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The Secret of the Trinity
GA 214

30 July 1922, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Noch einmal wollen wir zurückschauen zu dem, wovon ich gestern angedeutet habe, wie es durch die fortschreitende Intellektualisierung der Menschheitskultur abgelähmt worden ist. Wir wollen zurückblikken zu den älteren atavistischen Initiationsprinzipien, wollen dann sehen, wie diejenigen Menschen, welche noch mit diesen Initiationsprinzipien lebten, als Eingeweihte dem Christentum entgegengetreten sind und aus ihren Anschauungen heraus das gebildet haben, was dann später dogmatischer Inhalt geworden ist und als solcher, namentlich nach dem 8., 9. Jahrhundert, eben nicht mehr verstanden werden konnte.

[ 1 ] Noch einmal wollen wir zurückschauen zu dem, wovon ich gestern angedeutet habe, wie es durch die fortschreitende Intellektualisierung der Menschheitskultur abgelähmt worden ist. Wir wollen zurückblikken zu den älteren atavistischen Initiationsprinzipien, wollen dann sehen, wie diejenigen Menschen, welche noch mit diesen Initiationsprinzipien lebten, als Eingeweihte dem Christentum entgegengetreten sind und aus ihren Anschauungen heraus das gebildet haben, was dann später dogmatischer Inhalt geworden ist und als solcher, namentlich nach dem 8., 9. Jahrhundert, eben nicht mehr verstanden werden konnte.

[ 2 ] Wir brauchen uns ja nur daran zu erinnern, daß vor dem Mysterium von Golgatha in der Menschheitszivilisation der Einschlag des eigentlichen menschlichen Ich-Prinzips im wesentlichen fehlte. Der Mensch war zwar immer veranlagt, dieses Ich-Prinzip in sich zu haben. Er war auch dazu geschaffen, sein äußeres und inneres Wesen aus diesem IchPrinzip heraus zu bilden. Aber nur langsam und allmählich kam der Mensch zur Erfühlung und namentlich zum Bewußtsein dessen, was in ihm die Ich-Wesenheit und die Ich-Kraft ist. So daß man sagen kann: Zwar bestand selbstverständlich auch in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha die menschliche Wesenheit aus physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib und Ich, aber die Bewußtheit des Menschen hatte nicht in sich diese Ich-Wesenheit. Die Ich-Wesenheit war mehr oder weniger unbewußt. Im Grunde genommen wandelten in jenen älteren Zeiten Menschen auf der Erde herum, die nicht im Vollbewußtsein ihres Ich lebten. Aber eigentlich ist es nur möglich, daß das Ich sich auswirkt innerhalb der Menschenwesenheit, wenn der Mensch nicht mehr voll, ich möchte sagen, nicht in voller Frische mehr seinen physischen Leib entwickelt. Diejenigen Menschen, welche noch unbewußt ihres Ich waren, haben in größerer Frische ihren physischen Leib entwickelt als jene, welche dann eingetreten sind in das Vollbewußtsein des Ich. Und dieser Eintritt in das Vollbewußtsein des Ich, er fand zwar nicht plötzlich statt, er fand in den Jahrhunderten vor und nach dem Mysterium von Golgatha statt, aber er ist deutlich wahrnehmbar für die geisteswissenschaftliche Geschichtsbetrachtung. Und wir müssen sagen: Das, was der Mensch eigentlich in voller Frische aufrechterhalten kann von seinem physischen Leib und auch von seinem ätherischen und astralischen Leib, das ist nur aufrechtzuerhalten, wenn etwas von der göttlich-geistigen Natur in die menschliche Wesenheit hereinfließt. Solange die Menschen bei Abwesenheit des IchBewußtseins ein atavistisches Hellsehen hatten, floß ja dieses GöttlichGeistige aus dem Kosmos in die Menschen ein. Die Menschen hätten niemals freie Wesen werden können, wenn nicht das Ich dadurch aufgetreten wäre, daß nicht mehr im alten Sinne das Göttlich-Geistige in sie einfloß. Die Menschen wurden nur dadurch freie Wesen, daß sie auch im Bewußtsein ihres Ich mächtig wurden. Das aber war nur möglich, wenn die Menschen allmählich sich hineinentwickelten in das, was die abstrakten Gedanken sind. Die abstrakten Gedanken aber sind eigentlich die Leichname der geistigen Welt. Ich habe ja in diesen Vorträgen schon darauf aufmerksam gemacht: So wie der Leichnam von unserem Physischen übrigbleibt, wenn wir durch den Erdentod hindurchgehen, so bleibt von jener geistig-seelischen Wesenheit, die wir in der geistigen Welt sind, bevor wir heruntersteigen in die physische Welt, auch ein Leichnam übrig. Das ist aber erst so seit der Zeit, seit welcher der Mensch mit dem Bewußtsein seines Ich ausgestattet ist. Und die Gedanken, die abstrakten Gedanken stellen diesen Leichnam dar. Indem wir imstande werden, abstrakte Gedanken in uns zu fassen, fassen wir den Leichnam unseres geistig-seelischen Wesens, wie es war vor dem Herunterstieg in die Erdenwelt. Aber daß wir den Leichnam unseres Geistig-Seelischen fassen, das hat zur Voraussetzung, daß auch etwas vom absterbenden, ablähmenden Prinzip in unseren physischen Leib einzieht.

[ 2 ] Wir brauchen uns ja nur daran zu erinnern, daß vor dem Mysterium von Golgatha in der Menschheitszivilisation der Einschlag des eigentlichen menschlichen Ich-Prinzips im wesentlichen fehlte. Der Mensch war zwar immer veranlagt, dieses Ich-Prinzip in sich zu haben. Er war auch dazu geschaffen, sein äußeres und inneres Wesen aus diesem IchPrinzip heraus zu bilden. Aber nur langsam und allmählich kam der Mensch zur Erfühlung und namentlich zum Bewußtsein dessen, was in ihm die Ich-Wesenheit und die Ich-Kraft ist. So daß man sagen kann: Zwar bestand selbstverständlich auch in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha die menschliche Wesenheit aus physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib und Ich, aber die Bewußtheit des Menschen hatte nicht in sich diese Ich-Wesenheit. Die Ich-Wesenheit war mehr oder weniger unbewußt. Im Grunde genommen wandelten in jenen älteren Zeiten Menschen auf der Erde herum, die nicht im Vollbewußtsein ihres Ich lebten. Aber eigentlich ist es nur möglich, daß das Ich sich auswirkt innerhalb der Menschenwesenheit, wenn der Mensch nicht mehr voll, ich möchte sagen, nicht in voller Frische mehr seinen physischen Leib entwickelt. Diejenigen Menschen, welche noch unbewußt ihres Ich waren, haben in größerer Frische ihren physischen Leib entwickelt als jene, welche dann eingetreten sind in das Vollbewußtsein des Ich. Und dieser Eintritt in das Vollbewußtsein des Ich, er fand zwar nicht plötzlich statt, er fand in den Jahrhunderten vor und nach dem Mysterium von Golgatha statt, aber er ist deutlich wahrnehmbar für die geisteswissenschaftliche Geschichtsbetrachtung. Und wir müssen sagen: Das, was der Mensch eigentlich in voller Frische aufrechterhalten kann von seinem physischen Leib und auch von seinem ätherischen und astralischen Leib, das ist nur aufrechtzuerhalten, wenn etwas von der göttlich-geistigen Natur in die menschliche Wesenheit hereinfließt. Solange die Menschen bei Abwesenheit des IchBewußtseins ein atavistisches Hellsehen hatten, floß ja dieses GöttlichGeistige aus dem Kosmos in die Menschen ein. Die Menschen hätten niemals freie Wesen werden können, wenn nicht das Ich dadurch aufgetreten wäre, daß nicht mehr im alten Sinne das Göttlich-Geistige in sie einfloß. Die Menschen wurden nur dadurch freie Wesen, daß sie auch im Bewußtsein ihres Ich mächtig wurden. Das aber war nur möglich, wenn die Menschen allmählich sich hineinentwickelten in das, was die abstrakten Gedanken sind. Die abstrakten Gedanken aber sind eigentlich die Leichname der geistigen Welt. Ich habe ja in diesen Vorträgen schon darauf aufmerksam gemacht: So wie der Leichnam von unserem Physischen übrigbleibt, wenn wir durch den Erdentod hindurchgehen, so bleibt von jener geistig-seelischen Wesenheit, die wir in der geistigen Welt sind, bevor wir heruntersteigen in die physische Welt, auch ein Leichnam übrig. Das ist aber erst so seit der Zeit, seit welcher der Mensch mit dem Bewußtsein seines Ich ausgestattet ist. Und die Gedanken, die abstrakten Gedanken stellen diesen Leichnam dar. Indem wir imstande werden, abstrakte Gedanken in uns zu fassen, fassen wir den Leichnam unseres geistig-seelischen Wesens, wie es war vor dem Herunterstieg in die Erdenwelt. Aber daß wir den Leichnam unseres Geistig-Seelischen fassen, das hat zur Voraussetzung, daß auch etwas vom absterbenden, ablähmenden Prinzip in unseren physischen Leib einzieht.

