Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Philosophy, Cosmology, and Religion
in Anthroposophy
GA 215

10 September 1922, Dornach

Translate the original German text into any language:

5. Schlaferlebnisse der Seele

5. Schlaferlebnisse der Seele

[ 1 ] In der neuesten Zeit ist die Idee des Unbewußten aufgetaucht und es wird von ihr in der Psychologie sehr viel gesprochen. Man verweist in die Region des Unbewußten alles das im menschlichen Seelenleben, das von dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht erreicht, nicht beobachtet, nicht erklärt werden kann. Und wenn man von diesem Unbewußten spricht, dann setzt man doch voraus, daß dasjenige, wovon man eigentlich meint, es müsse ein Unbekanntes bleiben, Kräfte in sich enthält, die hereinwirken in das bewußte Seelenleben. Das Auftauchen dieser Idee des Unbewußten verdankt man allein dem Umstande, daß in der neueren Zeit eine gewisse Skepsis, ja ein Gefühl der Ohnmacht eingetreten ist gegenüber der Bewältigung der eigentlichen philosophischen, kosmologischen und Religionsprobleme. Die Erkenntnis, welche hier als imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis geschildert worden ist, hat nun aber die Aufgabe, einzudringen in dieses unbestimmte Reservoir, das als «Unbewußtes» in der neueren Wissenschaft so vielfach figuriert. Durch diese übersinnliche Erkenntnis sollen ja gerade die konkreten Tatsachen, welche dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht zugänglich sind, durch das Erreichen anderer Bewußtseinszustände, in denen eine andere Seelenverfassung und deshalb auch eine andere Wahrnehmungsfähigkeit da sind, erforscht werden. Ich möchte Ihnen heute ein Beispiel solcher Erforschung eines unbewußten Seelengebietes darstellen, nämlich die Erlebnisse, welche die Menschenseele durchmacht zwischen Einschlafen und Aufwachen.

[ 1 ] In der neuesten Zeit ist die Idee des Unbewußten aufgetaucht und es wird von ihr in der Psychologie sehr viel gesprochen. Man verweist in die Region des Unbewußten alles das im menschlichen Seelenleben, das von dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht erreicht, nicht beobachtet, nicht erklärt werden kann. Und wenn man von diesem Unbewußten spricht, dann setzt man doch voraus, daß dasjenige, wovon man eigentlich meint, es müsse ein Unbekanntes bleiben, Kräfte in sich enthält, die hereinwirken in das bewußte Seelenleben. Das Auftauchen dieser Idee des Unbewußten verdankt man allein dem Umstande, daß in der neueren Zeit eine gewisse Skepsis, ja ein Gefühl der Ohnmacht eingetreten ist gegenüber der Bewältigung der eigentlichen philosophischen, kosmologischen und Religionsprobleme. Die Erkenntnis, welche hier als imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis geschildert worden ist, hat nun aber die Aufgabe, einzudringen in dieses unbestimmte Reservoir, das als «Unbewußtes» in der neueren Wissenschaft so vielfach figuriert. Durch diese übersinnliche Erkenntnis sollen ja gerade die konkreten Tatsachen, welche dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht zugänglich sind, durch das Erreichen anderer Bewußtseinszustände, in denen eine andere Seelenverfassung und deshalb auch eine andere Wahrnehmungsfähigkeit da sind, erforscht werden. Ich möchte Ihnen heute ein Beispiel solcher Erforschung eines unbewußten Seelengebietes darstellen, nämlich die Erlebnisse, welche die Menschenseele durchmacht zwischen Einschlafen und Aufwachen.

[ 2 ] Was mit der Menschenseele im Schlafzustande vorgeht, bleibt für das gewöhnliche Bewußtsein ein richtiges Unbewußstes. Allein man soll nur nicht glauben, daß die Erlebnisse der Seele während des Schlafzustandes weniger bedeutungsvoll, weniger einschneidend in das Leben des Menschen seien als die Zustände, die Erlebnisse während des Wachbewußtseins. Gewiß, für das äußere Erdenleben, für unser Schaffen und Arbeiten, für den äußeren Fortschritt der Menschheit kommt vor allen Dingen das wache Tagesleben in Betracht. Für die Konfiguration, für das Werden des eigenen menschlichen Inneren kommen aber vor allem die reichen Erlebnisse des Schlafzustandes in Betracht. Diese reichen Erlebnisse des Schlafzustandes, wenn sie auch unbewußt bleiben, sind deshalb doch real, und sie spielen in ihren Nachwirkungen herein in das wache Tagesleben. Nicht nur ist die allgemeine Seelenstimmung des Menschen vom Aufwachen bis zum Einschlafen durchsetzt und durchzogen von den Nachwirkungen des Schlaflebens, sondern auch der physische und der ätherische Organismus, die ja durchkraftet sind von dem astralischen Organismus und von dem eigentlichen Geistesorganismus, dem Ich-Organismus, auch sie werden während des Wachlebens beeinflußt von den Nachwirkungen des Schlaflebens.

[ 2 ] Was mit der Menschenseele im Schlafzustande vorgeht, bleibt für das gewöhnliche Bewußtsein ein richtiges Unbewußstes. Allein man soll nur nicht glauben, daß die Erlebnisse der Seele während des Schlafzustandes weniger bedeutungsvoll, weniger einschneidend in das Leben des Menschen seien als die Zustände, die Erlebnisse während des Wachbewußtseins. Gewiß, für das äußere Erdenleben, für unser Schaffen und Arbeiten, für den äußeren Fortschritt der Menschheit kommt vor allen Dingen das wache Tagesleben in Betracht. Für die Konfiguration, für das Werden des eigenen menschlichen Inneren kommen aber vor allem die reichen Erlebnisse des Schlafzustandes in Betracht. Diese reichen Erlebnisse des Schlafzustandes, wenn sie auch unbewußt bleiben, sind deshalb doch real, und sie spielen in ihren Nachwirkungen herein in das wache Tagesleben. Nicht nur ist die allgemeine Seelenstimmung des Menschen vom Aufwachen bis zum Einschlafen durchsetzt und durchzogen von den Nachwirkungen des Schlaflebens, sondern auch der physische und der ätherische Organismus, die ja durchkraftet sind von dem astralischen Organismus und von dem eigentlichen Geistesorganismus, dem Ich-Organismus, auch sie werden während des Wachlebens beeinflußt von den Nachwirkungen des Schlaflebens.

[ 3 ] Die Erscheinungen stellen sich für das gewöhnliche Bewußtsein zunächst so dar, daß die äußere Sinneswahrnehmung abdämmert, daß sie zuletzt ganz erlöscht, daß ein solches Erlöschen auch stattfindet für das Denken, Fühlen und Wollen, und daß, mit Ausnahme jenes Übergangszustandes, in welchem sich die Träume ereignen, der Mensch in einen bewußtlosen Zustand versinkt. Aber was während dieses bewußtlosen Zustandes mit der Seele vor sich geht, das ist — das muß ja wohl betont werden — etwas durchaus Reales, und was dem gewöhnlichen Bewußtsein in dieser Beziehung unbewußt bleibt, das kann die imaginative, die inspirierte, die intuitive Erkenntnis beleuchten. So will ich Ihnen denn heute die Erlebnisse der Seele während des Schlafzustandes, die unbewußt bleiben, zunächst wenigstens skizzenhaft so schildern, wie Imagination, Inspiration und Intuition das dem gewöhnlichen Bewußtsein Unbewußte schauen können. Ich werde Ihnen also die Erlebnisse der Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen so schildern, als ob sie bewußt erlebt werden, denn sie werden von der höheren Erkenntnis bewußt erlebt. Nicht, als ob die Seele die ganze Nacht unbewußt wäre, aber auch auf das, was sonst unbewußt bleibt, kann eben in dem Zustande der Imagination, Inspiration und Intuition hingeschaut werden, so daß es beleuchtet werden kann und offenbar wird. Da zeigt sich dann das Folgende.

[ 3 ] Die Erscheinungen stellen sich für das gewöhnliche Bewußtsein zunächst so dar, daß die äußere Sinneswahrnehmung abdämmert, daß sie zuletzt ganz erlöscht, daß ein solches Erlöschen auch stattfindet für das Denken, Fühlen und Wollen, und daß, mit Ausnahme jenes Übergangszustandes, in welchem sich die Träume ereignen, der Mensch in einen bewußtlosen Zustand versinkt. Aber was während dieses bewußtlosen Zustandes mit der Seele vor sich geht, das ist — das muß ja wohl betont werden — etwas durchaus Reales, und was dem gewöhnlichen Bewußtsein in dieser Beziehung unbewußt bleibt, das kann die imaginative, die inspirierte, die intuitive Erkenntnis beleuchten. So will ich Ihnen denn heute die Erlebnisse der Seele während des Schlafzustandes, die unbewußt bleiben, zunächst wenigstens skizzenhaft so schildern, wie Imagination, Inspiration und Intuition das dem gewöhnlichen Bewußtsein Unbewußte schauen können. Ich werde Ihnen also die Erlebnisse der Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen so schildern, als ob sie bewußt erlebt werden, denn sie werden von der höheren Erkenntnis bewußt erlebt. Nicht, als ob die Seele die ganze Nacht unbewußt wäre, aber auch auf das, was sonst unbewußt bleibt, kann eben in dem Zustande der Imagination, Inspiration und Intuition hingeschaut werden, so daß es beleuchtet werden kann und offenbar wird. Da zeigt sich dann das Folgende.

