommenden Dinge, die aber durchaus ihre geistige Seite haben.

[ 25 ] Man lernt dann aber auch solche Übergangserscheinungen in der richtigen Weise bewerten, die, ich möchte sagen, zwischen dem rein Physisch-Kosmischen und dem Kosmisch-Geistigen mitten drinnen stehen. Der moderne Mensch, der seine Schulung bloß im materialistischen Bewußtsein erlangt hat, der schildert ja alles auch bloß physisch. Er sagt: Es gibt Sonnenfinsternisse; eine Sonnenfinsternis kommt dadurch zustande, daß der Mond zwischen der Erde und der Sonne steht und sich vor die Sonnenstrahlen hinstellt, so daß er die Sonne verfinstert. — Eine physische Erklärung, vom nächsten Physischen genommen. Wenn da ein Licht steht, und da ein Auge ist, und ich halte die Hand vor, so ist das Licht verfinstert — eine rein räumliche Erklärung. Bei dem bleibt aber das moderne Bewußtsein stehen. Wir müssen uns wiederum hindurchringen zu einer Erkenntnis solcher nicht jeden Tag, sondern seltener vorkommenden Dinge, die aber durchaus ihre geistige Seite haben.

[ 26 ] Wenn eine Sonnenfinsternis da ist, dann geht unter den. veränderten Verhältnissen desjenigen Teiles der Erde, auf den die Sonnenfinsternis eine Wirkung hat, doch etwas ganz anderes vor sich, als wenn die Sonnenfinsternis nicht da ist. Wenn wir wissen, daß die Sonnenstrahlen zu uns dringen und die Willensstrahlen der Sonne entgegendringen, so werden wir uns auch vorstellen können, wie eine Sonnenfinsternis auf die Willensstrahlen, die nun geistig sind, einen gewissen Einfluß haben kann. Die Lichtstrahlen hält der Mond auf, das ist ein rein physischer Vorgang. Die Willensstrahlen können durch die physische Materie des Mondes nicht aufgehalten werden. Sie strahlen hinein in das Dunkel, und es ist einmal eine Zeit, wenn auch eine kurze, da, in welcher dasjenige, was auf der Erde willenhaft ist, anders in den Weltenraum hinausströmt, als es hinausströmt, wenn nun keine Sonnenfinsternis ist. Das Physische des Sonnenlichtes verbindet sich sonst immer mit den ausgesandten Willensstrahlen. In diesem Fall gehen die ausgesandten Willensstrahlen in einem Strahlenkegel ungehindert in den Weltenraum hinaus. Die alten Eingeweihten haben gewußt: In einem solchen Falle bewegt sich in den Weltenraum hinaus alles dasjenige, was der Mensch an ungezügeltem Willen, an ungezügelten Instinkten und Trieben in sich hegt. Und die alten Eingeweihten haben ihren Schülern erklärt: Unter gewöhnlichen Verhältnissen wird dasjenige, was der schlechte Wille der Menschen hinausstrahlt in den Weltenraum, von den Sonnenstrahlen in einer gewissen Weise verbrannt, so daß es nur dem Menschen selber schadet, aber nicht im Kosmos Schaden anrichtet. Wenn aber eine Sonnenfinsternis ist, dann ist die Gelegenheit dazu vorhanden, daß die Schlechtigkeit der Erde in allen Weltenhimmeln sich verbreitet. Da haben wir ein physisches Ereignis, das durchaus einen geistigen Inhalt hat.

