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Fundamental Impulses
of Humanity's Development
Throughout World History
GA 216

23 September 1922, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Gestern habe ich von geschichtlichen Zusammenhängen gesprochen, insofern diese die Betrachtung des Menschen in die geistigen Welten führen, und ich habe die beiden älteren Zeiträume der Menschheitsentwickelung von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet. Ich habe darauf hingewiesen, wie die älteren Initiierten versuchten, die Menschen zu lenken sowohl in religiöser wie auch in sozialer und sonstiger Beziehung, indem sie jene geistigen Wesenheiten als ihre Helfer ausersahen, die mit der menschlichen Einatmung zusammenhängen. Und wir haben gesehen, daß diese Wesenheiten ihrerseits wiederum im Kosmos mit dem zusammenhängen, was sich äußerlich im Mondenlichte offenbart, so daß wir etwa davon sprechen können, daß gewisse Mondenwesenheiten in der Zeit, als es notwendig geworden war, nämlich in der ägyptischen Zeit, als Helfer benutzt worden sind, dem religiösen, dem sozialen Leben des alten Ägyptens und überhaupt den weiteren Gebieten der alten geschichtlichen Entwickelung Richtungen zu geben.

[ 1 ] Gestern habe ich von geschichtlichen Zusammenhängen gesprochen, insofern diese die Betrachtung des Menschen in die geistigen Welten führen, und ich habe die beiden älteren Zeiträume der Menschheitsentwickelung von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet. Ich habe darauf hingewiesen, wie die älteren Initiierten versuchten, die Menschen zu lenken sowohl in religiöser wie auch in sozialer und sonstiger Beziehung, indem sie jene geistigen Wesenheiten als ihre Helfer ausersahen, die mit der menschlichen Einatmung zusammenhängen. Und wir haben gesehen, daß diese Wesenheiten ihrerseits wiederum im Kosmos mit dem zusammenhängen, was sich äußerlich im Mondenlichte offenbart, so daß wir etwa davon sprechen können, daß gewisse Mondenwesenheiten in der Zeit, als es notwendig geworden war, nämlich in der ägyptischen Zeit, als Helfer benutzt worden sind, dem religiösen, dem sozialen Leben des alten Ägyptens und überhaupt den weiteren Gebieten der alten geschichtlichen Entwickelung Richtungen zu geben.

[ 2 ] Wir haben dann gesehen, wie im Griechentum die Wesenheiten wichtig werden, die ich gestern elementarische luziferische Wesenheiten genannt habe und die von den griechischen Eingeweihten, zum Beispiel denen der orphischen Mysterien, als Helfer, namentlich zur Inaugurierung der griechischen Kunst, verwendet wurden. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie man selbst heute noch, wenn man eine etwas tiefere und intimere menschliche Empfindung hat, in dem traditionellen Homer-Kopf sehen kann das Lauschen dieser Menschenindividualität auf das, was ich gestern tastendes Hören, hörendes Tasten genannt habe, und das im wesentlichen ein Lauschen auf geistige Wesenheiten war. Das waren die Luftwesenheiten, welche die Gleichgewichtslage zwischen dem, was durch die menschliche Ein- und Ausatmung geschieht, benützten, um einen Rhythmus zwischen dem Atmen und der Blutzirkulation hervorzurufen, wodurch dann durch jenes wunderbare Zahlenverhältnis, das beim Menschen zwischen dem Atmungsrhythmus und dem Pulsrhythmus besteht, so etwas wie der griechische Hexameter sich ergeben hat, wie überhaupt alle griechischen Versmaße, die dadurch sowohl ein Geschöpf des Menschen selber sind als auch ein Geschöpf dessen, was als ein geheimnisvoller Rhythmus den ganzen Kosmos durchwellt und durchvibriert. Ich habe gesagt: Wenn die Griechen von der Leier des Apollo sprechen, so kann man geradezu daran denken, wie die Saiten dieser Apollo-Leier gestimmt waren nach jenen Eindrücken, die man aus dem Wahrnehmen dieses also zusammengesetzten Rhythmus hatte.

[ 2 ] Wir haben dann gesehen, wie im Griechentum die Wesenheiten wichtig werden, die ich gestern elementarische luziferische Wesenheiten genannt habe und die von den griechischen Eingeweihten, zum Beispiel denen der orphischen Mysterien, als Helfer, namentlich zur Inaugurierung der griechischen Kunst, verwendet wurden. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie man selbst heute noch, wenn man eine etwas tiefere und intimere menschliche Empfindung hat, in dem traditionellen Homer-Kopf sehen kann das Lauschen dieser Menschenindividualität auf das, was ich gestern tastendes Hören, hörendes Tasten genannt habe, und das im wesentlichen ein Lauschen auf geistige Wesenheiten war. Das waren die Luftwesenheiten, welche die Gleichgewichtslage zwischen dem, was durch die menschliche Ein- und Ausatmung geschieht, benützten, um einen Rhythmus zwischen dem Atmen und der Blutzirkulation hervorzurufen, wodurch dann durch jenes wunderbare Zahlenverhältnis, das beim Menschen zwischen dem Atmungsrhythmus und dem Pulsrhythmus besteht, so etwas wie der griechische Hexameter sich ergeben hat, wie überhaupt alle griechischen Versmaße, die dadurch sowohl ein Geschöpf des Menschen selber sind als auch ein Geschöpf dessen, was als ein geheimnisvoller Rhythmus den ganzen Kosmos durchwellt und durchvibriert. Ich habe gesagt: Wenn die Griechen von der Leier des Apollo sprechen, so kann man geradezu daran denken, wie die Saiten dieser Apollo-Leier gestimmt waren nach jenen Eindrücken, die man aus dem Wahrnehmen dieses also zusammengesetzten Rhythmus hatte.

[ 3 ] Seither ist die Menschheit in eine ganz andere Entwickelung eingetreten, und ich habe auf die besonderen Eigentümlichkeiten dieser Entwickelung immer wiederum von den verschiedensten Gesichtspunkten aus hingewiesen. Namentlich habe ich darauf hingewiesen, wie seit dem 15. Jahrhundert die Menschheit von dem intellektuellen Elemente ergriffen worden ist, das heute eigentlich alle menschliche Kultur und Zivilisation im weitesten Umfange beherrscht und das in der neueren Entwickelung namentlich dadurch heraufgekommen ist, daß allmählich eine ältere Sprachform, die noch in ihrer ersten Gestaltung mit dem zusammenhing, was ich als dieses Erlauschen des Rhythmus in der griechisch-römischen Zeit bezeichnen konnte, daß die lateinische Sprache bis tief ins Mittelalter hinein sich fortgesetzt hat und sich ganz und gar umintellektualisiert hat. So daß eigentlich durch die lateinische Sprache vielfach die Erziehung der modernen Menschheit zum modernen Intellektualismus bewirkt worden ist.

[ 3 ] Seither ist die Menschheit in eine ganz andere Entwickelung eingetreten, und ich habe auf die besonderen Eigentümlichkeiten dieser Entwickelung immer wiederum von den verschiedensten Gesichtspunkten aus hingewiesen. Namentlich habe ich darauf hingewiesen, wie seit dem 15. Jahrhundert die Menschheit von dem intellektuellen Elemente ergriffen worden ist, das heute eigentlich alle menschliche Kultur und Zivilisation im weitesten Umfange beherrscht und das in der neueren Entwickelung namentlich dadurch heraufgekommen ist, daß allmählich eine ältere Sprachform, die noch in ihrer ersten Gestaltung mit dem zusammenhing, was ich als dieses Erlauschen des Rhythmus in der griechisch-römischen Zeit bezeichnen konnte, daß die lateinische Sprache bis tief ins Mittelalter hinein sich fortgesetzt hat und sich ganz und gar umintellektualisiert hat. So daß eigentlich durch die lateinische Sprache vielfach die Erziehung der modernen Menschheit zum modernen Intellektualismus bewirkt worden ist.

[ 4 ] Dieser Intellektualismus, der auf Gedanken beruht, die ganz und gar von der Entwickelung des physischen Menschenleibes abhängen, bringt eigentlich die ganze Menschheit in Gefahr, von der geistigen Welt abzufallen. Und man kann schon sagen: Wenn die älteren Religionsbekenntnisse von einem Sündenfall in älterer Form sprechen, der mehr als ein moralischer Sündenfall gemeint ist, so muß man von der Gefahr, in die die neuere Menschheit versetzt ist, als von einem intellektualistischen Sündenfall sprechen. — Denn die heute allgemeinen Menschheitsgedanken, denen gegenüber die Menschheit das größte Autoritätsgefühl hat, die sogenannten gescheiten Gedanken der modernen Wissenschaft, diese durchaus intellektualistischen Gebilde sind ganz und gar begründet auf den physischen Menschenleib. Man darf eben nicht glauben, daß, wenn der moderne Mensch denkt, er etwas anderes als den physischen Menschenleib zu Hilfe nimmt. Die Gedanken waren eben in früherer Erdperiode etwas ganz anderes. In früheren Perioden der geschichtlichen Entwickelung kamen die Gedanken der Menschen zugleich mit gewissen spirituellen Schauungen. Spirituelle Schauungen drangen entweder aus dem Kosmos an den Menschen heran, oder aber sie stiegen aus dem Inneren des Menschen auf. Diese spirituellen Schauungen, sie trugen, ich möchte sagen, auf ihren Wogen Gedanken. Das waren geistig gegebene Gedanken, das waren Gedanken, die aus der geistigen Welt dem Menschen geschickt waren, Gedanken, die sich eben dem Menschen offenbarten. Solche Gedanken sind dem Intellektualismus nicht zugänglich.

