Fundamental Impulses
of Humanity's Development
Throughout World History
GA 216
22 September 1922, Dornach
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Die Grundimpulse des weltgeschichtlichen Werdens der Menschheit
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Es war in den vorigen Stunden mein Bemühen, den Zusammenhang der physischen und seelischen Menschenwesenheit mit den geistigen Mächten der Welt im einzelnen zu schildern. Ich möchte das Bild, das so entworfen werden konnte, heute dadurch etwas ergänzen, daß ich in einer ähnlichen Weise, wie das für das physische und seelische Dasein des Menschen geschehen ist, Einzelheiten aus dem geschichtlichen Leben schildere, Zusammenhänge des geschichtlichen Lebens mit den geistigen Welten.
[ 1 ] Es war in den vorigen Stunden mein Bemühen, den Zusammenhang der physischen und seelischen Menschenwesenheit mit den geistigen Mächten der Welt im einzelnen zu schildern. Ich möchte das Bild, das so entworfen werden konnte, heute dadurch etwas ergänzen, daß ich in einer ähnlichen Weise, wie das für das physische und seelische Dasein des Menschen geschehen ist, Einzelheiten aus dem geschichtlichen Leben schildere, Zusammenhänge des geschichtlichen Lebens mit den geistigen Welten.
[ 2 ] In unserem materialistischen Zeitalter beschränkt sich die Betrachtung der Geschichte des Menschengeschlechtes auf die Außenseite. Man sucht einfach zu verzeichnen, was innerhalb der physisch-sinnlichen Welt spielt, während man keine Aufmerksamkeit darauf wendet, das Hereinspielen der geistigen Welt in das geschichtliche Handeln der Menschheit zu betrachten. Unserem Zeitalter fehlt eigentlich ganz und gar die Möglichkeit, das, was die Menschen im Verlauf der Geschichte tun, im Zusammenhange mit den Wesenheiten und Mächten zu betrachten, die hinter dem Dasein des Menschen stehen.
[ 2 ] In unserem materialistischen Zeitalter beschränkt sich die Betrachtung der Geschichte des Menschengeschlechtes auf die Außenseite. Man sucht einfach zu verzeichnen, was innerhalb der physisch-sinnlichen Welt spielt, während man keine Aufmerksamkeit darauf wendet, das Hereinspielen der geistigen Welt in das geschichtliche Handeln der Menschheit zu betrachten. Unserem Zeitalter fehlt eigentlich ganz und gar die Möglichkeit, das, was die Menschen im Verlauf der Geschichte tun, im Zusammenhange mit den Wesenheiten und Mächten zu betrachten, die hinter dem Dasein des Menschen stehen.
[ 3 ] Blicken wir heute einmal in ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung zurück, zunächst in die Zeiten, die ich in meinem Buche «Die Geheimwissenschaft im Umriß» als das urindische, das urpersische Zeitalter der Menschheit bezeichnet habe. Natürlich ist in diesem Zeitalter Mannigfaltiges von den Menschen getan worden, was wir als den Inhalt von Geschichte bezeichnen. Aber wir müssen uns doch klar darüber sein, daß gerade in jenem Zeitalter die Tatsachen am wenigsten aus dem Bewußtsein der Menschen erfolgten, die dann als die äußerlich geschichtlichen wirkten; denn wir wissen ja, daß gerade in den ältesten Zeiten das Bewußtsein der Menschen von einer Art traumhaften Hellsehens durchsetzt und durchzogen war. Den Menschen erschienen in ihrem Bewußtsein Bilder, in deren Inhalt geistige Wesenheiten hineinspielten, die dann die Menschen anregten, das oder jenes zu tun.
[ 3 ] Blicken wir heute einmal in ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung zurück, zunächst in die Zeiten, die ich in meinem Buche «Die Geheimwissenschaft im Umriß» als das urindische, das urpersische Zeitalter der Menschheit bezeichnet habe. Natürlich ist in diesem Zeitalter Mannigfaltiges von den Menschen getan worden, was wir als den Inhalt von Geschichte bezeichnen. Aber wir müssen uns doch klar darüber sein, daß gerade in jenem Zeitalter die Tatsachen am wenigsten aus dem Bewußtsein der Menschen erfolgten, die dann als die äußerlich geschichtlichen wirkten; denn wir wissen ja, daß gerade in den ältesten Zeiten das Bewußtsein der Menschen von einer Art traumhaften Hellsehens durchsetzt und durchzogen war. Den Menschen erschienen in ihrem Bewußtsein Bilder, in deren Inhalt geistige Wesenheiten hineinspielten, die dann die Menschen anregten, das oder jenes zu tun.
[ 4 ] Nun spielte in der Zeit, von der ich rede, der Vorgang des Einatmens eine außerordentlich große Rolle im Menschenleben. Schon daraus, daß der ganze Atemprozeß in jenen älteren Zeiten durch die Jogaübungen zu einem bewußten Prozeß, zu einem Wahrnehmungsprozeß geworden ist, kann Ihnen hervorgehen, daß in jenen ältesten Zeiten das Atmen eine große Rolle spielte, vor allen Dingen der Einatmungsvorgang, mehr als der Ausatmungsvorgang. Wir sind uns in unserem heutigen Zeitalter gar nicht klar darüber, daß außer der groben Stofflichkeit, die wir in der Luft suchen, wenn wir einatmen, noch alle möglichen Stoffe, aber in einer außerordentlich feinen Verteilung vorhanden sind. Auch die Stoffe, die wir sonst bei unserem jetzigen Erdendasein in einem festen, mineralischen Zustand auf der Erde antreffen, sind in ganz feiner Weise durch den Luftkreis verbreitet und der Mensch atmet sie ein. Nur haben diese Stoffe in ihrer sehr feinen Verteilung im Luftkreise die eigentümliche Tendenz, Formen zu bilden. Gewiß, auch innerhalb der Erdensubstanz bilden ja die Stoffe Formen. Wir kennen diese Formen als die Kristalle der Mineralien. Aber diese Kristalle meine ich jetzt nicht. Ich meine diejenigen Stoffe, die fein verteilt im Luftkreise, wir können auch sagen im Luftäther sind, insofern dieser den Luftkreis durchspielt. Diese Stoffe bilden auch Formen, aber diese Formen sind nicht wie die mineralischen Formen, sondern sie sind den Formen der menschlichen Organe ähnlich. Das ist eine Eigentümlichkeit des die Luft durchsetzenden Äthers. Wenn wir ihn beobachten können, wie er die Luft durchspielt und wie er uns für das imaginative Erkenntnisleben erscheinen kann, so nehmen wir wahr, daß in diesem Äther gewissermaßen feine, eben ätherische Gebilde umherfliegen, welche Lungenform, Leber- oder Magenform, jedenfalls die Formen innerer menschlicher Organe haben. Wir können, wenn wir in ätherischer Betrachtung geschult sind, alle menschlichen Formen draußen im Weltenäther beobachten. Nur sind in der Regel diese Organformen im Verhältnis zu den physischen Organen, die wir in uns tragen, riesig groß. Wir sehen mächtige ätherische Leberformen, Lungenformen den Raum, der uns im Kosmos umgibt, durchsetzen.