[ 4 ] Indem der Mensch zunächst in den Schlafzustand eintritt, hört die Sinneswelt um ihn herum auf, für die Seele da zu sein. Der Mensch dringt ein in ein solches inneres Erleben, das in sich undifferenziert ist, in einem gewissen Sinne unbestimmt ist. Die Seele fühlt sich — ich sage: sie fühlt sich; sie fühlt sich nicht, aber wenn sie sich bewußt wäre, würde sie sich fühlen —, sie fühlt sich vergrößert wie in einem weitausgebreiteten Nebel. Es ist in diesem innerlichen Erfühlen und Erleben zunächst für den ersten Zustand des Schlafes nicht Subjekt und nicht Objekt zu unterscheiden. Es sind auch nicht einzelne Erscheinungen und Tatsachen zu unterscheiden, es ist ein allgemeines Erfühlen eines, wie gesagt, nebelhaften Weltempfindens. Und man fühlt dieses nebelhafte Weltempfinden wie sein eigenes Dasein. Nun tritt aber zugleich in dem schlafenden Menschen das auf, was man nennen könnte ein tiefes Bedürfnis, in der göttlichen Wesenheit der Welt zu ruhen. In dieses Ausfließen des Erlebens in einem allgemeinen undifferenzierten Zustande mischt sich hinein eine unbestimmte Sehnsucht — man muß das Wort doch gebrauchen —, in Gott zu ruhen. Wie gesagt schildere ich so, als ob die unbewußt erlebten Ereignisse bewußt durchgemacht würden. So ist für die Seele gewissermaßen versunken die äußere Tageswelt, alles, was sie durch die Sinne bekommt. Versunken sind auch alle die Antriebe, durch welche die Seele im Körper fühlt, alle die Antriebe, durch welche die Seele ihre Willensimpule durch den Körper durchsendet. Vorhanden ist zunächst ein allgemeines Welterfühlen mit einer Gottessehnsucht.

[ 4 ] Indem der Mensch zunächst in den Schlafzustand eintritt, hört die Sinneswelt um ihn herum auf, für die Seele da zu sein. Der Mensch dringt ein in ein solches inneres Erleben, das in sich undifferenziert ist, in einem gewissen Sinne unbestimmt ist. Die Seele fühlt sich — ich sage: sie fühlt sich; sie fühlt sich nicht, aber wenn sie sich bewußt wäre, würde sie sich fühlen —, sie fühlt sich vergrößert wie in einem weitausgebreiteten Nebel. Es ist in diesem innerlichen Erfühlen und Erleben zunächst für den ersten Zustand des Schlafes nicht Subjekt und nicht Objekt zu unterscheiden. Es sind auch nicht einzelne Erscheinungen und Tatsachen zu unterscheiden, es ist ein allgemeines Erfühlen eines, wie gesagt, nebelhaften Weltempfindens. Und man fühlt dieses nebelhafte Weltempfinden wie sein eigenes Dasein. Nun tritt aber zugleich in dem schlafenden Menschen das auf, was man nennen könnte ein tiefes Bedürfnis, in der göttlichen Wesenheit der Welt zu ruhen. In dieses Ausfließen des Erlebens in einem allgemeinen undifferenzierten Zustande mischt sich hinein eine unbestimmte Sehnsucht — man muß das Wort doch gebrauchen —, in Gott zu ruhen. Wie gesagt schildere ich so, als ob die unbewußt erlebten Ereignisse bewußt durchgemacht würden. So ist für die Seele gewissermaßen versunken die äußere Tageswelt, alles, was sie durch die Sinne bekommt. Versunken sind auch alle die Antriebe, durch welche die Seele im Körper fühlt, alle die Antriebe, durch welche die Seele ihre Willensimpule durch den Körper durchsendet. Vorhanden ist zunächst ein allgemeines Welterfühlen mit einer Gottessehnsucht.

[ 5 ] In diesen Zustand, der als der erste nach dem Einschlafen eintritt, können sich die Träume hineinmischen, Träume, welche entweder Bilder, symbolische Bilder äußeren Erlebens sind, Erinnerungsvorstellungen, symbolische Bilder innerer körperlicher Zustände und so weiter, oder Träume, in die sich auch hineinmischen können gewisse wahre Tatsachen der geistigen Welt, ohne daß der nur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein behaftete Träumer eine deutliche Erkenntnis von dem erwerben könnte, was diese Träume eigentlich enthalten. Auch für denjenigen, der durch imaginative Erkenntnis — denn durch diese kann man es schon — in diesen Seelenzustand hineinschaut, sind die Träume nicht etwa eine Aufhellung des inneren Tatbestandes, sondern eher eine Art Verhüllung der reinen Wahrheit. Denn diese reine Wahrheit in bezug auf das, was hier gemeint ist, kann von dem Menschen doch nur erkannt werden, wenn er durch Seelenübungen, wie sie geschildert worden sind, in der entsprechenden Weise sich in freiem Willen darauf vorbereitet. Nur als Erfolg dieser Seelenübungen kann das reine Anschauen auch dieses ersten Schlafzustandes auftreten.

[ 5 ] In diesen Zustand, der als der erste nach dem Einschlafen eintritt, können sich die Träume hineinmischen, Träume, welche entweder Bilder, symbolische Bilder äußeren Erlebens sind, Erinnerungsvorstellungen, symbolische Bilder innerer körperlicher Zustände und so weiter, oder Träume, in die sich auch hineinmischen können gewisse wahre Tatsachen der geistigen Welt, ohne daß der nur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein behaftete Träumer eine deutliche Erkenntnis von dem erwerben könnte, was diese Träume eigentlich enthalten. Auch für denjenigen, der durch imaginative Erkenntnis — denn durch diese kann man es schon — in diesen Seelenzustand hineinschaut, sind die Träume nicht etwa eine Aufhellung des inneren Tatbestandes, sondern eher eine Art Verhüllung der reinen Wahrheit. Denn diese reine Wahrheit in bezug auf das, was hier gemeint ist, kann von dem Menschen doch nur erkannt werden, wenn er durch Seelenübungen, wie sie geschildert worden sind, in der entsprechenden Weise sich in freiem Willen darauf vorbereitet. Nur als Erfolg dieser Seelenübungen kann das reine Anschauen auch dieses ersten Schlafzustandes auftreten.

[ 6 ] Wenn man nun durch eine solche entsprechende Erkenntnis auf diesen ersten Schlafzustand hinblickt, wenn man ihn durchschaut, dann stellt er sich heraus, nicht ganz gleich, aber sehr ähnlich den unbewußten Erlebnissen in der allerersten Kindheit. Geradeso wie wenn der Mensch imstande wäre, die Erlebnisse der ersten Kindheit, die aber unbewußt bleiben, sich zum Bewußtsein zu bringen und sie hineinzugießen in diejenigen Begriffe und Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins, welche die Philosophie bearbeitet — dann würden diese Ideen der Philosophie ja Realität gewinnen, man würde sich in der Philosophie als in etwas Reales erheben —, so kann man auch sagen, daß in dem ersten Stadium eines jeden Schlafzustandes der Mensch zum unbewußten Philosophen wird, zu dem wird, was er im wachen Tagesbewußtsein an Ideen, dialektischen und logischen Gesetzen in seiner Seele verarbeitet. Könnte man das mit Wirklichkeitserleben durchsetzen, das in den Weltennebel der ätherischen Welt Ausgeflossensein und die Sehnsucht der Seele, in Gott zu ruhen, könnte man diese beiden Seelenerlebnisse sich zum Bewußtsein bringen und hineingießen in die abstrakten philosophischen Ideen, so würden diese lebendig werden, und die Philosophie würde etwa das sein, was sie in Griechenland vor Sokrates war, und was sie in älteren Menschheitszeiten war, nämlich inneres Wirklichkeitserleben.

