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Philosophy, Cosmology, and Religion
in Anthroposophy
GA 215

6 September 1922, Dornach

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1. Die drei Schritte der Anthroposophie

1. The Three Steps of Anthroposophy

[ 1 ] Gestatten Sie, daß ich, bevor ich mit meinem heutigen Vortrag beginne, die verehrten Anwesenden auf das allerherzlichste begrüße, begrüße aus jenem Geiste heraus, der hier in diesem Goetheanum herrschen soll und von dem auch all diejenige Arbeit getragen werden soll, die in diesem Goetheanum verrichtet wird. Es soll dies ja sein ein Geist, der nicht aus einer menschlichen Einseitigkeit hervorgeht, sondern aus dem vollen, umfassenden Menschentum. Und das kann so sein, daß auf der einen Seite hier dasjenige, was gegeben wird, was erarbeitet wird, stammt aus wissenschaftlicher Erkenntnis, aus Kunst und religiöser Hingebung. Auf der anderen Seite soll dieser Geist sein der des freien, weitherzigen und weitseelischen Menschentums.

[ 1 ] Before I begin my lecture today, please allow me to extend my warmest greetings to all of you here, greetings in the spirit that should prevail here in this Goetheanum and that should also underpin all the work carried out in this Goetheanum. This spirit is meant to be one that does not arise from human one-sidedness, but from full, all-encompassing humanity. And this can be achieved in such a way that, on the one hand, what is presented here—what is developed—stems from scientific knowledge, art, and religious devotion. On the other hand, this spirit should be that of free, broad-minded, and magnanimous humanity.

[ 2 ] Dieser Geist nun hat es sein sollen, auf dem als auf dem besten Grundstein 1913 begonnen wurde, dieses Goetheanum zu bauen. Und wir haben es ja zustande gebracht, daß in der Zeit, als ganz Europa und weite Gebiete über Europa hinaus in Fehde lagen, in schweren Feindschaften untereinander waren, daß hier aus einem freien, umfassenden Menschentum alle Nationen Europas in Dornach zusammengearbeitet haben. Hier hat die internationale Arbeit niemals aufgehört. Auf diese Tatsache darf ich wohl heute ganz besonders hinweisen, weil ich die Begrüßung, die ich Ihnen hiermit bringe, aus diesem internationalen Geiste heraus bringen will. Was hier erarbeitet werden soll, kann ja aus keinem anderen Geiste heraus erarbeitet werden, denn nur dieser Geist allseitigen universellen freien Menschentums kann auch wirkliche spirituelle Wissenschaft, spirituelle Kunst und wahrhafte Religion bringen, die an sich allein spirituell und international sein kann. Dieser Geist gibt aber auch, ich denke, jene Weite des Herzens, die in der Lage ist, jeden Menschen liebevoll zu empfangen und zu begrüßen. Und so soll es dieser Geist sein, der hier im Goetheanum waltet, aus dem heraus ich die ersten Begrüßungsworte spreche. Sie müssen deshalb herzlich gemeint sein. In dieser Herzlichkeit möchte ich den Wunsch aussprechen, daß es uns in den nächsten Tagen gelingen möge, auf den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft und des Lebens einiges hier zusammen zu arbeiten, zu besprechen, das ein jeglicher, der hierher hat kommen wollen, mit einer gewissen Befriedigung wiederum nach Hause trägt.

[ 2 ] It was this spirit, after all, that was meant to serve as the best foundation upon which construction of this Goetheanum began in 1913. And we did indeed manage to bring about a situation in which, at a time when all of Europe and vast regions beyond Europe were at war with one another and engaged in bitter hostilities, all the nations of Europe worked together here in Dornach out of a spirit of free, all-encompassing humanity. Here, international collaboration has never ceased. I feel I may particularly emphasize this fact today, because I wish to offer the greeting I bring you here out of this international spirit. What is to be accomplished here cannot be achieved out of any other spirit, for only this spirit of all-encompassing, universal, free humanity can also bring about true spiritual science, spiritual art, and true religion—which, in and of itself, can be spiritual and international. But this spirit also, I believe, provides that openness of heart that is capable of lovingly receiving and welcoming every human being. And so it is this spirit that should reign here at the Goetheanum, from which I speak these opening words of welcome. They must therefore be meant from the heart. In this spirit of warmth, I would like to express the hope that over the next few days we may succeed in working together and discussing various topics here in the most diverse fields of science and life—topics that everyone who chose to come here will take home with them with a certain sense of satisfaction.

[ 3 ] Wenn wir, die wir hier seit Jahren im Goetheanum arbeiten, in der Lage sein werden, den Gedanken hervorzurufen, daß man nach einem solchen Besuche doch wiederum immer mit einiger Freude zurückblickt auf das, was man hier erlebt hat, so wird dies diejenigen, die hier am Goetheanum wirken, mit ganz besonderer Befriedigung erfüllen. In diesem Sinne lassen Sie mich Sie begrüßen, Ihnen danken dafür, daß Sie hierher gekommen sind. Und lassen Sie mich den Wunsch aussprechen, daß dieser Besuch auch Ihnen zu einiger Befriedigung dienen möge.

[ 3 ] If we, who have been working here at the Goetheanum for years, are able to inspire the feeling that, after such a visit, one always looks back with a certain joy on what one has experienced here, this will fill those who work here at the Goetheanum with a very special sense of satisfaction. In this spirit, let me welcome you and thank you for coming here. And let me express the hope that this visit may also bring you some satisfaction.

[ 4 ] Hier soll, wie schon angedeutet worden ist, spirituelle Erkenntnis getrieben werden als eine Grundlage für die Befruchtung des Lebens nach seinen verschiedenen Seiten. Die spirituelle Erkenntnis, welche hier in diesem Goetheanum gesucht werden soll, sollte nicht verwechselt werden mit mancherlei, was heute in der Welt als Okkultismus getrieben wird, oder auch mit mancherlei, wofür man heute den Namen Mystik anwendet. Dieser Okkultismus, der vielfach heute getrieben wird, ist im Grunde genommen dem Geiste unserer Zeit, dem Geiste des wirklichen modernen Lebens doch zuwiderlaufend. Denn dieser Geist des wirklichen modernen Lebens ist doch gegeben durch die Entwickelung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in der neueren Zeit. Was hier als spirituelle Erkenntnis getrieben wird, soll durchaus rechnen mit dem, was dem Geiste moderner naturwissenschaftlicher Erkenntnis im strengsten Sinne des Wortes entspricht. Dasjenige, was heute oftmals Okkultismus genannt wird, fußt auf alten Traditionen; es herrscht in ihm nicht ein unmittelbarer Geist der Gegenwart. Alte Traditionen werden herübergeholt. Da aber die Menschen der Gegenwart nicht aus denselben seelischen Untergründen heraus die entsprechenden Erkenntnisse entfalten können, so kann man sagen, diese alten Traditionen sind oftmals mißverstanden und als mißverstandene in laienhafter Weise heute von diesen oder jenen wie eine die menschliche Seele befriedigen sollende Erkenntnis vorgebracht worden.

[ 4 ] As has already been indicated, the aim here is to pursue spiritual knowledge as a foundation for enriching life in all its various aspects. The spiritual insight sought here at this Goetheanum should not be confused with various practices that are pursued in the world today under the name of occultism, nor with various practices to which the term “mysticism” is applied today. This occultism, which is widely practiced today, is fundamentally at odds with the spirit of our time—the spirit of true modern life. For this spirit of true modern life is, after all, shaped by the development of scientific knowledge in recent times. What is pursued here as spiritual knowledge must certainly take into account what corresponds to the spirit of modern scientific knowledge in the strictest sense of the word. What is often called occultism today is based on ancient traditions; it is not imbued with the immediate spirit of the present. Ancient traditions are brought over. But since people today cannot develop the corresponding insights from the same spiritual foundations, it can be said that these ancient traditions are often misunderstood and, as such, have been presented in a layman’s manner by this or that person as a form of knowledge intended to satisfy the human soul.

[ 5 ] Mit solchem zum Teil mißverstandenem, traditionellem Okkultismus hat das, was hier getrieben wird, ebensowenig zu tun wie mit dem, was ' zuweilen sogar von wissenschaftlicher Seite her gesucht wird auch als eine Art Okkultismus, indem man die gewöhnlichen wissenschaftlichen Methoden des sinnlichen Beobachtens und Experimentierens nachahmt für eine Erforschung des übersinnlichen Gebietes. Man verkennt dabei, daß diejenigen Methoden des naturwissenschaftlichen Forschens, die sich in den letzten Jahrhunderten entwickelt haben, ganz ausgezeichnet ausgebildet worden sind für die Erkenntnis der äußeren sinnlichen Wirklichkeit, daß sie aber gerade deshalb ungeeignet sind als Forschungswege hinauf in das übersinnliche Gebiet.

[ 5 ] What is being pursued here has just as little to do with such traditional occultism—which is sometimes misunderstood—as it does with what is sometimes even sought by the scientific community as a kind of occultism, in which the usual scientific methods of sensory observation and experimentation are imitated for the purpose of investigating the supersensory realm. What is overlooked here is that the methods of scientific research that have developed over the past few centuries have been perfectly suited for understanding external, sensory reality, but that they are, for precisely that reason, unsuitable as paths of inquiry into the supersensible realm.

[ 6 ] Auf der anderen Seite wird vielfach heute von mystischer Vertiefung, von mystischem innerem Erleben gesprochen. Auch da hat man es oftmals mit nichts anderem zu tun als mit einem Sich-Versenken in die Seelenerlebnisse alter Mystiker, mit einem Erneuern solcher Seelenerlebnisse, und doch im Grunde genommen wiederum nur mit etwas, das in einer gewissen unklaren Selbstschau zu einer fragwürdigen Erkenntnis führt.