[ 26 ] Wenn eine Sonnenfinsternis da ist, dann geht unter den. veränderten Verhältnissen desjenigen Teiles der Erde, auf den die Sonnenfinsternis eine Wirkung hat, doch etwas ganz anderes vor sich, als wenn die Sonnenfinsternis nicht da ist. Wenn wir wissen, daß die Sonnenstrahlen zu uns dringen und die Willensstrahlen der Sonne entgegendringen, so werden wir uns auch vorstellen können, wie eine Sonnenfinsternis auf die Willensstrahlen, die nun geistig sind, einen gewissen Einfluß haben kann. Die Lichtstrahlen hält der Mond auf, das ist ein rein physischer Vorgang. Die Willensstrahlen können durch die physische Materie des Mondes nicht aufgehalten werden. Sie strahlen hinein in das Dunkel, und es ist einmal eine Zeit, wenn auch eine kurze, da, in welcher dasjenige, was auf der Erde willenhaft ist, anders in den Weltenraum hinausströmt, als es hinausströmt, wenn nun keine Sonnenfinsternis ist. Das Physische des Sonnenlichtes verbindet sich sonst immer mit den ausgesandten Willensstrahlen. In diesem Fall gehen die ausgesandten Willensstrahlen in einem Strahlenkegel ungehindert in den Weltenraum hinaus. Die alten Eingeweihten haben gewußt: In einem solchen Falle bewegt sich in den Weltenraum hinaus alles dasjenige, was der Mensch an ungezügeltem Willen, an ungezügelten Instinkten und Trieben in sich hegt. Und die alten Eingeweihten haben ihren Schülern erklärt: Unter gewöhnlichen Verhältnissen wird dasjenige, was der schlechte Wille der Menschen hinausstrahlt in den Weltenraum, von den Sonnenstrahlen in einer gewissen Weise verbrannt, so daß es nur dem Menschen selber schadet, aber nicht im Kosmos Schaden anrichtet. Wenn aber eine Sonnenfinsternis ist, dann ist die Gelegenheit dazu vorhanden, daß die Schlechtigkeit der Erde in allen Weltenhimmeln sich verbreitet. Da haben wir ein physisches Ereignis, das durchaus einen geistigen Inhalt hat.

[ 27 ] Und wiederum, wenn Mondenfinsternis ist — nun ja, das moderne Bewußtsein sagt: Da steht die Erde zwischen Sonne und Mond, deshalb sieht man den Schatten der Erde auf dem Monde. — Das ist eine physische Erklärung. Aber wiederum wußte der alte Initiierte, daß da ein Geistiges zugrunde liegt, daß, indem der Mond verfinstert ist, die Gedanken durch die Dunkelheit hinunterströmen, daß sie also eine innigere Beziehung zu dem Unterbewußten des Menschen haben als zu dem Bewußten. Und die alten Eingeweihten sagten oftmals im Gleichnisse zu ihren Schülern — ich übersetze es in die moderne Sprache: Die schwärmerischen Menschen gehen bei Vollmondschein spazieren; diejenigen Menschen aber, welche die Teufelsgedanken aufnehmen wollen aus dem Weltenall, nicht die guten Gedanken, die gehen bei Mondenfinsternis spazieren.

[ 27 ] Und wiederum, wenn Mondenfinsternis ist — nun ja, das moderne Bewußtsein sagt: Da steht die Erde zwischen Sonne und Mond, deshalb sieht man den Schatten der Erde auf dem Monde. — Das ist eine physische Erklärung. Aber wiederum wußte der alte Initiierte, daß da ein Geistiges zugrunde liegt, daß, indem der Mond verfinstert ist, die Gedanken durch die Dunkelheit hinunterströmen, daß sie also eine innigere Beziehung zu dem Unterbewußten des Menschen haben als zu dem Bewußten. Und die alten Eingeweihten sagten oftmals im Gleichnisse zu ihren Schülern — ich übersetze es in die moderne Sprache: Die schwärmerischen Menschen gehen bei Vollmondschein spazieren; diejenigen Menschen aber, welche die Teufelsgedanken aufnehmen wollen aus dem Weltenall, nicht die guten Gedanken, die gehen bei Mondenfinsternis spazieren.

[ 28 ] Da haben wir wiederum das Herankommen an ein Geistiges bei einem physischen Ereignis. Wir können nicht in der alten Form diese Dinge aufnehmen, das würde zum Aberglauben führen. Aber wir müssen wiederum dahin kommen, in einzelnen wichtigen Weltenereignissen auch das Geistige sehen zu können. Denn in der Tat ist es so, daß wenn in jedem Jahre sich Sonnen- und Mondenfinsternisse wiederholen, diese gewissermaßen, ich möchte sagen, «entgegengesetzte Ventile» sind. Ventile werden ja angebracht, damit kein Schaden entsteht, damit sie sich öffnen zur rechten Zeit, zum Beispiel den Dampf auslassen. Diese Ventile, die in den Welterscheinungen als Sonnen- und Mondenfinsternisse auftreten, sind gerade dazu da, damit dasjenige, was, wenn es sich um eine Sonnenfinsternis handelt, als Schlechtigkeit auf der Erde sich verbreitet, in luziferischer Weise in den Weltenraum hinausgetragen werden kann und dort weiteres Unheil anrichtet, während die Mondenfinsternisse dazu eingerichtet sind, daß zu denjenigen Menschen, die ganz besonders von bösen Gedanken besessen werden wollen, die bösen Gedanken des Weltenalls kommen können. Mit vollem Wissen wird ja so etwas nicht mitgemacht, aber die Sachen sind real, wirklich ebenso real, wie die Anziehung eines Magneten auf gewisse Eisenteilchen ist. Das sind Kräfte, die im Weltenall wirken, geradeso wie diejenigen, die wir heute studieren in der Klinik oder im chemischen oder physikalischen Laboratorium.