[ 6 ] Wenn man nun durch eine solche entsprechende Erkenntnis auf diesen ersten Schlafzustand hinblickt, wenn man ihn durchschaut, dann stellt er sich heraus, nicht ganz gleich, aber sehr ähnlich den unbewußten Erlebnissen in der allerersten Kindheit. Geradeso wie wenn der Mensch imstande wäre, die Erlebnisse der ersten Kindheit, die aber unbewußt bleiben, sich zum Bewußtsein zu bringen und sie hineinzugießen in diejenigen Begriffe und Ideen des gewöhnlichen Bewußtseins, welche die Philosophie bearbeitet — dann würden diese Ideen der Philosophie ja Realität gewinnen, man würde sich in der Philosophie als in etwas Reales erheben —, so kann man auch sagen, daß in dem ersten Stadium eines jeden Schlafzustandes der Mensch zum unbewußten Philosophen wird, zu dem wird, was er im wachen Tagesbewußtsein an Ideen, dialektischen und logischen Gesetzen in seiner Seele verarbeitet. Könnte man das mit Wirklichkeitserleben durchsetzen, das in den Weltennebel der ätherischen Welt Ausgeflossensein und die Sehnsucht der Seele, in Gott zu ruhen, könnte man diese beiden Seelenerlebnisse sich zum Bewußtsein bringen und hineingießen in die abstrakten philosophischen Ideen, so würden diese lebendig werden, und die Philosophie würde etwa das sein, was sie in Griechenland vor Sokrates war, und was sie in älteren Menschheitszeiten war, nämlich inneres Wirklichkeitserleben.

[ 7 ] Wir haben nun zwei Stadien der Menschheitsentfaltung kennengelernt: das Stadium der allerersten Kindheit, das, wenn es zum Bewußtsein gebracht wird, darstellen würde die Realität der philosophischen Ideen; und wir haben jetzt verzeichnen können das Erlebnis des ersten Schlafzustandes, das sehr ähnlich ist dem unbewußten Kindheitserlebnis und das ebenfalls, wenn es zum Bewußtsein gebracht wird, der im Wachzustande errungenen Philosophie Wirklichkeitserleben gibt.

[ 7 ] Wir haben nun zwei Stadien der Menschheitsentfaltung kennengelernt: das Stadium der allerersten Kindheit, das, wenn es zum Bewußtsein gebracht wird, darstellen würde die Realität der philosophischen Ideen; und wir haben jetzt verzeichnen können das Erlebnis des ersten Schlafzustandes, das sehr ähnlich ist dem unbewußten Kindheitserlebnis und das ebenfalls, wenn es zum Bewußtsein gebracht wird, der im Wachzustande errungenen Philosophie Wirklichkeitserleben gibt.

[ 8 ] Das ist die Schilderung der ersten, nicht sehr lange dauernden Zustände, wie sie der Mensch durchmacht vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 8 ] Das ist die Schilderung der ersten, nicht sehr lange dauernden Zustände, wie sie der Mensch durchmacht vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 9 ] Nachdem die Menschenseele eine Zeitlang in dem geschilderten Zustande während ihres Schlafes war, setzt sich dieser Zustand in einen anderen hinein fort. Diese zweite Etappe des Schlafes stellt sich so dar, daß der Mensch statt des Erlebens im eigenen physischen und ätherischen Organismus, wie er es bei Tage hat, eine Art Erleben hat, so daß er den Kosmos, den er sonst bei Tage um sich hat, in sich fühlt. Und während in der ersten Etappe des Schlafes kein deutliches Unterscheiden im Erleben der Seele da ist zwischen Subjekt und Objekt, wird jetzt immer mehr und mehr diese Unterscheidung bedeutungsvoll, nur daß der Mensch während des Schlafes gewissermaßen in den umgekehrten Zustand gekommen ist als während des Wachens. Er fühlt sich jetzt, erlebt sich im Kosmos und schaut zurück als auf ein Objektives auf seinen physischen und seinen ätherischen Organismus. So, wie er im Tagesbewußtsein seine Organe — Lunge, Leber, Herz und so weiter — in sich dumpf erlebt, so erlebt er jetzt während des Schlafzustandes den kosmischen Inhalt in sich; er wird gewissermaßen seelisch selber Kosmos. Nicht, als ob er sich zum ganzen Kosmos ausdehnte, sondern er erlebt etwas wie eine Nachbildung des Kosmos in sich. Aber die erste unbewußte Erfahrung, die jedoch durchaus real ist, ist ein, ich möchte sagen, Zersplittertsein dieses inneren Erlebens der Seele, ein Verteiltsein der Seele auf viele Einzelheiten einer Mannigfaltigkeit. Die Seele erlebt sich nicht als Einheit, sie erlebt sich als eine Vielheit. So wie wir, wenn wir uns während des Tages erlebten, uns nicht als dieser einheitliche Mensch, sondern als eine Vielheit von Augen, Ohren, Lunge, Leber und so weiter im Gehirn erleben würden und vermissen würden die Einheit, so erlebt man gewissermaßen die kosmischen Ingredienzien, ohne während des Schlafes ihre Einheit zunächst zu erleben. Das bewirkt einen Zustand der Seele, den man, wenn er bewußt wäre, bezeichnen müßte als eine die Seele durchsetzende Ängstlichkeit, als Angst. Wie gesagt, wenn man ihn im bewußten Erleben darstellen will, so stellt sich dieser Zustand als Angstzustand dar. Aber die Seele erlebt real das, was so an objektiven Vorgängen dieser nächtlichen Angst zugrunde liegt, wie etwa im Tagesleben die organischen Vorgänge des physischen und ätherischen Organismus demjenigen zugrunde liegen, was die Seele als von innen kommende Ängstlichkeit da oder dort erleben könnte. Es sind in der Tat die Ereignisse, die, man möchte sagen, angstmachende Ereignisse sind, durch die sich da die Seele durchzuleben hat.

[ 9 ] Nachdem die Menschenseele eine Zeitlang in dem geschilderten Zustande während ihres Schlafes war, setzt sich dieser Zustand in einen anderen hinein fort. Diese zweite Etappe des Schlafes stellt sich so dar, daß der Mensch statt des Erlebens im eigenen physischen und ätherischen Organismus, wie er es bei Tage hat, eine Art Erleben hat, so daß er den Kosmos, den er sonst bei Tage um sich hat, in sich fühlt. Und während in der ersten Etappe des Schlafes kein deutliches Unterscheiden im Erleben der Seele da ist zwischen Subjekt und Objekt, wird jetzt immer mehr und mehr diese Unterscheidung bedeutungsvoll, nur daß der Mensch während des Schlafes gewissermaßen in den umgekehrten Zustand gekommen ist als während des Wachens. Er fühlt sich jetzt, erlebt sich im Kosmos und schaut zurück als auf ein Objektives auf seinen physischen und seinen ätherischen Organismus. So, wie er im Tagesbewußtsein seine Organe — Lunge, Leber, Herz und so weiter — in sich dumpf erlebt, so erlebt er jetzt während des Schlafzustandes den kosmischen Inhalt in sich; er wird gewissermaßen seelisch selber Kosmos. Nicht, als ob er sich zum ganzen Kosmos ausdehnte, sondern er erlebt etwas wie eine Nachbildung des Kosmos in sich. Aber die erste unbewußte Erfahrung, die jedoch durchaus real ist, ist ein, ich möchte sagen, Zersplittertsein dieses inneren Erlebens der Seele, ein Verteiltsein der Seele auf viele Einzelheiten einer Mannigfaltigkeit. Die Seele erlebt sich nicht als Einheit, sie erlebt sich als eine Vielheit. So wie wir, wenn wir uns während des Tages erlebten, uns nicht als dieser einheitliche Mensch, sondern als eine Vielheit von Augen, Ohren, Lunge, Leber und so weiter im Gehirn erleben würden und vermissen würden die Einheit, so erlebt man gewissermaßen die kosmischen Ingredienzien, ohne während des Schlafes ihre Einheit zunächst zu erleben. Das bewirkt einen Zustand der Seele, den man, wenn er bewußt wäre, bezeichnen müßte als eine die Seele durchsetzende Ängstlichkeit, als Angst. Wie gesagt, wenn man ihn im bewußten Erleben darstellen will, so stellt sich dieser Zustand als Angstzustand dar. Aber die Seele erlebt real das, was so an objektiven Vorgängen dieser nächtlichen Angst zugrunde liegt, wie etwa im Tagesleben die organischen Vorgänge des physischen und ätherischen Organismus demjenigen zugrunde liegen, was die Seele als von innen kommende Ängstlichkeit da oder dort erleben könnte. Es sind in der Tat die Ereignisse, die, man möchte sagen, angstmachende Ereignisse sind, durch die sich da die Seele durchzuleben hat.

