Die Grundimpulse des weltgeschichtlichen Werdens der Menschheit
GA 216
17 September 1922, Dornach
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Heute möchte ich die Betrachtung, die ich gestern angestellt habe, dadurch fortsetzen, daß ich sie noch näher an den Menschen selbst heranbringe. Sie können sich ja denken, daß das, was man durch eine solche Schilderung eigentlich darzustellen versucht, ein innerlich so Reiches, so Mannigfaltiges ist, daß jede so weite Gebiete übergreifende Darstellung, wie es die gestrige gewesen ist, nur von einem Gesichtspunkt aus die Sache erfassen kann und daß sich ein Gefühl für das, was eigentlich mit einer solchen Darstellung gebracht werden soll, nur durch Schilderungen von den verschiedensten Gesichtspunkten aus ergeben kann.
[ 2 ] Wenn wir die menschliche Hauptesbildung betrachten, die Kopfbildung, so müssen wir uns klar darüber sein, daß diese Kopfbildung nicht etwa nur den äußerlich angeschauten, nach unten durch den Hals begrenzten Kopf betrifft, sondern auch die Vorgänge, die innerlichen Organprozesse, die sich im menschlichen Kopf abspielen. Die sind zwar hauptsächlich als Kopfprozesse im Kopfe vorhanden, aber sie setzen sich in den ganzen Organismus hinein fort; so daß im wesentlichen die Kopforganisation sich im ganzen Menschen findet, aber nach außen hin sich vorwiegend im Kopf, im Haupte offenbart. Ebenso ist es mit der Brustorganisation, die im wesentlichen die Atmung, die Blutzirkulation umfaßt. Auch diese erstreckt sich sowohl in die Kopforganisation als in die Stoffwechsel- und Gliedmaßenorganisation hinein. Wir können vom Menschen zwar so sprechen, daß wir in der Betrachtung seine einzelnen Organisationsglieder auseinanderhalten, daß wir uns aber klar darüber sein müssen, wie sie im ganzen Menschen ineinanderspielen.
[ 3 ] Wenn wir nun diese menschliche Kopforganisation betrachten, so zeigt sie beim Durchgang durch die geistige Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ganz andere Metamorphosen als die andern Glieder des menschlichen Organismus. Im Kopf haben wir eine eigentliche Nachbildung desjenigen Kosmischen, welches sich als Geistkeim durch eine solche Tätigkeit ausbildet, wie ich sie gestern und schon an den vorangehenden Tagen charakterisiert habe. Im menschlichen Haupte haben wir ganz zusammengezogen und mit materiellem Dasein ausgefüllt die Nachbildung eines Universellen.
[ 4 ] Würde man nun, nicht mit einem physisch hergestellten Mikroskop, sondern mit geistig-seelischen Vergrößerungsfähigkeiten das menschliche Haupt studieren können, so würde man in seiner physischen, ätherischen, astralischen und Ich-Struktur den ganzen Kosmos nachgebildet finden. Wir tragen tatsächlich diesen ganzen Kosmos in uns und am meisten eben in unserer Hauptesorganisation, in unserer Kopforganisation. Für diese Kopforganisation gilt es auch vorzüglich, daß der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt im Verein mit höheren geistigen Wesenheiten der oberen Hierarchien das ausarbeitet, was die Fortsetzung seiner Entwickelung innerhalb der menschlichen Vererbung findet, was gewissermaßen, nachdem es durch den Menschen selbst im Verein mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien in der geistigen Welt bis zu einem gewissen Punkte gebracht worden ist, herabfällt in die physische Welt und seine Entwickelung im mütterlichen Organismus durch die Empfängnis fortsetzt.
[ 5 ] Was da als Hauptesbildung, als Kopfesbildung uns entgegentritt, ist tatsächlich aus dem Kosmos heraus entstanden, so daß es selbst in astralischem Zustande, in den es zuletzt durch die Bearbeitung des Menschen hingelangt, zur Erde herunterkommt und da vor der Empfängnis bis zum physischen Entwickelungszustande seine Fortsetzung findet, damit sich dann später dasjenige, was vom Menschen selber nun zurückgeblieben ist, mit einem Ätherleib umkleidet, nachdem es erst den Keim des physischen Leibes im Geistigen abgestoßen hat, und sich dann wiederum mit diesem physisch gewordenen Geistkeim verbinden kann.
[ 6 ] Nun aber ist es so, daß wir während des Wachzustandes im Kleinen immerfort das fortsetzen, was wir im Großen, im Universellen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt im Verein mit göttlichgeistigen Wesenheiten vollbracht haben. Diese Tätigkeit, die hier ausgeübt wird, geht gewissermaßen hinter dem gewöhnlichen menschlichen Bewußtsein vor sich.