[ 4 ] Nun spielte in der Zeit, von der ich rede, der Vorgang des Einatmens eine außerordentlich große Rolle im Menschenleben. Schon daraus, daß der ganze Atemprozeß in jenen älteren Zeiten durch die Jogaübungen zu einem bewußten Prozeß, zu einem Wahrnehmungsprozeß geworden ist, kann Ihnen hervorgehen, daß in jenen ältesten Zeiten das Atmen eine große Rolle spielte, vor allen Dingen der Einatmungsvorgang, mehr als der Ausatmungsvorgang. Wir sind uns in unserem heutigen Zeitalter gar nicht klar darüber, daß außer der groben Stofflichkeit, die wir in der Luft suchen, wenn wir einatmen, noch alle möglichen Stoffe, aber in einer außerordentlich feinen Verteilung vorhanden sind. Auch die Stoffe, die wir sonst bei unserem jetzigen Erdendasein in einem festen, mineralischen Zustand auf der Erde antreffen, sind in ganz feiner Weise durch den Luftkreis verbreitet und der Mensch atmet sie ein. Nur haben diese Stoffe in ihrer sehr feinen Verteilung im Luftkreise die eigentümliche Tendenz, Formen zu bilden. Gewiß, auch innerhalb der Erdensubstanz bilden ja die Stoffe Formen. Wir kennen diese Formen als die Kristalle der Mineralien. Aber diese Kristalle meine ich jetzt nicht. Ich meine diejenigen Stoffe, die fein verteilt im Luftkreise, wir können auch sagen im Luftäther sind, insofern dieser den Luftkreis durchspielt. Diese Stoffe bilden auch Formen, aber diese Formen sind nicht wie die mineralischen Formen, sondern sie sind den Formen der menschlichen Organe ähnlich. Das ist eine Eigentümlichkeit des die Luft durchsetzenden Äthers. Wenn wir ihn beobachten können, wie er die Luft durchspielt und wie er uns für das imaginative Erkenntnisleben erscheinen kann, so nehmen wir wahr, daß in diesem Äther gewissermaßen feine, eben ätherische Gebilde umherfliegen, welche Lungenform, Leber- oder Magenform, jedenfalls die Formen innerer menschlicher Organe haben. Wir können, wenn wir in ätherischer Betrachtung geschult sind, alle menschlichen Formen draußen im Weltenäther beobachten. Nur sind in der Regel diese Organformen im Verhältnis zu den physischen Organen, die wir in uns tragen, riesig groß. Wir sehen mächtige ätherische Leberformen, Lungenformen den Raum, der uns im Kosmos umgibt, durchsetzen.
[ 5 ] Was da im Raume draußen gewissermaßen als Formen herumfliegt, das atmet der Mensch ein. Und es ist gut, daß er es einatmen kann, denn indem er es einatmet, wirken diese Formen, die mit der Luft gewissermaßen in uns hineinkommen, immer ausbessernd, gesundend auf unsere Organe. Unsere Organe werden im Verlaufe des Lebens immer schlechter und schlechter. Und gewissermaßen werden sie, wenn ich es etwas grob ausdrücken darf, durch das, was da eingeatmet wird, wiederum ausgeflickt. Wir wissen, wie schwierig es der 'Therapie ist, menschliche Organe auszuflicken. Aber diese hier gemeinte Therapie muß eigentlich fortwährend auf den Menschen wirken und wirkt auch.
[ 5 ] Was da im Raume draußen gewissermaßen als Formen herumfliegt, das atmet der Mensch ein. Und es ist gut, daß er es einatmen kann, denn indem er es einatmet, wirken diese Formen, die mit der Luft gewissermaßen in uns hineinkommen, immer ausbessernd, gesundend auf unsere Organe. Unsere Organe werden im Verlaufe des Lebens immer schlechter und schlechter. Und gewissermaßen werden sie, wenn ich es etwas grob ausdrücken darf, durch das, was da eingeatmet wird, wiederum ausgeflickt. Wir wissen, wie schwierig es der 'Therapie ist, menschliche Organe auszuflicken. Aber diese hier gemeinte Therapie muß eigentlich fortwährend auf den Menschen wirken und wirkt auch.
[ 6 ] Nun war es in jenen ältesten Zeiten der geschichtlichen Menschheitsentwickelung den Menschen möglich, ohne besondere Schulung, durch ihr ursprüngliches traumhaftes Hellsehen diese ätherischen Formen und namentlich auch ihre Bedeutung für den Menschen zu schauen; zu erschauen, was das zu bedeuten hat, sagen wir, wenn mit dem fein im Ätherischen aufgelösten pepsinartigen Stoffe die menschliche Magenform eingeatmet und von dem menschlichen Magenorgan aufgefangen wird. In solchen Dingen wußte man in alten Zeiten außerordentlich gut Bescheid, und je weiter wir in ältere Zeiten zurückgehen, um so mehr wußte man Bescheid, wie der Mensch zu der feinen Organisation der Umwelt steht.
[ 6 ] Nun war es in jenen ältesten Zeiten der geschichtlichen Menschheitsentwickelung den Menschen möglich, ohne besondere Schulung, durch ihr ursprüngliches traumhaftes Hellsehen diese ätherischen Formen und namentlich auch ihre Bedeutung für den Menschen zu schauen; zu erschauen, was das zu bedeuten hat, sagen wir, wenn mit dem fein im Ätherischen aufgelösten pepsinartigen Stoffe die menschliche Magenform eingeatmet und von dem menschlichen Magenorgan aufgefangen wird. In solchen Dingen wußte man in alten Zeiten außerordentlich gut Bescheid, und je weiter wir in ältere Zeiten zurückgehen, um so mehr wußte man Bescheid, wie der Mensch zu der feinen Organisation der Umwelt steht.


[ 7 ] Aber dieser ganze Vorgang — daß da in den Menschen die Ätherform mit dem Einatmen hereinkam — war nicht bloß ein automatischer, war nicht bloß ein solcher, daß der Mensch gewissermaßen die Luft in sich einblasen ließ wie in einen ausgepumpten Luftraum, wenn wir ein Loch in den Rezipienten einer Luftpumpe machen. Es war nicht bloß so, daß der Mensch das einatmete, sondern mit diesem Vorgang, mit diesem gewissermaßen Untertauchen der Weltenformen in den Menschen war verbunden eine Tätigkeit geistiger Wesenheiten. Nehmen wir an, hier wäre solch eine Form (siehe Zeichnung Seite 43), der Mensch atmet sie ein, sie taucht unter in den Menschen (rot); aber gleichzeitig damit ist eine Tätigkeit geistiger Wesenheiten verbunden.
[ 7 ] Aber dieser ganze Vorgang — daß da in den Menschen die Ätherform mit dem Einatmen hereinkam — war nicht bloß ein automatischer, war nicht bloß ein solcher, daß der Mensch gewissermaßen die Luft in sich einblasen ließ wie in einen ausgepumpten Luftraum, wenn wir ein Loch in den Rezipienten einer Luftpumpe machen. Es war nicht bloß so, daß der Mensch das einatmete, sondern mit diesem Vorgang, mit diesem gewissermaßen Untertauchen der Weltenformen in den Menschen war verbunden eine Tätigkeit geistiger Wesenheiten. Nehmen wir an, hier wäre solch eine Form (siehe Zeichnung Seite 43), der Mensch atmet sie ein, sie taucht unter in den Menschen (rot); aber gleichzeitig damit ist eine Tätigkeit geistiger Wesenheiten verbunden.
[ 8 ] Nun haben wir in den Vorträgen, die ich zum Teil öffentlich, zum Teil hier in der allerletzten Zeit gehalten habe, eine besondere Art geistiger Wesenheiten in ihrer Bedeutung für den Menschen kennengelernt. Es sind diejenigen geistigen Wesenheiten hier gemeint, die ihr physisches Abbild in dem Monde und seinem Leuchten haben. Es sind die geistigen Mondenwesen. Diese geistigen Mondenwesen waren es namentlich in jenen Zeiten, von denen ich jetzt spreche, welche ihre Wege aus dem äußeren kosmischen Kreis durch diese Formen in den Menschen hineinbilden konnten. So daß der Mensch also in jenen alten Zeiten seiner geschichtlichen Entwickelung auf der Erde mit dem Einatmungsprozeß den geistigen Mondenkosmos in sich aufsog und die geistigen Mondenwesen zu einer Tätigkeit in sich anregte. Was ich Ihnen da erzähle, das war der Inhalt einer in den ältesten Mysterien der Menschheit viel studierten Wissenschaft und Weisheit. Denn die Eingeweihten dieser Mysterien wußten, daß die Menschen diesem Vorgange unterliegen, daß sie den geistigen Mondenkosmos in sich einsaugen. Sie wußten aber auch, daß dieses Einsaugen vorzugsweise zur Nachtzeit stattfindet, wenn die Menschen schlafen. Aber dadurch, daß bei allen Menschen in der Urzeit ein traumhaftes Hellsehen, ein Zwischenzustand zwischen Wachen und Schlafen vorhanden war, konnte man auch darauf rechnen, daß diese geistigen Mondenwesen während gewisser Tageszeiten in die Menschen einzogen. Und die ganze Leitung, welche die Eingeweihten der alten Mysterien für die Menschheit leisteten, war darauf berechnet, dasjenige, was diese Mondenwesen auf dem Wege des Einatmungsprozesses in den Menschen hineintrugen, zu beherrschen, so daß der Mensch befähigt wurde, die Kräfte dieser Mondenwesen, die ja dadurch eigentlich ihre Wege in das Innere des Menschen machten, in seinem eigenen Tun auszunutzen.