[ 6 ] On the other hand, there is much talk today of mystical deepening and mystical inner experience. Here, too, one is often dealing with nothing more than an immersion in the spiritual experiences of ancient mystics, a renewal of such experiences—and yet, fundamentally, once again, only with something that leads to a questionable insight through a certain vague self-contemplation.

[ 7 ] Ich wollte auf diese Dinge nur hindeuten, um von der Verwechslung desjenigen, was hier in diesem Goetheanum getrieben wird, mit dem, was manchmal in so laienhafter, dilettantischer, wenn auch durchaus gutgewollter Weise getan wird, zu warnen. Hier soll eine wissenschaftliche Methode für die Erkenntnis des Übersinnlichen ausgebildet werden, so streng, so exakt, so wissenschaftlich, wie dies für die wissenschaftlichen Methoden heute auf dem Gebiete des Naturforschens verlangt wird. Man kann nur dann in das übersinnliche Gebiet hinaufgelangen, wenn man nicht stehenbleibt bei den Forschungswegen, die bloß für das Sinnliche geeignet sind. Man kann aber nicht wissenschaftlich in die übersinnlichen Welten hinaufgelangen, wenn man aus einem anderen Geiste heraus verfährt als der ist, der sich so tüchtig bewährt hat für das Gebiet der sinnlichen Wirklichkeit. Nur einige einleitende Andeutungen über Absichten und Ziele der hier getriebenen spirituellen Wissenschaft möchte ich heute geben. Daher wird die nähere Auseinandersetzung über das, was ich heute andeuten will, erst in den nächsten Tagen gegeben werden können. Hinweisen möchte ich zunächst darauf, daß es sich hier zum Zwecke der Erforschung übersinnlicher Welten darum handelt, aus den Tiefen der Menschenseele heraus diejenigen Kräfte zu suchen, die als Erkenntniskräfte in das Übersinnliche so eindringen können, wie die Kräfte der äußeren Sinne in die physisch-sinnliche Welt. Was dem Geistesforscher zunächst obliegt, das ist, seinen Seelenblick hinzulenken auf die seelisch-geistige Organisation in ihm, die an das Übersinnliche herandringen kann. Dadurch unterscheidet sich der Geistesforscher von dem Naturforscher. Dieser nimmt die menschliche Organisation, wie sie ist, wendet sie auf die Natur an und verwendet diese Exaktheit dazu, Ergebnisse über die Tatsachen der äußeren Natur zu gewinnen.

[ 7 ] I wanted to point these things out simply to warn against confusing what is being done here at the Goetheanum with what is sometimes done in such an amateurish, dilettantish—albeit well-intentioned—manner. Here, a scientific method for understanding the supersensible is to be developed—one that is as rigorous, as precise, and as scientific as is required of scientific methods today in the field of natural science. One can only ascend into the supersensible realm if one does not stop at methods of research that are suitable only for the sensible world. However, one cannot ascend scientifically into the supersensible worlds if one proceeds from a spirit other than the one that has so effectively proven itself in the realm of sensory reality. Today I would like to offer only a few introductory remarks regarding the intentions and goals of the spiritual science being pursued here. Therefore, a more detailed discussion of what I intend to outline today will not be possible until the coming days. I would like to point out first of all that, for the purpose of exploring the supersensible worlds, the task here is to seek, from the depths of the human soul, those powers that—as powers of cognition—can penetrate the supersensible just as the powers of the external senses penetrate the physical-sensory world. The first task of the spiritual researcher is to direct his soul’s gaze toward the soul-spiritual organization within himself that is capable of penetrating the supersensible realm. This is what distinguishes the spiritual researcher from the natural scientist. The latter takes the human organization as it is, applies it to nature, and uses this precision to gain insights into the facts of the external natural world.

[ 8 ] Der Geistesforscher kann, gerade wenn er zunächst auf dem Boden richtiger naturwissenschaftlicher Erkenntnisse steht, nicht so vorgehen. Er muß zuerst den Blick auf das seelisch-geistige Erkenntnisorgan, ich darf es vielleicht nennen das «Geistesauge», lenken. Aber dieser Blick, der zunächst das geistige Auge zubereitet, entwickelt, der muß so sein, daß vor ihm exakt die innere Gesetzmäßigkeit dieses geistigen Auges so liegt, wie exakt zum Beispiel vor dem Mathematiker ein mathematiisches Problem oder vor dem Experimentator der Inhalt seines Experimentes liegt. Diese von dem Forscher an sich selbst vorzunehmende Arbeit, die Vorbereitung erst zur Wissenschaft, das ist in der Geistesforschung das Wesentliche. Und so wie der Mathematiker oder Naturforscher im Aufsuchen von Ergebnissen exakt ist, so muß der Geistesforscher exakt sein im Zubereiten seiner geistig-seelischen Organisation, die dann, wie im Sinnlichen das Auge oder das Ohr, die Tatsache wahrnimmt.

[ 8 ] The spiritual researcher—precisely because he initially stands on the foundation of sound scientific knowledge—cannot proceed in this way. He must first direct his gaze toward the soul-spiritual organ of perception, which I might perhaps call the “spiritual eye.” But this gaze, which initially prepares and develops the spiritual eye, must be such that the inner laws of this spiritual eye lie precisely before it, just as, for example, a mathematical problem lies precisely before the mathematician or the content of an experiment lies before the experimenter. This work that the researcher must undertake within himself—the preparation for science itself—is the essence of spiritual research. And just as the mathematician or natural scientist is precise in seeking results, so must the spiritual researcher be precise in preparing his spiritual-soul organization, which then perceives the fact, just as the eye or the ear does in the sensory realm.

[ 9 ] Exakt muß die hier gemeinte spirituelle Forschung sein; exakt ist Mathematik oder Naturwissenschaft. Aber ich möchte sagen: wo mit der Exaktheit Naturwissenschaft aufhört, da fängt Geistesforschung mit dieser Exaktheit erst an. Geistesforschung muß exakt sein in bezug auf die Bearbeitung der eigenen Menschlichkeit, so daß alles dasjenige, was getan wird am Menschen selbst, damit er ein Geistesforscher werde, exakt verrichtet wird und gewissermaßen durch exakte und vor der Wissenschaft gerechtfertigte Arbeiten das geistige Auge darstellt, wenn es mit der Geistesforschung beginnt, wenn es an die Tatsache der übersinnlichen Welt herantritt. Während bei dem, was man oftmals Mystik nennt, das innere Seelische in einer ziemlichen Unklarheit behandelt wird, muß bei wirklicher Geistesforschung jeder kleinste Schritt mit solcher inneren Klarheit und Durchschaubarkeit behandelt werden wie sonst das, was der Mathematiker vor sich hat in einem mathematischen Problem. Dann wird herbeigeführt eine Art Erwachen, ein Erwachen auf einer höheren Stufe des Bewußtseins, vergleichbar mit dem Erwachen, das wir sonst erleben, wenn wir aus dem gewöhnlichen Schlafe ‚herauskommen, um die sinnliche Welt um uns herum zu haben.

[ 9 ] Spiritual research, as understood here, must be exact; mathematics and the natural sciences are exact. But I would like to say: where the natural sciences end in terms of exactness, spiritual research begins with that very exactness. Spiritual research must be exact in its approach to the development of one’s own humanity, so that everything done to the human being himself—to enable him to become a spiritual researcher—is carried out with precision and, in a sense, through exact work justified by science, reveals the spiritual eye when he begins his spiritual research, when he approaches the reality of the supersensible world. Whereas in what is often called mysticism the inner soul is treated with considerable obscurity, in true spiritual research every tiny step must be treated with the same inner clarity and transparency as a mathematician applies to a mathematical problem. Then a kind of awakening is brought about—an awakening to a higher level of consciousness, comparable to the awakening we otherwise experience when we “emerge” from ordinary sleep to perceive the sensory world around us.

[ 10 ] Wenn ich insbesondere bei der Geistesforschung, die hier gemeint ist, von Exaktheit spreche, so bezieht sich dieses Wort Exaktheit auf die exakte, wissenschaftliche Vorbereitung dessen, was beim Menschen dem Forschen vorangehen muß: die Organisation geistig-seelischer Art. Das ist es, was in exakter Durchschaubarkeit zunächst vor dem Geistesforscher sein muß. Dann beginnt er seine Blicke hinein zu tun in die Welt der übersinnlichen Tatsachen.

[ 10 ] When I speak of “exactness”—particularly in the context of spiritual research, which is what is meant here—this term refers to the precise, scientific preparation of what must precede research in human beings: the organization of a spiritual-soul nature. This is what must first be clearly evident to the spiritual researcher. Only then does he begin to look into the world of supersensible facts.

[ 11 ] Das soll zunächst nur ein vorbereitender, noch nicht beweisender Hinweis sein. Weil in der Vorbereitung der eigentlichen übersinnlichen geistigen Anschauung diese Exaktheit angestrebt wird, darf wohl, wenn man die Art des Geist-Anschauens, die hier gemeint ist, hellsichtige Clairvoyance nennt, von exakter Clairvoyance gesprochen werden. Das soll das spezifisch Eigentümliche der Geistesforschung sein, die hier gepflegt wird, daß sie beruht auf der methodisch exakten Clairvoyance. Die Exaktheit der Clairvoyance soll das Charakteristische der hier gemeinten Geistesforschung sein.

[ 11 ] This is intended, for now, merely as a preliminary observation that does not yet constitute proof. Since this precision is sought in the preparation for actual supersensory spiritual perception, one may well speak of “precise clairvoyance” if one refers to the type of spiritual perception meant here as “clairvoyance.” This is intended to be the specific characteristic of the spiritual research practiced here: that it is based on methodologically precise clairvoyance. The precision of clairvoyance is intended to be the defining feature of the spiritual research referred to here.