[ 4 ] Dieser Intellektualismus, der auf Gedanken beruht, die ganz und gar von der Entwickelung des physischen Menschenleibes abhängen, bringt eigentlich die ganze Menschheit in Gefahr, von der geistigen Welt abzufallen. Und man kann schon sagen: Wenn die älteren Religionsbekenntnisse von einem Sündenfall in älterer Form sprechen, der mehr als ein moralischer Sündenfall gemeint ist, so muß man von der Gefahr, in die die neuere Menschheit versetzt ist, als von einem intellektualistischen Sündenfall sprechen. — Denn die heute allgemeinen Menschheitsgedanken, denen gegenüber die Menschheit das größte Autoritätsgefühl hat, die sogenannten gescheiten Gedanken der modernen Wissenschaft, diese durchaus intellektualistischen Gebilde sind ganz und gar begründet auf den physischen Menschenleib. Man darf eben nicht glauben, daß, wenn der moderne Mensch denkt, er etwas anderes als den physischen Menschenleib zu Hilfe nimmt. Die Gedanken waren eben in früherer Erdperiode etwas ganz anderes. In früheren Perioden der geschichtlichen Entwickelung kamen die Gedanken der Menschen zugleich mit gewissen spirituellen Schauungen. Spirituelle Schauungen drangen entweder aus dem Kosmos an den Menschen heran, oder aber sie stiegen aus dem Inneren des Menschen auf. Diese spirituellen Schauungen, sie trugen, ich möchte sagen, auf ihren Wogen Gedanken. Das waren geistig gegebene Gedanken, das waren Gedanken, die aus der geistigen Welt dem Menschen geschickt waren, Gedanken, die sich eben dem Menschen offenbarten. Solche Gedanken sind dem Intellektualismus nicht zugänglich.

[ 5 ] Wenn man aus der bloßen Logik heraus, nach der ja die moderne Menschheit strebt, sich seine Gedanken selber macht, so ist man dadurch mit seinem Bewußtsein an den physischen Leib gebunden. Nicht, als ob die Gedanken selber aus diesem physischen Leib erstünden, das ist natürlich durchaus nicht der Fall; aber die Kräfte, die in diesen Gedanken wirken, werden dem modernen Menschen nicht bewußt. Er lernt die Gedanken gar nicht in ihrer wahren Wesenheit kennen. Alle Gedanken, die der moderne Mensch schon in der Schule empfängt durch das, was ihm als populäre Wissenschaft übermittelt wird, was in der populären Literatur enthalten ist, alle diese Gedanken sind ihrer eigentlichen Substanz nach, dem nach, was in ihnen lebt, dem modernen Menschen unbekannt. Er kennt sie nur als Spiegelbilder. Der physische Leib ist der Spiegel, und der Mensch lernt nicht erkennen, was in seinen Gedanken eigentlich lebt, sondern er lernt nur das erkennen, was ihm der physische Leib von diesen Gedanken zurückspiegelt. Denn würde der Mensch sich hineinleben in diese Gedanken, dann würde er das vorirdische Dasein wahrnehmen können. Das kann er nicht. Der moderne Mensch kann das vorirdische Dasein nicht wahrnehmen, weil er gar nicht in der Substanz seiner Gedanken, sondern nur in den Gedankenspiegelbildern lebt. Sie sind keine Realitäten, diese Gedanken.

[ 5 ] Wenn man aus der bloßen Logik heraus, nach der ja die moderne Menschheit strebt, sich seine Gedanken selber macht, so ist man dadurch mit seinem Bewußtsein an den physischen Leib gebunden. Nicht, als ob die Gedanken selber aus diesem physischen Leib erstünden, das ist natürlich durchaus nicht der Fall; aber die Kräfte, die in diesen Gedanken wirken, werden dem modernen Menschen nicht bewußt. Er lernt die Gedanken gar nicht in ihrer wahren Wesenheit kennen. Alle Gedanken, die der moderne Mensch schon in der Schule empfängt durch das, was ihm als populäre Wissenschaft übermittelt wird, was in der populären Literatur enthalten ist, alle diese Gedanken sind ihrer eigentlichen Substanz nach, dem nach, was in ihnen lebt, dem modernen Menschen unbekannt. Er kennt sie nur als Spiegelbilder. Der physische Leib ist der Spiegel, und der Mensch lernt nicht erkennen, was in seinen Gedanken eigentlich lebt, sondern er lernt nur das erkennen, was ihm der physische Leib von diesen Gedanken zurückspiegelt. Denn würde der Mensch sich hineinleben in diese Gedanken, dann würde er das vorirdische Dasein wahrnehmen können. Das kann er nicht. Der moderne Mensch kann das vorirdische Dasein nicht wahrnehmen, weil er gar nicht in der Substanz seiner Gedanken, sondern nur in den Gedankenspiegelbildern lebt. Sie sind keine Realitäten, diese Gedanken.

[ 6 ] Und das ist gerade das Gefährliche für die moderne Menschheitsentwickelung, daß eigentlich in diesen Gedanken substantiell das Geistige, das Spirituelle, das vorirdische Leben ist, daß aber der Mensch nichts davon weiß, sondern nur von den Spiegelbildern weiß. Dadurch fällt etwas, was eigentlich für die geistige Welt bestimmt ist denn diese Gedanken sind für die geistige Welt bestimmt, sie wurzeln in der geistigen Welt —, im modernen Menschen ab von der geistigen Welt und spiegelt sich am physischen Leib. Und was da gespiegelt wird, das ist nur die äußere Sinneswelt, so daß man wirklich für die moderne Zeit von einem Sündenfall sprechen könnte, der auf intellektualistischem, intellektuellem Gebiete sich ergibt. Die große Aufgabe der Zeit — wir haben das ja oftmals charakterisiert — besteht gerade darin, daß wiederum Spiritualität, wirklicher Geist auch für das Bewußtsein des Menschen in die Gedankenwelt einzieht. Der Mensch kann sich nicht, wenn er wirklich mit der modernen Welt leben will, seines Intellektualismus entschlagen; aber er muß den Intellektualismus spiritualisieren, er muß wiederum geistige Substanz in seine Gedanken hineinbringen.

[ 6 ] Und das ist gerade das Gefährliche für die moderne Menschheitsentwickelung, daß eigentlich in diesen Gedanken substantiell das Geistige, das Spirituelle, das vorirdische Leben ist, daß aber der Mensch nichts davon weiß, sondern nur von den Spiegelbildern weiß. Dadurch fällt etwas, was eigentlich für die geistige Welt bestimmt ist denn diese Gedanken sind für die geistige Welt bestimmt, sie wurzeln in der geistigen Welt —, im modernen Menschen ab von der geistigen Welt und spiegelt sich am physischen Leib. Und was da gespiegelt wird, das ist nur die äußere Sinneswelt, so daß man wirklich für die moderne Zeit von einem Sündenfall sprechen könnte, der auf intellektualistischem, intellektuellem Gebiete sich ergibt. Die große Aufgabe der Zeit — wir haben das ja oftmals charakterisiert — besteht gerade darin, daß wiederum Spiritualität, wirklicher Geist auch für das Bewußtsein des Menschen in die Gedankenwelt einzieht. Der Mensch kann sich nicht, wenn er wirklich mit der modernen Welt leben will, seines Intellektualismus entschlagen; aber er muß den Intellektualismus spiritualisieren, er muß wiederum geistige Substanz in seine Gedanken hineinbringen.

[ 7 ] Dadurch, daß dies unsere Aufgabe ist, stellen wir uns in einen Gegensatz zu dem, was die Eingeweihten der alten Ägypter tun mußten. Die Eingeweihten der vorägyptischen Zeit drüben in Asien konnten ohne weiteres, weil die Menschen ein altes Hellsehen hatten, jene Zwischenzustände zwischen Schlafen und Wachen, die bei den Menschen zu finden waren, dazu benützen, um die Mondengeister, die in den Einatmungen der Menschen leben konnten, als ihre Helfer zu haben. Aber während der ägyptischen Entwickelungsperiode verloren die Menschen allmählich das alte Hellsehen, und die Initiierten waren dazu gezwungen, ihren Helfern auf der Erde eine Wohnung zu verschaffen, weil allmählich diese Mondengeister auf der Erde obdachlos geworden sind, wie ich es gestern geschildert habe. Und ich habe Ihnen gesagt, die Wohnungen, welche die ägyptischen Initiierten diesen Mondengeistern verschafften, das waren die mumifizierten Menschenkörper, das waren die Mumien. Die Mumien spielen wirklich dadurch eine denkbar größte Rolle während des dritten nachatlantischen Zeitraums der geschichtlichen Entwickelung. In den Mumien wohnten jene elementarischen Geister, ohne welche die Initiierten auf der Erde in sozialer Beziehung mit den Menschen kaum etwas machen konnten. So daß also das, was in alten Zuständen durchaus möglich war: die in der Einatmung des Menschen lebenden Mondengeister zu Helfern der geistigen Leitung der Erdenentwickelung zu machen, dann ersatzweise, stellvertretend im alten Ägypten durch das bewirkt wurde, was die Elementargeister, die in den Mumien ihre Behausung hatten, bewirkten.

[ 7 ] Dadurch, daß dies unsere Aufgabe ist, stellen wir uns in einen Gegensatz zu dem, was die Eingeweihten der alten Ägypter tun mußten. Die Eingeweihten der vorägyptischen Zeit drüben in Asien konnten ohne weiteres, weil die Menschen ein altes Hellsehen hatten, jene Zwischenzustände zwischen Schlafen und Wachen, die bei den Menschen zu finden waren, dazu benützen, um die Mondengeister, die in den Einatmungen der Menschen leben konnten, als ihre Helfer zu haben. Aber während der ägyptischen Entwickelungsperiode verloren die Menschen allmählich das alte Hellsehen, und die Initiierten waren dazu gezwungen, ihren Helfern auf der Erde eine Wohnung zu verschaffen, weil allmählich diese Mondengeister auf der Erde obdachlos geworden sind, wie ich es gestern geschildert habe. Und ich habe Ihnen gesagt, die Wohnungen, welche die ägyptischen Initiierten diesen Mondengeistern verschafften, das waren die mumifizierten Menschenkörper, das waren die Mumien. Die Mumien spielen wirklich dadurch eine denkbar größte Rolle während des dritten nachatlantischen Zeitraums der geschichtlichen Entwickelung. In den Mumien wohnten jene elementarischen Geister, ohne welche die Initiierten auf der Erde in sozialer Beziehung mit den Menschen kaum etwas machen konnten. So daß also das, was in alten Zuständen durchaus möglich war: die in der Einatmung des Menschen lebenden Mondengeister zu Helfern der geistigen Leitung der Erdenentwickelung zu machen, dann ersatzweise, stellvertretend im alten Ägypten durch das bewirkt wurde, was die Elementargeister, die in den Mumien ihre Behausung hatten, bewirkten.