[ 8 ] Nun haben wir in den Vorträgen, die ich zum Teil öffentlich, zum Teil hier in der allerletzten Zeit gehalten habe, eine besondere Art geistiger Wesenheiten in ihrer Bedeutung für den Menschen kennengelernt. Es sind diejenigen geistigen Wesenheiten hier gemeint, die ihr physisches Abbild in dem Monde und seinem Leuchten haben. Es sind die geistigen Mondenwesen. Diese geistigen Mondenwesen waren es namentlich in jenen Zeiten, von denen ich jetzt spreche, welche ihre Wege aus dem äußeren kosmischen Kreis durch diese Formen in den Menschen hineinbilden konnten. So daß der Mensch also in jenen alten Zeiten seiner geschichtlichen Entwickelung auf der Erde mit dem Einatmungsprozeß den geistigen Mondenkosmos in sich aufsog und die geistigen Mondenwesen zu einer Tätigkeit in sich anregte. Was ich Ihnen da erzähle, das war der Inhalt einer in den ältesten Mysterien der Menschheit viel studierten Wissenschaft und Weisheit. Denn die Eingeweihten dieser Mysterien wußten, daß die Menschen diesem Vorgange unterliegen, daß sie den geistigen Mondenkosmos in sich einsaugen. Sie wußten aber auch, daß dieses Einsaugen vorzugsweise zur Nachtzeit stattfindet, wenn die Menschen schlafen. Aber dadurch, daß bei allen Menschen in der Urzeit ein traumhaftes Hellsehen, ein Zwischenzustand zwischen Wachen und Schlafen vorhanden war, konnte man auch darauf rechnen, daß diese geistigen Mondenwesen während gewisser Tageszeiten in die Menschen einzogen. Und die ganze Leitung, welche die Eingeweihten der alten Mysterien für die Menschheit leisteten, war darauf berechnet, dasjenige, was diese Mondenwesen auf dem Wege des Einatmungsprozesses in den Menschen hineintrugen, zu beherrschen, so daß der Mensch befähigt wurde, die Kräfte dieser Mondenwesen, die ja dadurch eigentlich ihre Wege in das Innere des Menschen machten, in seinem eigenen Tun auszunutzen.
[ 9 ] Sie müssen sich bewußt sein, ein Unterrichten in einer solch intellektuellen Art wie heute, war in jener älteren Zeit nicht vorhanden. Dennoch hatten die Initiierten der Mysterien Mittel und Wege, um die Völker in einer viel intensiveren Weise zu lenken und zu leiten, als das später der Fall war und als es namentlich jetzt der Fall ist. Es war zum Beispiel in den allerältesten Zeiten der Menschheitsentwickelung in den Mysterien durchaus die Kunst ausgebildet, mit diesen Mondenwesen, die der Mensch zur Nachtzeit und während der in seinem Tageswachen regsamen hellseherischen Zwischenzeit einatmete, in den Mysterien zu sprechen und sie anzuregen, etwas ganz Bestimmtes in die Menschheit hineinzubringen. Das war der Weg, durch den in einer großartigen Weise die alten Mysterieninitiierten die Menschen leiten konnten, indem die Mondenwesen auf dem Wege des Einatmens ihre Helfer waren. Von den besonderen, außerordentlich geheimnisvollen Vorgängen, die in allerlei Zeremoniellem ihr äußeres Gegenbild hatten, von diesen Vorgängen, die in älteren Zeiten verwendet wurden, um aus den Mysterienstätten heraus die Menschheit zu leiten, macht sich die Menschheit heute nur sehr ungenügende Begriffe.
[ 9 ] Sie müssen sich bewußt sein, ein Unterrichten in einer solch intellektuellen Art wie heute, war in jener älteren Zeit nicht vorhanden. Dennoch hatten die Initiierten der Mysterien Mittel und Wege, um die Völker in einer viel intensiveren Weise zu lenken und zu leiten, als das später der Fall war und als es namentlich jetzt der Fall ist. Es war zum Beispiel in den allerältesten Zeiten der Menschheitsentwickelung in den Mysterien durchaus die Kunst ausgebildet, mit diesen Mondenwesen, die der Mensch zur Nachtzeit und während der in seinem Tageswachen regsamen hellseherischen Zwischenzeit einatmete, in den Mysterien zu sprechen und sie anzuregen, etwas ganz Bestimmtes in die Menschheit hineinzubringen. Das war der Weg, durch den in einer großartigen Weise die alten Mysterieninitiierten die Menschen leiten konnten, indem die Mondenwesen auf dem Wege des Einatmens ihre Helfer waren. Von den besonderen, außerordentlich geheimnisvollen Vorgängen, die in allerlei Zeremoniellem ihr äußeres Gegenbild hatten, von diesen Vorgängen, die in älteren Zeiten verwendet wurden, um aus den Mysterienstätten heraus die Menschheit zu leiten, macht sich die Menschheit heute nur sehr ungenügende Begriffe.
[ 10 ] Nun aber kam mit der fortschreitenden Entwickelung der Menschheit eine andere Zeit. Immer mehr und mehr verdunkelte sich das alte Hellsehen, so daß jene besonderen Vorgänge, die in der eben beschriebenen Art von den alten Initiierten für den urindischen und urpersischen Zeitraum bewirkt werden konnten, immer schwieriger wurden. Gewiß, bis zum Mysterium von Golgatha hin und ein paar Jahrhunderte darüber hinaus gab es, namentlich in gewissen Gegenden, noch Überreste des alten Hellsehertums. Aber es war doch sehr abgedämpft, und namentlich wurden die Prozeduren, von denen ich jetzt gesprochen habe, schon im 3. und 2. Jahrtausend vor dem Mysterium von Golgatha nicht mehr in jener intensiven Weise ausgeführt, wie das in den urältesten Zeiten der menschlichen Erdenentwickelung, gleich nach der atlantischen Zeit, der Fall war. Ich möchte sagen, die Eingeweihten der Mysterien kamen immer mehr und mehr in Verlegenheit, wenn sie die Kraft der Mondenwesen benützen wollten, um die Menschheit zu lenken. Und wenn ich Ihnen verständlich machen soll, was sich zwischen den Eingeweihten der Mysterien und den Mondenwesen abspielte, die in älteren Zeiten zu den geschilderten Vorgängen benutzt worden sind, so möchte ich das so ausdrücken: Wenn zum Beispiel schon ein Eingeweihter der ägyptisch-chaldäischen Zeit an ein Mondenwesen herantrat und ihm einen Auftrag geben wollte, der dahin ging, nach dem Einziehen dieses Mondenwesens durch das Einatmen dies oder jenes der menschlichen Seele einzuprägen, so sagte gleichsam ein solches Mondenwesen oft zu dem Eingeweihten: Wir haben während der tagwachen Zeit kein Obdach mehr auf der Erde, wir finden nur Obdach noch während der Nachtzeit. — Während der Nachtzeit aber würde es den Eingeweihten außerordentlich bedenklich geschienen haben, auf dem Umwege durch die Mondenwesen auf die Menschen der Erde zu wirken, denn da würden die Menschen gleichsam automatisch behandelt worden sein. Da wäre etwas zustande gekommen, was man in einer gewissen Terminologie durchaus als schwarzmagische Kunst bezeichnet. Das haben natürlich die guten Eingeweihten weit von sich gewiesen; so daß es für sie eine ungeheure Bedeutung hatte, wenn ihnen die Mondenwesen, die ihre Helfer in der Leitung der Menschheit sein sollten, die Erwiderung gaben: Wir haben zur Tageszeit kein Obdach auf der Erde. — Und so standen die Initiierten dieser Mysterien vor der Gefahr, keine Helfer zu haben auf den Wegen, die sie zur Lenkung der Menschheit betreten hatten.
