Spiritual Forces Working in the Shared Lives
of the Older and Younger Generations
GA 217
15 October 1922, Stuttgart
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Spiritual Forces Working in Older and Younger Generations, tr. SOL
Dreizehnter Vortrag
Thirteenth Lecture
[ 1 ] Es wäre noch vieles zu sagen, um das in den vorangehenden Tagen vor Ihnen hier Entwickelte zu einer Art von Abschluß zu bringen. Denn indem man spricht, muß man eben die Dinge in Worte und Ideen auseinanderlegen; was man meint, ist aber der einheitliche Zug und die einheitliche Kraft, die man durch die vielen auseinandergelegten Worte und Ideen hindurchströmen lassen möchte. Damit aber vielleicht doch manches, was ich noch in vielen Worten sagen könnte und eigentlich sagen müßte, in einer gewissen Weise wiederum auch zusammenfassend gesagt wird, lassen Sie mich dasjenige, was ich heute noch zu Ihnen sprechen will, halb bildlich vorbringen. Sie werden das Halb-bildliche verarbeiten und dann vielleicht besser verstehen, was ich meine.
[ 1 ] There is still much to be said to bring the ideas presented here over the past few days to some sort of conclusion. For when one speaks, one must break things down into words and ideas; but what one really means is the unified thread and the unified force that one wishes to let flow through the many words and ideas that have been laid out. However, so that perhaps some of what I could still say in many words—and actually ought to say—might also be expressed in a certain way that summarizes it all, let me present what I still wish to say to you today in a semi-figurative manner. You will process this semi-figurative presentation and then perhaps better understand what I mean.
[ 2 ] Ich habe Sie von den verschiedensten Seiten her darauf aufmerksam gemacht, daß heute jeder Mensch, der mit der Zivilisation lebt, im Intellektualismus lebt, in jenem Begriffsleben, das sich gerade in unserem Zeitalter in intensivster, eindringlichster Weise ausgebildet hat. Die Menschheit hat es dazu gebracht, sich bis zu den abstraktesten Begriffen heraufzuarbeiten. Sie brauchen nur daran zu denken, wie in jener Zeit, die der unsrigen unmittelbar vorangegangen ist, Dante von seinem Lehrer die Welt beschrieben erhalten hat. Da war noch alles seelisch, alles geistig, und das webt noch wie ein Zauberhauch durch Dantes große Dichtung. Dann kam das Zeitalter, wo die Menschheit das innerlich Erlebte in abstrakte Begriffe gießen wollte. Begriffe haben die Menschen immer gehabt. Aber es waren, wie ich Ihnen auseinandergesetzt habe, geoffenbarte Begriffe. Es waren nicht Begriffe, die gar keiner inneren seelischen Offenbarung mehr entsprachen. Erst als sich die Menschen zu Begriffen durchgerungen hatten, die gar keiner seelischen Offenbarung mehr entsprangen, kamen sie dazu, alle ihre Begriffe in der äußeren Naturbeobachtung, ja sogar an dem äußeren Experiment zu entwickeln und nur noch dasjenige gelten zu lassen, was von außen durch die Beobachtung aufgenommen wird.
[ 2 ] I have drawn your attention to this from a wide variety of perspectives: today, every person who lives within civilization lives within intellectualism—within that conceptual life that has developed in the most intense and compelling way precisely in our age. Humanity has managed to work its way up to the most abstract concepts. You need only think of how, in the era immediately preceding our own, Dante received a description of the world from his teacher. Back then, everything was still soulful, everything spiritual, and that still weaves through Dante’s great poetry like a magical breath. Then came the age when humanity sought to cast its inner experiences into abstract concepts. People have always had concepts. But, as I have explained to you, these were revealed concepts. They were not concepts that no longer corresponded to any inner, soul-based revelation. Only when people had forced themselves to adopt concepts that no longer sprang from any soul-based revelation did they come to develop all their concepts through the observation of external nature—indeed, even through external experimentation—and to accept as valid only that which is taken in from the outside through observation.
[ 3 ] Man hat immer das Gefühl, wenn man sich in die alte Gedankenwelt vertieft, selbst in diejenige des zwölften, dreizehnten, vierzehnten Jahrhunderts, daß man da etwas hat, was sich mit dem inneren Seelenwesen verbindet. Man hat das Gefühl, daß man noch ein inneres Leben hat, ein Leben von innen heraus, ein Erleben, das dadurch entstanden ist, daß der Mensch sich damit verbunden hat.
[ 3 ] Whenever one delves into the thought world of the past—even that of the twelfth, thirteenth, or fourteenth centuries—one always has the feeling that there is something there that connects with one’s inner soul. One has the feeling that one still has an inner life, a life that springs from within, an experience that has arisen because the human being has connected with it.
[ 4 ] Das Begriffssystem des primitivsten Menschen ist heute von außen her erworben, von der äußeren Natur, die sinnlich beobachtet wird. Und selbst diejenigen Menschen, die heute noch in einer gewissen Gläubigkeit an den älteren Begriffen festhalten, haben zu dieser Gläubigkeit nicht mehr das intensive Verhältnis, das man früher hatte, selbst nicht der Bauer. Dem Menschen irgend etwas von außen her zu überliefern, was wissenschaftlich feststeht, was an der Natur verifiziert ist, ist heute ein Ideal, nach dem man hinstrebt. Aber Begriffe, Ideen, die aus dem Innern der Seele auftauchen, die haben ja, wie aus meiner Auseinandersetzung hervorgeht, das Eigentümliche, daß sie, indem sie aus dem inneren Seelischen sich herausringen, als Begriffe dann sterben. Und der Mensch fühlt es als richtig, daß seine Begriffe, insofern sie aus seinem Inneren heraus geboren werden, ersterben. Aber das Eigentümliche, was geschehen ist seit einigen Jahrhunderten und eben im neunzehnten Jahrhundert seine Kulmination hatte, war, daß die im Innern ersterbenden Begriffe sich an der Außenwelt wieder belebten. Wir können das wirklich an einer historischen Erscheinung nachweisen. Denken Sie einmal, wie Goethe sich aus seinem Inneren heraus eine ganze Entwickelungsanschauung gebildet hat, die in seinen Metamorphose-Begriffen gipfelt. Man hat das Gefühl, daß man sich aus dem Lebendigen herausarbeitet in das Tote, daß das aber so sein muß, weil das Lebendige Zwang ist. Freiheit konnte erst entstehen, nachdem die Begriffe zum Toten hin gekommen waren. Aber gleichzeitig haben sich diese Begriffe wieder an der äußeren Natur belebt: Indem so etwas wie der Darwinismus — auch in unserer mitteleuropäischen Zivilisatiou — an die Stelle des Goetheschen Entwickelungsgedankens tritt, haben wir Begriffe, Ideen, die an der äußeren Natur wieder Leben gewinnen. Das ist aber ein Leben, das den Menschen verschlingt!
