Philosophy, Cosmology, and Religion
in Anthroposophy
GA 215
9 September 1922, Dornach
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Die Philosophie, Kosmologie und Religion in der Anthroposophie
4. Erkenntnis- und Willensäbungen
4. Erkenntnis- und Willensäbungen
[ 1 ] Die Übungen, um zur Inspiration zu kommen, welche ich charakterisiert habe, sind eigentlich für eine weitergehende übersinnliche Erkenntnis doch nur Vorübungen. Man kommt allerdings durch diese Übungen dazu, den eigenen menschlichen Lebenslauf in der Art, wie ich es charakterisiert habe, schauen zu können, das schauen zu können, was sich als ätherische Tatsachenwelt hinter dem Denken, dem Fühlen und dem Wollen des Menschen in der Weite des Erdendaseins entfaltet. Man kommt dann durch das Fortschaffen derjenigen Bildanschauungen, die entweder in der Meditation oder infolge der Meditation im Bewußtsein gewonnen werden, man kommt durch diese Herstellung des leeren Bewußtseins auch dazu, die ätherische Wesenheit des Kosmos und die darin waltenden geistigen Wesenheiten in ihren Offenbarungen kennenzulernen. Allein, wenn man in dieser Weise nur das menschliche Seelenleben kennenlernt, also die astralische Organisation des Menschen, so wird einem zunächst klar, was in der Vererbungsentwickelung für die physische Organisation des Menschen vorliegt, mit anderen Worten, was der Mensch in den fortlaufenden Vererbungstatsachen von seinen Vorfahren für den physischen Leib ererbt. Man bekommt auch eine Anschauung darüber, was in dem ätherischen Organismus vom Kosmos herein gewirkt wird, was dann nicht der Vererbung unterliegt, sondern was sich der Vererbung entwindet und eine Bedeutung hat für die menschliche Individualität, was also den Menschen schon in seinem ätherischen Leib und in seiner astralischen Organisation frei macht von dem, was er von seinen Vorfahren ererbt, von denen er seinen physischen Leib bekommt.
[ 1 ] Die Übungen, um zur Inspiration zu kommen, welche ich charakterisiert habe, sind eigentlich für eine weitergehende übersinnliche Erkenntnis doch nur Vorübungen. Man kommt allerdings durch diese Übungen dazu, den eigenen menschlichen Lebenslauf in der Art, wie ich es charakterisiert habe, schauen zu können, das schauen zu können, was sich als ätherische Tatsachenwelt hinter dem Denken, dem Fühlen und dem Wollen des Menschen in der Weite des Erdendaseins entfaltet. Man kommt dann durch das Fortschaffen derjenigen Bildanschauungen, die entweder in der Meditation oder infolge der Meditation im Bewußtsein gewonnen werden, man kommt durch diese Herstellung des leeren Bewußtseins auch dazu, die ätherische Wesenheit des Kosmos und die darin waltenden geistigen Wesenheiten in ihren Offenbarungen kennenzulernen. Allein, wenn man in dieser Weise nur das menschliche Seelenleben kennenlernt, also die astralische Organisation des Menschen, so wird einem zunächst klar, was in der Vererbungsentwickelung für die physische Organisation des Menschen vorliegt, mit anderen Worten, was der Mensch in den fortlaufenden Vererbungstatsachen von seinen Vorfahren für den physischen Leib ererbt. Man bekommt auch eine Anschauung darüber, was in dem ätherischen Organismus vom Kosmos herein gewirkt wird, was dann nicht der Vererbung unterliegt, sondern was sich der Vererbung entwindet und eine Bedeutung hat für die menschliche Individualität, was also den Menschen schon in seinem ätherischen Leib und in seiner astralischen Organisation frei macht von dem, was er von seinen Vorfahren ererbt, von denen er seinen physischen Leib bekommt.
[ 2 ] Es ist außerordentlich wichtig, auf diese Art genau zu der Unterscheidung zwischen demjenigen zu kommen, was im fortlaufenden Strome der physischen Vererbung von den Vorfahren auf die Nachkommen übertragen wird und was dagegen aus der ätherisch-kosmischen Welt heraus dem menschlichen Individuum gegeben wird, wodurch dieses menschliche Individuum eigentlich erst persönlich, individuell ist und sich den vererbten Merkmalen entwindet. Dieses klar zu durchschauen, ist insbesondere wichtig für die Erziehungswissenschaft, für die Pädagogik; und gerade durch solche Erkenntnisse, auf die hier hingedeutet wird, können bedeutsame Grundlagen für den Pädagogen gewonnen werden. Ich darf dabei vielleicht verweisen auf das Büchelchen, das vorhanden ist in der Fassung von Albert Steffen über den Pädagogischen Kursus, den ich hier in Dornach zu Weihnachten vorigen Jahres gehalten habe, und auch auf das, was in der letzten Juli/August-Nummer der englischen Zeitschrift «Anthroposophy» enthalten ist, das auch mit Bezug auf das Erziehungswesen interessant ist.
[ 2 ] Es ist außerordentlich wichtig, auf diese Art genau zu der Unterscheidung zwischen demjenigen zu kommen, was im fortlaufenden Strome der physischen Vererbung von den Vorfahren auf die Nachkommen übertragen wird und was dagegen aus der ätherisch-kosmischen Welt heraus dem menschlichen Individuum gegeben wird, wodurch dieses menschliche Individuum eigentlich erst persönlich, individuell ist und sich den vererbten Merkmalen entwindet. Dieses klar zu durchschauen, ist insbesondere wichtig für die Erziehungswissenschaft, für die Pädagogik; und gerade durch solche Erkenntnisse, auf die hier hingedeutet wird, können bedeutsame Grundlagen für den Pädagogen gewonnen werden. Ich darf dabei vielleicht verweisen auf das Büchelchen, das vorhanden ist in der Fassung von Albert Steffen über den Pädagogischen Kursus, den ich hier in Dornach zu Weihnachten vorigen Jahres gehalten habe, und auch auf das, was in der letzten Juli/August-Nummer der englischen Zeitschrift «Anthroposophy» enthalten ist, das auch mit Bezug auf das Erziehungswesen interessant ist.
[ 3 ] Was an inspirierter Erkenntnis durch die charakterisierten Übungen entwickelt wird, macht den Menschen nur bekannt mit der astralischen Organisation des Erdenlebens. Man lernt erkennen, was man als geistig-seelisches Wesen in seiner Entwickelung ist von der Geburt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt, aber von dem, was man auf diese Weise erkennt, ist man aus diesen Erkenntnissen heraus noch nicht in der Lage, zu sagen, daß es mit dem Erdenlauf beginnt und auch mit dem Erdenlebenslauf endigt. Man kommt da sozusagen zu dem Geistig-Seelischen in seinem Erdenleben, aber man kommt nicht dazu, dieses Geistig-Seelische als ein Ewiges, als den ewigen Wesenskern des Menschen zu durchschauen. Dazu ist notwendig, daß die Übungen im Fortschaffen der durch die Meditation herbeigeführten Bilder so fortgesetzt und erweitert werden, daß die Seele immer kräftiger und energischer wird in diesem Fortschaffen. Dieses Weiterführen kann zunächst in nichts anderem bestehen als in fortdauerndem energischem Üben. Man muß immer und immer wieder sich anstrengen, solche Bilder, die durch das imaginative Bewußtsein entweder herbeigeführt oder geschaffen werden, mit einer Kraft aus dem Bewußtsein fortzuschaffen, so daß das Bewußtsein ein leeres wird. Nach und nach verstärkt sich die Kraft der Seele in diesem Fortschaffen so, daß sie zuletzt eine so große ist, daß man jenes eine große Bild des Lebenslaufes selbst seit der Geburt, das man durch Imagination vor die Seele hingestellt erhält, nun auch weg schaffen kann.
[ 3 ] Was an inspirierter Erkenntnis durch die charakterisierten Übungen entwickelt wird, macht den Menschen nur bekannt mit der astralischen Organisation des Erdenlebens. Man lernt erkennen, was man als geistig-seelisches Wesen in seiner Entwickelung ist von der Geburt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt, aber von dem, was man auf diese Weise erkennt, ist man aus diesen Erkenntnissen heraus noch nicht in der Lage, zu sagen, daß es mit dem Erdenlauf beginnt und auch mit dem Erdenlebenslauf endigt. Man kommt da sozusagen zu dem Geistig-Seelischen in seinem Erdenleben, aber man kommt nicht dazu, dieses Geistig-Seelische als ein Ewiges, als den ewigen Wesenskern des Menschen zu durchschauen. Dazu ist notwendig, daß die Übungen im Fortschaffen der durch die Meditation herbeigeführten Bilder so fortgesetzt und erweitert werden, daß die Seele immer kräftiger und energischer wird in diesem Fortschaffen. Dieses Weiterführen kann zunächst in nichts anderem bestehen als in fortdauerndem energischem Üben. Man muß immer und immer wieder sich anstrengen, solche Bilder, die durch das imaginative Bewußtsein entweder herbeigeführt oder geschaffen werden, mit einer Kraft aus dem Bewußtsein fortzuschaffen, so daß das Bewußtsein ein leeres wird. Nach und nach verstärkt sich die Kraft der Seele in diesem Fortschaffen so, daß sie zuletzt eine so große ist, daß man jenes eine große Bild des Lebenslaufes selbst seit der Geburt, das man durch Imagination vor die Seele hingestellt erhält, nun auch weg schaffen kann.
[ 4 ] Also wohlgemerkt: Es ist möglich, die Übungen für das Fortschaffen eines Seeleninhaltes und für die Herstellung eines leeren Bewußtseins so weit fortzuführen, daß die Seele so stark wird, auch von dem eigenen Lebenslauf zu abstrahieren. Und in diesem Moment, wo man dazu stark genug ist, lebt man in einem Bewußtsein, das nicht mehr vor sich hat den physischen Organismus, nicht mehr vor sich hat den ätherischen Organismus, damit aber auch alles dasjenige nicht mehr vor sich hat von der Welt, was durch den physischen und durch den ätherischen Organismus aufgenommen wird. Für dieses Bewußtsein ist nicht vorhanden die Sinneswelt mit allen ihren Sinneseindrücken, für dieses Bewußtsein ist aber auch nicht vorhanden die Summe alles ätherischen Geschehens im Kosmos, zu dem man sich ja erst durch das imaginative Erkennen aufgeschwungen hat. Man hat also alles das weggeschafft. Dadurch ist ein höherer Grad der Inspiration innerhalb der Menschenseele herbeigeführt. Was dann durch diesen höheren Grad der Inspiration auftritt, das ist der Zustand der Seele, in welchem sie war in einer geistig-seelischen Welt, bevor sie durch die Empfängnis, durch das embryonale Leben, durch die Geburt herabgestiegen ist in einen menschlichen physischen Organismus. Man gelangt also auf diese Weise zu einer Anschauung des vorirdischen Daseins der Menschenseele. Man schaut hinein in diejenigen Welten, in denen die Seele war, bevor sie hier auf der Erde, ich möchte sagen, das erste Atom eines Physischen mit der Empfängnis überliefert erhalten hat. Man schaut zurück in die Entwikkelung dieser Menschenseele in der geistig-seelischen Welt, man lernt das präexistente Leben dieser Menschenseele kennen. Damit erst hat man die eine Seite der Ewigkeit des menschlichen Seelenkernes ergriffen. Und wenn man das ergriffen hat, dann hat man im Grunde genommen erst die wahre Natur der menschlichen Ich-Wesenheit, des Geistesmenschen, erkannt. Der ist also erst jener Inspiration zugänglich, die auch abstrahieren kann nicht nur von dem eigenen physischen Leib und seinen Eindrücken, sondern auch von dem eigenen Ätherleib als Lebenslauf und seinen Eindrücken.