[ 10 ] Nun aber kam mit der fortschreitenden Entwickelung der Menschheit eine andere Zeit. Immer mehr und mehr verdunkelte sich das alte Hellsehen, so daß jene besonderen Vorgänge, die in der eben beschriebenen Art von den alten Initiierten für den urindischen und urpersischen Zeitraum bewirkt werden konnten, immer schwieriger wurden. Gewiß, bis zum Mysterium von Golgatha hin und ein paar Jahrhunderte darüber hinaus gab es, namentlich in gewissen Gegenden, noch Überreste des alten Hellsehertums. Aber es war doch sehr abgedämpft, und namentlich wurden die Prozeduren, von denen ich jetzt gesprochen habe, schon im 3. und 2. Jahrtausend vor dem Mysterium von Golgatha nicht mehr in jener intensiven Weise ausgeführt, wie das in den urältesten Zeiten der menschlichen Erdenentwickelung, gleich nach der atlantischen Zeit, der Fall war. Ich möchte sagen, die Eingeweihten der Mysterien kamen immer mehr und mehr in Verlegenheit, wenn sie die Kraft der Mondenwesen benützen wollten, um die Menschheit zu lenken. Und wenn ich Ihnen verständlich machen soll, was sich zwischen den Eingeweihten der Mysterien und den Mondenwesen abspielte, die in älteren Zeiten zu den geschilderten Vorgängen benutzt worden sind, so möchte ich das so ausdrücken: Wenn zum Beispiel schon ein Eingeweihter der ägyptisch-chaldäischen Zeit an ein Mondenwesen herantrat und ihm einen Auftrag geben wollte, der dahin ging, nach dem Einziehen dieses Mondenwesens durch das Einatmen dies oder jenes der menschlichen Seele einzuprägen, so sagte gleichsam ein solches Mondenwesen oft zu dem Eingeweihten: Wir haben während der tagwachen Zeit kein Obdach mehr auf der Erde, wir finden nur Obdach noch während der Nachtzeit. — Während der Nachtzeit aber würde es den Eingeweihten außerordentlich bedenklich geschienen haben, auf dem Umwege durch die Mondenwesen auf die Menschen der Erde zu wirken, denn da würden die Menschen gleichsam automatisch behandelt worden sein. Da wäre etwas zustande gekommen, was man in einer gewissen Terminologie durchaus als schwarzmagische Kunst bezeichnet. Das haben natürlich die guten Eingeweihten weit von sich gewiesen; so daß es für sie eine ungeheure Bedeutung hatte, wenn ihnen die Mondenwesen, die ihre Helfer in der Leitung der Menschheit sein sollten, die Erwiderung gaben: Wir haben zur Tageszeit kein Obdach auf der Erde. — Und so standen die Initiierten dieser Mysterien vor der Gefahr, keine Helfer zu haben auf den Wegen, die sie zur Lenkung der Menschheit betreten hatten.
[ 11 ] Aber auf der andern Seite war auch noch nicht da, was dann durch das Christus-Mysterium in die Welt gekommen ist; so daß also eine Zwischenzeit vorhanden war zwischen der uralten Hellseherzeit, in der alles das stattfinden konnte, was ich beschrieben habe, und der Zeit, die dann alles veränderte im geistigen Wirken auf der Erde, der Zeit, die durch das Mysterium von Golgatha inauguriert worden ist. Diese Zwischenzeit können wir ganz besonders studieren an der ägyptischen Entwickelung. Es folgt ja auf die urpersische Zeit die ägyptisch-chaldäische Entwickelung. Die Initiierten der chaldäischen Menschheit wußten sich nur sehr wenig zu helfen in bezug auf die Fragen, von denen ich jetzt spreche. Sie waren in einer gewissen Weise außerordentlich ratlos und suchten infolgedessen das, was sie zur Lenkung der Menschheit brauchten, auf einem ziemlich äußeren Wege: durch ihre Sternenweisheit, durch ihre Sterndeutekunst. Denn was die chaldäischen Eingeweihten durch ihre Astrologie erfuhren, das konnte man gerade in jenen älteren Zeiten auf einem ganz andern Wege durch jene Mondenwesen erfahren, die mit dem Einatmen in die Menschenleiber hineinzogen. Jetzt aber sagten eben diese Wesenheiten, sie finden kein Obdach auf der Erde. Und da ersetzte man das, was sie früher gewissermaßen an innerer Kraft gegeben hatten, durch die Kraft einer äußeren Beobachtung.
[ 11 ] Aber auf der andern Seite war auch noch nicht da, was dann durch das Christus-Mysterium in die Welt gekommen ist; so daß also eine Zwischenzeit vorhanden war zwischen der uralten Hellseherzeit, in der alles das stattfinden konnte, was ich beschrieben habe, und der Zeit, die dann alles veränderte im geistigen Wirken auf der Erde, der Zeit, die durch das Mysterium von Golgatha inauguriert worden ist. Diese Zwischenzeit können wir ganz besonders studieren an der ägyptischen Entwickelung. Es folgt ja auf die urpersische Zeit die ägyptisch-chaldäische Entwickelung. Die Initiierten der chaldäischen Menschheit wußten sich nur sehr wenig zu helfen in bezug auf die Fragen, von denen ich jetzt spreche. Sie waren in einer gewissen Weise außerordentlich ratlos und suchten infolgedessen das, was sie zur Lenkung der Menschheit brauchten, auf einem ziemlich äußeren Wege: durch ihre Sternenweisheit, durch ihre Sterndeutekunst. Denn was die chaldäischen Eingeweihten durch ihre Astrologie erfuhren, das konnte man gerade in jenen älteren Zeiten auf einem ganz andern Wege durch jene Mondenwesen erfahren, die mit dem Einatmen in die Menschenleiber hineinzogen. Jetzt aber sagten eben diese Wesenheiten, sie finden kein Obdach auf der Erde. Und da ersetzte man das, was sie früher gewissermaßen an innerer Kraft gegeben hatten, durch die Kraft einer äußeren Beobachtung.
[ 12 ] In einer ganz andern Weise halfen sich die Initiierten der ägyptischen Welt. Die Initiierten der ägyptischen Welt suchten nach Mitteln und Wegen, den Mondenwesen auf der Erde Obdach zu geben. Den Wesen also, die eigentlich nach den urewigen Gesetzen der Weltenentwickelung jetzt nicht mehr zu einem Obdach auf der Erde bestimmt waren, denen versuchten die Initiierten der ägyptischen Mysterien, dieses Obdach zu verschaffen. Und gerade die ägyptischen Mysterienpriester, die ägyptischen Initiierten fanden die Möglichkeit, den luziferisch gestalteten Mondengeistern Obdach zu geben auf der Erde.
[ 12 ] In einer ganz andern Weise halfen sich die Initiierten der ägyptischen Welt. Die Initiierten der ägyptischen Welt suchten nach Mitteln und Wegen, den Mondenwesen auf der Erde Obdach zu geben. Den Wesen also, die eigentlich nach den urewigen Gesetzen der Weltenentwickelung jetzt nicht mehr zu einem Obdach auf der Erde bestimmt waren, denen versuchten die Initiierten der ägyptischen Mysterien, dieses Obdach zu verschaffen. Und gerade die ägyptischen Mysterienpriester, die ägyptischen Initiierten fanden die Möglichkeit, den luziferisch gestalteten Mondengeistern Obdach zu geben auf der Erde.
[ 13 ] Dieses Geheimnis zu lösen, die Mondengeister wiederum zum Herabsteigen auf die Erde zu bewegen, trotzdem eigentlich nach der urewigen Weltenentwickelung ihnen das nicht mehr bestimmt war, ist den ägyptischen Priestern dadurch gelungen, daß sie die Grabstätten mit Mumien bevölkert haben. Ich habe es in früheren Vorträgen von andern Gesichtspunkten erörtert. Ich möchte es heute von diesem kosmisch-historischen Gesichtspunkt erörtern. Der mumifizierte Leichnam des Menschen wurde das Obdach der luziferisch gestalteten Mondengötter. Was sich in alten Zeiten auf natürliche Art dadurch hat beobachten lassen, daß man einfach mit Menschen zusammengekommen ist und ihr Atmen hellseherisch beobachtet hat was jetzt in diesen natürlichen Vorgängen gar nicht mehr stattfindet, was aber durch das alte Einatmen der Menschen überall im sozialen Leben gewissermaßen herumschwirrte und eine Rolle in der Menschheit spielte —, das fand einen Ersatz an denjenigen Stätten, wo die Geister, die während der Tageszeit kein Obdach in der Menschheit hatten, die obdachlos auf der Erde hätten herumirren müssen und für das historische Erdengeschehen nicht hätten verwendet werden können, wo diese Geister gewissermaßen untergebracht wurden in den mumifizierten Menschen, in den Mumien. Denn die Mumien waren die Wohnhäuser der Mondenwesen. Und wenn der ägyptische Eingeweihte mit vollem Verständnis vor der Mumie stand, dann studierte er an der Mumie, was früher draußen am frischen Leben studiert worden war. Er schaute gewissermaßen auf das hin, was die Mondengötter in den Wohnungen verrichteten, die man ihnen gewährt hatte. Und auf diese Art wurde den Eingeweihten das bewußt, was sie dann durch diese Mondengötter dem historischen Werden der Menschheit auf den mannigfaltigsten Wegen einimpfen konnten.