[ 8 ] Wir sind heute in der entgegengesetzten Lage. Der Eingeweihte Ägyptens blickte auf eine Vorzeit, für deren Eigentümlichkeiten er einen Ersatz zu schaffen hatte. Wir müssen in die Zukunft blicken, wo wiederum Menschen vorhanden sein werden, welche mit der geistigen Welt leben, Menschen, welche die Impulse ihrer Moralität in ihrem individuellen Charakter tragen, wie ich das in meiner «Philosophie der Freiheit» beschrieben habe, wo ich auseinandergesetzt habe, wie die moralischen Impulse in dem einzelnen Menschen geboren werden und aus dem einzelnen Menschen heraus in die Welt wirken müssen. Das werden sie nur können, wenn die Ausatmung dieser Menschen so gestaltet wird, daß die ausgeatmete Luft die Abbilder dieser Moralität und dieser moralischen Gesinnungen dem äußeren kosmischen Leben einprägt. So wie mit der Einatmung, wie ich es gestern charakterisiert habe, die ätherischen Formen des Kosmos in den Menschen hereinkommen und zur Erhaltung seiner Organe wirken, so muß das, was in dem Menschen selber sich ausbildet, was gewissermaßen als die Form seiner inneren Organe sich loslöst dadurch, daß er ein intellektualistisches Leben führt, so muß das sich in die Ausatmung hinein als Impuls prägen, muß mit der Ausatmungsluft in den äußeren Kosmos kommen.

[ 8 ] Wir sind heute in der entgegengesetzten Lage. Der Eingeweihte Ägyptens blickte auf eine Vorzeit, für deren Eigentümlichkeiten er einen Ersatz zu schaffen hatte. Wir müssen in die Zukunft blicken, wo wiederum Menschen vorhanden sein werden, welche mit der geistigen Welt leben, Menschen, welche die Impulse ihrer Moralität in ihrem individuellen Charakter tragen, wie ich das in meiner «Philosophie der Freiheit» beschrieben habe, wo ich auseinandergesetzt habe, wie die moralischen Impulse in dem einzelnen Menschen geboren werden und aus dem einzelnen Menschen heraus in die Welt wirken müssen. Das werden sie nur können, wenn die Ausatmung dieser Menschen so gestaltet wird, daß die ausgeatmete Luft die Abbilder dieser Moralität und dieser moralischen Gesinnungen dem äußeren kosmischen Leben einprägt. So wie mit der Einatmung, wie ich es gestern charakterisiert habe, die ätherischen Formen des Kosmos in den Menschen hereinkommen und zur Erhaltung seiner Organe wirken, so muß das, was in dem Menschen selber sich ausbildet, was gewissermaßen als die Form seiner inneren Organe sich loslöst dadurch, daß er ein intellektualistisches Leben führt, so muß das sich in die Ausatmung hinein als Impuls prägen, muß mit der Ausatmungsluft in den äußeren Kosmos kommen.

[ 9 ] Und wenn einstmals diese Erde in den Weltenraum zerstäuben wird, dann muß ein Leben vorhanden sein, das zuerst im kosmischen Äther sich dadurch gebildet hat, daß die moralischen Impulse der Menschen, die durch moralische Intuitionen, wie Sie wissen, immer mehr und mehr entstehen müssen, durch die Ausatmungsluft ihre Bilder in den Äther hinausgeschickt haben werden. Dann wird sich eine neue Erde, ein Jupiterplanet, wie ich ihn in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» beschrieben habe, aufbauen aus den verdichteten Formen, welche die Menschen in der Zukunft ausatmen werden. So müssen wir auf eine Menschenzukunft hinschauen, in der die Ausatmung eine hervorragende Rolle spielt, wo der Mensch seiner Ausatmung das anvertraut, wodurch er eine Zukunft bilden soll.

[ 9 ] Und wenn einstmals diese Erde in den Weltenraum zerstäuben wird, dann muß ein Leben vorhanden sein, das zuerst im kosmischen Äther sich dadurch gebildet hat, daß die moralischen Impulse der Menschen, die durch moralische Intuitionen, wie Sie wissen, immer mehr und mehr entstehen müssen, durch die Ausatmungsluft ihre Bilder in den Äther hinausgeschickt haben werden. Dann wird sich eine neue Erde, ein Jupiterplanet, wie ich ihn in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» beschrieben habe, aufbauen aus den verdichteten Formen, welche die Menschen in der Zukunft ausatmen werden. So müssen wir auf eine Menschenzukunft hinschauen, in der die Ausatmung eine hervorragende Rolle spielt, wo der Mensch seiner Ausatmung das anvertraut, wodurch er eine Zukunft bilden soll.

[ 10 ] Man könnte hier ein Evangelien-Wort ergänzen. Ich habe öfter von dem Worte des Christus Jesus gesprochen: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Ich habe darauf hingewiesen, daß damit gemeint ist, daß eben das, was uns physisch einschließlich der heutigen Sternenwelt umgibt, einmal nicht mehr sein wird, das aber, was spirituell aus den Menschenseelen heraus kommt, an dessen Stelle treten wird und die zukünftige Verkörperung der Erde, den Jupiterplaneten, finden wird. Man könnte dieses Christus-Wort so ergänzen: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen —, wenn die Menschen so durchchristet werden, daß sie das, was Christi Worte in den Menschenseelen als moralische Impulse anregen, der ausgeatmeten Luft anvertrauen werden, die dann die neue Welt erbauen wird aus den dem Menschen entspringenden Formen.

[ 10 ] Man könnte hier ein Evangelien-Wort ergänzen. Ich habe öfter von dem Worte des Christus Jesus gesprochen: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Ich habe darauf hingewiesen, daß damit gemeint ist, daß eben das, was uns physisch einschließlich der heutigen Sternenwelt umgibt, einmal nicht mehr sein wird, das aber, was spirituell aus den Menschenseelen heraus kommt, an dessen Stelle treten wird und die zukünftige Verkörperung der Erde, den Jupiterplaneten, finden wird. Man könnte dieses Christus-Wort so ergänzen: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen —, wenn die Menschen so durchchristet werden, daß sie das, was Christi Worte in den Menschenseelen als moralische Impulse anregen, der ausgeatmeten Luft anvertrauen werden, die dann die neue Welt erbauen wird aus den dem Menschen entspringenden Formen.

[ 11 ] Nun sind ungefähr seit dem 4., 5. nachchristlichen Jahrhundert elementarische geistige Wesenheiten aus andern Welten in die Erdenwelt hereingekommen. Diese Wesenheiten waren früher nicht da. Diese Wesenheiten können wir im Gegensatz zu den Mondenwesenheiten, die in der urindischen und in der urpersischen Zeit eine große Rolle gespielt haben und dann später in den Mumien ihre Wohnsitze aufgeschlagen haben, und im Gegensatz zu den Luftdämonen, welche in der griechischen Zeit eine große Rolle gespielt haben und auf die Homer gelauscht hat, diese Wesenheiten können wir im Gegensatz zu den andern die eigentlichen Erdwesenheiten nennen. Diese Wesenheiten, die einstmals gerade die größten Helfer des individuellen Menschen mit seinen individuellen moralischen Impulsen sein werden, die Helfer sein werden im Aufbauen eines neuen Erdenplaneten aus den moralischen Impulsen der Menschen heraus, diese Helfer können wir die Erdgeister nennen, elementarische Erdgeister, denn sie hängen mit dem irdischen Leben innig zusammen. Sie erwarten von dem irdischen Leben, daß sie genügend angeregt werden, um ihre Tätigkeit in der zukünftigen Verkörperung der Erde zu vollführen. Diese Wesenheiten sind, wie gesagt, seit dem 4., 5. nachchristlichen Jahrhundert in die Erdenevolution eingetreten, und ich habe es sowohl in den öffentlichen Vorträgen als sonst betont, wie sich noch Reste des alten Hellsehens, auch nachdem das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hatte, erhalten hatten. Da gab es auch noch äußere menschliche Verrichtungen, Kultushandlungen und dergleichen, durch welche diese Wesenheiten, die so in die Erdenentwickelung hereingezogen waren, wenn ich mich trivial ausdrücken darf, ihr Fortkommen fanden. Aber es ist die besondere Tendenz dieser Wesenheiten, den Menschen zu helfen, gewissermaßen recht individuell zu werden, wenn der Mensch eine intensive moralische Idee hat, den ganzen Organismus so zu gestalten, daß diese moralische Idee im Menschen zur Temperamentsanlage, zur Charakteranlage, zur Blutsgestaltung werden kann, so daß man gewissermaßen aus seiner Blutsgestaltung heraus seine moralische Idee, seine ganze moralische Qualität entnehmen kann.