[ 4 ] Today, the conceptual system of even the most primitive human being is acquired from the outside, from the external natural world as observed through the senses. And even those people who still cling to the older concepts with a certain degree of faith no longer have the intense relationship to that faith that people used to have—not even the farmer. To impart to human beings something from the outside—something that is scientifically established and verified by nature—is today an ideal toward which we strive. But concepts and ideas that arise from within the soul have, as my discussion shows, the peculiar characteristic that, as they struggle to emerge from the inner soul, they then die as concepts. And human beings feel it is right that their concepts, insofar as they are born from within, should die out. But the peculiar thing that has been happening for several centuries—and which reached its culmination in the nineteenth century—was that the concepts dying out within were revived in the external world. We can truly demonstrate this through a historical phenomenon. Just consider how Goethe formed, from within himself, an entire view of evolution that culminates in his concepts of metamorphosis. One has the feeling of working one’s way out of the living into the dead, yet that this must be so because the living is a compulsion. Freedom could only arise after the concepts had reached the dead. But at the same time, these concepts have come to life again in external nature: As something like Darwinism—even in our Central European civilization—takes the place of Goethe’s concept of evolution, we have concepts and ideas that regain life in external nature. But this is a life that devours humanity!
[ 5 ] Das muß man in seiner ganzen Intensität fühlen, wie wir heute von einem Denken umgeben sind, das sich mit der Natur verbunden, von der Natur Lebenskraft gewonnen hat, das aber den Menschen verschlingt. Wie verschlingt? Nun, mit alledem, was gerade die vorgerückteste Denkweise an Ideen aus der Natur herausholt, können wir niemals den Menschen begreifen. Was gibt uns unsere großartige Entwickelungslehre? Sie zeigt uns, wie Tiere aus Tieren sich entwickeln. Dann steht der Mensch vor uns, aber doch nur als Schlußpunkt der Tierreihe und nicht, wie er als Mensch ist.
[ 5 ] One must feel this in all its intensity: how we are surrounded today by a way of thinking that is connected to nature, that has drawn its life force from nature, but that devours human beings. How does it devour us? Well, with all the ideas that even the most advanced way of thinking derives from nature, we can never truly understand human beings. What does our magnificent theory of evolution give us? It shows us how animals develop from other animals. Then human beings stand before us, but only as the final link in the animal chain—and not as human beings in their true essence.
[ 6 ] Das sagt uns die heutige Zivilisation. Frühere Zivilisationen begriffen vom Menschen aus die Naturreiche; unsere Zivilisation heute begreift den Menschen von der Natur aus als das höchste Tier. Aber was sie nicht begreift, das ist, inwiefern die Tiere unvollkommene Menschen sind. Wenn wir uns in unserer Seele erfüllen mit dem, was unser Denken an der Natur geworden ist, dann erscheint uns in dem Bilde des den Menschen verschlingenden Drachens dasjenige, was heute gerade das Intensivste in unserer Zivilisation ist. Wir fühlen uns als Mensch einem Wesen gegenüber, das uns verschlingt.
[ 6 ] This is what today’s civilization tells us. Earlier civilizations understood the natural realms from the perspective of human beings; our civilization today understands human beings, from the perspective of nature, as the highest of animals. But what it fails to understand is the extent to which animals are imperfect human beings. When we fill our souls with what our thinking about nature has become, then what appears to us in the image of the dragon devouring humanity is precisely what is most intense in our civilization today. As human beings, we feel we are facing a being that devours us.
[ 7 ] Sehen Sie nur einmal, wie dieses Verschlingen Platz gegriffen hat. Indem seit dem fünfzehnten Jahrhundert die Naturwissenschaft sich immer weiter und weiter auf geradezu triumphale Art ausgebildet hat, ist die Menschenkunde immer mehr in Verfall geraten. Die Menschen konnten sich nur mit Mühe gegenüber dem ihr innerstes Leben verschlingenden Drachen halten, indem sie die alten, aber nicht mehr lebendigen Traditionen aufbewahrten und fortpflanzten. Und im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts stand der Drache, der das menschliche Seelenleben in der furchtbarsten Weise zu verschlingen drohte, mit besonderer Intensität vor den Menschen. Diejenigen, die noch ein volles seelisches Leben in sich hatten, fühlten, wie der Drache, der zum Tode bestimmt war, in der neuesten Zeitentwickelung durch Beobachtung und Experiment Leben gewonnen hatte, aber ein Leben, das den Menschen verschlingt.
[ 7 ] Just look at how this devouring process has taken hold. As the natural sciences have developed further and further in a truly triumphant manner since the fifteenth century, the study of humanity has fallen into ever greater decline. People could only with great difficulty hold their ground against the dragon devouring their innermost lives by preserving and passing on the old, though now lifeless, traditions. And in the last third of the nineteenth century, the dragon—which threatened to devour the human soul in the most terrible way—loomed before people with particular intensity. Those who still possessed a full spiritual life within themselves sensed how the dragon, which was destined for death, had gained life through observation and experimentation in the most recent developments—but a life that devours human beings.
[ 8 ] In älteren Zeiten war der Mensch an dem Hervorbringen des Drachens noch beteiligt, doch hatte er die nötige Dosis von Todeskraft mitbekommen, so daß er ihn noch bezwingen konnte. Der Mensch hat damals dem Erleben nur soviel Intellektualität mitgegeben, daß er sie noch durch die Herzenskräfte überwinden konnte. Jetzt ist der Drache streng objektiv geworden, jetzt lebt er so, daß er uns von außen begegnet und uns als seelisches Wesen verschlingt.
[ 8 ] In earlier times, human beings were still involved in the creation of the dragon, but they had been endowed with the necessary measure of the power of death, so that they could still subdue it. Back then, human beings imbued their experiences with just enough intellectuality that they could still overcome them through the powers of the heart. Now the dragon has become strictly objective; now it exists in such a way that it confronts us from the outside and devours us as spiritual beings.
[ 9 ] Das war im wesentlichen die Signatur der Zivilisation vom fünfzehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein: Wir sehen sie nur richtig, wenn wir auf das Bild des Drachens hinschauen, das in alten Zeiten prophetisch gemeint war und hindeutete auf das, was in zukünftiger Zeit erst kommen wird. Aber jene alten Zeiten waren sich bewußt, daß, indem sie den Drachen aus sich heraus gebären, sie auf der anderen Seite den Michael oder den St.Georg gebären, nämlich das, was den Drachen überwinden kann.
[ 9 ] This was essentially the hallmark of civilization from the fifteenth century well into the nineteenth: We can only truly understand it by looking at the image of the dragon, which in ancient times was meant prophetically and pointed to what was yet to come in the future. But those ancient times were aware that, in giving birth to the dragon from within themselves, they were also giving birth to Michael or St. George—namely, that which can overcome the dragon.
[ 10 ] Vom fünfzehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert wurde die Menschheit dem Drachen gegenüber ohnmächtig. Es war das Zeitalter, das nach und nach ganz dem Glauben an die materielle Welt verfallen ist. Dadurch ist dieses Zeitalter in seinem Innersten seelenhaft so ertötet worden, daß in bezug auf die innersten Seelenschätze keine Wahrhaftigkeit mehr da war. Eine Zeit, welche die Welt herausentstehen läßt aus dem Kant-Laplaceschen Urnebel, der sich zusammenballt und in seiner Zusammenballung die Lebewesen und zuletzt die Menschen hervorbringt, muß sagen: Ein solches Zusammenwirken kann schließlich auch nur in den Wärmetod hinein verschwinden. Aber dann wird auch das tot sein, was die Menschen sich moralisch erarbeitet haben! Wenn man immer wieder versucht hat, den Beweis zu liefern, die moralische Weltordnung könne Platz haben in einer Welt, an deren Anfange der sogenannte Kant-Laplacesche Urnebel und an deren Ende der Wärmetod steht, so ist das nicht aufrichtig. Und schon gar nicht aufrichtig und gar nicht ehrlich ist es, die moralische Entwickelung so aufzufassen, daß sie aufsteigt mit den Infusorien und verschwindet, wenn der Wärmetod den Untergang bewirken wird.