[ 12 ] Von diesem Gesichtspunkte aus möchte man mit der hier getriebenen spirituellen Forschung nicht nur ein eng umgrenztes Gebiet beurteilen, sondern etwas erarbeiten, wohinein alle übrigen Wissenschaften und Lebensformen der Gegenwart münden. Nicht nur soll das, was hier spirituell erarbeitet wird, ein geistiger Überbau der naturwissenschaftlichen Anschauung sein, sondern es sollen auch diejenigen Erkenntnisgebiete, die im Geiste dieser naturwissenschaftlichen Anschauung in der modernen Zeit von der Menschheit erarbeitet worden sind, heraufgeführt werden in das Spirituelle, damit sie gewissermaßen durch das, was spirituelle Forschung geben kann, gekrönt werden.

[ 12 ] From this perspective, the spiritual research pursued here is intended not merely to evaluate a narrowly defined field, but to develop something into which all other sciences and forms of life in the present day converge. Not only should what is developed here spiritually serve as a spiritual superstructure for the scientific worldview, but those fields of knowledge that have been developed by humanity in modern times in the spirit of this scientific worldview should also be elevated into the spiritual realm, so that they may, as it were, be crowned by what spiritual research can offer.

[ 13 ] Ich möchte als Beispiel nur die Medizin anführen. Die Medizin wird in der Art, wie sie heute aus naturwissenschaftlicher Erkenntnis heraus aufgebaut ist, wie sie ja mit bewunderungswürdigem Resultate dasteht, voll anerkannt von dem, was hier als spirituelle Erkenntnis getrieben wird. Aber es ist möglich, dasjenige, was heute aus rein äußerer Anschauung für die Medizin erarbeitet ist, weiterzuführen durch den Geist einer exakten Clairvoyance. Dann erst ergibt sich eigentlich die ganze Fruchtbarkeit auch des rein naturwissenschaftlich Medizinischen, das heute getrieben wird. Ebenso möchte man auf spirituelle Art hier eine. Erkenntnis gewinnen, welche das Künstlerische ins Geistige hineinzuführen in der Lage ist. Und ein Künstlerisches wird hier angestrebt, das ebenso in spiritueller Art aus der Gesamtnatur des Menschen hervorgeht wie das, was hier als Erkenntnis angestrebt wird. Und ein religiöses, ein soziales Element soll hier gepflegt werden so, daß sich das Religiöse und das Soziale wie etwas Selbstverständliches aus der errungenen spirituellen Erkenntnis ergeben.

[ 13 ] I would like to cite medicine as just one example. Medicine, as it is structured today on the basis of scientific knowledge—and as it has indeed achieved admirable results—is fully recognized by what is pursued here as spiritual knowledge. But it is possible to take what has been developed for medicine today from a purely external perspective and carry it further through the spirit of precise clairvoyance. Only then does the full fruitfulness of even the purely scientific medical approach practiced today truly emerge. Likewise, one would like to gain spiritual insight here that is capable of bringing the artistic into the spiritual realm. And what is sought here is an artistic quality that emerges from the total nature of the human being in a spiritual way, just as that which is sought here as insight does. And a religious and social element is to be cultivated here in such a way that the religious and the social arise as a matter of course from the spiritual insight that has been attained.

[ 14 ] Die spirituelle Erkenntnis, die hier gesucht wird, soll den ganzen Menschen ergreifen und aus dem ganzen Menschen kommen, nicht aus einer einzelnen menschlichen Fähigkeit. Deshalb ist es so mit dieser Erkenntnis, daß sie alle Gebiete des theoretischen wie des praktischen Lebens einmünden lassen will in das spirituelle Leben, so daß dadurch erst ein Vollmenschliches, ein Universell-Menschliches erreicht werden soll.

[ 14 ] The spiritual insight sought here is meant to encompass the whole person and to arise from the whole person, not from a single human faculty. That is why this insight seeks to have all areas of both theoretical and practical life converge into spiritual life, so that only through this can a fully human, universally human state be attained.

[ 15 ] Von diesem Gesichtspunkte aus möchte ich Ihnen in diesen Vorträgen in der Hauptsache über drei Gebiete der Erkenntnis sprechen, um an diesen drei Beispielen zu erläutern, inwiefern aus dem Geiste der gegenwärtigen Wissenschaftlichkeit in den Geist der höheren, spirituellen Wissenschaftlichkeit hineingeführt werden kann. Ich möchte in diesen Vorträgen Ihnen sprechen von Philosophie, von Kosmologie und von Religion in der Art, wie sie durch Anthroposophie eine gewisse spirituelle Gestalt gewinnen sollen.

[ 15 ] From this perspective, I would like to speak to you in these lectures primarily about three areas of knowledge, in order to use these three examples to explain to what extent one can be led from the spirit of contemporary scientific thinking into the spirit of higher, spiritual scientific thinking. In these lectures, I would like to speak to you about philosophy, cosmology, and religion in the way that they are meant to take on a certain spiritual form through anthroposophy.

[ 16 ] Philosophie war einst die universelle Erkenntnis, die in ältesten Zeiten dem Menschen Aufschluß gegeben hat über alle einzelnen Wirklichkeitsgebiete des Daseins. Philosophie war nicht eine spezielle Wissenschaft. Philosophie war die universelle Wissenschaft, und alle anderen Wissenschaften, die wir heute pflegen, sind ja im Grunde genommen aus der Substanz der Philosophie, wie sie noch in Griechenland war, heraus gewachsen. Daneben ist nun in der neueren Zeit eine besondere, eine spezielle Philosophie entstanden, die in einer gewissen Summe von Ideen lebt. Es ist nur das Eigentümliche eingetreten, daß diese Philosophie, aus der im Grunde genommen alle anderen Wissenschaften herausgewachsen sind, nun in die Lage gekommen ist, ihr eigenes Dasein gegenüber den anderen Wissenschaften rechtfertigen zu müssen. Die anderen Wissenschaften, die doch aus der Philosophie herausgewachsen sind, beschäftigen sich mit diesem oder jenem anerkannten Wirklichkeitsgebiet. Das Wirklichkeitsgebiet ist für die Sinne oder für die Beobachtung oder für das Experiment da.

[ 16 ] Philosophy was once the universal body of knowledge that, in ancient times, provided people with insight into all the individual realms of reality. Philosophy was not a specific science. Philosophy was the universal science, and all the other sciences we cultivate today have, after all, essentially grown out of the substance of philosophy as it still existed in ancient Greece. In addition, a distinct, specialized philosophy has emerged in more recent times, one that thrives on a certain body of ideas. What is peculiar, however, is that this philosophy—from which, in essence, all other sciences have grown—has now found itself in the position of having to justify its own existence in relation to the other sciences. The other sciences, which after all grew out of philosophy, deal with this or that recognized realm of reality. The realm of reality exists for the senses, for observation, or for experimentation.

[ 17 ] Man kann die Berechtigung, sich wissenschaftlich, erkenntnismäßig damit zu befassen, nicht bezweifeln. Trotzdem alle diese einzelnen Gebiete herausgeboren sind aus der Philosophie, ist die Philosophie heute genötigt, ihr eigenes Dasein zu rechtfertigen, zu sagen, warum sie eine gewisse Summe von Ideen entwickelt, und ob diese Ideen nicht vielleicht ganz unwirklich sind, sich auf gar keine Wirklichkeit beziehen, nur etwas menschlich Ausgedachtes sind. Denken wir nur einmal, wie viele harte Denkarbeit heute darauf verwendet wird, jene Ideen, die übrigens schon einen sehr abstrakten Charakter angenommen haben, die man heute Inhalt der Philosophie nennt, so zu rechtfertigen, daß sie noch in einer gewissen Weise in der Welt ein Ansehen genießen. Sie haben die Wissenschaften erzeugt; diese sind, ich möchte sagen, wohlakkreditiert gegenüber ihren einzelnen Wirklichkeitsgebieten. Philosophie dagegen ist heute nicht akkreditiert. Sie muß eigentlich ihr Dasein als gerechtfertigt erst erweisen. Davon konnte im alten Griechenland nicht einmal die Rede sein. Da fühlte der Mensch, der nur überhaupt bis zur Philosophie sich hin entwickelte, die Wirklichkeit des Philosophierens so, wie der gesunde Mensch die Wirklichkeit des Atmens fühlt. Wenn dagegen der heute Philosophierende seine Philosophie überschaut, dann empfindet er die Abstraktheit, das Kalte, das Nüchterne der Ideen, die er in der Philosophie entwickelt. Er fühlt sich nicht recht robust in der Wirklichkeit drinnen stehend. Nur der im chemischen Laboratorium, im physikalischen Laboratorium oder in der Klinik Arbeitende hat, möchte ich sagen, etwas in der Hand. Wer heute philosophische Ideen in sich trägt und ausführt, der fühlt sich oftmals meilenweit von der Wirklichkeit weg entfernt.