[ 3 ] Ja, die Entwickelung des Menschen ist schon so, daß seine Natur sich im Laufe seiner Erdenentwickelung geändert hat. Die alten Leiber waren anders, als die neuen Leiber sind. Die alten Leiber waren so, daß der Mensch zwar unfrei in ihnen war, daß er sich aber in einer frischen, in einer durch die eigene physisch-ätherisch-astralische Tätigkeit sich vollziehenden Eigennatur in seinem Leibe bewegte. So daß man sagen kann: Wir leben innerhalb der zivilisierten Welt bereits in einer Periode der Menschheitsentwickelung, wo der Leib beginnt zu zerfallen. Und gerade durch diesen zerfallenden Leib, der die Grundlage ist für die intellektualistischen, das heißt für die abstrakten Gedanken, gewinnen wir unsere Freiheit. Durch diesen verfallenden Leib hat der Mensch alles das errungen, worauf er heute als der intellektualistisch gefärbte Wissenschafter so stolz ist.

[ 3 ] Ja, die Entwickelung des Menschen ist schon so, daß seine Natur sich im Laufe seiner Erdenentwickelung geändert hat. Die alten Leiber waren anders, als die neuen Leiber sind. Die alten Leiber waren so, daß der Mensch zwar unfrei in ihnen war, daß er sich aber in einer frischen, in einer durch die eigene physisch-ätherisch-astralische Tätigkeit sich vollziehenden Eigennatur in seinem Leibe bewegte. So daß man sagen kann: Wir leben innerhalb der zivilisierten Welt bereits in einer Periode der Menschheitsentwickelung, wo der Leib beginnt zu zerfallen. Und gerade durch diesen zerfallenden Leib, der die Grundlage ist für die intellektualistischen, das heißt für die abstrakten Gedanken, gewinnen wir unsere Freiheit. Durch diesen verfallenden Leib hat der Mensch alles das errungen, worauf er heute als der intellektualistisch gefärbte Wissenschafter so stolz ist.

[ 4 ] Wenn wir das bedenken, so müssen wir uns sagen: Vor dem Mysterium von Golgatha lebte also auf der Erde in den Menschen selbst noch nicht das volle Ich-Bewußtsein. Aber es gab eben Menschen, welche schon dazumal dieses volle Ich-Bewußtsein entwickelten, welche es entwickelten durch die Mysterienhandlung. Das waren eben die Initiierten oder die Eingeweihten. Wir haben ja schon das Verschiedenste darüber gesprochen, was innerhalb der alten Mysterienstätten mit denen geschah, welche die Einweihung durchmachten und zu diesem vollbewußten Ich hinanstiegen, während es allgemeine Menschennatur war, noch nicht ein vollbewußtes Ich zu haben. Allein, der alte Initiierte konnte zu diesem vollbewußten Ich nur hinaufsteigen dadurch, daß durch die heilige Handlung der Mysterien etwas in ihn einzog, was innerhalb aller alten Kulturen und Zivilisationen als der ewige Vater des Kosmos empfunden worden ist. Und der Myste der alten Mysterien, der Initiierte, hatte dieses Erlebnis, wenn er bei einem bestimmten Punkte seiner Initiation angelangt war, daß er sich sagte: Der Vater lebt in mir.

[ 4 ] Wenn wir das bedenken, so müssen wir uns sagen: Vor dem Mysterium von Golgatha lebte also auf der Erde in den Menschen selbst noch nicht das volle Ich-Bewußtsein. Aber es gab eben Menschen, welche schon dazumal dieses volle Ich-Bewußtsein entwickelten, welche es entwickelten durch die Mysterienhandlung. Das waren eben die Initiierten oder die Eingeweihten. Wir haben ja schon das Verschiedenste darüber gesprochen, was innerhalb der alten Mysterienstätten mit denen geschah, welche die Einweihung durchmachten und zu diesem vollbewußten Ich hinanstiegen, während es allgemeine Menschennatur war, noch nicht ein vollbewußtes Ich zu haben. Allein, der alte Initiierte konnte zu diesem vollbewußten Ich nur hinaufsteigen dadurch, daß durch die heilige Handlung der Mysterien etwas in ihn einzog, was innerhalb aller alten Kulturen und Zivilisationen als der ewige Vater des Kosmos empfunden worden ist. Und der Myste der alten Mysterien, der Initiierte, hatte dieses Erlebnis, wenn er bei einem bestimmten Punkte seiner Initiation angelangt war, daß er sich sagte: Der Vater lebt in mir.

[ 5 ] Wenn wir uns etwa vorstellen würden einen solchen Initiierten innerhalb der althebräischen Kultur, so müßten wir sagen: Dieser Initiierte charakterisierte das, was mit ihm selber durch die Initiation geschehen war, in der folgenden Art. Er sagte: Die allgemeine Menschheit hat das als ihr Eigentümliches, daß der Vater sie zwar erhält und trägt, daß aber der Vater nicht in das Bewußtsein einzieht und nicht das Bewußtsein zum Ich entfacht. Der Vater gibt dem gewöhnlichen Menschen lediglich den Geist des Atems; er haucht ihm den Atem ein, und der ist die lebendige Seele. Aber es empfand der Initiierte, daß zu dem, was da als lebendige Seele eingehaucht wurde, ein besonderes Geistiges, das lebendige Vaterprinzip des Kosmos, in dem Menschen einzog. Und dann, wenn in diesem alten Initiierten der hebräischen Welt dieses göttliche Vaterprinzip eingezogen war und der Mensch dessen bewußt geworden war, dann sprach dieser Mensch mit vollem Rechte aus, was bei ihm «Ich» bedeutete: Ich bin der Ich bin. — Und so sah man auch einen solchen Menschen, der unter den alten Völkern herumging und mit Recht durch die Innewohnung des göttlichen Vaterprinzips das Ich aussprechen konnte, das im ganzen Altertum eigentlich der unaussprechliche Name der Gottheit, der Vatergottheit war, so sah man den selber als den Stellvertreter des Vaters auf Erden an. Und man nannte diese Initiierten die Väter, die unter den Völkern herumgingen. Väter nannte man sie, denn sie vertraten das göttliche Vaterprinzip unter den anderen Menschen. Und man sagte von ihnen, daß in sie einzog in den Mysterien der göttliche Vater. Daher sah man die Mysterien als etwas an, in dem sich innerhalb des Irdischen entwickelt, was sonst nur draußen den ganzen Kosmos durchwallt und durchwebt. Innerhalb der Mysterienstätte und dann wiederum durch die Mysterienstätte im Menschen, wurde dem göttlichen Vaterprinzip eine Hütte gebaut. Der Mensch selber wurde zu dieser Hütte des göttlichen Vaterprinzips.

[ 5 ] Wenn wir uns etwa vorstellen würden einen solchen Initiierten innerhalb der althebräischen Kultur, so müßten wir sagen: Dieser Initiierte charakterisierte das, was mit ihm selber durch die Initiation geschehen war, in der folgenden Art. Er sagte: Die allgemeine Menschheit hat das als ihr Eigentümliches, daß der Vater sie zwar erhält und trägt, daß aber der Vater nicht in das Bewußtsein einzieht und nicht das Bewußtsein zum Ich entfacht. Der Vater gibt dem gewöhnlichen Menschen lediglich den Geist des Atems; er haucht ihm den Atem ein, und der ist die lebendige Seele. Aber es empfand der Initiierte, daß zu dem, was da als lebendige Seele eingehaucht wurde, ein besonderes Geistiges, das lebendige Vaterprinzip des Kosmos, in dem Menschen einzog. Und dann, wenn in diesem alten Initiierten der hebräischen Welt dieses göttliche Vaterprinzip eingezogen war und der Mensch dessen bewußt geworden war, dann sprach dieser Mensch mit vollem Rechte aus, was bei ihm «Ich» bedeutete: Ich bin der Ich bin. — Und so sah man auch einen solchen Menschen, der unter den alten Völkern herumging und mit Recht durch die Innewohnung des göttlichen Vaterprinzips das Ich aussprechen konnte, das im ganzen Altertum eigentlich der unaussprechliche Name der Gottheit, der Vatergottheit war, so sah man den selber als den Stellvertreter des Vaters auf Erden an. Und man nannte diese Initiierten die Väter, die unter den Völkern herumgingen. Väter nannte man sie, denn sie vertraten das göttliche Vaterprinzip unter den anderen Menschen. Und man sagte von ihnen, daß in sie einzog in den Mysterien der göttliche Vater. Daher sah man die Mysterien als etwas an, in dem sich innerhalb des Irdischen entwickelt, was sonst nur draußen den ganzen Kosmos durchwallt und durchwebt. Innerhalb der Mysterienstätte und dann wiederum durch die Mysterienstätte im Menschen, wurde dem göttlichen Vaterprinzip eine Hütte gebaut. Der Mensch selber wurde zu dieser Hütte des göttlichen Vaterprinzips.