[ 28 ] Da haben wir wiederum das Herankommen an ein Geistiges bei einem physischen Ereignis. Wir können nicht in der alten Form diese Dinge aufnehmen, das würde zum Aberglauben führen. Aber wir müssen wiederum dahin kommen, in einzelnen wichtigen Weltenereignissen auch das Geistige sehen zu können. Denn in der Tat ist es so, daß wenn in jedem Jahre sich Sonnen- und Mondenfinsternisse wiederholen, diese gewissermaßen, ich möchte sagen, «entgegengesetzte Ventile» sind. Ventile werden ja angebracht, damit kein Schaden entsteht, damit sie sich öffnen zur rechten Zeit, zum Beispiel den Dampf auslassen. Diese Ventile, die in den Welterscheinungen als Sonnen- und Mondenfinsternisse auftreten, sind gerade dazu da, damit dasjenige, was, wenn es sich um eine Sonnenfinsternis handelt, als Schlechtigkeit auf der Erde sich verbreitet, in luziferischer Weise in den Weltenraum hinausgetragen werden kann und dort weiteres Unheil anrichtet, während die Mondenfinsternisse dazu eingerichtet sind, daß zu denjenigen Menschen, die ganz besonders von bösen Gedanken besessen werden wollen, die bösen Gedanken des Weltenalls kommen können. Mit vollem Wissen wird ja so etwas nicht mitgemacht, aber die Sachen sind real, wirklich ebenso real, wie die Anziehung eines Magneten auf gewisse Eisenteilchen ist. Das sind Kräfte, die im Weltenall wirken, geradeso wie diejenigen, die wir heute studieren in der Klinik oder im chemischen oder physikalischen Laboratorium.

[ 29 ] Und nicht eher wird die Menschheit aus ihren Niedergangskräften herauskommen, als bis sie wiederum ein Herz und einen Sinn fassen kann für ein solches geistiges Wirken. Dann werden der Menschheit auch wiederum erblühen reale Vorstellungen über Geburt und Tod. Und diese realen Vorstellungen über Geburt und Tod, die braucht die heutige, stark in die Verfinsterung eingetauchte Menschheit. Man wird wiederum lernen müssen, was eigentlich die Sonne bedeutet, indem sie ihr Licht uns entgegensendet; denn wenn die Sonne ihr Licht uns entgegensendet, macht sie gewissermaßen den Raum um uns herum frei für die Wege der Seelen, die von den Gestorbenen in den weiten Weltenraum hinausdringen müssen.

[ 29 ] Und nicht eher wird die Menschheit aus ihren Niedergangskräften herauskommen, als bis sie wiederum ein Herz und einen Sinn fassen kann für ein solches geistiges Wirken. Dann werden der Menschheit auch wiederum erblühen reale Vorstellungen über Geburt und Tod. Und diese realen Vorstellungen über Geburt und Tod, die braucht die heutige, stark in die Verfinsterung eingetauchte Menschheit. Man wird wiederum lernen müssen, was eigentlich die Sonne bedeutet, indem sie ihr Licht uns entgegensendet; denn wenn die Sonne ihr Licht uns entgegensendet, macht sie gewissermaßen den Raum um uns herum frei für die Wege der Seelen, die von den Gestorbenen in den weiten Weltenraum hinausdringen müssen.

[ 30 ] Wenn die Sonne auf die Erde ihr Licht sendet, sendet die Erde ihre Seelen in die Weltenweiten hinaus. Sie strahlen hinaus, indem die Menschen sterben, strahlen in die Weiten. Und in den Weiten machen sie Veränderungen durch. Und sie kommen wiederum zurück zu den Menschen, vom Mond her, geistig gestaltet, ergreifen wiederum einen physischen Leib, der ihnen in der physischen Vererbungsströmung zukommt. Und nicht eher werden wir wiederum in ein richtiges Verhältnis zum Weltenall kommen, als bis wir solche Dinge ganz real empfinden können.