[ 4 ] Also wohlgemerkt: Es ist möglich, die Übungen für das Fortschaffen eines Seeleninhaltes und für die Herstellung eines leeren Bewußtseins so weit fortzuführen, daß die Seele so stark wird, auch von dem eigenen Lebenslauf zu abstrahieren. Und in diesem Moment, wo man dazu stark genug ist, lebt man in einem Bewußtsein, das nicht mehr vor sich hat den physischen Organismus, nicht mehr vor sich hat den ätherischen Organismus, damit aber auch alles dasjenige nicht mehr vor sich hat von der Welt, was durch den physischen und durch den ätherischen Organismus aufgenommen wird. Für dieses Bewußtsein ist nicht vorhanden die Sinneswelt mit allen ihren Sinneseindrücken, für dieses Bewußtsein ist aber auch nicht vorhanden die Summe alles ätherischen Geschehens im Kosmos, zu dem man sich ja erst durch das imaginative Erkennen aufgeschwungen hat. Man hat also alles das weggeschafft. Dadurch ist ein höherer Grad der Inspiration innerhalb der Menschenseele herbeigeführt. Was dann durch diesen höheren Grad der Inspiration auftritt, das ist der Zustand der Seele, in welchem sie war in einer geistig-seelischen Welt, bevor sie durch die Empfängnis, durch das embryonale Leben, durch die Geburt herabgestiegen ist in einen menschlichen physischen Organismus. Man gelangt also auf diese Weise zu einer Anschauung des vorirdischen Daseins der Menschenseele. Man schaut hinein in diejenigen Welten, in denen die Seele war, bevor sie hier auf der Erde, ich möchte sagen, das erste Atom eines Physischen mit der Empfängnis überliefert erhalten hat. Man schaut zurück in die Entwikkelung dieser Menschenseele in der geistig-seelischen Welt, man lernt das präexistente Leben dieser Menschenseele kennen. Damit erst hat man die eine Seite der Ewigkeit des menschlichen Seelenkernes ergriffen. Und wenn man das ergriffen hat, dann hat man im Grunde genommen erst die wahre Natur der menschlichen Ich-Wesenheit, des Geistesmenschen, erkannt. Der ist also erst jener Inspiration zugänglich, die auch abstrahieren kann nicht nur von dem eigenen physischen Leib und seinen Eindrücken, sondern auch von dem eigenen Ätherleib als Lebenslauf und seinen Eindrücken.
[ 5 ] Ist man bis zu dieser Erkenntnis der präexistenten Menschenseele in ihrem rein geistig-seelischen Dasein vorgeschritten, dann kann man auch eine Anschauung erhalten von dem, was eigentlich das Denken ist, das Vorstellen, das wir als Menschen in der Seele für das gewöhnliche Bewußtsein im Erdendasein haben. Durch die Fähigkeiten und Kräfte des gewöhnlichen Bewußtseins kann man auch bei der sorgfältigsten Selbstanschauung der Seele nicht dazu kommen, die Wesenheit des Denkens oder des Vorstellens zu durchschauen.
[ 5 ] Ist man bis zu dieser Erkenntnis der präexistenten Menschenseele in ihrem rein geistig-seelischen Dasein vorgeschritten, dann kann man auch eine Anschauung erhalten von dem, was eigentlich das Denken ist, das Vorstellen, das wir als Menschen in der Seele für das gewöhnliche Bewußtsein im Erdendasein haben. Durch die Fähigkeiten und Kräfte des gewöhnlichen Bewußtseins kann man auch bei der sorgfältigsten Selbstanschauung der Seele nicht dazu kommen, die Wesenheit des Denkens oder des Vorstellens zu durchschauen.
[ 6 ] Soll ich nun klarmachen, wie sich für diese Inspiration die Wesenheit des menschlichen irdischen Vorstellens darstellt, so muß ich mich eines Bildes bedienen, aber dieses Bild spricht die volle Realität aus. Denken Sie sich einen menschlichen Leichnam. Dieser Leichnam hat noch die Formen, die der Mensch im Leben gehabt hat. Die Organe sind noch so gegliedert, wie der Mensch sie im Leben gegliedert hatte. Dennoch müssen wir sagen, wenn wir den Leichnam anschauen: Er ist nur der Rest desjenigen, was der lebendige Mensch war. — Aber wenn wir diesen Leichnam nun seiner Wesenheit nach studieren, müssen wir uns sagen: So wie er als Leichnam vor uns liegt, kann er keine ursprüngliche Wirklichkeit haben. Er ist nicht denkbar als etwas, das so entsteht, wie er als Leichnam ist; er kann nur als Rest eines lebendigen Organismus da sein. Der lebendige Organismus muß zuerst dagewesen sein. — Die Formen des Leichnams, die Glieder, alles weist nicht nur auf den Leichnam hin, sondern auf das, aus dem der Leichnam geworden ist. Und wer den Leichnam in dem Zusammenhang des Lebens richtig anschaut, der wird durch den Leichnam verwiesen auf das, aus dem der Leichnam geworden ist, auf den lebendigen Menschen. Die Natur, der wir den Leichnam übergeben, kann diesen nur zerstören. Sie kann ihn nicht als solchen aufbauen. Wollen wir auf die aufbauenden Kräfte im Leichnam sehen, so müssen wir auf den lebendigen Menschen hinschauen.
[ 6 ] Soll ich nun klarmachen, wie sich für diese Inspiration die Wesenheit des menschlichen irdischen Vorstellens darstellt, so muß ich mich eines Bildes bedienen, aber dieses Bild spricht die volle Realität aus. Denken Sie sich einen menschlichen Leichnam. Dieser Leichnam hat noch die Formen, die der Mensch im Leben gehabt hat. Die Organe sind noch so gegliedert, wie der Mensch sie im Leben gegliedert hatte. Dennoch müssen wir sagen, wenn wir den Leichnam anschauen: Er ist nur der Rest desjenigen, was der lebendige Mensch war. — Aber wenn wir diesen Leichnam nun seiner Wesenheit nach studieren, müssen wir uns sagen: So wie er als Leichnam vor uns liegt, kann er keine ursprüngliche Wirklichkeit haben. Er ist nicht denkbar als etwas, das so entsteht, wie er als Leichnam ist; er kann nur als Rest eines lebendigen Organismus da sein. Der lebendige Organismus muß zuerst dagewesen sein. — Die Formen des Leichnams, die Glieder, alles weist nicht nur auf den Leichnam hin, sondern auf das, aus dem der Leichnam geworden ist. Und wer den Leichnam in dem Zusammenhang des Lebens richtig anschaut, der wird durch den Leichnam verwiesen auf das, aus dem der Leichnam geworden ist, auf den lebendigen Menschen. Die Natur, der wir den Leichnam übergeben, kann diesen nur zerstören. Sie kann ihn nicht als solchen aufbauen. Wollen wir auf die aufbauenden Kräfte im Leichnam sehen, so müssen wir auf den lebendigen Menschen hinschauen.
[ 7 ] Auf einer anderen Stufe, in einer ähnlichen Weise enthüllt sich für die inspirierte Erkenntnis die Wesenheit desjenigen Denkens oder Vorstellens, das wir im gewöhnlichen Bewußtsein haben. Dieses ist nämlich eigentlich ein Leichnam, wenigstens etwas, das fortwährend im Erdenleben in das Leichnamhafte des Seelischen übergeht. Das lebendige Denken war vorhanden, als der Mensch noch nicht sein Erdendasein hatte, sondern in der geistig-seelischen Welt ein geistig-seelisches Wesen war. Da war dieses Denken und Vorstellen etwas ganz anderes; da war es ein Lebendiges im Geistesgeschehen. Und was wir als unsere Denkkraft im gewöhnlichen Bewußtsein haben, das ist ein Übriggebliebenes von jenem Geistig-Lebendigen, das wir waren, bevor wir auf die Erde herabstiegen. Das ist übriggeblieben, so wie der Leichnam von dem lebendigen physischen Menschen übrigbleibt. Wie der Anschauung am Leichnam sich enthüllt, daß der Leichnam zurückführt auf den lebendigen Menschen, so stellt sich dem, der durch die inspirierte Erkenntnis jetzt auf das ersterbende, beziehungsweise schon tote Denken oder Vorstellen der Seele sieht, ihm stellt sich dar, wie er dieses Denken als den Leichnam des eigentlichen «Denkwesens» behandeln muß, wie er dieses irdische Denken zurückführen muß auf ein übersinnliches, lebensvolles Denken.
[ 7 ] Auf einer anderen Stufe, in einer ähnlichen Weise enthüllt sich für die inspirierte Erkenntnis die Wesenheit desjenigen Denkens oder Vorstellens, das wir im gewöhnlichen Bewußtsein haben. Dieses ist nämlich eigentlich ein Leichnam, wenigstens etwas, das fortwährend im Erdenleben in das Leichnamhafte des Seelischen übergeht. Das lebendige Denken war vorhanden, als der Mensch noch nicht sein Erdendasein hatte, sondern in der geistig-seelischen Welt ein geistig-seelisches Wesen war. Da war dieses Denken und Vorstellen etwas ganz anderes; da war es ein Lebendiges im Geistesgeschehen. Und was wir als unsere Denkkraft im gewöhnlichen Bewußtsein haben, das ist ein Übriggebliebenes von jenem Geistig-Lebendigen, das wir waren, bevor wir auf die Erde herabstiegen. Das ist übriggeblieben, so wie der Leichnam von dem lebendigen physischen Menschen übrigbleibt. Wie der Anschauung am Leichnam sich enthüllt, daß der Leichnam zurückführt auf den lebendigen Menschen, so stellt sich dem, der durch die inspirierte Erkenntnis jetzt auf das ersterbende, beziehungsweise schon tote Denken oder Vorstellen der Seele sieht, ihm stellt sich dar, wie er dieses Denken als den Leichnam des eigentlichen «Denkwesens» behandeln muß, wie er dieses irdische Denken zurückführen muß auf ein übersinnliches, lebensvolles Denken.