[ 6 ] So empfand man durch die Mysterien das Wallen und Pilgern Gottes des Vaters innerhalb der Erdenwelt, und man sah hinaus in den Kosmos, in die große Welt, und nannte das, insofern man es durchwallt und durchwebt auffaßte von dem göttlichen Vaterprinzip, man nannte es den Makrokosmos, die große Welt. Und man sah dann hin zu der Mysterienstätte, in welcher diesem Vatergotte eine Hütte gebaut war, in welcher initiiert wurden diejenigen, die als Menschen selber die Hütte dieses Vatergottes geworden waren, und man nannte das, was die Mysterien waren, man nannte das, was der Mensch selber war durch die Mysterien: die kleine Welt, den Mikrokosmos. Das ist etwas, was sich noch bis zu Goethe herauf erhalten hat; denn als Goethe Mitglied von Logen wurde, eignete er sich den Sprachgebrauch an «Groß’ und kleine Welt», und er verstand unter der großen Welt eben den Makrokosmos, unter der kleinen Welt die Loge, die ein Abbild der großen Welt für ihn sein soll.

[ 6 ] So empfand man durch die Mysterien das Wallen und Pilgern Gottes des Vaters innerhalb der Erdenwelt, und man sah hinaus in den Kosmos, in die große Welt, und nannte das, insofern man es durchwallt und durchwebt auffaßte von dem göttlichen Vaterprinzip, man nannte es den Makrokosmos, die große Welt. Und man sah dann hin zu der Mysterienstätte, in welcher diesem Vatergotte eine Hütte gebaut war, in welcher initiiert wurden diejenigen, die als Menschen selber die Hütte dieses Vatergottes geworden waren, und man nannte das, was die Mysterien waren, man nannte das, was der Mensch selber war durch die Mysterien: die kleine Welt, den Mikrokosmos. Das ist etwas, was sich noch bis zu Goethe herauf erhalten hat; denn als Goethe Mitglied von Logen wurde, eignete er sich den Sprachgebrauch an «Groß’ und kleine Welt», und er verstand unter der großen Welt eben den Makrokosmos, unter der kleinen Welt die Loge, die ein Abbild der großen Welt für ihn sein soll.

[ 7 ] Das alles kam in ein anderes Stadium, als innerhalb der Menschheitsentwickelung das Mysterium von Golgatha heranrückte. Da handelte es sich um etwas wesentlich anderes. Während dieses Mysteriums von Golgatha waren zuerst diejenigen Menschen auf der Erde wandelnd, welche etwas in sich fühlten von dem selbständigen Ich. Das Ich-Bewußtsein hatte gewissermaßen angefangen einzuziehen in den Menschen. Damit war aber zu gleicher Zeit ein anderes aufgetreten: daß der menschliche physische Leib anfing, innerlich brüchig zu werden, zu zerfallen. Und so stand die Menschheitsentwickelung in dieser Zeit, in der Mitte der Erdenentwickelung, vor einer großen Gefahr, vor der Gefahr, immer mehr und mehr den Zusammenhang zu verlieren mit der geistigen Welt, aber auch vor der Gefahr, daß der physische Leib immer mehr und mehr zerfallen könne.

[ 7 ] Das alles kam in ein anderes Stadium, als innerhalb der Menschheitsentwickelung das Mysterium von Golgatha heranrückte. Da handelte es sich um etwas wesentlich anderes. Während dieses Mysteriums von Golgatha waren zuerst diejenigen Menschen auf der Erde wandelnd, welche etwas in sich fühlten von dem selbständigen Ich. Das Ich-Bewußtsein hatte gewissermaßen angefangen einzuziehen in den Menschen. Damit war aber zu gleicher Zeit ein anderes aufgetreten: daß der menschliche physische Leib anfing, innerlich brüchig zu werden, zu zerfallen. Und so stand die Menschheitsentwickelung in dieser Zeit, in der Mitte der Erdenentwickelung, vor einer großen Gefahr, vor der Gefahr, immer mehr und mehr den Zusammenhang zu verlieren mit der geistigen Welt, aber auch vor der Gefahr, daß der physische Leib immer mehr und mehr zerfallen könne.

[ 8 ] Um dem abzuhelfen, beschloß eben jenes Wesen, das wir als den Christus kennen, sich nun so in den Jesus von Nazareth hineinzuergießen, wie sich früher in die Initiierten das göttliche Vaterprinzip hineinergossen hatte. Dieses göttliche Vaterprinzip hatte sich in die Initiierten hineinergossen. Dadurch war in den Initiierten angefacht worden zu dem physischen Leib, zu dem Ätherleib, zu dem astralischen Leib hinzu das Ich. Diejenigen allein, so sagte ich schon, durften das Ich aussprechen, das eigentlich der unaussprechliche Name des Gottes selber war, in die der göttliche Vater eingezogen war.

[ 8 ] Um dem abzuhelfen, beschloß eben jenes Wesen, das wir als den Christus kennen, sich nun so in den Jesus von Nazareth hineinzuergießen, wie sich früher in die Initiierten das göttliche Vaterprinzip hineinergossen hatte. Dieses göttliche Vaterprinzip hatte sich in die Initiierten hineinergossen. Dadurch war in den Initiierten angefacht worden zu dem physischen Leib, zu dem Ätherleib, zu dem astralischen Leib hinzu das Ich. Diejenigen allein, so sagte ich schon, durften das Ich aussprechen, das eigentlich der unaussprechliche Name des Gottes selber war, in die der göttliche Vater eingezogen war.

[ 9 ] Aber jetzt waren Menschen da in der Mitte der Erdenentwickelungszeit, die anfingen, zu sich Ich zu sagen, die das Ich ins Bewußtsein herauf erhoben. In einen solchen Menschen, der da war der Jesus von Nazareth, zog jetzt dasjenige Prinzip ein, welches das Sohnesprinzip ist, das Christus-Prinzip. Dieses Christus-Prinzip trat also ein in das Ich. Während wir früher haben den Einzug des Vaterprinzips in physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib, so haben wir jetzt das Einziehen des Christus-Prinzips in den Menschen, der sich weiter fortentwickelt hatte.

[ 9 ] Aber jetzt waren Menschen da in der Mitte der Erdenentwickelungszeit, die anfingen, zu sich Ich zu sagen, die das Ich ins Bewußtsein herauf erhoben. In einen solchen Menschen, der da war der Jesus von Nazareth, zog jetzt dasjenige Prinzip ein, welches das Sohnesprinzip ist, das Christus-Prinzip. Dieses Christus-Prinzip trat also ein in das Ich. Während wir früher haben den Einzug des Vaterprinzips in physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib, so haben wir jetzt das Einziehen des Christus-Prinzips in den Menschen, der sich weiter fortentwickelt hatte.

[ 10 ] Nun erinnern Sie sich, wie ich den Menschen in diesen Tagen beschrieben habe. Ich habe Ihnen gesagt: Die Pflanzen vernichten in sich die physische Natur, korrumpieren sie, könnte man sagen; das Tier korrumpiert die physische und die ätherische Natur, und der Mensch korrumpiert die physische, die ätherische und die astralische Natur. Er korrumpierte sie nicht vollständig in der Zeit der Entwickelung der Menschheit vor dem Mysterium von Golgatha; jetzt korrumpierte er sie vollständig, indem sein Ich wirklich einzog in seine Wesenheit. Der Initiierte der alten Mysterien aber, der machte sich völlig frei von physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib, indem er das göttliche Vaterprinzip in sich einfließen ließ und schon in jener Zeit ein Ich wurde.