[ 10 ] From the fifteenth to the nineteenth century, humanity was powerless in the face of the dragon. It was an age that gradually succumbed entirely to belief in the material world. As a result, this era was so spiritually deadened at its very core that, with regard to the innermost treasures of the soul, there was no longer any truth. An era that conceives of the world emerging from the Kant-Laplacean primordial nebula—which condenses and, in its condensation, brings forth living beings and, finally, human beings—must acknowledge: Such a process can ultimately only vanish into heat death. But then what human beings have morally achieved will also be dead! If one has repeatedly attempted to prove that the moral world order can have a place in a world whose beginning is the so-called Kant-Laplace primordial nebula and whose end is heat death, that is not sincere. And it is certainly not sincere—and certainly not honest—to conceive of moral development in such a way that it rises with the infusoria and disappears when heat death brings about the end of the universe.
[ 11 ] Und warum kam man zu einer solchen Weltanschauung? Warum lebt das heute im Grunde genommen in allen Seelen? Weil bis in die äußerste Landhütte, wenn es auch nicht bewußt wird, der Drache hindurchdringt und das Herz ertötet. Und warum ist das so? Weil der Mensch den Menschen nicht mehr erfassen kann. Was geschieht denn im Menschen? Im Menschen geschieht in jedem Augenblick etwas, was sonst nirgends in der irdischen Umwelt geschieht: Der Mensch nimmt die Nahrungsmittel aus der äußeren Umwelt auf, er nimmt sie auf aus dem Lebensreiche und nur weniges aus dem toten Reiche; aber indem die Nahrungsmittel durch den Verdauungsapparat dringen, werden auch die lebendigsten Nahrungsmittel ertötet. Der Mensch zerstört das, was er lebendig aufnimmt, vollständig, um dem Ertöteten das eigene Leben einzuflößen, und erst wenn die Nahrungsmittel in die Lymphgefäße übergehen, wird im Innern des Menschen das Tote wiederum lebendig gemacht.
[ 11 ] And how did people come to hold such a worldview? Why does it essentially live on in every soul today? Because even in the most remote country cottage—though people may not be aware of it—the dragon penetrates and slays the heart. And why is that so? Because human beings can no longer comprehend one another. What, then, happens within a human being? At every moment, something happens within a human being that occurs nowhere else in the earthly environment: A human being takes in food from the external environment; he takes it from the realm of the living and only a little from the realm of the dead; but as the food passes through the digestive system, even the most living of foods is killed. Human beings completely destroy what they take in while it is still alive in order to infuse their own life into what has been killed, and only when the food passes into the lymphatic vessels is what was dead brought back to life within the human being.
[ 12 ] Im ganzen durchseelten und durchgeistigten organischen Prozeß — wenn man die Menschenwesenheit ganz erkennt und durchschaut, so stellt sich das heraus — wird die Materie vollständig vernichtet, um neu geschaffen zu werden. Wir haben im menschlichen Organismus immer einen Vernichtungsprozeß der Materie, damit diese Materie neu geschaffen werden kann. In uns wird fortgesetzt Materie in Nichts verwandelt und wiederum neu geschaffen.
[ 12 ] Throughout the entire organic process, which is permeated by soul and spirit—as becomes clear when one fully recognizes and comprehends human existence—matter is completely destroyed in order to be recreated. Within the human organism, there is always a process of destruction of matter so that this matter can be recreated. Within us, matter is continually transformed into nothingness and then recreated anew.
[ 13 ] Zu dieser Erkenntnis wurde die Tür dicht verriegelt im neunzehnten Jahrhundert, in dem man zu dem Gesetz von der Erhaltung der Kraft gekommen ist und glaubte, die Materie erhalte sich auch durch den menschlichen Organismus hindurch. Die Statuierung des Gesetzes von der Erhaltung der Materie ist ein deutlicher Beweis dafür, daß man den Menschen nicht innerlich erkennt.
[ 13 ] The door to this insight was firmly locked in the nineteenth century, when the law of conservation of energy was established and it was believed that matter was conserved even through the human organism. The formulation of the law of conservation of matter is clear proof that people do not understand the inner nature of human beings.
[ 14 ] Nun stellen Sie sich aber vor, wie unendlich schwierig es ist, heute nicht für einen Toren gehalten zu werden, wenn man gegen dasjenige kämpft, was in der heutigen Physik als das Sicherste angesehen wird! Das Gesetz von der Erhaltung der Materie und der Erhaltung der Kraft bedeutet nichts anderes, als daß die Naturwissenschaft den Weg zum Menschen dicht verriegelt hat. Da hat der Drache die menschliche Natur ganz verschlungen. Aber der Drache muß besiegt werden, und deshalb muß die Erkenntnis Platz greifen, daß das Bild von dem Michael, der den Drachen besiegt, nicht nur ein altes Bild ist, sondern ein Bild, das in unserer Zeit den höchsten Grad seiner Realität erreicht hat. Ältere Zeiten haben es ausgebildet, weil die Menschen in sich noch den Michael fühlten als etwas, was sie unbewußt durchdrang und unbewußt das überwindet, was aus der bloßen Intellektualität kommt. Jetzt ist der Drache ganz äußerlich geworden. Jetzt begegnet uns der Drache von außen und droht fortwährend, den Menschen zu ertöten. Aber der Drache muß besiegt werden, und er kann nicht anders besiegt werden, als indem wir gewahr werden, wie auch der Michael, der St.Georg, von außen kommt. Und dieser Michael, dieser St.Georg, der von außen kommt, der imstande ist, den Drachen zu besiegen, ist nichts anderes als eine wirkliche geistige Erkenntnis, die auch noch dieses Lebenszentrum, das aber für das Innere des Menschen ein Todeszentrum ist — das sogenannte Gesetz von der Erhaltung der Energie — besiegt, so daß die Menschen bis in die Erkenntnis hinein wieder Menschen sein können. Heute dürfen sie es nicht; denn wenn es ein Gesetz von der Erhaltung der Materie und der Erhaltung der Kraft gibt, so zerfließt das moralische Gesetz in den Wärmetod, und die Kant-Laplacesche Theorie ist keine Phrase.
[ 14 ] But just imagine how incredibly difficult it is today not to be considered a fool when one fights against what is regarded as the most certain truth in modern physics! The laws of conservation of matter and conservation of energy mean nothing other than that natural science has tightly locked the path to humanity. There, the dragon has completely devoured human nature. But the dragon must be vanquished, and therefore the realization must take hold that the image of Michael vanquishing the dragon is not merely an ancient image, but one that has reached the highest degree of reality in our time. Earlier times gave rise to this image because people still felt Michael within themselves as something that unconsciously permeated them and unconsciously overcame what arises from mere intellectuality. Now the dragon has become entirely external. Now the dragon confronts us from the outside and constantly threatens to kill us. But the dragon must be defeated, and it can only be defeated by becoming aware that Michael—or St. George—also comes from the outside. And this Michael, this St. George, who comes from the outside—who is capable of defeating the dragon—is nothing other than a true spiritual insight that also overcomes this center of life, which is, however, a center of death for the inner being of the human being—the so-called law of conservation of energy—so that human beings can once again be human beings right down into the very realm of insight. Today they are not allowed to do so; for if there is a law of the conservation of matter and the conservation of force, then the moral law dissolves into heat death, and the Kant-Laplace theory is no mere phrase.