[ 13 ] Dieses Geheimnis zu lösen, die Mondengeister wiederum zum Herabsteigen auf die Erde zu bewegen, trotzdem eigentlich nach der urewigen Weltenentwickelung ihnen das nicht mehr bestimmt war, ist den ägyptischen Priestern dadurch gelungen, daß sie die Grabstätten mit Mumien bevölkert haben. Ich habe es in früheren Vorträgen von andern Gesichtspunkten erörtert. Ich möchte es heute von diesem kosmisch-historischen Gesichtspunkt erörtern. Der mumifizierte Leichnam des Menschen wurde das Obdach der luziferisch gestalteten Mondengötter. Was sich in alten Zeiten auf natürliche Art dadurch hat beobachten lassen, daß man einfach mit Menschen zusammengekommen ist und ihr Atmen hellseherisch beobachtet hat was jetzt in diesen natürlichen Vorgängen gar nicht mehr stattfindet, was aber durch das alte Einatmen der Menschen überall im sozialen Leben gewissermaßen herumschwirrte und eine Rolle in der Menschheit spielte —, das fand einen Ersatz an denjenigen Stätten, wo die Geister, die während der Tageszeit kein Obdach in der Menschheit hatten, die obdachlos auf der Erde hätten herumirren müssen und für das historische Erdengeschehen nicht hätten verwendet werden können, wo diese Geister gewissermaßen untergebracht wurden in den mumifizierten Menschen, in den Mumien. Denn die Mumien waren die Wohnhäuser der Mondenwesen. Und wenn der ägyptische Eingeweihte mit vollem Verständnis vor der Mumie stand, dann studierte er an der Mumie, was früher draußen am frischen Leben studiert worden war. Er schaute gewissermaßen auf das hin, was die Mondengötter in den Wohnungen verrichteten, die man ihnen gewährt hatte. Und auf diese Art wurde den Eingeweihten das bewußt, was sie dann durch diese Mondengötter dem historischen Werden der Menschheit auf den mannigfaltigsten Wegen einimpfen konnten.
[ 14 ] So paradox das einem heutigen materialistisch gesinnten Menschen erscheint, wahr ist es doch: Will man verstehen, was sich als historisches Werden innerhalb der ägyptischen Kulturepoche abgespielt hat, so kann man das nicht anders, als indem man nicht bloß die äußeren geschichtlichen Denkmäler studiert, sondern indem man aus jener ewigen Weltenchronik, die im imaginativen und inspirierten Schauen zu lesen ist, studiert, was jene geistigen Mondenwesenheiten getan haben, denen man nicht äußerliche Monumente errichtet hat und die auch nicht historische Dokumente schriftlich hinterlassen haben. Aber was jene Menschen verrichtet haben, denen die äußerlichen Monumente errichtet sind, das war von den geistigen Mondenwesenheiten auf einem Umwege inspiriert, durch die Arbeit der Initiierten mit den Mondenwesen, denen man in den Mumien während des Tages auf der Erde Obdach gewährt hatte. Und was in den schriftlichen Urkunden steht, lernt man seinem Ursprung nach nur richtig erkennen, wenn man in der Weltenchronik die Wesenheiten aufsuchen kann, die einem sagen: Während der Zeit des 3., 2., 1. vorchristlichen Jahrtausends konnten wir nur dadurch die Erde bewohnen, daß uns die ägyptischen initiierten Priester in den Mumien Erdenwohnungen gegeben haben. — Von diesen Mondenwesen können wir erfahren, woraus die Absichten der geschichtlichen Handlungen in jener Zeit entsprungen sind.
[ 14 ] So paradox das einem heutigen materialistisch gesinnten Menschen erscheint, wahr ist es doch: Will man verstehen, was sich als historisches Werden innerhalb der ägyptischen Kulturepoche abgespielt hat, so kann man das nicht anders, als indem man nicht bloß die äußeren geschichtlichen Denkmäler studiert, sondern indem man aus jener ewigen Weltenchronik, die im imaginativen und inspirierten Schauen zu lesen ist, studiert, was jene geistigen Mondenwesenheiten getan haben, denen man nicht äußerliche Monumente errichtet hat und die auch nicht historische Dokumente schriftlich hinterlassen haben. Aber was jene Menschen verrichtet haben, denen die äußerlichen Monumente errichtet sind, das war von den geistigen Mondenwesenheiten auf einem Umwege inspiriert, durch die Arbeit der Initiierten mit den Mondenwesen, denen man in den Mumien während des Tages auf der Erde Obdach gewährt hatte. Und was in den schriftlichen Urkunden steht, lernt man seinem Ursprung nach nur richtig erkennen, wenn man in der Weltenchronik die Wesenheiten aufsuchen kann, die einem sagen: Während der Zeit des 3., 2., 1. vorchristlichen Jahrtausends konnten wir nur dadurch die Erde bewohnen, daß uns die ägyptischen initiierten Priester in den Mumien Erdenwohnungen gegeben haben. — Von diesen Mondenwesen können wir erfahren, woraus die Absichten der geschichtlichen Handlungen in jener Zeit entsprungen sind.
[ 15 ] Will man also den Menschen seiner wahren Wesenheit nach erkennen, so muß man zu den Sternen und zu den Hierarchien gehen, wie ich in den letzten zwei Vorträgen hier auseinandergesetzt habe. Will man aber das geschichtliche Werden der Menschheit in richtiger Weise erkennen, dann muß man die geistigen Mächte studieren können, die in dieses geschichtliche Werden der Menschheit hereinspielen. Dann muß man sich dazu bequemen, den Sinn einer so auffälligen Erscheinung, wie es die Mumifizierung des Menschen durch die alten Ägypter ist, zu studieren. Dinge, die oftmals der Menschheit vor der heutigen materialistischen Betrachtungsweise nur wie eine Kuriosität, wie ein Gebrauch erscheinen, lernt man in ihrem inneren Sinn kennen, wenn man sie mit wirklich spiritueller Wissenschaft durchforschen kann. Götterhäuser waren einstens die Mumien. Schon luziferisch gewordene Mondengötter hatten in den Mumien ihre Wohnhäuser.
[ 15 ] Will man also den Menschen seiner wahren Wesenheit nach erkennen, so muß man zu den Sternen und zu den Hierarchien gehen, wie ich in den letzten zwei Vorträgen hier auseinandergesetzt habe. Will man aber das geschichtliche Werden der Menschheit in richtiger Weise erkennen, dann muß man die geistigen Mächte studieren können, die in dieses geschichtliche Werden der Menschheit hereinspielen. Dann muß man sich dazu bequemen, den Sinn einer so auffälligen Erscheinung, wie es die Mumifizierung des Menschen durch die alten Ägypter ist, zu studieren. Dinge, die oftmals der Menschheit vor der heutigen materialistischen Betrachtungsweise nur wie eine Kuriosität, wie ein Gebrauch erscheinen, lernt man in ihrem inneren Sinn kennen, wenn man sie mit wirklich spiritueller Wissenschaft durchforschen kann. Götterhäuser waren einstens die Mumien. Schon luziferisch gewordene Mondengötter hatten in den Mumien ihre Wohnhäuser.
[ 16 ] In der griechisch-römischen Zeit, also im vierten nachatlantischen Zeitraum, wurden die Dinge etwas anders. Da hörte überhaupt jenes Überragende der Einatmung auf. Das Einatmen behielt seine Bedeutung, aber es hörte das Überragende des Einatmens auf. Und gewissermaßen wurden Ein- und Ausatmen für den Menschen gleichbedeutende Prozesse, gleichbedeutende Vorgänge. Das ist etwas, worauf die griechischen Initiierten wiederum bei ihrer Arbeit ganz besonders achteten. Und jener wunderbare Gleichgewichtszustand zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen, der insbesondere das griechische Volk auszeichnete, der konnte dazu führen, daß gerade die griechische Kunst als vorbildlich in der Weise entstanden ist, wie wir sie in der Geschichte verzeichnet finden.