[ 17 ] There can be no doubt about the legitimacy of addressing this topic from a scientific and epistemological perspective. Although all these individual fields have emerged from philosophy, philosophy today is compelled to justify its own existence, to explain why it develops a certain body of ideas, and whether these ideas might not be entirely unreal, having no connection to reality at all, but merely being something conceived by the human mind. Let us just consider for a moment how much rigorous intellectual effort is devoted today to justifying those ideas—which, incidentally, have already taken on a very abstract character—that are today called the content of philosophy, so that they may still enjoy a certain standing in the world. They have given rise to the sciences; these are, I would say, well-established in relation to their respective domains of reality. Philosophy, on the other hand, is not accredited today. It must, in fact, first prove that its existence is justified. In ancient Greece, this was not even an issue. There, anyone who had developed even to the point of engaging in philosophy felt the reality of philosophizing just as a healthy person feels the reality of breathing. When, on the other hand, today’s philosopher surveys his philosophy, he senses the abstractness, the coldness, and the sobriety of the ideas he develops in philosophy. He does not feel firmly grounded in reality. Only those working in a chemistry lab, a physics lab, or a hospital, I would say, have something tangible in their hands. Anyone who harbors and pursues philosophical ideas today often feels miles away from reality.

[ 18 ] Dazu kommt ein anderes. Es ist tief begründet, daß Philosophie nicht einen Namen trägt, der bloß auf theoretisches Erkennen hinweist. Liebe zur Weisheit ist Philosophie. Liebe ist etwas, was nicht bloß im Verstande und in der Vernunft, sondern was in der ganzen menschlichen Seele, in dem ganzen menschlichen Gemüt wurzelt. Ein umfassendes seelisches Erleben, das Liebeserleben, hat der Philosophie den Namen gegeben. Der ganze Mensch soll gewissermaßen engagiert sein, indem er Philosophie entwickelt. Und man kann ja schließlich nicht lieben, lieben im wahren Sinne des Wortes dasjenige, was bloß theoretisch, nüchtern und kalt ist. Wenn Philosophie Liebe zur Weisheit ist, so setzt das voraus bei denen, die Philosophie in dieser Weise erlebt haben, daß auch diese Sophia, diese Weisheit, etwas Liebenswertes, etwas Wirkliches, Wesenhaftes sei, etwas, dessen Dasein man ja nicht erst beweisen soll. Denn schließlich, denken Sie: wenn jemand als Mann ein weibliches Wesen oder als Weib ein männliches Wesen lieben sollte, es aber erst nötig fände, das Dasein des oder der Geliebten zu beweisen — nicht wahr, ein ganz absurder Gedanke! Aber bei der Philosophie in ihrem heutigen Sinne ist das nicht anders. Es ist, ich möchte sagen, aus der Philosophie als einem Warmen, herzlich vom Menschen Aufgenommenen, in seiner Existenz Selbstverständlichen etwas Abstraktes, Kaltes, Nüchternes, Theoretisches geworden. Woher kommt das?

[ 18 ] There is another point to consider. It is deeply rooted that philosophy does not bear a name that refers merely to theoretical knowledge. The love of wisdom is philosophy. Love is something that is rooted not merely in the intellect and reason, but in the entire human soul, in the whole human spirit. A comprehensive spiritual experience—the experience of love—has given philosophy its name. The whole person, so to speak, should be engaged in the development of philosophy. And after all, one cannot love—love in the true sense of the word—that which is merely theoretical, sober, and cold. If philosophy is the love of wisdom, this presupposes, for those who have experienced philosophy in this way, that this Sophia, this wisdom, is also something lovable, something real, something essential—something whose existence one need not first prove. After all, just think: if a man were to love a woman, or a woman were to love a man, but first felt it necessary to prove the existence of the beloved—wouldn’t that be a completely absurd idea! But with philosophy in its current sense, it is no different. It has, I would say, turned from philosophy—which was once warm, wholeheartedly embraced by people, and self-evident in its existence—into something abstract, cold, sober, and theoretical. Where does this come from?

[ 19 ] Wenn man nicht mit äußerer Geschichte, sondern mit innerlich erlebter und erfühlter Geschichtserkenntnis zu dem Ursprunge des philosophischen Lebens zurückgeht, dann findet man: Philosophie hat eben ursprünglich im Menschen nicht so gelebt, wie sie heute in ihm lebt. Heute läßt der Mensch im Grunde genommen, wenn er wissenschaftlich denkt, nur dasjenige gelten, was durch die sinnliche Beobachtung oder durch das in dem Felde des Sinnlichen erarbeitete Experiment erworben ist. Das Erworbene wird dann durch den Verstand zusammengefaßt. Was auf diese Weise erworben ist, das ist erworben durch den physischen Menschen. Die Sinne sind physische Organe, sind eingebettet im physischen Menschen. Das, was der physische Menschenkörper erkenntnismäßig erwirbt, wird heute wissenschaftlich anerkannt. Mit dem aber kann man auch nur herangelangen bis zum physischen Menschen selbst. In diesem physischen Menschen kann nicht dasjenige gefunden werden, was die Alten als Philosophie angeschaut haben. Wie gesagt kann ich heute nur einleitend sprechen und werde das, worauf ich hindeute, in den nächsten Tagen weiter auseinanderzusetzen haben; aber eben hindeuten muß ich doch darauf, daß das, was noch in der Blütezeit der griechischen Philosophie Philosophie genannt worden ist — diese innerlich in der Seele erlebte geistige Substanz —, nicht in dem physischen Menschenleib erlebt worden ist, sondern in einer menschlichen Organisation, die als ein ätherischer Mensch den physischen Menschenleib durchsetzt.

[ 19 ] If one traces the origins of philosophical life not through external history but through an inner, lived, and felt understanding of history, one finds that philosophy did not originally exist within human beings in the same way that it does today. Today, when thinking scientifically, human beings essentially accept only that which has been acquired through sensory observation or through experimentation conducted in the realm of the sensory. What has been acquired is then synthesized by the intellect. What is acquired in this way is acquired by the physical human being. The senses are physical organs; they are embedded in the physical human being. What the physical human body acquires in terms of knowledge is recognized scientifically today. But this can only take us as far as the physical human being itself. Within this physical human being, one cannot find what the ancients regarded as philosophy. As I said, I can speak only briefly today and will have to elaborate further on what I am pointing to in the coming days; but I must at least point out that what was still called philosophy in the heyday of Greek philosophy—this spiritual substance experienced inwardly in the soul—was not experienced within the physical human body, but within a human organization that, as an etheric human being, permeates the physical human body.

[ 20 ] Wir kennen in unserer heutigen Wissenschaft eigentlich nur den physischen Menschen. Wir kennen ja nicht jenen Leib, der als ein feiner ätherischer durchsetzt den physischen Menschenleib, in dem der griechische Philosoph seine Philosophie erlebt hat. In dem physischen Leib erleben wir das Atmen, erleben wir den Sehvorgang. Aber so, wie wir diese physische Menschenorganisation vor uns haben, so ist im Menschen auch ein ätherischer Körper, ein ätherischer Mensch. Schauen wir auf den physischen Körper hin, so schauen wir etwa den Atmungsvorgang, können uns physikalisch oder biologisch den Sehvorgang klarmachen. Schauen wir auf den übersinnlichen ätherischen Menschen, so schauen wir auf den, in dem im griechischen Sinne philosophiert worden ist. Die griechische Menschheitskonstitution war noch so, daß sich der Mensch erfühlte, erlebte in seinem ätherischen Organismus. Und indem er den ätherischen Organismus so anstrengte, so in Tätigkeit überführte, wie man den physischen Organismus zum Beispiel beim Atmen oder beim Sehen in Tätigkeit überführt, entstand im ätherischen Menschen Philosophie. So wie wir niemals im Zweifel darüber sein können, daß das wirklich ist, was wir als Atmungsvorgang haben, weil wir uns unseres physischen Leibes bewußt sind, so konnte der Grieche niemals im Zweifel darüber sein, daß das, was er als Philosophie erlebte, als Weisheit, die er liebte, daß das in der Wirklichkeit wurzelte, denn er war sich seines ätherischen Leibes bewußt. Er war sich bewußt, daß das, was philosophiert, in seinem ätherischen Leibe vor sich geht; er war sich darüber klar.

[ 20 ] In modern science, we really know only the physical human being. We do not, after all, know that body—the subtle, ethereal body that permeates the physical human body—in which the Greek philosopher experienced his philosophy. In the physical body, we experience breathing; we experience the process of seeing. But just as we have this physical human organism before us, so too is there an etheric body within the human being—an etheric human. When we look at the physical body, we observe, for example, the process of breathing; we can understand the process of seeing from a physical or biological perspective. When we look at the supersensible etheric human, we look at the being in whom philosophy was practiced in the Greek sense. The Greek human constitution was such that human beings sensed and experienced themselves within their etheric organism. And by exerting the etheric organism in this way—by bringing it into activity, just as one brings the physical organism into activity, for example, in breathing or seeing—philosophy arose within the etheric human being. Just as we can never be in any doubt that what we experience as the act of breathing is real, because we are conscious of our physical body, so the Greeks could never be in any doubt that what they experienced as philosophy—as the wisdom they loved—was rooted in reality, for they were conscious of their etheric body. He was aware that what philosophizes takes place within his etheric body; he was clear about this.

[ 21 ] Der moderne Mensch hat für seine Erkenntnis den ätherischen Leib verloren; er weiß nicht, daß er einen ätherischen Leib hat. Die traditionelle Philosophie ist dadurch eine Summe von abstrakten Ideen, daß sie als Wirklichkeit nur ansehen kann, was man als Wirklichkeit erlebt, worin man sich philosophisch betätigt. Hat man aber für die Erkenntnis den ätherischen Menschen verloren, dann hat man auch die Wirklichkeit der Philosophie verloren. Man fühlt sie als abstrakt; man fühlt die Notwendigkeit, ihr Dasein zu beweisen.

[ 21 ] Modern man has lost his etheric body for the purpose of cognition; he does not know that he has an etheric body. Traditional philosophy is a collection of abstract ideas because it can regard as reality only what is experienced as reality, within which one engages in philosophical activity. But if one has lost the etheric human being for the sake of knowledge, then one has also lost the reality of philosophy. One perceives it as abstract; one feels the need to prove its existence.