[ 15 ] Daß man immer zurückgeschreckt ist vor dieser Konsequenz, das ist das Unwahre, das bis in das menschliche Herz, bis in die menschliche Seele gedrungen ist, alles am Menschen ergriffen und ihn zu einem unwahren Menschen auf dem Erdenrund gemacht hat. Wir müssen den Aufblick zu Michael gewinnen, der uns zeigt, daß das, was auf der Erde materiell da ist, nicht bloß durch den Wärmetod durchgeht, sondern einmal wirklich zerstiebt, und daß wir imstande sind, durch Verbindung mit der geistigen Welt mit unseren moralischen Impulsen Leben zu pflanzen. Und da tritt ein die Umbildung dessen, was in der Erde ist, in das neue Leben, in das Moralische. Denn Realität der moralischen Weltordnung ist dasjenige, was der an uns herantretende Michael uns geben kann. Das können die alten Religionen nicht, denn sie haben sich von dem Drachen besiegen lassen. Sie nehmen einfach den Drachen, der den Menschen ertötet, hin und begründen neben dem Drachen irgendeine besondere, abstrakt-moralische, göttliche Ordnung. Aber der Drache duldet so etwas nicht; der Drache muß besiegt werden. Er duldet nicht, daß man bloß neben ihm etwas begründet. Denn was der Mensch braucht, ist die Kraft, die er aus der Besiegung des Drachens gewinnen kann.
[ 15 ] The fact that people have always shied away from this consequence is the untruth that has penetrated deep into the human heart, deep into the human soul, taking hold of everything in a person and turning him into a false human being on this earth. We must lift our gaze to Michael, who shows us that what exists materially on Earth does not merely undergo heat death, but will one day truly disintegrate, and that we are capable of planting life through our connection with the spiritual world and our moral impulses. And there begins the transformation of what is within the Earth into new life, into the moral realm. For the reality of the moral world order is precisely what Michael, as he approaches us, can give us. The old religions cannot do this, for they have allowed themselves to be defeated by the dragon. They simply accept the dragon that slays human beings and establish, alongside the dragon, some kind of special, abstractly moral, divine order. But the dragon does not tolerate such a thing; the dragon must be defeated. He does not tolerate the establishment of anything merely alongside him. For what humanity needs is the strength it can gain from defeating the dragon.
[ 16 ] Sie sehen, wie tief das Problem gefaßt werden muß. Aber was hat die neuzeitliche Zivilisation uns gegeben? Das hat sie uns gegeben, daß uns jede Wissenschaft eine Metamorphose des Drachens war, daß uns alle äußere Kultur auch ein Ergebnis des Drachens war. Gewiß, der äußere Weltmechanismus, der nicht nur in der Maschine, sondern auch in unserem ganzen sozialen Organismus lebt, ist mit Recht ein Drache, Aber der Drache tritt uns ja auch sonst überall da entgegen, wo die heutige Wissenschaft von dem Ursprunge des Lebens, von der Verwandlung der Lebewesen, von der menschlichen Seele zu uns spricht. Auch wo über Geschichte gesprochen wird, ist das Ergebnis ein solches, daß es eigentlich vom Drachen ausgeht. Und das war so arg geworden im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, um die Wende des neunzehnten, zwanzigsten Jahrhunderts und in das zwanzigste Jahrhundert hinein, daß der aufwachsende Mensch, der danach gelechzt hat, etwas zu erfahren von dem, was die älteren Menschen wußten, überall, in der Botanik, Zoologie, Geschichte und so weiter, aus allen Wissenschaften den Drachen sich entgegenkommen sah, denjenigen sich entgegenkommen sah, der eigentlich das innerste Wesen seiner Seele verschlingen will.
[ 16 ] You can see how deeply the problem must be understood. But what has modern civilization given us? It has given us this: that every science has been a metamorphosis of the dragon, that all external culture has also been a product of the dragon. Certainly, the external mechanism of the world—which lives not only in machines but also in our entire social organism—is rightly a dragon. But the dragon also confronts us everywhere else where modern science speaks to us of the origin of life, of the transformation of living beings, and of the human soul. Even when history is discussed, the conclusion is such that it actually stems from the dragon. And this had become so severe in the last third of the nineteenth century, at the turn of the nineteenth and twentieth centuries, and well into the twentieth century, that the young person growing up—who yearned to learn something of what older people knew—saw the dragon confronting them everywhere: in botany, zoology, history, and so on—in all the sciences—saw the dragon coming toward them, saw the one who actually seeks to devour the innermost essence of their soul.
[ 17 ] Im intensivsten Grade real ist der Kampf des Michael mit dem Drachen erst in unserem Zeitalter geworden. Und wenn man in das geistige Gefüge der Welt eindringt, so findet man, daß gleichzeitig mit derKulmination der Macht des Drachens auch das Eingreifen des Michael, mit dem wir uns verbinden können, um die Wende des neunzehnten, zwanzigsten Jahrhunderts eingetreten ist. Der Mensch kann, wenn er will, Geisteswissenschaft haben, das heißt, Michael dringt wirklich aus den geistigen Reichen bis in unser Erdenreich herein, doch drängt er sich uns nicht auf, denn heute muß alles aus der Freiheit des Menschen entspringen. Der Drache aber drängt sich vor, er fordert die höchste Autorität. Es hat niemals in der Welt eine so mächtig auftretende Autorität gegeben wie diejenige, die heute von der Wissenschaft ausgeübt wird. Vergleichen Sie sie mit der päpstlichen Autorität; sie ist fast ebenso groß. Man kann der dümmste Kerl sein, aber man kann sagen: Die Wissenschaft hat festgestellt. — Denken Sie nur, wie die Menschen von der Wissenschaft mundtot gemacht werden, auch wenn man etwas Wahres sagt. Es gibt keine erdrückendere Autorität in der ganzen Menschheitsentwickelung als diejenige der heutigen Wissenschaft. Überall springt einem der Drache entgegen.
[ 17 ] Michael’s battle with the dragon has only become truly real—in the most intense sense—in our own age. And when one penetrates the spiritual fabric of the world, one finds that, simultaneously with the culmination of the dragon’s power, Michael’s intervention—with whom we can connect—began at the turn of the nineteenth and twentieth centuries. Human beings can, if they wish, have spiritual science; that is to say, Michael truly penetrates from the spiritual realms into our earthly realm, yet he does not impose himself upon us, for today everything must spring from human freedom. The dragon, however, pushes itself forward; it demands the highest authority. Never in the world has there been an authority that appears as powerful as that exercised by science today. Compare it to papal authority; it is almost as great. One can be the most foolish person imaginable, yet one can still say: “Science has established this.” — Just think how people are silenced by science, even when they speak the truth. There is no more oppressive authority in the entire history of human development than that of modern science. The dragon leaps out at you from every direction.