[ 30 ] Wenn die Sonne auf die Erde ihr Licht sendet, sendet die Erde ihre Seelen in die Weltenweiten hinaus. Sie strahlen hinaus, indem die Menschen sterben, strahlen in die Weiten. Und in den Weiten machen sie Veränderungen durch. Und sie kommen wiederum zurück zu den Menschen, vom Mond her, geistig gestaltet, ergreifen wiederum einen physischen Leib, der ihnen in der physischen Vererbungsströmung zukommt. Und nicht eher werden wir wiederum in ein richtiges Verhältnis zum Weltenall kommen, als bis wir solche Dinge ganz real empfinden können.

[ 31 ] Wir lernen heute Astronomie, Spektralanalyse und so weiter. Wir lernen, wie die Sonnenstrahlen hereindringen auf die Erde und glauben, damit fertig zu sein. Wir lernen, wie die Sonnenstrahlen auf den Mond fallen, wiederum zur Erde zurückgestrahlt werden, und sehen uns in dieser Weise physisch den Schein des Mondes an. Das beschäftigt unseren Verstand. Aber Verstandeswissen bedeutet nicht viel. Verstandeswissen sondert den Menschen heraus aus dem Weltenall, macht ihn nicht lebendig, innerlich-seelisch nicht lebendig. Seelisch-innerlich lebendig kann er erst wiederum werden, wenn er ein wirkliches, auch geistseelisches Verhältnis zum Weltenall gewinnt. Das kann er nur gewinnen, wenn er sich zum Beispiel wieder sagen kann: Ein Mensch ist gestorben, seine Seele strahlt entgegen der Sonne, und entgegen dem Wege der Sonnenstrahlen strömt sie hinaus in das Weltenall, bis sie ankommt dort, wo der Raum zu Ende ist, wo die drei Dimensionen aufhören, drei Dimensionen zu sein, wo sie übergehen in die Ebene. Da geschehen außer dem Raume und außer der Zeit Vorgänge. Dann kommt nach einiger Zeit von der entgegengesetzten Seite, von derjenigen Richtung, in der das Mondenlicht zu uns dringt, die Seele wiederum zurück, vereinigt sich mit einem physischen Menschenleibe und kommt wiederum auf die Erde.

[ 31 ] Wir lernen heute Astronomie, Spektralanalyse und so weiter. Wir lernen, wie die Sonnenstrahlen hereindringen auf die Erde und glauben, damit fertig zu sein. Wir lernen, wie die Sonnenstrahlen auf den Mond fallen, wiederum zur Erde zurückgestrahlt werden, und sehen uns in dieser Weise physisch den Schein des Mondes an. Das beschäftigt unseren Verstand. Aber Verstandeswissen bedeutet nicht viel. Verstandeswissen sondert den Menschen heraus aus dem Weltenall, macht ihn nicht lebendig, innerlich-seelisch nicht lebendig. Seelisch-innerlich lebendig kann er erst wiederum werden, wenn er ein wirkliches, auch geistseelisches Verhältnis zum Weltenall gewinnt. Das kann er nur gewinnen, wenn er sich zum Beispiel wieder sagen kann: Ein Mensch ist gestorben, seine Seele strahlt entgegen der Sonne, und entgegen dem Wege der Sonnenstrahlen strömt sie hinaus in das Weltenall, bis sie ankommt dort, wo der Raum zu Ende ist, wo die drei Dimensionen aufhören, drei Dimensionen zu sein, wo sie übergehen in die Ebene. Da geschehen außer dem Raume und außer der Zeit Vorgänge. Dann kommt nach einiger Zeit von der entgegengesetzten Seite, von derjenigen Richtung, in der das Mondenlicht zu uns dringt, die Seele wiederum zurück, vereinigt sich mit einem physischen Menschenleibe und kommt wiederum auf die Erde.