[ 22 ] Denken Sie sich, der Mensch wüchse in einen noch robusteren, dichteren, materielleren Organismus hinein, als sein physischer ist. Dann würde zum Beispiel der Atmungsvorgang sich allmählich für dieses robustere Erleben sehr verfeinert ausnehmen, und zuletzt würde der Mensch nichts mehr wissen von dem, was jetzt unser physischer Leib ist, so, wie heute der moderne Mensch nichts weiß von seinem ätherischen Leib. Dann würde das Atmen, der Atmungsvorgang, eine Theorie sein, eine Summe von Ideen, und man würde erst «beweisen» müssen, daß das Atmen eine Wirklichkeit ist, wie man heute beweisen muß, daß die Philosophie in einem Wirklichen wurzelt. Der Zweifel an der Wirklichkeit desjenigen, was man lieben soll in der Philosophie, der ist entstanden dadurch, daß der ätherische Leib aus der Erkenntnis des Menschen verloren worden ist. Denn im ätherischen Leib, nicht im physischen Leib, wird die Wirklichkeit der Philosophie erlebt.

[ 22 ] Imagine that a human being were to grow into an organism even more robust, denser, and more material than his physical body. Then, for example, the process of breathing would gradually appear very refined in relation to this more robust experience, and eventually human beings would know nothing more of what is now our physical body, just as modern human beings today know nothing of their etheric body. Then breathing—the process of respiration—would be a theory, a set of ideas, and one would first have to “prove” that breathing is a reality, just as one must prove today that philosophy is rooted in reality. Doubt regarding the reality of that which one is supposed to love in philosophy has arisen because the etheric body has been lost from human consciousness. For it is in the etheric body, not in the physical body, that the reality of philosophy is experienced.

[ 23 ] Soll daher wiederum Philosophie als Wirklichkeit empfunden werden, so muß erst die Erkenntnis des ätherischen Menschen aufkommen. Dann wird aus der Erkenntnis des ätherischen Menschen wiederum ein richtiges philosophisches Erleben kommen können.

[ 23 ] If, therefore, philosophy is to be experienced as reality once again, the knowledge of the etheric human being must first arise. Then, from this knowledge of the etheric human being, a true philosophical experience will once again be able to emerge.

[ 24 ] Diese Erkenntnis des ätherischen Menschen zu vermitteln, soll der erste Schritt der Anthroposophie sein. Ich will in drei Abschnitten vorgehen und möchte jetzt Herrn Dr. Sauerwein bitten, zu übersetzen. Nach der Übersetzung werde ich fortfahren.

[ 24 ] The first step in anthroposophy is to convey this understanding of the etheric human being. I intend to proceed in three sections, and I would now like to ask Dr. Sauerwein to translate. After the translation, I will continue.



[ 25 ] In der Philosophie hat der Mensch zunächst ein inneres Erlebnis seiner selbst, das Erlebnis seines ätherischen Körpers. Seit die Menschheit begonnen hat nachzudenken, fühlte sie aber auch das Bedürfnis, den einzelnen Menschen einzugliedern in den ganzen Kosmos, in das Universum. Der Mensch braucht nicht nur eine Philosophie, der Mensch braucht auch eine Kosmologie. Er will verstehen, wie er als dieser Einzelne, der dasteht innerhalb seines Organismus an einem bestimmten Ort der Erde, an einem bestimmten Ort der Welt, inwiefern er dem ganzen Weltenall angehört, inwiefern er sich aus diesem ganzen Weltenall heraus entwickelt hat.

[ 25 ] In philosophy, human beings first have an inner experience of themselves—the experience of their etheric body. However, ever since humanity began to think, it has also felt the need to integrate the individual human being into the entire cosmos, into the universe. Human beings need not only a philosophy; they also need a cosmology. They want to understand how, as individuals standing within their own bodies at a specific place on Earth, at a specific place in the world, they belong to the entire cosmos, and to what extent they have evolved from this entire cosmos.

[ 26 ] In den ältesten Zeiten der Menschheitsentwickelung fühlte sich der Mensch als ein Glied des ganzen Kosmos. Allein als physischer Mensch kann man sich nicht als ein Glied des ganzen Kosmos fühlen. Was man als physischer Mensch im Erleben zwischen Geburt und Tod in sich trägt, das gehört dem unmittelbaren Leben der physisch-sinnlichen Umgebung an. Darüber hinaus hat der Mensch sein seelisches Innenleben. Dieses seelische Innenleben ist etwas durchaus anderes als das, was der Mensch in seinem physischen Körper aus der physisch-sinnlichen Umgebung in sich trägt. Indem der Mensch sich fühlen, sich empfinden, sich wissen will als ein Glied des ganzen Kosmos, als ein Glied des Universums, muß er auch sein seelisches Innenleben als Teil, als Glied des Universums empfinden, fühlen, wissen.

[ 26 ] In the earliest stages of human development, people felt themselves to be part of the entire cosmos. But as a physical human being alone, one cannot feel oneself to be a part of the entire cosmos. What a physical human being carries within themselves in their experience between birth and death belongs to the immediate life of the physical-sensory environment. Beyond that, human beings have their inner spiritual life. This inner spiritual life is something entirely different from what human beings carry within themselves in their physical body from the physical-sensory environment. In order for a human being to want to feel, perceive, and know themselves as a part of the entire cosmos, as a part of the universe, they must also perceive, feel, and know their inner soul life as a part, as a link, of the universe.

[ 27 ] In ältesten Zeiten der Menschheitsentwickelung waren die Menschen wirklich imstande, nicht nur durch dasjenige, was man mißverständlich heute Anthropomorphismus nennt, sondern durch ein inneres Anschauen im Universum, im Kosmos Seelisches, Inneres zu schauen. Da konnten die Menschen das, was in ihnen selbst inneres seelisches Leben war, so als ein Glied des seelischen und geistigen Lebens im Universum anschauen, wie man das physisch-sinnliche körperliche Leben des Menschen als einen Teil des natürlichen, des sinnlichen Daseins ansehen kann.

[ 27 ] In the earliest stages of human development, people were truly able to perceive the spiritual and inner aspects of the universe and the cosmos—not merely through what is today misleadingly called anthropomorphism, but through an inner contemplation. At that time, people could perceive what was their own inner spiritual life as a part of the spiritual and mental life of the universe, just as one can regard the physical, sensory, and bodily life of human beings as a part of natural, sensory existence.

[ 28 ] Aber die Menschen haben in der neuesten Zeit in exakter Weise nur das naturwissenschaftliche Erkennen ausgebildet, das auf Sinnesbeobachtung und Experiment gegründet ist, und auf jenes Denken, das sich nur auf Sinnesbeobachtung und Experiment stützt.

[ 28 ] But in recent times, people have developed, in a precise manner, only that scientific knowledge which is based on sensory observation and experimentation, and that form of thinking which relies solely on sensory observation and experimentation.

[ 29 ] Aus dem, was man auf diese Weise als naturwissenschaftliche Ergebnisse gewonnen hat, bildete man, indem man die einzelnen Ergebnisse zusammenfaßte, ein universelles Wissen. Aus den einzelnen Ergebnissen der Naturwissenschaft bildete man eine Kosmologie. Allein diese Kosmologie enthält bloß das Bild von sinnlich-wirklichen Tatsachen, im Denken zusammengefaßt. Man bildet sich das Bild eines Universums, aber die einzelnen Teile, die einzelnen Glieder in diesem Bilde sind nur die erkannten Gesetze der sinnlich-physischen Tatsachen.

[ 29 ] From the findings obtained in this way through the natural sciences, a universal body of knowledge was formed by synthesizing the individual findings. A cosmology was constructed from the individual findings of the natural sciences. Yet this cosmology contains merely the image of sensually real facts, synthesized in thought. One forms a picture of the universe, but the individual parts, the individual elements in this picture, are merely the recognized laws of sensory-physical facts.

[ 30 ] In diesem Bilde, das die naturwissenschaftliche Kosmologie der neueren Zeit ausgebildet hat, ist nicht so wie in der Kosmologie der Alten auch das seelische, das geistige Leben darinnen, sondern es ist nur dasjenige darinnen, was naturwissenschaftlich angeschaut werden kann: die sinnliche Welt. In diesem Bilde, das als Kosmologie in der neueren Zeit dasteht, kann sich der Mensch zwar seinem physischen Leibe nach wiederfinden, nicht aber seinem seelischen Innenleben nach.

[ 30 ] In this picture, which modern scientific cosmology has developed, the spiritual and mental life is not included, as it was in the cosmology of the ancients; rather, it contains only that which can be observed scientifically: the sensory world. In this picture, which stands as modern cosmology, human beings can indeed recognize themselves in terms of their physical bodies, but not in terms of their inner soul life.

[ 31 ] In alten Zeiten konnte man das seelische Innenleben aus dem Bilde der Kosmologie herausholen. Aus dem auf Naturwissenschaft gebauten kosmologischen Bilde kann man das seelische Innenleben nicht herausholen. Aber das hängt wiederum damit zusammen, daß die moderne Erkenntnis nicht in derselben Weise auf das geistig-seeliche Innenleben hinschauen kann, wie es eine alte, primitive Erkenntnis gekonnt hat. Was tut denn die moderne Erkenntnis, wenn sie von Seelischem im Leibe spricht? Sie spricht von den Erscheinungen, von den inneren Erlebnissen des Denkens, Fühlens und Wollens, und man sieht das seelische Innenleben so an, daß es ein Ausfluß ist von dem, was in dem Gedanklichen, im Gefühlten, im Gewollten sich vereinzelt und durcheinander auslebt. Man macht sich ein Bild, in dem Denken, Fühlen und Wollen als Tatsache des seelischen inneren Lebens eine Rolle spielen.