[ 11 ] Nun sind ungefähr seit dem 4., 5. nachchristlichen Jahrhundert elementarische geistige Wesenheiten aus andern Welten in die Erdenwelt hereingekommen. Diese Wesenheiten waren früher nicht da. Diese Wesenheiten können wir im Gegensatz zu den Mondenwesenheiten, die in der urindischen und in der urpersischen Zeit eine große Rolle gespielt haben und dann später in den Mumien ihre Wohnsitze aufgeschlagen haben, und im Gegensatz zu den Luftdämonen, welche in der griechischen Zeit eine große Rolle gespielt haben und auf die Homer gelauscht hat, diese Wesenheiten können wir im Gegensatz zu den andern die eigentlichen Erdwesenheiten nennen. Diese Wesenheiten, die einstmals gerade die größten Helfer des individuellen Menschen mit seinen individuellen moralischen Impulsen sein werden, die Helfer sein werden im Aufbauen eines neuen Erdenplaneten aus den moralischen Impulsen der Menschen heraus, diese Helfer können wir die Erdgeister nennen, elementarische Erdgeister, denn sie hängen mit dem irdischen Leben innig zusammen. Sie erwarten von dem irdischen Leben, daß sie genügend angeregt werden, um ihre Tätigkeit in der zukünftigen Verkörperung der Erde zu vollführen. Diese Wesenheiten sind, wie gesagt, seit dem 4., 5. nachchristlichen Jahrhundert in die Erdenevolution eingetreten, und ich habe es sowohl in den öffentlichen Vorträgen als sonst betont, wie sich noch Reste des alten Hellsehens, auch nachdem das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hatte, erhalten hatten. Da gab es auch noch äußere menschliche Verrichtungen, Kultushandlungen und dergleichen, durch welche diese Wesenheiten, die so in die Erdenentwickelung hereingezogen waren, wenn ich mich trivial ausdrücken darf, ihr Fortkommen fanden. Aber es ist die besondere Tendenz dieser Wesenheiten, den Menschen zu helfen, gewissermaßen recht individuell zu werden, wenn der Mensch eine intensive moralische Idee hat, den ganzen Organismus so zu gestalten, daß diese moralische Idee im Menschen zur Temperamentsanlage, zur Charakteranlage, zur Blutsgestaltung werden kann, so daß man gewissermaßen aus seiner Blutsgestaltung heraus seine moralische Idee, seine ganze moralische Qualität entnehmen kann.

[ 12 ] Bedeutsame Helfer können diese elementarischen Erdwesen gerade für den immer mehr und mehr in die individuelle Freiheit hineinkommenden Menschen werden. Aber ein großes Hindernis haben diese Wesenheiten, ein ungeheures Hindernis. Man kann wirklich nicht anders, wenn man nicht aus Theorien heraus, die niemals völlig ernst zu nehmen sind, sondern aus der wirklichen Lebenspraxis über die spirituelle Welt redet, als daß man über diese spirituellen Wesenheiten so redet, wie man über Menschen redet, denn sie sind wirklich auf der Erde da, wie Menschen auf der Erde da sind. Man kann also schon sagen: Diese Wesenheiten fühlen sich insbesondere beirrt durch das, was menschliche Vererbung ist. Und wenn der Aberglaube der menschlichen Vererbung ganz besonders intensiv wirkt, dann geht das gegen alle inneren Stimmungen und Tendenzen dieser Wesen, die sehr leidenschaftlich sind. Wie gesagt, Sie müssen diese Paradoxie hinnehmen, denn man muß über diese Wesenheiten reden wie über Menschen. Als Ibsen zum Beispiel auftrat mit seinen «Gespenstern», durch die der Aberglaube der Vererbungstheorie geradezu fixiert worden ist, da wurden diese Wesenheiten einfach wild. Wenn ich mich etwas bildlich ausdrücken darf, so möchte ich sagen: Dieser zerzauste Kopf von Ibsen, dieser wüste Bart, dieser sonderbare Blick, dieser verzerrte Mund, das alles rührte von dem Zerzausen her, das diese Wesenheiten mit Ibsen getrieben haben, weil sie ihn nicht leiden konnten, weil er in dieser Beziehung so recht ein moderner Geist war, der an dem Aberglauben der Vererbung festgehalten hat. Sie wissen ja, wenn man diesem Gespensteraberglauben verfallen ist, meint man, man trägt von seinen Eltern, Großeltern und so weiter im Blute Anlagen vererbt, von denen man nicht loskommen kann, man wird ein so und so gearteter Mensch nur durch das, was man an vererbten Anlagen in sich trägt. Was bei Ibsen in einer grotesk poetischen Form, aber noch mit einer gewissen Grandiosität hervorgekommen ist, das geht durch die ganze moderne Wissenschaft. Die leidet wirklich an dem Aberglauben der Vererbung. Was dem modernen Menschen eigen werden muß, das ist eben, daß er loskommt von den vererbten Eigenschaften, daß er nicht an dem Aberglauben festhält, alles komme nur vom Blute, das von den Ahnen herunterfließt, sondern daß er wirklich zum Gebrauche seiner Individualität kommt, so daß seine moralischen Impulse an ihm als einzelnem Menschen in diesem Erdenleben haften und er schöpferisch, produktiv werden kann durch seine individuellen moralischen Impulse. Dazu dienen diese Wesenheiten und können einmal Helfer werden.

[ 12 ] Bedeutsame Helfer können diese elementarischen Erdwesen gerade für den immer mehr und mehr in die individuelle Freiheit hineinkommenden Menschen werden. Aber ein großes Hindernis haben diese Wesenheiten, ein ungeheures Hindernis. Man kann wirklich nicht anders, wenn man nicht aus Theorien heraus, die niemals völlig ernst zu nehmen sind, sondern aus der wirklichen Lebenspraxis über die spirituelle Welt redet, als daß man über diese spirituellen Wesenheiten so redet, wie man über Menschen redet, denn sie sind wirklich auf der Erde da, wie Menschen auf der Erde da sind. Man kann also schon sagen: Diese Wesenheiten fühlen sich insbesondere beirrt durch das, was menschliche Vererbung ist. Und wenn der Aberglaube der menschlichen Vererbung ganz besonders intensiv wirkt, dann geht das gegen alle inneren Stimmungen und Tendenzen dieser Wesen, die sehr leidenschaftlich sind. Wie gesagt, Sie müssen diese Paradoxie hinnehmen, denn man muß über diese Wesenheiten reden wie über Menschen. Als Ibsen zum Beispiel auftrat mit seinen «Gespenstern», durch die der Aberglaube der Vererbungstheorie geradezu fixiert worden ist, da wurden diese Wesenheiten einfach wild. Wenn ich mich etwas bildlich ausdrücken darf, so möchte ich sagen: Dieser zerzauste Kopf von Ibsen, dieser wüste Bart, dieser sonderbare Blick, dieser verzerrte Mund, das alles rührte von dem Zerzausen her, das diese Wesenheiten mit Ibsen getrieben haben, weil sie ihn nicht leiden konnten, weil er in dieser Beziehung so recht ein moderner Geist war, der an dem Aberglauben der Vererbung festgehalten hat. Sie wissen ja, wenn man diesem Gespensteraberglauben verfallen ist, meint man, man trägt von seinen Eltern, Großeltern und so weiter im Blute Anlagen vererbt, von denen man nicht loskommen kann, man wird ein so und so gearteter Mensch nur durch das, was man an vererbten Anlagen in sich trägt. Was bei Ibsen in einer grotesk poetischen Form, aber noch mit einer gewissen Grandiosität hervorgekommen ist, das geht durch die ganze moderne Wissenschaft. Die leidet wirklich an dem Aberglauben der Vererbung. Was dem modernen Menschen eigen werden muß, das ist eben, daß er loskommt von den vererbten Eigenschaften, daß er nicht an dem Aberglauben festhält, alles komme nur vom Blute, das von den Ahnen herunterfließt, sondern daß er wirklich zum Gebrauche seiner Individualität kommt, so daß seine moralischen Impulse an ihm als einzelnem Menschen in diesem Erdenleben haften und er schöpferisch, produktiv werden kann durch seine individuellen moralischen Impulse. Dazu dienen diese Wesenheiten und können einmal Helfer werden.

[ 13 ] In der heutigen Welt geht es zwar diesen Wesenheiten nicht so, wie es einst den Mondenwesenheiten ging, die obdachlos geworden waren und die deshalb in den Mumien ihre Häuser finden mußten; sondern diesen Wesenheiten, auf die wir als die Hoffnung der Zukunft für die Menschheit hinblicken, geht es so, daß sie zwar unter der Menschheit nicht obdachlos sind, daß sie aber wie verirrte Pilger herumirren und überall Zustände finden, die ihnen nicht angemessen sind. Sie fühlen sich überall zurückgestoßen, am meisten von den Köpfen der Gelehrten. Da wollen sie gar nicht auch nur in die Nähe kommen. Es ist für diese Wesenheiten etwas Ungemütliches auf allen Wegen und Stegen, denn der Glaube an die bloße Allmacht der Materie ist ihnen ganz besonders zuwider. Dieser Glaube an die Allmacht der Materie hängt zusammen mit dem intellektualistischen Sündenfall, mit dem, daß der Mensch an Gedanken festhalten will, die ja im Grunde genommen nichts sind, weil sie nur Spiegelbilder sind, weil der Mensch sich ihres substantiellen Inhalts gar nicht bewußt wird.

[ 13 ] In der heutigen Welt geht es zwar diesen Wesenheiten nicht so, wie es einst den Mondenwesenheiten ging, die obdachlos geworden waren und die deshalb in den Mumien ihre Häuser finden mußten; sondern diesen Wesenheiten, auf die wir als die Hoffnung der Zukunft für die Menschheit hinblicken, geht es so, daß sie zwar unter der Menschheit nicht obdachlos sind, daß sie aber wie verirrte Pilger herumirren und überall Zustände finden, die ihnen nicht angemessen sind. Sie fühlen sich überall zurückgestoßen, am meisten von den Köpfen der Gelehrten. Da wollen sie gar nicht auch nur in die Nähe kommen. Es ist für diese Wesenheiten etwas Ungemütliches auf allen Wegen und Stegen, denn der Glaube an die bloße Allmacht der Materie ist ihnen ganz besonders zuwider. Dieser Glaube an die Allmacht der Materie hängt zusammen mit dem intellektualistischen Sündenfall, mit dem, daß der Mensch an Gedanken festhalten will, die ja im Grunde genommen nichts sind, weil sie nur Spiegelbilder sind, weil der Mensch sich ihres substantiellen Inhalts gar nicht bewußt wird.