[ 10 ] Nun erinnern Sie sich, wie ich den Menschen in diesen Tagen beschrieben habe. Ich habe Ihnen gesagt: Die Pflanzen vernichten in sich die physische Natur, korrumpieren sie, könnte man sagen; das Tier korrumpiert die physische und die ätherische Natur, und der Mensch korrumpiert die physische, die ätherische und die astralische Natur. Er korrumpierte sie nicht vollständig in der Zeit der Entwickelung der Menschheit vor dem Mysterium von Golgatha; jetzt korrumpierte er sie vollständig, indem sein Ich wirklich einzog in seine Wesenheit. Der Initiierte der alten Mysterien aber, der machte sich völlig frei von physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib, indem er das göttliche Vaterprinzip in sich einfließen ließ und schon in jener Zeit ein Ich wurde.

[ 11 ] Indem Christus in den Jesus von Nazareth einzog, vernichtete er aber bei diesem Einzug nun nicht nur den physischen Leib, nicht nur den ätherischen Leib und den astralischen Leib, sondern auch mit das Ich, soweit es in der damaligen Zeit in dem Jesus von Nazareth entwickelt war. So daß also in dem Jesus Christus eben das höhere Christus-Prinzip wohnte, das sich zu dem Ich so verhält wie sonst das Ich des Menschen zum astralischen Leibe.

[ 11 ] Indem Christus in den Jesus von Nazareth einzog, vernichtete er aber bei diesem Einzug nun nicht nur den physischen Leib, nicht nur den ätherischen Leib und den astralischen Leib, sondern auch mit das Ich, soweit es in der damaligen Zeit in dem Jesus von Nazareth entwickelt war. So daß also in dem Jesus Christus eben das höhere Christus-Prinzip wohnte, das sich zu dem Ich so verhält wie sonst das Ich des Menschen zum astralischen Leibe.

[ 12 ] Das ist etwas, was gerade noch die alten Initiierten, in denen höhere Fähigkeiten des Schauens entwickelt waren, eben auch schauen konnten. Wenn diese alten Initiierten angeschaut haben den Menschen, wie er nun war in ihrer Zeit, dann haben sie in ihm gefunden, wie der Mensch alle Kräfte der übrigen Naturwesen in sich vereinigte, hinausragte über die übrigen Naturwesen, sie gewissermaßen zusammenfaßte. Sie haben gesehen, wie man wieder finden kann in dem menschlichen physischen Leib das mineralische Reich, in dem menschlichen Ätherleib das Pflanzenreich, in dem menschlichen astralischen Leib das tierische Reich, und dann den eigentlichen Menschen. Indem diese in den älteren Zeiten zum Schauen gebrachten Initiierten, diese Väter der Völker, insofern noch einzelne von ihnen vorhanden waren, jetzt Kunde bekamen von diesem Christus-Ereignis, von dem herannahenden Ereignis von Golgatha, konnten sie eine Wesenheit in dem Christus sehen, in welchem nun mehr enthalten war, in welchem nicht nur die irdischen Wesen bis zum Menschen heraufragten, sondern in welchem der Mensch wiederum hinaufragte zum göttlich-geistigen Sein.

[ 12 ] Das ist etwas, was gerade noch die alten Initiierten, in denen höhere Fähigkeiten des Schauens entwickelt waren, eben auch schauen konnten. Wenn diese alten Initiierten angeschaut haben den Menschen, wie er nun war in ihrer Zeit, dann haben sie in ihm gefunden, wie der Mensch alle Kräfte der übrigen Naturwesen in sich vereinigte, hinausragte über die übrigen Naturwesen, sie gewissermaßen zusammenfaßte. Sie haben gesehen, wie man wieder finden kann in dem menschlichen physischen Leib das mineralische Reich, in dem menschlichen Ätherleib das Pflanzenreich, in dem menschlichen astralischen Leib das tierische Reich, und dann den eigentlichen Menschen. Indem diese in den älteren Zeiten zum Schauen gebrachten Initiierten, diese Väter der Völker, insofern noch einzelne von ihnen vorhanden waren, jetzt Kunde bekamen von diesem Christus-Ereignis, von dem herannahenden Ereignis von Golgatha, konnten sie eine Wesenheit in dem Christus sehen, in welchem nun mehr enthalten war, in welchem nicht nur die irdischen Wesen bis zum Menschen heraufragten, sondern in welchem der Mensch wiederum hinaufragte zum göttlich-geistigen Sein.

[ 13 ] Wenn als menschlicher Ausdruck im Menschen etwas vorhanden ist, was wir eben kennen als in dem äußeren physischen Leib des Menschen lebend, so werden wir verstehen, wie diese Initiierten in dem Christus Jesus mehr sahen als einen Menschen, wie sie etwas herumwandeln sahen auf der Erde, was über die Menschheit, über die Menschlichkeit hinausragte. Diese Initiierten haben den Christus Jesus eben in einem besonderen Glanze gesehen, nicht nur mit dem menschlichen Inkarnat, sondern mit einem besonderen strahligen Glanze.

[ 13 ] Wenn als menschlicher Ausdruck im Menschen etwas vorhanden ist, was wir eben kennen als in dem äußeren physischen Leib des Menschen lebend, so werden wir verstehen, wie diese Initiierten in dem Christus Jesus mehr sahen als einen Menschen, wie sie etwas herumwandeln sahen auf der Erde, was über die Menschheit, über die Menschlichkeit hinausragte. Diese Initiierten haben den Christus Jesus eben in einem besonderen Glanze gesehen, nicht nur mit dem menschlichen Inkarnat, sondern mit einem besonderen strahligen Glanze.

[ 14 ] Diesen besonderen strahligen Glanz, den konnten allerdings die alten Initiierten auch an ihren Genossen wahrnehmen: es war die Kraft des Vaterprinzipes, das in den Initiierten wohnte. Aber jetzt ‚nahmen sie nicht nur dasjenige wahr, was in den alten Initiierten als das göttliche Vaterprinzip wohnte, jetzt nahmen sie etwas wahr, was von dem Christus Jesus noch in besonderer Weise ausstrahlte, weil in ihm eben nicht bloß physischer Leib, ätherischer Leib, astralischer Leib vernichtet waren, sondern auch das Ich, soweit es in der damaligen Zeit in einem Menschen vorhanden sein konnte.

[ 14 ] Diesen besonderen strahligen Glanz, den konnten allerdings die alten Initiierten auch an ihren Genossen wahrnehmen: es war die Kraft des Vaterprinzipes, das in den Initiierten wohnte. Aber jetzt ‚nahmen sie nicht nur dasjenige wahr, was in den alten Initiierten als das göttliche Vaterprinzip wohnte, jetzt nahmen sie etwas wahr, was von dem Christus Jesus noch in besonderer Weise ausstrahlte, weil in ihm eben nicht bloß physischer Leib, ätherischer Leib, astralischer Leib vernichtet waren, sondern auch das Ich, soweit es in der damaligen Zeit in einem Menschen vorhanden sein konnte.

[ 15 ] Daher kam es, daß den Christus Jesus als eine besonders strahlende Wesenheit nicht nur die Inititerten schauen konnten, sondern auch andere, hierzu besonders begabte Menschen. Und das war das ungeheuer Neue auch für die Initiierten zur Zeit des Mysteriums von Golgatha: daß andere Menschen, die nur mit Naturgaben, nicht mit Mysteriengaben ausgestattet waren, wenn es auch nur einzelne waren, eben in dem Christus Jesus die höhere Natur erkannten.

[ 15 ] Daher kam es, daß den Christus Jesus als eine besonders strahlende Wesenheit nicht nur die Inititerten schauen konnten, sondern auch andere, hierzu besonders begabte Menschen. Und das war das ungeheuer Neue auch für die Initiierten zur Zeit des Mysteriums von Golgatha: daß andere Menschen, die nur mit Naturgaben, nicht mit Mysteriengaben ausgestattet waren, wenn es auch nur einzelne waren, eben in dem Christus Jesus die höhere Natur erkannten.

[ 16 ] Daraus entstand dann Verständnis dafür, daß jetzt mit dem Mysterium von Golgatha etwas geschehen sollte, was früher im Grunde nur innerhalb der Mysterien selber geschehen war. In die große Welt, in den Makrokosmos war etwas hinausversetzt worden, das früher nur innerhalb des Mikrokosmos, innerhalb der kleinen Welt vor sich gegangen war. Und es ist schon so, daß zunächst innerhalb der letzten Mysterienstätten des Altertums am reinsten, am klarsten das ChristusGeheimnis verkündet worden ist, und daß gerade diese Verkündigung des Christus-Geheimnisses im Laufe der ersten vier Jahrhunderte europäischer Entwickelung für die neuere Zivilisation verlorengegangen ist. Diese alten Initiierten wußten, weil in dem Christus Jesus nun nicht bloß das Vaterprinzip, sondern das Sohnesprinzip lebte, daß der Christus Jesus etwas darstellte, was einzig innerhalb der irdischen Entwickelung ist, einzig insofern, als eben im weiteren Fortgang nicht etwa wieder ein solches Mysterium von Golgatha auftreten könne, nicht wiederum eine solche Innewohnung des Sohnesprinzips in einem Menschen stattfinden könne, wie sie stattgefunden hat in dem Jesus von Nazareth.