[ 10 ] In diesem Stadium des Schlafes zeigt sich nun das Hineinwirken von Vorkommnissen des Tageslebens in das Schlafleben. Für den modernen Menschen, der nach dem Mysterium von Golgatha lebt, zeigen sich da die Nachwirkungen dessen, was er während des Tageslebens durchmacht an religiöser innerer Hingabe zu dem Christus und zu dem Mysterium von Golgatha. Alles Hinblicken und Hinschauen, alle Verehrung und Anbetung, die man für den Christus und für das Mysterium von Golgatha im wachen Tagesleben entwickelt, sind von einer Nachwirkung in diese zweite Etappe des Schlaflebens hinein. Für diejenigen Menschen, die im Erdendasein vor dem Mysterium von Golgatha lebten, war das anders. Sie bekamen von ihren religiösen Führern entsprechende Mittel, religiöse Verrichtungen, deren Wirkungen sie hineinnehmen konnten in das Schlafleben und die so wirkten, daß diese Ängstlichkeit im Schlafzustande nach und nach überwunden wurde. Für den Menschen, der nach dem Mysterium von Golgatha lebt, ist es so, daß seine innere Verbindung mit dem Christus Jesus, sein Gefühl der Zugehörigkeit zu dem Christus Jesus, die religiösen Verrichtungen, die er an den Christus Jesus richtet, überhaupt sein ganzes Verhältnis zu dem Christus Jesus und das tatsächliche Ausleben dieses Verhältnisses, daß dies alles nun hineinwirkt in das Schlafleben und gewissermaßen jene Ängstlichkeit überwinden hilft, welche die Seele bedrückt.

[ 10 ] In diesem Stadium des Schlafes zeigt sich nun das Hineinwirken von Vorkommnissen des Tageslebens in das Schlafleben. Für den modernen Menschen, der nach dem Mysterium von Golgatha lebt, zeigen sich da die Nachwirkungen dessen, was er während des Tageslebens durchmacht an religiöser innerer Hingabe zu dem Christus und zu dem Mysterium von Golgatha. Alles Hinblicken und Hinschauen, alle Verehrung und Anbetung, die man für den Christus und für das Mysterium von Golgatha im wachen Tagesleben entwickelt, sind von einer Nachwirkung in diese zweite Etappe des Schlaflebens hinein. Für diejenigen Menschen, die im Erdendasein vor dem Mysterium von Golgatha lebten, war das anders. Sie bekamen von ihren religiösen Führern entsprechende Mittel, religiöse Verrichtungen, deren Wirkungen sie hineinnehmen konnten in das Schlafleben und die so wirkten, daß diese Ängstlichkeit im Schlafzustande nach und nach überwunden wurde. Für den Menschen, der nach dem Mysterium von Golgatha lebt, ist es so, daß seine innere Verbindung mit dem Christus Jesus, sein Gefühl der Zugehörigkeit zu dem Christus Jesus, die religiösen Verrichtungen, die er an den Christus Jesus richtet, überhaupt sein ganzes Verhältnis zu dem Christus Jesus und das tatsächliche Ausleben dieses Verhältnisses, daß dies alles nun hineinwirkt in das Schlafleben und gewissermaßen jene Ängstlichkeit überwinden hilft, welche die Seele bedrückt.

[ 11 ] Wie gesagt, schildere ich so, wie sich die Dinge vor dem inspirierten Bewußtsein ausnehmen, wie sie aber als real durchaus von der Seele erlebt werden. Daher stelle ich Begriffe auf, die eigentlich Begriffe des bewußten Lebens sind, aber die realen korrespondierenden Prozesse sind durchaus im Leben der Seele da. Wir begegnen in der Tat, wenn wir bei Tage ein Verhältnis zu dem Christus entwickelt haben, während dieser zweiten Etappe des Schlaflebens der führenden Macht des Christus. Diese führende Macht des Christus ist es, durch welche wir jene die Seele bedrückende Ängstlichkeit überwinden. Und es entwickelt sich heraus aus dieser Ängstlichkeit ein kosmisches Verhältnis zur Welt. Es stehen infolge der Entwickelung dieses Verhältnisses vor der Seele, aber eigentlich so, daß die Seele dies als ihr Innenleben erlebt, die Bewegungen des Planetensystems unseres Sonnenkosmos. Nicht, als ob die Seele sich während dieses Schlaflebens in die planetarische Welt hinaus ausdehnte, aber eine innere Nachbildung der planetarischen Welt lebt sich in der Seele aus. Sie erlebt tatsächlich den planetarischen Kosmos in einer Nachbildung. Wenn auch dasjenige, was die Seele also in jeder Nacht wie einen inneren kleinen Globus, Himmelsglobus, erlebt, nicht in das Bewußtsein des Tageslebens hereinstrahlt, so strahlt es doch in die Wirklichkeit des Tageslebens hinüber, und es lebt weiter vom Aufwachen bis zum Einschlafen im physischen und im ätherischen Organismus. Wenn wir nämlich den physischen und den ätherischen Organismus in dem Atmungssystem, in dem Blutzirkulationssystem, in dem ganzen rhythmischen System durchschauen, so leben darin, begleitend die Atmungsströmungen, begleitend die Blutzirkulation, Reize, Impulse, welche in das wache Leben hereinwirken aus demjenigen, was als planetarisches inneres Erleben zwischen Einschlafen und Aufwachen von der Seele erlebt wird, so daß in der Tat während des Wachens in unserem Atmen, in unserer Blutzirkulation als nachwirkender Reiz die Planetenbewegungen unseres Sonnensystems pulsieren. Und während des Schlafzustandes — wo der astralische und der Ich-Organismus außerhalb des physischen und des ätherischen Organismus sind, das erweist sich ja durch eine solche Beobachtung — da wirken die Planetenbewegungen nicht unmittelbar, da werden sie von der Seele außerhalb des physischen und des ätherischen Organismus erlebt. Aber im Innern des schlafenden physischen Organismus zittern nach, vibrieren nach diese Reize, die von der vorhergehenden Nacht kommen, die während des Tages Atmungsprozesse und Blutzirkulation durchpulsiert haben. Während der folgenden Nacht ist dann eine Nachwirkung von ihnen da, und am nächsten Morgen erneuern sich diese Reize wiederum als die Folge dessen, was die Seele in der Nacht als innere Nachbildung des planetarischen Kosmos erlebt hat.

[ 11 ] Wie gesagt, schildere ich so, wie sich die Dinge vor dem inspirierten Bewußtsein ausnehmen, wie sie aber als real durchaus von der Seele erlebt werden. Daher stelle ich Begriffe auf, die eigentlich Begriffe des bewußten Lebens sind, aber die realen korrespondierenden Prozesse sind durchaus im Leben der Seele da. Wir begegnen in der Tat, wenn wir bei Tage ein Verhältnis zu dem Christus entwickelt haben, während dieser zweiten Etappe des Schlaflebens der führenden Macht des Christus. Diese führende Macht des Christus ist es, durch welche wir jene die Seele bedrückende Ängstlichkeit überwinden. Und es entwickelt sich heraus aus dieser Ängstlichkeit ein kosmisches Verhältnis zur Welt. Es stehen infolge der Entwickelung dieses Verhältnisses vor der Seele, aber eigentlich so, daß die Seele dies als ihr Innenleben erlebt, die Bewegungen des Planetensystems unseres Sonnenkosmos. Nicht, als ob die Seele sich während dieses Schlaflebens in die planetarische Welt hinaus ausdehnte, aber eine innere Nachbildung der planetarischen Welt lebt sich in der Seele aus. Sie erlebt tatsächlich den planetarischen Kosmos in einer Nachbildung. Wenn auch dasjenige, was die Seele also in jeder Nacht wie einen inneren kleinen Globus, Himmelsglobus, erlebt, nicht in das Bewußtsein des Tageslebens hereinstrahlt, so strahlt es doch in die Wirklichkeit des Tageslebens hinüber, und es lebt weiter vom Aufwachen bis zum Einschlafen im physischen und im ätherischen Organismus. Wenn wir nämlich den physischen und den ätherischen Organismus in dem Atmungssystem, in dem Blutzirkulationssystem, in dem ganzen rhythmischen System durchschauen, so leben darin, begleitend die Atmungsströmungen, begleitend die Blutzirkulation, Reize, Impulse, welche in das wache Leben hereinwirken aus demjenigen, was als planetarisches inneres Erleben zwischen Einschlafen und Aufwachen von der Seele erlebt wird, so daß in der Tat während des Wachens in unserem Atmen, in unserer Blutzirkulation als nachwirkender Reiz die Planetenbewegungen unseres Sonnensystems pulsieren. Und während des Schlafzustandes — wo der astralische und der Ich-Organismus außerhalb des physischen und des ätherischen Organismus sind, das erweist sich ja durch eine solche Beobachtung — da wirken die Planetenbewegungen nicht unmittelbar, da werden sie von der Seele außerhalb des physischen und des ätherischen Organismus erlebt. Aber im Innern des schlafenden physischen Organismus zittern nach, vibrieren nach diese Reize, die von der vorhergehenden Nacht kommen, die während des Tages Atmungsprozesse und Blutzirkulation durchpulsiert haben. Während der folgenden Nacht ist dann eine Nachwirkung von ihnen da, und am nächsten Morgen erneuern sich diese Reize wiederum als die Folge dessen, was die Seele in der Nacht als innere Nachbildung des planetarischen Kosmos erlebt hat.