[ 14 ] So wie nun der ägyptische Initiierte nachdenken mußte, wie man jene Wesenheiten unterbringt, die obdachlos geworden sind, so obliegt es uns, Möglichkeiten zu finden, daß diese Wesenheiten, von denen ich eben gesprochen habe, die ganze Erde für sich wirtlich finden, nicht unwirtlich. Das Allerschlimmste, was diesen Wesenheiten begegnen kann, das ist der moderne Mechanismus. Dieser moderne Mechanismus ist gewissermaßen eine zweite Erde, aber eine geistlose Erde. In Mineralien, Pflanzen, Tieren lebt das Geistige, im modernen Mechanismus leben nur diese Spiegelgedanken. Dieser moderne Mechanismus ist etwas, was solchen Wesenheiten einen fortwährenden Schmerz bei ihren Wanderungen auf der Erde verursacht, so daß vor allen Dingen die Nachtausatmung der Menschen heute schon in einer vollständig chaotischen Weise vor sich geht.

[ 14 ] So wie nun der ägyptische Initiierte nachdenken mußte, wie man jene Wesenheiten unterbringt, die obdachlos geworden sind, so obliegt es uns, Möglichkeiten zu finden, daß diese Wesenheiten, von denen ich eben gesprochen habe, die ganze Erde für sich wirtlich finden, nicht unwirtlich. Das Allerschlimmste, was diesen Wesenheiten begegnen kann, das ist der moderne Mechanismus. Dieser moderne Mechanismus ist gewissermaßen eine zweite Erde, aber eine geistlose Erde. In Mineralien, Pflanzen, Tieren lebt das Geistige, im modernen Mechanismus leben nur diese Spiegelgedanken. Dieser moderne Mechanismus ist etwas, was solchen Wesenheiten einen fortwährenden Schmerz bei ihren Wanderungen auf der Erde verursacht, so daß vor allen Dingen die Nachtausatmung der Menschen heute schon in einer vollständig chaotischen Weise vor sich geht.

[ 15 ] Diese Wesenheiten, die eigentlich ihre Wege in der ausgeatmeten Luft, in der Kohlensäureluft, die von den Menschen kommt, finden sollten, finden sich überall abgesperrt durch das, was der Intellektualismus in der Welt ausrichtet. So sehr das dem modernen Menschen widerstrebt, so sehr er das auch nicht haben will, dagegen gibt es nur ein einziges: das Hinstreben nach einer Vergeistigung dessen, was der Mensch selber in der Außenwelt tut. Aber dazu muß dieser moderne Mensch erst erzogen werden. Es wird ihm schwer werden. Der bloß intelligente Mensch — der moderne Mensch ist ja sehr intelligent — weiß eigentlich nichts, denn die Intelligenz allein verhilft einem nicht zu einem Wissen. Und ein solcher Mensch, der sich umgibt mit seinen Mechanismen, in denen die Spiegelgedanken leben, ist eigentlich in der Gefahr, sich selbst immer mehr und mehr zu verlieren, sich selbst nicht mehr zu haben, von sich selber nicht mehr etwas zu wissen. Er muß erst wiederum mit einer gewissen Substantialität ausgefüllt werden. Was dieser moderne intellektualistische Mensch sich erwerben muß, wodurch er sich erziehen muß, das ist innere intellektuelle Moralität. Ich will Ihnen gleich sagen, was ich damit meine.

[ 15 ] Diese Wesenheiten, die eigentlich ihre Wege in der ausgeatmeten Luft, in der Kohlensäureluft, die von den Menschen kommt, finden sollten, finden sich überall abgesperrt durch das, was der Intellektualismus in der Welt ausrichtet. So sehr das dem modernen Menschen widerstrebt, so sehr er das auch nicht haben will, dagegen gibt es nur ein einziges: das Hinstreben nach einer Vergeistigung dessen, was der Mensch selber in der Außenwelt tut. Aber dazu muß dieser moderne Mensch erst erzogen werden. Es wird ihm schwer werden. Der bloß intelligente Mensch — der moderne Mensch ist ja sehr intelligent — weiß eigentlich nichts, denn die Intelligenz allein verhilft einem nicht zu einem Wissen. Und ein solcher Mensch, der sich umgibt mit seinen Mechanismen, in denen die Spiegelgedanken leben, ist eigentlich in der Gefahr, sich selbst immer mehr und mehr zu verlieren, sich selbst nicht mehr zu haben, von sich selber nicht mehr etwas zu wissen. Er muß erst wiederum mit einer gewissen Substantialität ausgefüllt werden. Was dieser moderne intellektualistische Mensch sich erwerben muß, wodurch er sich erziehen muß, das ist innere intellektuelle Moralität. Ich will Ihnen gleich sagen, was ich damit meine.

[ 16 ] Heute sind die Menschen furchtbar gescheit, aber in der Gescheitheit lebt eigentlich nicht viel Substantielles. Man kann diese furchtbar gescheiten Menschen alles mögliche reden hören, sie tun sich auch auf ihr Reden außerordentlich viel zugute. Die Beispiele liegen ja nahe. Etwas ganz Kurioses zum Beispiel spielt jetzt in der europäischen Literatur eine Rolle, ein Briefwechsel, der im Russischen verfaßt ist, zwischen zwei Menschen, Herschenson und Iwanow. Die Sache wird literarisch so eingekleidet, daß das zwei Menschen sind, die in einem und demselben Zimmer leben. Aber alle beide sind offenbar so überaus gescheit, daß, wenn sie miteinander reden, ihre Gedanken so aufeinanderplatzen, daß der eine dem andern nicht zuhört, weil sie immer gleichzeitig reden. Ich kann mir sonst gar nicht vorstellen, warum sie sich Briefe schreiben, da sie doch immer zusammensitzen, der eine in der einen Ecke, in der Diagonale des quadratförmigen Zimmers, der andere in der andern Ecke. Die schreiben sich also Briefe. In diesen Briefen steht nichts drinnen, absolut nichts. Sie sind sehr lang, und es werden ungeheuer viel Worte gemacht, es steht aber nichts darin. Was darin gesagt wird, ist etwa, daß der eine meint: Ja, wir sind viel zu gescheit geworden. Kunst haben wir, und Religion haben wir, und Wissenschaft haben wir, und das alles haben wir uns angeeignet. Wir sind fürchterlich gescheit geworden.

[ 16 ] Heute sind die Menschen furchtbar gescheit, aber in der Gescheitheit lebt eigentlich nicht viel Substantielles. Man kann diese furchtbar gescheiten Menschen alles mögliche reden hören, sie tun sich auch auf ihr Reden außerordentlich viel zugute. Die Beispiele liegen ja nahe. Etwas ganz Kurioses zum Beispiel spielt jetzt in der europäischen Literatur eine Rolle, ein Briefwechsel, der im Russischen verfaßt ist, zwischen zwei Menschen, Herschenson und Iwanow. Die Sache wird literarisch so eingekleidet, daß das zwei Menschen sind, die in einem und demselben Zimmer leben. Aber alle beide sind offenbar so überaus gescheit, daß, wenn sie miteinander reden, ihre Gedanken so aufeinanderplatzen, daß der eine dem andern nicht zuhört, weil sie immer gleichzeitig reden. Ich kann mir sonst gar nicht vorstellen, warum sie sich Briefe schreiben, da sie doch immer zusammensitzen, der eine in der einen Ecke, in der Diagonale des quadratförmigen Zimmers, der andere in der andern Ecke. Die schreiben sich also Briefe. In diesen Briefen steht nichts drinnen, absolut nichts. Sie sind sehr lang, und es werden ungeheuer viel Worte gemacht, es steht aber nichts darin. Was darin gesagt wird, ist etwa, daß der eine meint: Ja, wir sind viel zu gescheit geworden. Kunst haben wir, und Religion haben wir, und Wissenschaft haben wir, und das alles haben wir uns angeeignet. Wir sind fürchterlich gescheit geworden.

[ 17 ] Wenn man freilich dann die Ausführungen dieses Menschen liest, der sich mit seiner Gescheitheit so schrecklich großtut, dann ist man nur erstaunt darüber, wie dumm der Betreffende ist, trotzdem er eben im modernen Sinne gescheit ist. Er ist eben nach seiner Meinung so furchtbar gescheit geworden, daß er mit seiner Gescheitheit schon gar nichts mehr anfangen kann und daß er sich wieder zurücksehnt in die Zeiten, wo die Menschen noch nichts von religiösen Ideen, noch nichts von Wissenschaft, noch nichts von Kunst und so weiter gehabt haben und also in ganz primitiver Weise lebten. Und der andere, der kann nicht mitgehen. Aber er findet, es muß das alles, was da als ein solcher Brei der Kultur sich weiterentwickelt, gewisse weiter zugrunde liegende Ideen aufweisen, damit es doch auf etwas hinauskomme. Kurz, die beiden Menschen reden eigentlich über nichts, über gar nichts, machen aber viele Worte und sind ungeheuer gescheit. Das ist nur ein solches Beispiel. Es gibt sehr viele solcher Beispiele.

[ 17 ] Wenn man freilich dann die Ausführungen dieses Menschen liest, der sich mit seiner Gescheitheit so schrecklich großtut, dann ist man nur erstaunt darüber, wie dumm der Betreffende ist, trotzdem er eben im modernen Sinne gescheit ist. Er ist eben nach seiner Meinung so furchtbar gescheit geworden, daß er mit seiner Gescheitheit schon gar nichts mehr anfangen kann und daß er sich wieder zurücksehnt in die Zeiten, wo die Menschen noch nichts von religiösen Ideen, noch nichts von Wissenschaft, noch nichts von Kunst und so weiter gehabt haben und also in ganz primitiver Weise lebten. Und der andere, der kann nicht mitgehen. Aber er findet, es muß das alles, was da als ein solcher Brei der Kultur sich weiterentwickelt, gewisse weiter zugrunde liegende Ideen aufweisen, damit es doch auf etwas hinauskomme. Kurz, die beiden Menschen reden eigentlich über nichts, über gar nichts, machen aber viele Worte und sind ungeheuer gescheit. Das ist nur ein solches Beispiel. Es gibt sehr viele solcher Beispiele.