[ 16 ] Daraus entstand dann Verständnis dafür, daß jetzt mit dem Mysterium von Golgatha etwas geschehen sollte, was früher im Grunde nur innerhalb der Mysterien selber geschehen war. In die große Welt, in den Makrokosmos war etwas hinausversetzt worden, das früher nur innerhalb des Mikrokosmos, innerhalb der kleinen Welt vor sich gegangen war. Und es ist schon so, daß zunächst innerhalb der letzten Mysterienstätten des Altertums am reinsten, am klarsten das ChristusGeheimnis verkündet worden ist, und daß gerade diese Verkündigung des Christus-Geheimnisses im Laufe der ersten vier Jahrhunderte europäischer Entwickelung für die neuere Zivilisation verlorengegangen ist. Diese alten Initiierten wußten, weil in dem Christus Jesus nun nicht bloß das Vaterprinzip, sondern das Sohnesprinzip lebte, daß der Christus Jesus etwas darstellte, was einzig innerhalb der irdischen Entwickelung ist, einzig insofern, als eben im weiteren Fortgang nicht etwa wieder ein solches Mysterium von Golgatha auftreten könne, nicht wiederum eine solche Innewohnung des Sohnesprinzips in einem Menschen stattfinden könne, wie sie stattgefunden hat in dem Jesus von Nazareth.

[ 17 ] Und es wußten diese Initiierten, daß der Christus in die Menschheit eingetreten ist als der Heiler, als der große Heiler, als derjenige, der verhindert, daß der menschliche Leib Schaden erleidet dadurch, daß er brüchig wird durch das Einziehen des Ich. Denn, was wäre geschehen, wenn der Christus nicht als der Heiler erschienen wäre? Wäre der Christus nicht als der Heiler erschienen, so würden, wenn die Menschen sterben, wenn sie ablegen ihren verfallenden Leib, durch das Ablegen des verfallenden Leibes die Verfallserscheinungen zurückstrahlen in ihr Seelisches, das sie nach dem Tode entfalten. Beunruhigt, gequält würden die Toten durch das, was der verfallende physische Leib im Erdendasein darstellte. Sie würden schauen müssen, diese Seelen, die durch den Tod gegangen sind, wie die Erde selber, dadurch, daß sie einen verfallenden Leib aufnehmen muß, Schaden leidet. Und es wußten die alten Initiierten, wie diejenigen, die sich im rechten Sinne des Wortes Christen nennen, die zu der inneren Erfüllung mit dem Christus-Prinzip durchdringen, wie diese nun so herunterschauen konnten auf ihren Leib, der ihnen genommen war im Tode, daß sie sagen konnten: Durch unsere Innewohnung des Christus, während wir Erdenkinder waren, haben wir diesen physischen Leib soweit geheilt, daß er in die Erde versenkt werden kann, ohne daß er für die Erde selber ein Verfallsprinzip darstellt. An der Erde mußte geheilt werden dasjenige, was der Mensch haben mußte, um ein Ich zu werden. Denn damit er ein Ich werden konnte, mußte er einen verfallenden Körper haben; aber wenn dieser verfallende Körper geblieben wäre, hätte die Erde Schaden genommen. Und die Seelen, wenn sie herunterschauten auf ihren von der Erde aufgenommenen physischen Leib, wären nach dem Tode gequält worden unter dem Einflusse der Empfindung, daß die Erde selber Schaden nähme an diesem verfallenden physischen Leibe.

[ 17 ] Und es wußten diese Initiierten, daß der Christus in die Menschheit eingetreten ist als der Heiler, als der große Heiler, als derjenige, der verhindert, daß der menschliche Leib Schaden erleidet dadurch, daß er brüchig wird durch das Einziehen des Ich. Denn, was wäre geschehen, wenn der Christus nicht als der Heiler erschienen wäre? Wäre der Christus nicht als der Heiler erschienen, so würden, wenn die Menschen sterben, wenn sie ablegen ihren verfallenden Leib, durch das Ablegen des verfallenden Leibes die Verfallserscheinungen zurückstrahlen in ihr Seelisches, das sie nach dem Tode entfalten. Beunruhigt, gequält würden die Toten durch das, was der verfallende physische Leib im Erdendasein darstellte. Sie würden schauen müssen, diese Seelen, die durch den Tod gegangen sind, wie die Erde selber, dadurch, daß sie einen verfallenden Leib aufnehmen muß, Schaden leidet. Und es wußten die alten Initiierten, wie diejenigen, die sich im rechten Sinne des Wortes Christen nennen, die zu der inneren Erfüllung mit dem Christus-Prinzip durchdringen, wie diese nun so herunterschauen konnten auf ihren Leib, der ihnen genommen war im Tode, daß sie sagen konnten: Durch unsere Innewohnung des Christus, während wir Erdenkinder waren, haben wir diesen physischen Leib soweit geheilt, daß er in die Erde versenkt werden kann, ohne daß er für die Erde selber ein Verfallsprinzip darstellt. An der Erde mußte geheilt werden dasjenige, was der Mensch haben mußte, um ein Ich zu werden. Denn damit er ein Ich werden konnte, mußte er einen verfallenden Körper haben; aber wenn dieser verfallende Körper geblieben wäre, hätte die Erde Schaden genommen. Und die Seelen, wenn sie herunterschauten auf ihren von der Erde aufgenommenen physischen Leib, wären nach dem Tode gequält worden unter dem Einflusse der Empfindung, daß die Erde selber Schaden nähme an diesem verfallenden physischen Leibe.

[ 18 ] Das ist es, was durch das Mysterium von Golgatha eingetreten ist, daß die Menschenseelen nun sich sagen konnten, nachdem sie durch die Pforte des Todes durchgegangen waren: Ja, wir haben ihn getragen auf der Erde, diesen verfallenden physischen Leib; ihm verdanken wir die Möglichkeit, ein freieres Ich in der menschlichen Wesenheit entwickeln zu können. Aber der Christus hat durch sein Innewohnen in dem Jesus von Nazareth geheilt diesen physischen Leib, so daß er dem Erdendasein nicht schädlich ist, so daß wir mit Beruhigung hinunterschauen können in das Erdendasein, wissend, daß nach dem Mysterium von Golgatha nicht ein unrechter Same hineinfällt in dieses Erdendasein durch denjenigen Leib, den der Mensch zum Gebrauche seines Ich nötig hat. Und so ist der Christus durch das Mysterium von Golgatha hindurchgegangen, um den menschlichen physischen Leib für das Erdendasein zu heiligen.

[ 18 ] Das ist es, was durch das Mysterium von Golgatha eingetreten ist, daß die Menschenseelen nun sich sagen konnten, nachdem sie durch die Pforte des Todes durchgegangen waren: Ja, wir haben ihn getragen auf der Erde, diesen verfallenden physischen Leib; ihm verdanken wir die Möglichkeit, ein freieres Ich in der menschlichen Wesenheit entwickeln zu können. Aber der Christus hat durch sein Innewohnen in dem Jesus von Nazareth geheilt diesen physischen Leib, so daß er dem Erdendasein nicht schädlich ist, so daß wir mit Beruhigung hinunterschauen können in das Erdendasein, wissend, daß nach dem Mysterium von Golgatha nicht ein unrechter Same hineinfällt in dieses Erdendasein durch denjenigen Leib, den der Mensch zum Gebrauche seines Ich nötig hat. Und so ist der Christus durch das Mysterium von Golgatha hindurchgegangen, um den menschlichen physischen Leib für das Erdendasein zu heiligen.

[ 19 ] Nun, wenn es dabei geblieben wäre, was wäre dann im Verlaufe der Erdenentwickelung geschehen? Wenn es dabei geblieben wäre, so hätte gesagt werden können: In alten Zeiten ist der Vatergott eingezogen in die Menschen, damit sie als Seelen zu dem Ich hinaufkommen konnten und den anderen Menschen als Initiierte verkündigen konnten das eigentliche Wesen des Menschen, das Ich-Wesen. Dann ist der Sohn, der Christus, in die Menschenwesenheit eingezogen. Diejenigen, die sich dazu aufschwingen, die Innewohnung des Christus in sich zu bewirken, die retten jetzt dadurch für die Erdenentwickelung ihren Leib. Wie durch das alte Vaterprinzip und seine Innewohnung in der Menschheitsentwickelung durch die Mysterien das Seelische der Menschen gerettet worden ist, so wird das Leibliche der Menschen gerettet durch den Heiler, durch den Heiland, durch den Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist.