[ 32 ] Wenn der Mensch wiederum lernt, zu sagen: O Sonne, deinem Strahl entgegen gehen die Seelen der Toten; o Mondenschein, mit deinem Wogen ziehen die jungen Seelen ins Erdenleben herein —, wenn die Menschen wiederum lernen, die Naturerscheinungen in dieser Weise konkret durchsetzt mit Geistigem zu empfinden, dann wird wiederum ein Wissen da sein auf der Erde, das zu gleicher Zeit Religion ist, dann wird wieder eine Erkenntnis da sein, die zu gleicher Zeit Frömmigkeit ist. Denn dasjenige Wissen, das sich nur über das Stofflich-Materielle ergeht, das kann nimmermehr zur Religion werden. Und diejenige Religion, die nur aus einem Glauben, aus keiner Erkenntnis quillt, kann niemals harmonisch sich mit demjenigen vereinigen, was der Mensch aus dem Weltenall heraus erschaut. Die Menschen sprechen heute die alten Gebete nach, und wenn man sagt, in den alten Gebeten ist ein tiefes Geistiges, wie ich es geschildert habe zum Beispiel in dem kleinen Büchelchen über das Vaterunser, dann kommen die heutigen sehr gescheiten Menschen und sagen: Das alles ist hineingeträumt, das alles ist Phantasie. — Es ist nicht Phantasie! Es ist aus der Erkenntnis heraus gesagt, daß eben diejenigen Gebete, die von alters her in der Tradition an die Menschen herangebracht worden sind, aus tiefen Erkenntnissen der Weltenzusammenhänge heraus gefaßt sind. Aber wir müssen wiederum aus unserer eigenen Erkenntnis heraus zu demjenigen kommen, was uns in ein religionsartiges Verhältnis zu allen einzelnen Erscheinungen des Weltenalls kommen läßt. Wir müssen wiederum sagen können: O Sonne, du scheinst mir das Licht entgegen; auf den Wegen aber, die das Licht sich bahnt von dir, o Sonne, zu mir auf der Erde, auf diesen Wegen, nur in entgegengesetzter Richtung, strömen die menschlichen Seelen, wenn die Menschen gestorben sind, in die Weltenweiten hinaus! O Mondenlicht, du strahlst milde vom Himmel herunter zur Erde; aber auf den Wellen deines milden Lichtes kommen die Seelen herein aus den Weltenweiten, indem sie zum irdischen Dasein schreiten.

[ 32 ] Wenn der Mensch wiederum lernt, zu sagen: O Sonne, deinem Strahl entgegen gehen die Seelen der Toten; o Mondenschein, mit deinem Wogen ziehen die jungen Seelen ins Erdenleben herein —, wenn die Menschen wiederum lernen, die Naturerscheinungen in dieser Weise konkret durchsetzt mit Geistigem zu empfinden, dann wird wiederum ein Wissen da sein auf der Erde, das zu gleicher Zeit Religion ist, dann wird wieder eine Erkenntnis da sein, die zu gleicher Zeit Frömmigkeit ist. Denn dasjenige Wissen, das sich nur über das Stofflich-Materielle ergeht, das kann nimmermehr zur Religion werden. Und diejenige Religion, die nur aus einem Glauben, aus keiner Erkenntnis quillt, kann niemals harmonisch sich mit demjenigen vereinigen, was der Mensch aus dem Weltenall heraus erschaut. Die Menschen sprechen heute die alten Gebete nach, und wenn man sagt, in den alten Gebeten ist ein tiefes Geistiges, wie ich es geschildert habe zum Beispiel in dem kleinen Büchelchen über das Vaterunser, dann kommen die heutigen sehr gescheiten Menschen und sagen: Das alles ist hineingeträumt, das alles ist Phantasie. — Es ist nicht Phantasie! Es ist aus der Erkenntnis heraus gesagt, daß eben diejenigen Gebete, die von alters her in der Tradition an die Menschen herangebracht worden sind, aus tiefen Erkenntnissen der Weltenzusammenhänge heraus gefaßt sind. Aber wir müssen wiederum aus unserer eigenen Erkenntnis heraus zu demjenigen kommen, was uns in ein religionsartiges Verhältnis zu allen einzelnen Erscheinungen des Weltenalls kommen läßt. Wir müssen wiederum sagen können: O Sonne, du scheinst mir das Licht entgegen; auf den Wegen aber, die das Licht sich bahnt von dir, o Sonne, zu mir auf der Erde, auf diesen Wegen, nur in entgegengesetzter Richtung, strömen die menschlichen Seelen, wenn die Menschen gestorben sind, in die Weltenweiten hinaus! O Mondenlicht, du strahlst milde vom Himmel herunter zur Erde; aber auf den Wellen deines milden Lichtes kommen die Seelen herein aus den Weltenweiten, indem sie zum irdischen Dasein schreiten.