[ 7 ] Ich möchte Ihnen das skizzenhaft darstellen. Wenn wir das menschliche Haupt eines normal funktionierenden Menschen betrachten, so zeigt sich der geistigen Anschauung das Folgende: Während wir wachen, während durch das Wachen fortwährend die Eindrücke der Außenwelt an das menschliche Haupt herantreten, spielt sich für das Bewußtsein alles das ab, was in der Sinnesanschauung lebt. Ich möchte das, was in der Sinnesanschauung lebt, hier dadurch charakterisieren, daß ich zunächst das Auge zeichne (siehe Zeichnung), die Nase, wo sich die Geruchsempfindungen, Gaumen, Mund, wo sich die Geschmackserlebnisse abspielen. Dieser rot angestrichene Teil soll also schematisch alles das darstellen, was der Mensch eigentlich im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt. Aber in der Tatsachenwelt, die im Menschen vorgeht, spielt sich nicht nur das ab. Sie wissen ja, daß das Gehirn in der mannigfaltigsten Weise gegliedert ist. Ich will das nur schematisch andeuten (blau-grün). Was hier im Gehirn so kombiniert, gegliedert ist, das ist eben ein Abbild des ganzen Universums, das ist das ganze Universum ins Kleine zusammengezogen und mit Stoffen der Erde ausgekleidet. Dadurch, daß dieses Gehirn in seinem IchTeil, seinem astralischen und ätherischen Teil dann mit physischem Erdenstoff ausgekleidet ist, hat die Erde mit ihren Kräften, mit ihren Bestandteilen eben Einfluß auf diesen Teil des Menschen.
[ 8 ] Während nun unsere Sinneswahrnehmung stattfindet, während die Farben hereinfluten und innerlich sich zu Vorstellungen formen, während die Gehörimpulse den menschlichen Organismus durchvibrieren und durch die Einrichtung des Gehörorgans sich zu Gehörvorstellungen formen, während ein Ähnliches mit den Geschmacks-, Geruchs- und mit den Tastwahrnehmungen geschieht, während also dieses ganze wache Erleben erhalten wird durch die Einwirkung der äußeren physisch-sinnlichen Welt, lebt sich das als eine Kraft innerhalb der unbewußten Teile der menschlichen Kopforganisation aus. Und während wir eine Farbe wahrnehmen, einen Ton hören oder eine Geschmackswahrnehmung haben, arbeiten wir unbewußt daran, ein Nachbild zu schaffen von dem, wie, sagen wir, Jupiter zur Sonne oder zum Mars steht (gelb). Wir bilden ein kosmisches Verhältnis in unserem eigenen Innern ab. Das ganze wache Leben hindurch geschieht etwas, was wir hinter unserem gewöhnlichen Bewußtsein vollbringen, die Nachbildung der kosmischen Tätigkeit. Was da vollbracht wird hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein, das ist nichts anderes als der Nachklang dessen, was wir kosmisch durchmachen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt beziehungsweise Empfängnis. Da haben wir es im Großen, im Universellen durchgemacht. Da haben wir es im Geistigen durchgemacht, unbeirrt durch den Erdenstoff. Da brauchten wir nicht den Erdenstoff in feinen Partien auszuziehen, in Spirallinien um Achsen herumzuschlingen und so weiter. Da vollzogen wir alles in einer geistigen Substanz. Da begleiteten uns bei unserer Arbeit die geistig-göttlichen Mächte der höchsten Hierarchien. Was wir da in ihrer Gemeinschaft vollbracht haben, vollbringen wir hier auf eine uns unbewußte Art, indem wir uns nach außen den Sinneswahrnehmungen in unserem Gehirn hingeben, indem wir das, was wir draußen auf geistige Art mit geistigen Wesen vollführt haben, auf irdische Art mit irdischen Stoflen nachbilden. Durch diese Tätigkeit tragen wir unser vorirdisches Leben in unser irdisches Leben bis in unsere körperliche Organisation herein.
[ 9 ] Was wir durch Farben schauen, durch Töne hören, durch Gerüche riechen, das ist während des Erdendaseins für uns da. Was sich im Hintergrunde abspielt, das sind Gedanken, die eine ätherische Lebendigkeit haben, die in der Stofflichkeit des Gehirns eben nur ihren physischen Ausdruck haben. Das Wesentliche, worauf es ankommt, ist das, was in der feinsten Substantialität des Gehirns ätherisch webt. Da weben ineinander lebendige Gedanken. Unsere Gedanken sind ja nur Reflexbilder, welche gebildet werden an diesem inneren Kosmos, wo das, was wir von außen empfangen, zurückstrahlt und uns dann bewußt wird. Aber hinter der Gedächtnisebene spielt sich das ab, was ich eben beschrieben habe. Hinter einem gewöhnlichen Spiegel braucht sich nichts abzuspielen; hinter dem Spiegel, der durch unser Gehirn für unser Bewußtsein unsere abstrakten Vorstellungen zurückwirft, spiegelt sich im Kleinen ein ganzes Weltendasein in jedem einzelnen Menschen ab. Und diese lebendigen Gedanken, die wir da entwickeln, sind für die dritte Hierarchie, für die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, dasselbe, was unsere abstrakt reflektierenden Gedanken für uns sind. Hinter unserem Bewußtsein entfaltet durch unsere Menschlichkeit die dritte Hierarchie ihre Tätigkeit. Da entwickeln die Wesenheiten der Archai, Archangeloi und Angeloi das, was vollbracht werden muß und nur vollbracht werden kann dadurch, daß der Mensch in den Kosmos herein und auf die Erde gestellt wird. In seiner Gehirnbildung bildet er nicht bloß einen Spiegel aus, welcher ihm sein gewöhnliches Erdenbewußtsein, die abstrakten Ideen reflektiert, sondern innerhalb des Kopfes spielt sich etwas ab, was die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi, Archai auf Erden und durch das Erdendasein zu vollziehen hat. Das ist ein Geschehen, das ebenso mit dem Erdendasein zusammenhängt wie ein anderes Geschehen.