[ 8 ] Das ist es, was uns auch qualitativ das Verhältnis eines Teiles unseres Seelenlebens zu unserem vorgeburtlichen, rein geistig-seelischen Dasein enthüllt. Wir lernen einfach auf diese Weise wirklich erkennen, was das gewöhnliche Vorstellen und Denken bedeutet, wenn wir es zurückbeziehen auf seine lebendige Wesenheit, die nicht innerhalb des Erdendaseins zu finden ist, die im Erdendasein eben nur einen Abglanz hat. Und dieser Abglanz ist das gewöhnliche Denken oder Vorstellen. Daher steht dieses gewöhnliche Denken oder Vorstellen mit seiner Abstraktheit im Grunde genommen der wahren Wirklichkeit fern, wie der Leichnam des Menschen der wahren menschlichen Wirklichkeit fernsteht. Wenn wir von der Abstraktheit, von der bloßen Intellektualität des Denkens sprechen, dann ist es eben so, daß wir dunkel fühlen: So wie uns dieses Denken im gewöhnlichen Bewußtsein entgegentritt, ist es nicht das, was es sein sollte; es ist aus etwas geworden, in dem eigentlich seine wahre Natur liegt. — Das ist das außerordentlich Wichtige, daß eine wahre Erkenntnis nicht bloß in allgemeinen Redensarten, sondern in konkreten Bildern dasjenige, was der Mensch hier im physischen Leibe erlebt, zu beziehen versteht auf seinen ewigen Wesenskern, so wie es jetzt mit dem Denken, mit dem Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins geschehen ist. Dann gewinnt eigentlich erst die Anschauung über die Bedeutung der Imagination und Inspiration das rechte Licht, denn dann weiß man, daß das tote oder ersterbende Denken im Grunde genommen durch jene Übungen, die man macht, um die Inspiration herbeizuführen, wiederum belebt wird, belebt wird innerhalb des physischen Erdendaseins. Inspirierte Erkenntnis erwerben ist also im Grunde genommen Belebung des ersterbenden Denkens. Dadurch wird man nicht etwa vollständig zurückversetzt in das vorgeburtliche Dasein, aber man bekommt durch die seelische Anschauung ein wirkliches Bild dieses vorgeburtlichen Daseins, von dem man weiß, daß es nicht hier auf der Erde entstanden ist, sondern daß es hereinleuchtet aus einem vorirdischen menschlichen Dasein in dieses Menschendasein. Man erkennt es an dem Bilde, daß es das Erkenntniszeugnis ist für den Zustand der menschlichen Seele im vorirdischen Dasein.
[ 8 ] Das ist es, was uns auch qualitativ das Verhältnis eines Teiles unseres Seelenlebens zu unserem vorgeburtlichen, rein geistig-seelischen Dasein enthüllt. Wir lernen einfach auf diese Weise wirklich erkennen, was das gewöhnliche Vorstellen und Denken bedeutet, wenn wir es zurückbeziehen auf seine lebendige Wesenheit, die nicht innerhalb des Erdendaseins zu finden ist, die im Erdendasein eben nur einen Abglanz hat. Und dieser Abglanz ist das gewöhnliche Denken oder Vorstellen. Daher steht dieses gewöhnliche Denken oder Vorstellen mit seiner Abstraktheit im Grunde genommen der wahren Wirklichkeit fern, wie der Leichnam des Menschen der wahren menschlichen Wirklichkeit fernsteht. Wenn wir von der Abstraktheit, von der bloßen Intellektualität des Denkens sprechen, dann ist es eben so, daß wir dunkel fühlen: So wie uns dieses Denken im gewöhnlichen Bewußtsein entgegentritt, ist es nicht das, was es sein sollte; es ist aus etwas geworden, in dem eigentlich seine wahre Natur liegt. — Das ist das außerordentlich Wichtige, daß eine wahre Erkenntnis nicht bloß in allgemeinen Redensarten, sondern in konkreten Bildern dasjenige, was der Mensch hier im physischen Leibe erlebt, zu beziehen versteht auf seinen ewigen Wesenskern, so wie es jetzt mit dem Denken, mit dem Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins geschehen ist. Dann gewinnt eigentlich erst die Anschauung über die Bedeutung der Imagination und Inspiration das rechte Licht, denn dann weiß man, daß das tote oder ersterbende Denken im Grunde genommen durch jene Übungen, die man macht, um die Inspiration herbeizuführen, wiederum belebt wird, belebt wird innerhalb des physischen Erdendaseins. Inspirierte Erkenntnis erwerben ist also im Grunde genommen Belebung des ersterbenden Denkens. Dadurch wird man nicht etwa vollständig zurückversetzt in das vorgeburtliche Dasein, aber man bekommt durch die seelische Anschauung ein wirkliches Bild dieses vorgeburtlichen Daseins, von dem man weiß, daß es nicht hier auf der Erde entstanden ist, sondern daß es hereinleuchtet aus einem vorirdischen menschlichen Dasein in dieses Menschendasein. Man erkennt es an dem Bilde, daß es das Erkenntniszeugnis ist für den Zustand der menschlichen Seele im vorirdischen Dasein.
[ 9 ] Welche Bedeutung dies hat für die philosophische Erkenntnis, soll im nächsten Teil dieses Vortrages auseinandergesetzt werden.
[ 9 ] Welche Bedeutung dies hat für die philosophische Erkenntnis, soll im nächsten Teil dieses Vortrages auseinandergesetzt werden.
[ 10 ] Wie man auf diese Art in der Lage ist, die wahre Wesenheit des Denkens und Vorstellens des gewöhnlichen Bewußtseins zu erforschen, so kann man auch durch die hier gemeinte übersinnliche Erkenntnis die Wesenheit, die hinter dem Wollen steckt, zur Anschauung bringen. Nur ist dazu notwendig nicht bloß die höhere Erkenntnis der Inspiration, sondern die höhere Erkenntnis der Intuition, die ich gestern charakterisiert habe und von der ich sagte, daß, um sie auszubilden, gewisse Willensübungen notwendig sind. Wenn man diese Willensübungen ausführt, gelangt man dazu, die eigene seelisch-geistige Wesenheit hinauszutragen sowohl aus dem physischen wie aus dem ätherischen Organismus. Man trägt sie hinaus in die Geisteswelt selbst. Die eigene Wesenheit als Ich-Mensch und als astralische Organisation trägt man hinaus in die geistige Welt. Man lernt auf diese Art erkennen, was es bedeutet, außerhalb seines physischen und seines ätherischen Organismus zu leben. Man lernt erkennen, in welchen Zustand die Menschenseele kommt, wenn sie den physischen und den ätherischen Organismus abgeworfen hat. Das aber heißt nichts Geringeres als: man bekommt auf diese Weise ein Vorgesicht desjenigen, was sich mit dem Menschen abspielt, wenn er durch das Ereignis des Todes geht.
[ 10 ] Wie man auf diese Art in der Lage ist, die wahre Wesenheit des Denkens und Vorstellens des gewöhnlichen Bewußtseins zu erforschen, so kann man auch durch die hier gemeinte übersinnliche Erkenntnis die Wesenheit, die hinter dem Wollen steckt, zur Anschauung bringen. Nur ist dazu notwendig nicht bloß die höhere Erkenntnis der Inspiration, sondern die höhere Erkenntnis der Intuition, die ich gestern charakterisiert habe und von der ich sagte, daß, um sie auszubilden, gewisse Willensübungen notwendig sind. Wenn man diese Willensübungen ausführt, gelangt man dazu, die eigene seelisch-geistige Wesenheit hinauszutragen sowohl aus dem physischen wie aus dem ätherischen Organismus. Man trägt sie hinaus in die Geisteswelt selbst. Die eigene Wesenheit als Ich-Mensch und als astralische Organisation trägt man hinaus in die geistige Welt. Man lernt auf diese Art erkennen, was es bedeutet, außerhalb seines physischen und seines ätherischen Organismus zu leben. Man lernt erkennen, in welchen Zustand die Menschenseele kommt, wenn sie den physischen und den ätherischen Organismus abgeworfen hat. Das aber heißt nichts Geringeres als: man bekommt auf diese Weise ein Vorgesicht desjenigen, was sich mit dem Menschen abspielt, wenn er durch das Ereignis des Todes geht.
[ 11 ] Durch das Ereignis des Todes werden der physische und der ätherische Organismus abgestreift. Sie werden so abgestreift, daß sie in der Form, die sie im Erdendasein getragen haben, nicht mehr die Umkleidung des Menschen bilden können. Was aber dann mit dem eigentlichen menschlichen Wesenskern geschieht, das lernt man in der intuitiven Erkenntnis schon im Vorgesicht kennen, wenn man mit seinem Geistesmenschen, statt daß man in seinem physischen Leibe ist, draußen ist in der Welt der geistigen Wesenheiten. Denn das ist man. Durch die intuitive Erkenntnis kommt man in die Lage, außerhalb seiner physischen und ätherischen Organisation so in anderen geistigen Wesenheiten drinnen zu sein, wie man sonst hier im Erdenleben in seinem physischen und in seinem ätherischen Leib drinnen ist. Was man also durch die Intuition bekommt, ist ein Erlebnisbild dessen, was man durchzumachen hat, wenn man durch das Ereignis des Todes geht. Erst in dieser Art ist eine wirkliche Anschauung zu gewinnen von dem, was der Idee der unsterblichen Menschenseele zugrunde liegt. Diese Menschenseele ist — das lehrt schon die inspirierte Erkenntnis — nach der einen Seite ungeboren. Nach der anderen Seite ist sie unsterblich.
[ 11 ] Durch das Ereignis des Todes werden der physische und der ätherische Organismus abgestreift. Sie werden so abgestreift, daß sie in der Form, die sie im Erdendasein getragen haben, nicht mehr die Umkleidung des Menschen bilden können. Was aber dann mit dem eigentlichen menschlichen Wesenskern geschieht, das lernt man in der intuitiven Erkenntnis schon im Vorgesicht kennen, wenn man mit seinem Geistesmenschen, statt daß man in seinem physischen Leibe ist, draußen ist in der Welt der geistigen Wesenheiten. Denn das ist man. Durch die intuitive Erkenntnis kommt man in die Lage, außerhalb seiner physischen und ätherischen Organisation so in anderen geistigen Wesenheiten drinnen zu sein, wie man sonst hier im Erdenleben in seinem physischen und in seinem ätherischen Leib drinnen ist. Was man also durch die Intuition bekommt, ist ein Erlebnisbild dessen, was man durchzumachen hat, wenn man durch das Ereignis des Todes geht. Erst in dieser Art ist eine wirkliche Anschauung zu gewinnen von dem, was der Idee der unsterblichen Menschenseele zugrunde liegt. Diese Menschenseele ist — das lehrt schon die inspirierte Erkenntnis — nach der einen Seite ungeboren. Nach der anderen Seite ist sie unsterblich.
[ 12 ] Das lehrt die Intuition. Auf diese Art aber, da man durch sie die wahre Wesenheit des menschlichen ewigen Wesenskernes kennenlernt, insofern er ein Leben nach unserem physischen Tode zu führen hat, lernt man auch dasjenige erkennen, was hinter dem menschlichen Wollen steckt. Was hinter dem menschlichen Denken steckt, ist soeben charakterisiert worden; das ist durch die Inspiration erkennbar. Was hinter dem menschlichen Wollen steckt, wird erkennbar, wenn man durch Willensübungen die Intuition herbeiführt. Dann enthüllt sich einem das Wollen so, daß hinter ihm etwas ganz anderes steckt, von dem das Wollen des gewöhnlichen Bewußtseins lediglich der Abglanz ist. Dann zeigt sich nämlich, daß das Wollen etwas hinter sich hat, das in gewissem Sinne ein jüngeres Glied des menschlichen Seelenlebens ist. Wenn wir vom Denken und vom Vorstellen als einem Ersterbenden, ja als von einem schon Toten sprechen und es ansehen als den älteren Teil der menschlichen Seele, dann müssen wir demgegenüber das Wollen als den jüngeren Teil der Menschenseele ansprechen. Wir können sagen, daß das Wollen, beziehungsweise das, was als eigentliches Seelisches hinter dem Wollen steckt, sich zu dem Denken so verhält wie ein junges Kind zu einem Greise. Nur ist, wenn wir auf Kind und Greis hinschauen, in der menschlichen Organisation die Greisenorganisation eigentlich zeitlich nach der kindlichen Organisation vorhanden. Im Seelischen dagegen bestehen das Kindliche und das Greisenhafte nebeneinander. Die Seele hat ihr Alter und ihre Jugend, ja sogar ihren Tod und ihre Geburt fortwährend in sich.