[ 33 ] Auf diese Weise finden wir wiederum den Zusammenhang desjenigen, was in der Welt draußen scheint und strahlt, mit demjenigen, was in der Menschheit selber lebt und wirkt. Und wir werden nicht mehr bloß gedankenlos sagen: Da draußen ist das physische Weltenall mit seinen Stoffen, und man weiß nicht, was die Menschenseele machen soll, wenn sie sich vom Leibe trennt in diesem bloß stofflichen Weltenall; sondern man wird wissen, daß, indem der Sonnenstrahl gewissermaßen durch den Raum sich bohrt, er entgegenarbeitet der menschlichen Willensstrahlung, die dort ihre Wege findet, wo das Licht sie ihr zubereitet hat. Und wiederum wird man erkennen, daß das milde Mondenlicht nicht umsonst seine wellenartigen Ergießungen über die Welt sendet, sondern daß in diesen Mondenwellen des scheinenden milden Lichtes Geistiges durch den Raum hindurch wallt und strömt. Wenn das einmal so angesehen werden wird, dann wird einem aber auch nicht gleichgültig sein, was man erfahren kann, wenn man etwa auf die Pflanze und ihr Verhalten hinschaut des Morgens, wenn noch das junge Morgensonnenlicht diese Pflanze bestrahlt. Da verhält sich die Pflanze in einer ganz bestimmten Weise, da dringen ihre Säfte, die durch die feinen Gefäße von unten nach oben strömen, in das Blütenhafte oder in das Blätterhafte hinauf. Da machen die Strahlen der Sonne, die zur Pflanze herunterkommen, den Willenskräften der Erde Platz. Und nicht nur strömen da die Säfte, wie unsere heutigen Physiker es schildern, durch die Pflanzen, sondern es strömen die Willenskräfte, die in den Tiefen der Erde sitzen, durch die Pflanze hindurch von der Wurzel nach der Blüte hin. Und des Abends, wenn sich die Blätter einrollen und schließen, wenn die Sonnenstrahlen keine Wege mehr den Willensströmungen, die von der Erde heraufkommen, bereiten, dann wird die Pflanze innerlich untätig, dann wird ihr Leben stillgelegt. Aber sie ist auch ausgesetzt dem milden Mondenlichte. Dieses milde Mondenlicht hat nicht nur Einfluß auf die Liebenden, sondern auch auf die stillgelegte Pflanze; denn in der stillgelegten Pflanze wirkt dasjenige, was da mit dem Mondenlichte als Weltgedanke hinunterströmt auf die Pflanze.

[ 33 ] Auf diese Weise finden wir wiederum den Zusammenhang desjenigen, was in der Welt draußen scheint und strahlt, mit demjenigen, was in der Menschheit selber lebt und wirkt. Und wir werden nicht mehr bloß gedankenlos sagen: Da draußen ist das physische Weltenall mit seinen Stoffen, und man weiß nicht, was die Menschenseele machen soll, wenn sie sich vom Leibe trennt in diesem bloß stofflichen Weltenall; sondern man wird wissen, daß, indem der Sonnenstrahl gewissermaßen durch den Raum sich bohrt, er entgegenarbeitet der menschlichen Willensstrahlung, die dort ihre Wege findet, wo das Licht sie ihr zubereitet hat. Und wiederum wird man erkennen, daß das milde Mondenlicht nicht umsonst seine wellenartigen Ergießungen über die Welt sendet, sondern daß in diesen Mondenwellen des scheinenden milden Lichtes Geistiges durch den Raum hindurch wallt und strömt. Wenn das einmal so angesehen werden wird, dann wird einem aber auch nicht gleichgültig sein, was man erfahren kann, wenn man etwa auf die Pflanze und ihr Verhalten hinschaut des Morgens, wenn noch das junge Morgensonnenlicht diese Pflanze bestrahlt. Da verhält sich die Pflanze in einer ganz bestimmten Weise, da dringen ihre Säfte, die durch die feinen Gefäße von unten nach oben strömen, in das Blütenhafte oder in das Blätterhafte hinauf. Da machen die Strahlen der Sonne, die zur Pflanze herunterkommen, den Willenskräften der Erde Platz. Und nicht nur strömen da die Säfte, wie unsere heutigen Physiker es schildern, durch die Pflanzen, sondern es strömen die Willenskräfte, die in den Tiefen der Erde sitzen, durch die Pflanze hindurch von der Wurzel nach der Blüte hin. Und des Abends, wenn sich die Blätter einrollen und schließen, wenn die Sonnenstrahlen keine Wege mehr den Willensströmungen, die von der Erde heraufkommen, bereiten, dann wird die Pflanze innerlich untätig, dann wird ihr Leben stillgelegt. Aber sie ist auch ausgesetzt dem milden Mondenlichte. Dieses milde Mondenlicht hat nicht nur Einfluß auf die Liebenden, sondern auch auf die stillgelegte Pflanze; denn in der stillgelegten Pflanze wirkt dasjenige, was da mit dem Mondenlichte als Weltgedanke hinunterströmt auf die Pflanze.