[ 10 ] Sie können das Erdendasein so charakterisieren, daß Sie sagen: Durch die Mineralien geschieht dies und jenes; durch die Pflanzen geschieht es, daß sie blühen, Früchte tragen; durch die Tiere geschieht wieder ein anderes. Durch den Menschen geschieht, daß die Angeloi, Archangeloi und Archai ihre Tätigkeit in die geistige Erdenatmosphäre ausgießen. Das aber geschieht auf dem Umwege durch die unterbewußte Tätigkeit der menschlichen Kopforganisation.
[ 11 ] Das Erdendasein ist eben nicht damit erschöpft, daß Pflanzen blühen, daß Tiere herumlaufen, sondern das Erdendasein setzt sich fort in ein geistiges Dasein hinein. Über die Pflanzen, über das Tier, über den Menschen hinaus ist eine Tätigkeit der Engelwelt, der geistigen Welt, der dritten Hierarchie da, und diese Tätigkeit ist möglich durch den Menschenkopf.
[ 12 ] Ich konnte Sie ja schon gestern darauf hinweisen, daß über einer Pflanze (siehe Zeichnung), wenn sie aus der Erde herauswächst (grün und rosa), ein Astralisches ist. Also auch darüber haben wir ein astralisches Gebilde, ein höheres Geistiges (gelb), als sich in der Pflanzenblüte selber darstellt. So setzt sich die Tätigkeit des menschlichen Kopfes in das Geistige hinaus fort, und wenn wir suchen, wohinein sie sich fortsetzt, finden wir die Tätigkeit der Wesenheiten der dritten Hierarchie im Zusammenhang mit dem Erdendasein.
[ 13 ] Diese Tätigkeit hat aber auch noch eine ganz tiefe Bedeutung in der kosmischen Entwickelung. Im Hintergrunde des eigenen menschlichen Webens auf der Erde, im Hintergrunde dessen, was der Mensch tun muß, ohne daß er es weiß, in seiner organischen Tätigkeit, sind die Wesen der dritten Hierarchie seine Helfer. Der Mensch stirbt im Erdendasein. Wir haben das Sterben betrachtet und zu verstehen gesucht. Was aber für den Menschen das Sterben ist, das ist für die Wesenheiten der dritten Hierarchie das Untertauchen in die Menschennatur. Würden sie nur dieses haben, dieses Untertauchen in die Menschennatur, so würde ihr Bewußtsein herabdämmern; sie würden ihre Wesenheit verlieren. Sie müssen ihre Wesenheit immer wieder und wiederum gewissermaßen ernähren. Es muß der Wesenheit dieser Geschöpfe der dritten Hierarchie aus der Weltensubstanz Nahrung zugeführt werden.
[ 14 ] Nun, was da hinter dem menschlichen Bewußtsein gewoben wird, sind, wie ich schon sagte, vorzugsweise ätherische Gebilde. Schon während unseres Erdendaseins besteht nicht eine so scharfe Grenze zwischen dem innerlichen menschlichen Äther und dem äußeren kosmischen Äther, daß nicht fortwährend das, was durch menschliche Gedanken, durch diese menschliche Arbeit am Gehirn hinter den bewußten Gedanken angeschlagen wird, hinausvibrierte in den kosmischen Äther. Der Mensch ist eigentlich um seinen Kopf herum fortwährend umgeben von den Schwingungen, die in den Weltenäther hinaus erzeugt werden durch seine im Vereine mit den Wesenheiten der dritten Hierarchie vollbrachte Kopftätigkeit. Und wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, dann ist es so, wie ich gestern gesagt habe: daß die Kopftätigkeit zuerst abfällt, auch in bezug auf das Ätherische. In Realität bedeutet dies aber, daß das, was auch als Unterbewußtes im Kopfe sich abspielt, zuerst in schneller Weise sich zerstreut im Weltenäther. Alles, was auf diese Weise durch den Menschen bewirkt wird, das hat sich ausbildende Gestaltungen im Weltenäther, und von denen ernähren sich die Wesenheiten der dritten Hierarchie; so daß die Wesenheiten der dritten Hierarchie auf der einen Seite dem Menschen in bezug auf seine Kopforganisation helfen, auf der andern Seite wiederum ihre eigene Fortentwickelung haben durch das, was innerhalb dieser Kopforganisation vollzogen wird.