[ 31 ] In ancient times, one could derive the inner life of the soul from the cosmological picture. One cannot derive the inner life of the soul from the cosmological picture based on natural science. But this, in turn, is connected to the fact that modern knowledge cannot view the inner life of the spirit and soul in the same way that ancient, primitive knowledge was able to. What, then, does modern science do when it speaks of the soul within the body? It speaks of phenomena, of the inner experiences of thinking, feeling, and willing, and it views inner spiritual life as an outflow of what plays itself out in isolated and jumbled ways within thought, feeling, and will. One forms a picture in which thinking, feeling, and willing play a role as facts of the inner life of the soul.

[ 32 ] Wenn man das seelisch-geistige Innenleben so betrachtet, kann man dieses Bild niemals davor schützen, daß gesagt werden muß: Ja, was du da erkennst und verzeichnest als ineinanderfließendes Denken, Fühlen, Wollen, das entsteht mit der Geburt, mit dem Keimesleben, entwickelt sich mit dem Kinde und geht mit dem Tode zugrunde. — Es gibt keine Möglichkeit einer wissenschaftlichen Einsicht, die dieses Bild eines seelischen Lebens davor schützen könnte, so angesehen zu werden, daß dieses seelische Leben mit dem Tode verschwindet. Denn in der Tat: dieses Denken, Fühlen und Wollen erscheint zwischen Geburt und Tod innig verbunden mit dem physisch-körperlichen Leibesleben. Und ebenso wie wir die Glieder wachsen sehen, so sehen wir das Denken, das Fühlen heranwachsen. Wie wir den Körper verkalken und dem physischen Niedergang entgegengehen sehen, so sehen wir mit dem Körperlichen die Erscheinungen des Denkens, Fühlens und Wollens sich allmählich ablähmen.

[ 32 ] When one views the inner life of the soul and spirit in this way, one can never prevent this picture from leading to the conclusion that: Yes, what you perceive and describe there as interflowing thinking, feeling, and willing arises at birth, with embryonic life, develops with the child, and perishes with death. — There is no scientific insight that could protect this picture of a soul life from being viewed as something that vanishes with death. For in fact, this thinking, feeling, and willing appears, between birth and death, to be intimately connected with the physical life of the body. And just as we see the limbs grow, so do we see thinking and feeling develop. Just as we see the body calcify and head toward physical decline, so do we see the manifestations of thinking, feeling, and willing gradually fade away along with the physical body.

[ 33 ] Was den alten Anschauungen eigen war, das war eine Erkenntnis des seelischen Innenlebens, die sich hinaushob über dasjenige, was im bloßen Denken, Fühlen und Wollen lebt. Man sah hin auf eine Grundlage des seelischen Innenlebens, die sich im Denken, Fühlen und Wollen nur verbirgt, von der Denken, Fühlen und Wollen der Abglanz sind. Denken, Fühlen und Wollen sehen wir entstehen und sich weiterentwickeln zwischen Geburt und Tod. Was darunter liegt, wovon Denken, Fühlen und Wollen der äußere Abglanz ist, das sah ein älteres, primitives hellsichtiges Erkennen als den astralischen Menschen.

[ 33 ] What was characteristic of the ancient views was an understanding of inner spiritual life that transcended what exists in mere thinking, feeling, and willing. People looked to a foundation of inner spiritual life that lies hidden within thinking, feeling, and willing—and of which thinking, feeling, and willing are mere reflections. We see thinking, feeling, and willing arise and develop between birth and death. What lies beneath this—of which thinking, feeling, and willing are the outward reflections—was perceived by an older, primitive form of clairvoyant insight as the astral human.

[ 34 ] So, wie man zunächst den ätherischen Menschen als einen übersinnlichen Menschen im physischen Menschen erkennt, kann man im physisch-ätherischen Menschen den astralischen Menschen als ein höheres Glied erkennen. Dieser astralische Mensch besteht nicht in Denken, Fühlen und Wollen; er liegt dem Denken, Fühlen und Wollen zugrunde. {Er ist das, was aus geistig-seelischen Welten sich hereinlebt in das Dasein, das wir zwischen Geburt und Tod verbringen. Dieser astralische Mensch ist das, was sich mit dem physischen und ätherischen Körper umkleidet zwischen Geburt und Tod und das wiederum nach dem Tode in eine geistig-seelische Welt hinaus geht. Dieser astralische Mensch ist dasjenige im Menschen, dem gegenüber Geburt und Tod nur Erscheinungsformen sind.

[ 34 ] Just as one first recognizes the etheric human being as a supersensible being within the physical human being, so too can one recognize the astral human being as a higher component within the physical-etheric human being. This astral human being does not consist of thinking, feeling, and willing; rather, it underlies thinking, feeling, and willing. {It is that which flows in from the spiritual-soul worlds into the existence we spend between birth and death. This astral human being is that which clothes itself in the physical and etheric bodies between birth and death and which, in turn, departs after death into a spiritual-soul world. This astral human being is that within the human being for whom birth and death are merely forms of appearance.

[ 35 ] Denken, Fühlen und Wollen kann man nur innerhalb der physischen Organisation des Menschen verstehen und nur finden zwischen Geburt und Tod. Da entwickelt es sich, da lähmt es sich allmählich ab, da verschwindet es auch. Was als astralischer Mensch dem Denken, Fühlen und Wollen, diesem seelischen Innenleben zugrunde liegt, das geht über den physischen und über den ätherischen Menschen hinaus; es läßt sich eingliedern in eine kosmische, in eine universelle Welt. Das ist nicht eingeschlossen innerhalb der physischen Organisation des Menschen.

[ 35 ] Thinking, feeling, and willing can only be understood within the physical organization of the human being and can only be found between birth and death. It is there that they develop, there that they gradually wane, and there that they also disappear. What underlies thinking, feeling, and willing—this inner life of the soul—as the astral human, extends beyond the physical and etheric human; it can be integrated into a cosmic, universal world. This is not confined within the physical organization of the human being.

[ 36 ] Wir brauchen, um zu einer umfassenden Kosmologie zu kommen, eine Erkenntnis des ätherischen und astralischen Menschen, von dem Denken, Fühlen und Wollen ein Abglanz sind. Aber Denken, Fühlen und Wollen stehen in der einzelnen menschlichen Individualität da, lassen sich nicht kosmisch eingliedern. Dasjenige aber, was ihnen als Hintergrund zugrunde liegt, was in ihnen zwischen Geburt und Tod verborgen ist, was nur einer primitiven oder exakten Clairvoyance zugänglich ist, das läßt sich einem geistigen Kosmos eingliedern, von dem der physisch-sinnliche Kosmos nur das Abbild ist.

[ 36 ] To arrive at a comprehensive cosmology, we need an understanding of the etheric and astral human beings, of which thinking, feeling, and willing are reflections. But thinking, feeling, and willing exist within the individual human being and cannot be integrated into a cosmic context. That which lies as their underlying background, however—that which is hidden within them between birth and death, accessible only to primitive or exact clairvoyance—can be integrated into a spiritual cosmos, of which the physical-sensory cosmos is merely a reflection.

[ 37 ] Die moderne Kosmologie ist nur ein Überbau über naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse, eine Zusammenschließung dessen, was als Tatsache in dem Physisch-Sinnlichen da ist. In das Bild einer solchen Kosmologie läßt sich das Innenleben des Menschen nicht eingliedern, aber man hat nur eine solche Kosmologie, weil die moderne Erkenntnis überhaupt nicht ein Bild des astralischen Menschen gibt. Wer das seelische Leben nur als eine Zusammensetzung von Denken, Fühlen und Wollen erkennt, der kann dieses seelische Leben nicht geschützt denken über Geburt und Tod hinaus. Erst, wenn man vom Denken, Fühlen und Wollen fortschreitet zu dem, was sich in ihnen verbirgt, zu dem astralischen Menschen, kommt man zu jenem Menschlichen, das nicht mehr an den physischen Leib gebunden ist und das sich in den Kosmos, in das geistig-seelische Universum eingegliedert denken läßt. Aber man wird niemals einen solchen geistigen Kosmos wiederfinden, nachdem man ihn verlassen hat, weil man die Erkenntnis des astralischen Menschen verloren hat. Man wird niemals einen solchen geistigen, einen solchen seelischen Kosmos im Bilde aufbauen können, wenn man nicht erst wiederum zum Bilde des astralischen Menschen gelangt.

[ 37 ] Modern cosmology is merely a superstructure built upon the findings of scientific research, a synthesis of what exists as fact in the physical-sensory realm. The inner life of the human being cannot be integrated into the picture presented by such a cosmology, but we have only such a cosmology because modern knowledge does not provide a picture of the astral human being at all. Anyone who perceives the soul life merely as a composite of thinking, feeling, and willing cannot conceive of this soul life as continuing beyond birth and death. Only when one moves beyond thinking, feeling, and willing to what lies hidden within them—to the astral human being—does one arrive at that aspect of humanity which is no longer bound to the physical body and which can be conceived as integrated into the cosmos, into the spiritual-soul universe. But one will never rediscover such a spiritual cosmos once one has left it, because one has lost the knowledge of the astral human being. One will never be able to construct such a spiritual, such a soul-world in one’s imagination unless one first returns to the image of the astral human being.