[ 34 ] Und so lernt man die Pflanze anschauen als ein Ineinander-Verwobensein von Erdenwillen und Weltengedanken. Man schaut jede einzelne Pflanzenform an, inwiefern sie zusammengewoben ist aus Weltengedanken und Erdenwillen. Und lernt man erkennen, wie aus dem Geiste heraus die Heilkräfte quillen in Weltengedanken und Erdenwillen, dann gehen einem die heilenden Kräfte der Pflanze auf, und man lernt die Pflanze als Heilkraut erkennen. Aber man lernt die Pflanze als Heilkraut eben nur aus einer intimen Erkenntnis des Kosmos heraus erkennen. |

[ 34 ] Und so lernt man die Pflanze anschauen als ein Ineinander-Verwobensein von Erdenwillen und Weltengedanken. Man schaut jede einzelne Pflanzenform an, inwiefern sie zusammengewoben ist aus Weltengedanken und Erdenwillen. Und lernt man erkennen, wie aus dem Geiste heraus die Heilkräfte quillen in Weltengedanken und Erdenwillen, dann gehen einem die heilenden Kräfte der Pflanze auf, und man lernt die Pflanze als Heilkraut erkennen. Aber man lernt die Pflanze als Heilkraut eben nur aus einer intimen Erkenntnis des Kosmos heraus erkennen. |

[ 35 ] Das ist etwas, was wir uns wiederum erringen müssen. Und wir müssen uns noch mehr erringen: Wenn wir den menschlichen Kopf ansehen — er ist der Erde selber nachgebildet. Er bildet sich auch zuerst im menschlichen Embryo. Er ist der Erde nachgebildet, das andere wird gewissermaßen angesetzt. Wenn der menschliche Kopf durchstrahlt wird von dem Lichte — und et wird ja durchstrahlt von dem Sonnenlichte-, dann wird dasjenige, was im menschlichen Kopf demErdenwillen ähnlich ist, besonders lebendig hinausgestrahlt in das Weltenall.

[ 35 ] Das ist etwas, was wir uns wiederum erringen müssen. Und wir müssen uns noch mehr erringen: Wenn wir den menschlichen Kopf ansehen — er ist der Erde selber nachgebildet. Er bildet sich auch zuerst im menschlichen Embryo. Er ist der Erde nachgebildet, das andere wird gewissermaßen angesetzt. Wenn der menschliche Kopf durchstrahlt wird von dem Lichte — und et wird ja durchstrahlt von dem Sonnenlichte-, dann wird dasjenige, was im menschlichen Kopf demErdenwillen ähnlich ist, besonders lebendig hinausgestrahlt in das Weltenall.

[ 36 ] Betrachten wir nun etwa eine Pflanzenwurzel, die besonders intensiv den Erdenwillen enthält, dann können wir wissen, daß diese Wurzel ja fortwährend dem Sonnenstrahl entzogen ist, daß diese Wurzel der Pflanze besonders lebendig dem Mondenlichte ausgesetzt ist, das tatsächlich, so schwach es nur herabstrahlt auf die Erde, dennoch die Erde durchdringt und bis zu den Wurzeln der Pflanze geht. Bringen wir dann das Lichthafte an die Pflanze heran, indem wir die Wurzeln verbrennen, die Wurzelasche suchen und aus der Wurzelasche ein Pulver bereiten, dann können wir durch die kosmischen Vorgänge erkennen, wie das Pulver aus dieser oder jener Pflanzenwurzel auf das menschliche Haupt, das in seinen Willenskräften ähnlich ist den Willenskräften der Erde, wirken kann. Es handelt sich darum, daß man überall, handle es sich um das kleinste Stoffteilchen oder die größte Stoffmasse, den Zusammenhang dieses Stoffes mit dem Geistigen ergründen kann. Dann wird man können, was man heute nur in der Mathematik kann: Man wird dasjenige, was man zuerst rein geistig erfaßt, auf die ganze Natur anwenden können.