[ 16 ] In der griechisch-römischen Zeit, also im vierten nachatlantischen Zeitraum, wurden die Dinge etwas anders. Da hörte überhaupt jenes Überragende der Einatmung auf. Das Einatmen behielt seine Bedeutung, aber es hörte das Überragende des Einatmens auf. Und gewissermaßen wurden Ein- und Ausatmen für den Menschen gleichbedeutende Prozesse, gleichbedeutende Vorgänge. Das ist etwas, worauf die griechischen Initiierten wiederum bei ihrer Arbeit ganz besonders achteten. Und jener wunderbare Gleichgewichtszustand zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen, der insbesondere das griechische Volk auszeichnete, der konnte dazu führen, daß gerade die griechische Kunst als vorbildlich in der Weise entstanden ist, wie wir sie in der Geschichte verzeichnet finden.
[ 17 ] Die Griechen waren nicht veranlagt, durch die Einatmung die Mondenwesen besonders aufzufangen. Ihnen war es aber eigen, durch ihre Eingeweihten ganz besonders diejenigen Wesen wirksam zu machen, die gewissermaßen ein in der Luft halb Fliegendes, halb Schwimmendes entwickelten und die sich am liebsten in dem Gleichgewichtszustande zwischen Ein- und Ausatmen wiegten. Und wenn man in jene alten Zeiten der griechischen Entwickelung zurückgeht, in denen eigentlich das inspiriert worden ist, was dann später schon in einer mehr äußerlichen Form zum Vorschein gekommen ist, wenn man zurückgeht in die Zeiten, die eigentlich doch aus grandios primitiven Formen heraus der griechischen bildenden Kunst, der griechischen tragischen Kunst und auch der griechischen Philosophie den Ursprung gegeben haben, so findet man, wie gerade die griechischen Mysterieninitiierten die Gabe hatten, jene Wesenheiten bei ihrer Leitung der Menschheit ganz besonders zu benützen, die sich eben leicht wiegten in dem Gleichgewichtsmaß, das zwischen menschlichem Einatmen und Ausatmen herbeigeführt wurde. Und im Grunde genommen lernt man die Kunst des Apollo und die orphische Weisheit nicht kennen, wenn man nicht weiß, daß beide dadurch ihre besondere Beseelung erhielten, daß ihre Helfer elementar-dämonische Wesen waren, welche sich auf diesem Gleichmaß von Ein- und Ausatmen bewegten. Die Saiten der Leier des Apollo waren gestimmt aus dem heraus, was man beobachten konnte, wenn diese Wesenheiten auf dem Gleichmaß zwischen menschlichem Einatmen und Ausatmen zwischen der Monden- und Erdensphäre da, ich möchte sagen, auf den Saiten des Kosmos, die durch Ein- und Ausatmung im Gleichmaße gewoben wurden, tanzten. Die Tänze der Luftdämonen waren es, die nachgeahmt wurden bei der Stimmung, die den Saiten der Leier des Apollo und anderem ähnlichen gegeben wurde. Wir müssen eben in die geistige Welt hineinschauen, wenn wir erkunden wollen, was sich in der äußeren geschichtlichen Welt zugetragen hat.
[ 17 ] Die Griechen waren nicht veranlagt, durch die Einatmung die Mondenwesen besonders aufzufangen. Ihnen war es aber eigen, durch ihre Eingeweihten ganz besonders diejenigen Wesen wirksam zu machen, die gewissermaßen ein in der Luft halb Fliegendes, halb Schwimmendes entwickelten und die sich am liebsten in dem Gleichgewichtszustande zwischen Ein- und Ausatmen wiegten. Und wenn man in jene alten Zeiten der griechischen Entwickelung zurückgeht, in denen eigentlich das inspiriert worden ist, was dann später schon in einer mehr äußerlichen Form zum Vorschein gekommen ist, wenn man zurückgeht in die Zeiten, die eigentlich doch aus grandios primitiven Formen heraus der griechischen bildenden Kunst, der griechischen tragischen Kunst und auch der griechischen Philosophie den Ursprung gegeben haben, so findet man, wie gerade die griechischen Mysterieninitiierten die Gabe hatten, jene Wesenheiten bei ihrer Leitung der Menschheit ganz besonders zu benützen, die sich eben leicht wiegten in dem Gleichgewichtsmaß, das zwischen menschlichem Einatmen und Ausatmen herbeigeführt wurde. Und im Grunde genommen lernt man die Kunst des Apollo und die orphische Weisheit nicht kennen, wenn man nicht weiß, daß beide dadurch ihre besondere Beseelung erhielten, daß ihre Helfer elementar-dämonische Wesen waren, welche sich auf diesem Gleichmaß von Ein- und Ausatmen bewegten. Die Saiten der Leier des Apollo waren gestimmt aus dem heraus, was man beobachten konnte, wenn diese Wesenheiten auf dem Gleichmaß zwischen menschlichem Einatmen und Ausatmen zwischen der Monden- und Erdensphäre da, ich möchte sagen, auf den Saiten des Kosmos, die durch Ein- und Ausatmung im Gleichmaße gewoben wurden, tanzten. Die Tänze der Luftdämonen waren es, die nachgeahmt wurden bei der Stimmung, die den Saiten der Leier des Apollo und anderem ähnlichen gegeben wurde. Wir müssen eben in die geistige Welt hineinschauen, wenn wir erkunden wollen, was sich in der äußeren geschichtlichen Welt zugetragen hat.
[ 18 ] Stellen wir uns doch einmal vor, was ich vor einiger Zeit hier sagen konnte: daß das Skandieren, das Ausbilden des alten Rezitativs, das Ausbilden des Hexameters auf jenem Verhältnis beruht, in dem im rhythmischen Menschen der Atmungsrhythmus und der Blutzirkulationsrhythmus stehen. Erinnern Sie sich daran, was ich in einem Kurse drüben im Bau in dieser Beziehung gerade mit Bezug auf die Bildung des Hexameters auseinandergesetzt habe. Das Studium, um zu diesem Hexameter zu kommen, war für die griechischen Eingeweihten einmal ein durchaus konkretes Studium. Indem wir einatmen, nehmen wir die Schwingungen des Kosmos in uns auf und passen sie unserem inneren Menschen an.
[ 18 ] Stellen wir uns doch einmal vor, was ich vor einiger Zeit hier sagen konnte: daß das Skandieren, das Ausbilden des alten Rezitativs, das Ausbilden des Hexameters auf jenem Verhältnis beruht, in dem im rhythmischen Menschen der Atmungsrhythmus und der Blutzirkulationsrhythmus stehen. Erinnern Sie sich daran, was ich in einem Kurse drüben im Bau in dieser Beziehung gerade mit Bezug auf die Bildung des Hexameters auseinandergesetzt habe. Das Studium, um zu diesem Hexameter zu kommen, war für die griechischen Eingeweihten einmal ein durchaus konkretes Studium. Indem wir einatmen, nehmen wir die Schwingungen des Kosmos in uns auf und passen sie unserem inneren Menschen an.
[ 19 ] Indem wir wieder ausatmen, geben wir dem Atmungsrhythmus etwas mit von dem Vibrieren unseres Pulses in der Blutzirkulation; so daß wir sagen können, in unserem Einatmen pulsiert die äußere Welt herein, in unserem Ausatmen lebt die Pulsation unseres eigenen Blutes nach außen. So daß im ätherischen Leib des Menschen gerade für den griechischen Eingeweihten, der auf diese Dinge hin geschult war, zu beobachten war, wie sich um den Menschen herum im ätherischen und astralischen Leibe kosmischer Rhythmus und Pulsationsrhythmus begegneten, die ineinanderschwebten und auf denen sich die Luftdämonen wiegten und ihre Tänze ausführten. Das war das Studium, dem Homer oblag, als er insbesondere den Hexameter zur höchsten Blüte entfaltete, denn der ist aus dem Zusammenhange des Menschen mit der Welt herausgeboren.