[ 18 ] Es gibt kein anderes Mittel dagegen, als sich mit Michael zu verbinden, das heißt, sich mit dem geistigen Weben und Wesen der Welt in wirklicher Erkenntnis zu durchdringen. Erst Jetzt steht dieses Bild des Michael so recht vor uns, und erst jetzt ist es unsere ureigenste Menschenangelegenheit geworden. In alten Zeiten hat man dieses Bild noch im Imaginativen gesehen. Heute ist das für das äußereBewußtsein nicht möglich. Daher kann jeder Tor sagen, es sei eine Unwahrheit, wenn man die äußere Wissenschaft als den Drachen bezeichne. Aber sie ist der Drache.
[ 18 ] There is no other remedy for this than to connect with Michael—that is, to become truly imbued with the spiritual weaving and essence of the world through genuine insight. Only now does this image of Michael truly stand before us, and only now has it become our very own human concern. In ancient times, this image was still perceived through the imaginative. Today, this is not possible for the outer consciousness. Therefore, any fool can say that it is untrue to describe outer science as the dragon. But it is the dragon.
[ 19 ] Diejenigen, welche mit der Wissenschaft aufgewachsen sind und von dem Drachen nicht so in Bann gehalten wurden, daß sie sich ruhig verschlingen ließen, die nicht so weit gehen konnten, das Seelische durch allerlei Apparate erforschen zu lassen, um Gedächtnis- und Erinnerungsvermögen zu prüfen, diejenigen, die mit ihr aufgewachsen sind als Menschen, aber denen nicht mehr gesagt wurde, was der Mensch ist, weil es nicht mehr gewußt wurde, weil der Drache den Menschen verschlungen hat, die sahen sich zunächst dem Drachen gegenüber und sahen noch nicht den Michael. Das ist es, was in den Herzen vieler Menschen gerade im Beginne des zwanzigsten Jahrhunderts lebte, daß sie gefühlsmäßig-instinktiv den Drachen vor sich sahen, aber nicht den Michael sehen konnten. Daher gingen sie so weit als möglich von dem Drachen weg. Sie wollten sich ein Land suchen, wo der Drache nicht hinkommen kann, sie wollten nichts mehr wissen von dem Drachen. Und so sehen wir, wie die Jugend dem Alter entläuft, weil sie aus dem Gebiete des Drachens herauskommen will. Das ist auch eine Seite der Jugendbewegung. Die Jugend wollte dem Drachen entfliehen, weil sie keine Möglichkeit sah, den Drachen zu besiegen. Sie wollte irgendwo hingehen, wo der Drache nicht war.
[ 19 ] Those who grew up with science and were not so captivated by the dragon that they calmly allowed themselves to be devoured, those who could not go so far as to let the soul be probed by all manner of devices in order to test memory and recall, those who grew up with it as human beings, but who were no longer told what a human being is—because it was no longer known, because the dragon had devoured humanity—they initially found themselves face to face with the dragon and did not yet see Michael. This is what lived in the hearts of many people, especially at the beginning of the twentieth century: they intuitively and instinctively saw the dragon before them, but could not see Michael. Therefore, they moved as far away from the dragon as possible. They wanted to find a land where the dragon could not reach them; they wanted nothing more to do with the dragon. And so we see how the youth flee from the older generation, because they want to escape the dragon’s domain. This is also one aspect of the youth movement. The youth wanted to flee from the dragon because they saw no way to defeat it. They wanted to go somewhere where the dragon was not.
[ 20 ] Aber da gibt es nun ein Geheimnis und das besteht darin, daß der Drache seine Macht überall ausüben kann, auch da, wo er nicht räumlich vorhanden ist. Und wenn es ihm nicht gelingt, direkt durch Ideen, durch den Intellektualismus den Menschen zu ertöten, dann gelingt es ihm dadurch, daß er überall in der Welt die Luft so dünn gemacht hat, daß man in ihr nicht mehr atmen kann. Und das wird wohl das Wesentliche sein: Diejenige Jugend, die hinweggegangen war von dem Drachen, um von ihm keinen Schaden zu erleiden, und die dadurch, daß sie in eine zu dünne Lebensluft gekommen ist, keine Zukunft atmen konnte, die fühlte höchstens den Albdruck der Vergangenheit, weil die Luft auch in jenen Gegenden ungesund geworden war, wo man sich dem unmittelbaren Einflusse des Drachens entziehen konnte. Aber der Albdruck, der von innen kommt, ist in bezug auf die menschlichen Erlebnisse nicht viel anders als der Druck, der von außen, von dem Drachen kommt.
[ 20 ] But there is a secret here, and it is that the dragon can exercise its power everywhere, even where it is not physically present. And if he does not succeed in killing people directly through ideas, through intellectualism, then he succeeds by having made the air so thin all over the world that one can no longer breathe in it. And that is probably the crux of the matter: those young people who had fled from the dragon to avoid harm from him, and who—having entered an atmosphere where the air of life had become too thin—could no longer breathe a future, felt at most the oppressive weight of the past, because the air had become unhealthy even in those regions where one could escape the dragon’s direct influence. But the oppressive pressure that comes from within is, in terms of human experience, not much different from the pressure that comes from without, from the dragon.
[ 21 ] So war es das unmittelbare Dem-Drachen-Ausgesetztsein, was eine ältere Generation im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts fühlte, und es war der Albdruck der durch den Drachen verdorbenen Luft, die keine Atemluft abgab, den dann die Jugend erlebte. Hier hilft nur dasFinden desMichael, der den Drachen besiegt. Denn man braucht die Kraft des Drachenbesiegers, weil der Drache ja sein Leben aus einer ganz anderen Welt erhält als diejenige ist, in der die Menschenseele leben kann. Die Menschenseele kann nicht leben in der Welt, aus der der Drache sein Lebensblut entnimmt; aber der Mensch muß in der Überwindung des Drachens die Kraft gewinnen, um leben zu können. Daher sagen wir heute richtig: Jenes Zeitalter, vom fünfzehnten bis neunzehnten Jahrhundert, das den Menschen so entwickelt hat, daß alles aus ihm herausging, muß überwunden werden. Es muß das Zeitalter des Michael beginnen, der den Drachen besiegt. Denn des Drachens Macht ist groß geworden!
[ 21 ] Thus, it was the immediate sense of being at the mercy of the dragon that an older generation felt in the last third of the nineteenth century, and it was the oppressive weight of the air, tainted by the dragon and unfit for breathing, that the younger generation then experienced. The only solution here is to find Michael, who will defeat the dragon. For we need the strength of the dragon-slayer, because the dragon draws its life from a world entirely different from the one in which the human soul can live. The human soul cannot live in the world from which the dragon draws its lifeblood; but in overcoming the dragon, the human being must gain the strength to live. That is why we are right to say today: That era, from the fifteenth to the nineteenth century, which developed humanity in such a way that everything flowed out from within it, must be overcome. The age of Michael, who defeats the dragon, must begin. For the dragon’s power has grown great!