[ 36 ] Betrachten wir nun etwa eine Pflanzenwurzel, die besonders intensiv den Erdenwillen enthält, dann können wir wissen, daß diese Wurzel ja fortwährend dem Sonnenstrahl entzogen ist, daß diese Wurzel der Pflanze besonders lebendig dem Mondenlichte ausgesetzt ist, das tatsächlich, so schwach es nur herabstrahlt auf die Erde, dennoch die Erde durchdringt und bis zu den Wurzeln der Pflanze geht. Bringen wir dann das Lichthafte an die Pflanze heran, indem wir die Wurzeln verbrennen, die Wurzelasche suchen und aus der Wurzelasche ein Pulver bereiten, dann können wir durch die kosmischen Vorgänge erkennen, wie das Pulver aus dieser oder jener Pflanzenwurzel auf das menschliche Haupt, das in seinen Willenskräften ähnlich ist den Willenskräften der Erde, wirken kann. Es handelt sich darum, daß man überall, handle es sich um das kleinste Stoffteilchen oder die größte Stoffmasse, den Zusammenhang dieses Stoffes mit dem Geistigen ergründen kann. Dann wird man können, was man heute nur in der Mathematik kann: Man wird dasjenige, was man zuerst rein geistig erfaßt, auf die ganze Natur anwenden können.

[ 37 ] Heute ist man ja nicht weiter, als daß man weiß: ein Würfel besteht aus sechs Quadraten. Das kann man sich ausdenken, das ist ein Gedankengebilde. Geht man zum Salz, zum gewöhnlichen Kochsalz, so zeigt einem das in der Natur diesen Würfel. Da fällt dasjenige, was man denkt, das Geistige, zusammen mit demjenigen, was materiell draußen ist. Aber ich frage Sie: Was wissen heute die Menschen davon, wieviel in einer Pflanzenwurzel von geistigen Willenskräften, von Weltengedankenkräften, von Erdengedankenkräften, von Willenskräften ist? Und dennoch, es ist derselbe Vorgang, den wir heute nur in alleräußerster Abstraktheit vollziehen, wenn wir ausdenken den Würfel und ihn wiederfinden beim Chlornatrium, beim Kochsalz.

[ 37 ] Heute ist man ja nicht weiter, als daß man weiß: ein Würfel besteht aus sechs Quadraten. Das kann man sich ausdenken, das ist ein Gedankengebilde. Geht man zum Salz, zum gewöhnlichen Kochsalz, so zeigt einem das in der Natur diesen Würfel. Da fällt dasjenige, was man denkt, das Geistige, zusammen mit demjenigen, was materiell draußen ist. Aber ich frage Sie: Was wissen heute die Menschen davon, wieviel in einer Pflanzenwurzel von geistigen Willenskräften, von Weltengedankenkräften, von Erdengedankenkräften, von Willenskräften ist? Und dennoch, es ist derselbe Vorgang, den wir heute nur in alleräußerster Abstraktheit vollziehen, wenn wir ausdenken den Würfel und ihn wiederfinden beim Chlornatrium, beim Kochsalz.

[ 38 ] Dasjenige, was wir heute nur mit der Mathematik machen, das müssen wir mit alledem machen, wozu die Menschenseele kommen kann. Mit der Mathematik läßt sich nicht für viele Menschen eine fromme Stimmung erzeugen. Für so sinnige Menschen wie für Novalis war selbst aus der Mathematik, die er als ein großes, wunderschönes Gedicht empfand, fromme Stimmung herauszuholen. Das ist aber nicht für viele Menschen so. Im allgemeinen lernt man wenig Menschen kennen, die fromm werden, indem sie mathematisieren. Aber wenn man weitergeht, wenn man sich das andere Geistige herausholt aus dem Menschen und es hinausträgt in die Welt — wo es aber schon ist, man erkennt es nur wieder —, dann wird schon Wissenschaft in religiöse Stimmung übergeführt, dann wird wirklich die Harmonisierung von Religion und Wissenschaft erzeugt. Das, meine lieben Freunde, wollte ich heute zu Ihren Herzen sprechen.

[ 38 ] Dasjenige, was wir heute nur mit der Mathematik machen, das müssen wir mit alledem machen, wozu die Menschenseele kommen kann. Mit der Mathematik läßt sich nicht für viele Menschen eine fromme Stimmung erzeugen. Für so sinnige Menschen wie für Novalis war selbst aus der Mathematik, die er als ein großes, wunderschönes Gedicht empfand, fromme Stimmung herauszuholen. Das ist aber nicht für viele Menschen so. Im allgemeinen lernt man wenig Menschen kennen, die fromm werden, indem sie mathematisieren. Aber wenn man weitergeht, wenn man sich das andere Geistige herausholt aus dem Menschen und es hinausträgt in die Welt — wo es aber schon ist, man erkennt es nur wieder —, dann wird schon Wissenschaft in religiöse Stimmung übergeführt, dann wird wirklich die Harmonisierung von Religion und Wissenschaft erzeugt. Das, meine lieben Freunde, wollte ich heute zu Ihren Herzen sprechen.