[ 12 ] Das lehrt die Intuition. Auf diese Art aber, da man durch sie die wahre Wesenheit des menschlichen ewigen Wesenskernes kennenlernt, insofern er ein Leben nach unserem physischen Tode zu führen hat, lernt man auch dasjenige erkennen, was hinter dem menschlichen Wollen steckt. Was hinter dem menschlichen Denken steckt, ist soeben charakterisiert worden; das ist durch die Inspiration erkennbar. Was hinter dem menschlichen Wollen steckt, wird erkennbar, wenn man durch Willensübungen die Intuition herbeiführt. Dann enthüllt sich einem das Wollen so, daß hinter ihm etwas ganz anderes steckt, von dem das Wollen des gewöhnlichen Bewußtseins lediglich der Abglanz ist. Dann zeigt sich nämlich, daß das Wollen etwas hinter sich hat, das in gewissem Sinne ein jüngeres Glied des menschlichen Seelenlebens ist. Wenn wir vom Denken und vom Vorstellen als einem Ersterbenden, ja als von einem schon Toten sprechen und es ansehen als den älteren Teil der menschlichen Seele, dann müssen wir demgegenüber das Wollen als den jüngeren Teil der Menschenseele ansprechen. Wir können sagen, daß das Wollen, beziehungsweise das, was als eigentliches Seelisches hinter dem Wollen steckt, sich zu dem Denken so verhält wie ein junges Kind zu einem Greise. Nur ist, wenn wir auf Kind und Greis hinschauen, in der menschlichen Organisation die Greisenorganisation eigentlich zeitlich nach der kindlichen Organisation vorhanden. Im Seelischen dagegen bestehen das Kindliche und das Greisenhafte nebeneinander. Die Seele hat ihr Alter und ihre Jugend, ja sogar ihren Tod und ihre Geburt fortwährend in sich.
[ 13 ] Gegenüber einer solchen, von Inspiration und Intuition getragenen Seelenerkenntnis, die ganz konkret ist, ist das, was man heute Philosophie nennt, etwas außerordentlich Abstraktes, denn diese beschreibt einfach Denken und Wollen. Die wirkliche Seelenerkenntnis dagegen kann darauf hinweisen: wenn das Wollen alt ist, dann wird es ein Denken, und das altgewordene, ja erstorbene Denken hat sich aus einem Wollen entwickelt. Man lernt so wirklich das seelische Leben kennen, lernt auch hinschauen auf die Tatsache, daß dasjenige, was sich uns in diesem Erdenleben als ein Denken enthüllt, in einem früheren Erdenleben ein Wollen war, und was in diesem Erdenleben ein Wollen, also noch etwas Junges im Seelenleben ist, das wird im späteren Erdenleben — ein Denken.
[ 13 ] Gegenüber einer solchen, von Inspiration und Intuition getragenen Seelenerkenntnis, die ganz konkret ist, ist das, was man heute Philosophie nennt, etwas außerordentlich Abstraktes, denn diese beschreibt einfach Denken und Wollen. Die wirkliche Seelenerkenntnis dagegen kann darauf hinweisen: wenn das Wollen alt ist, dann wird es ein Denken, und das altgewordene, ja erstorbene Denken hat sich aus einem Wollen entwickelt. Man lernt so wirklich das seelische Leben kennen, lernt auch hinschauen auf die Tatsache, daß dasjenige, was sich uns in diesem Erdenleben als ein Denken enthüllt, in einem früheren Erdenleben ein Wollen war, und was in diesem Erdenleben ein Wollen, also noch etwas Junges im Seelenleben ist, das wird im späteren Erdenleben — ein Denken.
[ 14 ] So lernt man auf diese Weise hineinschauen in die Seele und lernt sie eigentlich erst wirklich kennen. Dann enthüllt sich einem der wollende Teil der Menschenseele als etwas, was ein embryonales Leben führt. Wenn wir mit dem, was wir als ein Wollen in uns haben, hinausgehen in die geistige Welt, dann haben wir eine jugendliche Seele, die uns durch ihren eigenen Charakter darüber belehrt, daß sie eigentlich ein Kind ist. Und ebensowenig, wie wir von einem Kinde annehmen können, daß es nicht weiter wachse zum Greise hin, wenn es nicht gerade krank ist, ebensowenig können wir von dem, was wir als jugendliche Seele erkennen, nun annehmen — das enthüllt uns die Intuition —, daß sie sich mit dem Tode auflöst, denn sie hat ja erst ihr embryonales Leben erreicht. Wir lernen durch die Intuition kennen, wie sie mit dem Todesmoment hinausgeht in die geistige Welt. Das heißt, wirklich den ewigen Wesenskern des Menschen erkennen nach seiner Ungeborenheit und nach seiner Unsterblichkeit. Demgegenüber arbeitet die moderne Philosophie nur in Ideen, die dem gewöhnlichen Bewußtsein entnommen sind. Was heißt das aber: Ideen, die dem gewöhnlichen Bewußtsein entnommen sind? Nun, wir können es ja aus dem Angeführten sehen: das sind tote Seelenwesenheiten.
[ 14 ] So lernt man auf diese Weise hineinschauen in die Seele und lernt sie eigentlich erst wirklich kennen. Dann enthüllt sich einem der wollende Teil der Menschenseele als etwas, was ein embryonales Leben führt. Wenn wir mit dem, was wir als ein Wollen in uns haben, hinausgehen in die geistige Welt, dann haben wir eine jugendliche Seele, die uns durch ihren eigenen Charakter darüber belehrt, daß sie eigentlich ein Kind ist. Und ebensowenig, wie wir von einem Kinde annehmen können, daß es nicht weiter wachse zum Greise hin, wenn es nicht gerade krank ist, ebensowenig können wir von dem, was wir als jugendliche Seele erkennen, nun annehmen — das enthüllt uns die Intuition —, daß sie sich mit dem Tode auflöst, denn sie hat ja erst ihr embryonales Leben erreicht. Wir lernen durch die Intuition kennen, wie sie mit dem Todesmoment hinausgeht in die geistige Welt. Das heißt, wirklich den ewigen Wesenskern des Menschen erkennen nach seiner Ungeborenheit und nach seiner Unsterblichkeit. Demgegenüber arbeitet die moderne Philosophie nur in Ideen, die dem gewöhnlichen Bewußtsein entnommen sind. Was heißt das aber: Ideen, die dem gewöhnlichen Bewußtsein entnommen sind? Nun, wir können es ja aus dem Angeführten sehen: das sind tote Seelenwesenheiten.
[ 15 ] Wenn also diese mit Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins arbeitende Philosophie den denkenden Teil der Seele richtig anschauen will, um zu Ergebnissen zu kommen, so wird sie, wenn sie unbefangen genug dazu ist, rein durch die Untersuchung dessen, was im Denken und Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins vorliegt, sich sagen: Das erklärt sein Dasein nicht aus sich selber —, gerade so, wie man bei einem Leichnam sich sagen muß: Der kann nicht aus einem Leichnam entstanden sein, der muß aus etwas anderem entstanden sein. — Die Physiologie weist durch Anschauung darauf hin. Die Philosophie sollte aus dem, was hier durch Intuition vorliegt, den Schluß ziehen: Gerade deshalb, weil das gewöhnliche Denken und Vorstellen einen ersterbenden Charakter hat, darf ich bei ihm auf ein Vorhergehendes schließen. — Was die Inspiration durch Anschauung ergründet, das kann die Philosophie durch logische Schlüsse, durch Dialektik, das heißt auf indirekte, beweisende Art finden.
[ 15 ] Wenn also diese mit Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins arbeitende Philosophie den denkenden Teil der Seele richtig anschauen will, um zu Ergebnissen zu kommen, so wird sie, wenn sie unbefangen genug dazu ist, rein durch die Untersuchung dessen, was im Denken und Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins vorliegt, sich sagen: Das erklärt sein Dasein nicht aus sich selber —, gerade so, wie man bei einem Leichnam sich sagen muß: Der kann nicht aus einem Leichnam entstanden sein, der muß aus etwas anderem entstanden sein. — Die Physiologie weist durch Anschauung darauf hin. Die Philosophie sollte aus dem, was hier durch Intuition vorliegt, den Schluß ziehen: Gerade deshalb, weil das gewöhnliche Denken und Vorstellen einen ersterbenden Charakter hat, darf ich bei ihm auf ein Vorhergehendes schließen. — Was die Inspiration durch Anschauung ergründet, das kann die Philosophie durch logische Schlüsse, durch Dialektik, das heißt auf indirekte, beweisende Art finden.
[ 16 ] Was müßte also eine Philosophie tun, die innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins stehenbleiben will? Sie müßte sagen: Wenn ich mich nicht zu irgendeiner übersinnlichen Erkenntnis aufschwingen will, müßte ich wenigstens analysieren, was im gewöhnlichen Bewußtsein vorliegt. — Und wenn sie es unbefangen macht, findet sie, daß das Denken und Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins etwas Leichnamhaftes hat. Sie müßte also sagen: Weil das etwas ist, was seine Wesenheit nicht aus sich selbst erklärt, darf ich darauf schließen, daß die wirkliche Wesenheit der Sache vorangeht. — Dazu gehört aber allerdings jene Unbefangenheit in der Analyse der Seele, die erkennt, daß das Denken und Vorstellen etwas Leichnamhaftes hat. Aber diese Unbefangenheit ist möglich. Denn nur Befangenheit erkennt im Denken, wie es dem gewöhnlichen Bewußtsein gegeben ist, etwas Lebendiges. Unbefangenheit enthüllt dieses Denken als etwas, was für sich selber abgestorben ist. Deshalb sagte ich auch im vorigen Vortrage: Es ist ganz gut möglich, in das erstorbene Denken den Inhalt der Naturwissenschaft hereinzunehmen. — Das auf der einen Seite.
[ 16 ] Was müßte also eine Philosophie tun, die innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins stehenbleiben will? Sie müßte sagen: Wenn ich mich nicht zu irgendeiner übersinnlichen Erkenntnis aufschwingen will, müßte ich wenigstens analysieren, was im gewöhnlichen Bewußtsein vorliegt. — Und wenn sie es unbefangen macht, findet sie, daß das Denken und Vorstellen des gewöhnlichen Bewußtseins etwas Leichnamhaftes hat. Sie müßte also sagen: Weil das etwas ist, was seine Wesenheit nicht aus sich selbst erklärt, darf ich darauf schließen, daß die wirkliche Wesenheit der Sache vorangeht. — Dazu gehört aber allerdings jene Unbefangenheit in der Analyse der Seele, die erkennt, daß das Denken und Vorstellen etwas Leichnamhaftes hat. Aber diese Unbefangenheit ist möglich. Denn nur Befangenheit erkennt im Denken, wie es dem gewöhnlichen Bewußtsein gegeben ist, etwas Lebendiges. Unbefangenheit enthüllt dieses Denken als etwas, was für sich selber abgestorben ist. Deshalb sagte ich auch im vorigen Vortrage: Es ist ganz gut möglich, in das erstorbene Denken den Inhalt der Naturwissenschaft hereinzunehmen. — Das auf der einen Seite.