[ 15 ] Dadurch, daß der Mensch während seines Erdendaseins in die Erdenentwickelung eingesponnen ist, kommen durch ihn diese Wesenheiten der dritten Hierarchie auch mit dem Erdendasein in Verbindung. Sonst wären diese Wesenheiten der dritten Hierarchie einer Welt angehörig, aus der heraus sie mit dem Erdendasein in gar keine Verbindung kommen könnten. Aber sie müssen aus dem Erdendasein auf die geschilderte Weise ihre Geistesnahrung ziehen. Der Mensch ist also eingeschaltet in eine durch diese Wesenheiten der dritten Hierarchie vermittelte kosmische Tätigkeit. Diese kosmische Tätigkeit geht gewissermaßen durch sein Wesen hindurch. Diese Wesen der dritten Hierarchie sind unter den höheren Wesenheiten, die unmittelbar über dem Menschen stehen, die am wenigsten mächtigen. Sie könnten das, was da vom Menschen hinausvibriert in die Welt und ihre Geistnahrung werden müßte, nicht umbilden, wenn es ihrer Natur ganz fremd wäre. Daher ist es auch so, daß in das, was durch die menschliche Hauptesorganisation an menschlicher Wirkung entsteht, sich möglichst wenig hineinmischt von dem, was der Mensch durch seine andere Wesenheit ist. Unsere Gedanken bleiben logisch, auch dann, wenn der Mensch durch sein Leben viel Böses in bezug auf seine Moralität anhäuft. Die Gedanken bleiben kühl gegenüber der andern menschlichen Wesenheit. Sie bleiben in dem Grade kühl, daß sie eben die erwähnte Nahrung für höhere Wesen werden können.
[ 16 ] Wenn alles, was der Mensch in seinen Emotionen hat, auch in diese lebendigen Gedanken übergehen würde, die sich hinter dem Bewußtsein abspielen, dann würden die Engel, Erzengel und so weiter nicht in der Lage sein, das wiederum aufzunehmen. Es wäre für sie eine unbrauchbare Nahrung. In die gewöhnlichen reflektierten Gedanken spielt es allerdings herauf, ob wir moralische oder unmoralische Wesen sind. Aber, wenn ich jetzt die Sache lokalisierend ausdrücke, was ja nur andeutungsweise sein kann: was sich da in unserem Hinterhaupte hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein abspielt, das ist etwas, was sozusagen unschuldig bleibt, unberührt von den menschlichen moralischen Verirrungen. Diese menschlichen moralischen Verirrungen üben einen Einfluß auf den kosmischen Äther und auf die kosmische Astralität erst aus, insofern das Seelische des Menschen an die Brustorganisation, an die Atmungsorganisation, an die Blutzirkulationsorganisation gebunden ist. Der Kopf ist in gewissem Sinne ein reines Abbild des Kosmos. Und was als ein Abbild der universellen kosmischen Tätigkeit während des Erdenlebens hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein, wo fortwährend Welten gebildet werden, wo fortwähtend Welten sich zerstören, was da vor sich geht, das ist gegenüber der sonstigen menschlichen Natur in einer gewissen Reinheit vorhanden. Aber es ist doch so, daß, wenn man gewissermaßen die Augen umdrehen könnte und sie geistig sehend würden und diese in ihrer Höhle umgedrehten und geistig hellsehend gewordenen Augen in das Innere der menschlichen Schädelhöhle zurückschauen könnten, sie da fortwährend Gestirne aufglänzen sehen würden, Gestirne, die in Bewegungen zueinander sind, eine Fixsternwelt. Es würde sichtbar werden ein ganzer kleiner Kosmos.