[ 22 ] Das ist es aber auch, was wir insbesondere zuwege bringen müssen, wenn wir richtige Führer der Jugend werden wollen. Denn Michael brauchtgewissermaßen einen Wagen, durch den er in unsere Zivilisation hereinkommt. Und dieser Wagen ist dasjenige, was sich dem wirklichen Erzieher enthüllt, wenn es aus dem jugendlichen, werdenden Menschen hervortritt, ja schon aus dem Kinde. Da arbeitet noch das, was Kraft des vorirdischen Lebens ist. Da ist es real vorhanden, was, wenn wir es pflegen, für Michael der Wagen wird, mit dem er in unsere Zivilisation hereinfahren wird. Erziehen wir in der richtigen Weise, so bereiten wir Michael das Fahrzeug, damit er hereinkommen kann in unsere Zivilisation.
[ 22 ] But this is precisely what we must accomplish if we are to become true guides for young people. For Michael, in a sense, needs a chariot through which he can enter our civilization. And this vehicle is what reveals itself to the true educator when it emerges from the young, developing human being—indeed, even from the child. There, the forces of pre-earthly life are still at work. It is already truly present there—and if we nurture it, it will become the chariot for Michael with which he will enter our civilization. If we educate in the right way, we prepare the vehicle for Michael so that he can enter our civilization.
[ 23 ] Wir dürfen nicht weiterhin den Drachen pflegen, indem wir eine Wissenschaft mit Gedankenformen ausbilden, bei denen wir gar nicht daran denken, daß sie eindringen wollen in eine Menschenseele, in den Menschenkörper, in den Menschen selber und den Menschen heranbilden wollen. Wir müssen Michael den Wagen, das Fahrzeug bauen. Dazu brauchen wir lebendige Menschlichkeit, wie sie aus übersinnlichen Welten in das irdische Menschenleben sich hineinlebt und darinnen sich manifestiert, gerade in den ersten Zeiten des Menschenlebens. Aber wir müssen ein Herz haben für eine solche Erziehung. Wir müssen gewissermaßen lernen — wenn wir im Bilde sprechen —, uns zum Bundesgenossen des hereinziehenden Michael zu machen, wenn wir richtige Erzieher werden wollen. Mehr als mit allen theoretischen Grundsätzen ist für die Erziehungskunst getan, wenn dasjenige, was wir in uns aufnehmen, so wirkt, daß wir uns als Bundesgenossen Michaels fühlen, des auf die Erde hereinfahrenden Geisteswesens, dem wir das Fahrzeug bereiten durch eine lebendige, künstlerisch geführte Erziehung der Jugend. Was uns aus diesem Impuls werden kann, ist viel besser als alle theoretischen Erziehungsgrundsätze. Wir müssen dahin gelangen, daß wir aufschauen zu dem mit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts in unsere altgewordene Drachenkultur hereinstrebenden Michael.
[ 23 ] We must not continue to feed the dragon by developing a science based on thought-forms without even considering that these forms seek to penetrate the human soul, the human body, and the human being itself—and to shape the human being. We must build Michael’s chariot, his vehicle. To do this, we need living humanity—the kind that flows from the supersensible worlds into earthly human life and manifests itself there, especially in the earliest stages of human life. But we must have a heart for such an education. We must, so to speak—if we may use a metaphor—learn to make ourselves allies of Michael as he enters the world, if we are to become true educators. More is accomplished for the art of education than by all theoretical principles combined when what we take in within ourselves has such an effect that we feel ourselves to be allies of Michael, the spiritual being descending to Earth, for whom we prepare the vehicle through a living, artistically guided education of youth. What can come of this impulse is far better than all theoretical principles of education. We must come to the point where we look up to Michael, who, in the last third of the nineteenth century, is striving to enter our aging dragon culture.
[ 24 ] Das ist der eigentliche Grundimpuls aller Erziehungslehre. Wir müssen diese Erziehungskunst nicht aufnehmen als eine "Theorie, nicht als etwas, was wir lernen können. Wir müssen sie aufnehmen wie etwas, mit dem wir uns verbünden, dessen Ankunft wir begrüßen, das nicht wie tote Begriffe, sondern wie ein lebendiges Geistwesen zu uns kommt, dem wir unsere Dienste anbieten, weil wir sie ihm anbieten müssen, wenn die Menschheit den Fortgang ihrer Entwickelung finden soll. Das heißt: Erkenntnis wiederum zum Leben erwecken, mit aller Bewußtheit wieder heraufbringen, was im Unbewußten einmal in der Menschheit da war.
[ 24 ] This is the true driving force behind all educational theory. We must not approach this art of education as a “theory,” nor as something we can simply learn. We must embrace it as something with which we form an alliance, whose arrival we welcome—something that comes to us not as dead concepts but as a living spiritual being, to whom we offer our services because we must offer them if humanity is to continue its development. This means: to bring knowledge back to life, to bring back into full consciousness what once existed in the unconscious of humanity.
[ 25 ] Meine lieben Freunde! In alten Zeiten, als das atavistische Hellsehen unter den Menschen noch heimisch war, hat es Mysterienstätten gegeben. In diesen Mysterienstätten, die gleichzeitig Kirche, Schule und Kunststätte waren, suchten diejenigen, die dort ihre menschliche Entwickelung durchmachten, auch an die Kräfte der Erkenntnis heranzukommen, aber eben mehr in seelischer Weise. In diesen Mysterienstätten war damals so mancherlei anzutreffen aber eine Bibliothek in unserem Sinne gab es nicht. Mißverstehen Sie mich nicht: eine Bibliothek in unserem Sinne gab es nicht. Etwas Bibliothekartiges, das heißt Dinge, die aufgeschrieben waren, gab es wohl, aber alles Aufgeschriebene war da, um gelesen zu werden, um auf Seelen zu wirken. Heute ist ein großer Teil des Bibliothekmaterials nur da, um aufgespeichert, nicht um gelesen zu werden. Man nimmt es sich nur vor, wenn man eine Dissertation zu schreiben hat, weil man es da berücksichtigen muß. Aber man möchte am liebsten die Lebendigkeit ganz ausschalten. Ganz Mechanisches soll hineinkommen in die Dissertationen. Man will, daß der Mensch möglichst wenig Anteil daran habe. Es ist aller Anteil des Menschen an der Geistigkeit aus dem Menschen herausgerissen.
[ 25 ] My dear friends! In ancient times, when atavistic clairvoyance was still common among people, there were mystery sites. In these mystery centers—which served simultaneously as churches, schools, and centers of the arts—those who underwent their human development there also sought to gain access to the powers of knowledge, but in a more spiritual way. Many different things could be found in these mystery centers at that time, but there was no library in the sense we understand it today. Do not misunderstand me: there was no library in the sense we understand it today. There was certainly something resembling a library—that is, things that had been written down—but everything that was written down was there to be read, to have an effect on souls. Today, a large part of library material is there merely to be stored, not to be read. People only turn to it when they have to write a dissertation, because they have to take it into account. But they would prefer to eliminate all vitality entirely. Dissertations are supposed to consist entirely of mechanical elements. They want human involvement to be as minimal as possible. All human participation in the spiritual realm has been torn out of the human being.