[ 17 ] Die intellektualistische Philosophie kann also nur auf indirektem Wege zu einem Erkennen des ewigen Wesenskernes des Menschen kommen, und zwar nur durch das Erkennen dessen, was dem Erdenleben gegenüber als ein Vorangehendes zu betrachten ist. Wenn dann eine solche Philosophie nicht nur auf das Denken eingeht, wenn sie nicht nur intellektualistisch sein will, sondern auch eingeht auf ein inneres Erleben des Wollens, überhaupt der anderen Seelenkräfte, die im Weltenzusammenhange jünger sind als das Denken, dann kann eine solche Philosophie sich eine Vorstellung machen von dem Wechselspiel zwischen dem Denken und dem Wollen. Sie kommt dann auf der einen Seite zu dem logischen Schluß von dem Zusammenhang des ersterbenden Denkens zu dem vorirdischen Seelendasein, das sie nicht anschauen kann, das sie seiner Wesenheit nach nicht erkennen kann, auf das sie aber schließen kann als auf etwas, das in einem Unbekannten da ist. Und wenn sie eingeht auf das Wollen oder auf die Gemütskräfte und das Wechselspiel zwischen dem Denken und den Gemütskräften erlebt, dann wird sie darauf kommen, nicht nur ein Ersterbendes, sondern auch ein Embryonales im Wollen zu erkennen. Das können Sie, wenn Sie es nur unbefangen in die entsprechenden Worte kleiden, sogar bei Bergson finden. An der Art, wie er spricht, wie er philosophiert, merkt man bei ihm den Impuls, den er selber empfindet, und durch dessen Empfindung er sich selber hineinversetzt in die Erkenntnis eines ewigen Wesenskernes der Menschenseele. Aber da Bergson es ablehnt, zu einer übersinnlichen Erkenntnis zu kommen, so gelangt er nur zu einer Erkenntnis des menschlichen Wesenskernes, insofern er sich im Erdenleben offenbart; und er kann eigentlich nicht aus seiner Philosophie bündige Beweise bekommen für Ungeborenheit und Unsterblichkeit. Aber er charakterisiert auf der einen Seite, was alt geworden ist, als Denken — wenn er es auch anders benennt — und als Leichnamhaftes sich hinüberlegend über die Sinnesanschauungen. Auf der anderen Seite fühlt er durch die lebendige Art, wie er es charakterisiert — das Embryonale im Wollen, in das er sich lebendig versetzen kann und dem man anfühlt: es ist ein Ewiges darinnen. Aber er kommt auf diese Art doch nur zu der Charakteristik des geistig-seelischen Wesenskernes des Menschen im Erdenleben, nicht darüber hinaus.
[ 17 ] Die intellektualistische Philosophie kann also nur auf indirektem Wege zu einem Erkennen des ewigen Wesenskernes des Menschen kommen, und zwar nur durch das Erkennen dessen, was dem Erdenleben gegenüber als ein Vorangehendes zu betrachten ist. Wenn dann eine solche Philosophie nicht nur auf das Denken eingeht, wenn sie nicht nur intellektualistisch sein will, sondern auch eingeht auf ein inneres Erleben des Wollens, überhaupt der anderen Seelenkräfte, die im Weltenzusammenhange jünger sind als das Denken, dann kann eine solche Philosophie sich eine Vorstellung machen von dem Wechselspiel zwischen dem Denken und dem Wollen. Sie kommt dann auf der einen Seite zu dem logischen Schluß von dem Zusammenhang des ersterbenden Denkens zu dem vorirdischen Seelendasein, das sie nicht anschauen kann, das sie seiner Wesenheit nach nicht erkennen kann, auf das sie aber schließen kann als auf etwas, das in einem Unbekannten da ist. Und wenn sie eingeht auf das Wollen oder auf die Gemütskräfte und das Wechselspiel zwischen dem Denken und den Gemütskräften erlebt, dann wird sie darauf kommen, nicht nur ein Ersterbendes, sondern auch ein Embryonales im Wollen zu erkennen. Das können Sie, wenn Sie es nur unbefangen in die entsprechenden Worte kleiden, sogar bei Bergson finden. An der Art, wie er spricht, wie er philosophiert, merkt man bei ihm den Impuls, den er selber empfindet, und durch dessen Empfindung er sich selber hineinversetzt in die Erkenntnis eines ewigen Wesenskernes der Menschenseele. Aber da Bergson es ablehnt, zu einer übersinnlichen Erkenntnis zu kommen, so gelangt er nur zu einer Erkenntnis des menschlichen Wesenskernes, insofern er sich im Erdenleben offenbart; und er kann eigentlich nicht aus seiner Philosophie bündige Beweise bekommen für Ungeborenheit und Unsterblichkeit. Aber er charakterisiert auf der einen Seite, was alt geworden ist, als Denken — wenn er es auch anders benennt — und als Leichnamhaftes sich hinüberlegend über die Sinnesanschauungen. Auf der anderen Seite fühlt er durch die lebendige Art, wie er es charakterisiert — das Embryonale im Wollen, in das er sich lebendig versetzen kann und dem man anfühlt: es ist ein Ewiges darinnen. Aber er kommt auf diese Art doch nur zu der Charakteristik des geistig-seelischen Wesenskernes des Menschen im Erdenleben, nicht darüber hinaus.
[ 18 ] So kann man sagen: Alle bloß auf das gewöhnliche Bewußtsein bauende Ideen-Philosophie kann, wenn sie unbefangen ist, durch eine Analyse des Denkens und Wollens auf einem indirekten Wege nur zu einem Schlusse darüber kommen, daß die Seele ein ungeborenes und unsterbliches Wesen ist, aber nicht zu einer direkten Anschauung darüber. Diese direkte Anschauung, das heißt die Erfüllung der Ideenphilosophie, die Anschauung der wirklichen ewigen Wesenheit der Seele, die kann nur gewonnen werden durch Imagination, Inspiration und Intuition, wie sie hier geschildert wurden. Daher wird ein wirklicher Inhalt über das Ewige der Menschenseele, wenn er auch heute in der Philosophie auftritt, doch nur traditionell aus älteren traumhaften Erkenntnissen geschöpft sein, wenn es auch die Philosophen oft nicht wissen und glauben, daß sie es aus sich selbst herausholen. Dieser Inhalt kann durchzogen sein von Dialektik und Logik. Aber eine wirkliche Erneuerung des philosophischen Lebens ist davon abhängig, daß das Geistesleben der Gegenwart anerkennt vollbewußte Imagination, vollbewußte Inspiration, vollbewußte Intuition, und daß es diese Erkenntnismethoden nicht nur anerkennt, sondern deren Ergebnisse für das philosophische Leben auch wirklich verwendet. Wie sich das für Kosmologie und Religion ausnimmt, werde ich in den nächsten beiden Teilen der Betrachtung zu erläutern versuchen.
[ 18 ] So kann man sagen: Alle bloß auf das gewöhnliche Bewußtsein bauende Ideen-Philosophie kann, wenn sie unbefangen ist, durch eine Analyse des Denkens und Wollens auf einem indirekten Wege nur zu einem Schlusse darüber kommen, daß die Seele ein ungeborenes und unsterbliches Wesen ist, aber nicht zu einer direkten Anschauung darüber. Diese direkte Anschauung, das heißt die Erfüllung der Ideenphilosophie, die Anschauung der wirklichen ewigen Wesenheit der Seele, die kann nur gewonnen werden durch Imagination, Inspiration und Intuition, wie sie hier geschildert wurden. Daher wird ein wirklicher Inhalt über das Ewige der Menschenseele, wenn er auch heute in der Philosophie auftritt, doch nur traditionell aus älteren traumhaften Erkenntnissen geschöpft sein, wenn es auch die Philosophen oft nicht wissen und glauben, daß sie es aus sich selbst herausholen. Dieser Inhalt kann durchzogen sein von Dialektik und Logik. Aber eine wirkliche Erneuerung des philosophischen Lebens ist davon abhängig, daß das Geistesleben der Gegenwart anerkennt vollbewußte Imagination, vollbewußte Inspiration, vollbewußte Intuition, und daß es diese Erkenntnismethoden nicht nur anerkennt, sondern deren Ergebnisse für das philosophische Leben auch wirklich verwendet. Wie sich das für Kosmologie und Religion ausnimmt, werde ich in den nächsten beiden Teilen der Betrachtung zu erläutern versuchen.
[ 19 ] Wenn Sie bedenken, daß man erst durch eine höhere Inspiration zur Anschauung des ewigen Wesenskernes des Menschen kommt, wie dieser Wesenskern im außerirdischen Dasein ist, so werden Sie sich sagen: Erst durch diese höhere Inspiration und — mit Rücksicht auf das, was ich über Intuition gesagt habe — erst durch die Intuition kann der Mensch sich selber eigentlich erkennen. — Also er kann das, was aus dem Kosmos in sein eigenes Wesen hereinspielt, erst durch die höhere Inspiration und durch die Intuition erkennen. Wenn er dasjenige, in das der Kosmos hereinspielt, nämlich sich selbst, eigentlich erst in Inspiration und Intuition kennenlernt, so kann eine wirkliche Kosmologie — das heißt ein Bild des Kosmos, das den Menschen nach seiner totalen Wesenheit mitumfaßt — erst entstehen innerhalb der inspirierten und intuitiven Erkenntnis. Dadurch erst erlangt der Mensch eine Anschauung von dem, was auch in seinem Erdendasein an seinem physischen und an seinem ätherischen Organismus arbeitet.
[ 19 ] Wenn Sie bedenken, daß man erst durch eine höhere Inspiration zur Anschauung des ewigen Wesenskernes des Menschen kommt, wie dieser Wesenskern im außerirdischen Dasein ist, so werden Sie sich sagen: Erst durch diese höhere Inspiration und — mit Rücksicht auf das, was ich über Intuition gesagt habe — erst durch die Intuition kann der Mensch sich selber eigentlich erkennen. — Also er kann das, was aus dem Kosmos in sein eigenes Wesen hereinspielt, erst durch die höhere Inspiration und durch die Intuition erkennen. Wenn er dasjenige, in das der Kosmos hereinspielt, nämlich sich selbst, eigentlich erst in Inspiration und Intuition kennenlernt, so kann eine wirkliche Kosmologie — das heißt ein Bild des Kosmos, das den Menschen nach seiner totalen Wesenheit mitumfaßt — erst entstehen innerhalb der inspirierten und intuitiven Erkenntnis. Dadurch erst erlangt der Mensch eine Anschauung von dem, was auch in seinem Erdendasein an seinem physischen und an seinem ätherischen Organismus arbeitet.
[ 20 ] In diesem physischen und ätherischen Organismus ist ja das GeistigSeelische des Menschen nicht nur verborgen, sondern es ist während des Erdendaseins für das wache Tagesleben geradezu umgewandelt, metamorphosiert. Ebensowenig, wie die Wurzel eine Pflanze in ihrer wirklichen Gestalt wiedergeben kann, ebensowenig kann eine Betrachtung des physischen und des ätherischen Organismus eine Anschauung von dem ewigen Wesenskern des Menschen geben. Diese gewinnt man nur, wenn man hineinschaut in das, was vom Menschen vor der Geburt und nach dem Tode liegt. Erst dann aber kann man die wahre Wesenheit des Menschen, die man außerhalb des Erdendaseins zu konstatieren hat, auf einen Kosmos beziehen. Daher hat auch das moderne Geistesleben in der Zeit, in welcher es irgendeine Clairvoyance abgelehnt hat, gar nicht die Möglichkeit gehabt, zu einer Kosmologie zu kommen, die den Menschen mitumfaßt, wie ich es schon angedeutet habe, wie es aber insbesondere aus dem ersichtlich sein muß, was ich heute geschildert habe. Dennoch hat man von philosophischer Seite immer in früheren Zeiten, noch im Beginne des vorigen Jahrhunderts, namentlich aber am Ende des 18. Jahrhunderts, als einen Teil der Philosophie eine, wie man sagte, «rationelle Kosmologie» ausgebildet.