[ 17 ] In der menschlichen Brustorganisation ist es anders als in der menschlichen Kopforganisation. Da, wo sich die Atmung, wo sich die Blutzirkulation als der rhythmische Mensch abspielen, da spielt zwar auch die Nachbildung aus dem Kosmos herein, aber da haben die irdischen Verhältnisse einen viel größeren Einfluß. Sie verändern das, was als Nachbildung aus dem Kosmos hereinspielt, viel mehr. Wenn unsere Lunge in Tätigkeit ist, so könnten wir das, was im Innern der Lunge vorgeht, als einen Stern, als einen Planeten, als eine Sonnen- und Mondenwelt anschauen, wenn wir uns gewissermaßen umwenden könnten und das, was nur von irdischer Materie ausgekleidet ist, in seinem ätherisch-astralischen Bestande schauen würden. Aber fortwährend spielen in dieses innere Dasein die irdischen Verhältnisse herein. Da hat die Erde selbst einen viel größeren Einfluß. Sie müssen bedenken: in die Kopforganisation spielt direkt, unmittelbar für die Gestaltungen, die ich eben beschrieben habe, nur etwas herein, was ebenso fein ist wie das, was die Augen aus der Farbenwelt machen, was aus dem Körper heraus aus der Tonwelt gemacht wird. Das fügt sich der kosmischen Tätigkeit ein. Und hineingeschoben wird nur das, was aus dem übrigen Organismus durch die Atemstöße, durch das auch im Gehirn funktionierende Blut bewirkt wird. Das ist eben der ausfüllende Stoff. Der schiebt sich hinein. Aber die Konfiguration, die Plastik, diese innere Plastik, die sich da abspielt, die ist durchaus ein Nachbild des Kosmischen. Da hat die Erde wenig Einfluß.
[ 18 ] Die Brustorganisation ist in einer ganz andern Lage. Die Brustorganisation nimmt die Atemluft auf und verarbeitet sie. Das ist etwas, was in unmittelbarer Umgebung der Erde ist, was nicht in so feiner Weise in den menschlichen Organismus eindringt wie das, was die Augen aus den Farben machen. Die Atemluft ist gröber als das farbige Licht, das in unseren Organismus eindringt. Daher hat die gröbere Atemluft einen viel stärkeren, mehr verändernden Einfluß auf alles, was da an Nachbildung von kosmischen Vorgängen in dem Brustorganismus vorhanden ist. Und gar erst, wenn wir auf die Blutzirkulation sehen! In die Blutzirkulation spielen hinein alle menschlichen Nahrungsmittel. Die werden zuerst als Nahrungsmittel aufgenommen, durch die Verdauungs- und Ernährungstätigkeit verändert und in das zirkulierende Blut hineingeschickt.
[ 19 ] Wenn das Blut bis zum Haupte gelangt, so gelangt es in einem außerordentlich verfeinerten Zustande dahin, in einem Zustande, den alte ahnende Hellseherkunst in richtiger Weise einen phosphorigen Zustand genannt hat. Das ist ein außerordentlich verfeinerter Zustand. Da hat die Nachbildung der kosmischen Tätigkeit Gewalt über die Materie, so daß die Materie nicht ihre eigenen Kräfte entfalten kann. Will irgendein Salz, das ins Gehirn hineingeht, seine eigenen Kräfte entfalten, so wird es übertönt, überwuchert von den Richtungen, Betätigungen, die die Nachbildung des Kosmos ausübt in der noch dickeren Blutzirkulation, die in den Brustorganen stattfindet. In den Brustorganen hat das, was von dem Menschen hineinkommt, einen viel größeren Einfluß. Da wird das, was den Kosmos nachbildet, in einer viel stärkeren Weise verändert. Und deshalb, wenn man mit geistigem Blick die menschliche Brustorganisation betrachtet, stellt sie sich so dar, wie ich sie skizzenhaft etwa in der folgenden Weise charakterisieren kann (siehe Zeichnung).
[ 20 ] Man sieht da, wie in der Einatmung wirklich auch ein Nachbild des Kosmos aufleuchtet. Im Gehirn sieht man tatsächlich einen ganzen spielenden Kosmos. Das ist nur im Schlafleben für das Gehirn unterbrochen. Hier unterbricht zwar das Schlafleben nichts, aber die Sache unterbricht sich fortwährend selber. Mit geistigem Blick angeschaut: die Brustorganisation zeigt Sterne, zeigt auch Sternbewegungen, aber gegen rückwärts in Verzerrung und nach vorne ganz undeutlich geworden. Auch in bezug auf seine Brustorganisation ist der Mensch in gewisser Beziehung ein Nachbild des Kosmos, insofern auf unserer Erde Vorgänge sind, die durchaus von dem regelmäßigen JahresMonatslauf abhängen. Da kommen die Pflanzen heraus und vergehen wiederum. Da ist Regelmäßigkeit. In den Pflanzenformen leben sich jene Spiralwege aus, die ich beschrieben habe. Da ist mineralische Tendenz, die allerdings über lange Zeiträume verteilt ist, aber auch in einer gewissen Weise in kosmischer Regelmäßigkeit vor sich geht. Da gehen in dem über der Erde befindlichen Luftstrom gewisse Veränderungen vor sich, die wir zum Beispiel in den Metamorphosen des im Laufe des Jahres eintretenden Witterungswechsels beobachten können. Aber dahinein fällt alles das, was an Wolkenbildungen unregelmäßig ist, was tatsächlich sich veränderndes Wetter ist. Dahinein fallen die Launen der Meteorologie. In das Kosmische hinein fallen die Launen der Meteorologie.