[ 38 ] Die Möglichkeit einer Kosmologie, welche wieder Geistig-Seelisches enthält, hängt ab von dem Aufbau einer Erkenntnis des astralischen Menschen. Wir werden nur eine äußerliche Kosmologie haben, die Sinnlich-Physisches umfaßt — dann wird der Mensch nicht mitumfaßt werden von dieser Kosmologie. Wir haben eine solche sinnlich-physische Kosmologie bekommen, weil die Erkenntnis des astralischen Menschen verlorengegangen ist. Wird die Erkenntnis des astralischen Menschen wieder errungen, dann ist auch die Möglichkeit einer Kosmologie vorhanden, die ein Bild des Kosmos enthält, das den Menschen mitumfaßt.

[ 38 ] The possibility of a cosmology that once again includes the spiritual-soul aspect depends on the development of an understanding of the astral human being. We will have only an external cosmology that encompasses the sensory-physical realm—and in that case, the human being will not be included in this cosmology. We have ended up with such a sensory-physical cosmology because knowledge of the astral human being has been lost. If knowledge of the astral human being is regained, then the possibility of a cosmology that includes a picture of the cosmos encompassing the human being will also exist.

[ 39 ] So handelt es sich darum, daß man dazu gelangt, eine Erkenntnis des astralischen Menschen zu entwickeln. Dann wird dadurch auch wieder errungen werden können eine wahre, den Menschen mitumfassende Kosmologie.

[ 39 ] The point, then, is to develop an understanding of the astral human being. Through this, it will also be possible to regain a true cosmology that encompasses the human being.

[ 40 ] Das soll der zweite Schritt der Anthroposophie sein. Wie es sich mit dem dritten Schritt verhält, werde ich, nachdem Dr. Sauerwein so gut war, den zweiten Teil zu übersetzen, im dritten Abschnitt meines Vortrags besprechen.

[ 40 ] This is said to be the second step of anthroposophy. As for the third step, I will discuss it in the third section of my lecture, now that Dr. Sauerwein has been kind enough to translate the second part.



[ 41 ] Außer dem, daß sich der Mensch, wie etwa im philosophischen Erleben, in sich zusammengefaßt erlebt, und daß er sich erlebt, wie es die Kosmologie darstellt, als ein Glied des Kosmos, außer dem erlebt sich der Mensch als in einer Wesenheit, durch die er sowohl gegenüber seiner eigenen physischen Körperlichkeit wie gegenüber dem Kosmos, dem er als ein Glied angehört, selbständig ist. Unabhängig von sich als seiner Leiblichkeit, unabhängig von seiner Gliedlichkeit gegenüber dem Kosmos fühlt sich der Mensch, wenn er auf sich als den eigentlichen Geistesmenschen hinweist, auf den eigentlich gegenwärtig nur hingedeutet wird, wenn wir das Wörtchen Ich aussprechen.

[ 41 ] Apart from the fact that human beings experience themselves as unified within themselves—as in philosophical experience, for example—and that they experience themselves, as cosmology depicts, as a part of the cosmos, human beings also experience themselves as existing within a being through which they are independent both from their own physical corporeality and from the cosmos to which they belong as a part. Independent of themselves as physical beings, independent of their status as a part of the cosmos, human beings feel—when they point to themselves as the true spiritual being—that this true spiritual being is, in fact, only alluded to at present when we utter the little word “I.”

[ 42 ] Wenn wir das Wörtchen Ich aussprechen, so meinen wir doch dasjenige in unserer Wesenheit, das weder von unserem physischen Leibe, noch von unserem ätherischen Körper, noch von unserem astralischen Körper, insofern wir durch diesen ein Glied des Kosmos sind, umfaßt wird, sondern was eine innerliche, auf sich selbst gestellte Wesenheit ist. Diese Wesenheit fühlen wir als einer besonderen Welt, als der göttlichen Welt angehörig, von welcher der Kosmos nur der äußere Abglanz, das äußere Abbild ist. Wir fühlen als Menschen, indem wir uns als Ich ansprechen, daß diese Wesenheit, daß der Geistesmensch, auf den mit dem Wörtchen Ich hingedeutet wird, mit all dem, was im Kosmos enthalten ist, eigentlich nur umkleidet ist, und daß auch diese physisch-sinnliche Körperlichkeit eine Umkleidung des eigentlichen Wesens ist. Indem der Mensch in älteren Zeiten durch ein gewisses innerliches, wenn auch primitives Schauen, diese sowohl von der eigenen Leiblichkeit wie von dem Kosmos unabhängige Menschen-Wesenheit erlebte, wußte er sich einer göttlichen Welt angehörig. Aber er wußte sich auch zwischen Geburt und Tod herausgestellt aus dieser göttlichen Welt; er wußte sich zwischen Geburt und Tod eingekleidet in einen physischen Leib. Er wußte sich zwischen Geburt und Tod hineingestellt in den seelisch-physischen Kosmos. Er wußte sozusagen, daß seine eigentliche Wesenheit, seine Ich-Wesenheit, durch das Kosmische, durch das Physisch-Leibliche verborgen ist, und er suchte nach einer Vereinigung dieser Ich-Wesenheit mit der göttlichen Welt, der doch diese Ich-Wesenheit angehört.

[ 42 ] When we utter the little word “I,” we mean that part of our being which is not encompassed by our physical body, nor by our etheric body, nor by our astral body—insofar as we are, through the latter, a part of the cosmos—but rather that which is an inner, self-contained being. We sense this being as belonging to a special world—the divine world—of which the cosmos is merely the outer reflection, the outer image. As human beings, when we address ourselves as “I,” we sense that this essence—the spiritual human being to whom the little word “I” refers—is, in truth, merely clothed in all that is contained within the cosmos, and that even this physical-sensory corporeality is a covering of the true essence. In earlier times, through a certain inner, albeit primitive, insight, human beings experienced this human essence—which is independent of both their own physicality and the cosmos—and thus knew themselves to belong to a divine world. But they also knew themselves to be set apart from this divine world between birth and death; they knew themselves to be clothed in a physical body between birth and death. They knew that between birth and death they were placed within the psychophysical cosmos. They knew, so to speak, that their true being, their “I”-being, was hidden by the cosmic and the physical-bodily, and they sought a union of this “I”-being with the divine world, to which this “I”-being does, after all, belong.

[ 43 ] Damit gelangte der Mensch gerade in primitiveren, in älteren Zeiten mit dem innerlich geschauten Erlebnis der Ichheit über den physischen, über den ätherischen Körper und über seine astralische Wesenheit hinaus in das Erfühlen des Ich, und er gelangte zu einer Vereinigung, religio, mit der göttlichen Welt. Das religiöse Leben war dasjenige, in welches die Erkenntnis, die eine philosophische war, die eine kosmologische war, einmündete. Der Mensch fand sich gewissermaßen vereinigt mit dem, wovon ihn sein eigener Leib trennte, wovon ihn der äußerlich angeschaute, sinnlich-seelische Kosmos trennte. Er fand sich vereinigt mit dieser göttlichen Welt im religiösen Erleben. Das religiöse Erleben war die höchste Blüte des Erkenntniserlebens.

[ 43 ] Thus, especially in more primitive, earlier times, through the inwardly perceived experience of selfhood, human beings transcended the physical body, the etheric body, and their astral nature to reach a sense of the “I,” and they attained a union—religio—with the divine world. Religious life was the realm into which this knowledge—which was both philosophical and cosmological—flowed. Human beings found themselves, so to speak, united with that from which their own body separated them, from which the externally perceived, sensory-soul cosmos separated them. They found themselves united with this divine world in religious experience. Religious experience was the highest flowering of the experience of knowledge.

[ 44 ] Aber wovon war dieses religiöse Erleben auf primitiven Stufen der Menschheitsentwickelung abhängig? Es war abhängig von einem wirklichen inneren Erleben der Ichheit, des eigentlichen Geistesmenschen. Nur wenn das Ich erlebt wird, kann für dieses Ich auch wiederum ersehnt und erlebt werden die Vereinigung mit der göttlichen Welt: das religiöse Empfinden.

[ 44 ] But on what did this religious experience depend at the primitive stages of human development? It depended on a genuine inner experience of the self—of the true spiritual human being. Only when the “I” is experienced can union with the divine world—the religious feeling—be longed for and experienced by this “I” in turn.

[ 45 ] Was aber ist der modernen Erkenntnis das Ich geworden, der eigentliche Geistesmensch? Der modernen Erkenntnis ist das Ich dasjenige geworden, wodurch als in einer abstrakten Idee die Tatsachen des Denkens, des Fühlens und Wollens zusammengefaßt werden. Eine Art kosmisches oder höchstens irgendein anderes zusammenfassendes Formelhaftes aus Denken, Fühlen und Wollen, jedenfalls etwas sehr Abstraktes ist nun das Ich geworden. Selbst Philosophen kommen zu einer Beschreibung, zu einer Charakteristik des Ich, indem sie die Erlebnisse des Denkens, Fühlens und Wollens wie in einem Abstraktum zusammenfassen.

[ 45 ] But what has the “I”—the true spiritual human being—become in modern thought? In modern thought, the “I” has become that through which the facts of thinking, feeling, and willing are synthesized as an abstract idea. The “I” has now become a kind of cosmic concept—or, at most, some other kind of summarizing formula comprising thinking, feeling, and willing—in any case, something very abstract. Even philosophers arrive at a description, a characterization of the “I,” by summarizing the experiences of thinking, feeling, and willing as if in an abstraction.