[ 12 ] Neben diesem kosmischen Erleben tritt aber noch etwas anderes in dieser zweiten Etappe des Schlaflebens auf. Die Seele bekommt ein deutliches Erleben von allen den Beziehungen zu Menschenseelen, die sie jemals in den verschiedenen Erdenleben gehabt hat. Wir haben ja in unserem Inneren, ich möchte sagen, die «Zeichen» von allen den Beziehungen, die wir jemals in den aufeinanderfolgenden Erdenleben zu Menschenseelen gehabt haben. Diese alle treten in einer gewissen bildhaften Weise jetzt vor die Seele. Die Seele erlebt, wenn auch unbewußt, aber real alles, was sie einmal im Rechten oder Unrechten mit anderen Menschen zu tun gehabt hat. Und ebenso erlebt sie werdend ihre Beziehungen zu geistigen Wesenheiten, die den Kosmos bewohnen und die niemals in einem physischen Körper leben, die also gegenüber dem physischen Menschenleben immer ein übersinnliches Dasein leben. Die Menschenseele lebt sich also während des Schlafes auch hinein in ein reiches Netz von Beziehungen zu den Menschenseelen, zu denen sie solche Beziehungen angeknüpft hat. Diese Beziehungen erscheinen wiederum, und ebenso erscheint alles das, was in diesen Beziehungen geblieben ist als die Nachwirkung von Recht oder Unrecht, das man Menschen getan hat, Gutes und Böses, was man ihnen zugefügt hat. Kurz, was gewordenes Schicksal des Menschen ist, stellt sich in diesem Stadium des Schlafes vor die Seele hin.

[ 12 ] Neben diesem kosmischen Erleben tritt aber noch etwas anderes in dieser zweiten Etappe des Schlaflebens auf. Die Seele bekommt ein deutliches Erleben von allen den Beziehungen zu Menschenseelen, die sie jemals in den verschiedenen Erdenleben gehabt hat. Wir haben ja in unserem Inneren, ich möchte sagen, die «Zeichen» von allen den Beziehungen, die wir jemals in den aufeinanderfolgenden Erdenleben zu Menschenseelen gehabt haben. Diese alle treten in einer gewissen bildhaften Weise jetzt vor die Seele. Die Seele erlebt, wenn auch unbewußt, aber real alles, was sie einmal im Rechten oder Unrechten mit anderen Menschen zu tun gehabt hat. Und ebenso erlebt sie werdend ihre Beziehungen zu geistigen Wesenheiten, die den Kosmos bewohnen und die niemals in einem physischen Körper leben, die also gegenüber dem physischen Menschenleben immer ein übersinnliches Dasein leben. Die Menschenseele lebt sich also während des Schlafes auch hinein in ein reiches Netz von Beziehungen zu den Menschenseelen, zu denen sie solche Beziehungen angeknüpft hat. Diese Beziehungen erscheinen wiederum, und ebenso erscheint alles das, was in diesen Beziehungen geblieben ist als die Nachwirkung von Recht oder Unrecht, das man Menschen getan hat, Gutes und Böses, was man ihnen zugefügt hat. Kurz, was gewordenes Schicksal des Menschen ist, stellt sich in diesem Stadium des Schlafes vor die Seele hin.

[ 13 ] Was eine ältere Philosophie Karma genannt hat, tritt in diesem Schlafzustande jede Nacht vor die Menschenseele. Und wenn die planetarischen Erlebnisse als Reize fortwirken in Atmung und Blutzirkulation, also im physischen und ätherischen Organismus des Menschen, dann zeigt sich für den, der durch die inspirierte Erkenntnis solches zu beobachten vermag, daß dieses Erleben der wiederholten Erdenleben auch hinüberspielt in das Tagesbewußtsein, wenn es auch in diesem nicht unmittelbar gegenwärtig ist. Für die inspirierte Erkenntnis, die das anschaut, was da die Seele erlebt, ist dann die Tatsache der wiederholten Erdenleben einfach gegeben, denn die wiederholten Erdenleben stellen sich in der Anschauung der Inspiration unmittelbar im Zusammenhange mit demjenigen dar, was man schaut an Beziehungen zu Menschen, die man je gehabt hat. Indem man diese Beziehungen überschaut, stellt sich einem die Entwickelung durch die wiederholten Erdenleben dar. Die eine Beziehung schaut man, die in ein bestimmtes Erdenleben zurückweist, die andere, die in ein anderes weist und so weiter. Ebenso stellt sich das Karma als eine Tatsache vor den Menschen hin.

[ 13 ] Was eine ältere Philosophie Karma genannt hat, tritt in diesem Schlafzustande jede Nacht vor die Menschenseele. Und wenn die planetarischen Erlebnisse als Reize fortwirken in Atmung und Blutzirkulation, also im physischen und ätherischen Organismus des Menschen, dann zeigt sich für den, der durch die inspirierte Erkenntnis solches zu beobachten vermag, daß dieses Erleben der wiederholten Erdenleben auch hinüberspielt in das Tagesbewußtsein, wenn es auch in diesem nicht unmittelbar gegenwärtig ist. Für die inspirierte Erkenntnis, die das anschaut, was da die Seele erlebt, ist dann die Tatsache der wiederholten Erdenleben einfach gegeben, denn die wiederholten Erdenleben stellen sich in der Anschauung der Inspiration unmittelbar im Zusammenhange mit demjenigen dar, was man schaut an Beziehungen zu Menschen, die man je gehabt hat. Indem man diese Beziehungen überschaut, stellt sich einem die Entwickelung durch die wiederholten Erdenleben dar. Die eine Beziehung schaut man, die in ein bestimmtes Erdenleben zurückweist, die andere, die in ein anderes weist und so weiter. Ebenso stellt sich das Karma als eine Tatsache vor den Menschen hin.

[ 14 ] Was so während des Schlafes von der Seele erlebt wird, das wirkt in das Tagesbewußtsein in der Weise herein, daß die allgemeine Seelenstimmung des Menschen, die als dumpfes Erfühlen seiner selbst während des Tages spielt, abhängig ist von dem, was wir in dieser Etappe des Schlaflebens durchmachen. Ob wir uns glücklich oder unglücklich im dumpfen Innendasein fühlen, ob wir uns frisch oder ermattet fühlen, das ist im weiten Umfange eine Folge dessen, was in diesen geschilderten Zuständen während des Schlafes erlebt wird. Und so befinden wir uns während dieser Etappe des Schlafzustandes tatsächlich in dem Kosmos draußen, wenn auch das, was wir als Innenleben in der Seele erleben, eine Nachbildung des Kosmos ist, und wenn auch das, was wir über die wiederholten Erdenleben und über das Karma erleben, in Bildern, in Nachbildern vor die Seele tritt. In dem, was wir da als solche Nachbilder, kosmische und schicksalgemäße Nachbilder vor der Seele stehend haben, ist das enthalten, was des Menschen Innensein im Kosmos genannt werden kann. Und wenn man das, was man auf diese Weise durch die inspirierte Erkenntnis erringen kann, nun, indem man es zurückstrahlen läßt ins gewöhnliche Bewußtsein, in Begriffe und Ideen faßt, dann hat man damit die wirkliche, auch den ganzen Menschen umfassende Kosmologie. Diese Kosmologie ist dann eine erlebte Kosmologie. Wir können sagen: Der Mensch lernt, wenn er mit Bewußtsein diese Etappe des Schlaflebens zurückstrahlt, sich selber erkennen als ein Glied der kosmischen Ordnung, wobei diese kosmische Ordnung sich planetarisch auslebt, also gewissermaßen als kosmische Naturordnung.