[ 21 ] So ist in der menschlichen Brust in bezug auf das, was mit dem Rücken zusammengegliedert ist, ein verzerrter Kosmos vorhanden, ein Kosmos, der den Eindruck macht, als ob wir unseren Kosmos, der uns umgibt, einmal in der Nacht nehmen würden, ein Riese auf der einen Seite zerrte, ein anderer Riese auf der andern Seite zerrte, so daß wir statt des gerundeten Kosmos eine in die Länge gezogene Walze bekämen, die in der Mitte etwas verdickt ist. So erscheint vor dem geistigen Blick der Kosmos nach hinten, und nach vorne erscheint er in Verwirrung geraten. Wie das, was über der Erdoberfläche vor sich geht, wetterwendisch ist, so erscheint der Kosmos nach vorne in Verwitrung geraten. Das Ganze ist so, daß der Kosmos bald aufleuchtet, bald wiederum verschwindet: mit der Einatmung leuchtet er auf, mit der Ausatmung verschwindet er. Geradeso wie der Mensch die physischen Vorgänge in sich durch die Atmung bewirkt, so bewirkt das Einatmen das Aufglänzen des verzerrten Kosmos, das Ausatmen wiederum das Verdunkeln des verzerrten Kosmos.
[ 22 ] Dieses Aufleuchten und wiederum Verdunkeln des verzerrten Kosmos suchte der indische Jogi durch seine Jogaübungen nachzuerleben. Und er suchte daraus dann die wirkliche Gestalt der Welt zu erschließen, indem er das, was er auf diese Weise wahrnahm durch das Beleben des Atmens bis zu einem Wahrnehmungsvermögen dieses innerlichen verzerrten Kosmos, durchdrang mit dem, was er dann durch sein Nachdenken über denselben erkunden konnte. So erleben wir auch als Brustmenschen den Kosmos noch ein zweites Mal, gewissermaßen aber wie in einem Kampfe gegen das Chaos. Und wir erleben den Kosmos noch ein drittes Mal, und zwar so, daß er eigentlich ganz undeutlich erscheint. So nämlich ist er dem Stoffwechselsystem und dem Gliedmaßensystem des Menschen eingegliedert. Da ist kaum zu erkennen, inwiefern das, was da astralisch und der IchWesenheit nach eingegliedert ist, aus dem Kosmos hervorgegangen ist. Deshalb habe ich während der Vorträge, die ich hier gehalten habe, das, was da eingegliedert ist, «embryonal» nennen müssen, denn es ist eigentlich ein werdender Kosmos. Da ist es so, daß nur dann, wenn der Mensch seine Gliedmaßen in Bewegung bringt, oder wenn der Stoffwechsel tätig ist, dasjenige, was sich wie ein werdender Kosmos ausnimmt, sich ganz ähnlich verhält dem, worin es untertaucht. Hebe ich ein Bein, so schlägt gewissermaßen das Geistige dieses dritten menschlichen Gliedes in die Beinbewegung und in die inneren Vorgänge, die im Zusammenhang mit der Beinbewegung entstehen, hinein.
[ 23 ] Schematisch muß ich dieses Dritte so zeichnen (siehe Zeichnung), daß da gar nichts mehr von einem solchen Kosmos zu sehen ist, wie er ganz deutlich in der menschlichen Kopforganisation vorhanden ist, wie er in der Verzerrung vorhanden ist, in bezug auf das geistige Licht abgeschwächt, vernebelt, sowohl in der Armorganisation wie in der Beinorganisation und in der Ernährungsorganisation (rot). Da ist alles eigentlich noch wie in einem Weltennebel. Wir können nämlich kosmisch die Weltennebel draußen in den Raumesfernen studieren. Mit geistigem Blick können wir aber auch die Weltennebel im Kleinen, mikrokosmisch studieren, wenn wir den dritten Teil des Menschen betrachten, das Gliedmaßen-Stoffwechselsystem, und wenn wir sehen, wie dieses Nebelgebilde (bläulich) in den Sternen (gelb) so darinnensteckt, wie wenn sie als Lichtschein entstehen wollten, aber dann im Augenblick des Entstehens gleich wieder verglimmen. Wir können sehen, wie das ganz überwältigt wird von dem, was von der Erde ausgeht. Darinnen spielen die chemischen Affinitäten, die chemischen Kräfte der Erdenstoffe eine große Rolle.