[ 19 ] Nun, wenn es dabei geblieben wäre, was wäre dann im Verlaufe der Erdenentwickelung geschehen? Wenn es dabei geblieben wäre, so hätte gesagt werden können: In alten Zeiten ist der Vatergott eingezogen in die Menschen, damit sie als Seelen zu dem Ich hinaufkommen konnten und den anderen Menschen als Initiierte verkündigen konnten das eigentliche Wesen des Menschen, das Ich-Wesen. Dann ist der Sohn, der Christus, in die Menschenwesenheit eingezogen. Diejenigen, die sich dazu aufschwingen, die Innewohnung des Christus in sich zu bewirken, die retten jetzt dadurch für die Erdenentwickelung ihren Leib. Wie durch das alte Vaterprinzip und seine Innewohnung in der Menschheitsentwickelung durch die Mysterien das Seelische der Menschen gerettet worden ist, so wird das Leibliche der Menschen gerettet durch den Heiler, durch den Heiland, durch den Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist.

[ 20 ] Aber würde es nur dabei bleiben, so würden diejenigen, die ihren Leib gerettet wissen, sie würden nun den Christus, als die in ihnen wirkende Wesenheit, die in ihnen auch leiblich wirkende Wesenheit, in sich tragen müssen. Und damit könnten die Menschen wieder nicht freie Wesen werden. Die Menschen würden sich, wenn es dabei geblieben wäre — damals, als die Freiheit heraufzog im 14. nachchristlichen Jahrhunderte —, so entwickelt haben, daß sie den Christus hätten in sich aufnehmen können zur Beruhigung ihrer Seelen nach dem Tod, damit diese Seelen so auf die Erde hätten herabschauen können, wie ich es Ihnen jetzt beschrieben habe; aber die Menschen hätten nicht frei werden können. Wenn sie hätten gut werden wollen, dann hätten sie den Christus so in sich wirken lassen müssen, wie im Altertum der Vater gewirkt hatte in den Menschen, die nicht Initiierte waren. Damals sind die Menschen, indem das Ich in ihnen entwickelt wurde, frei geworden. Die Initiierten wurden freie Menschen in alten Zeiten, die anderen waren unfrei, weil der Vater unbewußt in ihnen lebte. Wären nun die Christen des Christus in sich bewußte Wesenheiten gewesen, dann hätten sie jederzeit, wenn sie hätten gut werden wollen, auslöschen müssen ihr Ich-Bewußtsein, um den Christus mit Auslöschung dieses Ich-Bewußtseins in sich zu erwecken. Nicht sie selber hätten gut sein können, sondern lediglich der Christus in ihnen hätte gut sein können. Die Menschen hätten herumwandeln müssen hier auf der Erde, der Christus hätte in ihnen wohnen müssen, und indem der Christus sich bedient hätte der Menschenleiber, hätte die Heilung dieser Menschenleiber stattgefunden. Aber die guten Handlungen, welche die Menschen verrichtet hätten, die wären ChristusHandlungen gewesen, nicht Menschenhandlungen.

[ 20 ] Aber würde es nur dabei bleiben, so würden diejenigen, die ihren Leib gerettet wissen, sie würden nun den Christus, als die in ihnen wirkende Wesenheit, die in ihnen auch leiblich wirkende Wesenheit, in sich tragen müssen. Und damit könnten die Menschen wieder nicht freie Wesen werden. Die Menschen würden sich, wenn es dabei geblieben wäre — damals, als die Freiheit heraufzog im 14. nachchristlichen Jahrhunderte —, so entwickelt haben, daß sie den Christus hätten in sich aufnehmen können zur Beruhigung ihrer Seelen nach dem Tod, damit diese Seelen so auf die Erde hätten herabschauen können, wie ich es Ihnen jetzt beschrieben habe; aber die Menschen hätten nicht frei werden können. Wenn sie hätten gut werden wollen, dann hätten sie den Christus so in sich wirken lassen müssen, wie im Altertum der Vater gewirkt hatte in den Menschen, die nicht Initiierte waren. Damals sind die Menschen, indem das Ich in ihnen entwickelt wurde, frei geworden. Die Initiierten wurden freie Menschen in alten Zeiten, die anderen waren unfrei, weil der Vater unbewußt in ihnen lebte. Wären nun die Christen des Christus in sich bewußte Wesenheiten gewesen, dann hätten sie jederzeit, wenn sie hätten gut werden wollen, auslöschen müssen ihr Ich-Bewußtsein, um den Christus mit Auslöschung dieses Ich-Bewußtseins in sich zu erwecken. Nicht sie selber hätten gut sein können, sondern lediglich der Christus in ihnen hätte gut sein können. Die Menschen hätten herumwandeln müssen hier auf der Erde, der Christus hätte in ihnen wohnen müssen, und indem der Christus sich bedient hätte der Menschenleiber, hätte die Heilung dieser Menschenleiber stattgefunden. Aber die guten Handlungen, welche die Menschen verrichtet hätten, die wären ChristusHandlungen gewesen, nicht Menschenhandlungen.

[ 21 ] Das war nicht die Aufgabe, die Mission des göttlichen Sohnes, der durch das Mysterium von Golgatha sich mit der Erdenentwickelung verbunden hatte. Er wollte innewohnen der Menschheit, aber er wollte nicht das heraufkommende Ich-Bewußtsein der Menschen trüben. Er hatte das einmal getan in dem Jesus, in dem an der Stelle des Ich-Bewußtseins von der Taufe an das Sohnesbewußtsein lebte. Aber das sollte bei den Menschen der künftigen Zeiten nicht stattfinden. Bei den Menschen der künftigen Zeiten sollte das Ich sich voll bewußt erheben können, und der Christus dennoch innewohnen können diesen Menschen.

[ 21 ] Das war nicht die Aufgabe, die Mission des göttlichen Sohnes, der durch das Mysterium von Golgatha sich mit der Erdenentwickelung verbunden hatte. Er wollte innewohnen der Menschheit, aber er wollte nicht das heraufkommende Ich-Bewußtsein der Menschen trüben. Er hatte das einmal getan in dem Jesus, in dem an der Stelle des Ich-Bewußtseins von der Taufe an das Sohnesbewußtsein lebte. Aber das sollte bei den Menschen der künftigen Zeiten nicht stattfinden. Bei den Menschen der künftigen Zeiten sollte das Ich sich voll bewußt erheben können, und der Christus dennoch innewohnen können diesen Menschen.

[ 22 ] Dazu war notwendig, daß der Christus als solcher vor der unmittelbaren Anschauung der Menschen verschwand, daß er zwar vereinigt blieb mit dem irdischen Dasein, aber vor dem unmittelbaren Anblick der Menschen verschwand. Auf ihn wurde anwendbar derjenige Ausdruck, der ja auch in den alten Initiationsstätten für so etwas üblich war: Wenn ein Wesen, das physisch sichtbar ist, das von den Menschen, die in der physischen Welt ihre Anschauung ha /üO ben, seinem Dasein nach verfolgt werden kann, aufhört sichtbar zu sein, so sagt man, es habe seine Himmelfahrt gehalten. Es ist eben eingetreten in diejenigen Regionen, in denen die physische Sichtbarkeit nicht mehr stattfindet. So hat der Christus seine Himmelfahrt gehalten, so ist er unsichtbar geworden. Denn er hätte in einer gewissen Weise seine volle Sichtbarkeit behalten, wenn er den Menschen innegewohnt und das Ich ausgelöscht hätte, so daß diese nur hätten gut werden können dadurch, daß der Christus eigentlich in ihnen handelnd gewesen wäre.

[ 22 ] Dazu war notwendig, daß der Christus als solcher vor der unmittelbaren Anschauung der Menschen verschwand, daß er zwar vereinigt blieb mit dem irdischen Dasein, aber vor dem unmittelbaren Anblick der Menschen verschwand. Auf ihn wurde anwendbar derjenige Ausdruck, der ja auch in den alten Initiationsstätten für so etwas üblich war: Wenn ein Wesen, das physisch sichtbar ist, das von den Menschen, die in der physischen Welt ihre Anschauung ha /üO ben, seinem Dasein nach verfolgt werden kann, aufhört sichtbar zu sein, so sagt man, es habe seine Himmelfahrt gehalten. Es ist eben eingetreten in diejenigen Regionen, in denen die physische Sichtbarkeit nicht mehr stattfindet. So hat der Christus seine Himmelfahrt gehalten, so ist er unsichtbar geworden. Denn er hätte in einer gewissen Weise seine volle Sichtbarkeit behalten, wenn er den Menschen innegewohnt und das Ich ausgelöscht hätte, so daß diese nur hätten gut werden können dadurch, daß der Christus eigentlich in ihnen handelnd gewesen wäre.