[ 18 ] Man könnte sagen: Endlich ist der Intellektualismus so weit gekommen, daß in dieser Weise diskutiert wird. Es ist ungefähr so, wie wenn einer auf einem Acker Hafer bauen will und nun mit einem andern darüber diskutiert, ob man Hafer bauen soll. Keinem fällt es nämlich heute ein, daß er selber in der Kultur und Zivilisation etwas bauen sollte, sondern ein jeder kritisiert nur, was da geworden ist und nicht hat werden sollen und nun anders sein soll nach seiner Idee. Nun fangen sie an, zu diskutieren: Soll man da Hafer bauen? Da ist früher einmal Korn gebaut worden. Soll man auf einem Acker, auf dem früher einmal Korn gebaut wurde, nun Hafer bauen, oder ist der Acker dadurch verdorben, daß einmal Korn darauf gebaut worden ist? Ist nicht der Gedanke, daß man Hafer bauen soll, belastet dadurch, daß früher einmal da Menschen gewohnt haben, die gewußt haben, daß man da Korn gebaut hatte? Und andererseits sind doch wiederum diese Menschen andern als sehr nette Menschen vorgekommen; soll man nun nicht auch berücksichtigen, daß das sehr nette Menschen waren?

[ 18 ] Man könnte sagen: Endlich ist der Intellektualismus so weit gekommen, daß in dieser Weise diskutiert wird. Es ist ungefähr so, wie wenn einer auf einem Acker Hafer bauen will und nun mit einem andern darüber diskutiert, ob man Hafer bauen soll. Keinem fällt es nämlich heute ein, daß er selber in der Kultur und Zivilisation etwas bauen sollte, sondern ein jeder kritisiert nur, was da geworden ist und nicht hat werden sollen und nun anders sein soll nach seiner Idee. Nun fangen sie an, zu diskutieren: Soll man da Hafer bauen? Da ist früher einmal Korn gebaut worden. Soll man auf einem Acker, auf dem früher einmal Korn gebaut wurde, nun Hafer bauen, oder ist der Acker dadurch verdorben, daß einmal Korn darauf gebaut worden ist? Ist nicht der Gedanke, daß man Hafer bauen soll, belastet dadurch, daß früher einmal da Menschen gewohnt haben, die gewußt haben, daß man da Korn gebaut hatte? Und andererseits sind doch wiederum diese Menschen andern als sehr nette Menschen vorgekommen; soll man nun nicht auch berücksichtigen, daß das sehr nette Menschen waren?

[ 19 ] So ungefähr verläuft es, weil keiner weiß, daß er den Hafer nun bauen soll. Mag unsere Kultur wert sein, daß man zu Adam wiederum zurückgeht oder das Erdenende herbeisehnt — derjenige, der in sich etwas hat, um es in diese Kultur hineinzubauen, der setze sich nicht hin und schreibe seinem Nachbarn Briefe in der Weise, wie dieser Briefwechsel geschrieben worden ist! Es ist eines der faulsten Produkte des modernen Geisteslebens. Es ist das richtig symptomatisch für das Durchfaultsein des modernen Geisteslebens.

[ 19 ] So ungefähr verläuft es, weil keiner weiß, daß er den Hafer nun bauen soll. Mag unsere Kultur wert sein, daß man zu Adam wiederum zurückgeht oder das Erdenende herbeisehnt — derjenige, der in sich etwas hat, um es in diese Kultur hineinzubauen, der setze sich nicht hin und schreibe seinem Nachbarn Briefe in der Weise, wie dieser Briefwechsel geschrieben worden ist! Es ist eines der faulsten Produkte des modernen Geisteslebens. Es ist das richtig symptomatisch für das Durchfaultsein des modernen Geisteslebens.

[ 20 ] Diese Dinge müssen mit klarem Auge angeschaut werden. Menschen, die im Leben darinnenstehen, könnten oftmals recht viel tun; sie müssen aber das tun, was in die betreffende Lebenssituation hineingehört. Es gibt nun natürlich unzählige Möglichkeiten, um dreiviertel zwölf Uhr am 23. September 1922 dies oder jenes zu tun, aber jeder einzelne Mensch muß das tun, was die Situation von ihm fordert. Diese Tatsache muß sich auch in das Gedankenleben der Menschen hineinleben. Man muß lernen, daß man sich gewisse Gedanken verbieten muß, daß man gewisse Gedanken haben darf. So wie man auch sonst etwas tun und etwas lassen muß, so muß man sich klar sein darüber, daß man sich nicht jeden Gedanken gestatten darf.

[ 20 ] Diese Dinge müssen mit klarem Auge angeschaut werden. Menschen, die im Leben darinnenstehen, könnten oftmals recht viel tun; sie müssen aber das tun, was in die betreffende Lebenssituation hineingehört. Es gibt nun natürlich unzählige Möglichkeiten, um dreiviertel zwölf Uhr am 23. September 1922 dies oder jenes zu tun, aber jeder einzelne Mensch muß das tun, was die Situation von ihm fordert. Diese Tatsache muß sich auch in das Gedankenleben der Menschen hineinleben. Man muß lernen, daß man sich gewisse Gedanken verbieten muß, daß man gewisse Gedanken haben darf. So wie man auch sonst etwas tun und etwas lassen muß, so muß man sich klar sein darüber, daß man sich nicht jeden Gedanken gestatten darf.

[ 21 ] Solch eine Anschauung würde manches in unserem Leben ändern. Zeitungen könnten fast gar nicht mehr im modernen Stil geschrieben werden, wenn so etwas allgemeine Erziehung würde, denn diejenigen, die es etwas strenge mit sich nehmen, würden sich alle die Gedanken verbieten, die da geschrieben werden. Aber so wie in dem Handeln der Menschen durch die reale Welt notwendigerweise Moralität liegen muß, so muß auch in das Gedankenleben der Menschen Moralität einziehen.

[ 21 ] Solch eine Anschauung würde manches in unserem Leben ändern. Zeitungen könnten fast gar nicht mehr im modernen Stil geschrieben werden, wenn so etwas allgemeine Erziehung würde, denn diejenigen, die es etwas strenge mit sich nehmen, würden sich alle die Gedanken verbieten, die da geschrieben werden. Aber so wie in dem Handeln der Menschen durch die reale Welt notwendigerweise Moralität liegen muß, so muß auch in das Gedankenleben der Menschen Moralität einziehen.

[ 22 ] Heute hören Sie von jedem: Das ist mein Standpunkt, das denke ich. — Ja, vielleicht ist es gar nicht notwendig, daß er das denkt und daß er diesen Standpunkt einnimmt. Aber im Denken moralisieren die Menschen noch nicht. Sie müssen es lernen. Dann wird nicht ein so wüster Strom von Pseudogedanken auf das Papier fließen wie in dem genannten Briefwechsel. All das hängt eben damit zusammen, daß der Intellektualismus die Menschen vom wirklichen Geiste, vom Verständnis des wirklichen Geistigen ganz abgebracht hat. Dafür gibt es gerade in der Gegenwart ein sehr schönes Beispiel. Und ich will Ihnen dieses Beispiel erzählen, bevor ich weitergehe in diesen Auseinandersetzungen, die ich dann morgen weiterführen werde.

[ 22 ] Heute hören Sie von jedem: Das ist mein Standpunkt, das denke ich. — Ja, vielleicht ist es gar nicht notwendig, daß er das denkt und daß er diesen Standpunkt einnimmt. Aber im Denken moralisieren die Menschen noch nicht. Sie müssen es lernen. Dann wird nicht ein so wüster Strom von Pseudogedanken auf das Papier fließen wie in dem genannten Briefwechsel. All das hängt eben damit zusammen, daß der Intellektualismus die Menschen vom wirklichen Geiste, vom Verständnis des wirklichen Geistigen ganz abgebracht hat. Dafür gibt es gerade in der Gegenwart ein sehr schönes Beispiel. Und ich will Ihnen dieses Beispiel erzählen, bevor ich weitergehe in diesen Auseinandersetzungen, die ich dann morgen weiterführen werde.

[ 23 ] Es gibt einen Benediktinermönch, Alois Mager. Dieser Benediktiner Mager hat vor kurzem ein recht gutes Büchelchen über den «Wandel in Gottes Gegenwart» geschrieben. Aber dieses Büchelchen beweist nur, daß der Benediktinerorden einmal eine großartige Institution war, unmittelbar nachdem Benedikt ihn begründet hat. Denn was unmittelbar aus der Ordensregel des Benedikt fließt, das wirkt auch noch in dem Büchelchen dieses Benediktinermönches Mager. Man kann einen gewissen Respekt bekommen vor diesem Büchelchen, und es ist jedenfalls eine Lektüre, die gegenüber manchem, was heute an Schund existiert, manchem empfohlen werden könnte. Nun aber muß man sagen: Das, was von dem Benediktinermönch ausgeht, ist allerdings noch die beste Literatur, die von dieser Seite kommt, aber es ist natürlich eine ganz und gar veraltete Literatur.

[ 23 ] Es gibt einen Benediktinermönch, Alois Mager. Dieser Benediktiner Mager hat vor kurzem ein recht gutes Büchelchen über den «Wandel in Gottes Gegenwart» geschrieben. Aber dieses Büchelchen beweist nur, daß der Benediktinerorden einmal eine großartige Institution war, unmittelbar nachdem Benedikt ihn begründet hat. Denn was unmittelbar aus der Ordensregel des Benedikt fließt, das wirkt auch noch in dem Büchelchen dieses Benediktinermönches Mager. Man kann einen gewissen Respekt bekommen vor diesem Büchelchen, und es ist jedenfalls eine Lektüre, die gegenüber manchem, was heute an Schund existiert, manchem empfohlen werden könnte. Nun aber muß man sagen: Das, was von dem Benediktinermönch ausgeht, ist allerdings noch die beste Literatur, die von dieser Seite kommt, aber es ist natürlich eine ganz und gar veraltete Literatur.