[ 14 ] Was so während des Schlafes von der Seele erlebt wird, das wirkt in das Tagesbewußtsein in der Weise herein, daß die allgemeine Seelenstimmung des Menschen, die als dumpfes Erfühlen seiner selbst während des Tages spielt, abhängig ist von dem, was wir in dieser Etappe des Schlaflebens durchmachen. Ob wir uns glücklich oder unglücklich im dumpfen Innendasein fühlen, ob wir uns frisch oder ermattet fühlen, das ist im weiten Umfange eine Folge dessen, was in diesen geschilderten Zuständen während des Schlafes erlebt wird. Und so befinden wir uns während dieser Etappe des Schlafzustandes tatsächlich in dem Kosmos draußen, wenn auch das, was wir als Innenleben in der Seele erleben, eine Nachbildung des Kosmos ist, und wenn auch das, was wir über die wiederholten Erdenleben und über das Karma erleben, in Bildern, in Nachbildern vor die Seele tritt. In dem, was wir da als solche Nachbilder, kosmische und schicksalgemäße Nachbilder vor der Seele stehend haben, ist das enthalten, was des Menschen Innensein im Kosmos genannt werden kann. Und wenn man das, was man auf diese Weise durch die inspirierte Erkenntnis erringen kann, nun, indem man es zurückstrahlen läßt ins gewöhnliche Bewußtsein, in Begriffe und Ideen faßt, dann hat man damit die wirkliche, auch den ganzen Menschen umfassende Kosmologie. Diese Kosmologie ist dann eine erlebte Kosmologie. Wir können sagen: Der Mensch lernt, wenn er mit Bewußtsein diese Etappe des Schlaflebens zurückstrahlt, sich selber erkennen als ein Glied der kosmischen Ordnung, wobei diese kosmische Ordnung sich planetarisch auslebt, also gewissermaßen als kosmische Naturordnung.

[ 15 ] Aber jetzt tritt innerhalb der kosmischen Ordnung auch die moralische Weltordnung auf. Es ist nicht so wie hier im Erdendasein, daß wir auf der einen Seite die Naturordnung haben, die ihre eigene GesetzmäBigkeit hat und moralfrei ist, und auf der anderen Seite die moralische Weltenordnung, die nur in der Seele erlebt wird für das Erdendasein, sondern wir haben eine einheitliche Welt vor uns. Was wir als planetarischen Kosmos erleben, ist durchlebt und durchgeistigt von moralischen Impulsen in fortströmender Entwickelung. Wir leben zugleich in einem natürlichen und in einem moralischen Kosmos.

[ 15 ] Aber jetzt tritt innerhalb der kosmischen Ordnung auch die moralische Weltordnung auf. Es ist nicht so wie hier im Erdendasein, daß wir auf der einen Seite die Naturordnung haben, die ihre eigene GesetzmäBigkeit hat und moralfrei ist, und auf der anderen Seite die moralische Weltenordnung, die nur in der Seele erlebt wird für das Erdendasein, sondern wir haben eine einheitliche Welt vor uns. Was wir als planetarischen Kosmos erleben, ist durchlebt und durchgeistigt von moralischen Impulsen in fortströmender Entwickelung. Wir leben zugleich in einem natürlichen und in einem moralischen Kosmos.

[ 16 ] Sie erkennen die volle Bedeutung dieser Nachtereignisse auch für das Tagesleben. So können wir sagen, daß für die äußere Konfiguration des Menschen das, was die Seele zwischen Einschlafen und Aufwachen im Kosmos erlebt, wesentlicher und bedeutungsvoller ist als das, was sie während des wachen Tageslebens vor sich hat, denn sowohl die physischen und ätherischen Lebensfunktionen wie das moralische Sich-Befinden sind Ergebnisse des kosmischen Erlebens zwischen Einschlafen und Aufwachen.

[ 16 ] Sie erkennen die volle Bedeutung dieser Nachtereignisse auch für das Tagesleben. So können wir sagen, daß für die äußere Konfiguration des Menschen das, was die Seele zwischen Einschlafen und Aufwachen im Kosmos erlebt, wesentlicher und bedeutungsvoller ist als das, was sie während des wachen Tageslebens vor sich hat, denn sowohl die physischen und ätherischen Lebensfunktionen wie das moralische Sich-Befinden sind Ergebnisse des kosmischen Erlebens zwischen Einschlafen und Aufwachen.



[ 17 ] Die dritte Etappe des Schlaflebens ist dadurch zu charakterisieren, daß das Erleben innerhalb des planetarischen Kosmos allmählich übergeht in ein Erleben der Fixsternwelt, so daß im Innenleben der Seele die Fixsternwelt in einer Art Nachbildung erlebt wird, aber so, daß nicht etwa Nachbildungen jener äußeren Sinnesbilder der Fixsternkonstellationen vorhanden sind, wie wir sie vor uns haben im wachen Tagesleben, sondern die Seele lebt sich ein in diejenigen Wesenheiten, von denen in den früheren Betrachtungen gesagt worden ist, daß die Intuition sie als die entsprechenden geistigen Wesenheiten für die Sterne erkennt. Wir erleben hier in der Sinneswelt die sinnlichen Bilder der Sterne im physischen Bewußtsein. Wenn die Intuition, wie ich es geschildert habe, übergeht in die geistige Welt, so erkennt sie wiederum in gewissen geistigen Wesenheiten dasjenige, wofür die Sonne und die anderen Fixsterne nur die physischen Nachbilder für unsere Tages-Sinneserkenntnisse sind. Innerhalb dieser geistigen Wesenheiten der Sterne lebt die Seele in der dritten Etappe des Schlafzustandes. Sie fühlt Nachbilder der Sternkonstellationen, das heißt aber eigentlich der Verhältnisse, welche zwischen den Betätigungen der geistigen Sternwesen bestehen. Sie erlebt solche Konstellationen.

[ 17 ] Die dritte Etappe des Schlaflebens ist dadurch zu charakterisieren, daß das Erleben innerhalb des planetarischen Kosmos allmählich übergeht in ein Erleben der Fixsternwelt, so daß im Innenleben der Seele die Fixsternwelt in einer Art Nachbildung erlebt wird, aber so, daß nicht etwa Nachbildungen jener äußeren Sinnesbilder der Fixsternkonstellationen vorhanden sind, wie wir sie vor uns haben im wachen Tagesleben, sondern die Seele lebt sich ein in diejenigen Wesenheiten, von denen in den früheren Betrachtungen gesagt worden ist, daß die Intuition sie als die entsprechenden geistigen Wesenheiten für die Sterne erkennt. Wir erleben hier in der Sinneswelt die sinnlichen Bilder der Sterne im physischen Bewußtsein. Wenn die Intuition, wie ich es geschildert habe, übergeht in die geistige Welt, so erkennt sie wiederum in gewissen geistigen Wesenheiten dasjenige, wofür die Sonne und die anderen Fixsterne nur die physischen Nachbilder für unsere Tages-Sinneserkenntnisse sind. Innerhalb dieser geistigen Wesenheiten der Sterne lebt die Seele in der dritten Etappe des Schlafzustandes. Sie fühlt Nachbilder der Sternkonstellationen, das heißt aber eigentlich der Verhältnisse, welche zwischen den Betätigungen der geistigen Sternwesen bestehen. Sie erlebt solche Konstellationen.

[ 18 ] In älterer traumhafter Wissenschaft hat man insbesondere das Hereinleben der Fixsternkonstellationen und des Tierkreises geschildert. Um diese handelt es sich ja hauptsächlich im seelischen Erleben des Schlafzustandes. Man bekommt in der Sinneswelt viel mehr ein Entsprechendes, ein Korrespondierendes für die entsprechenden einzelnen geistigen Wesenheiten, wenn man die Sternbilder ins Auge faßt statt der einzelnen Sterne. So lebt sich die Seele zwischen Einschlafen und Aufwachen, wenn sie frei vom physischen und ätherischen Leib ist, so frei, daß sie diese beiden als Objekte vor sich hat, wie wir sonst die äußeren Sinnesdinge als Objekte vor uns haben. $o lebt sich die Seele tatsächlich als eine geistige Wesenheit in einen Kosmos von geistigen Wesenheiten hinein. Was sie da unbewußt durchmacht, das kann die intuitive Erkenntnis beleuchten. Aber was da durchgemacht wird, hat auch seine Nachwirkung in das wache Tagesleben herein, indem im wesentlichen die Konstitutionsart der menschlichen Gesundheit, der Gesamtheit der Gesundheit und der Frische des menschlichen Leibes — nicht der Seele wie im ersten Stadium des Schlafes — eine Nachwirkung desjenigen ist, was die Seele jeweilig während der Nacht unter den Sternenwesen durchmacht.