[ 23 ] Die Art und Weise, wie der Christus noch den Aposteln, den Jüngern auch nach seiner Auferstehung sichtbar war, diese Art und Weise verschwand: Der Christus hielt seine Himmelfahrt. Aber er sandte den Menschen diejenige göttliche Wesenheit, die nun nicht das IchBewußtsein auslöscht, zu der man sich erhebt nicht im Anschauen, sondern gerade im unanschaulichen Geiste. Er sandte den Menschen den Heiligen Geist.

[ 23 ] Die Art und Weise, wie der Christus noch den Aposteln, den Jüngern auch nach seiner Auferstehung sichtbar war, diese Art und Weise verschwand: Der Christus hielt seine Himmelfahrt. Aber er sandte den Menschen diejenige göttliche Wesenheit, die nun nicht das IchBewußtsein auslöscht, zu der man sich erhebt nicht im Anschauen, sondern gerade im unanschaulichen Geiste. Er sandte den Menschen den Heiligen Geist.

[ 24 ] So ist eigentlich der Heilige Geist dasjenige, was von dem Christus gesandt werden sollte, damit der Mensch sein Ich-Bewußtsein behalten könne und der Christus dem Menschen unbewußt innewohnen kann. So daß der Mensch, wenn er nun im vollen Sinne des Wortes sich vor die Seele führt, was er eigentlich für ein Wesen ist, sagen muß: Wenn ich zurückblicke zu dem, was die alten Initiierten wußten, so sehe ich, daß in mir lebt das Vaterprinzip, welches den Kosmos erfüllt, welches in diesen alten Initiierten auftrat und bei ihnen das Ich entfaltete. Das ist dasjenige Prinzip, welches mit uns lebte, bevor wir heruntergestiegen sind in die physische Welt. — Durch das Innewohnen dieses Vaterprinzips erinnerten sich die alten Initiierten in vollständiger Klarheit an die Art und Weise, wie sie lebten, bevor sie heruntergestiegen waren in die physische Welt. Da suchten sie das Göttliche in dem Vorgeburtlichen, in dem Präexistenten: Ex deo nascimur.

[ 24 ] So ist eigentlich der Heilige Geist dasjenige, was von dem Christus gesandt werden sollte, damit der Mensch sein Ich-Bewußtsein behalten könne und der Christus dem Menschen unbewußt innewohnen kann. So daß der Mensch, wenn er nun im vollen Sinne des Wortes sich vor die Seele führt, was er eigentlich für ein Wesen ist, sagen muß: Wenn ich zurückblicke zu dem, was die alten Initiierten wußten, so sehe ich, daß in mir lebt das Vaterprinzip, welches den Kosmos erfüllt, welches in diesen alten Initiierten auftrat und bei ihnen das Ich entfaltete. Das ist dasjenige Prinzip, welches mit uns lebte, bevor wir heruntergestiegen sind in die physische Welt. — Durch das Innewohnen dieses Vaterprinzips erinnerten sich die alten Initiierten in vollständiger Klarheit an die Art und Weise, wie sie lebten, bevor sie heruntergestiegen waren in die physische Welt. Da suchten sie das Göttliche in dem Vorgeburtlichen, in dem Präexistenten: Ex deo nascimur.

[ 25 ] Nach dem Mysterium von Golgatha hat für den Menschen nicht bleiben können: «Den Christus schaue ich», denn dann hätte er eben nicht gut werden können durch sich selber, dann hätte nur der Christus in ihm gut sein können. Es konnte nur über den Menschen kommen das: In Christo morimur. Sterben konnte er in den Christus; mit demjenigen, was Todesprinzip in ihm ist, konnte er den Christus vereinigen.

[ 25 ] Nach dem Mysterium von Golgatha hat für den Menschen nicht bleiben können: «Den Christus schaue ich», denn dann hätte er eben nicht gut werden können durch sich selber, dann hätte nur der Christus in ihm gut sein können. Es konnte nur über den Menschen kommen das: In Christo morimur. Sterben konnte er in den Christus; mit demjenigen, was Todesprinzip in ihm ist, konnte er den Christus vereinigen.

[ 26 ] Aber sein neues Bewußtsein konnte erweckt werden durch die Wesenheit, die der Christus ihm sandte, durch die Wesenheit des Heiligen Geistes: Per spiritum sanctum reviviscimus.

[ 26 ] Aber sein neues Bewußtsein konnte erweckt werden durch die Wesenheit, die der Christus ihm sandte, durch die Wesenheit des Heiligen Geistes: Per spiritum sanctum reviviscimus.

[ 27 ] Sehen Sie, damit haben Sie den Zusammenhang innerhalb der Trinität. Sie haben aber damit zugleich das gegeben, daß es durchaus im Christentum liegt, daß man auch ohne die Anschauung des Christus selber in ihm zu der Auferweckung des Geistes kommen kann. Indem der Christus der Menschheit den Heiligen Geist sandte, hat er sie befähigt dazu, aus dem Intellektuellen heraus selber sich aufzuschwingen zum Begreifen des Geistigen. Es darf daher nicht gesagt werden, der Mensch könne das geistige Übersinnliche nicht durch seinen Geist begreifen; einzig und allein dadurch könnte der Mensch rechtfertigen dieses Nichtbegreifen des Übersinnlichen, daß er den Heiligen Geist ignorierte, daß er nur sprechen würde von dem Vatergott und dem Christus-Gott. Auch im Evangelium ist klar angedeutet für denjenigen, der nur sehen will, der nur lesen will, daß es selber eine Offenbarung ist, daß der Mensch durch den ihm innewohnenden Geist, wenn er sich nur hinneigt zu dem Christus, das Übersinnliche begreifen kann. Deshalb wird uns mitgeteilt, daß bei der Taufe Christi der Heilige Geist erschien. Und im Erscheinen des Heiligen Geistes ertönen die Worte durch den Kosmos: «Dieser ist mein vielgeliebter Sohn, heute habe ich ihn gezeuget.»

[ 27 ] Sehen Sie, damit haben Sie den Zusammenhang innerhalb der Trinität. Sie haben aber damit zugleich das gegeben, daß es durchaus im Christentum liegt, daß man auch ohne die Anschauung des Christus selber in ihm zu der Auferweckung des Geistes kommen kann. Indem der Christus der Menschheit den Heiligen Geist sandte, hat er sie befähigt dazu, aus dem Intellektuellen heraus selber sich aufzuschwingen zum Begreifen des Geistigen. Es darf daher nicht gesagt werden, der Mensch könne das geistige Übersinnliche nicht durch seinen Geist begreifen; einzig und allein dadurch könnte der Mensch rechtfertigen dieses Nichtbegreifen des Übersinnlichen, daß er den Heiligen Geist ignorierte, daß er nur sprechen würde von dem Vatergott und dem Christus-Gott. Auch im Evangelium ist klar angedeutet für denjenigen, der nur sehen will, der nur lesen will, daß es selber eine Offenbarung ist, daß der Mensch durch den ihm innewohnenden Geist, wenn er sich nur hinneigt zu dem Christus, das Übersinnliche begreifen kann. Deshalb wird uns mitgeteilt, daß bei der Taufe Christi der Heilige Geist erschien. Und im Erscheinen des Heiligen Geistes ertönen die Worte durch den Kosmos: «Dieser ist mein vielgeliebter Sohn, heute habe ich ihn gezeuget.»

[ 28 ] Der Vater ist der ungezeugte Zeugende, der den Sohn hereinstellt in die physische Welt. Aber zu gleicher Zeit bedient sich der Vater des Heiligen Geistes, um mitzuteilen der Menschheit, daß im Geiste erfaßbar ist das Übersinnliche, auch wenn dieser Geist nicht geschaut wird, sondern wenn dieser Geist nur innerlich auch sein abstraktes Geistiges zum Lebendigen hinaufarbeitet, wenn er durch den ihm innewohnenden Christus den Gedankenleichnam, den wir von unserem vorgeburtlichen Dasein haben, zum Leben erweckt.