[ 24 ] Viel wichtiger ist es während des menschlichen Erdendaseins, wie sich die einzelnen Erdenstoffe in ihren chemischen Kräften zueinander verhalten, als wie sich das verhält, was der Mensch aus dem Kosmos mitgebracht hat. Aber dennoch steht der Mensch auch durch diesen Teil seiner Organisation in Beziehung zu geistigen Welten, und zwar steht er durch seine Brustorganisation dadurch zu geistigen Welten in Beziehung, daß erstens in seine Brustorganisation ebenso eine geistige Hierarchie hereinspielt wie bei der Kopforganisation. Bei dem Kopf ist es die dritte Hierarchie; in die Brustorganisation spielt die zweite Hierarchie herein: die Exusiai, Dynamis und Kyriotetes. Diese entwickeln durch den Erdenmenschen eine kosmische Tätigkeit, bei der sie sich dessen bedienen, was in der menschlichen Brustorganisation vor sich geht. Und ihre Tätigkeit ist eine solche, daß sie viel mehr geistig ist als die Tätigkeit der dritten Hierarchie; diese dritte Hierarchie kann daher das, was sich im stofflichen Abbilde ergibt, ertragen. Daher hat man in der menschlichen Kopfbildung wirklich ein stoffliches Abbild des Kosmos. Hier in der Brustorganisation hat man eine Verzerrung gerade aus dem Grunde, damit der Stoff nicht ein treues Nachbild des Kosmos wird, damit er immer wieder und wiederum zerstört werden, auch aufgelöst werden kann. Die kosmische Bildung wird nicht fertig. Man hat also da Irdisches, das stark hereinspielt, und Kosmisches, das im Menschen nicht fertig wird, was Kosmisches bleibt, so daß den Menschen, insofern er atmet, insofern er eine Zirkulation hat, eine kosmische Tätigkeit durchdringt, in der webend, schwebend die Wesenheiten der zweiten Hierarchie wirken. Und dahinein schiebt der Mensch jene lebendige Photographie, von der ich gestern und in den vorhergehenden Vorträgen gesprochen habe, die ein Abbild seiner moralischen geistigen Qualitäten ist.
[ 25 ] Indem der Mensch also eine Lunge hat und die Vorgänge der Lunge sich als die Atmungsvorgänge fortsetzen, indem er eine Zirkulation hat und das, was durch die Zirkulation angeschlagen wird, in den Weltenäther, ja sogar in die Weltenastralität hineinvibriert, ist er eingesponnen in die Tätigkeit der zweiten Hierarchie. Sein Wesen selber schafft kosmische Wirkungen, und in das, was sich kosmisch durch ihn vollbringt, gliedern sich ein die Wesenheiten der zweiten Hierarchie. Aber dahinein schiebt der Mensch immer mehr und mehr, je weiter sein irdischer Lebenslauf geht, das lebendige Abbild seiner moralisch-geistigen Qualitäten, dieses Elementarwesen, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß es vom Menschen während seines irdischen Lebenslaufes erzeugt wird. Jede Nacht übrigens schiebt sich dieses Elementarwesen etwas aus dem Menschen heraus, und man kann darin überwiegen sehen die Tätigkeit, die von der zweiten Hierarchie ausgeübt wird. Beim Tagwachen schiebt es sich wiederum in den Menschen zurück, und die wache Tätigkeit durchsetzt es weiter mit den moralisch-geistigen Bewertungen der Menschenqualität.
[ 26 ] Mit derjenigen Tätigkeit, die im Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen vor sich geht, hat nun die erste Hierarchie einen Zusammenhang. Den Zusammenhang haben damit in erster Linie Seraphim, Cherubim und Throne. Hier ist der Mensch am meisten physisch, am meisten den physischen Kräften hingegeben. Das Kosmische spielt in ihn nur wie nebelhaft hinein. Aber in dieses, was in ihm nebelhaft als leise kosmische Tätigkeit vorhanden ist, was durchsetzt ist von einer starken, intensiven Stofftätigkeit im Chemismus, im physikalischen Wirken, in das hinein flammt und wellt und stößt die Tätigkeit der Seraphim, Cherubim und Throne. Denn diese bewältigen durch ihre Geistigkeit das stärkste Stoffliche, und es werden die Wesenheiten dieser Hierarchie sein, welche die irdischen Vorgänge des Chemismus, des Physikalischen selbst einmal überführen von der Erdenform in die Jupiterform, wie ich es in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» beschrieben habe. Aber in diese Tätigkeit, die sich eigentlich im Kosmischen abspielt, wird während des Erdenlebens fein eingeschrieben das, was durchzuckt ist von dem Willensteil der Seele, wie ich es in den andern Vorträgen ausgeführt habe, und in dem leise kosmische Vorgänge in losen Zusammensetzungen mit dem eigentlich Irdischen und das Kosmische überwältigende chemische, physikalische Vorgänge stecken.
[ 27 ] Da (siehe Zeichnung), im Gliedmaßen-Stoffwechselsystem, ist die Erde, ich möchte sagen, in ihrem vollen Besitze vom Menschen. In diesem Teil überwiegt während des irdischen Lebenslaufes das Irdische das Kosmische. In der Brustorganisation hält das Kosmische dem Irdischen die Waage. In der Kopforganisation überwiegt das Kosmische. Dafür kann aber auch die Kopforganisation nur mit der niedersten Art der Wesenheiten der höheren Hierarchien im Zusammenhang stehen. Da, wo die Erde überwiegt, da arbeiten im Menschen, weil er mehr von der Erde seiner Wesenheit entrissen wird, die stärksten geistigen Wesenheiten: Seraphim, Cherubim und Throne.