[ 26 ] Das muß wiederkommen und jetzt in voller Bewußtheit: daß die Geistigkeit ein Lebendiges wird, daß wir nicht bloß erfahren, was äußerlich mit den Sinnen gesehen werden kann, sondern daß wir wieder erfahren, was im Geiste geschaut werden kann. Es muß das Zeitalter des Michael eintreten. Im Grunde genommen ist alles, was den Menschen vom fünfzehnten Jahrhundert an zuteil geworden ist, von außen eingeflossen. Im Zeitalter des Michael wird der Mensch sein eigenes Verhältnis zur geistigen Welt finden müssen. Und Wissen, Erkennen wird in einer ganz anderen Weise wertvoll werden.
[ 26 ] This must return, and now with full awareness: that spirituality becomes a living reality, that we do not merely experience what can be seen externally with the senses, but that we once again experience what can be perceived in the spirit. The Age of Michael must dawn. Essentially, everything that has come to humanity since the fifteenth century has flowed in from the outside. In the Age of Michael, human beings will have to find their own relationship to the spiritual world. And knowledge and insight will become valuable in a completely different way.
[ 27 ] Sehen Sie, was von den alten Mysterien in den Bibliotheken war, waren mehr Denkmäler, in denen aufgezeichnet wurde, was in die Erinnerung aller übergehen sollte. Mit unseren Büchern lassen sich jene Bibliotheken gar nicht vergleichen. Denn alle Mysterienführer haben ihre Zöglinge zu einer anderen Lektüre angewiesen. Sie haben gesagt: Es gibt eine Bibliothek — und diese Bibliothek sind die Menschen, die draußen herumlaufen. An denen lernt lesen! Lernt lesen die Geheimnisse, die in jedem Menschen eingezeichnet sind! — Dazu müssen wir wieder kommen. Wir müssen nur gewissermaßen von einer andern Seite dazu kommen, so dazu kommen, daß wir als Erzieher wissen: Alle Erkenntnis, alles Wissen als Aufstapelung hat keinen Wert. Da ist es tot und bekommt sein Leben nur vom Drachen. Wir aber müssen, indem wir überhaupt «wissen» wollen, die Empfindung haben, daß dieses Wissen etwas ist, was nicht da und dort aufgestapelt werden kann, weil es gleich auseinanderfließen würde. Wir müssen lernen, daß in der Literatur dasjenige, was Geist ist, eigentlich nur angedeutet werden kann.
[ 27 ] You see, what remained of the ancient mysteries in the libraries were more like monuments in which was recorded what was to be passed down into everyone’s memory. Our books cannot be compared at all to those libraries. For all the guides to the mysteries instructed their disciples to read something else. They said: There is a library—and this library consists of the people walking around outside. Learn to read from them! Learn to read the mysteries inscribed within every human being! —We must return to this. We must approach it, so to speak, from a different angle—in such a way that, as educators, we know: All insight, all knowledge, when merely piled up, has no value. There it is dead and derives its life only from the dragon. But we, in our very desire to “know,” must have the sense that this knowledge is something that cannot be piled up here and there, because it would immediately flow apart. We must learn that in literature, that which is spirit can actually only be hinted at.
[ 28 ] Wie können Sie in einem Buche das wirklich umfaßt haben, was Geist ist? Ist doch das Geistige ein Lebendiges! Das Geistige gleicht nicht den Knochen, es gleicht dem Blute. Und das Blut braucht Gefäße, in denen es rinnt. Was wir als Geistiges erkennen, braucht Gefäße. Diese Gefäße sind die aufwachsenden Menschen. Da müssen wir es hineingießen, damit es überhaupt zusammenhält. Sonst müssen wir den Geist haben als etwas, das so lebendig ist, daß es gleich zerrinnt. Wir müssen alle unsere Erkenntnisse schon so bewahren, daß sie rinnen können in den sich entwickelnden Menschen. Dann werden wir Michael das Fahrzeug zimmern, werden die Genossen des Michael werden können. Und dasjenige, was Sie wollen, meine lieben Freunde, werden Sie am besten dadurch erreichen, daß Sie sich bewußt werden: Sie wollen Genossen des Michael werden.
[ 28 ] How could you possibly have fully captured what the spirit is in a single book? After all, the spiritual is a living thing! The spiritual is not like bone; it is like blood. And blood needs vessels through which to flow. What we recognize as spiritual needs vessels. These vessels are the growing human beings. We must pour it into them so that it holds together at all. Otherwise, we would have to regard the spirit as something so alive that it would immediately dissolve. We must preserve all our insights in such a way that they can flow into the developing human being. Then we will build Michael’s vehicle and will be able to become Michael’s companions. And what you desire, my dear friends, you will best achieve by becoming aware that you want to become Michael’s companions.
[ 29 ] Sie müssen wiederum dazu kommen, folgen zu können einem rein geistigen Wesen, das nicht auf der Erde verkörpert ist, und Sie werden lernen müssen, an einen Menschen dadurch zu glauben, daß er Ihnen den Weg zu dem Michael vermittelt. Die Menschheit muß in einer neuen, lebendigen Weise das Christus-Wort verstehen: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Dadurch ist es nämlich erst recht von dieser Welt! Denn der Mensch ist dazu da, daß er den Geist, der nicht ohne ihn in dieser Welt ist, zum Inhalt dieser Welt mache. Der Christus ist selber auf die Welt gekommen. Nicht hat er den Menschen zu einem irdischen Leben in den Himmel genommen, sondern der Mensch muß sein irdisches Leben durchdringen mit einer Geistigkeit, die mitteilbar ist und die dem Menschen wiederum die Möglichkeit gibt, den Drachen zu besiegen.
[ 29 ] You must once again reach the point where you are able to follow a purely spiritual being who is not incarnated on Earth, and you will have to learn to believe in a human being because he shows you the way to Michael. Humanity must understand the words of Christ in a new, living way: “My kingdom is not of this world.” For it is precisely because of this that it is all the more of this world! For the purpose of human beings is to make the Spirit—which is not without them in this world—the very substance of this world. Christ Himself came into the world. He did not take human beings up to heaven to live an earthly life; rather, human beings must imbue their earthly lives with a spirituality that can be communicated—and that, in turn, gives them the ability to defeat the dragon.
[ 30 ] So etwas muß man so gründlich verstehen, daß man sich selbst die Frage beantworten kann, warum sich die Menschen im zweiten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts zerfleischt haben. Sie haben sich zerfleischt, weil sie den Kampf auf ein Gebiet getragen haben, wo er nicht hingehört, weil sie den eigentlichen Feind, den Drachen, nicht gesehen haben. Zu seiner Besiegung gehören die Kräfte, die erst dann, wenn sie in der richtigen Weise entwickelt werden, auf die Erde den Frieden bringen werden.
[ 30 ] One must understand this so thoroughly that one can answer for oneself the question of why people tore each other apart in the second decade of the twentieth century. They tore each other apart because they carried the struggle into a realm where it did not belong, because they failed to see the true enemy, the dragon. Defeating the dragon requires forces that, only when developed in the right way, will bring peace to the Earth.