[ 46 ] Aber in dem, was man so als eine Zusammenfassung von Denken, Fühlen und Wollen im Ich hat, darin hat man nichts gefunden, was nicht jede Nacht, wenn der Mensch schläft, widerlegt wird. Nehmen Sie die Charakteristiken der modernen Philosophen, zum Beispiel Bergsons, vom Ich. Sie werden in diesen Charakteristiken überall nur etwas finden, was in jedem Schlafe widerlegt wird, denn das, was von diesen Begriffen, von diesen Ideen vom Ich aufgenommen wird, das wird im Schlafe ausgelöscht. Die Realität widerlegt diese Definitionen, diese Charakteristiken vom Ich! Und das, was ich hier sage, wird nicht dadurch aus der Welt geschafft, daß man etwa sagt, gedächtnismäßig werde nach dem Schlafe wieder angeknüpft an das Ich. Es handelt sich nicht um Interpretationen, es handelt sich um Tatsachen. Das heißt aber: Die moderne Erkenntnis, auch die feinst-philosophische, hat eine Erkenntnis des Ich, des eigentlichen Geistesmenschen, verloren, damit aber auch den Erkenntnisweg zum Religiösen.

[ 46 ] But in what is commonly regarded as a synthesis of thought, feeling, and volition within the “I,” one finds nothing that is not refuted every night when a person sleeps. Take the characterizations of the “I” by modern philosophers, such as Bergson. In these characterizations, you will find nothing but what is refuted in every sleep, for what is absorbed from these concepts, from these ideas of the “I,” is erased during sleep. Reality refutes these definitions, these characterizations of the “I”! And what I am saying here is not dispelled by claiming, for example, that a connection to the “I” is reestablished through memory after sleep. This is not a matter of interpretations; it is a matter of facts. But this means that modern knowledge—even the most refined philosophical knowledge—has lost an understanding of the “I,” of the true spiritual human being, and with it, the path of knowledge leading to the religious.

[ 47 ] So hat es sich denn herausgebildet, daß in der neueren Zeit neben die Erkenntnis, die sich nur erstreckt auf die dem Menschen in Beobachtung und Experiment erreichbare Welt, sich hinstellen die Traditionen, die man in einem wirklichen wahren religiösen Leben früherer Zeiten einmal gehabt hat, die man historisch aufnimmt, zu denen man aber den Erkenntnisweg nicht mehr hat, daher nur an sie glaubt. So stellen sich für den modernen Menschen, der die Erkenntnis nicht hingelangen lassen will bis zum religiösen Erleben, Wissen und Glauben nebeneinander. Aller Glaubensinhalt, der heute existiert, war einmal ein alter Erkenntnisinhalt, der nur als Reminiszenz heraufgebracht wird, indem die Tradition sich ihn erhalten hat. Es gibt keinen Glaubensinhalt, der . nicht Reminiszenz eines alten Erkenntnisinhaltes ist. Und weil man heute die lebendige Anschauung, die Anschauung durch exakte Clairvoyance von dem wahren Ich, das nicht von jedem Schlafe abgelähmt wird, sondern das dem Schlafzustand und dem Wachzustand zugrunde liegt, weil man die exakte, clairvoyante Erkenntnis des Ich nicht hat, deshalb hat man auch nicht die Fortsetzung des Erkenntnisweges in den religiösen Weg hinein und stellt den Glauben, der eigentlich nur alte Traditionen als Reminiszenzen wieder heraufbringt, neben das Wissen hin.

[ 47 ] Thus it has come to pass that in more recent times, alongside knowledge that extends only to the world accessible to human beings through observation and experiment, stand the traditions that were once part of a genuine, true religious life in earlier times—traditions that are accepted historically but to which we no longer have a path of knowledge, and therefore we merely believe in them. Thus, for modern people who do not wish to allow their knowledge to extend to religious experience, knowledge and faith stand side by side. Every tenet of faith that exists today was once an ancient body of knowledge that is brought to the surface only as a reminiscence, preserved by tradition. There is no content of faith that is not a reminiscence of an ancient content of knowledge. And because today we lack the living perception—the perception through exact clairvoyance of the true “I,” which is not numbed by every sleep but underlies both the sleeping and waking states—because we lack this exact, clairvoyant knowledge of the “I,” therefore one also lacks the continuation of the path of knowledge into the religious path and places faith—which actually only brings back old traditions as reminiscences—alongside knowledge.

[ 48 ] Daß heute das, was einstmals Einheit war — Erkenntnis der physischen Welt und Erkenntnis der göttlichen Welt —, daß das zerfällt in zwei äußerlich nebeneinanderstehende Gebiete, Wissen und Glauben, das rührt davon her, daß die alte, primitive hellseherische Anschauung von dem wahren Ich — das nicht so charakterisiert wird, daß jeder Schlaf es auslöscht, sondern das angeschaut wird als die Grundlage des Menschen, auch wenn der Schlaf Denken, Fühlen und Wollen auslöscht —, daß diese alte Erkenntnis verlorengegangen ist und daß die exakte Clairvoyance noch nicht vorgeschritten ist zu der Anschauung der wirklichen Ichheit des Menschen: des Geistesmenschen.

[ 48 ] The fact that what was once a unity—knowledge of the physical world and knowledge of the divine world—has today broken down into two seemingly separate realms, knowledge and faith, stems from the fact that the ancient, primitive clairvoyant conception of the true self — which is not characterized as being extinguished by every sleep, but is regarded as the foundation of the human being, even when sleep extinguishes thinking, feeling, and willing — that this ancient insight has been lost and that exact clairvoyance has not yet advanced to the perception of the human being’s true selfhood: the spiritual human being.

[ 49 ] Erst, wenn wiederum eine exakte Clairvoyance bis zur Anschauung der wahren Ichheit des Menschen fortschreiten will — wie sie fortschreiten muß zur Anschauung des ätherischen Wesens des Menschen, des astralischen Wesens des Menschen —, dann wird eine geradlinige Fortsetzung von der Erkenntnis der äußeren Welt zu der Erkenntnis der göttlichen Welt stattfinden. Dann wird wiederum einmünden Wissenschaft in das religiöse Leben.

[ 49 ] Only when precise clairvoyance once again seeks to advance to the perception of the true self of the human being—just as it must advance to the perception of the human being’s etheric and astral beings—will a direct progression take place from the knowledge of the outer world to the knowledge of the divine world. Then science will once again flow into religious life.

[ 50 ] Wir haben darum die Spaltung zwischen Wissen und Glauben, weil wir die lebendige, clairvoyante Anschauung des wahren Ich, des vierten Gliedes der menschlichen Wesenheit, verloren haben. Deshalb ist es auch die Aufgabe des neueren Geisteslebens, diese Erkenntnis des wahren Ich durch exakte Clairvoyance wiederum herbeizuführen. Dann wird sich wieder der Weg ergeben, aus der Welterkenntnis heraus zur Gotteserkenntnis weiterzuschreiten, aus der Weltauffassung heraus wieder zum religiösen Leben zu kommen, und den Glauben nur sein zu lassen als eine besondere höhere Art des Wissens, nicht als etwas spezifisch vom Wissen Verschiedenes.

[ 50 ] We have this division between knowledge and faith because we have lost the living, clairvoyant perception of the true “I,” the fourth member of the human being. That is why it is also the task of modern spiritual life to restore this knowledge of the true “I” through precise clairvoyance. Then the path will once again open up to proceed from knowledge of the world to knowledge of God, to return from a worldview to religious life, and to allow faith to be merely a special, higher form of knowledge—not something specifically distinct from knowledge.

[ 51 ] Was wir also nötig haben, ist die Möglichkeit einer wirklichen IchErkenntnis. Daraus ergibt sich dann auch die Möglichkeit eines neuen religiösen Erlebens. Diese Ich-Erkenntnis so herbeizuführen, daß sie dasteht innerhalb der spirituellen Wissenschaft wie die vorhin charakterisierte Erkenntnis des ätherischen Menschen, der nicht im physischen Menschenkörper wahrgenommen wird, wie die Erkenntnis des astralischen Menschen, der über Geburt und Tod erhaben ist, so auch die Erkenntnis des Ich, das über Schlafen und Wachen erhaben ist, als der Hintergrund von Schlafen und Wachen — diese Erkenntnis herbeizuführen und damit die Erneuerung des Lebens zu bewirken, das soll nun der dritte Schritt der Anthroposophie sein. Auf diese Weise soll sich organisch ergeben von dem Gesichtspunkt anthroposophischer Forschung aus:

[ 51 ] What we need, then, is the possibility of a genuine self-knowledge. From this arises the possibility of a new religious experience. To bring about this self-knowledge in such a way that it stands within spiritual science just as the knowledge of the etheric human being—which was characterized earlier and is not perceived in the physical human body—and the knowledge of the astral human being, who is transcendent of birth and death, and likewise the knowledge of the “I” that is transcendent of sleep and wakefulness, as the background of sleep and wakefulness—to bring about this knowledge and thereby effect the renewal of life: this is to be the third step of anthroposophy. In this way, the following is to emerge organically from the perspective of anthroposophical research:

[ 52 ] eine moderne Philosophie durch die exakte clairvoyante Erkenntnis des ätherischen Leibes,

[ 52 ] a modern philosophy based on the precise, clairvoyant knowledge of the etheric body,

[ 53 ] eine den Menschen umfassende Kosmologie durch eine klare Erfassung der astralischen Wesenheit des Menschen,

[ 53 ] a cosmology that encompasses human beings through a clear understanding of the human astral nature,

[ 54 ] eine Erneuerung des religiösen Lebens durch eine exakte clairvoyante Erfassung des wahren, über Schlaf und Wachen erhabenen menschlichen Ich.

[ 54 ] a renewal of religious life through a precise, clairvoyant perception of the true human self, which transcends both sleep and wakefulness.

[ 55 ] Von diesem Gesichtspunkt aus werde ich mir erlauben, in den nächsten Vorträgen Philosophie, Kosmologie und Religion weiter zu betrachten.

[ 55 ] From this perspective, I will take the liberty of further exploring philosophy, cosmology, and religion in the upcoming lectures.