[ 24 ] Dieser Mager hat sich nun aber auch bemüßigt gefunden, über Anthroposophie zu sprechen. Über Anthroposophie sprechen ja heute alle möglichen Leute von den mannigfaltigsten Standpunkten aus. Verbieten können sie sich das selber nicht in ihrem Denken, weil sie nicht wissen, daß sie nicht das geringste Verständnis dafür haben. Aber eigentlich gehört auch das, was Mager über die Anthroposophie schreibt, nicht einmal zu dem Schlechtesten. Wir müssen es uns näher betrachten, denn es ist charakteristisch für den Intellektualismus unserer Zeit. Mager sagt: Der Anthroposoph möchte seine menschlichen Erkenntnisfähigkeiten so entwickeln, daß sie das Geistige wirklich anschauen können. — Gewiß, das möchte Anthroposophie und kann es auch. Alois Mager findet nun: Das wäre etwas außerordentlich Gutes, wenn die Menschen wirklich zur Anschauung der geistigen Welt kommen könnten. Aber sie können es eben nicht — meint er —, es geht eben nicht. Er ist sogar der Ansicht, daß es prinzipiell nicht unmöglich ist, aber daß eben die Menschen im allgemeinen nicht dazu kommen können, die geistige Welt wirklich anzuschauen. Und daß er nicht prinzipiell dagegen ist, das zeigt der Umstand, daß er sagt: Zwei Menschen sind einmal in der Lage gewesen, wirklich ihre menschlichen Erkenntnisfähigkeiten so zu entwickeln, daß sie in die geistige Welt hineinschauen konnten. Und diese zwei Menschen sind nach seiner Ansicht Buddha und Plotin.

[ 24 ] Dieser Mager hat sich nun aber auch bemüßigt gefunden, über Anthroposophie zu sprechen. Über Anthroposophie sprechen ja heute alle möglichen Leute von den mannigfaltigsten Standpunkten aus. Verbieten können sie sich das selber nicht in ihrem Denken, weil sie nicht wissen, daß sie nicht das geringste Verständnis dafür haben. Aber eigentlich gehört auch das, was Mager über die Anthroposophie schreibt, nicht einmal zu dem Schlechtesten. Wir müssen es uns näher betrachten, denn es ist charakteristisch für den Intellektualismus unserer Zeit. Mager sagt: Der Anthroposoph möchte seine menschlichen Erkenntnisfähigkeiten so entwickeln, daß sie das Geistige wirklich anschauen können. — Gewiß, das möchte Anthroposophie und kann es auch. Alois Mager findet nun: Das wäre etwas außerordentlich Gutes, wenn die Menschen wirklich zur Anschauung der geistigen Welt kommen könnten. Aber sie können es eben nicht — meint er —, es geht eben nicht. Er ist sogar der Ansicht, daß es prinzipiell nicht unmöglich ist, aber daß eben die Menschen im allgemeinen nicht dazu kommen können, die geistige Welt wirklich anzuschauen. Und daß er nicht prinzipiell dagegen ist, das zeigt der Umstand, daß er sagt: Zwei Menschen sind einmal in der Lage gewesen, wirklich ihre menschlichen Erkenntnisfähigkeiten so zu entwickeln, daß sie in die geistige Welt hineinschauen konnten. Und diese zwei Menschen sind nach seiner Ansicht Buddha und Plotin.

[ 25 ] Es ist ganz merkwürdig, daß ein katholischer Benediktinermönch die Ansicht hat, die zwei einzigen Menschen, welche wirklich in die geistige Welt hineinschauen konnten, seien Buddha und Plotin gewesen: Plotin, den die katholische Kirche selbstverständlich als einen Phantasten und Ketzer anschaut, und Buddha, der ja zu denen gehört, die man im Mittelalter abschwören mußte; unter den drei größten abzuschwörenden Wesenheiten war Buddha die eine. Aber von diesen beiden sagt nun Alois Mager: Die konnten noch ihre Seelen dahin bringen, in die geistige Welt hineinzuschauen. — Er gebraucht sogar einen merkwürdigen Vergleich, ein merkwürdiges Bild, das einen an die Denkgewohnheiten der modernen Menschheit, nämlich an die militaristischen Denkgewohnheiten erinnert. Er vergleicht nämlich die geistige Welt mit einer Stadt, und diejenigen, die an diese geistige Welt herankommen wollen, vergleicht er mit Soldaten, die diese Gottesstadt, diese geistige Welt also, erstürmen wollen. Nun sagt er: Es ist, als hätte sich ein Heer zum Erstürmen einer Stadt gerüstet, aber nur ein paar der kühnsten Soldaten erstiegen die Zinnen der Mauer. Damit bricht der Angriff in sich zusammen.

[ 25 ] Es ist ganz merkwürdig, daß ein katholischer Benediktinermönch die Ansicht hat, die zwei einzigen Menschen, welche wirklich in die geistige Welt hineinschauen konnten, seien Buddha und Plotin gewesen: Plotin, den die katholische Kirche selbstverständlich als einen Phantasten und Ketzer anschaut, und Buddha, der ja zu denen gehört, die man im Mittelalter abschwören mußte; unter den drei größten abzuschwörenden Wesenheiten war Buddha die eine. Aber von diesen beiden sagt nun Alois Mager: Die konnten noch ihre Seelen dahin bringen, in die geistige Welt hineinzuschauen. — Er gebraucht sogar einen merkwürdigen Vergleich, ein merkwürdiges Bild, das einen an die Denkgewohnheiten der modernen Menschheit, nämlich an die militaristischen Denkgewohnheiten erinnert. Er vergleicht nämlich die geistige Welt mit einer Stadt, und diejenigen, die an diese geistige Welt herankommen wollen, vergleicht er mit Soldaten, die diese Gottesstadt, diese geistige Welt also, erstürmen wollen. Nun sagt er: Es ist, als hätte sich ein Heer zum Erstürmen einer Stadt gerüstet, aber nur ein paar der kühnsten Soldaten erstiegen die Zinnen der Mauer. Damit bricht der Angriff in sich zusammen.

[ 26 ] Von diesem Zusammenbrechen eines Angriffes haben wir während des Weltkrieges immer wieder und wiederum in den Telegrammen gelesen. So lesen wir heute in den Auseinandersetzungen eines Benediktinermönches, wie die Geist-Erkenner Soldaten sind, die die Stadt des geistigen Lebens erstürmen wollen, wie aber der Angriff in sich zusammenbricht, mit Ausnahme dessen, was die beiden kühnen Soldaten, der Plotin und der Buddha, einmal ausgeführt haben.

[ 26 ] Von diesem Zusammenbrechen eines Angriffes haben wir während des Weltkrieges immer wieder und wiederum in den Telegrammen gelesen. So lesen wir heute in den Auseinandersetzungen eines Benediktinermönches, wie die Geist-Erkenner Soldaten sind, die die Stadt des geistigen Lebens erstürmen wollen, wie aber der Angriff in sich zusammenbricht, mit Ausnahme dessen, was die beiden kühnen Soldaten, der Plotin und der Buddha, einmal ausgeführt haben.

[ 27 ] Und so sehen Sie, daß der Mann nicht in der Lage ist, auch nur irgendwie zuzugeben, daß man an die geistige Welt herankommen könne. Er kann es nicht aus seinem Intellektualismus heraus. Man wundert sich nur, daß er gar keiner christlichen Persönlichkeit die Möglichkeit zugesteht, mit der wirklichen Erkenntnis in die Gottesnähe zu kommen. Aber er ist in dieser Beziehung ehrlich. Daher würde er selbstverständlich auch so etwas wie meine «Philosophie der Freiheit» ganz ablehnen müssen, denn die will das, was im menschlichen Individuum selber entspringen kann, als moralische Impulse geltend machen. Aber er findet, so etwas kann es überhaupt nicht geben, denn wenn der Mensch nur sich selbst überlassen ist, dann kommt nichts Geistiges aus dem Menschen heraus. Daher sagt er, daß das private und öffentliche Leben nach und nach ganz nach den Vorschriften des Evangeliums eingerichtet sein muß. Also ohne daß man irgendwie einsieht, warum das Evangelium so oder so spricht, soll einfach nach den Vorschriften des Evangeliums, die man mit menschlichen Erkenntniskräften nicht verstehen kann, das private und öffentliche Leben eingerichtet werden!

[ 27 ] Und so sehen Sie, daß der Mann nicht in der Lage ist, auch nur irgendwie zuzugeben, daß man an die geistige Welt herankommen könne. Er kann es nicht aus seinem Intellektualismus heraus. Man wundert sich nur, daß er gar keiner christlichen Persönlichkeit die Möglichkeit zugesteht, mit der wirklichen Erkenntnis in die Gottesnähe zu kommen. Aber er ist in dieser Beziehung ehrlich. Daher würde er selbstverständlich auch so etwas wie meine «Philosophie der Freiheit» ganz ablehnen müssen, denn die will das, was im menschlichen Individuum selber entspringen kann, als moralische Impulse geltend machen. Aber er findet, so etwas kann es überhaupt nicht geben, denn wenn der Mensch nur sich selbst überlassen ist, dann kommt nichts Geistiges aus dem Menschen heraus. Daher sagt er, daß das private und öffentliche Leben nach und nach ganz nach den Vorschriften des Evangeliums eingerichtet sein muß. Also ohne daß man irgendwie einsieht, warum das Evangelium so oder so spricht, soll einfach nach den Vorschriften des Evangeliums, die man mit menschlichen Erkenntniskräften nicht verstehen kann, das private und öffentliche Leben eingerichtet werden!

[ 28 ] Man braucht sich nicht zu wundern, wenn aus dem Intellektualismus der Gegenwart heraus eine solche Anschauung sich in der Weise geltend macht, daß der Mann dann dazu kommt, zu sagen: Meine innerste wissenschaftliche Überzeugung ist es, daß die Anthroposophie Steiners nicht anders charakterisiert werden kann, denn als eine geschickte Systematisierung von Halluzinationen zu einem Weltbilde, als eine Materialisierung des Geistigen.

[ 28 ] Man braucht sich nicht zu wundern, wenn aus dem Intellektualismus der Gegenwart heraus eine solche Anschauung sich in der Weise geltend macht, daß der Mann dann dazu kommt, zu sagen: Meine innerste wissenschaftliche Überzeugung ist es, daß die Anthroposophie Steiners nicht anders charakterisiert werden kann, denn als eine geschickte Systematisierung von Halluzinationen zu einem Weltbilde, als eine Materialisierung des Geistigen.