[ 28 ] Der Vater ist der ungezeugte Zeugende, der den Sohn hereinstellt in die physische Welt. Aber zu gleicher Zeit bedient sich der Vater des Heiligen Geistes, um mitzuteilen der Menschheit, daß im Geiste erfaßbar ist das Übersinnliche, auch wenn dieser Geist nicht geschaut wird, sondern wenn dieser Geist nur innerlich auch sein abstraktes Geistiges zum Lebendigen hinaufarbeitet, wenn er durch den ihm innewohnenden Christus den Gedankenleichnam, den wir von unserem vorgeburtlichen Dasein haben, zum Leben erweckt.

[ 29 ] Damals war die Mitteilung von dem Heiligen Geist und die Erscheinung des Heiligen Geistes selber bei der Taufe durch den Vater geschehen. Und als der Christus diesen Heiligen Geist den Seinigen geschickt hatte, da geschah diese Mitteilung durch den Christus, durch den Sohn. Daher war es ein altes Dogma, daß der Vater der zeugende Ungezeugte ist, daß der Sohn der von dem Vater Gezeugte ist, daß der Heilige Geist der von dem Vater und dem Sohn an die Menschheit Mitgeteilte ist. Das ist nicht etwa bloß ein willkürlich aufgestelltes Dogma, sondern Initiationsweisheit der ersten christlichen Jahrhunderte, und es ist nur später verschüttet worden, wie überhaupt die Trichotomie und die Trinität verschüttet worden sind.

[ 29 ] Damals war die Mitteilung von dem Heiligen Geist und die Erscheinung des Heiligen Geistes selber bei der Taufe durch den Vater geschehen. Und als der Christus diesen Heiligen Geist den Seinigen geschickt hatte, da geschah diese Mitteilung durch den Christus, durch den Sohn. Daher war es ein altes Dogma, daß der Vater der zeugende Ungezeugte ist, daß der Sohn der von dem Vater Gezeugte ist, daß der Heilige Geist der von dem Vater und dem Sohn an die Menschheit Mitgeteilte ist. Das ist nicht etwa bloß ein willkürlich aufgestelltes Dogma, sondern Initiationsweisheit der ersten christlichen Jahrhunderte, und es ist nur später verschüttet worden, wie überhaupt die Trichotomie und die Trinität verschüttet worden sind.

[ 30 ] Innerhalb der sich entwickelnden Menschheit ist das im Sinne des Christentums wirkende göttliche Prinzip nicht ohne die Trinität zu verstehen, und wenn an die Stelle der Trinität eine andere Gottesmitteilung tritt, dann ist diese im Grunde genommen keine völlig christliche Mitteilung. Man muß den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist verstehen, wenn man im Konkreten die Gottesmitteilung im echten Sinne verstehen will.

[ 30 ] Innerhalb der sich entwickelnden Menschheit ist das im Sinne des Christentums wirkende göttliche Prinzip nicht ohne die Trinität zu verstehen, und wenn an die Stelle der Trinität eine andere Gottesmitteilung tritt, dann ist diese im Grunde genommen keine völlig christliche Mitteilung. Man muß den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist verstehen, wenn man im Konkreten die Gottesmitteilung im echten Sinne verstehen will.

[ 31 ] Und so war das Evangelium selber nicht mehr verstanden, als innerhalb der Scholastik dekretiert wurde, daß der Mensch nur eine Offenbarung habe im Glauben, daß er aber mit seiner Erkenntnis sich nicht hinaufentwickeln könne bis zum Übersinnlichen. Dieses Dekret über das menschliche Erkennen, das abgegrenzt wurde vom Glauben, es war selber eine Sünde wider das Christentum, es war eine Sünde wider die Verkündigung des Heiligen Geistes durch den Vater bei der Taufe Jesu, und durch den Jesus selber bei der Aussendung des Heiligen Geistes bei dem Pfingstfeste.

[ 31 ] Und so war das Evangelium selber nicht mehr verstanden, als innerhalb der Scholastik dekretiert wurde, daß der Mensch nur eine Offenbarung habe im Glauben, daß er aber mit seiner Erkenntnis sich nicht hinaufentwickeln könne bis zum Übersinnlichen. Dieses Dekret über das menschliche Erkennen, das abgegrenzt wurde vom Glauben, es war selber eine Sünde wider das Christentum, es war eine Sünde wider die Verkündigung des Heiligen Geistes durch den Vater bei der Taufe Jesu, und durch den Jesus selber bei der Aussendung des Heiligen Geistes bei dem Pfingstfeste.

[ 32 ] So daß also innerhalb der europäischen Entwickelung in dem, was sich fortwährend Christentum nannte, viel gesündigt worden ist gegen die ursprünglichen christlichen Impulse, und daß heute die Menschheit wirklich nötig hat, wiederum zu diesen ursprünglichen christlichen Impulsen zurückzukehren.

[ 32 ] So daß also innerhalb der europäischen Entwickelung in dem, was sich fortwährend Christentum nannte, viel gesündigt worden ist gegen die ursprünglichen christlichen Impulse, und daß heute die Menschheit wirklich nötig hat, wiederum zu diesen ursprünglichen christlichen Impulsen zurückzukehren.

[ 33 ] Diese ursprünglichen christlichen Impulse sind vielfach in den Dogmen verhärtet. Aber wenn man eindringt in den lebendigen Geist, dann wird man wiederum Feuer schlagen aus dem, was Wahrhaftigkeit ist in den Dogmen. Dann werden die Dogmen aufhören, Dogmen zu sein. Das Falsche in der Kirche besteht nicht darin, daß sie die Dogmen fortgepflanzt hat, sondern es besteht darin, daß sie die Dogmen vereist, kristallisiert hat, daß sie sie hinweggenommen hat von der menschlichen Erkenntnis. Indem man die menschliche Erkenntnis beschränkte auf das, was nur die Sinneswelt ist, mußten die Dogmen kristallisiert, mußten die Dogmen verhärtet, mußten die Dogmen unverständlich werden. Denn daß der Glaube jemals wirklich ein Verständnis bringen könne, das ist eine Unmöglichkeit. Was erlöst werden muß innerhalb der Menschheit, das ist die Erkenntnis selber, das ist die Zurückführung der Erkenntnis zum Übersinnlichen.

[ 33 ] Diese ursprünglichen christlichen Impulse sind vielfach in den Dogmen verhärtet. Aber wenn man eindringt in den lebendigen Geist, dann wird man wiederum Feuer schlagen aus dem, was Wahrhaftigkeit ist in den Dogmen. Dann werden die Dogmen aufhören, Dogmen zu sein. Das Falsche in der Kirche besteht nicht darin, daß sie die Dogmen fortgepflanzt hat, sondern es besteht darin, daß sie die Dogmen vereist, kristallisiert hat, daß sie sie hinweggenommen hat von der menschlichen Erkenntnis. Indem man die menschliche Erkenntnis beschränkte auf das, was nur die Sinneswelt ist, mußten die Dogmen kristallisiert, mußten die Dogmen verhärtet, mußten die Dogmen unverständlich werden. Denn daß der Glaube jemals wirklich ein Verständnis bringen könne, das ist eine Unmöglichkeit. Was erlöst werden muß innerhalb der Menschheit, das ist die Erkenntnis selber, das ist die Zurückführung der Erkenntnis zum Übersinnlichen.

[ 34 ] Und diese Aufforderung, sie dringt im Grunde genommen zu uns von Golgatha her, wenn wir es richtig verstehen, wenn wir wissen, wie der Christus — nach dem Durchgang durch das Mysterium von Golgatha — zu seinem göttlichen Vaterprinzip hinzu den Geist in die Menschheit sandte. Wer das Kreuz auf Golgatha schaut, der muß zugleich die Trinität schauen, denn der Christus zeigt in Wirklichkeit in seinem ganzen Verwobensein mit der irdischen Menschheitsentwickelung die Trinität.

[ 34 ] Und diese Aufforderung, sie dringt im Grunde genommen zu uns von Golgatha her, wenn wir es richtig verstehen, wenn wir wissen, wie der Christus — nach dem Durchgang durch das Mysterium von Golgatha — zu seinem göttlichen Vaterprinzip hinzu den Geist in die Menschheit sandte. Wer das Kreuz auf Golgatha schaut, der muß zugleich die Trinität schauen, denn der Christus zeigt in Wirklichkeit in seinem ganzen Verwobensein mit der irdischen Menschheitsentwickelung die Trinität.

[ 35 ] Das, meine lieben Freunde, ist es, was ich gerade heute auf Ihre Herzen habe legen wollen, und was uns die Unterlage geben soll für weitere Betrachtungen der nächsten Zeit.

[ 35 ] Das, meine lieben Freunde, ist es, was ich gerade heute auf Ihre Herzen habe legen wollen, und was uns die Unterlage geben soll für weitere Betrachtungen der nächsten Zeit.