[ 20 ] In diesem physischen und ätherischen Organismus ist ja das GeistigSeelische des Menschen nicht nur verborgen, sondern es ist während des Erdendaseins für das wache Tagesleben geradezu umgewandelt, metamorphosiert. Ebensowenig, wie die Wurzel eine Pflanze in ihrer wirklichen Gestalt wiedergeben kann, ebensowenig kann eine Betrachtung des physischen und des ätherischen Organismus eine Anschauung von dem ewigen Wesenskern des Menschen geben. Diese gewinnt man nur, wenn man hineinschaut in das, was vom Menschen vor der Geburt und nach dem Tode liegt. Erst dann aber kann man die wahre Wesenheit des Menschen, die man außerhalb des Erdendaseins zu konstatieren hat, auf einen Kosmos beziehen. Daher hat auch das moderne Geistesleben in der Zeit, in welcher es irgendeine Clairvoyance abgelehnt hat, gar nicht die Möglichkeit gehabt, zu einer Kosmologie zu kommen, die den Menschen mitumfaßt, wie ich es schon angedeutet habe, wie es aber insbesondere aus dem ersichtlich sein muß, was ich heute geschildert habe. Dennoch hat man von philosophischer Seite immer in früheren Zeiten, noch im Beginne des vorigen Jahrhunderts, namentlich aber am Ende des 18. Jahrhunderts, als einen Teil der Philosophie eine, wie man sagte, «rationelle Kosmologie» ausgebildet.
[ 21 ] Diese rationelle Kosmologie, die ein Teil der Philosophie sein sollte, wurde von den Philosophen auch nur mit Hilfe des gewöhnlichen Bewußtseins ausgebildet. Aber wenn man schon mit der gewöhnlichen Philosophie die eben charakterisierten Schwierigkeiten hatte, zur wahren Wesenheit der Seele vorzudringen, so wird man verstehen, daß es ganz unmöglich ist, einen wirklichen Inhalt für eine Kosmologie zu gewinnen, die den Menschen mitumfaßt, wenn man sich nur in den Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins bewegen will. Die rationelle Kosmologie, welche die Philosophen noch bis vor kurzer Zeit ausgebildet haben, lebte daher ihrem Inhalte nach in Wahrheit von den aus der Tradition empfangenen kosmologischen Ideen, die von der Menschheit gewonnen worden sind, als noch ein traumhaftes Hellsehen vorhanden war, und die nur erneuert werden können durch das, was hier als exakte Clairvoyance geschildert wird. Die Philosophen haben auch auf diesem Gebiete nicht gewußt, daß sie eigentlich Anleihen machten bei der alten Kosmologie. Sie bekamen gewisse Ideen; diese nahmen sie auf aus der Geschichte der Kosmologie und glaubten, sie hätten diese Ideen aus sich selber heraus produziert. Aber was sie herausbrachten, waren nur logische Zusammenhänge, durch die sie die alten Ideen zusammenstellten und etwa eine neue Systematik brachten. So entstanden solche Kosmologien in früheren Zeiten als Teil der Philosophie, aber da man kein lebendiges Verhältnis mehr hatte zu dem, was man als Ideen aufnahm, was man aus dem alten Hellsehen herübernahm, so wurden die Ideen der Kosmologien immer abstrakter.
[ 21 ] Diese rationelle Kosmologie, die ein Teil der Philosophie sein sollte, wurde von den Philosophen auch nur mit Hilfe des gewöhnlichen Bewußtseins ausgebildet. Aber wenn man schon mit der gewöhnlichen Philosophie die eben charakterisierten Schwierigkeiten hatte, zur wahren Wesenheit der Seele vorzudringen, so wird man verstehen, daß es ganz unmöglich ist, einen wirklichen Inhalt für eine Kosmologie zu gewinnen, die den Menschen mitumfaßt, wenn man sich nur in den Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins bewegen will. Die rationelle Kosmologie, welche die Philosophen noch bis vor kurzer Zeit ausgebildet haben, lebte daher ihrem Inhalte nach in Wahrheit von den aus der Tradition empfangenen kosmologischen Ideen, die von der Menschheit gewonnen worden sind, als noch ein traumhaftes Hellsehen vorhanden war, und die nur erneuert werden können durch das, was hier als exakte Clairvoyance geschildert wird. Die Philosophen haben auch auf diesem Gebiete nicht gewußt, daß sie eigentlich Anleihen machten bei der alten Kosmologie. Sie bekamen gewisse Ideen; diese nahmen sie auf aus der Geschichte der Kosmologie und glaubten, sie hätten diese Ideen aus sich selber heraus produziert. Aber was sie herausbrachten, waren nur logische Zusammenhänge, durch die sie die alten Ideen zusammenstellten und etwa eine neue Systematik brachten. So entstanden solche Kosmologien in früheren Zeiten als Teil der Philosophie, aber da man kein lebendiges Verhältnis mehr hatte zu dem, was man als Ideen aufnahm, was man aus dem alten Hellsehen herübernahm, so wurden die Ideen der Kosmologien immer abstrakter.
[ 22 ] Man sehe sich nur einmal die philosophischen Bücher früherer Zeiten an in den Kapiteln, die über die Kosmologie sprechen, und man wird finden, wie abstrakt und im Grunde genommen leer diese Ideen sind, die da über Weltenwerden, über Weltenende und so weiter entwickelt werden. Man kann sagen, die Ideen sind herübergenommen worden. In uralten Zeiten waren diese Ideen lebendig, weil der Mensch ein lebendiges Verhältnis hatte zu dem, was diese Ideen ausdrückten. Allmählich waren diese Ideen dünn und abstrakt geworden und man charakterisierte nur in äußerlicher Weise, was eine Kosmologie enthalten soll, die nicht nur auf die äußere Naturordnung geht, die den Menschen seiner ganzen Wesenheit nach mitumfassen kann und die auf das Geistig-Seelische des Kosmos geht. In dieser Beziehung hat der außerordentlich geistvolle Emile Boutroux bedeutsame Charakteristiken gegeben, wie zu einer Kosmologie zu kommen sei. Da aber auch er nur auf das bauen will, was das gewöhnliche Bewußtsein umfassen kann, so kam er auch nur zu einer abstrakten Kosmologie.
[ 22 ] Man sehe sich nur einmal die philosophischen Bücher früherer Zeiten an in den Kapiteln, die über die Kosmologie sprechen, und man wird finden, wie abstrakt und im Grunde genommen leer diese Ideen sind, die da über Weltenwerden, über Weltenende und so weiter entwickelt werden. Man kann sagen, die Ideen sind herübergenommen worden. In uralten Zeiten waren diese Ideen lebendig, weil der Mensch ein lebendiges Verhältnis hatte zu dem, was diese Ideen ausdrückten. Allmählich waren diese Ideen dünn und abstrakt geworden und man charakterisierte nur in äußerlicher Weise, was eine Kosmologie enthalten soll, die nicht nur auf die äußere Naturordnung geht, die den Menschen seiner ganzen Wesenheit nach mitumfassen kann und die auf das Geistig-Seelische des Kosmos geht. In dieser Beziehung hat der außerordentlich geistvolle Emile Boutroux bedeutsame Charakteristiken gegeben, wie zu einer Kosmologie zu kommen sei. Da aber auch er nur auf das bauen will, was das gewöhnliche Bewußtsein umfassen kann, so kam er auch nur zu einer abstrakten Kosmologie.
[ 23 ] So wurden die Kosmologien immer leerer und leerer an wirklichem Inhalt, wurden eine Summe von abstrakten Ideen und Charakteristiken. Daher ist es kein Wunder, daß diese rationelle Kosmologie allmählich sehr in Mißkredit gekommen ist. Die Naturforscher kamen herauf, welche die Natur so durchforschen konnten, als Triumpf der Naturwissenschaft, wie das in der neueren Zeit geschehen ist. Sie können Naturgesetze formulieren, aus Beobachtung und Experiment eine innere Regelmäßigkeit der Natur konstatieren und daraus eine naturalistische Kosmologie zusammenstellen. Was man so aus den Ideen über die äußere Natur als naturalistische Kosmologie zusammenstellte, hatte zwar nun einen Inhalt, den äußeren sinnlichen Inhalt. Gegen den kam die inhaltlose rationelle Kosmologie, welche die Philosophen konstruierten, nicht auf. Sie kam daher in Mißkredit; man ließ sie allmählich fallen und spricht deshalb nicht mehr von einer rationellen, das heißt bloß logisch erschlossenen Kosmologie, sondern man begnügt sich jetzt mit einer naturalistischen Kosmologie, die aber den Menschen nicht umfaßt.
[ 23 ] So wurden die Kosmologien immer leerer und leerer an wirklichem Inhalt, wurden eine Summe von abstrakten Ideen und Charakteristiken. Daher ist es kein Wunder, daß diese rationelle Kosmologie allmählich sehr in Mißkredit gekommen ist. Die Naturforscher kamen herauf, welche die Natur so durchforschen konnten, als Triumpf der Naturwissenschaft, wie das in der neueren Zeit geschehen ist. Sie können Naturgesetze formulieren, aus Beobachtung und Experiment eine innere Regelmäßigkeit der Natur konstatieren und daraus eine naturalistische Kosmologie zusammenstellen. Was man so aus den Ideen über die äußere Natur als naturalistische Kosmologie zusammenstellte, hatte zwar nun einen Inhalt, den äußeren sinnlichen Inhalt. Gegen den kam die inhaltlose rationelle Kosmologie, welche die Philosophen konstruierten, nicht auf. Sie kam daher in Mißkredit; man ließ sie allmählich fallen und spricht deshalb nicht mehr von einer rationellen, das heißt bloß logisch erschlossenen Kosmologie, sondern man begnügt sich jetzt mit einer naturalistischen Kosmologie, die aber den Menschen nicht umfaßt.
[ 24 ] So kann man sagen: Gerade die Kosmologie lehrt, noch mehr als die gewöhnliche Philosophie, wie man wiederum zur Imagination, Inspiration und Intuition seine Zuflucht nehmen muß. Die Philosophie kann wenigstens die Menschenseele beobachten und sie findet bei unbefangener Beobachtung des Denkens, das als Ersterbendes auf etwas anderes hinweist, daß außerhalb des ganzen Menschendaseins etwas liegt, was den Menschen innerlich umfaßt; und ebenso kann sie über den Tod hinausweisen. Also kann die Philosophie wenigstens aus Schlüssen, die aus dem reichen Seelenleben des Denkens, Fühlens und Wollens gezogen sind, ihre Abstraktionen reich und mannigfaltig machen. Das ist noch möglich. Die Kosmologie als geistige Wissenschaft kann nur begründet werden, wenn man ihr einen Inhalt auch aus der geistigen Anschauung heraus gibt. Da kann man nicht einmal mehr auf einen Inhalt schließen. Will man einen Inhalt haben, muß man ihn aus den alten hellseherischen Anschauungen entlehnen, wie man ihn in den traditionell übernommenen Ideen hatte, oder man muß auf eine neue Art, wie es dargestellt worden ist, wiederum dazu kommen.