[ 18 ] In älterer traumhafter Wissenschaft hat man insbesondere das Hereinleben der Fixsternkonstellationen und des Tierkreises geschildert. Um diese handelt es sich ja hauptsächlich im seelischen Erleben des Schlafzustandes. Man bekommt in der Sinneswelt viel mehr ein Entsprechendes, ein Korrespondierendes für die entsprechenden einzelnen geistigen Wesenheiten, wenn man die Sternbilder ins Auge faßt statt der einzelnen Sterne. So lebt sich die Seele zwischen Einschlafen und Aufwachen, wenn sie frei vom physischen und ätherischen Leib ist, so frei, daß sie diese beiden als Objekte vor sich hat, wie wir sonst die äußeren Sinnesdinge als Objekte vor uns haben. $o lebt sich die Seele tatsächlich als eine geistige Wesenheit in einen Kosmos von geistigen Wesenheiten hinein. Was sie da unbewußt durchmacht, das kann die intuitive Erkenntnis beleuchten. Aber was da durchgemacht wird, hat auch seine Nachwirkung in das wache Tagesleben herein, indem im wesentlichen die Konstitutionsart der menschlichen Gesundheit, der Gesamtheit der Gesundheit und der Frische des menschlichen Leibes — nicht der Seele wie im ersten Stadium des Schlafes — eine Nachwirkung desjenigen ist, was die Seele jeweilig während der Nacht unter den Sternenwesen durchmacht.

[ 19 ] Aber insbesondere stellt sich vor die Seele hin, sobald es erlebt wird, wenn auch nicht bewußt, das ganze Ereignis der Geburt im weitesten Sinne, das heißt das Hereinziehen der Seele durch die Empfängnis und durch das Keimesleben in einen physischen Menschenleib. Und wiederum stellt sich vor die Seele das Verlassen des Leibes im Tode, der Übergang in die geistig-seelische Welt von seiten des Geisteswesens des Menschen. Dasjenige also, was die Wahrheit ist über die Ereignisse Geburt und Tod, das stellt sich wirklich jede Nacht vor die Menschenseele hin. Und auch das ist eine Nachwirkung dieser Nachterlebnisse, daß der Mensch während des Tageslebens ein inneres dumpfes Gefühl hat: Geburt und Tod bedeuten im menschlichen Leben nimmermehr das, als was sie sich nur für die Sinnesbeobachtung darstellen. Es ist einfach nicht richtig, daß der Mensch, wenn er ein gesundes Bewußtsein hat, glauben könnte, Geburt und Tod seien in Wirklichkeit nur diejenigen Ereignisse, als die sie sich im äußeren Sinnesleben darstellen. Es ist nicht wahr, daß der Mensch diesen Glauben nur deswegen nicht hat, weil er sich in seiner Phantasie ausmalt, ein ewiges Wesen zu sein, ein Dasein zu haben über den Tod hinaus. Nein, daß der Mensch dies nicht glauben kann, das rührt davon her, weil in das Tagesleben herein in der Form eines dumpfen Gefühls über die Welt und das Menschenleben dasjenige hereinstrahlt, was die Seele allnächtlich erlebt als Bild des Hereinziehens des Menschen aus einer geistigen Welt in das Erdenleben und des Wiederhinausziehens des Menschen in die geistige Welt.

[ 19 ] Aber insbesondere stellt sich vor die Seele hin, sobald es erlebt wird, wenn auch nicht bewußt, das ganze Ereignis der Geburt im weitesten Sinne, das heißt das Hereinziehen der Seele durch die Empfängnis und durch das Keimesleben in einen physischen Menschenleib. Und wiederum stellt sich vor die Seele das Verlassen des Leibes im Tode, der Übergang in die geistig-seelische Welt von seiten des Geisteswesens des Menschen. Dasjenige also, was die Wahrheit ist über die Ereignisse Geburt und Tod, das stellt sich wirklich jede Nacht vor die Menschenseele hin. Und auch das ist eine Nachwirkung dieser Nachterlebnisse, daß der Mensch während des Tageslebens ein inneres dumpfes Gefühl hat: Geburt und Tod bedeuten im menschlichen Leben nimmermehr das, als was sie sich nur für die Sinnesbeobachtung darstellen. Es ist einfach nicht richtig, daß der Mensch, wenn er ein gesundes Bewußtsein hat, glauben könnte, Geburt und Tod seien in Wirklichkeit nur diejenigen Ereignisse, als die sie sich im äußeren Sinnesleben darstellen. Es ist nicht wahr, daß der Mensch diesen Glauben nur deswegen nicht hat, weil er sich in seiner Phantasie ausmalt, ein ewiges Wesen zu sein, ein Dasein zu haben über den Tod hinaus. Nein, daß der Mensch dies nicht glauben kann, das rührt davon her, weil in das Tagesleben herein in der Form eines dumpfen Gefühls über die Welt und das Menschenleben dasjenige hereinstrahlt, was die Seele allnächtlich erlebt als Bild des Hereinziehens des Menschen aus einer geistigen Welt in das Erdenleben und des Wiederhinausziehens des Menschen in die geistige Welt.

[ 20 ] Es ist also, was während des wachen Tageslebens als religiöse Sehnsucht, als religiöses Bewußtsein auftritt, eine Nachwirkung des Sternenerlebens der Seele während der Nacht. Und es ist dieses, was ich eben geschildert habe, die Etappe des tiefsten menschlichen Schlafes. Der Mensch lebt also eigentlich aus seinem Schlafe heraus sein religiöses Tageserfühlen. Ebenso, wie durch ein aus einem voll entwickelten Bewußtsein in Intuitionen gefaßtes, durchzogenes Urmenschheitserleben erkenntnismäßig das religiöse Leben heute begründet werden kann, ebenso kann gesagt werden, daß diese religiöse Erkenntnis gewonnen werden kann, wenn die menschliche übersinnliche Intuition das Stadium des tiefsten Schlafes erkenntnismäßig beleuchtet. Denn das, was in den Tiefen des Schlafes ruht, war zugleich auch die das Göttliche bewahrende Quelle. Und da unser Tagesbewußtsein nur ein Abglanz ist von den Bewußtseinsmöglichkeiten, die es für den Menschen gibt, so erscheint eben auch das, was der Mensch als natürliches religiöses Gefühl in sich trägt, als ein solcher Abglanz dessen, was in Glorie und Großartigkeit, wenn auch unbewußt, im dritten Stadium des Schlaflebens von der Seele durchgemacht wird. Der Mensch taucht ins Schlafleben unter nicht nur, um seinen ermüdeten Körper zu erholen, nicht nur, um sich die Reize aus dem Schlafe zu holen, die seine Atmung und seine Blutzirkulation brauchen, nicht nur, um die anderen Anregungen, die er braucht, sich aus der geistigen Welt zu erwerben, sondern auch das, was den Menschen religiös durchzieht, dringt hinauf an die Oberfläche der Seele, an die bewußte Tagesregion aus den tiefen Unterschichten, durch welche das menschliche Seelenleben zwischen dem Einschlafen und Aufwachen hindurchströmt.

[ 20 ] Es ist also, was während des wachen Tageslebens als religiöse Sehnsucht, als religiöses Bewußtsein auftritt, eine Nachwirkung des Sternenerlebens der Seele während der Nacht. Und es ist dieses, was ich eben geschildert habe, die Etappe des tiefsten menschlichen Schlafes. Der Mensch lebt also eigentlich aus seinem Schlafe heraus sein religiöses Tageserfühlen. Ebenso, wie durch ein aus einem voll entwickelten Bewußtsein in Intuitionen gefaßtes, durchzogenes Urmenschheitserleben erkenntnismäßig das religiöse Leben heute begründet werden kann, ebenso kann gesagt werden, daß diese religiöse Erkenntnis gewonnen werden kann, wenn die menschliche übersinnliche Intuition das Stadium des tiefsten Schlafes erkenntnismäßig beleuchtet. Denn das, was in den Tiefen des Schlafes ruht, war zugleich auch die das Göttliche bewahrende Quelle. Und da unser Tagesbewußtsein nur ein Abglanz ist von den Bewußtseinsmöglichkeiten, die es für den Menschen gibt, so erscheint eben auch das, was der Mensch als natürliches religiöses Gefühl in sich trägt, als ein solcher Abglanz dessen, was in Glorie und Großartigkeit, wenn auch unbewußt, im dritten Stadium des Schlaflebens von der Seele durchgemacht wird. Der Mensch taucht ins Schlafleben unter nicht nur, um seinen ermüdeten Körper zu erholen, nicht nur, um sich die Reize aus dem Schlafe zu holen, die seine Atmung und seine Blutzirkulation brauchen, nicht nur, um die anderen Anregungen, die er braucht, sich aus der geistigen Welt zu erwerben, sondern auch das, was den Menschen religiös durchzieht, dringt hinauf an die Oberfläche der Seele, an die bewußte Tagesregion aus den tiefen Unterschichten, durch welche das menschliche Seelenleben zwischen dem Einschlafen und Aufwachen hindurchströmt.

[ 21 ] Man möchte sagen: So wie der Mensch während des ersten Stadiums des Schlafes, ähnlich wie in der ersten Kindheit, ein philosophisches Leben lebt — so paradox dies für das Bewußtsein der Gegenwart klingen mag —, so wie er im zweiten Stadium des Schlafes ein kosmologisches Leben lebt, so lebt er im dritten Stadium des Schlafes ein gottdurchtränktes Leben. Der Mensch muß dann aus diesem dritten Stadium des Schlafzustandes wieder zurückkehren zum Tagesbewußtsein.