[ 19 ] Indem wir wieder ausatmen, geben wir dem Atmungsrhythmus etwas mit von dem Vibrieren unseres Pulses in der Blutzirkulation; so daß wir sagen können, in unserem Einatmen pulsiert die äußere Welt herein, in unserem Ausatmen lebt die Pulsation unseres eigenen Blutes nach außen. So daß im ätherischen Leib des Menschen gerade für den griechischen Eingeweihten, der auf diese Dinge hin geschult war, zu beobachten war, wie sich um den Menschen herum im ätherischen und astralischen Leibe kosmischer Rhythmus und Pulsationsrhythmus begegneten, die ineinanderschwebten und auf denen sich die Luftdämonen wiegten und ihre Tänze ausführten. Das war das Studium, dem Homer oblag, als er insbesondere den Hexameter zur höchsten Blüte entfaltete, denn der ist aus dem Zusammenhange des Menschen mit der Welt herausgeboren.
[ 20 ] Manches wird erst klar, wenn man mit künstlerischem Erkennerblick und erkennendem Künstlerblick die Dinge anschaut, die in der Geschichte erhalten sind. Ich will gar nicht davon sprechen, daß schließlich die materialistische Zeitgesinnung, anstatt eigentlich darüber nachzudenken, auf welche besondere Art etwas wie die homerischen Gesänge zustande gekommen sind, sich dadurch hilft, daß sie sagt: Einen Homer hat es überhaupt nicht gegeben. — Es ist im Grunde genommen das Allereinfachste, was man machen kann vom Standpunkte der materialistischen Zeitgesinnung. Den Homer zu begreifen, das ist für diese materialistische Wissenschaft unmöglich; und was man nicht begreift, das darf eigentlich auch nicht vorhanden sein nach der Gesinnung, die in unserer Zeit so furchtbar eitel und hoffärtig geworden ist. Was man mit seinem Professorenverstand nicht versteht, das darf es nicht geben und das gibt es eben nicht. Den Homer kann man nicht verstehen, also gibt es ihn eben nicht. Aber vielleicht wäre etwas anderes besser! Sie finden überall noch das Homer-Porträt in Museen. Nun will ich gar nicht sagen, daß dieser Homer-Kopf besonders gut ist, aber er ist noch so gut, daß, wenn Sie diesen als blind dargestellten Homer anschauen, der trotz seiner Blindheit einen ganz besonderen Augenausdruck hat und der namentlich in einer gewissen Weise eine merkwürdige Kopfhaltung verrät, wenn Sie sich hineinversetzen in die Haltung dieses Homer-Kopfes, Sie das Gefühl bekommen: der ist vielleicht ganz freiwillig erblindet — ich rede natürlich in Bildern dabei —, um durch das Sehen in einem gewissen Lauschen nicht gestört zu werden. Er lauscht dem, was er da in der Pulsation wahrnimmt, die aus dem Pulse des Kosmos und aus dem Pulse des menschlichen Blutes, des menschlichen Ätherleibes zusammenschwingt und auf der die Luftwesen ihre harmonisch-melodischen Tänze ausführen. Was er da, wo anders geschwirrt wird, als wenn wir einem Mückenschwarm bei seinem Schwirren zuhören, wo eben der Hexameter zum Beispiel geschwirrt wird, was er da bei diesem Schwirren hört, indem er jetzt nicht gestört wird durch das Sehen, durch das gewöhnliche helle Tageslicht, das verdichtet sich für ihn in der Weise, daß er mit seinen Ohren gewissermaßen zugleich tastet.
[ 20 ] Manches wird erst klar, wenn man mit künstlerischem Erkennerblick und erkennendem Künstlerblick die Dinge anschaut, die in der Geschichte erhalten sind. Ich will gar nicht davon sprechen, daß schließlich die materialistische Zeitgesinnung, anstatt eigentlich darüber nachzudenken, auf welche besondere Art etwas wie die homerischen Gesänge zustande gekommen sind, sich dadurch hilft, daß sie sagt: Einen Homer hat es überhaupt nicht gegeben. — Es ist im Grunde genommen das Allereinfachste, was man machen kann vom Standpunkte der materialistischen Zeitgesinnung. Den Homer zu begreifen, das ist für diese materialistische Wissenschaft unmöglich; und was man nicht begreift, das darf eigentlich auch nicht vorhanden sein nach der Gesinnung, die in unserer Zeit so furchtbar eitel und hoffärtig geworden ist. Was man mit seinem Professorenverstand nicht versteht, das darf es nicht geben und das gibt es eben nicht. Den Homer kann man nicht verstehen, also gibt es ihn eben nicht. Aber vielleicht wäre etwas anderes besser! Sie finden überall noch das Homer-Porträt in Museen. Nun will ich gar nicht sagen, daß dieser Homer-Kopf besonders gut ist, aber er ist noch so gut, daß, wenn Sie diesen als blind dargestellten Homer anschauen, der trotz seiner Blindheit einen ganz besonderen Augenausdruck hat und der namentlich in einer gewissen Weise eine merkwürdige Kopfhaltung verrät, wenn Sie sich hineinversetzen in die Haltung dieses Homer-Kopfes, Sie das Gefühl bekommen: der ist vielleicht ganz freiwillig erblindet — ich rede natürlich in Bildern dabei —, um durch das Sehen in einem gewissen Lauschen nicht gestört zu werden. Er lauscht dem, was er da in der Pulsation wahrnimmt, die aus dem Pulse des Kosmos und aus dem Pulse des menschlichen Blutes, des menschlichen Ätherleibes zusammenschwingt und auf der die Luftwesen ihre harmonisch-melodischen Tänze ausführen. Was er da, wo anders geschwirrt wird, als wenn wir einem Mückenschwarm bei seinem Schwirren zuhören, wo eben der Hexameter zum Beispiel geschwirrt wird, was er da bei diesem Schwirren hört, indem er jetzt nicht gestört wird durch das Sehen, durch das gewöhnliche helle Tageslicht, das verdichtet sich für ihn in der Weise, daß er mit seinen Ohren gewissermaßen zugleich tastet.
[ 21 ] Sehen Sie sich auf das hin den Homer-Kopf an! Das ist ein tastendes Hören, das ist ein hörendes Tasten, das ist ein ganz besonderes Leben, das durch diese Gips- oder Marmorform geht. Da ist in diesem das blinde Auge noch von innen gleichsam durchzuckenden Kopfeswesen etwas ausgespannt, was nicht nur hört, sondern was die Töne tastet und den tastenden Ton aufhält, um überzuführen in das skandierende Stimmorgan, was aus dem Kosmos in den Menschen in einer Zeit hereingenommen ist, in der nicht das Einatmen auf der einen Seite und das Ausatmen auf der andern Seite eine hervorragende Rolle spielte, sondern in der das Ineinanderklingen der beiden, des Ein- und Ausatmens, vorhanden war.
[ 21 ] Sehen Sie sich auf das hin den Homer-Kopf an! Das ist ein tastendes Hören, das ist ein hörendes Tasten, das ist ein ganz besonderes Leben, das durch diese Gips- oder Marmorform geht. Da ist in diesem das blinde Auge noch von innen gleichsam durchzuckenden Kopfeswesen etwas ausgespannt, was nicht nur hört, sondern was die Töne tastet und den tastenden Ton aufhält, um überzuführen in das skandierende Stimmorgan, was aus dem Kosmos in den Menschen in einer Zeit hereingenommen ist, in der nicht das Einatmen auf der einen Seite und das Ausatmen auf der andern Seite eine hervorragende Rolle spielte, sondern in der das Ineinanderklingen der beiden, des Ein- und Ausatmens, vorhanden war.
[ 22 ] Die neugierigste Frage, die in dem Menschen entstehen sollte, wenn er diesen Homer-Kopf anschaut, die müßte eigentlich sein: Wie atmete der? — Dieser Kopf ist ganz unbeirrt vom äußeren Lichte. Dieser Kopf ist ganz hingegeben den Mysterien des Atems: Diese Empfindung gegenüber dem Homer-Kopf, der überall gesehen werden kann, wäre klüger, als den alten Homer hinwegzudiskutieren. Die Gründe, um den Homer gelehrt hinwegzudiskutieren, waren so verlockend und versucherisch, daß selbst Goethe nicht recht damit fertig wurde. Der erste, der zur Goethe-Zeit den Homer wegdiskutierte, der da sagte, daß es gar keinen Homer gegeben habe, war der deutsche Philologe Wolf. Aber auch Goethe konnte sich nicht den verlockenden, verführerischen Argumenten dieses Philologen entziehen. Und obwohl er eigentlich immer einen Horror davor hatte, daß den Homer der Wolf gefressen haben sollte, so war er auf der andern Seite doch wiederum zum Teil bestürzt durch die ungeheuer gescheiten Dinge, die da vorgebracht worden sind. Was vermag moderne Gescheitheit nicht alles! Die Menschen sind ja wirklich außerordentlich gescheit geworden. Aber gescheit sein heißt noch nicht, etwas von der Welt wissen.