[ 24 ] So kann man sagen: Gerade die Kosmologie lehrt, noch mehr als die gewöhnliche Philosophie, wie man wiederum zur Imagination, Inspiration und Intuition seine Zuflucht nehmen muß. Die Philosophie kann wenigstens die Menschenseele beobachten und sie findet bei unbefangener Beobachtung des Denkens, das als Ersterbendes auf etwas anderes hinweist, daß außerhalb des ganzen Menschendaseins etwas liegt, was den Menschen innerlich umfaßt; und ebenso kann sie über den Tod hinausweisen. Also kann die Philosophie wenigstens aus Schlüssen, die aus dem reichen Seelenleben des Denkens, Fühlens und Wollens gezogen sind, ihre Abstraktionen reich und mannigfaltig machen. Das ist noch möglich. Die Kosmologie als geistige Wissenschaft kann nur begründet werden, wenn man ihr einen Inhalt auch aus der geistigen Anschauung heraus gibt. Da kann man nicht einmal mehr auf einen Inhalt schließen. Will man einen Inhalt haben, muß man ihn aus den alten hellseherischen Anschauungen entlehnen, wie man ihn in den traditionell übernommenen Ideen hatte, oder man muß auf eine neue Art, wie es dargestellt worden ist, wiederum dazu kommen.
[ 25 ] Ist also die Philosophie noch in der Lage, den logischen Weg durchmachen zu können, so ist eine Kosmologie dazu nicht mehr in der Lage. Daher hat sie auch nach und nach als rationelle Kosmologie, die nur auf das gewöhnliche Bewußtsein bauen konnte, ihren Inhalt und damit ihren Kredit verloren. Und wollen wir wieder über die naturalistische Kosmologie hinaus zu einer neuen Kosmologie kommen, die den Menschen in seiner Totalität umfaßt, so müssen wir uns dazu bequemen, durch Inspiration und Intuition dasjenige im Menschen anzuschauen, in das der geistige Kosmos sich hereinspiegelt. Mit anderen Worten: Noch mehr als die Philosophie ist die Kosmologie darauf angewiesen, daß das neue Geistesleben die Methoden der vollbewußten Imagination, Inspiration und Intuition anerkennt, und nicht nur diese Methoden anerkennt, sondern die Ergebnisse dieser Methoden auch für eine wirkliche Kosmologie verwendet.
[ 25 ] Ist also die Philosophie noch in der Lage, den logischen Weg durchmachen zu können, so ist eine Kosmologie dazu nicht mehr in der Lage. Daher hat sie auch nach und nach als rationelle Kosmologie, die nur auf das gewöhnliche Bewußtsein bauen konnte, ihren Inhalt und damit ihren Kredit verloren. Und wollen wir wieder über die naturalistische Kosmologie hinaus zu einer neuen Kosmologie kommen, die den Menschen in seiner Totalität umfaßt, so müssen wir uns dazu bequemen, durch Inspiration und Intuition dasjenige im Menschen anzuschauen, in das der geistige Kosmos sich hereinspiegelt. Mit anderen Worten: Noch mehr als die Philosophie ist die Kosmologie darauf angewiesen, daß das neue Geistesleben die Methoden der vollbewußten Imagination, Inspiration und Intuition anerkennt, und nicht nur diese Methoden anerkennt, sondern die Ergebnisse dieser Methoden auch für eine wirkliche Kosmologie verwendet.
[ 26 ] Was für die Religion von dieser Seite aus zu sagen ist, soll dann im letzten Teile dargestellt werden.
[ 26 ] Was für die Religion von dieser Seite aus zu sagen ist, soll dann im letzten Teile dargestellt werden.
[ 27 ] Zu einer erkenntnismäßigen Grundlage des religiösen Lebens ist notwendig, daß die Erlebnisse, die der geistige Mensch unter den geistigen Wesenheiten machen kann, in das Erdenleben hereingetragen und innerhalb desselben geschildert werden. Man hat es in diesen ErJebnissen mit etwas zu tun, was dem irdischen Leben völlig unähnlich ist, von ihm ganz verschieden ist. Man hat es mit etwas zu tun, worinnen der Mensch eigentlich nur außerhalb des irdischen Lebens steht, was daher auch nur erfaßt werden kann mit denjenigen Menschenkräften, die ganz unabhängig sind von dem physischen und ätherischen menschlichen Organismus, die also ganz gewiß nicht innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins liegen können. Nur wenn dieses gewöhnliche Bewußtsein zu hellseherischen Fähigkeiten aufsteigt, kann es Schilderungen derjenigen Erlebnisse entwerfen, die der Mensch in der rein geistigen Welt macht. Daher ist eine «rationelle Theologie», eine Theologie, welche sich bloß auf das gewöhnliche Bewußtsein stützen will, in einer noch übleren Lage als eine «rationelle Kosmologie».
[ 27 ] Zu einer erkenntnismäßigen Grundlage des religiösen Lebens ist notwendig, daß die Erlebnisse, die der geistige Mensch unter den geistigen Wesenheiten machen kann, in das Erdenleben hereingetragen und innerhalb desselben geschildert werden. Man hat es in diesen ErJebnissen mit etwas zu tun, was dem irdischen Leben völlig unähnlich ist, von ihm ganz verschieden ist. Man hat es mit etwas zu tun, worinnen der Mensch eigentlich nur außerhalb des irdischen Lebens steht, was daher auch nur erfaßt werden kann mit denjenigen Menschenkräften, die ganz unabhängig sind von dem physischen und ätherischen menschlichen Organismus, die also ganz gewiß nicht innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins liegen können. Nur wenn dieses gewöhnliche Bewußtsein zu hellseherischen Fähigkeiten aufsteigt, kann es Schilderungen derjenigen Erlebnisse entwerfen, die der Mensch in der rein geistigen Welt macht. Daher ist eine «rationelle Theologie», eine Theologie, welche sich bloß auf das gewöhnliche Bewußtsein stützen will, in einer noch übleren Lage als eine «rationelle Kosmologie».
[ 28 ] Die rationelle Kosmologie hat immerhin noch etwas, was wenigstens hereinleuchtet in das menschliche Erdendasein, da ja — allerdings auf indirekte Weise, auf einem Umwege — auch der physische und der ätherische Mensch etwas in ihrer Form, in ihrem Leben bewirkt werden von geistigen Wesenheiten. Die Erlebnisse aber, die der Mensch in reinen Geisteswelten hat und die durch exakte Intuition erfahren werden können, sie können nicht irgendwie aus dem gewöhnlichen Bewußtsein erschlossen werden, wie es in der Philosophie der Fall ist. Sie können auch nicht einmal geahnt werden, sondern sie können heute, wo man alles, was menschliche Erkenntnis ist, aus dem gewöhnlichen Bewußtsein heraus gestalten will, in einer noch deutlicheren Weise als dies bei den kosmologischen Ideen der Fall ist, nur traditionell aus jenen Zeiten übernommen werden, in denen die Menschen in traumhaftem Hellsehen sich hineingelebt haben in die geistigen Welten und in diese irdische Welt das herübergetragen haben, was sie dort erlebt haben.
[ 28 ] Die rationelle Kosmologie hat immerhin noch etwas, was wenigstens hereinleuchtet in das menschliche Erdendasein, da ja — allerdings auf indirekte Weise, auf einem Umwege — auch der physische und der ätherische Mensch etwas in ihrer Form, in ihrem Leben bewirkt werden von geistigen Wesenheiten. Die Erlebnisse aber, die der Mensch in reinen Geisteswelten hat und die durch exakte Intuition erfahren werden können, sie können nicht irgendwie aus dem gewöhnlichen Bewußtsein erschlossen werden, wie es in der Philosophie der Fall ist. Sie können auch nicht einmal geahnt werden, sondern sie können heute, wo man alles, was menschliche Erkenntnis ist, aus dem gewöhnlichen Bewußtsein heraus gestalten will, in einer noch deutlicheren Weise als dies bei den kosmologischen Ideen der Fall ist, nur traditionell aus jenen Zeiten übernommen werden, in denen die Menschen in traumhaftem Hellsehen sich hineingelebt haben in die geistigen Welten und in diese irdische Welt das herübergetragen haben, was sie dort erlebt haben.
[ 29 ] Wenn sich jemand einbildet, er könne irgendwie in Ideen, die nur auf Grundlage des gewöhnlichen Bewußtseins errichtet sind, irgend etwas aussagen über die Wesenheit dessen, was der Mensch in der Gotteswelt erlebt, so irrt er sich gewaltig. Daher ist die Theologie immer mehr und mehr dazu gekommen, eine Art historischer Theologie zu bilden, und dabei noch mehr als die Kosmologie nur die alten, in einem früheren Hellsehen erworbenen Ideen über das Gottesreich aufzunehmen. Diese werden dann durch Logik und Dialektik in ein System gebracht. Man glaubt dann, etwas elementar Ursprüngliches darin zu haben, aber es ist doch nur als Systematik das Eigentum derjenigen, die diese Theologie bearbeitet haben. Es ist ein historisches Produkt, zuweilen in neue Formen gegossen. Aber alles, was an wirklichem Inhalt vorhanden ist, das ist bei denen, die nur aus dem gewöhnlichen Bewußtsein schöpfen wollen, eben der Tradition, der Geschichte entlehnt. Dadurch aber ist das, was einzelne Philosophen, die in früheren Zeiten eine rationelle Kosmologie ausgebildet haben und auch als rationelle Theologie noch ausbilden wollten, noch mehr in Mißkredit gekommen. Dort ist die rationelle Kosmologie in Mißkredit gekommen gegenüber der naturalistischen Kosmologie; hier, auf religiösem Gebiete, ist die rationelle Theologie in Mißkredit gekommen gegenüber dem, was sich als rein historische Theologie herausbildete, die auf die reine Wirklichkeit verzichtete, auf das, was unmittelbares Hervorbringen von Ideen über die geistige Welt ist, von einem Erleben der geistigen Welt.
[ 29 ] Wenn sich jemand einbildet, er könne irgendwie in Ideen, die nur auf Grundlage des gewöhnlichen Bewußtseins errichtet sind, irgend etwas aussagen über die Wesenheit dessen, was der Mensch in der Gotteswelt erlebt, so irrt er sich gewaltig. Daher ist die Theologie immer mehr und mehr dazu gekommen, eine Art historischer Theologie zu bilden, und dabei noch mehr als die Kosmologie nur die alten, in einem früheren Hellsehen erworbenen Ideen über das Gottesreich aufzunehmen. Diese werden dann durch Logik und Dialektik in ein System gebracht. Man glaubt dann, etwas elementar Ursprüngliches darin zu haben, aber es ist doch nur als Systematik das Eigentum derjenigen, die diese Theologie bearbeitet haben. Es ist ein historisches Produkt, zuweilen in neue Formen gegossen. Aber alles, was an wirklichem Inhalt vorhanden ist, das ist bei denen, die nur aus dem gewöhnlichen Bewußtsein schöpfen wollen, eben der Tradition, der Geschichte entlehnt. Dadurch aber ist das, was einzelne Philosophen, die in früheren Zeiten eine rationelle Kosmologie ausgebildet haben und auch als rationelle Theologie noch ausbilden wollten, noch mehr in Mißkredit gekommen. Dort ist die rationelle Kosmologie in Mißkredit gekommen gegenüber der naturalistischen Kosmologie; hier, auf religiösem Gebiete, ist die rationelle Theologie in Mißkredit gekommen gegenüber dem, was sich als rein historische Theologie herausbildete, die auf die reine Wirklichkeit verzichtete, auf das, was unmittelbares Hervorbringen von Ideen über die geistige Welt ist, von einem Erleben der geistigen Welt.