[ 29 ] Man kann sich gar nicht vorstellen, wie grotesk kurios das ist, was solch ein Mann schreibt, der an sich ehrlich ist, der eigentlich nicht einmal einer der unbedeutendsten Menschen der Gegenwart ist. Ich habe, um ihn in rechter Weise zu charakterisieren, Sie darauf aufmerksam gemacht, daß er vor ganz kurzer Zeit ein gutes Büchelchen geschrieben hat. Das andere ist nun sein neuestes Elaborat, diese Beurteilung der Anthroposophie. Nun nehme man einmal diesen Satz: «Meine innerste wissenschaftliche Überzeugung ist es, daß die Anthroposophie Steiners nicht anders charakterisiert werden kann, denn als die geschickte Systematisierung von Halluzinationen zu einem Weltbild. Auf eine Materialisierung des Geistigen läuft letzten Endes auch die Wiederverkörperungslehre hinaus.» — Nun möchte ich sagen: Herr Pater, stellen wir uns einmal vor, Sie nehmen es ernst mit Ihren Gottes- und Geistesvorstellungen. Dann müssen Sie das Geistige irgendwohin versetzen, wenn Sie sich zum Geistigen erheben. Sie geben zwar nicht zu, daß der Mensch das mit seinen Erkenntniskräften kann. Ich weiß aber nicht, warum Sie dann Pater sind und dem Geistigen Ihren ganzen Lebensdienst widmen wollen. Wenn Sie überhaupt von Geistigem reden wollen, dann ist doch dieses Geistige das, was das Materielle hervorbringt. Erlangt nun jemand eine Erkenntnis des Geistigen, wie ist dann diese Erkenntnis des Geistigen? Wer bloß an einer Erkenntnis des Materiellen hängt, nun, der hat ja das Materielle vor sich, und das Geistige ist dann so, daß es eben bloße Gedanken sind. Wer sich zum Geistigen wendet, der lebt ganz offenbar in der Intensität, in der Realität des Geistigen. Darinnen sind dann die Dinge, die man mit Augen schauen kann, nur als Andeutungen.

[ 29 ] Man kann sich gar nicht vorstellen, wie grotesk kurios das ist, was solch ein Mann schreibt, der an sich ehrlich ist, der eigentlich nicht einmal einer der unbedeutendsten Menschen der Gegenwart ist. Ich habe, um ihn in rechter Weise zu charakterisieren, Sie darauf aufmerksam gemacht, daß er vor ganz kurzer Zeit ein gutes Büchelchen geschrieben hat. Das andere ist nun sein neuestes Elaborat, diese Beurteilung der Anthroposophie. Nun nehme man einmal diesen Satz: «Meine innerste wissenschaftliche Überzeugung ist es, daß die Anthroposophie Steiners nicht anders charakterisiert werden kann, denn als die geschickte Systematisierung von Halluzinationen zu einem Weltbild. Auf eine Materialisierung des Geistigen läuft letzten Endes auch die Wiederverkörperungslehre hinaus.» — Nun möchte ich sagen: Herr Pater, stellen wir uns einmal vor, Sie nehmen es ernst mit Ihren Gottes- und Geistesvorstellungen. Dann müssen Sie das Geistige irgendwohin versetzen, wenn Sie sich zum Geistigen erheben. Sie geben zwar nicht zu, daß der Mensch das mit seinen Erkenntniskräften kann. Ich weiß aber nicht, warum Sie dann Pater sind und dem Geistigen Ihren ganzen Lebensdienst widmen wollen. Wenn Sie überhaupt von Geistigem reden wollen, dann ist doch dieses Geistige das, was das Materielle hervorbringt. Erlangt nun jemand eine Erkenntnis des Geistigen, wie ist dann diese Erkenntnis des Geistigen? Wer bloß an einer Erkenntnis des Materiellen hängt, nun, der hat ja das Materielle vor sich, und das Geistige ist dann so, daß es eben bloße Gedanken sind. Wer sich zum Geistigen wendet, der lebt ganz offenbar in der Intensität, in der Realität des Geistigen. Darinnen sind dann die Dinge, die man mit Augen schauen kann, nur als Andeutungen.

[ 30 ] Das kommt dem Herrn Pater vor wie Halluzinationen. Deshalb nennt er das Ganze eine Systematisierung von Halluzinationen. Es ist ja sehr begreiflich, daß es ihm so vorkommen muß, weil man nicht, wenn man vom Geistigen redet, zugleich von einem materiellen Tisch reden kann, denn den sehen die Augen, den greifen die Hände an. Der ist da im Geistigen nur so darinnen wie eine Andeutung. Also kommt es dem Herrn Pater wie eine Halluzination vor. Aber nun gehen wir weiter; man muß zu ihm sagen: Herr Pater, bedenken Sie doch nur, Sie widmen Ihren Dienst dem Geistigen, geben also doch wohl zu, daß im Geistigen der Schöpfer des Materiellen lebt. Was ist denn dann die Welt nach Ihrer Ansicht? Die Materialisierung des Geistigen. Wenn er sie also wirklich erkennt, die Welt, was muß er denn erkennen? Die Materialisierung des Geistigen! Ja, aber Herr Pater, Sie tadeln das an der Anthroposophie, lehnen ihr Weltbild ab als eine Materialisierung des Geistigen — woran Sie eigentlich doch glauben müssen als eine Tatsache der Welt: daß sich aus dem Geiste heraus durch Materialisierung diese Welt gebildet hat. Das sucht die Anthroposophie zu durchdringen. Sie tadeln es am allermeisten, weil die Anthroposophie endlich Ernst macht mit dem, womit Sie selber Ernst machen sollten und womit Sie nicht Ernst machen wollen. Deshalb tadeln Sie Anthroposophie. Nach Ihrer Ansicht muß doch Ihr Gott, an den Sie glauben, einmal mit einer Materialisierung: des Geistigen Ernst gemacht haben, sonst wäre doch niemals durch diese Schöpfung eine Welt entstanden. Glauben Sie denn an Ihre Religion selber im Ernste, wenn Sie an der Anthroposophie gerade das tadeln, daß sie zu begreifen sucht, wie das Geistige materialisiert werden kann, wie es allmählich zum Materiellen werden kann?

[ 30 ] Das kommt dem Herrn Pater vor wie Halluzinationen. Deshalb nennt er das Ganze eine Systematisierung von Halluzinationen. Es ist ja sehr begreiflich, daß es ihm so vorkommen muß, weil man nicht, wenn man vom Geistigen redet, zugleich von einem materiellen Tisch reden kann, denn den sehen die Augen, den greifen die Hände an. Der ist da im Geistigen nur so darinnen wie eine Andeutung. Also kommt es dem Herrn Pater wie eine Halluzination vor. Aber nun gehen wir weiter; man muß zu ihm sagen: Herr Pater, bedenken Sie doch nur, Sie widmen Ihren Dienst dem Geistigen, geben also doch wohl zu, daß im Geistigen der Schöpfer des Materiellen lebt. Was ist denn dann die Welt nach Ihrer Ansicht? Die Materialisierung des Geistigen. Wenn er sie also wirklich erkennt, die Welt, was muß er denn erkennen? Die Materialisierung des Geistigen! Ja, aber Herr Pater, Sie tadeln das an der Anthroposophie, lehnen ihr Weltbild ab als eine Materialisierung des Geistigen — woran Sie eigentlich doch glauben müssen als eine Tatsache der Welt: daß sich aus dem Geiste heraus durch Materialisierung diese Welt gebildet hat. Das sucht die Anthroposophie zu durchdringen. Sie tadeln es am allermeisten, weil die Anthroposophie endlich Ernst macht mit dem, womit Sie selber Ernst machen sollten und womit Sie nicht Ernst machen wollen. Deshalb tadeln Sie Anthroposophie. Nach Ihrer Ansicht muß doch Ihr Gott, an den Sie glauben, einmal mit einer Materialisierung: des Geistigen Ernst gemacht haben, sonst wäre doch niemals durch diese Schöpfung eine Welt entstanden. Glauben Sie denn an Ihre Religion selber im Ernste, wenn Sie an der Anthroposophie gerade das tadeln, daß sie zu begreifen sucht, wie das Geistige materialisiert werden kann, wie es allmählich zum Materiellen werden kann?

[ 31 ] Denken Sie, in welchen Abgrund man hineinblickt, wenn man einen doch ziemlich gescheiten Menschen der Gegenwart, der außerdem ganz gut denken gelernt hat, wenn man einen Mann vor sich hat, der vorher ein gutes Büchelchen geschrieben hat, und nun sieht, wie der an Anthroposophie herangeht! Überlegen Sie sich das einmal, was in einer solchen Beurteilung eigentlich versteckt liegt, und Sie werden sehen, was der Intellektualismus auch derer, die sich heute irgendeinem spirituellen Dienst widmen, für Blüten getrieben hat und wie man über diesen Intellektualismus hinauskommen muß — in einer andern Weise natürlich, als die ägyptischen Priester über die spirituelle Unmöglichkeit, die in ihrem Zeitalter eingetreten war, hinausgekommen sind. Welche historischen Mächte es sind, an die sich gerade der Intellektualismus wenden muß, das wollen wir dann morgen weiter besprechen.

[ 31 ] Denken Sie, in welchen Abgrund man hineinblickt, wenn man einen doch ziemlich gescheiten Menschen der Gegenwart, der außerdem ganz gut denken gelernt hat, wenn man einen Mann vor sich hat, der vorher ein gutes Büchelchen geschrieben hat, und nun sieht, wie der an Anthroposophie herangeht! Überlegen Sie sich das einmal, was in einer solchen Beurteilung eigentlich versteckt liegt, und Sie werden sehen, was der Intellektualismus auch derer, die sich heute irgendeinem spirituellen Dienst widmen, für Blüten getrieben hat und wie man über diesen Intellektualismus hinauskommen muß — in einer andern Weise natürlich, als die ägyptischen Priester über die spirituelle Unmöglichkeit, die in ihrem Zeitalter eingetreten war, hinausgekommen sind. Welche historischen Mächte es sind, an die sich gerade der Intellektualismus wenden muß, das wollen wir dann morgen weiter besprechen.