[ 22 ] Die neugierigste Frage, die in dem Menschen entstehen sollte, wenn er diesen Homer-Kopf anschaut, die müßte eigentlich sein: Wie atmete der? — Dieser Kopf ist ganz unbeirrt vom äußeren Lichte. Dieser Kopf ist ganz hingegeben den Mysterien des Atems: Diese Empfindung gegenüber dem Homer-Kopf, der überall gesehen werden kann, wäre klüger, als den alten Homer hinwegzudiskutieren. Die Gründe, um den Homer gelehrt hinwegzudiskutieren, waren so verlockend und versucherisch, daß selbst Goethe nicht recht damit fertig wurde. Der erste, der zur Goethe-Zeit den Homer wegdiskutierte, der da sagte, daß es gar keinen Homer gegeben habe, war der deutsche Philologe Wolf. Aber auch Goethe konnte sich nicht den verlockenden, verführerischen Argumenten dieses Philologen entziehen. Und obwohl er eigentlich immer einen Horror davor hatte, daß den Homer der Wolf gefressen haben sollte, so war er auf der andern Seite doch wiederum zum Teil bestürzt durch die ungeheuer gescheiten Dinge, die da vorgebracht worden sind. Was vermag moderne Gescheitheit nicht alles! Die Menschen sind ja wirklich außerordentlich gescheit geworden. Aber gescheit sein heißt noch nicht, etwas von der Welt wissen.
[ 23 ] Später hat dann Herman Grimm versucht — allerdings nicht den Homer wieder lebendig zu machen, denn der war von dem Wolf gar nicht gefressen worden, sondern es war nur ein Bild des Homer gefressen worden, ein Bild, das allmählich entstanden war —, später versuchte dann Herman Grimm das Folgende. Er sagte: Kümmern wir uns zunächst gar nicht um den Homer, kümmern wir uns auch nicht um den Wolf, der ihn gefressen hat, sondern sehen wir uns die Ilias an, die Iliade, das Epos Homers. Versuchen wir einmal, dieses Epos Homers zu lesen, aber nicht so, wie es ein Philologe liest, sondern wie es ein gewöhnlicher Mensch liest. Versuchen wir einmal, den ersten Gesang vorzunehmen und zu sehen, nach welcher Kunst der Eingang gemacht worden ist. Beachten wir dann den Fortgang, die weitere Entwickelung. Gehen wir zum zweiten, zu den folgenden Gesängen über: merkwürdig, wir finden, wie immer wieder eine innere Komposition darinnen ist, wie mit einem wunderbaren inneren Kunstgefühl jeder Gesang ähnlich dem vorigen aufgebaut ist.
[ 23 ] Später hat dann Herman Grimm versucht — allerdings nicht den Homer wieder lebendig zu machen, denn der war von dem Wolf gar nicht gefressen worden, sondern es war nur ein Bild des Homer gefressen worden, ein Bild, das allmählich entstanden war —, später versuchte dann Herman Grimm das Folgende. Er sagte: Kümmern wir uns zunächst gar nicht um den Homer, kümmern wir uns auch nicht um den Wolf, der ihn gefressen hat, sondern sehen wir uns die Ilias an, die Iliade, das Epos Homers. Versuchen wir einmal, dieses Epos Homers zu lesen, aber nicht so, wie es ein Philologe liest, sondern wie es ein gewöhnlicher Mensch liest. Versuchen wir einmal, den ersten Gesang vorzunehmen und zu sehen, nach welcher Kunst der Eingang gemacht worden ist. Beachten wir dann den Fortgang, die weitere Entwickelung. Gehen wir zum zweiten, zu den folgenden Gesängen über: merkwürdig, wir finden, wie immer wieder eine innere Komposition darinnen ist, wie mit einem wunderbaren inneren Kunstgefühl jeder Gesang ähnlich dem vorigen aufgebaut ist.
[ 24 ] Solch eine Betrachtungsweise führte Herman Grimm durch die ganze Ilias hindurch fort. Nun sagte er: Es wäre doch etwas höchst Eigentümliches, wenn es gar keinen Homer gegeben hätte, sondern wenn im Laufe der Zeit einmal einer, dann ein zweiter, dann ein dritter ein Stückchen der Ilias gemacht hätte, die dann später gesammelt worden wären. So wird vielleicht auch einstmals nach Ansicht der Philologen der «Faust» entstanden sein, weil man Widersprüche darin finden wird. Es stellte sich jedenfalls heraus, daß es eine ganz merkwürdige Geschichte wäre, wenn ein so einheitlich komponiertes Werk wie die Ilias aus allen möglichen Fetzen, die da oder dort entstanden sind, zusammengetragen worden wäre.
[ 24 ] Solch eine Betrachtungsweise führte Herman Grimm durch die ganze Ilias hindurch fort. Nun sagte er: Es wäre doch etwas höchst Eigentümliches, wenn es gar keinen Homer gegeben hätte, sondern wenn im Laufe der Zeit einmal einer, dann ein zweiter, dann ein dritter ein Stückchen der Ilias gemacht hätte, die dann später gesammelt worden wären. So wird vielleicht auch einstmals nach Ansicht der Philologen der «Faust» entstanden sein, weil man Widersprüche darin finden wird. Es stellte sich jedenfalls heraus, daß es eine ganz merkwürdige Geschichte wäre, wenn ein so einheitlich komponiertes Werk wie die Ilias aus allen möglichen Fetzen, die da oder dort entstanden sind, zusammengetragen worden wäre.
[ 25 ] Es ist eben nötig, daß man in die Geschichte sich auch so vertieft, daß man sich wirklich das Hereinweben und Hereinwirken der geistigen Wesenheiten in die unmittelbar geschichtlichen Vorgänge vor die Seele führen kann. Das muß auch anthroposophische Geisteswissenschaft versuchen, und ich habe es Ihnen heute zunächst für die ältere Zeit bis ins Griechentum hinein zu verwirklichen versucht. Wir wollen dann morgen sehen, wie sich seit dem Mysterium von Golgatha in unserer eigenen geschichtlichen Gegenwart diese geistigen Wesenheiten in das immer freier und freier werdende Menschenhandeln hinein doch auch wirksam erweisen und wie wir darauf kommen können, was wir selber zu tun haben, wenn es etwa nötig ist, uns in einer ähnlichen Weise zu helfen wie die ägyptischen Eingeweihten, die gewissen Mondenwesen Obdach geben wollten. Vielleicht ist es nötig, daß in unserer Zeit aus einer richtigen Geist-Erkenntnis heraus ein Ähnliches Platz greifen muß.
[ 25 ] Es ist eben nötig, daß man in die Geschichte sich auch so vertieft, daß man sich wirklich das Hereinweben und Hereinwirken der geistigen Wesenheiten in die unmittelbar geschichtlichen Vorgänge vor die Seele führen kann. Das muß auch anthroposophische Geisteswissenschaft versuchen, und ich habe es Ihnen heute zunächst für die ältere Zeit bis ins Griechentum hinein zu verwirklichen versucht. Wir wollen dann morgen sehen, wie sich seit dem Mysterium von Golgatha in unserer eigenen geschichtlichen Gegenwart diese geistigen Wesenheiten in das immer freier und freier werdende Menschenhandeln hinein doch auch wirksam erweisen und wie wir darauf kommen können, was wir selber zu tun haben, wenn es etwa nötig ist, uns in einer ähnlichen Weise zu helfen wie die ägyptischen Eingeweihten, die gewissen Mondenwesen Obdach geben wollten. Vielleicht ist es nötig, daß in unserer Zeit aus einer richtigen Geist-Erkenntnis heraus ein Ähnliches Platz greifen muß.