[ 31 ] Kurz, wir müssen ernst nehmen das Einziehen in das Michaelszeitalter. Erst wenn mit den Mitteln der Gegenwart erreicht wird, daß den Menschen wiederum das Bild umschwebt des von Lichtglanz umflossenen starken Michael, der den die Menschheit aussaugenden Drachen zu besiegen vermag durch dieKraft des zu lebendigem Seelenleben sich entwickelnden Menschen — erst wenn man dieses Bild viel lebendiger, als man es früher vor Augen hatte, in seine Seele wieder aufnehmen kann, werden einem die Kräfte kommen, innere Regsamkeit zu entwickeln, weil man sich in der Genossenschaft des Michael weiß. Dann erst wird man teilnehmen an allem, was Fortschritt und zwischen den Generationen Frieden bringen kann, was die Jugend dahin bringt, auf das Alter hinzuhören, was macht, daß die Alten etwas zu sagen haben, was die Jugend wissen und aufnehmen will.
[ 31 ] In short, we must take the dawn of the Age of Michael seriously. Only when, through the means of the present, we succeed in bringing back to people’s minds the image of the mighty Michael, bathed in radiant light, who is able to defeat the dragon that is draining humanity through the power of human beings developing into a living soul life — only when we can once again take this image into our souls, much more vividly than we once held it before our eyes, will the strength come to us to develop inner vitality, because we know we are in fellowship with Michael. Only then will one participate in everything that can bring progress and peace between the generations—that which leads young people to listen to the elderly, and which ensures that the elderly have something to say that young people want to know and take to heart.
[ 32 ] Weil das Alter der Jugend den Drachen entgegengehalten hat, floh sie in luftarme Gegenden. Erst wenn nicht der Drache entgegengehalten wird, sondern aus der Kraft des Michael heraus dasjenige gefunden werden kann, was ihn austilgt, dann wird eine echte Jugendbewegung ihr wahres Ziel erringen. Das wird sich darin offenbaren, daß die Generationen sich etwas zu sagen haben, daß die Generationen etwas voneinander aufnehmen können. Denn in Wahrheit nimmt der Erzieher, wenn er nur ein ganzer Mensch ist, für sich ebensoviel von dem Kinde, als er dem Kinde gibt. Wer nicht vom Kinde lernen kann, was es ihm als Botschaft herunterbringt aus der geistigen Welt, kann dem Kinde auch nichts beibringen über die Geheimnisse des Erdendaseins. Nur wenn das Kind unser Erzieher wird, indem es Botschaften aus der geistigen Welt herunterbringt, wird es sich bereitfinden, die Botschaften, die wir ihm aus dem Erdenleben entgegenbringen, aufzunehmen.
[ 32 ] Because youth has held the dragon at bay, it has fled to places devoid of air. Only when the dragon is no longer held at bay, but rather—through the power of Michael—that which can vanquish it is found, will a genuine youth movement achieve its true goal. This will be revealed in the fact that the generations have something to say to one another, that the generations can learn from one another. For in truth, if the educator is a whole human being, he receives just as much from the child as he gives to the child. Anyone who cannot learn from the child what it brings down to them as a message from the spiritual world cannot teach the child anything about the mysteries of earthly existence either. Only when the child becomes our educator by bringing down messages from the spiritual world will it be willing to receive the messages we offer it from earthly life.
[ 33 ] Goethe hat nicht um eines bloßen Symboles willen überall nach Dingen gesucht, die so sind wie etwa das Atmen — Ausatmen, Einatmen, Ausatmen, Einatmen —, sondern Goethe sah das ganze Menschenleben im Bilde vom Nehmen und Geben. Jeder gibt und jeder nimmt. Jeder Gebende wird ein Nehmender. Aber damit das Nehmen und das Geben in einen richtigen Rhythmus komme, dazu ist notwendig, daß wir in das Michaelzeitalter eintreten.
[ 33 ] Goethe did not search everywhere for things that are like breathing—exhaling, inhaling, exhaling, inhaling—merely for the sake of a symbol; rather, Goethe saw the whole of human life reflected in the image of giving and taking. Everyone gives, and everyone takes. Everyone who gives becomes a taker. But for giving and taking to fall into the right rhythm, it is necessary that we enter the Michaelic Age.
[ 34 ] So möchte ich mit diesem Bilde schließen, damit Sie sehen, wie eigentlich die vorhergehenden Betrachtungen gemeint waren. Sie waren so gemeint, daß Sie nicht dasjenige, was ich hier gesprochen habe, in Ihren Köpfen davontragen und darüber nachdenken, sondern was ich wünsche ist, daß Sie etwas in Ihren Herzen haben, und daß Sie das, was Sie in ihren Herzen tragen, in Wirksamkeit umsetzen. Was der Mensch im Kopfe trägt, verliert er unterwegs. Aber was er in das Herz aufnimmt, das bewahrt das Herz in alle Wirkungskreise hinein, in die der Mensch versetzt werden wird. Wenn es möglich ist, daß dasjenige, was ich zu Ihnen habe sagen dürfen, von Ihnen nicht bloß mit den Köpfen weggetragen wird — denn da würde es sicher sehr bald verloren sein —, wenn es hinweggetragen wird mit Ihren Herzen, mit Ihrem ganzen Menschen, dann, meine lieben Freunde, haben wir hier in der richtigen Weise miteinander gesprochen.
[ 34 ] So I would like to conclude with this image, so that you can see what I actually meant by the preceding reflections. They were meant not for you to take what I have said here away in your minds and ponder it, but rather—what I hope is that you hold something in your hearts, and that you put into practice what you carry in your hearts. What a person carries in their mind, they lose along the way. But what a person takes into their heart, the heart preserves it into all spheres of activity into which the person will be placed. If it is possible that what I have been allowed to say to you is not merely carried away by your minds—for then it would surely be lost very soon—but if it is carried away by your hearts, by your whole being, then, my dear friends, we have spoken to one another here in the right way.
[ 35 ] Und von diesem Gesichtspunkte, aus diesem Gefühl, aus dieser Empfindung heraus möchte ich heute Ihren Herzen den Abschiedsgruß sagen, indem ich Ihnen zurufe: Nehmen Sie das, was ich in Worten auszusprechen versuchte, so hin, als ob ich vor allem etwas in Ihre Herzen hätte dringen lassen wollen, was in Worten nicht ausgesprochen werden kann. Wenn sich die Herzen nur ein bißchen zusammengefunden haben mit dem, was hier als lebendiger Geist gemeint ist, dann ist, wenigstens zu einem Teile, erfüllt, was wir erreichen wollten, als wir hier zusammenkamen. Mit diesem Gefühl wollen wir auseinandergehen, mit diesem Gefühle wollen wir aber auch wieder zusammenkommen. So werden wir den Zusammenhang im Geiste finden, wenn wir auch auf den verschiedensten Gebieten des Lebens einzeln wirken. Die Hauptsache wird sein, daß wir uns gefunden haben in unseren Herzen. Dann wird auch einfließen das Geistige, das Michaelhafte in unsere Herzen.
[ 35 ] And from this perspective, from this feeling, from this sense, I would like to bid farewell to your hearts today by calling out to you: Accept what I have tried to express in words as if, above all, I had wanted to let something into your hearts that cannot be put into words. If your hearts have connected even a little with what is meant here as a living spirit, then what we sought to achieve when we gathered here has been fulfilled, at least in part. Let us part with this feeling, and let us also come together again with this feeling. In this way, we will find our connection in spirit, even as we work individually in the most diverse areas of life. The main thing will be that we have found one another in our hearts. Then the spiritual, the Michaelic, will also flow into our hearts.