[ 28 ] Und wenn der Mensch durch die 'Todespforte geht, wenn der physische Organismus abfällt, wird das, was nur ein nebelhaftes Geistiges ist, aufgenommen in die Tätigkeit der Seraphim, Cherubim, Throne und ihnen allmählich einverwoben. Aber hinuntersinkt in diese Tätigkeit das, was früher im Brustorganismus als das lebendige Abbild des moralisch-geistigen Menschen sich gebildet hat. Dasjenige, was nur, ich möchte sagen, in der Strömung der mittleren Hierarchie war, geht jetzt in die Strömung der ersten Hierarchie ein. Dadurch gewinnt es eine größere Intensität im Zusammenhange des Kosmos; so daß der Mensch in seinem mittleren Gliedteil sein Karma als eine lebendig-elementarische Wesenheit entwickelt. Die wird dann übernommen von der Strömung der ersten Hierarchie. Und während der Mensch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchlebt, während er, wie ich es Ihnen beschrieben habe, sich seinem karmischen Ebenbilde entringt, hinaufgeht in die Welt, wo er tatsächlich an dem geistigen Urbild des physischen Organismus mit höheren Wesen zusammenarbeiten kann, während der Mensch das alles erlebt, was er dann in diesem Abbild beim Zurückgehen wiederfindet, geht noch etwas anderes vor sich. Während der Mensch aus der Seelenwelt in das Geisterland eintritt und dort verweilt, wird jenes lebendige Abbild seines von ihm selbst gemachten Schicksals mittlerweile von den Wesenheiten der höchsten Hierarchie, der Seraphim, Cherubim und Throne, wiederum zurückgeleitet zu der zweiten Hierarchie und zuletzt der dritten Hierarchie übergeben, den Angeloi, Archangeloi und Archai. Beim Wiederherunterstieg übernimmt der Mensch dieses Abbild, das er bei der ersten Hierarchie zurückgelassen hat, jetzt von der dritten Hierarchie. Tritt er nun wieder in das Leben ein, so wird es einverleibt dem, was sich zwischen der dritten Hierarchie, den Angeloi, Archangeloi und Archai, und seiner Kopforganisation abspielt. Alles das, was der Mensch durch seine irdischste Wesenheit erzeugt und nach dem Tode dem Kosmos übergeben hat, was der Mensch dadurch in sich entwickelt hat, daß er eine von der Erde beherrschte Stofforganisation hat, was er nach dem Tode übergeben muß den Seraphim, Cherubim und Thronen, was er in den Kosmos auf diese Weise einströmen läßt, das empfängt er tatsächlich wiederum auf dem Wege, auf dem die Angeloi, Archangeloi und Archai durch seine Kopforganisation in einem neuen Erdenleben arbeiten. Der Mensch übergibt das, was er sich selbst als sein Schicksal bereitet hat, den Seraphim, Cherubim und Thronen und empfängt es wiederum von den Angeloi, Archangeloi und Archai. Die tragen es hinein in diejenige Tätigkeit, die er in einem neuen Erdenleben ausführt. Auf diese Weise wird das in sein neues Erdenschicksal aus der Hand der dritten Hierarchie aufgenommen, was er beim Verlassen des letzten Erdenlebens der ersten Hierarchie überliefert hat.
[ 29 ] So sehen Sie, daß man das Weltenall im ganzen nur versteht, wenn man den Zusammenhang, den unsere Sinne hier überschauen und unser Verstand denken kann, hineinstellt in jenen Zusammenhang, der sich dem wirklichen Schauen ergibt. Denn da erscheinen nicht allein wachsende Pflanzen, nicht allein Wasser in Wolkenbildungen, in Strömungen, da erscheinen nicht bloß physische Sterne, da erscheint der ganze Kosmos in seiner lebendigen Wirksamkeit, durchgeistigt von einer Reihe von Hierarchien, die ebenso eine Tätigkeit ausüben, wie es die physische Tätigkeit ist, eine Tätigkeit, die durchwellt und durchwogt diese physische Tätigkeit. Und Ereignisse von der Art spielen sich ab, daß, während der Mensch das Dasein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt erlebt, sein Menschenschicksal aus der Hand der Seraphim, Cherubim und Throne übergeht auf die Angeloi, Archangeloi und Archai. Dadurch erhält dann der Mensch das, was er in einem neuen Leben als sein Schicksal zu erleben hat. Was der Mensch der höchsten Hierarchie hinterlassen hat, das empfängt er aus der Hand der dritten Hierarchie wiederum zurück, und zusammen mit der dritten Hierarchie muß er es während seines Erdendaseins durch ausgleichende Taten wiederum in das Weltengleichgewicht bringen.