[ 30 ] Dieses unmittelbare Verhältnis, diese lebendigen Beziehungen zu dem Erleben in der geistigen Welt waren der neueren Menschheit eigentlich schon in dem Zeitalter hingeschwunden, als im Mittelalter die Gottesbeweise aufkamen. Solange ein unmittelbares Verhältnis zu dem im Gottesreich Erlebten vorhanden war, redete man nicht von dialektischen oder logischen Gottesbeweisen. Die Gottesbeweise selbst sind ein Beweis dafür, daß, als sie aufkamen, das lebendige Verhältnis zum Gottesreich erstorben war. Im Grunde genommen hatte die scholastische Theologie recht, die sagte: Die gewöhnliche Vernunft ist nicht imstande, etwas auszusagen über das Gottesreich; sie kann nur die Ideen, die schon da sind, verdeutlichen, in ein System bringen. Sie kann nur etwas beitragen, um die Lehrgestalt in eine dem Menschen annehmbare Form zu bringen.
[ 30 ] Dieses unmittelbare Verhältnis, diese lebendigen Beziehungen zu dem Erleben in der geistigen Welt waren der neueren Menschheit eigentlich schon in dem Zeitalter hingeschwunden, als im Mittelalter die Gottesbeweise aufkamen. Solange ein unmittelbares Verhältnis zu dem im Gottesreich Erlebten vorhanden war, redete man nicht von dialektischen oder logischen Gottesbeweisen. Die Gottesbeweise selbst sind ein Beweis dafür, daß, als sie aufkamen, das lebendige Verhältnis zum Gottesreich erstorben war. Im Grunde genommen hatte die scholastische Theologie recht, die sagte: Die gewöhnliche Vernunft ist nicht imstande, etwas auszusagen über das Gottesreich; sie kann nur die Ideen, die schon da sind, verdeutlichen, in ein System bringen. Sie kann nur etwas beitragen, um die Lehrgestalt in eine dem Menschen annehmbare Form zu bringen.
[ 31 ] In der neueren Zeit können wir beobachten, wie aus dieser Ohnmacht des gewöhnlichen Bewußtseins, über das Gottesreich etwas auszumachen, zwei Verirrungen entstanden sind. Da sind auf der einen Seite die Wissenschafter, die über Religion, über Gott reden wollen, die aber die Ohnmacht des gewöhnlichen Bewußtseins gegenüber dem Gottesreich fühlen und dann bloß eine Religionsgeschichte begründen. Ein religiöser Gehalt kann in der unmittelbaren Gegenwart auf diese Weise nicht hervorgebracht werden. Daher betrachtet man die bestehenden Religionen oder die bestandenen Religionen geschichtlich. Was betrachtet man da eigentlich? Man betrachtet das, was einmal als religiöser Gehalt da war durch das alte traumhafte intuitive Hellsehen. Oder man betrachtet das vom religiösen Leben in der Gegenwart, was noch als Rest aus dem alten traumhaft hellseherischen Zustande sich erhalten hat. Das bezeichnet man als Religionsgeschichte und verzichtet völlig auf die Hervorbringung eines eigenen religiösen Lebens.
[ 31 ] In der neueren Zeit können wir beobachten, wie aus dieser Ohnmacht des gewöhnlichen Bewußtseins, über das Gottesreich etwas auszumachen, zwei Verirrungen entstanden sind. Da sind auf der einen Seite die Wissenschafter, die über Religion, über Gott reden wollen, die aber die Ohnmacht des gewöhnlichen Bewußtseins gegenüber dem Gottesreich fühlen und dann bloß eine Religionsgeschichte begründen. Ein religiöser Gehalt kann in der unmittelbaren Gegenwart auf diese Weise nicht hervorgebracht werden. Daher betrachtet man die bestehenden Religionen oder die bestandenen Religionen geschichtlich. Was betrachtet man da eigentlich? Man betrachtet das, was einmal als religiöser Gehalt da war durch das alte traumhafte intuitive Hellsehen. Oder man betrachtet das vom religiösen Leben in der Gegenwart, was noch als Rest aus dem alten traumhaft hellseherischen Zustande sich erhalten hat. Das bezeichnet man als Religionsgeschichte und verzichtet völlig auf die Hervorbringung eines eigenen religiösen Lebens.
[ 32 ] Andere wieder merken, daß dieses gewöhnliche Bewußtsein, dieses klare Alltagsbewußtsein im Menschen doch ohnmächtig ist, irgend etwas auszusagen über die Erlebnisse im rein geistigen Gottesreich. Daher wendet man sich an die mehr unterbewußten Regionen der Menschenseele, an die Gefühlswelt, an gewisse mystische Fähigkeiten und spricht von einem unmittelbaren, elementaren Gotteserleben. Das ist ja heute sehr verbreitet, daß man von einem unmittelbaren, elementaren Gotteserleben spricht. Ja, gerade die Vertreter dieses elementaren Gotteserlebens sind für den Zustand der Geistesverfassung der Gegenwart besonders charakteristisch. Sie fliehen mit aller Macht die Möglichkeit, ihr Gottesbewußtsein in klare Ideen, die logisch gestaltet sind, zu bringen. Sie machen lange Ausführungen darüber, daß eben dieses die wahre Religion nach ihrer Meinung enthaltende elementare Gotteserleben nicht in logische Beweise gebracht werden könne, daß man darauf verzichten müsse, den religiösen Gehalt in intellektualistischen Formen auszudrücken. Solche Vertreter eines elementaren Gottesbewußtseins geben sich aber doch nur Illusionen hin, denn das, was irgendwo in einer Seelenregion erlebt wird, kann auch in klare Ideen gebracht werden. Und stellt man nach dem Muster dieser Leute die Theorie auf, der religiöse Gehalt verliere, wenn er in klare Ideen umgesetzt wird, so zeigt man damit, daß man sich nicht einem wirklichen, sondern nur einem erträumten Ideengehalt hingegeben hat. Es ist ganz besonders charakteristisch für die Gegenwart in bezug auf das religiöse Leben, daß man an etwas appelliert, das, wenn es zur Klarheit gebracht werden soll, eigentlich in den Irrtum verfällt.
[ 32 ] Andere wieder merken, daß dieses gewöhnliche Bewußtsein, dieses klare Alltagsbewußtsein im Menschen doch ohnmächtig ist, irgend etwas auszusagen über die Erlebnisse im rein geistigen Gottesreich. Daher wendet man sich an die mehr unterbewußten Regionen der Menschenseele, an die Gefühlswelt, an gewisse mystische Fähigkeiten und spricht von einem unmittelbaren, elementaren Gotteserleben. Das ist ja heute sehr verbreitet, daß man von einem unmittelbaren, elementaren Gotteserleben spricht. Ja, gerade die Vertreter dieses elementaren Gotteserlebens sind für den Zustand der Geistesverfassung der Gegenwart besonders charakteristisch. Sie fliehen mit aller Macht die Möglichkeit, ihr Gottesbewußtsein in klare Ideen, die logisch gestaltet sind, zu bringen. Sie machen lange Ausführungen darüber, daß eben dieses die wahre Religion nach ihrer Meinung enthaltende elementare Gotteserleben nicht in logische Beweise gebracht werden könne, daß man darauf verzichten müsse, den religiösen Gehalt in intellektualistischen Formen auszudrücken. Solche Vertreter eines elementaren Gottesbewußtseins geben sich aber doch nur Illusionen hin, denn das, was irgendwo in einer Seelenregion erlebt wird, kann auch in klare Ideen gebracht werden. Und stellt man nach dem Muster dieser Leute die Theorie auf, der religiöse Gehalt verliere, wenn er in klare Ideen umgesetzt wird, so zeigt man damit, daß man sich nicht einem wirklichen, sondern nur einem erträumten Ideengehalt hingegeben hat. Es ist ganz besonders charakteristisch für die Gegenwart in bezug auf das religiöse Leben, daß man an etwas appelliert, das, wenn es zur Klarheit gebracht werden soll, eigentlich in den Irrtum verfällt.
[ 33 ] Daraus geht ganz besonders hervor, daß wir zur Erneuerung der Erkenntnisgrundlage des religiösen Lebens nur gelangen können, wenn wir eine Erkenntnismethode nicht abweisen, die hineinführen kann in die lebendige Anschauung des Erlebens des Geistesmenschen und der geistigen Wesenheiten. Gerade für die erkenntnismäßige Grundlegung der Religion brauchen wir diese Erkenntnismethode ganz besonders. Denn für die Religion kann das gewöhnliche Bewußtsein höchstens Erkenntnisse systematisieren oder verdeutlichen oder in eine Lehrgestalt bringen; finden kann es sie nicht. Sonst muß sich die Religion beschränken auf das bloß traditionelle Aufnehmen des aus ganz anderen menschlichen Seelenverfassungen in früheren Zeiten Hervorgegangenen. Damit müßte sie sich beschränken auf das, was dem an moderner Wissenschaft herangeschulten Bewußtsein niemals genügen würde.
[ 33 ] Daraus geht ganz besonders hervor, daß wir zur Erneuerung der Erkenntnisgrundlage des religiösen Lebens nur gelangen können, wenn wir eine Erkenntnismethode nicht abweisen, die hineinführen kann in die lebendige Anschauung des Erlebens des Geistesmenschen und der geistigen Wesenheiten. Gerade für die erkenntnismäßige Grundlegung der Religion brauchen wir diese Erkenntnismethode ganz besonders. Denn für die Religion kann das gewöhnliche Bewußtsein höchstens Erkenntnisse systematisieren oder verdeutlichen oder in eine Lehrgestalt bringen; finden kann es sie nicht. Sonst muß sich die Religion beschränken auf das bloß traditionelle Aufnehmen des aus ganz anderen menschlichen Seelenverfassungen in früheren Zeiten Hervorgegangenen. Damit müßte sie sich beschränken auf das, was dem an moderner Wissenschaft herangeschulten Bewußtsein niemals genügen würde.
[ 34 ] Daher muß für die erkenntnismäßige Grundlegung der Religion ein Satz ausgesprochen werden, den ich heute schon für andere Gebiete ausgesprochen habe, der aber für die einzelnen Zweige ganz besonders ausgesprochen werden muß. Ich muß ihn zum dritten Male jetzt für die erkenntnismäßige Grundlegung der Religion aussprechen:
[ 34 ] Daher muß für die erkenntnismäßige Grundlegung der Religion ein Satz ausgesprochen werden, den ich heute schon für andere Gebiete ausgesprochen habe, der aber für die einzelnen Zweige ganz besonders ausgesprochen werden muß. Ich muß ihn zum dritten Male jetzt für die erkenntnismäßige Grundlegung der Religion aussprechen:
[ 35 ] Soll das religiöse Leben aus den geistigen Bedürfnissen der Gegenwart heraus erneuert werden und eine lebendige Anfachung erfahren, so muß das Geistesleben der Gegenwart vollbewußte imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis anerkennen — und insbesondere für das religiöse Gebiet nicht nur anerkennen, sondern für den lebendigen religiösen Gehalt muß dieses unser modernes Geistesleben diese geisteswissenschaftlichen Ergebnisse auch in entsprechender Weise verwenden.
[ 35 ] Soll das religiöse Leben aus den geistigen Bedürfnissen der Gegenwart heraus erneuert werden und eine lebendige Anfachung erfahren, so muß das Geistesleben der Gegenwart vollbewußte imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis anerkennen — und insbesondere für das religiöse Gebiet nicht nur anerkennen, sondern für den lebendigen religiösen Gehalt muß dieses unser modernes Geistesleben diese geisteswissenschaftlichen Ergebnisse auch in entsprechender Weise verwenden.