[ 21 ] Man möchte sagen: So wie der Mensch während des ersten Stadiums des Schlafes, ähnlich wie in der ersten Kindheit, ein philosophisches Leben lebt — so paradox dies für das Bewußtsein der Gegenwart klingen mag —, so wie er im zweiten Stadium des Schlafes ein kosmologisches Leben lebt, so lebt er im dritten Stadium des Schlafes ein gottdurchtränktes Leben. Der Mensch muß dann aus diesem dritten Stadium des Schlafzustandes wieder zurückkehren zum Tagesbewußtsein.



[ 22 ] Aus dem letzten Stadium des Schlafes kehrt der Mensch, indem er die angeführten Stadien in umgekehrter Reihenfolge durchmacht, wieder zum wachen Tagesbewußtsein zurück. Zunächst ist der Mensch ja als Seele, als Geist außerhalb seines physischen und seines ätherischen Organismus, und man muß, indem man das Phänomen des Schlafes vollständig erkennen will, in intuitiver Erkenntnis sich die Frage beantworten: Warum wird der Mensch wiederum zu seinem physischen und ätherischen Organismus zurückgezogen? Welcher Impuls waltet da? Man erkennt diesen Impuls, wenn man genügend weit die intuitive Erkenntnis des Schlafes fortsetzt. Man erkennt dann — so wie man jene Geistwesenheiten erkennt, welche dem Sonnenfixstern und den Konstellationen der anderen Fixsterne entsprechen — als Impuls dafür diejenigen Geistwesenheiten, deren Nachbildung in unserer physischen Sinneswelt der Mond ist. Die Kräfte des Mondes durchsetzen ja unseren ganzen Kosmos. Und wenn wir durch die Intuition nicht nur das physische Dasein des Mondes, sondern auch das geistige Korrelat dieses physischen Daseins erkennen, dann finden wir in diesen geistigen Wesenheiten, die dem physischen Mondendasein entsprechen, eben jene Wesen, welche in ihrem Zusammenwirken die Impulse abgeben, die uns, wenn wir das tiefste Stadium des Schlafes erreicht haben, wieder zurückbringen in unseren physischen und in unseren ätherischen Leib. Es sind überhaupt die Mondenkräfte, welche den astralischen und den Ich-Organismus des Menschen binden an den physischen und den ätherischen Organismus.

[ 22 ] Aus dem letzten Stadium des Schlafes kehrt der Mensch, indem er die angeführten Stadien in umgekehrter Reihenfolge durchmacht, wieder zum wachen Tagesbewußtsein zurück. Zunächst ist der Mensch ja als Seele, als Geist außerhalb seines physischen und seines ätherischen Organismus, und man muß, indem man das Phänomen des Schlafes vollständig erkennen will, in intuitiver Erkenntnis sich die Frage beantworten: Warum wird der Mensch wiederum zu seinem physischen und ätherischen Organismus zurückgezogen? Welcher Impuls waltet da? Man erkennt diesen Impuls, wenn man genügend weit die intuitive Erkenntnis des Schlafes fortsetzt. Man erkennt dann — so wie man jene Geistwesenheiten erkennt, welche dem Sonnenfixstern und den Konstellationen der anderen Fixsterne entsprechen — als Impuls dafür diejenigen Geistwesenheiten, deren Nachbildung in unserer physischen Sinneswelt der Mond ist. Die Kräfte des Mondes durchsetzen ja unseren ganzen Kosmos. Und wenn wir durch die Intuition nicht nur das physische Dasein des Mondes, sondern auch das geistige Korrelat dieses physischen Daseins erkennen, dann finden wir in diesen geistigen Wesenheiten, die dem physischen Mondendasein entsprechen, eben jene Wesen, welche in ihrem Zusammenwirken die Impulse abgeben, die uns, wenn wir das tiefste Stadium des Schlafes erreicht haben, wieder zurückbringen in unseren physischen und in unseren ätherischen Leib. Es sind überhaupt die Mondenkräfte, welche den astralischen und den Ich-Organismus des Menschen binden an den physischen und den ätherischen Organismus.

[ 23 ] In jeder Nacht, in der die Seele aus der geistigen Welt einziehen will in einen physischen und ätherischen Organismus, muß sie sich einfügen in die Strömungen der Mondenkräfte. Es kommt dabei — das wird Ihnen ja natürlich erscheinen — nicht in Betracht, ob Neumond oder Vollmond ist. Denn auch dann, wenn der Mond als Neumond sinnlich nicht sichtbar ist, wirken dennoch durch den Kosmos diejenigen Kräfte, welche die Seele aus den geistigen Welten zurückbringen in den physischen und ätherischen Organismus, obwohl den Verwandlungen, die das sinnliche Mondenbild durchmacht und die als Halbmond, Vollmond und so weiter gesehen werden, obwohl diesen sinnlichen Meramorphosenbildern Vorgänge in dem seelischen Wesen des Mondes entsprechen, die allerdings etwas zu tun haben mit dem Geist des Menschen und der Menschenseele im physischen und ätherischen Organismus. Man möchte sagen, die besondere Konfiguration des Zusammenhanges zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen des Menschen ist bedingt durch diejenigen Kräfte, die im Kosmos walten und weben und die ihren sinnlichen Ausdruck bekommen in jenem Sinneswesen, das wir in dem Mondenwesen in seinen verschiedenen Metamorphosen vor uns haben.

[ 23 ] In jeder Nacht, in der die Seele aus der geistigen Welt einziehen will in einen physischen und ätherischen Organismus, muß sie sich einfügen in die Strömungen der Mondenkräfte. Es kommt dabei — das wird Ihnen ja natürlich erscheinen — nicht in Betracht, ob Neumond oder Vollmond ist. Denn auch dann, wenn der Mond als Neumond sinnlich nicht sichtbar ist, wirken dennoch durch den Kosmos diejenigen Kräfte, welche die Seele aus den geistigen Welten zurückbringen in den physischen und ätherischen Organismus, obwohl den Verwandlungen, die das sinnliche Mondenbild durchmacht und die als Halbmond, Vollmond und so weiter gesehen werden, obwohl diesen sinnlichen Meramorphosenbildern Vorgänge in dem seelischen Wesen des Mondes entsprechen, die allerdings etwas zu tun haben mit dem Geist des Menschen und der Menschenseele im physischen und ätherischen Organismus. Man möchte sagen, die besondere Konfiguration des Zusammenhanges zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen des Menschen ist bedingt durch diejenigen Kräfte, die im Kosmos walten und weben und die ihren sinnlichen Ausdruck bekommen in jenem Sinneswesen, das wir in dem Mondenwesen in seinen verschiedenen Metamorphosen vor uns haben.

[ 24 ] So können wir auch in die verborgenen Seiten des menschlichen Wachlebens und Schlaflebens hineinblicken und uns darüber unterrichten, was den Menschen am Morgen wieder zurückbringt in das wache Tagesleben. Er kehrt durch die selben Stadien in umgekehrter Folge wieder zurück. Und indem er durch das letzte Stadium durchgeht, das von Gottessehnsucht durchtränkt ist, mischen sich wiederum die Träume in das Schlafleben hinein, und der Mensch taucht allmählich wieder in seinen physischen und ätherischen Organismus unter.

[ 24 ] So können wir auch in die verborgenen Seiten des menschlichen Wachlebens und Schlaflebens hineinblicken und uns darüber unterrichten, was den Menschen am Morgen wieder zurückbringt in das wache Tagesleben. Er kehrt durch die selben Stadien in umgekehrter Folge wieder zurück. Und indem er durch das letzte Stadium durchgeht, das von Gottessehnsucht durchtränkt ist, mischen sich wiederum die Träume in das Schlafleben hinein, und der Mensch taucht allmählich wieder in seinen physischen und ätherischen Organismus unter.

[ 25 ] Warum der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes geht, diesen Mondenkräften nicht mehr unterliegt, inwiefern er sich ihnen entzieht, indem er dann für lange Zeit in die geistige Welt eintritt, dieses, sowie überhaupt die Geheimnisse der Geburt, des Todes und der wiederholten Erdenleben zu betrachten, wird dann im wesentlichen der Inhalt des nächsten und des übernächsten Vortrages sein.

[ 25 ] Warum der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes geht, diesen Mondenkräften nicht mehr unterliegt, inwiefern er sich ihnen entzieht, indem er dann für lange Zeit in die geistige Welt eintritt, dieses, sowie überhaupt die Geheimnisse der Geburt, des Todes und der wiederholten Erdenleben zu betrachten, wird dann im wesentlichen der Inhalt des nächsten und des übernächsten Vortrages sein.